Trost an die Motto r Wahrheit ist's, ich schreib' sie nieder, Nrtheilt selber, liebe Brüder! ^venn gleich des Schicksals Zornesflamme Dem Lehrer Noch und Grauen sprüh't, Wenn gleich auf dem Verdienstesstamme DeS Undanks wilde Ros' erblüht; Wenn gleich der Aussicht Hoffnungstrauer Den Ordensstern dcS Elends prägt, Wenn gleich der Armuth Kummerschauer Das Wort deS Bildners niederschlägt; Wenn oft des Hungers Hochgefühle Das Wonnenmal des Lehrers sind, Wenn gleich des Dienstes Lastenfülle Den Blutlohn gnädigst nur verdient; Wenn gleich der Hochmuth bietet schon Von allen Seiten niedern Hohn; Wenn gleich die Finsterniß gerungen, Bevor die Freiheit uns erklang, Wo noch der Lehrer war gezwungen Zu schweigen knechtisch lebenslang: So laßt Euch dieses nur gefallen, Der Herr wird Euch dafür bezahlen! Gedenkt deS größten Lehrers Stelle, Der da mit Wahrheit kläglich spricht: „Die Füchse haben ihre Höhle, „Die Vögel sind ohn' Obdach nicht, „Sie sind gedeckt durch ihre Nester! „Und ich, der Herren Allergrößter, „Hab' nicht so viel für meinen Mann, „Wohin mein Haupt ich legen kann. — Nehmt hin den Trost! — Genug indessen. — Der Herr wird Euer nicht vergessen! Der größte Lehrer, — den ich nenne, — Der Allerhöchste, — Gottes Sohn, — Führt seines Vaters treuen Söhne Nach ihrer Arbeit einst zum Lohn. — Kämpfet demnach muthig und bescheiden, Und streu't der Jugend guten Samen aus; Ein beff'res Los wird jetzt der Staat entscheiden, Vertrau't auf Gott und unser Kaiserhaus. „Vater Ferdinand, der Kaiser, „Unser Retter, unser Herr, „Fürwahr ein Fürst ein weiser, „Duldet Unrecht nimmermehr! „Er wird, — ist's recht und billig, — „Gewiß, als Vater, willig, „In des Himmels Namen, mit Entzücken,' „Seine armen Lehrer auch erquicken. — „Also saget Ihm die Bitte offen, „Und Ihr werdet nicht vergebens hoffen. „O, saget Ihm, den milden Genius, „Wie arm der Lehrgehilfe leben muß. — „Er selbst wird dann den Kummer heben, „Und firen Lohn den Lehrern geben!" Anton Dunkl. Druck von U. Klopf »on. und A. Eurich, Wcllzeile Nr. 782.