wiener 81süt-L1t»1io1ke1c m m Wisnvn 81 al> 1 - 8 iblio 1 kvlc. 8lNl>» ^ Der lener Nomiker. Eine Sammlung humoristischer Vortragsstücke für 5alon, Bühne und Haus ^ ö m l e, Mit einer Notenbeilage. 1 890 . H. Aaberkow's Wertag Wien VN., Mariahilfe flraße ,2/16 nächst den k. k. hofmusee«. (Leipzig, Guten bergstrasse — Ernst Heitmann.) > Alle Rechte Herrn Elexcrnder irardi gefeierten Aursteller echter dolkspoesie freundschaftlichst gewidmet Werfasser. >orwort. er Schauspieler für Alles. Soloscherz für einen Herrn. Personen: Schauermann — Direktor. (Rechts ein Tisch; auf demselben befindet sich eine Glasglocke, eine Handglocke, ein Buch, ein sogenanntes Donnerblech, eine Kerze in einer halben Kartoffel steckend, ferner eine Schachtel Zündhölzer, links steht ein Wäschkorb, in dem ein komisch gemaltes Wickelkind liegt, das mit einem bunten Lappen ungedeckt ist; er kommt wnthend mit einer Glocke.) (Ter Darsteller hat besonders auf die Anmerkungen sein Auge zu richten.) ^ Entreelied.*) »^heaterdirector, o Schmach und o Graus, S- Das hält ja der Teufel in der Hölle nicht aus! Mein Komiker ist durchgebrannt, Der Held ist davon gerannt, Der Vater, ohne Zweifel, Ist auch schon beim Teufel, Regisseur, Billeteur, Alles fort mit der Post Hiob's Und ich steh' hier da als Ochs! >*) Die GesangSnoten befinden sich am Schluffe des Werkes. 13 Prosa. Ich will Ihnen aber beweisen, daß ich kein Ochs bin. Ich kann gar nicht begreifen, die Leute wollen alle ihre Gage? Wenn ich Gagen zahlen kann, brauche ich keine Schauspieler, dann lebe ich von meinem Capital — aber gerade jetzt, wo schon die Zettel angeschlagen sind von dem großen Ritterstück „Die Hexe von Eichburg" oder „Der Hungerthurm um Mitternacht" sind Alle fort, sogar die Hexe, jetzt steh' ich da ohne Hex' und meine Frau ist auch krank. — Aber schäm' dich, Schauermann, daß du in Verlegenheit wegen einer Hexe bist. — Ich werde Ihnen beweisen, daß ich Schauspieler bin, ich spiele das ganze Stück allein, nur eine kleine Probe und auch eine Einrichtung ä 1a. Dingelstedt habe ich zu Stande gebracht. Wo ist denn das Manuscript? Ah, hier! (Nimmt das Buch und liest): Dort, wo die Moldau an einer bergigen Anhöhe sich schlängelt, steht alterthümlich die Veste der Herren v. Rosenberg, genannt die Grafen von Ursini, ihr zur Seite ein hoher runder Thurm, zum Zeichen der Grausamkeit und Barbarei. Die Handlung spielt 1242. — 1. Act. Rittersaal. Der Graf sitzt im Sorgenstuhl. (Legt das Buch weg, zeigt auf die Tribüne, zum Publicum): Rittersaal! (Hebt einen Sessel) Sorgenstuhl! (schlägt sich in die Brust) Gras! (setzt sich) und blickt mit zärtlichem Vaterauge auf seinen Sohn, der (zeigt auf den Korb) in der Wiege seiner Väter, einen Trum Sutzel im Maul, der Zukunft entgegenschlummert (nimmt die Glasglocke und schlägt, zählt laut mit) 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12 — vom Thurme schlägt die zwölfte Stunde lautlos in 14 die stille Nacht hinein — (nimmt das Donnerblech, geht zweimal hin und her und donnert) dumpfer Donner läßt sich fühlbar durch die ganze Länge des Schlosses vernehmen. (Wirst das Blech plötzlich fort und starrt entsetzt auf den Korb.) Ha! was seh' ich? es häuft sich dort eine farblos weiße Menge, es steigt zur weißen Gestalt in die Höhe — es geht zu der Wiege meines Kindes, es hebt den Kleinen in die Höh' — es legt ihn wieder nieder — Furcht und Hoffnung malen sich in meinen Zügen (schneidet ein fürchterliches Gesicht) Furcht! (macht eine freundliche Grimasse) Hoffnung! (Geht pathetisch zu dem Korbe und hebt den Lappen.) Ist es denn wahr, daß ein böser Dämon dich schon im zarten Alter mit seinem Gaukelspiel umgaukelt? (Hebt das Kind heraus, zeigt es dem Publicum.) Doch nein! Der sanfte Blick, das zarte Roth auf deinen Wangen scheint mir zu sagen, daß dieser Geist ein guter, der Schutzgeist deines zarten Alters ist. (Küßt das Kind und läßt es wie ein Stück Holz in den Korb fallen, setzt sich dann wieder.) Der Graf sitzt wieder im Sorgenstuhl! (Nimmtdie Zündhölzchen, zündet das Licht an, laut zum Publicum) : Es wird Tag ! (löscht es aus) es ist wieder Nacht! So vergingen zwei Tage und Nächte! (Läutet und schreit): Verwandlung! Wald! — so, jetzt geht's gut, keinen Wald habe ich nicht — ah, es kann ja im Zimmer auch a Jagd sein! Also Wald! — Erste Scene: Hexe — Graf! (Spricht beide. Markirt den Grafen links, die Hexe immer rechts.) Gras. Du hier, elende Hexe, schon wieder in meinen Gauen? (springt rechts.) 15 Hexe (in der Fistel): Zürnt nicht, hoher Herr, die böse Hanne kommt Euch zu helfen, sie weiß gar wohl, wo Euch der Schuh drückt! Graf (springt links.) Du? Ha ha ha! (lacht.) Hexe. Hi hi hi! Habt viel Kummer, um den bösen Dämon von Eures Kindes Lager für ewig zu verbannen? Wie war' es denn, wenn die böse Hanne ein Mittel wüßte? Graf. O, wenn Du das könntest, sei Dir der höchste Lohn! Sprich! Hexe. Hier nehmt dieses Kraut (gibt ihm ein Bündel Heu) und wenn die Hexe wieder kommt, sprecht Ihr sie mit diesen Worten an: „Weiche hinweg, Dämon der Finsterniß und des Verderbens — hier nimm' dieses Kraut!" — und sie wird verschwinden. Graf. Dank, tausend Dank, o lasse Dich umarmen (umarmt die Luft. — Ab. — Schreit): Verwandlung! (läutet) Rittersaal wie im ersten Act, nur a bißl anders, 16 der Graf sitzt wieder im Sorgenstuhl — (nimmt die Gla?^ glocke und schlägt 13.) Vom Thurme schlägt die zwölfte Stunde! (Stimme im Publicum: Sie, das war ja dreizehn!) Das macht nichts, so schlag' ich halt das Eine z'ruck, (thut es) so, jetzt is Zwölfe! Ha! was seh' ich, der Geist kommt! (Stellt sich in Positur, als spräche er mit dem unsichtbaren Gespenste.) Weiche hinweg, Dämon der Finsterniß und des Verderbens! Hier nimm' dieses Kraut! (Pause.) Was? sie verschwind' nicht? ich fall' in Ohnmacht, (fällt m den Stuhl) jetzt muß ich den Geist machen (springt auf, breitet die Hände über den Stuhl, auf dem er gesessen) Wehe! Wehe! Wehe! — jetzt muß ich schnell wieder in Ohnmacht zurückfallen (thut es) jetzt erwache ich (springt aus, hebt das Kind, verdrückt es ganz) Was? Was? mein Kind hat die Frais? O, ihr Geisterbagasch! (Läßt das Kind in den K orb fallen.) Auf, ihr Söldlinge und ihr Lanzenknechte! Wer mir die Hexe wiederbringt, todt oder lebendig, ist Pfleger des Schlosses Schlangenkopf! Hollaho, aus die Jagd! (Schreit): Verwandlung! Schloßhof! Jagdzug (zum Clavierspieler) Jagdmarsch!*) (markirt das Reiten) Herolde!—Gras! —Knappen!— (schreit): Verwandlung! Wald! Hexe! (im Tone der Hexe) : Die wollen die böse Hanne fangen, weil des Grafen Söhnlein unwohl ist! Graf! (im Tone des Grafen) Du hier, elende Hexe, na wart'! Der Tag Deines Lohnes ist bereits herangerückt — hier empfange Deinen Lohn! (Er nimmt sich selbst beim Genick und haut sich vm die ') Die Mufiknoten hiezu befinden sich am Schlüsse des Werkes. 17 Erde. — Pause. — Steht auf) so, jetzt ist sie todt (zum Publicum',: Also, brauch' ich einen Schauspieler? Schlußgesang.*) Nun Hab' ich gespielt allein 's ganze Stück. Wenn's Ihnen gefallen, ist fertig mein Glück. Mich seckir'n keine Schauspieler, bin alleinig der Herr, Und zahl' keine Gagen, was will ich noch mehr! (Ab.) *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schlüsse des Werkes. Der Wiener Komiker. L An Pension. (Solo-Vortrag für einen Herrn ) ein Vater sprach einst zu mir: „Weißt Du, was das Beste ist? „Werde, da die Geschäfte alle „Ueberfüllt — ein Pensionist. „Natürlich, um dies zu werden — „Mußt Du erst beim Militär „Dienen treu dem Land und Kaiser, „Dir verdienen Rang' und Ehr'! „Fällst Du nicht im Schlachtgetümmel „Mit der Waffe in der Hand, „Wirst Du nur halbtodt geschossen, „Sorgt für Dich das Vaterland." Ich Hab' befolgt des Vaters Lehr'. Jetzt, wo die Gicht mich ziehet schief .Und aus vielen andern Gründen, Bin ich jetzt nicht mehr activ. Mein Ideal ist nun der Erste, Er ist meines Lebens Ziel. Da geh' ich zum Gen'ralcommando, Zugeknöpft und in Civil, Bis zur Thür', wo Zahlamt steht, Einen Bogen in der Hand, 19 Zum Beweis', daß ich nach lebe, Für mein theures Vaterland. Da leg' ich die Quittung nieder Und schon fünf Minuten d'rauf Zählt mir der Herr Rechnungsrath Dann auch gleich die Summe auf. Da steht mancher General, Um viele Gulden wegzutragen; Doch er kann's nicht mehr verzehren, Es fehlt ihm schon im Magen. Da will ein Oberst bersten, Weil ein Leut'nant vorne ist. Wer früher kommt, malt zum ersten, Pensionist ist Pensionist. Und mach' ich einst die große Reise, Ruhe dann im stillen Haus, Zahlt man mir noch noblerweise Eine Viertel-Iahrs-Gage aus. Eine Rede und drei Salven Folgen mir noch nach in's Grab, Dann werd' ich schnell aus den Listen Gestrichen eines Tages ab. Meine Laufbahn ist zu Ende, Ehrenvoll bin ich marschirt. Petrus reicht mir dann die Hände — Glücklich ist — wer pensionirt! 2 * 20 Eer Herr Vorstand. (Solo-Vortrag für einen Herrn.) Entree. er Vereinsvorstand bin ich, das war' recht schön, Doch muß ich leider vor Aerger vergeh'n! Das Programm ist z'sammgestellt, Rein kein J-Tipferl fehlt — Sagt's Unterhaltungscomitk. — Am Abend jetzt, o weh! Ich fall' vor Wuth noch z'samm, Nichts als Absagstelegramm! (Zeigt einen Pack Briefe und Telegramme.) Bitte hier! Das ist ja zum Verzweifeln, auf wen kommt die Schuld? — auf den Herrn Vorstand! Die Ver- gnügungs-Comittzterer schmalzen sich ab — heute haben wir in unserem Vereine „die lustige Kelchblätschen" ersten Damen-Abend. (zeigt ein ungeheuer langes Programm.) Hier das Programm, 49 Nummern! und hier die Briefe. Von wem ist denn der? (Bricht einen Brief aus, liest): Ah, vom Tenoristen Stimmgabel! „Herr Vorstand! Ich habe heute ein Aß!"— Na, das ist ja recht, wenn er schon kein 6 hat, daß er wenigstens das Aß hat! (liest) „am Rücken 21 bekommen und kann daher heute nicht Mitwirken." —Ah so?! Ach, liegt nichts d'ran, der Kerl tremolirt so, als wie ein italienisches Affenwerk'l! — Was ist denn das? (Nimmt den zweiten Brief) Ach, von der Frau von Abendluft, die declamirt großartig! (Liest): „Geehrter Herr Vorstand! In meinem größten Schmerz' schreib' ich Ihnen — ich bekam heute von meinem Mann' Fische" — Was? so ein Flegl, haut der die arme Frau! (liest weiter): „und da ist mir eine Gräte im Halse stecken geblieben!" — also wirkliche Fisch' ? Da hätt's auch Acht geben können, die dumme Gans ! die verdienert Fisch! —also nichts — (Nimmt den 3. Brief.) Ah, vom Mundharmonika-Virtuosen! „Geehrter Herr Vorstand! Bitte, meine Nummer aus dem Programm zu streichen — ich habe mir heute mit der heißen Einbrenn derart das Maul verbrennt, daß ich die Harmonika ein Monat nicht an die Lippen setzen kann" — (wmhend): Js kein Schad' um diese Raunzerei! Jetzt kann ich schnell ein ganz anderes Programm zu sammenstellen — jetzt muß der bucklete Kartandlmacher zum hundertsten Male Kotzebue's Verzweiflung vortragen, es ist zwar zum Verzweifeln, aber i kann nicht helfen — er kann nichts anderes. — Dann die sutzlerte Josefine „die Kindesmörderin". Das wird eine Hetz! Der Kartandlmacher ist sehr aufgeregt, wie sich einer rührt, wird er grob! — Da Hab' ich schon mein Programm fertig. Nr. 1 ist ein Duo von Dreischock für's Clavier, vorgetragen von unserem Vereinsmitgliede Tastenhacker und dem Fräulein Notenköpfl. Diese Pivce wird hoffentlich das Publicum so verstimmen, daß eine höchst gereizte Stimmung herrscht. Nr. 2 nehm' ich die Josefine mit 22 der Kindesmörderin, wann die anfangt (sutzelt) : „Horch', die Glocken Hallen dumpf zschusammen und der Zeiger hat vollbracht den Lauf" — werden die Zuhörer wild. Gleich darauf Nr. 3 kommt der bucklete Kartandlmacher mit seiner Verzweiflung — wenn er wüthend beginnt: „Was soll ich unter Tigern, unter Affen?" schreit gewiß der Fleischhacker Hakl: „Selber a Aff!" — auf das springt dann der Kartandlmacher von der Tribüne und stürzt auf ihn zu, der Fleischhacker glaubt, er is auf der Regie und gibt ihm Eine auf's Dachl — allgemeine Rauferei und der gesellige Abend ist fertig. Ein Vorstand muß sich zu helfen wissen! umine ^pl-ache. 'm Münchner Zug, in einem Waggon Ein Ungar sitzt, ein junger Baron, Ein Deutscher sitzt ihm vi8-ä-vi8, Fragt: „Bitte, wohin fahren Sie?" „Ainen Fraindbusen will ich besuchen, „Der in München sich thut versuchen „In der dummen Malerei, „Bei so etwos war' ich nicht dabei!" Ah, Busenfreund wollen sie sagen?" „Ich donk Ihnen, will mich nicht plagen, „Hob' ich wieder was profitirt „Schwobische Sprach' macht mich verwirrt!" In 8 Tagen fahrt er wieder. Kaum setzt er im Wagen sich nieder, Fängt vi8-ä-vi8 ein fremder Mann Mit ihm zu conversiren an. „Also auch nach Italien, mein Herr?" „Ja! ich besuche ainmal ein Busenmeer!" „Meerbusen, heißt es!" sagt der And're d'ranf. — „Ldutta! da hört sich doch Alles auf." Sagt der Ungar, „so dumme Sproch man nimmer findt! „Einmol ist der Busen vorn und einmal ist er hint!" 24 ie ein Schuster Bahnwächter wird. Vortrag für Herren. uf der Salzburger Bahn, da bei Hallein, Steht a Bahnwachterhütt'n im Wald allein. Der Bahnwachter-Natz, ein rechter Fallet, Mit dem hat der Streckenchef seine Noth. Fast immer is der Natz d'rinn in Hallein Und laßt sein' Posten natürlich allein. Zur selben Zeit hat man ihn im Brauhaus g'sehn Und doch auch beim Zug' bei der Hütt'n steh'n. Wart! denkt der Streckenchef, da komm' ich d'rauf Und setzt sich schnell am Nacht-Localzug auf. Bei der Hütt'n denkt er sich: Wart, bei d'Falten Hab' ich Dich, und laßt den Zug da halten. Er geht gleich auf den Posten zu, Da steht der Natz, steif in der Dienstpositur! Der Chef klopft ihm auf d'Schulter: „Du bist also da? Da bricht a schon der Bahnwachter in der Mitt' a. „Ein Ausgestopfter?" schreit der Chef und lacht. „Der macht den Dienst für Dich in der Nacht? 25 „Na wart' nur, wir jagen Dich morgen davon!" Tags d'rauf kriegt der Natz von der Direction Ein Schreiben, daß er von morgen entlassen Und früh um 8 Uhr muß die Hütt'n verlassen. Is a recht, denkt der sich und geht in's Brauhaus wieder Und setzt sich da neben ein' Schuster nieder. Am andern Tisch reden's von Ochsen und Stier, Der Schusta, der redt' von sein' schlechten Quartier Und daß er schon selber a Häus'l gern möcht', Wußt er an's z'kaufen, wär's ihm glei recht. Irr Natz steigt der Gedanke da aus, „I verkauf' Dir mei' Hütt'n, a recht guter Kauf. „Du zahlst der Kellnerin da meine Schulden, „Und gibst mir extra noch 70 Gulden!" Der Schuster voll Freud' sagt: „Ich bin dabei, „Schau'n wir's nur an, aber das glei." Sie geh'n, er zeigt ihm 's Wachterhaus, Dem Schuster g'fallt's, er zahlt ihm's aus. Der Natz nimmt sein' Binkel, sagt: „Hast ka Noth — Da nimm' den Schlüss'l, jetzt pfirt' Dich Gott!" Er fahrt ab, der Schuster, sperrt dann zua Und ziagt Mt seine Sachen ein in der Fruah. Um a achti herum kommt von der Station Gleich vier Mann hoch a Commission. „Wo ist der Natz? was machst Du da hier?" „Na, arbeiten thu' ich in meinem Quartier, „Das Häus'l Hab' i kauft, d'rum g'hört's heut' mein!" „O nein, das thut Eigenthum der Eisenbahn sein, „Das ist unverkäuflich, da bist Du betrog'n — „Der Natz, dieser Schuft, der hat Dich belog'n!" 26 „Was," schreit der Schuster, „der elende Lump, „Siebzig Gulden Hab' i zahlt und seinen Pump! „Bitt', nehmt's mich als Wächter, geht's stellt's mich an, „Oes werd's seg'n, ös fahrt's guat, bin a pünktlicher Mann!" „Na gut, eine Woche wirst Du instruirt, „Und hast dann begriffen, bist Du engagirt!" So war's auch, die 70 Gulden war'n verlor'n, Aber ich Schuster bin dabei Bahnwachter word'n!" 27 ^in verkanntes Genie. Solo-Scherz. Entreelied.