60834 Die entlvolkte Sonne. Von Wenzl Matern«, Techniker und Nationalgardist. begeistert sah ich eine Sonne stammen Hoch an Europa's weitem Horizont'; Sie strahlte nieder Menschenglück und Freiheit, Und selig wahnt' ich, was an ihr sich sonnt. Und freudig auf die Lander, auf die Völker, Die sie beschien, wandt' ich den trunk'nen Blick; Ich hoffte Frohsinn, Lebensmuth und Jubel, Und fand nicht Frohsinn, fand nicht Völkerglnck. Denn dräuend hing dazwischen eine Wolke; Sie brach der Strahlen segensvollen Laus, Und finster war's und Nacht auf Berg und Thalern, — Es hellte nie ein Freiheitsstrahl sie auf. In Tausender, in Millionen Seelen Erfror das freie Wort , es sank der Muth, Und wo ich glücklich freie Menschen suchte, Hort' ich das Knirschen nur ohnmacht'ger Wuth. Denn Blitze sandte lahmend hin die Wolke, Wo Freiheit muthig, kühn ihr Haupt erhob; Sie war ein Alp Europa's Nationen — Bis erst vor wenig Tagen sie — zerftod. Sie wich — und neue Schöpfungstage leuchten, Es strömt ein Lichtmeer in das fernste Thal, Es wärmt, entflammt, begeistert Oesterreichs Bölker Der ungewohnten Freiheit Feuerstrahl. Und all' die Millionen jauchzen, jubeln, Es thaut ja auf der Zunge eisig Band; Zur Sonne hoch erschallen Freudenhimnen: Es lebe unser Vater Ferdinand! Druck «on U. Klops und A. Eurich, Sladt, Wollzeil« Nr. 782. 6v?k>