Wider den berüchtigten: Carbonm-König Ulbert. welcher geschworen hat, >ü binnen drei Monaten, icn in einen Schutthaufen zu verwandeln. Wien, 1646 . Gedruckt in der Josephstadt, Langegasse Nr. LS. ^)ieser unwürdige König, welcher von den Republikanern das Schwert von Ita- lieu geheißen, von der österreichischen Armee und allen Kaiserlichgesinnten der Car- bonarikönig genannt wird, ist am 2 . Oktober i?y8 geboren, und hat sich von jeher duxch Karakterlosigkeir und Verschmitztheit berühmt gemacht. Diejenige Freiheit, welche er jetzt für die Lombardei und Venedig verlangt, sucht er seinen eigenen Unterthanen vorzuenthalten, darum lieben sie ihn, -so wie man nur einen listigen Tyrannen lieben kann. Vor wenig Jahren hatte er ganz andere Ansichten über Völkerrecht und Völkersreiheit, indem er mit sfeinen Truppen zum Schutze des Throns und zur Unterdrückung der gerechten Forderungen der Spanier, in ihr Land einfiel nnd 3o gefangene Backen mit den Worten znm Galgen verurtheilte: »Jedem Revol- tirer der martervollste Tod! Das Gesindel hatte nicht vergessen sollen, daß sie für ihren König gerade so geschaffen ssind, »vielzum Dienste Gottes die Engellegionen.« DerPapst, der abtrünnige, pflichtvergessene nnd der Carbouarikönig, sind diejenigen, die Oesterreich den Stiefel Italien ansziehen wollen, um ihn unter sich in zwei Stücken zu theilen. Diese habsüchtigen, treulose» Herrscher haben ihres schändlichen Ehrgeizes wegen, das Unglück über Italien gerufen, indem sie die italienischen Dummköpfe zur Revolution entflammten, zum Treubruche überredeten nnd sie dem Tod und Verderben den siegreichen österreichischen Bajonetten und Kartätschen entgegen- schicken. Karl Albert hat sich in seinem verrälherijchen Verfahren wider Oesterreich als Schurke gezeigt, und die Kaiserlichen in Italien sagen, daß kein Galgen zu hoch wäre, auf den man dieses hohe Haupt nicht hängen sollte. Die Verschworenen Carbonari brüteten im Tnriner Kabiuet schon zwei Jahre lang; die Verschwörung war so großartig und verflochten, daß sie jeder Diplomat gewußt hat, bis auf den österreichischen Gesandten in Sardinien, welscher an solche Schändlichkeit nicht zu glauben schien. Die Revolution brach los in Mailand, und Karl Albert ließ bei 'dem glütk- -lichen Fortgang derselbe» jede Maske fallen und opponirte öffentlich. Das sardini- sche Volk wurde von Fürst und Pfaffen zum heiligen Krenzznge wider Oesterreich aufgefordert, überall wurde rekrnrirt, exercirr, überall wurde« Waffen geschmiedet, und alle Oesterreicher theilS getödtet und gefangen, theils des Landes verjagt, ja selbst das österreichische Gesandtschafrsschild zertrümmert, und das Leben des Gesandten in Gefahr gesetzt, und dennoch (dort! hört!) erklärt Karl Alberr dem Wiener Hofe, daß er mit treuester, pflichtschuldigster Ergebenheit au ihm hänge, und daß diese Truppensammlungen seinen eigenen aufrührerischen Unter thanen gelte, welche der französische Freiheitsschwiudel ergriffen habe, und zu derselben Zeit (o du gekrönter Schurke!) richtet er eine Proklamation an die Lombarden und Venetianer, in welcher er ihnen verspricht, sie von der schändlichen Tirannei Oesterreichs loszumachen, stellt sich an die Spitze seines Heeres und fallt ohne völkerrechtliche Kriegserklärung in österreichisch Italien ein. Alberts Armee, die über 30,000 Mann stark, hat sich mit den ihm zu- jubelnden, bethörten Rebellen vereinigt und zu einem Truppenkörper von 60,000 Manu angehäust, und dennoch können sie über die 14 ,000 Oestcrreicher unter Anführung des F. M. Radetzki nicht den