wiener Stackt-kibliolkek y - >2W Die Nltersfürsorge der Demeinde Wien Wien I9L6 Die offene und die geschloffene Fürsorge der Gemeinde Wien. 3n Österreich sind die Gemeinden gesetzlich verpflichtet, die durch Alter oder Gebrechen aller Art erwerbsunfähig gewordene Personen sowie unheilbar kranke Personen zu versorgen, wenn die finanziellen oder familiären Verhältnisse eine häusliche Pflege undurchführbar machen. Da es in Österreich keine Altersversorgung gibt, erwachsen den Gemeinden daraus große finanzielle Lasten. Die Gemeinde Wien hat die Ausgaben für die geschlossene Armen- fürsorge für das Jahr 1926 mit rund zehn Millionen Schilling präliminiert. Die Gemeinde Wien erfüllt ihre Verpflichtungen auf dem Gebiet der Altersfürsorge in zwei verschiedenen Formen: 1. In der offenen, 2. in der geschlossenen Fürsorge. Die sogenannte offene Fürsorge besteht darin, daß die Anspruchsberechtigten in ihrem Keim verbleiben und von der Gemeinde je nach ihrer Bedürftigkeit monatliche Geldbeträge erhalten, zu denen noch Kleidungsstücke und in den Wintermonaten Heizmaterial auf Kosten der Gemeindeverwaltung gewährt werden. Die sogenannte geschlossene Fürsorge sieht die Unterbringung jener Menschen in städtischen Anstalten vor, die völlig mittellos, alt und erwerbsunfähig sind, keine Familienangehörige mehr besitzen, die für sie sorgen könnten und die selbst diese Art der Versorgung wünschen. Diese Pfleglinge werden von der Gemeinde in eigenen Versorgungsheimen betreut, bekommen dort nicht nur Verpflegung und Wohnung, sondern es wird auch in angemessener Weise für ihre sonstigen persönlichen Bedürfnisse gesorgt; sie erhalten ein kleines Taschengeld, man veranstaltet musikalische Unterhaltungen, Theater- aufführ ungen, es stehen Büchereien zur Verfügung und es kommen die Schulkinder zu den Men und erfreuen sie mit Gesang, Tanz und Musik, um so ihren Lebensabend möglichst froh zu gestalten. Einige Zahlen zeigen den großen Umfang der kommunalen Fürsorge der Stadt Wien. Am 31. Mai 1926 standen in der offenen Fürsorge der Gemeinde 38.800 erwachsene Personen. Zn städtischen Anstalten waren 8343 alte und erwerbsunfähige Personen untergebracht. Es befanden sich also in der geschlossenen und offenen Fürsorge insgesamt 47.143 erwachsene Personen. Rechnet man dazu noch die Kinder, die Kranken usw., so waren am 31. Mai 1926 insgesamt 82.200 Personen in der Fürsorge der Gemeinde Wien, eine gewiß gewaltige Zahl! Was die offene Fürsorge anlangt, so muß erwähnt werden, daß dieser Teil der Armenfürsorge in vorbildlicher Art von eigenen ehrenamtlichen Fürsorgeräten betreut wird, die vom Bürgermeister ernannt werden. Diese Männer und Frauen erhalten einen kleinen Sprengel zugewiesen — Wien hat fünftausend Fürsorgeräte — so daß sie mit Rücksicht auf die Kleinheit ihres Arbeitsgebietes in der Lage sind, jeden einzelnen Fürsorgebedürftigen kennenzulernen und ihn in das Netz der städtischen Fürsorge einzubeziehen. Die Fürsorgeräte prüfen auch die Ansuchen der Bewerber für die geschlossene Fürsorge, kurz sie sind eines der wichtigsten Behelfe der Wohlfahrtspflege, aus dem Volke kommend und in steter Berührung mit dem Volke am besten die Menschen und ihre Bedürfnisse kennend. Die Reform der geschloffenen Altersfürsorge. Bis zum Jahre 1919 war jedes von den zehn Versorgungsheimen der Stadt Wien mehr oder weniger ein Sammelbecken für alle alten, erwerbsunfähigen Leute. Jede Anstalt hatte ihre eigene Krankenabkeilung und ihre technischen Einrichtungen, die bei der großen Verschiedenheit der Pfleglinge den vielfältigen Anforderungen nicht entsprechen konnten. Die Gemeindeverwaltung hat daher die Kranken oder kränklichen Leute aus den kleinen Versorgungsheimen herausgenommen und in der größten Anstalt in Lainz gesammelt. Das Versvrgungsheim in Lainz ist eigentlich heute das größte Krankenhaus des Kontinents. Das hat den Vorteil, daß dort die Arzte ein ausgedehntes Betätigungsfeld vorfinden und als Spezialisten für Alterskrankheiten den Insassen unschätzbare Dienste leisten. Zn den übrigen Anstalten aber wurde erst durch diese Trennung ein angenehmes Verhältnis zwischen den alten Leuten hergestellt. Versorgungsheim Lainz. Straße. Lainz als Zentralstelle für die Durchführung der geschloffenen Fürsorge. Die Feslslellung der Eignung für die Aufnahme in ein Versorgungsheim überhaupt ist der Zweck einer besonderen, im Jahre 1921 geschaffenen Aufnahmeabteilung in der Lainzer Anstalt, in die sich der Strom der Aufnahmewerber aus der Privalwohnung, aus den Spitälern, dem Obdachlosenheim