Des Oesteereichers Vaterland. Von Joseph Dessauer, Garde. DeS OesterreicherS Vaterland, Jst'S Steierland? Jst's Kärnthnerland? Jst'S, wo der Donau Welle» Durch grüne Matten zieh'n? Im Thal die Aehren schwelle», Am Fels die Trauben glüh'n? Das Vaterland war' noch zu klein, Und Oesterreich muß größer sein. Des OesterreicherS Vaterland, Jst's denn das mächt'ge Ungarland? Die Heimat der Magyaren, Durch Treu' und Muth bewährt, Die um den Thron sich schaaren, Mit ihrem tapfer» Schwert. — Das Vaterland war' »och zu klein, Und Oesterreich muß größer sein. Des OesterreicherS Vaterland, Jst's denn das schöne Böhmerland? Der Leu, aus fernste» Zeiten, Erhebet kühn den Schild, Nichts hemmt sein Weiterschreiten, Wo'S Recht und Ehre gilt. Doch war' sein Land uns noch zu klein, Und Oesterreich muß größer sein. DeS OesterreicherS Vaterland, Jst's Polen? Jst's Kroatenland? Jst's dort, wo süßen Klagen, Jllyriens Lied sich weiht? Der Serben Schauersagen, Entströmen alter Zeit? — D i e Länder alle sind zu klein, Denn Oest'reich muß gar mächtig sein. Und schlingt der großen Slawa Band, Sich nicht um manches and're Land? Seht dort de» fleiß'gen Wenden, Der Mährer wack're Schaar, Sie legen ihre Spende», Auf Oesterreichs Altar. Und doch — es wäre noch zu klein, Das Vaterland muß größer sein. Seh't hi«, unö reicht die treue Hand Herüber das Tirolerland; So herzlich und so bieder, So tapfer und so schmuck; Es grüßt Euch, liebe Brüder, Der wärmste Händedruck. « Doch Euer Land ist noch zu klei» — Und Oesterreich muß größer sein: Dort dämmert fernes Küstenland An einer schroffen Felsenwand! Seht sie sich fleißig regen, s Nach Erz und Kohle späh'n, TriestenS reichen Segen Von hundert Flaggen weh'n. Wie Länder sich an Länder reih'n! — Und doch muß Oest'reich größer sein. Am blauen, fernen HimmelSrand, Gewahr' ich jetzt ein Zauberland; DeS Berges Haupt in Düfte», So dunkelblau der See, In frischen Alpenlüften, Hüpft munter Gems und Reh. Ein reicher Schatz lebt im Gestein, DeS Salzes Korn, krystallenrein. Und noch manch' and'reS schöne Land, Schlingt sich an Oest'reichS Völkerband. ^ D'rum laßt es Euch nicht quälen, Wenn jetzt mit trvtz'gem Sin», Sich eines lvS will zählen, Und gebt eS immer hin. Es geh' nur seinen Weg allein, Wir brauchen'S nicht, um groß zu sein. Und schwebt nicht in den Lüsten schon, DeS deutschen Reiches Kaiserkron'? — Sie senket sich hernieder, Ihr gvld'ner Reif umspannt Millionen «euer Brüder, Wir geh'» nun Hand in Hand; Ei« großer, herrlicher Verein, Und Gott wird sei» Beschützer sei»! L'krLn L -EL- /.Lx. >. /-»/