gesprochen §f«r»h Holzapfel/ Priester im deutschen Nitter-Orden, bei der Fahnen- Estandarten-Weihe der vier Stadtbezirke und des XII. Bezirkes, so wie der National - Garde - Cavasierie - Division. Ilm 24. September 1848. To-r. 8L8 r. > .. V Heilig ist rer Herr Gott der Heerschaaren. Jsa. «, 3. Reih' und Glied steht aufgestellt der Männer große Zahl. Die Waffen glänzen. Die Führer rufen. Die Trommeln wirbeln. Wahrhaftig! es ergreift das Gemüth, solch' eine Heerschaar zu sehen. Deßhalb wundern wir uns nicht, wenn sich der Herr, der Alles erschaffen hat, der Alles erhält und regieret, wenn Er sich den Herrn der Heerschaaren nennt. Vor seinem Angesichte stehen ja im Himmel die Heere der seligen Geister. Er führt am Himmel herauf das lichte Heer der Sterne. Er schaut in der großen Heerschaar jeden Mann durch und durch. Diesem gewaltigen Herrn und Gott der Heerschaaren rufen die Engel „heilig" zu. Weil er heilig ist, bitten ihn die Heerschaaren um seinen heiligen Segen. Daß dieser Segen durch kirchliches Wort feierlich über die Fahnen der Heerschaaren gesprochen werde, das ist ein alter, frommer Gebrauch. Zu solch' einer Feier seid denn auch Ihr, Garden, versammelt. Der Segen des Herrn komme über Eure Fahnen, und — über Euch! Sag mir aber, Heerschaar, sagt mir, Brüder: Wozu habet Ihr die Fahnen? Ja! ich weiß wozn. Die Fahnen > l. wehen Euch zur Freude, 2. dienen Euch zur Ehre, 3. führen Euch zum Siege. Die Fahne ist Euch ein Heiligthum. Garden! Habt Acht! Der Herr der Heerschaaren, der heilig ist — Er sieht auf Euch! I. Brüder! Ihr freut Euch über Eure Fahnen. Ihr freut Euch nicht wie Kinder, sondern wie Männer, denn Ihr wisset, warum Euch die Fahnen freuen. Lieb sind Euch die Fahnen und gerne sehet Ihr sie wehen über Euch, denn aus den Fahnen, steht^mit goldener Schrift ein Name — er steht auch im Herzen eines Jeden von Euch, der Name, «Ferdsi>zAF.d L.l' Das ist genug! Wäre Euch Euer Kaiser nicht lieb, könnten Euch die Fahnen nicht freuen. ^ , Auf den Fahnen leset Ihr den «LS. H 13 März Das sind jene Tage, in denen ein schöner Morgen aufging für das Vaterland. Diese Tage, dem Vaterlande heilig, sind heilig jedem redlichen Herzen. Sein Vaterland liebte ja auch Jesus. Glücklich wollte er Israel wissen und frei. So wollt auch ihr glücklich sehen Euer Oesterreich! Darum sehet ihr heute mit Lust wie die Dreizahl der Frühlingstage erglänzt im Schimmer der herbstlichen Sonne, und so wie der Anblick Eurer Fahnen Euch stimmet zur Freude, 2. so dienen Euch auch die Fahnen zur Ehre. Ihr habt die Fahnen, weil Ihr die Freiheit liebt. Nur der freie Mann, nur daS freie Volk verdient Ehre. Dem Sclaven gehört die Schmach. Frei wehen die Fahnen in den Lüften, wie es ihnen gefällt — frei folgt Ihr dem Zuge Eures Herzens, so wie Ihr es für recht erkennt, folgt frei den Führern, die Ihr Euch selbst erwählt, und darum machen Euch ehrenvoll die Fahnen, denen Ihr folgt. Ehrenvoll — denn Brüder! wenn ich nicht irre, wollt Ihr zwar frei sein, aber doch zugleich das Recht anerkennen und dem Gesetz gehorchen. Räuber und Diebe, die vom Gesetz nichts wissen wollen, brauchen keine Fahne. Solch' eine Horde ist ehrlos. — Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist; das bringt wahre Ehre. Lasset nur für Gott und für den Kaiser Eure Fahnen wehen, dann gelangt Ihr damit zu jenem Ruhme, der unvergänglich ist. Ihr habet ihn Euch verdient — er ist Euch ein süßer Lohn. Die Fahnen machen Euch Ehre, und 3. führen Euch zum Siege. Herrlich geht Ihr hervor aus dem Kampfe mit Zwietracht und Lüge. Dem Schlechten, der nicht will, daß Ihr Brüder seid, dem zeigt Ihr Eure Waffen; den Frechen, der Einen von Euch Hetzen will wider den andern, den drückt Ihr zu Boden. In Eures Herzens gerechtem Zorne vertilgt Ihr den, der es wagt, Euch herauszufordern auf den Kampfplatz. Was Furcht ist, kennt Ihr nicht. Es thut nicht Noth, Euch zuzusprechen zum Muthe. Ihr seid eine einige und darum starke Schaar. Auf Euren Fahnen ruht der Segen des Himmels, so kann die Macht der Hölle nicht bestehen Euch gegenüber. Sollten sie kommen, die fremden Völker von Sonnenaufgang und Niedergang, und etwa zertreten wollen die Fluren Oesterreichs und verbrennen wollen die Städte und in Fesseln schlagen wollen die Bürger, dann werdet Ihr stehen wie Ein Mann und Eure weißen Fahnen werden sich röthen von Eurem Blute; aber Euer wird der Sieg sein, denn Gott ist für Euch, so kann Niemand wider Euch sein. Garden! ich beschwöre Euch vergrßt den heutigen Tag nicht. Vergeßt nicht: Eure Fahnen sind geweiht! Geschmückt mit heiligem Segen sollen sie zu Freude, Ehre, Sieg Euch führen immerdar. Zum Unrecht wollet Ihr sie nie gebrauchen. Die Geschichte schreibt auf ihre Blätter: »Unter diesen Fahnen sind Ehrenmänner gestanden! Treu dem Kaiser und der Constitution!" Treu und bieder war Oesterreich allezeit, treu und bieder ist es noch, und wird es allzeit sein, — das weiß Er, der vom Himmel her Euch segnet, und Eure Fahnen, Er zu dem die Engel zitternd sprechen: Heilig ist der Herr Gott der Heerschaaren! Amen! Gedruckt bei I. P. Sollinger.