r ) LxerrviL» vnsLvLor^n siuev^ n.-rxAcmo L'r Dvx XV^V»LXL L ^L1LLL«LS XLSI'II^VLLI ^^ . >v -5kIe ' --^7. .«M ^- .4 ---- - '»'i>«S: ?.!' «»M X- - '»V/L! MdL -EM-Hx L 7 Gistorische cschretbung Und kurz gefaste achricht Von der Ä-misch. Kaiser!, und Königlichen Wsi-enz - Wtadt len 1-§ Hren Und Zorstadten. L' W auf Ztostcn der Kraußischcn Buchhandlung, nächst der Kaisers. Königs. Burg. »76s. 8 Erster Theil. Vonder gleichförmigen Lage, und einerley Grösse res ait vergangenen Vindobona , und des gegenwärtigen Wicrs. Von Ursprung und Aufkommen,im,erlich-und ausser- liche/i Beschaffenheit, vom Stifter und Namens-Benennung dieser Stadt , und derselben Vorstädten überhaupt, samt denen darzu gehörigen Grund - Riffen«'^? Heraus gegeben von P. Mathias FuhrmDs^^ Des H. Pauli ersten Einsiedlers, der Oesterreichi- schcn Provinz General- Oefinitor. Mir Genehmhalrung der Oberen. - ?Do eine Wildnus war, da wohnt nun Wiz uw Rath, -^Und^v Entsteht aus Furcht, und Trangfal eineStadt, Ä^bPlrd die Nachwelt einst von der Verwandlwg sagen? Was wird nicht Heinrich! einst dein Spruch fürFrüchte tragen ? Ortlirius» 3 Dem Heiligen LEOPOLD, W eyland Warggrafen von Asterreich, Jezt aber Mächtigsten Fürsprecher und Gchuz - Herrn Dieses Augustalischen Erz - HerzogthumS Und der ^em sonst, frömmster Marg- graf! sollen diese Blatter zu- geeignet werden, als Dir, Wunder der Helligkeit , Zierde des A 2 Ho- 4 S )°( G Hohen Adels , sorgfältigsten Vatter des Vatterlandes ? Uber dieses hast Du auf Erden vierzig Jahr, im Himmel aber über sechs hundert Jahr schon , zu Kriegs-und Friedens-Zeiten Sorge getragen. Das Land und die Insassen, so die Kaiser, und das Römisch Reich Deiner , gleich wie Deiner Großmüthigen Vorfahren Aufsicht anvertrauet, lagen Dir am Herzen, sie wider feindliche Nachbarn in allen Nothfall zu schüzen. Zu dem Ende bestrebtest Du Dich, die Vorposten persönlich zu versehen. Du übertrügest Deinen Wohn«Siz an die Nahe der Grenzen des Marggrafthums , nein, lich von der Festung Mölck herunter nach den hohen Cetier-Berg, damit Du allda, als auf einer weit und breit ausschenden Lue- S )->( R 5 Lueg ins Land , zur Sicherheit Deines Volcks, jedweders feindliches Beginnen, dies - und jenseits des Donau-Stroms beobachten kuntest. Geschähe ein solches in Deinem Leben , da Du für die Deini- gen allezeit wachtsam herum, und von dem hohen Berg Schloß herunter sähest; ey! so stehe auch herunter von denen hohen Himmels-Bergen, von der Stadt GOt- tes auf Dein Dir ganz ergebenes Oesterreich , und auf die Kaiserlich-Königliche Residenz. Lasse sie niemals ausser Augen, besonders wenn Gefahr vorhanden. Erhalte sie unter Deinen Schuz, gleich wie Du sie bis hieher beschüzet , und in aus- sersten Gefahren erhalten hast. Würdige Dich, Heiligster Schuz-Herr, die Arbeit dieser Beschreibung zum Danck-Opfer der A z be- 6 S )«,( G bewahrten Glückseligkeit : zum Bittt Opffer künftigen Schuzes , Fürbitt und Wolfahrt der Stadt und des ganzen Landes, aufzunehmen. Mache, daß daS fromme, Dich allezeit hoch verehrende Erz-Haus Oesterreich, zu immer fort daurenden Wohlstand des gemeinen Wesens , mit der vorzüglichen Ehre und Glo- ! rie des unüberwündlichen Namens zu prangen : in alle Welt sich auszubreiten; ^ und mehr als deS Nestors Jahre , bis ans Ende der Welt , durch Deine Verdienste , durch eigene Frommkeit und GOttcö-Furcht zu herrschen verdiene. Deiner Frömmigkeit vn- ! heiligsten Namens ! Andächtigster Verehrer Mathias Fuhrmann. 8- )o( S V d e Auf das erwünschte, und Fruchtbringende Spruch « Wort Masomirgott Geinrichs des Ursten Herzogs von Oesterreich Stifters des Neuen Wiens. nur hilft, so wird mein Oesterreich, Ihr Deutschenl euer Schild, und Her; noch Eden gleich. Ich will «6 so in Wehr, in Muth, in Ordnung bringen. Daß auch der stärckste Feind es nimmer soll bezwingen: Dem Grimme, welcher Vieh und Menschen abgemäht/ Ist das erboste Schwerdt nun glücklich ausgedreht. Den Frieden haben wir für Stadt und Land erkämpfet, Und Deutschlands Furcht , wie dort der Habsucht Wuth gedämpfet. Nun will ich Favicn dort dies mein Gut bezieh», Jasömirgorr! dort soll der theure Frieden blüh». Wein Volcksoll ungestört mit mir in Wolfahu. wohnen, JnFavien will ich ihm seine Treu belohnen. A4 So « K )°( G So sprach der tapfre Fürst der Herzog Heinrich da. Wo er fein Favicn vom Äalenbcrgc sah. Cr sah das stolze wstn noch fast in Schutt begraben: Dort,wollt er seinen Staat und seinen Wohnsiz haben. Er spricht es, eilt und geht, verlast das steile Schloß, Wo Lüpolds frommes Ruhn nur Sicherheit genoß. Beglückter Kaiscrstz du Beyspiel froher Lande! Sprich ! warst du damals nicht der Weltbezwinger Schande? Und doch zog Heinrich dich viel andern Gütern vor; Weil du ihm wiedergabst, was Rom allhierverlohr. Cr kömmt, und bald erschallt in den erfreuten Ebnen, Sanctinens * frommer Chor von seinen Untergebnen; Auch Burger sind schon da. Wie wimmelt nicht der Schutt Don Eintracht, Fleiß, und Lust, von Hofnung, Trost und Muth? Gebirge, Feld und Wald ertönen aller Enden, Bon froher Aemsigkeit, von arbeitsamen Händen. Die Mauren stehen auf; sie schüzen Dolck und Stadt, Die derRaganen Ring und Raub zum Grund-Stein hat. Der Herzog sieht vergnügt die Früchte scinesSchlusscs, Orr Untrrthanen Wohl, den Quell des Überflusses. ** Wohl- * Namen des ersten AbbtenS zun Schotten. "Areaver LrestriuS / in Heinrich Iaivmirqott , oder Lvb'Sebrist auf Ihre Kaiserliche und Königliche Majestäten / dev Gelegenheit der seyerlichen Erneuerung der uralten Univerlität zu Wim/ - 75 «. MM ohlgeneigter Weser'. Leich Eingangs dieses kürzlichen Vorberichts kommet zu erinnern, daß mau mit Herausgebung des so genannten Alt - und Neuen Wiens, sich anheischig gemacht, nach den zwey ersten, noch mehrere Theile mit der Historischen Beschreibung der heutigen Stadt Wien und ihrer Vorstädten, mit der allmögenden Hülfe und Beystand GOttes, ans Licht zu geben, und in solchen theils überhaupt: als absonderlich von allen Kirchen, Eolle- A 5 gien. s K )<>( R gien, Clöstern und andern Geistlich-und Weltlichen Gebäuden, und Merkwürdigkeiten zu handle«, und meistens alles mit Kupferstichen zu begleiten. Nach Verlauf vieler Zähren kommen wir endlich mit dieser verheissenen Continuation aufgezohen, und wollen das Versprechen doch lieber spate halten , als gar nicht halten. Die Ursache des langen Aufschubs , die uns grauen machten, wäre die verschiedene Materie, womit man in derley Arbeit zu schaffen bekommet. Nichts zu melden von Civil - und Staats - Sachen, von hohen Collegien und Gerichten, wovon man ausser derselben Verzeichniß, daß weitere anderen überlasset, wird doch von vielen anderen Dingen , nemlich vom Ursprung des jezigen Wiens, von Aufkommen und O )o( K n Stiftungen der Kirchen und Clöster, von der Anzahl vermehrter Ordens - Geistlichen : von Academien, Fabricken, Stiftungen der Armen-und Waifen-Hausern, Spitalern, derselben Ubersezungen, Veränderungen , und von mehr dergleichen gehandlet, so alles der Critick solcher Gestalt unterworffen ist , daß man sich durch sein wohlgemeinte Bemühung grossem Verdruß über den Hals ziehen kann, als man jemanden anderen, einen gefalligelt Dienst zu erweisen vermeinet. Gar zu hart,ja unvermeidlich ist es, daß man aus Ermanglung der gllcrsichersten Auskünften ,' von allen und jeden Sachen, nicht jezuweilen in der Erzehlung aus der Gleiße fahren sollte. Nichts destoweniger dennoch, da unter der Zeit von etlich zwanzig Jahren her -- S ) -> ( S her, nichts zum Vorschein gekommen, das unser Saumung unterbrochen hatte, und manichsmal bey Geschichts-Begierigen nach dieser Continuation ein Verlangen verspühret ward, wagte man es endlich , ungeacht aller entgegenstehenden Schwierigkeiten, die Historische Abfassung, gleich einem Fischer-Kahnlein denen un- gestimmen Winden und Wellen unterschiedlicher Anfechtungen, ja der Beurtheilung aller, denen daran gelegen ist, auszusezen, und dem günstig, oder mißgünstigen Ver- hängniß zu überlassen. Sölten sich trübe Wolcken finsterer Gesichter darüber aufziehcn, und hier und dort einen Stoß auszustehen haben, Gedult! das Ungewitter verziehet sich, und dauert nicht lang: nach G)o(K ,z nach den Sturm ist noch allezeit schönes Wetter geworden. Wo etwas unrichti- . ges sollte für Augen kommen , verlassen ' wir uns auf die Güte des bescheidenen Lesers, der mit Gelassenheit solches zu entschuldigen, die Mühe auf sich rühmet. Auch wird uns dieses , als etwann was Arges nicht zugemessen werden , daß wir einige Herrschaftliche Sommer-Gebäude und ^ Lust-Garten in den Vorstädten, wegen ab- . wechslenden Besizern, nicht mit ihren neu- ' en , sondern alten Namen nennen ; dies ^ geschichet aus der Gewohnheit , wie sie ; von mehrern Jahren her geheissen, auch noch genennet werden, und in Grundbüchern zu lesen seynd. Wissentlich hat man niemand etwas -um Nachtheil geschrieben, weder sich mit un- 14 G ) ° ( S unnöthiger Erzehlung bcy einer Sache verweilet. Wo kein sichere Urkunde, oder wenigstens hinlängliche Auskunft Vorhängen, da melden wir wenig, oder garnichts in mehrern Dingen wollen wir lieber unwissende scheinen , als ohne Grund etwas daher schreiben. Das Haupt Absehen zielet auf ein sichere und kurz gefaste Nachricht. Terehalben der unpartheysche Leser desto mindere Ursache haben wird, sich über ein unschuldige Beschreibung von Wien zu erzörnen. Vielmehr hoffen wir demselbigen ein geziemende Dienstfertigkeit zu erweisen ; allermassen die beyliegendcn Grund - Nisse von der Stadt und Vorstädten, in diesem ersten: und in denen andern Theilen die in Kupfer furgestelte Prospekte der Eitles-Häuser, anderer Ge- I S)o(R I Gebäuden und Denckwürdigkeiten, nicht I allein denen Wercklen eine Anmuth geben, I sondern auch dem Leser Vergnügen machen können , zu Haus und auch weit abwesend, die Kaiserlich-Königliche Residenz, und Haupt - Stadt Oesterreichs , samt ihren i Vorstädten , in kürze zu übersehen, und I die fürnehmsten Geistlich - und Weltlichen Gebäude zu betrachten, auf die nemliche , Weise, wie alles in der That, an der ^ I Stelle, vor Augen lieget. l Das Wercke der gänzlichen Beschreibung bestehet in dreyen abgesönderten Theilen, worinne gehandlet wird Erstens: ^ Von der Lage, Ursprung und Aufkommen; von innerlich und äußerlicher Beschaffenheit ! der Stadt und Vorstädten, mit zuge- hör- i6 R )o( K hörigen Planen, überhaupt. Zrveytens von Kirchen, Collegien und Clöstern, in- und vor der Stadt, samt derselben unter- , schossenen Prospecten. Drittens : von Weltlichen Gebäuden, Akademien, Fab- ricken, Spitalern, Armer-und Waisen- Hausern, milden Stiftungen, Bibliothe- cken, Schaz-Kammern, Galerien und arideren Merkwürdigkeiten, gleicher Gestalt mit Kupferstichen ausgeziehret. Man giebt aber diese Theile der Ursache abgesondert heraus, weil viel historische Sachen in Kirchen, Clöstern , Bibliothecken und auch anderswo befindlich , die uns Unbekannt seynd , ihrer Seltenheit halber aber in der Wienerischen Beschreib düng gar wohl ein Stelle verdienten , beschrieben und angerühmt zu werden. Würde uns 4 V (o) S 17 uns jemand zu den nachfolgenden Theilen von derley uns verborgenen Selzsamkeiken, einige Auskunft zu geben, und schriftlich im Pauliner-Hauß aufdemHaydenschuß abzulegen, sichs gefallen lassen, sollte es demselben mit gebührend grossen Danck nachgcrühmet werden. In den Beschreibungen der Welt-berühmten Städten Rom, Neapel, Venedig und Prag, die wir bey Händen haben, leset man die genaue Verzeichnten der Kirchen-Schazen, das ist, Reliquien, und Leiber der Heiligen Diener und Dienerinen GOttes, die in denen GOttes-Hau- ßern zur öffentlichen Verehrung ausgesezet, und ansonst ehrerbietig aufbehalten werden,womit solchenVerzeichnißen dieSchrift- Verfasser, erst gemelten Haupt-Städten B ein i8 S cc) S ein besondere Ehre machen. Eben dieses gedenken wir, und bestreben uns eyfrigst, ^ mit gleichmäßiger Verzeichniß, und Beschreibung geistlicher Kirchen-Scharen, der hoch verehrungswürdigen in Wien an- ; wesenden Heiligthümmern, der Kayserl. ' Königlichen Residenz- Stadt, ein ihr darum gebührende Ehre zu machen, welche sie - dieses reichen Schazes halber verdienet, wie ' wir vorläufig von vielen, aber nicht von allen wissen, doch von allen gern wissen möchten, um sie dem Leser bekannt machen zu können. Es befindet sich in dieser Beschreibung, und kurz gefasten Nachricht daß meiste, was wir von Weltlichen Dingen einer Meldung werth erachten. Es wird Wien mit ihren Vorstädten von in -und aussen, über, Haupt G (o) S »9 Haupt; dann auch absonderlich beschrieben, man giebt die Verzeichnten von den aust senwercken, von Märckten, Pläzen, Gassen und Straffen/ Palasten, Kirchen, Clöstern, und von den fürnemsten öffentlichen Gebäuden, ja von dem meisten was Weltliches am Hellen Tag lieget; und warum mcht auch ein gleiches von dem Wenigen, was in GOtt geheiligten Orten, Geistlich und Heiliges, theils oftntlich auögesezet, theils sorgfaltigst in finstern Schazkasten verborgen gehalten, und ehrwürdigst verwahret wird ? Gewiß kein Kirchen , und fast kein Capellen in der Stadt und in Vorstädten anzutreffen, wo dergleichen Heiligthümmer sich nicht solten finden lassen, die wegen ihrer Menge, und unaussprechlicher Hochachtung kein geringes ausmachen; indem nicht nur Beine, B L und 20 D (o) A und derselben grossen Stücke, sondern nur wenig Staub oder Aschen von Reliquien der Heiligen, wegen gleicher Würckung und Tugendskraft, eben so hoch, als die ganzen Leiber der Blutzeugen Christi, und anderen Heiligen GOttes geschazt, und verehret zu werden verdienen. In Ansehen dessen, daß die Stifter derer Kirchen und Capellen, wie auch andere Gutthater, sich der grösten Mühe befleißiget, mit Heil. Leibern, undReliquien drrHeil.dieGOttes- Haußer zu bereichen, ist kein Zweifel, daß solches aus keiner andern Absicht geschehen, als daß sie sich und ein ganze Gemeinde, ein Pfarr, ein Vorstadt, ja die gmize Stadt und alle Vorstädte, sothaner Heil. Schutz und Fürbitt bey GOtt, haben an- ? befehlen wollen. Somit wieviel Heilige Leiber, und Partie»! von Reliquien der Heiligen sich da finden lassen, mit so viel Hei- § 1 » A (o) V rr Heiligen Schutz-Patronen hat sich Wien und die Vorstädte billig zu erfreuen. Dieweil wir aber, wie gemelt, nicht von allen Nachricht haben, mit unfern mündlichen Nachforfchcn aber wenig ausrichten, wünschen wir uns ein schriftlich verzeichne- te Nachricht, um die wir bey denen jenigen in derer Macht und Wiükuhr es stehet, ebenfahls unser geziemendes Ansuchen machen. Für daß verstrichene Jubel-Jahr 1750. haben wir denen Wallfahrterwnach Rom zur Nachricht die Beschreibung der Stadt Rom, Lateinisch und Deutsch, unter dem Titel: Dux -Vngelicus, der Englische Weegweiser, in der Tratt- nerischen Buchdruckerey zur Herausgab befördert. Und nachdem wir vor mchrer Jahren ein kleine Sammlung gemacht, von verschiedenen Beschreibungen der Stadt B Z Wien »2 Wien und derselben Vorstädten, dünckte es uns, nicht wohl gelhan zu seyn, so fern wir nicht ein gleiches für die Wien- j. krischen Mitbürger, und auch für Fremde, die einer neuen Beschreibung von Wien Vergebens Nachfragen, auf unsnebmeten, was wir für die Pilger und Fremdling auf uns genehmen haben. Absonderlich, da wir es einmal verheizen, und anbey ^ die meisten Kirchen-Prospecte, in kleinen Format, wie sie im zweyten Theil zum Vorschein kommen, vorlangst selbst schon gezeichnet haben. Die Auctores und andere Nachrichten, ^ aus welchen man mehrern theils diese Blat- ^ 1er anfüllet, geben wir gleich unten in ei- ! ner angcfügten Verzeichnis Weiters a- I -er halt mau es für unnöthig, solche, > « (->) S ausser wo es unentbehrlich scheinet, in nachfolgenden Erzehlungen immerfort an- -uführen, um dem Leser, weil es ohne dieß aus gemelter Verzeichniß abzunehmen, aus was für Quellen wir geschöpfet, mit öftern citiren der Stellen nicht beschwerlich »u fallen. Diesen sezen wir bey die mündlich eingeholten Berichte, samt anderer Auskunft, die wir aus eigner Erfahrung untermengen. Die in den ersten Capiteln dieses Theils vorkommende, und mit stk- ladungen der Schrift - Verfasser beladene Historische Ausschweiffüngen, wird der bescheidene Leser für nichts überflüßiges an- sehen, in Betrachtung, daß, nachdem unser Wercklein vom alt und neuen Wien iolcherley Anstöffe gefühlet, als ob wir den Leser mit fälschlich erdichten Dingen vom alten Wien aufzuziehe» , »nS B4 Mcht -4 S (o ) S ! nicht entblsdet hatten , ein Erläuterung der Sache nothwendig seye, um allen gemachten Zweifel, wegen gleicher Lage der ^ alt und neuen Stadt: wegen derselben / ab-und Aufkommen, beyfeits zu schaffen, und anmit die uns aufgetrungene Verwegenheit von uns abzuleinen. Übrigens schmeichle» wir uns, eS werde diese Historische Unternehmung einer geneigten Ausnahm gewürdiget werden, und werde niemand gereuen, diese Blatter zum er- gözlichen Zeitvertreib durchgelesen, und ! das ins Kupfer gebrachte übersehen zu- I haben. Der Leser bediene sich dessen zu seiner Lust, und Augenweide. Schließlich ersuchen wir denselben,seineGewogenheit ^ unserer Bemühung nicht zu entziehen, son- i dern durch gültiges Gutheißen die Beschleirügung , und das Ende dieser Con- tinuation befördern zu helffen. Ver- erzeichniß Der Bücher und anderer Hülffs- Mittel, mit denen man sich in Verfassung vieles und der nachfolgenden Theilen bchvlffen. blö. Weil die alten so genannten Gra- dus - Büchel nicht unter den Namen der Auctoren,die sie verfasset »heraus gekommen , sondern der Bhilotopbra profeßsren , und Promotoren namen fuhren, folgen wir denjenigen nach, dielschaneBü- chel und nü^liche Teaccätln imcer der bekannten promocoren namens Benennung anziehen. dsbermann ( Heinricus) Historische Beschreibung ^ der Stadt Wim, oder des Wolfgang Lazius verdeutschte Wiener Thromk.Fol. r6ly. Anguisiola(Leander)groker HauptMau der Stadt Mim, der Vorstädten und Donau - Lnstln. Wim 1706. ( Li-nesti 1 e 5oc. sk^lü, siHvicum ^u»uuL Vienneniium Xi-mamenrarium. 8. ViennL /Vust. 1740. - - Hcri^torurn ^nri(juiinm°L 20 (Ucherrimse rlniversttsrir Viennenü;. ?ars l.8. Vien- »L ^ust. 1740. Fo»- »6 G (o) -K f^Iberti) Heremitsrum in Hel« verüs Oecnni» Üiüoris /XuKriaca in K4. 8. äe^icsrs 0«^ Xlsximilisno. Bericht, ( kurzer) von dem Gnaden-Bild der wunderbarlichen Mutter GOktes in Königs Stifft za Wien S. Llarä Drbens. 4. . - Don zweyen Gnadenreichen schiaffenden JEsus- Kindlein in erst gedachten Stifft. 4. Bericht, von der Beschaffenheit des Waisen-Hau- ßes U. L. Frauen auf dem Rennweeg. 4. im Zahr 1762. - - Bon dem Lxerciti» milirsr! daselbst. 4. Wien 1764. - - Bon allgemeiner Tag- und Hauß Ordnung eben all dort. 4. in Zahr 1764. - - Lom Stand und Beschaffenheit dieses Waisen-Haus. 4 «m Zahr 176z. Bericht, von dem großen Uralt-und wunderbaren Treu; ;u Wien bey denen P.P. Lcm- -venrisl -Minoriten. 8. Wien 17^9. Bericht, Bon dem Marianischen Gnadenbild bey denen PP. Framiscauern in Kupfern für- gefielt.. 8. Beschreibung, der Kaiser!. Haupt: und Residenz- Stadt Wien, gesang-weiß zu vernehmen. Beschreibung, deuck - Schriften, Bildnißen Md Wappen der an 1711. gegossenen ungemeinen großen Glocken. Beschreibung, (neuverwehrte) der Kaisers Weltlichen Schaß - und Kunstkammer. Be- M (°) O -7 Beschreibung, von Ursprung des Treuz- WeegS und Wallfarth nach Herrnals. - - Don dem vollkommenen Jubel Jahr, welches in der Herrnatser Psarr-Kirche begangen ward. 8 Wien 17.9 Beschreibung, des Ehren - ftyerlichen Hergangs beylegung des Grund'Steins des neuen Minoriten Äosters bintern Landhauß. Fe»'//«/ ( perrus - Eommentsr. Oerm. sib. z. 6e Vienna, psS. 70z. 4. e^müelo- ösm. 1626. Loee^^/5 ( (üln-ilkopb.) Kriegs - Helm derRöm. Kayserl. Majestrc. 4. Nürnberg. 1688. Fo«F«tt ( e^nronü ) l^er. l^unAsr. 6ecraes yuaruor. kol. Ksnovig» 1606. Formqffr«r ( ^nronü ) Historische Beschreibung von der Kayserlichen Residenz-Stadt Wien und ihren Vorstädten. 8- Men 1719. Deutsch Francöfisch. Bruderschaft, aller Heiligen GOttes in der Wiennerischen Burgerspitals St. LlaraPfarr- Kirchen von 500. Jahr hergeführet. 8. Wien r 7 Z 7 - Büschings, (Anton Friedrich) neuer Beschreibung dritten Theils erster Band, von der Haupt-Stadt des Erzherzogtums Oesterreich > Wien. 4. Hamburg i -6 l. (8l»ismunäi) L 80c. ^nnslium ^ulinLe 1 'om.I.LelI. 5 oI.ViennT^ull.i 7 ;cr. t?«»-/s solepln) s 80c. Mt'u, Lomnium super Viens nuper munirs. 8. V^iennL^uld. 774z. 6IK0- 28 G ( c> ) G LÄo/e»' ( I§nLkii)s 8oc. Mtu, ^lemorsbill» 6e l'emplc», ac lurri a6 5 . 8cepbanum 8. ViennL 1721. - - Ubersezt ins deutsche , und vermehret 8. Wien 1722 k. ?. 'I'illmerr eü .^ul )e 5 oc. Wsu, 8 criptonir 7 i ^nri^uiili»:«, re deleberimL Oniverü- raris Viennenüs, ?ars ll. z.Viennse 1741. (krancitci) e8oc. Mku, ^uüra 6ecsrn (üornnL Viennen6r, teu8uburbia Vien- nenlis. 8. ViennL 1754. Feigy (Joannis Lonstsntim) Wunderbahrer Adlers-Schwung/ jwey Theil, 4. Wien 1694. ( I.eopo!6i) e 80c. .sLtu, krevis blo- tiris Sirbis vereri; Vin6obons:.4.m. Vin- 6obonL 1764. Fugger (Johann Jacob) Spiegel der Ehrendes Erjhaußes Oesterreichs. Fol. Nürnberg 1668. Ge- G (o) N 29 Geschieht - Labender der Mrdurchl. Rom. Kayser und Erzherzogen so aus dem Hausse Oesterreich entsprossen. 8. Tübingen 1699. ) e 80c. Msu 6ermama ^uttrisca, reu lopOArapti. ^uür. kol. Vienn« -^uür. 1701. //a»/?L s k/tarci) s 80c. Miu, Oermsnise 8ncrL lom. I. kol.^uAuli. Vinäel. 1727. - - 1 om.Il. sol.^uLuli. Vin6el. 1729. (Llir^sotromi) 8sc. Or6.LilIerc:. ksüi Ompilil.lom. Hol. l.incü 1747. - - lom. II. kol. I.incii 1754. //oLmsvvr ( kern) Hiüoris 6e juvene L 6i- sbolo sbäume/te»' (lAnstii) s8oc. Mlu, Viblivtke- cr Veterum cle^er6irL in ^.u»ulis Vin- 6obonenü OseLreL inüsuriitee. 8- Vien-^ NL I72Y. ^ir^/cT- ( 8ebsllisni) e 80c. ML, ^uliris Xis- risns, Lu Arsriolsrum Vir^ine« Oei- ksrenris Icvnum per ^ulirism. oriAmes, pro^reLiL, sc benekcis linbularis. 8. ViennL 17)5. Rretwi; (Georg) Veschreibunq des Königreichs Hungarn, samt allen den jenigen, was am Donau-Strom gelegen. 8- Franckfurt und Nürnberg 1685. Rüchelbeckers t Johann Bastln) Allerneueste , Nachricht vom Nomisch. Kapserl. Hofe, nebst einer G (o) W 3 ' em-r ausführlichen Beschreibung der Kayserl. Nesidmz-StadtWien. 8.Hanvver 1730. Rurze V7achrichc von der Zubesorgung der All« mosen L-M versammleten Lon^reZarion ( kerri) ( 7 ommenrar. kibliorlisc, dsetl Vinclol). leider 8ccun6ur, 5 ol. /^«rrr ( V^oltgangi ) Kerum Viennenüum L ommenrarü. fol.LaüleL 1546. - » (^ommenrsrii 6e Kezrud. Kom. toi. krsn- cofurri a 6 lvloenum 1598. Maurer (Latpari) Lkronica Viennenüs, oder kurze Summarische Beschreibung von Ursprung und Erbauung der Haupt-und Kayserl. Resldenz«StadtWien,r2. Wien 1662. Merkwürdiges Wien, oder monathlichr Unterredungen von verschiedenen daselbst befindlichen Merkwürdigkeiten der Natur und Kunst drey Thkil, ^ariuarii , kebruarii , Xkarrii. 4. Wien zu finden in Johann Carl Newevö Buchladen 1727. ^/r',ee^tt^e^8edLÜiani)e8.l Vienna aVscrlse rsnOoloannIxepoXIVLenoOeVors. 8. Viennsc 1724. - - (ÜontpeAu; ttitloriX l^mverlicaris Vien- nenlir, psr; H. 8. Viennae 1724. - - (üontpeÄur^iskoriL Oniverlirarir Vien- nenlir, pars lll.g. Vienrue 172;. - - kerise ^eüivL » teu Oiteurtur familiärer 4 emorsbiIis LLLlelise Lsessrese 8. l>. ^uAuliini Vienn«. kol. ViennL 17^0. peikard t krsncifci) 80c. ILlu, dreyfache Hei. ligkeitdes H. Stanielai Kostka 8.Wien 1764. pesoldrs (Paulen) Beschreibung der ersten Lür- ckisch-en Belagerung Wien. fol. ^1. 8. circL ^n, 1548. /'er ( Kernar6i) 8sc. Orä. I). Lene6i«Ai O061- cir viplomarico - tMorico Lpiilolsns, Ires?srces. kol.^uguliiL Viuäsl. Lc 6rr- c'u 1729. ^ - IUeronvmi 8cnpror. Ker. ^ullnsL.I'om. I. fo>. ^ipsiL 1721. - - lom. 1l. l^ipüse 1725. pfeffel (JohannAndreas) Prospekt der Wieneri- schen Kirchen, Palästen, Gärten und Som- mer> Gebäuden, drep Lheil. kol. Augfpurg 1724. Lc leezcz. Rasch ( Johann ) Heinrichs Iasomirgott ersten Herzogs zu Oesterreich )lebeu und Geschlecht: Stiftung des Schotten-Liostets in Wim; Prä- la. S (o) -K 3? latm dieses Tloffers von ^n. 1158. biß ^a. 1582. 4. Wien gedruckt ^Vn. 1586. s t^Liersni) s 80c. Mtu, 5 cnpro- rum rmriczuiliimL , sc celebsrrimL (inr- verlirLNs Viennenlir, kars HI. 8. Vierr- n« 1742. /?er>^e«a« ( sotepki) e 80c. ML, l^on^re- c^us I^liüoriL OniveeLsti! Viennenüs, pars I. 8. Viennse 1722. , lAnsrii) e 5 oc. ML, Vienn» slcrioL, leu OeLri^rio roro orke cs- leberrimse Lixsarssc, nec non ^rckicku- csli; R.eüäenriL ViennL, Lol. Vieniue I70Z. - - Ins Teutsche übersezt, und in 12. gedruckt in Wien »71z. Ae/s,ron von dem Kaiserlichen Hofe zu Wien , und die Beschreibung dieser Stadt. Aufgesezt von einem Reisenden, im Jahr 1704. 8. LöÜn 1705. Römer (^uHuliino-KIgrir) 8erviru; Xlsn's- ns ^ut^iciis ^uüriacis in OermsniL, tlunAsriL, öc öoemi« ksAni; reparars. 4. ViennL 1667. Oe koo (Oerse6i ) ^nnsles ^uürisci. 4. Oalse XIsAllebur^icLe 1709. - - lrem Teutsch 5 ol. L Schar- d 4 G (o) S Scharrer (Adam) Oesterreichischer Morggraf- fen^haten und Leben des H. Leopvldi.8. Wien 1670. ' L^ev^ 5 e/rr < )osn. ) vvllständige- . Lebens. viai-ium des Merdurchläuchtig' sten , Grossmächtigst - und Unüberwindlich« sten Römischen Kaisers LeopoI6i I. deS Grossen. 8. Wien 1702. Schmälzt ( Wolfgang ) Schulmeisters zun Schotten , Lobspruch und Beschreibung der Hochlödl. und weltberühmten Königlichen Stadt Wien. Gedruckt zu Wien im Lahr Ls/r«e»m , ??. klinorum Lonven- kualiuni Vienn« sck 8. Lrucem, 4. Neo- Us6il ^uüriL 1724. (Lenes;) in l^ili. krickerici III Im^r. in Lxcerpri; 6e Oermsnis c. 16. Le in Lpillvls 165. ( >nronii) Locietsris Mlü, liiüo- rire krovincir äocieraris Mlü, ?srs pri- ms. 5 ol. Viennse ^uür. 1740. Lör,e»-«r l ^lelckior) cke LeUo pannonico sp. Tcksrckium lom. H. fol. kaüIeL 1574. /), ä'oe'äar/ (ksuli ) donlilium Xäemcum , oder freundliches Gespräch von der Wienerischen Pest des Jahrs 1679. 8. Wim O ( o ) K 35 s ^nronii) 8ocierrns Miu, (Üom- menrsrü pro bliüoria Bibern Oucis^u- Kri«, cvAnomenro äapienris, fol.I^ipü« 1725. s Ikeovkili) «80c. Miü, Or- rus, Lc ?ro§reuu8 ^6ium KeliAlossrurn Viennentium. 8. Viennr 1727. k/r^»r ^e/rr ( dsiparis ) litrri 6ecem Lel- Iv psnnonico. 4. Vin6obonL 1752. Weingarten l Johann Jacobs ) Fürsten Spiegel des Hochtodl. Erzhausrö von Oesterreich zwey Theil. 5 ol. 167 z. Summarischer Innhalt der Lapi- teln dieses ersten Theils. !. Capirel. Die gleiche Lage , und gleiche Grösse der alten Stadt Vindobona, und des heutigen Wiens wird erwiesen. Dir allda poftirte Römische Legion hatte gleich anderen Grenz - Völckern ihr geschlossenes Lager in einem devestigten Castell. H. Cap. Die Römisch - geschlossenen Soldaten Lager waren in der devestigten Stadt von derselben abgesbndert. Vom Ursprung und Herkommen des veränderten Stadt Namens Fabians. ;6 K (o) S Ul. Lap. Don Der ersten und zweyten Zer- stöhrung Der Stadt Fabians. Von des Plazes Beschaffenheit unter Denen österreichischen Marggrafen bis auf den ersten Herzog Heinrich mit Den Zunamen Iasomirgott. IV. Cap. Herzog Heinrich ist Urheber DeS heutigen Wiens. Lage und Umfang, Zustand und Beschaffenheit der Stadt unter Vielem Herzog; und anfängliches Aufkommen der Damaligen ausser Der Stadt: lezr aber in der Stadt gelegenen Vorstädten. V. Lap. Von weitern Aufnehmen der Stadt und Vorstädten unter denen Herzogen Leopoldo Vieruosti, undOonolo. Die Stadt samt der Vorstadt wird mit denen Alt - Römischen reparirten Ring- mauren umfangen. O ttocarus der König auS Böheim erbauet die abgebrenn- ten Stadt-Theile / und mcht die Ringmauren. VI. Cap. Zustand und Beschaffenheit der Stadt und der Vorstädten, wie sie sich im i;. Jahr hundert zu den Zeiten Oeries; Lilvü , ^nronü Lonstnii und l?erri KLN/SNI befunden. VII. Lap. Der von Herzog I.eoprrI6o Vir- ruolc» geschlossene Stadt-Theil, wird die zwey- B c ->) R 37 zweyte Stadt qeuennet. Aus diesem und der vorigen Henricianischen Residenz: wie auch aus denen inner den Mauren gelegenen Vorstädten, entstehet das heutige Wien. Ursprung der jezig und ehemaligen ausser den Mauren befindlichen Vorstädten , und derselben Zustand im 16. Jahr hundert, kurz vor erster türcki- scher Belagerung: Die ausser den Mau- ren gelegene Vorstädte werden das erstemal zerstöhret. VIII. Lap. Von denen,wegen -er Türcken Anzug in der Eile, vor-und inmrhalb denen Ringmaurcn angelegten Feftungs» Wercken. Nach aufgehobener Belagerung wrrd die Stadt mehrers befestiget. Überfluß aller Sachen, und wolfeile Zeit, noch erst-genrelter Belagerung. IX. Lap. Von ferner weitiger Befestigung der Stadt. Von der zwenten und dritten Zerstörung der Vorstädten , und derselben wieder Aufkommen. Vorläuffi» ge aber ganz kürzliche Beschreibung der heutigen Vorstädten Überhaupts. X. Lap. Von der schönen Lage der Stadt Wien , und der umliegenden Gegend. Von der Fruchtbarkeit des Erdreichs , und stäten Überfluß aller Sachen in der Stadt. C z xr. ?8 K (o) R XI. Lap. Wien mit ihren Vorstädten ist unter die grösten Städte zu zehlen. Von grossen Umkreis der Vorstädte und derselben Amen. XII. Lap. Von dem Umkreis der Stadt» und den Vestungs Vorwercken. Innerlich und äusserliche Beschaffenhett der Stadt, mit Benennung -er Pasteyen, Ravelinen, Stadt-Thören, Pläzen, Märckten, Strassen , Gässen, offentli, chen Gebäuden, Kirchen, Coüegien, Clöstern, HerrschftS.Häusern »geistlichen Höfen, und anderen. XIII. Lap. Einige Anmerckunaen über -er Stadt innerliche Beschaffenheit , und über das gewöhnlich-vorrheilbafte Bauwesen der bürgerlichen Häuser. XIV. Cap. Anzeig und Benennung -er unterschiedlichen Vorstädten, und Summarische Verzeichnis derselben geistlich und weltlich namhaften Gebäuden. XV. Lap. Absonderliche Beschreibung der Vorstädten, und zwar erstens Hie Nach, richt von der Leopold-Stadt. XVI. Cap. Von der Rossau, Carlstadt im Liechtenthal, Thury und Sperckbühel. XVII. Lap. Von der Wäringer-uud Alß- Herr-Gasseu. XIX. G c °) M XVIII. Cap. Von der JvfeAStadtund Al- ren-renbenfeld. XIX. Cap. Von St. Ulrich, Spttelberg, Neustift, Neubau, rc. XX. Lap. Von der kaimgruben, auf der Wien, Windmühle Maria-Hülff, im Schoss, St. Magdalena, Gundendorff. XXI. Cap. Von Hunds Thurn , Rämpers- torff, St. Margrethen , N,ckelstorff, Mazelftorff, auf der Widen. xxii. Lap. Vom Rennweeg, Ungar-Gassen , kandstraß. xxm. Cap. Von unter» Weißgärbern, Erdbeer, St. Marx. XXIV. Lap. Von Waring, Herrnals,Neu- kerchenfeld und St. Brigida. XXV. Lap. Anmerckung über die oben eingeschalten Grund - Russe der Stadt Wien und derselben Vorstädten. Der Kaiser!. Königliche Hof ist der Stadt Wien stetes Glück, und Erhaltung. C 4 G ( o ) G UeverenäMmi katri8 ?riori8 6ene- rslis, 0r6inis 5. ?sull primi LremikL. liker, cul litulus: Historische Beschreib ^ bunq , und kurz gefaste Nachricht bon der RömischKaiferl.Körig!. Nesidcnz ^radt Wien re. sk k^^rtiis pukrmsnn Uiusstem Or6inis Destnirore Oenerrli com- pvütus, Lc per ^uostenivres sü >6 6e1i§ns- ros prsevie revisur, skljue spprobsrus, rvpis msn6sri poKk, tisrum vi^ore, ^usnmm in Kobi5 eit, kaculrsrem impertimur; in cujus liäem kss oiücii nostri 8iA>!Io munitss , Lc propri» insnu luktcriprss 6e6imus in <^ on- venru nvürv Islenü, cüe ir. ^snurrii 1765. krrter 6ersräu8 'HiomaLiek. knor LeuersIir in^iAvur m. ppri«. Der Historischen eschreibung und kurz gefasten Nachricht von der R.K.UN- K.Residenj-Stadt ic n. und Ihren Vor - Städten Erster Theil. Von dem Ursprung und Aufkommen: von der Lage / innerlich , und aufferlichen Beschaffenheit dieser Haupt-Stadt, und derselben Vorstädten, überhaupt. HL ^ Das I. Lapitel. Die gleiche Lage , und gleiche Grösse der alten Grade Vindobona und des heurigen Wien« wird erroiefen« Die allda psfnrre Lömiscde Legion karre gleich andern Grenz« Vülrkern ihr geschlossene» Laaer in einem beseitigten Lastest. / 5 t am vor langen Zeiten schon da- Land Oesterreich, unter dem Kaiser Friderichl. mitdemBeynah- men Barbarossa, sich des TitelS rind Ehrenrufs eines Schildes des H. Römischen Reichs verdient gemacht bat, so verdienet ganz gewiß auch Wien, ves Landes Hauptstadt gleichen Vorzug der Ehre, die Vormauer, ja die Brustwehr deS deutschen Reichs genennet zu werden. Nicht nur einmal/ sondern auch das andere mahl/ bat sie es bev ereigneter Gelegenheit der Welt in derThat vor Augen geleget, daß siedlest Ehren - Namen mit vollem Recht an sich gebracht habe. Der türkische Halb-Mond zerstieß da seine Hörner: die ganze Ottomam- sibe Macht mnste da halt machen, und vermach- 44 Beschreibung der Stadt Wien mochte nicht weiter, wie sie es vorhatte, ins HerzeDeurschlandseinzudringen. Zum zwey- ten Mahl war dieselbe nach versuchten und übel abgelauffenen Berrennungen, mit Hohn und Spott dahin zuruck gewiesen, wo sie hergekommen. Das erste mal unter persöhnlicher Anführung Solymans des Groß Herrns selbst, der mit langer Nase ubzohe; und das andereMahl unterKara Mustapha,desGroß- Veziers,der sein Heil durch schändliche Flucht zu suchen gezwungen ward. Das fände er, seiner Verdienste wegen zu Belgrad in verdeckter Speise, an einem seidenen Strick. §.ll. Diese aller der Muselmännern zusamm gesetzten Macht trotz biettende Frvntier Ve- stung des H. Römischen Reichs , hatte bey ihren Ursprung , gleichwie die Stadt Rom nur ein kleinen Anfang, Raum , und Umkreis. Sie gelangte auch nicht so gleich zu jener Grösse, Starcke und Herrlichkeit, als sie mit ihren Vorstädten zu diesen unfern Tatzen von sich blicken lasset. Den Danck ihres Aufkommens hat sie nachzusprechen, Heinrichen , mit dem Zunamen Iasomiraorc, dem lezterr Marggrafen , und ersten Herzogen von Oesterreich, des H. Marggrafetts Leopold! Sohn, welcher zu derselben förmlichen Erbauung die erste Hand angeleget. Die- Das!. Lapicel. 45 Diesem geben wir die Ehre, die ihm rechtens gebühret, und die ihm keiner mit einigem Schein-Grund mag streitig machen. Diesen prelßwürdigsten Fürsten nennen wir den Stifter , und Urheber der Kaiserlichen Residenz- Stadt Wien. Denn er ists, welcher das alte in gänzliches Abnehmen verfallene Vindobona, oderFabiana, aus denen wüsten Ruinen herfür zu ziehen angefangen. Dieser un- ter Schutt und Steinhauffen : unter Hecken , Distel und Dorn-Gestrauch begrabenen alten Stadt, bothe er sein fürstliche Hand dar, er half ihr auf, und rohe sie aus der Finstere herfür, daß sie gleich einem Phönix aufs neu zu leben anfieng. Daherv als Erneuerer Der alten Stadt: und als Urheber des jezigen Wiens in die Betrachtung kommet. §. m. Daß auf dem nemlichen Plaz, wo hochgedachter Herzog das gegenwärtige Wien erhoben, zu der Römer Zetten die Stadt Vindobona, hernach auch Fabiana genannt, die Lage gehabt, machen ungezweifelren Glauben Eugiprus in der Lebens - Beschreibung des H. Severini, das Antoninisch Reise- Buch beym Wesseling, und die vom hochgelehrten Herrn Franz Christoph von Scheib im Jahr 175z. allernettest heraus gegebenen 46 Beschreibung der Stadt Wien Peutingerischen Tabellen , die er nach den in der Kaiser!. König!. Hof-Bibliorheck verwahrten uralten Römischen Land-Tafeln deS ganzen Reichs , samt einer weitläuftiaen, ' mrr vieler Gelehrbeit unlermengten Abhand, lung , zum Nuzen der gelehrten Welt ans riecht grstellet, weitershin aber eine Erklärung aller in besagten Tabellen enthaltenen Ortschaften eben bekannt zu machen in Be- grif stehet. Solches vermelden wir aus schuldiger Erkanntlichkeit, weil wir unverdienter Weise aus freygebigen Händen des Herrn Herausgebers ein Eremplar dieses ansehnlichen , und von allen Mängeln der vorigen heraus gaben gereinigten Wercks , empfangen haben. Nach Belehrung also dieser Tabellen, des gemelten Reife-Buchs, und Eu- gipik, muste Vindobona air der jeniqen Stelle gelegen seyn, wo sich jezt Wien findet, in dem durch ausgezeichnete Schritte dieEnrle. genheiten der Orten Larnumum , Cetium, und Boivdurum, jezo Instadt zu Passau, auf die rage des alten und jezigen Wiens, richtig etntreffen. §. IV. Uber dieß geben sehr viel Alt-Römische Denckmale, die man in Wien zum Vorschein gebracht, den richtigen Beweis von gleicher Lage. Nichts zu melden von dem in Berg- G Das I. Lapitel. 47 i Berghof aufm Hohen-Marckt 17??. ent- I deckten unter indischen, mit aus rundenZie- >, gemeinen aufgemauerten Säulen gezierten '' Gebäu , welche Ziegel mit dem Marck der xm. Legion bezeichnet zu sehen; dergleichen j auch um die Zeit unfern davon, Hey Erbau- 1 ung des Neustädterischen Cistercienser-Hvfs I gefunden worden, so ist zu erwehnen, was Aberman O) in der deutschen Wiener- Chronick heybringet, nemlich daß im Monat Augufti des i 6 r 6 . Jahrs , die Herren von Wien die Rinnen, oder Mörung , von den Fleischbäncken an , über den ganzen hohen ß Marckt hinauf graben , und von neuen ma- - chen lassen , allda dann sehr viel uralte Zie- § gelstein, und Münz mit mancherley Uber- l schrrften gefunden worden. Unzählbare andere in Wien ausgegrabene Stein und Ziegel mit Römischen Inschriften , die Lazius in seinem Haus, auch sonst hier und dort in der j Stadt seiner Zeit verhanden gewesen zu senn, l schreibet, und die beym Gruter s l>) sieissig verzeichnet, zu lesen stehen, geben gleichmäs- sigen Unterricht von der Lage des alten Vin- z dobonä, auf dem nemlichen Plaz des heutigen Wiens. Haselbach , wie unten folget, beobachtete seiner Zeit am obgedachten Berg- ^ Hof, sa) I.tb. 4 . prx. si. viä. I-sr. Nsr. Vlen. «5- äc Oommsor. os K.ep. K.om. vsüuo. ( d) I»' tcripr. xsx. VX 1 V. Lr iilidt. §8 Beschreibung der Stadt Wien ^ Hof, einige Anzeigen , die er nicht unrecht für ein Römische Architektur gehalten. Die Aurtores , so lne gleiche kage mit uns behaupten, haben wir anderswo.(«) angefüh- rer. §. v. Aber nickt nur von dergleichen Lage, sondern auch von der gleichen Peripherie und umkreis des Alt-und Neuen Wiens haben wir gemeldet, (6) nemlich den lenigen Raum, den daß jezi ge Wien innerhalb denen Fortifications-Wercken einnihmet, habe auch Vindobona , oder Fabiana zu der Römer- Zeiten eingenvhmen. Wir fanden keinenAn- stand, und trugen daher kein Bedrucken solches ohne schriftlicher Zeugnis also auszugeben. Hierzu schunen uns den hinlänglichen Beweis zu machen, die noch dato vor Augen stehende Merreste von alten Thürmen, und Thor-Gebäuden, in der Stadt Aussen- wercken, nemlich des Arsenal-und Iuden- Thurms, des Schottischen Stadt-Thors; maleichen desCarner-Thurmsund alten Stu- ben-Thors, welche beyde leztern aber schon vorlänaft abgetragen worden,und nichts davon als die Gedächtnis derselben in Büchern, und (c) Ali -und Neurs Orstrrreich k>»e. isr. (ö) Das I. Lapr'tel. 4- walten Prospekten der Stadt derselben Entwurf verhanden ist. Sowohl in diesen nicht wehr gegenwärtigen , als in denen übrigen noch anwesenden Gebäuden,denen auch beyzu- zehlen ein unterster Theil des an. 175;. abgetragenen Burg Thurms , so auf der kleinen Pastey droben , und in Holz-Magazin zu sehen ist,verspührenwir ein von MittlernZeittn weit unterschiedene, und viel ältere Bau Art, die wir wegen der, nach gestalt der Diemant bouffirten Quader-Stücken für augenscheinliche Modelle der ersten,und allerältesten Zta- ltenisch - Römischen Bau Ordnung, Toscana oder Rustica genannt: und somit für den sichersten Beweis von einerlev Grösse und Umfang des Alt-und Neuen Wiens, gehalten haben. §. VI. Es will aber einigen nicht bewiesen scheinen, daß die noch stehende Thöre und Thür- me von Römern her seynd , weil man noch viele Gebäude stehet, die diesen ähnlich , derer Ursprung doch in jünaere Zeiten zu sezen ist. Es ist wahr, man siebet etwas dergleichen am Enckevoirtischen Haus aufm Kohl- marckt, auch anderswo , so gewißlich von neuern Zeiten hcrrühret; doch zwischen solchen als etwas neuen, und zwlsci en den Schotten-Thor und anderen, als wahren An- D ti- 5 v Beschreibung der Grade Wien 1 tiquitären, ist der Unterschied zu groß, akS daß man nicht mercken und erkennen solle, daß diese vor reuen um iooo. und mehr hundert Jahr gar leicht älter seyn mögen. Daß die öden besagten Thürme, und des Schotten - Thors unterer Theil gewiß ein Alt Rö- ^ misch Bauwesen, und keines dinges von Oe- I stecreichlschen Marggraffen , oder Herzogen > den Ursprung her haben , giebt der Augen- ^ schein an dem noch stehenden Rothen Thurn u.d Thvr; auch an denen vier Sradt-Thö- ren , und Thürmen der Wienerischen Neu- r ftadt : ingleichen an denen Thürmen der Z Rtngmsuren zu Haynburg , die sammtlich > Leopvldus Gloriosus erbauet hatte. Gar I nichts aus diesen Herzoglichen Gebäuden hat g ein Gleichnis mit mehr gedachten Römisch- A Wienerischen Denckmalen, weder mit denen I Haynburgischen zwey Stadt-Thören , die von Grund auf die ganz gleiche alte Nustica darstellen, oben aut aber von gemeiner Mauer die Herzogliche Reparation auf sich tragen, und daher von der Rinamauer-Thürmen, so > keopvldus neu aufaeführer, soviel unterschie- n den iennd, als vjel sie mir dem Wienerischen ^ Schotten Thor, und anderen Übereins kvm- I men. » §. vn. bin solches machte uns glaublich Gual. > thrrius RtvmS, in seinen Teutschen Com- I men- s Das I. Lapitel. zr mentartis über den Vitruviuni, te) wo er bey Crwehnung des Alt-Römischen runden Thurm Baues überhaupt: absonderlich aber von denen solcher Gestalt zu Meyland gebauten Tbürmen meldend, dieses schreibet: Wie dann zu Meyland solche ronde Thürn gesehen werden, an welchen noch zum Überfluß , damic sich das Geschoß drauf mehr abstosse , und ihm die Gcärcke benohmen werde , solche Welb-Srein in die vorder Seit , nach der Manier der Diamanr- Gpizen und anderer dergleichen Bostrrung gehauen. Wir würden unrecht thun, wann wir den Werthen Lesen in Zweifel liessen , und die Sache nicht mehrers erklärten, und besser bestärckten. §. VIII. Auch anderswo , bevorab in Italien komt dergleichen Bau , Art mit aus Quader-Steinen formirten Diamant-Spizen in alten Bauwercken vor Augen, dir ein unge- zweifelti Anzeiq geben, von der bey den alten Römern üblichen Architektur. Der für- trefliche Meister guter Künsten, und versuchte .Kenner der Alterthümer, Herr Joachim von Sandrart auf Stockau, der sieben Jahr zu Florenz, Rom, Neapel, und in andern D 2 Ok- (e) läd. r. L §. 5 r Beschreibung der Stadt Wien Orten Italiens sich in Iden Altenhümern wohl um gesehen , und was er ausgezeichnet in Druck heraus gäbe, machet in feinerTeut- schen Academieder Bau-Bi.'d-und Mahle- rey Künste, (5) in Beschreibung der funser- ley Bau-Arten, die kuttica, Vvnes, )vm- es» Ooriurkis und (lompvlira genennt werden , von der Kustics der Bäurischen , folgende zu unfern Vorhaben, dienliche Erläu« ternng. §. IX. ,, Die Arbeit, so Kuttics oder die Däu- „ rische benannt wird, ist die allerschlechte- » ste, und gröbste, wie ihr Name bezeuget: „ Massen sie auch -er Anfang , Grund und » Fundament aller folaenden ist. Sie wird « nach Weise, und Art vieler im Florenti- „ Nischen Gebiet befindlichen herrlichen Ge- », bäueu, mit Brunnen und Wasserkünsten, » aufgeführet, welche auf solche Säulen ge- ,»siezet sind. Es sind auch dieser Art viel „ schöne Bögen alda zu sehen, deren sich un- »» sere Vorfahren auf ihren Schlössern bedie- « net : gleichwie auch in Camxanien , an „ gewissen Orten, als zu l'ivoli und kureo. ,»1», die Begräbnissen mit dergleichen Säu- ,,len ( k) I. Theils I. Buchs s. c»x. pux. i z.item H HauptchcUs e. 9. x. ro. Das l. Lapirel. 5z »»len auSgeziehretsind. Auf solche Art baue- „ ten die Alten ihre Stadt-Thöre, Fenster, ^ Brucken, Wassergänge, Castelle, Thurne, „ Schazkammern , Zeug-und Gelangen- „ Hauser, mit Sternen, und auf Demant- ,» Art bersezet. Zn diesen Gebäuen, wie ge- „ mein und niederträchtig sie auch qeführet „ werden, erscheinet gleichwol eine sonderba- „ re Meisterschaft: weil die Stein-Stücke „ unzertrennlich, und fast sauber zusammen ,» gefügt werden, als ob sich die Natur selbst „ in einen Stein verwandelt hätte; und ist „ also unmöglich, daß sie durch einiges Un, „ gewrtter, oder durch langwirige Zeit mo- „ gen zertrümmert werden. Diese hat ihren „ Ursprung, wie gesagt, aus Toscana , der „ edlen Landschaft in Italien , von der sie noch den Namen führet^ Soviel Herr von Sandrart. §. X. Auch andere berühmte Baumeister, und rechtschaffen erfahrne Männer in der Civil- Bau-Kunst, Jacob Barozzi Vignola (§> Michael Angelo Bonarota (K) Vitruvius D z Sca- fe) keeol. 6sU. c'mque Orcj. 6' Xrcditet. Lid. ». 'kab. XXXHII. fd) diov. L ule. «lells prrt. ci' ^rcditet. XXXXIH. 54 Beschreibung der Stadt Wien Scamozzio (i) und Sebastian Serly (K) bandeln von -er Sacke, und geben Unterricht , wie man die alt-und neue lokan» zu erkennen, und absonderlich die alte, wegen allergenauest, und meistens ohne Kalck, oder anderer Mixtur versezten Quaderstücken , von der neuen zu unterscheyden habe. Melcher Massen diese Bau-Art, von ihrem Ursprung an, von Zeit zu Zeit verbessert worden , und in der Zierde zugenohmen, stellet belobter Serly in 5. Modellen also akaebil- det vor, wie wir sie im beyliegenden Küpf- ferl klein Entworffen borstellen. Diesen se- zet er folgende Erklärung bey, als Num. i. ,» Anfänglichen hat man das Grob-Thusca- „ nisch Merck auf folgende Manier gemacht „ von grossen Stücken , grob und rauch ge- „ bossiert, aber seine Bindungen, werden ,» mit sonderlichen Fleiß gemacht, klum. „ 2. z. Darnach haben sie ihm etwas mehr „ Lieblichkeit zugegeben, und in Quader ge- „ theilet: bald darnach die Quadermitdem ,, Creuz geziehret. Andre Architekten haben „ sie iw volgenden Zeiten nach gearbeiteten „ Diamant-Taffeln richten wollen , wie in „ der Figur zu sehen, dlum. 4. Von einer „ Zeit zur andern ist etwas Verenderung in diesem Merck fürgenommen worden , und „hat si) Beschreibung der z. Säulen-Ordnung lad. XI. L XII. (k) Don der Architektur I«ib. 4. c. 2 .kol.XV.P. 1. «/» ^>»'Lt»r^, s«»»r ^//ri7N«/n^ttt»»'e»io«t>' ^4. «^7/^»2sn^ »Äe»r^rt/^ ^ Das I. Lapitel. 55 „ hat man die Quaderstein in Platte Dia- mant-Taffeln verkehret, und etwas mehr „ erhebet, denn vorige, aus nachfolgende „ Weis. 5. Andre kunstreiche Archikeclen », haben noch subtilere Abtheilungen ge- „ braucht, wie in folgender Figur gezeigt „ wird, und ist nicht desto minder dißWerck Lhuschcanrsch verblieben, und Thuscana » mit Llamant-Spizen genennt worden 5- xi. Was von der zu Tivoli von Herrn Sandrart. gesehenen gleichmassigen Bau- Ordnung Überhaupts gemeldet worden, von dem können wir einen absonderlichen Bericht geben. Im Jahr 1741. nach iu Rom über- standcncr Kranckheit, ward ich (weil IWur, oder Tivoli auf einem Hügel am frischen Wasser-Strom , und grossen Wasserfall des Teverone ,18. Italienische Meilen von Rom gelegen) der gesunden kuft halber dahin ge- schickel , wo ich die angenehme Herbst-Zeit über 4. Wochen lang zubrachte, und zu er- gözlichen Zert-Bertteib, sowohl in der nicht wert abgelegenen verheerten Vrlla Hadnani, als in Tivoli selbst die sehenswürdigsten Ruders von der Römer-Herrlichkeit, die sie auch daselbst überflüssigst ge zeiget, samt andern Seltenheiten; absonderlich einen uralten Gözen-Tempel, lezt aber, und von langen D 4 Iah- 56 Beschreibung der Stadt Wien Jahren her, ein zu Ehren des H. Mart. Georg« eingeweiheteKirchen abzeichnetezwel- ches Gebäude viel älter scheinet, als die nahe dabey stehenden Rudera, des ehemals schönen runden Tempels der Tibnrttmschen Sibylla, oder Göttin Albunea. §. XII. Zu erst-gedachter Herbst-Zeit befand sich auch zu Tivoli ill doHe§io 80c. sLllr, Ge- muths-Erquickung halber, der Mgen heraus gegebenen berühmten Wercken Vereris t «ä gar wohl bekannte und hochgelehrte Herr ?. Iotepklls koccus Vulpiu; der Gesellschaft AEsu, Minister im Päpstlich-Griechischen Collegio St. Athanasii zu Rom, Lxsmma- ror LplLopvrum, uud Mitglied der von s. Datter LensäiSo XIV. auf dem Capitolio neu errichteten Akademie der Römischen Historie, der damals , ansser mehr gedachter Herbst-Zeit, sich nebst seinen Amts Verrichtungen , mit Abfassung der zwey lezten Tbet- len lorni X. besagten Werckes äs liburri- bur, teu 1'iburtinis, in Rom beschäftigte. Wegen vorhin vertrauten Umgang, und in Ansehen, der von mir zu deistlben vorhergehenden Ismo äsR.ebu 5 ^ulculsms, inKuvf- fer gestochenen Tabellen, und anderen, ergäbe sich zu Tivoli die erwünschte Gelegenheit, bey öfterer Besichtigung der häuffigen Alter- Das I. Lapitel. 