Wiener Stadt-Bibliothek
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Allgemeines.
Topographie von Wien.
(Topographisch-historische Skizze.)
Wien, die Reichshaupt- und Residenzstadt des österreichischen Kaiserstaates, liegt unterm 48° n. B. und 34° ö. L. von Ferro an den letzten Ausläufern der Alpen am rechten Ufer der Donau, an einem Knotenpunkt des Weltverkehres, an den uralten Handelsstraßen von der Adria zur Ostsee, von Westeuropa nach dem Orient.
Wien ist eine Bergstadt, mindestens eine Hügelstadt. Wenn auch die Zeit in dieser Beziehung sehr viel ausgeglichen hat, so gehen doch die AViener Straßen noch heute nicht wenig auf und ab. Die letzten Ausläufer des Kahlengebirges und des bergigen Wienerwaldes, die sich zur Donau hinabsenken, sind der Boden, auf dem Wien liegt. Nur die auf der Donauinsel, dem ehemaligen Wörth oder „Werd“, der heutigen Leopoldstadt, Prater und Brigittenau befindlichen Stadtteile und Gründe liegen flach und eben. Die Donau bei Wien ist 155 m über der Adria, der Stephansplatz bereits 167 m, der Westbahnhof 205 m hoch. Den höchsten Punkt des Stadtgebietes bildet der Hermanskogel, 543 m, den die „Habsburgerwarte“ krönt.
Gleich an der Donau erhebt sich der Boden bedeutend. (Laurenzer- berg, Rothenthurmstraße, Rupprechtsstiege, Fischerstiege). Die höchste Kuppe war daselbst von den Römern zur Anlage ihres Kastells erwählt. Weiter hin gegen Süden steigen die Hügel etwas sachter an bis zu der Höhe des Laaerberges, von Schönbrunn, des Galizinberges und der Türkenschanze. Diese Höhenzüge sind von den Tälern der Wien, des Aisbaches und anderer Wasseradern durchschnitten, von denen namentlich die Wien ziemlich steile Ufer aufwies, die noch heute als aufsteigende Gassen (Rahlstiege, Bettlerstiege, Stiegengasse u. s. w.) in Erscheinung treten.
Zwischen dem AVientale und dem alten Alsbachtale (Tiefer Graben) am Donauufer liegen die Anfänge der Stadt. Zur Zeit der Türkenbelagerungen umfassten die Befestigungen dieses Gebiet; sie zogen sich vom Ausflusse
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der Wien in weitem Bogen bis zum Ausfluß der Als, ungefähr der heutigen Ringstraße entsprechend. Ringstraße und Donaukanal zusammen geben eine beinahe kreisförmige Umrahmung der älteren inneren Stadt.
Einen etwas weiteren Ring um die Stadt bildet die Lastenstraße welche die Grenze des erweiterten I. Bezirkes bezeichnet.
Ein dritter, noch umfassenderer Ring heißt „Gürtelstraße“ und umschließt die ehemaligen Vorstädte. Dieser dritte Ring folgt dem Wall und Graben (Linienwall), welchen Prinz Eugen zur Verteidigung um die Vorstädte angelegt hatte. Außerhalb des Gürtels liegen die Vororte.
Das Wiener Gemeindegebiet ist in 20 Bezirke geteilt und umfaßt seit der letzten Volkszählung (1900) 33.165 Häuser mit 1,636.000 Einwohnern, ausschließlich 22.650 Militärpersonen.
Früher bestand die Reichshauptstadt aus der befestigten inneren Stadt, deren Festungswerke von dem mit Bäumen bepflanzten Glacis in einer Breite von 450 m umgeben waren und aus 36 Vorstädten.
Durch die erste Stadterweiterung vom Jahre 1857 fielen die 13 km langen Basteimauern, der Glacisraum wurde verbaut und es entstand eine der schönsten und großartigsten Straßen der Welt. Gleichzeitig wurden die ehemaligen Vorstädte dem Wiener Gemeindegebiete einverleibt und dieses in zehn Bezirke eingeteilt.
Im Jahre 1891 erfolgte eine abermalige Stadterweiterung durch Einbeziehung der Vororte und Nachbargemeinden, wodurch das Stadtgebiet fast verdreifacht wurde und zu den zehn alten neun neue Bezirke hinzukamen; 1900 wurde der II. Bezirk in 2 Bezirke geteilt, so daß gegenwärtig das gesamte Wiener Gemeindegebiet in zwanzig Bezirke zerfällt, u. zw.:
I. Innere Stadt, II. Leopoldstadt, III. Landstraße, IV. Wieden, V. Margareten, VI. Mariahilf, VII. Neubau, VIII. Josefstadt, IX. Alsergrund, X. Favoriten, XI. Simmering, XII. Meidling, XIII. Hietzing, XIV. Rudolfsheim, XV. Fünfhaus, XVI. Ottakring, XVII. Hernals, XVIII. Währing, XIX. Döbling, XX. Brigittenau.
Der Fluß „Wien“ ist teilweise, die „Als“ im Stadtgebiete gänzlich überwölbt.
Die einzelnen Bezirke Wiens haben in mannigfacher Beziehung gewisse charakteristische Merkmale in bezug auf ihre Bewohner und deren Beschäftigung. So ist der erste Bezirk der Sitz der Aristokratie und Pluto- kratie, der hohen Ämter und Würdenträger, der Brennpunkt des Geschäftsund Fremdenverkehres. Er vereinigt in sich die größten Geschäftsniederlagen und Industriepaläste. Der zweite ist neben dem ersten das Zentrum des Handels, namentlich des Produktenhandels, der dritte und vierte größtenteils Wohnort des Adels und der Bureaukratie, der fünfte Hauptsitz des Kleingewerbes, der sechste und siebente das Zentrum der Fabriksindustrie, der neunte der Sitz medizinischer und anderer wissenschaftlicher
Anstalten. Die neuen Bezirke sind teils die Heimstätten der großen Fabriken und daher auch Wohnorte der Arbeiterklasse, teils aber auch, und zwar vornehmlich an der Grenze des Weichbildes der Sitz der Villenbewohner, mithin Sommerfrischen mit ländlichem Charakter.
Die klimatischen Verhältnisse sind, der geographischen Lage der Stadt entsprechend, als günstige zu bezeichnen. Im allgemeinen sind Niederschläge nicht häufig, die Temperatur eine gemäßigte, wenn auch Winde nicht gerade selten sind. Mittlere Temperatur etwas über 10° Celsius.
Die sanitären Verhältnisse sind infolge der Nähe der Alpen und der frischen Gebirgsluft, vornehmlich aber durch Schaffung der Hoch quellen-Wasserleitung, dann infolge der Donauregulierung, Wieneinwölbung und der wohlorganisierten sanitären Einrichtungen und Anstalten sehr günstig zu nennen.
Wichtig für Wien als Wasserstraße ist die Donau. Diese hat erst nach der seit 1875 erfolgten Regulierung als Verkehrsmittel an Wert gewonnen. Der Kostenaufwand hiefiir betrug fast 50 Millionen Kronen.
Nach sechsjähriger Arbeit wurde das neue Strombett von Nußdorf bis Albern vollendet. Im Jahre 1879 wurde die Regulierung stromaufwärts bis Langenzersdorf und stromabwärts bis Fischamend mit einem Kostenaufwand von 40 Millionen Kronen von den Hydrotechnikern Wex, Engerth, Sexauer, Albemetty durchgeführt.