usw. ergießt. Diese Aufnahmeabteilung hat sich organisatorisch weiter entwickelt; ihr Zweck ist nun die Sichtung des zuströmenden Menschenmateriales auf die Berechtigung ihres Anspruches auf Versorgung. Sie hat sich aber auch vorzüglich zur Fernhaltung jeglichen Mißbrauches der Anstalt durch unsoziale Elemente bewährt und verhindert, daß Leidende, die nach Art ihres Gebrechens und sozialer Lage, insbesondere bei Gewährung von Geldunterstützungen, in häuslicher Pflege gehalten werden können, in die geschlossene Fürsorge kommen. Die Aufnahmewerber werden in siebentägiger Quarantäne einer genauen ärztlichen, in zweifelhaften Fällen fachärztlich beratenen Begutachtung auf ihre Versorgungsbedürftigkeit unterzogen. Von dieser Abteilung werden die als versorgungsbedürftig Erkannten auf die ihrem Zustand angemessenen Ärankenabteilungen oder Belagspavillons — letztere für die erwerbsunfähigen ärztlich nicht dauernd behandlungsbedürftigen Personen — gebracht; geisteskranke oder epileptische Personen werden von dort sogleich der Wiener Landes-Keil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof" zugeführt. Ein völliges Ausgangsverbot während der siebentägigen Quarantäne, ein bis auf berücksichtigungswürdige Ausnahmsfälle streng gehand- habtes Besuchsverbot nötigt die Angehörigen der Aufnahmswerber zur ständigen Verbindung mit dem Leiter der Abteilung und den Ärzten. Auf diese Weise ist es möglich, die sozialen Verhältnisse der Pfleglinge kennen zu lernen, sie über die Unterstützungsmöglichkeit zu belehren und manchen Aufnahmswerber sogleich wieder der häuslichen Pflege zuzuführen. Die Quarantäne ermöglicht nicht nur eine genaue Sichtung und Reinigung aller vom Pflegling mitgebrachten Effekten und die Reinigung des Pfleglings selbst, sondern sie gewöhnt ihn auch an die strenge Einhaltung der Hausordnung und eine gewisse Anstaltshygiene. Als Zenkralaufnahmestelle für alle Versorgungsbedürftigen — direkte Ausnahmen in andere Versorgungsanstalten erfolgen nicht 6 - i>- r-- / Versorgungsheim Lainz. Männer- wid Frauenheim (vordere Ansicht). mehr — gibt sie die Gewähr der durchaus einheitlichen Beurteilung der Aufnahmewerber. Erst nach ihrer Aufnahme im Versorgungsheime in Lainz werden die in Wien heimatberechtigten Personen, für die es hier an Platz mangelt, je nach ihrer Eignung in eines der anderen Versorgungsheime in Wien oder nach auswärts gebracht. Wünsche der Pfleglinge oder ihrer Verwandten werden nach Tunlichkeit berücksichtigt. Pfleglinge über siebzig Jahre oder solche, deren Gesundheitszustand einen Transport nicht zuläßt, bleiben in Lainz zurück. Fremdzuständige werden auf Kosten ihrer Keimatsgemeinde verpflegt und schließlich in ihre Keimat gebracht. Die zeitweilig überaus große Inanspruchnahme der Anstalt in Lainz, die im Jahre 1925 nicht weniger als 1,866.196 Verpflegstage aufwies, konnte nur zum geringsten Teil durch Abgabe von Pfleglingen in andere Wiener Anstalten gemildert werden. Es mußten daher schon im Jahre 1919 ein Pavillon und im Jahre 1925 ein zweiter Pavillon, letzterer mit allen Behelfen eines modernen Krankenhausbetriebes, zu Krankenheimen ausgestaltet werden. Die unmittelbare Führung der Anstalt obliegt dem ärztlichen Leiter, der in seiner Tätigkeit von den verschiedenen Fachabteilungen des Magistrates beraten und überwacht und von einem vielgliedrigen ärztlichen und Beamtenpersonale unterstützt wird. Die Tätigkeit der Arzte ist zum Teile eine spezialistische, inso- ferne eigene Krankenheime für chirurgische, für nervöse und für tuberkulöse Erkrankungen unter der Leitung hervorragender Fachärzte stehen, zu denen im Jahre 1925 noch ein solcher für innere Erkrankungen mehr konstitutioneller Art hinzugekommen ist. Dem Leiter der Aufnahmeabteilung obliegt neben der oben erwähnten Sonderung der Ausnahmewerber, die von sozial-ärztlichen Gesichtspunkten ausgehen muß, die Sichtung der Pfleglinge nach ihrer Eignung für dieses oder jenes Krankenheim oder für die Aufnahme in einen Belagspavillon. Er ist, ebenso wie die übrigen Arzte auf Krankenheimen oder Belagspavillons, in der Lage, an den fachärztlichen Beistand der Anstaltsfachärzte oder den der Ärzte des benachbarten Krankenhauses der Stadt Wien zu appellieren. Auf der Aufnahmeabteilung und den Krankenheimen ist ein durchaus krankenhausmäßiger Betrieb mit regelmäßiger ärztlicher Vormittags- und Nachmittagsvisite eingeführt, dagegen werden dem Abteilungsvorstande der Belagspavillons nur jene Pfleglinge vor- 9 Versorgungsheim Lainz. Autzenansicht der Küche. gestellt» die eine ärztliche