mid ivic cr den Plänen der Kanmilln aus die Spur kömmt Rou ihm selbst uic-crgcichritbttt Ich halte es für eine heilige Pflicht, meinen Mitbürgern Rechnung abzuleqcn. Die Märztage find nicht das Werk eines Menschen. Sondern deS ewigen Gottes- T "Mein Werk war nur in so fern daran betheiligt, als ich mit Entschlossenheit fden Faden der Begebenheiten auffaßte. Bevor wir, die Deputirten des Landtages nach Wien gingen, rief ich von der Preß- burger Altane dem Volke den Namen Ludwig Bathany's herab als den zukünftigen ersten unga» rifchen Minister-Präsidenten, und jGott sprach „Amen." So geschah es- In Wien hatte ich in einer Minute «ine solche Macht in meinen Händen, daß ich be> deren Erinnerung zittere. Das Schicksal der Hofburg hing von meinem Winke ab. Und ich sprach zum Hause Oesterreich: „Ich bin dir treu, und wünsche gar Nichts, denn bisher kenne ich keine Ehrsucht. Es gebe der König Ungarn das, worauf es uralte Rechte hat, jeue Rechte worauf 14 Könige geschworen, und ihren Schwur kein Einziger gehalten, es gebe Ungarn erne selbstständige unabhängig« Regierung, u n d ich werde Ruhe schaffen dem Hause Oesterrej ch." So geschah es. Wir loyale Ungar« waren zufrieden, mit der strengsten Gerechtigkeit, sogar mit Wenige» rem noch; als wir Alles in unseren Händen hatten. Wir waren genug bornirt zu glauben , daß sie gegen die ungarische Nation werden dank» bar fein: ja sogar unsere im Auslande sich befindenden Truppen beanspruchten wir nicht einmal einzuberufen. Aus Schwäche wieder die pragmatische Sanktion ließen wir sie draußen, damit sie die Pfeiler des wankenden Thrones stützen mögen; hier aber duldeten wir fremde Offiziere, fremde Söldner, fütterten sie mit unserem eigenen Brote, bezahlten sie mit unserem sauren Schweiße. Und was waren die Folgen davon? wie lohnten sie es uns? — Mit dem Blute unse» rer tapferen Truppen erfochten sie Siege, und zum Lohne wollen sie die ungarische Freiheit nieder» treten. — Die fremden Truppen aber verschworen sich gegen unser sie nährendes Vaterland. Wir kehrten von Wien zurück wie sie uns nannten „die ungarischen Argonaulenfahrer." Ich bat den Minister» Präsidenten , er möge mich weglaffen auS seiner Minister»Comvi- nation, denn ich Haffe jenes Amt vom Herzen. Sie antworteten mir: dieß sei unmöglich; ohne mir kann unmöglich ein Ministerium zu Stande kommen; denn Niemand wagt, das Finanz» Portefeuille anzunehmen. Ich mußte nachgebe». Zch brachte Opfer, das größte in meinem Leben- Ich wurde Minister, und eö strömte Gnadenlacheln auf mich von der Höhe herab. Und >ch schauderte vor mir selbst, als ich am Sanctions-Tage an den Stufen des Throne« stehn mußte. Und iprach so mir: „Allmächtiger Gott! warum fülltest Du für mich diesen Kel ch." Es folgten die Tage der beginnenden Gefahr- Mein Grundsatz war: Gerechtigkeit, aber neben der Gerechtigkeit unerbittllche Strenge gegen tue Schlangenbrut, sobald sie nur ihr Haupt erhebt. Sie sagten: diplomatisiren wir, führen wir nicht das Fatum durch Energie in Ber. suchung. Es ist ja unmöglich, daß sic uns verlassen sollen, unmgölich, daß sie weichen sollen von dem durch des Königs Schwur geheiligtem Gesetze und Gerechtigkeit. Wir diplomatisirten- Und sie betrogen schändlich grausam unser armes Vaterland. Als es klar wurde, daß sie uns betrogen, sagte