Für Hochwasser ist Vorsorge getroffen durch starke Dämme, die das sogenannte „Überschwemmungsgebiet“ begrenzen. Die Breite des regulierten Stromes beträgt bei gewöhnlichem Wasserstand 285 m , bei Hochwasser 759 m. An der Einmündung des Donaukanals bei Nußdorf wurde eine Absperrvorrichtung errichtet, welche die Stadt vor Überschwemmungen sichert und 1899 durch einen sehr sinnreichen Schleusenbau ergänzt wurde. 1902 wurde der neue „Winterhafen“ eröffnet.
Über den Hauptstrom führen fünf gewaltige Brücken, über den Donaukanal zehn. Auch über den Wienfluß setzen, soweit er nicht überwölbt ist, zahlreiche Brücken.
Umgebung. Mit Ausnahme von Konstantinopel und Neapel besitzen nur wenige Weltstädte eine solch prachtvolle Umgebung wie Wien. Das Kahlengebirge und der Wienerwald bieten mit ihren schattigen Wäldern, ihren mit Weingärten bepflanzten
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Abhängen, ihren herrlichen Tälern eine Fülle der lohnendsten Ausflüge. Zudem ist das Hochgebirge der Alpen in wenigen Stunden Eisenbahnfahrt erreichbar.
Den vollkommensten und schönsten Ausblick über Wien und Umgebung gewinnt man bei klarem Wetter vom Stephansturm, vom Belvedere, vom Leopoldsberg und vom Kahlenberg.
Wien ist als Haupt- und Residenzstadt der Sitz der Hofs ämter, der gemeinsamen Ministerien und aller Zentralstellen für die „im Reichs rate vertretenen Königreiche und Länder“. (Reichsratsländer, Cisleithanien.) Die niederöster- reichische Statthalterei ist die politische Behörde für Niederösterreich. Dieses Kronland hat im niederösterreichischen Landtag eine autonome Vertretung, dessen Vollzugsorgan der Landesausschuß ist.
Für die Stadt selbst beruht die politische Verwaltung auf dem Gemeindestatut. Organe der Gemeinde sind der Gemeinderat, der Stadtrat und der Magistrat. An der Spitze aller dieser Organe steht der Bürgermeister, welcher aus der Mitte des Gemeinderates auf die Dauer von sechs Jahren gewählt wird, mit zwei Vizebürgermeistern.
Konfessionelle Verhältnisse. Die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Wiens ist römisch-katholisch. Man zählte nach der letzten Volkszählung 1,461.891 römische Katholiken, 146.926 Juden, 54.364 Protestanten A. B. und H. B., 2521 griechisch linierte, 3674 nicht unierte (orthodoxe) Griechen, 1300 Altkatholiken. Wien ist in kirchlicher Beziehung der Sitz eines Erzbischofs der römischen Kirche und des k. k. evangelischen Ober-Kirchenrates für die Protestanten.
Geschichtliches.
Vor ungezählten Jahrtausenden flutete da das Meer, wo jetzt Haus an Haus sich drängt. Das ganze Wiener Becken war einst von Salzflut erfüllt, dessen Spiegel 400 Meter höher lag als heute die Adria. Das Land war damals in Folge des subtropischen Klimas mit reicher Flora bedeckt und von gewaltigen Säugetieren bevölkert; Knochenfunde bieten dafür
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Beweise. Nach Ablagerung der marinen Schichten wurde das Meer durch Süßwasserzufluß brakisch, die Seetiere starben ab, Landtiere traten an ihre Stelle. Ein Süß wasser-Binnensee mit Niederschlags-Tegel bildete sich. Der Süßwassertegel bildete die Unterlage für die Stadt Wien, zumal der Bezirke III., IV., V., X. Der Süßwassersee brach sich Bahn durch die Wiener Pforte vor Preßburg. Die Lehmschichten, die zurückblieben, enthalten Reste von Mammuth, Ur, Scheich oder Riesenhirsch und Höhlenbären.
Lange vor der Besitzergreifung der Gegenden des rechten Donauufers durch die Römer befand sich, wie sich mit ziemlicher Bestimmtheit annehmen läßt, an der Stätte der Donaustadt eine größere keltische Niederlassung. Ob der Name Vindomina oder Vindobona auf den Namen der Viniden = Wenden, von denen der spätrömische Schriftsteller J o r n a n d e s in seiner Schrift „de rebus Geticis“ über das getische Volk spricht, zurückzuführen ist, so daß die Römer die Vorgefundenen Bewohner Vinidi, Heneti oder Veneti, wie Livius schreibt, so benannt hatten, oder ob der Name zusammenhängt mit dem Namen Vindelici, ein Volk, dessen Wohnsitze die alten Römer in der Gegend von Augsburg (Augusta Vindelicorum) gekannt hatten, ist nicht entschieden. Ob der Name mithin auch aus den älteren Beziehungen herzuleiten sei oder als Umformung einer von den Germanen selbständig gebrauchten Bezeichnung gelten kann, soll hier nicht erörtert werden. Kurzum: Wien wurde seit dem Kaiser Vespasian Standlager zum Schutz der Donaugrenze, Station der römischen Donauflottille und ein strategischer Stützpunkt des Kaisers Marc Aurel (,f 180 n. Ch.) im Kampfe gegen die germanischen Marcomannen und Quaden. Die Haupt- Donauveste aber bildete Carnuntum bei Petronell. Die wichtigstenStraßen- züge von hier nach Rom, die bedeutendsten Stationsplätzeder römischenBe- satzungs-Legionen sind auf der ältesten uns erhaltenen Landkarte zu finden, dein sogenannten Itinerarium Antonini Pii (Marschweiser des Kaisers AntoninusPius(f 168 n. Ch.), welche als Tabula Peutingeriana, genannt nach dem ehemaligen Besitzer Konrad Peutinger, unter Glas und Rahmen aufbewahrt, zu den unschätzbarsten historischen Kleinodien der k. k. Hofbibliothek in Wien gehört.
Nach dem Zurückweichen der Römer vom Donautal brach eine Vülkerflut nach der anderen herein; in der zweiten Hälfte des V. Jahrhunderts hausten hier Heruler und Rugier, Turcilinger und Scyrren, dann Gepiden, Ostgoten und Longobarden. Nach dem Abzug der Letzteren rückte das räuberische Reitervolk der Avaren in Niederösterreich ein, errichtete an der Kampmündung einen „Ring“ und machte das Land zur Einöde (Solitudo Avarorum). Daß die alte römische Donaukolonie bis zum Rand der Vernichtung kam, läßt sich bei solchen Völkerstürmen leicht ermessen. Um das Jahr 783 soll hier durch die Franken die älteste christliche Kirche errichtet worden sein, die Kirche des hl. Ruprecht.
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Allein aus der geschichtlich unanfechtbaren Lebensbeschreibung des heiligen Severin von dessen Schüler Eugippius ist zu entnehmen, daß nicht nur am Ende des V. Jahrhunderts schon christliche Kirchen hier bestanden, welche Severin, der Ratgeber der Germanenkönige begründet hatte, sondern daß schon im II. Jahrhundert n. Ch. hier das Christentum Boden gefunden hatte. In mehreren gewaltigen Kriegszügen brach Karl der Große das Avarenreich und gründete zum Schutz der Grenzen die „Marken“, darunter die Ostmark an der Donau, deren Hauptstadt Tulln an der Donau gewesen sein soll.