*) Wch bin nur ein Souffleur, fla fli fla flo fla fleur, ^Das kränkt mich gar so sehr, sa si sa so sa sehr. ^ Sitz' ich im Kast'l unt', im Kistl Kastl unt' Und schrei mir d'Lunge wund, die li la Lunge wund. Um Sieben Uhr fängt es immer an, Halb Elf Uhr fällt der Vorhang dann Und ist dann endlich alles aus, Krall ich aus meinem Loch heraus, Bin wie ein Pud'l waschelnaß. Auf Ehr', ich sag's, es ist kein Spaß, kein Spaß — Das gift mich, das kränkt mich so sehr, ^.Denn ich bin sonst nichts — sonst nichts als Souffleur!:^ *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schluffe des Werkes. kein Spaß! 28 Prosa. Ja, Souffleur zu werden ist leicht, aber Souffleur bleiben ist schwer, die Kränkung bringt einen um, wenn man bedenkt, wie tief man unter dem kleinsten Schauspieler steht, o nein, sogar sitzt, und den Staub von Allen zusammenschluckt, den uns die Damen auf der Bühne mit ihren Schleppen, wie die Transportgesellschaft zuführen. Kann einer seine Rolle nicht, heißt es, der Souffleur hat heute einen Schwips, er kann nicht lesen; „eh so plärre, daß die Wolken krachen!" rufe ich mit dem Pfalzgrafen Stein aus. Ich war auch Menschendarsteller, Charakterfach Franz Moore, Fäuste, Schuster in Lumpazi, König Lear, Gebildeter Hausknecht — kurz und gut, das ganze Repertoir Dawison hatte ich inne. Im Hoftheater zu Amtsstetten — lachen Sie nicht — das Theater stand im Hofe beim Ochsenwirth — darum sage ich Hoftheater — da hatte der Orts- Vorstand den Wunsch ausgedrückt, die Jungfrau im Abonnement zu sehen. Natürlich, gräßliche Verlegenheit — unsere gewöhnliche Jungfrau lag gerade in den Blattern oder Masern — kurz, in einer Kinderkrankheit — und sonst hatten wir keine jugendliche Heldin. Wer mußte herhalten — ich, wie gewöhnlich. — Mich hätten sie als Jungfrau von Orleans sehen sollen. Ein hübsches Bürschchen war ich, meine blonde Lockenfülle paßte für die Rolle — 29 den Monolog von den Bergen und Triften mußte ich weglassen, weil unser Theater gleich neben dem Kuhstalle war. Mein Auftreten erweckte nur Mitleid, aber als der englische Ritter, der Leol — oder Leinöl, nein, richtig Lionel, austrat und das Vi—Visir aufschlug und die Leute das kupsrige Gesicht unseres Zettelträgers sahen, da war das Halloh fertig — alles brüllte — der ganze Kuhstall mit seinen Bewohnern brüllte mit, das war ein Gebrülle, das nicht einmal der Dawison erlebt hat. Ja, ich habe den Schiller vielfach verbößert, aber dem Shakespeare seine Stücke gefallen mir noch besser — unvergleichlich ist es, wenn der Othello zur Eboli sagt: „Luise, Deine Limonade ist kalt!" Ah, wo denk' ich hin? Das ist ja aus den Hugenotten von Suppe. — Ich bin sehr zerstreut, die Remini- scenzen gehen mir wie ein Mühlrad im Kopfe herum. Ja, man findet nicht mehr diese Schauspieler wie früher. Wann ich denke, wie wir in Abbs beisammen waren, allen Respect! Das war eine Räuber-Vorstellung, unser Schusterte wurde nach derselben zu drei Monat schwerem Kerker verurtheilt und ich habe den Franz Moor in Ibbs hingelegt — der liegt heute noch oben. Leider mußten wir wegen Mangel an einem Local eine Arena auf einem Floß auf der Donau errichten. Das war unser Unglück — wir hatten wieder die Räuber, Alles war besetzt. — Da, o Entsetzen! In meiner großen Scene schneidt' so ein Lump den Strick ab — und wir, sammt dem Publcium schwimmen aus der Donau fort. — 30 In Molk wurden wir aufgefangen — mußten die Einnahme zurückgeben und bekamen noch Schlag'. Das Unternehmen war aufgelöst — und ich wurde wieder Souffleur! Gesang.*) Das kränkt mich und gift' mich so sehr, Denn ich bin sonst nichts, sonst nichts als Souffleur! *) Die Musiknoten befinden sich am Schlüsse des Werkes. 31 itte! es ist gern geschehen! Für eine Dame. 1 . ,^ie oft hört man diesen Satz, Zu jeder Stunde, an jedem Ort. ^)i „Es ist gern geschehen! mein Schatz, Ich gehe ohnedies jetzt fort!" Sagt der Johann zur Kammerzofe „Und besorge Ihre Commission, Wenn ich zurückkomme, ich hoffe, Ist ein Küßchen dann mein Lohn!" „Freilich!" sagt sie d'raus unter Lachen, „Ich bitte, nur jetzt zu gehen! Uebrigens will ich keine Schulden machen Hier haben Sie! Es ist gern geschehen!" 32 2 . Ein Gigerl trippelt auf der Promenade, Da tritt ihm Einer auf die Zehen — „Lümmel!" sagt er dann d'rauf fade, „Pardon! es ist gern g'schehen." — — * „Es- ist gern g'scheh'n, gute Nacht!" Sagt ein Knecht, „pfirt ihner Gott!" Der die Nachricht hat gebracht, Daß die Schwiegermutter todt! Hört man dann applaudiren, Muß schnell zurück man gehen, Noch etwas Kleines repetiren, Denn es ist gern geschehen! »r 38 ^er Dorfbader! ^oloscene. Entreelied. (Nach der Melodie des Beethoven-Marsches.) ^ch bin der Doctor Fluribus, Die Kranken heilen ist mein Genuß! °Jch bin in unser'm Dorf auch sehr berühmt, Weil man kein' zweiten nimmer findt! Tatara! (Nimmt eine Prise.) Ja, wir Doctoren sind die Pflasterer der Unsterblichkeitsstraßen, wir sind die Führer auf der Bahn nach dem Jenseits, wir sind die Botschafter des Himmels und unsere Recepte sind die diplomatischen Noten, durch die allein nur der ewige Frieden hergestellt werden kann. Freilich bin ich nur der Arzt einer dickschädlichen Dorfgemeinde und die Bauern hier erfreuen sich trotz meiner Anwesenheit einer beinahe polizeiwidrigen Gesundheit. Mein Platz wäre die Stadt, da gibt es noch Leute, welche 10 Deka Erbsenmehl für Revalenta Arabica — um 1 fl. 50 kr. kaufen. Und was leisten die Herren in der Stadt? Die Hydropathen: Wasser! nichts als Ter Wiener Komiker. 3 34 Wasser, die Homöopathen nichts als kleine Kügerln und die Allopathen, die schütten in ein Schaff Wasser drei Tropfen Arcanum, welche sich auflösen — die Wirkung auf den menschlichen Organismus ist dann ungefähr dieselbe, als wenn man einen hungrigen Schusterbuben mit einem halben Prominzenzeltel satt machen wollte; und mit den Specialisten lassen Sie mich erst aus! Da kommt ein Blinder zu einem Augenarzt, zahlt täglich fünf Gulden und nach drei Monaten sieht er endlich, daß er ein Esel war. Ihre Ordination dauert zwei Minuten. Kommt zu mir ein Patient, zum Beispiel Zahnreißen, zahlt er dreißig Kreuzer und ich reiße eine Stunde an dem Zahn. Da hat doch der Patient etwas für sein Geld! Denn Ich bin der Doctor Fluribus, Die Kranken heilen ist mein Genuß. Ich bin in unser'm Dorf auch sehr berühmt, Weil man kein' zweiten nimmer findt! Tatara. 35 Weich daneben. er Hausmeister Jakob, ein sehr braver Mann, Den man zu Allem verwenden doch kann. Ist bei einer Gräfin in Gmunden oben, ch Besorgt Alles für seine Herrin, das ist zu loben. Der Garten ist gerichtet, es ist eine Pracht, Der Gräfin das Herz im Leib' d'rüber lacht, Wie er sie im Garten überall führt herum. — „Ah, charmant!" sagt sie, „der Jakob ist wirklich nicht dumm. Wie ich sehe, ist er Botaniker, mein Theurer!" „Na," sagt er, „Frau Gräfin, i bin a Steirer!" 3 ' 86 mr praktisch. Bauer, den das Leben nicht g'freut, Sagt: „I pfeif' schon d'rauf!" Rennt in' Wald als wie net g'scheidt Und hängt sich dort'n-auf. Den Strick bind' er sich nm den Bauch, Und hängt am Baum sich g'schwind. Nicht um den Hals, wie es der Brauch, So hutscht er sich im Wind. Da Iaga schreit: „Was magst denn da?" „Ausg'hängt Hab' i mich!" „Na wart," sagt der, „Ich schneid' Dich a, „Obwohl ka Schad' um Dich!" Er schneidt' ihn a glei willig ab, Und sagt: „Jedenfalls „Nimmst den Strick, Du dummer Lapp, „A zweit'smal um den Hals?" „Ja, das Hab' i so probirt!" Sagt der d'rauf und lacht, „Da Hab' i kan Athem kriegt, „D'rum Hab' ich's anders g'macht!" 87 er Bergfex. Soloscherz für einen Herrn. uf den Bergen wohnt die Freiheit! Diesen Spruch Hab' ich schon als kleiner Bub' in mir eingeimpft Den ganzen Tag bin ich am sogenannten Hahnl- bergl herumg'loffen, oder ich Hab' mich am Ochsenberg und am Laurenzerbergl Herumgetrieben. Jetzt bin ich ausgewachsen und mein Hang für die Berge ist zur zweiten Natur geworden; leider gestatten mir meine Mittel nicht einmal so viel, daß ich nach Dornbach mit der Tramway fahren kann, um von dort aus den Galizin- berg zu besteigen; ich mache also meine Bergtouren zu Haus', in mein' Zimmer. Komm ich nach'n Amt z'Haus, zieh' ich mein Jägerhemd an, pack' mir um 3 kr. Preßwurst und einen Hadschi Loja in ein Schnupftüchl, häng' es dann als Rucksack am Buckl und steig'. — Die Sessel sind die Vorgebirge, der Schubladkasten ist der Schafberg, der Hängkasten — die höchste Spitze in meiner Region — ist der Großglockner! Dann spring' ich hinüber in die Schweiz, auf's Sopha — das ist die Jungfrau. — Am Großglockner, nämlich am Hängkasten, bleib' ich sitzen, nimm' 38 meinen Rucksack herunter und stärke mich — bleib' oben sitzen und schau auf das armselige Gewürm herunter. Wie erbärmlich kommt mir da der Stief'lknecht vor, immer erinnert er mich, denn ich bin doch auch als Amtsdiener sonst nichts, als a Bureauknecht. Dann mach' ich mich auf, um über die Gletscherspalte zu springen und auf die Jungfrau hinüber zu kommen. — Da bin ich aber neulich abg'rutscht, zum größten Glück in's Spucktrücherl hinein; die Sagscharten haben ein größeres Unglück verhütet. Ganz erschöpft bin ich dann auf der Jungfrau angekommen und über Nacht geblieben, weil ich kein Bett Hab' und aus der Sopha schlafen mußte. Alm-Schmarrn mach' ich mir nie, weil ich so immer ein' Schmarrn Hab'. So bin ich Zimmertourist — wenn ich aber einmal zu einem Geld komm', dann ist das Erste: Nicht der Venediger, oder der Watzmaun, o nein! Das Erste ist ein Gollasch mit Knödl, da können's Gift d'rauf nehmen! 39 S^> er Waschtag. N)i?iier LocalMortrag für Herren und Damen. ^ch weiß nicht, meine Herrschaften, ob Sie ver- ^ heiratet oder ledig sind, ob Sie sich schon Häusel liche Herde gegründet, oder ob Sie noch zu den Glücklichen gehören, zu denen die Wäscherin alle vierzehn Tage kommt, um die Wäsche zu holen. Das aber weiß ich, daß bei denen, die zu Hause waschen lassen, der Waschtag ein so kritischer Tag ist, daß selbst Professor Falb keine Ahnung davon hat. Denn wenn man mit seiner Frau lebt wie Täuberl und Lamperl, an einem Waschtag hört sich alles Lämmerne auf, die Taube wird zum Geier, das Lamperl zum Tiger und das sonst so friedliche Heim verwandelt sich in ein Vivarium. In aller Früh geht's an, schlafen kann diese Nacht Niemand, denn das Dienstmadl wirft um halb zwei Uhr Früh schon unwillig in der Kuchl herum. Bum! — Ein Schuß? Nein, der Waschtrog ist umg'fall'n. — „Ich nmß schon selbst auf!" seufzt die Frau, „denn der Trampl kennt sich nicht aus. — Du, du — hörst nicht?" — „Hm!" brummt der Mann. — „Gib' auf den Kleinen Acht, und wenn er munter wird, gib' ihm zu trinken, dort am 40 Schnellsieder steht sein Trankerl." — „Schon recht", brummt der Mann, der eben vom Zins träumt. In der Küche wird's lebendig, das Feuer prasselt unter dem Kessel, zwei Stimmen hört man in gereiztem Tone in's Zimmer hinein. Der Mann schnarcht. Plötzlich schreit der Kleinste — der Mann hört ihn nicht. — Da stürzt die Frau herein: „Du, Du — mein Gott! er ist nicht zu erwecken, der Bub' schreit!" — „Ja, ja!" hört man dumpf unter der Decke brummen. — „Ist das Deine Vaterliebe? Ich glaub', er könnt' sterben, Du stündest nicht auf!" — „Geh' nur!" brummt der Mann, „ich bin schon da!" Er nimmt seinen Sprößling und promenirt drei Stunden mit ihm im Zimmer. Endlich, gegen 6 Uhr Früh, schläft der Kleine ein. Der Mann zieht sich schnell an und rennt ohne Frühstück aus dieser Drachenhöhle in's Geschäft. — Gleich darauf werden die andern Kinder wach, sie sehen den Vater nicht und fangen im Chor zum heulen an. „Ob's stad seid's! Wart's, Fratzen, gleich komm' ich über Euch!" schreit die Mama bei der Thür herein und haut's dann ^u, daß die Fenster scheppern. Das Madl geht den Moment mit einem frischen Schaff Wasser in die Kuchl, erschrickt und fliegt mit sammt dem Schafft in die Kuchl herein. — Allgemeine Ueberschwemmung. „Dumme Gans! Jessas, das Wasser rinnt in's schöne Zimmer herein, wo is denn der Fetzen? Wann ich mir nur Alles selber machen könnte! — Na, so rühr'ns Jhna, steh'us auf und schau'ns dazu, daß was weiter geht!" — „O weh, o weh, i kann net, mir scheint, i Hab' mir in Arm auskegelt!" — „Na, wär' net übel, dann kann ich 41 allein waschen. I sag's ja, nur keine Dienstboten! Lassen's schau'n! A bißl aufg'schunden, weiter nichts — san's net so heiklich, ziagn's halt die Kinder an und ich werde waschen!" Den Moment geht die Thur auf und die Rettungsgesellschaft mit einer Tragbahre und sieben Medicinkastl'n stürzt herein. „Mord oder Selbstmord?" schreit der erste Doctor, „A, nix," sagt die Frau, „mei Madl hat sich die Finger aufg'schunden!" — „Was, das ist Irreführung, Sie zahlen 5 fl. Strafe!" — „Ich? I Hab' Sie ja net rufen lassen. — Das hat mir g'wiß der Hausmeister zu fleiß than. Na, wenn mein Mann kommt, soll er sich freu'n!" — „Jhna Mann hat a no kan g'fress'n!" brüllt der Hausmeister im Hintergrund. „Geh'ns nur, meine Herren, i Hab' nur den Fall g'hört und Hab' glaubt, es is was g'scheh'n!" —„Hu, hu!" schreit der kleine Franzi.— „Was gibt's?" fragt die Mutter. —„Bitt' Ihnen, gnä' Frau, der Franzi laßt sich net waschen!" — „Wirst still sein, gleich bist ruhig, noch ein' Laut und i setz' dich in Waschtrog!" — Der Franzi, der vor'm Wasser einen gewaltigen Respect hat, ist folglich ruhig. — So geht's fort bis 12 Uhr. Jetzt kommt der Mann, schaut wüthend herum, sieht nicht ausgedeckt. — „Na," sagt er, „wer'n wir heut nicht essen?" — „Mein Gott, mit dem Malheur Hab' ich auf's Kochen ganz vergessen — geh' in's Wirthshaus, ich und das Madl essen a halb Pfund Extrawurst und den Kindern mach' i schnell einen Eierschmarrn!" — „Ja," sagt er, „was hat's denn geben?" — „Was geben hat? D'Mali is g'fall'n, die Rettungsgesellschaft war da, der 42 Hausmeister, der Lümmel, hat mich beleidigt und i als Weib ohne männlichen Schutz muß mir das g'fall'n lassen!" Jetzt geht der Mann auch auf, stürzt im Hof der Hausmeisterwohnung zu — gleich hört man folgenden Dialog im Hofe: „Fahr'ns ab, sö nothiger Beutl, sonst nimm' i in Besen!" — „Ich werde Ihnen schon lernen, mit Parteien umzugehen, sie werden einen Beamten kennen lernen!" — „Ha ha, Beamter? A Stellwagen-Controleur, so a Brettlhupfer, daß i net lach, ha ha!" — „Gut, ich kündige!" — „Ha ha! Er kündigt, mir hätt'n ihn so z'Michaeli aussig'schmiss'n!" — „Gemeinheit!" schreit der Mann. Das kommt alles vom Waschtag! 