57 thüniem in vertraulicher Unterrredung von -erstlben ehemals gehabten Beschaffenheit, als wovon er ein in denen Antiquitäten aus- bündig-erfahrner Mann, die zuverläßlichste Auskunft zu geben wüste, Nachricht einzu- -iehen. Aus denen von mir daselbst zu Papier gebrachten Zeichungen, lieffe er mehrer radirte Tabellen besagten zwey lezten Thei- len etnschalten, insonderheit, obzedachten Tempel St. Georgii, aldieweilen , wie er selbst bekennt (I) der P. Kircher und andere die Abbildung desselben heraus zu geben unterlassen haben. Sothanes in Quarto von mir gezeichnetes, und in gedachten Wercke (m) beyliegendes Tiburtinisches Tempel-Gebäude , legen wir in kleine» Format, samt seiner Lateinischen von Osriss. ?. ^uÄore beygesezten Unterschrift, für Augen, mit der Anzeige der alten Tbuscana mir Diamant« Spizen , dergleichen in denen Römisch-Wienerischen Überbleibseln vor dem Gesicht stehen. XIII. Auf des so gestalteten Tempels rauch und groben Unter-Gebäu, ruhen die recht Bäurischen Säulen, dergleichen belobter D 5 Herr 58 Beschreibung der Stadt Wien Herr von Sandrart beschrieben. Die nunmehr dort und da schadhafte Fabrick, sicher ohne den neuen Zusazen des Thurms und anderen, einem Stück, oderzuiammaewach- senen Felsen gleich; dann die grvßmächtigen Quadersteine seynd dermassen genau versezet, daß man die Fugen fast nicht mercket. Ein Reyhe der Quadratur-Arbeit laustet glat und eben durch, in der andern Reyhe, haben dieSteineihreKröpffeoderErhöhungen,wie der Entwurf zeiget; woran die hiesigen Stadt- Gebau, soin allem ausgcspizten Diamant- Taffeln bestehen , unterschieden. Übrigens kommet alles hiesige, wovon geredet worden , gänzlich mit dem zweyten von Serly vorgestelten arten Model, und mit dem oft erwchnterr Tiburtmischen GOtres Haus über, eins. Diese wie jener, stellen ein wahres Römisches Alterthum vor ; die Sterne seynd hier eben so nett und genau versezet, daß sie wie jenes einer Masta , oder einem Stein- Klumpen gleich sehen ; welche Nettigkeit am rochen Thurn, und andern Herzoglichen Gebäuden auf keine Weis zu verspühren ist. Somit , da unser Modell k,Num. 7. mit des Serly ältesten Modell blum. 2. Übereins kommt , und eines wie das andere nemlich das Schotten-Thor, der Arsenal-Iudemund Burgthurm; und der Tempel zu Tivoli der alten Toscana,oder Rustica ganz ähnlich, und ein glaubwürdige Erweisung des Alterthums ma- ^L- au/ ^zs^s ün- -^o»rs^. ^cr^ vrs «v Hl»»M»W >LL.ic^zc2! '^L^: MZM- " Das I. Caprkel. sy machen; das Carner-Thor aber, und daß Stuben-Thvr, wie unren folqet, gemacht haben, bestärckm wir mit dresen, unser ehemalige Meinung , nemUch daß das hiesige von Römern herkvmme, und Vindobona, oder Fabiana denrenigenUmkreis m sich begriffen hake , den Wien tue heutge Haupt-Stadt in sich fasset. So zwar halten nur dafür. Doch unser Meinung stellen wir dem Erachten, und Gurheissen -er yerrcn Architekten, und dem bauverstandigen Lesern herm, so die Sache , vb dieß oder jenes Bauwesen, von alt- oder mittleren Zeiten herrühre, vollkömmlich , zu unterscheyden wissen , urrd uns vielleicht mcht ungem Bcyfall geben werden. §. XIV. Die Quader-Stücke, nach welchen wir unser Modell wum. 7. entworffen, reden denen in Wien gegenwärtigen selbst , daß die Überbleibsel der Thürmen für unlaugbare Alt-Romische Monumenten zu halten seyen: denen Abwesenden aber legen wir zu gehör- samlichen Diensten die Kupffer-Abdrücke vor, von den dreyen oben gemelten Thürmen, samt ihrem neu daraufformirten Wohnungs- Mbauen. Im ersten Tbeil urrsers Alt-und Neuen Wiens C l haben wir die zwey Stadt- O 14«. 6o Beschreibung der Stadt Wien Stadt-Thöre zu tzaynburg in Kupffer dargelegt , an deren untersten Theilen die gleichförmige Rustica, oder Toscana: oben auf aber die Herzogllch-LevpoldinischeReparaton Vor Augen kommet. Sothane Reparation ist gewiß, als die sich an runden Thurm mit dem zugespizten gothischen Thor-Bogen, von des andern 4. eckten Römischen Thurms- Thor regulären halb Circu!: ingieichen des Römischen Wederizer-Thors zu Presprung , wie Tag und Nacht, unterscheydet. Die Aufsäze aufdemArsenal-Thurm, und Schotten-Thor , woraus dem ersten der Wienerische Zahn-Arzt Stranizky, der so genannte Hanßwurst : und aus dem andem ein bürgerlicher Feder-Schmucker mit allergnädigsten LonlensIhr.Kais.MaiestCarl VI. Wohnzimmer zurichten lassen, seynd glcichfals, wie zn Haynburg , von Leopolds Glorioso herkommende Reparationes, wie solches an der Sette des Schotten-Thors die auf der Toscana stehende, und wegen abgefallenen Anwurf berfür sehende blosseZiegel-Mauer bezeuget , und hiemit an Tag kommet , daß beyde Thürme von Anno 488. das ist von der Zeit, als die Christlichen Römer von hier aus nach Italien gezogen, und die Stadt samt dem Land den barbarischen, meist heyd- nischen Bölckern zum Raub überlassen , biß aufM Zeit deS iroo. Jahrs , da mehr be- ^ Das I. Lapirel. 6r fagter Herzog Leopold, Wien mit der grossen Mauer umfangen , und mehr Machte und noch mehr andere Römische Thurme re- pariret, mittler Zeit von 720. Jahren, i von oben herunter so weit verfallen, als die 1 neue Reparation der in die Wohnzimmer I verwandelten Thürmen aus traget. DerJu- 1) den Thurn scheinet auch höher, als er jezund ^ ist, gewesen zu seyn; ob aber m der höhe, ' wegen ermanglenden Kröpffen, oder Die- mandSpizen der Quadern, ein Reparation, sey,vder dieKröpffe hinweg geschlagm worden, kan man wegen starcker Ubertünchung nicht H wohlausnehmen.. §. XV. , Sonst laßen sich verschiedene Bettachtungen über diese alten Thürmen-Gebäude machen, die der Mühe lohnen , angemerckt zu werden. Der Arsenal Md Schotten- Tburm seynd am Grund von einerley grölst; jedwedrre aus denen 4. Seiten enthalt 42. Wiener Schuh, oder 7. Klafter, mithin die ganze Peripherie der 4. Seiten 168. Schuh, oder 28. Klafter, accurat, (welches denck- würdig ist) nach der Maß des Carnuntini- schen Siegs-Bogen zu Petronell , der ingleichen einer Serks, so noch stehet, 7. Klafter breit, und, weil das übrige vergangen, in seinem ganzen Umfang »8. Klafter m sich 62 Beschreibung der Scadt Wien begriffen, wovon wir in folgender allgemeinen Geschichte von Oesterreich ein mehreres zu sagen haben. Der Arsenal -Thurm ward sicherlich von mehr berührten Herzog Leopold auf zwey Seiten Lurchgebrochen , und ein Stadt-Thvr daraus gemacht, nach der Zeit aber gegen der Stadt hinein wiederum vermauert/ und ein Werckstatt für dem Grob-- Schmid des Arsenals zugerichtet. Man glaubt es hreffe solches das Werder Thor,vor dem ehe das Neu - Th(r aufkommem Nach Znnhalt der am vermauerten Salz-Tbor im Salz-Magazin auf den: Salzgrieß inwendig anqeschr iebenen Jahr-Zahl jst dieses Salz-Thor in dem Jahr rassirt und zuge- mauert worden ; da alsdann auch mehr ge- meltes Werder-Thor im Arsenal ebenfall- auf der Stadt - Seiten vermauert, und für zwey vermauerte Thwe, das dritte zwischen Heyden liegende, so genannte Neu-Thor, muß gebauet und cröiner worden seyn. (f ) §. XVl. Der Juden-Thurm ist um den halben Theil kleiner als die zwey anderen. Die Quadratur-Arbeit der Toscana stehet in diesen z. Thürmen , und in der nambaften Wand« Seiten des abgetragene» Burg-Thurms in Holz- Vill. w. k. Steterercol. »6-, Das I. Capicel. 6z Holz-Magazin , einer verändern so gleich, als ein Ey dem anderen gleich siehet. Die Ouadcrftemer von unterschiedlicher grosse seynd regelmässig gchauet, bossiret, und aufs genaueste zusammen gefüget. In Der höhe haben sie in dieser Reihe iZ. Schuh: meiner andern r. Schub 4. Zoll: in der breite seynd sie auch ungleich, einige von 2;: andere von z§. Schuh, andere noch breiter, andere viel ! schmaler und fast vier eckig gleich , welche ^ durch die lange der Zeit dermassen Schaden gelitten, daß man aus denen bey einen hak den Schuh doch fürragenden Kröpffen, oder Diemant-Spizen , fast keinen einzigen ganzen siehet, und dabero das hohe Alterthum dieser Römischen Denckmalen aus solchen und der gar grosse Unterschied der neuern Toscana , die unversehret in Wien vor Augen kommt, abzunehmen ist. §. XVII. Uber dieß seynd auch diese Thurme nach den Römisch-Militärischen Bau-Regeln einen Pfeil-Schuß weit von ein ander, »reinlich der Indem Thurm vom Schotten-Thor 200. Schritt: der Arfeack-Thurm vonIuden- Thurm etwas weiters angeteget. Inrei-vsl!» smem rurrium , sagt BitruVMs, (*) lr. (*) Lid. r. cl« ^rekiteÄ. c. ». 64 Beschreibung der Stadt Wien kscienä», ur ne lonZius 6t slis sb slis ssßit- rg- emillivne ; ur 1i ous oppußnerur , rum ä rurrikus, <^UL erunr oexrrs ÜL imittrs, icor- pionibus relicjuü^ue re^ünun millivnikur Kotter rejicianrur. „Der Raum zwischen den „ Thürmen soll aber also ins Wercke gerichtet „ werden ,daß einervom andern nichtweiter, „ alseinen Pfeil Schuß abUege,damitwann „ sich rinS türm ereignet,sowohl von den rech- > „ ter, als lincker Seils gelegenen Thürmrn > „ mit Pfeil-Schüssen die Feinde mögen ab- „ getrieben werden. Sv springen auch die hiesigen oft gemelten Thürme vor die Stadt- Mauer hinaus, abermal nach der Römischen Regular-Bau Kunst: l'urres iunr proiicien- äse in exrenorem psrtem , Uti cum «6 mu- rum koüir in pem velir üvpropinrjusre , ä rurribur ckexrrs sc knittrs Isrerikw , sperrir relir vulnererur. (**) Die THÜiMe sollen „ in die äußern Theile hinaus gesezet wer- „ den, damit man dem sich der Mauer na- „ henden Feilch recht und lincker Seils von „ den Thürmen mit Pfeilen könne beykem- men. Alle aussen Wercke des alten Wiens, nemlick die reparieren Ring-Mauren un- Thürme, wie aus de« Hirschfogelischen Plan erhellet, waren regelmässig mit Umschweif- fen, und nicht 4 . eckig angeleget: Oollocsn- 6a oppias iünr non quacirurL , saget mehr- (*') lä. Virruv. cir.csp. Das I. Lapitel. 6s MtilVirruvius, (nec procurrentibu; anAu- lis l'eff circu'ltionibus, uti kostis ex pluribus lo- cis conljricistui-. „ Die Städte seynd nicht „ 4 . eckig, oder mit vorspringenden Winckeln, „ sondern mit Umschweiffen anzulegen , da- „ mit der Feind von mehrer Orten möge ge- „ sehen werden. Es muffen die hiesigen Thürnie , nach Belehrung derselben Überreste , wegen ihrer Grösse, Höhe, Stärcke, und wunderseltsamen ToscaNischen Bau-Art,, dermaleins ein allerprachtigffes, denen Feinden aber ein erschrückliches An - und Aussehen gemacht, und gehabt haben , zufolge des Wortes Ursprung: Imnes, tjuoff »lpeÄu ror- VL lim , koc eff terribiles (-H) dieweil sie gräßlich, da? ist , erschröcklich anzusehen seynd. Nichts zu melden von denen abgetragenen Thürmcn am Stuben<2bor, Car- ner-Thvr, und in der Kaiser!. Königl. Burg, die nach erff-gemelten Plan des Hirsfogels, und nach den Prospekten der Stadt Wien beym Ortelius, Bertius, und Braun einander ganz gleich sehen , und auf gleiche Weis von den Römern erbauet, und von Leopold dem Ruhmwürdtaen reparirt worden , und so fort von einerlei) Umkreis des Alt-und Neuen Wiens die sicherste Rachricht geben. E XVUI. ('") Ibicl. cit. c. Z. (f) Vici. ämbr. 0»!»- pin. voce 66 Beschreibung der Sradc Wien §. XVIII. Wegen gleicher Peripherie -er alt-unneuen Stadt, ist mit uns -er Meinung der Hungarisch - und Böheimische Herr Hof- Rath Johann Christoph von Jordan, wo er dieß geschrieben : Oe kujus Orbis snriyuirsrs komsns mulrurn rekerre non srriner, utpo- re s pluribus sliis sbunäe jsm prMirum, ieä io monuiile iuKcier, 6ru,n principalem vereris VinäobonL eunäem fuine , sc bo- äiernum, Lc manimenmm koinsnum ei ele- variori ri^rL Osnubii incubsile , >^u« nunc Ovirare ipts incluäicur. (n) „ Von der „ Stadt Römischen Alterthum ist unnöthig „ vieles zu melden, in dem solches von mehr „ anderen schon überflüssig geschehen ; nur „ dieß allein wird genug seyn , anerinnert „ zu haben , daß die Haupt Lage des alten „ Vindobona einerley mit der heutigen, », und die Römische Vestung auf dem höher» „ Donau - Ufer gelegen seye , so nunmehr» „ durch die Stadt selbst eingeschloffen wird. Dieß hält für gewiß der Herr P. Calles, (o) nikil äubium, sagt er, ksvisnsm ex vereris VinclobonL rucleribu; iiirrexi'ffe: Vienn-c cer- re, non slibi c^ua:ren6um , Lc 6rus loci sä Osnubium , Lc cenrum sc smplius psstuum mil- (ll) ^sorclsn 6s Ori§in. LIsv. ksri. z. LeÄ, ,Z. ps§. S7- (v) ^vosl. Leelek. loni. I. lid. S.xaz- Das I. Lapitel. 67. nstllium inter Nojo6urum , Lc ksvisnsm in- rervsllum, sb ^u^ipiv observatum , Lc cer- m czuccstsm anri^uirsris monumencs sperre oÜenUunr.' „Es ist kein Zweifel, daßFavia- „ na aus den Steinhaussen des alten Bin- „ dr-bc.ua entstanden : daß es gewißlich zu ,» Wren , Ulid nirgend anderswo zu suchen ser-, zeigen klärlich sowohl die Lage an der Donau, als die von Cugipius beobachte- „ re Weite, von mehr als hundert tausend .. Schritten zwischen Boiodurum, und Fa- ». Maria; und sichere Denck Zeichen des Al- tcrrk.nms. Ist zu muthmassen erlaubet, so möchte Lxiin. P. Calles keine klarlichercn Anzeigen , oder Denckmale von der Lage und rinerley Grösse der alten Stadt vermeinet haben , als die gedachten Römischen Überreste der Toskanischen Bau Ordnung , an den hiesigen Thürmen und Stadt-Tbören, wovon wir, vor der heraus Gabe seiner Wer- cken, im alt-neuen Wien gehandelt haben. §. XIX. Alldieweil aber obenbelobter Herr Hofrath fern Merck mehr Jahr auch erst nach unfern Wercklein ans Liecht gestehet, bracht uns derselbe mit der Meldung von einer Römischen Nest, mg auf dem höher» Donau- Ufer gelegen, auf die ^edancken, von denen dahier gelegenen und bevestigten Ostn, § 2 lts» I 68 Beschreibung der Stadt Wien ÜLtivis, oder prLll6ianis, in welchen die Römische Miliz, zur Vcrtheidigung der hiesigen Reichs-Grenzen ihr Stand - oder Stillkager angewiesen batte. Davon haben wir in erft.gedachter Wienerischen Beschreibung nichts errechnet, auch nichts davon in Kupf- fer fürgeftellet. Es wir- aber nichts überflüssiges sevn , von der Sache alda wertere Meldung zu machen , um hierdurch auf ein vollkommenere Auskunft vom Ursprung de- heutigen Wiens zu gelangen. Daß sich dergleichen Castra alhier vorgefunden , die den Plaz auf dem höheren Donau-Ufer in dem Umfang, von Dempflinger Hof nack Maria- Stiegen , tieffen Graben, Haydenschuß, Nagler-Hassen , Graben, Brandstatt, biß nach gemelten Hof, eingenohmen , in welchem Bezirck das heutige Wien ein Stadt zu werden angefangen, ist nicht ohne Grund, und wir machen die hinlängliche Erweisung^ §. XX. Der siegreiche Kaiser Octavius Augu- stus wird für den ersten gehalten, der die immermehr erweitertenReichs-Grenzen,sorgfäl- tigstmitRömischer Miliz, zurSicherheit der Provinzen besezen liesse. ^ p) Sonderheitlich wurden die Grenzflüsse der Rhein und die Do- UeroLim. I.U). c.n. »o;. Das I. Lapitel. 69 Donau, als die gewöhnlichen Reichs-Grenzen gegen den grossen Deutschland, jederzeit gut bejezt gehalten, und ganze Kriegs-Heere fanden sich an solchen gelagert, wie es abzunehmen aus dem was Herodianus (g) schreibet : ksma jsm per psnnonios III) ricosczue mcrekuerar, peryue exercirus omnes, gui 'pro ripis Osnutrü , ktieniczue excubsnces, coercen6is bsrbsris ^omsnumruencurImperium. „ Das Geschrey nahm bey den Pan- » noniern und Illyriern je mehr und mehr „ zu, auch bey allen Kriegs-Heeren , die an Donau - und Rhein-Ufern, zuBezaumunq ,»der Barbarn Wacht haltende, das Rö- „ misch Reich bertbeidigen. Ein jedweder Ort, aüch in befestigten Städten, wo derley Grenz - Trouppen die beständigen Postirun- gen hatteir, ward geschlossen, und durch Mauren und Thürme in Städten,von Städten abgesondert. Das waren dann die Ca- stra stativa, und Präsidiaria, die man auch Castellen , oder Vestungen; auch Burgss Burgen , und die Einwohner Burgarios, Burger nennte. Kui-Asrü L lrursis 6iÄ>, guis crebra per Iimire8 liLbiracula consti- rurs bui-Aos vocsnr (r) „ Die Burger „ werden nach den Burgen benamset, weil „ man die oftmaligen an denen Grenzen ,, erbaute Quartiere , Burgen nennet. E z Wo- ' 7 ? 1 aV. Vsxet. 6s R.s mUit. I,lb. 4. c. > 0. 97. (t) la LommSlltsr. s6 lib. 2. c. n. Vs- xsr. xsx. 145. Das I. Lapitel. 7r Städten, als ausser denselben, mit Mauren und Thürmen befestigte Burgen , allwo die Grenzer-Soldaten vor der Feinden gäben Überfall gesichert lagen , und die nicht weit, sondern dichte an einander gebauet waren, ^st pi-Lterea inrer commosts keip. urüi; li- rnirum cues, smbienrium ubi^ue latus impe- rii , Quorum turelL slllstua meliu; dsltellL prostricienr : ira ur milieniz inrerjeÄL pslli- ou8, ststrili innro, Lc strmillimir curribu; eri- Aanrui-, -'ur provincisrum^uier,circum6srL lzuoilgm Pi-Llistn LinAuIo, inI^sL re^uielcsr. (u) „So ist auch nebst dem unter den be- „ sten des gemeinen Wesens nüzlich dieSor- „ ge über die Grenzen , die alle Seiten des Reichs umgeben, zu derer Vorsorge die ,, zahlreichen Castellen am besten dienen : so ,, daß je nach 1020 Schritten solche aus ve- ,, >'en Mauren , und starckesten Thürmen „ sollen erbauet werden. Damit der mit „ einem Besazungs-Umkreis verwahrte Lan- des Frieden der Provinzen , unverstöhret » ruhen möge. Sohin alle Römische Grenz- Soldaten allenthalben nrcht anderst als in geschienen, mit Mauren und Thürmen verwahrten Castellen ihre Quartire hatten. l-l- mittlnei Lurem illl milrres, in clauturis, bur- sis, custocliensti; Iimiribu8 prLÜstelignt. x) In welchen geschlossenen Grenz -Vestungen E 4 und (u) 6s R.sd. RslI. sp. cit. Stsvsck.xsx. (x) 16. Ltevecd. ps^. »j» 72 Beschreibung der Stadtwien und Burgen, sie die Grenzen vertheidig- ten. §. xxn. Als die Römer unter ihren Feld-Herrn den grossem Drusus , des Kaisers Augusti Stief Sohn , und des Tiber» Bruder mit ihren siegreichen Waffen über den Rhein m Tcutschland ein: und biß an die Weier und ! Eibe vortrangen , und biß dahin ihr Aeich erweitert zu haben, sich beykommen »essen, befühle Drusus sogleich an diesen Fluffen-Po- stirungen auszustellen , und zur Sicherheit ^ der Provinzen am Rhein-Strom allein über 50. Castellen anzulegen. (^) Man kan nicht zweifeln , daß ein solches auf höchste Verordnung des Kaisers Auguftr geschehen; und dass ein gleiches auch nach desselben Willen durch den Tiberius , der Pannonien ein- geliokmen , hier an der Donau bewürcket worden, bleibt eben kein Zweiffel übrig, in dem er sich nach Zeugnis der Inschriften, und des Paterculi , persönlich alhier und zu Cari-unto befunden , wo er sich zu den Mareomannischen Krieg rüstete, und nach her noch einmal von seinem Herrn Stief - Vatter mit dem hohen Ehren.Titel eines Cenlors, 1 undPannvnischen Proconsulß, daher geschickt ^ worden. Unter dessen Verrichtungen sicherlich ^ ( 5 ) Flor. kor. Köm. I.ib. 4. c. ,a, 26. Das I. Lapicel. 7z !ich der erste und fürnehmste Puuct in dem bestanden, am hiesigen Donau-Ufern Castellen anzulegen, und solche Grenz - Vestun gen mit genügsamer Mannschaft zu besezen, und hiemit dem Reich und den hiesigen Provinzen , wider den Einbruch desMarobvds, vor dessen Macht, und Waffen sich um die Zeit die Römer zu fürchten anfiengen , die behörtge Vorsehung zu machen. O) §. xxm. Wir wollen nicht behaupten, daß Menus , oder andere Auguftalische Befehls-Haber alle tausend Schritt nacheinander, Castellen ra angeleger haben, wie es ctwan aus dem oben angeführte» Auctor jemand schlies- sen möchte; dessen Worte, von so hauffigen Castellen , nur als ein wohlmeinendes Projekt anzusehen; allein daß so viel Vestungen hier, und durchaus am diesseitigen Donau- Ufer , als am Rhein angelegt, und mit Troup- pen besezt worden, geben unlaugbare Zeugnis, das Antorrinisch Reise-Buch, die Peu- tingerischen Tabellen, und die Reichs-Notiz beym kabbeus. Wir sagen nur von wenigen, die in dieser Gegend Ober-Pannoniens, und m Norico an -er Donau bekannt gewesen. E 7 Un- (r) 6ontsr. VeU. katsrc. Hitt. I.W. ». c. >09. Luston. in Uber. e. ,1. L LcdallLur. Lxsmpl. Vst. kom. I^lonuinsnt. Z. ! > 74 Beschreibung-er Stadt Wien !: Unterhalb -er Stadt Vindobona Villa essai, ! Eberstorf. Ala r7ova Mannswerth. Eglu- l! noctium, Fiscl amend. Carnuntum, zrvi^ schen Petronell und Teutsch Altenburg, rularis, Kerlburg: Adflerum, Hurrgartsch- Altenburg, und so fort durch ganz Unter- Pannonien , und Moesien. Oberhalb Vindobona in Norico: Licr'um, oder Leriuin, das Dorf Gallen, oder Clofter - Neuburg. Astura Greifenstein, oder St.Andra, oder Hvnigstätten. Lecia, Ceiselmauer. Coma- ' genis, Langen-Leber, pirum Tortum, Pi- xendorf, oder Tul'n. Trigisamum Traß- , maucr und noch viel andere; die gleich anfangs nach den Übergang dieser Provinzen an die Römer , und nach den von denen Legionen selbst erbauten Castellen , und Fron- tier-Vestungen, durchaus mit dem besten Kern der Miliz besezet worden. §. XXIV. Es verstellen aber diese Besazunqen, key immer mehr und mehr geschwächter Macht der Römer in grosses Abnehmen, also -aß in s ten Jahr hundert zur Regierungs- Zeit des K. Theodosii Junioris , unter welchen die Reichs-Notiz geschrieben worden, nicht mehr, wie vorhin alle Castellen besezet waren. Ausser denen , mit vielleicht auch nicht mehr completen Legionen besezten Das I. Lapitel. 75 drey grossem Castellen, zu Carnunto, Vindobona, oder Fabians, und iMch, vderCnS, I harren damals aus genickten Orten nur allein ihre Besitzungen » Fiero ein Sguadron Dalmatinischer Reuterey , u:.d beförderte Reuter ; Grralara Bogen - Schüzen zu Pferd. Larmmro, die Xl V. doppelte Legion. Equinoettv eben Dalmatinische Reuter. Ala Nova , auch dergleichen- Zu Vindobona oder Fabians erstlich unterm Augusto zu verschiedenen malen dre XM. doppelte Legion; hernach die X. doppelte Legion , die biß auf gedachtes Jahr hundert, und die Zeiten des H. Severmi, biß auf einen einzigen Tribu- nus, Namens Mamertinus, und wenig noch übrigen Soldaten zusammen geschmolzen« Zu Aftura lag ein Dbrrster von einem Kriegs- Haussen. Lomagenio beförderte Reuterey. Arelape Dalmatinische Reuterey, und ein Schis-Zezigmeister der Pechlarischen, und MaginenstschenSchifs-Flotte rc. Zu Lorch oder Ens die änderte Legion und derselben Dbrister, samt einem Oberbefehlshaber, der Lorchischen Schifs-Flotte. §. XXV. Eugipius im Leben des H Severint bringet von denen inNorico am Donau-gstatt gelegenen Städten und Castellen folgendes hky i Dum ssttiuc dloricr Kipenlir oppi^s su- pe- ' 76 Beschreibung der Gta dt wie» periora constarenr, Lc pene nullum csstellum orrbsrorum virrret incurius, ram celeberrima 5. 8everini sta^rabst opinio, urcerrsrimeum L<ä te cstiells linAula pro iüis monitionibu; invirsrenc. (s) 8lls die ober» Nvriktschen Städte sich noch in Stand befanden , und fast kein Castell der Barbar» Anfalle verhüllen kvute , trüge man ein so inbrünstige Meinung gegen den H. Mann, daß ihn ein jedes Castell, seiner Vermahnungen halber in die B ette zu sich einlude. Wiederum sagt kr i b) ur pene omnes per uriiveris oppicls, vel castella psuperes iptius inclustria psice- > renrur. Daß durch desselben Bemühung ,, schier alle Arme in allen Städten , oder n Castellen seynd ernähret worden. Bald hernach meldet er von ehemaligen Flor und von dem darauf erfolgten gänzlichen Abnehmer, derPostirungen. Denn weil die Kaiser, wegen stäken Kriegen mit fremden Völckern den Sold nicht bezahlen konnten , gieng ein jeder Soldat hin wo er wolte, und alle Orte samt dem ganzen Land ward denen Feinden -um Raub hinterlassen, per i6cm rempr» yuo komsnum conüsbsr Imperium , mulro- rum milires oppiclorum pro custodia limiris public» stipenoi» iublevabantur. 6iuacon- suecuöine aestneme , ümül milicares rurm- iünr (a) Ll^io. in vit. 8. Sevsr. c. ». ap. per. Pom. I. cot. 7 z. (b) 16. ibici. c. iS. Das I. Lapitel. 77 tuur öelerse. (c) Sobald die Bezahlung amhörele, nahmen die Genzer-Soldaten gute Nacht von denen Castellen , und von der Grenz-Wacht, die sie brßher versehen hatten. §. XXVI. Nun auf unser Vorhaben zu kommen, wird es zwetfelsfrey kein Fragen brauchen, ob mehr belobter Herr von Jordan mit Grund der Warheit ein Römische Vestung auf dem Hähern Donau»Ufer in Vindobona statuiret habe ? wir haben es zulänglich erwiesen , und machen aus dem allgemeinen Römischen Gebrauch die gültige Folge auf das absonderliche Vindobvnensische Castell, oder Soldaten Lager, nemlich, gleichwie ansonst die Römer aller Orts ihrer Grenzen, zur Sicherheit ihrer Grenz-Völckcr, Castellen aufgebauet, dieselben mit Mauren und Thür, men befestiget, und auch , wo es die Gelegenheit gäbe, oder die Noch erforderte, in Vesten Städten errichteten , oder ausserhalb an dieselben anschlossen; und hremit ihr Miliz von Städten, und der Beywohnung anderer Einwohner absönderten: allhier aber nach Unterschied der Kriegs-und Friedens- Zeiten, regt ganze Legionen, iezt nur ein, oder mehrere Kriegs-Haussen b>ß ms <>te Secu- lum,in Stand-Quartier lagen; so fließet von sich (c) Idiö.c. sr. 78 Beschreibung der Stadt Wien sich selbsten hieraus, daß diese Aren;-Miliz gleicher Massen da, wie andere anderswo, ein geschlossenes, und von derStadt abgesondertes Lager in der Vestung gehabt habe. Das li Lapirel. Die Römischen befestigten Soldaten* Läger waren in der befestigten Grade Vindobona von derselben abgesondert. Vom Ursprung und Herkommen des veränderten Stadt Namens Fabian«. § i anderen widrige Meinung, die unseren oben beygebrachten BewelS entgeaen zu stehen scheinet, ist nicht hinreichend demselben die Kraft und Nachdruck zu benehmen. Sie wollen nichts wissen Von einem in der bevestigten Stadt Vindobona , und von derselben abgesonderten Römischen Lager. Den angedeuten Umfang von Dempflinger-und Gaminger-Hof nach Maria Stiegen, tieffen Graben, Heyoen- schuß, Nagler-Gassen, Peiler-Thor , Graben , Brandstat, Haarmarckt biß nack geniesten Höfen, welche Peripherie wir im Alt- unh Das II. Lapicel. 79 und Neuen Wien dieser neu-auskommen-en Stadt eingeraumet, soll ihrem Vorgeben nach der Bezirck der alten Scadr Vindobona, oder Fabiana , nicht aber der Römischen Soldaten-Lager gewesen sevn. Allenfahls drese absonderliche, ganz neu und nie gehörte Meinung Bevfall finden solte, müste sie einige Beylagen glaubwürdiger Urkunden mit sich führen, indeme niemand den blossen Me- gatis ohne Probatrs, Glauben giebet; allein mit nrchts wenigern als mit einer Prob ist ermeltes Vorgeben begleitet, und daher/ wenigstens bey uns, keinen Beyfall findet. . §. H. Herr P. Calles (s) handelt z»var von diesem Umkreis, jedoch mit einem Zusaz, da er denselben etwas weiters hinaus ziehet und vergrösserr. Er nennet aber solchen nicht des alten , sondern des neuen Wiens erste Gestalt und Grösse, sodann mit unserer im bedeuteten alt-neuen Wien gesagten Meinung, ohne der beygesezten Vergrößerung, ganz wohl übereins stimmet. Dort haben wir daß von der Stadt unterschiedene Lager der Römischen Desazungs-Legion nicht beobachtet ; seit dem seynd wir von Herrn von Jordan darum belehret morden. Auf dem an-. Zegebmen Bezirck konnte die ganze Stadt Vin- (» ) änusl. ^uür. ksrt. I. Lid. 9. p. Z40. 8 o Beschreibung der Scadt Wien Vindobona oder Fabians keines wegs gestanden seyn; sothanes Spatium von 2000. Schritten seines Umfangs ausser den Mauren, hat die Garnison von vieler Manschaft, die Magistraten, und die Bürgerlichen Einwohner , samt vielen Pöfel in sich mcht fassen mögen. Die Stadt, als ein Mnmcipium ward für die Burgers Leute: das Castell für die Besazung gewiedmet, in welchem nebst des gemeinen Manns Quartieren, der Legionen ober Befehls Haber, die Pröfecren, Hri- buni, Centurionen, öfters auch die Augufta- lifchen Legaten,undPannontschen Landpfteger, die Assyrischen Prafecti Pratorio , ja die 1 Kaiser selbst, als in einer Burg residiret; ^ auch der K. Marcus Aurelius sein rühm- E würdiges Leben beschlossen , und ausser allen tl Zweifel auch die Rumänischen Könige Hof gehalten haben. Nach Erheischung der Sache unterscheyden wir das Soldaten-Lager von der Stadt, und machen wiederum aus der alten Römer üblichen Militär-- Gewon- hert ein kurze Sinzeigung , daß unanqesehen der bevestigten Stadt, dannoch die Caftra, oder das Castell einen absonderlichen bevestigten Stadt Therl habe ausgemacht. §. m. Die von denen Römern streng beobachtete Kriegs-Disciplin brachte es mit sich, daß ' Das H. Lapicel. 8r ein Soldat nicht nur beherzt, sondern auch tugendhaft sey: Lugend und Herzhaftlgkert müssen denselben mit gleichen Schritten herein begleiten. Lasar (k>) sagte, erfordere von einem Soldaten nicht rvenigers Zucht und Massigkeit, als tugendhafte Großmuth und Herzhaftigkeit. Auch andere Kaiser und berühmte geld - Herren waren der Meinung. Es hiesse, der jenige, welchem das Kriegs- Glück anverrrauet wird, muß sich, wann es in seiner Macht stehet, in der Art, und in guten Sitten herfür zu thun wissen. None- Üss enim issoneum milirem reckssir. ( c) „ ,, dann Zucht und Ehrbarkeit machet den ,, Soldaten tüchtig. Der Kaiser AuguftuS gab etwas nach ; er sähe durch die Finger, als seiner Zeit nurdrey Kriegs-Haussen zu seiner keib-Wacht, und zur Bedeckung der Stadt, in hin und wieder zersträuelenQuartieren in Nom lagen , wovon Tranquillus: (ck) l^ecjue tsmen unyiiam plures c^usm eres cvkorres in urtrs esse passüs est, line csiins. „ Er liesse es geschehen , nie „ mehr als drey Haussen Kriegs Volck, „ und zwar ohne kager in der Stadt;« seyn; womit der Auctor zu verstehen giebet, daß solcktes etwas neues und ungewöhnliches, und die Besazung sonst in Rom ihre angewiese- F ncn (d) Vs Lsll. 6aN. Lid. 7. m. psx. ,SS. ' (e.) 6s Ke nullt. Lid. 1. c. 7. (6) In OÄ^v. -kuxM. c. 4A- ! l ! 82 Beschreibung der Sr-drWien ; nen Lager gehabt habe; wie sie dann eiviuS ^ . je) ausdrücklich nennet : ?rLti6is in ^rce , > IN Lapirolio z in muris circa urbem P0NUN- ^ rur. „ Die Besazungen werden ins Schloß auf dem Capirolio, und auf die Mauren, um die Stadt verleget. Von der also zerstraueten , aber unter dem Kaiser TrberiuS immer mehr verstarckten ! Garnison , mussten sich mißgebilligre Aus- schwerffungen geäussert haben. Elius Seja- ! nus der Prässectus Prätorio, General über 1 die Stadt Miliz, machte dem Kaiser , bey dem er alles gälte, die Vorstellung: stilper- I sä; per urbem voborrez uns in castra con6u- ! cen6o; — latcivire milieem tlicluälum: 6 c^uiä tübirum iriArusr, m^sore suxilic» parirer sub- veniri, Lc ieveriu; aLiuros , ti vsllum staru- »rur procul urbi; inlecebris. (5) Nemlich es wäre wohl gethan, sofern die hin und wieder in der Stadt vertheilte Soldaten- Hauffen, in eirr formirtes Lager zusamm ge- zogni würden , daß die in der Stadt zerstreuet-liegende Mannschaft nur Mutwillens gewöhne; und daß , wann ein urplöz- licker Aufstand sich ereignete, sie also vertheilet, nicht sobald zusammen, und zu Hülffe zu brin- (e) vscacl. z. 1.1b. 6. (f) ^rclr. XuQiü. Lid- 4 . 1 bb uut. Das H. Capitel. 8; bringen, und in bessern Zaum zu halten wären. Sie würden viel grössere Dienst zu thun vermögen, und sich v-el ernsthafter auffuhren , wann em von der Stadl Anreizungen abgesondertes Lager für sie bestimmet würde. Oer Bortrag ward vom Tiberius gut geheissen. Die neuen Eastra wurden ge- bauet, und von denen Soldaten bezohen, und wie Donatus schreibet, (§) iölo muro Lc rul-nibus munirionum (Üssteenlium L reli- «us ui-be Lsssra leLernebsncur. Die BeVt- ik-. - , 1 '! 88 Beschreibung der Stadt Wien HUSM cksrirss liberorum. sr)„ Die Rö- „ mischen Ettern schäzte» die Läger-Zucht „ höher, als die Liebe ihrer Kindern. Aus des Eltus Sejans - Projekt , entstand einer aus denen ersten Kriegs-Artikeln : klissres procul nsbenäi s crvirrris il- lecebris: ureomoäo, Lc corpoeibus ec»rum robur scceäsr, öc snimis. ( 5) „ Die Kriegs- „ Leute sollen Mit von der Städten Anrei- „ zungen entfernet gehalten werden, um auf „ solche Weis, an Stärcke des Leibs, und Tapferkeit des Gemüths zuzunehmen. So rietheauch Tacitus: (r) luvenem //eem) urbsno Iura lsiciviencem melius in cLüris krben. Für einen jungen, und wegen städtischen Ludern muthwilligen Solda- l ren, ist es besser im Lager liegen; die Ursache siebt der H. Zfidorus, su) sprechend: (s- nrs iünr, ubi miles stererit; äicts aurem cs- ürs, cjuati cssts, eo lzuoä ibi csstrsrerur li- biclo , nsm nunc^usm iir inrererst mulier. Die Läger feynd,wo der Soldat stehet; darum gleichsam also genennet, we«l in denselben böse Begierden Hinterhalten werden, dann niemals wird in denselben ein Weib an - getroffen. Die Soldaten waren ledigen Standes, und durften keine Weiber nehmen, und (r) I. 6. I" 19. sp. gukt. I-ipk kolit. I.ib. 5. c. (s) Vexet. ae U.s Llilir. I-id. r. c. z. psx. 5. (r) t-w. ,. XmiK. diummos milirikur Isi-Aims ett, sagt Herodianus, t x) vom erst gemeltcn Kaiser, 6m ul slia permulr» in6ulüc, «ZUL nunczuam snres sceeperanc, Le <1oml Kaders mulierem permiür, . Lolin, ^n- Uc;uit.Lom. l.ib.r. c.1». p. rozc». icl. Lolin, «t. cap. xsr tot. yo Beschreibung der Stadt Wien runge» , und auf derselben in Städten und ausser den Städten,allenthalben von derBcy- Wohnung anderer Leuten, abgesonderten und befestigten Lägern. Die nächsten Städte Carnuntum, Vindobona und kaunacum, Ens, woausser denen in kleinern Castellen verlegten Besitzungen , die grösten Haussen ganzer Legionen die Stand. Quartier angewiesen hatten , werden zum Zeichen ihres Vorzugs, gleich andern der fürnehmften Städten in den Peutingerischen Tabellen mit zwey Thürmen angemercket, und von allen anderen, da an der Donau liegenden O rtschaften,und Castellen unterschieden. Lorch war ein Muni- cipium und Augustalische Colonie, ) und ' die zweyte Italienische Legion stunde alda gelagert , O) deroLager in -erältesten Mar- tergeschicht des H. Floriani, (s) ausdrücklich Ls/??»-» , oder besser 1.»«- 7 und nachher »o^r/e , das berühmte Lager zu Lorch ge- nennet-wird , und sofort von der Stadt abgesondert, und unterschieden gewesen. Carnuntum ward in ein dreyfachen haltbaren Orte unterschieden. Der erste Theil, so die Stadt Haynburg mit ihrem Berg-Schloß ausmacher , wird nicht unrecht als ein Römisch Municipium für das alte Carnuntum ge. ( ^ ) V1(j. Lsmbse. Niki. Vin6. L»!d. ü. c. 8. p« SZ8. (2) Igot. Imp. (s) -^p. k«. ioLoUsÄLll- lom. r. col. zS. L 4,. Das H. Lapikel. -r gehalten. Das weiters davon abgelegene Teutsch-Altenburg samt dem Wtldbad, war der andere Theilvon Carnunto, wo ein Rö, mische Colonie eingeführet sich befände. Weiters gegen Petronell das neue Carnuntum, oder die Caftra der XIV. daselbst gelagerten Legion , aüwo auf der Anhöhe die Spuren von aufgeworffenen Gräben und Wallen samt Mauer-Stücken zu sehen , und solcher Plaz zu Tage noch die Burg , und das Burg-Feld benamset wird. Gleichwie nun zu Lorch und zu Carnunto die Lager der Legionen ,von denen Colomen, und Municipien unterschieden, und abgesondert sich befunden, also waren auch die Caftra zu Vindobona in dem befestigten Municipio dieser Stadt abgesondert , und somit das befestigte Castell der X. und Xlll. Legion, zu folge -er Kriegs- Regeln einen absonderlichen Stadt-Mil ausmachte. Soll dem Fürgeben nach derjenige 2000 Schritt in seinem Umfang fassende Plaz, vom Peiler-Thor, bis wieder dahin nicht nach unser und des Herrn von Jordans-Meinung, , die Vestung, oder das befe- » stigte Soldaten-Lager ; sondern die Stadt j Vindobona, oder Fabians in sich begriffen s haben,ist die Streit-Frag zu entscheiden übrig, ' wo dann ausser dieser nen-erdachten kleinen l Stadt Peripherie die Caftra gelegen , dann so gewiß als die erft-gedachten zwo Legionen wechselweiszu Vindobona gelegen; so gewiß ist 92 Beschreibung der Stadt Wien ist auch dafür zu hatten, daß sie »hr eigne-, und zwar ein von der Stadt abgesondert-, und befestigtes Lager alda avgewieftn gehabt haben. §. X. Der nichtige Streit ist bald entschieden. Ausser der mehr besagten Peripherie, dre wir ungezweifelt und sicherlich für die Lage der Castrorum ausgeben, ist nichts anders als die mit grossen Ring. Mauren und Thürme« geschloffene und wohl-befestigte Grenz-Sradt Vindobona, zu sehen gewesen. Der Unterschied zwischen dieser und dem Lager ergrebet sich auch ganz klärlich aus der Stadt neuen Namen Fabians, oder Faviana: den sie an- stak Vindobona von den also genannten Ca- stris Fabianis, und von der in denenselben lange Zeit gelagerten Fabianischen Legion , und Fabianischen Kriegs-Haussen geschvpffet bat. Auf die Weise, wie dermalen die auf den Beinen stehenden Kaiser!. König!, und anderer Monarchen Legionen, und Regimenter, nach und nach von ihren unterschiedlichen sie commandirenden Generalen, verschiedene Nämen an sich bringen, so geschähe ein ganz gleiches bey denen Römern. Die Xilk. doppelte Legion, die am erst unter dem Kaiser Augustus undTiberiuS da, und in mehr andern Plazen Ober-Pannoniens zu stehen kam, führe- Das ll. Capitel. yz führete des erst gemelttn Aberius, und »ach solchen des Carus Cäsars, des CamilluS Scnbonianus, des Junius Bläsus, Mutra- nus und dergleichen: hernach die X. doppelte Legion des mehr gemelten Junius Bläsus, des Lucius Annius Fabianus und anderer ihrer commandirenden Ober Befehls - Hadern , Landpstegern und Legaten Nämen, wessen Fabianus Namen dann erstlich der besagten Legion , nachmals denen Cohorti- bus, oder einzeln Kriegs-Haussen derselben, ja dem ganzen Lager, und der Stadt selbst -ugewochsen ist ; als welches aus der Namens-Veränderung Vindobona in Fabians selbst abzunehmen , in dem solche nicht von ungefehr, oder ohne habender Ursache, sondern wegen den so genannten Fadiauischeu Lager sich muste ereignet haben. §. XI. Die Namens-Benennung desFabiani- scheu Lagers der Stadt Fabiana selbst, führen wir her vom erst angezohenen L. Ani.w Fabians , der im Jahr Christi 20 r. unrer dem Kaiser Septimms Severus mit dem Marcus Nonius Mucianus Bürgermeister in Rom gewesen. (t>) Nach diesen ward er einer ausdenen Drey-Herren, und unter be- sag- (d) Viä. Icjrd. in käst. Lanüil. iw. so». « w 6rit. Ssron. soä. -»nc>. 94 Beschreibung der Stadt Wien tagten Kaiser Severus , und dessen Prinzen und Reichs Nachfolgern Antoninus Caracas la, Mllltar-SchLMeisttr,Augustaittchec Legat über die X. Fretensische, und über die Xlll. doppelte Antoniniiche Legionen, die in Danen, iezo Siebenbürgen gelegen, allwo er auch zugleich Stadlhaller gewesen. Man besehe das alte Säulen« Stück mit der Römischen Inschrift an der Treppen der Kais. König!. B-bliotheck , wo dessen Namen als Bürgermeister verzeichnet, auch die Inschriften (c) wo dessen Ehren-Aemter zu lesen stehen. Ausser Zweifel stunde dreier FabianuS auch zu gleicher Zeit, oder abwechslend der StadtbaHerschaft in Pannonien vor, angesehen sowohl die hiesige in Vindobona gelagerte X. doppelte Legion, als die XIH. doppelte Legion , die der Kaiser Trajanrrß von hier nach Dacien, verleget, die gleichen Zu» namen die Fabianische Legionen, nach diesen Legaten und Landpfieger erhalten, und gesühnt haben. Also geben es von der zebenden Legion die in Wien und der Gegend zum Vorschein gebrachten Inschriften , L.L6 X. 6. Leaio X. Gemma Fabians , die redend doppelte Fabianisch Legion. (6) Und von der drevzehenden , die von Herrn Beck von LevpoldftorfOesterreichlschenCanz- lern, (c) äp. I.L2. 8sr Vien. I/ib. r. c. 4. (6) äp. euncj. Lonuuem. R.six. 8.0m. Llb. r». x. zSr. L AS>» Das II. Lapirel. 95 Inn , mit vielen andern aus Siebenbürgen nach seinen Landgut Ebreichstorf verschaften Alterthümern und Römischen Inschriften XlH. 6 . k/rk. r-egio xm. Fabians, die dreyzehend - doppelte Fabiantsch Le, gion,(e) welche Laztus semeu Wercken eingetragen. §. XII. Nicht nur die gedachten zwo ganzen Legionen , sondern auch ein einzelner Vindo- dvnensischer Kriegs-Haussen fuhrete gleichen Namen, nach Inhalt der bekannten m Grein gebauenen Inschrift, -re man An. 1544 bey Aufwerffllng eines Bollwercks am Schotten- ^bor, zu Wien gefunden. Diese ist hin und wieder, bey Abermann aber Lateinisch und Teutsch mit kleinen Unterschied also zu lesen: 7«/ e?»/ <7oiKo^/r.s vo/»m/o/vrc „ Zu Ehren der Gölter- Glückseligkeit, dem GOtr des Martiani. ,, hat Casus Martianus ein Rottmeifter zu Vmdvbvna, Wartager, Baumeister, ei- -» ner aus den obersten Zwey Herren , und Obrister -es Fabianischrn Kriegs-Oauf- „ fen, seinem Gelübde gern, willig und bil- !-ch (») Ibiä. IUd. z. p ZS7. L n.sr. Vien. p. ,z> / - 96 Beschreibung der Stadt wie» ; «lick genug gethan. Zu Beftärckmig diestS gar merckwurdigeu Römischen Denckmals, glebt /Vo/r/r'a lZ-'/r/ «« noch zwo andere zu Lanzendorf und Petronell gefundene Inschriften, des nemliche» Jnrrhalts: L0tt0L8 VlXVO- L 0 dl. Xi VN. „ Der Fabianische Kriegs- 4 » Haussen des Bindobonensischen Munictpli. 'i- Da ist anzumercken, daß zur Zeit, als die ^ Stadt unter den alten Namen Vindobona i i noch in Flor stunde, die x. allda gelagerte ' Legion ; wie auch der angedeute Kriegs- Haussen , schon die gleichen Zunamen Fabians geführet, mithin das Lager solchen auch führen müssen, weil man nach der Zeit beym Verfall des Reichs, und abkommenden Nam Vindobona , an dessen Stak das Mu- nicipium selbst Fabians genennet hat; welche Benennung sicherlich nicht anderswo her, als von -er Legion, von der Cohorte, und von denen Castris hat auf die Stadt kommen mögen. Deßweaen , da die Eastra schon damals die Fabianische»» Läger ge- ncnnt worden, als die Stadt noch Vindobona geheissen, folget, daß dieielben einen be- svndern Theil von der Stadt eingenohmeu Ganz gleichförmige der Stadt abgeänderten NamenS-Herleitiln- machen mit uns und Das II. Lapitel. 97 und Lazio ( 5 ) Herr Fugger (k) BertiuS, ( K) und Aariss. Patres Reiffenstuel (i) und Jnsprugger. (lc) Herr Marcus Besser (I) stimmet auch ziemlich bey, sprechend: Laste» ksbiana ä cokoece foerLtl» ksdis, sur ksbisnr , qusm stativa ibi tiabuists anri^u» inlcriprio inäicio , castrorum inäe nomine obioleicenre, cjuoä sstolebsr, katrisnse, sue kavisnorum veeim, ioium msntir. „ Dit „ FabianischenEastra seynd vielleicht von ei- ». nem sogenannten Fabischen, oder Fabia- „ Nischen Kriegs Bolcks-Haussen , so nach „ Anzeig einer alten Inschrift ihr Lagerda- „ selbst gehabt, also benamset worden; und nachdem, wie es zu geschehen pfleget, der ,, Caftrvnnn Namen abkommen, ist der Na- men Fabians, oder glaublicher der Fabia- ner, der Stadt allein anhängig ver»l eben „. Will jemanden dieses unqereimet scheinen, öderes in Zweifel ziehen, dembenihmetHerr P. MarcuS Hansiz (m) -en Zweifel durch beygebrachtes Exempel der Stadt Rhetobo- na, jezt Ratisbona, so auch Regina Caftra hicsse , woraus das Teutsche A?ort Regen- spurg entstanden. 6^ui6 lZirur ablonum, se- G zet (k) «.er. Vien. I.ib. I. c. 4. fx) Ebren-Spie» SU Ocsterrcichs Qib. 2. c. r. pLx. iza. (K) Lom- Ment. Her. Oerm. I^id. z. 70z. (i) Vien. Glorios. I'ic. ,. s k) In ^lspp. Oso^rspk. >uii. ^ §- 2. psx. 20. (I) in Scrnol. rä erp. z. Vie» L. Severin, p. 6S7, (w ) lom. t. Lsnn. e- »4.x. 7». 98 Beschreibung der Stadt Wien zet er bey , esnstem <6ci , esn- clem 6»//»-» ? ex csstris emm exri- rille nova locorum vocchuls , exempls iunc non ror czuin plura. 5ic 6^uinrsna', 6c ?^u- AuitsnL, 6c Lsravs, 6c LomsZeng s üsrio- nlbns milirum sppeüsrs sunr. Was ist demnach ungereimtes, daß man Vindobona auch Zabicmische Castra nenne ? dann daß aus denen Lagern neue Namen entstanden, bar man mehr alszu viel Erempel hiervon. Allo ludren Quintana (verstehe Castra, je^ Kmtzen, sagt Cluverius) (n) also die Auq- spurqischen , also die Passauischen , also die Comagenischen zu Lanqenlebern , also (seze bey) die Lorchischen Castra , ihre Namens- Benennungen von den Posttrungen der Sol» baten her. ' §. XIV. Es suchen einige zu behaupten , der viel gedachte Stadt Namen Fabian« sey verfälscht, und nur eigentlich Faviana dafür zu lesen, angesehen Cugipius im Lebendes H. Severini das Wörtlein also geschrieben. So solle auch dieie Namens-Benennung die Stadt warscheinlich von den Nügischen Kö- Dia Feletbeo, der annebens auchFeva, oder Fava tnesse, erhalten haben, und wmrt alles was wir mit ^azio , Belser und Hansiz von die« (n ) Oe Vm6e6 L dtoric. c. 4 > x>. I). Das II. Lapicel. 99 dieses Namens Herleitung fürgebracht, ohne Grund, und für einBlend-Werck zu achten wäre. Der lezten Einwendung Warscvein- lichkett steiffet sich auf das Ansehen des gelehrten Herrn P. Calles , (o) wo er diese- schreibet: (.onseAurs est, ä ksvs, Kuborulir cu^us 66ei commenäaram ä klomsoi» eam urbem conüsr, Arvrasam eile gppellL- eam. „ Es ist die Muthmaffung , daß be- „ kanmer Massen die Stadt, von dem Rügi- „ schen König Fava, dessen Treu sie von den „ Römern anbefohlen worden, den Namen ,, Zariana erhalten habe. Das leztere anlangend , so wird dieses Königs Neben - Namen nicht allein Feva, oder Fava , sondern bemn Cassiodvrus ( p) beym Aventinus, (y) und inl beben des H. Severini t r) auch Febanus, und Favianus gelesen. Daher glaublicher ist , daß derselbe, dem die Römer , als ihren Bundgenoffenen, die Stadt zinsbar überlassen, vielmehr von der Stadt, als die Sradt von demselben besagten Zunamen qeschöpffet habe. Gar recht konnte er, als Nester von der Stadt Fabian« , den Namm Fabianer trogen, weil man alle sowohl Römisch , als Barbarische Einwohner eben recht also nennen konnte. Allein Herr G 2 Paso) ^nnsl. ^Mr. karr. I. I-ib. 9, p. 5Z8. (p) In Lonlul, (0 ) ^p. Vell. io Lckol. sä c. 8.viL. L. üiever. (r) in LoUeÄLi. IQ«. I. k- 7S- 100 Beschreibung der Stadt Wien Pater Calles lasset seine Muthmassung leicht ausser Acht; er ist viel mehr Patron von unserer Meinunq , die er zu widerlegen nicht gedencket. ?oik Xttilani vero (sagt er) peo- cellsm remporis, ( ) cleiiiste pe- niru5 viäerur , sur in vocsbuluni rnursrum. dlovi krujus nominis orisinem a /-lr^ra-rck 5/a,ro«e cleri vsn- iism pleeicjne cenlenr : Quorum senrenrism re5el!ere non eil animus. (s) „ Nach den „ Ungewitter der AttilanifchenZeit, scheinet „ Vindobona gänzlich abgekvmmen , oder „ der Namen in Faviana verändert worden „ zu seyn. Viele halten dafür, daß dieses neuen Namcns Ursprung herzuleiten sey „ von der postier,nF des Fabianischen „ Rriegs-Hauffen und Lager , derer Mei- „ nuug zu widerlegen man nicht des Willens iit ,, - §. XV. Ob aber, wie es lauten will, nur Fabians recht, und Fabians corrupt geschrieben zu lesen, kan uns das Ansehen der Schrift- Steller den Handel nicht entscheyden. In den Herausgaben der gedruckten Bücher und reben des H. Severini , leset man frenltch wol Faviana, ob aber der Auctor Eugi- pius nur also, und nicht Fabians geschrieben, hat (;) Olles loc. cit. Das II. Lapitel. roi hat niemand noch entschieden. Nicht nur in gedruckten Büchern leset man Faviana , sondern in alt geschriebenen Urkunden auch Fabian«. Also hat LaziuS ( r 1 in einem 200. Jahr alten,aufPergamentgeschriebenenExem- plar des Severinischen Lebens Fabian« : und hingegen in einem ungefehr 8«. Jahr alten papiernen Exemplar Faviana gelesen; anne- bens dafür halt, -aß der Buchftab L. von denen barbarischen Völckern in ein V , verkehret worden. Dieses als etwas geringes achtet Herr Velser gar nicht, yusm e»o 6i5- ferentjgm, sag- er, rsmi non seltimem, no- tum czuippL k. Lc V. vicililin commursri. (u) „ Diesen Unterschied achte ich soviel -> nicht , wcrl bekannt ist , daß b, und v, ,, verwechselt werden.„Doch wollen wir leben welches aus beyden recht geschrieben , und nach mehrern Grund der Warheit grossem Glauben verdienet. §. XVI. Jederman weist, wie unterschiedlich und verderbter Weise -er Stadt alter Namen zu verschiedenen Zeiten geschrieben worden , Nemlich Vindobona, Vendobona, Vindo- mina, Vindomana, Vindoinona, Vindo- niana. Welcher aus diesen ist der rechte G z und iv 2 Beschreibung der Stadt Wien und eigentlichgeschriebeneName?Herr?am- becms(x i gäbe sich die Mühe mit vieler Au- ctoren Zeugnissen , und mit oben angeführter Inschrift: Scc. zu er« weisen: v^iennsm ^ustrir vero 8c Aenui- vo nomine suo a komanis LNtic^uiru; sppel- Isrsm kuiüe Vinäobonsm. „ Wien» in 5»t« „ sterreich ist mrt ihren wahren und angebvhr- », nen Namen vor alters von den Römern „ Vindobona genennt worden. „ Also ist nur Vindobona der erste für den unverfälschten Namen zu halten , den wir auch dafür an« sehen, und dem kambecio ungezweifelten Glauben geben, aller muffen er den unwiderleglichen Beweis macht aus erst gemelter Inschrift mit den Worten: Ebll.VldlvO. A/»»r»/>rr , womit solcher in Stein gehauener alten Namens- Gedächtnis er mehr mveiset^rls mit allen anderen aus den Schrift-Stellern angeführten Beweisthümern , in derer Hand - Schriften viel leichter, als m einen Stein die manich- faltige Verderbung des Namens sich hat ein- schleichen können. K. XV». Wie hoch der Ursachen dergleichen Alt- Römische Inschriften zu schäzen , und was sie (X) LonunentLr.äs Libliotk. e-t. I-ib. c. » k>. S4- leg. ( ^) ViL ^ L - l »; !r ^ ii! ^ ' ' _ ' ' ^ ' Das II. Lapitel. 105 -eutlicke Inschriften mir den Namen -er X. xm. xiv. xv. und xxx. Legion ; allein -lese disputirr man uns , daß sie nichts we- nigers als ein Andrucken seyn mögen , einer nach den Fabranischen Eastris geführten Wasserleitung. Eines besondern Einfalls nach, sollen diese Ziegel Herkommen, von einem alda in Herrnals gestandenen Ziegel- Ofen , wo man diese Unüze, übel gerathene und zerbrochenen Stücke hmweg geworffcn. Dem konnte aber nicht also seyn, weil dieser setts des Alsherr-Bachs sich kein letmichte Erde zum Ziegel machen findet, weder jemals zu alten Zeiten sich hat mögen finden lassen, aus Abgang der Spuren tieffer Laim - Gruben , gleichwie sie sich anderer Orts um Wien, besonders in der iLorftadt von der daher so genannten Laim -Gruben darweiftn lassen. Es befinden sich zwar gleich ausser Herrnals ein paar Büchsen-Schuß weit, nechst am abgekommenen Lutherischen Freythof, vielfältige thetls grosse, theils kleine Grüben; sie seynd aber keine Laim: sondern von denen Türcken An. i68z. in ihren allda und weiters herum geschlagenen Lager gemachte Grüben, in welchen sie nach der Erzehlung alter Herrnalser Leuthen , die solche nach den Entsaz Wie» gesehen, unzehlig viel Back-Oefen errichtet haben. G 5 §. XIX. 106 Beschreibung der Stadt Wien §. XIX. Die Anzeige der Wasser-Leitung bestünde aus der Form des Zieael Canalk, wie wir denselben auf dem Chartl mit ( 7 >. bezeichnet Vorsteven. Don denen Ziegeln brachten wir keinen ganzen , sondern nur halbe und noch kle.ne.e Stücke aus der Erden , weil sie io wohl verküttet als unter sich und bevderseils starck vermauert, und therls ohne drrß gänzlich zertrümmert lagen; ausser solchen auch noch mehr andere Stücke bin und wieder zerstreuet antraffen , die bey der Reparation des Canals vcrworsten , und mit der zuaezogenen Erde verscharret worden. Dergleichen Reparationes sich gewißlich auch ausser Herrnals gegen Dornbach und den nechften Gebirg , und gegen der Stadt wüsten ereignet haben, und sowohl da als dort dergleichen Ziegel schon gefunden worden, rind künftig mögen gefunden werden, aldie- weil gegen die 50». Jahr dieser Canal unter der Römer-Herrschast gar oftmals von seinem Castell, oder Wasser-Stuben an, bis ins Fabianische Lager hat müssen repariret worden seyn, als welches ganz klärlick abzunehmen aus so vielerley Inschriften, und Nä- men der Legionen, aus denen die daher com- mandirten Haussen , diesen Canal mit ihre» eigenen gemerckten Ziegeln reparirt haben. . §. XX. Das II. Capitel. 