Ordinalion wünschen oder benötigen. Es ist auf jedem Belagspavillon ein eigenes Ordinationszimmer eingerichtet, in dem diese Pfleglinge ärztlich beraten und sodann eventuell dem Krankenheim zugeführt werden. Auch dieser Abteilungsvorstand hat neben rein ärztlicher, auch administrative Arbeit zu leisten. Die Fülle der Verwaltungsausgaben, insbesondere den Küchen-, den Wäschereibetrieb, das gesamte Verrechnungswesen, die Evidenzhaltung des Inventares, die Amtskorrespondenz, die Regelung der überaus zahlreichen Transporte usw., besorgt unter Oberaufsicht des Anstaltsleiters eine größere Zahl von Verwaltungsbeamten. Die Anstalt in Lainz hat gegenwärtig 781 Bedienstete. Neben dem Direktor (Arzt) sind 9 Abteilungvorstände und 25 zugeteilte Arzte in der Anstalt, die in ihrer Tätigkeit von 373 Pflegepersonen (6 Oberschwestern, 21 Pflegern, 245 weltlichen und 101 geistlichen Schwestern) sowie einem Desinfektions- und einem Laboratoriumsgehilfen unterstützt werden. Das Verwaltungspersonale besteht neben dem Verwalter aus 24 Beamten und Kanzleihilsskräften; 21 Aufsehern, 4 Pförtnern und 3 Telephonbediensteten, 74 Küchenbediensteten, 43 Wäschereibediensteten (Wäschereinigung, Zuschneiderinnen, Näherinnen), 126Kausreinigungsbediensteten, 11 in Werkstätten (Schuster, Schneider, Tapezierer), 5 beim Pferdefuhrwerk, 6 in der Gärtnerei und 50 in technischen Betrieben beschäftigten Personen. Das Versorgungsheim in Lainz ist weit über die Grenzen Österreichs bekannt geworden und ob seiner gewaltigen Größe das Ziel und Studienobjekt vieler kommunaler Fürsorger aus dem Ausland. Der kolossale Umfang dieses Wohlfahrtsbetriebes ist vielleicht am besten aus den Lebensmittelmengen zu ersehen, die in Lainz jeden Monat durchschnittlich verbraucht werden. Für die Zubereitung des Lieblingsgelränkes der alten Leute, des Kaffees, werden jeden Monat rund fünfzigtausend Liter Milch und mehr als zweitausend Kilogramm Kaffeebohnen benötigt. Der Zuckerverbrauch beträgt monatlich im Durchschnitt fast siebentausend Kilogramm. Brot und Weißgebäck werden rund dreißigtausend Kilogramm, Mehl- und Mahlprodukte rund elftausend Kilogramm, Fleisch rund fünfzehntausend Kilogramm, Fett rund fünftausend Kilogramm und Kartoffeln ungefähr zwanzigtausend Kilogramm im Monatsdurchschnitt verbraucht. Die Gemüsemenge, die in Lainz im Monat verzehrt wird, ist mit zwanzigtausend Kilogramm im Monat eher zu niedrig angenommen. 70 ' - - WM M»»W 78 ^ l 77 Versorgungsheim Lainz. Küche. Das Leben in den städtischen Dersorgungsheimen. Die Rechte und Pflichten der Pfleglinge und die Grundsätze, nach denen sich das Leben in den städtischen Versorgungsheimen abspielt, sind in einer Hausordnung niedergelegt, die das Verhalten der Pfleglinge im Kaufe, die Zeit des Aufstehens und Schlafengehens, die Einhaltung der Ordnung in Zimmer, Betten und Kasten, bei den Mahlzeiten, die Reinhaltung der Person und Kleidung, die Ausgangs- und Ilrlaubsmöglichkeit regelt. Der Pflegling ist an die Verköstigung durch die Anstalt gebunden, er erhält keinen Ersatz wenn er auf die Mahlzeit verzichtet. Die Pfleglinge, die Mittag- und Abendessen außer Kaus einnehmen wollen, erhalten Skraßen- bahnkarten. Die Verköstigung der relativ gesunden Pfleglinge ist auf einer täglichen Nahrungszufuhr von rund 2.200 Kalorien aufgebaut und besieht zum Frühstücke aus 03 Liter Milchkaffee, zum Mittagmahl dreimal wöchentlich aus 03 Liter eingekochter Suppe, 60 Gramm gekochtem Rindfleisch, 03 Liter Gemüse mit 02 Liter Beilage, einmal wöchentlich aus 03 Liter Fastensuppe, einer Ersatzfleischspeise (03 Liter Beuschel, 120 Gramm Fleischlaibchen, Seefische, Kauswürste u. dgl.) mit 03 Liter Beilage, zweimal wöchentlich aus 03 Liter Fastensuppe, 03 Liter Gemüse oder Külsenfrüchten mit 02 Liter Beilage (Knödel, Nockerl, Reis, Kartoffeln), einmal aus 03 Liter Fastensuppe und 05 Liter gekochter Mehlspeise (240 Gramm gebackene Mehlspeise), zur Jause 03 Liter schwarzer Kaffee (an Sonn- und Feiertagen Milchkaffee), zum Nachtmahle abwechselnd 03 Liter Gemüse mit Beilage, 04 Liter Mehlspeise oder Milchspeise, an Sonntagen auch kaltes Nachtmahl, bestehend aus Wurst oder Käse mit Brot. Die zu den verschiedensten Dienstleistungen im Anstaltsbetriebe herangezogenen Pfleglinge erhalten eine Kostzubuße von täglich 70 Gramm Brot und 120 Gramm Mehlspeise. An den Festtagen und zwar am Neujahrstage, am Christtage, am Oster- und Pfingstsonntage, am 1. Mai und am Nationalfeiertage erhalten die Pfleglinge als Mittagskost 03 Liter Suppe, 100 Gramm Braten mit 03 Liter Beilage und 120 Gramm gebackener Mehlspeise. Die Brotration beträgt 250 Gramm täglich. Der Anstalts- leitung wird hinsichtlich der Abwechslung des Speisezettels der größte Spielraum gelassen. Die Verköstigung der kranken Pfleglinge erfolgt im allgemeinen nach drei festen Kostformen (Milchdiät, I. Diät als Aber- KkS»! -z xs:; WkL'LsMkss ik Lssj/Ls L» MjessNtztzk L»... K - -»»i-.