43 er schwarze Frack. Vortrag für einen kierrn. Meulich, wie ich Abends z'Haus kommen bin, ^ Kaum lieg ich im Bett', M Hör' ich Lärm im Garderob'kasten drin. — ^ Ich trau den Ohren net. Richtig! meine alten Kleider Machen den Scandal, Streiten über Geburt und Schneider, Wie es oft der Fall. Zum Frack sagt a Gilet doll Zorn: „Immer is d'Streiterei, „Glaubens weil's beim Frank geboren? „Diese Aufschneiderei!" „Recht hat's Gilet," sagt ohne Schreck' Eine alte Hosen keck, „Gott sei Dank, wir sind vorn Jelinek „Aus'n Mariahilfer Eck 44 „Und wir kosten nur fünf Gulden, „Halten schon drei Jahr'!" —- „Sind gemacht vielleicht auf Schulden „Und haben schon kein Haar!" „Ich gift' mich nicht", sagt d'rauf der Frack, „Ja, ich lächle nur „Ueber solches Tandlerpack, „Doch höret mir jetzt zur: „Mein Schicksal geht euch zum Herzen, Ich seh' Alle schon, Euch vergeht bald das Scherzen, Mein Herr war ein Baron. Schön, höchstens zwanzig Jahre alt, Fesch und sehr galant; Seine Braut, gemessen kalt, Reich und arrogant! Er hat sich über mich moquirt, Kaum als ich gebor'n. Wurde zehnmal retournirt, Meinem Schöpfer voller Zorn! Der schickte mich zum letzten Mal, Sagt, ich bin elegant; Da nahm man mich mit Scandal, Das ist doch schon schenant! 45 So bin ich schon ganz verstimmt - Mit ihm zum Altar. Doch ging gleich ein and'rer Wind, Kaum war'n wir ein Paar! Die Tafel war noch nicht aus. Ist sie zärtlich word'n, Ist mit mir in Garten n'aus; Ich war schon verlor'n. Wie sie sich gelehnt an meine Brust, Ich fühl' es wie heut', Da hät's mich gehoben vor Lust, Vor lauter Seligkeit. Da Hab' ich's erste Fleckerl kriegt, Ich war nicht mehr rein, Wie sie sich so angedrückt — Bon Puder zwar sehr fein. Gleich nach meinem höchsten Glück, Haben's mich in Kasten g'hängt, Sind auf die Reis'. An mich zurück Hat g'wiß keins mehr denkt. So bin ich g'hängt ein ganzes Jahr. Mein Herr war schon geschieden, Mit der Ehe war es gar. Er war mit ihr nicht zufrieden. 46 Da wird er plötzlich kreuzfidel, Reißt auf die Kastenthür. Da hängst ja, schreit er, meiner Seel', Jetzt kommst du mit mir. Da sind wir zusammen in die Redoute, Ins schöne Opernhaus. Aufg'legt war ich wirklich gut. Endlich fort vom Haus. Mein Arm, der wurde strapazirt Bon vielen Dominos, Die mit mir so promenirt. Ach, es war famos! Dann sind wir in's Separee Zum Sacher vis-a-vis. Das war für die a grand Gaude, Aber nicht für mich — Ich kann keinen Wein vertrag'n. Doch das hat nichts genützt. Sie haben mich doch bis am Kragen Mit Schambus angespritzt. Den andern Tag, ich Hab' mir's denkt, Daß es so kommen wird, Hat er mich dem Johann g'schenkt. — Jetzt war ich petschirt! 47 Bevor ich zu mir gekommen bin, Denkt euch die Schand: Bin ich im Rothgaßl d'rin g'hängt an einer Wand. Drei Tag hat gedauert nur Diese Situation, Kommt daher ein Kellnerbua Aus einer Restauration. Schaut mich lange prüfend an, Sagt: „Was kost' das Frackerl?" „Wie haißt?" sagt der Jud' sodann, „Was sag'n Sie, Herr Schakerl? „Das is ä faines Stück Gewand „Hast a Idee, mein Sohn? „Das ist nix für ein vom Land, „Das g'hört für ein Baron!" „Na, fünf Gulden geb' ich her", Sagt der Kellner keck, „Werth is er eh nicht mehr, „Is schon voller Fleck!" „Hier haben Sie ihn, Herr Schakerl, „Aber Ihnen g'sagt — „Ä so a faines Frackerl „Kein Kellner jetzt mehr tragt." 48 Der Geruch von diesem Creme, Ich war' erstickt auf Ehr', Wenn ich nicht dann in der Schwemm Im Gollaschsaft ersoffen war. Dann hat mich wieder kauft ein Jud, Das war kein Malheur — Mich herg'richt wieder gut — D'rum hat mich kauft der Herr!" „O, du armer, armer Frack!" Sagen gerührt die Kleider. Die sind gerührt! denkt sich der Claqne, Doch weinen thun die Schneider! Er 49 ie Geisterstunde. ie Thurmuhr schlägt die zwölfte Stunde, Die Straßen still und leer. Alles dunkel in der Runde, Keine Menschenseele mehr! Aus einem Hause hört man wimmern. Es wird doch nur ein Kater sein. Doch man sieht ein Licht auch schimmern In einem Zimmer, schaurig klein. — Drinnen geht mit lautem Schritte Herum eine weiße Gestalt Und stoßt in des Zimmers Mitte Auf, daß rings der Boden hallt. Ich seh' nach einer kleinen Pause Neugierig zum Fenster hinein. Spukt es vielleicht gar im Hause? Was soll's um diese Stunde sein? Oder ist's ein Räuber gar am End'?! Da hört' ich brüllen, mir ward schlecht „Himmelkreuz-Mord-Element! „Wo is denn nur der Stiefelknecht?!" Der Wiener Komiker. 50 c^ine Rapuziner-Predigt. ie Zeiten sind schlecht, die Moral ist verrückt. Die Lüge geht aufrecht, die Wahrheit gebückt. Verdienst wird verdächtigt, es glänzt Protection. Der Redliche darbet, der Schuft erntet Lohn. Der Muth hat kein Herz mehr, das Herz keinen Muth, Das Vertrauen ist hin, vergiftet das Blut. Die Noth schwingt die Geißel, das Elend ist groß, Verbrechen gedeihen, die Frechheit geht bloß. Der Trotz wird genähret, die Sanftmuth verlacht. Das Wohlwollen schlummert, die Leidenschaft wacht. Der Eigennutz handelt, der Hochmuth dictirt. Die Tilgend verwelket, das Laster florirt. Der Mensch gilt jetzt nichts mehr, es gilt nur die Race. Den, der nicht zur Race g'hört, verfolgt man voll Haß. Die Gemeinheit kommt vorwärts und wird populär. Der Erfolg nur entscheidet, der Werth nimmermehr. Talent ist jetzt Null, nur der Schwindel regiert. Der Künstler geht zugrunde, der Stümper florirt. Das Recht kommt zu Schanden, die Willkür zu Ehr'n. Das kann nicht so bleiben, das muß anders werd'n. 51 ^ie bekannten Zeitungen. Scherz-Vortrag. ^eine Herrschaften! Ich werde Ihnen aus diesen .Blättern einige Stellen herausdeclamiren und Sie werden mir dann im Chor den Namen der Zeitung zu- rufen. Den Menschen erkennt man am Gang, die Zeitung an der Tendenz. (Hat ein Packet Blätter ohne Titel.) 1 . Schreckensbild, Schmerzerfüllt, Doppelmord Größter Sort'! Kopf weg wurz', Hauseinsturz! Nur ein Pfiff, Locomotiv! Armer Mann, Darunter dann Witwe arm! Gott erbarm! Kinder drei, G'sammelt glei, Daß die Familie was hat! (Was ist das?) „Extrablatt!" 4 * 52 2 . Junge Frau In Vöslau. Auf ein' Eck Geht ganz keck Hin und Her- Junger Herr. Der Gemahl, Wartesaal, Fahrt nach Wien, Sitzt schon drinn Im Waggon, Fahrt davon. Rendezvous, Du und Du. Abends dann grad' Donnerwetter. (Was ist das?) „Pikante Blätter!" 53 3 . Donnerwetter! Judenblätter Sich vermehr'n Zum Verderb'n Aller Frommen. Thut nichts schonen, Wer'n schimpfirt Und blamirt. Heil'ger Vater, Gar nichts hat Er — D'rum wir müssen Zusamm' schießen PeterSpfennig Und nicht wenig. Sonst ist's eine große Schand! (Was ist das?) „Vaterland!" 54 4 . Junger Mann Brauchen kann Hundert Gulden, Er hat Schulden. Billige Wachtl Alte Schachtel, Cabinet möblirt, Ganz separirt. Willkommen sehr Mann von Ehr! Ferdinand kost restnnt Hol' den Brief, Sonst geht's schief. Morgen erwarte ich Inserat! (Was ist das?) „Tageblatt!" 55 5 . Jede Nummer- Bild thut kumma. 8 orb er-Reiser, Deutscher Kaiser, Sedan-Feier, D'alte Leier, Köuiggrätz, Festung Metz, Und in Gruppen Deutsche Truppen, Wie sie siegen. Unten liegen Rothe Hosen, Die Franzosen. Doch oben nur Decorirte! (Was ist das?) „Leipziger Illustrirte 56 Entbehrlichkeiten. Couplet. *) ?s sitzt auf ein Sopha ein zierliches Manderl, Und laßt vom Bedienten sich anziehn sein Gwanderl; Zum Schluß laßt er sich vom Bedienten auch atzen Und nachher in's Bett hinein leg'n wie an Fratzen. Er laßt sich eh'r prügeln im eigenen Haus, Eh' er zu sein Schutz a paar Finger streckt aus; Denn um selber was z'thun, is viel z'nobel der Mann. bSeg'ns, wann der kane Hand' hält, no was lieget da d'ran!:^ A Bauer am Land wird in Landtag gewählt — Denn z'Haus in sein Wirthshaus da is er halt g'stellt, Da plauscht er und gigst er ein' Stiefel zusamm, So wie er den Bauern halt paßt in die Kram. Aus'n Landtag da kommt er in Reichsrath hinein, Da soll er a reden, doch fallt ihm nix ein, Da sitzt er so schweigsam und starrt d'Andern an. s/.Sehn's, wann der kein Maul hätt, was lieget da d'ran?:^ *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schlüsse des Werkes. 57 Ein Fräulein kann malen, a das ist schon prächtig, Sie malt sich die Augenbrauen kohlschwarz und großmächtig, Wie Schnee werd'n mit Bleiweiß die Stirne und Wangen, Der Mund mit Zinnober wird g'richt nach Verlangen. Sie malt sich a Larverl mit Kunst und Genie, Wie es nie besser malen kann die Phantasie, Kein Maler die Farben besser n'aufbemsteln kann. ^:Jetzt, wann die kein G'sicht hätt', was lieget da d'ran?:^ Ein Sänger könnt singen so schön wie die Götter, Nur hat er das Unglück, ihm schadet a jed's Wetter; Wann's heiß is, so z'rinnen vor Hitz' ihm die Quinten, Wann's regnet, so kann er sei' Stimm' gar net finden; Er geht wie a Mumie eing'wickelt aus, Doch bringt er am Abend keinen Ton 'raus, Weil er d'Heiserkeit niemals ganz losbringen kann. j^Wann der kein' Hals hält', was lieget da d'ran?:^ Er 58 ^>er Dichter in tausend Aengsten! Vortrag für einen Herrn. (Kommt verstört mit Manuscripten.) glauben vielleicht, ich komme vom Bründlseld? ^ O nein! Ich komme aus der Theaterkanzlei. — Hier mein Volksstück, das ich eingereicht und das der Regisseur eingerichtet hat. — Alles hat er gestrichen, um unnöthige Längen zu vermeiden, nur der Titel und Schluß ist stehen geblieben. (Zeigt ein Buch.) Hier sehen sie dreihundert Seiten gestrichen — und da meinte der Wütherich, der Titel war' noch zu lang. — Mein Stück, mein armes Stück. (Küßt es.) Dieser herrliche Stofs! Die ganze Leitenberge rische Kattunhandlung ist ein wahres Restl dagegen — ein Styl — ein Styl! und eine Sprache, da muß sich die böhmische verstecken, und eine Handlung, wie man sie nicht einmal am Graben findet. Die Personen waren nur Selbstmörder, Mörder aus Profession, Schwindler, mit einem Wort, ein echtes Volksstück. Couplets waren d'rinn vom Gemeinderath, Hoch- und Tiefquellen-Leitung, Tramway-Ueberfüllung, kurz, 59 nur neue Pointen, mit einem Wort, ein Couplet, was nicht mehr Couplöder sein kann. Mein Volk versteht mich nicht, darum pack' ich mein Volk zusammen, will ich sagen mein Volksstück, und fahr' ab. Denn dieses Werk (zeigt wieder ein Buch) wird mein Vaterland nicht zu sehen bekommen, es ist ein melodramatisches Melodram! — Ich will Ihnen nur die Hauptscene vorlesen. Sie müssen mich aber insofern darin unterstützen, daß Sie einige Personen markiren, denn allein ist das eine Vieharbeit. 1. Scene, letzter Act. — Düstere Gegend am Meeresufer. — Die See wogt! (zum Clavierspieler) : Ich bitte, machen Sie die Wogen! (Er thut es.) Also düstere Gegend am Meeresufer — Die See wogt — Blitze durchzucken die Luft! (zum Clavierspieler) : Bitte, auch zu blitzen! — So! — Düstere Gegend am Meeresufer — Die See wogt — Blitze durchzucken die Luft — eine dunkle Wolke durchzieht den Horizont! (zu einem Gast): Bitte, Sie rauchen ja, wenn ich sage: Eine düstere Wolke durchzieht die Luft, so machen Sie einen gewaltigen Blaser, damit man die Wolke sieht. — Also: Düstere Gegend an einem Meeresufer — Die See wogt — Blitze durchzucken die Luft — Eine düstere Wolke durchzieht den Horizont — Das Wetter verzieht sich, immer klarer wird die Luft! — Jetzt brauche ich eine Klara — (zu einer Dame) : Bitte, machen Sie die Klara, und wenn ich sage: Immer klarer wird die Luft! müssen Sie ein freundliches Gesicht machen, wie beim Fotografiren, damit man sieht, daß die Luft klarer wird. — Also: Düstere Gegend an einem Meeresufer — Die 60 See wogt — Blitze durchzucken die Luft — Eine dunkle Wolke durchzieht den Horizont — Das Wetter verzieht sich, immer klarer wird die Luft! — Die Tragödin tritt auf. Seid mir gegrüßt, ihr düsteren Wellen! Ich suche euch auf — Halte ein! hört man eine Stimme (es ist der Bruder!) Nehmt mich auf! lzu einem Herrn): Bitte, Sie müssen den Bruder darstellen, und wenn ich sage: Nehmt mich auf, ihr grünen Fluthen! müssen Sie wahnsinnig werd'n. — Also: Düstere Gegend rc. bis: Nehmt mich auf, ihr grünen Fluthen (Pause.) Na? (zu dem Herrn, der den Bruder darstellt): Ja, wenn Sie nicht wahnsinnig werden, kann ich nicht weiter vortragen! Ende. (XL. Sollte der Bruder sich wahnsinnig geberden, so sagt man): Ja, wenn Sie wirklich wahnsinnig rc. 61 ur mx überhudeln, es geht schön langsam a! trifft wo ein Herr Vater am Abende sein Töchterlein, Garten in der Laube beim Liebsten ganz allein. ^ „Ha!" schreit er, „Der Windbeutel auch schon wieder hier, „Ich hol' nur meinen Stecken, aber nachher reden wir!" Er zwazelt langsam z'rück insHaus, die Tochter ruft „Papa!" »„Ja, nur nix überhudeln, es geht schön langsam a!":^ Im Wirthshaus sitzt ein Studio, der lange schon studirt Und sich bei fünf Examina schon gründlich hat blamirt. Ins fünfzehnte Semester geht der bemooste Mann Und meldet sich beim Quästor zum fünften Male an. Quästor sagt mit langem G'sicht: „Sie wieder da? Ha ha!" »Ja, nur nix überhudeln, es geht schön langsam a!":^j Ein Fräulein, das schon alt über dreißig Jahr Und wenigstens schon zwanzig Mal gewiß versprochen war. Fragt neulich hier im Cursalon ein Herr voll Ironie: „Wann machen Sie denn Hochzeit, Fräulein Melanie?" „Ach, das Kind hat ja noch immer Zeit!" sagt d'rauf »„Ja, nur nix überhudeln, es geht schön langsam a!":^ Couplet.*) rr die Frau Mama! *) Tie Gesangsnoten befinden sich am Schlüsse des Werkes. 62 Der Engelsaal, der ist bekannt als Vereinslocal, Fast täglich hat im Fasching dort ein Verein sein' Ball. Eine Selcherin, vier Zentner schwer, die sich kaum rühr'n kann, Die nimmt sich bei der Damenwahl ein' ganz an jungen Mann. „I bitt!" sagt's, „nur net gar so schnell, nur langsam Eins und Zwa!" ß: „Ja, nur nix überhudeln, es geht schön langsam a!":^ Ein Mann, der stark gekränkelt schon seit a vierzehn Tagen, Zu dem sagt seine Frau „wir müssen doch ein' Doctor frag'n." — Er wehrt sich mit Hand' und Füß und sagt immer Nein! Aber trotzdem hol'ns ein' Doctor, es muß doch einmal sein. Der Kranke bitt' den Doctor, nur kein' Medicin, na, na! ^:„Denn nur nix überhudeln, i stirb' schön langsam a!" 63 der Freudenau! Duo-Scene * Personen: Johann, Diener. — Lisi, Zofe. (Johann kommt als Gigerl mit Plaque angehängt.) Entree. prech' von Match jetzt nur und Canter, Während englisch ich parlir' — Hört mich Einer, sicher man't er, Bin ein nobler Cavalier! Nit' wahr, ja, man sieht mir's an, daß ich ein Cavalier bin. Natürlich, mein Herr, der Graf Steigbügl, mußte heute zur Groß-Mumie, weil sehr innlnäe. — Hast Plaque, hast 100 fl., setze auf Beindlstierer im ersten Rennen für mich! — Zu Befehl! — So und da bin ich in mein' Grafen seiner Schöller! — I muß fesch ausschauen! Schad', kein Spiegel, Iss, ^68, nierri, schad'. 64 II. Scene. (Lisi in /einer Toilette) Entreelied. Heut' bin ich die noble Frau, Mit dem Kleide Wasserblau, Mit der Feder am OüuxsLn, Alles And're eoninis il kaut. Oui nierei, vous etes uimudls Graf! Ihr Ferd ist — uäniirubla, Alles grüßt, wohin ich schau! Tschau! — Tschau! — Tschau! Ja, das Kleid meiner Gnädigen steht mir wie angegossen. Sie ist verreist, da habe ich mir gedacht, zu was denn die Kleider im Kasten hängen lassen, fährst damit zum Rennen. — Wenn das mein Johann wüßte! — aber wie kommt ein Bedienter hieher? es ist also keine Gefahr! Aha, da steht a nobler Herr, der schaut mich schon längere Zeit an. Johann (b. S.) Reizende Dame; elegant, jung und fesch! Lisi (b. S.) Echter Cavalier — ein Opal! — Apoll will ich sagen. Wie träumend er da stehen thut. Johann. O, diese Grazie! 65 Lisi. Diese männliche Schönheit! Johann. Arme Lisi, was bist Du gegen dieses Götterweib! Lisi. Bedauernswerth er Johann, was bist Du für ein G'wachs gegen solchen Cavalier! — Ob er mich anredt? Johann. Zur Waage, meine Gnädige? Lisi. Gibt's denn da Pferdfleischhacker? Johann. Welch' entzückender Witz! Das Gewicht der Renn- bub'n wird abgewogen, (b. S.) Jetzt Hab i was Dumm's g'sagt. Lisi. Was, also G'wichter thun's abwägen? Johann (verlegen.) Es ist heute sehr heiß. Lisi. Sehr heiß! (Pause.) Johann. Gestern sehr naß! Der Wiener Komiker. 