Die in Vien besnAiche polnische 7 . ' , anerkannt von allen Ständen in allen Kreisen des Landes, anerkannt und huldreichst ausgenommen von Seiner Majestät selbst, erachtet für nöthig und dem allgemeinen Besten des Landes angemessen, ihre Lhätigkeit zu theilen, so daß ein Theil der Deputation nach Galizien zurückkehrt, um im Geiste der ganzen Deputation in der Hauptstadt und in allen Kreisen des Landes zu wirken. — Je mehr diese Lhätigkeit noch gelähmt ist, so lange weder das Central-Comite in Lemberg, noch die Filial-Comits in den Kreisen bestätigt sind, um desto dringender ist es, nachdem dort die legale Entwickelung noch verwehrt wird, auch ohne Bestätigung die Ordnung und Ruhe im Lande ausrecht zu erhalten, und ferner, da ein Landtag nach dem vermorschten und gestürzten Prinzipe nicht mehr bestehen und wirken kann, ist weiter die Aufgabe der Vertreter des Landes die Fragen zu erörtern: Auf welcher Basis und nach welchem Prinzipe der Landtag zusammenzurusen ist? und 2'"" welche Hauptfragen auf demselben für die nationale Organisation zu lösen sin- ? Diese wichtigen Aufgaben zu erfüllen, und Ruhe und Ordnung zu erhalten, ist ohne direkte Einwirkung der Landes-Jn- sassen unmöglich! — Die Beweise sind hohen Ortes vorgelegt, daß Aufreizung und Aufwiegelung durch den Beamtenstand an der Tagesordnung sind, um das Feuer der Jugend zu Schritten zu verleiten, welche den Ausbruch von Unordnung herbeiführen könnten. Dringend war daher der Beschluß, daß ein Theil der Deputation in die Heimath zurückkehre. — Der in Wien zurückbleibende Theil hat die Aufgabe: „die Allerhöchste Entschliessung auf die überreichte Adresse des Landes abzuwarten." Kummer und Gram durchzuckt das Herz aller Polen bei Erwägung des gegenwärtigen Zustandes ihrer heiligen Sache. — Mit Vertrauen und Offenheit sprachen sie unvcrholen in der Adresse das Ziel ihrer Wünsche aus: „die Unabhängigkeit und Bereinigung mit allen Theilen von Polen." Es wäre nicht nur dem offenen Charakter des Polen entgegen gewesen, das Idol aller seiner Wünsche zu verschweigen, sondern es wäre seiner Nationalität unwürdig gewesen, anders zu handeln, jetzt, wo in allen Gauen Deutschlands das Wehe über jene alte Sünde der Theilung Polens ausgerufen, und die Wiederherstellung gefordert wird. Während somit die Deputation offen und redlich ihrem König und Kaiser einen Blick in das Innerste ihres Herzens thun läßt, und von seinen Lippen das Wort der Erlösung erbittet, erklärt die Deputation gleichzeitig in ihrer Adresse, daß nicht augenblickliche Trennung aus dem Verbände mit Oesterreich ihr Wunsch, und nicht ihr Interesse sei, sondern der Moment abzuwarten ist, der den Regierungen und Nationen günstig ist. — Unter dem Schutze, und im Verbände mit Oesterreich will das Land seine Nationalität und deren Kräfte stärken, nachdem zeither in diesem Verbände alle nationalen Kräfte gelockert und theilweise zerrissen wurden. Unter dem Schutze und im Verbände mit Oesterreich will das Land durch nationale Reorganisation alle Elemente entfernen, welche der nationalen Entwickelung entgegen treten. — Je freudigere Hoffnung das Herz aller Dcputirten belebte, als Höchsten Orts ihnen die Zusicherung ertheilt wurde: „daß die Sünde der Voreltern von den Enkeln gesühnt werden würde," — desto schmerzhafter ist der Eindruck über Maßregeln von entgegengesetztem Sinne der galizischen Regierung, und deren Unterstützung beim Ministerium des Innern. Statt durch Bestätigung der von Landes-Insassen vorgeschlagenen Maßregeln, die Ruhe und Ordnung zu sichern, an welcher vor Allem jedem Freunde des Vaterlandes dringend gelegen ist, statt durch solche Maßregeln das Vertrauen des Landes zu wecken, für eine Regierung, deren Mehrzahl von Beamten alles Vertrauens entbehrt, und im Gegentheile täglich neues Mißtrauen begründet, statt dessen sind vom Ministerium alle dergleichen Vorschläge, wie die Erledigung der Adresse selbst, von dem Berichte des Landes-Gouverneur abhängig gemacht, dessen Biederkeit und Rechtlichkeit von Niemanden, aber dessen konstitutionelle Gesinnung von Jedem bezweifelt wird, der ihn kennt. — Solche Schwierigkeiten zu bekämpfen, und der Regierung zu beweisen, daß ihr Interesse mit der zu entwickelnden Nationalität in Polen und deren Thatkraft nur Hand in Hand gehen könne, liegt in der Aufgabe der Depu- tirten, die in Wien bleiben. — Gegeben in Wien, am 16. April 1646. Druck van A. Pichler a Wittve. s 7^S e.e-< ^ol^l