Großes welches sich in Spanien ereignete und von gewaltsamen Sandauswürfen, wie auch verwüstenden Ausströmungen begleitet war. ^- - ----- ->» . ^ > Lnsirn, gedruckt bei Martin Hofmann. —^ 8^--- —-SÄü^ -- — !Li4Ä<^ Q> V ^ ^§s ist allbekannt, daß alle jene Lander, die in weiter Ausdehnung vom Meere umgeben oder mit mehr oder weniger Seen angefüllt sind, öfters Erderschütterungen, und andere der Natur und Wirkung des Wassers unterliegende Verwüstungen zu erleiden pflegen. Eines dergleichen Lander ist auch unstreitig das Königreich Spanien, welches fast zu drei Viertheilen die hohe See umgibt. Im Monat Mürz bemerkten in der Nacht die Einwohner der Stadt Orihula und deren Umgebung mehrere eben nicht bedeutende Erderschütterungen, die sie aber aus dem Grunde nicht beachteten , weil selbe seit vielen Jahren oftmals verspürt wurden, ohne jedoch irgend ein anderes Unglück zur Folge zu haben, als höchstens das Schwanken unbefestigter Gegenstände zu veranlassen. Mit Anbruch des nächsten Tages nahmen die Erdstösse an Starke zu und schon ahnten die Herzen Aller schlimme Folgen, weß- halb auch jung und alt von Schrecken überfallen in die Kirchen sich drängte, um Gott um Abwendung größerer Uebel zu bitten. Am 23. endlich brach das Erdbeben in seiner ganzen Größe und mit allverwüstender Wuth aus, und verbreitete sich meilenweit über die ganze Gegend von Orihula. Todesangst und panischer Schrecken ergriff die geängsteten Bewohner von Orihula, denn mit jedem erneuerten Lrdstosse spalteten sich einzelne Häuser, Kirchen und THürme borsten und ganze Mauern stürzten zusammen. Jeder sah dem gewissen Untergänge entgegen. Die Familienväter ^ ^ versammelten ihre Angehörigen und machten unter Jammern und Weheklagen ihre letztwilligen Anordnungen- denn Alles erwartete - mit geängstigter Brust den sicheren Tod. Der Säugling erbebte an der stillenden Brust der erschrockenen Mutter- krampfhaft klammerte sich der Knabe an den stärkeren Arm des Vaters, und seine furchtsame Seele malte ihm den letzten der Lage mit den schauerlichsten Farben, mit fliegenden Haaren flohen Löchterund Mütter durch die verödeten Strassen, verzweifelnd einen Ausweg suchend- mit zitternden Händen und mit aller Anstrengung bemühten sich Väter die theuern Reste ihrer Angehörigen aus dem Schutte herauszugraben , und mit Thranen blickte der Greis über die Verwüstungen , welche ein einziger unseliger Augenblick hervorgebracht. Ein Anblick, den Jeder zu versinnlichen sich vergebens bemüht. Am 26. März hatte sich das Erdbeben schon über 22 Städte und Ortschaften verbreitet, die theils ganz versanken, theis stückweise einstürzten und über 600 Menschen verschütteten, deren we- ^ nige, schwer verletzt, mit dem Leben davon kamen Wer sich noch retten konnte, flüchtete aufs flache Land, wo man in Eile Hütten und Baracken aufstellte, um nur einigermassen unter Dach und Fach zu kommen. Aber auch hier waren sie noch immer der Lebensgefahr ausgesetzt, da sich die Erde auf mehreren Orten öffnete , und die fortwährend schwankenden Wohnungen zu verschlingen drohte. Manche dieser Oeffnungen waren von erstaunlichem Umfange und warfen ungeheuer viel Sand und Steine in die Höhe, worauf ihnen eine schwarze Flüssigkeit von pestilenzialischen Gestank entströmte, die ringsum Alles, was der Wuth des Erdbebens entging, verwüstetete, und Aecker und Wiesen, welche sie bedeckte, auf lange Jahre gänzlich unfruchtbar machte. Es würde zwar so schnell als möglich, alle erdenkliche Hilfe geleistet, und A 2 tiefe Graben gezogen, um die Flüssigkeit abzulcitcn; aber die große Hitze, welche zu eben der Zeit einsiel, vertrocknete meistens die Materie, welche wie eine Rinde liegen blieb. Es blieb also fü^ die nächste Erndte keine Hoffnung übrig. Ganz Spanien bemitleidete die Unglücklichen und beeilte sich ihnen hilfreiche Hand zu bieten. Der König befahl alsbald zur Unterstützung der Verunglückten eine Million MOMtt Realen (200,000 fl.) und 20,000 Metzen Getreide aus dem könkgl. Zehcnd auszutheilen. Auch die Cassa der päpstlichen Bulle hatte sogleich von ihrem Ertrag 40,000 fl. zu demselben Zwecke angewiesen. Nicht minder wurden auch auf ein königliches Sendschreiben im ganzen Königreiche milde Sammlungen veranstaltet und jedermann zu freiwilligen Beitragen aufgefordert, wodurch das große Elend und bedaurungswenhe Geschick der armen Unglücklichen für den ersten Augenblick eini- germassen gemildert wurde.