5 66 Lisi. Sehr naß! (Pause.) Johann. Sehr schwül! Schwül! Lisi. Johann. Sie ist sehr geistreich! — (b. S.) Red' mich mit der Lisi leichter! A was, Muth! — Mein Fräulein, bin Graf von Hufnagl! (Sucht) Verdammt, meine Karten vergessen! Lisi (verlegen) O je! ein echter Graf! Johann. Haben so viel Wichtiges im Kopf — Hund — Pferd — Ballet — Schnapsen, a Zwicken wollt' ich sagen — daß wir auf Kleinigkeiten vergessen. Lisi. Herr Graf! Johann. Fräulein, darf ich Ihnen Wichtiges mittheilen? O bitte, bitte! Lisi. 67 Johann. Daß Sie ganz reizende Augen haben! Lisi (b. S.) Nur net verzagt! (laut): Manen's? Ja, das hat schon Mancher von Ihrer Wenigkeit gefunden! Johann (b. S.) Wenigkeit? Das soll ein Compliment sein? (laut): Ein herrlicher Schirm, wie angenehm, sich in seinem Schatten zu sonnen! Lisi (b. S.) Redt' der ein' Stiefel, der muß doch ein Graf sein. Soll ich ihn einladen unter meinen Schirm? Johann. Ach! Fräulein! Lisi. Herr Graf! Johann. Es ist fürchterlich heiß! - Lisi. Na, so stell'ns Jhna zu mir! Johann. Wie? 5 ' 68 Lisi. Unter'n Schirm. Johann (tritt näher) O Göttliche! Ich schaue in Deine Augen, heiliges Glück strahlt mir entgegen! Lisi. Gengan's weg! Johann. Dein Sclave! Dein Hausknecht! Wenn Du willst, ich möchte niederknien vor Dir im Staube — (b. S.) i trau mich net weg'n der Hosen! Lisi. Mein Herr! I bin eine ehrsame Personage! Johann. Nur einen Kuß (nimmt ihre Hand). Lisi. Auf die Hand? Ui je! Das is a Graf! Johann. Und auf Ihren reizenden Mund! (küßt sie.) Lisi. Ah! (Es läutet) Das Rennen beginnt! 69 Johann (entsetzt) Was? Meiner Seel', is schon angangen, um Gottes wollen, i bin verloren! Lisi. Herr Graf, was ist Ihnen? Johann (sich vergessend) Er bringt mich um! Lisi. Wer? Johann. Und jagt mich davon! Lisi. Der is verrückt! Johann. Oder er laßt mich einsperren! Lisi. Was? ?! Johann. Recht hat er, i bin a miserabler Kerl! Lisi. Was ist gescheh'n? Sprechen Sie, Herr Graf! 70 Johann. Was? Graf? I bin ka Graf! — Sie, Sie san an Allem Schuld! * Wie? Lisi. Johann. I bin der Bediente vom Grafen Steigbügl! Johann! Lisi. Johann (weinend) Ja, der Johann! „Da hast ein' Hunderter," hat der Graf g'sagt, „setzt 'n Beindlstierer vom Springer!" Und jetzt spring' i in's Wasser, weil ich ihn net g'setzt Hab'! — Sö san Schuld! Lisi. Kennst mich denn net, Johann — (fällt ihm um den Hals) I bin Deine Lisi! Lisi! Johann (weinend) Lisi. Er muß ja nicht gewinnen! Johann. Wer? 71 Lisi. Der Beindlstierer! Johann. O ja! Mein Herr versteht's! Lisi. Sie kommen schon! — Wie schaut er denn aus? Johann. Weißrothe Schärpen. Lisi. Richtig! Er is vorn! (Pause.) Johann. Noch immer? Lisi. Noch! — (Pause.) Johann. Auch jetzt noch?^ Lisi. Freilich! Johann. Ich bring mich um! 72 Lisi. Jetzt is er ganz voran! Johann (resignirt). Natürlich! — Lisi. Da sans schon, Hurrah! Es ist der Blaue! Johann. Gerettet! (sinken sich in die Arme): Lisi, der Hunderter g'hört mein, geh'n ma zum Sacher! (Beide ab.) 73 ie schwer man sein Brod verdient. Couplets.*) ^ i. Buchhalter zieht zum Neujahr die Bilanz. ^ Bon dreiviertel Acht in der Früh bis um Eins Steht er bei ein' Posten und rechnet und zählt, Weil ihm bei ein Tausend a Neukreuzer fehlt. (Prosa: Eins ist eins, 3 und 4 ist 9. Nein! 1 ist 1; 3 und 4 ist 7 und 9 ist 18. Nein! 1 ist 1; viermal 9 ist 37 — Eins ist Eins!) Wo steckt denn der Kreuzer, daß i ihn net find'? s:Man glaubt net, wie Mancher sein Brod schwer ver- A Maderl, das muß in der Früh in's Foyer, Hebt da ein Füßerl um's andre in d'Höh', Dann kommen d'Fersen hart aneinand', Dabei muß sie lächeln, den Arm ausgespannt. (Prosa: (Hüpft wie eine Ballerine.) „Herr Purtzlichter! Sie treten mir auf die Ferschen, geben's Obacht, Sie san ja a Bär, aber kein Ballettänzer!" — „Was haben denn *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schlüsse des Werkes. 74 Sie heut' zum Nachtmahl, Josefine?" — „Ich? Ich Hab' (mit einer Pirouette) Leberwürst mit Kraut!" — Der fade Kerl sitzt auch wieder im Parterr'. — Neulich war ich mit ihm beim Leidinger, da hat er ein Debreziner Gollasch g'essen, da Hab' i eh' schon g'fresseu.) „O weh!" schreit's, „der Krampf, einen Sessel nur g'schwind." ^:Man glaubt nicht, wie Manche ihr Brod schwer verdient!:^ 3 . Ein Vereinsmeier plagt sich drei Wochen, bis er Die Bürgschaft kann auswendig, d'Aufgab' is schwer, Denn schon der erste Satz ihn stark genirt, Er weiß nicht, wie er ihn betonen noch wird. (Prosa: Zu Dionist dem Tyrannen, mehr Roß, den Dolch im Gewände! — Nein, Möruß! Jetzt weiß ich nicht heißt's: Mehr Ruß, oder Roß? — Zu Dionist dem Tyrannen — wie kann denn ein Diurnist ein Tyrann sein, der Schiller denkt auch nicht logisch! —Zu Dionis dem —) Wo steckt denn der Ton, daß i ihn net sind'? ^:Man glaubt nicht, wie Mancher sein Brov schwer verdient!:^ 4 . Bei einer Gesellschaft von Kunstreitern macht Ein Herkules Sachen, das is schon a Pracht! Wenn man ihm zuschaut und er balancirt — Eine eiserne Stange graziös dirigirt. 75 (Prosa: Hier Cousin! — 8tzt 1a! — Hopp! (markirt mimisch, wie er einen schweren Gegenstand balancirt) Dabei a Pyramid' von sechs Mann und ein' Kind! ^:Man glaubt nicht, wie Mancher sein Brod schwer verdient!:^ 76 ^wei Arinenräthe. Duo-5cene für zwei Herren * Vorgetragen in der Schlaraffia. (Kommen streitend.) Stigler. ^ein lieber Herr Wondruwa, mit Ihnen kann ich nicht reden, Sie beurtheilen Alles vom böhmischen Standpunkt. Wondruwa. Ich Hab' ich gar keinen Standpunkt, ich bin ich nicht Dienstmann, was stehte am Standpunkt, ich rede von . meiner amtlichen Stellung aus als Armenrath. Stigler. Ich bin ja auch Armenrath, aber vom ersten Bezirk und Sie vom zehnten Bezirk. Wondruwa. Na ja, Sie sein's nur Titular-Armenrath, so quis quasi Quarath, denn in der Stadt gibt's keine Armen, 77 folglich brauchend keinen Armenrath, aber bei uns im zehnten Bezirk sein's arme Leut. — Da kauft d'Frau in der Früh Kilo Fleisch beim Comfortablhacker und hängt'n beim Fenster hinaus, wann's am Südbahnviaduct wohnen. — Abends ist's dann g'selcht vom vielen Rauch, was kummt aus Locomotiv. Die brauchen wenigstens kein Holz zum Kochen — und doch schreien's immer, Böhm macht sich hier breit. — Sie, da logirt bei mir der Schneider Pevelka, der hat Zimmert, da steht nichts drinn als Schubladkasten und Schneidertischl; wo glaubens, schlafen die? Am Boden! Stigler. Wondruwa. Im Schubladkasten! In mittere Lad liegt er — in untere sie — in obere Tuchter und im Tischladl — kleine Wenzl. — Jetzt frag' ich Ihnen, wie kann sich der Böhm breit machen. Stigler. Glauben Sie, daß es in der Stadt keine Armen gibt? Ein Geschäftsmann, der 4000 sl. Zins zahlt, zehn Commis steh'n hat und dann manchen Tag ein Paar Manchettenknöps verkauft. Wondruwa. Wegen dem spielen's doch die großen Herren und sitzen den ganzen Tag bei allen möglichen Viechern herum. 78 Stigler. Wie so? Wondruwa. Na, bei Kameel, bei Igel, bei Ente, bei Kugel. Stigler. Die Kugel ist ja kein Viech! Wondruwa. G'hört aber dazu, weil wird damit g'schossen. — Abends rennen's zu Ronacher! Stigler. Gehen's auch einmal hin! Wondruwa. Ah freilich! Was Hab' ich bei Ronacher? Geb' ich 5 Gulden, was krieg' ich — Forelle! Stigler. Der Geschäftsmann muß das oft — es gibt Das und Jenes und so — Wondruwa. Natürlich! Das und Jenes, so und so — da konnen's mich nicht haben. — Ja, wann's einmal sagen — Daas — und Jenes — Soo — und soo — a dann bin ich dabei. Stigler. Sie reden einen Stiefel! 79 Wondruwa. Sie, so reden's nicht mit mir, Sie sein erst acht Tag Armenratb und ich werd' die Woche vielleicht schon. ausg'sch offen. — Fragen's nur im zehnten Bezirk, erste Schuß was kommt, bin ich! — Gemeinde-Ausschuß — das können Sie nit werden, Sie sein, Hab' ich g'hört, in hamliche G'sellschaft bei die Schlaraffen, das sein so Leut wie die Maurer im Freien. Sie, da wern's an- slieg'n bei der Gemeinde! Stigler. Mein lieber Wondruwa! Die Schlaraffia ist keine heimlicke Gesellschaft, die ist über den ganzen Erdball verbreitet! — Unser „Lulu" können Sie in Amerika so gut hören wie hier. Wondruwa. Freilich, mein kleiner Weuzl schreit oft Lulu! Stigler. Ich seh', Sie haben keinen Begriff von dieser Gesellschaft — da sind Ritter. Junker und Knappen, jeder muß Ahnen haben. Wondruwa. Anen? Ich Hab' Drei, mein Größter ist schon vier Jahre alt. Stigler. Ich rede von Vorfahren, nicht von Nachkommen! 80 Wondruwa. Na, wann's Niemand nachkommt, können's a nit Vorfahren. Stigler. Mit Ihnen kann man von solchen Dingen nicht sprechen. Wondruwa. Von andern a nit, mit mir kann man überhaupt nicht sprechen! Stigler. So hören wir auf! Wondruwa. Hör'n me auf! — Ich empfehl' mich Ihnen. (Wüthend ab.) Stigler. Ebenfalls! (Ab.) 81 Lächerlich! Couplets*) mit Prosa. ch i. ei einer Wahlversammlung bitt' Ein Candidat um's Wort Und tritt auf die Tribüne schnell, Ja schnelle, schnelle, schnelle. Er sagt, ich lieb' die Freiheit nur; Vom Alten bleibe keine Spur, Nur Neues muß zur Stelle. Ja Stelle, Stelle, Stelle. Doch ist er g'wählt, so zeigt er sich, Als Reaktionär ganz fürchterlich. Jetzt der macht sich doch lächer— Ja lächer—lächerlich!:^ Prosa. (Während der Pause) Meine Herren! (markirt Redner — deutet auf Orden.) *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schlüsse des Werkes. Der Wiener Komiker. 6 82 2 . Ein Schneiderg'sell hat Passion Auf's Reiten und nimmt gleich Lection, Im Schritt, Galopp und Trappen, Trappen, Trappen, Trappen. Im Prater, weil g'rad die Saison, Da reit' der Schneiderg'sell auch schon Auf einem schwarzen Rappen, Rappen, Rappen, Rappen. Das Pferd wird wild und bäumet sich, Der Schneider stürzt elendiglich, s) Jetzt der macht sich doch lächer— lächer— lächerlich.^ (Markirt das Reiten und Fallen.) Lächerlich! 3 . Bei einer noblen Assemblse Bei Butterbemmchen, Milch und Thee, Da wird auch concertiret, tiret, tiret, tiret. Ein Herr bläst auf der Flöte matt, Ein Fräulein spielt Piano fad, Ein Dritter declamiret, miret, miret, miret. 83 Mit dem weißen Lämmchen plagt er sich, Doch bleibt stecken jämmerlich. »Jetzt der macht sich doch lächer— lächer— lächerlich.:^ Prosa. (Stellt sich in Positur.) Ein Gedicht! — Das weiße Lämmchen! Ein Lämmchen Schnee wie weiß! — Nein! Ein Gedicht: Ein Lämmchen grün wie Klee! — Nein! Ein Gedicht: Ein blondes Lämmchen! Nein! — Ein gebackenes Lämm — Lächerlich! 4 . Ein Herr sieht auf dem Maskenball Eine schöne Maske in dem Saal. Er thut's gleich attaquiren, quiren, quiren, quiren. Sie hängt sich auch in ihn gleich ein, Er führt sie zum Buffet hinein, Da thun sie dann soupiren, piren, piren, piren. „Ach. bitte, demaskire Dich!" Als alt und schiech entlarvt sie sich. »Jetzt der macht sich doch lächer— lächer — lächerlich!^ Prosa. Bitte, hierher, schöne Maske, wünschen Sie ein kleines Gefrornes und einige Mandelbögen. — Ach, theure Maske, 6 ' 84 geh', mache mir die Freude, zeig' mir Dein reizendes Gesichtchen!" (erschrickt.) Lächerlich! Ein alter Herr mit weißem Haar, Der geht auf Freiersfüßen gar, Thut sich ein Mädchen wählen, wählen, wählen, wählen. Sie ist kaum neunzehn Jahr vorbei Und schwört ihm ewig Lieb' und Treu', Sie thun sich auch vermählen, mählen, wählen, mählen. „Ja, ja," sagt er, „sie liebt nur mich, Mich ganz allein herzinniglich, s) Jetzt der macht sich doch lächer— lächer— lächerlich!:^ Prosa. Gelt Mausi, Du hast mich allein gern? Der Einjährige ist ein Cousin von Dir! lDeutet Podagra an.) Lächerlich! Er 85 >ie Blutsverwandtschaft. 'er kleine Peterl sagt: I kenn mich aus. nimm i zu ana Mahm oder Godl in's Haus, Kenn ich's am Butterbrot); is' recht dünn g'schmiert, G'spür i glei, daß d'Verwandtschaft bei mir sich verliert. Da seht's mich glei verschwinden, da sag' i, na pfürt God! Schleck' in Butta schnell ab und laß' ihnen's Brod. Aber schmiern's sie's wo dick, so bleib' i gern, Thu's mit mein' Besuch länger beehr'n; Denn wer gut schmiert, der fahrt a gut. Im Schmier'n liegt's verwandtschaftliche Blut. 86 Stoßseufzer eines Jschlers. s rührt sich nix, es reibt sich nix, l Der Juli is schon da. ? Heuer sitz ma in der Wix, !>. Heuer brenn' ma a. , San denn dös a Summergäst? Aus is, völli aus! So is do früher niemals g'west. Bleibt's do lieber z'Haus — Hunger leiden könnt's daham, Was kemmt's denn da daher? D'Cavalier vertreibt dös Kram A Paar kemman nur mehr. Wann i denk an frühere Jahr, Ja, das war net dumm! Da is der Baron Heinrich Heine Mit'n Fünfer-Zug herum. Wann er so ob'n is g'sess'n Mit seiner schönen Frau. Heut Vierer-, morgen a Fünfer-Zug, Ah, das war a G'schau! Wann solche Curgäst ausbleib'n, Is mit Ischl Rest — Dann wird'S mit der Zeit A g'wöhnlich's Bauern-Nest. 87 hundert Gulden. Couplets. *) HM Maderl in Pomp, über'n Grab'n geht sie Ham ^ Und hintnach von Anbetern ein ganzer Schwarm, S- Schaut sich oft um, weist den z'rück, der ihr z'keck, Aber net um hundert Gulden gingt einer weg. Prosa. „Freund!" sagt Einer, „das Madl laß' ma nicht mehr aus!" — „Net um a G'schloß!" sagt der And're, — „Aber sind Sie nicht so zudringlich!" — „Ach, det Gesicht — wie 'ne aufgeblühte Nelkenpflanze, nur der Lilienstengl fehlt noch." — „Mausi!" sagt ein nachzappelnder Alter, „nur ein Bussi, und was Du verlangst, das Hab' ich!" —„Meine Herren! Wer mir meine Schulden bezahlt und ein anständiges Vermögen zusichert, wird der Meinige! G esang. Jetzt soll'ns von die Lackeln 's Renna und das Auseinander- fahr'n sehn. ftJ glaub', wann ma an hundert Gulden gebet, bleibet keiner steh'n.:^ *) Die Gesangsnolen befinden sich am Schluffe des Werkes. 88 2 . Es bricht in der Nachbarschaft Feuer wo aus, Die Leut' laufen alle von Hof und von Haus, Bleiben vor Neugier steh'n auf'n Fleck Und net um hundert Gulden gingt einer weg. Prosa. Wa—- wa— wa— waas is denn da g'scheh'n? „Na, die Männer!" sagt a Kräutlerin, „mit ernan verflixten Zigarrirauchen, da wutzeln's die Gluthstingl so lang umaduma, bis a Fünkerl abifallt und 's Feuer is fertig. — (Recht tief):„Wem g'hört denn dös Haus?"sagt a Garteng'schirrlmacher von Erdberg. — „Na, in Hausherrn!" sagt die geistreiche Kräutlerin, „er is Greißler und Gemeinderath und da hat er viel Stroh im Magazin g'habt und da hat's g'fangt." — „D' Spritzen kumman. D' Spritzen!" schreit a Schusterbub. — „Der Rauchfangkehrer wird glei mit'n nassen Fetzen abi fahr'n." — „Platz!" schreit der Commandant. — Doch die rüh'rn sich nicht. — Da kommt plötzlich ein riesiger Wasserstrahl in die Menge. Gesang. Jetzt soll'n's von die Leut' das Rennen und das Aus- einanderfahr'n seh'n. s:J glaub', wann ma an hundert Gulden gebet, bleibet keiner steh'n.:^ 89 3. Zwei Fleischhacker führen ein' Ochsen zum Schlag'n, Das Thier ist sehr stutzig, ihm will's nicht behag'n, D'rum macht er Reißaus; glei san d'Leut' alle dort Und net um hundert Gulden ging einer fort. Pr osa. „Wa— wa— wa— waas is denn da g'scheh'n?" schreit a vorbeilaufender Kranzelbinder. — „No, a Ochs is auskommen!" — „Was, a — „Das is der 22." sagt a alte Lotterieschwester. — „Den Fleischhacker hat er g'spießt!" — „A g'spießter Fleischhacker, das is der 5. — den muß ma extrato setzen." — „Daß sich aber so a Viech net ruhig halt?" — „Nu, weil riechte schon!" sagt a böhmischer Briefträger. — schreit stolz ein Ungar, „das ist ungarischer Ochs, was nicht will haben den Schwabenstreich!" — „Was?" schreit ein Lerchenfelder, „gar kein Ochs geboren, der sich mit mir meßt!" — Der Ochs kommt! — Gesang. Jetzt soll'n's von die Leut' das Rennen und Auseinander- fahr'n seh'n. s)J glaub', wann man an hundert Gulden gebet, bleibet keiner steh'n.:^ 90 Hie Zeitungsleser. Duo-Scene für zwei Herren. KU Personen: Huber. — Meier. (Jeder kommt mit einem Blatt.) Huber. Servus, Meier! Meier. Servus, Spezi! Huber. Woher? Meier. Aus der Trafik. Huber. Ebenfalls! Meier. Zeitung holen! Huber. Ebenfalls! 