107 Z. XX. Vor allen andern mufte die Xlll. Legion, als die allererste, so vom K. Augustus selbst schon , nach Ober-Pannonien daher verleget worden , den Canal zu Stand gebracht haben. Von dieser zeugen nicht nur unsere, sondern sehr viel noch andere in Wien, und hiesiger Gegend zum Vorschein gebrachte Ziegel mit Inschriften , die beym Lazius, und Gruterus zu finden ; zu dero Gedachtnus auch wir schon vorlängft in des Alt-und Neuen Wiens ersten Theil, l c) drey runde im Berghof aufm hohen Marckt gefundene Ziegel mit den Namen dieser doppelten Legion an Tag gaben. Nebst den grossen Canal Ziegel-Stücken, fanden wir auch mit eben der Legionen Namen bezeichneteMauer- Ziegel ; und unsere Canal-Ziegel sagen zusammen mit denen ganz gleichförmigen in der Stadt in erst-qedachten Berg-Hof, und im Neustödter Ciftercienser - Hrf gefundenen Hohl-Ziegeln,dererwireinen mit eben solche» Seiten - Aufsaz in erst-gedachten Alt-und Neuen Wien () mit der Inschrift I.L6. X. 6. p. k. der X. doppelten Legion in Kupf- ftr aufweisen. Woraus sich ergiebet , daß gleichwie viel gedachter Canal in Herrnals, und anderswo , also auch in dem Fabiani- schen Soldaten-kager von der zehenden, und ge- (c) psx. »Sr. 7,». (6) xsx. 194. 7»»» rc>8 Beschreibung der Stadt Wien gewiß auch von anderer Legionen Kriegs- Haussen seye repariret worden, folglich nichts von einem zu Herrnals vorgewesten Römischen Ziegel-Ofen, wohl aber von einer Römischen da durchgehenden Wasser Leitung sich discurriren lasset, absonderlich weil bekannt ist, daß der Römer-Gebrauch war, das Gasser, ausser den bleyernen und hölzernen, auch in gebrannten irrdinen Röhren, und in mit Ziegel ausgesezten Canalen in ihre Städte und Soldaten-Lager einzuführen. 6- Ailibli5, saget Plinius (e) urilikimum SHuam tluci. „ Durch irrdine Wasser - Röhren ist „ es am allernüzlichsten das Wasser einzu- fuhren.,, Und dieses hielten sie nach den. Bericht des andern Plinius (.5) den er in seinem Send-Schreiben an den Kaiser ?ra- janus, der Nicomediensischen Wasser-Leirung halber abgestatter, für das leichteste und geringste Merck: 'I'estsceo opei-e, saget er, LAenäs erir , i6 enim 8c frcilius 8c vilius. Und wie weiters aus diesem Send Schreiben abzunehmen, haben die Burger zu Ntcvme- dia eine gar schlecht von statten gehende Wasser-Leitung aufihre eigne Kosten gebauet; dahero ein gleiches auch andere und die hiesigen Municipes für die Stadt Vindobona thun musten , somit der durch Herrnals geführte, und von denen Soldaten angelegte, und Ulk. tlst, I.ib. ZI. c. 6. (k) I«lb. 10. Lpik. 4«. 'v Das II. Lapitel. roy und oftmals reparirte Wasser -Canal nicht für die Stadt, sondern für die in der Ve- ftung gelagerte Grenz- Legion zu Stand gebracht worden. §. XXI. Die Hohl-Ziegel selbst , wie sie mit beyderseitiqen Aufsäzen zu sehen , anbelan- geud , haben wir aus zweyen halben derselben , die rechte grosse eines ganzen abgenoh- men. Einige halten in der länge i^. Schuh 4. Zoll: andere rz. Schuh, 2. auch Zoll: aussen gleich breit r. Schuh 4. Zoll: dick iZ.Zvll, auch dicker. Inwendig zwischen den zween Aufsazen, ein starcken Schuh breit. Aufdem unten ins gemalter auf einen gemauerten Grund gelegten Ziegel , ward der andere darauf gestürzt, sodann der Rinn-Saal -z. auch z.Zoll in der höhe ausmachte. Diefu- gen wo die Ziegel auf einander lagen , und nach der länge zusammen gestosscn waren, hatten ihre netteste Verküttung , und zur Seiten ein aus sehr harten Estrich bestehende Verwahrung. Stephan Samosius(Z) gedencket solcher Canalen , oder Römische» Wassev Leitungen, die man in Siebe nbirgen bey den ruinirten Städten Sarmizegethusa und Apulum entdecket hat. Herr Lambe- (x) Io Osc, »o. L -i. l 10 Beschreibung der Stadt Wien tius (K) stellet ein Stuck von einer aschfarbigen gebrannten Wasser - Röhren in Kupffer vor, welches er mit viel andern dergleichen Stücken zu Carnunto, jezr Petronell, überkommen. Das aus dem heuriges Tags noch, unweit des Tiberius Siegs-Logen befind! r- chen Ursprung quellende Wasser , ward m sothanen Röhren nach der nechst gelegenen Römischen Burg, vderCarnuntmischen Soldaten Lager geleitet , iezt aber hat es seinen Ausfluß über die kandstrasse durch den ^rä- filch-Traunischen Thier Garten nach der Do- nau. Angesehen aber nicht nur in Hermais sondern, wie gekielt, auch in Wien aufdem hoben Marckt ; deßglerchen m Berg-Hof, und »n NeustadterClftercienser-Hvfviel Z e- gel-Stücke, insonderheit Wasser Canal-Ziegel mit den nemlichen (Hemerck der X.kegion, wie i» Herrnals, an Tag gebracht morde., ist die Frag, ob dergleichen Ziegel allenthalben nur ein Andrucken und Beweis eines Ziegel-Ofens machen? V , Das (d) Llb. «. Libl. Lief. Vinäov. x. >oor. 7 Das Hl. Lapitek. nr Das m. Lapitel. Von der ersten und zweyten Zerstörung der Sradc Fabiana. Von des Hla- zc« L>e chaffcnhcit unter denen Oesterrcichifchcn Marggrafcn bi« auf den ersten Herzog Hem» nch m,t dem Zunamen Jasomirgott. 5 I E^aztus mag vielleicht der erste gewesen seyn , der das Römische Lager alda Fabiana Castra ausdrücklich genennet, wo er geschrieben: Omnia iarib äemonitrayr, ksbisnam, leu ksbiana Csstra , eam , <^u» dvdie in ^utlria Vienna äicirür» äenomina- rsm ms^oribur , nostris urbem luille. ss) „ Es bezeuget alles genugsam , daß diese „ Stadt , so heutiges Tags in Oesterreich „ den Namen Wien führet , von unser» », Vor-Eltern Fabiana, oder das Fabianisch ikager genennet worden,,. Er betrog sich i» seiner Meinung nicht; er fände Beyfall bez> gelehrtesten Männern, oben belobten Herrn Besser , Hansiz, Calles und anderen , die von diesen Lagern gleichmäßige Erwehnung machen, und denverbesserten und rechtmässigen (») l-»2. Ksr. Vien. I-ib. r. e 4.x. 17. i ir Beschreibung der Stadt Wien gen Stadt - und des kagers Namen Fabians, aus den oben fürgebrachten Inschriften herführen. Obschvn aber in mehr gemelren Inschriften , oder sonst in alten Nachrichten kein Meldung Vorkvmmt von diesen lagern, auch Nichts von derselben und der Stadt Fabians gleicher Namens-Herleitung, die wir mit kazio (b ) in unserm Alt-und Neuen Wien (c) aus denen in Hungarn und Ste- benbirgen gefundenen Inschriften von Lucio Annio Fabians gemacht haben , so giebt -och auch hierinen dem kaztus sichern Glauben , und bestarcket unser Meinung Peter Bertius (6) mit diesen Worten : Oonstsc, Annium (^uemäsm ksbisnum I^eb-'oni X. (Jermsnic-e in k'annonia bis locis orrleäills, > cujus cjuiäem non in tustoris, teu in monu- I rnenris l'annonicis rsm stec^uens, menrio eii, ur sb iüo ksbisno viäeri pollic cokorri illi srcjue urbi ästum nomen. „ Jederman ist „ bewust , daß ein gewisser Annius Fabia- „ nus derzehend D urschen region (also nen- „ net sie auch Ptolemaus) dieser Orts »n „ Pannonien vorgestanden, dessen zwar nicht „ in der Historie , wohl aber in Panuoni- » schen Denckmahlrn so vielfältige Meldung ,, geschiehet , daß von diesem Fabianus der „ Namen auf den Kriegs-Haussen, und auch ,»auf (b) idiä. p.iA tey. (c) pax. »84. teg. ( <1) Lomwemsr. k.er. Leim. I-lb. p. 70z. i- Das HI. Lapitel. uz » auf die Stadt gekommen zu styn, scheinen » mögen §. II. Vom viel gedachten Lager geschähe im Alt-und Neuen Wien von uns kein Meldung. Die Beschreibung bestand in einem kurzen Begrif der alt-und neuen Historie, und nebst den Römischen Lager blieben noch gar viel andere Sachen »»berühret; die weitere Ausführung und die Erschöpfung der Stadt-Geschichten, überliessen wir denen al- lerqelehrtesre» Männern , so der Stadt Archiv und Bibliothecken zu besorgen haben , und im Überfluß mit brieflichen Urkunden, die uns ermangeln , und allezeit ermangelt haben, versehen seynd. In dem sich nun aber die Gelegenheit ergäbe, neuer dings von den oft gedachten Lägern ausführlicher zu bandeln , als von welchen Laztus und andere schon gehandelt haben , würde jemand un- weißlich daaeqen thun,der uns darum eines gelehrten Dunstes, womit wir , als mit etwas neu erdichteten, und ungereimten Dingen die Augen der Leser zu blenden suchten, zu überführen gedächte. Übrigens haben wir nur dieses noch benzusezen , daß die Gelehrten , derer Namen wir oben in allen Ehren gedencken , ohne gemachten Unterschied des Lagers von der Stadt, gleich als ob sie al- H les ^ 114 Beschreibung der Stadt Wien les eines gewesen wären , reden. Wir aber sondern die Castra von der Stadt ab , und müssen sie zu folge der strengen Kriegs-Disci- plin absondern , und dahero sagen, die La- stra Fabian«, waren das Lager : und das i Municipium Vindsbsnense , war die , Sradt Vindobona , folgends aber erst die ! Stadt gleichen Namen mit dem Lager Fa- ^ biana an sich brachte. ! . §. m. Nun von der Sache , womit wir dem Leser wieder vermuthen langer , als es seyn solte, aufgehaltcn, weiter zu gelangen, schreiten wir zum Ab - und wieder Aufkommen der Stadt Fabian« , und endlich auch zum Ursprung des heutigen Wiens. Beyde sowohl -as befestigte Lager, oder Castell , als die Stadt, nahmen im sten Jahr hundert mit der Römischen Herrschaft und Macht ab, und giengen zu Grund; und das ganze Land ward nach den seeligen Hintritt des H. Se- verini in ein wüste Einöde verkehret. Alle Römischen Einwohner liesse Odoacer der Heruler König , nach ausgemachten Kriege mit den hiesigen Rügen, derer König Feletheus, oder Feva samt seiner Gemahlin gefangen worden , friedlich nach Italien überführen, - nach derer Auszug und nach der Rügern- i Herrschaft das Land und alle Orte anderen ' -Bar- Das HI. Capitek. 115 Barbarischen Nationen offen standen ; ein um dle anderen wechselten da ab, alles ward de heeret, doch am allermeisten unter denen H nncn , die am längsten den Meister im La d spieleten. Dreß weissagte der H. Mann ^ Ottes Severinus , kurz vor seinen Hin« scheiden rm Closter zu heiligen Stadt nächst 9 - ien, zu seinen Mönchen unter anderen sprechend : klrc czuippe locs nunc fsecjuenrsr» culcoribu; , in tsin vsstMmsm loliruäinem recliuencur, uc tiostes Lstimanressuri ierzuip- pism ncpei-tui- 05 , eriam moemorum iepulcu- ras effoüit-nr. ( e ) „ Dan« die in dieser ge- „ qend-liegende Oerter, so dermalen sattsam » mrt Einwohnern besäet seynd, werden sol- ,» eher Gestalt verwüstet, und öd gemacht ,, werden , daß die Feinde ihres Geizes we- ,, gen, auch denen Tvdten in Gräbern nicht „ verschonen werden ; welchen Worten der „ Auctor EugrpiuS beysezet : vgricinii r, verirsrern evenru! rerum prLsenrium com-> „ probsvir. Wessen Weissagung Ausgang ,» die Warheit gegenwärtiger Dingen erwie- sen hat. Ganz gleiches Schicksal betraf dann auch die Stadt Fabians, samt andern Plazen ward sie mitqenobmen , und gemäß des Herrn P. Calles (5 Worten : Oeleco kuZvruin lietze, in ruäcrs Lc ipss abüc. ^ H 2 Nach ( e ) Lu^tp. m Vir. 5. Leverio, c. Z 4 . (t) ^n- I. I^ib. 9 . p. Zz 8 . e'luct. locum cir. 0Lic. 1.1.1b. r. x. 11 e. n6 Beschreibung der Sradr wie» „ Nach Vertilgung des Rügischen Königs, ist „ die Stadt Fabian« selbst zu einen Stein- „ Hauffengeworden,,. Diesbestarcket er anderswo mit mehrern. §. IV. Nachdem die Stadt nach der Römer Auszug von Air. 488. bis'An. 791. das ist Z2Z. Jahr, unter lauter Barbarischen Lan- des-Jnhabern ihren Verfall beweinete, schiene durch zuthun Kaisers Carl des Grossen, der in erst gedachten Jahr die Hunn-Avaren aus dem Land getrieben, ein neues Leben zu bekommen , und zu grossen Glücke der Chri- sten-Religion den Anfang zu machen. Nebst dem , daß der Kaiser den öden Plaz mit Bayrisch, Francktsch, und Slavischen Colo- Kien und Einwohnern besezte, und die vorige alte S't. Peters Kirche erbauete, führete auch Urolphus der Lorchische Erz-Bischof mit Begünstigung des Päpstlichen Stuhls , Ratfredum als Weih-Bischof alda ein, welcher An. 826. dem hiesigen Bistum vorstunde. Damit aber hatte cs gar keine Dauer; alles war nur ein vermeintliches Glücke. Die Hunnen tranaen wiederum ein , sie brachten Desterreich bis an die Ens hinauf neuer -ings wiederum in ihre Gewalt , und Fabian« nähme immer mehr und mehr ab, biS sie dann gänzlich in ihren Ruinen.unterDi- Das HI. Lapitel. 117 stel und Dorn-Strauch begraben zu liegen kam. Sowohl von erst gemelten Aufkommen : als von dem darauf erfolgten wieder Abkommen, und gänzlichen Ruin der Stadt, giebt Calles (s) den kurzen, jedoch warhaf- ten Bericht: 6lui6cjuiä spei ersr, drev'ulimi rernpons erst: bellis ^toraviLis, HunALi-i- cis^ue, c^use continendi sers leeulorum Quorum lens ^ulkriL incubuere, everlüm, c^uick- oppiäorum sb es pontlimum pgrre 5uit, tristiburczue iterum ruini; consepulrum. „ Was lmmer für ein Hofnung war, dauerte „ nur ein gar kurze Zeit; durch die Mähri- ,»schen und Hunqarifchen Kriege , die fast « zwen hundert Zahr nacheinander Oester- reich drückten , ward alles was derseits „ meistens von Städten sich befände , zer- „ stöhret, und abermal unter die traurige» Ruinen begraben. §. V. 4- Es wollen einige sagen , daß die Stadt dies anderemal mit Nichten so lang in Ruinen gelegen sey. Ihr Einwendung wider des Herrn P. Calles gegebenen Ausspruch, gründen sie auf ein alt teutsch verfaste Reimen- Chronik, die dieser gelehrte P. Jesuit selbi? anziehet; (K) wo unter andern zu lesen: Hz „ Pt- (8) Oit. pLF. Zz8. (k) ^anrl. ^ulir. eit. krrr. 1'L.ib. ü.p.zz». i 28 Beschreibung der Stadt wie» „ Peter chlagte tägliche, „ Dem Kunig Heinriche, „ Siuen grozzen Ungemach, », Ze Wienne der Kumc einem Hvf- ,, Gespräch, „ Die Hervart sie da swuren, >» Ze Ungern sie do furen rc- §demlich, als der aus H Ungarn vertriebene König Peter sein Zuflucht zum Kaiser Heinrich III. nehmend,demselben sein Nord klagte, zog der Kaiser An. 1042. mit einem Kriegs- Herr ihm zu Hülffe nach Hungarn Auf diesem Zug , sagen sie , habe der Kaiser zu Mkenn ein -Hof-Gelpräch , soviel als einen Land Reichs-oder Fürsten-Tay gehalten; und dabero weil der Ort zur Zeit dieses Deutschen Reichs-Tarr, sich in den Stand befunden, die Glieder'der Zusammenkunft zu bewirken, und den Kaiser samt seinem mitziehenden HeeKMit kebens-Mitteln zu versehen, muste Wien damals kein schleckte, noch weniger unter dem Schutte begrabene, sondern recht florifante Stadt gewesen seyn; wo die Fürsten, Marggrafen, Grafen und Vasallen des Reichs erschienen, und der Hülfs-Völ- cker wegen, sich mit dem Kaiser berathscklag- ten. Soviel von der Auslegung der angeführten Reimen. 8- Vk. Das HI. Lapktel. n- Z. VI. Allein die Auslegung gefallet anderen nicht; absonderlich der Ursache, daß P. Calles (i) das Wörtlein wienne worauf die Sache beruhet, selbst schon geschwächet. Qu» äe Vienna, sagt er, troc loco aikeruntur, k- 6ern vix imperrabune. ^ Was dies Orts » von Wien beygebracht wird , wird kaum ,, einen Glauben finden. Sohin auch das übrige, so auf dieses Wörtlein gebauetwird, keinen Grund haben mag. Die Chronick ist nicht so alt, als sie ausgeben wird. Sie ist keines wegs unter gedachten Kaiser geschrieben worden, indem zu desselben Zeiten man noch nichts wüste von dem Namen wienne, auch nichts von einer Stadt, die der Auctvr selbst nicht neniM. Der Poet gehöret herunter in das r z. Seculum, da an dem Plaz ein neue Stadt gestanden , die Wienne geheissen , und also geschrieben worden. Zu Regenspurg auf den Deutschen Reichs-Tägen berathschlagen sich die Stande vorkaufftg, wegen den, dem Augustaliscken Hause von Oesterreich zuschickenden Hülfs-Völckern; weder der Kaiser weder das Reich lassen eS zufolge des alten Herkommens, nicht auf die lezte ankommen, damals erst sich zu berathschlagen, wann die Armeen bereits schon auf den Grenzen stehen, und indes FeindesLan- H 4 de t i) L>oc. cit. m not. iss Beschreibung der Stadt Wien de etnzurucken gedencken. Dannenhero es niemand glaubet , daß Heinrich m. dahier erst an den Hungarrschen Grenzen euren Reichs-Tag gehalten werk er solchen vorhin schon, dieses Feld-Zugshalber, um Ostern zu Collen gehalten hat. l*) Solle aus der Chronick etwas zuschliessen seyn , möchte es dies ejnzige seyn, daß mehr gemelter Kaiser in der Gegend der zerstohrten Sradr Fabians , und in dem alda geschlagenen ^eld Lager mit seinen Generalen - und andern Kriegs- Officirs ein Gespräch, und Kriegs-Rath gehalten , und des Einmarsches in Oungarn und der anzufangenden Operationen halber, die Abrede gepflogen habe. - §. VII. . Als das Land Unter - Oesterreich in den Tägen mehr belobten Kaisers Heinrichs Hl. und des dritten hiesigen Marggrafens des tapffern Adalberts, bis an die keytha erobert , und ans Reich gebracht ward, besezte der Kaiser einiger Massen das Land , und die verheerten Ortschaffen mit neuen Colonien aus Bayrn, Schwaben , Francken und anderen Deutschen, und theilte diese neu-eroberte Landschaft stückweis unter die Grafen und andere Edel-keute aus, derer einer absonderlich bekannt , nemlich Sigefrid ein Marg- graf, f*) I-lb. z. eckt. Qsn». p. SLZ. Das III. Capitel. rri graf, und Graf von Pleyen , so allein l s. da am Donau-Strom gelegene Areas, oder von denen Hungarn verlassene Scheuern , und öde Plaze: ingleichen iso. zwischen den Flüssen Lcytha und Fischa gelegene Stücke Reichs Lande An. 104s. zu schencken bekam. (lc) Daß um solche Zeit die alten Ruinen der verheerten Stadt Fabians einige da wohnende Land-Leuthe zu erheben angefangen , die sich Bauern Hütten ,. Zagerund Fischer-Haußlein anfänglich gebauet , halt man mit P. Calles fl) die Muthmas- sung für so glaublich , daß an solcher kein Zweifel übrig seyn möge ; fürnemlich aber darum , daß beym Lazius und Herrn P. Marcus Hansiz (m) in denen in Verstoß gerathenen Altmannischen Stift-Briefen des Closters Gottwich gelesen wird : krviansm villsm cum tribu; in er conäir'is äacellis O. keri-o, O. kusierro, 8c I). ?rncrstio 8acn5. Nemlich es habe der stetige Altmannus Bischof zu Passau, nebst andern an der Donau gelegenen Orten, als Ceisel-Mauer mit der Kirchen, und nebst denen Kirchen zu Petronell und Haynburg , auch das Fabianische Land-Gut, oder Meyerhof, M't dreyen alda zu Ehren des H. Petri, Ruperti, und Pon- H 5 graz (k) V 16 . I.ucievi^ in Uslih. d/l8. I'om. IV. I-id. s. num. b. p. 249. (1) -^nnri. ^uK. I«ib. 4. P. Z3Y» (m) 6srm. 82er. lom. I. c. 14. p. 7z» »46. »L7. 367. vi6. alt-und neues Wien x. 398. i rr Beschreibung der Stadt Wien graz erbauten Capellen, als Stifter dem Clo« ster Gottwich geschencket; welche GütterAlt- mannus vorhero von seinem guten Freinde einem Grafen von Pleym , so zugleich Pa« triarch zu Aquilefa gewesen, An. 107s. an fich gebracht hatte. (n) §. VIII. Der nemlichen Ursachen halber, daßbeym -azius von der Fabiana Villa gemeldet wird, soll ver Plaz damals ein Stadt, wie vorher gewesen styn , weil das Wort Villa ein Stadt heisset. Hiervon soll Lambecius (s) nachgelesen werden, wo er saget, Villa heisset in denen Diplomatibus, und bey denen Scribenten mittlerer Zeiten, nicht ein Meyer-Hof, ein Dorf, oder Flecken, sondern ein Fürstliche Residenz, und Stadt. Wobey dieser gelehrte Bibliothekarius wohl wüste, daß bev den alten Lateinern Varro« ne, Columella, Plinio in seinen Episteln und anderen, Villa nicht ein Stadt, sondern das Widerstnel einen Meyer-Hof und dergleichen , bedeutet habe. Zumah! aber in denen zu mittleren Zeiten geschriebenen Gott- wichischen Stif-Brieffen , das Wort Villa von der Stadt Fabiana zu lesen, solte es ohne fn) Vl6. I-rr. rle Hlixr-U. Osnt. I.ld. 7.P.40;. kksm 6s R.sp. Hom. l.ib. r,. p. 9SZ. L p. 109S. so) Ion». II. Libl. Viocl. I-ib. 2. c. 5. x. LS. Das HI. LapLkel. rrz Me Widerred ein Stadt, und keinen Meyer-Hof zu bedeuten haben. Doch will solches noch mcht ausgemacht scheinen. Weder Lambecius , noch ein anderer Lateiner hat gesaget , daß zu mittleren Zeiten Villa nicht eben sowohl einen Meyer-Hof, als ein Gradc bedeutete. Niemand hat dieses Wort von den Zeiten der ersten Lateiner her ausge- mustert; es stehet der Zeit noch in allen La- teinlscken Wörter-Büchern, und heisset ein Gebau , oder Haus ausser der Stadt, ein Land-Gut, ein Bauer-oder Meyer-Hof, und kein Stadt. Man weiß zwar den Sinn des Gottwichischen Stift-Bricfs-Verfassers der mittleren Zeiten nicht zu crratben, ober durch das Wort Villa ein Stadt , oder Meyer-Hof Verstanden habe. Soll man ihn aber von einer würcklichen Stadt verstehen, müssen sich zu dessen Beglaubigung einige Spuren , oder Denck Zeichen von solcher Stadt ausfindig machen lassen Es werden von mittleren Zeiten die fürnehm- sten Städte ^ /kn/, ^ auch Wien genennet , aber nicht des Wort- Villa wegen ist gewiß, daß sie namhafte Städte , sondern wer! sie als solche der Welt würcklich vor Augen liegen. Ausser den zweydeutigen Wort Fabian» Villa , ist zum Beweis einer zu Altmanni Zeiten würcklichen Stadt kein Denckmal verhandelt; der verödete Plaz ward unter denen Gra- 124 Beschreibung der Stadt Wien Grafen von Pleyen, und unter den H. Bischof Altmannus nur von gemeinen Land- und nicht von Stadts-Leuten bewohnet, und derowegen viel mehr ein Land-Gut , als ein Stadt zu nennen ist, daß auch ein viel näbe- ner Verwandschaft hatte mit denen obge- melten , da an der Donau gelegenen 15. , die Heinrich m. dem Grafen von Pleyen geschencket. §. IX. Nach des seeligen Altmanni Ableiben wurden Herren und Besizer von der Villa Fabian«, und der aanzen umliegenden Gegend die Marqgrafen Babenbergischen Hauses , wie zur Genüge bekannt aus denen Stift- Briefen, (p) die der H. Margqraf kevvol- dus wegen den Herren-Stift Closter Neuburg , Closter zum H. Creu; in Sattelbach, und Closter klein Maria Zell ausqefertiqet, welche Closter, wie auch sein Residenz-Schloß aufm Gallenberg , und ein Jagd - Haus , oder GejaidrHof auf der Fabianischen Villa , in der heutigen Waller - Straß am Plaz des Fürstlich-Esterhasischen Hauses, er solcher Orts, als aufseinen eigenthümlichen Land- Gütern erbauete. So auch weiters aus deine abzunehmen, daß dessen Herr Sohn und (p) ^p. Llsr. k. Lern. ker. m Loci. Diplom, psgun. Das III. Lapicel. 127 und Nachfolger in der Landes-Regierung fernes Bruders des Leopoldus Largus, hoch belobter Stifter der heutigen Stadt Wien, Heinrich mit den Beynamen Jasomirgott, das Schotten-Closter, wie er es im Stift- Brief selbst bekennet: in prsäio lüo , auf feinem Land - Gut gestiftet, und hiemit an Tag leget, daß die Fabianisch Villa sein Eigenrhum gewesen , welches er von seinem H. Herrn Vatter, und Bruder erblich an sich gebracht har. §. x. Beneben der oben vermelten dreyen Capellen des H. Ruperti , H. Petri und H. Pongraz, derer die zwo ersten zu Caroli M. und des Bischof Ratfrids Zelten schon gestanden , zu Altmanni Zeiten aber reparirt, und die dritte von diesem H. Bischof neuerbauet worden , befand sich von der Zeit an, als der Deutsche Adel die hiesigen Areas Vom Kaiser Heinrich Ul. zu schencken bekam , auf dem Fabianischen Land-Gut ein bekannter Hof, und sicherlich ein Herrschaftlicher Hof der Grafen von Plenen , auf dem heutigen hohen Marckt gelegen, der Berg - oder Birck- Hof genannt , so aber nicht neu erbauet, sondern als ein Alt-Römische Fabrick muste repariret worden senn, weil Haselbach seiner Zert noch etwas Römisches au diesem Hof 126 Beschreibung der Stadt Wien beobachtet hat , wir aber obneBedenckenfür die Fabian« Villa, oder für den Herrschaftlichen Meyer Hof halten. HeutigesTags noch wird insgemein und durchaus dieser je- dermärmigllch bekannte Berg-Hof, zufolge der alt herkvmmenden Tradition, für das erste , und älteste Haus der Stadt Wien gehalten. §. xi. Me nun aus diesen der gänzliche Verfall , und das Abkommen der Stadt Vindobona, oder Fabiana: und der ursprüngliche kleine Anfang des heutigen Wiens, so aus denen Rudern der alten Stadt ihr Aufkommen herleitet, W schliesien ist , als wollen wir, um unfern Worten denbehörigen Glauben zu verschaffen , die gemachte Erzehlung bekräftiget haben, mit dem Ansehen der zuverlässigsten Schrift-Steller, die von Oester- reichisch-und Wiennerischen Sachen eigens Fleises geschrieben, und vom Abkommen der alten ; und vom Aufkommen der neuen der- maligen Stadt gehandelt haben. Herr Jans Encnchel ist unter solchen der älteste, der in nächsten Jahr hundert nach der Stadt auf- kvmmen in seinem Fürsten Buch (q ) folgendes in Wien, von Wien geschrieben: „ Tul- (h) ?ol. 6. x>. ,. m lVlL. üidl. WmöllLx. är »p. R.ei. Visu. x>. iS. Das HI. CapiceL. 127 ^ Tulln was des Landes haubstat, „ Als man unchz richten pat. „ Darnach aber mantch Zar, „ Wart ein Star ze war. Erbauen und hiez Vaviana. „ Seit wart si schon umb maurt ia „ Und ward Wienna genannt, Alz si noch heut ist bechgnt. Und wiederum: », WierinewazeaintzaydenschaftC) „ Und bet an lewten nicht die Chraft. „ Wann da nicht nur ain Hof lag , „ Und war ain Hayden der sein Phlag. ((*) **) », Der Hof wart der Perichhof ge- „ nanc, » Er ist noch manchem wo! bechant, „ Wann sich der Nam der kherer hat, „ Zu Wiennr in der guten Skat. „ Zs hies e Vaviana, „ Und lag nicht mehr Heuser da, Wann der Hof besunder, ,» Da gte manich Chunder. Zn einem Werde der lag da bei, Swre (*) Verstehe die Zeit, da es unter den Römern Vindobona , und hernach Fabian« geheissen. (") Deutet an , daß der Hof, oder solches Gebär» unter den heydnischen Römern schon gestanden , so er nut Haselbach für Alt-Römisch ansiehet. -28 Beschreibung derGcadtWien „ Swle derselb Werd nun plvz sei. „ Do stunden doch Paume on Zal. „ Zn dem Werde überall. „ Darinne da; Witt het guten Mach, »L Vil mamges man do laustensach. §. XII. AuS denen älteren ist diesem der einzige Thomas Ebendorffer von Hasetbach noch bey- zurucken, dessen Worte seynd: Lrsr runc Ci- virar lulna ksmoss, anrec^uam Vi«.nns cspi- rslis ester ereöts, czuL luum stimplille 6 icirur exor 6 ium a c^us 6 sm vensrionis curia, in slro nunc 5 orc> üra, Lc vocicsra, ren po- "re prselenriL ^ulii (iLlariz: cui Lc üruÄura- rum inäicia plurimum Laveur in es 6 em curia. (r) „Zu selbiger Zeit war die Stadt „ Tulln berühmt , bevor noch Wien die Haupt-Stadt erbauet ward , welche wie „ man sagt, ihren Ursprung von einem Ge- „ jaid Hof, jezt auf dem hohen Marckt ge- „ legen, der Perg-Hof genannt , von der Zeit „ der Gegenwart des Juiii Casars her habe: „ welches die Anzeigen des Bauwesens in „ eben diesem Hof sattsam an Tag geben Was da, auch nach mehrer anderen irriger Meinung, vom ZuiiuS Cäsar, der niemal in diese Gegend gekommen, gemeldet wird, ist von (r) Itssslb. k« in LollsÄ. R.sr. ^ustr» Lstixt. col. 697. Das Hl Capicek. ray von dem Röm scheu Feld Herrn TiberiuS und Überhaupts von denen Römern zu verstehen , von welchen das jemge, so am Gebärt des Berg-Hofs dem Haselbach seiner Zeit fremd , und sicherlich Romanisch vorkame, den Ursprung her hatte; mithin ein Alt Römisch renovirte Fabrrck muß gewesen seyn, und dieses desto gewisser, wer! auch erst angeführter Gnenchel diesen Hof für etwa- alt h ydnisch angesehen , und wie oben in ersten Caprtel tz. IV. zu sehen , Ziegel mit der XIll. Legion bemercket, alldort zum Vorschein gebracht worden; wovon wir selbst noch einige bey Händen haben. (§) §. XIII. Mit mehrern der älteren wollen wir den Veser nicht belästigen. Aus denen neueren wird genug seyn den einzigen P. Igna- tium Reiffenstuel, aus der Gesellschaft"IEsu angesühret zu haben. dessen Bericht auf kei- »e Weis zu weitlauffig, oder überflüssig styn wird, in Massen, was viel andere hier und dort zerstrauet von der «Zache anführen , er in einem kurzen Begrif sämtlich fürftellet, und anstat aller anderen unser '^rzeklung Unterstüzet, wie folget : l^eopolclus Pius, ^snölOrum postes csmIoAO sülcriorus, ste- iücifjz HunKsrir , Le ex ^ustrise miibug e^e- 5 «His, fs) Vich Wt-und Neu Wien p. L 718« I^o Beschreibung der Stadt Wien Ais, iecunäo Osnubio ( , ) 6eicen- 6ens, aulam übi sä spicem moneis (Hi ex- rruxir : nonäum ViennL iuis s ru6eribu; erar eKolls, i^Ivellres srborum rsperes, s6- buc locum inculrum recinebanc , 6c unicum iöium aebulia inrer Venarorum ersr recepra- culum, 4 Jahrsei- », ner Regierung Wien zu bewohnen , und » zur Stadt zu machen befähle. Es befind „ fich noch heutiges Tags ern Stamm eines ,, Baums den einem Haus , mit Eisen be- „ schlagen , -er Stock Ln Lr'sen genannt, ,, so zur ewigen (yedächtnus aufbedalten ,, wird BlSber belobter P. Reiffenstucl, dessen Bericht vom gänzlichen Abkommen der vorigen Stadt : und vom Aufkommen des jezigen Wiens die gemeine Sage aller Stadts- Einwohner, und die einhellige Beystimmung vieler andern Auctoren und gelehrten Männern (u) bestärcken, und ausserZweuel sezen» Ir §. XIV. ( u ) ^vsntm. Uoisr. Ltb, s, 1.3?.. R.sr. Visa» r zr Beschreibung der Stadt Wiel» §. XIV. Noch ist dieses zu melden , daß unterhalb der höchsten Spize des St. Stephans Thurms, an verschiedenen Orten der Ecken Hirsch Geweihe fest gemacht und aufgericht, gleichfals zum stäken Andencken , daß am H)laz dieses Thurms , und des ganzen Kirchen-Gebäues vor derselben Erbauung ein Werd: oder Au und Waldung , der Hirschen Aufenthalt gewesen. Ob gleich Herr P. Nerffenftuell den kleinen Anfang vom Wiederaufkommen des verödeten Plazes in die Zeiten des H. Leopolds zu sezen scheinet, so benimmt solches dennoch nichts dem reni- aen , so oben gesagt worden , daß vorhin schon unter den H. Bischof Altmann einige Jager, Fischerund Baurn Hütten sich allda müssen befunden haben, weil nicht umsonst, son- Vieo. l.ib » c. p. 44. L atidi pslllm. Fugger in Ehren-Spiegel von Oesterreich l.it). g. c. i. x. Rertius OoMment. k.sr. 6erm. l.ib. z. p. 70;. Adam Scharrer Oesterrcichischer Marggrafen Thaten, und Leben des H. Leopoldi c. 5. p. S7. 6r c. 7. x. 95. OrLliell! Osrm. 8rrcr. ksrt.1. 6s Vienna p. 5. Ailittsr6orstsr ksr. ^est. ker. 6. p. 74. IntpruMr in Älapp. Oeoxr. -^.uür. kzrt. I. p.,o. Hsntkal. ?sii. Lampil. I'om. I. Llox. 6. §. t. 0. 17. p. IS8. telj. L x>. skr Ristl heilige Hofhaltung keopoldi c. 7. p. 66. Osllss -^nnal. Lcclet. Qerm. lom. I. I.ib. 6. 0. 14. p. zyZ. 6r ^nnsl. ^ustr. karr. I. I-id. x>. x. zu. 537. zz-. Das Hl. Lapirek. izz sondern gewißlich wegen diesen kand-Völck- lein die zwo zerfallene» Capellen der Heiligen Peru und Ruprecht erneuert, und die dritte St. Pongraz-Capellen von ermelten Bischof im Jahr 1087. neu erbauet worden. Daß aber zu Leopoldi des Frommen Zeiten , der Ort je mehrers aufgenvhmen, und wegen vermehrten Hütten, und Hausern einen Vicum , l x - oder Dorf -Gassen , ja wohl gar ein ganzes Dorf , und Pfärrlein bey der Pfarr- Kirche St. Peter, oder St. Ruprecht habe auemachen können , beglaubiget , daß von St. Leopold selbst allda erbaute Forst-Haus ; dem ausser Zweifel auch einige desselben Hof-Herren nachgefvlget, und Hauser werden erbauet haben , derer Einwohner ein Pfarrs-Gemeinde haben ausma- - chen können. §. XV. Benebens kommt auch zu erinnern, daß einige aus denen Skribenten die alte Stadt Fabians solcher Gestalt vergangen zu seyn glauben , daß wenig, oder fast keine Ruders , oder Spuren davon übergeblieben seyn sollen ; aber dagegen streitet der alte Berghof, mit seinem Alt-Römischen Aussehen; es streiten dagegen die Stadt-Thöre und Thürme mit ihrer ToscanischenBau-Ord- I z nung- sX) Vtä. Lalle» ^llllal. ^ultr. cit. Lid. 9. p. S4->. ff' k j ! z iZ4 Beschreibung der Gtadcwiett nung : die Mauren und repanrten ?höream KaZensteig , und auf der Aiscber-St eaen, vom Römischen Soldaten Lager , d«e diese Stund noch von denen übergebliebenen Alr- Römischen Stadt und Lager Ruinen Zeugnis genug ablegen. So halten auch e-'nae davor , der Plaz sey 5 bis 6oo. und imhx Ialr öede gelegen, ncmlich von An. 488. dcr Römer-Auszug biß 1142 der RegreniNüs? Zeit Heinrichs Herzogs von Oesterreich, der allda zu residiren angefangen , und den Ort zur Stadt erhöhen; allein die entznaschen vee» loffene Zeit von 654 Jahren , ist nicht von steter Währung , sondern m>t Unterbra ch einiger Zeit zu verstehen. Zu Caroli M. Zeiten, wie oben gesagt, erhohlete sich die Stadt »ach ihren ersten Fall , sie steng aufs neu zu leben an unter Deutschen Einwohnern , uird unter den geistlichen Seelen Wirten Rat. Jahren hatte der Ott wegen des Das IV. Capitol. -es gemeinen Land-Bolcks geringen Dorfs- Hüttlen nvch allzeit schlechtes Ansehen , bis demselben unter hoch »belobten Herzog das Glück, ein Stadt zu werden, widerführe. Das iv. Lapitel. Herzog Heinrich ist Urheber des Heu, rigen Wiens. Lage und Umfang : stand und Beschaffenheit der Stadt unter diesen Herzog ; und anfängliches Aufkommen der damaligen ausser der Stadt / jezr aber in der Stadt gelegenen Vorstädten. §. i. dem Aufkommen der Jager-und Baueru-Hütren, wie auch des keopvl- dinischen Gejaid-Hofs, undrenovir- ten Fabianischen Meyer-Hofs haben wir vor- lauffig schon gesagt , und soviel erwiesen, daß vor der Regierung Herzogs Heinrich I. mit dem Zunamen Jasomirgoct, auf dem Von gemeinen Deutschen kand-keuthen bewohnten Ort nichts , als anfänglich der erst gemelte Meyer»Hof, nach welchen der ganze Plaz, das Fabianisch kand-Gut den Namen führte, hernach aber ein geringes Dörflern, 3 4 und rz6 Beschreibung der Stadt Wien » > und kein Stadt sich habe vorsinden lassen mögen ; in Massen die alte Sradr vor langer Zeit abgekvmmen, und nur derselben Rudera haben müssen verbanden gewesen seyn. Diesem widerstreben andere, in der Meinung, Fabians habe niemals , wenigstens auf längere Zeit , aufgehöret eine Stadt zu senn; woraus fie die gewisse Folge ziehen w- llen, daß Oeinrtch Jasoinirgoct, der Snfterder- selbeu nicht sey , sondern daß er sie nur erneuert und vergrößert habe. Was die Erneuerung und Vergrößerung anbelanaet, wird gleich unten gesagt werden; das übrige hat oben angeführter Herr P. Neiffenstueli, und der hauffen anderer Gelehrten , die wir demselben beygeÄget, schon Vvrlanqst wider« leget, und brauchte kein neue Widerlegung; je dennoch scheinet es fast nörhig auf den Beweis der neuen Meinung, etwas zur Aut« wort, in kurze zu geben. §. II. Im Jahr 8zr. soll Fabian» , dem Fürgeben nach , von den Slaven und Avarett nicht eingenobmen worden feyn. Es schpei- bet aber P. Samuel Timon (a) Priester ander köbl. Gesellschaft IEsu das Widerspiek, dessen Worte viel besser gegründet seynd, als der (r) Io LLrollvI. Uuax« Das IV. Lapitel. rzy dtt P. Georg Pray ib) vermeinet. Die Böhmen , Madrer und Soraben waren et- uerley Slavonrsche Nation, der HunmAva- ren um solche Zelt Bunds-Genvssene. Derselben mrt den Zrancken geführte Kriege verursachten , daß um dre Zert gedachten JahrS die hiesigen Lander, und folgli v auch Fabia- ria mtt andern Pläzen leyden musten, und ins Adnehmen kommen, (c) Der zwevte Beweis von der nicht abgekommenen Stadt Fa- diana, soll seyn die im Jahr 882. gleich als zur Friedens Zeit vermeint erbaute Kirchen U. k. Fr. auf der Stiegen. Allein derSeel. Bischof Altmann weiß von solcher nichts, wohl aber von zwo andern Capellen des H. Petri und des H. Rupert, und von der dritten St.Pongraz, die er selbst erbauet. Weder im Jahr 900. sollen die Hungarn Fabia- na zerftöbret haben , ob sie schon in diese Gegend gekommen Es brauchte kein Zerstöh- ren, die Stadt' lag ohne dies schon darnieder, und von Deutschen Landes Einwohnern ent- blösset und verlaßen. Ein solches ist zuschlies- ftn aus Sermarmo Contractu , (6) wo er aufs Jahr >00. folgendes angemercket: u»- I 5 8»- fd) In ^NNLI. Vst. Hunn. Xvsr. LHunx-kark. H. I-ib. z. p. eyr. sc) Vi6. ^nnal. v'rrne. k'ulcj. »6 ^n. 851. äs Lorsdjs . sp. Greller, p. ,r. L 8i- x- kert. 6embl. rcl an. 8zo- sp. ?>lior. lom. I- p, 793 - (6) Ui Lkron. sä »n. -00. cit. I» Lp. klltor. p. LZ4. l z8 Beschreibung der Stadt Wien ^sni bosies novi — exploraram Ka^os^ism invaäenres circa ^neiiim tiumen plurimgz sbäucunt; irem psnnoniss 6epopuls- tL! occupsnr. „ Die neuen Feinde die Un- „ garn haben das ausgekundschafte Bayrn „ angefallen, und um den Ens-Fluß sehr „ grossen Raub mit sich davon geführet; „ item haben sie sich auch des verheerten „ Pannoniens bemächtiget »,. Nach welchen Jahr von nichts mehrer als von Hun- garischen Verheerungen der Lander Deutschlands , Elsas und Gallien bey ermelten Au- ctor zu lesen vorkommet. Man besehe die beyden Herren Patres Hansiz l e) und Calles, t k) die weitläuffigeren Bericht geben, und keinen Zweifel überlassen von der Zerstöh- rung Fabiana. Soviel zur kürzlichen Ant. wort auf den Beweis -er widrigen Meinungen. §. m. « Von gemelten Jager , Hund und Hirschen , womit die Schuft - Verfasser ein Ne- Ven-Erweisung machen von dem Gebüsche und Waldung , die sich auf dem öden Plaz zwischen Mauren und Stein - Haussen , vor Erbauung der jezigen Stadt befunden, ist zu er- (e) Oerm. 8scr. I^om. I. p. iLo. (k) ^.ukr. kart. I. Lid. 4. p. 210. L p. zz8. Das IV. Lapitel. iZ9 rrwehnen, -aß solches Kaiserlich-Leopoldint- sches Denck-Zeichen der alten verheerten Stadt auf dem ientgen Burg, Thurm aufgertcht zu sehen gewesen , der er«? neulich An. abgetragen worden. Dies war -er jenige Alt- Römische Thurm, an dessen untersten Theil, noch jezo auf der kleinen Pastey droben neben -er aus dem Controlor-^ang heraus führenden Stiegen , im Wtnckel des Kais. Kömgl. Burq-Gebäues , ein Stück von der wahren Toscana, oder Rustica vor Augen stehet. §. IV. Wie nun für gewiß zu halten , daß die alte Stadt ab-und das heurige Wien dafür aufkommen , so müsse die neue Stadt auch rbenfahls so gewiß einen benahmten Stifter gehabt haben, dagegen kein Einwendung sich machen zu lassen scheinet. Nichts destoweni- ger doch giebt es mancherlev Meinungen. Wir tragen kein Bedencken mit etwelcken, die den ersten Herzog Heinrich Jasomir- gorr, theils zweifelhaft und zweydeutig ,theils ausdrücklich für den Stifter angeben , diese Ehre redlich, und ohne Umschweif demselben zuzuwenden. P. Calles erwehnet , er wisse niemand aus den alten Schrift-Stellern » der Heinrichen den ersten Erbauer, und Stifter der Stadt Wien (verstehe die heutige Stadt) nenne: Arenpeck zwar und Sund- I4<2 Beschreibung der Stadt Wien heim schrieben , daß er die Stadt Fabians, die iezt Wien heisset, erweitert, und die erste Burg erbauet habe auf dem Hof, wo zur Zeit (dieser zween Auctoren) das ClosterU. Fr. bey den Carmelttern stehet, und daselbst gewöhnet, auch andere Städte in Oesterreich vermehret, und in bessern Stand her- geftellet habe; daß er aber Wien erbauet, schreiben sie nicht: 5e6 czuo6 , saget weiter Calles , m »ppellac Orro kri- stn^enüs, vel Oi'r/a^r/, ut esm rpls Denri- cus appeUar, — nulls snre ^/e»»-rcr,w, Duce in Kar rnenno, slium conäirorem, ieu in- üsursrorem äicere non postum»;. (Z) ,» Daß aber von Wien, als einem geschlossenen Ort, wre es Otto von Freysing nennet, „ oder von einer Stadt , wie Ae Heinrich „ selbst benamset , vor diesen Herzog kein „ Meldung geschehet , können wir von kei- ,> nem andern Erbauer, oder erneuerer re- „ denSolches widerhvblet er anderswo, (k) mit diesen Worten: ?rinceps erat Den- ricus» c^uo non rlrer rebus ^ustriLe commo- stiorexricir: ereÄA Viennse k^eZia; Drbcipls s»r conäira, am instsurrra. „ Es war Hein- „ rich ein Fürst, desgleichen keiner dem Oe- .. sterretchischen Wesen zuträglicher gewesen war. Nach erbauten Fürstlichen Palast, <») Orll. I. I-id. 9. p. Z40. in I^ot. . 60. Das IV. Lapirel. 141 „ erbauete , oder erneuerte er -ie Stadt »»selbst»,» §. V. Es Mag dieses vielleicht jemanden nicht klar genug scheinen , uns aber will es genug gesagt seyn, zuförderst weil eben dieser gelehrte Verfasser der Oesterreichischen Jahrs-Geschichten von dem unter hoch gedachten Fürsten aufkvmmenden Wien weiters noch folgendes beyfüget : I-oci ufu, sc 6 eIicÜ 5 csp- ruM, krec^uenrem Ham slioquin incolis vicum, in Sirbis qusn6sm fpeciem, fosts , moem- busquecircumöuÄis, rechtere ccepiste. (i) ^ Nachdem aus der Erfahrung und von den „ Ergözlichkeiten des Orts (der Herzog) eingenobmen war, hat er der vorhin schon „ mir mehrern Einwohnern bewohnten Gas- „ sen die Gestalt einer Stadt zu geben, und mit einen Graben und Ring-Mauren zu „ umzingeln angefangen Soll dieses als etwas dunckels und zweifelhaftes ein Erklärung brauchen , nehmen wir dessen Notam zum behuf, die er in der Postill, oder in der Rand'Glosse« K) ungeschrieben : Vienns er kavisniz rucleribus instsurars. ^ Wien ist » aus den Fablanlschen Srein-Hauffen aufs „ neu hergestellet wordenMit diesen be- kraf- (1) lä. ksrt. I. L-ib. 9. p. 540. (k) Idicl. p. 142 Beschreibung der Stadt Wien kräftiget er seine oben angeführten Worte, die soviel heissen , dass der Herzog Heinrich sowohl Londicor, Erbauer, und Stifter des neuen Wiens : als auch Inftauracor, Erneuerer der zerstörten Sradr Fabians, oder Vindobona betttult zu werden verdiene, und gewißlich nach den Smn und Meinung aller oben angeführten Schrift Stellern, die eines sowohl als das andere bezeugen, wohl wissende, daß, nachdem die alte Stadt zu Grund gangen, und vor dem Herzog da kein Stadt, sondern ein offener Baurn-Ort: unter desselben Regierung aber würcklich schon ein mit Mauren und Gräben befestigte Stadt da gestanden, kein anderer, als der Herzog Stifter und Erneuerer seyn möge , ob ihn schon gar keiner ausdenen alten, S itter ausdrücklich genemret, sondern mit Richardo (I) Sundheim (m) und Arenpeck (n) soviel nur -n Tag geben , daß er auf dem P'az Fabians die erste Burg erbauet, die Stadt erweitert, und alda zu residuen gepfleget habe. § VI. Ms den neuen Schrift-Verfassern lasset Lchö k. k. Tillmez, der Gesellschaft IEsu (o) (1) äp. Hrntdrl. p. r;ii. (m) äp. ksri. I'vm. I. col. (a) Idill. col. 1197. Das IV. Lapitel. 14? f 0) kein Irrung seyn, wieder aller anderer Verheerung , den viel gedachten und ersten Erbs-Landes Fürftem von Oesterreich Heinrich , frey und unverholen einen Stifter, nue er es würdig ist , zu nennen. Denn weil dieser Herr zu gleicher Zeit auch die St. Stephans Kirchen mit der Stadt erbauete, hält ihn erst benannter Exim. Pater von Heyden für den Urheber, wo er gleich Eingangs des ersten Titels und Blars Seite, von gleichen Aufkommen dieses,und des andern schreibet : utriusHue Henncus iuit I-eopol- 6i klarolüoniz, Ham inter Orvor relaci lilius, Hui peimm omnium Oucir inli»nia , cirulor-- Hue imulir. „ Der erste Urhebervon „ beyden (das ist von der Sc Stephans „ Rirchen und der Stadt) ist Fürst Hein- „ rich,desH. Marggrafens kevpoldiSohn, „ gewesen , als welcher zum allerersten die Wappen Zeichen, und Titel eines Herzoqs in Oesterreich eingesühret Der Meinung ist auch oben belobter P Neiffenstuell, wo er saget, Heinrich der Andere ein Sohn des H. keovoldi habe Wien zur Stadt zu machen befohlen. Befähle er ein solches, und dessen Willens Meinung ward vvllzohen, muste er vom Erfolg Urheber, und derStadt Stifter gewesen semi Also schliessen wir mit diesen geistlichen Männern, und sagen, daß es ( 0 ) ^r>. Okoler in IVIsmorad. cis teinxlo »S ^urri all ä. Ltspk. I'it. i. p. ,44 Beschreibung der Stadt Wien es klar^enug sey , daß weil der Herzog die erste Burg allda gestiftet, und den Plazmtt Mauren und Graben umfangen bat , auch die Stadt gestiftet habe. Also (sagen wir) und also schließen wir, nicht nach Pedantischer Plauderungs-Art, womit die zur Sache behörigen Umstande verhalten , und nur listige Älügeleven fürgebracht werden wollen. §. VH. Dennoch aber kan es sich fügen, daß un- geacht unsers Schluses denen Herren Patri- bus Calles und Tillmez, auf die wir unsbe- k ziehen, die Worte Londicor und Aucor di- ' spunret werden ; angesehen die alten sammt- lich rieffes Stillschweigen davon gehalten haben, und nur meistens, wiebeymÄventinus, zu lesen vorkommet. Solchen allenfalls sich ergebenden, und von der Historischen Lauterkeit abgehenden Emwürffen,und Erörderunaen , womit ein Sophist dre Leser zu keuschen suchet, zu begegnen, machen nur durch das Erempel des Romuli , als Stifters des neuemundErneuerers des alteRomS die klarere Erläuterung. Rom ist lange schon vor Romuli Zeiten erbauet gewest::, doch aber von diesem erst in die rechte Form einer Sradt gebracht worden. Unter den Lateinischen Königen die mehr hundert Jahr vor den Römischen über das Latium , oder Das lV. Lapitek. 145 der Lateiner Lande , in welchem Rom gelegen , herrschten , befand sich auf dem nachher erst so genannten Berg , oder viel mehr nur Bühel palacinus eine Stadt, die ur» sprünglich den Griechischen Namen » Rom, soviel als Rsbur, oder Vires , die Gcärcke führete, wiewohl solcher Name geheim und vor heilig gehalten wurde, wofür dienen angehenden Lateiner, Valencia, so eben die Bedeurnis hatte, zu sagen pflegten. Ausser der gewöhnlichen Residenz-Stadt Alba Longa , hielten auch einige aus den Lateinischen Königen Hof'Lager auf den Römischen Bergen, die von denselben , als der Berg Iantculus , vom Janus : -er Berg Aventinus , vom König Aventinus die Na» men ererbet. Der Berg Palatinus , oder anfänglich nach Livii Zeugnis. Palantinus überkam nach solchen erst diese Benennung von Arcad ischen Fremdlingen,, die pallancer hiessen , und unter ihren Anführer Evander aus der Stadt Pallanteum, oder Pallantium in Arcadten aus - und zu Schiffe nach Latium gezoven anlangten, denen der Lateiner König Faunus, aus Ermanglung der Einwohner mit guten Willen , den Ort Valencia auf gedachten Berge zu bewohnen eingabe. (p ) K die (p) 8ol!n. polvkiK. c. ». V-rrro l.ib. 4. 6» I.inx. I>zr. Oecil. Lp LtrLb. I.id. 5. 6s ItLl. p. rZ9- psK. I«M. iS. vicl. Ltspü. fls Vrd. v«- Ls 146 Beschreibung-er Stadt Wien Die Römer hielten selbst dafür, daß IanuS, oder Saturnus, so eine Person des Noefoll gewesen ,'eyn , die Stadt am erst gestiftet habe; also Virgilius sy) llLNL .sgnu8 ?3ter , hsnc Lmurnus con- 6i6ic ^rbem. Und zumal Evander zu mehrer Erbauung des Plazes Valentia Hand anlegte , und demselben den Namen seiner Arkadischen Geburts-Stadt Pallantium oder Pananteum , die Pallans der Anherr seines Groß-Varters erbauet batte, zueignete, nennet es mehr berührter Pvet«o§r/e , das edle und berühmte pallanteum, und giebt nach gemeiner Meinung aller Römer dem Evander dre Ehre, daß er Stifter der Stadt Rom gewesen , wie er abermal singet: (r) lum kex Lvanörus komLNL Ooncliror si-cis. Und wiederum von denen Arcadiern des Evanders Mitgesellen: (s) Dele^eee locum, Lc poiueee in monri« bus Orbem, pallgnu; prosvi 6e nomine pallanreum. Sie erkieseten sich den Ort, und baueren auf dem Berg eine Stadt, die sie nach des Alt- Var- r 4 ) Lid, s. ^snsjä. ( r ) Ltd. eit. (s ) Ibicl. Das IV. Capitel. 147 Gatters Pallantis.Namen, Pallanteum nannten. §. vm. Inzwischen, daß nach vielen Jahren diese Stadt ins Abnehmen kam, und nur von ge- niemen keuthcn, als Fauftulus der Hirt und Ernehrer der Zwillinge Romutt und Remi war, bewohnet wurde, folgete dieser Romu- lus nach, von welchen Titus Livius fr) schreibet: komulus pslsrinum primum, in ^uo ipie erst eäucarus, munür. „ RvMU- lus hat zu erst den Berg Palatinus , wo ,»er selbst auferzvhen worden , bevestiget Wovon auch EutroplUs : ( u) Urbem exi- AUSM in pslsrino mome conüituir. „ Er ,, hat sich ein kleines Stadtlein auf dem Berg Palatinus anaeleget Solchemnach wird Rvmulus vom Ennio (x) Floro < Und Ovidlo (2 ) Orvi/r/o»' Stifter der Stadt Rom genennet , ob er gleich die zu dieser Männer Zeiten auf sieben Bergen ausgebreite, und in nächsten Flor stehende Stadt nicht erbauet, sondern mit sein kleinen Städtlein, nur den Anfang hierzu qe. Macht, und den Grund geleget batte. Ausser Zweifel muste man dem Romulo K 2 das (t) I.id. i. ( u) I-id. 1. c. fx) nal. Lid. c. r. (r) LLet-w. I-ld. 14- i§8 Beschreibung der Stadt Wien das Recht widerfahren lassen , daß er als Londicor, das neue Rom gestiftet , und als Instauracor , das alte ?«>-? verneuert habe; nicht aber darum, daß ihn die Skribenten emen Stifter gencnnet, sondern weil ers l in der That wäre, und niemand diese Ehre I ihm streitig machen konnte. Vermutlich k wird sichs keiner beykvmmen lassen, den von k unser m Herzog Heinrich, auf gleiche Weis ^ verdienten Ruhm, eines Stifters des neuen § Wiens , und eines Verneuerers der alten i Stadt Fabian« , in ein urmüzes Gezanck zu ^ ziehen. Unsere alten Schrift Steller waren so befugt, als Calles und Tillmez ihn Stifter ? zu nennen, und als die Römer ihren Rvmu- j lum zum Überfluß Stifter geheissen haben; ! > denn was ohne dies welkkündig ist , und ge- ! meiniglich zu geschehen pfleget, wird nicht ge- ! schrieben, damit es nicht scheine, als ob man j lehrete, daß die Vögel in kuft fliegen, und j die Fische im Wasser schwimmen. Aber genug von diesen. Wir lencken unser Rede auf ! die Zeit, zu welcher der offene Plaz Fabiana bevestiget , und in ein Stadt verwandelt worden. §. IX. Was die Zeit der anfänglichen Erbauung Wiens betrift, geschähe solches in den s. Zähren von An. »141. bis An. 1146. Als nach Das IV. Capital. 