ich; „Die Zeit ist zwar verloren, jetzt benöthigen wir 10.000 Menschen dort, wo 2000 Hinlänglich gewesen wären." Uebrigcns Muth, Energie Alles ist noch nicht verloren. Wobl sagten sie: Energie , zwischen den Formalitäten des Gesetzes, diese darf man nicht übertreten, was immer geschehen mag. Nun wohl sagte ich: der Formen wegen muß das Vaterland zu Grunde gehen. Wenn einer von den Commandanten einen Verrakh beging, schrieben sie ihm im allen Leutschauer Style „Herr N N. soll sich äußern, warum er daS Land verrathen hat?" Zellachich verfuhr nicht so milden Dingen, für denjenigen, der nicht wollte ein Nebel- ler sein, ließ er einen Galgen errichten, und als er sich stark genug fühlte, sagte er dem viel äl- lern Pekerwardeiner Oberkriegs - Kommandanten, dem mit Orden und Medaillen gescbmückten Feldmarschall.Lieutenant Hrabowsiy: „Euch hat der Kaiser hieher gesetzt, ich aber setze Euch ab, gehe er zum Teufel." Und er ging, sagend: er werde schon vom Kaiser Genngthunng verlangen, der Kaiser aber sagte: „Mein lieber Jelachich, Sie sind mein braver, treuer loyaler Parteigänger, ich ver« sichere Sie meiner hohen kaiserlichen Gnade." Und wir sprachen von „gesetzlichen Formen," von „Diplomatie," von „Militär»Reg« lement" und von „Aeußerungen." Hundertmal sagte ich „ich resignire," worauf sie mir antworteten: „Um Gottes Willen, das Ministerium stürzt zusammen, niemals wird mehr ein ungarischer Finanzminister sin Ich werde verantwortlich sein für die Freiheit des Vaterlandes." Das war eine peinliche Lage, fünf Monate hindurch hatte ich keinen ruhigen Augenblick, keinen, in welchem ich mit mir selbst hätte zufrieden sein können. Unterdessen entfloh der Kaiser aus Wien. Eine andere Nation hätte dasjenige gesagt, «aS Rattonen zu sagen pflegen, wenn ihr Kürst entflieht. Wir stets lohale Ungarn verdoppelten unsere Treue, der Redakteur des „Marczius" wurde in einen Prozeß verwickelt, weil er die Nachricht verbreitete, der Erzherzog Stephan habe die Regierung übernommen. Wir flehten, der König möge in unsere Mitte kommen, und waren naiv genug, es zu glauben, daß eres thun wird, um so mehr, weil er es versprach, so w'e eS vor ihm seine 14 Ahnen tausendmahl versprachen, und die während 300 Jahren kaum 300 Tage in Ungarn verweilten. Dazumahl war es die leitende Politik: „die Bürger Budapests sollen um jeden Preis die Ruhe aufrecht erhalten, sonst kömmt der Krnig nicht", .und dieser Ruhe Pesth Ofen zu lieb wnrven so viele Soldaten verscherzt, mir deren Hülfe Ernest Ki« die räuberischen Serben halle ausrvtten können. Mehr und mehr sind die Kabalen der Reaction ans Taglicht gekommen, theils stotterten die militärischen Befehlshaber, theils sagten sie gänzlich den Gehorsam auf, baß Militär deS Wiener „Hofkriegsraths" wollte bei allen Angelegenheiten des ungarischen Militärwefens feine Autorität geltend machen; Jelachich revoltirte offen, aus dem Auslande entließen sie jdie uuganschen Soldaten nicht, hermetisch verschlossen sie jede Communication mit der ungarischen Regierung, wenn sie auch schon den Einmarsch irgend eines ungarischen Regiments bewilligten, unterblieb je- desmal dessen Vollziehung. Selbst oes Königs Befehle hallen nicht den mindesten Erfolg, und aus Wien sagten sie uns: wir habe» Alles aufgevokhen, aber dieser oder