Deutschlands Untergang. Wiedergeburt Eine Flugschrift über Me Flugschriften. Gedruckt bei Z»sef Lüd v rz. Die glückliche Zeit und Stunde haben wir erreicht, daß Jeder di« Wahrheit reden darf, so erlauben Sie mir, baß ich die wahre Lage der Unglücklichen vergangenen Zeit, und den glücklichen Erfolg der zukünftigen Zeit, öffentlich in Kenntniß zu geben, Jahre und Jahre sind verflossen in Jammer, Elend und Noth, wir trösteten uns wohl selbst von einer Zeit auf die andere, leider unser Trost war umsonst, jeder Mensch muß es selbst gestehen, daß «s Fahr für Jahr schlechter wurde, der traurigste Erfolg stand uns bevor, daß wir am Ende in Jammer und Elend verschmachten müßten, allein der allmächtige Gott hat sich unser erbarmt, und hat uns von diesen Jammer und,Elend befreit, und macht uns jetzt zu glücklichen Menschen, so lasset uns als wahre Christen dem allmächtigen Gott für seine große Barmherzigkeit danken, und auch unfern guten Kaiser Ferdinand als getreue Unterthanen danken, der Jammer und das Wehklagen wurde im Lande so groß, daß wir weder Hilfe noch Rath wußten, statt Hilfe fanden wir barbarisches Verfahren, öffentlichen Betrug, unerträglichen Wucher, die abscheuligsten Schmutzereien, die Niederträchtigste List wurde als Weisheit betrachtet; wenn es einen von der höhern Klasse gelang einen abscheulichen Betrug auszuführen, so hielt er sich selbst für einen weisen Mann, und wer mußte dadurch leiden als der Arme, Redliche, der ganze Zeitgeist war dahin gerichtet bloß den Armen zu unterdrücken, damit der Reiche in sodomitischer Wollust und Schwelgerei leben konnte, daß wurde bis auf dem höchsten Punkt getrieben, allein Gott ist barmherzig , er konnte es nicht mehr sehen, er befreite uns aus diesem Elend. Durch die Wiedergeburt Oesterreichs haben wir den Zeitpunkt zu hoffen wie im Jahre I8i>o. , 7 sie nahmen sich das Sprichwort, wär dort hin denkt, hat da nichts zur Richtschnur, und durch diesen Vorwand wurden die abscheulichsten Handlungen ausgeführt, daß sie in Wollust und Schwelgerei ihr Leben fort- führen konnten, der redliche und christliche Mensch wu^de unterdrückt, aber sie leidsten es mit Geduld, klagten ihr Unterdrückung und Noch Gott im Gebeth, und Gott hat sich jetzt unser erbakint, den Reichthum der Kunst und Redlichkeit-konnten sie doch Niemand entziehen, — Geduld liebe Brüder, der neue Zeitgeist wird bloß dahin geleitet, die Kunst und Redlichkeit zu unterstützen, unser Kreutz und Leid, unser schmerzlicher Kummer hat sich in große Freud auf immerwährende Zeiten verwandelt. Der allmächtige Gott hat die Auserwählten bestimmt, uns zu befreien, sie arbeiten rastlos auf Gottes Befehl, zum Wohl des Staates und des Landes, auf ewige Zeiten, der Friede wird mit unserm guten Kaiser und die getreuen Unterthanen auf ewige Zelten sein, wir werden ohne Kummer und ohne Unterdrückung, in unserm gelobten Vaterland die Tage un- sers Lebens geniesten, die Retter des Landes werden -iBohl von Aufwiegler verfolgt, aber umsonst, ihre Feinde müssen unterliegen, den die getreuen Unterthanen des Kaisers sind ein Herz und ein Silin- Die goldene Zeit wird wieder kommen wie im Jahre 1810 wir können sicher darauf hoffen, wenn der Handel mit England so gesperrt wird, wie-in Napoleon gesperrt hat. Nicht allein, daß das Geld dadurch im Land bleibt, denn es werden auch unsere KunstwaMn vom Ausländer gekauft werden, und es wird wieder so wie im Jahre^i 6 io. Statt das Geld aus dem Land kommt, so wird es durch unsere Kunstwaaren herein kommen, dazu wird uns die neue Regierung mit besonderer Sorgfalt und Aufmerksamkeit ihre Hülße leisten, unsere Kunst und Talente wollen wir jetzt mit größten Fleiß und Thätigkeit anwenden unser Vaterland in einen glänzenden Zustand zu bringen. Denn wir sind überzeugt, daß nur Kunst Manufaktur und Handel datz Land reich macht, um das zu bewerkstelligen, wird uns die neue Regierung alle Einleitung treffen, durch Abschaffung der Einfuhr fremder Erzeugnisse, und Abschaffungen von Maschienerien im Land wo Menschenhände ersparet werden, jeder vernünftige Mensch wird einsehen, daß auf keine anHre Art wir von unserm Elend befreit werden können, es war wohl dAAnfuhr fremder Erzeugnisse verbothen, aber dje kleinen Schwärzer hat majs'aufgefangt und die Großen hat man laufen lassen, und die LontrebMdwaaren wurden statt verbrennt, verkauft, und so wurde alles durch List und Betrug ausgeführt, bis wir in das größte Elend gestürzt wurden, die Ausfuhr von Gold und Silber hat nur dann ein Ende, wenn die Gränzen für Einfuhr der fremden Erzeugnisse gesperrt werden, wenn wir uns wollen als glückliche Brüder Oesterreichs sehen, es muß die schändliche Handlung nach Gunst und Willkühr gänzlich aufhören, wir müssen Napoleons Weisheit betrachten, er suchte nur Pa- triotcngesinnung, besondere Talente und praktische Kenntnisse die erhob er zu hoher Würde, und dadurch kam sein Stadt und Land in den glücklichsten Zustand, Recht und Gerechtigkeit mußte bei ihm herrschen, und dadurch kam Frankreich in den glücklichsten Zustand. Wir sind auch unfern Bürgern und Studenten dankbar, sie haben Gut und Blut gewagt, um die Gerechtigkeit zu erkämpfen, und das Land von Jammer und Elend zu befreien, jetzt haben wir das Ziel erreicht, unsere Feinde sind verjagt, die das Land ins Unglück stürzten, kein Feind soll es wagen unsere Ruhe zu stören, da wird einer für Alle und Alle für einen unser Kaiserhaus und unser gelobtes Land vertheidigen, o wie rührend ist jetzt rer Anblick unserer Mitbrüdrr, alt und jung, arm und reich, begibt sich jetzt mit grundlosem Pakrioteneifer, zur Waffenübung, um uns gegen jeden Feind mit Muth und Kraft zu verthejpigen, so wird auch unsere neue Regierung mit Muth und Kraft dahin arbeiten, um uns glücklich zu machen, durch gänzliche Aushebung der Einfuhr fremder Erzeugnisse, damit wir "von unserm Elend befreiet werden, dann werden wir als glückliche Menschen unfern guten Kaiser Ferdinand und unsere neue Regierung als Retter und Gründer unserem ferneren Glücke ewig verehren. Michael Wimmer.