14- nach zeitlichen Hintritt Levpoldi Larqi de 5 hiesigen Marggrafens, dessen Herr Bruder viel gedachter Heinrich Iasomirgorr in erweitert Har. Jahr die Regierung antratt, machte er gleich darauf An. 1144. den Anfang zur Erbauung der St. Stephans Pfarr- Kirchen, da alsdann zu gleicher Zeit in eben der Gegend mehr andere Häuser gebauet, Gassen-wetse angerichtet, und das ganze Residenz-Stadtlein mit einem Graben un- Ring-Mauer umgeben und bevestiget ward. Otto der Bischofvon Freysing räumet allen Zweifel auf die Seite, da er in obgemelten 1146. Jahr, den Ort Fabiana das erstemal ein Stadt nennet, und zwar in Erzehlung des von seinem Herrn Bruders Heinrich, mit den Hungarn unglücklich gehaltenen Tressen, nach welchen sich derselbe über die Fischa daher, als ein schon befestigtes Städtlem flüchtete: in vicinurn oppiäum Viennis (sagt Otto) ouo6 olim Ä R.OMSM5 ksbirarurn , ka- vianr; oicebarm-, äsLlinavir. „ (a) Er ent- Wiche nach der nächsten Stadt Wien, die „ vor Zeiten von Römern bewohnet ward, „ und Favianishresse,,. §. X. Eben solches bezeuget der Herzog selbst in einem wegen Dornbach dem Löbl. Stift K z St. (r) Os Osüis ?riäsr. I. Imp. Olb. r. e. 8 ^ Iso Desthreibung der Stadt wie» St. Peter ;u Salzburg Benedictiner Ordens An. 1156. ertheilten Donations-Brief, in welchem er den Ort auch ausdrücklich ein Stadt nennet: Ituic aurem rrsäiüom, sagt er, in Hennenli Oivirsre ä nobi5 tacAL ln- rerfuerunr Lcc. : (d) „ dieser in der Stadt „ Wien geschehenen Ubergab , haben beyge- „ wohnet rc. Also nennet er auch im Schottnerischen Suft-Brirf de Dato n§8. Wien eine Sradr, in Erwehnung -er allda befindlichen Capellen in5i-s muros oppiöi Os- pellss, ^i WWNtzMM MWW Mr» !kE^LÜU. k»M MMMV MLF- SL?' S»8 SM8 D«8! MM rV.' Das IV. Lapitel. izz griffen haben; als von welcher Stadt Ring- Mauer noch diese Stund zwey Thöre, eines am Kazen Steig: das andere auf der Fischer- Stiegen übrig seynd. Dieses Fürgeben be- starcker hauptsächlich, jedoch nur zum Theil, unser geänderte Meinung, und begnügek uns, daß fürtrefliche Männer erft erwehnten Ne- zirck ebenfals für etrvas Römisches ausgeben, und einfvlglich die zwey erst-genannte Thöre die untrügliche Erweisung davon machen müssen; doch mit dem Unterschied, daß diese Thöre, und der ganzen Ring-Mauer Umfang nicht von der ganzen Akt-Stadt , sondern nur von einem Theil derselben , das ist von den Römischen Castris Herkommen. Ungeachtet aber, daß sie eines gleichen Römischen Herkommens seynd, sehen sie doch ganz unterschieden aus, und mithin nicht, wie man insgemein dafür halt, von Herzog Heinrich haben mögen erbauet werden. Daß am Ka- zen-Steig bestehet von Grund auf , bis an die Zinnen aus mittelmäßigen irregulär ge- haueten und versezten Quader-Stücken, und samt dem Halb-Zirckel des Bogens, von gar unrichtiger Bau-Kunst. Doch ist es etwas uraltes, und die darauf aus Ziegel-Mauer gebaute Zinnen , seynd ein augenscheinliche Reparation. Daß auf der Fischer - Stiegen ist wegen den unförmlichen Quader-Steinen der Seiten-Mauren den vorgemelten Thor ganz gleich, aber das übrige des ganzen Thots K 5 mit 154 Beschreibung der Stadt lVr'en mit samt denen Zinnen bestehet mehrmal nur aus Ziegeln; hat keinen Zirckcl, sondern ein zugespizren Bogen , wie in den so genannten Gothtschen Gebäuen vor Augen kommet. Daraus abzunehmen ist , der Herzog Heinrich habe das Thor am Kazeru Steig, so mit andern Thören und ganzer Mauer des Sol- daten-Lagers , zur Zeit des TiberiuS , von der am erst alda posttrten XIU. Legion, m- mulrusns erbauet worden , in so weit baufällig angetroffen, daß er nur die Zinnen allein darauf stzen zu lassen, verursachet ward. Hingegen daß auf der Fischer Stiegen muste ausser den Seiten-Theilen gänzlich eingegan- gen gewesen seyn, und dabero ein ganz neue Reparation des Thors erforderte. Ein solches haltet man für die Ursachen , daß der Stifter sein Residenz in vorbesagter Peripherie zu bauen aufienge. Diese uralte reno- virte Thöre fügen wir in Kupffer gestochen ßey , ingleichen den Entwurf des rothen Thurm Thors, welchem daß vor mehrer Jahren abgetrageneBauer-Thvr, ganz gleich gewe- senzworaus der handgreifliche Unterschied,zwischen denRömisl->en,und diesenHerzoglich-keo- poldinischen Thurm-Gebäuden abzunehmen. Vom erst gemelten Bauer-oder Peiler-Thor, dessenNamen der daselbst durchgehendenStras- sen, und denen alda gelegenen Häusern noch -u dato anklebet, und am - oder untern Pet- Das IV. Lapirel. es; ler-Thvr genennet werden, iftanzumercken, daß es R.. ?. Steyerer »'ram , das pfeiler.Thor nennet, und den Namen von denen Pfeil-Machern, die in sotha- ner Gassen sollen gewöhnet haben, herleitet, kazius (*) hingegen schreibet das Wtderspiel, sagende : l-.e§irur in snric^uis cum chplomsri- vus , rum ^nnslibu; porrsm Viennenlem, yuL kroäie in messis pens urve cernirur, c^us via in ^ulamäucir, c^uonäam keurer- rkor nominarsm, ^uam mossü 6epravars Le^Iartkor- apellamus. „ MüN leset in alten »> Freyheits Briefen und Jahrs-Büchern, „ daß ein Wienerisches Thor, so der Zeit fast „ mitten in der Stadt zu sehen, ehe dem daS „ Beuerer-Thor geheissen , welches wir jezo „ verfälschet das Beyler-Thor nennen. §. XIV. Was annebens den herqestelten Ring- Mauren -es alten Lagers , nunmehr aber des neuen Stadtleins und desselben Stadt- Grabens, andere vom Herzog zu Stand gebrachte Gebau anlanget, geben zuverlaßliche Nachricht die drey Schottnertschen Stift- Briefe , (e) und die bekannten Schrifr-Ver, fasser Rikard, Arenpeck, Haselbach und an- de- f*) Vs Mtzrat. 6snt. vlb. 7. p. 40z. (e) >p. cir. Rsrn. kW m coci. vixl. karr. r. col. Zöz» L col. 425. L4. l 56 Beschreibung der Stadt Wien dere, nemltch daß er sein Burg auf dem noch heutiges Tags so genannten Hof, am Plaz des Profeß-Hauses der Hochlöbl. Gesellschaft JEsu, gebauet, und alda Hof zu Hallen angefangen habe. Ausser dieser Hof- Burg ist zwar von anderen Gebäuen in der Stadt nichts wissentlich, die der Herzog gesühnt ; doch ist kein Zweifel , daß er noch mehr anderes gebauet, insonderheit den bekannten Berg, Hof werde haben erneuern lassen , als an welchem Haselbach seiner Zeit noch die Römrsch Architektur beobachtet hat. Übrigens befunden sich in der Stadt die drey schon oben gemelten Capellen St. Ruprecht, St. Peter und St. Pongraz ; worzu bald anfänglich des aufkommenden Wiens, auch die vierte St. Mariä auf der Stiegen kam, die uach Bericht P. Reiffenstuell An. 1154- von einem Passauischen Bischof, wie glaublich, von Conrado des Herzogs Herrn Bruder, erbauet worden. DieSt. PongrazCa- pellen schrieben wir im Alt-und Neuen Wien, nach von anderen gegebenen Bericht, daß sie ausser den Städtlein gelegen , und stelleten sie auch also in der Abbildug vor; allein nach Erwegung des Herzogs Worten in Schottnerischen Stift-Brief, in welchem er alle 4. Capellen r»/>a , innerhalb den Mauren gelegen zu seyn bekennet, möchte keine außer den Mauren Das IV. Capitel. 157 sich befunden haben, kazius (s) schreibet, die St. Pongraz Capellen habe sich in ve/s» in der alten Burg befunden, welchem beystimmet der Schottnerische Abbt Herr Martin, (s) bezeugend, dies Fürstliche Castrum sey nächst den Carmelitern aufm Hof gelegen , wo der Herzog Heinrich in der Pangratii Capellen Meß zu hören gepfleget habe. Rasch meldet von einem St. Pangra- zen Hof, so gedachtes Castrum mag gewesen seyn; auch P.Mitterdorffer (ti) von der Capellen. Es scheinet gar glaublich , daß des Herzogs Herren Gebrüdere Otto der Bischof von Freysing , und Conradus der Bischof von Paffau die Stadt mit Bebauen ge- ziehret , und die jenigen Höfe alda anqele- get, die der Zeit noch unter den Namen des Freysinger-und Passauer-Hofsbekanntseynd. §. XV. In denen Ring-Mauren sollen sich 7. Stadt-Tböre befunden haben, i. Das sogenannte Beuer - oder Peiler-Thor. 2. An der Canhner-Straß , den Stock im Eisen gegen über. z. Bey den jezigen Fleisch-Bäncken am Liechten. Stög. 4. Am Kazen-Steig, so (k) R.sr. Vien. 1.1b. z c- 6. p. r;o. (x) In Leaalor. c. 5. sp. Hier. I'sr lom. II. Lol- 648» (b) LonlpsÄ. ttiüor. Umvsrt. Visu. ^Lrt. III. k. iZ7. 1 s8 Beschreibung der Stadt Wien so wie gesagt, noch zu sehen. 5 . Auf der Fischer-Stiegen , so eben noch vorhanden. 6 . Zwischen Maria-Stiegen und der hohen Brucken., 7. Am Haydenschuß. Von dem herumgeführten Graben führen, als rheile von demselben, noch zu dato den Namen her der treffe Graben von Salsgrieß an , bis zum Hayden-Gchußrund der Plaz vom Peiler-Thor hinunter bis zum Elephanken , auf dem Graben genannt. §. XVl. Mit gemelten Stadt-Gebau der Herzoglichen Burg und Fcstungs-Wercken des Grabens und Ring-Mauren , machte-er Hochfürstl. Bau - Herr auch den Anfang zu den Vorstädten. Ausserhalb erst gedachten Graben und Mauren , bauete er die kleine St. Stephans Pfarr - Kirchen , in welcher nächster Gegend , wie im Schottneris-tni Stift-Brief zu lesen , auch zugleich 5,^,» , die Gassen ^Vollzeil genannt, schon in ihrem Wesen war, und wie zu glauben , auch -re Singer - Straß; desgleichen die Römer-Straß , in welcher Gegend sich mehrer neue Inwohner niedergelassen zu haben scheinen. Uber dies bauete der Herzog ausser der Stadt einen Fürsten- Stadel, oder Fürstlichen Stadel - Ho^, wo hernachmals die Nachfolger ein neue Burg er- Das IV. Lapicel. 159 erbauet, so die Gradelburg hiesse, der Zeit aber die ScaUburg qenennet wird. An. 1155. -eng er auch anderer Seits ausser der Stadt für die Schvtten-Benedictiner Ordens Priester ein Kirchen zur Ehre GOttes, und Lob dessen glorwürdigst Jungfräulichen Mutter Mariä , samt einem Closter zu bauen an, worüber er An. n s8. den ersten : und An. n6i. zween andere Stift-und Bestätti. gungs Briefe ausfertigte. Unweit davon befand sich in der Renn.Gassen, Mischenden jezigen Arsenal, und den z. Hacken Gast- Haus, der so genannte Salzburger-Hof, den unfehlbar hochgedachter Bischof Conrad, nach dem er vom Passauischen , zum Salz- burgjschen Bistum befördert worden, hat erbauen lassen. So befand sich auch zur Zeit, und zwar von St. Leopoldt Regierung her ausser den Peiler-Thor in der jezigen Wall- ner-Straß das Levpoldinische Forst-Haus, welches der H. Marggraf selbst erbauet. §. XVII. Ausser der Stadt ward schon damals nach der neu-erbauten Pfarr-Kirchen St. Stephan ein eiqnerPfarr- Herr derSeelen Sorgehalber gesezetnn der Stadtaberverlieheder Herzog, nach laut desSchottnerische ^tifr-Briefs dem Herrn Abbten und Convent des eben neu-gestif- ten Closters,die oben besagten Capellen Sr. Ps- rer, 1 l6o Beschreibung der Stadt Wien ter. St. Ruprecht, die Schloß - oder Hof- Capellen St. Pongraz, denen auch dre vierte U. L. Fr. auf der Stiegen beygesezt ist, und zwar alles mit Consens des Herzogs Herrn Bruders Conrad , mehr gemelten Bischofs von Passau, und mit Bewilligung Herrn Herbergers Pfarr-Herrns bey St. Stephan, welchem und seiner Pfarr-Kirchen, als Mutter, zur Widervergeldung ein jährliches Einkommen in der Wollzeil vom Herzog angewiesen ward. §. XVlll. Übrigens ist noch zu erwehnen von der um jene Zeit entstandenen Deutschen Namens-Benennung Wien, so einige von dem Fluß, oder vielmehr Regenbach gleichen Namens, herleiten. Allein sofern dieser Bach unter den Römern Vindo, oder Vendo geheissen , und fast den gleich lautenden Namen der Stadt Vindobona geführet haben soll, möchte doch die Benennung Wien nicht von daher kommen, weil dies Wörtletn kein Verwandschaft mit jenen zu haben scheinet. Viel näherer ist verwandt Wien mit Fabians. Dann nicht der Bach , sondern die Stadt trüge am erst diesen Namen nach den Lager, und nach der allda postirten und gleichen Namen führenden Legion und Kriegs-Haussen der Römischen Miliz, die solchen von ihrem Das IV. Kapitel. i6l ihrem Ober Befehls-Haber L. Annio Fabra- no an sich gebracht , und daher» der Bach viel gewisser nach der Sradk, und nicht im Wkderspiel, muß seyn genenner worden Die Fürstlichen Herren Gebrüdere Orr» und Heinrich betheuren einhellig, daß der Plaz, allwo Wien aufgekommen, ihrer Zeit^e«- «a» oder ^re«»r> hieffe, zu der Römer-Zei- ten aber Fabianis geheissen habe , wodurch der Beweis an Tag lieget, -ander neue Namen Wien von dem Alt-Lateinischen Wort Fabians berstamme, angesehen dieses Wort mit Weglassung der ersten Sylben, in Wi- ana, oder Viana: dann in V'ena , Wie- na, zu Deutsch Wian , oder Wien verkehret worden, wie dann die alten Stadt Einwohner selbst , und die Römische Besazung samt den Rügen und ihren Königen Fabian', Fabianer geheissen ; auch dermalen anstat Fa-biani, Wianer, oder Wiener nach der Stadt Namen genennet werden. Soviel vom Aufkommen , erster Beschaffenheit und Namens-Benennung der Stadt, und ihren anfänglichen Vorstädten. DaS L , k »62 Beschreibung der Sradr Wien ? DaS v. Lapitcl. Von weiterem Aufnehmen der Stadt i und Vorstädten unter denen Herzogen Leopolds Virruoso, und Leopolds Gloriofo. xje i Sradt und Vorstädte rvcrdcn mit den Alt-Römisch ! reparircen Ring-Mauren umfangen. Ottokar der Dönig au» Böhmen erbauet die abgebrannten Sradr - Lhcilc / und nicht die Ring« Mauren. §. I. ^8es preißwürdigen Stifters Prinz und LN Nachfolger Herzog Leopold der Tu- gendhafre , liesse sichs eyfria angelegen seyn, einen Theil von den Vorstädten mit einer neuen Mauer zu umfangen , und an die erste Stadt anzuschlieffen ; mithin zur Erweiterung des geschlossenen Plazes ein merckliches beytruge. Der Umfang solcher Erweiterung, wie im Alt-und Neuen Wien zu lesen , zohe sich vom Dempflinger-Hof, nächst den Thor am Kazen-Steig , nach -er so genannten Burger - Musterung hinunter, weiter durchs alte Arsenal, durchs jezigeDo- minicaner-Closter, gegen den Stuben-Thor nach St. Jacob , ( welcher Seirs ein Theil von der alten zerfallenen , alsdann aber re- pa- Das V. Capitel. r6z parirten Stadt-Mauer zu Hülffe genohme» ward ) ferner Filz - Gaffel, durch dre ganze Smger - Straß hinauf bis an den Graben, unweit des Stocks am Eisen , wo sich die neue Mauer an die vorige Stadt.Mauer anschlosse. In der neuen Ring »Mauer, wovon vor wenig Jahren noch in der Singer- Straffen einige Zinnen zu sehen waren , befanden sich drey Thöre : i- am Roßmarckt, bey gedachten Stock am Eisen : 2 . am heutigen StubewThor : z. an der iezr noch so genannten Piber-Pastey, das Piber-Thor. Es schreiben andere, der Herzog Heinrich habe die St. Stephans Pfarr-Kirchen schon i» die Stadt emgeschlvssen; allein nicht damals, sondern jezt erst geschähe es bey vorgenohme» ner Erweiterung. Bisher stände diese Kirche» ausser der Stadt-Mauren rn der Vorstadt, wo sie Heinrich erbauet: r»arv um priu5> sagt Reiffenftuell , Lc snAuirum eLrrs civirarir McLnia rempellum erat. „ Es war Vvkhi» >» ein kleines und enges Kirchlein ausserhalb » den Sradt-Mauren >,. Auch die St. Jacobs Capellen auf der VÜlben, die Römer- Strassen, Wollzeil und alles was sich in de» angedeuten Raum befände, ward in diesen Stadt-Theil, den man alsein zweyte Stadt, oder vielmehr geschlossene Vorstadt betrachtete, eingeschlMn. Denn wo der unbenannte Auctor von koiben (a) von der wegen ? 2 gros- fit) ^p.Hier, ker iuLolleÄso. lom. I. eol. §47' 164 Beschreibung der Stadt Wien grosser Feuers-Brunst der Stadt, vom König Ottokar furgenohmenen Reparation der Stadt-Vierteln erzehlet» und saget, daß derselbe am Wycmarckc (ist die Gegen- -er heutigen St. Michaels Pfarr - Kirchen) zu bauen angefangen , sezet er gleich dieses bey: item urbs V^iennenlis spucl porrsm kvkrom; conük-uirur. „ JtkM wird auch „ die zweyte Stadt am Pyber-Thor ge- „ bauet,(oder klärlicher zu reden,)verneuert»„ §. n. Sothanen Stadt-Theil ziehrete und vermedrete belobter Herzog Leopold mit Erbauung einer Kirchen 36 8. Xägrism Koum- x/r>^rrvr/ f force ) „ So hat auch der König Ottokar die wohl bevestigte Stadt Wien innerhalb den Mauren beym Wytmar-Thor zu hauen angefangen , und hat sehr vieles von der auf der Erde neu gebauten Fortification «usgerottet (vielleicht; aufgeführet. Dieser Tert findet sich in gedachter Chronik heym Freher nicht, wohl aber in der Chronik des obgemelten Auctors von Loiben (6) bis aufs lezte Wort enr>j>ar,r, inclulive , abev force -xneavr, ist nicht zu lesen. Dieweil aber der lezte Theil dieses Texts iederman dunckel und ganz undeutlich scheinen muß, sezte Herr P.Pez dem Worte^,r>/>^//, die Anmerckung bev : öeest sliquiZ „ es „mangelt etwas im geschriebenen Exemplar Aber ganz sicher kan wegen den lezrern un- deut- (c) Xmirl. XuKr. krrt. II. Lid. 7. p. zoö. ( ä ) Xp. per. in LolleÄsn. Tom. I. col. 84S. Das V. Lapktsl. ,7» deutlichen Worten, die erstere ganz klar verständliche Rede in keinen Zweifel gezogen werden. Denn klar genug wird gesagt, daß Ottokar die innerhalb denen Mauren wohl befestigte Sradr am Wytmar - Thor zu bauen angefangen: somit hat er die Stadt, und nicht die Stadt-Mauer gebauet, und muste diese Mauer samt andern Befestungs- Wercken ohne dem schon dieser Seits sich auch befunden, und der Herzog Leopold solchen Thetl ebensals geschlossen , und nichts dem Ottokar von den Aussen-Wercken zu bauen überlassen haben. Noch besser wird du Sache entwickelt durch folgendes. §. Vll. Im erst angeführten Jahr 127s. verstell die Stadt durch ein erschrückliche Feuers- Brunst fast gänzlich in die Aschen. Am Vorabend des Festes der HH. Aposteln Philippi und Jacobi entstund vor den Schotten-Thor , gleich ausserhalb des Grabens, in einem Ziegel-Ofen Feuer, so durch heftigen Sturm-Wind in die Stadt getragen, ein allgemeinen Brand verursachte. Hiervon erzehlet abermal der von Loiben : Oivi- rss XViennenlst , sagt er , insta 8c extra mu- rc»8, omnes portL, prster äuas porrsr IiAno- rum 8c karinrinLNOi-um , rurres yuoque in iin^ulL, clausttL steniczue 8cocc»rum 8c kr»- > ?' 17» Beschreibung der Stadt Wien krsrrum bonorum, nec non psroctusles Lc- cleür 8. 8tepkani 8c 8. ^lickselis , Lc 8. ?erri , us^us s6 d. boipiria circa novum forum renisnenris, in fsvillss ci- neres penirus lunr re6s6ta-- Orakerur R^ex Lokemise , cui (Üivirss rebns Sc pertönis , 6iAni5^ue oblecjuÜL per ^uin^ue lullra obeäivir, lloc percepro compariens - — prselibararn civirsrem . Steyerers ungefehr 200. Schritt weit dom heutigen Burg-Thor, nechst der Hof- Capellen gelegen , hernach aber vermauert worden, welches mitdemCarner-undSchot- ten-Tbor, gleichmäßige Anzeig giebt von der dom Herzog Leopold rings umher geschlossenen Vorstädten, und den von demselben vollkommen hergestelten Aussenwerckeu. §. Vlll. Die alten Schrift-Steller lassen uns an der Sache nicht zweifeln. Enenchel, der fast zu gleicher Zeit floriret , schreibet in seinem FurstemBuch (k) dieses: Do hiez der tugendhaft Mann, „ Der Hrrtzog Leupolt greiffen an, „ Und hiez Wienne-Stat weiten, „ Bei denselben Zeiten, „ Wart der Grab umb Wien» er- „ haben , » Den müssen die Engel oyz auS- ,, tragen rc. Hast) in >l§. Wwäkre. »74 Beschreibung der Stade Wien Hasclbach von -er Gefangen-Nehmung deS Engelandischen Königs Richard meldend, glget: koües claro reäemprionis prerio ms- ximo » unäe murus Viennenlis äilarsrus sst» novnm ^uoyue iolläcum, cjuoä boäic cerni- rur eüollum. (§),» Nach erlegten grossen », Ranzions« Geld , ward die Wienerische „ Stadt-Mauer erwettex , wie auch der ». neue Graben, den man heute siebet, auf- », geworffenAlso auch Hagen (li ) und Arenpeck. (i) Denen wir zum Überfluß den Cuspinian (K) beysezen, dessen Bericht ist: Dux ^uürir sI.eopo!6us) ne svaririse ink- mulsrerur, iüsm libi äonzram pecunism in collliruLionein urbium iusrum XullriT, po- tistlmum in exrerivrem Orbis Viennenlis mu- rum sc pomLrium ei'usäem cum conAeüis il- lis «AAeribus per urbis circuicum, 1 ä. Vlrl. Das V. Capitel. 1/5 dessen Historiographus Cuspinian gewesen) zu sehen/verwendet,,. §. IX. Was die in der Vorstadt neu-erbaute Vurg , wovon oben kürzlich gemeldet worden, angehet, wird solchem von neuen Historie Schreibern gerade widersprochen, mit der allerkürzesten Abfertigung, es sey hievon nichts wissentlich, weder einige Gedächtnis verbanden. Man glaubt zu der Sache Gedächtnis übrig genug zu seyn , was erst angeführter Cuspinian schriftlich zur Nachricht hinterlassen mit den Worten: Hic vux ( L.eo> poiclus) ViennL lisbirsdar Lur^umczue, > iy4 Beschreibung der Stadt Wien was weiter auf der Donau aufwerts mit grosser Arbeit verführet wird. Von der Wein Schencke in Wien kommet dem Fürsten der zehende Pfening. Dies tragt der Cammer jährlich zwölf tausend Dugaten. Sonst aber frynd die Burger wenig beschwehret. - §.XVI. Das Wienerisch Gebiet ist durchaus mit Baum-und Weingärten besezet. Da liegen die schönsten und angenehmste?. Meyer- Höffe herum, und man siehet die fürtrefijch- sten Gebäude, weder daß sich an Vogel Fang, an Fisch Teichen und Thier-Gärten ein Man, gel ausserte. Der Anfang von Bergen, d>e Menge der Dörffer und Castellen bringen allen Reisenden die gröste Ergözung. Wenn du die Wienerisch-und Neustarterische Gegend , so in ein lange und weite Ebene aus- laussrt, betrettest , wirst du solchen Tract allen andern lustigen und angemhmen Landschaften , ohne Miderred, leichrüH vorzie- hen. Jmfall hier Ruhe, und sichere W ne zu sinden wäre, würdest du vielmehr Oesterreich, als Italien wün'chen. Aber zu unser Zeit, nemlrch des Bonfimi, ist man ftärs tzo 'er Sorgen, bald wegen denBölmnchen, bald wegenden Hungarischen Kriegen- So- Das VI. Lapitel. 195 Viel bisher Silvius Piccolomini (3) Bon» fiirius(b) und Ranzanus (c) vom Zustand und Beschaffenheit der Stadt Wien , und von derselben geistlich «und weltlichen Wesen vor z. und 400. Jahren. Etliche Paffaschen , die des Lesers Ohren beleidigen könnten, haben wir aus dem Silvio anzuführen, geflissentlich unterlassen. Ranzanus, alS em Ausländer, thate ein gleiches, er über- gieng sie auch mit Stillschweigen , und niemand har denselben darum zur Rede gestellet. (s) In Hiss. k°ri6er. III. 4 mp. recenlsnte^o. Loe- cler. r>ax. Lin kpisi. »Sz. sb) Rer-Hun^ar. Oecsä. 4. I.ib. 5. in. pax- 59z. se) Lxit. Her. ttuoxar. Inci. pax. 40,. Der von Herzog Leopolds Virtuos» geschlossene Scadr Theil, wird diezweyro Sradr gcncnner ; aus diesen» und der vorigen Henr»cianisthen Residenz; wie auch aus denen in- ner den Mauren gelegenen Vorstädten, entstehet da» heutige Wien. Ursprung der jczig und che, maligen ausser den Mauren befindlichen Vorstäd, ren, und derselben 8ustand im rS. Iahr hundert, kurz vor erster rürcklsihcr Sckaaerung. Die ausser den Mauren aelcgene Vorstädte werden das bschon Silvius mit dem Bonfinio und , Ranzano von der Stadt und ihre« Vorstädten etwas unordentlich zu han- Das vn. Lapitel. erstemal zerstoßet N « deln ,96 Beschreibung der Stadkw ien Lein scheinet, liegt doch die Sache ohne dies ganz klar vor Augen, daß er die eigentliche, oder innere Stadt, von denen damals inner den heutigen Fortificationen gelegenen Vorstädten, absoudere, und jene die Stadt, diese dre Vorstädte nenne. Die Stadt vom PeUer-Thor, bis wieder dahin begrif in ihrem Umkreis 2000. Schritt. Sie hatte ihren (Araber, und Ring-Mauren, und war daher kein ander e, als die der Herzog Henricus in denen Römischen Castris angeleget. Den anderen Stadt-Theil , den keopvldus Vrr- tuosus, der Tugendhafte von der Gegend des Stocks im Eisen an , in der Singer - Straß hinunter, mit der St. Stephans Pfarr Kirchen, Wollzeill und Römer-Strassen bis ans Stuben-und Plber-?hor mit einer Mauer einqefangen , zehlen Silvius und die zween anderen Auctoren vielmehr zu den Vorstädten , als zu der Stadt, in dem sie alles, was ausserhalb den 2000. Schritt weiten Umkreis der Stadt; und innerhalb der grossen Ring- Mauer gelegen ist, die grosseil Vorstädte nennen ; und gar recht, denn dieser neu einge- fanqene Plaz, ward für einen unterschiedenen Stadt Theil gehalten , der samt der ersten Stadt und Vorstädten mit dem grossen za. Schuhe tieffen : und einen Pfeil-Schuß weiten Graben; desgleichen mit dem grossen mlt prächtigen Thürmen gezierten Ring- Mauren umschlossen war. »97 Das VII. Lapitel. §. H. Der ungenannte Auctor von koiken, wo er von der , nach der grossen Feuers- Brunst, von König Ottocar fürgenvhme- nen StadtReparation erzehlet, und meldet, daß erst gedachter König am Wycmarck; zu bauen angefangen , sezet gleich darauf auch dieses bey: ( s ) lrem sscunäa Vrks nenlis spucl portgm k^bl'onis conliruirui-. „ Ztem wird auch die zweyte Stadt am Py- ber-Thor erbauet „ Mithin dlese Gegend ein eigene Stadt ausmachte, und, wre eS gar wahrscheinlich, für eme Vorstadt gehalten ward. §. m. Aus diesen zwo Städten, und aus denen Vorstädten, entstünde nun das jenige Wien, wie es dermalen innerhalb den Befest'gungs- Werckenvor Augen lieget. DerAuctor K.?. Matthäus aus demköbl.Orden der Conventu- a len, giebt in seinem An. 1 724.ru Wlennerifch- Neustadt gedruckten Buch , betitelt , (K) aus ihrem Wienerisch« kandhauserischen Archiv die Nachricht, daß teopoldus Gloriolus im Jahr 1224. vom d. Francisco einige Patres seines neuen Ordens N; er. (a) ^x>. ker lom. r. col. 847. (d) c. 4-x.rZ. I? r i 198 Beschreibung der Stadt Wien erhalten , czuos lecum 6ucens Viennam, in zri-L^io tuo runc in Luburbio iito coüocsvic, rbi6emczue ipü; Zccleliolsm uns cum mona- üerio erexir, yuc>6 lüburbium tücceüu rem- poris cum urbe äilarsra inri-ä moenia cosiuit „ welche er mit sich nach Wien überbringend, « auf seinem damals in der Vorstadt gele* „ grnen Land-Gut eingeführet hat; allwo ,»er auch denensetben ein kleines Kirchlein „ samt einem Closter erbauete, welche Vor, „ stadt folgender Zeit , mit der erweiterten „ Stadt , innerhalb denen Mauren zusam- „ men gewachsen , und zu einer Stadt ge- „ worden ». §. iv. rang vorhero aber, ehe solches geschähe, ward der Anfang auch gemacht zu den heutigen rings um Wien inner den Linien liegenden Vorstädten. Doch ursprünglich nicht unter den Namen , oder Ansehen der Vorstädten, sondern der Dörflern, Meyerhbfen, und dort und da zerstreuet angelegten kust- und kand'Gebäuden, deren einige so alt, und warscheinlich noch älter, als das jezigeWien selbst, in dem sie, wie gleich folget, zur Zeit -es Stifters Henrici Iasomirgott, schon in ihrem Wesen , und bekannt gewesen. Der oben belobte, und hoch berühmte Italiener Donfiliius, der Hungartsche Hiftoriogra- Phus, V» Das VII. Lapitel. v§y phus , saget unter andern am citirten Ort dieses: Viennsnli; LAer , vineri; 8c POMSI-N5 rorus est coniicus. villL ciecum LmcLniiti- ML , ubi elsborarillima ipscranrur LÜisteia: riecjue sviaria , pilcinL , cLterac>ue vivarig, cZetunr. „ Das Wienerisch Gebiet ist durch- „ aus mit Baum-und Wem Garten bese- „ zet. Da liegen die schönsten und ange. „ nehmsten Meyerhöfe herum , und man sie- „ het die fürtreflichsten Gebäude; weder daß „ sich an Vogel»Fang , an Fisch - Teichen, » und Thier-Gärten ein Mangel zeigete«. §. V. Aus diesen können wir einige namhaft machen. Der Ort Ziechenals ist sicherlich einer der ältesten, als welcher samt der Kirchen S. Johannis , und der ganzen Gegend, von Stadt Graben an bis an die Als, beym ersten Aufkommen der Stadt vom Herzog Denrico , nach Beweis des Schvttneriscben Stift-Briefs, dem Pfarr-Necht dieses Klosters übergeben worden. Die Donau-Insul in unterm Werd,jezoLeopold-Scadr genannt, mustr auch bald anfänglich mit den schömirn Obst - Gärten und Lust - Gebäuden angelegt worden ferm , weil sie mehr berührter Bonnmus seiner Zeit, als einen gar bekannten Re- rreations Ort der furnehmsten Burgers-keu- ten, und der Jugend, namhaft machet. Erd- N 4 beer, Lvo Beschreibung der Stadt Wien Beer, oder Erdburg ein alter Ort, wo An. 1192. der König aus Engeland Richardus dom Herzog Leopolds Virtuoso gefangen worden. Mäzleinstorf, Nikolstorf, Hunds- Thurn, Margrethen , das DorfSc. Ulrich, oder Zaißmansbrunn , Lrabaten , Dörst aufm Spittel-Berg,Schotten HostundNeu- degger-Hof nächstSt Ulrich, Roten Hof in der heutigen Joseph - Stadt, und mehr andere Höf und Oerter der voriaen Zeiten, aus welchen die heutigen Vorstädte innerhalb den Limen entstanden. - §. VI. Inzwischen fienge man auch schon vor langen Jahren nahener an die Stadt auf den jeziqen Glaus, oder auf der weiten Ebene, so 602. Sckrit breit, rund um die Stadt lieget, Vorstädte zu bauen an, die ganz Ungar an den Stadt-Graben anlaaen. In die- sin sowohl als in den weiters davon abgelegenen dermaligen Vorstädten, befanden sich mehr Klöster, Kirchen und Spitäller, wovon Lazius (c) die Verzeichnis giebet, mit bericht/daß alle derselben seiner Zeit, aus Ursache der ersten türckischen Belägerung nie- dergerissen , und samt allen nahe gelegenen Vorstädten rasiret worden. Benanntlich ein Kloster-FrauenAbbtey zu St. Nicola, der Frau. , leä conrrnuo cluötu pro loci nsrurs circumäsra lir : rsri; erism rurribur inliAni, nec^ue Hs a6 propuAnsnäum , uns gtczue sl- rers excepris, mulrum iäoneis Lc sccomoös- 6s. „ Wien ist weder von Natur, als auf „ der Donau - Seite allein, weder durch die „ Kunst genugsam befestiget : sintemal sie „ nur mit einem durch Hand-Arbeit gemach- „ ten Wall, und mit zusamm-gehäufter Er- », den; sowohl als auch nur mit einer vom „ Alterthum und von Regen verderbten, „ und daher gar schwachen, weder Winckel- ,, lichten , sondern nach Beschaffenheit des „ Orts mit einer gerade hinlauffenden Mauer „ UM- sä) Oe vell. kslwoa' I.ib. 6. p. no. Das VlI. Lapktel. 20z ,» umfangen ist. Hat auch der Thürmen hal- „ der schlechtes Ansehen, als welche, ausser „ einen oder dem andern , zur Vertheidi- „ gung nicht viel zu brauchen und unbe- ,» quem §. ix. Ein gleiches schreibet Goiterus, se) von schlechten Zustand der Aussen-Wercker, nem- Itch der Stadt-Graben sey trocken , vom Wasser entblösset, und konnte den stürmenden Barbarn nichts in Weeg legen. Kloenia ipis, saget er, Huamv'18 coÄ'lll larerculo link construÄa , rurrinm kamen propuZnacuIis, Iioililem sclversus vim Lr. injurism, non läris tunr linnsra , c^uia Lc karc nec lara, veram säkuc referre vi 6 enrur anric^uiratem. , Die ». Stadt Mauren selbst, ob sie schon aüsge- „ brannten Ziegeln erbauet, seynd sie doch „ von den Bvllwercken der Tbürmen, wider .. feindlichen Anlauf und Schaden nicht qe- „ nung versichert, aldieweilen auch diese nicht „ breit genug , noch bis auf diese Zeit aber „ ein warhafte Antiquität fürzustellen scher- ,, nen §.X. ( e ) Vs UsII. ?annon. I>ib. r. "som. i. Script. Ksr. ex rscsaL v. ScUvauä, x>. 578. M Äil Ol 'S i, '; l « '! 204 Beschreibung der Stadt Wien §. X. Fraget jemand , was dieser Schriftsteller in denen Aussen -Wercken der Stadt für ein warhafte Anriquiräc habe ansehen mögen, sagen wir die jenigen Thürme, welche oben bedeuter Ursinus Velms von anderen ausnihmet, die er zur Vertheidigung der Stadt brauchbar, und bequem zu seyn erachtete; dergleichen er den aus lauter Quader- Steinen gebauten Carner -Thurn gewesen zu seyn bezeuget , von welchem aus dem allda aufgeführten groben Gcschüz , denen türcki- schen Belägereren , unbeschreiblicher Schaden zugefüget worden. Wo mehr gedachter Hungarischer kivius Bvnfinius , von diesen Wienerischen Thürmen schreibet , redet mit diesen Worten: kloeniL — in corvNL lpe- ciem luperbarum rurrium fre^uenris exco- lunrur : lzuarnm alic^uL e czua6rsro lapiöe öe aus^ranAulsres, nonnullse lareririo rotun- conüu-Aunt. „ Die Stadt-Mauren seynd „ in Gestalt einer Cron mit viel herrlichen „ Thürmen geziehret. Aus denen Thürmen „ seynd einige aus Quader-Steinen und „ viereckicht,andere rund ausBack-Steinen §. Xl. Aus diesen dreyen fürtreflichen Scriben- ttn hat jedwederer etwas distinquirtes an den Wie. Das VII. Capicel. 205 Wienerischen Stadt-Thürmen beobachtet. Ursinus sähe nur einige, Wieden aus lauter Quader-Steinen gebauten Carner-Thurm, und nicht alle zur Beschüzung der Stadt für brauchbar an , die gewißlich alle aus herfür ragenden und nach Art der Diemanr -Spüren poffirten grossen Quader-Steinen erbauet gewesen, wie heuriges Tages die untrüglichen Anzeigen an den Arsenal- 3 uden - und Schot» ten-Thurn , wie am Überrest des abgetragenen Burg-Thurms,den Beweis vor Augen legen , die wir nach Erachten Gualtherii Ri- vii ( 5 ) und anderer oben angebrachten bewehrten bauverstandigen Männern beharrlich für etwas Römisches außgeben, und mit diesen des Alt-und Neuen Wiens gleiche Lage, und gleiche Grösse behaupten. Diese Thür- me seynd es, die Soiterus mit dem Cärner- Thurm ,ja auch Stuben-Thors-Thurm, für ein warhafce, und für kein andere als Römische Anciqm'cäc angesehen. Sie seyndes, die Bonfinius aus Quader-Stein viereckicht: andere aber rund aus Ziegeln qebauet gesehen , und darum einen grossen Unterschied machen muste, weil die jenigen von den Römern , diese, aber von Herzog Leopoldo Glorios» herrühreten; und nur die jenigen, nicht diese zur Deftnsion tauglich schienen. Das fk) In Lommsat. »ä Vitruv. «Is ^reüireäd. I-iv. 1. e. z. 1 ^ 206 Beschreibung der Stadt wie»r Das vm. Lapitel. Von denen , wegen der Dürcken Anzug, in der Eile, vor-und innerhalb den Ring-Mauern angelegten Festungs-Wcrckcn. Nach aufgehobener Belagerung, wird Wien Mehrers bercsiiger. Überfluß aller Sachen und Wollfette Seit , nach erst gcmetter Belagerung. 5. I. Dieweil man sich wegen besagter ersten HZA türckischen Belagerung auf die emzr- genRmg-Mauern und Stadt - Graben nicht zu verlassen hatte, wurden dahero zu der Stadt mehrer Versicherung andere Fürkehrungen vor die Hand gcnohmen , und was immer möglich mit allen Ernst m der Eile veranstaltet. Der Graben, so vm den anliegenden Vorstädten mit allerhand Unrath fast angestllet war , wurde geraumet : die Manren und Thürme wo etwas schadhaft, ausgebessert; Schieß Löcher durch die Mauren gebrochen; der Wall höher aufgeführet, und auf der Hungarischen Seite, wre auch am Caruer : Aor , wo man den grösten Anfall , wie es auch geschehen , besorgte, mil In-und Aussen-Wercken auf das schleunigst, wie Das VIII. Lapirel. 207 wie folget, befestiget. Ausser denen Mauren führte man dreyeckichte Vvrwercke von dicke,» grossen auf einander hoch aufgezimmerten Thrämen, oder Balcken auf, die mit Erd und Mist ausgefüllet , und Stücke darauf gepflanzet wurden. Innerhalb denen in einer Linie gerade fort laufenden Mauren , wurden dergleichen Thrame , so lang sie immer waren , doppelt auf einander, und 8. und noch mehr Schuhe weit von einander hoch aufgezlmmert, undderleereLwischen-Raunr eben mit Erden gefillet, und mit Geschüzbesehet. §. H. Bey Ankunft der ganzen Macht und des Sultans Solimans selbst , brachten dessen Vor-Trouppen einige bey St. Marx gefangene Christliche Soldaten ein, die er persönlich wegen den Zustand der Stadt, und der Gesinnung der darin liegenden Garnison halber, Haar klein ausfragte. Unter andern war die Frage , warum sie die Vorstädte abqe- brennt ? die Antwort war sie wüsten es nicht. Darauf er versezte: Es würde ihnen solches gar keinen Nüzen bringen ; denn er habe die sichere Hofnung , nächster Tägen die Stadt in seine Gewalt zu bringen ; es würde unmöglich seyn , sie wider ihn zu behaupten; mit welchen und mir mehr andern Antwor, ren W «r ^ . r 208 Beschreibung der Stadt Wien ten und Bedeutungen an die Stadt - Com« mendaten, er die Gefangenen wohl beschenket , nach der Stadt zuruck schickte. Je- dennoch so grosse Hofnung der Tyrann wegen Einnahm der Stadt sich machte, und so schlecht immer damals Wien , wegen aufgekommenen Geschüz, befestiget war , har es sich doch ungeacht der ersten auf i s. Seiten gemachten Anfällen, und der darauf nstder- holten Desperaten Bestürmungen erhalten, und nicht ohne augenscheinlichen Beystand Des Himmels die ganze türcklsche Macht zum schmählichen Abzug genöthiget. §. m. Nach aufgehobener Belagerung ward die Stadt vom König Ferdinand dem ersten, nachmahligen Römischen Kaiser, viel mehr befestiget , als sie vorhero befestiget wäre; und zwar solcher Gestalt , wie die Befesti- gungs-Wercke in des Htersfogels Plan , der jm zweyren Theil des Alt-und Neuen Wiens Sette 79;. beylieget, zu sehen. Bon der ferner wertigen Fortfahrung, und gänzlicher Ausführung bis zu derselben dermaliaen Vollkommenheit, folget unten diekürzliche Nachricht, Iezt sagen wir nur von den ieni i-n Umständen , woraus die allerglückseeligste - und aller Sachen zum menschluDen Unterhalt allerwohlfeileste Zeit, ja aller Sachen Mer- Das VIII. Kapitel. 229 Überfluß zu schließen , dessen sich unser Wien unter glorwürdigster Regierung höchst bedeuten Ferdlnando I. zu erfreuen hatte; unter welchen man auch ohne Verzug die rui- nirten Vorstädte wieder zu erbauen ansieng. §. IV. - Obschon das Lande Oesterreich zweymal von denen Türcken härtiglich mitgenohmen, und sowohl An. 1529. bey erster Belagerung, als An. isZ2. bey den zweyten Einfall um Wien und sonst dieser Seils in Grund und Boden verheeret worden; annebens auch in Hungarn , woher die gröste Zufuhr zuge« schehen pflegte, lange Jahr nach einander der Türckeii'Krieg beständig fort dauerte, sover- spührre man weder ein, noch das anderemal, den geringsten Mangel einer Sache, und kein Bissen Brod gieng einem Menschen ab. Wvlfqang Schmalz! in seinem dem König Ferdinand zu tzrhren in Reimen Verlusten Lob-Svruch von der Stadt Wien , singet aufs allerfrölrchst und ganz wohlgemut von dem geseeqneten Wienerischen Horn des Überfluss seiner Zeit , aus welchen wir in unge- buudener Rede folgenden Auszug machen. §V. O 2io Beschreibung der Stadt Wien §. V. Wein,Trayd, Fleisch, Schmalz, Käß, Fisch und alles andere gab es im Überfluß. In einem Wochen-Marckt am Sambstag wurden beym Rothen Thurm-Thor allein nur 72 z. herein gehende Trayd-Magen gezehlet, welche ohne denen bey anderen Thören eingehenden Wägens alle in einem Vormittag versilbert worden. Ein Pfening Seme! wog 19. Lot; ein Rocken »Brod 25. koth ; ein Kreuzer-Laib 2. Pfund und 20. koth. Wein wurden von der Stadt aus in einem Jahr . 48. tausend Emer nach den Königlichen Feld- 1 Lagern verführet. Die Achtering Wein galt in Wien 4. Pfening, daneben man auch vom besten um 22: und vom geringsten um einen Pfening Wein haben konnte. Ein Wagen mit Waizen, darauf ein Mut von ?o. Me- zen gie'ng, ward auf offenen Plaz des Neu- marckts, am Erchtag und Sambstag, alS gewöhnlichen Wachen Märckten,um 5. Pfund Pfening, (das ist; - Fl. das Pfund Pfening zu 240.Pfening in Oesterreich gerechnet) verkauft. §. VI. Die Fleifchhacker, derer gemeiniglich bey 70. gezehlet worden , batten auf dem Graben und am kuchten-Sreg soviel von Schaffern, Das VlU. Capitel. rn fern , Kalbern, Rindern, und Schweinen- Fleisch feil,daß sich Schmälz! darüber verwunderte. Wöchentlich wurden zoo. und mehr Ochsen: 600. Kälber; 1000. Schaffe, und ic-o. auch mehrer Schwein ausgewogen. Alle Frevtag bracht man auf den Grieß btS 400. Ochsen, und allerhand anderes Viehe zum Verkauf. Auf dem St. Peters-Freyt- hof wurden oft bis za. Wagen mit Eyerrr gezehlet ; desgleichen mehr andere Wagen voll lunger und alter Hüner, Gänß , Anten , Capaunern, samt einem Überfluß von grüner Küchel-Wahr, von Rüben, Kren, Kraut, Petersil, Salat und anderen das ganze Jahr,hindurch. Aufm Hof wurden bis loa. Wägen Mit Holz, und so viel mit Heu und Stroh : und bis 2a. Wägen mit Kohlen verkauft ; 50. Fuder Krepsen , ja nach des Krepsen - Richters Zeugnus sevnd wohl auch in einem Tag roo. Fuder Krepsen auf dem Marckt verschlissen , und auf dem Juden Plaz io. und met« Wagen mit Ketten verkauffet worden. §. Vll. In der ausser den Werder, jezo Neu- Thor gelegenen Fischer-Stadt , ward der Fisch - Marckt nahe an der Donau, unter 5. grossen schamchren Linden-Baumen gehalten , wo an Fast Tägen ein Menge von aller O » deuck- 212 Beschreibung der Stadt 'Wien dencklichen Fischen anzutreffen war, die man aus Hungarn, Böhmen, Mähren und Oe, sterreich zu Marckt brachte. Da sähe man 14. Wägen mit Hausen , und derer frischen 450. die bey yos. Centen gewogen, und nach Bericht des Fischers Dionysir in einem Tag ausgewogen worden. Neben solchen 8. Wägen mit Schayden eines Tags, ingleichen 6. Wägen Brat-Fisch , Hechten und Kärpffen, hernach allerlei) andere Gattung , als See- Kärpffen, See-Punckel, Garauß, zweinzig Wägen. Item ^2. Wägen mit Kärpffen aus Böheim ; da fand man Wachs-Fisch, Zindel, Schielen, Mayling, Barben, Srierl, Förcken, Salmling, Reinancken , Aschen, Praxen, Eschling , Schieden, Ael, Tück, Schiercken , Sprentzling , Huchen , Alien, Schierling, Perschtel, Nutten, Neßling, Roteuqel, Strehl, Neunaugen, Stainpays, Kreutterling, Pißquren, Baldiern, gut Nörflinq, Weiß-Fisch , Sichling, Hunds- Fisch, Schnecken, Kreßling, Sänge!, Koppen, Grundel Pfnven. Lachsferchen, Stier, Häring, Teysser< Kärpffen, Plateps, Pück- ling, ganze Wägen und Thunen mit gesalze« nen Höchte» und Hausen, mit ein Wuii- Stvckfisch. §.VM. Das VIII. Lapitel. riz §. VM. Auf dem Hohen-Marckt, wo neben den aufgerlchten Pranger und unwett davon stehenden , mit eisen Gättern verwahrten Nar- rcn-Kötterlein, der Ubelthatter Nicht-Plaz war, fand man so vielerley Obst, so nicht zu zehlen war. Ganze Wagen mit Aepffel und Biern, mit Kürbiß, Plutzer , Unmurcken, Melaun , Erdäpffel; mehr Wagen mit frischen Wildprät, Hirschen, Hasen, Rehen, Wild-Schweinen, Faßhan, Feld-Hüner, Rohr-Hüner, Ganß, Hüner nach den hundert , und Vögel nach den tausend. Da hatte auch das Bauers-Volck fail Plunzen, Wurst, Pachen und Hammen, nach den hundert, auch Schmalz, Butter, Hirsch, Ar- bes, Gersten, Kaß, Zwespen, Haar, Feder- Bett , Leinwath. Man hatte da auch fail lebendige Wölffe, Fuchsen, Hund, Kazen, und andere seltsame Thier. Auf dem Bauern- Marckt fände man Kaß, Schmalz, Rüben, Kraut, Milch, Ober-Milch, Milch Raum, Sterzling, Hüner , Aver, Spen-Sau, Praitling , Tauben und anders in der Menge. Bisher Schmalz! ein Ausländer , der sich über die von ihm so genannte Wienerische Schnabel« Wayd höchlich verwunderte, und herzlich erfreyete, auch darum mit Lustseinen Lob - Spruch absange, aber als ein Reimcn- Schmied sich der Poetischen Zreyheit in ein O z und 2l4 Beschreibung der Stadt Wien und andern Zuiazen der Sachen Vergrösse- rung sich nicht für ungut gehalten zu haben scheinet. §. IX. Wie weit man unter Ferdinand I. nach der türckischen Belagerung mit denen Beve- sngungs-Wercken gekommen , was solche biS An. 1545. gekoster , und wer hülfliche Hand darzu gereichet, berichtet Lazius, der zur Zeit in besten Jahren seines Lebens in Wien flori- ret. Aberman, der die Wienerisch Cbronick des Lazii ins Deutsche übersezet, redet hievon also: Nachdem die V orstädt wegen der Forcht des Türcken nidergerissen worden , haben die von Wien samt Erneurung der Stadt Mauren , an deren Stell sehr grosse ansehnliche, und wohl befestigte Pasteyen , welche unsäglich viel Mühe und Unkosten gestanden , erbauet. Ein sehr grosse be» der Bura , von deren an auch zwo überaus grosse bey dein Schotten - Thor, und sennd von Grund auf mit vierecketen Stainen, oder wie man sagt, mit Quader-Stucken erbebt, darauf schier rin unglaublicher Unkosten, und wie man für- gjebt, vierzig tausend Ducaten gegangen. Ferner von der Burg-Pasteyen gegen Ungern, und gegen den Stuben-Tbor , haben die von Wien drey kleinere: und von danen weiter gegen der Donau zwo machtkgc grosse und Das VUl. Lapitel. 215 sehr Veste Pasteyen , und fast mit unaussprechlichen Unkosten aufgerichtet, darzu ihnen dann Ferdinandus derRömische König selber; Mauritius Herzog in Sachsen, Wilhelm Herzog in Bayern, und etliche Neichs-Städt, als Augspurg, Nürnberg, Straßburg, Ulm, Cöln, Trier, Colmar, H7chlettstadt, und etliche andere, Hand-Reichung gethan, und Hülf erzeigt haben, auf deren eine, welche al- lein mit der Stadt , und der Wienerischen Bürgerschaft Unkosten erbauet worden, haben wir, (sagt Lazius) dies Monument zur Gedachtnus geschrieben: v. 0. M. v. I). dg. dg. (^KOL.1 L-r kLKVIdg.^dg- OI ^VQV51. ^V88. ?st.0?V6dg^CVI.VX1 .X kVdg- V^VtLdg VIX1. Vlst.0 ^L.^^188. HOX- VLl.810 8^Cki.I st.L6H l>?^. HICO^l^ V^st.lEVL ^6181^0, IX8I8^LX^LLH^X1 81LP»^dg0 OLdg^LIO WX8Vl.L VI- 6H^NH8. 8. ?. o Häuser, so viel Fürst!, und Gräfliche Paläste , und andere seiner eignen Be- freundten Gebäude dem Vulcan muste auf- opffern, und mit einem kleinen Commando der unterhabenden Soldaten in wenig Stunden alles zu Brand-Städten machen muste. Just ward es noch Zeit. Die Türcken flatterten schon creuzweis mit blossen Säbeln zu Pfer- Das IX. Capitel. 221 Pferde spornstreichs in den Vorstädten herum , als dieselben noch in vollen Rauch und Flammen stunden. §. V. Durch diese Verheerung, und durch die darauf folgende Belagerung, bekammen die Vorstädte ein erbärmliches Aussehen. Nach -er Türcken - Flucht aber, und nachdem der gemessene Befehl von Hof ergangen, daß alle Ruderader abgebrennten Vorstädten bis auf 6 oo. Gchrrtt weit von der Stadt abgebrochen werden , und niemanden nähener gegen der Stadt zu bauen erlaubt seyrr solle, fieng man diesem zufolge, die Vorstädte soweit um und um, von der Stadt abgelegen, nach der Weise, wie sie jezt zu sehen, aufs neu zu bauen an, welche Erbauung desto eyfriger betrieben ward, weil in kurzen darauf folgenden Jahren , daß allerdurchläuchtigste Erz-Haus von Oesterreich mit ausnehmenden B»ctorien wider die Türcken in Hungarn vom Himmel geseegnet worden, und die fürnehmsten Ve- stungen Gran, Ofen, Esseck und Belgrad an die Christen übergangen. Von solcher Zeit seynd die gleich der schönsten Crone um Wien herum liegende Vorstädte zu solcher Grösse, Werre, Pracht und Zierde anqewachsen, uird Mlt so hauffrgen Inwohnern beiezet worden, daß sie nicht nur die Ausländer , sondern 222 Beschreibung der Stadt Wien I auch die Einheimischen in die Verwunderung I ftzeu. I VI. Es wurden aber die neuen Vorstädte, die nunmehr wegen herrlichen Gebäuden, großmächttgen Lust - und Zier Gärten, Pa- rästen, Kirchen, Llöftern,2icademien, Spit- tälern und dlrmen Hausern ein ergözliches Anseben machen , der Ursache wegen von der Stadt so viel hundert Schritt abgelegen erbauet , um ein genaue Beobachtung eines feindlichen Unternehmens machen, und dessen Slpprosche» entdecken zu können; welches nun nach vielen Abänderungen desto leichter ge. schehen mag, weil die ganze Fläche, und der leere Plaz zwischen der Stadt und Vorstädten (wo kein einziges Gebäu , ausser einigen alten Creuzen oder Marter-Saulen, von den alten Vorstädten, item zweer hölzernen, und zweer steinernen Drücken über den Regendach Wien, des Raben-Stein in der Rvssau St. Nepomuceni Capellen auf dem Schänzl, samt einigen Wasser-Maut'Haußlen und Bad - Hütten an der Donau zu seben ) von denen Contrascarpen, undPallisaden an, ganz gleichförmig, um und um abhängig , gegen die Vorstädte hinaus laustet. Das IX. Lapitel. 22z §. VIl. Diese um die Stadt herum liegende Flachender Glacis verschaffet den allerangenehm- sten Prospect, sowohl von derStadt heraus, als von denen Vorstädten hinein. Deßwe- wegen geniest auch dermalen die Stadtdie gesündeste l^uft , welches ehedem da die Vorstädte an den Stadt-Grabe.» angelegen, nicht wohl seyn könnte. Es bringt auch solcher Zwischen-Raum denen Vorstädten ein desto grössers und freyers Ansehen, da man eine nach der andern, wie sie der Reyhe nach im Creis herum liegen, auf den GlaciS übersehen und zehlen mag. §. vm. Der reisende Auctor, der vor 6 c>. Jahren , das ist An. 1704. sein Relation von Wren heraus gäbe, saget nach Erwehnung der keopoldstadt dieses : „ die übrigen Vor. „ ftädte ziehen sich an den andern Seiten um „ die Sradt herum, und stoffen an einander, »- daß fast kein Unterscheid dakzwlschen , so ,, gar, daß eS nur eine zu seyn scheinet, wel- che in Gestalt eines Bogens um die Stadt herum lauft. Wie man sagt, sevnd sie seit der lezten Belagerung ganz und gar ,» neu gebauet, und dennoch haben die nm- ,» sten das Ansehen von zimlich schönen Sräd- ,»ten / - § 224 Beschreibung der Stadt Wien „ ten Ausser Zweifel haben sie von solcher Zeit her um einen grossen Theil der Schönheit zugenohmen. §. IX. Küchelbecker, der vor 34 . Jahren Wien beschrieben , räumet denen Vorstädten dieser Seits der Donar- , ohne der Leopoldstadt, zwey gute Deutsche Meil in der Peripherie ein. „ In diesen grossen Umfang nun, saget „ er, siebet man die schönsten Kirchen, Pal- », laste , Häuser und Garten , welche der „ Stadt ein unvergleichliches und prächtiges „ Ansehen geben, die Augrn aber durch den „ schönen und angenehmen Prospekt fast be- zaubert werden. Es liegen aber diese rveit- » läuftigen und prächtigen Vorstädte in der „ Runde um die Stadt herum, doch so, daß „ dieselben 6 oo. Schritte von der Eßplana- „ de der Festung entfernet sind , welche Di- „ stanz und ansehnliche Plaine zu dem ange- „ nehmen Prospekt der Stadt sehr vieles „ beytraget. Ehemals stunden sie ganz na- „ he an der Fortrftcattvn der Stadt; dahe- „ ro war man auch Anno r58z. als die Tür. „ cken davor kamen, genöthiget, gleich anfangs alle Vorstädte abzubrennen , damit „ der Feind sich derselben niGt zu seine» Bor- „ thcil bedienen können. Als man nun nach „ solcher Belagerung die Vorstädte wieder « auf- Das X. Lapitel. 