Gehst denn nit dani von Wagen? Ein wienerisches Sprichwort mit Variationen. Von I. F. Castelli. jedes Land auf der Welt Ist ziemlich gleich einem Wagen, Der Oestreicher - Wagen ist gut Wir können uns gar nicht beklagen, Es ist Alles drin was wir eben Nothwendig haben zum Leben; Nur finster ist's g'wesen, gut g'sehn hab'n wir nicht Und wollten wir bitten um etwas mehr Licht, So hörten wir unsere Kutscher gleich sagen: Geht's denn nit glei dani von Wagen? Jetzt endlich war's uns zu viel. Es hat uns entsetzlich verdrossen Daß wir in dem Wagen darin Gewaltig find worden geflossen Und daß wir stets still fitzen sollen Und hinfahren dort wo sie wollen, Wir haben gesehn daß Gefahr uns auch droht Und daß wir zuletzt werden stecken imKoth, Da war'n wir so frei zu den Kutsckern zu sagen: Geht's den nit glei dani von Wagens Der Wag'n wird jetzt neu fabrizirt, Kriegt Räder die ungefchmiert gehen, Ich hoff' auch man wird künftighin Kein fünftes Rad dabei sehen, Sie werden viel Fenster auch machen Daß's Licht kann recht stark hinein lachen; Gäb's aber dann Leut' die zufrieden nicht wär'u Und immer noch mehr als was billig begehr'n: So wird d'Nationalgard zu denen schon sagen: Geht's denn nit glei dani von Wagen? Wollt' Einer mit fremden Wag'» Auf unserer Straße kutschiren Und fahret vielleicht an uns an Und fing etwa an z' disputiren. So darf uns wohl werden nicht bange Der Streit dauert sicher nicht lange, Wir ruf'n unsre braven Soldaten herbei, Die unfern Wagen umgeben so treu, Die werden dem kecken Fuhrmann schon sagen: Gehst denn nit glei dani von Wagen? Doch von unserm Wagen den Herrn Den möge der Himmel bewahren, Es haben ihn alle so gern Die jetzt ganz zufrieden d'rin fahren Er hat uns ja Alles gewähret Was wir Passagier nur begehret, Wir können vertrauen auf ihn ganz fest Daß er uns nimmer stoßen und umwerfen läßt, D'rum hoch soll er leben, zu ihm woll'n wir sagen, Geh du nur nit dani von Wagen? i, Gedruckt urtd zu haben bei Leopold Grund, am StephauSplatz im Zmettelhvfe.