Nach Karl d. Gr. Ableben drangen die tartarischen Reiterhorden der Magyaren ins Land und vertilgten die letzten Spuren der Kultur. Nach ihrer Zurückwerfung in der Schlacht am Lechfelde (955) erneute der siegreiche Kaiser Otto der Große die karolingische Ostmark, welche Kaiser Otto II. nach dem Heldentod des Markgrafen Burkard bei Basantello (976) dem verwandten Leopold aus dem Hause derer von Babenberg lehnweise übertrug. Seitdem herrschte dieses Fürstenhaus über die Ostmark 271 Jahre lang. Der Babenberger Heinrich II., Jasomirgott, verließ seine alte Burg Mödling und erkor „Wiene“ an der Donau um das Jahr 1142 zu seiner Residenz; in einer Urkunde vom Jahre 1137 wird „Wiene“ zuerst als Stadt angeführt. Der Platz am Hof (Kriegsministerium) bezeichnet noch die Stelle der herzoglichen Hofburg und den Kern Wiens. Der „Graben“ bildete den Stadtgraben. Das 1158 von diesem Fürsten begründete Schottenkloster auf der Freiung und die älteste Stefanskirche mit dem „Stefans-Frevthof“ lagen noch außerhalb der Stadtmauer.
Die größte Blüte erlebte Wien unter dem Herzog Leopold IV. dem Glorreichen. Dieser verlieh Wien ein besonderes Stadtrecht, sowie das wichtige Stapelrecht, wonach alle in diese Stadt gebrachten Waren vor dem Weitertransport daselbst zum Verkaufe ausgeboten werden mußten; er setzte einen Stadtrat von 24 Bürgern ein und schuf eine einheitliche Geldwährung. Wien ward ein Hauptsitz des deutschen Minnegesanges, Walther von der Vogelweide hat hier „singen und sagen“ gelernt und seinen Schutzherrn Leopold gepriesen. Eine neue Burg entstand außerhalb der Stadtmauer: die heutige Burg. Der jetzige Kohlmarkt (damals Kohlenmarkt) war noch 1365 keine städtische Straße.
In dem Kampfe des Hohenstaufenkaisers Friedrich II. gegen den letzten Babenberger-Herzog Friedrich II. den Streitbaren erhielt Wien 1237 vom Kaiser ein reichsstädtisches Privileg, welches sich aber nicht lange erhielt. Nach dem Aussterben der Babenberger wurde der Böhmenkönig Premysl Ottokar II. Herr Österreichs. Wien erhielt neue Vorrechte, die Stadt wurde erweitert und verschönert, das Schottenkloster und die Burg in die Stadt einbezogen.
Nachdem Siege des deutschen Königs Rudolf von Habsburg bei Dürnkrut über Premysl Ottokar II. wurden 1282 die Söhne Rudolfs
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von Habsburg mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark belehnt. Seit dieser Zeit herrscht dieses Fürstenhaus über Wien und Österreich. Unter den Fürsten des Erzhauses bemühte sich insbesonders Herzog Rudolf IV. der Stifter (-J-1365) angelegentlichst, seine Residenz Wien emporzubringen. Er baute den Stefans dom weiter aus und begründete hier 1365 die dem Alter nach zweite Universität des Deutschen Reiches, die bald von 7000 Studierenden besucht wurde und als ein Hauptsitz des deutschen Humanismus Ruhm und Ansehen gewann. Kaiser Friedrich IV. errichtete 1469 in Wien einen Bischofsitz. Wien gewann als Hoflager der deutschen Kaiser und Könige neuen Glanz, Kaiser Max I. errichtete hier den Reichshofrat. Wien galt als „groß und vest Gräntzhaus Deutschlands“. 1492 wohnte vorübergehend der ungarische König Mathias Corvinus in der Hofburg und starb daselbst eines rätselhaften Todes.
Zweimal bewährte sich Wien als Vormauer der Christenheit gegen die Osmanen. 1529 belagerte Sultan Soliman I. vergebens die vom wackeren Grafen Niklas von Salm verteidigte Stadt, um die sich schon Vororte gelagert hatten. Bei der zweiten Türkenbelagerung durch den Großwesir Kara Mustafa 1683 wurden diese Vorstädte total niedergebrannt. Der Kommandant von Wien Graf Rüdiger von Starhemberg bewaffnete zur Hilfeleistung für die kaiserlichen Truppen 15.000 Bürger und Studenten, ließ gewaltige Basteien aufführen und leitete vom Stefansturm aus die Verteidigung. Carl von Lothringen jedoch erschien mit den Kurfürsten von Baiern und Sachsen, den Markgrafen von Baden und 80.000 Mann deutscher Reichstruppen zum Entsatz Wiens; an dem sich auch König Johann Sobieski von Polen mit 21.000 Mann Hilfstruppen beteiligte. Nach Zurückwerfung der Türken errichtete der kühne Kolschitzki, der sich als Kundschafter Starhembergs ins Türkenlager gewagt hatte, mit den großen Vorräten an Kaffee, die im erbeuteten Türkenlager gefunden wurden, das erste Kaffeehaus in Wien (in der Nähe des Zeughauses) genannt „zum Bruderherz“. (Sein Standbild befindet sich im IV. Bezirk, Cafö Kolschitzky mit schöner Widmung.) Die Vorstädte erhoben sich größer und stattlicher aus den Trümmern, und 1704—1738 wurde Wien vom Prinzen Eugen von Savoyen, dem Türken- und Franzosenbesieger, durch einen weiten Linien wall mit Graben zum Schutze gegen die gefahrdrohenden Scharen der ungarischen ,.Kuruzzen“ umschlossen und befestigt. Unter der Regierung Kaiser Karl VI., des letzten Habsburgers, wurde Wien durch viele Prachtbauten, zumal von Meister Fischer von Erlach (Hofbibliothek, Karlskirche, Favorita, Belvedere u. a.) verschönt und nahm an Einwohnerzahl wie an Wohlstand zu. Josef der II. errichtete u. a. das Allgemeine Krankenhaus; seit 1781 wurde das etwa 600 Schritt breite Glacis vor den Befestigungsmauern der Innern Stadt zu bepflanzten schattigen Spazierwegen umgewandelt.
Noch 1809 verteidigte sich Wien als Festung gegen Napoleon, der die Basteien teilweise sprengen ließ; diese Festungswerke wurden zwar später wieder hergestellt, allein Wien doch nicht mehr als Festung betrachtet.
In den Jahren 1814 und 1815 tagte in Wien der historisch folgenreiche Kongreß europäischer Kronenträger und Staatsminister zur Regelung der politischen Verhältnisse Europas nach dem Sturze Napoleon I., eine Glanzzeit für die Stadt, aus welcher übrigens das „System Metternich* 1 jede freiheitliche Regung zu bannen wußte. Dieses System zog sich aber dermaßen den allgemeinen Haß zu, daß auf die Kunde von den Unruhen in Paris auch die Volksmasse in Wien, Bürger, Arbeiter und Studenten in den blutigen Märztagen des Jahres 1848 das Polizeiregiment Metternichs stürzten. Der Aufstand in Wien, das Kaiser Ferdinand und der Hof verließ, wurde übrigens durch die Armee des Fürsten Windischgrätz blutig niedergeworfen und die Häupter des Aufstandes — Messenhauser, Robert Blum — erschossen.
