Gott erhalte dir Wiener Studenten, denn sie sind das ,die s elh st. Die Studenten Wien's haben viel, viel gethan, von ihren Thateit werden uiWe Nach- kommerr mit Ehrfurcht und Bewunderung sprechen, Die Studenten sind die Gründer der Freiheit; sie Wen den faulen Sitz der Aristokratie zertrümmert und sind die Intelligenz selbst. Demgemäß leset die folgenden Wörter, und sehet, wie mall Euch Meder Etwas vorspiegeln will. — _ , Die Würfel sind gefallen , sagt die Agramer Zeitung: Äir MV .zu eiNeck' Ha- zardspiele aufgefordert worden, wo es Menschenleben gilt; lang genug haben wir, gezaudert und manche Vorwürfe gefallen lassen —nur damit man uns nicht die ScMrd geben kann, wir hätten den bevorstehenden Kampf hervorgerusen. Es ist der ganzen Wett bekannt, daß wir eine friedliche Ausgleichung der zwischen Croatien und Ungarn schwebenden Differenzen gewünscht; — wir waren höchst erfreut, als Se. Majestät den biederen Erzherzog Johann zum Vermittler bestimmte; allein er sah, daß der magyarische Hochmuth sich nicht beugen lasse, und überließ uns und die Ungarn der Verfügung des Schicksals. Noch bei der letzten Anwesenheit unseres Banus in Wien versprachen die Repräsentanten Ungarns bei ihrem Landtage die kroatische Frage zu verhandeln, allein statt dessen debattirten sie über die Mittel, mit denen sie uns zu vernichten hofften. — Daß unser Ban den Krieg, dessen Wechselfälle und Calamitäten ihm wohl bekannt sind, weder gewünscht noch hervorgerufen, beweiset seine Lanamuth, die er dem magyarischen Hochmuthe gegenüber mit der echten Staatsweisheit, ja mit so viel Selbstüberwindung gezeigt. Doch nun er dazu provocirt, wird er ihn, wie es einem Feldherrn, wie es einem für sein Vaterland begeisterten Sohne des Landes ziemt, führen; — bei der Sympathie, die der bevorstehende blutige Kampf zwischen Nationen, die durch Jahrhunderte brüderlich vereint waren, selbst die fremden Nationen erweckt, bei der Begeisterung, die im Lande herrscht, bei der Zauber ähnlichen Anhänglichkeit an den Banus, für welchen Jeder willig sein Leben opfert, bei der Energie seines Geistes, bei der Kraft seines Willens, endlich bei der Gerechtigkeit unserer Sache hoffen wir, mit der Hilfe des Allmächtigen, aus diesem Kampfe um so mehr siegreich hervorzugehen, als wir nur für die Integrität der österreichischen Gesammtmonarchle und für unsere Eonsolidirung als eine freie unabhängige Nation, endlich für die Erfüllung der Wünsche der serbischen Nation kämpfen wollen, und da durch den Kampf für die Erhaltung der Integrität der österreichischen Monarchie unsere Truppen für das Interesse des Kaisers kämpfen werden, so würden die kaiserlich-ungarischen Truppen, saus sie gegen Misere Gremer feindselig austreten sollten, gegen das Interesse ihres Herrn und Königs handeln und sich hierdurch zu Verräthern an Se. Majestät stempeln. Nun, liebe Brüder! so weit hat es die gegenwärtige Politik gebracht; die Nationen wollen die Freiheit, welche Ihr mit heißem Mule errungen habet, und durch welche wir brüderlich glücklich werden könnten, vertilgen und in Vergessenheit bringen. Jeder will sein Recht behaupten, Jeder denkt, er sei der Prior der Andern; heute jubelt man, morgen wollen wir uns schlagen, und Niemand weiß warum? Wir dürfen uns nicht länger täuschen; dre traurigsten Gerüchte laufen täglich aus dm Provinzen ein, eine verhängnißvolle, gewitterschwangere Schwüle umlastet unfern politischen Horizont, die das Herannahen eines Sturmes verkündet und uns in den Abgrund werfen will. Demgemäß schreibet, prediget die Wahrheit dem Volke, damit Eure Errungenschaft Rosen bringe, das Volk wird Euch Glauben beimeffen, denn es liebt und schätzt Euch, und will sterben mit und für Euch. Pesth. — Das Neueste. Bringen die ungarischen Deputirten kein günstiges Resultat von Wim, so wird für Ungarn der in der Verfassung vorgesehene Fall eintreten, wo nach dem Gesetze von Uladislaus — wenn der König abwesend oder krank, übernimmt der Palatin die Regierung — Erzhenog Stephan, eine heilige Doppel-Verpflichtung gegen das Land, und die Dynastie erfüllend, in seinen Händen alle erecutiven Gewalten zu vereinigen hat. — Neapel. Die niedergeschlagenen Berichte auS Ober-Italien verfehlen ihre Wirkung nicht; nicht blos, daß die Schreier, die Caffeepatrioten nun ganz still und demüthig geworden sind, selbst die besonnenen, gemäßigten unter den Liberalen scheinen den Muth nun gänzlich verlieren zu wollen, die Sache der Wiedergeburt ihres Vaterlandes auszugeben. Die mehrfachen feierlichen Erklärungen des Königs, die Verfassung aufrecht zu erhalten, sind längst in Vergessenheit gerathen, dagegen rühmt sich die reaktionäre Parthei, geführt von Officieren, hauptsächlich der Garden, um so gewaltiger. Da und dort rotten sie den Pöbel zusammen, durchziehen die Straßen mit dem Geschrei: Nieder mit der Constitution, und was dergleichen Demonstrationen mehr sind. Einzelne Abgeordneten verlassen die Hauptstadt, die Kammer ist sö still wie möglich. Im Schlosse ist stets der gleiche Zustand, es ist ein militärisches Hauptquartier, der König von seiner militärischen Camarilla umgeben. Niemand versieht sich etwas Gutes von dort, der Schrecken ist allgemein. , ,.A Kouwrny. Zu haben in der Stadt, Sterngaffe Nr. 452, im Hofmagazin. Wien, gedruckt im September 1848, bei U. Klopf soo. und Alexander Eurich. ^c>5-1