7. Armee - Dnlletm. r L. I I 1-A' 1^ IN IV. -- Se. Durchlaucht der Fürst Windisch-Grätz hat gestern den 27. Dezember um halb 2 Uhr Nachmittags von der Stadt Raab Besitz genommen, nachdem das 1. Armeekorps oberhalb, das 2. unterhalb derselben, dort, wo die Raab in die Donau mündet, diesen Fluß passirt, um so dem Feinde den Rückzug abzuschneiden. Der Feldmarschall selbst rückte mit dem Reservekorps an die Rabnitz, wo er sogleich eine Bockbrücke schlagen ließ. Dort empfing er die Meldung, daß der Feind die Stadt und die von ihm angelegten großen Berschanzungen geräumt und sich mit dem Gros der Armee gegen Comorn, nnt emem kleineren Theile aber gegen Ofen zurückgezogen habe. Eine Deputation überreichte die Schlüssel der Stadt, und lauter Jubel und Lljen-Ruf. für Se. Majestät den Kaiser begrüßte die einrückenden Truppen. Abends war die Stadt erleuchtet. Der Feind hatte sich so schnell zurückgezogen, daß er nicht erngeholt werden konnte. Nur auf der kleinen Schütt kam es zu einigen Gefechten, wobei eine Abtheilung von Kreß Chevauxlegers durch ihre besondere Entschlossenheit sich ausgezeichnet. Ein Offizier von den Rebellen und 9 Husaren wurden gefangen. Auch die Jäger, welche das Eis des Donaukanals überschreiten konnten, haben Gefangene eingebracht. Sieht man die große Reihe von Berschanzungen, die der Feind ohne Schwertstreich verlassen, so wird die Muthlosigkeit, mit welcher die Rebellen die festesten Stellungen verließen, klar; um so mehr fahren sie fort, durch Großsprechereien von errungenen Siegen das In - und Ausland zu bethören, auf ihrer Flucht alles in Brand zu stecken, große Fruchtvorräthe dem Lande zu entziehen und so die Zerstörung des eigenen Wohlstandes fortzusetzen. Biele Offiziere ungarischer Regimenter und Militär-Beamte haben den Rückzug benützt, um zu der Fahne zurückzukehren, die sie nur nothgedrungen verlassen hatten. Nach eben eingegangenen Berichten hat der Herr Feldzeugmeister Graf Nugent am 25. d. M. mit seinem Armeekorps, 12,000 Mann stark, Körmend besetzt und die fliehenden Rebellen unter Perczel bis Ianoshaza verfolgt, die ihre Richtung gegen Papa anzunehmen schienen. Durch diese Borrückung ist die Verbindung jenes Corps mit dem Streifkorps unter Oberstlieutenant Graf Althann und durch dieses mit der großen Armee Sr. Durchlaucht des Herrn Feldmarschalls hergestellt. Nach einem Berichte aus Klausenburg vom 13. Dezember, hat der Oberstlieutenant Urban den Feind bis an die Ungarische Grenze gegen Nagy Banya verfolgt, unterwegs fand er alle romanischen Ortschaften bis auf den Grund verbrannt, und 32 Romanen an Galgen aufgehängt. Dieser Anblick erzeugte natürlicher Weise eine fürchterliche Erbitterung. Der Verlust der Ungarn beläuft sich an Todten auf 150 Mann, an Gefangenen wurden 60 eingebracht. Die Chevauxlegers von Maximilian Ferdinand 1. Majors-Division, unter Maj. Bar. Bu ssek, der, von mehreren Kugeln in seine Kleider getroffen, wunderbar unversehrt davon kam, haben mit seltener Bravour in engen Gässen die feindlichen Infanterieklumpen attaauirt und medergehauen Mehrere Chevauxlegers wurden mit Bajonetstichen verwundet. Die Gegner waren größtentheils Wiener Freiwillige in Honved-Montour. Als der Feind Siebenbürgen verlassen hatte, rückte Dberstlieutenant Urban in vier forcirten Märschen nach Klausenburg zurück, wo er am 4. Dezember eintraf. Auf seinem Rückmärsche schickte er eine Truppen-Abtheilung m das Thal der großen Szamos, um sich in Verbindung mit der rechts detachirten Truppe des Oberstlieutenants Losen au, die in Banfy Hunyad stand und noch steht, zu setzen, welche Verbindung auch in M. Sombor Statt fand. Der Commandant der Rebellen in Feketetho ist General Bem, der noch nicht ganz von einer Wunde geheilt sein soll. Per Militär- und Civil - Gouverneur Weiden, Feldmarschall - Lieutenant. Aus der Buchdruckerei der Edlen von Ghelen'schen Erben.