Am 6. März 1850 wurden die Innere Stadt und die (32) Vorstädte zu einer Stadtgemeinde vereinigt. Dem entsprechend wurde die Schleifung der alten 13—-19 m hohen Basteien, auf denen die Altwiener gerne ihre Spaziergänge unternahmen, auf Befehl des Kaisers Franz Josef vom 20. Dezember 1858 angeordnet. Damals zählte die Innere Stadt 55.000 Einwohner. Eine hemmende Fessel war gefallen. Infolge dieser ersten Stadterweiterung erhoben sich 1863 die ersten Paläste der Ringstraße, deren Prachtbauten: Heinrichshof, Votivkirche, Oper, Rathaus, Universität, Burgtheater, Parlament u. a. großen Künstlern Gelegenheit zu herrlichen Schöpfungen boten. Mit der Verbauung des Glacis, der Verlegung des „Tandelmarktes“ von der Mondscheinbrücke und der Regulierung des Terrains, auf welchem Parkanlagen entstanden, wurde das gemütliche bürgerliche Altwien zu einer mit Denkmalen und modernen Einrichtungen ausgestatteten Weltstadt umgestaltet. Einen weiteren Schritt zu dieser Entwicklung bedeutet die zweite Stadterweiterung, welche 1890 die Linienwälle als lästige, verkehrshemmende und die Stadt schädigende Einschnürung beseitigte und die Vereinigung von achtzehn zum Teil sehr stattlichen Vororten mit der Stadtgemeinde vollzog. Große öffentliche Verkehrs- und Wolfährtsanstalten wie Hochquellenleitung, Wienein- wölbung, Stadtbahn, Donauwinterhafen suchten die Anforderungen einer Weltstadt zu erfüllen.
Nun ergibt sich auch, infolge der gesetzlich beschlossenen Anlegung des Donau-Oderkanals, der bei Floridsdorf einmünden soll, die Notwendigkeit, eine dritte Stadterweiterung durch Einbeziehung von Floridsdorf und anderen Gemeinden des linken Donauufers in das Gebiet der Reichshauptstadt zu vollziehen.
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Wiener Leben.
Die Bevölkerung Wiens nähert sich in ihrem Gepräge immer mehr dem aller Großstädte. Die urständigen Züge werden durch Zufluß von außen und durch das großstädtische Getriebe nach und nach abgeschliffen und verwischt. Während bis über die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Einwanderung hauptsächlich von Westen her, meist der Donau folgend, aus den Alpenländern und Süddeutschland kam, was der einheimischen Bevölkerung nur Verwandte zuführte, kommen in neuerer Zeit infolge der Verkehrs- und politischen Verhältnisse starke Zuflüsse aus dem sla- vischen Norden und Osten, auch aus dem Süden: Südslaven, Italiener. Aus dem Osten kommt auch eine starke jüdische, doch der Zunge nach meist deutsche Zuwanderung.
Die Industrie bezieht noch immer aus Deutschland und dem deutschen Norden und Westen Böhmens einen Teil ihrer leitenden Kräfte, Arbeitshände kommen zumeist aus dem tschechischen Teile Böhmens und Mährens, Erd-, Bau- und Steinarbeiter vielfach aus italienischen Gebieten. Überhaupt beziehen manche Geschäftszweige aus bestimmten Gegenden ihren Nachwuchs: Barbiere sind meist Üngarn oder Serben, Gemüsehändler Slovaken, Hausierer mit Leckereien Krainer, „Gottscheer“, Hausierer mit Kleinkram, Bosniaken, Bauchfangkehrer Italiener u. s. w., Schuster, Schneider, Tischler sind häufig Tschechen. Gewisse Gewerbe hinwieder sind von der eingeborenen Bevölkerung länger festgehalten worden, so das Lohnfuhrwerk, das Wirts- und Fleischergewerbe. Die höheren Stände sind auch nicht ganz unbeeinflußt geblieben; neben dem Adel macht sich der Eeichtum aus Industrie, Handel und Spekulation geltend. Die zahlreiche in Wien seßhafte Beamtenschaft ergänzt sich infolge vermehrten Einflusses der Provinzen aus. allen ^Gebieten und Zungen des Reiches.
Die große Stadt und ihr Leben rührt freilich die verschiedenen Elemente durcheinander und zusammen; aber jedes, auch wenn es schließlich! in*dem Gemenge aufgeht, gibt dem Ganzen doch einen Einschlag. So ist denn alles in Fluß und das Charakterbild der Bevölkerung schwer zu fassen.
C. M. Ziehrer.
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Die gerühmte Wiener „Gemütlichkeit“ und die „Genußsucht“, wie sie Schillers Distichon:
Die Donau in W.
Mich umwohnt mit glänzendem Aug das Volk der Phäaken;
Immer ist’s Sonntag, es dreht immer am Herd sich der Spieß
schildert, gilt so ganz nur für das ältere Wien. Der „Spieß“ dreht sich längst nicht mehr „immer“ am Herd; denn das Lehen ist härter geworden. Die „Urwiener“, die in der Stadt Geborenen, machen vielleicht nur ein Dritt- teil der Einwohnerschaft aus. Ihre Art schlägt aber vielfach durch und so
leuchtet von den alten Zügen des Wienertums gar vieles noch im Neuwiener auf; die Großstadt hat noch nicht alles urtümlich Wienerische verschlungen. Auch der heutige Wiener ist offen, umgänglich, selbst gemütlich, wenn er
warm geworden, lebenslustig
—äßiÄ' und genußsüchtig. Er ist als
Großstädter an den Verkehr mit Fremden gewöhnt und entgegenkommend für sie.
Der „Comfortable“.
Die Lust am Schauen und Schaugepränge teilt der Wiener wohl mit anderen Groß- und Kleinstädtern. Wien pflegt alle Vergnügungen der Großstadt: Theater, Konzert, Variötö, Zirkus, Rennen. Die althergebrachten Volksfeste: Brigittenauer-, Maria Brunner-Kirchtag u. a. sind im Großstadtleben untergegangen. An ihre Stelle sind Festlichkeiten getreten, an denen, wie etwa am Frühlingsblumenkorso im Prater, meist bestimmte Kreise sich be -
mm
teiligen. Ein ständiger Festplatz, der im Winter natürlich eingeschränkt ist, bleibt den Wienern der Prater mit seinen Wirtschaften und Belustigungen.
Ein echt wienerisches Ver- gnügen ist die Wallfahrt zum *
„Heurigen“, zum jungen
Wein, der in den Gärten und Die „Burgmusik“ und ihre Begleiter Schänken der Vororte, häufig (im Volksmunde „Pülcher“, a. i. Stromer, genannt.)
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,Einer vom Wasser“.
(W agenreini ger.)
bei Musik und Gesang, verzapft wird, nicht billig ist und in Ehren den Platz eines Volks-Champagnerseinnimmt.Die „Volkssänger“ bedienen daselbst oder auch in großen Bierhallen das Lach- oder Rührbedürfnis ihres Publikums vom „Brettl“ herab. Die volkstümliche Musik bei solchen Gelegenheiten hat durch ihre Zusammenstellung: Geige („die Winsel“), Guitarre („die Klampfen“), Flöte oder Klarinette („das picksüße Hölzl“) dazu manchmal auch Ziehharmonika oder Streichzither, eine eigentümliche, eindringliche Klangfarbe. Kleine Orchester, die einen größeren Raum mit Musik erfüllen müssen, stellen zu den Streichern und Bläsern noch Klavier,
Harmonium und die große Trommel mit Tschinellen ein. Das ist auch die Zusammensetzung der „Damenkapellen“, die von Wien ihren Ausgang nahmen.
Eine Art Volkskonzert gibt täglich die „Burgmusik“ auf dem Marsche und während der Ablösung der Hauptwache im inneren Burghof. Die Militärkapelle, die „Banda“, hat da jedesmal große Begleitung und
Zuhörerschaft, welche ein Witzbold die „Gesellschaft der Musikfreunde“ genannt hat. Was da mitmarschiert, ist nicht die feinste Gesellschaft und der Volkswitz nennt diese oft zweifelhaften Gestalten „Pülcher“. Sie laufen in Wien nur als Musikliebhaber mit, während in Berlin mehr das Kriegerische beim Aufzug der Schloßwache anzieht. Soll man daraus einen Vergleich machen zwischen dem Geiste der Bevölkerung dn Wien und Berlin? Militärmusik spielt in Wien auch zweimal in der Woche an Sommerabenden vor dem Rathause.