-i- DALkURL» -?»* »i. L»> ir- ' Versorgungsheim Lainz. Eyepaarheim (vordere Ansicht). gangsdiät mit Bratenkost und Normalkost) auf Grund der ärztlichen Verschreibung. Außer der Verköstigung erhalten die Pfleglinge aus den Anstallsvorräten die für ihren Ledensbedarf nötige Kleidung, Wäsche und das erforderliche Schuhwerk. Diese Gegenstände bleiben Eigentum der Gemeinde; den Pfleglingen steht nur das Benützungsrecht zu. Ohne jegliche Ausübung irgend eines Zwanges wird naturgemäß im Sinne einer von allen wohltätig empfundenen Beschäftigungstherapie der hiezu befähigte Pflegling zu der ihm vertrauten Arbeit herangezogen, wobei über ein Ausmaß von täglich sechs Stunden nicht hinausgegangen und der Pflegling durch Kostzulagen und eine bescheidene Geldentschädigung für seine Bemühung entlohnt wird. Die Überwachung der Einhaltung der Hausordnung und die notwendige Pflege bei Gebrechlichen wird ausschließlich durch Angestellte der Anstalt: Hausausseher und Pflegepersonen, die Pflege der in den Krankenheimen Verpflegten durch geschultes Pflegepersonal besorgt. Wünsche oder Beschwerden bringt der Pflegling direkt oder durch Vertrauenspersonen, die sich pavillonsweise und stockwerkweise zu einem Pfleglingsrat konstituieren, dem leitenden Arzte oder dem Anstaltsleiter zur Kenntnis, die in entsprechender Weise für Abhilfe sorgen. Eine Disziplinierung wegen schwererer oder wiederholter Übertretung der Hausordnung, Trunkenheit, Zanksucht, Ilnreinlichkeit, kann nach einmaliger Verwarnung in der Form von Ausgangsentziehung, Entziehung der entgeltlichen Arbeit, Entfernung aus dem Ehepaarheim geübt werden. Unverbesserliche kommen in eine diesem Zwecke besser angepaßte auswärtige Anstalt. Nachstehende Beschreibung der einzelnen Versorgungsheime der Gemeinde Wien ermöglicht einen Einblick in die Altersfürsorge einer Großstadt. Das Dersorgungsheim Lainz. Die Vorarbeiten für den Bau des Wiener Versorgungsheimes in Lainz reichen bereits in das Jahr 1902 zurück. Am 13. Mai 1902 beschloß der Gemeinderat den Bau der Anstalt. Als Bausumme wurden K 7,5 l0.000 präliminiert. Es sollten 24 Bauobjekte geschaffen werden. Am 10. November 1903 beschloß der Gemeinderat dieses Bauprogramm auszudehnen. Es wurde die Errichtung von weiteren vier Belagspaoillons beschlossen und ein Kredit von K 1,545.868 bewilligt, der dann noch um weitere K 112.952 für die Fassaden an «KM Versorgungsheim Lainz. Innenansicht eines Frauentagraumes. den drei im Rohbau stehenden Keimen erhöht wurde. Am 26. Juni 1902 wurde mit dem Bau begonnen und am 18. Juli 1904 konnten die ersten Pfleglinge in das neue Keim gebracht werden, das Ende 1904 bereits 2598 Pfleglinge beherbergte. Das rasche Anwachsen des Pfleglingsstandes mit seiner überwiegenden Zahl vornehmlich pflegebedürftiger Siecher, zusammen mit der hiedurch bedingten Notwendigkeit, Unterkunft für ein vermehrtes ärztliches, Pflege- und administratives Personale zu schaffen, führten in den Jahren 1907, 1911 und 1913 zu dem Neubau weiterer vier Krankenheime. Ein Führer durch das Versorgungsheim in Lainz. Das Versorgungsheim Lainz hat gegenwärtig einen Normalbelag von 5843 Betten (durchschnittlicher Pfleglingsstand 5200), mußte aber zeitweilig während der Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre weit größeren Ansprüchen genügen. Mit der Erhöhung der Belagszahl und dem Fortschreiten des Ausbaues mußten naturgemäß auch die wirtschaftlichen Betriebe der Anstalt eine wesentliche Erweiterung erfahren, vor allem die Küche und die Wäscherei. Die Anstalt zählt insgesamt 32 Objekte, die sich auf einer in fünf Längsterrassen gegliederten, eine größte Längenausdehnung von 925 Meter und eine mittlere Breite von 337 Meter ausweisenden Grundfläche von etwa 353.000 Quadratmetern erheben. Davon sind 80 Prozent Gartenanlagen, nur 11 Prozent sind mit Gebäuden bedeckt und 9 Prozent entfallen auf Straßengrund. Die Einfriedung ist 2651 Meter lang. Kallenartige Durchfahrten verbinden jede Seite des Querschiffes der großen Kirche mit je einem Verwaltungsgebäude, das neben Kanzleiräumen — im Parterre — in zwei Geschoßen Wohnungen für Anstaltsangestellte enthält. In der Achse der Kirche baut sich — eine Terrasse höher — die Anstaltsküche und hinter ihr der geräumige Gemüseputzraum (fertiggestellt Juni 1922), dahinter auf der vierten Terrasse das Wäschereigebäude auf. Die Mitte der fünften Terrasse nimmt das Schwesternheim ein, das rechts und links mit je einem Krankenheime durch gedeckte Gänge verbunden ist. Seitlich von diesen, die Mittelachse des Gebäudekomplexes bildenden Objekten, gruppieren sich nun zunächst zwei Wohngebäude rechts und links neben den Verwaltungsgebäuden, sodann ebenfalls auf der zweiten Terrasse in südlicher Richtung ein Frauenheim sowie ^6 f Versorgungsheim Lainz. Wild'fches Stiflungshaus. WM 7 / die Gärtnerei mit dem Gewächshause, in nördlicher Richtung ein Männerheim, das Isolier- und das Beobachtungshaus, und dort, wo sich die Terrasse zu einem größeren freien Platze erweitert, das Leichenhaus mit der Einsegnungskapelle. Den Abschluß der Gebäude am nördlichsten Ende der zweiten Terrasse bildet das „Wild'sche Stiftungshaus", das seine Entstehung einem Vermächtnis des am 2. Mai 1887 verstorbenen Gymnasialprofessors Joses Wild verdankt. Das Laus steht in einem eigenen zweitausend Quadratmeter großen Garten und bietet Raum für 45 Betten. Rechts und links vom Küchengebäude reihen sich auf der dritten Terrasse je zwei weitere Frauen- und Männerheime an. Auf der vierten Terrasse erheben sich rechts und links vom Wäschereigebäude je ein Ehepaar- und je ein Krankenheim und auf der fünften Terrasse nehmen den restlichen Raum rechts und links von den mit dem Schwesternheim verbundenen Krankenheimen zwei weitere Krankenheime ein. Seine letzte Ergänzung hat das Wiener Versorgungsheim in Lainz durch den im Jahre 1913 erfolgten Ankauf der in etwa fünf Minuten Entfernung gelegenen Realität der ehemaligen Privatanstalt für Nerven- und Gemütskranke des Dr. Pokorny in der Iagd- schloßgasse, gefunden. Dieses für die Unterbringung alter und relativ gesunder Personen bestimmte Gebäude bot bei einem Fassungsraum bis zu 240 Pfleglingsbetten mit seinen vielen kleinen Räumen insbesondere einer größeren Zahl von Ehepaaren ein erwünschtes ruhiges Leim. Da sich im Laufe der letzten Jahre die Notwendigkeit ergeben hat, für ein zahlreicheres Pflegepersonale Unterkunft zu schaffen und Räume für die Pflegerinnenschule der Stadt Wien bereit zu stellen, die im Lerbste 1924 eröffnet wurde, mußte der Psleglings- belag allerdings wieder eingeschränkt und auf 120 Betten reduziert werden. Bevor auf die nähere Schilderung einzelner Typen der gesamten Anlage eingegangen wird, sei erwähnt, daß eine noch in stetem Ausbau begriffene vier Kilometer lange Rollbahn auf der teils mit Land-, teils mit motorischem Betriebe (Benzinlokomobile und Akkumulatorwagen) die Beförderung von Wäsche, von Lebensmitteln usw. erfolgt, die einzelnen Objekte untereinander und mit den Wirtschaftsgebäuden, sowie der Leichenhalle verbindet. Eine Geleise- anlage der Straßenbahn befördert die Braunkohle zur Kohlenrutsche der Anstalt und auch zu einzelnen Pavillons. MM- Versorgungsheim Lainz. Ehepaarzimmer. Beheizt werden die einzelnen Pavillons teils mit Niederdruckdampf-, teils mit Ofenheizung, die Slraßen und Wege sind mit Gas, die Gebäude ausschließlich mit elektrischem Licht beleuchtet. Die Wasserversorgung des Versorgungsheimes erfolgt durch die zweite Kochquellenleitung. Die für die Beherbergung gehfähiger Pfleglinge dienenden Baulichkeiten haben eine Frontlänge von etwa 85 Meter und sind durchwegs dreigeschoßig mit einer lichten Geschoßhöhe von 4'5 Meter angelegt. Der geräumige und sehr lichte Souterrain dieser Gebäude dient der Unterbringung von Magazinen und Werkstätten. Jeder solche, etwa dreihundert Pfleglinge fassende Pavillon wird durch einen in der Frontmilte gelegenen Kaupteingang betreten. Stiegenhäuser an den beiden Flügeln des Gebäudes führen in die oberen Stockwerke. Ein sehr geräumiger Speisesaal mit nach Osten offener Loggia trennt in jedem dieser Stockwerke den rechten vom linken Flügel. Jedes Geschoß birgt eine Flucht von Zimmern für zwei bis zehn Pfleglinge, zwischen denen ein breiter Korridor die Verbindung herstellt, ferner die notwendigen Bade-, Putz- und Magazinsräume. Ein gemeinsamer Waschraum vereinigt die Pfleglinge jedes Kalbstockes bei der Morgenreinigung, die in fließendem Wasser über eine Reihe von Steingutlavoirs vollzogen werden kann. Im Erdgeschoß befindet sich die Wohnung des Kausaufsehers und ein Ordinationsraum für den Arzt. In den Kranken Heimen, die sich wesentlich durch Flügelanbauten an ihrer Rückfront von den Männer- und