<» r «88 >K- j," N»s zukommen und ihre Waffen auSzuliefern. Ein Jeder, bei dem «ach Verlauf dieser Frist Waffen gefunden werde», wird vor ein Kriegsgericht gestellt und binnen 2ä Stunden erschaffen. Ungarischbrod, 2S. Sept. (OTura von Hurban zu einem Schutthaufen gemacht. Berrath gegen Ungarn.; Besetzung der Gränze.) Noch immer strömen aus dem Trcntschiner Co- mitate die Einwohner hierher^und nach andern Ort- ^schäften. In Neustadt, Wiowa und Berzowa ist ^Blut geflossen. O Tura swurde von Hurbans Leuten zu einem Schutthaufen gemacht und was sich in. dem > Marktflecken^ befand, niedergemetzelt. ^ Kinder wurden ins Aeuer^ geworfen, i—- i Jetzt!ist Hurban im Anzuge gegen^Neustabil. — Mine Wacht soll nicht mehr so^grofl fein, nur die 12.Geschütze, die er hat, geben ihm'ein Uebergewicht. Nationalgarde rückt gegen 'die Insurgenten vvn^vielen Seiten, die aber l der verschmitzte Pfaffe zu tauschen weiß. — Ungarn ist von jeher durch Ungarn verrathen worden. Auch hier ist es der Fall. — So hat z. B. der Neustadt» ler Stuhlrichter Hurbans Leuten Munition zugeschickt. Die Expedition wurde aufgehalten, und der Stuhlrichter gefangen genommen. Noch mehr solche Sce- nen könnte ich anführen.' Armes Ungarn, Du hast eine harte, schwere Probe zu bestehen, eine Probe, die entweder den alten bewährten Muth stählen, oder ihn niederbeugen wird. Ungam ist nicht verloren, denn es hat Männer, es hat Charaktere aufzuweisen. Die Grenze zwischen Mähren und Ungarn ist besetzt worden. Heute ist vom Ministerium an das hierortigc (Reseve-) Jägerbataillon die Weisung gekommen, daß sie sich bereit halten sollen zum Abmarsch, die Gränzen zu besetzen. — Es soll aus Mähren noch mehr Militär zusammen gezogen werden. Alles bereitet sich in Pesth zum Kampfe gegen Jellachich vor. National-Garden, Militair, Bürger und große Scharen von Bauem wetteifern in der Kampflust. Die Straßen sind voll von Bewaffneten. Eine traurige Begebenheit hat während dieser Aufregung sich da ereignet: Der k. k. außerordentliche FriedenSrommissär F. M. L. Graf Lambert ist nicht mehr!!! Bekanntlich hat die Reichskammer gegen seine Ernennung zum Civil- und Militärgouverneur von Ungarn protefiirt und das k. Manifest, weil nicht contra- signirt, als ungültig erklärt. In Pest angekommen, wollte er sich in die Fe- stutig begeben, wo ihm der Einlaß verweigert wurde. stung gelangt fein, wenn nicht einAehernalS bei ihm in Diensten gestandener Säger, beim FestungSthore Wache haltend, ihn erkannt und verrathen hätte. „Nieder mit dem Verräthcr," erscholl« von der umstehenden aufgeregten Menge, und Lambert ward ein Opfer der fürchterlichsten VolkSwuth. Dem durch Hiebe und Stiche Verstümmelten wurden die Kleider vom Leibe gerissen, und so wurde er durch die Stadt geschleppt. Baden. Die Reaktion hat hat einen furchtbaren Sieg erfochten! Sie hat einen der edelsten Vorkämpfer der Freiheit, sie hat Gustav Struve auf »legalem» Wege morden lassen. — Struve und einige achtzig von seinen Leutenstandrecht- lich erschossen! DaS sind die neuesten Nachrichten, die aus dem Badischen uns zukommen. — Lich- nowsky sollte gerächt werden, da nahm man uns den Struve. Tausend.Lichnowsky's wiegen nicht einen Struve auf. — Struve hatte von Lörrach aus am 21. folgende Proklamation erlassen: „Der Kampf des Volkes mit seinen Unterdrü ckern hat begonnen. Selbst in den Straßen de Stadt Frankfurt am Main, am Sitze der ohnmächtigen Centralgewalt und geschwätzigen constituirenden Versammlung ist auf das Volk mit Kartätschen geschossen worden, nur das Schwert kann das deutsche Volk noch retten. Siegt die Reaktion in Frankfurt, so wird Deutschland auf dem sogenannten gesetzlichen Wege furchtbarer ausgesogen und geknechtet, als dieses in den blutigsten Kriegen geschehen kann. Zu den Waffen, deutsches Volk! Nur die Repubkik führt uns zum Ziele, nach dem wir streben. Hoch lebe die deutsche Republik! Im Namen der provisorischen Regierung: Er begibt sich deshalb in seine Wohnung, legt Civilkleider an, und würde so unkenntlich in die Fe- G. Struve. Zu haben beim Herausgeber, Breitenfeld Nr- b. — Druck der a. p. Kunstan>:alt. Oktob. 1848. k 7^0?