91 Meier. Ich bin in der Früh' schon immer so g'spannt, wie eine alte Baßgeigensaite. Huber. Ja, man liest aber jetzt auch G'schichten, daß man den ganzen Tag aufgeregt herumgeht. Meier. Man muß nicht Alles glauben! Huber. Das sag' ich auch! Duett.*) (Beide lesen und singen.) Huber. Ein Maderl mit a siebzehn Jahr, In Liebe noch unerfahr'n, Meier. Die will zu einem alten Herrn Als Wirthschaft'rin halt gar so gern. Huber. Sie sagt, sie nimmt gar keinen Lohn, d N^eier. Sie thut es nur aus Passion! Huber. Glaubst Du's? ') Die Gesangsnoten hiezu befinden sich am Schluffe des Werkes. 92 Meier. Wer? Huber. Du! Meier. Ich? Huber. Ja! Meier. Nein! (Beide) Und so was drucken's 'nein 2 . Huber. Daß Wien als eine Theaterstadt Sich hundertmal bewiesen hat. Meier. Die Theater werden schon zu klein, Denn massenweis' stürzt Alles 'nein. Huber. D'rum bauen sie noch zwei bis drei mehr, Meier. Directoren werden Millionär! Huber. st Glaubst Du's? Meier. Wer? 93 Du! Huber. Meier. Ich? Huber. Ja! Meier. Nein! (Beide) Und so was drucken's 'nein! 3 . Huber. Nein! Hör, in unserer heutigen Zeit, Da gibt es so viel schlechte Leut', Meier. Kaum daß zehn Diebe eingesteckt, Hat man Einbrüche neu entdeckt. Huber. Heut' Nacht, es ist doch zum Teufel holen, Meier. Hab'ns den eisernen Mann am Rathhaus g'stohl'n d Huber, s) Glaubst Du's? Meier. Wer? Du! Huber. 94 Ich? Ja! Meier. Huber. Meier. Nein! (Beide.) Und so was druckend 'nein! 4 . Huber. Du, mir stehen die Haar' in d'Höh'! Gestern am Franz Josefs-Quai Meier. Ist gescheh'n ein grand Malheur So was erlebt man nimmermehr! Huber. Da steht die G'schichte fett gedruckt. Meier. Ein Hecht, der hat die Mouche verschluckt. Huber. st Glaubst Du's? Meier. Wer? Du! Huber. Ich? Meier. 95 Huber. Ja! Meier. Nein! (Beide.) Und so was druckend 'nein. Huber. Der Phonograph von Edison Steht höher als das Telephon. Meier. Red' einer einen Stiefel brav — So hebt ihn aus ver Phonograph Huber. So wie ein' Strudl in der Röhr'n. Meier. In zwanz'g Jahr kann man ihn wieder hör'n. Huber. ^Glaubst Du's? Meier. Wer? Huber. Du! Meier. Ich? Huber. Ja! 96 Nein! Meier. (Beide.) Und so was druckend 'nein!!) 6 . (In der letzten Strophe deutet Huber dem Meier nur stumm; Meier ebenfalls dem Huber, bis zum Refrain, dann singen sie): Huber s: Glaubst Du's? Meier. Wer? Huber. Du! Meier. Ich? Huber. Ja! Meier. Nein! (Beide.) Und so was drucken'ö 97 ^uf der Alm. AAu wunderherrliche Alpenwelt, ^ Du Eden voll himmlischer Klarheit! ^><-Wie sind Deine Fluren so reich bestellt, Dein Volk voll Unschuld und Wahrheit. Wie prächtig, wenn der gewaltige Hirsch Sich bricht durch's grüne Gestrüppe, Die scheue Gems' vor des Waidmanns Pürsch' Sich flüchtet von Klippe zu Klippe. Wenn purpurn malet der Morgenstrahl Die himmelan kletternden Firnen Und donnernd stürzet der Wasserfall Von eisigen Felsenstirnen. Wie gleitet das Auge so schrankenlos Hinaus in unendliche Fernen, Wie lächelt buhlend die Alpenros' Hinauf zu den ewigen Sternen. O Sennerin hold, bei Dir bleib' ich nicht, Vor lauter Wind Hab' ich schon 's Reißen, Was frommt mir Dein lieblich Angesicht, Wann mi d'Flöh in der Hütt'n verbeißen. Der Wiener Komiker. 7 98 sehn's, das is modern! * sagt ein junger Mann, Hab' schon mein Programm. Ein Geschäft etabliren, Dann später falliren, Drei Monat g'sperrt ein, Und nachher leben fein, Um das, was d'Leut sagen, thu' ich mich nicht scheer'n. Sehn's, das is modern! Zu der Greißler-Fanny Sagt der Pepi, der klani: „Ach, ich liebe ja Dich, „Nach der Schul' wart' auf mich!" Er studirt, wie Präsente Er ihr machen könnte. Stiehlt sein' Vater ein' Bleistift und thut ihr'n verehr'«. Sehn's, das is modern! 99 Frau Nachbarm, das ist nicht schön, Daß ihren Mann Sie hintergeh'n. Kaum ist er nur davon, Kommt der junge Doctor schon. Doch die d'rauf sagt nicht faul: „Bitt' Sie, halten Sie das Maul, „Sie alte Schachtel, thäten's selber gern!" Sehn's, das is modern! 100 Hm Lßterhazfkeller. Bei einer Thür in ein' Gasserl sehr klein, Da drängen pnukt elf sich die Leute hinein. as ist am Haarmarkt, im Eßterhazykeller. Trotzdem er am Haarmarkt ist, hat doch noch Keiner ein ^ Haar d'rin g'funden. — Da steh'n die Gruppen bei der vorsündfluthlichen Beleuchtung der Oelsunzen zusammengedrängt, die Tauben hätten's nicht schöner Zusammentragen können. Jedes Treiberl hat da einen separaten Leithammel, der natürlich das große Wort führt und dem Alle andächtig zuhören. „Das sagen Sö mir net!" sagt ein Localhistoriker, „Sö dumme Gans, wo das Gänsemädchen g'standen is, das weiß ich besser, weil i überhaupt Alles besser weiß. (Im Schultone): Das Gänsemädchen war auf der Brandstatt, von da is in Stadtpark kumma, da hat's der Zelinka verdrängt, nachher haben sie's zu der Mariahilfer Kirche g'stellt — da hat's wieder fort müssen, weil's da den Haydn mit an Heiden-Bahöl aufg'stellt haben. Na, nachher war's vierzehn Tag ohne Platz — 101 wie's schon geht bei die Dienstboten, aber sie is a festes Madl!" „Na natürlich, sie is von Eisen!" sagt bissig die Alte! „Lassen's mich reden! D'rum haben sie's jetzt zum Kaiser Piccolo hing'stellt!" „Casa Piccolo heißt es!" „Kaiser, oder Kasa, das is alles Eins! — Die Tiroler sagen Kasa, wir sagen Kaiser, das muß i besser wissen, bei der Rahlstiege, da steht's jetzt!" „Schlecht steht's, das können S' mir glauben; auf politische Horizont, da steigen's Wulken auf!" sagt ge- heimnißvoll der Schneider Wowernek in der zweiten Gruppe, „in Wipplingerstraße haben's heut Möbelwagen Patrontaschen und Lederzeug von schwarzem Tuch aus- g'laden — für Landsturm! Landsturm kriegt nur tuchenes schwarzes Lederzeug, damit sie nicht brauchen alle Tag anstreichen!" „Na, weg'n dem braucht's no net loßgehn!" sagt a Eisenbahn-Conducteur, „die Patrontaschen, die können's ja nachher in die Gemeindekanzleien als Spucktrücherl verwenden!" „Ja, da hat der Herr Conducteur recht! Wann's amol zum Landsturm kommt, nachher geht's eh nimmer g'rad. Da war' ja gar ka G'schäftsmann z'Haus, dös war a Hetz! Die Weiber von die Fleischhacker müßten auf d'Regie fahr'n; — auf der Tramway lauter weibliche Conducteure — von die lasiert man sich viel lieber einzwicken — Jeder thät da direct verlangen, und nur 102 wann man wieder a schönere Conducteurin sehert — verlängert man a Umsteigkarten!" Dort im Eck, die dritte Gruppe, vier Herren und a vazierende böhmische Köchin, die geben sich wieder alle Mühe, das slavische Element gänzlich zu unterdrücken. Punkt 1 Uhr wird geläutet — und leer is dann schnell, Das is noch Alt-Wien — aber doch originell! 103 Was is sebr schenant! (Nach einem Nortrage als Beigabe.) * i. enn Sie mich applaudiren, So sollt' ich noch declamiren, Doch weiß ich nicht viel mehr, Hier ganz ohne Souffleur! Ich möcht' mich nicht blamiren Und Sachen repetiren — Die mir nicht gut bekannt, Das ist schenant! 2 . Wenn Einer defraudirt Und glücklich auch echappirt, In Hamburg dann kommt an Als freier, reicher Mann Will fröhlich auf das Schiff, Dort schreit ein Detectiv: „Sie sind arretirt — Defraudant!" r)as is schenant! 104 3 . So draußen in Vöslau Allein sein nur die Frau, Der Mann herinn' in Wien Im Geschäft sehr fleißig drinn', Kommt unverhofft, o weh', Hinaus und find' beim Thee Bei ihr ein' Lieutenant! — Das is schenant! 4 In der Prater-Hauptallee, Oben zwei Diener in Livree Und im Wagen nobel d'rinn' Sitzt das Fräulein Leopoldin; Da kommt der Ferdl g'rad', Der's früher kennt schon hat, Schreit: „Servas Poldl!" ganz galant. Das is schenant! 5 . Lesen kann man bei die Schneider Ueberall: „Sehr feine Kleider, Nur reell und kein Betrug, Mein Geschäft ist jetzt im Zug; Um zwei Gulden geht man bei mir Heraus als feiner Cavalier!" Doch wenn's regnet, zergeht das G'wand! Das is schenant! 105 Fimmel und Hölle! ^llialect-v ortrag für einer: Herrn.) »r . Himmel. ie Firmung is wo in ein Ort, Der Bischof der is kumma — Er war früher nie no dort, Jetzt kummt er alle Summa. Der Vormittag, der war vorbei, D' Bauersleut' sau wieder ganga; Da war beim Pfarrer Esserei, Das kann man do verlang«! Der Pfarrer, schon a alter Herr, Der macht sich viel zu schaffen Mit'n Bischof, denn die große Ehr', Die laßt'n heut' net schlafen. Der Bischof, recht a liaba Mann, Sagt: „Legt Euch jetzt nur nieder, „Ös braucht's Ruh, ich seh's Euch an, „Ich komm' später wieder! 106 „Ich geh' ein wenig 'naus in Wald „Und Ihr bleibt's ruhig z'Haus! „Ich bin jünger, Ihr seid alt — „Da geh'n ein' d'Krästen aus." Und wie er so im Wald spaziert, So sieht er dort am Rain Ein klein' Bub'n, der discurirt Mit sich so ganz allein. Der Bischof geht zu ihm und fragt: „Wer bist Du, lieber Kleiner?" Der Kleine ihm ganz ruhig sagt: „Hirt oder Halterbua wegen meiner! „Ich muß Acht geben auf Schaf' und Küh' „Damit's davon net rennen; „Es macht mir aber gar ka Müh' — „Das Ding muß man halt kennen!" „Auch ich bin Hirt," sagt der Bischof d'rauf; „Eine Heerde ist mein Eigen, „Der muß ich, jetzt paß' schön auf — „Den Weg zum Himmel zeigen. „Doch jetzt, mein Kleiner, sage mir, „Ich habe mich im Wald vergangen, „Wo kann man denn die Kirche hier „Im Ort recht bald erlangen?" 107 Da lacht der Bua, was er nur kann, Und schreit: „Ös seid's a Wahrer, „Geht's daher und lügt's mich an — „Na wart's, i sag's in Pfarrer! „Zum Himmel zeigt's Ös All'n den Weg? „Und fünf Minuten d'rauf „Wißt's zu der Kirch'n net den Steg, „Da hört sich Alles auf!" Hölle. Der Bauernsepp sitzt auf der Bahn, Auf der neuchen in Tirol, Weil er halt so dann und wann Nach Bregenz eini soll. Vis-ä-vis sitzt auf der Bank Der Pfarrer von sein' Ort, Der schaut in Sepp schon hübsch lang Wild an und redt ka Wort! Endli fangt er doch halt an, Sagt: „Sepp, was muaß.i seh'n? „A Bauer auf der Eisenbahn? „A Bauer, der soll geh'n!" „Ja, i muaß Schweindl kauf'n „In Bregenz glei vier Stuck, „Da könnt' ich's net derlauf'n, „Da kam i Heuer nimmer z'ruck." 108 „Ja, die Eisenbahn und d'Maschinerie," Thut der Pfarrer brumma, „Mei liaba Sepp, das sag' Dir i, „Die thuat vom Teufel kumma! „Und der Zug, mit den ma fahr'n, „I sag' Dir's, meiner Söl/, „Du wirst das nur zu bald erfahr'n — „Geht geradewegs in d'Höll'!" „Aber Pfarrer, bitt' Dich, schau! „Du fährst ja a mit Dampf?" „Ja, ich nimm' auf," so sagt der schlau, „Mit der Höll' den Kampf!" „Auf mich, hochwürd'ger Herr, „Kann der Teufel warten!" Schreit der Sepp! „Da schaut's her, „I Hab' a Retourkarten!" 109 uati Tehr'! / V junges Blut, spar Dein Gut, ^ Net reiten, junge Herrn, ^ Sonst müaßt's als a Alter geh'n, Wann die Knie roglert wer'n. D' Jugend is die Zeit Für d'Liab und für d'Freud. Wer'n ma alt, than ma bet'n Um d'himmlische Freud'! In der Jugend muaßt sparen, Ohne Ruh', ohne Rast, Daß D' dann im Alter Zum Beißen was Haft. Spar' nur zu, alter Geiz, Ohne Ruh', ohne Rast, Und im Alter da beiß', Wannst kan Zahn nimmer hast! Iw er Sonntag-Nachmittag! Solo-Scherz. ^ Am Sonntag Nachmittag, eht man so am Ring spazieren, H Da kann man sich amüsiren, V Da gibt's keine Frag'. Prosa. Ja, das ist die wohlfeilste Unterhaltung in ganz Wien, namentlich im Winter. Der Ring ist sogar geheizt, denn ein Kastanienbrater steht mit seinem Ofen am Eck der Kärntnerstraße, der andere bei der Gartenbaugesellschaft. Beide Heizen, was Platz hat. Um halb vier Uhr geht der vorstädtische Corso an. Die verschiedenen Bezirks-Dandy mit die viereckigen Rock und die ziegelrothen Handschuhe, mit unmöglichen Cylinder kommen an. Die Handschuhknöpfe binden die rothen Hände ab, daß sie ausschauen, wie die frischgesottenen Safaladi — neben ihnen gehen die Bezirksschönheiten — die Perlmutter-Fanny, die Wichsmacher- Sali ohne Vitriol rc. — vor ihnen gehen die Commis Salomon Rindskopf und Schmul Bernstein! 111 „Ueberall machen sich die brat!" sagt der Sasaladi- Schorschl und steckt seine Wursthaut, genannt Handschuh, zwischen das erste und zweite Knopfloch. „Ja, es ist schrecklich, wie marokant diese Menschen sind!" sagt die Sali, „mein Gott, die Leute haben keine Bülldung, keine gründliche, nur das G'wand schaut so g'scheidt aus!" „Rindskopf, was haste? Du kommst mir eppes so niedergeschlagen vor?" sagt der Schmul. „Ja, Schmul, ich Hab' heut' so einen schlechten Tag — über mir schwebt das Ei des Damokles!" „Du redst doch ein Stuß. Das Schwert des Columbus, haißt es doch!" „Du willst mir deutsch lernen?" sagt ironisch Rindskopf, ein Mensch, der heunte ohne n schreibt! „Na. sei gut, kanf'n wir uns ä Ros' bei Fossatz; es sieht nobel aus; wenn man hineingeht, macht es heraus'» schon ein Aufsehen!" sagt der Schmul. „Ä Ros'? a Roß müßt ich sein, wenn ich einen Gulden für a Ros' Hergebert — Dir's gesagt!" „Nu, was sagst Du zu unsere Leut? Die Palais hier alle von unsere Leut; der Einzige dort, einer vom alten Adel, hat sich eingedrängt!" „Vater, bitt', geh'n ma da hinein in's Panthion", sagt der kleine Schani. „I wir Dir glei a Pampfdion geben, solche Dummheiten, was siehst denn d'rinn' — so Strizzi san in Lerchenfeld lebendige gnua — zu was brauchst denn da die wächsernen anz'schau'n!" 112 „Kommen's, Fräulein Sali, geh'n ina da hinein in die Bodega, das ist nobel — auf ein Glaserl Süßen!" „Das is g'scheidt, ich Hab' noch nie einen spanischen Wein getrunken!" „I a net," sagt der Schorschl, „nur das spanische Rohr Hab' ich schon in meiner frühesten Jugend gekostet!" Sie treten ein. „Da san ja kane Tisch, lauter Fasset!" „Bitte, nur auf einem derselben Platz zu nehmen!" sagt der spanische Kellner, der zwar nicht am Guadalquivir, jedoch am duftigen Ufer der Wien das Licht der Welt erblickte. „Jessas, is dos ordinär, da muß man aus'n Fasset sitzen!" sagt die Sali entrüstet. „Befehlen!" „Geben's zwei Glasl Süßen!" sagt der Schorschl herablassend. „Bei uns is Alles süß!" erwidert der Kellner, „also Malaga!" Er bringt zwei Glasl. „Die san aber klan!" flüstert die Sali. „Das is ja das Noble: klein, aber theuer!" sagt der Schorschl. „Gott, da is fad, geh'n ma lieber in'S Pilsner Beißl. So, zahlen! Zwei Glasl!" „Bitte, 70 kr.!" „Was, 70 kr.? san Sb narrisch, die ausdruckten Zibebeu kosten 70 kr.?" „Gemeinheit!" schreit die Sali. 113 „Glauben's, ich bin Ihr Hopf?" brüllt der Schorschl, „das zahl i net!" Der Kellner laßt sie sitzen. — Gleich d'rauf kommt ein Sicherheits-Jnspector und fordert sie auf zu zahlen. „Na, das is a schöne Unterhaltung, da haben's die 70 kr. — Komm', Sali, geh' ma. — Mich sieht die Ringstraßn nie mehr!" Gesang. Da bleib' i in Lerchenfeld, Denn da kriegt man was um's Geld! Der Wiener Komiker. 8 114 ^er Spiegel. Vortrag für eine Daine. ^an sagt, es gibt nicht Wahrheit mehr, Es ist Alles Lug und Trug! Da sag' ich d'rauf, es ist nicht wahr, Es gibt noch Wahrheit g'nug. Die Menschen darf man freilich jetzt Beschau'n ein wenig nur, So sieht man auf den ersten Blick Von Wahrheit keine Spur. Doch kenne ich ein Ding, Das die Wahrheit spricht — Und sagt es unverschleiert Einem Jeden in's Gesicht. 