Kaiser Josef soll nach seinem angeblichen Tod noch 40 Jahre in einem Kloster eingekerkert gewesen, und dann erst vor 15 Jahren in einem Luftschloß Metternichs als OOjähriger Greis gestorben seyn. Kaiser Joseph, der größte Monarch aus dem Hause Habsburg-Lothringen, Oesterreichs wahrer Bürger-Kaiser, lebt in dem Herzen des Volkes und wird erst jetzt nach seinem Tode mit größerem Rechte als mancher Heilige verehrt. Am rührendsten aber zeigt sich die Liebe des Volkes in den 1000 und 1000 Anekdoten, die in Jedermanns Munde sind, und in den oft fabelhaften Erzählungen, in welchen man den Tod dieses glorreichen Geistes erst in eine kurz verfloßne Zeit verlegt. Folgende Erzählung hörte ich aus dem Munde eines Bauern in Ober-Oesterreich, welcher so fest an dieselbe glaubt, daß er um keinen Preis sich durch Einwendungen an der Wahrheit derselben irre machen ließ. Diese Mythe ist meines Wissens bis jetzt in Wien wenig oder gar nicht bekannt; sie lautete: >Ja, mein lieber Freund, das wissen sie nicht, daß der Kaiser Josef gar nicht in Wien gestorben ist. Damals ist g'sagt worden, die Pfaffen hät'en ihn vergift; aber weit g fehlt, die Sache hat sich ganz anders zutragen. Sehen sie, in Nieder-Oesterreich ist ein Kloster, in dem lange Zeit ein Pfaff Prälat war, den selbst seine untergebnen Geistlichen gehaßt haben, weih er ein harter Mensch und allgemein als schlechter, geiziger Mann bekannt war. Das Merkwürdigste war, obgleich dieser Prälat eine Ausnahm von der Regel, sehr mager war, ihm der Küchenmeister jeden Tag in sein Zimmer, in welches bei großer Straf sonst Niemand hat hinein kommen dürfen, für 2 Personen das Essen gebracht hat. Eines Tags, wie eben der Küchenmeister mit seinen Speisen zu ihm hinauf gegangen ist, ist der Prälat todt im Zimmer gelegen, vermuthlich wird ihn der Schlag getroffen haben. Man kann sich den Schrecken vom Pater Kuchelmaster denken! Doch der war halt auch ein Pfaff, wie viele Andere und anstatt daß er Lärm gemacht hat, hat er zuerst schaun wollen, ob er nicht in der Geschwindigkeit auf Unrechte Weife von Herrn Prälaten was erben könnt- Im Zimmer ist ein großer Garderobe-Kasten gestanden, und weil er glaubt hat, da drin werden die meisten Schätze verborgen seyn, so hat er 'n aufg'macht. Ja mein lieber Herr Student, da hat er einen kuriosen Schatz gefunden; der Kasten war ganz leer, aber in der Rückwand hat er noch eine Thür g'habt. Er macht die Thür auf, und stell'n sie sich vor; er ist in ein kleines Kammer! kommen, wo ein eisgrauer Mann mit einem langen schneeweißen Bart g'sessen ist. — Der Kuchelmaster hat glaubt, er sieht einen Geist! Er hat's Kreutz g'schlagen, und wie ein Beseßener g'schrien: »HxsZe 5Li3N3s!« — Der alte ehrwürdige Mann ist auf- g'standen, hat ihn bei der Hand genommen, und hat g'sagt: »Mensch, wenn dir dein Leben lieb ist, so sey stumm und verschwiegen, wie das Grab. Du hast eine Entdeckung gemacht, die dich gleich mir in die ewige Nacht des Kerkers bringen kann, oder die dir das Leben kosten wird. Merke wohl auf, was ich dir jetzt mittheilen werde. Ich bin der todtgeglaubte, von seinen treuen Unterthanen beweinte Kaiser Josef. Ich erhielt einen Schlaftrunk, und als ich wieder erwachte, befand ich mich hier, in dieser Zelle, und jetzt sind wohl schon über 40 Jahre verflossen, daß ich Gottes freie, herrliche Natur, und den bestirnten Himmel nimmer schaute. Vor Allem sage mir, wer ist jetzt Kaiser von Oesterreich?< Der Kuchelmaster der einstweilen von seinem Schreck zu sich gekommen war, antwortete vor lauter Erstaunen ganz außer sich: „der Franz!" — »Nun gut sprach Kaiser Josef, verschweige jeder menschlichen Seele, was du hier gesehen und gehört, nur durch einen außerordentlichen Zufall konntest du meinen Aufenthalt entdecken.« Ja wohl, fiel ihm der Kuchelmaster in's Wort, den Hrn. Prälaten hat der Schlag troffen, 0, jetzt kann ich mir erklären, warum der Selige, trotzdem, daß er so dürr war, sich immer für 2 zum Essen hat bringen lassen. »Geh zu Kaiser Franz« sprach Josef und theile ihm mit, daß du mich hier getroffen. Ich bin jetzt ein alter Mann, körperlich und geistig abgestorben, ich will fürder keine Ansprüche auf meinen rechtmäßigen Thron mehr machen, ich will sonst nichts, als an irgend emem entfernten Ort, noch einmal in der Freiheit mein nahes Ende erwarten. Der Kuchelmeister versprach seinen Befehlen nachzukommen, und hat den Kasten wieder zugesperrt; den Tod des Prälaten dem Kloster angezeigt und ist den nämlichen Tag noch nach Wien g'fahren und hat dann beim Kaiser Franz und beim Metternich Audienz g'nommen. Nach einer geheimen Conferenz, die gehalten worden ist, ist beschlossen worden, den Kaiser Josef in der Still' abzuholen und ihn auf ein entferntes Lustschloß von Metternich zu bringen. Das ist dann auch geschehen und dort ist der Kaiser Josef erst vor i5 Jahren gestorben Wien am 26. August 1848. Gedruckt bei Joseph Ludwig. I ^,5 ^ '..f 'S, <> ' 7->- ' 7 ^ i > - - ° , 7- ° ..... ch- - .pS 7- .7. , ^chch-ch- --- . . , „ > ^ -7 — ch- ch .MÄNZch 7. » .- ^ ^ «7 ^ L d V ..7». « - ^ .S >7 «Z7 >.7.x. /.>-« U' S2s'':7.-:ich »'-'E- 7 ' -S - - .-. : .'^. 7 ., .> chchch -r'chs^. -' ch^f- , ".-»'-ch 'i' ^ 7 ! -! . 777 - . ,, . 7 7 7 . - 7 '.> .. .7 ! - .' 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