22. Armee-Wullctin. ^urch die größere Entfernung des Kriegsschauplatzes, der durch das Zuruckzrehen der Rebellen über die TbM, jetzt bis Siebenbürgen zurückgeschoben worden, sind wir nun erst wieder mr Stande, ennge Nachrichten über die Fortschritte der Armee Sr. Durchlaucht des Feldmarschalls Fürsten zu Wm- dischgrä^zu geben.^.^ ^ P^h ist ein Theil der Rebellen in der Richtung von Großwardein und Debreczin, der andere unter Görgey gegen Schemnitz gegangen, und hat sich , nachdem er dle Bergftädte geplündert, über Neusohl, anfangs gegen Rosenberg gewendet, dort aber m Folge der früheren Besetzung der Pässe bei St. Mwton und Tur-iny, durch die Truppenabtheilung des Herrn Generalmajors von Götz sich nach der Zips gezogen, wo er auf ein Bataillon Nugent Infanterie unter dem Major v. Kiesewetter stieß, mit welchem bei Kirchdorf und Korotnok den 3. und 4. Februar Indeß ist der Braniszko-Paß durch Verstärkungen, welche Feldmarschall-Lieutenant Graf Schlick von Eperies sandte, sogleich stärker besetzt worden, und da eine andere Colonne der Brigade Deym von Kaschau über Margitfalva vorging, der immer thätige Generalmajor von Götz mit der Brigade Fürst Jablanowsky über Brisen den 8. d. M. in Telgarth angelangt, ebenfalls sogleich gegen Leutschau detachirte, so dürften die Rebellen von allen Seiten Ln der Zips bedroht, unsiomehr eingeschlossen werden, als auch von Larnov aus, unter Feldmarschall-Lieutenant Vogel, alle Straßen längs der galizischen Grenze von Neumarkt, Kroscienko, Biwniczna, Tiliez bis Dukla sogleich stärker besetzt, und der Landsturm auf dieser ganzen Strecke aufgeboten wurde. Der starke Eisgang auf der Theiß hat bisher sowohl bei Tokaj als Szolnok den Uebergang der bis an das rechte Ufer vorgerückten Colonne des ersten Armee-Corps sehr erschwert. Dieses hat dem Feinde Zeit gelassen, sich nach einem vergeblichen Versuche auf Arad mehr gegen Siebenbürgen zu wenden, um sich dort mit jener Colonne unter dem Rebellenhäuptling Bem zu vereinigen, welcher, wie wir bereits früher gesagt, aus der Bukowina zurückgedrängt, über Bistritz, Mros-Visirhely bis Hermanstadt gezogen, und dort von dem commandirenden Generalen Baron Puchner so kräftig zurückgeworfen worden war. Die Colonne der Rebellen, welche von Großwardein gegen Klausenburg gegangen, hat sich nach Karlsburg gewendet, wo sie am 5. Mühlenbach zu besetzen versuchten. In dieser Gegend steht zwischen D«va, Hatzeg und Sz^ßwiros eine Truppenabtheilung von 3000 Mann Romanen unter dem Befehle des Hauptmanns Czernoevich, welche diese Strecke gegen die Rebellen schützen,—auch das feste Schloß in D«va ist gut besetzt- Während dem hat der commandirende General im Banate Feldmarschall-Lieutenant Baron Rukuwlnu eine Divisivl» Uttler dein Feldmarschall-Lieuteuant v. Glaser und dem Generalmajor Baron Mengen, aus Abtheilungen des ThodorovichMen Corps zusammengesetzt, welche in dem Thale der M-iros gegen Siebenbürgen operiren und zugleich Großwardein bedrohen sollen. Die beiden Brigaden der Herren Generalmajors Ditrich und Graf P-llffy, welche zum Corps des Herrn Feldzeugmeisters Graf Nugent gehören, sind, die eine links über Bolly nach Mohnes, die andere über Sikl«s-Baranyav-rr gegen Essegg vorgerückt, welche Festung bis an den Fuß des Glacis von den kais. kön. Truppen eingeschlossen, ist, und bereits Capitulatwns-Vorfchläge gemacht hat. Ber Moh-ics sind die Insurgenten unter Nemegye über die Donau gegangen, sind aber dort in dem Desisi-e zwischen Bezdany und Zombor den dort befindlichen Serben in die Hände gefallen, welche längs dem linken Donau-Ufer von der Römerschanze dahin vorgerückt waren, bei welcher Gelegenheit der größte Theil durch die Serben niedergemacht und versprengt wurde. Nach der Uebergabe von Leopoldstadt hat die Division des Feldmarschall - Lieutenants von Simunich vom Herrn Feldmarschall den Befehl erhalten, längs der Waag gegen Comorn vorzurücken, um die engere Einschließung dieser Festung zu bewirken. Bei dieser Vorrückung kam es am 8. d. M. unweit Neuhäusel zu einem Gefecht mit einer Abtheilung der Rebellen, welche von Comorn aus ober Naßrad die Neutra paffirt, um die dortigen Gegenden zu plündern, und vorzüglich Salz in die Festung zu bringen, an welchem es mangelt, und wo bereits die Krankheiten sehr überhand nehmen. — Bet diesem Gefecht haben vier Compagnien Erzherzog Wilhelm Infanterie und eine Eskadron Ban- derial-Husaren eine feindliche bei 1200 Mann starke Abtheilung so tapfer angegriffen, daß ihr Com- mandant, ein Officier und 96 Honveds gefangen und eine bedeutende Anzahl Todter und Blessirter am Platze blieb. Der Civil und Militär-Gouverneur. Melden, Feldmarschall-Lieutenant. Ans der Buchbr,ickerei der Edlen von Ghelen'schen Erben. 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