115 Die alte Grete, noch sehr verliebt, Trotz Falten im Gesicht, Die seufzt bei Tag und Nacht, Daß ihr das Herz fast bricht. Da stellt sie sich zum Spiegel, Fragt ihn ganz betrübt: Ist es denn unmöglich, Daß sich wer in mich verliebt? Um besser hineinzuseh'n, Putzt sie sich ihn am Glanz, Da sieht'S zum Entsetzen — D'rinn a alte Gans! Ein Gigerl steht vor'm Spiegel, Dreht sich wie eine Docken; Er kämmt sich den Strobelkopf, Nicht' sich die Parocken. Er macht wieder einen Blick hinein Und traut den Augen nicht — Denn ein aufgeputzter Affe Lacht ihm in's Gesicht. Ein Wucherer, ganz spindeldürr. Mit einer Nase spitz, Die Leute pfänden, auszuziehen, Ist sein einz'ger Witz — 8 * 116 Sieht zufällig im Spiegel sich — Da, o Schreck' und Graus! Da sieht starr ein Wolf auf ihn, Gierig, wild heraus! Doch seh' ich Ihnen nur Forschend in's Gesicht — Das ist für mich der Spiegel, Für das kleine Gedicht! 117 Ho kommt's unter d'Leut'! , Louplets.^) ch ill Einer einmal haben, daß etwas wird recht bekannt, So darf er's nur erzählen recht kurz und hübsch pikant Den Mägdelein beim Brunnen, am Eck der Kräutlerin, Oder gar der Greißlerischen, da geht's schon nach sein' Sinn, Denn d'Frau Susi sagt's der Mali und die der Adelheid. t:Äa, Einer sagt's dem Andern und a so kommt's unter d'Leut'!:H 2 . Die Wienerstadt, die wurde, gewiß sehr schön und groß. Die Anlagen, Häuserbauten, sind wirklich schon famos. Der zehn Jahr' nicht in Wien war, der kennt sich nicht mehr aus, Denn Paläste schießen wie die Pilz' so aus der Erdn 'raus; Doch wie sie den Friedhof finden, in Simmering draußt so weit? fi.Ein Todter sagt's dem andern und a so kommt's unter d'Leut'!:^ *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schluffe des Werkes. 118 3 . In einem Provinztheater spielen's ein neues Stück, Doch sind nicht gelernt die Rollen, o herbes Mißgeschick! Die Schauspieler, die hupfen aus der Bühne ängstlich um Und doch ist noch zufrieden das P. T. Publikum. Sie sagen, die haben gesprochen denDialog sehr fließend he«t. ^:Der Souffleur sagt's ein den Andern und a so kommt's unter d'Leut'!:^ 4 . Ein Fleischhauer oder Bäck' zu sein, das ist ein Genuß,. Ja weil selbst der ärmste Mensch etwas essen muß, Und trotzdem hört die Herren man so häufig klag'n, Obwohl die meisten schon zwei, drei Häuser hab'n, Ja wo's das Gelder! herhab'n, die Frage liegt nicht weit. ^Zieht ein kleines Kipferl heraus.) s/.Der Eine zeigt's dem Andern und a so kommt's unter d'Leut'!:^ c>. Wir haben hier im Vereine schon Vieles arrangirt, Es wurde viel gesungen, gesprochen, musicirt! Wenn sich in ein' Verein ein Gespenst nur nicht einschleicht, Das ist die Langeweile, ist unser Zweck erreicht. — Wenn Sie sich unterhalten, zum Beispiel so wie heut', Sagt's Einer dann dem Andern und a so kommt's unter d'Leut'!0 119 6 . Die Kirchenglocken schallen hinab in's stille Thal, Dort geht man soeben zum heitern Kirchweihmahl. Der Pfarrer predigt Frieden, die Gemeinde stimmt mit ein, Doch kaum sind sie im Wirthshaus, geh'n an die Rauferei'n, Daß doch auf so ein' Kirchtag nur immer Zank und Streit. >s:Na, der Eine gibt's dem Andern und a so kommt's unter d'Leut'!J 7 . Wir haben seit Jahrzehnt' erlebt schon Mancherlei, Doch wie es sich jetzt gestaltet, das ist Jedem neu. Arme Leut' und reiche hat's jederzeit gegeben, Ein Unterschied der Stände muß sein in diesem Leben! Aber jetzt klagt ohne Ansnahm' fast Jeder über d'Zeit. (Zeigt eine leere Brieftasche.) j)Der Eine zeigt's dem Andern und a so kommt's unter d'Leut'! I 120 ine Gespenstergeschichte. ie Nacht ist keines Menschen Freund, Am Feld so wie im Wald, Weil Einem Alles anders scheint, Der Ton auch anders hallt. Zwei Comödianten haben einmal In einem Nest gastirt Und dabei, wie es der Fall, Sehr wenig profitirt. In Ungarn war's nah' an der Grenz' Der Steiermark schon hin, Trotz ohne aller Concurrenz War im Theater Niemand d'rinn. Leb'n mußten's, lieber Gott, Das kann man nicht verhehlen, Denn die Kunst, die geht nach Brod, Darum müssen's stehlen. 121 Bei Tag, da haben sie gefischt, Und habn's a Paar erfangt, Wurd' am Abend aufgetischt — Für heut' hat's wieder g'langt. Die and're Nacht sind's auf's Feld, Wo Kürbis wachsen schön, Und hab'n sich denkt, auch ohne Geld, Kann man nicht untergeh'n. Da sein's wieder in der Nacht In die Felder hinaus g'schlichen. Ohne Schuh', daß' Reis nicht kracht, So thun herum sie kriechen. Der Mond, der schien nur dann und wann; Um Kürbis greisen's um, Da steht vi8-ä-vi8 ein Mann Ganz weiß, es ist zu dumm. Drohend hebt er seinen Arm Wie ein Gespenst hoch auf. Die kriegen 'ne Angst, daß Gott erbarm' Und richten sich zum Lauf. Doch die Gestalt kommt hinten d'rein Und schreit: „Wau wau! Wau wau!" Und holt sie jetzt beinahe ein. Es wird ihnen grün und blau. 122 Wie sie schon beim Friedhof war'n, Da hat er's fast beim Gnack! Da kommen auf ein' kleinen Karr'n Drei Bauern her im Trab! Die Comödianten schrei'n: „A G'spenst! „Kehrt's nur schnell auch um!" „Vorwärts! Hiö, hiö, Hengst! „Die Kerle san zu dumm." Da kommt auf der Straß' daher Das G'spenst in schnellem Laus, Der Wagen steht Plötzlich über quer, Der Hengst, der bäumt sich auf. Der Kutscher in der höchsten Angst. Der macht ein' festen Ruck, Brüllt: „Hansl, laus, was d'laufen kannst, „Schnell in die Stadt nur z'ruck!" Das war jetzt eine Stceplechase, Die war schon aus der Weis', D'Comödianten und der Hengst Sein g'losfen um den Preis. Doch bei der Mauth, o welch' Malheur, Da war der Schranken zu. Jetzt gibt es kein Entrinnen mehr. Der Geist is da — hu hu! 123 Er hebt gleich die Finger auf Und lacht: „Ha, ha, ha, ha!" Da macht der Mauthner 's Thürl auf: „Was is denn das für G'schra!" „A Geist, a Geist! Kommt's mit'n Licht!" Er kommt mit der Latern. Und leucht' dem Geist gleich in's G'sicht Und lacht zum narrisch wer'n. Schreit: „Oes seid's Helden da beinand, „Der Halterbub' ja is, „Seht's denn net sein weißes G'wand „Und sein dummes G'friß?" „Ös Comödianten!" schreit er und lacht, „Laßt's die Kürbis stecken, „Geht's net stehlen in der Nacht, „So werd's a net daschrecken!" K' 124 ^ie sich der ^>chneiderg'sell entschuldigt. gute Katerüne, Ich weiß, daß ich's nicht verdünne, ^ Denn ich bin nur leuder "f" Ein ganz armer Schneuder. ^ Doch das könnt' ich mir nicht denken, Daß Du mich so wirst krenken. Schon beinah' am Züle, Reißt Du die Gefühle Mir aus meinem Hörzen Und thust mit Lübe schörzen, Nimmst Dir einen Schuster, Stellst ihn hin als Muster, Verhöhnest alle Schneider Mir nichts Dir nichts und so weider. Du wirst es noch bereien, Wirst nach Deinem Schneider schreien. Bis dahin ich mir die Zeit vertreibe Mit der Nöhmaschine und verbleibe Dein Dich lübender Betrübter, Auf Wartgebühr gesetzter Gelübter! Brief in Poesie. Knöllerl. ck 125 d unglückseliges Hlotenspiel!*) i. er Müller und sein Kind, das is a sehr a schönes Stück, Die Leut, die lausen alle 'nein und weinend kommen's z'rück. Der Müller hust' den ganzen Tag, Marie, die kränkelt auch; Der Conrad, ja, der blast dazuwie's bei Verliebten Brauch. Im fünften Act, da stirbt d'Marie und seufzt, jetzt wird mir's z'viel. ^:O unglückseliges g'selchtes, seliges, o unglückselchtes Flötenspiel Mein Gott, Madam'Meier, wo thun Sie denn hinspazieren? Mein Gott, ein junger Weltbürger will halt sein Glück probir'n. D'Beamtensfrau vom dritten Stock hat kriegt ein kleines Kind, Da lauf ich jetzt in's Amt hinein, dem Herrn es sag'n geschwind. Was, sechs Monat' sein's verheirat' — statt'n Juni im April? ^:O unglückseliges g'selchtes, seliges, o unglückselchtes FlötcnspieUJ *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schluffe des Werkes. 126 3 . Es hat mit einem Gigerl eine Frau ein Rendezvous Und wie halt schon das Unglück will, es kommt der Mann dazu. Hab' ich Dich, Du Verführer, endlich heut' erwischt! — Schreit er, indem er fürchterlich hin auf sein' Rücken drischt. Die junge Frau, die steht im Eck und denkt sich in der Still': s^:O, unglückseliges, g'selchtes, seliges, o unglückselchtes Flötenspiel! Sk 127 der Alm! S- H, sagt der Herr von Leisewitz Aus Frankfurt an der Oder, Wie er auf der Bergspitz steht, „Selbst noch nicht als Todter „Möchte ich dahier heroben „Verlassen und allein „Unter Felsen, ober Schluchten „So begraben sein!" Zu Iokl, seinem Führer; Doch der glotzt ihn an Und kann gar nicht begreifen, Daß man so reden kann. „Sie sagten mir ja, Jemsen „Gibt's hier in der Natur. „Jetzt steigen wir vier Stunden, „Von Jemsen nich' die Spur!" „A, So Ham glaubt, daß d'Gams'n „Vor uns herumspazier'n, „Oder gar beinander sitzen „Und than tarokir'n?" 128 Eestexion eines Lhoristen! bin Chorist, das G'schäft is a Pein, Muß allerweil singen, muß allerweil schrei'n. Längst ist das Lied verklungen, Das Matras so oft gesungen. Aber Recht hatte er, das muß ich sagen, Der Teufel soll ein Choristenleben ertragen. Von die in der Oper sieht man kein G'sicht, Aus die spanischen Kragen sieht man fast nicht, So in einem Jahr' kann man was erzählen. Nichts als Hofherrn und Granden vorstellen. Der hohe Ritterkragen ist so schenant, Da kriegt mit der Zeit man wirklich ein' Grant. Bewegung soll man alle Act einmal machen, Sonst sagens, der is steif, und thun lachen. Das Lachen über uns ist wirklich zu dumm. lZum Publicum.) Geh'n Sie a ganz Jahr so als Ritter herum! 129 „Tödtet ihn, tödtet ihn!" müssen wir singen Drei Stund', ohne ihn umzubringen. „Er stirbt, er stirbt, er stirbt, der Wicht!" So singen wir, doch stirbt er nicht — Und stürzt er endlich nachher um Und „Bravo!" rust das Publicum, Es erschallet dann Applaus, Kommt er lebendig wieder 'raus! Wird gar repetirt, es ist zu dumm, Bringen wir ihn zweimal um; Oder wir sitzen beim heiter'n Mahl, Vor uns den schäumenden Pocal, Dann müssen wir gesättigt herumlungern, In Wirklichkeit thut Jeden hungern, Dürsten von der Riesenhitz Nach einem Liter Fensterschwitz!*) Herum laufen wir im Pelz und Hermelin, In unser'm Rock ist oft kein Futter d'rinn. Mit Gold werfen wir, und haben kein' Kreuzer Geld! (Zum Publicum.) Ist das nicht das dümmste G'schäft der Welt? *) Sine leichre Sorte B!er im Volke so genannt. Der Wiener Komiker. 9 130 En der Sommerfrische! ^2 ^^iese lieblichen Orte, wie sie alle heißen, man kann 1 ^ sie nicht alle aufzählen in der schönen Steier- S> mark und dein schönsten Salzkammergut. — Salzkammergut heißt es, weil Alles so g'salzen ist dort; gewöhnlich sind es große Gebirgskessel, in denen die Fremden abgesotten werden. Kommt man von einer Bergpartie zurück, so sieht man immer sehr herabgekommen aus. — Fischfang ist undankbar, denn jede Gemeinde hat drei bis vier angestellte Gemeinde-Forellen und die lassen sich nicht fangen. Die Bewohner sind friedliche, biedere Leute. Sonntags unterhalten sie sich gern und je mehr man Montag blaue Augen sieht, desto animirter war der Sonntag. Oft trifft man eine ganze Trottl-Plantage, die aber doch schlau genug ist, einen anzubetteln. Hat man Langeweile, geht man einfach zur Bahncasse und stellt sich in der Nähe des Schalters auf. Zuerst sieht man die verschiedenen Leute bei den verschiedenen Fahrplänen stehen. „Da schau her, Vater, da steht's ganz deutlich, Abfahrt nach Wien um 7 Uhr Abends — Ankunft wieder um 7 Uhr Abends!" sagt der Franzi. 131 „Geh, Nilpferd!" schreit der Vater, ein Wiener- Fleischhauer und Armenrath, „das wären ja 24 Stunden, so lang fahrt net amol die Tramway von Dornbach bis am Praterstern, lass'amal schau'n! Richtig, der Bua hat recht!" „Aber Voda, was fallt Ihnen denn ein, das ist ja der Fahrplan von die Schweizer Bahnen!" sagt die gebildete Tochter, „da steht ja deutlich: Ankunft in Chur- halb 7, Abfahrt in der Richtung nach Wien 7 Uhr!" „Na ja," sagt der Fleischhauer, „Kuah, da kenn' i mi freili net aus, i Hab' nur mit Ochsen z'thun!" „Nein, das ist unverschämt!" zwitschert eine Alte und reißt dem Dienstmann ihre Schachtel aus der Hand, „vom Gasthaus hieher 40 kr.? Ja, sind wir denn in den Abruzzen?" „Na, aus is," brummt der Dienstmann, „hätten's Jhna's selber trag'n, war halt a alte Schachtel mit der andern ganga!" „Frechheit! Keck sein und theuer — mich sieht man hier nicht mehr!" „Na," schreit der Dienstmann, „So verschandeln eh' die ganze Gegend!" Jetzt hört man in der Casse ein Geräusch, es räuspert sich der Cassier, wahrscheinlich, damit er die Grobheiten besser herausbringen kann. Gleich stürzt Alles zum Schalter, doch es wird noch nicht aufgemacht. „Stellen wir uns an," sagt der Salomon Glasspiegel zu seinem Cousin Kakepeles, „Chamer, der Du bist, lasse die Rachmones nur hin zur Casse, der Zug wird überfüllt und wir fahren dann mit dritte Karten erste Classe — mitnehmen müssen sie uns!" 9 ' „No, grüaß Gott, geht's schon dahin?" brummt ein biederer Eingeborener zu einem dicken noblen Herrn. „Ja, ja, mein Lieber, immer kann man nicht hier bleiben!" erwidert der Dicke. „Na also Adjos!" brummt der Eingeborne, dreht sich um und sagt: „Ja, aus war's, wann die Bagasch das ganze Jahr da war!" Das erste Zeichen war bereits, das Eassasensterl ist noch bumsest zu. „Na, schloft der da d'rinn?" schreit der Fleischhacker. „Nein, i hör' ihn d'rinn spazier'n geh'n, er hat seine Cigarre noch nicht ausgeraucht." — „Er legt's schon weg!" schreit der Natzi, „jetzt kummt er, bandelt schon bei sein' eisernen Stempel um!" Rrrrrapp! Offen iS! Zebn Hände fahren zugleich hin — Wels dritte, Linz zweite, Meseritsch vierte, Lugos dritte. „Eins nach dem Andern!" brüllt der Cassier, und seine Augen rollen, als wenn er den Othello spielen wollte. „Wohin wolln's denn? Machcn's das Maul auf, glauben's, i kann's riechen?" „Nach Meseritsch vierte." „Na, i glaub', das hält' er riechen können, daß der nach Meseritsch fahrt!" „Nach Wien!" schreit ein Zaundürrer und halt einen Zehner über die ganzen Leute hinein. Der Cassier stempelt eben wüthend die Meseritscher Karte ab. Der Dürre kommt mit seinem Finger in die Stempelmaschine und schreit: „O weh! Rettungsgesellschaft! Ich bin todt, mein Finger, o weh! ist breitgedrückt wie der Sküß, 133 ganz zusammengestempelt — ich klage bei der Direction, ich kann nichts mehr schreiben; ich bin Mitarbeiter beim . Klosterneuburger Central-Organ, bei der Enzersdorfer Krautzeitung, Sie müssen mich jetzt erhalten! Hier Hab' ich den Zugstempel am Finger — Sie sehen, meine Herren, Sie sind Zeugen (zeigt den Finger) Zug 5, den 4.^8." „Sind Sie ruhig," brüllt der Cassier, „sonst lasse ich Sie abführen, Sie haben sich anzustellen wie Andere!" „Herr Cassier! Drei Zweite nach Wien!" schreit der Fleischhacker. „Drei Zweite macht 25 fl. 60 kr.!" „So schön, jetzt fehlt mir a Sechserl, ja, da müssen's mir schon an Hunderter wechseln!" „Das Geld ist bereit zu halten!" schreit der Cassier. „Na na, nur net gar so gach! Sö hab'n a no kan g'sressen, i bin Wiener Bürger und Armenrath, muß mehr Galligkeiten machen!" „Na, so geben's her," sagt der Cassier beschämt. „Wo wollen's hin? reden's deutsch, Herr Zonen- tarisler!" kreischt der Cassier schon erschöpft. Imt ! Is doch hier schon ungarisches Bot nach Lugos!" „Na endlich, bim, bim, zweites Zeichen. „IesuS, das zweite Zeichen, Herr Cassier, schnell, i bleib' sitzen!" schreit die alte Jungfer. „Nein, das zweite Mal kann das nimmer passir'n, wohin?" „Nach Wien zweite!" 