Frauenheimen unterscheiden, sind neben den Krankenzimmern zu zwei bis zehn Betten noch geschlossene Veranden und offene Liegehallen. Die Räume werden durch heizbare Korridore verbunden. Dienstzimmer für Arzte und Pflegerinnen, sowie Teeküchen, Magazine, Bäder, Untersuchungsund Operationsräume, Zimmer für elektrische und Lichtbehandlung bilden die notwendige Ergänzung. In dem Aufbau des Milteltraktes des einen dieser Krankenheime befindet sich ein im Jahre 1925 nach den modernsten Prinzipien eingerichteter Operationssaal mit den notwendigen Nebenräumen, insbesonders auch einem Röntgenlaboratorium. Zwecks Erleichterung des Verkehres zwischen den Stockwerken sind auf den einzelnen Keimen Lastenaufzüge mit Kandbetrieb, auf fünf Pavillons auch geräumige, für die Beförderung von Krankenbetten berechnete Personenaufzüge mit Druckknopfskeuerung nach und nach eingerichtet worden. ^- I? / ^ L7 Versorgungsheim Lainz. Krankensaal. In den Ehepaarheimen, die im äußeren Aufbau den übrigen Keimen gleichen, bieten je etwa sechzig Zimmer im Ausmaße von etwa zwanzig Quadratmeter Grundfläche genügenden Platz für je zwei Betten und die notwendige Einrichtung. Ein gemeinsamer Tagraum in jedem Stockwerk dient auch als Speiseraum für die dort wohnenden Ehepaare, soweit sie es nicht vorziehen, auf ihren Zimmern zu essen. Im Küchengebäude gruppieren sich um den acht Meter hohen und 240 Quadratmeter großen Küchenraum, der durch hohes Seilenlicht doppelt beleuchtet wird und eine motorisch betriebene Entlüftungs- sowie eine Entnebelungsanlage besitzt, noch eine Reihe von Anlagen, die zum Teile erst in allerletzter Zeit in Ausführung gekommen sind. Die Kauptküche ist mit 24 Dampfkochkesseln, von denen jeder 150 bis 500 Liter faßt, sowie drei Gasbackschränken und den ent- sprechendenKerden ausgestattet. Sie dient ausschließlich der Zubereitung der Gesundenkost. Eine völlig modern eingerichtete Krankenkostküche mit einem Gasbackschrank, einem Gasherd, vier Dampfkochkesseln und einer viergliedrigen Kippkesselbatterie ist für die Bereitung der Krankenkost und besonderer diätetischer Zubereitungen bestimmt; die aus dreiRäumen bestehende Mehlspeisküche ist mit einem 27 fächerigen Gasbackschrank und Kilfsmaschinen aller Art sowie einem Trockenraum ausgestattet. Eine mit modernsten Behelfen eingerichtete Kasfeeküche vermag in acht Dampfkochkesseln und einer elektromotorisch betriebenen Kaffee-Exhaustorpumpe sowie mit einer motorisch betriebenen Kaffeemühle etwa 3.500 Liter Kaffee für eine Ausspeisung zu erzeugen. Die Teigwarenerzeugung wird mit zwei Teigmischmaschinen, drei Teigwalzen und je einer Maschine zum Schneiden von Nudeln und Fleckerln, sowie zur Erzeugung von Teigreis betrieben. Ober diesem Raume ist ein dampfgeheizter Trockenraum für Leigwaren. Ein Speiseraum für das Küchenpersonale, Kandmagazin, Trankkammer, ein Brotmagazin, ein Ausgaberaum für Speisen an die bezugsberechtigten Parteien, ein Lagerraum für reines Geschirr, der durch einen Aufzug mit dem im Souterrain gelegenen Abwasch- raum verbunden ist, ergänzen die Küchenanlage noch ebenerdig, während im Souterrain neben der Heizanlage noch ein Bad für Küchenbedienstete mit vier Vollbad- und zwei Duschbadkabinen und die Kaffeeröstanlage untergebracht sind. Der früher bestandene Wein- und Bierkeller ist mit der Durchführung der Alkoholabstinenz aufgelassen worden. WM MM 8 8 8 8 25 Versorgungshaus Meldemannstratze. Gartenansicht. Um Raum für Neueinrichtungen zu gewinnen, mußte die Manipulation mit dem Gemüse aus dem Küchengebäude in einen eigenen Bau verlegt werden, in dem etwa 45 Pfleglinge mit dem Gemüseputzen beschäftigt sind und vier gasbeheizte Kochkessel zum Vorkochen des maschinell zerkleinerten Gemüses dienen. Ebenso mußte die Fleischvorbereitung in den Souterrain eines Pavillons verlegt werden, woselbst neben dem durch maschinelle Kühlanlagen aus zwei Grad gekühlten geräumigen Vorratsraum sich alle notwendigen Behelfe für Wursterei und Selcherei befinden. In den Souterrains anderer Pavillons befinden sich ausgedehnte und durchaus trockene Lebensmittellagerräume. Zur notwendigen Dampferzeugung und Keizung der Küchenräume werden täglich ungefähr 1500 Kilogramm Kohle und Koks, in den Gasherden und Backschränken etwa 450 Kubikmeter Gas verbraucht. Vier elektrische Triebwagen besorgen die Beförderung der Speisen in den mit Thermophor- und Filzisolierung versehenen Kochkisten sowie der Wäsche. Im Erdgeschoß des Wäschereigebäudes befindet sich die Dampfwäscherei, deren Räume und Maschinen so angeordnet sind, daß sich