22s „ aufbauen wolte, so wurden dieselbe auf ,» Kaiserlichen Befehl auf die reuige Art, „ wre solche aniezo zu sehen, angeleget, und von der Stadt abgerucket Das X. Lapitel. Von der sthönen Lage der Stadt Wien, und der umliegenden Gegend. Von der Fruchtbarkeit des Erdreichs / und stäten Überfluß aller Sachen in der Stadt. § I /s sey uns erlaubet, aus des erst belobten Küchelbeckers anderen Theil die kurzliche Beschreibung von der Lage, und einigen gewünschtenUmstanden derStadt Wien, und von der Fruchtbarkeit der hiesi- gen Gegend, und des ganzen Landes, diestn Capitel etnzuschalten, indem er die Sachen so wohl abgebildet, daß wir denenselben m unfern Blattern einen Plaz einzuräumen kein Bedencken tragen; und nur eines so das andere übrig ist , beyzusezen. Es liegt diese Welt-berühmte Kaiser!. Haupt-und Residenz-Stadt (saget er (s)) nach des Clavii P Aus- ?srt. 2. c. 2. p, Loo 5 er. RMsultuel Visa. Llonvt.rit. 226 Beschreibung der Stadt Wien Ausrechnung, in seinen Tabulis Geographi- ciö, unter den Grad 4;. Minuten kongi- tudinis , und 48. Grad 20. Minuten kati- tudiniS, in einer unvergleichlichen, fruchtbaren , luftigen und angenehmen Gegend , an einem Arm der Donau , welcher die so genannte kropoldsstadt von selbiger absondert. Das Land herum ift gegen Morgen und Mittag ganz platt, und eben, von Abend gegen Mitternacht zu aber, siehet manein mit Holz und Wein bewachsenes, hohes, schönes und fruchtbares Gebürqe, welches die Annehmlichkeit und schönen Prospekt dieser Gegend um vieles vermehret. §. n. Cs sänget sich dasselbe bey Closter-Neu, bürg an der Donau , mit dem so genannten boben, und mit Holz bewachsenen Kalenberg an, und gehet gegen Abend, bis an den Wiener-Wald, und verursachet dem Gesichte im Frühling und Sommer, wenn alles grün ist, Hin geringes Vergnügen ; weit mehr aber «erden die Augen von dem luftigen , fruchtbaren , und fast in Form eines halben Cir- ruls an dem Fuß gedachten Berge , um die Stadt herum sich erstreckenden Wein-Gebürgt charmiret, auf welchen ein zimlich guter Wein rm Überfluß wachset. Am allermeisten träger endlich der breite in unterschied- Das X. Lapr'tel. -27 schiedliche Armen sich zertheilende, und viele mit Holz bewachsene Jnsnln formirende Donau-Strom , zu der angenehmen Situation dieser Stadt bey, als worinnen derselben nicht leicht eine andere in Deutschland gleich kommen wird ; der vielen Felder , Wein-und schönen kust-Gärten , von welchen dieftlbe, auf der mittägigen Seite umgeben , und gleichsam eingeschlossen wird , vor jezo zuge- schweigen. Z. m. Gleichwie nun der hiesigen Gegend an Annehmlichkeit nicht das geringste abgehet; also hat dieselbe auch noch die sonderbare Avantage , daß der Boden und das Land allhier, sowohl an Wein, als auch Getrayde, Graß, Holz und anderen Gewächsen , überaus fruchtbar ist, dergestalt, daß solches de- nenselben, so es bauen, die angewendete Mühe und Arbeit reichlich und mit Überfluß bezahlet. Hierzu kommet noch das temperirte und gesunde Cltma, womit die gütige Natur diese Gegend begabet,welches so beschaffen,»»- der menschlicheNatur dergestalt zuträglich ist, daß man allhier,und in denen umliegendenOer- tern nicht leichtetwasvon ansteckendenKranck- heiten hören wird, dergleichen sonst in grossen und volckreicheStadken,wegen der Vielheit der Menschen nichts rares ist, welches allhier um soviel destomehr zu bewunderen, weil in einer kleinen und engen Stadt, so viele tausend P a Men- 228 Beschreibung derGtadt Wien Menschen, beysammen wohnen. Insgemein schreibet man diese Gütigkeit des HimmelS Lenen starcken Winden zu, welche in Oesterreich , und in dieser Gegend fast beständig wehen, wodurch die Luft von den bösen undungesunden Ausdünstungen gereiniget, und der Einwohner Gesundheit befördert und erhalten wird; daher auch das Sprick-Wortentstanden : Vienna aur venrota, sur venenoia ett. Und man observiret, daß daselbst, wenn der Wind nicht starck wehet, gemeiniglich Kranckhetten entstehen , welches vornehmlich ehemals, da die Straffen der Stadt eben nicht sonderlich sauber und rein gehalten wurden, geschähe. §. IV. Nachdem der Auctor von der grossen Anzahl der Wienerischen Einwohner gehandelt, fahret er weiter in der Beschreibung fort- sprechend: dieses ist auch die Ursache (nemlich die vielen Einwohner) daß die herum liegende , und sonsten an und vor sich sehr fruchtbare Gegend , nicht vermögend ist die vielen Einwohner dieser Stadt, mit dem jenigen, was zu dem Unterhalt des menschlichen Lebens nöthig ist, zu versorgen, und ihnen satt- same Lebens-Mittel anzuschaffen. Denn ob gleich sowohl Getrayde, als Wein allhier im Überfluß wächset , sv wird dennoch beydeS von Das X. Lapitek. »29 Don andern Orten anhero qeschaffet, theils dadurch dem besorgenden Mangel vorzukommen , theils aber die deltcaten Mäuler desto besser zu contentiren. Diesem nach wird aus Ober-Oesterretch, und andern an der Donau gelegenen Reichs-Provinzen , Getrayde, Salz, Rhein - und MoIler-Wein, Holz, Stroh, und ander Bedürfnis herbey geschaf- ! ftt; aus dem benachbarten Böhmen und Mähren w«rd ebenfals vieles Getrayde zugefahren. Aus Ungarn bekommet man die schönsten und feisten Ochsen in grosser Menge, wovon wöchentlich allhie etliche hundert Stücke geschlachtet werden. Von dem delikaten To- ckayer-Wein , Ausbruch, und andern gute» Weinen, als Ofner, Erlauer, Oedenburger, Reizerstorffer, und St. Georgner-Wein an- lezo nichts zu gedencken, dessen Einfubre von denen Oesterreichern sehr schwehr gemachet wird. §. V. Uber dies wird viel WildpretundFlügel- werck aus besagten Königreiche anhero gebracht , wie auch Schaafe und ander Vieh. Aus Steyermarck führet man nebst den vielen Wildpret und guten Luttenberger Wein, ungemeine fette Capaunen , und dergleichen Fiügelwerck in grosser Menge zu, des guten Eisens, so aus diesem Lande herbey geschaffet P z wird, rzc» Beschreibung der Stadt Wien wird, zugeschweigen. Aus Tyrol und Italien bekommt man nebst denen vielen und delikaten Weinen, Früchten, und andern Sachen , die schönsten seidenen Zeuge, Sammet, Strümpffe, die herrlichsten Früchte, Oel, Austern , allerhand See-Fische und dergleichen Waare, in grossen Überfluß, s§daß m 4 ? /» *tz MUM --1^< MN-N^ '^.LZ >/rc7e,i — . ^iM> WMK »-«sLZS LsU. W-M LS -MM/ Das XII. Lapitel. 24z Peripherie ausser den Fortificaticnen. Schritte. Don Schotten-Thor bis zum Neu - Thor - - 8S2. Von Neu-bis Schänzel-Thor, oder Obcrn-Fall - - ZA-» Von Obern-Fall bis ans Wasser-Thörlcin - - Von Waffer-Tbvrlcin bis Thcrcsia-Thor - - 67s. Don Theresia-Thor bis Stuben-Thor - - 820. Don Skuben-bis Cärncr-Thvr - - - 1700. Don Cärner-bis Burg-Thor - - - - rszq. Von Burg-bis Schotten-Thor - - - - 18S0. - 7232 . Innere Peripherie auf den Pasteten. Don Schotten-Thor bis zum Neu-Thor - - 820. Don Neu-Tbor bis zum Unkern-Fatl - - - 97s. Don Untern-Fall bis Stuben-Thor , , - 806. Von Stuben-Thor bis C«ner-Tyor - - rryc». Von Cärner - bis Burg-Thor ----- 887. Bon Burg-biß Schotten-Thor - - - - uz». - 588 ». §. m. Es wird die Stadt in vier Viert! unterschieden, die den Namen nachdenStadt- Thören führen. I. Stuben-Viertl. II. Car. ner-Viertl. m. Wümber-Viert!, nach den abgekommeven Wütmer-Thor noch also benamset. iV. Schotten. Viert!; worzu ge- rehlet werden , die vier neuen Viert!, so die in gemeiner Stadt Wien Burgfried, als in O. » uu- S44 Beschreibung der Stadt Wien imrerm-Wörlh und keopyld stabt, Weißgarbern , Land-Straß, und Unger-Gassen, Wi« den, Lamr-Gruben, und auf der Wien, Alfer - und Maringer - Gassen,, Obern - Wörth und Rossau gelegenen Vorstädte ausmachen. Der Stadt-Graben ist nicht nur sehr tief und l geräumig , sondern wie sonst, also auch am ! Burg-Thor, ohne einen darzwischenligenten Ravelin 168. Schritte breit. Zst allerdings mit verdeckten Weegen versehen , und kan von der Donau auf erforderten Fall grossen Theils aufderStuben-Thvr: undNeu-Thor Seiten mtt Wasser angelasscn werden ; ist rings herum von einer Donau-Seite bis zur andern , mit Pallisaden bcsezrt. Die Fe- stungs-Wercke bestehen nebst dem hohen und starcken Wall in i2.^grossen Bollwercken, oder Pasteyeu , und in ro. darzwischen liegenden Ravelinen, so alle mit Ziegeln; der Grund aber der Pasteyen, mir Quader-Steinen verkleidet. Die Stadt-Thöre deren sechse, seynd nicht allein ansehnlich aus Quader-Stücken von den Kaisern Ferdinandis i- und Leopoldo erbauet , sondern auch mit 1 Aufzug-Brücken , Schuz-Gattern, Schlag- 8 Baumen und Pallisaden verwahret , und > aus der in hiesigen Casernen emquartirren ^ regulirten Miliz besezet. Die Namen der ' Aüssen-Mercke, der Thöre, Marckren, Pla- zen , Strassen rc. enthalten folgende Vcr- reichnüssen,alsErklarungen desGrundRiieS. §. 1 V. Das XII. Lapitel. 245 §.LV. Pasteten is. Biber-Pasten, v. Hollerstauden-Pastey. 6. Braun Pastey. V. Wasser-Kunst-Pastey. L. Carner-Pastey. ?.Kurg-Pastcy,samt dem inneren Bollwerck der Spanier genannt. 0. Löwcl-Pastey. ti. Mölcker-Pastey. 1. Elend-Pastey. X Neu-Lhor-Pastey. I.. IVl. Die zwey Gonzaga- Pasteyen. Stadt, Thöre s. Stuben-Thor. 0. Carner-Thor. ?. Burg-Thor. tz. Schotten-Thor. R.. Neu-Lhor. 8. Rothcn-Lhurm-Thor. Dieses hat Z. Ausgange, als 1. Beym Obcrn-Fall. ^ V. Beym Wasser - Thorr lein. X. Beym Untcrn-Fall; ausser diesen V. Theresia-Thor. Ravelinen e r. A. Das Iuden-Schanzl. G- Löwel-Ravelin. B. Biber-Ravelin. H. Melcker-Ravclin, oder C-Das Studen-Schanzl. Ziegl-Schanzl. D. Das Ravelin in Dachs- I. Schoitcn-Ravclin. loch. K. Ncu-Thor-Ravrlin. E. Carner-Ravelin. L. Wasser-Ravelin. F. Augustiner-Ravclin. §. V. pläze und Märckte 17. ».Neu-Marckt. 4. Alter Kicn-Macckt. » Schwein-Marckt. Z. Hohe-Marckt. 3 . Neuer Kien-Marckt. s. Beym Stock in Elsen. Q z 7. Brand» i! !' I -46 Beschreibung der Stadt Wien 7. Brand-Stadt. iz. Franciscaner-Plazk. 8 Aufdem Graben. 14. Unt- reJcsuitcr-Pkäzl. S- Aufm Hof. 15. OberJcsuiter-Pläzl. ro. Aufder Freyung. ,6. Michaeler-Vla;l. n.Burg-Plaz. i/.AufmPeterö-Freythof. is. Juden-Pläj. z. VI. Straffen, Gassen und Gaffel 8z. 18. Cärner-Straß. 41. Lands-Cron-Gassen. 19 Kl ger-Slraß ^ 4^.Iuden-Gasscn. ,0. Riemer-oder Römern3. Sattler-Gassen. 44 Bogner-Gassen. 45. Nadler - oder Nagle»> Gaffen. 46. Renn-Gassen. 47-Schauffel-Gassen. 48.Ball-Gassel Straß. »r. Singer-Straß, ss. Schuler-Straß. 2I. Ober-Becken-Gtraß. »4. Unier-Becken-Straß. -5- Münzer-Straß. rs. Unter-Breuner-Stra5 4v.Filz-Gäffel »7. Ober-Breuner-Straß. 50. Iacober-Gässel. ir. Waller-Straß. 51. Kumpf-Gaffel. 29. Wiplinger-Siraß. 5». Blut-Gaffel. 30. Vordere Schcncken-Zz. Strobcl-Gassel. Straß. 54. Lorenzer-Gasscl.' 31. Hintere Schencken-55. Roth-Gassel. Straß, zs. Steinfeld-Straß, zz. Herrcn-Gaffen. 34. Dorotheer-Gassen. 35. Spiegel-Gassen. zS. Rosen-Gaffen. ;7- Anna-Gassen. ;L. Johanns-Gassen. ZS- Himrnelport-Gaffen 40. Weyburg-Gassen. 56. Koch-Gaffel. S7-Juden-Gässel. 58. Kramer-Gässel. 59- Taschen-Gaffcl. So-Hüncr-Gasscl. 61. St. Salvator-Gassel. 6-. Farber-Gaffel. 6z Rosen-Gassel. 64. Stroh-oder Strauch- Gaffel. 6Z..Sri- Das XU. Lapitek. 247 «z.Seizer-Gässck. Fisch-Hof 66. Paker Nostcr-Gäffel. V7-Äungfer-Gässel. «8. Milch-Gäffel. *9. Schloffer-Gasscl. 7o.Sciler-Gassel. 71. Kraut-Gässel. 7».Pariser-Gäffel. 73 Grün-Slnger. 86. Aufdem Steig. »/Kazen-Steig und alte- Stadt-Thor. 88. Fischer-Stiegen und altes Stadt-Thor. «9- Salz-Grieß. 90. Hohe Brucken. 9r.Tieffer Graben. 74 Wollzcil,ntchtwald;eil.9L. Bey den 7. Häusern ^ 75- Zur schönen Latem. oder Lederer-Hof. 7s. Sa-'i-Winckel. 9Z. Graß-Hof. 77. Baurn-Mustcrung. 94- Haar-Hof. 78. Alter Fleisch-Marckt. 95. Freyt-Hofam Schwär!- 79. Haar-Marckt. zm Thor. , 80. Baurn-Marckt. -6. Bcydcn schon Brun. S i. Kohl-Marckt. 97. Untern Tuch-Läden. 5Im Steig. * Untern Peiler-Thor. 8z. Lübeck. ' Aufm Steinfeld. 84. Liechtensttg. Seiler-Stadt. §. VII. (tzebäude , dis unter folgenden Numeri» im Plan angemerekr. 98. Kais. Kön. Hof-Burg. 107. Kaiser!. Salz-Amt. 99. Kaiser!. Bidliotheck. 108. Kais. Kupffer-Amt, Kaiser!. Reit-Schul. rc>9»WiennerStadt-Banco. „i.Kais. alte Stall-oderno. Kais Spital, nun auf Gtadlburg. den Renn- Weeg transfe- ros. Kais. Zeug-Haus. ritt. ^ »o,. Kais.Gieß-Haus. rn.Kais. Haupt- Mauty 104. Kais. Münz-undBerg- Amt. Weseus-Haus. 1 1 ».GemeinerStadt-Raty- rvA. Kaiser!. Arsenal. Haus. «»6. Kaiser!. Schranen. 1,3. Bürger!- Zeug - Haus. Ü4 "4. 1 I 248 Beschreibung der Stadt Wien ,»4.Burgerl. Wag-Haus.r; 5 > Neues Univcrsitats- HZ. Burgerl. Amt-Haus- Haus. KS.Burgerl.Sto ck-Haus. r 36. U» iversitat. H 7 Burgerl. Spital 137- Observatorium, oder n 8. Burg- Mehl-Gruben. Mathematischer Thurm 119. Erz-Bischöst. Hof. bey den untern PP. Jesui- iso.Päpstl. Nuuciatur. tern. » irr. N.O. Land-Haus, >38. Gschwindisch - und irr. Reichs - Hof-Raths Windhagischc öffentliche Canzley. Bibliothecken. tr?. Geheime Hof-undi39.Kais. Kön Post-Amt. Staats-Canzley. 140. Stadt-Commendan- r»4. Der obristen Justiz- ten Quartier. Stelle gewidmete Behau-i^r. Münz-Graben, Gold- sung und Silber-Scheidung, 1,5. Haupt-Wacht der re- Schmelz, und Tradtziehe- gulirten Stadt-Garnison, rcy. 12S. Böhmisch-Oestcrreichi-142. Infanterie Casernen sche: und Hof, Kriegs- amNeu-Thor. Raths Canzlcyen- »43- Rumor - Haus und >»7. König. Hung. Canzley. Vettel-Kotter. rr8. Fürstl. Siebenbürgi-i44.Hcilthums-Stull,oder sche Canzley. gemeiner Stadt Wien r»9- Groß - Herzog!. To- Tobten - Beschreibungs- scanische Canzley. Amt. >30. Versaz-Amts-Haus. > 45- Arsenal-Tburm. rzr. Gemeiner Stadt-146.Inden-Thurm. Haus. 147« Schotten - Thors- >3».Gemeiner Stadt-Un- Thurm. ter-Cammer-Amt. 148. Des Römisch-abgetra- rgr.Comödien-Haus. genen Burg-Thurms An- ,L4. Gemeiner Stadt-Ge- zeigen. trayd-Stadtl. 8. vi». 24Y Das Xll. Lapicel. §. VIII. Br'rchen ^r. worunter 5. Pfarr-Rirchen, und 26. andere. Lolleaia / Llöster und geistliche Domicilia beyderlev Geschlecht« 21. der Religiösen: 14. der LlostcnFrauen: 7. Auster der Merropoli« ran-Rirchen / nach Alphabetischer Ordnung. L. St- Stephans-Pfarr-Dom - und Haupt-Kirchen. d. HH. Agnes und Cakharina zur Himmels - Pforr tcn, und Frauen-Closter der Cauonisserinen St. Augustini. c. St. Anna, und Collegium, oder Novitiat-Haus der PP. aus der Gesellschaft JEsu. 6. St- Augustin Hof-Kirchen , und Closter der PP. Augustinern Naarfüssern. e. St. Cajctan und Domicilium der Herren Cajeta- ncr, oder PP. Tbeakincrn. t. Sk. Cakharina im Kaiserlichen Spital. 8- H. Creuz und Closter der PP. Conventualen, oder Minoritcn hintern Land-Haus, st. St. Dorothe und Collegium der Regulirten Chor- Herren St. Augustini. i. HH Dreyfaltigkcit und Domicilium dev PP. Philippi Nerianern st. St Elisabeth im Deutschen Haus, der Deutschen Ordens-Rittern. ^ ^ 1 . St. Francisci und Closter der PP. Capucinern aufm Neuen-Marckt. m- H. Geist, St. Clara und Allerheiligen tm Burger-Spiral, Pfarr-Kirchen. v. St. Hieronymi und Closter der PP. Francisco nern. , 0. St. Jacob-und Frauen - Closter der Canomffert- nen des H. Augustini. , ^ . k- HH- Jgnatil und Taverii, samt Collegro der untern PP- Jesuirrrn. i. 252 Beschreibung der Stadt Wien a. St- Johann in 'der Cäruer-Strassen der Malte, scr-Ordene-Rittern. E. St. Joseph, und Frauen-Closter Carmelitec-O» dens. ». St. Ivo in der Juristen-Schul, und beyliegenües Domicilium der PP. Piaristcn. t. St. Lorenz-und Frauen-Clostcr der Canonifferi- ncn St-Augustini. ^ St- Magdalena aufm Stephans-Freytdef. ». St. Maria und St.Gregorio zun Schotten, Pfarrkirchen , undAbbtey Benedictiuer-Ordcns. v. St. Maria auf der Stiegen, Pfarr-Kirchen, Pa,säuischer Jurisdiction. L St- Maria Königin der Engeln in Profeß, HauS ' der Gesellschaft JEsu , oder bey den ober» Jcsui- tcrn aufm Hof. St- Maria Rotunda, und Closter der PP. Pre, diger-Ördens. dd. St- Maria Königin der Engeln in Königlichen Frauen-Closter, Clarisscr-Ordens. ce St. Michael Pfarr, Kirchen, und Collegium Clcricorum Rcgularium St. Pauli Ap. insgemein Barnabuen genannt. ää. St. Nicola und Frauen-Closter der Clanssermen. «s. St. Peter. ft. St. Ruprecht. W- St. Salvator- ...... ^ KL- St. Ursula, und der Ursultnennen-Frauen-Clostcr. §.IX. Capellen 41. Et. Andrea im Erz-Bischöflichen Hof. St- Catharina im Zwettler-Hof. Lodken-Capellen auf dem St. Stephans Freythof.? St. Andrea im Ltechtenstemischen Haus in der Her- rcn-Gaffen. « Da» XII. Lapiteü »51 St. Thomas in Gundel-Hof. Et. Leopoldi im Esterhasischen HauS in der Wall- ncr-Strassen. Der H. Mutter GOttes und aller Heiligen bey Hof in der § aiserlichen Königlichen Burg. Der Geburt Christi daselbst. Des H. Datters Joseph auch alda, die Cammer- Capellen genannt. St. Francisci Taverii eben aldort. HH. Dreyfaltigkcit und der HH. drey Königen im Kaiserlichen Zeug. Haus. St. Barbara in der obern Treuner,Straffen. St. Barbara in Kaiserlichen Convtcl bey den untern PP. Jesuitern. Gt. Taverii im Ball-Gaffel. Himmelfahrt Mariä in Mölcker-Hof. Der Unbefleckten Empfängnus Maria im Harrachi- schen Haus auf der Freyung. ' HH. Aposteln Petri und Pauli in Althannischen Haus in der Schencken-Straffen. Mariä-Opfferung im Land-Haus. Mariä Schnee und St. Rochi Welsche Bruderschaft- Capellen bey den obern PP. Jesuitern. Der Unbefleckten Empfangnus Mariä auch aldort. St Lcopoldi eben daselbst. St. Skanislai Kostka bey der goldnen Schlangen, nächst den obern PP. Jesuitern. , HH. Francisci und Therestä in der Böhmisch-Oe- sterrclchischen Canzley. St. Nicolai im Seizer-Hof. St. Georgi in Freysinger-Hof. Aller Heiligen in Trautsohnischen Haus in der obern Breuner-Straffen. Todten-Capellen bey denen PP. Augustinern, koreta-Eapellen daselbst. . , HH. drey Königen in Schwarjenbergischen Haus. H. Creur in Amt-Haus. 25» Beschreibung der Stadt Wien HH. Aposteln Petri und Pauli in Goldbcrg. Der HH. drey Königen in Kaiserlichen Gieß - HauS auf der Seiler-Stadt. St, Francisci Xaverii bcy den untern PP. Jesuitrrn. St. Bernardi in H. Creuzer-Hvf. Maria-Verkündigung beym goldenen Hirschen. HH. Apostel» Pbilippi und Jacobi in Keller-Hof. St. Brunonts in Gaminger-Hof. Todt-Angst Christi auf der Schranen. St. Martin in Stockhaus. St. Rochi im Arsenal. St. Johann Rrpomuceni auf der hohen Brucken. §. X. Verzeichnis der Fürstlich-und Gräflich« Herrschaftlichen Palästen und Hausern , deren einige «nehrer unter einen Namen; nach Alphabetischer Ordnung. Althann , Majorat-Haus in der vorder» Scheuchen - Strassen. Auersperg , i. nächst den Schwarzen-Thor, 2. in der untern Dv- rothe-Gassen. Bachvani , i. am Schottcn- Plaz, 2. hintern Land-Haus in derSchen- cken-Strassen. Dreuner , auf der Seiler- Stadt, den Wallfisch gegen über. Caprara, An der Wallner-Strassen. Lavriani, in der vbern Breuner Strassen. Lobenzel , i . auf -em alten Baurn-Marckt, r. in der Steinfeld.Strassen. Collalco , aufm Hof. Ls-^ loredo, in der Weiburg-Gassen. Lhoteck, in der HerreN'Gassen. Dietrichstein, i. in Ler Herren-Gassen , 2. in der Schaufler- Gassen. Das XII. Lapirel. 25z Gassen. Draßkovitz, in-er Wollzeil. En- ckevoirt, aufm Kohlmarckt. Erdödy, in der Himmel-Port-Gassen. Eritti, in der Steinfeld - Straffen. Esterhasy , in der Wallner-Strassen. Eugenii, Prinzens von Savoyen , iezo Münz - und Berg - Wesens- Haus, in der Himmel Port-Gasse». Gac- rerburg , in der Dorothe-Gassen. Gitters, in der Herren-Gassen. Gohl, i. Groß- Haus in der Weiburg-Gaffen , 2. kleines auch daselbst. Harrach , i. auf der Freyung , 2. unweit davon. Harcig , in der obern Becken-Strassen. Herberstein , i. altes Haus, auf der hohen Brucken, 2. eben alda. Hoios , dem Schotten«Hof gegen über , iezo Neipperg. Hott stein , Herzog, in der Johannes-Gassen, jezt Kaiser!. König!. Rechen-Cammer. Raum'z, r. auf der Freyung, 2. auch daselbst. Rehry, vorhin Volckra aufm Kohlmarckt. Rhevenhitter, in der Waller-Strassen. Rinßky, in der Steinfeld-Strassen. Ruffstein, in der Herren -Gassen. Lanrberg, l. in der Wallner- Strassen , jezt Kaffer!. Haus , 2. auf der Freyung. Liechtenstein, I. hinter den Landhäusern , 2. in der Herren-Gassen, z. Bene- ficiat-Haus auch daselbst , 4. in der Kruger- Strassen, 5. in der untern Breuner - Strassen, 6 . aufm alten Baurn-Marckt Lobko« virz, i. den PP. Augustinern gegen über, 2. hinter den Landhäusern. Losy, inder Renn- Gassen, r ;4 Beschreibung der Stadt wie» Gasten, nächst am Arsenal. Manßfcld, auf der hohen Brucken. Molard , in -er Herren-Gasten. Montecuccoli, i. aufm Kohlmarckk , 2. in Rosen-Gäffel. Neip- perg, unweit vom Schotten-Thor. Nostiz, auf der hohen Brucken. Oercing, in Strauch-Gaffel. Vgilvi, hintern Land- Haus, paar , in der Wolltest, nächst am Etuben-Thor. Palffy, r. in -er Himmel- Port-Gassen, 2. in der Schencken-Strassen. Pergen, I. in der Wolltest, 2. aufm hohen Marckt. povheim, in der Singer - Strassen. L>.uestenberg, in der Johanns »Gassen. Rosenberg , in der Herren-Gassen. Salm, in der Wallner- Strassen, jczt Khe- venhiller. Schulenburg, in der Dorothe« Gassen. Schönborn, in der Renn-Gassen. Schwarzenberg , aufm Neu - Marckt. . Sonnau, aufdem Franciscaner-Plaz. Scah. renberg , I. bey den schön Brunn, 2. hintern Land-Haus, z. in derDororhe-Gassen. Stella, in der Herren.Gassen. Sternberg, auf dem Juden-Plaz. Traun , i. in der obern Schencken Strasten, r. inderHerren- Gassen. Traursohn, i. in der Herren- Gaffen, 2. in der obem Brenner - Strassen, verrani, in der Schaufler-Gassen. Ulefeld , hinter den Landhausern, waldeck, aufm hohen Marckt. Wallis, in der Krüger- Strassen. Weissenwolf , in der klein Do- Das XU. Capitel. 255 Dorothe - Gaffen, wmdifchgräz, hintern Laud-Ha-s. §. Xi. Verzeichnis der Geistlichen, und anderer Höfci, / nach den Alphadct. AlrenburgereHof, unweit vomCärner- Thor. Bern. Hof, aufm Hohen - Marckt. Lloster-Neuburger-Hof, illderRenuMai^ sen. Lrems'Münster-Hof, in der Anna- Gassen. H. Lreuzer-Hof, bey der schön La-- tern. Dempflinger - oder Pempflinger- Hof , am Kazen - Steig. Dsccor Lazen- Hof, im Juden-Gaffel, nächst den alten Kien - Marckt- Dom - Herren - Hof, nächst St. Stephan. Dorscheer-Hof, in der Gaffen gleichen Namens. Fahndrich- Hof, in der Singer-Strassen. Federl-Hof, am Lübeck. Fisch-Hof, am Koch-Gaffel. Frey. singer-Hof, am Graben. Gäminger-Hof, am Kazen-Steig. Görcweiger-Hof, in der klein Dorothe-Gassen. Gundel-Hof, amal- ten Baurn - Marckt. Johanns-Hof, in der Cärner - Strassen. Reller- oder Cöllner- Hof, in der vbern Becker-Strassen. Dletn Maria-Heller-Hof, in der Anna-Gassen. Lilien-Felder-Hof, in der WMurg-Gassen. Margrerhen-Hof,am alten Baurn-Marckt. Marschaker-Hof, im Kraut Gässel. Möl, eker-Hof, amSchottkN-Thor. Neuberner, k ! 256 Beschreibung der Stadt Wien j Hof, am Grün-Anger. Neuftädter-Hof, I' hintern Berg-Hof. Passauer-Hsfe, großer - ^ und kleiner, beyMaria-Stiegen Regen- ^ spurger-Hof, am Lübeck. Rsm-Höfe, gros- ß ser in der Römer - Strassen ; kleiner in der Himmcl-Porr-Gaffen. Schlosser-Hof, auf ! > der Serier »Statt. Schotten-Hof, am H Thor gleichen Namens. Seizer-Hof, un- k tern Tuch-Läden. Skcyer-Hof, am No- k ! then - Thurn. Täubel - Hof, in der Kluger- M oder Krüger- Strassen. Trienrer-Hof. Zwec- j ^ tel-Hof , auf der hohen Brucken. Zweccler- ! , Hof, nächst St. Stephans Freythof. Zwölföl fer-Hsf, auf dem alten Flelsch-Marckt. ^ §. xn. i Nekft denen oben verzeichneten Hoch- j fürstlich und Hochgräsijchen ; auch andekn öffentlichen, thcils pracktiaft, theils mlttel- masstg zierlich gebauten Hausern , grebt es ! noch viel andere, freyherrlich-adeliche, und §! bürgerliche Gebäude , die nach jeziger Art gar nett und fern aufgeführt, und der Stadt ein. übcrdie müssen herrliches Ansehen machen ; dergleichendasBlumenthalischeaufdem Hof, ! das Wisentische ben den schon Brunn; das Neubaurische in der Singer-Strassen, das Schmidlinische beym Stock im Eisen , und sehr viel andere, die gar wohl in der Ord- - nung angeführet zu werden verdienten. Wir über- Das Xis. Capitel. 257 übergehen sie aber mit Stillschweigen , weil dem Leser solche Verzeichnis etwas überflüssiges scheinen möchte. §. XIH. Sowohl die herrschaftlichen, und sehr viel aus denen bürgerlichen Hausern , als auch dre Collegia,Clöster und öffentlichen Gebäude haben ihre eigene Brünnen mildem besten und gesündesten Wasser; desgleichen befinden sich auf öffentlichen Pläzen der Stadt, und ln mehrern Bebauen Sprüng-Brünnen, die mit zierlichen Muscheln, grossen Becken, Grotten-Werck, Statuen und andern Bildnissen besezet, aus welchen daß durch Röhren nach der Stadt von weiten hergeführte Wasser springet, und lauffet. Dergleichen ftynd 2. auf dem Hof; 2. auf dem Hohen- Marckt; 2. auf dem Graben ; i. Auf dem Neu-Marckt ; 2. am neuen Universitäts- Haus , auf dem untern Jesuiter- Pläzl; r. in gemeiner Stadt Rath-Haus; r. im Fürstlich-Liechtensteinischen Palast, in derHerren- Gassen; r. in dem Gräflich - Stabrenbergi- schen Haus, in der Dorothe-Gassen, und noch andere. Sonst aber geben der Stadt ein absonderliche Zierde die auf öffentlichen Pläzen aufgerichte geistliche Ebren-Säulen mit Statuen, nemlicb auf dem Graben die prächtige Saul der Allerheiligsten Dreyfal- R tig- L58 Beschreibung der Stadt Wien tigkeit; auf dem Hof, der unbefleckten Empfängnis Mariä, und auf dem Hohen-Marckt, der Vermählung Mariä und Joseph , wovon anderswo ein mehrers soll gesagt werden. Das xm. Lapitel. ! Einige Anmerckunaen über der Stadt rnnerliche Beschaffenheit , und über da» ! gewöhnlich vorrhellhasrc Bau-Wesen der welr- Uchcn Gebäuden. §. I. ^Au Anfang dieses lauffenden Jahr hundert stunden um Wien «och viel alte RINSER Mauern, wovon wirvor mehrer Jahren noch zimliche Stücke ausser der Kaiser!. Burg und Blbliotheck gesehen, dergleichen noch je- zo am Schotten-Thor , auf dem Salzgrieß und am Rothen-Thurm gesehen werden, und von solchen meldet der Reisende in seiner An. 1724. heraus gegebenen Relation von der Stadt Wien , daß sothane Mauern zwar zimlich ganz, aber nicht wohl unterhalten würden , eben wie auch denen Stadt - Gräben die jrnige Nettigkeit mangelte , welche an den Festungen sowohl stehet. Solle dieser Das XIII. Lapitel. 259 irr Reisende nach Zerstöhrung der meisten Stadt-Mauern nunmehro die Aussen-Wer- cke samt denen Graben zu Gesicht brinqen können, wurde er sicherlich an derselben Nettigkeit nichts auszustellen finden, ja viel mehr Ursach haben, jedem Theile das behörige kob zu sprechen. Von der Stadt aber selbst bekennet er , daß sie über die Massen wohl ge- dauet , und wenn sie schon kein solche breite und lange Gassen hat, wie Paris, so hat sie j doch eine so grosse Menge Paläste und schöne Hauser. Man bauet täglich noch viel andere , daß , wo man ein wenig so fort fähret, so wird Wien, wo nicht eine der gesündesten, dennoch eine der schönsten Städten von ganr Europa seyn. Bisher der Reisende. §. n. Wer zweifelt, daß man von 6c>. Iabren her nicht stäts fort gefahren , und der Zeit noch fort fahret , nicht zwar die Stadt mit mehrer Hausern, oder andern Gebäuen wegen ermanglenden Spatium zu vermehren, sondern immermehr grösser» Pracht und Zierde zu verschaffen. Denn fast jährlich werden dort und da die alten unzierlichen Hauser niedergerissen , und neue auch viel schönere dafür aufgebauet, und hiemit diese Residenz von Zeit zu Zeit ein herrlicheres Ansehen gewmnet.Ob sie schon ohne ihrenVor- R s stad- ! ^ 260 Beschreibung der Stadt Wien ! ssadten zimlich klein , und andern berühmten Städten der Grösse wegen nachgehet, ist sie von aussen doch also beschaffen, und dermassen befestiget , daß sie darum mrt andern ! grossen Festungen um den Vorzug streitet; ! an innerlicher Beschaffenheit aber weichet sie j an Pracht und Herrlichkeit keiner andern Stadt. So viel ansehnliche, und mit grossen Unkosten , alt-und neue geistliche und > weltliche vor Gesicht kommende Gebau, ge- i ben das Gewicht und Nachdruck, daß ieder- H man gehalten wird, sie denen edlesten Städ- >j ten der Welt an die Seite zu sezen. Vor tzoo.-und mehr Jahren verdiente sse schon dieses Lob, welches ihr Aeneas Silvios (2) auch schriftlich hinterlassen, ln Austria, sagt er, complura iünr oppista sti- Ans nomine , inrer <^uxe dlova Liviras non in6ms eil , incolsru Oivi kristerici L^särir illustrata. Lest oinnium pr^claristima eff Vienna.- llrec Oucum ^usti-iL vecusta festes , 8c pslstis stibna Ke^ibus bsber , 8c templa mirsri ltsli» postit. - - - Isce- mus vriv^rarum Lstium ssrlenstorem 8c am- plirustinem , czuarum non paucss invenias ast excellenriam fatii»isrLs. „ In Oester- reich (s) Vs QennLnia c. l6. Ledarst. Iler. Vsrm. lom. 1. m. p. 454. Das XHI. Lapitel. r6r „ reich finden sich mehrer ihres Namens ». würdige Städte , unter welchen Neustatt „ nicht die geringste, sondern wegen-es Kai- „ sers Friderici Residenz berühmt ist. Al- lein die fürtreflichste unter allen ist Wien. „ Diese ist der Herzogen von Oesterreich al- ,, ter Siz , und hat Paläste , die würdig „ seynd Könige aufzunehmen, und GOttes- „ Häuser, worüber sich Italien verwundern „ könnte. Zugeschweigen der Ansehnlichkeit ,, und Höhe der Privat-Leuten Häuser, de- „ rer man nicht wenig zur Pracht hoch auf- „ geführet sichet §. IV. Nicht nur wegen unvergleichlich schönen Kirchen und Profan-Gebäuden hat Wien bey Hellen Tag , sondern auch bey stock finsterer Nacht in ander Wegen ein Majestätisches Anfthen. Das alte Rom wüste sich vor Frey- den schier nicht zu fassen, da bey triumphier- lichen Einzügen, oder sonst bey grossen Festinen , die ganze Stadt Nachts^Zeit beleuchtet wurde. So ansehnliches Sr ectacul wird ied- wedere Nacht in -er Stadt Wien aufgefüh- ret , indem alle Gasien und Strassen mit an die Häuser, mit eisen Stangen angeheften grossen Laternen, und ausser der Kaiserlichen Burg mit 1654: -er Burg-Plaz aber mit 42. brennenden Lampen, die täglich mit Un- R z schlitt r6r Beschreibung -er Stadt Wien fchlitt gefüllet , und aus dem eigenen Amt im tieffen Graben geliefert werden, illumini- ret prangen, und so commod und sicher bey der Nacht , als bey Tage zu gehen, und zu fahren ist. So prächtiges Ansehen macht die gleichmäffige Beleuchtung vom Burg «Thor aus bis Schönbrunn, wo Sommers-Zeit de- nen höchsten Herrschaften zu residiren belie« bet, und die ganze Strassen mit 452. Lampen erleuchtet wird. §. v. Nächst dem rühmten sich auch die alten Römer, wegen ihrer Haupt-Sradt schönen Plazen, Märckten , Strassen und Gassen; dann auch der prächtigen Gözen-Tempel, und anderer denckwürdigen Gebäuen halber, wovon der Zeit noch vieles zu sehen, und in Büchern beschrieben zu lesen ist. Nicht geringem Ruhm verdienet Wien , daß es unge- acht des kleinen Umfangs , dennoch schöne Pläze, Märckte, Straßen und Gässen mit so vielen herrlichen GOtts-Häusern zehlet, und in sich fasset. Der oben angeführte reisende Fremdling schmabete seiner Zeit über die Unsauberkeit der Gässen, welche, wie e? saget, durch das ganze Jahr mit Kothe und Unfiath angefüllet seyen. Denn ob man seinen Sagen nach , wohl einige Mist-Karren dielte, dieselbe zu säubern, so geschähe es doch Das XIH. Capitel. 26z mit einer solchen Nachlässigkeit / daß sie nichts destoweniger stetig unsauber gewesen. Anderst befindet es sich jezo. Sofern bey einfallenden Regen-Wetter / oder Schnee-und .Eis-Lähne, und übergrosser Menge der Leu- ten und Wagen gar geschwind Morast genug sich in allen Gassen nnd Strassen samlet, so machen -och viel Hand / der Sache bald ein End, und der Unflarh wird mit Kehr-Besen von grosser Anzahl der Taglöhner zusam gebracht , und theils mit Wasser in die Haupt- Cloaken geschwemmet, theils auf Karren aus-er Stadt geschaffer. §. Vl. DieZahl der herrschaftl.PalästeN/Höfen, bürgerlichen Häusern und andern öffentlichen Gebäuen ist um so viel geringer , dieweil so viel grosse / und theils weitschichtige Collegia, Kirchen und Ciöstcr mit beyliegenden Gärten und Spacier-Gängen, einen namhaften Stadt-Theil einnehmen. Was aber der > Stadt aus Ursache des engen Raums erman- ! gelt, das weiß man meisterlich in der höhe, ^ und in der tieffe einzubringen. Bey Erbauung -er Häuser, die aus puren Steinen und Ziegeln , pflegt man vermittels der Bau» Kunst 5. 6. ja 7. Stock-Werck auf einander zu sezen, wodurch der Bau-Herr sich dt: höhe zu Nüze macht, die ihm in der breite man- R 4 gelt. 264 Beschreibung der Stadt Wien gelt. Beyneben sucht man unter der Erden mit Holz Gewölbern , und gemein gl-ch 2. auch z. aufeinander gespannten Hellern Nu- zen zu suchen , derlei) unter-irrdischen Wer- cken es zu mehr gemelten Silvn Zeiten schon so viel gab , daß man zu sagen pflegte, Wien habe so viel Gebau unter der Erden, als ausser der Erden , und dahero von Bonfinto Es ein gänzlich Hangende Stadt genennt wird. §. VII. Was demnach die schmähle im Bauen nicht verstatter, das bringt man durch die höhe und rieffe herein, und darum sich nicht zu verwundern ist, daß öfters in einem Haus 40.50. und mehr Familien, oderPartheyen wohnen, so daß die sammtlichen Einwohner eines Hauses sich auf zoo. 400. 500. und mehr Köpffe belauffen. Die Tacber seynd meistens durchaus mit gebrennten Ziegeln gedeckt , und vor Feyers-Gefahr wohl gesichert, wovon (GOtt sey kob und Danck) keines , Wegs mehr so viel zu hören, als vor Zeiten, da die meisten Hauser mit Dach-Schindeln gedeckt waren , welches als ein Unzierde Ae- ueas Silvins -erStadtausstellete. Solcher Versicherung halber giebt es auch zu höchst unter aen Tüchern, gelegensame Wohnungen, und alle Winckel unter solchen stecken voll mit Leu- Das Xlll. Lapitel. 26s kmten. Zu ebener Erde werden in Burgers- Hausern Kaufmanns-Gewölber für die Niederlager, Kauf-Leute, und allerhand Negotianten ; desgleichen Kram - Läden für all er- denckl cheProstssioniften undHandwerckern erbauet, und vermiedet. Dabey zu wissen, daß jeder Burger den änderten Stock seines Hauses zum Quartier eines Kaiserlichen Hof- Bedrentens cediren muß. Bauet er aber, so erhält er auf einige Jahr vom Stadt-Magistrat von allen bürgerlichen Anlagen, und vom Quartier-Amt, wegen der Kaiserlichen Hof Bedienten Einquartierung, Frey-Jahr. Daß die Stadt Wien in ihrem Wappen- Schild ein weisses Creuz in rothen Feld: und einen zweyköpffigen goldfärbigeu Adler mit einer Kaiser!. Cron in schwarzen Feld führe, haben wir schon im Alt-und Neuen Wien gesaget. Das XIV. Lapitel. Anzeig und Benennung der unterschiedlichen Vorstädten,und Summarischer Inn- halt dieselben Riechen, und namhaft»»! weltlichen Gebäuden. § I. §Uieweil wjx eu, special - Beschreibung der GOtts-Häuser, Cvlleqien, Güstern und anderen Gebäuden in R 5 den r66 Beschreibung der Stadt Wien Len nachfolgenden Theilen zu liefern geden. cken, führen wir den Leser wiederum nach den Vorstädten zuruck , die wir demselben eben kürzlich und Überhaupts erstttch fürstellen, wie es im vorgehenden von der Stadt besche- hen, das weitere aber von einer Particular- Erzehlung der Vorstadtischen Kirchen-Clöster, und übrigen, gleichfalls auf den zweyten und dritten Theil verschieben Nun aber da wir nur von der Beschaffenheit der jezigen Vorstädten handeln wollen, schließen wir diesem Cavitel den Grund-Ris von denen Vorstädten den, mit welchem die verfaste Benamungs-Anzeig des vorstädtischen Summarischen Inhalts über eins stimmet, gleichwie die vorstehende Verzeichnus mit dem besiegenden Plan der Stadt allein sich zusammen füget. §. H. ZuälterenZeiten,wie wir schon gemeltha- ben, waren die Vorstädte nach den 4. Stadt- Vierteln , worunter sie gehöret, in 4. Tbeil unterschieden undabgetheilet; neml.ich indaS Stuben-Cärnthner-Wümber-und Schotten- Viertel. Zum Stuben-Viert! ward gezeh- let die Land Straß, Weißgärber, Unterwörd, samt der Leopoldstadt, ehe daß sie noch den Namen geführet. Zum Carner-Viertl die Wtden, und was an der Wien rechter Hand herunter gelegen. Zum Wimber-Biertl die Laim- MI WMZN » s4S4 4IL-4 LLL §2ir^H »4 LsS"K^»Z WMMWMiKM Ls?4 2 ??- S^?c> Ws ssUMO ^ rsß^sss? ä ^ ^ ^ .' 4 ss s 4?^^ s -j z A Ah? ^..?L .rsss »A/.; »sTo^sL? s LE 4 d s^ ss?-WAsA» -ÄS<» EM/W ^nii lLtÄrrr Hääierr ,» s 44 .« »SSL^SZ»Z ^1 W W ^r Pil^SL» WM st ^ MM ZMMWW AMMM Das XIV. Capitel. 267 Laimaruben, Scköf, Maria, Hülf, Spittelberg. Zum Schotten-Virtl der Schottenberg , Schotten-Aecker, die Alßherr-und Wäringer-Gassen mit der Rossau. Da aber nach lezter Türcken - Belagerung bey ftarcken Anwachs der Vorstädten die Sachen ein ganz andere Gestalt bekammen, verblieben sie zwar meistens unter dem Gebiete des Stadt, Magistrats , aber sie schöpften mehr neue Namen, mit welchen, und nach den Grund-Stücken, worauf einige ihr Lage haben , sie -er Zeit genennet werden. §. m. Mit den Linien den Anfang zu machen, ist schon vorläuffig gemelt worden , daß y. Thöre sich in denenselben befinden, deren jed- weders von den nächst ausser - oder inner denselben gelegenen Orte den Namen führet, und seynd die folgenden: Linien-Thöre 9. I Nußdorffer.Thor, 2940. Schritt vonStadt-Gra- den abgelegen. II. Waringer-Thor, 2-50. Schritt von der Stadt. III. Herrnalstr < Thor, vom alten Dorf dieses Na« mens, so fast einer Dorstadt gleich, -040. Schritt auster der Stadt. IV. Lcrchcnfelder.Thor/ wo innerhalb desselben das Me: und ausserhalb denselben das Reue-Lerchen- seid s68 Beschreibung der Grade Wien feld gelegen , welches leztere eben einer Dorstadt gleich, Lz,o. Schritt von der Stadt. V. Maria.Hülster.Thor , von der nächst in dieser Vorstadt gelegenen Kirchen, Maria-Hülf genannt, also benamset, zooo. Schritt, von der Stadt. VI. Hunds. Thurncr/ oder Scbönbrunner.Lhor/ 37^0. Schritt von der Stadt abgelegen. VII. Wienerberger Thor/ Zyoo. Schritt. VIII. Faroriren-Thor / ,§70. Schritt. - IX. Sr, Marxer. Thor / 480z. Schritt von der Stadt. Zn -er Leopol-sta-t, wo anstatt -er Linie -ie grosse Donau schließet, wer-en bis zur Stadt 6711. Schritte gezehlet. §. IV. ' 2 Anzeig und Benennung der Vorstädten. ^ keopoldstadt. k. Maria-Hülf , Wind- L. Jager-Zell. mühl, St. Magdalena, O. Rossau. Razenstädtl. v. Carlstadt inkirchtenthal. 8. Auf der Wien. L. Lhury. k'. Sparck-Bühcl. V. Wäringer-Gassen- H. Alßherr-Gassen. I. Joseph-Stadt. X. Alt-Lerchenfeld. 1 *. Gumpendorf. II. Hunds-Lhurn. X. St. Margrethen. V. Nikolstorf. LMäzelstorf. ^.Aufdcr Widen. L. St. Ulrich , oder bey x.Renn-Weeg. c-Unger-Gassen. ' x. Untern Weißgarbern. o. Neubau, k- Laimqruben. YJrnSchöff. Erdbeer, oder Erdburg. 6. St. Marx. kl. Das XIV. Lapitel. 269 Waring. il.Herrnals. L. Neu-Lerchcn-1 Nächst aiisser feld. ! denLimen. §. v. Pfarren der Vorstädten , und nächst an Vorstädtische Birchen Collegia und Llösrcr 16: Lüpcilcn Z4: Spittalcr 16: samt anderen / so nach folgender Verzeichnis im Plan angemerckr. ^ 1 - St. Leopolds Pfarr.Kirchen. -i s. Sk. Lazari Capellen auf dem GOtts-Acker. St. Johann Baptist - Kirchen und Closter dee barmherzigen Brüder. 4 . Kirchen undCloster der PP.CarmeliterBaarfüssern. 5 . Tabor-Mauth und H. Creuz-Capellen. 6 - St. Johannis Cleemosinarii Capellen, und Spital. 7- Alt-Kaiserl. Favoriten und Tabor-Au-Gärten. 8 . Caserne der Cavallrrir. S- Schis-Amt. den Linien/ rs. ^ Leopoldstadt. Maria-Hülf. ti Carl-Ktadt inLieebtentball Cluinvendvrf. ;, -MMerr - ^a„en, unv -ur-g» - - i ->"L?Ld. Maria-Hülf. » §. VI. In der Leopoldstadc. 270 Beschreibung der Stadt Wien »o. Zucht-Haus und Capellen des H. Antonii von Padua. n. Mariä von Pötsch Capellen in der Jäger-Zeil. i». St. Wenceslai Capellen am Czernimschen Pa- last und Lust-Garten. §. VII. In der Rossau, Larlstadc und Thury. ,A- Maria-Verkündigung Kirchen und Closter der PP. Servilen. »4. H. Creuz - Capellen. , Der Raben-Stein, I-ocms Luxplicü. ! 16. Kaiserlicher Holz-Stadel. 17. Porcellan-Fabrik. ,8. Der Juden -Freylhof. ! 19. Liechtensteinischer Palast und Lust-Garten. ,0, St- Johann Baptist Capellen aufm Thury. I Der HH. 14. Nvth-Helffer Pfarr-Kirchen inder Carlstadt. ^ V- Grast. Althanisch-Garten-Tebäu und Donau- ^ Bad. I §. VIII. In der Wäringer-und Alßherr-Gassen. Sk. Johann Nepomuceni Capellen am Wärm- ger - Linie-Thor. »4. Der Schmerzhaften Mutter GOttes Capellen in» Neuen-Armen-Haus am Alßherr-Bach. »5- St. Johann Baptist Psarr-Ktrchen in kazareth. »«. Spanisch, Spital und Kuchen St. Mariä d« Mercede. Das XIV. Lapicel. 271 »7. St. Peter des Apostels Capellen und Spital in Strudelhof. »8. St. Rosaliä Kirchen im Becken-Häusel. »9. Das Brennerisch Haus, jezo Chaosisch-Stift. zo. Kirchen 8. VuAnis 6e Clonts Lerrako und AbbteyderSchwarz-Spanier-Benedictiner-Ordens. Ai. Maria - Cell - Capellen und der Catholischen GOlts-Acker. A2. Der Lutheraner Gotts - Acker. Az. Der Niederlager Schieß-Statt. A4- Contumaz-Hof, und St. Rochi Capellen. 25 - Casernc der Infanterie. zö. Capellen des Herrn Abendmahls und GottS« Acker der Stadt «Pfarr bey St. Stephan. 37. Bürgerliche Schieß-Statt. 28. ArmeS«Haus und H. Creuz« Kirchen. z§. Kirchen zur HH. Dreyfaltigkcit und Closter der Pp. Lrinitariern, oder Weiß-Spaniern. 4«. Capellen der Stationen des Leydens Unser? H Crrn, vle aus der Stadl von St. Stephan nach der Pfarr«Kirchen zu Herrnals führen. * St. Johann Nepomuceni Capellen an der Herrnak ser Linie. §. IX.. In der Joseph-Stadt. 4i. Pfarr-Kirchen unter dem Titel Maria-Treu der PP. Piariste», Collegium und Convict derselben. 4». St. Anna Capellen und Haugwiziicher Palast und Garten, iezo des Rom. Königs Joseph II. Maje, stät Reil-Bahn und Marstalle. 43. St. Johann NepomuccmCapellenaufdemGotts« Acker dieser Stadt-Pfarr. . X. 272 Beschreibung der Stadt Wien X. Im Alten - Lerchen^eld. 44. Valcntianischer Palast und Gartcn-Gcbäu. 45. Trattnerische Buchdruckercy. 46. Capellen der 7. Zufluchten. 47. Gebäude der Grafen von der Nadt, und Rothe Hof. 48. Kurstl. Kinskischcr Sommer-Palast und Garten. §. XI. Bey Sc. Ulrich. 49. St. Ulrich Pfarr-Kirchen. Zo. Mariä - Trost - Capellen in Pfarr-Hof. 5«. Kirchen und Closter der PP. Capucinern. zr. Fürstl. Trautsohnischer Palast und Lust-Garten, jezt Quartier der Löbl. König!. Hungarisch - Adeli- chen Leib-Gärde. -ZZ. Neudeggerisch Gut , im Teicht genannt. 54. Schotten-Hof. 55-St. Johann Baptist-Kirchen auf dem Gotts- Acker. zö. Der HH. Dreyfaltigkeit Capellen im Andleri- schen Haus aufm Neubau. 57. Fürst Csterhasy Gebau. * Spital, der lange Keller genannt. §. XII. AufderLaim-Gruben und bev Maria-Hülf. L8. Kaiser!. Marstall für 600. Pferde. 59. Wacht-Haus Regulirter Cavallerie aus der Leopoldstadtischen Caferne, so Nachts-Zeit auf Pique- ter postiret. «a. 27 ) Das XIV. Lapitel. so. Caserne der Infanterie. sr. Bürgerlicher Schilt-Kasten in Frey-Haus. 6r. Kaiser!. Geflügel-Hof. ez. St. Josephi Kirchen und Closter der beschuehe- ten PP. Carmelitern. 04. Chaosische und Kaiser!. König!. Emanuelische Rit« ter-Academie und Stift-Kirchenzum H Creuz. Sz. Maria, Hulf Pfarr-Kirchen, und kleines Collegium der PP. Barnabiten. * Fürstlich-Kaunizische Lust-Gärten, und Sommer- Gebäu. «s. St. Johann Nepomuceni Capellen am Maria- Hülffer Linie - Thor. §. Xlll. In Gumpendorf, Hunds-Thurm und Gr. Margrcrhen. 67. Gt. Aegidii Pfarr-Kirchen zu Gumpendorf. SS. Abendmahl Unsers HLrrn Capellen , und Ingenieur, Schule in dem Königseggischen Gedäu. 69. St. Johann Nepomuceni Capelle» am Hunds- Thurner Linien - Tbor- 70. Johann Bapllstä Capellen im Stegnerifchen Garloß. 71. Der Schmerzhaften Mutter GOttes Capellen in dem für die armen destiuuen Haus, Sonnen-Hof genannt. 7H. St. Margarethen Capellen und Schloß der Grafen von Sonau, jezk gemeiner Stadt Wien. §. XIV. Mäzelstorfund aufderwiden. 72 - St. Johann Nepomuceni Capellen am Wien«» Berger Linien-Thor. S 74 . -74 Beschreibung der Stadt Wien 74. Mariä-Hülf Kirchen und Gotts-Acker ausser den Linien. 75- St. Florian Kirchen 76. Der H. Tdeciä Kirchen und Novitiat-Haus dce PP. Piaristen. 77 Maria-Heimsuchung Kirchen und Spital im Klagbaum. 78 Der HH. Schuz - Engeln Kirchen und Closter der PP. Vaulanern. 79. Der H. Rosaliä Capellen im Stahrenbergischen Frey-Haus. So. St. Michaelis Capellen in der ehemaligen Kaiserlichen Favoriten, jezo Theresianischen Collegio. Li. Gt. Johann Nepomuceni Capellen am Favoriten Linien-Thor. Lr. Sr. Augustini Kirchen und Gotts-Ackkr des Bur, gerl. Spitals. «s. Der Schmerzhaften Mutter GOttrs Pfarr- Kirchen in Neuen-Lerchenfeld. Das xv. Lapitel. Absonderliche Beschreibung der Vorstädte»/ und zwar erstens die Nachricht von der Leopoldstadc. Ursprung und Aufkommen der Heu- tigen Vorstädten haben wir schon ge- handelt, nur ist noch übrig das wettere nachzuholen, und von jedwederer derselben ein zulängliche Auskunft zu geben. Mit -er Leopold-Vorstadt haben wir in der vorhergehenden Verzeichnus den Anfang gemacht, und dieser geben wir auch den Vorzug, und fangen mit derselben unser Particu'ar-Beschreibung an . weil sie die gröste und volck- reicheste, und mit ihrem Bezrrck die Stadt Wien selbst übertrift. Sie liegt in einerJn- ful, um und um von der Donau emgeschlos- sen, und wird durch einen Canal, oder schmähten Arm -»eses FluseS/ über welchen ein Hölzer, I.r«LL^Äa r. ^ vün7^öü^!« l. ->Äi>^7^^!r L»sp^Lr<^L ^U^rQL ^pr/S-iy . A^?ia^rü/r^ < ^!>^i>cär/snQ , < ?r»^e/LÜ^ ^ » ^ütn-Ättr^r, ^«^rvE MW! iL?7L^ ^Lv/7s/r. <^7^r^aie «!e?- ^S^/ür<Ä oder gleich andern Vorstädten damit verfahren solte? das erste- l re ward beliebet, und der Herzog von koth- l ringen blieb einige Tage mit der Cavallerie da stehen , und bedeckte sie. Aber gählings i brach er auf, führte die Regimenter über die Brücken, nach der andern Donau -Seiten, doch als nicht alles noch aus -er Insul ab- marschiret, und Wien schon würcklich von Feind berennet ward , sezten einige tausend . Türcken und Tartern bey den Weißgärbern , über den Donau. Arm , und verfolgten die ? Unstigen bis an die Brücken. Wider diesen Schwarm rommandirten ZhreDurchläucht ! den tapffern Generalen Herrn Grafen von Sckulz, welcher mit seinen Dragonern auf sie 'vs aieng, und soweit zuruck trieb, daß die akmartchirenden, und er selbst mit den seini- §cn, Zeit und kuft aewamien, die grosse Donau Brücken zu erreichen , sie zu passiven, und binter sich abzuwerffen. Wornach die Türcken die aanze Insul besezten , alle Ge- bäu in die Aschen legten , Batterien auf- warffen, Stücke und Mörser darauf pflanz. Das XV. Lapr'tek. »79 teil , und von dieser Sette auch die Stadt grausam zu beschießen anfiengen, und derselben hart zu zusezen fort fuhren. §. M. Nach erwünschten Entsaz gelangte die Leopoldstadt in wenig Jahren zu jener Grösse und Ansehnlichkeit, m der man sie dermalen -oriren stehet. Was aus Böhmen, Mahren, Sachsen, Schlesien, Polen, und Wetter von Mitternacht her anlanget, findet da die de- ' sten Einkehren, und allerhand Kaufmanns- Waar wird theils da abgelegt, theils durch, nach der Stadt geführet. Auf der Mittags- Sette wird fie vom Donau-Canal: und auf der Mitternachts-Seite vom Donau-Arm befeuchtet , welcher Seits sich mehr Schis- Mühlen befinden. Gegen Sonnen - Niedergang hat sie auf der Land-Seiten, gleich denen Lin en ihren Wall und Graben: und gegen Aufgang einen Wasser-Graben. Ihrer Weitlauftigkeit halber soll die Leopoldstadt zoz6oo. Quadrat Klafter in fick fassen, und ist eine der volckreichesten Vorstädten. §. IV. Da wir vom Canal, so die Leopoldstadt von der Stadt scheinet, und durch die einzige Schlag-Brucken vereiniget, melden, ist S 4 zu 28o Beschreibung der Stadt wie» zu wissen, daß zwar vor langen Jahren schon ein starcker Arm der Donau da vorbeygestri- chen, aber nach der Zeit, als sich das meiste Gewässer bey Nußdvrf in die große Donau ergösse, und dieser Rinn-Saal in gänzliches Abnehmen gekommen , also daß kein Schis mehr nach der Stadt herein passiren konnte, war man mit Sorgfalt darauf bedacht, einen Canal zum Nuzen des gemeinen Wesens, und zur Beförderung der aus den Obern- Ländern anlangenden Schiffen in Stand zu bringen, und in solchen zu erhalten. Cs ha- ben dahero Ihre Cxcellenz Herr Graf von Welß , Weyland ruhmwürdigster Stadthalter in Wien, mittels vieler Ingenieurs stattlicher Projekten, das Wasser bey gedachten Nussdorf abzuschneiden, und von dergrossen Donau in den Canal herein zu leiten, mit grossen Unkosten hierzu den Anfang gemacht ; jedoch giengen fast?o. bis 40. Jahr dahin, ehe die Sache den gewünschten Effect erlangete. Denn ob man schon viel Centner schwebre Steine , wovon der Beweis noch vor Augen lieget , eingesenckt, bat man gleichwvl dem Wasser seinen freven kauf lang nicht hemmen können: endlich aber ums Jahr 1701. nach der Schis Leute, und jedermanns Wunsch und Verlangen zu Stand gebracht worden ist. §.V. Das XV. Laprtel. §.v. Allermassen diese Vorstadtzimlich nieder gelegen ist , hat sie öftere Anftösse von der aufgeschwollenen Donau, ncmlich wann das Elß sich zu sezen pfleget, und der Stoß nicht sür sich gehen will; da sie alsdann gänzlich überschwemmet , und unter Wasser gesezet wird. Der Grund allda ist sehr fruchtbar, und wird in denen Kuchel-Karren so viel Erd- Gewächs gepflanzet, und nach der Stadt gebracht , daß man sich darüber verwundert. Das meiste von dieser Vorstadt ist dem Stadt-Magistrat unterthänig. Dieser sezet alle Jahr nach der Burger gewöhnlichen Bestimmung einen neuen Richter , oder confir- mirt den vorigen. Ob zwar nicht viel über ;oo. Häuser gezehlet werden , also -aß sie kein grosse Anzahl der Einwohner fassen zu können scheine.', so sevnd aber deren Häusern mehrer so geräumig, daß sie weit au Muffende, in mehrer Höfe abgetheilet werden, und überflüssig Wohnungen verstärken Sie wird von 27.Strassen undGässen durchschnitten, deren einige sehr breit, absonderlich die Haupt- Strasse , die alle regelmässig angelegt. Zum Wappen-Schild führet die kevpvldstadt die Bildniß des H. Marggrafens Leopoldi, stehende in ganzer Figur mit dem Panier der 5. kerchen bezeichnet, und mit dem Modell des von ihme gestiftet! Herren Closters-Neuburg. Ss §.Vl. »82 Beschreibung der Zcadt wie» §. VI. Der äußerste Theil von der Levpoldstadt -egen Morgen, hiesse ehedesse», vielleicht darum , weil er mit Wasser umgeben war, die Venediger -Au. Heutiges Tags Heist man solche Gegend die Iäger-Zeil , aus der Ursache , weil der Kaiser Mathias denen Jägern zu Erbauung derselben Wohnungen solchen Grund angewiesen. Ob dies schon nur ein einzige, aber sehr lange Strasse, finden sich doch sehr viel Seelen allda , wie in der keo- poldstadt selbst, und wird der Ort von einem eignen Richter regieret. Die Gemeine führet in ihrem Insigl einen Hirschen, zwischen dessen Geweyhen ein Creuz zu sehen. Da wird an der Strasse ein Copie der Mutter GOt- tes-Bildniß von Pötsch bey St. Stephan, Mit grosser Andacht verehret, welchem H. Bild nicht ohne Verwunderung die Befrey- ung von der An. 171z. grassirenden Seuche zugeschrieben wird. §. VH. Nebst verschönen Pfarr-Kirchen , und prächtigen Thurm-Gebäu, geben dieser Vorstadt ein Zierde die zwo Kirchen und Clöster der PP. Carmeliter Barfüßern , und der barmherzigen Brüdern. Den vierecktenPlaz vor der Carmeliter-Kirchen ziehren schöne Das XV. Lapitel. rFz aus Stein gehauene Statuen , und in der Mitte ein HH. Dreyfaltigkeit Säulen. Der Seelen-Sorge stehet vor ein HerrPfar- rer mit zwren auch dreyen Capellanen , die samt der Pfarr - Kirchen von Kaiser Leopold gestiftet worden. Unter den weltlichen Gehauen verdiente ehemals den Vorzug die je- zo so genannte alte Favoriten, so unter erst höchst gedachten Kaiser Leopold derfürnehm- ste Lust-Ort in der Lcopoldstadt gewesen. Dieser im Au-sauren gelegene Kaiserliche Sommer-Palast hat einen prächtigen Zugang von einer mit 400. Linden-Bäumen ausgesezten Alee, die dieser Zeit mit grosser Sorge und Unkosten noch erhalten werden. Die deuteten allzeit etwas grosses an ,, und dienen zur rechten ErgWng. Nach türckü scher Verheerung ist das Gebäu bis zur Regierung des Kaisers Joseph in seinen Ruinen liegen geblieben, da es alsdann für die Kaiser!. Frau Mutter Eleonora Magdalena wieder erhoben zu werden angefangen wurde. Den Tafel - Saal mahlete der berühmte Fr. Andreas Pozzo aus -er Gesellschaft ZEsu, und soll noch zu sehen seyn , aber wir haben ihn nie zu sehen bekommen. Ausser der Zeit der vcrsamlcten Ingenieur Accademie wird er allezeit veriperretgehalten. Die gänzliche Ausführung aber des Gebäues gerieth ins stecken, entweders wegen den verdrießlichen Schnacken , welches Übel wegen den nahenen Donau- L?4 Beschreibung der Stadt Wien nau-Strom nicht zu verhütten, oder wegen den neuen kuit-Schloß Schönbrunn , so in denjenigen Tagen, wegen angenehmer Lage, vortrang. Nichts deftoweniger finden sich da die allerschönsten Spazier-Gange, hoch- mächtige Cschen-Bäume, und fchattichte kust- Aleen in der angenehmsten Grüne, die Abends-Zeit im Sommer den Adel in grosser Anzahl dabin einladet, und wird nun jedermann verftattet diesen Lust-Ort zu betretten, den Vorherv nur die Kaiser, und andere höchste Herrschaften genossen haben. Von denen Garten siehet man dato nur einige ganz betrübt aussehende Überrest, die sich gleichsam härmen über das Abkommen dieser Gärten, und über derselben zu Grund gegangenen Zierde, Pracht uEHerrlichkeit. §. vm. Es werden auch andere schöne Gärten uud -abey liegende Sommer - Paläste in der Levpoldstadt qezeblet, die hiebevor und theils noch unter folgenden Nämen bekannt gewesen, theils aber wegen Veränderung der Inhaber iczt neue Nämen führen , mit derer Nachforschung wir sowohl m dieser, als in anderen Vorstädten uns die Zeit nicht haben verkürzen wollen. Unter diesen seynd also in dieser Vorstadt die fürnehmsten der Fürstl. Montecuculische Garten und Lust-Gebau, Das XV. Lapicel. 