134 „Hier Wien zweite 8 fl. 60 kr. „Warten'ö ein wenig, ich habe mir das Geld im Schnupftüchel einbunden!" seufzt die Alte. „Schnell!" „Na, so tummeln's Jhna, wir woll'n a furt, segn's denn net, daß der Cassier schon d'rinn umerfahrt, wie der Seelöw im Vivarium!" „Gleich. Mein Gott!" schreit die Alte, „i bring' den Knopf net auf!" „Geben's mir die Karten, Herr Cassier, da is 's Geld, die Alte soll dableib'n!" schreit ein Wiener. — „Servus Alte, bleib' sitzen, Du bist das schon g'wöhnt!" Drittes Zeichen! Rrrroupp! Das Fenstert is zu — die Alte bandelt noch mit dem Knopf um — der Cassier zündet sich seine Cigarre wieder an, setzt sich nieder, nimmt den Lepicon für Grobheiten in die Hand und studirt weiter. — Man geht, setzt sich wieder auf die Esplanade zu einem Tisch. Und so hat man seine Hetz, In der Sommerfrisch'! »r 135 ^oamweh'! Dirndl steht traurig Am Kreuzweg und woant, Es is ihr so schaurig, Daß' hölledi moant: Aus is mit ihr, Ja völlig ganz aus, Denn finster thuat's wer'n Und sie hat ka z'Haus! Ihr Muada is todt, G'sturb'n voll Kumma, Und den arm Dirndl Ham's das Häusl wegg'numma. Da steht's am Kreuzweg In Binkl in der Hand, Es gengan vier Straß'n Da grad' von anand. 136 Der Mondschein versteckt, Am Himmel ka Stern, Da muaß do den Dirndl No ängstlicher wer'n. Und d'Wegzager erst, Da alli beinand, A jeder streckt aus Seine hölzerne Hand. Der ani zagt hin, Und der andri zagt her Und macht den Dirndl Das Herzerl so schwer. Sie fühlt erst, was' heißt, Wann man soll plötzlich fort Von seiner Hoamat, Von sein lieb'n Ort! Der Kohl'nbrenna Toberl, A ganz alter Mann, Der schon sein Siebz'ger Am Buckl hab'n kann, Kimmt schwarz wie der Teus'l G'rad aus'n Wald. „Alle guten Geister!" Schreit die Dirn, daß all's hallt 137 „Alle guten Geister, „Lob'n Gott den Herrn! „I bitt' Dich, i bitt' Dich, „Was is Dein Begehr'n?" „Aber Dirndl, geh' schäm Dich, „Schau mi nur an, „Wie man denn gar a so „Aengstli sein kann. „I bin's, der Toberl, „Thua net so bang." „Oes seid'ö es wirkli? „Na, Gott sei Dank! „Oes wißt's ja Alles, „I Hab' jetzt ka Hoam, „D'rum will i übri' „Nach Feldbergs zur Moahm!" „Glaub' mir," sagt der Toberl, „I kenn d'ganze Bruat, „Dö moanen's Alle „Mit Dir net so guat! „Du hängst an Dein Dörfl, „Das g'fallt mir von Dir. „Maßt was, mei Dirndl? „Geh' jetzt zu mir. 138 „Bist net alloan „In der Hütt'n im Wald. „Ja, i waß sicher, „Daß Dir bald bei mir g'fallt. „Der Sepp kimmt z'Haus „Jetzt vom Militär. „I waß, ös kennt's euch „Von früher no her! „In jedem Brief hat er mir „Bis jetzt noch g'schrieb'n, „Obst Du no brav „Und ledig bist blieb'n." „Der Sepp, der kimmt?" Schreit 's Dirndl voll Freud, Und weg war der Kumma, Weg war das Leid. „Frau Koh'lnbrennerin „Bist in vierzehn Tag „Und über mein Sepp „Hast g'wiß nie a Klag'! „Bleib' Du nur da, „Geh' net in die Welt. „Hast draußt a Glück, „Kriagst a Reichthum und Gold, 139 „Auf einmal kimmt's Hoamweh, „Und Du, das is „Die schrecklichste Krankheit, „Glaub' mir's für g'wiß. „Da thuast im Herz'n „A G'fühl d'rinnen kriag'n, „Du möcht'st wie a Schwalb'n „Hoam immer fliag'n. „Und packst net glei z'samm' „Zur selbigen Stund', „So gehst am Hoamweh' „Elendi zu Grund!" „Das will i net," Sagt die Dirn voller Schreck, „I geh' zu mein Sepp, „Und geh' nimmermehr weg!" 140 allade. ie Glocke bringt die Kunde Von der zwölften Stunde. Der Friedhof liegt fo traurig, Die Kreuze starren schaurig In die stille Nacht hinein. Da, auf einem Leichenstein Sieht man dort im Dunkeln Zwei Augen feurig funkeln — Und im fahlen Mondenschein Springt plötzlich auf den nächsten Stein Ein Gespenst! Ja, o der Schreck! Ein Blick, und wieder war es weg — Mit einem furchtbaren Satz! i.Wer war's?) In Todtengräber sein' Katz'! Lp 141 E^r. ie g'spaßige Krankheit. as Dirndl is granti, Der Kaffee is ihr z'hanti, Nix is ihr mehr recht, All's is ihr schon z'schlecht; Herumgeh'n thnt's dasi (still) Und ausschau'n so kasi. Thnt's Ani dann frag'n, Sie thut nix d'rauf sag'n — Daß dö 's Leben net g'freut, Sag'n schon alle die Leut'. „Hört's auf mit die Sachen, „Denn sonst müßt i lachen!" Sagt d'alte Frau Mahm Zu die Leut' in der G'ham, „Dö Krankheit, die kenn' i, „Acht Mal is net wenig, „Hab' ich's überstanden, „Fragt's meine Verwandten, „Sie is net so g'fährli, „Aber dreivierteljährli, „Und is nachher endlich um, „Lauft's lebendig herum!" * 142 E^er Lotteriebruder. -> Solo-2cherz. Entreelied. ^on meiner Schwiegermutter hat mir träumt, da kommt der Zweier heraus, Denn der Zweier schaut so wie sie, wie a Zangen grad' aus! Prosa. O diese Lotterie! Immer halt's mich zum Narren, und von mir könnte der Farkas lernen, denn ich bin der Verfasser des echten Neulerchenfelder Egyptischen Traumbüchels mit Erläuterung, denn diese Traumbücheln kann Jeder machen. Eins ist das Kind! Ja, warum ist Eins das Kind? Das ist die Frage. — Weil das Kind Ein Kind ist! Man sagt, das ist Ein liebes Kind; haben Sie schon g'hört, daß wer g'sagt hat, das ist zwei liebes Kind? Nein! Alles muß motivirt sein. Bei Andern hat der König oder der Papst Neunzig, weil's das Höchste is — bei mir hat die gute Virginier- Neunzig, weil für mich a gute Cigarre das Höchste ist. 143 Honig schlecken ist kurze Freude, warum? Weil bei dieser Schleckerei nichts Gutes herauskommt und man gewöhnlich heiraten muß. Darum hat bei mir der Honig Acht, weil man sich in Acht nehmen muß. Gabel zeigt Verwunderung und hat Fünfzig, denn wenn Einer fünfzig Kreuzer für ein Kälbernes zahlt und hat nichts auf der Gabel, muß er sich doch verwundern! Gaisbock bedeutet Nachstellung, weil einem so ein Gaisbock von ein' Schneider überall nachstellt, wenn man ihm was schuldig ist; träumt einem von einer Schneiderschuld, soll man nicht setzen, weil überhaupt nichts herauskommt und Jeder fast über Neunzig Gulden schuldig ist. Hörner trag'n ist Verdruß — wenn man es nicht spürt, Glück — 11, 12, 13, 14, 15, 16. Die Nummern müssen nach den Endern gesetzt werden Eingeladen sein, bedeutet Hungersnoth — denn entweder traut man sich nicht nach Appetit zu essen, oder man kriegt überhaupt nicht viel — in diesem Falle setzt man Fünfzehn, weil ein kleines Gollasch, was man sich darnach kauft, fünfzehn Kreuzer kostet. Mastvieh bedeutet Reichthum, man setzt den Achtziger, weil das Kilo achtzig Kreuzer kostet und jeder Fleischhauer reich wird. Rad hat Fünfzig — Gemeinderath Fünf. Warum? Darum! Veteranen sehen, bedeutet Sehnsucht, weil Jeder eine Sehnsucht nach einem Säbel hat. — Man setzt Vier — weil immer vier zusammengeh'n. Galgen bedeutet Erhöhung, weil man hinaufgezogen wird, und hat Neunzig, weil es die letzte Nummer ist. 144 Wärmpfanne bedeutet Kräutlerin, weil dieselbe nie ohne Wärmpfanne ist. Tritt man ihr auf dieselbe, bekommt man Grobheiten — Grobheit hat Neun, weil's einem gleich eine hineinhaut. Das ist mein Traumbuch. Und hat es Ihnen g'fall'n, hör' ich Applaus, Komm' ich als Extrato immer wieder heraus! 145 atzlav und Marianka. Duo-Scene. Personen: Watzlav, Schneidergeselle. — Marianka, Köchin. (Die Rolle der Köchin kann auch von einem Herrn dargestellt werden.) ^ Marianka. M'ch heiß' ich Marianka, bin zugereist nach Wien, HTDenn in wienerische Mannsbild, da liegt ein Johann d'rinn'. lWo bin ich in Dienst, da ise wirklich schon tak, ^ Mir fallen's alle Tag' drei, vier Schestak in' Sack'. Wienerische Schatz hat sich gegen mir verschwur'n, Kedl, miserablige is mir untreu wur'n! Prosa. Ja, Karl ise mir untreu wur'n, hat jetzt ganz andere Madl und den andere Gans ise nit Köchin — o nein, die ise Stubenmadl — und mich laßt er sitzen. Hs satraeentz! Süll sich anschaun, Kalfakter treulose, weil hatte Lieb' mir verschwuren ewige — und jetzt hat Der Wiener Komiker. 10 146 er mir mein wache Herz bruchen wie Salzstangl resche! Wann ich mich denk, auf Sonntag letzte — ich Hab' g'habt Hinausgang — als fiins ich und Karl spazierns in Wuschelprater, da haben me auf Wirthshaus gessen und trunken, als wie me hgben g'habt genug, da ise schun finster g'wesen und wir seins in unsre Unschuld in grüne Au herumspaziert — als dazu hat Mondschein so schön g'scheint — su schön — und — und jetzt wird mir Kedl untreu! H6 sull sich g'freun, Kedl nixnutzige, ich mach' ich ihm heut' sulche Schkandal, daß denkt an mich, su lang er stirbt. Ich Hab' ich erfahr'n, daß kommte heut' mit seiner neuchen Verhältnißmäßigkeit da her in's Wirthshaus, na wart'! Ich bin ich g'wiß gute Patsch — wann muß ich Hendl abstechen, mir kommt gleich Schaffet Wasser in Augen, aber heut' kriegt er Fatzko, daß steht ihm Gnack in's G'sicht. Latraeons! (setzt sich links.) 2. Scene. Vorige. — Watzlav. Watzlav (setzt sich rechts.) Sie, Kellner, bringens Krügl Abgezogene! Marianka. Ja su, ich bin ich auf Wirthshaus, ich war ich ganz hineingesunken in Gedanken selbstmörderische — bringen 's G'spritzte! (Sieht sich um, erblickt Watzlav.) da sitzt auch Gast — ise auch Landsmann, kenn' ich 147 schon an Thfus böhmische — a ise auch Schneide, kenn' ich an zerstuchen Finger (seufzt) Karl war auch Schneide, o die seins Kalfakter! Watzlav (für sich.) Na, die mißt mich nach'n Meter! Marianka (für sich.) Ise aber sehr schöne Mannsbild (laut): O Jekus — Jekus! Watzlav. O was, hör' Sprach' meinige, melodische? ?ro8im, fehlt Ihnen was? Das und Jenes und so und so? Marianka. Dank ich Ihnen, fehlt mir nichts — wart' ich nur auf wem. Watzlav. ViäiZ, auf Gewissen. Marianka (springt auf.) Auf Gewissen? O ich Hab' ich nix auf Gewissen — ich Hab' ich reines Gewissen — Sie — ich Hab' ich nix g'stuhl'n, verstengens? Sie, so kommen's mich nit — sunst — Watzlav. Ich mein ich nicht so — Marianka. A su? Sie meinens, ich wart' ich auf Liebhabe? ja, Sie haben's Recht. tO' 148 Watzlav. Haben's schon Sehnsucht auf Hubitschku? Marianka. O nein, wart' ich mit Fatzku! Watzlav. Also haben's vielleicht Paar übrige Fatzko bei Ihnen? Da setz' ich mich weg. Marianka. Bleiben's nur, ich wart' ich auf Kedl miserable, was is mir untreu, geht jetzt mit Stubenmadl. Watzlav. Ah, das ise Zufall, ich wart' ich auch auf untreue Madl, was kummt her mit Collegen meinige. Marianka. Das ise merkwürdige Hinfall. — Karl, was gehte jetzt mit Madl wienerische, ise auch Schneideg'sell und sitzt bei Schneidemeister Prelinek auf Arbeit. Watzlav. Das ise ja meinige College, was gehte mit Resi von Tanzmeiste. Marianka. Iekus! Jekus! Watzlav. Wissen's was, mir seins Landsleute böhmische, von grüße Nation historische, wir strafens mit Verachtung, so Stubenmadl und Schneiderg'sell'n kecke wienerische — mir fangens mit einande Liebschaft an! Marianka. Ich trau ich kein Schneider, die fadelns Madl nur ein. 149 Watzlav. Ich schwör' ich Dir bei böhmische Leven, ich bin Dir treu und Du wirst Schneidemeisterin! Marianka. A, wann's su reden, dann lass' ich mich gefallen — ich Hab' ich Nähmaschin und 400 fl. im Postbriefsparkastl. Watzlav. So gib' mir gleich Verlobungskuß — trink me Bruderschaft mit abgezogen Liter! (küßt sie.) Marianka (für sich.) Jse resulute Mannsbild, hate Zähnt auf Haar — Karl war so latscherte — (laut): Watzlav, bin ich Dein! Watzlav. Marianka — ich bin ich froh, daß ise der Suntag nicht versäumt. Marianka. Da hast recht, Watzlav, Suntag darf nit verlur'n gehen! Schlußgesang. (Beide.) Wir Böhmen halten fest zusamm', wir gengen nit aus- einand — Hoch leb' unser Pragerstadt und unser Böhmerland. 150 ^ie Eisenbahner. ^^s gehen Zwei photographiren, L G'rad keine von die Braven, ^ Zu Fuß durch einen Wald ) Im Winter sakrisch kalt. Der Eine tragt die Krax'n Mit erfror'nen Haxen, Der Andre 's Objektiv, Der geht auch schon schief. Mit ihrem Photographiren Thun sie sich sehr blamiren, Darum in jedem Ort Jagen sie 's bald fort! G'rad im letzten Stadtl Haben's mit zwei Madl, Was sie haben Losung g'macht. Gleich lustig angebracht. Sie wandern rüstig fort, Doch immer noch kein Ort, In Böhmen so lang geh'n Und keinen Böhm zu sehn. 151 „Das ist doch Höllentrug — „Es gibt ja Böhmen g'nug!" So ruft der Eine aus, „Doch halt! da steht ein Haus „Im Wald so ganz allein, „Das kann a Mühl nur sein! „Du! Ich Hab' eine Idee, „Der Hunger, der thut weh! „Stell' auf den Apparat, „Denn hier findet statt — „Eine Eisenbahn-Trace, „Ich kenn' die Bauernrace. „Wir stellen uns hier am Fleck „Und schrei'n, die Mühl' muß weg, „Nur Du darfst nicht lachen, „Das And're werd' ich machen. „Jetzt schau nur sort auf's Haus. „Sie kommen schon heraus." — Und richtig kommt der Müller'glei Und noch drei G'selln, die schau'n scheu Auf den Apparat nur hin. — „Eisenbahner san's von Wien!" Sagt der Müller g'scheidt, „I kenn' schon diese Leut!" 152 Es stellt das Objectiv Der Photograph g'rad schief Und schreit: „Herr Ingenieur, „Schaun's jetzt nur daher!" Zu sein Collegen schnell: „Grad' an dieser Stell' „Muß die Bahn hier geh'n, „Die Mühle bleibt nicht steh'n. „Und wann's Tausende auch kostet dann, „Nutzt's nichts, kaufen muß die Bahn!" Der Müller voller Freud, Denkt sich, das is g'scheit — Mit die Herrn mußt freundlich sein, Das tragt schwere Tausend ein „Gut Morgen, gut Morgen, Hab' die Ehr', „Die Herrn sein g'wiß Jnschöneur?" Sagt der Müller jetzt mit Grunzen. „Eine sehr a gute fette Blunzen „Hab' ich und auch Leberwürst', „A gutes Bier, wann Ihnen dürft — „Bitt', spaziern's zu mir herein, „Ich lad' die Herren höflichst ein!" „Mit Vergnügen!" schrei'n die Zwei, „Bei so was sind wir gleich dabei. 153 „Im Freien kriegt man Hunger, Durst, „Da ist ein' auch a Blunzen Durst." Sie packen ihre Kraxen ein Und spazieren in's Haus hinein — Da wern's traktirt bis in d'Nacht Und der Müller heimlich lacht. Er sieht sich schon als reicher Mann, Alles durch die Eisenbahn. Auf d' Letzt laßt er noch spannen ein Und führt sie bis in d'Stadt hinein. Dort steigen sie im Gasthof ab, Der Müller, der fahrt heim im Trab — Denkt sich: „Diese Eisenbahner „Sein doch recht scharmante Männer!" Ja, dumme Kerl muß doch geben, Sonst könnten G'scheidte gar nicht leben. 154 d' ^untagsruah'. Schmied-Jokerl, das is a Wahrer, ^ A recht a fauler Kund, Mit dem hat's G'frett der Pfarrer, Er redt' die Zung' sich wund. Doch unnöthig san seine Lehr'n, Der Jokerl arbeit nix. Er läßt nimmer sich bekehr'n, Verkauft sei' ganze Wix. Alle Viertelstund, da geht's abi Jn's Wirthshaus voller Ruaß: „A Maßt! An Eselsdurst, den Hab' i, „G'schwind, i weiter muaß." Is Krügl leer, glei kommt er wieder Und schreit: „Ah dö Hitz'! „I setz mich jetzt a weng nur nieder, „Weil i gar so schwitz!" Da sitzt er bis in d'sinkend' Nacht Sauft von All'n umsunst, Weil er viel Hetz und G'spaß a macht, Das is a eig'ne Kunst. 