So klingt und singt es in Wien allerorten; es wird auch unablässig gedichtet und vertont, zu allermeist und am ausgiebigsten im wienerischen „Schan“ (Genre). Alljährlich tauchen Lieblingslieder oder Tänze auf, die dann sofort an allen Ecken und Enden erklingen, bis sie von anderen ver-
, Ein er vom Grund“.
(Vorstadt-Patrizier.)
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drängt werden. Häufig wird das ernste Lied süßlich, das patriotische überschwänglich, das Scherzlied derb und zweideutig. Das Beste daran sind meist die einschmeichelnden Melodien.
Ohne Zweifel ist die Veranlagung der Wiener für Musik eine hervorragende. Von alters- her waren auch in Wien große Anstalten zur Pflege der Musik vorhanden. Musikschulen und Musikvereine gibt es unzählige; das wichtigste Institut ist das von der „Gesellschaft der Musikfreunde“ erhaltene „Konservatorium“, eine wahre musikalische Hochschule. So hat der Wiener Boden nicht nur Einheimische zur Entwicklung gebracht, sondern auch fremden Musikern einen guten Nährboden abgegeben und Wien wurde eine musikalische Welt- und Hauptstadt, von der aus reiche Tonwellen bis in ent- legendste Erdengebiete fluten. Die Namen Gluck, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Lanner, Strauß, Suppd, Millöcker, Bruckner, Brahms, Hugo Wolf, von vielen anderen nicht zu reden, haben Wien unlöslich Joh. Strauß jun. m ;t der Tonkunst verbunden.
Einige Wiener Volksfiguren haben sich mit ihrer Urwüchsigkeit aus der alten Zeit in die Großstadt hinübergerettet. Vor allem der Wiener Fiaker, der sich von seinen Standesgenossen in anderen Städten gar sehr unterscheidet. Er ist in Tracht und Gehaben und mit seinem feinen Wagen mit leichten Pferden, mit seinem „Zeugl“ und seinen „Juckern“ ein „Gavlier“ (Kavalier) unter den Lohnfuhrwerkern.
Er lebt gut, ist jederzeit aufgeräumt und zu Schwänken und Taxüberschreitungen geneigt.
Seine Tracht hat ihr Eigentümliches, „Fesches“, wozu der stets glänzende Zylinder, nicht selten mit flacher Krampe, „Stößer“ genannt, gehört.
Nächst den Fiakern pflegen die Wäschermädeln eine Art Überlieferung in Anzug und Benehmen. Bei ihnen ist das kunstvoll geschlungene Kopftuch, der „Spenzer“, und der kurze gestärkte Kock von Bedeutung. Ihnen nähert sich in Urwüchsigkeit die Höckerin, -- ?
„Standlerin“, „Fratschlerin“, deren Schnippig-
keit und Schlagfertigkeit nicht wenig gefürchtet „Schiaberisch auf Sechse“. wird. Der Kappelbub, auch „Strizzi“, „Strotter“, (Sechsschrittwalzer i. d. Vorstadt.)
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mit der leichten Kappe und nach vorne gestrichenen Haaren, den „Sechsern“, ist der junge Tunichtgut der unteren Stände. Der Schusterbub und der Hausmeister waren hervorstechende Gestalten, so lange sie noch Eingeborene waren; heute, sind sie häufig Tschechen, und in der ihnen fremden Stadt zu Ulk und Übermut schon der Sprache wegen weniger aufgelegt. Die Blumenverkäuf e- rinnen auf den Straßen sind durchaus alte Frauen, denen allein die Polizei Erlaubnis erteilt. Italien liefert zu den Straßenfiguren u. a. den „Sala- mucci“, den Salami- und Käseverkäufer im Prater, den Gotscheer, der mit Südfrüchten und Zuckerln hausiert, den Figurini- Wiener Fiaker.
Mann, der mit Gipsfiguren hausieren geht, und die Malermodelle in italienischer Volkstracht. Das Hausierwesen und der Straßenverkauf ist in Wien neuerer Zeit sehr eingeschränkt. Bettelweiber mit Kindern an der Hand sind leider nicht selten.
Der gebildete Wiener hält seine Stadt, die nicht immer seine Vaterstadt ist, hoch in Ehren, wenn er auch gegen Mängel nicht blind ist und darüber zuweilen greint, oder, wie der Wiener sagt, gerne „raunzt“. Er ist ein guter Österreicher, Träger des Reichs- und Staatsgedankens und von ehrerbietiger Ergebenheit für das angestammte Kaiserhaus. Dem Wiener liegt das deutsche Gepräge seiner Stadt als einer Kulturleuchte für weite Gebiete am Herzen. Einen etwas selbstgefälligen Lokalpatriotismus weiterer Kreise, der sich in mitunter iiberschwäng- fÜN liehen Redensarten und Lobliedern äußert, findet man auch anderwärts als in Wien.
Die Wiener Frauen und Mädchen werden . u mit Recht als schön und anmutig gepriesen, „ rateischeiber . j,j n , Geschmack belobt: auch das Mädchen
(kegulspieler.) _ .. - - ' - - - - . -
.
„Bei der grünen Bettfrau.“
(Ein Unterstanclsloser.)
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im Ausland besondere Wertschätzung. Die alte Möbelfabrikation, die Drechslerwaren-Erzeugung arbeiten nach wie vor für die Ausfuhr, ebenso sämtliche Zweige der graphischen Kunst.
Zu den entwickeltsten Industrieerzeugnissen Wiens gehört die Maschinenfabrikation. Von den riesigsten Dampfkesseln und Automobilen bis zum Fahrrad und zur feinsten Nähmaschine besitzt die Wiener Industrie für jeden Artikel Musterwerkstätten. Aber auch alle sonstigen Metallwaren, Haus- und Küchengeräte, Möbel aus Eisen, Waffen u. s. w. werden für die Ausfuhr hergestellt, insbesondere sind die Wiener Bronzeartikel, Chinasilber- und Lampenfabrikate unübertroffen.
Den feinsten, geläutertsten Geschmack hat von jeher die Wiener Goldschmiedekunst bekundet. Wiener Gold- und Beinarbeiten, Uhren jeder Art, können anderwärts kaum überboten werden in gefälliger, solider Ausführung. Eine weitere Spezialität sind Musikinstrumente jeder Art, insbesondere Klaviere. In der Erzeugung optischer, physikalischer, chirurgischer und anderer wissenschaftlicher Instrumente nimmt Wien eine überragende Stellung ein.
Die Textilindustrie Österreichs hat in Wien ihren Großverlag. Modeartikel, die feinsten Konfektionswaren, Vorhänge, Seiden- und Samtbänder und -Stoffe, Kunststickereien, Kunstblumen, Federnschmuck, Lederwaren werden nirgends übertroffen an Güte, Geschmack, Billigkeit und Solidität.
Die Erzeugung von Parfüms, Seifen, Bier und Spirituosen. Luxusgebäck und Zuckerwaren steht auf einer bedeutenden Stufe und hat sich im Weltexport einen ehrenvollen Platz errungen.
Die Wiener Geschäftswelt genießt allenthalben verdientes Vertrauen.
Rauchen.