285 -er Grafen von Curland, Rosenberg, Fünf- kircheo, Coloredo, Losy, Oetting, Kollo- niz, rezo ein Spital; item der Baronen von Wallborn , von Strobel, der Herren von Schrottenstein, Löwenthurn, Franzenau, Gudenus und noch andere. In -er Jager- " Zeit war vor mehrer Jahren auch der Czerni, Nische Garten in grossen Ruf gewesen. §. IX. Nächst am Ufer -eS Donau-Canals ist die feheus-würdige Caserne derCavallerie, die 96. Klafter lang mit doppelten grossen Höfen: und 47. Klafter breit ist, allwo zu -er Stadt und der Vorstädten Sicherheit 620. Mann zu Pferd, samt ihren Offtciren einguartirt iiegen. Das Gebau ist nach der Form anderer Ca fernen zu Stockerau, Crems nud Zps für die Cavalierie auf Unkosten der N. O. Land-Stände erbauet. Ausser dem, daß diese Cavallerie zur Nachts-Zeit zwischen - der Stadt und Vorstädten in Prqueter aus- gestellet ist , und dre Strassen sicher hält, dienet sie auck als ein Leib-Regiment denen höchsten Herrschaften des Kaiser!, und König!. Hoks, wann höchst dieselben Gommers- Zeit ausser der Stadt, zu ^chönbrunn oder Laxenburg sich zu diverriren pflegen. Am erst gedachten Canal besindet sich auch das Schis-oder Wasser-Maut--Amt, wo der Schis- 286 Beschreibung Ser Gcad< Wien Schis- Amts - Verwalter , der die Aufsicht über das ganze Schis-Wesen tragt, logiret. §. X. Auch des Zucht-Hauses ist kürzlich zu er- wehnen. Also wird die Herberg der zenigen genennet , die man alda zusammen stecket, welche sich auf den Müßiggang , aufs Betteln, aufs Schnipsten, Beutelschneiden und dergleichen verlegen, oder die ein unbändiges, und unverschämtes Leben führen, oder anderer Laster sich schuldig gemacht haben. Es ist ein zimlich weitläuffiges Gebäu, und für allerhand Werkstadre, mit Arbert-Stüben ein- gericht; absonderlich zum Wölb Spinnen, da nebst vielen andern Produkten jährlich über 2000. Kozen verfertiget werden. Es dienet dieser Ort auch denen Eltern zur Züchtigung nngerathener Kinder, denen man aufgarfei- .^ie Weise Mores lehret, und sie gleich beym " «-ersten Eintritt mit triftigen Streichen der Ochsen - Senne bewilkommet; täglich sie da- H mit bedienet, und endlich nach erstreckterZe.t damit abfertiget. §. Xl. Ein geqend Abend und Mitternacht zu, gelegener Theil der Leopoldstadrer Insel, wird die Tabor-Au , und die wiese Sc. Bri. Das XV. Capirel. 287 BrLgkdä genennet. Diese ist voller Gebüsche,. und der aiigenehmsten grünen Wiesen ; da - gibt es vielGewilds, Hirschen, Wildschwein, Fasanen und dergleichen, und die ganze An ziehet sich weit bis gegen den diesseits der Donau qelegenenOrth Nußdorfhinauf.Da ist ein erwünschte Blessier im Sommer, sowohl auf denen mitten gelegenen Wiesen, zwischen den Gebüsche-Merck, als nahe an der Donau auf dem Ufer neben den Schis-Mihlen spazieren zu gehen und zu fahren , allwo sich auch bey schöner Witterung viele von Adel, von honeten Burgers - Leuten und anderen einfinden. §. XII. Ausserhalb denen Casernen ist beym Eingang auf die St. Brtgida Wiesen, von Lev- polstadter Canal, bis zum nächsten Donau- Arm gletchfals ein Linie gezohen, doch ist sie nicht wie die ringsum andere Vorstadteherum lauffende Linken mit Ziegeln ausgemauert, und daher» von An. 1704. das ist vom ersten Aufwerffen der Linien, schon ztmlich verwachsen und etngegangen. Da siehet man ein alt - verfallene über zwerch aufgeführte Mauer, vermuthlich dem Wasser Einhalt zu thun , und zu Verhüttung eines durch diese Linie reissenden neuen Donau-Arms. Nicht weit ausser dieser Linie siehet man auchSpu- !S 288 Beschreibung der Grade Wien l ren von Schanzen,oder einem geschlagenen La- H ger, vielleicht von der Zeit , als einstens ^ der Feld-Herr Erz-Herzog Leopold in ^ z dieser Aue wider dieSchweden gelagert stunde. i §. XM. i Ein andere gegen Morgen und Mittag - gelegene Leopoldstädter Seiten , Prater ge- ^ nannt, vom lateinischen Wort />«/»-«, so ein wiese heisset, und durch einen Donau- Arm von der Zäger-Zeil abgeschnitten wird, ? ist ebenfals ein gar anmüthtger Ort , und Thier-Garten , wo sich auch viel Hirschen und anderes Gewild befindet, und Abends- Zeit im Frühling der zahlreiche hoheAdelmit Spazieren fahren sich zu divertiren pfleget. Da ward zu Kaisers Josephi Zeilen gemeiniglich in der Fasten das Fuchs - Brellen ge- ! halten. Nächst darbev liegt ein anderer der- j gleichen Lust - Ort, Sradr - Gur genannt, ! welche bcyde Lust-Auen durchs ganze Monat May und lezteres auch sonst, offen gehalten werden. i §.XIV. Ohne diesen bisher benannten Insel- Auen werden ausserhalb der Leopoldstadr: r wie auch oberhalb: und unterhalb derselben, ^ noch mehr andere dergleichen gezehlet , die ? rum Unterschied mancherley Namen führen; ? nem. Das XV. Lapitel. 289 nemlich l. Im Wolf, nach Meinung Lazii von den emstens daselbst sich aufhalten-en vielen Wölfen also benamset, so auch zu anderen Zeiten infam war wegen Mordthaten und Raudereyen. 2. Wolfs.Schürr. z. In der alcen Stuben. 4. Mühl-Schütt, s. BübecSchürc. 6. Gcadlauer Au. 7. Halter,Au. 8. Gpicrel-Au. 9. Im Durchlauf. io. Rletn-Stein. n. Grab-Stein. 12. Micrelschürr. i;. Die Schütt. 14. Jäger-Hausen, i;. Im Büttel. 16. Erd- Beer-Maiß. Aus denen eine zu ältesten Zeiten , und beym Aufkommen der heutigen Stadt Wien auch die Schorcen-Au geheissen , und die nächste gegen Wien über gelegene Au , wo sich jezo die keopoldstadt, oder Rossau befindet, lang vor derselben Erbauung scheinet gewesen zu seyn. Diese , wie mehr gedachter kazius muthmasset , trüge den Namen her von denen aus Schott - Land haufflg dahier durch-und nach den heilige« Land reisenden Pilgramen, die ihre Einkehren in dieser Aue nahmen , wie dann denen aus dieser Nation Ordens-Geistlichen des O. Benedicti, in der diesseits gelegenen Vorstadt vom Stifter der Stadt Wien Henrico Za- somirgvtt ein Clofter, wegen svthcrnen Wabl- fartern erbauet ward , und noch dato der Schotttn-Eloster heisset. XV, r I ,yc> Beschreibung der Stadt Wien §. XV. Weil solchemnach der Donau-Strom in der Gegend Wien sich in mehrer Arme zer- theilet, und wie gemelt, untersch edene Inseln und Auen formiret , werden vom Rothen-Thurm aus bis ans jenseitige Land der ganzen Donau bis 7. Brücken gezehlet; worunter die ausserste die Wolfs - Brucken von iz. Joch 260. Schritt : die andere von 8. s Joch 160. Schritt: die grosse Donau-Bru- t cken von zo. Joch 500. Schritt: die Schlag- I Brucken von s. Joch 96. Schritt lang, und 8 die übrigen von ungleicher Lange , die sammt- lich, besonders aber die grosse Donau-Brucken vom Eis-Stoß oft grossen Schaden nehmen ; und mehr Joch auf emmal dahin gerissen werden. Das xvi. Lapikl. Von der Rossau, Carlstadt, Dhury und Gpärckbühel. ^ § 1. vermutben einige der Vorstadt Ros- A sau Namen komme her von Rosen ^ und Aue, soviel als Rosen-Aue, der- glei- Das XVl. Lapitel. 291 gleichen es auf dieser ehemaligen Wiese soll gegeben haben. Aber ein richtigere Herleirung dieses Namens scheinen die jenigen zu machen, so von denen Rossen , oder Pferden den Ursprung ableiten, die Ursach davon gebende , daß man vor dem Auftommen dieser Vorstadt, dre Pferde, oder Rosse in dieser Au zu werden pflegte, und diese Gegend sowohl als die gegen über gelegene Insel im werd mit Gesträuch und Büschwerck bewachsen gewesen, und daher ein gelegensame Roßweide abgeben konnte. Mit dieser Derrva- tion stimmet der Wappen-Schild der Rossau über eins , welcher einen mit Baumlen und Gebüschwerck bedeckten Grund vorstellet; mithin viel ehe ein Aue, oder Roß-Weide, als ein Rosen-Aue andeutet. Mitternacht Seits stost sie an Donau-Canal an ; gegen Niedergang an denIlßherr - Bach ; gegen Mittag an einen Hügel, der Schottenberg genannt, und an die Warinqer Gassen. Der ganzen Vorstadt Grund begreift in der kän- ge 400. und in der grossen Breite 370. Klafter. z. n. Zu vorigen Zeiten befände sich in nächster Gegend der Roffau die so genannte Fischer-Vorstadt , die ans Schotten-Thor, Neu-Thor und ans Schänzel anlage, und T 2 dort 2Z2 Beschreibung der Scadt Wien dort ein End nahm, wo die heutige Rossauer Vorstadt anfängt. Diese alte Vorstadt ward samt ihrer St. Johannes Kirchen wo man Predigen hielt , bey erster türkischen Belagerung nieder gerissen; und nachdem sie wiederum auflommen, und bis auf die Zei, ten K. keopvldi in guten Wesen stunde, betraf sie An. r66;. abermal das Unglück, da sie nach Übergang der Vestung Neuhäusel an die Türcken, aus Furcht dieses Erb-FeindS von Grund aus gänzlich rasiret worden, in dem man sie wegen so nahmen Anliegen an die Stadt, der Festung schädlich zu seyn erachtete , da giengen alle Häuser , Paläste, schöne Lust-Gärten, noch ein andere Kirchen und Closter , absonderlich der Grafen, nun aber der Fürsten von Schwarzenberg prächtiger Sommer-Palast darauf, so alles abge- brennt, nieder gerissen, und der Erden gleich gemacht wurde. Daß vor Zeiten in der Gegend ein Frauen Closter mit einer Kirchen der H. Maqdalenä gestanden, beweisen alte Dokumenten , und ein noch dato daselbst stehende gemauerte Säulen mit der Bildniß dieser H. Büßerin. Dem Lager nach ist die Rossau auch zim- tich niedrig gelegen, und darum gleichwie die keopoldstadt einerley Ungemach von dem sich §. M Das XVl. Lapikel. 29 z aus seinen Ufern austrettenden Donau-Canal zu ertragen hat. Je dennoch ist sie Haupt- sachlich wohl gelegen und gar bequem zur Holz Niederlag. Alles auf der Donau hergeführte Bau - und Brenn-Holz, womit er- stern auch nach Hungarn grosser Handel getrieben wird, hat da sein Niederlage. Daß von hier weiters zu Wasser verführte Bau- Holz wird in Hungarn mehrers geschäzet, als jenes so auf der Waag , oder anderswo her dahin gebracht wird, angesehen daß hiesige vor jenen viel dauerhafter seyn solle. §. IV. . Ausser einigen Palästen und HerrschaftS- Häusern werden nicht viel über 150. bürgerliche Häuser gezehlet, seynd aber voll mit Leuten angefteckt; die machen ein namhafte Zahl aus, ohne dem Gchifs-Bolck, sobald stündlich von weiten Landen anlanget, und fast stündlich abgehet , und allzeit in zimli- cher Anzahl sich da befindet. Strassen und grosse Gässen seynd 6. an der Zahl. Die Gemeinde stehet unter dem Stadt-Magistrat, vorhin aber gleichwie die keopoldstadt, unter das bürgerliche Spittal gehörete, An. 1689. aber unter gemeiner Stadt Wien Jurisdiction gezohen ward- Das Pfarrliche Recht gehöret uach der Schotten Pfarr-Kirchen in der Stadt. Zu der geistlichen Amrs-Ver- T r wal- 1 LY4 Beschreibung der Stadt Wien waltung abersevnd die PP. Servilen gegen jährlich zu gemessen habender Pension , von der Schotten - Abbtey aus verordnet, die sowohl bey Tag als Nacht fleisskge Obsicht in der Seelen Sorge tragen. §. V. Unter den Gebauen giebt erst gedachten PP. Servilen schöne Kirchen und Kloster der Rossauer Vorstadt ein Ansehen. Hernach der Fürstlich-kiechtensteinische Palast, der auf grünen Wasen aufgebauet, an der Magnifi- cenz fast nichts gleiches in Wien selbst sich entgegen stehen stehet. Aus der ganzen Fährte , aus den Eingängen , Treppen, Saal und Gemächern leuchtet etwas königliches heraus, wovon im dritten Theil ein mehrers. Der Urheber dieses Lust-Gebäudes Fürst Adam von kiechtensteiu pflegte zu sagen, weil ihm die Göttliche Gülte grosse Mitte! be- j scheret, wende er jährlich zooeo. fl. für Allmosen auf, aber nicht für müsslge Bettler, die aus Müssigang Profession machen , sondern für bedürftige Tagelöhner und Maurer. Er baue nicht aus Ebr-Geiz, in dem er ohne dies mit genügsamen Wohnungen versehen, sondern wegen der Armen, die gern arbeiten, doch nicht allzeit Arbeit finden, habe er ein so kostbares Gebau über sich genoh« i men. Hinter den prächtigen Gebäu lieget § der Das XVI. LapLtel. 295 der unvergleichliche schöne Garten, allwo man alles beysammen antrist, was man schönes , und das Aug ergözendes in einem Garten zu sehen wünschet und verlanget. §. VI. Andere Palaste , zierliche Gebäu und Lust Garten seynd bis 70. an der Zahl , die dieser Vorstadt zur Gommers-Zeit der Belustigung halber grossen Zugang machen. Unter diesen verdienen den Vorzug der Grafen von Zinzendvrf, Sinzendorf, Collalto, Kaum;, Scalvignioni, St. Julian, der Herren von Pozzo , Verdura, Tepsern und anderer, nebst bürgerlichen schönen Hausern und Garten. Da ist angelegt die Porcellan- Fabric, die An. 1722. von Herrn Claudio Du psyuei-, so in dieser Kunst treflich ersah, ren war , aufgericht worden. Man sagt, ich aber weiß es nicht, daß hiesige Porcellan- Geschirr weiche wegen Reinlichkeit und Weifst, auch wegen der Arbeit, weder dem Sächsischen, noch andern ausländischen Porcellan, wegen Fürtrestichkeit aber der Mahlerey, soll es alles andere übertreffcn. Da findet sich der Juden-Freythof, und -er grosse Kaiserliche Holz Stadel, wo all erdenklicher Borrath und Gattung von Holzwerck zur Be- dürfnüß des Kaiser!. König!. Hofs nieder gelegt, und aufbehalten wird. T 4 §VIl. rz6 Beschreibung der Stadt Wien §. VU. Ausser den Liechtensteinischen Gebäu und Garten , fangt jenseits des Alßherr - BachS die Vorstadt, Carlftadt in Liechtentbal ge- ^ nannt, an, die sich bis an die Nußdorffer Linie hinaus ziehet. Vor der Erbauung dieser Dorstadt htesse der Grund , worauf sie lie. get, die wiesen, welcher Name annoch z»mlich m Schwung gehet, woselbst die Studenten und andere Schüler aus der Stadt sich mit Ballen-Spiel und Ballon-schlagen zu ergözen pflegten. Auf dieser grünen Wiese ist nun in wenig Jahren ein ganze Stadt erwachsen, die ihr Auftommen denen Zeiten glorwürdigster Regierung K. Carl VI. zuschreibet, und dannenhero Carlstadt genennet zu werden verdiente. Zur Aule- gung dieser neuen Stadt gab Anlaß erst oben hoch belobter Fürst Adam von Liechtenstein, welcher nach dem er besagte, seinem Palast nabe gelegene Wiese,von Grafen Minando Auersperg erkauft, erstens An. 1694. ein grosses Bräu Haus, da wöchentlich 5 oa. Einer Bier gebräuet worden, dahin gebauet. An. 1704. -als nach gezogenen Linien dieser Grund samt dem Brau-Haus innerhalb denenselben zu liegen kam , hat mehr besagter Fürst iedwe- deren Menschen, der si darum angemeldet, ein Spat'um zu Erbauung eines Hauses, rim ganz billigen Preis angewiesen, und auf Das XVI. Lapicel. 297 10. Jahr die Freybeit von allen Steuern und Abgaben verliehen. §. Vlll. Solcher Gestalt, wie erst gemeltwor. den , hat man nach wenig Jahren auf der grünen Wiesen ein schöne neue Pflanz-Stadt angetroffen , welche Mil sie niederig und gleichsam in einen Thal gelegen , zu ewiger Gedachtniß des Fürstlichen Urhebers , und der Liechtensteinischen Familie in ihrem Jn- sigl zwey gegen einander liegende und mit Häusern besezte Felsen-Stein , mit einem Thal in der Mitte , über sich aber die hell strahlende Sonne führet , um hiemit durch Liechtenstein , Liccheenehal anzudeuten. Der Ort wird von 6. Regular angelegten grösseren Strassen und Gaffen durchschnitten, deren zwo die obere , die andere die untere Wiener-Gassen, die übrigen auch ihre eigene Namen führen. Die Hauser so alle neu und sauber , seynd meistens mehr« Stöcke hoch gebauet. Die Länge und Breite der Stadt ist gleich, nemlich Z72. Klafter. Ein Richter undBeystzer haben da in geringer« Handeln zu sprechen. Uber solche und über die ganze Gemeinde trägt im Namen des Für- stens höher» Gewalt ein Prator, oder Amts- Verwalter,der in wichtigeren Angelegenheiten den Ausspruch macht. §.IX. i 298 Beschreibung der Stadt Wien §. IX. ^ Die gar zierlich neu erbaute Pfarr-Kir- chen mit ihrem ansehnlichen Thurm macht r dem Ort nachdrückliches Ansehen. Sie war l vorhin ein Mal der Pfarr-Kirchen zu Wa- ! ring, nunmehr aber stehet ein eigener Seel- , Sorger und Pfarr-Herr mit seinen Capella- ' nen derselben vor. Der an die Kirche angelegene und recht fein gebaute Pfarr-Hof, so erst dies lauffende Jahr zur Vollkommenheit , gelanget, giebt dem Plaz nicht wenigers Zierde. Ob gleich aber diese Vorstadt nicht sowohl wegen prächtigen Palästen , als wegen honeten und auf eignen Nuzen sehende Burgers - Häuser sich zu rühmen hat, ist nichts destoweniger in derselben Bezirck , der gegen dem Donau Ufer gelegene Gräflich Althani- sche Sommer-Palast und Lust-Garten zu sehen , wo bis auf diese Zeit viel Häuser auf- kvmmen, die mit sehr vielen Familien besezet, und einen namhaften Theil von der Carlstadt ausmachen. Bon anderen Gärten derBur- gers-keuten werden bis 6o. gezehlet. Es hat aber das Althanische Garten-Gebäu noch dieses bevor, daß man sich daselbst des warm gemachten und temperirten Donau-Bads, sowohl in Zimmern des eignen Bad-Hauses, als in aufgeschlagenen , doch geschlossene» Hütten in Bad-Wannen bedienen kan, wo zu warmer Sommers-Zeit sich die Leute hauffig Das XVI. Lapitel. 299 hauffig einfinden, und die Person für einmal baden 17. kr. bezahlet. §. x. Noch seynd andere Anhänge von der Carlstadt im Liecht enthal , derThuryund Spärckbübel genannt, ob sie schon Die Nä- men und den Grund-Herren nach unterschieden. Spärckbühel, so sich auf der Anhöhe nächst den Liechtenthal bis gegen der Nuß- -orffer Linie hinaus ziehet , ward vor meh. rern Jahren mit etlichen Hausern besezt zu werden angefangen. Bis auf diese Zeit haben sich die Hauser immer dar vermehret, und ist nun dieser Bühel mit schönen und allerneuesten Hausern , die ein lange Gassen ausmachen, beyderseits besezet, und wird mit Bauen noch fort gefahren. Zu Ende dieser Gassen und des Bühels befindet sich der Gotts - Acker ohne Capellen , so nach der Carlstadter Pfarr gehörig. Der Grund hängt ab von der Bottmafiigkeitdes Frauen- Closters der Canonisserinen zur Himmels- Porten in Der Stadt. DieCommunitatdes Orts führet zum Insigl ein stehendes Lam mit der Creuz-Fahne. §. xi. Der ienige Theil von der Carlstadt, so sich von der St. Johanns-Capellen jenseits und zoo Beschreibung der Stadt Wien und nächst des Alßherrbachs herauf ziehet, und nun ausin Thury heisset, trüge als ein Dorf zu ältesten Zelten samt der diesseitigen Gegend und mit der Kirchen St. Joht-nn im heutigen Lazareth den Namen Giechen- rhal , und Siechenals. Nach aufgehobener lezten türckrschen Belagerung brachteein gewisser Herr Joannes Thury einen Tbeil dieses Grunds , jenseits des Bachs an sich, von welchem des Orts Namen her kommet. Dort ist an einer Mauer-Wand eines Hauses gegen der Straffe folgendes zu lesen: Vor alters allhie ai n Dorf stand , Welches Siechenals genannt. Als man zelc 1529. Jahr, Von Tüccken zerstöret war , Anjezo als man 1646. sagt. Johann Thury dis Haus erbauet har. Da finden sich nun viel andere dem Collegio der Regulieren Chor-Herren bey St. Do- rothe in Wien unterthamge Häuser, wobey sich mehr schöne Haus, Bärten finden lassen. Die Gemein , so durch eigen zusamm geschossenes Geld ein Capellen zu Ehren des H. Joannis des Tauffers erbauet, führet dieses H. Vorlauffers Christi Bildniß in ihren In- sigl. In gegenwärtigen r?64ten Jahr, als man dieses schriebe, brachte man bey Erwet- te- Das XVI. Tapitel. zor terung erst gemelter Capellen , auf einem Swssen Ziegel-Stein die deutliche Schrift ans Licht: 1VKI. Auf einem kleinern Ziegel die Jahr-Zahl, 1647. woraus und aus obiger Jnnschrift erscheinet, daß der Namen Thury und Tun ungleich geschrieben worden. Er war ein Wienerischer Burger don Adel, und Kaiserlicher Hof-Bedienter Ferdinand! III. gleichwie die seinem Portrait, beym P. Römer Serviten-Ordens, beyge- sezte Unterschrift lehret: wob. L Lx,m. v. losnncs lurri Vien. Civir, 5. (H. » Lerviriis. Convenrus Or6. Zervor. ö. >4. V. ibiäcm LenetsÄor. In seinem WappkN- Schild führete er einer Seits einen Thurm; anderer Seits einen wachenden Kranich. Das XVII. Lapitel. Von der Waringer - und Alßherr^ Gassen. § I. er Wännger-Gagäyi Namen wird her geleitet von dem ßtzchst ausser den Linien gelegenen Dorf Waring, so ein zierlichen Land-Gebäuen und Garten «icht unangenehmer Orr ist. Diese Waringer- zo2 Beschreibung derStadt Wien ger-Vorstadt hatte sicherlich zu alten Zeiten, wenigstens gegen denThuryzu, mehrer Häuser , die mit dem Thury , wie oben gemelt worden , das Dorf Siechenals, oder Sre- chenthal auemachten, allermassen die in dieser Gegend im kazaret gelegene Sr. Johanns Pfarr-Kirchen vom Herzog Henrico Iaso- mirgott in Schottnerischen Stift Br.ef San- cti Zoannis in Als: und von Joanne Caspar Bischof von Wien , in dem von demselben An. 1579. wegen von ihm beschehener neuer Einweihung dieser Kirchen ausgefertigten Instrument, Lcelells bospüslis 8ieciienslz, dr> Spiral Rirchen Siechenals genennet wird. §. H. Weil das Erdreich dieser Vorstadt in Ansehen des kiechtenthals und der Rossau vielmehr erhöhet lieget, und daherodieftats freye und frische Luit denen Preßhaften und andern Krancken für gar zuträglich erachtet ward, gab ein solches die Gelegenheit an die Hand , mehrers da , als auf einer andern Seite Spitaler,Krancken Däuser, Larareth, Contumaz und dergleichen in dieser Gegend anzuleqen, wie sie annoch allda zu sehen, und zu unfern Zeiten erst das Spanitch - Niederländische .Krancken-Spital erbauet , inglei- -! chen der StrudebHof zu dem Ende eingerichtet worden. Von daher käme schon zu alten ^ Zet- Da» XVII. Lapitel. zoz Zeiten der Namen Siechenthal, oder Sie- chenals, und zwar die leztere Benennung vom Bach Alß, an welchen das alte Dorf gelegen gewesen. Besagtes kazareth ist ein Betrachtungs-würdiger Ort, wegen der An. 1679. vorgewesten grossen Pest, wovon die blosse Meldung Grauen und Schrecken machet. Man brachte da soviel mir dem Pest- Gift Jnficirte zusammen, daß kein Plaz übrig sie unter das Tach zu legen. Mehrer hundert , ja tausend lagen Tag und Nacht unter freyen Himmel, die Todten viel Täge lang mit denen Krancken vermischet, weil die Ziehe-Knechte und Krancken-Wärter auch häuffig dahin stürben , und fast niemand zu finden war, der die Todten unter die Erden brachte. Einige aus denen Krancken , die den Tod vor Augen fachen, nahmen all ihre Kräften zusammen , sie machten sich selbst Gräber, legten sich darein, und gaben ihren Geist auf. Die Menge der Verstorbenen, so allda dem To- urr*er die Sensen gerathen, ergiebet sich aus des Herrn DvctorSorbaits Todten kista, womit er bezeuget daß ausser allen andern Orten, allein nur einer Seils des kazareths in 9. grosser» Grüften r? 000. rauf der andern Seiten aber in 2. grossen Grüben 12020. begraben worden.. ZV4 Beschreibung der Stadt Wien §. m. Zu Anfang der Waringer-Gassen von -er Stadt heraus führet ein Theil derselben auch seinen alten Namen Gchoccenberg: der äussere Theil heisset nun nach neuer Benam- fung der Sttudelberg, von dem angesehenen Gebäu und kust-Garten, so die berühmten Bildhauer und Mahler die Baronen von Strudeln allda angeleget. Diese waren es, so auch die erste Hand angelegt, zu der heutiges Tages noch in grossen Flor stehenden, - und immerdar mehr austommenden Mahler- l und Bildhauer-Academie in Wien , welche ! mit grossen Zulauf und vieler Nuzbarkeit, ^ der zu diesen schönen Künsten begierigen Jugend , frequentiret wird. Z. IV. Auf der Mitternachts-Sette wird die Waringer-Gasten durch den abhangenden Schottenberg von der Rossall abgesondert. Mittags-und Abends-Seite reichet sie bis an die Herrnalser-und Waringer-Linie; ist lang 2100: breit 1502. Schritt. Die Anhöhe welche sie einnihmt ist lustig und angenehm. Da übersiehet man die Rvffau, oder die Schotten-Au die Donau-Inseln , und mehr anderes, so dies. und jenseits der Donau gelegen. Daß unterhalb gelegene Thal l Das XVII. Kapitel. A05 kam zur Zeit der türckischen Belagerung, der mit äußerster Noth schon gedrückten Fe. > stung Wien An. r68z. treflich wohl zustat- ^ ten , inmasse» es dem von Herrn Stadt-Com. i mendanten Grafen Rüdiger von Stahren. berg, an die Christliche Armee aus der Stadt geschickten Kvllschüzki die glückliche hin und wieder Paffirung , ohne daß er von denen Barbarn vermercket worden , an die Hand gäbe. Der äußere Grund von derWarin- , ger-Gassen ist leimicht , woraus die Vesizer grossen Nuzen ziehen, denn weil andere herum liegende Gründe schon fast erschöpffet, : und der kaim zum Ziegel machen mangelt, ^ ist der Vortheil dieser Seits desto grösser/ ! wo es an derlei) Materie nicht fehlet , und die Stadt, wo man ewig bauet, nahe gelegen ist. Diese Vorstadt parirt dem Wienerischen Stadt, Magistrat; die Seelen - Sorge aber gehöret nach der Schotten-Pfarr-Kirchen in der Stadt, welche dermalen einer aus denen Herrenweltlichen Priestern, als Pfarrer der St. Johanns«Kirchen im kazarerh, da und zugleich auch im Becken-Häusel verstehet. Nebst erst besagter Pfarr-Kirchen seynd auch allda merckwürdig das Spanisch - Spital, ! iamt der schönen Kirchen. Item die Kirchen ' U in z«-6 Beschreibung der Stadt Wien in mehr benannten Becken-Hause! und daß dabey liegende Spital für die Krancken. Zngleichen der Krancken - Spital in oben gekielten StrudebHof: das LazarethundEon- tumaz-Haus , die gleichsam soviel alsZu- stuchts-Oerrer seyud der Krancken Stadt Wien. Unter den weltlichen Gebäuen verdienen den Vorzug die Paläste und. schönen Häuser mit ihren Lust-Gärten der Fürsten von Dietrichstein, der Grafen von Kufstein, der Herren von Schick, der gemelten Baronen von Strudeln und Brenner , woraus diesen leztern nun ein Spital des Lhaosischen Stiftes gemacht worden , mit noch bis 20. anderen schönen Gärten und Gebäuen. ^ §. VI. Die Alßherr-Gasien, so unrecht Alster- Gassen genennt und geschrieben wird , leitet ihren Namen her von dem rücklings Vvrbey streichenden Alß - Bach; oder Alßherr- Bach von dem gleich ausser dieser Gassen und Linien Thor gelegenen Dorf Herrnalß, so ur- stwüngl ch mit dem durchvasstrenden Bach gleichen Namen Alß gefuhret. Des Namens Alß machet Meldung der H. Marg- graf Leopold, in einem dem Löbl. Stift St. Peter zu Salzburg ertbeilten Restitutionsund Augmematwns - Brief von 11Z4. in welchem gesagt wird, daß ein gewisser Gras ' Sig- . Das XVH. Lapittl. za? Sighard , von seinem an der Alß gelegenen Eigenthum zwo Hüben dem gedachten Stift auf ewig übergeben habe. AZKarsius Lome, cls proprietäre sus scl 6rs, kuuar Nobili viro rrachsiir sä ^lrsre 8. ?err» iplii krsrribu; , <^ui ibi monasiice viversnr, per» psruo jure rsnenäuai. (s) FriderikUs der Screicbare Herzog zu Oesterreich , in Er- wehnung der Lehen Gütter, die er vom Bistum Passau befasse , meldet An. 1241. von den alten Alßekhen, einem an der Alß gelesenen treflichen Wein-Gebürgt. In vereri tlecims vini s6 tres carsras. ( b ) daher zu vermuthen , daß sowohl dies Gebürgt, als das Dorf de» Namen Alß an sich gebracht habe. §. vir. Woher aber diesem der Namen Herrn -ugewachsen, wird man vielleicht kein andere Herleikung macden können , als von denen Besizern dieses Dorfs, die ganz warscheinlich Herren von Alß genennet worden; wovon unten ein mehrers. Dahero sowohl daS Dorf, als die Gasse» gleiche Namen von so- - thanen Besizern Scheinen an sich gebracht i haben. Vor lezter türckischen Belagerung - - j he man inerhalb den heutigen Linien da nichrs U2 als k 2 ) äp. k« Loä. Violow. k«r. I. u. XLll. Lol. A iz. zos Beschreibung der Stadt Wien als ein blosses Feld, und die öffentliche Herr- nasser Strassen , wie sie noch lezo nach der Stadt zu führet. Die vorhin dieser Seit- gelegene Vorstadt, läge an denStadt-Gra- den an , und endigte sich, wo die jezige anfangt , gleichwie wir von der Rossauer Vorstadt gesagt haben. Nachdem aber die ehemalige Vorstadt der AWerr -Gassen wegen der Türcken Anzug gleich andern abgebrent, und folgende gänzlich zerstvhret worden , so erhielten die Haus Jnnhaber, oder derselben Erben, die gehörter Massen ihre Hauser ver- i lohren, nach der Türcken Flucht 600. Schritt weiter von der Festung neue Grund - Stücke i zur Erbauung neuer Hauser, wovon die jezi- - ge Vorstadt der Alßherr Gassen ihr Aufkommen her hat. 5 via. § Einer SeitS grenzet sie an die Warin- ger-Gassen : anderer Seits an die Joseph- Stadt. Zn der Lange bis an die Linie begreift sie 1740. in der Breite i8co. Schritt. Ob schon lincker Hand hinaus gegen den Li. vien ein grosses Stück Felde ohne Hauserlieget, werden nichts destoweniger viel allda in den übrigen Gebäuden wohnende Familien gezehlet , die ein namhafte Anzahl ausmachen. Sie wird durch drey grosse Gassen, die obere, die mittere und unteredurchschnit- , ren. Das XVII. Lapicel. zoy ten,wo herrlicheGebaude undkust-Gärte:item die schöne Kirchen und das ferne Closter der Schwarz-Spänier - Abbtey, Benedictiner- Ordens; desgleichen die Kirchen und Closter -er Weiß-Spanier Trinitarier-Ordens, von Erlösung der Gefangenen, vor derer Kirchen ein schöne HH. Dreyfaltigkeit aufgericht stehet. Hernach das großmachtrge Haus der Armen, die dabey liegende Infanterie Caser- ne, so vorhin die NO- Landschaft-Acade- mie gewesen; das Hochgraflich-ParrischeLust- Gebau und Reut - Schul!, das Schönbornische , Dietrichsteinische, des Herrn AbbtenS von Mölck, der Herren Baronen von Pirchen- stein, Hevbl, köwenau, Glandorf, Scheibelauer und noch andere, deren bis>c>. gereh. let werden. Hierzu kommet noch das Con- tumaz Haus, wo die aus dem Lazareth übertragene Sonvalescenten einquarlirt werden, und die gewöhnliche Quarandana erstrecke» müssen. Z Z. IX. I Da befinden sich auch zwey Schieß- f Städte aufgcricht, eine ist die Burgerlich- Wiennerische ; die andere -er Herren Nie- l -erlagern. So seynd auch vier Gotts-Aecker - allda angelegt, einer des Armen-Hauses, der zweyte bey der bürgerlichen Schieß-Stadt zur s Pfarr St. Stephan in der Stadt gehörig; U z der z ro Beschreibung der Stadt Wim der dritte bey denen PP. Schwarz-Spaniem bey klein Maria-Cell: der vierte gleich darneben für die Herren Lutheraner. Die Gemeinde dieser Vorstadt führet in ihres Grunds-Znsigl ein Elster vielleicht darum, , weil man bey Erbauung -er ersten Hauser an dieser Strassen, diese nicht Alßheru, sondern verderbt Alster-Gassen genennet, und noch zu nennen pfleget; wie dann eben der Schild eines alldasigen Gast-Hauses mit erst aedachten Voqe! bezeichnet ist, und zur Alster heisset. Die Seelen-Sorge dexeudiret von der Schottcn-Pfarr-Kirche in der Stadt, und dahero von der Abbte» ein Pfarr ^ Ver- ^ westr samt seinem Gehülsten hieher gesezet ist, von welchen sowohl in dieser Vorstadt, als im Armen - Haus, wo sie logieren, die geistlichen Functionen besorget werden. §. X. In der AWerr - Gassen stehen z. offene - Capellen, oder Stationes des Leydens unser« » Herrn« erbauet, deren vom Schotten - Thor ^ aus bis nach Herrnals ausser den Linien sie- benseynd, die zur H. Fastens-Zeit b,y scho- f ner Witterung von dem andächtigen Bolck i häuffig besucht werden. Die zu solcher Andacht der Verehrung des Leydens Christi ein- ' geführte Wallfarth nihmt in der St. Ste, phans Dom-Kirche vor dem Altar des Abend- ' Das XVII. Lapr'cel. zrr Abendmals unserS Herrns den Anfang, und gehet nach der Pfarr-Kirche zu HerrnalS zum H. Creuz Altar, wo nächst dabey auch das H. Grab Christi, und der Calvari-Berg gelegen, die mit gleicher Andacht pflegen be- ^ sucht und verehret zu werden. ' ' Das xvm. Lapitel. Von der Joseph-Stadt und Alten- Lerchenfeld. 4 §. r E^ach der Alßherr-Gassen folget die Io- stph-Stadt, die wegen 'Annehmlichkeit ihrer Lage, zierlich und wohl gebauten Hausern , zahlreichen Einwohnern und wegen andern Vorzügen sich zu rühmen hat. In der Länge fasset sie in sich zoo. in der Breite samt dem Valenzianischen Grund und dem Alten kerchenfeld 150. Klafter. Einer Setts flösset sie an die St. Ulricher Vorstadt: und anderer Scits an die besagte Alßherr. Gassen. Vor 60. und mehr Zähren sähe ma» in dieser Gegend nichts als Felder und Wein- Gebürge, und nebst dem Meyerhof, Rocren- hof genannt, nur Hauer, und Bauern, die u 4 der zr» Beschreibung der Stadt wie* -er Feld-UN-' Weingart-Arbeit oblagen. Nun findet man da kein Anzeig mehr von der Hauer - oder Bauerschaft, noch weniger schleckte Bauern - Hütten, sondern Paläste, schöne Herrschafts-und Burgers-Hauser, samt der Vatter von denen frommen Sckul- len ansehnlichen Collegiv, prächtigen Kirchen- Gebäu, und Conbict der Adelicken Zugend. Zum Andrucken des vorigen Zustands lassen sich der Zeit noch einige Haus-Weingarten im Alten-Lerchenfeld finden. §. H. Die in dieser Gegend gelegene, und zu erst gedachten Nottenhvf gehörige Grund- Stücke von Steckern und Weingarten , dienten von alten Zeiten her denen Herren von Küllman , bis endlich solches Land-Gütlein der Marches de Malaspma käuflich an fick brachte. Dieser als ein am Kaiserlichen Hof hoch meritirter Minister wurde überdies noch mit mehr andern anliegenden Grund-Stücken beschencket ; solche also erträglicher zu machen , fieng der neue Grund-Herr An. 1698. andere Wirthschaft damit zu treiben an. Jedwederem, der sich darum anmeldete , gab er einen Plaz zu Erbauung eines Hauses ein; verliehe ihnen Frey - Jahre, und machte sie frey in solchen von aller Steuer und Abgabe. Daher kämme es , daß die 1 1 Das XVIII. Capitel. zrz > Leute allerseits Messen , Hauser baueten, sich hiemit ansässig nurchten / und der Plaz gelangte in kurzen Jahren ins Ansehen einer ^ förmlichen Stadt. Das erste Haus dieser Vorstadt wird beym Grund - Stein genen- net, so auf dem Eck-Haus angemahlen zu sehen. §. m. Wegen grossen in der Stadt zu zahlen ha- z benden Haus-Zinsen, zogen sich viel Burgers- l Leute und ProfeGonisten von dannen da z heraus, weil ihnen der Ort viel bequemlicher > zu ihren L-erckstädten, und annebens die bur- 1 gerlichen Onera viel leichter ertragen konn- ä. ten. Nickt aber denen Burgern allein , son-- .1 dern auch einigen von dem Adel kam die Ge- H legenheit dieser Borstadt wohl zu statten, al- ^ lermassen nebst den netten Burgers-Hausern auch einige ansehliche Paläste erbauet wurden ,die mit ihren schönen Lust-Gärten dieser Vorstadt kein geringe Zierde machen. Und weil dann der Plaz in kurzen zu einer Stadt erwachsen, mangelte nichts mehr, als daß demselben ein Namen geben wurde. Er verdiente aus zweyerley Ursache die Joseph- Stadt aenennt zu werden, nemlich zu Ehren des Nähr-Vatters Christi des H. Josephs, dessen Schur sich die Stadt untergeben; des» « ßn aufrecht stehende Bildniß mit dem JE- I U s fn zi4 Beschreibung der Stadt Wien su Kind auf den Armen sie in ihrem Wappen- Schild führet; dann euch zu Ehren und staks wehrender Gedächtnus Kaisers Joseph I. rzn- , rer dessen Regierung sie zu einer Stadt er- - nennet worden. §. IV. ! Ihr Aufkommen hat also die Joseph- ! Stadt dem Marches de Malaspina zu der- 1 dqncken. Nunmehro gehöret sie unter die s Bottmasslgkeit des Stadt - Magistrats, wel- s cher sie An. 1710. gegen baarcr Auszahlung i 9OOOO. st. Rhein, von gedachten Marches au ^ sicv erkauft, und seit dem mit vielen Häusern ^ vermehret hat. Diese, so alle regulär in ei« . ner Linie erbauet , werden von 4. grossen Strassen: und von 7. kleinern Gassen durchschnitten. Die Burger erwehlen ihren Rich- ! ter, der Stadt Magistrat aber bestätiget ^ denselben , und tragt übrigens alle Sorge, ^ wegen öffentlicher Rübe und Eintracht der I Buraerfchaft. Die Pfarrllchen FunctioneS I und Seelen - Sorge haben über sich die oben angemelte Herren Patres Piaristen , derer Kirchen, Collegium und Convict diestr Vorstadt zur Zierde gereichen. Den Borplaz der Kirchen ziehretein herrliche Säulen der unbefleckten Empfanqnus Mariä , und mehr anderer heiligen Statuen. §. V Das XVIII. LapLtel. zix §. V. Anderer Gebäuden halber verdienet die Joseph-Stadt eben sowohl ihren Ruhm, alS andere Vorstädte. Ausserdem , daß allda bis 92. zwey Stöcke hohe Häuser anzutreffen, die über andere aussehen, und den angenehmsten Prospect nach der Stadt Wien hin- ^ > ein , und nach der umliegenden Gegend ha- i ben, kommen auch remarquable Paläste und « herrschaftliche Gebäu vor Augen , die dieser » Vorstadt ein Msehen machen. Diese feynd ^ des Fürsten von Kinsky, ehe dessen von Ro» » varano, der Grafen von der Nath, Kolow- > rath, Schellheim, Haugwiz, jezo des Röm. I Komas Majestät , worzu ein grosser Mar- ZI stM samt einer Reith-Bahne angeleget wird. U Da befinden sich ingleichen schöne Lust - Gar- H ten , mit anderen gegen 60. geringern Gar» L ten. Unweit des erst erwehnten Königlichen Z Marstalls liegt an der Linie der zur Joseph- I Stadts-Pfarr gehörige Gotts-Acker, mitei- I ner Capelle des H. Joannis von Nepomuck. 8 §- D Übrigens ist noch zu melden von obgedach- I ten Rothenhof, welcher auf der erst gemelten > Grafen von der Nath grossen Grund gelegen, wo der Zeitnocheinander Alt-Lerchen -Fel- U der Strassen , oder Haupt Gasten liegender S lau- zr6 Beschreibung der Stadt wie» langer Tract mit kleinen Wohnungen den alten Namen Rothen-Hof führet , dessen Rauchfange gegen der Gassen, zur Namens- Gedächtnis , roth angestrichen , und in der Geschichte -er türckischen lezten Belagerung in ewigen Andencken bleiben wird. Denn als An. i68z. am 14. Julti der ganze Schwarm der türckischen Macht, mit unzählig viel beladenen Camelen , Ochsen und Büffel Ochsen, Pferden, Maulthieren und Estin bespannten Wägen und Kären , auch was sonst zum tragen und ziehen dienstbare Thiere seyn möchten, frühe morgens vonSt. Marr her , über die Wienerberger Anhöhe, » gegen den Hunds-Thurm angezohen kam, und sich weiters über Gundendorf, Herrnals, Waring, an den Spärkbühel, und so fort biS ? gegen Nußdorf hinauf, viel über zwey Meil Weegs weitausgebreitet, und sein Lager in Gestalt eines halben Monds geschlagen, faste er so gleich am allererst , und am nemlichen i Tag Posto nn Garten des Rothenhofs, gera- ^ de gegen den Burg-Thor und der köwel-Pa- stey über, allwo er die folgende Nacht Pin- > durch nicht nur längs denen abgebrennten ^ Häusern stine Approschen und Lauf - Gräben k eröfnete, sondern auch hinter denen angefan- ^ genen Lauf-Gräben eine Batterie verfertigte, von welcher er folgenden Tag den iJulii frühe morgens mit anbrechenden Tag , auf die Löwrl-uud Bmg-Pastey zu spielen an- ^ fieng, ^ Das XVM. Lapitel. z »7 fieng, und zur fatalen Belagerung den Eingang machte.KeinerSeits wurde die betrang- te Stadt, Zeit wehrend ganzer Belagerung rnehrers geangstiget, als von dieser Rothen- hoffer Seite. Bon da aus wurde die Haupt- Attaque auf die köwel-und Burg'Paftey ge- stihret, und aus erschröcklich viel hinter einander und seitwerts auSgebreitet nach einander aufgeworffenen Batterien, mit entsezli- cben Canonen-Feuer, Bomben einwerffen, Miniren und Stürmen denen Belagerten zu- gesezet. §. VII. An die Iofephinische schliesset sich ein viel längere Vorstadt an, nemlich das alte Lerchenfeld, fo bis an die Linie sich hinaus ziehet. Der Namen fliestet her von denen vielen Lerche« , die ehe, als Hauser da gebauet worden , sich in diesem Felde aufhielten; und dahero, weil es nahe an der Kaiserlichen Burg gelegen, denen höchsten Herrschaften angenehmen Zeit -etheilet und unterschieden, die besagter Abb- ^ rey den jährlichen Grund-Dienst entrich- ^ ten. ' §. Ul. Das erste aus diesen zwischen der Joseph-Stadt und den Spitelberg gelegenen Gütern Heist das Uncer «Gur, dessen Burger einen eignen Richter aus ihren Mittel se- zen, und die sammtlichen Einwohner machen ein eigene Gemeinde aus. Sie führet in ihrem Grund-Jnsigl den H. Bischof Udalri- cum mit der Beyschrift: Sanct Ulrich unter Schottischen Grunds. §. IV. Das zweyte, so das Neudeggerifche reden-Gut heisset, und von dem allda gelegenen Neudegyer-Hof den Namen führet, lieget mitten zwischen den untern und oder» Gut. Dies ist ein Bischöflich-Paffauisch, dem Schotten-Closter verliehenes Lehen-Gut. Der Neudegger-Hof war vor Zeiten ein namhaftes Schloß, welches höchst gedachter Kaiser Friderich wegen zragiger Residenz, so er allda genvhmen, durch seine Gegenwart geadlet hat. Durch Lange der Zeit und Kriegs«Unruhen, hat es sein voriges Ansehen gänzlich Verlobten. Der zimttch Hohr X Thurm, ; 2 L Beschreibung der Stadt Wien Thurm , so in z. Stöcken zu Wohnungen dienet, raget über die Hauser aus. Er ward ehedessen mit einem Wasser Graben umfangen , jezt aber weil das Wasser aus dem Brunnen bey St. Ulrich anderswohin geleitet wird , ist der Graben nicht nur ausge- drocknet, sondern gänzlich verschitter. Die dahin dienende zinsbaren Hauser werden von I eignen Richtern gehandhabet, und seynd 8 exempt von andern Richtern. Die Häuser I dieses Grunds machten vor Zeiten das alte ) Dorf St. Ulrich aus , wie solches das alte », Grund - Jnsigl mit der Bildniß des H. Ul- .! richs und der Beyschrift: Dorf Sc. Ulrich D Sigill, bezeuget. > §. V. Denckwürdiq ist die ausser den Burg- Thor stehende Saul mit der aurgerichten i Statuen der Unbefleckten Jungfräulichen Mutter GOttes. Die stehet nicht vergeben- ; da. In der vordern Seite des FußqestellS i zeiget sich des Passauischen Hoch-Stlfts Wappen. Auf denen dreyen andern Seiten ist in Stein gehauen, was sie bedeutet, folgendes zu leim: 8^VL.Ll8l VLXt ttontt?lllr8n.icuebg ttocn-sulkk? k^88^V »LUVLOOL«. «0k55 , V7LL.LNL VL«. Das XIX. Lapitek. zrz iLXIOLX 80 >VXXO i68z. IX OLK 1-IIK0KI80NLX 6kL/V6LKVX6 OLK XLV8LKL. KL8lOLXL-8^rr WILXX KVlXI^ , VXO ^L8 6LO^0IHL5 OLOLX OLX1 NLKKX 8L6/V8H^X0 >V8krLX VXO OL88LX ^XVLK^K^V- 1LX OLOZ^LK KLX VX8LK LIL8LX LK^VLX LVK1 80N0HLX ^LNILK ^.^XO 1695. LV LLNLX 6X4H08I' VLKLINLX VX^LK KL6ILKVX6 OL8 NOONX^UKOIOSr , NOONOL80K- XLX NLKKX NLKKX K^VXIVXO LLK- VIX.^XO 8I80N0LL VXO OL8 ttLIL. KOVI. KLION8 LHK81LX LV ?^88.^V OK^LLLX VOX K^8^H^. VOX OLVl NLKKX O/VKOLO OLKVI^LIOLX /V68- 1LX OL8 8HIL^ VXO OLOS^LK 8LV VX8LK LIL8LX LKVVLX ^V.VL 80NOHLX /VLNILK VVIOLKV^I LK- XLVL^ , VXD ^VLOLKIONLL? ^OKOLX 18^ ^XXO 17.6. VXLLK KLOILKVXO OL8 ttOLtt^VHKOI68'r »O0N6L80KXLX NLKKX NLKKX 108L8NI OOV1IXIOI OLK NLIL.KOVI. KIKONLX O^KOlX^LLX LXLX1?rLX 8I80NO8LLX VXO 8HK8ILX LV k^88^V 6K-VVLX VOX L/VX48LKO, VOX OLV1 NLKKX KOLLK^O ^.88- 1LX OL8 äHILL^ VXO 0LO8rLK8 LLV VX8LK LIL8LX LK^VVLX LV^I X 2 sonor- Z 24 Beschreibung der Sradc Wien rcnonM m 1751. 6k!