155 Sei' Weib kimmt, schreit: „B'sosfen's Luada, „Richtst uns Alle z'Grund; „D'Küah hab'n schon zwa Tag ka Fuata, „'s G'schäst is auf'n Hund, „Der Kessel von Holzkirchner Brauer „Wart' a Jahr schon auf an Fleck! „Wannst so furt machst, kimmt er Heuer „Von der Schmiedn nimmer weg!" „Jetzt Sakra, amol hör' auf, Du Drach'n, „Stell do ein das Wettern, „Sonst hast heut Abends nix zum Lach'n, „I wir Di urndlich blättern! „Nachher kannst wieder zum Pfarrer renna „Mit die blauen Fleck, „Da nutzt ka Greina und ka Flenna, „Die bringst net leicht weg!" So geht's jahrein, so geht'S jahraus, So geht's alle Tag', Lustig is in Schmied sein Haus, Der Jokerl hat a Plag'. Ka Klanigkeit, acht Stund' glei saufen Und 's Weib erst prügeln dann, Zwa Stund' sich höchstens auszuschnaufen, Nacher geht's von Neuem an. 156 Nur Suntag, wann's in d'Kirch'n läuten, Macht er einen Höllenlärm. Da kann man den Schmied von weitem Klopfen und a hämmern hör'n. Jn's Hochamt geh'n da die Bauern, Denken: „O, Du armer Bruada, „Du bist doch wirklich zu bedauern, „Suntags arbeit' er für's Fuata." Nur der Pfarrer kimmt, schreit: „Weißt Du nicht, „Du gottvergeß'ner Lakl Du, „Daß es jedes Christen Pflicht, „Zu halten seine Sonntagsruh'?" Der Spruch, der war ihm net zu hart, Den der Pfarrer g'sprochen, Auf den hat ja der Jokerl g'wart — Er halt ihn d'ganze Wochen. Und fragt ihn Einer: „Jokerl, Du! „Arbeit'st Du jetzt gar nix mehr?" So sagt er d'rauf: „Die Suntagsruh', „Die war mein Malheur!" 157 Unglück! ei! schreit der Voda, i bin zu bedauern. Es sau a kani großen Bauern Die Andern, doch sie lachen mich aus, Denn a Jeder hat schon sei Haus! Mir is halt das Glück gar z'wider, Meine Kinder hab'n g'rade Glieder. Der Haninger hat an bucklat'n Buam, In Seff seiner hat 's G'schau verlur'n, Und drüben beim Holzwinna Sepp'n Hab'ns zum Glück zwa Depp'n — Der Iokl von Wasserfall Lippl Is a a wunderschön's Krüppl. Die kennen ka Sorg' auf der Welt, Bei die da schneit's nur is Geld. Die setzen d'Kinder in d'Mitt'n Aussa vor ihre klanen Hütt'n Und da wer'n die Sommerleut' Anbettelt schon, das is a Freud'. Die verdienen alle Tag vier, fünf Gulden, Und i sitz' da mit meine Schulden. 's Größte Unglück is doch g'wiß, Wann ma Voda von schöne Kinder is! 158 ^euer is schon a so! Couplets.*) i. l/V^as hier jetzt all's steh ln! Die Thürschnall'n thun fehl'«, Den Hund' stehl'n s' die Marken, Vor die Thür'n die Dacken, Im Cafs den Cylinder gleich sammt'n Paletot! s:Heuer is schon a so!:^ 2 . Hörst Du, mein Adoratenr Gibt fünfzig Gulden nur her. Ja, es san schlechte Zeiten, Du bist noch zu beneiden. Wenn mir der Meine a Gollasch zahlt, bin ich froh! s:Heuer is schon a so!:^> 3 . Es debutirt eine Sängerin In Wien, Prag und Berlin, Doch überall is sie durchg'fallen, Muß unnöthig d'Reise zahlen. In Graz g'schieht's ihr wieder, sie denkt: Oho! s: Heuer is schon a so!:^ *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schlüsse des Wtrkes. 159 4 . Es sagt Einer zur Susi: „Geh, gib' mir a Bussi." Doch sie sagt d'rauf höhnisch, In Umgangssprach' böhmisch: „In Wien gibt's kein Bußl — nur Hubitschko!" ^:Heuer is schon a so!:^ 5 . Mit die Wiener Tagesblätter Gibt es viele Donnerwetter, Denn in kritische Tage Haben Detective viel Plage — Confisciren die Zeitungen gleich so 6n Zros! s/.Heuer is schon a so!:^ 6 . Man klopft in Afrika d'Gwänder Jetzt schon dem Engländer; Im Süden unv Osten Thun's Schläge jetzt kosten — Vielleicht besiegt sie zu Wasser noch Montenegro! s: Heuer is schon a so!!^ 160 ^ie höchste Giglerei! Couplets.*) L- 7 ^ 1 . runt' beim Leidinger diniren, Nachher flott am Ring spazieren, Mit gespitzten Stiefeletten, Am Rennplatz unten wetten. Im Fiaker immer schnelle, Doch ka G'schäft und keine Stelle, Aber überall dabei, überall dabei, siDas is die höchste Giglerei!:^ 2 . Lieber Freund, geh' geh' doch baden, Sagen zwei Herrn, die wo geladen, Gleich Heraußen auf der Stiegen, Da könnt' man alle Zustand' kriegen. Dieses kalte Greißlerfressen Heißt der gar a Abendessen — Abzug und kein Wein dabei — kein Wein dabei, s) Das ist die höchste Giglerei!:^ ") Die Gesangsnoten hiezu befinden sich am Schlüsse des Werkes. 161 3 . Die elektrische Lichten Wollen's jetzt überall einrichten. In der Oper, an der Wien Is schon all's elektrisch d'rinn. Der Rothberger*) thut sich weiden, Denn die Gas kann er nicht leiden. Elektrisch in der Schneiderei—in der Schneiderei, ^:Das is die höchste Giglerei! 4 . Ans Bicycle umafahren, Angezogen wie die Narren, Die Kinder auf der Straßen Wie die Asferln hupfen lassen, Als Dilettanten debutiren, Als Bajazzo sich blamiren, Mit Gesang Kunstpfeiferei, s^Das is die höchste Higlerei!:^ *) Berühmter Wiener Schneider. Der Wiener Komiker. 11 162 E bitt' Ihnen, reden's nichts weiter davon. Couplets.*) * 1 . 's redt Mancher im Wirthshaus so g'scheidt oft daher, Als ob er der Kalnoky selber schon war', Derweil is er a Schuaster, der hochgelehrte Mann — s/.Aber i bitt' Ihnen, reden's nix weiter davon! 2 . Unsere Finanzen, die steh'n 's is a Pracht, Das hat der Minister schon sehr gut gemacht. Ueberschuß hab'n wir Heuer fast a Million! ^:Aber i bitt' Ihnen, reden's nix weiter davon!:^ 3 . ' Ich Ihnen nehmen? Sie sind ja nur von, Ich nehme zum Gatten nur einen Baron. Jetzt Hab' ich ein' Arbeiter vom Telephon — ^:Aber i bitt' Ihnen, reden's nix weiter davon!:^j 4 . Wie, Herr von Konradh? Sind Sie denn Christ? Ich weiß, daß der Vater doch Jude noch ist! — Pst! Der Rady g'hört weg — es bleibt nur der Kohn. s^Aber i bitt' Ihnen, reden's nix weiter davon!:^j *) Die Gesangsnoten befinden sich am Schluffe des Werkes. 163 5 . Die baierischen Biere sind sehr populär, Es trinkt fast kein Mensch ein Wiener Bier mehr! Die aufg'löste Zwifelsauce g'hört zum Bonton. — l)Aber i bitt' Ihnen, reden's nix weiter davon!I 6 . Ich bitte, nur einsteigen, schreit der Conducteur, Wir sind zwar complet und a bist noch mehr, Vierhundert Personen sind d'rinn im Waggon. — ^:Aber i bitt' Ihnen, reden's nix weiter davon! 7 . Die Insolvenz«, die waren wir schon g'wöhnt, Da kommt d'Jnsluenza auf einmal nachg'rennt. Und jetzt gehören beide zum guten Ton. — s^:Aber i bitt' Ihnen, reden's nix weiter davon! 164 d ich bitte, ich geb' schon a Ruh'. Couplets.*) O a gibt es Hotels bei uns hier in Wien, Die annonciren fest in den Zeitungen d'rinn. Mp- 1 . Prosa. Da liest man oft Paditz ä'iiobs, um einen Gulven sechs Gänge, da bekommt man eine Suppe, ein Fleisch, ein Gemüse, das sind drei Gänge, der Gang in's Hotel ist der vierte, Entree in den Speisesaal der fünfte, der Weg in's Kaffeehaus der sechste! Pst! Gesang. s)O ich bitte, ich bitte, ich geb' schon a Ruh', Sonst picken's mir 's Maul noch einmal zu.:^ 2 . Als Tourist, schreit Einer, bild' ich mir was ein, D'rum bin ich auch Mitglied von zwanzig Verein! Prosa. Seine Gletscher-Landschaften kennt er aber nur aus die Theater: „Pfarrer von Kirchfeld", „Kreuzelschreiber^. — *) Die GesangSnoten befinden sich am Schlüsse deS Werkes. 165 Diese Decorationen sind seine gesehenen Berge, in Wirklichkeit war sein höchster Berg, den er bestiegen hat, der Constantin-Hügel. — Mit Lodenjacken, Lederhosen und nackte Knie sitzt er im Sommer im Prater und füttert mit seinem Blute die Gelsen; wann er dann zu Haus' fahrt, schau'n seine Knie aus wie zwei Stoßballen von ein' Kohlenwaggon! Pst! Gesang. s:O, ich bitte, ich bitte, ich geb' schon a Nuh', Sonst picken's mir 's Maul noch einmal zu!:^ 3 . Die Aufrichtigkeit, ja die find' man nur mehr Ganz allein beim Theater auf Ehr'! Prosa. „Nein, wie Sie beute famos aussehen, Frl. Hablawetz! Großartig, und die Rolle haben S' so lieb gespielt, da kann sich die Hohenfels a Beispiel nehmen!" — Kaum dreht sie den Rücken, so sagt dieselbe schon zu einer andern Collegin: „Schaun's die Gans an, wie die heut' ausschaut, 6 Schachterl Leichner Puder hat s' im G'sicht, ausg'wachsen is auch — und die Spielerei — wie im Sul- kowskh-Theater! — So ein Scandal!" — Pst! Gesang. ^.O, ich bitte, ich bitte, ich geb' schon a Ruh', Sonst picken's mir 's Maul noch einmal zu!:^ * 166 as der Huber von ^»chwanstadt über's Heiraten sagt. A alter Spruch. er alte Huber, — sagt er. ^ Der hat g'sagt, — sagt er. ^ Wann Di d'Liab — sagt er. Gar so plagt, — sagt er. Na, so Heirat' — sagt er. Und das glei. — sagt er. Frühe Heirat', — sagt er. Späte Reu'! B'sinn' Di, Seppl, — sagt er. Nicht a Weil! — sagt er. d'Jahrln flieg'n — sagt er. Wie a Pfeil, — sagt er. d'Weiber nehmen — sagt er. In der Liab — sagt er. Mit ein Biss'l — sagt er. Nicht vorlieb! Js nicht Einer — sagt er. Bei der Schneid', — sagt er. Hab'n d'Weiber — sagt er. Keine Freud'; — sagt er. 167 Hast mit Jhna — sagt er. Teufels Noch, — sagt er. Warten all'weil — sagt er Auf Dein Tod! Und der Seppl — sagt er. Js dakemma, — sagt er. Was soll i denn — sagt er. Für eine nehma? — sagt er. Nimm d'Nächstbesti — sagt er. Knall und Fall, — sagt er. Ang'schmiert bist — sagt er. Jeden Fall! Nimmst a Junge — sagt er. Hätt'st a Freud' — sagt- er. Mit'n Weiberl — sagt er. d'längste Zeit; — sagt er. Kinder kriegt's, — sagt er. Das is a Schand, — sagt er. 's Dutzend is — sagt er. Glei beinand! Nimmst a Alte, — sagt er. Die is so kalt, — sagt er. Daß Dir's Herz — sagt er. Abi fallt. — sagt er. Und die Liab, — sagt er. Die is so heiß. — sagt er. Wünsch' Dir Glück — sagt er. Zur Nordpolreis'! 168 Nimmst a Klani, — sagt er. Mußt es büß'n, — sagt er. Nimmst in Kopf, — sagt er. Hast nix bei'n Füß'n; — sagt er. Laßt Du's abi, — sagt er. Hast nix beim Kopf; — sagt er. Kannst ihr ka Buss'l geben, — sagt er. Du armer Tropf! Nimmst a Schöne, — sagt er. Bist in G'fahr, — sagt er. Dein eig'ner Bruder — sagt er. Nimmt Dir's gar; — sagt er. Nimmst a Schiachi, — sagt er. Schrei'n die Leut': — sagt er. Das Bügelbrettl! — sagt er. Der is net g'scheidt! Und so geht's Dir — sagt er. Ja durchaus, — sagt er. Thust wie'st willst, — sagt er. Kommst net d'raus; — sagt er. Wannst Dir g'rath, — sagt er. So is Recht; — sagt er. Aber fehlst Du's, — sagt er. Is in Teufel z'schlecht! Idolen-keilAAe 2vm „^Lenei'-Xolni^er'" 1 O6I' Lekauspieler' für' ^.1168. l^i? 1. ^n^66 l_i6kj. Ike - L-1er vi-ree-tor, od LekmLcdunä ok0rLU8, ä^8 äL8 ksll 8eld8l äer leuk^ in äer i8 äured-drennt^ äer Uelä i8 äL - von-^'rennl, 6er ^elrl vie ein 0ok8! led «teil äa 8^cli des ^usUcsliendmcicese! v. .io«. 8- 6? Vien. V!>. 2 ^1? 2. I^lklolll'3171. «ck dl? Z. ^ggc!m3«-8ek. /u 17. 8tück, ^VÄlin'8 Ik - neu §6 - 6Iüok^mick 86 - kirn kei-ne 8ckAU-8pi6-Ier, kin sl - lei-ni^äer Herr! unä r^kl' kei - ne 6s,-§en, VL8 will ick nock mekr! ru 27. u. 30. 3 Lin verkanntes Oenie. Untre«-Iiieä. ein 8vuk unä 8ckrei 4 ied LU8 mei -N6M O 8 pL 88 . vL 8 ^ikl mied, äs« drE mied 80 86 dr; >Val 26 rl 6 mpo. ckenn ied_ di» 80N8t niedt 8 ,_ di» 8 vn 8 l niedl 8 ,— Ll 8 8 ouL - kleur,_ äenn ied_ di» 80»8t G vicdl 8 ,_ di» 80»8t niedts_ Ll 8 8 ouL - kleur! /u 58. k^nIds^r'IiekkeilSri Louplet. 5 ks sitri aut ein 80-pda ein rier-ii-edes p ^ ^ M .Vlsn-äeri, unä lasst vom ko - äien-ten sied an-riek'n äas 6'van-äerl; 2UM 8edluss lasst er sied vom lje-äien-ten auck W ' i . at - roll, unä naod-der ins kett din - «in le^'n vie an -» - » -- -^—»- k'ra-t^en. dir lasst sied 6k' prü-^eln im ei - ^6-nen dlaus, eti' er- ?u sein' 8edut2 a paar km-^er streedt ans; äenn um sei - der VL8 ?'tdun, is viel 2'no -dei äer >Iann. 8eAN8 vann äer dei-ne Länä'dätt^ no vas iie-xet cia äran. 8ee'n8 x vann äer lcei-ne llänä'dätt) noivss lie-^et äa äran! nix üdSnkuiäbln, 68 § 6 k 1 86 kon Ian§ 8 L^in n! 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Nun H Alaukt net, wie Nun-eker 8ein Lroä 8ekwer ver - äient! 8 /u Ht-il? 81 . 6ouxlet. kiei ei - ner ^Vsdl - ver - 8LMM - lunK dill' ein ^-5-p.>"ss> iM 6sn-6i - ä^t um'« Wort, unä tritt rmk äie ?ri - dü - ne W 8edneI-Ie, jL ^ednel-Ie, 8edne1-Ie, 8cdnel-ie. Lr 8LAt,ied lied'die t^'rei-deit nur; vom -VI - len dlei - de kei - ne 8pur, nur IXeu - 68 mu88 ?ur 81e1 - le, 8tel - le, 81e1 - le. ^^ ^ ^ ^ 5 s! 8tel - le. Voed i8t er Avädlt, 80 reiZt er 8ied s,l8 liese-tio-när xam 2 kürod-ter - lied, jet/1 äer ma.edt 8ied äoed IL-cder- i'L l^-cker-lä-eder - lied; ietrt äer MLedt 8ied äoed pl'OSS. IL-eder - lö. - IL-eder oder - lied. /u 8 vit^ 8 ?. 100 Oulden. Couplet. 9 kinl-nack VON ^n-kc-lern --—>— ^^— . — ein Asm - ror- 8ckvarm, «io sckLut «ick okl um,voi8l don und not um kun-docl 6ul - don dotxt 8oI1'n8 die kL-ckolu ArnAi ki - nor voA. len-ns. und da« -Vu8 - oin-and-kak - rk Z ick ^— i . ^—ss— Zlauk', ^vam'r an kun - dort 6ut'- den Ao - Kot, Klei - Kot koi-noc «lok'n, ick Alaub, vvam'c an kun-dorl LG , ^ ^ ^— , .^.- L— --U—7 -7 > 6u1 - don A6 - bei, ktoi - bot koi - nor «lokn. 10 ^elluriKS-Duell. Hudei- und IVlalei'. ^IIOKrelto. Huber-. M X !VI^ - äl'.'I mit A 8ied - redn datirn, in IVIgie,-. Ide-de noeli KAN 2 UN - er - fakr'n, äie vill ru ei - nein tt. kslt Kar 80 Kern. 8u al - ten Herrn, Li8 Wirt-8ckskt'- rin kslt Kar 80 Kern. 8ie IV>. .p.?. > ^ ^ ^ ^ 8LKt, 8ie nimmt KLr kei-nenvodn; 8ie tliut 68 nur LU8 . b. 1— ---^ ^ ^ ^- —— -d--- - 7" v» 8 - 8 i - 0 N! 6Iauti^t b. IV!. b. ^M-» ch-.^.4-r- > s. —^— —>- Vu8? vu I? dz. . IV!. beide. IVI. .'" Xein. tdnä 80 WL8 äru-ciien'8 rein! OlLud'st > ' ü—i p l) -ss-ss-- Z- _ä_ vu'8? Wer? vu I? dL, beide. —»-^-U— -»---^ (G ^ i r-k- f ^ Xein. Dnä 80 VL8 <1ru-cken8 rein! /u 11 ?. 11 80 Kommt 8 unter' die keut'. Lovplel. V Will Lj - ner ein - mal dg - den, äg88 ei VL8 virä reedi de - lrgnni, 80 ägrk er'8 nur er- - räd - len reedi Kur 2 unä düd8«d pi - Kant, äen lMss - äu - lein deirn krun - nen, am Led äer Lräui - le p- ^ M L -O--- 0 - äer Agr äer s»rei8-le - ri - 8cden -^- —K- B- -—K—»- 7 ^ 7 " .. _ / — Aedi'8 8edon ngcd 8ein 8inn, äenn äLrau 8u - 8i 8LAi'8 äer üäa-li unä äle äer ^-äel - deiä. «lg Li-ner 8LAi'8 äem ,s, ^n-äern unä g 8v kommi8 un - ter ädeui, z'g Li - ner 8LAi8 äem ^o-äern unä g 80 Kommis un-ier ä'Leui. 12 o UNKlÜeKsellASS k'1ol6N8pL6l! Louplet. ^ ! 5 "^-5 l p Der >lül - 1er unä «rein !(inä, ä^s is a. ck 86kl- MN 8cbö - N68 81üek, die 1,6ul, die lau - ken ß" ^ ^ ^ ,»- kil - ie 'nein unä vei - nend Irom-m6N8 r'rüek. Der -— >r- ^— ^..11 tt- -K—. -S-. ^lül-ler Ku8l' 6 en g^LN - 26N iLj?, iVlL - rie die Irr Ln - Keil »' s ' ^ > l- !> ? '? > !>' - p Luck; der Xon-rud ja. der dlL8l äL - ru, vie'8 W bei Ver - lieb - len kraueb. Im künk - len ^kl dL ^»- /7> ^— -f-.? 14 7 i >7> -- - 0 un-xlüeir - 8e - ii - ^68, x8elcb-ie8, 86 - li 13 -17^-^ V ' —L_M_^ A68, 0 UN - ^lück - 86lek - t68 k'Iö - Ion - 8pikl^ I^6U6I' 18 8eKon 3 80. u 8 158 Oouplei. ^Ile^ro. WL8 liier ^olrl ^I?8 8le1i1n, äie 11iür-86knLl1n ttiun ^^^. jLn_ kell'n, äon llunä'8lokl'n8 äi« iVlar-ken, vor ä'Itiü-ron äio s ^ ^ T'Lt. » » » ^ ^ W W Df ^ I ) ^ i7 sl ! > ^--— vs^oken, im 6^1 - k6 äen 6i - lin-äor Aloiek 8Lmm1 n I^L-Io - keu-or 18 8odoo L 14 /u weitst I6Ü. vib koetisto OL^Ier'ei. Lorrplei. .^ ^ ^ Drunl' beim 1>ei - äin - Zer äi - ni - ren, ^ c! ^ NA«d - der kloll LM Hin^ 8PA - 2l6 - r«N, L, _>_M_2_M / mit 6^6 - 8pi1r - len 811k - ke - Ist - len 3M iienn-plalr nn-ien vel-lsn. Im ki-L-lrer im-mer »eknel-le, äoek kL6'86ds1t uväkei-ne 81el - le, ^ . ^ -k ^ - - -^' - s. - der ü - der - all är - dei, V-llss. "/""V"' ü - der-LÜ äL - dei. I>L8 i8l äie dövd - 8le _ 6ix-Ie - rei. clliöed - 8le Oix-Ie - rei. ,.» 162. 15 ^ 61 " iek bitt Itirien, Redens riix vielter' d^Von. Oouplei. 8reät man-olrer im ^Virt8-tiLU8 80 Z ZUieiät okl äa - der, al8 ob er äer Z Xai - no - 8«1 - der 8elroo vär, äer-weil 18 er L 8eduL - 8ler, äer dood-K'Ielir - te >1snn! ^-der ied iiitl' IIi - nen, re - äen'8 nix vei - ter äa - von, L-oer ied ditt' Id - nen. vei - 1er äL von. 16 o Lek KLtle Lek Aed' sekori a k(uk. Oouplel. UN8 ärin.— Aed 86don L kuir. pi - eiren'« mir 8 Msn1 ein - inal AkV 8l!don L kud, 80N81 pi - eken'8 inir'8 IVlLuI ein - 4 Dinrelr <1. IInrseli'LAtzy ^ Vien, IV. UssgZsetlisrirt^ Z«. WFW