Die Fabrikation und der Verschleiß von Tabak, Zigarren und Zigaretten ist in Österreich-Ungarn Staatsmonopol. Der Verkauf findet daher nur in k. k. Tabak-Trafiken statt. Daselbst sind auch sonstige Rauchgeräte, dann Stempel, Wechselblankette, Briefmarken, Postkarten, Kartenbriefe und sonstige Postwertzeichen, ferner Zeitungen, Eisenbahn- Fahrpläne etc. erhältlich. Beliebte Zigarrensorten: Virginia, lang, dünn, sehr stark (ä 10 h)\ Brasil, ähnlich wie die Virginia, leicht (ä 8 h ); Britannica (ä 14 h); Trabucco (ä 16 h)\ Regalitas (ä 18 h). Beliebte Zigarettensorten: Herzegowina, mit Mundstück (ä 3 h)\ Sultan, mit Mundstück (ä 4 h ); Memphis, ohne Mundstück, ägyptische Zigarette (ä 4 h );
Stambul, ohne Mundstück (k 5 /i); Austria, mit Mundstück (k 6 h). Beliebte Zigaretten-Rauchtabake: Feinster Türkischer (per Päckchen a 25 g 72 h ); feiner Türkischer (per Päckchen a 25 g 48 h ); feiner Her- zegowinaer (per Päckchen a 25 g 34 h). Dieselben Sorten auch in Kartons a V 8 hg.
Alle sonstigen Tabak-, Zigarren- und Zigarettensorten, namentlich ausländische (echte Havanna-Zigarren, türkische und ägyptische Rauchtabake) nur in der Spez ialitäten-Trafik, I. Kohlmarkt nächst dem Stephansplatze.
Ankunft.
Hotels, Gasthäuser, Kaffeehäuser.
Die Wiener Hotels und Gasthöfe haben den allgemeinen internationalen Zuschnitt, besonders die ersten Ranges. Der Fremde findet alles wie in den großen europäischen Städten, dieselben Einrichtungen, dieselben Bediensteten. In den Zimmern finden sich die Preise angegeben, die nach Lage und Ausstattung der Räume sehr verschieden sind. Die Vorstadt-Hotels sind billiger; sie haben Zimmer schon von 2 K an. Für die meist elektrische Beleuchtung wird nichts berechnet, sehr oft auch nichts für Bedienung („Service“). Das Hotelpersonale rechnet jedoch auf „Trinkgeld“. An die table d’höte ist der Fremde in Wien weniger gebunden als sonstwo. Jedes größere Hotel hält zwar Speiseräume — die Hotel garnis sind nicht zahlreich — rechnet dabei aber mehr auf den Besuch Auswärtiger wie der Beherbergten. Tables d’hötes zu festgesetzter Stunde gibt es nur in Hotels ersten Ranges. Aber auch dort speist man zu beliebiger Zeit nach der Speisekarte, „ä la carte.“ In den besseren Hotels werden auch Gedecke, „Couverts“ mit vielen Gängen zum Preise von 2 bis 6 K aufgetragen.
Bei längerem Aufenthalt gewähren die Hotelwirte ermäßigte Preise. Wer sich eine Privatwohnung nehmen will, findet solche an den Haustoren schriftlich angezeigt. Ein Zimmer kostet monatlich in der Stadt ungefähr 40 bis 80 K, in der Vorstadt 30 bis 60 K. Der bedungene Preis ist im Vorhinein zu bezahlen, die Kündigung ist eine vierzehntägige; solche Zimmer werden auch auf Tage vermietet, was jedoch vorher zu verabreden ist. Die Haustore werden in Wien um 10 Uhr geschlossen, der „Hausmeister“ bekommt für das Aufschließen bis Mitternacht 10 h, nach Mitternacht 20 h.
Gasthäuser, Restaurationen, Restaurants gibt es in allen Abstufungen. Sie teilen sich gewöhnlich in Speiseräume — „Extrazimmer“ — mit höheren Preisen und in eine Schankstube — „Gastzimmer“ oder „Schwemme“. Die Speisekarten, „Speiszettel“ mit Preisangaben sind für den Fremden oft nicht leicht verständlich. Sie sind meist unleserlich, und bei dem Bestreben der Wirte, möglichst viele Gerichte auf den Zettel zu setzen und ihnen fremde Bezeichnungen aus aller Welt zu geben, die dann
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unortograpliisch geschrieben werden, ist es schwer für den Fremden, aus den unbekannten Gerichten zu wählen, so lange er sich nicht über die Wiener Speisekartengebräuche und -Mißbräuche zurechtgefunden hat. Er findet die internationalen Gerichte: Bouillon, Rostbeef, Filet, Kotellette, Bombe, Gateau u. s. w. Aber auch manche gute Speisen der älteren Wiener Küche, die zu verkosten lohnt, wie Leberknödel, Lungenstrudel, Kaiserschöberl, Nockerl, das gesottene Rindfleisch, Selchfleisch, Lungenbraten (Filet), Beiried (Rostbeef), Nierenbraten, Gulyasch etc. Insbesondere an Mehlspeisen ist die Wiener Küche reich: Alle Arten Strudel, Schinkenfleckerl, Erdäpfelnudel, böhmische Talken, Krapfen, Guglhupf u. A. m. Der Fremde will gewiß Wien auch von dieser Seite kennen lernen. Das Trinkgeldwesen ist in den Gasthäusern sehr stark eingerissen. 6 bis 10 h für den Oberkellner „Zählkellner“, 4 bis 6 h für den „Speisenträger“; bei größeren Zechen auch mehr und überdies noch etwas für den Bierjungen, „Kellnerbub“ auch „Piccolo“ genannt.
Das Kaffeehaus ist von Wien aus als „Wiener CaRi“ in die Welt gegangen. Es ist für den Wiener nicht blos Erfrischungs- oder Speiseraum — man bekommt daselbst auch Schinken, Eier, Kuchen — sondern auch Salon für gesellige Unterhaltung und Spiele: Karten, Billard, Schach; es ist für Viele auch Lesekabinet und Geschäftsstelle. Man findet daher im Kaffeehaus eine stattliche Menge Zeitungen, Monatschriften, Broschüren, Hilfsbücher: Adreßbücher, Kalender, Fahrordnungen, Nachschlagebücher, insbesondere Konversationslexika. Auch eigene Schreibtische stehen zuweilen bereit und die letzten Kurszettel der Börse sind ausgehängt. Es gibt Kaffeehäuser in Wien, die Tausende von Gulden für Zeitungsbezug aufwenden. Auch das kleinste Kaffeehaus muß Zeitungen bereithalten. Die Kaffeehäuser, von denen viele „Vorgärtchen“ haben, d. i. Plätze mit einigen Bäumen in Kübeln auf der Straße, sind am meisten morgens zum Frühstück, nach Tisch zum Nachmittagskaffee und abends nach den Theatern und Abendmahlzeiten besucht. Man trinkt „Melange“, Kaffee mit Milch in Glas oder Schale, oder zum Selbstmischen eine „Portion“; „Braunen“, „Kapuziner“, „Schwarzen“ in der Schale. Sommers ist das Eis, das „Gefrorne“ vielbegehrt, dazu „Hohlhippen“, ein Gebäck.
Es gibt in Wien sehr schön und reich, oft künstlerisch ausgestattete Kaffeehäuser, besonders im I. und II. Bezirk.
Hotels.
I. Bezirk: Innere Stadt.
Bristol, Kärntnerring 7. Germania, Postgasse 15.
De France, Schottenring 3. Goldene Ente, Riemergasse 4.
Erzherzog Karl, Kärntnerstraße 31. Grand Hotel, Kärntnerring 9.
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Habsburg, Rotenturmstraße 24. Imperial, Kärntnerring 16 (s. Inserat). Kaiserin Elisabeth, Weihburggasse 3. Klomser, Herrengasse 19.
König von Ungarn, Schulerstraße 10. Krantz, Neuer Markt.