^0^>1LblLbI I.LULI^ OL8 NLV- VL06LK UOkk8 ^lLUK^I^ki LL- -lOVIti.'I'. ^b!blO l/bi. z . VI. Das dritte Gut , so sich von Neudeg- «er-Hof weit gegen den Linien in zimltcher Ordnung hinaus ziehet, und dick mit grossen ! und kleinen Häuften besezet ist, wird der Obe- 1 re Grund St. Ulrich genennet , und in 6. jä Höf, oder so viel Reihen der Hauser abge- I Heilet, nemlich Schorren-Hof, Neubau, I Neustifr, wandelstadt, penzinger Straß, » Ober-Neustift. Diese werden von ^eigenen > Richtern regieret. Die Gemeinde führet im » Grund-Znsigl ein Creuz, nicht ungleich dem g deutschen Ordens-Creuz : unter solchen den g -alben Mond - Schein mit der Zuschrift; S. 1 Tollonus einer ehrbaren Gemein G. U. O. G. Sc. Ulrich ober Grund. In Betrach- - tung der grossen Menge der Einwohner, ist ' sich zu verwundern , daß von der Zeit der türckischen Belagerung allda aus einem geringen Dorf, und Bauer-Scheuern ein so Vvlckreiche Vorstadt empor kommen. Man -ehlet-s. Straffen und Galftn, die statsmtt Leu- Das XlX. Lapitek. zrx Leuten wimmeln. Ausstr der Capuciner- Closter Kirchen ist sonst da kein andere Kirchen als die obgenannte St. Ulrichs Pfarr- Kirchen, so wegen den Gnaden Brld Mariä« Drost, auch hievon den Namen traget; item die St. Johanns Kirchen auf dem Gotts« Acker, die unter geistlicher Verwaltung der Herren PP. Schottnern aus der Stadt stehen. Auf dem Plaz hinter Der Pfarr-Kirchen stehet die schöne An. 171;. aufgerichle HH. Dreyfaltigkctt Säulen. z. vn. Aus denen in dieser Vorstadt befindlichen weltlichen Gcbäucn , dre wegen netter Architectur sich ein Ansehen machen, verdie. »er gewißlich den Vorzug der Fürstlich- Trautsohnische Palast, der gleich zu Anfang s dieser Vorstadt nach den Burg - Thor zu sichet , und keinem Gebau in der Stadt weichet. Der dabey gelegene Lust - Garten vermehret die Ansehnlichkeit wegen all erdenck- lich ausländischen Früchten und andern Seltenheiten. In der Revier nahm der tür« ckisch Groß-Vezier hinter den Mauer-Ruinen der vorstädtischen abgebrennteu Häuser sein Haupt - Lager, daß mit mehrer andern Büschen - Grzelten umgeben , und mit mehr Ä z dann Z26 Beschreibung der Stadt Wien dann lOOOo. Türcken bewachet ward. Ansonst seynd neben den Neudegger-Hof auch merckwürdig der Schotten-Hof, das Fürst!. Esterhasische Gebäu , der Grafen von der Wütt, jezt Graf Andlerisch, der Herren von Sanich, von Degen, von Pickh, Hengsbcr- ger, Enzinger, koran und dergleichen, wor- -u noch über i zo. anderegleichfats schöne Ge- bau und Garten mögen gezehlet werden. ! §. vm. ^ Die Vorstadt Spicrlberg ist nicht sowohl der Grösse, als der zahlreichen Einwohner halber namhaft. Sie liegt auf einer klei. nen Anhöhe, die sich von der Stadt-Seiten des Burg-Thors gemächlich in die Höhe erhebet. Ist ein Unter-Oesterreichisch Land- Gut, und im Land-Haus eingetragen; stehet unter dem Wienerischen Burger-Spittal , welchen es die Steuern und Abgaben entrichtet. Zu dem aber dieser Grund in vorigen Zeiten schon von gemelten Spital ab- hieng, hat solcher Berg von Spital, oder nach allgemeiner Redens-Art Spirl-und Berg, von Spital und Berg, worauf dieses Spital-Gut gelegen, den Namen an sich genohmeri. § i Das XIX. Lapitel. §. IX. 3-7 Lange Jahr war allda nichts zu sehen als rin Meyerhof mit Grund-Stücken und Vieh- Weiden. Dieses zusamm ward vom Burger - Spital einem gewissen Herrn Kirchber- ger in Bestand verlassen. Der neue Bestand- Inhaber verrheilte die Grund« Stücke unterschiedlichen Leuten aus , die sich nach und nach mit dessen Bewilligung Bauern-Hütten aufbaueten , und da zu wohnen anfien- gen. Und dieweil etwan einige oder mehrer .yungarn , oder Crobaten sich unter diesen neuen Kolonisten emfanden, ward das Ocrtl vom gemeinen Pöfel das Lcobaceir-Dörfl genennet, gleichwie es in der türckischen Be- lagerungs - Historie zu lesen stehet, und im alten Plan zu sehen ist , daß die Barbarn drey an einander Hangende Batterien daselbst errichtet, und aus etlich zwainzig Ca- nvuen die Stadt unaufhörlich beschossen. §. X. Nachdem erst gemeltes Dörfl gleich denen Vorstädten bis auf den Grund verheeret, nach glücklichen Entsaz aber von den vorigen Einwohnern wiederum erbauet worden , ist diese widerhohlte Erbauung rechtens für den A 4 Ur» zs8 Beschreibung der Stadt Wien Ursprung der irrigen Spitelberger Vorstadt zu halten. Sie führet in ihrem Jnfigl einen §uf einem Berg mit dem Creuz prangenden Reichs-Apffel. Ob schon der Dlstricl nicht groß , und nicht viel über 200. Hauser, die in bester Ordnung von 6. Gassen unterschieden , so befindet fich doch ein grosse Menge der Einwohner allda, und seynd alle Wohnungen voller Leuth, gleichwiebey St. Ulrich. Da ist kein Kirchen zu finden , den Mangel aber ersezet die nicht weit entlegene Pfarr-Kirchen St. Ulrich, wohin auch diese Dorstadt des Spitelbergs in Hünruslibus gehöret ; in temnorsllbus aber ist fie vor Mehrer Jahren schon wiederum ans Burger- Spital zurück kommen. Ausser der HH. Dreyfaltigkeit Säulen ist da nichts merckrvürdigeszu sehen. DaS Day XX. Lapitel. gr- Das XX. LapiLel. Von der Laimgruben, auf der Wien, Windmühl, Maria-Hülf, in Schöf, St. Magdalena, Gundendorf. §. I. Namen Laimgrub en nahm Len Ur- sprung von dem leimichten und ausge- höhlten Erdreich, daß vor Erbauung der Hauser dieser Vorstadt stch allda vorgefunden. Aus diesem Grund ward vor den Turcken-Krieg, und lezter Belagerung unter dem Kaiser Leopolds der lange Tracrus des neuen Burq-Gebäues aus gebrannten Ziegel- Steinen erbauet. Zu vorigen Zetten solle zwar auch ein Vorstadt dieser Setts , aber nähener an die Stadt gelegen seyn, die man für die älteste hielt, aber gleich andern bald zerstöhret, bald wiederum aufgebauct ward. Die Pfarr-Kirchen so da gestanden hiesse bey St. Theobald, wovon im andern The«! wird gesagt werden. Zn den Tägen des gelehrten Wiennerischen Schrift-Stellers DoctorS Lazii, wie er selbst berichtet, ist diese Vorstadt wegen prächtigen Gebäuden in Anft- hen gestanden. Wie aus dem Diploms des X 5 Papsts Beschreibung der Stadt Wien > Papsts Urbani V. bekannt, bauete in dieser Vorstadt Rudolphus der Herzog von Oesterreich An. iz6z. ein Jungfern Closter St. Clarä Ordens , nächst der St. Theobalds Pfarr-Kirchen, welches erst gemelter Stadt« hqlter Christi durch sein Auctvrikät beftätti- get. Nebens anderer Vorstädten Verheerung gieng auch bev erster und zweyter rürcki- schen Belagerung diese Vorstadt zu Grund, und mit allen gehabten Ansehen verstell stein die Vergessenheit. §. n. Es liegt diese Vorstadt ziemlich hoch, gegen Morgen und gegen der Wien sehr gäbe und abhängig. Gegen Abend stvft sie an den Spitelberg, und auf den Rucken bat sie auf zweyen Selten Schöf und Wind-Mühl liegen. Zwischen beyden lauffen die Häuser der Maria-Hülffer Vorstadt in langer Reihe, dis an das Linien-Thor, gleichen Namens hinaus. Sammt Gundendorf, oderGum- pendorf, und St. Magdalena Grund enthält die Länge dieser Gegend in fich nc-a. die gröste Breitt 400. Klafter. Sowohl diese als die Maria-Hülffer Vorstadt seynd sehr volckreich. Die Laimgruben erkennet für ihre Grund-Obrigkeit den Stadt-Magistrat , der aus den Burgern einen Richter, kzet. Die Gemeinde führet in ihrem In- stgl Das XX. Lapitel. zzr M die Bildnis des H. Theobaldi, samt einer Kirchen und Palm-Baum; denn diealte Vorstadt schon hat sich diesen Heiligen zu ihren Schuz Patron erwehlet, und demstl- ben zu' Ehren die Pfarr-Kirchen erbauet. Der Seeleo-Sorge stehen da vor die Herren PP. Barnabiten , oder Oerici Keoularss von Maria-Hülf. §. m. Ausser der schönen Carmeliter Kirchen und Clofter: wie auch der Pfarr-Kirchen dcr Gnadenreichen Bildnus Maria - Hüls, und der erst gedachten Herren Geistlichen Barnabiten kleinen Collegio, ist noch) ein andere ganz neu erbaute schöneKirchen indem Chao- fischen-und Emanuelischen Stift, und Akademie adelicher Jugend; welches Stift-Haus wegen der Grösse und herrlicher Einrichtung dieser Vorstadt kein geringes Ansehen machet. Der übrigen Gebauen und Hausern streitet eins mit dem andern um den Vorzug , wegen ihrer Nettigkeit, deren fast alle 2. oder z. Gaden hoch gebauet, die bis zo schöne Garten dabey liegen haben. Daß überaus grosse Vicedomische Frey-Haus, so am sogenannten Trayd-Marckt gelegen , hat der Stadt-Magistrat an sich erkauft, darin cm Korn-Haus zugericht, wo auf z. auf einander gespannten Gewölbern , zu der Stadt- Nvth« zzr Beschreibung der Stadt wie» Nothwendigkeit , einmal hundert tausend, und mehr Mezen Körner können aufgeschit- tet werden. Auf zweyen Selten wird dieses Gebäu mit Wohnungen für 6c>. Familien umgeben, wo meistens allerhand Professioni- sten mit den ihrigen wohnen. Unweit davon ist des Primen Carls aus kothring, und das Gräflich Palfische Gebäu zu sthen. §. IV. Gleich anfangs der Laimgruben rechter Geits von der Stadt heraus kommen zu Gesicht die Kaiserlichen Marstalle, die wegen, ihrer Grösse für 620. Pferde und herrlichen Ansehen gar wohl verdienen, Meldung hie von zu machen. In verflossenen ältern Zeiten wurden die Hof- Pferde mit Beschwer- 1 nus der Burgers - Leute in derselben Stalle z eurgeftellet. Kaiser Carl VI. höchst stetigster Gedächtnus, schaffte diese Marställe, zu der Burger-Erleichterung anzulegen , die auch An. 172z. in den Stand hergestellet worden, in dem sie sich zu dato befinden. Dieweil sich aber gleich anfänglich in diesen von aussen ansehnlichen Gebäu ein innerlicher Haupt - Fehler geäussert, und viel zu eng , als es der ersten Meinung noch hatte sollen vollbracht werden , befunden worden , blieb daß in Grund-Riß angedeuteübrige Gebäu, so rücklings noch darüber hatte sollen darzu gebauet wer- ü -^ Das XX. Laplkel. zzz werden, unausgeführet liegen. Gemäß des Kaiserlichen Vorhabens und allerhöchster Willens-Meinung, solte die Hof-Gtall-Fabrik so geräumig und wert angeleget werden, daß man in einer Chaise bev einem Thor ein- und rum andern mitten zwischen denen beyder- seitS rangirten Pferden hätte durch-und aus-, fahren mögen. Allein der Herr Bau - Meister N. übersähe die Sache. Die Passage kam zu eng heraus , und die Gefahr wegen etwan ausschlagenden Pferden schiene zu groß, sich mit andern Pferden und Gutschen Durchzuwagen. Mit der Fronte, so z.Thö- re hat, siehet dieses Stall -Gebäu nach der Stadt, ist ror. Klafter lang, und ausser denen Risalten , die höher aufsteigen hat es zwey Fenster-Ordnungen, mitten einen Durchgang, und beyder SektS den Ein-und Ausgang. Die Pferde stehen in langer Reihe und zierlicher Ordnung da. Daß auf die Ställe gebaute Stockwerck, dienet denen Stall-Officiren und andern , wie auch denen übrigen Stall-Leuten zu bequemer Wohnung. §. V. Zur andern Seite gegen Sonnen Akrf. gang hat die aus der keopoldftädter Caval- lerie Caserne daher poftirte Piquet-Wacht ein eigen erbautes Quartier auffreyenPlaz. Sowohl Gemeine als Officier sevnd wohl lo> S«rt, zz4 Beschreibung der Stadt Wien girr, und die Pferde haben ihre Ställe. sm psrvum llumen eii, i^uocl inrer lubur- k>ia ümr, nomine ab eo^us cliÄum vppiUL clsre nomins : czuippe Vienna , cle c^us termo sst , non ram tluvius eit , ^usm ror- renr^ (») lLL küch IH- lrax. w. x» zz6 Beschreibung der Stadt Wien rens , inciignus ä c>uo nomen inÜAnis urbs / ^ süumerer. deä eit omrüs äe nomine vana quLÜio, cum res iplä cvnsser. „ BeyWien ^ », stndet sich ein kleiner Fluß , der durch die „ Vorstädte passiret, mit Namen Wien; „ und von solchen vermeynt man , habe die „ Stadt den Namen bekommen. Ob aber der Fluß von der Stadt, oder die Stadt ,» vom Fluß den Namen führet, ist mir un. bewust. Je dennoch scheinet es der War- 8 „ heit viel ähnlicher, das was vornehmer ist, I „ dem gertngern Namen zu geben pfleget: i » also auch der Fluß Wien, wovon die Re- I „ de ist , der nicht sowohl für einen Fluß, „ als für einen Regen - Bach anzusehen, vrel „ zu schlecht scheinet, einer berühmten Stadt „ den Namen beyzudringeu. Es ist aber „ wegen solcher Sache der Mühe nicht werth, i „ ein Frage auf die Bahn zu bringen , weil i ohne dies die Sache klärlich am Tag lie- ,, get,,» §. vm. Wie solchemnach ein so kleines Wasser, als -erWiener-Bach für ordinarie ist , nie vermögend scheinet gewest» zu seyn , weder dem alten Vindobona , noch dem heutigen Wien den Namen zu geben , bat man vielmehr Ursache zu behaupten, das Wasserführe nach der Stadt, und nicht dlc Stadt nach Das XX. Capirel. ZZ7 nach den Regen-Bach die Benennung, absonderlich don der Zeit des Aufkommens der jezigen Stadt, da des Orts Alt-Römischer Namen Fabians noch in der GedächtnüS war; anstatt Fabians aber Wiana, Wien- na, und endlich Vienna, zu deutsch Wian, oder Wiew gesprochen, und geschrieben wor- den ist, so fort auch der Bach gleichen Namen an sich gebracht hat. §. IX. Niemand wird sagen, der Wiener- Wald , der die zwey Viert! Unter-Oesterreichs schevdet , führe den Namen nach den Wienner-Bach , und nicht nach der Stadt Wien.Zu geschweige» vom wiener-Berg, wiener-Herberg , und Von dem auf den Oesterreichisch-und Steyrischen Grenzen, auf der Celler-Strasse gelegenen Wiener- Brücke! , d»e sich gewrßlich ihrer Namen halber nicht an den Bach , wohl aber an die Stadt binden lassen. Zu Sommers Zeit ist die Wien oft gänzlich ausgedröckuet , und hat ausser den dort und da stehenden Pfü- zen, in der Stadt und der Vorstädten Gegend gar kein Wasser. Doch qeschiehet es bey länqers anhaltender Regens-Zelt, und wann der Schnee qähl'nq schmelzet , oder Plaz- Regen fallen. daß sie die Ufer überschreitet, gewaltig anläufr, und sehr grossen Schade» A ver- zz8 Beschreibung der Stadt Wien Verursachet. Sie reisset ganze Baume aus der Wurzel, und führet alles, was m Weeg stehet , mit sich fort. Daher dem weitem Udel Vvrzukvmmen , man an mehrer Orten Wahr schlagen , und Dame aufwerffen müsse. Nebst zwey herrlichen uralten aus Quader Stein gebauten Brücken über die Wien, eine vor den Cärner - Thor , die andere vor dem Stuben-Thor, seynd noch z. andere hol- « zerne Brücken darüber geschlagen ; r. vor Len Theresia-Thor nach den Weißgärbern hinüber. 2 . Gegen den Fürstl. Schwarzen- dergischen Sommer-Pallast. ?. Gegen der Schleck-Mühl über. Joannes MartinuS Stella (b) qiebt einen Vorschlag , wie man k zu Kriegs-Zeit die Wen an beyden steinernen Brücken des Stuben und Cärner-Thors schwöllen, die ganze. Revier unter Wasser se- zen , und sich dieses Bachs zum Nuzen der Stadt, und Abbruch des Feindes bedienen möge. §. X. Nach lezter Türcken Belagerung fieng diese Vorstadt auf der Wien erst zu leben an. Uber vierzig Hauser stellen in einer Reiche und guter Ordnung daselbst aufgerühret; deren einige wegen seinen Verziehrungen denen fd) In veldript. Lc dstunit. Urb. Vieu. »P. LebsrU. Foot. H. w. x. »274- ^4, Das XX. Lapitel. zzz nen Stadt-Gebäuen nichts nachgeben. Die namhafttften seynd der Baronen Schöllet, Glanz, Selb, Faconeti, des alten Hanß- Wurst Stranizky, der Mauerbacher Cart- bauß, Flügel-Hof und mehr anderer. Desgleichen ein Gast-Haus worinen über 20. Familien logtren, und doch für die anlangende» Gäste ftäts genug Wohnungen noch offen stehen. Zu Ende lieget der Kaiserliche Heu« Stadl , wo alles Heu für die Pferde des Kaiser!. Königl. Hofs zusammgeführetwird. Beym Eingang ist als etwas seltsames , die Heu-Waag zu sehen, allwo ein ganzer mit Heu beladener , auch 6c>. Centen schwehrer Wagen gewogen , und von einem einzige» Menschen dirigiret wird. In diesem Bezirk findet sich kein Gotts-Haus, der gehöret nach der Maria - Hülffer Pfarr - Kirchen, wovo» aus -er Seelen-Sorge getragen wird. Ja weltlichen Dingen seynd die Einwohner dem Stadr-Magistrat unterthanig, die aus ihrem Mittel einen Richter erwehlen. §. XI. Wind-Mühl bestehet in einer einzigen Gassen, von etltchbis 40. Hausern. ^» Piarrlicken Sachen stehen sie, wie die auf der Wien, unter dem Gotts-Haus Maria-Hülf: in weltlichen eben unter den Magistrat, welcher den Plaz als ein Bizthumrsch Lehen-Gut an sich gebracht. N a §.Xll. Z4v Beschreibung der Stadt Wien §. XU. Maria-Hülf, und in Gchöf ist einerley Vorstadt unter zweyerley Benennung , die auch nach der Belagerung erst zu ihren Aufkommen den Anfang gemacht hat. Die Marianische Gnaden - Bildnis , so ein Copie ist des Passauischen Maria-Hülf Bilds, wovon dieser Grund den neuen Namen führet, stunde vor der türckischen Verheerung schon allda t in einer schlechten Capellen zur Andachtaus- si gesezet. Ob es schon unbekannt, woher der > altere Namen in Schöf den Ursprung her leite, ist doch ganz glaublich , daß die aus Schwaben, Francken, Bayrn, Salzburg ^ und Ober - Oesterreich mit ihren Schiffen auf der Donau anlangende Schif-keute, allda ihr Quartier , und Niederlage im Gast-Hof deym Schild eines Schifs hatten, undvon da aus nach verrichten Geschäften ihre Zuruck- Meise nach ihren Heimath, auf der gewöhnlichen Land'Strassen, wie es noch dato geschie- het, genohmen haben. Hievon scheinet einigen Beweis zu machen ein Schis mit dollen Segeln, welches die Maria. Hülffer Gemeinde in ihrem Grund-Jnsigl darweiset. Woraus zu schließen, daß in der Gegend ein uralte Vorstadt, oder wenigstens ein berühmter Gast-Hof beym Schis genannt, mag gestanden seyn. Die Hauser senk d da hock unrecht zierlich in schönster Ordnung gebauet. Das XX. Lapitel. ;4r Sie werden durch 8 . breite Gassen , oder Strassen unterschieden. Da ist auch alles gestrozt voller Leute, und die bürgerliche Gemeinde erkennet das hohe Metropolitan - Ca- pitel bey St. Stephan für ihre Grund-Her» ren , von welchem auch die Richter gesezt werden. §. Xill. Das Pfarr Recht bey Maria - Hülf de- pendirt von der Sradt-PfarrbeySt. Mi, chael, und die Seelen - Sorge versehen eben die jenigen Ordens-Priester LIericorum ke- eularillln , die man wegen gedachter Stadt- Pfarr insgemein Michaeleu nennet, und auch bey Maria-Hüls ein Collegium besizen. Das Marianische Gnaden-Haus vor welchen schöne Säulen mit Statuen stehen, ist an« sehnlich, wovon und von andern Gvtts-Häu. sern in nachfolgenden Theil die Beschreibung nachkommet. Übrigens da ausser den Fürstlich-Kaunizischen grossen Lust-Gärten, und Gcbäuen, der Herren von AlbrechtSburg, kette. Schweiz, Fraß, und Zauner sonst keine ausnehmende Gebäu da anzutreffen , begnügt sich diese Vorstadt mit zierlich , hoch und wohl gebauten Burgers-Häusern , und mit denen über 120. dabey liegenden HauS- Gärten. Yz §. xiv. Z4» Beschreibung der Stadt Wien §. XIV. Sr. Magdalena ist ein kleiner Anhang deS Maria Hülster Grunds von ungefehrza. Häusern. Die Einwohner stehen unter ihrem eignen Richter , und weil die Häuser auf einer Anhöhe stehen, und eines auf dem andern , wie auf einem Krippe! zu stehen schei- net, werden sie ganz abentheuerlich das Ra- zenstädelgenennet; den eigenthümlichen Namen aber führen sie von der auf dem St. Stephans Freythof in der Stadt gelegenen St. Magdalena Kirchen, dero vom hochwürdigen Dom Capitel ernannten Vorsteher dieselben unterthanig , und demselben den jährlichen Zins abführen. DasGrund-In- sigl ist die Bildnis der H. Büßerin Mariä- Magdalenä. Wobey noch dieses zu melden, daß weil wegen hoch gelegener Maria-Hülster Revier wenig Brünne allda anzutreffen , zu trockener Sommers-Zeit sich oft merklicher Wasser Mangel äußert, und das Wasser um bares , doch nicht hohes Geld muß bezahlet werden. §. XV. Gundendorf, Guntendorf, oder wie andere schreiben und sprechen Gumpendorf, reichet lincker Seits, gleichwie Maria-Hülf rechter Seits bis an die Linien hinaus. Vom Das XX. Capitel. ? 4 Z Vom Herkommen dieses Namens ist nicht- wissend. Daß zu gar uralten Zetten allda Begräbnissen sich vorgefunden, und mithin ein unweit davon erbaute Stadt Vindobona schon lang vor Christi unsers Herrn Ankunft muß gelegen seyn , machen die daselbst gefundene , und von Lazio ans Tag Licht ge. brachte: auch von mehrern gelehrten Männern glaubwürdig aufgenohmene Hebräische, oder Viel mehr Phoenicische , und Punische Jlt- schriften die Erweisung. Ein solches bestär- cken andere dergleichen allerälteste von Herrn Besser, Crusio und Sulger namhaft gemach, te Nachrichten,die von denen zu Zeiten Christi, und nachhero zu Augspurg und Ulm seßhaft gewesten Hebräern klares Zeugnus geben. Ein folglich sothanes Geschlecht auch glaubwürdig rm alten Wien wohnen, und ihre Grab. Städte zu mehr gemelten Gundendorf hat haben können; wovon wir mehrerS zu sagen batten. §. XVl. Der Häuser werden über hundert gezeh- let, die aber nicht einerley Herrschaft unter- worffen. Der mehrere Theil gehöret unter die Botmässigkeit der Grafen von Molard: andere unter das Schotten-Kloster in der Stadt; noch andere unter die PP. Domini- caner eben in der Stadt, und einige unter Y 4 die Z44 Beschreibung der Stadt Wien die PP. Augustiner auf der Land-Straß. Der Ort wird durch 7. Gassen aus einander gesezt. Die Pfarr so nach der Schotten- " Pfarr-Kirchen in der Stadt gehörig , wird von einem Pfarr-Verweser aus der Schotten* Abbtey versehen. Die Gemeinde dieser Vorstadt führet z. Lilien zu ihren Wappen- Schild. Auch da giebt es schöne Gebäude und Lust-Gärten, besonders der Grafen von Königseckh, so jezo der Kaiser!. König!. In- l genieur-Schule gewiedmet ist, der Grafen « von Molard, der Herren von Waffenberg, I von Arenberg, von Hillebrand, Daneklman, I Meyer, Gottesnigg, Münzwarthein und anderer. Da lauft ein abgekherter Canal von der Wien, oder ein Mühl-Bach durch , zu Nuzen der daran gelegenen 4. Mahl-Mühlen, einer der Molardischen, die andereres Herrn Probsten bey St. Dorothea in der Stadt, II die dritte die Spanisch, jezo der Pfarr-Ktr, chen, die vierte der PP. Dominicanern, in - welch lezteren noch einige Denck - Zeichen der türckischen Barbarie vorhanden, nemlrch un» gefehr 2. Klafter lange Ketten , nach Art der Feldmesser Ketten , jedoch von starckern Eisen geschmittet, mit io. daran Hangenden Ringen oder Fuß-Eisen, womit die Türcken wehrender Belagerung die gerangenen Christen zusamm gekuppelt, und in dieser Mühl als in einem haltbaren Ort versperret haben, um sie nachmals mit sich in die Dienstbarkeit Das XX. Capitel. Z45 fort zu schleppen. Allein da sie solche wegen eilfertiger Flucht musten zuruck lassen, wurden die Armen von denen Christlichen Soldaten also gefunden , und ihres Elends be. freyet. Die Ketten hangen im Hof reder-- manniglich vor Augen, doch zimlich hoch um das Eck des Gebau herum. Bevder Seit? war ein Inschrift, deren eine nicht mehr aus-- zunehmen, die andere, so eben schon hart zu: lesen, scheinet soviel zu sagen: i68z. bey türckifcheN EinfaU verwüstetes Haus. ^nno 1689. wiederum renovirt. Das XXI. Lapitel. Von ^zunds-^hurm, Rämperstsrf, Gr. Margrethen, Nickelstorf,Mazelstorf, auf der widen. § i. ^^ie Gegend am Hunds .Thurn hiesse: nach Bericht alter Schriften , in de»: Ried, entweders wegen den allda be- sindlichen Wein-Gebirge, oder wegen einem alldort gestandenen Ried-Haus, wo, oder A 5 tm Z46 Beschreibung der Stadt Wien im Thurm selbst vor Zeiten die kands-Fürst- licken Jagt Hunde seynd verpflegen worden. Am hintern Theil des sauber renovtrten Ge- bäues stehet man in der Höbe auf den 4. Ecken des Thurms Hunds-Statuen aus Stein auf- gesezt. Wie es scheinet, seynd sie nicht zu blosser Zierde, oder ohne Ursache, sondern viel mehr zum Andencken eines ehedessen dort gestandenen Ried - Haus dahin gesezet wor. den. Noch der Zeit ist zu Erdbeer hinter den Weißgarbern ein dergleichen Ried * oder Ring-Haus bekannt, wo des Kaiser!. Hofs Jagt-Hund unterhalten werden. Der Hunds-Thurm, wobeyein schöner und grosser Lust Garten gelegen , ist samt der Zuqe- ihör ein erträgliches Gut, wovon der Zerr die .Herren von Stegner dieBesizer seynd. Des Grunds Jnsigl ist eben ein Thurm. Die Türcken legten allda , bey lezt abgewichener Belagerung, ein Magazin an. und nach ge- »lohmener Flucht hinterstesten sie den unsri- gen überaus grossen Vorrath , von all er- dencklicheu Lebens-Mitteln. §. H. Nächst den Steqneristben Schloß und Herrschaft Grund luget Rämperstorf , ein »ach den Burger-Spital in der Stadt gehöriges Gut. Hat seinen eigenen Richter. Lkzius erwehnet unter den alten Wienerischen Fa- Das XXI. Lapitel. Z47 Familien Ritter-Standes eines Wilhelms und Conrads von Rampelsdorf , deren der leztere An. 1408- mit dem Bürgermeister Borlauf und einem Raths-Herrn, enthauptet worden. Ob etwa« diese Familie dem Ort den Namen beygebracht, oder solcher , von derselben also benamset worden, kan man nicht sagen. §. m. . Hiernäckst folget das adeliche Gut Sc. Margrcchen von der Kirchen dieserH. Märtyrin also benamset, vor alters ein Cowmen- thurey , so in einem Schloß und Dorf bestehet. Im Jahr 1529. ward dieses Schloß von Türcken rutnirt, bald aber wiederum er, hoben und nach mehr Jahren erweitert und besser ausgeziehret. Auf dem inner» grossen Thor-Bogen stehet die Jahr-Zahl 1578. und gleich darneben/ ober den kleinern viereckten Eingang in Stein gehauen dieses zu lesen: 7 «»-- §e/, L?' o»-««/ o/i«/' Z48 Beschreibung der Stadt Wien L-e/sr'r/ (-»'L/o»', tie 5«//s« M?^s- me/ /r'?«, ^o^/a 0 ,/o- 7 /s«a ?arr/e»' r//e »?- LVo k-^OeXl, I.L6.^IonL OereL^. Wann um des Vers Willen die Worte: O/ar, so Viel als o/ar sagen soll, scheinet der Ort «St. Margrethen nach erster türckischer Belage- ! rung unter den Ferdinandäischen Hungari- schen Hof - Canzler, und Vischoffen von Ag- - ram , nacher Bischoffen zu Erlau und endlich Erz-Bischvffen von Gran gekommen, und gestanden zu seyn , welcher die verwittibte Königin aus Hungarn Mariam, die Schwester Caroli V. und Ferdinands l. als Guber- nantin An. r 5 z r. nach Brüssel begleitet, und > mehr Jahr am Spanisch« Niederländischen > Hof als geheimer Rath sich befunden, sodann von Ferdinands nach Wien beruffen , nach i und nach zu oberzehlten hohen Würden pro- moviret , und wie glaublich auch mit dem Wienerischen Land-Nut St. Margrethen begabet worden. Dessen als Erz-Bischofs von j Gran allda gefezter Pfleger den Ort scheinet hergestellet zu haben. Im folgenden mitten Jahr hundert war nach laut des abstehenden Chronographicum An. 1656. Besizer des ÖrtS Herr Baron Rudolph Schmidt von Schwarz- Das XXI. Lapitel. 949 Schwarzhorn der Röm. Kaisers. Maj. Gesandter am türckischen Hof, welcher nach seiner Zuruck-Kehr nicht nur das Schloß al« lein , sondern auch den Pla; mit neuen Gehauen erweiterte , und sofort zur Vorstadt den Anfang machte. §. IV. In nachfolgender Zeit gelangte daS Gut St. Margrethen unter die Herrschaft der Grafen von Sonau, wovon derSonen- Hof daselbst , so jezt für die Armen gewid- met ist, den Namen führet. An. 1727. kam -er Ort durch Kauf unter die Herrschaft des Wienerischen Stadt-Magistrats , der alle zwey Jahr da einen Richter sezet. Ein von der St. Stephans Dom Kirchen hieherver- ordneter Pfarr-Vicarius stehet der Seelen- Sorge vor. Sowohl da als in nächster Gegend Ntckelstvrf und Mäzelstorf, seynd die Hauser der Mitnachbarn, und Burgers-keu- ten weder groß noch prächtig, doch nett und sauber aus Stein und Ziegel, wie in allen andern Vorstädten, gebauet; in Massen keiner Seirs in Vorstädten so wenig als in der Stadt ein Haus von Holz aufgezimmert, weder gesezte, mit Holz unterzogene Mäuern, zu sehen. La ziehen die Haus-Inhaber grossen Vortheil aus ihren leimlchten Grund- Stücken , mit Ziegel machen und brennen. Man z, Z5<2 Beschreibung der Stadt Wien Man trist auch in dieser Revier 7. Wasser- Stübe», oder Wasser-Behalter an, wovon meist durch Kien-Holz Röhren, das Wasser nach der Stadt, und nach den fürnemsten Garten in den Vorstädten geleitet wird. §.V. Unweit von St. Margrethen gegen der ! Wienerberger Strassen, lag die alte Kirchen bey St. Nikolaus, und das von daher so genannte Dorf Nickelstorf, so fast ganz in die Vergessenheit kommet. Es ist ganz war- scheinlich, daß die Cistercienserinen, oder St. Bernardi Ordens Clvster-Frauen, diese i Kirchen vor Zeiten besejstn , und derowegen daß von danen aus hinein niedrig liegende Erdreich das Bernhards-Thal geheissen habe. Anstatt der Pfarr-Kirchen dienet denen Nickelstorffern , die gleich ausser den Linien aufm Gotts Acker gelegene Kirchen bey Ma- rka-Hülf genannt. Das merckwürdigste von dieser Gegend St. Nicolai können wir sagen. Laß der König Mathias aus Hungarn An. ^ ,485. bey vorhabender Belagerung der Stadt Wien allda sein Lager aufqeschlagen, und bis 5. Monat lang, das ist von Febrva- rio bis Iulii, sein Haupt - Quartier daselbst gehabt, bis rr die Stadt durch Accord ein- bekommen. Das XXI. LapLrel. Z5l §- VI. Auf der langen Strassen von der Widen heraus gegen den Wienerberger Anten-Thor, fangt der Grund von Mäzelstorfan , welcher Gemeinde Kirchen St. Floriani mitte» auf der Strassen erbauet stehet; und dessen Bildnis au» in Grund«Jnsigl zu sehen. Dies ist ein mercklicher Theil von der Widen, so gegen den Wiener Berg immer gemach in die Anhöhe gehet. Rechter Hand von der Stadt heraus liegt das uralte Kirchlein Maria - Heimsuchung und das Spital beyrn Dlagbaum genaunt : desgleichen die ganz neue Kirchen der H. Thecla, und Collegium der PP. Piaristen, so An. 1754. von Grund auf erbauet worden. Der Seelen Sorge zu Mäzelstorf stehet vor ein von St. Stephan aus gesezter Pfarr-Bicartus. §. VH. Was das Wörtlein widen zu bedeute» habe, oder woher es deriviret wird, ist nicht leicht zu erratben. Die dastge Burgers- Gemeinde führte vorhin ein Vieh weide in ihrem Jnsigl, so daß man glauben möchte, daß als ehedessen vieleichr nur ein Vieh- Weide sich allda befunden , der Ortviel mehr Weiden , als Widen hatte sollen genennet werden. Doch es muste solches der Gemeinde selbst Z5» Beschreibung der SradrWien selbst nicht authentisch geschunen haben. Sie verandette das Sigil, und anstatt der Weide , stehet man iezo einem Baum mit ausge- breiten Aesten und Blättern im Wappen- Schild. Zu alten Zeiten hieß die Gegend diestr Vorstadt , Bernhards-Thal, unge- zweifelt vom Frauen - Closter St. Bernardi bey St. Nicola genannt , wovon beym P. Pez in Lociice Oiplomstico Meldung be- schiehet; und das Dorf Nicolstorf, wie schon gemelt, selbst den Namen daher führet. §. vm. Die Vorstadt auf der widen stöst ei- l! «er Seits an die Wien : anderer Seits an den Renn-Weeg an : gegen Mittag an Mä- jielftorf, St. Margrcthen und Nlckvlstvrf, so lauter grosse Strassen und Gassen ausmachen, undbisandie z. Limen 2 höre der Fabriken , oder jezt so genannten Theresianischen Collegio: des Wiener - Bergsund Ounds- Thurms, oder Schönbrunn auslauffen, aber auch mehrer Felder, Wein-Garten und andere Grund-Stücke zum Ziegel machen in sich begreiffen. Die ganze Lange erstrecket sich auf 1152. Klafter, oder z4>o. Schritt die gröste Breite auf zrzo. Schritt. §.IX. Das XXI. Lapicel. Zs) K. IX. LaziuS berichtet, die Vorstadt Widen habe vor den ersten türckischen Einbruch bi- an die Stadt - Mauer gereichet; seye anS Carner - Thor angelegen, und sehr volckreich gewesen. Dies will man leicht glauben, weil da die getriebneste Land-Strasse au- Steyermarck, Cärnthen, Crain und Walsch, Land herführet, und notwendig wegen grosser Einkehr, sich viel Bolck da muste befunden haben. Der Burger-Spital, samt der auf einem Gotts-Acker erbauten Kirchen St. Colomani läge gleich ausser den Cärner- oder den Italienischen Thor , in der so benamsten Rumpf-Lucken. Ums Jahr 126z. ward da schon ein löbliche Bruderschaft aller Heiligen GVrces, unter dem Schuz der Unbefleckten Jungfrauen Mariä aufgericht, in welche sich die in dieser Vorstadt befindliche Burger und Hauers - Leute, samt ihren Hausgenossenen einschreiben liessen. Es ist dieses die zu Tage noch florirende Bruderschaft im Burger-Spital. die samt denen Spitalern von der Widen in die Stadt ubersezet worden. §. X. Von erst gedachten Gotts-Acker bev der Kirchen St. Colomani und -es alten Bur- 3 ger- ;54 Beschreibung der Scadr Wien ger« Spitals ist ein unfehlbares Denck-Zet. chen noch übrig die ausser den mehr besagten Cärner-Thor stehende alte Creuz-Säulen, woran die folgende in rothen Marmor ei», gehauene Inschrift zu lesen: Daß paw ist volpracht Zu Lob GOrs und in den Eren Mariam und zu Trost aller Gelaubigen Geelen-Hail und ist volprachk In die Sancti Jacobi Apostolt M). L'L'L'o. Gleich darneben lieget auch ein sehr grosser langer und dicker Grab Stein aus rothen Marmor, wovon den Rand - Schriften noch einige Buchstaben zu sehen, auch in der Mit- te von einer Wappen, oder was es sonst vor- gestehet, etwas, aber ganz ausgeschliffen, erscheinet. § XI. Dem Vormuthen nach muste die alte Vorstadt auf der Wlden dort aufgehöret haben , wo die heutige anfänqt. Es scheinet auch, daß ausser den alten Schlössern , oder Meyerhöfen St. Marqrethen , und Hunds. Thurn; desgleichen Nickelstorf, den Cister- cienser Lraueu-Clofter, und Spital beym Klag- Das XXl. Capitol. i Klag - Baum , im ganzen übrigen Bezirck, so zwischen den g. obgedachten Linien - Thören , bis an die Wien gelegen, nichts als Wein-Gebirge zu sehen gewesen; wovon noch sattsame Anzeigen verbanden. Der Wienerische Stadt Magistrat hat über die heutige Widen zu gebieten, der allda auch den Richter sezet. Da befinden sich 6. Haupt-Gassen , oder Strassen und ist übrigens diese Vorstadt gleich anderen eben sehr volckreich; worüber sich da nichts zu verwundern, wann man den grossen Umkreys , und die namhafte Anzahl der'theils weitschichtigen Ge- bäuen und Häuser mit zureichenden Quartieren betrachtet. §. XL Ein hauptsächliche Zierde giebt diese» Vorstadt unter den geistlichen Gebäuden die wunder schöne und prachngst erbaute St. Caroli Borromäi Kirchen: hernach die Kirchen und Closter der PP. Paulanern, wo ein schöne Säulen der Unbefleckten Emp- fängnus Maria aufgericht. Dann das ob- gedachte ganz neu erbaute Collegium und Kirchen der Patrum von denen frommen Schullen. Unter den weltlichen Gebäuen gebühret vor andern der Vorzug die geweste Kaiser!. Favoriten, jezo neu errichtes Tbere- fiamsche Collegium , wo unter der Aufsicht 8 » der z;6 Deschreibuny der Stadt Wien der Herren PP. aus der Gesellschaft ZCsu die adeliche Zugend in allen schönen Wissenschaften unterrichtet wird. Das Gebäu ist in z.Theile, und in so viel Höfe mit drryen Pforten unterschieden , wo anbey die ruck- werts angelegte Lust-Gärten zu bewundern. Nicht minders finden fich noch andere merck- würdige Gärttn-Gebäu, als der Grafen von Stahremberg , Althan , der Fürsten von kobkowiz, der Herren Ktppo , Pechmann, Pfeiffer , Meyenberg , Kolhund, Garelli, Baron Kleinburg, samt andern bis 40. geringer«, doch ebenfals schönen Garten. DaS anfangs der Widen gelegene Stah- rembergisch Frey-Haus übertrift andere Ge. -äu an der Weitläufigkeit, in welchen über 1400. Seelen gewöhnet , die ihren eigenen Richter, und Capellen der H. Rosalia bat- ten. Der Wienerische Stadt Magistrat hat 8 -um Zeichen der Danckbarkeit gegen die Stabremberqisch Familie, absonderlich gegen den tapffern Stadt-Commendanten Rüdiger von Stahremberg, der die Stadt Wien An. >68;. wider die Türcken so ausnehmend beschüzet, von allen bürgerlichen Anlagen frey gemacht. In dem es aber vor einigen Jahren am Fest-Tag des H. Io- anntS des Tauffers durch uovermuthe^ er §. xm. Das XXI. Lopieel. z 57 gänzlich in die Aschen verfallen, bliebe es ei« zimUche Zeit lang als ein Brand-Stadt lie- - aen ; nunmehro aber ist es aufs neu gröste» ! Thcrls wiederum hergestellet. Unweit da- ' von lieget ein anders Gut die Schleif Mühl genannt, so gedachten Herrn Kippo zustän- l dig gewesen, wo beyläuffig rroo. Seelen ge- zehlet werden. Die Seel Sorg aufdergan- ^ zen Widen dependiert von der Dom- und 1 Haupt-Kirchen bey St. Sttphan, so meisten- 1 von denen allda gelegenen PP. Paulaner» versehen wird. j Das XXII. Lapitel. l V-m Renn-Weeg, Unger-Gassen, Land-Straß. 5. I. jb gleich iedwedere aus diesen z. Strassen unter eignen Namen ein Vorstadt begreift und heisset, nehmen wir sie doch unter eine Vorstadt zusammen, weil fie unter einen Richter, und unter einer Herrschaft des Stadt-MagistratS stehen, und ein Republick ausmachen. Die Gegend, wiesle sich nach der Breite von der Widen bis un, 3 r ter / Z58 Beschreibung der Stadt wie» K ter die Weißgärber und Erdbeer hin ziehet ^ begreift 8oo. Klafter, oder 24^0. Schritt in der Länge Z450. Schritt. Der Renn- i s Weeg bekam seinen Namen von den Lauf- , fem, und Wett-Rennern, die in den vorige» ! Zeiten daselbst , als auf einem gar gelegen- ^ samen Feld sowohl im Lausten. als in Wett- ^ Rennen sich exercirten, und um den Prev- stritten. 5. ll. Zu Anfang des Renn-WeegS komt der herrlich erbaute Fürstlich-Schwarzenbergi- fche Sommer-Palast vor Augen In deS Saals - Decke ist die künstliche Mahlerev deS berühmte« Daniel Gran zu sthen, welches in Wien das erste Merck in Fresco dieses Künstlers ist. Hinter den Gebäu liegen die schönsten kust-Gärten, wo absonderlich auch in einer Behältnus die von Herrn Fischern von Erlachen verfertigte Feuer-Maschin würdig in Augenschein zu nehmen ist. §. M. ! Dann folget gleich darauf de- Prinzen Eugen« von Savoyen Sommer-Gebäude und die unvergleichlich schönen Gärten , die ohne Ausnahm die grösten und prächtigsten Vor andern-es ganzen vorstädtischen Umkreise-. * Das XXH. Lapitel. Z59 seS. Jedermann weiß von denenselben zu sagen, absonderlich von den Zeiten, da viel i ausländische, und allerseltsamste Thiere da. l selbst unterhalten worden. In einem eignen r Traktat seynd diese Gärten beschrieben zu lesen . und in Prospekt fürgestelt zu sehen, i Weil dermalen dieser angenehme Lust. Ort ! denen höchsten Herrschaften des Kaiser!. Kü. niglichen Hofs zur abwechslenden Plaisir die- net, und immer kostbarer, sonderheitlich mit Mahlereyen eingericht wird, hat er nun den Namen mit der That Belveder überkom- k wen. I S iv. Die übrigen in dieser Vorstadt aufm i Renn-Weeg befindliche Sommer-Gebäu und ' kust-Garten, verdienen ebenfals eine Erwrh- nung , nemlich der Herren von Managetta, Hillebrand, Pecorini, Stockhamern, Salle, und Heunisch , unter denen der leztere nun- mchro der Medicinischen Facultät als ttor- w; boeanicus zum Kräuter Garten dienet. Da ist gelegen die An. 175s. neu erbaute Kirchen des Gekreuzigten, und daß aus der Stadt daher transferirte Kaiser-Spital. Im übrigen giebt dieser Vorstadt-Gassen aufm Renn «Weeg unter den GOtt geheilig, teu Gebäuden ein besondere Zierde, die kost- Z 4 bare z6o Beschreibung der Stadt Wien kare Kirchen Mariä-Heimsuchung bey -eu Frauen.Clofter des H. Francrsc» Salesii. §.v. Die Hungar - Gassen, so viel als Hun- -arische Gassen, führet den Namen darum, weil sie der mit Vieh , mit Körnern, und mit viel anderen Handelschaft treibenden 8 Hungarischen Nation zur gelegensamen Ein- > kehr dienlich ist ; die meistens da zu logireu ü pfleget. Die fürnehmsten Sommer-Gebau > und Lust« Garten sevnd der Grafen von Har- I rach , Fürsten kobkewitz : der Herren Fux, I oder von der Trvn, Zirnemer, Schmerling, D der köbl. Gesellschaft JEsu , item derselbe» Seminar», des Hochwürdtgen Herrn Dom- Probstens, Stockhamern, Abbten von H. Creuz und mehr anderer. Worzu kommet : die ganz neu erbaute Kirchen und Domici- . lium der Herren PP Piaristen. 5. vr I Don der Land-Grraß legt sich der Na- I men selbst an Tag , von der Heer - Strasse, ) die geraden Weegs nach Hungarn führet, und immer fort von hin und her Reisenden starckfrequentiret wird. Altershalber will sich diese Revier rühmen von den Zeiten der Tempel-Herren , die allda sollen gewöhnet ha- Das XXII. Lapicel. z6i haben. Nunmehro aber weiß niemand zusa- j gen, in welcher Gegend derselben Collegium, Kirchen und Hospital gestanden, oder unter ! wessen Namen diese r orstadt oder Dorf be- * kannt gewesen. Denn daß zu alten Zetten Hauser da gestanden, und die Einwohner ein j Pfarrs - Gemeinde ausgemacht haben, wir- i aus dem dargethan, daß der einstens übern Werd, jenseits des Donau - CanalS, in der >l heutigen keopoldstadt gesezte Dechant, mit j 6. Cooperatoren zugleich auch über Stmo- ^ mng, über die Weißgarber, über diese kand^ 1 Strassen gegend, und über die vor dem Car- 3 ner Thor gelegene Widen die Pfarrliche > Rechte gehabt, und in diesen grossen Umfang H der Seelen. Sorge vorgestanden, annebens ! auf der jezt so genamten Land. Straß aucv sein geistliche Wohnung und Dechants - Hof ; soll gehabt haben. Das Pfarr« Recht war- ' üach der Zeit nacher St. Stephan übertra- j gen, wovor aus die bestelten Pfarr-Vicarit z mit ihren Mit - Helffern in der neu erbauten z St. Nicolai Kirchen auf dem Gotts - Acker 1 denen geistlichen Verrichtungen obliegen. Zn 1 dem Grund-Jnsigl führet diese sämtliche < Vorstadt der dreven Gassen die Btldnus -eS H. Bischofs Nicolai. tz. VH. > Durch türckische Verheerung Manch die- s se Vorstadt an den dreyen Haupt - Strassen ! 3 5 rum z6r Beschreibungder StadttVien zum zweytenmal durchaus zu Grund gangen ; allein nach der Barbarn lezter Flucht, sieng man sie weit herrlicher , als sie zuvor gewesen, zu erbauen an , und ist brs dieser Zeit wegen prächtigen Gebäuen, zierlich und wehr Stock hoch aufgeführten Burgers- Hausern , magnifiquen Lust «Gärten dergestalt empor kommen, daß sie mit jedwederer Borstadt um den Vorzug streitet. Unter den Gärten und Sommer-Gebäuden werde« i für die namhaftesten gehalten der Wienerisch Erz-Bischöfliche, der Herren Delier, Er- hardt, Despaun, Hagel, Portenstein, Weiner, Holz, Maulli, Wöbern, Widman, Palm, mit noch über hundert anderen Garten , die dieser Vorstadt, ein angenehmes l Aussehen machen. Ausser den obvermelten 1 drenen Haupt-Strassen, werden y. andere Setten-oder Neben-Gässen , und mehrer tausend Einwohner gezehlet. ^ 5- VUl. ^ Von der Stadt hinaus kommet ersten- auf der Land-Straß lincker Hand zu Gesicht , daß in dem Hanoverischen Palast errichte St. JoanniS Nepomuceni Spital mit der Capellen dieses Heiligen. Rechter Seit- weiters von dane» die Kirchen und da- Arauen-Closterder so genannten Elisabethi- ueriueu. Weiter- die schön erbaute Kirche» Das XXH. Capitel. z6z chen des H. Nicolai auf dem landstrasserischen Goirs-Acker. Dann folget das schöne Kirchen-Gebäu der HH. Rochi undSeba- stiani, samt demCloster der PP. Augustinern mit weiten Ermeln. Ferners hinaus von der Strassen etwas abgelegen der krancken Re- convälescenten Haus bey den barmherzigen Brüdern , samt Capellen -er H. Theresia. Nach dem das grosse Waisen - Haus , so von der kand-Straß bis auf den Renn Weeg reichet , mit der Kirchen Maria - Heimsuchung. Es pranget diese Vorstadt mit etwelche« geistlichen Ehren-Gäulen. Vor der Kirche > deren PP. Augustinern stehet ein prächtige I ru Ehren der Aller-eiligsten Drevfaltigkeit > erbaute steinerne Saul. Ein andere eben der i HH. Drey-Einigkeit vor dem Seizerischen Haus. Aufm Renn-Weeg eine schöne Saul der Unbefleckten Empfängnuß Mariä. Die vierte vor gedachten Nepomuceni Spital, so einer Capellen gleich, mit der aus Stein gebauten, und mit Eisen-Gättern verwahrten Dildniß des H. WunderwürckerS Nepomuceni. Das t' §64 Beschreibung der Stadt Wien OaS XXIII. Lapitel. V-n Untern Weißgärbern, Erdbeer und Sc. Marx. ^8iese »rey Gegenden machen den Schlust der Wienerischen Vorstädten. Die I erste Gegend so an der landstrasser 1 Dorstadt anlieget, führet den Namen her > von Gärbern, die sich zur Zeit / als man sich I nach eingeführten Brauch / in weiß und gelb gegerbten Leder zu kleiden, und lederne Gol» ' ler zu tragen pflegte / wegen Gelegensamkeit ^ des OrtS / und Wassers , sich da nieder gelassen/ und ihre Profession getrieben haben. Solches beweiset des Otts Grund, und der Gerber eigenthumltcheS Jnsigl / nemlich zween gegen einander aufsteigende, und m, der einander stoflende Geißböcke. Von de, mn Gerbern seynd nicht wenig nach der Leo, poldstadt hinüber gezogen / an deren statt Fleisch-Hauer und meist Gärtners,Leuth sich allda seßhaft gemacht haben. S.4 Das XXIH. Capir-k. Akz Die Kirche unter» Weißgärbern ist beo Gt. Margrethen , wo auch eine schöne HH. Dreyfaltigkeir Säulen zu sehen. Nebst deren Herren Gagstatter und von Albrechts- ! bürg , und zwar leztern jezo Emanuelischen ^ neu her geftelten Sommer-Palast und präch- , tigen Lust-Garten , werden andere Küche!« ^ Daum-und Obst-Gärten über 80. gezehlet. ! Die Burgerß-Häuser seynd weder zur Pracht oder Magnificenz, jedoch sauber und gelegen, samst, zu der Einwohner Gewerb oder ^ Würtschaft angeleget. Sie gehören unter die genMne Stadt Wien, gleich wie die zuErd« beer, und die Seelen-Sorge beyder Oerten versiebet ein von der St. Stephans Metropolitan-Kirchen gesezter Pfarr-Verweser. Bey den Weißgärbern schwemmten mehrer tausend Türcken und Tartern zu Pferde über den Donau - Canal nach Per keopoldstädter Insel hinüber, und attaquirten den alldort verschanzten Herzog aus Lotbring, wo beyder Peits viel geblieben, und die unsrigen sich über die Brücken nach den jenseitigen -and hinüber zohen. Nach behaupter und abge- ! brennter Vorstadt, fasteten die Barbara auch daselbst Posto , und auf vielen aufge- worffenen Baterien fiengen sie auchder Seit- - die Stadt aufs gewaltigist zu beschießen an. i § w. z 66 Beschreibung der Stadt Wien §. III. . Erdbeer, Erdberg, oder Wie Crispinia» nus schreibt Erdburg , schließet sich an der Werßgärber Vorstadt an , und beyde Pläze enthalten in sich einen Raum von der Lange 800 . in dec Brette iz 50 . Schritt. Gemeiner Tradition nach scheinet der sicherere Namen Erdbeer zu sevn, so herkommet von denen Fragis , oder Erdbeeren , die vor Erbauung der dasigen Hauser auf dem Grund zu finden gewesen , wie solches das Grund* Jnsigl, so ein Erdbeer darweiset, bestärcket. Erst gemelter CuspnianuS (a) berichtet, das Land-Gut Erdburg habe vor Zesttn unter die Herrschaft der Tempel-Herren gehöret. Er saget! I.uipo16us Dux ^ustrise, lrs- rres Hieroiol v mirsnos ex ^ccsron-in ^ustrism voluir implsnrare, mulcirczue re6- 6iribu; sc snnuis ceuliburlocuplersvir: Lcvil- Ism illsm prope Viennsm , 6i<^sin — libers öonsvir. „ Leopold der Herzog „ von Oesterreich hat die Brüder von Jeru- „ salem aus Accaron in Oesterreich einführe» „ wollen und hat sie mit vielen Einkommen „ und jährlichen Zinsen bereichet: und das „ jenige Land-Gut nächst Wien, Erdburg „ genennet, freywillig geschencket... Weil die Tempel-Herren in der Stadt den Plaz des heutigen Dominicaner ClosterS bey ihrer An- (») I» I-aoxolä. Virt. Das XXHI Lapitel. 367 Anherokunft einbekommen , last sich leicht schließen, -aß Erdbeer -ahm gehöret habe, und diese Herren, wie oben gemelt worden, auf der Land - Straffer Gegend kein Collegium, oder Hospital, sondern nur das Gut Erdbeer besessen haben. §. IV. Bey wetteren Aufkommen der Stadt Wien mag Erdbeer unter den Tempel-Herren ein namhafterer Ort , als iezt gewesen seyn, wo glaublich von Manswörth her auS Hungarn die Alt-Römische Haupt-Strassen durchgegangen, und Richard der König aus Engeland in Hersteller Kleydung allda sein Einkehr genohmen , und sich unter die Küchel-Leute mischte; aber erkannt und vom Herzog Leopold in die Verhaft gebracht ward. Hievon meldet das Chronicon von Zwettl: l^tOOXH. Kex cspirur in Lrpurcti Psope V^lennsm aDnce I^eoooI6o, Lc tra- 6irur Domino DLclmsro 6e LkunrinA , in ^ernlis^n rslervLnöllL. „ ^nno 1212. » (lese ny2.) ist der König aus Engeland »zu Erdpurch nächst Wien vom Herzog Leopold gefangen , und dem Herrn Had- »» mar von Cbünring nach Tyernstayn in die » Verwahrung übergeben worden... §.V. z68 Beschreibung der Stadt Wien §. V. Der Tür'cken«Wuth betraffe bey derselben schnellen Ankunft am erst die Einwohner zu Erdbeer, die theils barbarisch nieder gemacht, theils gefangen genohmen wurden. Die Hauser giengen in Rauch auf, und auS derselben Aschen entstund die heutige Vorstadt. Die Kirche der HH. Aposteln Petri und Pauli erbaueten die Einwohner und die gesamte Mitnachbarschaft auf ihre eigene Unkosten. Darauf folget ein ganz neu auf. gekommenes Oertlein , so denen PP. Augu. ftinern auf der Land-Straß unterthanig.wlrd den Namen und der That nach Dörst genen- »et. Von fürnehmen Gebäuen ist da nichts zu sehen: die Leute verlegen sich ganz und gar auf die Kuckel-Gartnerey , woraus sie sich den besten Nuzen schaffen. §. Vl- Zur Seiten lieget leztenS an der Land- Straß gegen Hungarn hart am Linie-Thor das eirischichtiqe Spital und Kirchen Sc. Marx , wovon man nach zweymaligeu Versuch gar kein Auskunft erhalten können. Da- hero nichts anders zu melden , als daß ein Cbirurgus den Anfang zu diesem Spital gemacht habe , so nach der Zeit dem Burger- Spita leinverleibet worden. Der Kirch- Thurm Das XXIII. Capicel. z6g Thurm hebet alt aus , und ist doch kein altes Gebau, wie die am selben befindliche Inschrift zeuget. Neben den krancken Hausern, und abgesonderten Wohnungen der Unsinnigen , und der armen nothdurftigen schwängern Frauen , denen der tägliche Unterhalt gereichet wird , ist da nichts zu sehen , als em Brau-Haus, Korn-Böden, die Wohnung des eignen Pfarrers und der Sptttal- Lfficirs, ein Gast - Hof, und die am Linie- Thor gelegene Mauth Hauser. Das xxiv. Lapitel. Von Waring, Herrnals und Neu» Lerchenfeld. L I- sehen es für gemäß an , diesen nächst ausser denen mit ihren Nä- men beehrten Linien-Thören gelegenen z, Dörffern, einen Plaz in unfern Blattern einzuraumen , und sie au die Vorstädte anzuschliessen, allermassen sie nahe an den Linien gelegen , und beyde die Waringer un- Herrnalser Pfarren, ungeackt der Linien, sich über dieselben hinein erstrecken / und zu Aa da- z7» Beschreibung der Stadrwien bat» das jur kseockisie in gewissen Distrikt der Alßherr-und Waringer - Gassen exerci- ren; das Neu-kerchenfeld aber nur durch die kmie abgeschnitten ist, unddahero gleichsam einen Theil von der Alt-kerchenfelder Vorstadt ausmachet. 8. N. Sowohl Von dem Namen', als von andern alten Umstanden des Dorfs waring, dessen Häuser und Inwohner verschiedenen Herrschaften unterthanig, hat man kein Urkunde aufbringen könne«. Nur dieses kau man zuverlässrasagen, daß zu vorigen Zeiten die Waringer Pfarr sich zimlich weit, und dis an die Donau erstreckte. Die ganze Wiesen, oder die neue Carl-Stadt in kiech- tenrhall: der Thury, Gperckbühel und Ste- chenals gehörten unter dieselbe, wovon, alS in der Carls - Stadt ein eigne Pfarr errichtet worden, ein kleiner Theil von SiechenalS, deo der alten Warinaer Pfarrs-Gerechtigkeit verblieben. Ausser den kinien aber stehen noch dato nebst den Dorf Waring mehr andere Ortschaften , nemlich Wein - Haus, Gersthof , Pezelstorf und noch andere unter dieser alten Pfarr. Die An. 1752. und sz. von Fundament auf neu-und recht fein erbaute Pfarr-Kirchen , worüber ein eigner Pfarr-Herr gesczer, ist mit schönen Altären, Das XXIV. LapLtel. z?r und Altars-Blättern, desgleichen mit beyder Gerts ans LanÄuarium angebauten Orsrv- ni, geziehret. Auf des Hockaltars-Blat erscheinet der H. Märtyrer Laurentius einer, und anderer Gerts die H. Gertrudis , der» Fest-Tag den 17. Martit einfallet. Der H. Laurentius ist der Pfarr-Patron , die H. Gertrudis aber Kirchen Patronin. Der Kirch-Thurm ist An. 1528. erbauet; und An. 1726. renovirt worden ; dabey einige, als etwas seltsames anmercken, daß die Kirchen höher als der Thurm, den man auf der Feld - Seite nicht einmal stehet. Unter andern sauberen Gebäuen und Luft-Gärten, sollen den Vorzug haben derer von Vasquer, und Zoachimsburg. §. m. Ausser Währing steiget das Wein »Gebirge allgemach in die Höhe. Nächst Wein- Haus finden sich auf einer grossen Anhöhe, die so genannte Türcken - Schanzen, nemlich hohe von Erden aufgeworffene Hügel und theils sehr liefst, thests seichte unordentliche grosse und kleine Grüben ; allwoieiner der schönsten Prospekten der Stadt und Vorstädten sich vor Auaen stellet. Da ist auch der so genannte Wein < Häuser Steinbruck, wo stäts die Bau»Steine gebrochen , und nach der Stadt und Vorstädten geliefert werden. Aas v Der 47» Beschreibung der Stadt Wien Der Grund gehöret nach Tulln unter die Bottmässigkeit der Closter-Frauen Sr. Do- minici Ordens. Daß die Türcken in diesen durchwühleten Erdreich und Grüben ihre Ge- zelre und Lager aufgeschlagen, und wegen ab- acbrennten Vorstädten fast ihr ganzes Lager übersehen konnten, ist ganz richtig, weilder- gleichen Denckmale auch nächst Herrnalsam lutherischen Freythof, und m der Gegend Praiterlfee übrig zu sehen ; allein die grvften und tieffesten Aushöhlungen beybesagter Tür- Sen, Schan; , und die hohen Erd »Hügel, scheinen nicht von den Türcken , sondern von den alten Stein-Brüchen her zukommen, weil dermalen noch gegen d»e Felder hinein mit Steinbrecher! continuiret wird. Unweit davon ist ein grosses Pulver, Magazin neu angelegt, weit von allen Gebäuden, ausser einen Häuslein des Aufsehers und der Soldaten Wacht entfernet. Da stehet doppelte Schild-Wacht, dies und jenseits eine, die Tag und Nacht besezet wird. §.IV. Von Herrnals.haben wir schon oben key Beschreibung der Alßherr-Waffen Meldung gethan , nemlich daß dem alten Dorf Alß der Namen Herrn gar warschemlich zugewachsen von denen Besizern des Orts , die man Herren voo Alß genennet, und die bey Das XXIV. Lapicel. 57z den PP. Conventualen, oder Landhäusern in Wien ihre Begräbniß halten , wie man leset : Zepulruea Domini dlicolsi Orsci >ä.ili- ris 6s tub 1kpi6e ^ltro , utri lirera dl. ob- iir > 4 (XXIVIl. V. 16 . ^unii. (a) „ Die » Begrabmß des Herrn Nicolaus Grecr, des Kriegs-Manns von Alß , unter dem weisseu Stein, wo der Buchstab N. Ist », gestorben izo7. den 9. Iumi,,. Item: V. 16. (sunii) Dominus dlicolaus 6 iÄusX 4 i- les 6s .^ 1 s, ovüc .