An dic Bclvchmr von DbcrGcrrcich. Als Militär Kommandant von Oberöstemtch erfülle ich eine heilige Pflicht, indem ich meine Stimme erhebe, nm an die rechtlichen Bewohner dieses herrlichen Landes Worte der Warnung zu richten. Tückische Wühler verbreiten lügenhafte Gerüchte, daß der Landsturm aufgeboten werden soll. — Verschließt diesen Aufforderungen Euer Ohr: Falsche Menschen, bezahlt durch fremdes Geld, beabsichtigen nichts anderes, als unser schönes Va terland in unabsehbares Verderben zu stürzen, um dann in der allgemeinen Verwirrung ihre schändlichen Zwecke desto sicherer verfolgen zu können. Unser konstitutioneller Kaiser hat Euch sein kaiserliches Wort gegeben, daß er fest entschlossen ist, alle Freiheiten aufrecht zu erhalten, welche uns gesetzlich zu Thcil geworden sind. — Vertraut diesem hohen kaiserlichen Worte, und zeigt Euch hiedurch würdig der Liebe unseres konstitutionellen Kaisers — des Vaters seiner Völker. llnd nun ein Wort an Euch, Ihr wackeren Landlente! — Lasset Euch nicht verleiten, Eure schöne Heimat zu verlassen, — bedenkt, daß unser konstitutioneller Kaiser erst mit dem Patente Mo. Olinütz am 1Z. Oktober d. I. sein kaiser liches Wort verpfändet hat, daß Euch die bereits mit Gesetz zugestandenen Befreiungen bezüglich der früheren unterthä mgen, auf dem Grund und Boden gehafteten Leistungen, als Robot, Zehent rc. gesichert bleiben. Es ist Elier heiliges Eigcnthum, — Niemand denkt daran es anzntasten. Hört auf meine Worte, die keinen anderen Zweck haben, als Euch und unser thenres Vaterland vor Unglück zu bewahren. Bedenkt, daß die Stadt Wien von einer großen Armee umgeben ist, — daß alle Truppen die bestunmtesten Befehle haben, jedes Aufgebot anzuhalten, und zu entwaffnen. Ihr würdet nur in Euer Verderben rennen. Linz, am 21 . Oktober 18L8 Wrbna, k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Militär-Kommandant in Oberösterreich.