Matschakerhof, Seilergasse 6.
Meissl & Schadn, Kärntnerstraße 16. Metropole, Franz Josefs-Kai 19. Müller, Graben 19.
II. Bezirk:
Athönes, Praterstraße 36.
Bayrischer Hof, Taborstraße 39. Central, Taborstraße 8.
Continental, Praterstraße 1.
De TEurope, Asperngasse 2.
De Russie, Große Sperlgasse 7. Donau, Taborstraße 49.
üsterr. Hof, Fleischmarkt 2.
Post, Fleischmarkt 16.
Residenz, Teinfaltstraße 6. Ronacher, Himmelpfortgasse 25. Royal, Singerstraße 3.
Sacher, Augustinerstraße 4. Tegetthoff, Johannesgasse 28. Wandl, Petersplatz 12.
Zum weißen Wolf, Wolfengasse 3.
Leopoldstadt,
Du Nord, Kaiser Josefstraße 15. Gold. Brunnen, Taborstraße 20. Kronprinz, Asperngasse 4. National, Taborstraße 18. Nordbahn, Praterstraße 72. Stefanie, Taborstraße 12. Weintraube, Weintraubengass 14.
III. Bezirk: Landstraße.
Beatrix, Hauptstraße u. Beatrixgasse. Hungaria, Pragerstraße 13. Belvedere, Gürtelstraße 27, Nagler, Rennweg 59.
Gold. Birne, Hauptstraße 31. Roter Hahn, Hauptstraße 40.
Goldspinnerin, Ungargasse 2.
IV. Bezirk: Wieden.
Gold. Lamm, Hauptstraße 7. Stadt Triest, Hauptstraße 14.
Kaiserhof, Frankenberggasse 10. Südbahn, Favoritenstraße 58.
Stadt Odenburg, Hauptstraße 9. Victoria, Favoritenstraße 11. (siehe
Inserat).
VI. Bezirk: Mariahilf.
Englischer Hof, Marialiilferstraße 81. Kummer, Mariahilferstraße 71 a. Gold. Kreuz, Mariahilferstraße 99. Windsor, Mariahilferstraße 15 (rotes
Einlageblatt).
VII. Bezirk: Neubau.
Höller, Burggasse 2.
VIII. Bezirk: Josefstadt.
Haramerand, Florianigasse 8.
2 *
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IX. Bezirk: Alsergrund.
Bellevue, Althangasse 7. Union, Nußdorferstraße 23.
Franz Josefs-Bahn gegenüber der Ankunftshalle der Franz Josefs-Bahn. (Siehe Inserat).
X. Bezirk: Favoriten.
Kolb eck, „zur Linde“, Laxenburgerstraße 19.
XIIT. Bezirk: Hietzing.
Hietzingerhof, Hietzinger Hauptstraße 22.
XV. Bezirk: Fünf haus.
Fuchs, Mariahilferstraße 138, Westbahn, Pelzgasse 1 (siehe Inserat).
Holzwarth, Mariahilferstraße 156. Wimberger, Neubaugürtel 34.
XVII. Bezirk: Hernals.
Hernalserhof, Gürtelstraße 1.
Stadt Frankfurt, Ottakringerstraße 7.
XIX. Bezirk: Döbling.
Kahlenberg, auf dem Kahlenberg.
XX. Bezirk: Brigittenau.
Wallenstein, Wallensteinstraße 6 (siehe Inserat).
Paß und Zoll.
In Österreich besteht gesetzlich kein Paßzwang. Der Fremde hat bloß bei seiner Ankunft im Hotel den behördlichen Meldezettel wahrheitsgemäß auszufüllen. (Falsche Angaben werden strenge geahndet.) Für den immerhin möglichen Fall, daß der Ausländer mit den Behörden oder Postanstalten (Geldbriefe etc.) in Berührung kommt, empfiehlt es sich, eine Paßkarte als Legitimationskarte zu besitzen. Angehörige von Staaten, in welchen bezüglich der ins Ausland Reisenden ein Paßzwang besteht, haben ihren Paß durch die Gesandtschaft oder Konsularbehörde ihres Staates vidieren zu lassen; dortselbst kann auch eine allfällige Fristerstreckung des Passes erfolgen.
Die Zollrevision für Reisegepäck wird an den Grenzen Österreichs vorgenommen. In Wien hat sich der Reisende auf den Bahnhöfen u. s. w. noch einer Revision bezüglich der Ver zehrungs (Tor) st euer zu unterziehen. *
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Geldwesen.
In Österreich-Ungarn bestand bis zum Jahre 1892 die Silherwährung (Österreichische Währung). Durch Gesetz vom 2. August 1892 wurde die Goldwährung (Kronenwährung) eingeführt. Die Kronenrechnung ist dermalen bereits obligatorisch.
Die noch bestehenden Goldmünzen (Dukaten ä 4 und 8 Gulden) sind bloß Handelsmünzen und keine Währungsmünzen.
Goldwährung (Kronenwährung). Die Währungseinheit ist die Krone = 100 Heller. Es gibt Goldmünzen ä 10 und 20 Kronen, Silbermünzen ä 5 Kronen, 2 Kronen, (die bisherigen Guldenstücke) und 1 Krone, Nickelmünzen ä 10 und 20 Heller und Bronzemünzen ä 1 und 2 Heller.
Die Relation zwischen der Kronen- und der Guldenwährung ist:
1 Gulden = 2 Kronen, demnach 1 Kreuzer = 2 Heller.
Die Umrechnung macht keine Schwierigkeiten, da jeder Betrag, in Gulden oder Kreuzern ausgedrückt, bloß mit 2 zu multiplizieren ist, um in Kronen oder Heller verwandelt zu werden. Umgekehrt ist jeder in Kronen oder Heller genannte Betrag durch 2 zu dividieren, um in Gulden oder Kreuzern ausgedrückt zu werden. Vielfach wird im Privatverkehre noch nach Gulden und Kreuzern gerechnet.
(Anmerkung: Die Abkürzungen der Münzeinheiten sind Gulden = fl., Krone = W, Kreuzer = kr., Heller = h.)
Rücksichtlich der wichtigsten fremden Währungssysteme ist der Wert des österreichischen Geldes annähernd folgender:
Deutsches Reich: 100 Mark = 58 fl. 50 kr. = 117 K.
Frankreich, Schweiz, Belgien: 100 Francs = 47 fl. 50 kr. = 95 K.
Italien: 100 Lire = 47 fl. 50 kr. = 95 K.
Rußland: 100 Papierrubel = 120 fl. = 240 K.
100 Silberrubel = 150 fl. = 300 K.
Großbritannien: 10 Pfund Sterling = 119 fl. 50 kr. = 239 K.
Nordamerika: 100 Dollars = 245 fl. = 490 K.
Wechselstuben sind zahlreich in der inneren Stadt, auch in den Vorstädten bestehen solche. Die meisten der nachstehenden Banken halten auch Geschäftsladen als Wechselstuben.
Banken- und Kredit-Anstalten.
Anglo-Oesterreichische Bank, I. Strauchgasse 1.
Bank-Verein, Wiener, I. Herrengasse 10 (siehe Inserat). — Filialen: II. Praterstraße 15, III. Landstraße Hauptstraße 24, IV. Rainerplatz 8, VI. Mariahilferstraße 75, VII. Burggasse 71, VIII. Josefstädterstraße 27.
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IX. Nußdorferstraße 2, X. Keplerplatz 4, XV. Mariahilfergürtel 1, XVII. Hernalser Hauptstraße 43, XX. Wallensteinplatz 3.