^n. Domini XILLLVll. L ^uo krscres in exrremis ksbuerunr XXIV. d^sr-css srAsnri , i6so esus anniversariu; se- lebl-srnr. (b) „ DeN y.Junii, An. izc>7. » ist gestorben der Herr Nicolaus von Alß » der Soldat genannt, von weichen die Brü- ». der zu lezt 24. March Silber überkom- men; dahero dessen Jahr-Tag gehalten ,, wird Wiederum: »enricus, ülius Domini dlicolai Orsci 6s ^Is, leoulrus in am- bim. (c) „ Heinrich der Soyn -es Herrn ,, Nicolaus Greci von Alß , liegt in Lreuz- » Gang begraben „. §. V. Nack -er Zeit gelangte das Land-Gut Herrnals unter die Grafen von Iörger derer Aaz Ge- (2) dtecrolsx. Mnor. Oonvsnt. Visn 2p. ker. I^om. - col. zrz. AlS. (b) lbicl. eol. 487. ( c ) It. i^icl. col. 482. Z74 Beschreibung der Stadt Wien Geschlecht man unter den alten Familien Um ter-Oesterreichs nicht verzeichnet findet; wohl aber finden sich Jörger unter denen Lber-Oesterreichischen Geschlechtern, deren Wolfgang Jörger zu Tolet Ritter.Stands, ein Sohn des Herrn HilebrandenJörgers, Kaisers Maxim ilianil. Rath und Truchsas, vorhero aber Pflegers zu Wörenberg und Wolckerstorf,der 25. Hauptman deskande- ob der Ens von An. 151z. bis An. 1520. gewesen, so der Herrnalstrischen Jörger Vorfahre r seyn mag. Ums Jahr 1537. diente Christoph Jörger von Tolet unter den Ferdi- nandöischen Feld-Obristen Hanß Cazianer -u Feld : und von Anno 1559. bis 1570. ist Hilebrand Jörger der Ober-Oesterreichischen Lands - Rechten Beysizer gewesen. Helvar- dus Graf von Jörger ein recht verbitterter Lutheraner, wird als Befirer -es Orts Herr- nals gelesen. §. vi. Herrnals der so viel hundert Jahr her gut Catholische Ort ward nun vom Graf Jörger in ein Nest desLutherthums verkehret. Allwo derselbe durch die von ihme eigenmächtig emgeführten , und auf seine Kosten unterhaltene Worts-Diener lauter neu gläubige Meisten auszubrütten sich unter- wande. Solche Neuigkeit verursachte gros- Das XXIV. Lapitel. Z75 se Veränderung; die Kezerey nahm gewal- t«g überhand sowohl dahrer als in der Stadt und in umliegenden Orten. Es geschähe grosser Zulauf nach Herrnals zu den lutherischen Predigen, so daß wohl öfters bey io»oo. Zuhörer sich einfande-. Der Ort sattelte gar bald um , ward völlig lutherisch , daS Schloß und -er Predig -Saal samt der Kirchen waren in lutherischen Händen. Ausser den Dorf auf freyen Feld ward für diese Neu- alaubigen ein eigner grosser viereckter Freyt- hof angeleget, und mtt Mauern umfangen; in der Mitte ein kleine Stations Capelle, mit der darein auf Mauer gemahlten Bildnus unsers gekreuzigten HErrnsaufgebauet, so noch dato stehet, die 4- Mauern aber verflossenes Jahr, nieder gerissen worden seynd. §. VII. Die Sache machte grosses Aufsehen in der Stadt, und der Graf Zörger ward ohne dieS schon bey Hof notirt, und stund auf der schwarzen Tafel geschrieben. Denn An. 1608. unter Regierung Kaisers Rudolpht und den Zeiten Makhia dessen Herrn Bru. bers , stellete er sich an die Spize der auf- rührischen Lutheraner , und der lutherischen Stände von Unter-Oesterreich : er führte daS Präsidium auf dem Winckel Land-Tag zu Horn, und als bereits schon FerdinauduS A «4 Z76 Beschreibung der Stadt Wien II. die Regierung angetrettrn, hielt es Jör- ger fleisslg mir dem Gras Thmn , der auf» rührischen Böhmen vberhaupl, wegen welchen Verbrechen und Ubelverhalten dem Zör- ger nach gemachten Proceß durch gefahltes Unheil die Tods-Straf zu erkannt , jedoch durch Kaiserliche Gemen; pardoniret worden , dessen Gut aber und Schloß Hcrrnals stellen dem Fiscohelm, die verführten Unter- thanen Nahm der Kaiser in seinen Schuz, CatholischeGeistlichkeit ward wiederum ein- gefuhret, die Pradicanlkn zersträuet, und das Schloß samt aller Zugehör schenckte der Kaiser dem hohen Metropolitan Capttel bey St. Stephan, bey dem es bis diese Zett verblieben. §. VIII. Der berühmte Künstler Matthäus Merlan , hat in seiner Unter« Oefterreichifchen Topographie das Schloß Herrnals , daS Dorf und umliegende Gegend accurat in Küvffer gestöcken heraus geben, und in solchen den grossen Zulauf zur lutherischen Predig von reutenden , fahrenden und gehenden; auf die Meis, wie es jezt zur H. Fa« stens- Zeit zu geschehen pfleget , fürgeftellet. Was das merckwürdigste ist / hat er mit Buchstaben auf der Kupsser - Blatten no- tiret und beschrieben, als nemlich : das Schloß Das XXIV. Lapitel. 577 schloß Herrnals, den Soll, darin man predigt. Die Kirch zu St. Bartholme. Das Pfarr - und Schul-Haus. Den Bach Alß, davon das Schloß den Namen hat. Den Hof-Stall. Den Obern.Steg. Den Untern-Steg. Den Röhr-Brunnen. Den Weeg nach St. Ulrich. Die Wiener- Straß. Den Weeg in Nesselbach. Kalenberg. Siechenals. Waring. rürcken-Schanz. Dornbach. Ottacring. St. kambrecht. HerrnaiserischenGotts-Acker. Go viel Merlan. Jenseits der Alß stunden unterhalb des Ehrensteinischelp Gebäues in vorigen Zeiten keine Häuser, sondern der andere Weeg, in Nesselbach genannt , Vvn dem Merian meldet, gieng da herauf; dahero die jezigen Hauser in solcher Gegend bis dato in Nesselbach genennet werden.. z. IX. Wie es iezo der Augenschein aieket, und in mehr gemelten Kupsserstich zu sehen, war das alte Schloß viel grösser, als anjezo das »eu reparirte Herrschaft-Haus aussiehet. Es zvhe fick gegen der Strassen mit Zimmern und Predig-Sall bis an den Pfarr- Hof hinauf. Die Alß war ein fischreiches Flüßlein, sowegenden nahegelegenenBrunn- Qurllenund Berg-Flüssen stäts Wasser hatte, wie dann Merian einen Fischer -abey für Au- Aa 7 gen Z78 Beschreibung der Stadt Wien gen stellet ; deryalben auch wo gegen der Pfarr Kirchen über iezo noch ein Greg, sähe man zu Merians-Zeiten auch einen grossen gedeckten Steg; desgleichen noch einen unten in der Gegend des Seaurischen Hauses; wei« ters zwey übers Wasser geschlagene Brücke!. Allein da An. 17^2. bey Erbauung der mar- morsteinerneo Iostphi Säulen, aufm hohen Marckt inderStadt, das Wasser ausser Herr- nals in die Behältnissen und Brunn-Srüben rusamm gefangen , und mitten durchs Dorf in Röhren, nach den zween bey gedachter Jo- sephi Säulen angelegten Spring-Brünnen geführet worden, kam der Alßherr-Bach darum fast gänzlich ab , und die an selben im Dorf gelegene MahbMühl mustr auch Zryer Abend machen. §. X. Bey der Pfarr-Kirchen St. Bartholo, mäi stehet der Seelen-Sorge ein eigner Pfarr- Herr mit seinem Caplan vor. Nächst der Pfarr stehet ein nach den wahren Modell deS H. Grabs Christi zu Jerusalem ein H. Grab erbauet ; auch unweit davon ein Calvari- Berg samt der Kirchen Maria von Einfiedeln und einer heiligen Stiegen ; ivegen welchen heiligen Oertern, und den hohen Creuz- Altar in der Pfarr-Kircben, wo sich die Sta- tioneS von St. Stephan heraus endigen, sich Das XXIV. Lapirel. z?- sich zur H. Fastens-Zeit bey schöner Witterung ein unbeschreibliche Menge des andächtigen Volcks einfinder. Da ist auch ein sehenswürdige Gt. Anna und Maria von CzestochauCapellen.Da haben auch ihr Domi- cilium die Patres Ordens des H. Pauli ersten Einsiedlers,welche die gewöhnltchenAndachten und geistlichen Functionen bey den Berg Calvari besorgen. §. XI. Es giebt einige wohl gebaute Häuser all. da, worunter die namhaftesten das Rauch- mtllerische, oder Ehrensteinische, jezo Fürst- lich-Emmmeltsch-Liechtenfteinische,dasGräfl. Zoborische Gebau und Laboratorium. Das Buolische, jeztSimonischeHaus, das Wallstadtische, das Segurische, der verwittibten Fr. Gräfin von Thaun, das Rözerische und andere , wobey sich auch theils schöne und grosseGärtenbefinden DerOrt hat ein einzige, 'jedoch langeStrassen. und ein Zwerch Gässel. Unter den gemeinen Haus-gMenen Mitnach- barn undEinwohnern giebt es einigeHandwer, cker, meistaber Hauers-Leute, die sowohl ihre eigene: als ihrer Wienerischen Herren Weingarten pflegen. Die Unterthanen gehören unter mancherley Gerichtsbarkeiten , und Herrschaften. Einige seynd Dom-Capitlisch, an- z8«> Beschreibung der Scadc Wien andere gehören nach St. Peter zu Salzburg, andere nach den Burger-Spital, auch em und das andere Haue unter die Herren Prälaten zum Schotten und St. Dorvthe. Da- hero dreyerley Richter allda, i. Des Domkapitels als Dorfs Obrrgkett. 2. Der Salzburger : und z. Der Spital Richter. §. XII. Vom Dorf Neu Lerchenfeldkomt nicht diel zu berichten. Es ist ein nächst Wien neu aufgekommener Ort, zu welchen um den Ausgang des abgcwlchenen Jahr hundert der Erbauunqs Anfang gemacht worden. Die Grund Herrlichkeit stehet bcy den Herren Stift Closter-Neuburg. Dieses überlies- se denen Reuthen , die sich da ansässig machen wollen , Clafter-weis so viel Grund als sie verlangten um ein billiches. Anfänglich baue- te man da nur kleine und gar schlechte Hauser ; heut zu Tage aber, weil der Ort immer mehr zunabme, stehet man so schöne hohe und grosseHauser, wie in Vorstädten; mithin der Grösse dieses Orts und Nettigkeit der Häuser halber, der Plaz mehr einer Vorstadt, als einem Dorf gleich stehet ; und wäre sicherlich nunmehr em Wienerische Vorstadt und Anhang des Alten - kerchenfelds , sofern sie beyde Gründe An. 1704. durch die neu gezogene Auren nicht wären getrennet worden. Em Das XXIV. Lapikel. z8i Ein sehr lange und breite Haupt-Gassen, item rin kürzere und 4. Seiten-fassen durch- schnetden das Dorf. Die Hauser in den Gassen seynd regulär nach der Schnur äuge« legt. §. XIII. Ausser allerhand Handwerckern und Künstlern die sich allda befinden , haben andere behauste Mitnachbarn, aus Abgang eines Feld-oder Weingart-Baues kein anderes Gewerb, als Wern - und Brer-Schanck, womit sie sich , obschon derselben vier und sechzig gezehlet werden, doch gar wohl durch- bringen. Sonn-und Feyertag kommen da aus der Stadt, und aus denen Vorstädten viel Leute zusammen. Wenig aus den Wirths-Häusern seynd an gedachten Tagen ohne Music; wo nichts anders, wenigst eine Leyer , oder Pfeiffe. Doch lassen sich auch trefiiche Musiken hören mit Geigen, Waldhorn, Clarineten, Hoboen, Basseteln, und dergleichen , wobey sich die hon- netestrn Burgers-Leute, Kauf-Leute, verschiedene Dieäfteristen, Herren - Diener und Offieirs einfindeu , und sich zu dlverttren suchen. r xiv z8» Beschreibung der Stadt wie» §. XIV. Was die Leuthe dahin ziehet , scheinet Ursach zu scy«, weil es schon der Brauch allda zusammen zu kommen, und zu sehen, und gesehen zu werden. Es finden sich auch andere Ursachen. Der Ort ist ganz bequem zum Spazier - Gang , nicht weit von der Stadt und Vorstädten ausser den Linien, aufm Land gelegen. Da fehlet nichts an der Munterkeit. Gute Freunde , die heute, oder gester einander gesehen, wollen nächstens in vertrauter Gesellschaft einander wiederum sehen. Allenthalben giebr es da feine und schattichte Haus-Gärten, Kögel-Spiel und andere honette Unterhaltungen. Da findet man hurtige Bedienung, guten Wein, gutes Bier, zur Herbst - und Winterszeit guten Wermuth-Wein, schweinerne, kalberne und andere Braten , allerhand Geflügelwerch, und doch alles um leidentlicheren Werth als irgends anderswo auf dem Land. In vorigen Jahren gehörte der Ort, da er noch ohne Gotts-Haus gestanden , als ein Filial zu der Pfarr Ottokrin; als aber die Gemeinde auf ihr und mehrer Guttbater zu thun,ein neue Kirchen zu Ehren der schmerzhafte» Mutter GOttes erbauet, ward diese Filial von der Mutter-Kirchen Ottokrin getremret, und ein eiaver Pfarrer allda eingesezet. Das ansehnlichste Gebäu war einstens -a- Ächell- Das XXIV. Lapicel. zrz Schellheimische, wobey auch einschöner Garten gelegen ; minmchro aber unter jezigen Inhaber , macht weder das baufällige Ge- bau, weder der Garten mehr em Ansehen. Das xxv. Lapitel. Anmerckung über die oben eingeschalten etzrund-Riste der Scadc Wien und derselben Vorstädten. Der Raiseri. Lömal. Hof ist der Stadt Wien stetes Glück und Krhalmng. 5 ! sowohl den Einzeln grösser» Grund. Riß der Stadt > als der Vorstädten auf der andern Charten , haben wir durch die angedeuten Buchstaben , und Ziffer-Zahlen erkläret, und was das Merkwürdigste heissen mag angemercket. Die bisherige Beschreibung, die mit den Plauen über- eins stimmet, machet von einer Sache mehrere , von der andern wenigere, und noch von andern Dingen qar kein Meldung, und -war nach Beschaffenheit derer Sachen, wie sie sich selbst ergeben , da von einer viel oder wenig , oder gar nichts -n reden vorkomr; je z84 Beschreibung der Gcadr Wien je dennoch wo ein mehrers zu berichten übrig ist, als von GOttgehetligteir Orten, K.rchen, Klöstern und vielen anderen, kommet ui anderen Thetlen das welkere nach , wo so viel, «ls uns wAnlllch ist, soll rrzeblet werden. §. n. Wir sehen der wohl geneigte Leser möchte nicht ungern wissen , ob denn wir Auctvr seyen vpn besagten Grund-Rlsien? ob w»r die Stadt Wien nut ibren vergrösserten Vorstädten ru dieser Zeit aufgenohmen, und in den vorgelegteu Format gebracht haben ? Auf keine Weis; wir haben das wenigste da- bey gethan. Wir geben die Ehre und den gebührenden Danck denen, die nach ergangenen Hpf Besch! vor vielen Jahren solchen Plan heraus gegeben. Diesen haben wir unS erkhüntt in angeschlossenen Format mit eigner Hand nachzumachen. Anno 1706. haben Leander Anguissola der Rom. Kakserl. Majestät Obrist. Leurenant und der Stadt Wien bestelter Ober-Ingenieur, und Jacob Marinom Kaiser!. Hof Mathematicus r^n kostbaren 5H. Schuh breiten: und 4;. Schuh hoben Grund- Riß von der Stadt rrnd Vorstädten , das erstemal, wie wir dafür halten, ans Licht geftelt. Allein gar wenig Erem- plar wurden abgedrücket. Die vier Regab Bögen grosse Kupffer-Blatten , wie man sagt, Das XXV. Capkrel. zgs lägt, wurden vergüldet, und in gute Verwahrung genvhmen. Ein auf Leinwad aufgezogenes Exemplar hat uns Se. Hochgräff. Excellenz Herr Graf Earl Maria von Sau- rau Katserl. auch König!. Obrist-Hof-Mar- schallerischer Amts»Verweser freywillig und ganz gnädig dargebotten. Es half uns tre- stich wohl zu unfern Vorhaben, und darum melden wir dieses wegen geziemenden Danck, den wir dafür uns schuldig zu seyn, erkennen. Z. III. . Nach einigen Jahren Übertruge der berühmte Johann Baptist Hvmann den grossen Wiener Plan ins kleinere , und zwar in die ordinart Grösse anderer Mappen , und Land-Cdarten. In solchen Format ward er -u Nürnberg ins Kupffer gebracht, und heraus geben , wie er sich nun in dem grossen Homantfchen Atlas auf der 48. Charten be- sindet. Matthäus Seutter hat ihn zu Aug- lpurg : und Heckenauer naher An. l?;6. zu Wien nachgestochen. Nicht wenigers kam er An 1737 noch kleiner auf einer ordinarie halben Bogen grossen Charten zu Wien heraus Mit beyqeiügter kürzl'chen Erklärung und Nachstehenden Titel: Völliger I^sunr-klsn äer ärsäc ^/el- cäer nicht nur sllein mir Arollem kleis risch (-evmerriscker ^rr rum elttenmMin; Xlei- Bd ne ztz 6 Beschreibung der Stadt Wien pe gekrsckr , tön6ern auck tick vo» /^n. 170b. bis aut 6ss >7Z7. lskr äeren l^lerclc- vürckZlceiren, nemlicken ^as neu Zeksuer, «n6 verändert ist vorsten, tolcke in Bietern lekr bequemen, oster com mosten klanün^e- rnerckr unst ru tinsten seinst. Es erschiene auch in Wien An. 1784- auf einem kleinen Viegal-Bogen derGrund-Rißvonder Stadt mit einem Theil der umliegenden Vorftad, ten , wie sie dies und jenseits des Donau« Canals herum rangiret; mit der Überschrift: Igeü ^ccurst unst corrimrrer PIsn von 6er t^s^lerl.klLukc-unst R.eststenr-8rsstrV^ ILKl^, >vie tolcker von stenen anüostensten corri- ^irren Vorüsstren, stie in stem l7Z4ren lakr neü betunstenrs ^.ircken unst kläre strrüel- isr. §. IV. Ausser diesen bisher vermelten Planen -er Stadt und Vorstädten , gab auch der Wienerische Kupffer-Stecher Van Brüggen -M Grund-Riß von der Raisirl. Haupt- und Residenz Stad Wienn, mir Anzeig- und Benennung aller Gästen , Strassen, Gebäuen, Rirchen und Llöftern ans Llcht, so r« finden war in der Nudow - und Chri« stvphorischen Un»versitäts Buch, und Kunst« Handlung auf dem Koblmarckt, im Michae« ler-Haus, bevm goldenen Ancker. Diestr wlk Das XXV. Capicel. Z87 wir auch der vorher gemelte des 1734-Jahrs, haben die nemliche Grösse mit dem alleinigen Plan der Stadt ohne den Vorstädten, wie derselbe von Augmssola und Marinoni rntwvrffen, zu sehen. §. V. Von An. 1726. bis An. r?;4. und z?. stynd zwar in denen angezeigten Wappen mehr Dinge corrigtrt, und die Veränderungen, samt neu aufkvmmenden Gehauen, be- mercket worden. Allein von solchen Zeiten dl» aufs lauffende i76ste Jahr her , von welchen wir keinen neu verbesserten Plan zu Händen bringen können, und seit demr ausser Zweifel abermalVeränderungen Vorgängen , und mehr neues darzu kommen, kommet es lediglich auf uns an , weil wir unS der Sache unterzohen, den allerneucst cvrri- girten Plan diesen Blättern anzuschließen; absonderlich von denen Vorstädten, die dort und da an Häusern bis auf diese Zeit um ein merckliches zugenvhmtn. Nicht alles , nur etwas haben wir zuqesezt , und auch dieses nicht so accurat, als es,ein fertiger Meister der Zngenieur - Kunst wünschen möchte, und nur derselbige ein solches zu prästiren sich in Stand befände. Wir hassen , der mit Bescheidenheit uns entgegen kommende Leser, wird uns darum nickt gram werden, wenn Bb r» wir z88 Beschreibung der Stadc Wien Ivir schon neue Hauser ,, Zeilen und Gassen derselben mit mehr vorstädrischen Winckeln, nicht allerdings so ausdrücken , wie sie sich dermalen nach neuen Anwachs befinden. Wan getröstet sich, jedermann wird sich nichts desto mtnders unser Bemühung gefallen, und sich mit denen Haupt-Sachen , wovon wissentlich nichts ausbleibet , inmtttels begnu- gen lassen , bis etwas vollständigeres zum Vorschein möchte gebracht werden. §. Vl. Den von denen berühmten Männern Anguiffola und Marinoni mit ausnehmen» den Fleiß und gröfter Mühesamkeit zu Wer. cke gebrachten grossen Plan, haben die zu selbiger Zeit besten Kupffer-Stecher von Aug- spurg Pfeffel und Engelbrecht, mit gleicher Sorgfalt ins Kupffer gebracht. Die Aufschrift lautet: ^L^Vk^H88lkl^ VILN- NL ^VNKlL VL- Das Merck ward von denen Herausgebern -es Kaisers Joseph Majestät höchsten Namens-Ge-ächtlliS mit den Worten geschrieben: Das XXV. Lapitel. z8s ^V6V8H88I^10 I08L?»0 I. 6cc. 6cc. Hanc velineacionem In 8i»num ObleyuiolMmT Oevorionis oikerunt 6c äicanr H ^NAuiüola 6c ^f. lVlarinom -^nno ooc. VI. Unten ist die Erläuterung deren in -erWap - Pen befindlichen Ziffern und Buchstaben gedruckter zu lesen. Item ein kurze Beschreibung der Stadt Wieun ; wovon der Beschluß dieser ist: „ In gegenwärtigen aufho- » be Veranlaß - und Vergünstigung einer „ Hochlöbl. Gevol!machtlgten,und von Ihrer ,, Hochgrafl. Excellenz, Herrn Grafen von -- Welz, der Rom. Kaiser!. Mai. Geheimen >» Raths und N. O. Stadthalfer , rc. als Präsidenten , jüngstens beftättigten Hof- „ Commission , vorgenohmenen und ausge- »- fertigten Grund-Riß, ist nichts aus neuer ,, Erfindung, und welches der Warheit zu- wider lieffe , hinzu gelezt worden, sondern ,» es ist alles, was innerhalb der Stadt vor- gestellet, befindlich, aus Weyland Herrn Bbz »»Da- 89 » Beschreibung der Stadt Wien „ Daniel Suttingers, mit vieler Jahrs-Ar- „ beit zierlich ausgeschnizten hölzinen Oaupr- „ Modell , welches selbiger Ihrer Kaiser!. „ Majestät im Jahr 1680. allerunrerthä» », nigst überreichet gehabt, auch auf -erKai- „ serl. Burg amroch in Verwahrung behal- „ ten wird, treulich abgenohmen worden- ,» Das übrige nemiich , die Fortisicalions- „ Wercker, die neu gezogene Linien, dreVor- », stadte samt denen Gebauen und Gärten, „ die Insuln und Arme von der Donau, „ ist alles und jedes geometrisch abgemessen , „ und mit sonderbaren Fleiß gezeichnet wor- „ Len durch L^ndrum Angu«sso.la , der „ Rom. Kaiser! Maj. Obrist-Leutenanten, „ und bey aühiesiger Kaiser!. Residenz- „ Stadt Wien bereiten Ober-Ingenieur; „ sodann Jacob Marinoni, Kaiser!. Hof „ Mathematieus, mit Zuziehung Lucä Hil- „ debrands , Kaiser!. Hof-Architecti, und „ Arnold Werners von Steinhauß, Stadt » Unter Ingenieurs §. Vli. Nach diesen Anguissolisch Martnonischen verjüngerten Plan haben wir also Wien und die Vorstädte Überhaupts beschrieben , und was Anmerckens würdig ist, mit Numern in den Planen angemerckt, und in der Beschreibung erkläret , doch viel Sachen in der Stadt Das XXV. Lapitel. z-r Stadt und in Vorstädten mitZiffern bezeichnet , die in keinem andern Plan zu sehen, aus welchen auch ein fremder Leser , der Wien niemals gesehen , leichtlich schlieffen mag , daß die Stadt ohne den Vorstädten von prächtigen Gebäuden und Häusern voll, die alle Schönheit und gewünschtes Vergnügen der jezigen Zeiten an den Tag legen. Auch haben wir dem Haupt-Plan der Stadt und Vorstädten das Alt - und Neue Oe- sterreichisch Wappen, jenes mit 5. gold- färbigen Vögeln im blauen Feld: dieses ' als ein rothes Feld mit einem weissen Quer- Balcken bcyqefüget. Nach allgemeiner und alt hergebrachter, auch bis auf unsere Zeiten gut geheissenen Tradition, hielte man die 5. Vögel für so viel Lerchen, und für das al- l! te Unter Oesterreichische Lands-Wappen, n welches die Franckisch - und Bayrischen Stadthalter; wie auch die ersten Marggra- fen aus dem Hause Babenberg sowohl dem alt bekannten Bayrischen : als auch ihrem Stammen-Wappen beygefüget, und zugleich gefübret haben. Das neue hielte man für ein Ehren-Zeichen Herzogs Leopold des Tugendhaften, dessen er sich seines Wohlverhal« teu§ halber bey Einnehmung der Stadt Ptv- lemäis verdient gemacht hatte. Also haben wir es mit anderen geschrieben,und erzehlet imAlt- und Neue Oefterreich.(»)Aberweit klügere und Bb 4 siche- (r) r.Thrill- Buch, l- Cap. Gcite 199. ;y2 Beschreibung der Stadt Wien sicherere Auskunft will man uns geben dom Herkommen und Inhalt mehr gedachter Wappen »Schilden. Man belehret uns mit denen an dem ausgebauten St. Stephans Thurm, über den Eingang in die Kirchen an- aehefteten 4. Mappen auf deren einem s. Vögel nicht für Lerchen, sondern für so viel Adler , angesehen und ausgegeben werden; so fort auch anderswo für dergleichen zu hatten seyn sollen. §. Vllk. .Der wegen grosser Gelehrsamkeit hoch berühmte Herr Probst P. Marquard Hergott , Benediktiner Ordens Professus im Fürftl. Stift St. Blasii auf dem Schwarz- wald , scheinet unsers Erachtens am erst die gemelten s. Vögel für Adler außgegeben zu haben, (b) Mithin zu einer Neuigkeit Anlaß gab , worüber mancher sich aufhalt und verwundert, theils , daß wenn deine also , ganz Oesterreich und alle Gelehrten des Landes und der Haupt - Stadt bis anher auf diese allerneuefte Zeiten in so langwierigen Irrthum gestecket, und die 5. Vogel in dem alten Wappen nicht erkennet: theils auch nicht einmal gewust habe solle, wan und von wem das neuere Wappen mit dem silbernen Quer-Balcken in rothen Feld den Ur- e grösten Staats-Ku» te, und sey der Wienerische Hof amezo „ gleichsam eine politische Staats-Schule. „ 4. Die Magnificeriz und Pracht des Kai- „ serlichen Hofs, bestehe nicht in Schatten» „ werck, sondern in solidite. 5. Die Diver- „ rissemens und Lustbarkeiten desselben wä» „ ren nicht extravaqans. sondern solides und „ erfreuend ; 6 . Die Wienerisch Conversa» Non sen zwar etwas ernsthaft , aber vor „ innge Leute sehr erbaulich, also , daß sich » dieselben dadurch wohl formiren könnten. »» 7. Sey eS em ausgemachte Sache , daß » wenn man einen so grossen, und wvblein» ^ gerichteten Hof , als wie der Kaiserliche » ist, recht kenne, so wäre es desto leichter, „ andere Hof darnach zu beurtheilen So viel belobter Auctor. (s) §. XVI. AuS diesen in der Warheit wohl gegrün» deten Ursachen, wird der geneigte Leser die au- <») k. »rz. Das XXV. Lapitel. 40z aus solchen entspringende wahre Grösse, An» sehnlrchkeit, Reichrhum, Pracht, Glücksee, Ugkeic, und das ungezwungene redliche Ver- Hallen der Stadt Wien leichtlich abnehmend und es können sich fürwahr ?ie Wiener und Dcsterreicher, vor so vielen Kaiserlichen und Königlichen Unterthanen glückselig schäzen, daß sie unter allen Erb - Landern die grosse Avantage haben, sagt mehr benannter Herr Küchelbeckrr, daß etliche hundert Jahre her die Kaiserliche Residenz zu Wien gewesen. „ ,, Es ist nicht nörhig, sagt er, zu dedueiren, ,, was es vor ein sonderlicher Nuzcn und .» grosser Dorther! vor das jenige iknd ist, « in welchen ein grosser Monarch seinen Hof .. halt , und residiret. Em jeder begreift », leichtlich vor sich selbst , daß so em große », und zahlreiche Hof-Stadt , als wie die ,, Kaiserliche ist; die Menge so vieler grosser « Fürsten, Grafen und Cadalliers; diegros- t, se Anzahl aurwertiger Bvttschafter, Ge- ,, sandten und Ministres, und unzählig vre- ». ler anderer Fremden , welche theilsauS Nord,rbeils aus Curiosike, dem Hofeines grossen Herrn folgen, unzählige Summen » MIds depensiren, so alles denen Ernheimi- ^ fchen gleichsam in die Hände fällt... (b ) C c r sb) lä. tLüclieldeck. x. rosa. §. XVll. 4»4 Beschreibung der Stadt Wien §. XVH. Es gäbe mehrer Städte, die unter der Römischen Herrschaft in den hiesigen Provinzen Norico und Pannonien mit Vindobona dem alten Wien um den Vorzug stritten ; nemlich als da gewesen seynd Laurea- cum, Carnuntum, Sabaria,Sißcien,Sir- mien und dergleichen, die unter der Zeit von 500. Jahren, bey stats herum ziehenden barbarischen Völckern in gänzliches Abnehmctt gekommen. Keiner aus diesen widerführe das Glücke eines solchen Wiederaufkvmmens, welcherley sich nur Wien allein von mehrern Seculis her vor andern zu rühmen hak. Aber woher das Aufnehmen dieser Stadt, als von der beständigen Lands Fürst!. Kaiser!. Königlichen Hof-Haltung, und von der grossen Macht, womit sich die hiesigen LandeS- Reqenten durch Erbschaften, und hohe Vermahlungen in so vielen Landern und Königreichen dies und senseits der Donau in grossen Jllyrien , und in grossen Deutschland , in Dacien, Italien und in den Niederlanden ausgebreitet, und sich von Zeit und Zeit verstercket haben. lkoms, nili immenssim vire; promoss> ier in ordern, Lrrsmineis estec nunc guoyue teK» cslis. (c) „ Wann «) Ovia, ^mor. I-ib. r. Llsx. IX. »äLuplU. l-. WS Das XXV. Lapicel. 405 », Wann Rom sich nicht hätt auSge- ftreckt, ^ Die Stadt mit Stroh noch war bedeckt,,. Gewißlich sehete man -er Zeit noch in der Fabianischen Villa, die Jäger, Fischer und Daurn Hütten mit Stroh bedeckt, wie auf dem Plaz der abgekommenen Alt-Römischen Kaiserlichen BurgCarnunto, jezo Petronell, -ie Sache vor Augen lieget, sofern die kan- des-Fürften , und Römischen Kaiser nicht stäts da residiret, und ihre Macht, wovon die Kräften der Stadt Wien herfliessen, picht weit und breit ausgestrecket hätten. §. xvm. Das grosse Glück, Gewinn und Nuzen, sy Wien von denen Kaiser!, und Königs. Höfen , und von allen dem, was davon abbanget, oder in Ansehen dererselben den Einwohnern zuwächset, nahm der Reisende, zur Zeit des Glorwürdigsten Kaiserskeopold und des Römischen Königs Joseph I. in Obacht, da er nach Erwehnung dessen, daß die Königlichen Residenz-Städte kondenund Paris sich durch ihre Manufakturen , und Gewerbe grosses Geld machen, so gleich dieses beysezet: „ Indessen , sagt er, ist Doch >, auch Wien keuie arme Stadt, angesehen Ccz ,, so- / 406 Beschreibung der Stadt Wien » sowohl Der Hof, als auch die grosse Menge „ Fremden, die täglich da ankommen, alles >. daselbst was Nicht allein notwendig ist, sondern auch zu der Wollust des Menschen „ erfordert wird, gängig machet, daß drm- ,» nach d.e Kauf-keure Gelegenheit genug „ haben, sich zu bereichern. Sonsten ziehen „ auch die Burger ihren grossen Profit durch ,» Vermischung -er Lämmern und Zimmern in ihren Däusern an Fremde, die nicht al- „ lein aus den Crd'j'ändern, und denen Or- „ ten , so dem Kaiser selbst zuständig, dahin kommen, ihre Angelegenheiten zubeobach- „ tei»,sondern auch aus dem ganzen Reiche er. „ scheluen, sowohl den Hof Zusehen, als sich »auch daran bekannt zu machen. Indem sie sich auch zimtiche Zeit da aufhairen, „ so lassen sie considerable Geld-Summen „ si zen. Es ist ein besonders Glücke vor ei- „ ne grosse Stadt, die eine HofiStadr eines Fürstens ist(6) Also derselbe. §.XIX. ^>er weiß nicht , daß von der Zeit dieses Ressenden auch Wien sowohl als erst besagte Königlichen Residenz.Städte konden und Paris, sich durch die neu aufgerichteten Fabriken verschiedener und zahlreicher Manufakturen , und durch die vorhin ausser Acht f 6 ) Lcr Reifende p. zs. Das XXV. Lapitel. 427 Acht gelassene, nun aber starck treibende Gewerbe grosses Geld mache , aus wrlchen so vielen und mancherley Produkten nicht nur die Kauf-Leute, sondern viel »ocx,. andere, auch ihren Nuzen ziehen ; ja die vorhin zu arbeiten ungewohnte Müßiggänger , verlegen sich auf ein Hand-Arbeit, und mit Len sonst ärmsten Leuten und Kindern, verdiene» sie nunmehro ihr tägliches Brod. Und da all und jedes , was man immer zum Vorschein dringen mag, in Wien vertrieben wird, muß solcher aller Sachen überaus grosser Verschleiß , dem Kaiser!. Königlichen Hof-Städten , so die alles gehend machende Trieb - Federn ieynd , zuqeschrieben werden. In Betrachtung dieses grossen VortherlS, womit Wien sich beglücket sichet , füget mehr ge- - achrrr Herr Küchelbecker (e) seinen oben angeführten Worten noch dieses bey : „ die » Böhmen , schreibet er , Haber» destwegen « wohl Ursach , die Oesterreicher. (seze ben: „ und Wiener) wegen dieser Glückseeligkeit zu beneiden , welche solche deßweqen nur „ des Kaisers Schoos-Kinder zu nennen pfle- „ gen; Ja es würden sich dieselben qar lercht „ reiolvrren, das Prager-Sckloß von Grund », aufzubauen , wenn die Kaiserliche Resi- ^ denz dahin solle verleget werden C e 4 § xx. 4vr Beschreibung der Stadt Wien §. XX. Niemand wird fragen, wie es mit Wien stünde , infall der Kaiserliche Hof sich von der Stadl emfemere , und anderswo sein Hof kager aufschluge, dann ohne dem Weltkündig ist , daß alsdann Wien nickt mehr da, sondern dort seyn würde, wo die höchsten Herrschaften, und die Kaiser!. Königlichen Majestäten residirten. Camilkus der so genannte andere Romulus , als er mehrer Jahr mit der Armee von Rom abwesend, und mit der Belagerung Veios zu thun hatte, sczte die Stadt Rom in grosse Verlegenheit, und es hieße: (*) - - - - Vejo; babitLnee Lrmillo, Ulic iuir. - - - „ Zu Vejos als Camillus stand, „ Auch Rom daselbsten sich befand. Nach der Gegenwart des Kaisers Augustus, der einstens längere Zeit sich von Rom entfernet hatte, sednete sich die ganze Stadt, und jedermann wünschete ihn in der Stadt zu sehen. Horatius (f) schrieb demselben deswegen ein Ode zu , ihn flehentlich bittend, sich doch endlich gefallen zu lassen , und zur Freu- C) Lucsn. Lid. z. v. (f) Lid. 4. Olle 5. sci ^uxuL. Das XXV. Capikel. 409 Freude des ganzen Bolcks zurück zu kehren, m t der Ausdrückung , essey in Rom ein lauter dunckels, und betrübtes Wesen , die Sonne selbst scheine nicht mehr hell und klar; 2 «" des Kaisers Angesicht vermöge allein nur alles zu beleuchten , und zu erfreyen. Zn was für mißliche Umstände die Stadt Rom, in Abwesenheit der Römischen Papste, verfallen, erhellet aus folgenden. §. XXk. Clemens V. übersezte den Päpstlichen Stuel von Rom nach Avcnion in Franck- reich , woselbst die Stadthalter Christi bis 70. Zahr zu residiren pflegten. Rom solcher Gestalt alles ihres Glückes beraubet, ftufzcte in ihrer Verlassenheit immerdar nach der Rückkehr des Päpstlichen Hofs, so endlich erfolgte , als Gregorius XI. seinen Siz wiederum nacher Rom Übertruge. Den Verlauf hievon , und wie wett Rom unter solcher Zelt heruntergekommen, erzehletPhi- lipp von Bergamo , wo er in der Geschichte des erst qemelren Papsts also schreibet: Cum »urern Oreborim es rnsla, snr »6venrn. Xlcenis Le LccieÜL , ac privat» sc6i6cis ruinsm ubioue minsbanrur, cjUL ipiv wsAns ex psrrs relriruir. dlon 6ico 6e ino- ribus §e urbanirsribu; ubic>ue lübeiactsri,. I^rbs enim, <)UL oiim univerüim mun6um »ä urbsnirsrem reöeAersr, sktenre konrlfics »6 mgxlmLin mooum ruliicirstem pervene» rar. (§) „ Sintemal Gregorius die iei!i- » gen Übel, die in Italien nn Schwang gren« gen seiner Abwesenheit zumaikte , fieng », er auf seine Rückkehr nach Rom zu geden- „ cken an. — Er gelangte endlich im Mo- „ nat Jener über kaud zu Rom an m Jahr i Z76. im 6. Jahr »einer Päpstliche» „ Würde , und im 70. des Auszugs von », Rom nach Gallien. Mit 'was Zuberer« rungen aber , und mit was unglaublichen „ Freuden des Römischen Volcks er emp« .. fangen und aufgcnohmen ward , ist nicht » Vvnnöthen zu sagen: angesehen alles Inder „ Stadt desselben Ankunft bedürftig »var. », Die Stadt-Mauren und die Kirchen, wre », auch die Privat-Gebau neigten sich aller - » Orts zum Ruin und Einfällen , die er », mei- fg) kkil. verxomsnt. Okronicar. Supplsm. ^id. 4. zä an. 117>. Vig. kerrcjroli. Lpili. aci.vr' ^»o. V. t?U»linL m Ore^or. XI. Das XXV. Lapitcl. 41 r », meiste» Thesis Hergesteller. Sage nicht- „ von denen allenthalben verdorbenen Sit- ». ten uild abgekommenen Höflichkeiten. „ Dann die Stadt, so ehemals die ganze Welt zur Höflichkeit anleitete, verfiel in ». Abwesenheit des Papstens in die gröften » Unfilrea bäurischer Grobheiten §. XXH. Cs mag zwar das Erzehlte zum Überfluß , doch nicht gar umsonst und vergeblich geschrieben heissen , wenigstens zu wohl meinender Erinnerung der Stadt Wien , wel- che gleichwie sie ihr erstes,und kleines Aufkommen Heinrichen dem eksten Herzog beyzu- messen hat, also auch gehalten ist. ihr ferner weiters Am'nehmen , Vergrößerung, Herrlichkeit und absonderliche Vorzüge, derer sie sich nunmehro zu rühmen hat, denen stäts allda residirenden Erbs-Landes-Fürsten , Herzogen, Erz-Herzogen, grossen Kaiserlich . und Königlichen Majestäten bis auf gegenwärtigen Tag , mit danckdarester und unvergeßlicher Erkanntlichkeit zuzuschreibeu, und der Ursache wegen , selbigen den höchst verdienten Ruhm nachzuchrechen. Weil demnach die Erhaltung aller Glückseeligkeit dieser Kaiser!, und König!. Residenz , von der beständigen Erhaltung des Augustalischen Erz-Hauses Oesterreichs lediglich abhanget, i f > 412 Beschreibung der Stadt tyl'en hat sie wohl recht Ursache GOtt fleissig zu Hillen, -aß er dieses unter seinen ahfondcrli« chen Schuz stehendes Haus ms zu Ende der späten Nachwett in erwünschten Flor und Wachsthum gnädiglich zu erhalten: mit sei* nen Göttlichen Seegen zu überhauffen, und' mit seinen starcken Arm , wie bisher, als? auch fürdershrn zu schirmen und zu beschü- zen sich würdigen wolle. Und wer wird e- verneinen ? Ist dieses durch die wunderbare Vorsehung GOttes höchst erhabene Haus« unter so vielen gefährlichen Anschlägen der Menschen, bis anhero recht wunderlich aufrecht stehen geblieben, wird es auch in küriß, tigen Zeiten, wegen angebohrner Fromm lg, kett > wider alle Nachstellungen sich des himmlischen Beystands immerfort zu erfreuen haben; dann diesem Haus widerstr^ den, ist nichts anders« als der ewigen Vorsichtigkeit GOttes sich widerfezen. Einer aus den klügesten Staats. Männern solches gar wohl beobachtende , trüge kein Bedenken sich öffentlich heraus zu lassen : l^eser-, vsrumDomui ^.ulkriscse mirsculum etk, c^uo. »b extremis 6iKcuItaribur tele ckemum exps-^ clirer. (k) Das Haus Oesterreich trägt die Miracul bey sich jn de^ Tasche, wodurch es sich endlich aus den aussersten Besch wahr» jrchkeiten selbst heraus wickelt; nemlich die Göttliche Fürsorge zieht demselben Glück in der, (d) t^eksl. m kosmrt. k. I.ib. z. Das XXV. Capitel. 41 z verzweifelten Umstanden; diese steiget herum ter, und streitet für dasselbe, da man es schon für Verschlungen zu seyn erachtete, da« mir eS nach harren Straus und grossen Un- gewitter, wie der Morgen-Stern nach trüben Wolcken, desto fchembarlicher, und noch heller schimerend aufgehen, und der Welt vor Augen kommen solte. Daher: O Wien du schönste Adler-Gtadc ! Ein Giz der höchsten Ehren, c « egister. A. zDler fünf seynd nicht im alten Oesterreichischen _) Wappen-Schild, sondern so viel Lerchen» 3-7. Acneas Silvius beschreibet Wien, r8z. tsq. Alee der alten Kaiserlichen Favoriten in der Leopold« stadt, 28;. Alßdach, oder Alßhccrbach, zoS. 2i!ßckh, 307. Alßherr, nicht Alster-Gassen, zo§. zro. Alr-Lerchenfeld, 317. Altmann, scher Stif-Brief machet Meldung von der Fabians Villa, m. Anguissola und Marinoni geben den grossen Plan von Wien heraus, ,84. Annehmlichkeit der Wienerischen Gegend, »27. Antiquität der Wienerischen alten Stadl - Thurmen, so z. 204. leq. Arsenal, Thurm Alt-Römischer , 48. lsq. 6,. wird durchgebrochen , und ein Stadt-Ther daraus gemacht , «2. wird wiederum zugcmauert. Ibich 2u-lD Laftra Stativ» und Präsidiaria/ §9. in diesen Herr« schete «in accurate Kriegs-Disciplin , 87. waren abgesondert von den Städten, 8 s. lsq. 85. Die durfte kein Weib betrettcn, 89. wie groß die Fa- - bianischcn Castra gewesen, 68. 78 91. in derselben Umfang wird das neue Wien gebauet, izr. Llima gesundes der Wienerischen Gegend, »27. Llöster und Collegia wie viel in Wien? ,49. Lommumcanrcn wieviel ju des Acneas Silvii Zeiten, 191. Lonsiimo Wienerisches, 134« Lonvenmalcn PP. werden in der WienerischenDoc- stadt eingeführet, 168. >98. Crobarcn'Körfl aufm Spitelberg, -c>c>. ,»7. ' D. Daniel Gran / dessen erste Fresco-Mahlerey in den Fürstl. Schwarzendergischen Sommer-Palast vor der Stadt, get. Dcnck, Leichen vom alten Burger-Spital vor den Carner-Tbor, 154. Diamant,Spize in Quader, Steinen formirt, ist die Alt-Toscanische Bau-Art, 53. leq. die beschreibet Gandrart, ibicl. auch andere Architekten beschreiben sie. Ibi6. ke 63 . Dominicaner,Mühl/ zu Gundendocf, da seynd eiser« ne Ketten, als Denck-Zeichen der türckischen Bar- barie zu sehen, Z44. Donau-Brücken/ ,90. Donau-Lanal zwischen der Stadt und iropoldstadt, ,79. wird unbrauchbar, und wiederum brauchbar gemacht, ,80. über diesen sezen etlich lausend Türken nach der iecpoldstadt hinüber, z6z. Do- S) ->(G Ponau-Instln und Auen, -89. kvonau-Srrom war die Grenz zwischen den grossen Deutschland, und dem alten Römischen Reich,. Sy. da werden durchaus Castellen angcleget, und zur Sicherheit der Reichs-Grenzen mit Kriegs- Heeren, und Miliz besezct, 7;. lecz. 75. lsy. tragt zur angenehmen Lage der Stadl Wien vieles bey, -sgr. Drusiis ließ in Deutschland und am Rhein Castellen bauen, 72. E. Ehrbarkeit machte den Römischen Soldaten tüchtig, 8 l. Erbocer, oder Erbburg / rao. ;66. da wurd der König aus Engc'and zur Verhaft gebracht, 367. Erdreich gutes um Wien, rZZ. EvanSer bauet Rom, 146. 3 . Fabian« rechter Namen des alten Wiens, nicht Fa- viana , ro,. kommet von L. Annio Fabiano her, 93 - n>- Fabians ward in ein wüste Einöde verkehret, H4. kam wiederum auf und hatte einen Bischof, n< 5 . komt abermal und zwar gänzlich ab , 117. ist ein Land-Gut, oder Meyerhofmitz. Capellen Fabian« Villa genannt , irr. davon seynd Befizer die Marggrafen Babenbergischen Hauses, 1-4. da bauet der H. Leopold ein Jagd Haus, ibicj dessen Sohn Heinrich das Schotten-Closter , r-z. auch die neue Stadt Wien , rz'. rA 9 - ls<1- » 4 r. der Namen wird in Wien verkehret, r6r. Fadianus Lucius Annius, Römischer Stadthalter, von diesem erhielt die im alten Wien gelegene Mi- Dd liz O )->( S liz den Namen kegio Fabians , die Fabianisch ?«, gion, 94. auch die Cohors Fabians, der Fabian,» sche Soldaten-Hauffen, io;, die Castra Fabians, 97. lsq. die Stadt selbst, 93. 97. Ha. ley. auch die rz. Legion in Siebcnbirgen, 95. Favoriten Alt-Kaiserliche in der Leopcldstadt, «83. Favoriten Kaiserliche, jezt Theresianisch Collegium, 355. Felccheus der Rügen-König hieffe auch Fcva, oder Fava, nach der Stadt Fabians , nicht die Stadt nach denselben, 99. Festung« Wercke der Stadt Wien , wie sie bestellet gewesen kurz vor erster türckischen Belagerung, so», l'sq. werden in der Eile beym Anzug der Tür, cken besser hergestellet , soS. noch mehr nach der Türcken Abzug , 208. 214. leg. noch viel mehr, 217. ley. Feuer-Maschin im Fürstlich-Schwarzenbergische» Garten, ;z8. Fische von allerdencklichenSorten auf demWienerischea Fisch-Marckt anzutrcffcn, , > Fijcher-Sradr, ausser den Werder-Thor, sri. Fläche zwischen der Stadt und Vorstädten, ,,i. die, se verschaffet den allerangenehmsten Prospekt, »»3. Frauen-Llöstcr wie viel in Wien, 249. Frey-Haus Gräflich,Stahrembergisch auf der Wi- den, rZS. Frey-Haus Dicedomisch, jezt Stadt, Magistratisch am Trayd-Marckt, 331. Freythof lutherischer zu Herrnals, nun aber casslrt, 37z. Fuchs-Prellen im Prater, , 88 . Fürstcn-Sradct oder SraSeldurg in der alten Vor» stadl, ftjt Stallburg genannt, 159. G. Gailenberg da komt der schönste Prospekt der Welt vor Augen, »31. ^ Gajsin K ) ol K Gassen und Gäsiel der Stadt Wien, »4S. Gebäude die im Plan der Stadt angem. rckt, »47» leq. die un Plan der Vorstädte» angemerut, »69. leq. Glücrstcligkeit der Stadt Wien hanget ab von der beständigen Residenz der Kaiser!. Königl. Hof« Städten, 4". ley. Gottsäcker, bey der bürgerlichen Schieß.Stadt, zo<^ des armen Hauses , ibiä. der Catholischc» und Lutherischen bey den Schwarzspaniern, zio. der Josephstädrische , 315. bey St. Ulrich, 3-5. bey Maria-Hulff ausser den Wienerberger Linien, ;zo. des bürgerlichen Spitals bey St. Augustin, »74. bey St. Nicola auf der Land-Straß, zs,. Grab heiliges zu Herrnals, 578. Graden und Wall der kleinen Siadt Wien, 184. Graben des sezigcn Wiens kan zum Theil mit Wasser «„gelassen werden, 44. - 85. wie tief und breit solcher ehemals gewesen, 184. Graben neffer, ist ein Denckmal des alten Stadt- Grabens , >Z8. auch der Grafen vom Peiler- Thor bis zum Elephanten hinunter, ibiä. Gries, da wurden vor Zeiten die Ochsen zu Marckt getrieben, -n. Grund. Siegel der Vorstädten, «76. Grund-Riß der Stadt allein, »45. der Stadt »nd Vorstädten, 467. Grund - Stein, erstes Haus in der Joseph- Stadt, SD- Gundendorf, Gunrrndorf, oder Eumpendorf? »4» H. Hau« älteste« ln Wien der Berg-Hof, r,S. Häustr in Men alle aus Stein gebauet , r8S. Dda H«n, Heinrich der erste Herzog ist Urheber der Stadt Wien , 44- lecz. 14z. 14«. 150. ls69. >75 lest- übergiebt die alte Burg aufm Hof denen PP Carmelitern , 175. will ein Bistum auf, richten , 17s. trug grosse Liebe zu seinen Volck, 178. half der Stadt lreflich auf, 179. von dessen Zetten ward Wien nichts mehr befestiget bis zur ersten türckischen Belagerung, i8l. Leopot 5 stadr, 1S9. ,76. lsy. Lerchen fünfte , und nicht so viel Adler, seynd im Alt-Ocstcrreichischen Wappen-Schtld zu sehen, Z97. Lerchenfeld Llttn, »7». 317. Lek- S )° ( « Lerchenfeld Neues, ,75. ;8o. Liechtensteinischer Palast in der Rossau, S94. Liechrenrhal / oder Carlstaht auf der Wiese, 270. »96. ls. war unterschieden und abgesondert von dem Castell , oder Soldaien-Lager, >14. Mühlbach zu Gundendorf, 344- N. Namen der Wienerischen Pasteyen, »45- der Stadt, Thören, »bist, der Ravelinen, ikiä. der Plazen und Dd 4 Märck- G ) °(R Märckten , ibiä. 5 s^. der Straffen, Gaffen, und Gaffeln , 146. der öffentlichen namhaften Gebäuden , ,47. der Kirchen und Clöster, ,49. der Ca- pellen, 150. leq. der Fürstlich - und Gra-lich-Herr- schaftlichcn Palasten und Häusern, 252. der gcist- Nchen und anderer Höfen , 255 der Vorstädten, 268 der Vorstadtischen Kirchen, Collegien, Clö« stern, Capellen und anderen, 269. ley. der Linien- Tböre, 267. Neubau, 268 424. Neubeggcr-Hc-f, oder Gut, ,00.272. z,i. Ncubrcbenfelb/ 27z. z8o. Ncultift, ,68.3-4. Ntckcljiorf, zzo. V. Vestcrreichlsth Wappen z. Lerchen, nicht 5. Adler, 197 - Vestcrrcichcr Wern alter so gut als Moßler-mnd Rnem-Wein,232. Vrrokar König aus Bödmen hat nicht Wien mit Mauren befestiget , sondern die abgebrannten Stadt Viertl reparirct, 170. ,72. P. Palanteum, alter Name der Stadt Rom, 14s. l«ff. Paläste Wienerische zu Silvii Zeiten, 191. zu diesen Zeiten, ,52.^. Pajtcyen, ,45. Peripherie der alten Stadt Vindobona, oder Fabians ist gleich mit der Heutigen Stadt Wien, 48. der heutigen Fortlfication ausser-und auf den Pa^eyen, 243. der Linien, 238. der Alt-Römischen Thurmen zu Wien, und des Siegs-Bogen zu Petronell, s,. pe- S)o (S Perers-Fre^chof, Geflügel-Marckt und andererSachen, ,n. Pfarr-Rirchcn in der Stadt , 149. in Vorstädten und nächster Gegend, 269. Pfcrd-Mauth bey den Linien, ,40. plazc in der Stadt, >4?. lsq. Kleyen Grafen bekamen nach Vertreibung der Hun- garn Ortschaften achter an der Donau zu scheuchen, 121. Pongräy-Hof in Wien, 157. Pcr Ravel,nen zu Wien, »45. Razcnstädtl, gar. R-nn-Wecg, 274. AZ8. Richter wie viel in Vorstädten, 241. Rom, hieß Valentia , vor den Romulus «om Janus erbauet , 144, ,45. 14a. Evander hat die Stadt mehrmal erbauet, 14s. hies Pallanteum, DdL » 4 ,. K)o(K 147. Wird von Romulo erbauet, 147' kommt ins Abnehmen in Anwesenheit des Päpstlichen Hofs, 4<2Y. Romulus Stifter der Stadt Rom, 147 Rossau, ,70. ryo. Ly. Roche Hof, Zu. zi5. Rustica Alt-Toseantsch-und Römische Bau,Ord, nung, 49. 5 sc^. derselben Überbleibsel stehen indem Wienerischen Sradt«Thürnien vor Augen, 57. 6z. S. Sandra« beschreibet die alteDau-Ari Rustica, oder Toscana genannt, 5». Sarurnus stiftet die Stadt Rom, ,46» Sch:rß-Sradrc zu Wien, 309. Schlag-Lruckcn / 177. ,79. Schleif-Mübl, 357. Schonen-Au/ 289. Schorecn-Lcra. 304. Schonen, Lloster wann und von wem gestiftet, ,»S- »So. Schorrcn.Hof bey St. Ulrich, 324. Schonen « Thor und Lhurni Alt , Römisch , 4«. 50. 58. so. Schöf und Maria-Hülff, ,30.940. Scjanus machet dem Kaiser TiberiuS Vorstellung wegen den Soldaten-Lager, 82. Siechenalß ein alter Ort, ,9?. ?oo gor. S,eg». Logen Alt, Römischer zu Petronell ist von gleicher Peripherie mit den alten Wienerischen Stadt-Thürmen und Schotten-Thor, Sr. Silvius Aeneas beschreibet dt« Stadt Wien, ,8z. löst. lobet sie, ,So. Soldaten Römische dursten keine Weiber haben. 8ö. Iso. derselben Sta«d,Lag«r an den Grenzen waren befestiget, mit Mauren umfangen Md in Städten G ) o ( G ten von dm Städtm abgesondert, Sr. 8z ein solches war im allen Wien, 68 80. Soiymann ziehet mit langer Nase von Wien ab, 44. examinirt die gefangenen Christen, -07. Sonnen-Hof, ,49. Spärekbühel, ,99. Speelberg, ,26. Spring-Brünue in Wim, 257. Sradt.Thöre des aufkommendm Wiens, iz?. rS,. 167. des heutigen Wiens, 24Z. Srahrcmbergisch Frcs-Haus, 356. Stallones nacher Herrnals, Aio. Srclndruch zu Waring, zyi. Sr. Stephan Kirchen erbauet ausser der Stadt, »ZS. wird in die Stadt etngeschloffen, 16z. Srrasstn in Wien, -46. Strudelderg, -04. Srrudclhof, 30,. Studenten Anzahl zu Silvil Zeiten, r 89. r Labor-Au, ,86. Lacher in Wien ehemals mit Schindeln gedeckt, »86. ,64. jezt meistens mit Ziegeln, ibiä. Lhor am Kazrnsteig Alt-Römisches , 153. auf der Fischer-Stiegen, ibicl. kommen her von dmen Römischen Castris, 153. Lhuri, 270. syy. Lhürme zu Wien, woran die Rusttca, oder Toscana zu sehen, srynd unlaugbar« Römische Monumenten, und Beweise von gleicher Lage und Grösse dealt und neuen Wiens , zi. 57. 59« 6». ley. kommen übereins mit dem alten Tempel-Grbäu zu Tivoli , 58. srynd samt dm Römischen Ring-Mauren von Leopold Glorioso reparirt worden, 60. auf zweyrn derselben stehen neue Wohaungs - Ge» bäu, ibiä. haben gleichen Umfang wie der Carums tinische Siegs-Bogen ju Petronell, si.seyndnach den Römischen Bau-Regeln gebauet, 6z. geben sicherste Nachricht von cincrley Umkreis des alt und neuen Wiens, 6z. Tivoli, da ist die alle Toscanische Bau-Art zu sehen, zr. S7. . ^ Lostana, oder Rustica die Römisch Bau-Ordnung, wird erkläret, 49. 5». ley. diese kommt zu Tivoli und zu Wien vor Augen, zs. Z7. , Lurchen schwemmen untern Weißgarbern über den Donau-Canal nach der Leopoldstadt hinüber, ,;6z. Tütchen. Macht wird zweymal von Wien abgewie- ,.sen, 44. Turchett-Schan; bey Waring, »71. U. Valentin hiesse die Stadt Rom, '4Z. Venediger Au - «82. Verzeichnis der Fürstlich «und Gräflich Herrschaftlichen Palästen, szs. der geistlichen und anderer Höfen , »5Z. Viert! der Stadt Wien, »66. »4z. Villa, waS cs heisse, rs». ts^. Vindobona lag an den Plaz des heutigen Wiens, 4Z. gleiche Peripherie der alt-und neuen Stadt 48. 6z. ls^. da hatte die Röm. Grenz-Miliz ihr Stand-Lager, 68. 78. war ein Municipium, Lo unterschieden und abgesondret von den Castris, »der Soldaten-kager , 92. der Namen ward verändert in Fabians, ioo. ley. 8r. ulnch, ,7 . Aty. fecz. Untergut/ Z»I, Obergut, 3,4. hieß Zaißmans-Brunn, »00. tlmkrri« des alt und neuen Wiens, 4*. 6z. 91. deS aufkommendrn Wiens, 184. 196. der Linien, az8. der R ) «>( G der Stadt inner - und ausser der Fortification, ' 43 - Unaar-Gassen, ,74. 360. Vorstädte, derselben Anfang, iZ8. 768. werden mit einem Zaun umschlossen, 201. werden der Plunder rung überlassen, ruinirt und abgebrannt, ibiä. wer, den wieder erbauet, 109. werden wieder zerstöh» ret, »19. leq. werden weiter von der Stadt abge, legen erbauet, 221. derselben schöne Lage, ,-3. gehören unter die 4. Stadt-Diertl, ,66. derselben Namen, -S8 Richter, -4 >. Pfarren 269. Colli, gia, Clöster und anderes, ibiä. w. Mappen. Schild der Stadt Wien , 16z. der Vor, ftävren, 27s. ls Lz. da ist ein grosse Anzahl der Stu« ! deuten, 189. hohe Schul, ikiel. Paläste der vorv ^ gen Zeiten , »y i. wird wegen der Türcken, Anzug ^ in der Cyle befestiget, -07. noch mehr fortificirt nach der Belagerung , ,08. »14. ,17. fec^. wird auf 15. Seiten bestürmet, -08. äusserer und uv nerer Umkreis ohne den Vorstädten, ,44. mit den Vorstädten , 238. wird zu grossen und kleinen Städten gerechnet, ,;S. Stadt-Thöre, Pasteyen i . und Lavelinrn ,45- Pläze, Markte, Straffen und Güssen, ibicl. L ksc^q. Kirchen, Clöster und ande» res, »49- tey. Herrschaftliche Paläste und Häuser ,51. leä. geistliche und andere Höfe, »55. wird , Machts-Zeit illuminiret, ,61. ^ Wien/ Fluß woher der Ramm, zzz. Lnz. Lv,cner>Brüekcl, z-7. Wiener-Walr», 337. Wiese St. Brigibä, ,8S. rviesco Vorstadt in kiechtenthal, ,9a. s. kiegel ,nd Miauen machen den Beweis von der ka, g« des alten Wiens, 47- kiegcl Römische mit Inschriften zu Herrualö gefunden, 104. zu Wien gefunden, 47. kuchuHauo in der Leopoldstadt, ,b«. Druck - Fehler. z kax. LZ. l-iosL 9 . Bhilosophia, lese Phtlosophia. ,s. F r. L ^ -»4 ' ' »>. » v x ^ f-^