50834 edicht an Herrn Sal Rothschild, dem Freiherrn Oesterreichs, >em Bürger Wiens. Der Armuth Schuh und Hort. Kennst du das Haus? — Aus Mauern ruht sein Dach, Schlicht sieht es aus, Sein einfaches Gemach. Wer hat ihm je ein Leid gethan? — ! Kennst du den Mann? — Auf Kissen ruht sein Haupt, Das schaffen kann. Mit Silber sanft umlaudt, War je ein Haupt so schön geschmückt? — ! Kennst du die Hand? — Die milde giebt und schenkt, Zm schönen Land, Wo nur ein Herrscher lenkt. War eine Hand — je so verehrt? —! Motto: Wer Gutes thut den Armen Findet vor Gott Erbarmen. Alter Spruch. (Gedichtet für ihn, den Nater der Armen.) I. II. III. IV. Kennst du das Herz? — Im Busen schlägt es warm, Empfindet Schmerz, Für Alles — was nur arm. Wer hat je kalt — dieß Herz gesehen? — ! V. Kennst du das Land? — Der schönen Toleranz, Ein schönes Band, Für einen Völker kränz. Wer billigt hier — nicht Israels Fleh'n? —! VI. Kennst du den Staat? — Wo Nationen Will! Mit weisem Rath, Fortschreitet frei und still. Kann Israel: — vergessen sein? — ! VII. Kennst du das Reich? Wo OestreichS Herrscher thront, Wo alle Herzen weich, Und Bürgerglück nur wohnt. Zst's Demuth nicht — die auf Gott baut? — ! VIII. Kennst du die Stadt? — Wo hoher Stande, Wuth: Mit Macht — schachmatt, Für heißes Büigerblut Der Freiheit Schimmer trüben ließ. IX. Kennst, Israel Du? Emancipation? Erkämpf's im Ru!!! — Nur OestreichS hoher Sohn, Tiebt's ungeschmälert — dir allein! X. Dann danke auch, Für Freiheit Bürgerrecht. Nach Väter Brauch. Und bleibe stets gerecht. Zu Gott — entsende dein Gebet. Gebet. Lasse ertönen deiner Stimme mächt'gen Schall, Du wahrer Sendling aus gelobtem heil'gem Land, Nur mühsam steigt der Wanderer hinab in's Thal, Und klammert sich an seines Bruders treue Hand. Nie hemme Leidenschaft, dir deinen sichern Schritt Dein hehrer Geist, dein Herz, an Sittenreinheit gleich; Dem hohem Priester, der das Heiligthum betritt, Sei auch an Wahrheit Demuth und an Liebe reich. Nur wer auf Gott allein und seine Allmacht baut, Geduldig sanft wie weiland Jonathan vertraut, Hat sich in Abrahamas heil'gem Schoos gefleht, Jehovahs Hauch ihn selber mild — iu Gnaden angeweht. Dem, der verhöhnend nur, nie vom dem Recht beseelt, Im Staat der Toleranz, mißbrauchet Schutz und Hort; Zerstörend um sich greift, — und seine Opfer wählt: Ereilet Gottes Zorn — das fluchbelad'ne Wort. Bedenkt, — daß Bürger Wuth, barbarisch roh entbrannt, In Fluch; — wo Israel gelebt, .— geliebt, — geleibt; Gleich einem blut'gem Rächer — schwer von Gott gesandt, In nahen Marken noch, sein gratses Unheil treibt! — Du Mann der Sendung sprich nlit Geist und Kraft, das Recht In heil'ger Synagoge: — im Gemeindehaus Das harte Wort, — weil die Empörung schlecht; — So Mann und Weib es trifft —! das Anathema aus. Des Raabi Wort, ist Gottes Wttt, — sein heil'ger Ruf Erfüll' zerknirschet Israelis froitzme Schaar, Jehovahs Güte, die nur Menschen menschlich schuf, Läßt seinem Sünder Zeit, wenn er gefallen war. Amen. Wien am 10. Juni 1848. Nachts 12 Uhr- W. G. Schmidt, Armen-Nater im Pfarrbezirke Lichtenthal, Bürger und Garde der 6. Compagnie im XII. Bezirke. Lainiri'luiiL I.. ^ / K»i4r° <5v^i »