geringsten Bortheil gewinnen. Im Gegentheile, von einem lOfach schwächeren Feinde angegriffen, laufen die Piemontesen derart, daß eiu vsterreicher Soldat schrieb: „Daß wir sie gar nicht d'errcunen können." Und dennoch brüstet sich König Albert, wie sich je nur ein Casar und Hannibal gebrüstet hat. Als Großmaul und Aufschneider kommt ihm kein Münchhausen gleich, seinen Buletinen nach massakrirt er gottserbärmlich die verjagten und feigen Oesterreicher; alle Tage fängt er einige Taufend und schlägt einige Tausend todt. Wie Karl Albert die Oesterreicher frißt, das rst erstaunlich, aber noch lächerlicher und erbärmlicher sind seine Proklamationen, welche er an die Italiener richtet, und die in seiner hoffnungslosen Lage vielleicht seine einzigen Waffen mehr sind. Er nennt sich den Rettnngsengcl und das Schwert von Italien, wozu der Papst ihm seinen Schild leiht (vielleicht ist das dieser Schild, den der päpstliche Nuntius in Wien von seinem Hause herabgenommen hat). Er verspricht den Italienern, mitleidslos gegen die Vernichteten, österreichischen Armeesplitter zu verfahren und nicht früher Frieden machen, bis er nicht in der Wiener Kaiserburg den Frieden dikttre und mit seinem Degenknopf besiegle. (Puh! Pnb: wie furchtbar, wir Wiener sollen uns doch an die Liguorianer wenden, daß sie als un- scrc-jammervollen Fürsprecher zum König Großmaul abreiseu.) — Als diese Proklamation nichts genützt hat und die beiden österreichischen Armeen anstatt vor denselben davon zn laufen, zusammen gekommen find und sich bereits vereint haben, hat Karl Albert noch eine gräßlichere, schauerlichere Pro- clamatiou erlassen, welche er an die Oesterreicher richtet', und ihnen hiermit ver kündet: „daß die Zeit des Erbarmens und der Gnade vorüber sei, er werde sie darum sammt der österreichischen Nation von dem Erdboden vertilgen und Pas stolze, übermnthige Wien müsse, bei der Heiligkeit Papst Pins des IX., binnen drei Monaten in einen Schutthaufen verwandelt sein." An die Stelle, wo die Sradt gestanden sei, will er Staub und Asche streuen, weil ein deutscher Kaiser es ebenfalls so mit Mailand gemacht habe. Die alle diese blutigen Greuel überlebenden Oesterreicher werden hierauf zu den glücklichsten Sclaven der gütigen Herrn Italiener gemacht. Die Wiener bekommen vor dem schrecklichen Sardmienkvnig die Fraisen. Es bleibt uns nicht's anders zu thnn übrig, als in uns zn gehen und unfern Magistrat in Büßerhemden zum heiligen Vater und seinem Kompagnon, den König von Sardinien, pilgern zn lassen, um Gnade und Schonung zu erflehen. Vor der Hand aber proclamiren wir die Unabhängigkeit Italiens von Oesterreich, treten ihnen Welsch-Tyrol mit Trient und unser herrliches Triest mit dem Knstenlande ab Das Königreich Dalmatien mit den Inselgruppen versteht sich von selber, müssen wir auch herausgeben, um den beiden Carbonaris am päpstlichen Stuhl und am sardinischen Thron zu einem anständigen Königreiche zu verhelfen. Schreckliches Großmaul! Du hast die heilige Majestät Oesterreichs beleidigt, Du hast an den Souvrainitäteu Oesterreichs, dem Kaiser und dem Volke, völkerrechtswidrig gehandelt. Dn hast, eine leidenschaftliche Nation, zn einem sie selbst verheerenden Bürgerkrieg entflammt. Du mißhandelst die Gefangenen, schleppst Schuld- und Waffenlose in deine Kerker nach Alexandria, Du bist ein Verbrecher iu den Augen von ganz Europa, und die gerechte Strafe wird Dir Feldmarschall Radetzki, als österreichischer Bevollmächtigter, mit 30,000 siegenden Truppen als Creditiv, iu deinem Palaste zn Türin diktiren. Mantel«,anir