die Wege der schmutzigen und reinen Wäsche niemals kreuzen. Ein Lastenaufzug vermittelt den Transport der Wäsche in die im ersten Stockwerk gelegenen Magazine, die Nähstube und die Schneiderei. Im Tage werden etwa 2500 Kilogramm Wäsche gewaschen. Die Monatsleislung ist etwa 200.000 Stück Wäsche. Die Kosten stellen sich für ein Kilogramm auf etwa 2'5 Groschen. Die übrigen Derforgungsdeime der Stabt Wien. Wie bereits erwähnt worden ist, bildet das Versorgungsheim in Lainz die Zentralaufnahmestelle für alle versorgungsbedürstigen Wiener, von der aus deren Verteilung auf die anderen Versorgungsheime der Stadt Wien erfolgt. Anbei eine kurze Beschreibung dieser Keime: Versorgungshaus in Baumgarten XIII., Kütteldorferstraße 188, für Frauen. Die Gemeinde Wien hat das Gebäude — eine ehemalige Landwehr-Insanteriekaserne — am 10. Oktober 1920 vom Staate übernommen. Versorgungshaus Meldemannstratze XX., Meldemannstraße 25—29, für Männer. Das Gebäude wurde von der Kaiser Franz Iosef-Iubiläumssliftung für Volkswohnungen MsW« «UM» «, MM" «» B»«?" » H MSN H>Wi M j ^ ^Mr» M I U M» M , tz MM M MB M 4 - «» - !^r > > 2 ^ Versorgungshaus Baumgartsn. und Wohlfahrtseinrichtungen im Jahre 1905 errichtet und von der Gemeinde Wien am 4. März 1922 übernommen, da die Stiftung in Not geraten war. Die gesamte Anlage des Baues war infolge der bestehenden Einzelkabinen für Zwecke eines Versorgungshauses, in dem relativ gesunde Pfleglinge untergebracht werden, besonders geeignet. Die Einzelkabinen reihen sich an die beiden Längsseiten großer saalarliger Korridore und lassen einen breiten Mittelgang frei. Jede Kabine hat ihren eigenen, nur von innen mit der Klinke verschließbaren Zugang, ihr eigenes Fenster und bietet Raum für das Bett und das Nachtkästchen, das gleichzeitig als Tisch dient. Nach oben offen, münden diese Zellen in den gemeinsamen Luftraum der Säle, an die sich Nebenräume mit gemeinsamen Waschgelegenheiten, Kalt- und Warmwasser, Aborträume, Gerätekammern usw. anschließen. Vorübergehend Erkrankte werden in einem Krankenheim verpflegt, das auch Separationszimmer für eventuell infektiös Erkrankte birgt. Zm Falle länger dauernder oder schwererer Erkrankung müssen die Pfleglinge in das Versorgungsheim der Stadt Wien in Lainz überführt werden. Große Speisesäle vereinigen die sämtlichen gehsähigen Pfleglinge bei den Mahlzeilen. Dadurch, daß die Pfleglinge in unmittelbarer Verbindung mit der Küche stehen, aus der durch einen entsprechend großen Schalter die Verabfolgung der Mahlzeit an die Pfleglinge direkt stattfindet, ist es möglich, daß diese das Essen jederzeit warm erhalten. Die Speisesäle dienen als Tagräume und sind nach Rauchern und Nichtrauchern getrennt. Das Souterrain bietet außer für Magazine noch Raum für geräumige Badegelegenheiten, die in Einzelkabinen zerlegt sind, einen gemeinsamen Fußbaderaum, an dessen Wänden zahlreiche Fußbadewannen mit separatem Warmwasserzu- und Abfluß sich anreihen und ein Heizhaus mit der entsprechenden Kesselanlage. Ein geräumiger Garten, in dem eine vom eisten Stock des Hauptgebäudes aus zugängliche große Terrasse mit zahlreichen Sitzgelegenheiten vorspringt, umschließt das Gebäude von drei Seiten. Versorgungshaus Leopoldstadt II., Im Werd 19, für Frauen; erbaut 1826 als Grundspital des II. Bezirkes. Versorgungshaus in Liesing für Männer und Frauen, bestehend aus einem adaptierten Schloß- V-«v ÄM-.-r7. L/ Versorgungshaus Liesing. gebäude und einem in den Jahren 1877 bis 1879 erbauten zweistöckigen Trakte inmitten eines großen alten Parkes. Versorgungshaus in Mauerbach für Männer und Frauen. Das Gebäude ist Eigentum des Religionsfonds. Der Gemeinde Wien steht aber das unentgeltliche Benützungsrecht für Versorgungshauszwecke zu. Diese Anstalt ist unter anderem auch als Spezialanstalt für solche Pfleglinge bestimmt, die nützlicher Weise von der Großstadt fernzuhalten sind. Versorgungshaus in Sl. Andrä a. d. Traisen für Frauen. Ein für Versorgungshauszwecke umgebautes Kloster das von der Gemeinde Wien im Jahre 1842 erworben wurde. Bürgerversorgungshaus IX., Währingerstraße 45, für Männer und Frauen, das in den Jahren 1858 bis 1860 erbaut wurde. Die Pfleglinge dieser Versorgungsheime sind hinsichtlich ihrer Verpflegung und der Beistellung der erforderlichen Bedarfsgegenstände den Pfleglingen des Versorgungsheimes Lainz gleichgehalten. Es ist wegen seiner für alte Menschen sehr ungünstigen Lage mitten im lärmendsten Getriebe, an einer der stärksten Straßenbahnkreuzungen zur Auflassung bestimmt. Außer diesen Versorgungsheimen