jener General, dieser oder jener Commandant gehorcht nicht-" Ueberhaupt hat Se- Majestät der König mit weniger Ausnahme, bis dahin, die Ra- dehki nicht in Italien manche Siege erfochten, gesetzliche Befehle erlassen; Jelachich als Rebellen erklärt; den Oberkriegs-Commandanten, den Militär-Grenzern besohlen, daß sie dem ung-Kriegs Ministerium gehorchen sollen. Ja aber selten wollte Jemand seinen Befehlen Folge leisten , und bei den feindlich gesinnten Offizieren herrschte diese Maxime, daß das nicht deS Königs Wille ist, was er schreibt, sondern das was „Andere in des Königs nächster Umgebung sagen". So trieb die Eamarilla mit uns unter den Nahmen des Königs das schändliche Spiel. Erzherzog Johann ging nicht nach Croatien, dem Volke und den Gränzern den gesetz' licken Wille» deS Königs zu verkünden. Jelachich hingegen, den der König als Rebellen erklärte, wurde in Wien mit der größten Auszeichnung empfangen. Von Wien schickten sie ihm. wie sie sagten „aus Versehen" Kanonen, Pulver, Flinten und Waffen, sie schickten Geld, damit die armen Grenzer nicht etwa Noth leiden; de» Dreißigastmts - Beamten befahlen sie die ungarischen Revenuen Jelachich auszufolgen. Die zur Verkheidigung Fiume s geschickten ungarischen Grenadiere wurden „auS Versehen" zu Radetzky geschickt. Overst Dreyhan, der Weiß» kirchen so schändlich verrathen har, wurde „aus Versehen" zum Generalen erhoben. Der österreichische Konsul Mayerhoffer, „damit kein Bürgerdlut vergossen werde, hat die Grenz-Regimentrr aufgewiegelt» sich befreundet mit den räuberischen Serben, und nachdem er erst nach Wien, von dort nach Agram gegangen, hat er bei Sz. Tamas burä» Verrakh unsere gerechte Hoffnungen vernichtet. Das Wiener Ministerium hat zu Gunsten der Croaten gegen uns die Neutralität aufgekündigt: im Angesichte des ganzen Reichstages nannten sie di« Empörer, die rai- zischen Räuber ihre „Waffenbrüder" und den Krieg gegen sie, einen „unnatürlichen, von Wien aus haben sie die slavischen und wallachischen Gegenven zur Empörung au/gewiegelt, die Union mit Siebenbürgen zu hintertreiben getrachtet, kurz überall Verrath,. Empörung und überall aus Treue zum Könige, und im Namen der Lonalirär gegen das Gesetz. Während dem hatten unsere treulosen Führer das Bacser Lager, welches gut geführt, stark genug gewesen wäre, die Serben sogar auszurotten, in zweimonathlich.r Unthärigkeit, unt.r dem freien Himmel in einer ewig unzufriedenen Stellung gepeinigt, entmuthigl, deren größter Theil den Krankheiten zum Raube wurde, endlich führten sie sie in den Kamps; die vom Kricgsrath b» - stimmten Dispositionen wurden in der Nacht verändert, ohne daß sie die treuen und redlichen Führer von ber V ränderung benachrichtet hätten, und nachdem Bakonyi dem allem zum Trotz dle Schanze erstiegen, ließen sie im Augenbtcke des Sieges zum Rückmärsche blasen. Schrecklich! Bald daraus siel Temerin und Jarek als Opfer, daß sie den serbischen Brandstifter ohne Degenhieb gegen sie zu führen aufgaben, ohne dessen Wiebereroberung versucht zu haben. Vordem aber zogen sie sich nach der Eroberung FölbvarS zurück das in die Hände der Serben siel, und drei Wochen hindurch sahen sie von Schußweite zu, wie unsere Feinde sich gegen uns auf's Neue befestigen- Ludwig Kossuth. Okt. 13,8. Gedruckt bei M. Lell.