stehen der Gemeinde Wien zur Unterbringung versorgungsbedürftiger Personen noch zur Verfügung: Versorgungshaus III., Rochusgasse 8 für Frauen; ein ehemaliges Stiftungshaus, das dem Versorgungshaus Meldemannstraße administrativ angegliedert ist und das Versorgungshaus XVIU., Märtinstratze 92 für Männer und Frauen; ein früheres Grundarmenhaus der Gemeinde Währing, das vom Bürgerversorgungshause verwaltet wird. Die Pfleglinge dieser beiden Anstalten erhalten unentgeltliche Unterkunft mit Beheizung und Beleuchtung und außerdem einen Erhaltungsbeitrag wie die Pfleglinge der offenen Armenpflege. Die Zahl der Pfleglinge des Dersorgungöheimes Lainz in den Zähren 1912 bis 192s. Q, cr Ol 22 2 2 2 2 2- 2 8 ^ 2V O 21 2 (77 1^ (77 2 21 21 21 2 21 21 21 21 21 s 62 R »2 S- 07 O 2- 2 2 (77 2 (77 2- 22 22 2 2- 2 2 (77 <77 2 22 0- 2 2 2 21 O Q 8 N 22 2) 2 2 2 2 2 2 2 2 2 72) , —» 72 <72 O »2 (77 2 2- (77 21 2 2V O 2- (77 2- 2 2 3 -s § ^ L7 2 2> >2 O 2 (77 2 2 2 2 2 O 2 2 2- (77 2- 2 2- (77 ^ 5 ^ O 2 21 (77 2 (77 2 "" 21 '"E rr >0 277 2- 2 2 2 2- 2 2 2 O «) 2 22 2- (77 2- Q 2- (77 (77 2 2 21 2 O 2- 2 21 <72 2 2 2 21 21 21 N 72) L7 s 21 (77 2 O 2 2 2- 2 2 2 <72 (77 2 2 2 (7 O 2 2 (77 2 2 2 2 (77 2 2 2 21 21 21 21 21 Ä § D r- (77 2 21 2 2 2 2 2 2 « ^ 22 <72 22 21 2- 2 2 2 O 8 s 21 2 21 O 2 2 72 -O 27 Z Z sr ^ s d -S L ^ 21 2 (2 2 Q 21 2 O 21 (77 Q 2- <77 2 2 21 (77 8 22 22 21 2 2 2 O 2 Q O 2- s 2 22 2- <77 2 2 2 2 02 72 «_n O (77 Q 2- 2 2 (77 2 (77 22 22 2 2- 2 2 (77 0 L ^ >Q ^ 2 2 2 2- 2 2 2 21 O G A n 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2- 2 (77 Q 21 2 2 21 21 21 2 21 21 (77 (77 (77 (77 (77 (77 (77 (77 (77 (77 (77 (2 29 Die Zahl der Derpfiegsiage und die Verpfiegskoften im Derforgungöheim Lainz in den Zähren 191s bis 1925. § -s. » N - 0 0 52 52 >2» 2 52 O 52 52 22' 50 2 571 52 52 52 2 2 2 oj 50 50' 2' 52 52 <2 0 52 52 2 0 O 0 O 06 50 571 (/) L L rr G N 2 »2 577 k^< o> 577 >2 2 571 01 2 t- 22 »2 cr> 2 07 577 2 577 2 52 0 25> 577 l^-' 2 »2 >2 577 07 50 2' 2 01 (7) 2 <77, >2 52 co 2 2 50 17) c) 0 ^. 07 02 M 1— « ,-7 o5 57? ,-7 1— > 07 k- 22 50 2 r- 2 50 22 52 2 00 07 k— 0 r- 07 07 d 22 2 57, 2 0 l^. 22 rr 571 2 2 50 t- 52 2 2 2 22 r- 00 2 2 2 N- 2 2 571 2 571 2 2 571 2 2 52 517 571 07 22 2 2 r- 52 52 52 2 t» O 02 2 2 2 22 517 00 2 2 .S' 2 2 5- 20 07 52 571 50 2 « 571 571 571 571 571 571 (0 07 517 07 517 577 517 07 517 517 517 577 L 50 50 Übersicht über den Belagraum, Vfleglingsftand, Verfonalftand und die Ausgaben der Versorgungsanstalten der Stadt Wien. « -2 « L) o § S? -2 x : « s U 2 ds ^ s « (O N ^ SS N L -S o o O o o O O O O Q O o US OS Os O OS c» US «r US o o US O «r Os OS O 0-' «S Os OS Ol Ss Ol OS US cxr os S> US 0» Ol US U> US OS OS Ol OS Ol US OS OS US OS OS OS US US O Ol SO o> OS OS US 06 US OS OS Ol Os OS U) SO Ol US US US O OS O- OS Ol US US US L !- >— « G N- ^ us «s 0-- o- US Ol us US <7? Ol Ol Pflegling! stand ZI.Dezeml 1925 5097 918 US Os US SO US OS Ol o- Ol 82 US SO ' 47 414 1507 L rr OS o O 22 O US OS SO O O Os O SO OS Os 0- c» Os US O- Ol OS US Ol N Q- t-i UO 22 X2 22 22 22 >25 22 -b -22 22 S >22- us L 2 - US US 22 22 UO- u> SS SS 22 S s U2> «> L .22 22 ^ Z Ä N US US 22 22 S S > L 2 - > L 2 - U> »2, SS SS s 22 22 S SS SS Z s M K » 2 . US 22 22 S S >22- USUS IS SS SS 22 22 S 22 SS SS s SS US 22 -b s N Us 22 S US 22 US S US 22 « U> 22 ASS S S S S r -» ^ US s us us 22) 22 22 22 .22 SS ^ s 22 Q >-2 L -b SS « -22 U2 N Q ^7 Monatsverbrauch der wichtigsten Lebensmittel für Vfleglinge und Angestellte in den Dersorgungsanstalten. Der Monatskonsum im November 1925 betrug Im Versorgungsheim Lainz In den übrigen Versorgungshäusern zusammen an Fleisch- und Wurstwaren . . - kg 15.440 10.850 >> Fett. 5.180 3.280 „ Mehl, Mahlprodukten . . ' ' » 11.100 8.340 „ Teigwaren. 3.340 1.900 „ Brot- und Weißgebäck . . - ' » 29.560 24.270 » Kaffee. 2.160 1.790 „ Reis. 2.950 1.390 „ Kartoffeln . 21.700 20.400 „ Gemüse. 20.300 13.500 „ Külsenfrüchten. 2.820 1.500 „ Trockenei. 41 41 „ Eier. . Stück 30.820 5.850 „ Milch (Voll- und Mager-) . . Liter 52.750 20.680 „ Zucker. - . kg 6.740 5.000 ^7/// D d^? l_/^Sep».^I^ V2L WEI^L^ V2^LOpr6^^62t-«2I^e2 l_äld>12 Idl XM. ^Qek»OL »^tt->S>>--E L^O-1^1^2 ^15 ^>e> SLl->XSL>-I^I^L -^>d ^>>-1^? ^Qk)Lci^,^.OLK5XLL>^ 21-25) 2 >2. II'ELXI'IO^lLeESNUOL -17 SLOS^L^-N'>->d>j'LLSeS/IS. /^o^ii^iLi'kr^i'iO^LcÄ^s^O^ S- s^d^7'Ld>»^/o>-i^io^>cö^d>t d.. ^U^^>->^ILS^S--iLkr^> (b soi^^sr^kr.^^^»^ >-> s-ioi'vkr.isc.i-i sLi'kr^s^i^^ r^>.vs>x>-»» - 1'7 s vOs-' w>e»»e«-< >^ ^ooo Nrchang: plan > Versorgungsheimes der Stadt Wien in äainF. MW