Boden-Creditanstalt, k. k. priv., allgem. österr., I. Teinfaltstraße 8.
Central-Boden-Credit-Bank, österr., I. Hohenstaufengasse 12.
Credit-Anstalt, k. k. priv. österr., für Handel und Gewerbe, I. Am Hof 6.
Depositenbank, Allgemeine, I. Schottengasse 1.
Escompte-Gesellschaft, Niederösterreichische, I. Freiung 8. Bank-und Wechslergeschäft, I. Kärntnerstraße 7.
Gewerbliches Credit-Institut, Wiener, VII. Neubaugasse 3.
Hypotheken-Bank, k. k. priv. österr., I. Strauchgasse 1.
Landes-Hypotheken-Anstalt, I. Lüwelstraße 18.
Oesterr. Länderbank, k. k. priv., I. Hohenstaufengasse 3. — Exposituren: II. Taborstraße 11a, III. Landstraße Hauptstraße 50 und 191, IV. Margarethenstraße 45, VI. Mariahilferstraße 107, VIII. Josefstädterstraße 34 und IX. Alserstraße 32.
Oesterreichisch-Ungarische Bank (vorm.: Oesterreichische Nationalbank), I. Herrengasse 17, Landhausgasse 2 und Bankgasse 3.
Sparkassen: Erste österr. Sparcasse, I. Graben 21 und I. Petersplatz 10. — Neue Wiener Sparcasse, I. Teinfaltstraße 8. — Wiener Communal- Sparcassen, XIV. Ullmannstraße 44, XVII. Hernalser Hauptstraße 64, XVIII. Martinstraße 100, XIX. Gatterburggasse 14.
Unionbank, I. Renngasse 1, II. Taborstraße 10 a.
Verkehrsbank, k. k. priv. allg., I. Wipplingerstraße 28 und I. Renngasse 18.
Wechselstuben - Actien - Gesellschaft „Mercur“, I. Wollzeile 10 und 13. — Filialen: IV. Wiedner Hauptstraße 14 und VII. Maria- hilferstraße 74b.
Wiener Giro- und Cassen-Verein, I. Rockhgasse 4.
Wiener Lombard- und Escompte-Bank, I. Kärtnerstraße 4.
Zivnostenskä banka pro Cechi a Moravu (Filiale), I. Herrengasse 12.
Pfandleihanstalten (Leihhäuser).
K. k. Versatzamt, I. Dorotheergasse 17 und I. Spiegelgasse 16. Zweiganstalt: II. Taborstraße 10, III. Sechskrügelgasse 1, IV. Hechtengasse 10,
VI. Windmühlgasse 17, VIII. Feldgasse 6 und 8, X. Gudrunstraße 140, XVIII. Währinger Gürtel, Stadtbahnviadukt, XX. Rauscherstraße 10.
Verkehrsbank, k. k. priv. allg., I. Wipplingerstraße 28. — Pfandleihanstalten: I. Renngasse 18, Stock-im-Eisen 2, IV. Margarethenstraße 25,
VII. Kaiserstraße 44—46.
Städtische Pfandleihanstalt: XIV. Kürnbergerstraße 5. Konzessionierte Pfandleih-Anstalten: I. Wipplingerstraße 8 und 18, Kärntnerstraße 21, Wollzeile 27, Lobkowitzplatz 1, III. Hauptstraße 50, VII. Westbahnstraße 18.
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Ministerien.
I. Gemeinsame (Reichs-) Ministerien.
(Ministerien der österreichisch-ungarischen Monarchie.)
1. Ministerium des kais. und königl. Hauses und des Äußern, I. Ballhausplatz 2.
2. Reichs-Finanz-Ministerium, I. Johannesgasse 5 und
I. Himmelpfortgasse 8.
3. Reichs-Kriegs-Ministerium, I. Am Hof 14. Reichs-Kriegs-Ministerium (Marine-Sektion),IX.Währinger-
straße 6 und 8.
4. Gemeinsamer oberster Rechnungshof, I., Annagasse 5.
II. Ministerien der Reichsratsländer.
1. Ministerium des Innern, I. Wipplingerstrasse 7 und I. Judenplatz 11. (Empfang Montag und Donnerstag 10—12 Uhr.)
2. Ministerium für Kultus und Unterricht, I. Minoriten- platz 7. (Empfang Samstag 11 — 1 Uhr.)
3. Ministerium der Justiz, I. Schillerplatz 4. (Empfang Samstag 11—12 Uhr.)
4. Finanz-Ministerium, I. Johannesgasse 5 und I. Himmelpfortgasse 8. (Empfang Donnerstag 10—12 Uhr.)
5. Hand eis-Ministerium, I. Postgasse 8. (Empfang Montag und Donnerstag 9% Uhr.)
6. Ackerbau-Ministerium, I. Liebiggasse 5. (Empfang Samstag 11—1 Uhr.)
7. Landesverteidigungs-Ministerium, I. Babenbergerstraße 5.
8. Eisenbahn-Ministerinm, I. Elisabethstraße 9. (Empfang für Fremde Freitag 9—1 Uhr, für Eisenbahnbeamte Samstag 9—1 Uhr.)
9. Ministerium für Galizien, I. Maximilianstraße 14.
10. Minister Dr. Anton Rezek, I. Herrengasse 7.
III. Königlich-ungarisches Ministerium am allerhöchsten Hoflager
I. Bankgasse 6. (Empfang täglich 12 Uhr.)
Ausländische Gesandtschaften.
Amerika, Vereinigte Staaten, III. Salesianergasse 11.
Argentinische Republik (Residiert in Berlin).
Bayern, VII. Langegasse 53.
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Belgien, I. Albrechtgasse 3. (10—12 Uhr.)
Brasilien (Vereinigte Staaten), IV/1. Schwindgasse 15. Bulgarien, I. Lichtenfelsgasse 5.
China (Residiert in Petersburg).
Dänemark, III. Rennweg 25.
Deutsches Reich, III. Metternichgasse 3.
Frankreich, I. Lobkowitzplatz 2.
Griechenland, IV. Heugasse 16.
Großbritannien, III. Metternichgasse 6.
Italien, I. Josefsplatz 6.
Japan, I. Albrechtgasse 3.
Johanniter- (Malteser-) Ritterorden, I. Johannesgasse 2.
Korea (Residiert in Petersburg).
Mexiko, I. Giselastraße 6.
Monaco (Residiert in Rom).
Niederlande, I. Burgring 1.
Päpstlicher Stuhl (Nuntiatur), I. Am Hot 4.
Persien, I. Kärntnerring 13.
Portugal, IV. Gußhausstraße 19.
Preußen (Siehe Deutsches Reich).
Rumänen. IV. Heugasse 35.
Rußland, III. Reisnerstrasse 45.
Sachsen, IV. Schwindgasse 7.
Schweden und Norwegen, IV. Schwindgasse 6. (10—12 Uhr.) Schweiz, III. Strohgasse 31.
Serbien, IV. Tilgnerstraße 3.*
Siam (Residiert in Berlin).
Spanien, I. Annagasse 20.
Türkei, IV. Heugasse 38.
Uruguay (Residiert in Rom).
Ausländische* Konsulate.
Amerika, Vereinigte Staaten. I. Stock im Eisenplatz 3. Argentinien, VIII. Lerchenfelderstraße 66.
Belgien, I. Kantgasse 3. (3—5 Uhr.)
Brasilien, Schlickgasse 3.
Chile, I. Hohenstaufengasse 9.
Columbien, VII. Zieglergasse 7.
Costa Rica, IV. Favoritenstraße 4.
Dänemark, I. Wipplingerstraße 36—38.
Deutsches Reich, I. Graben 12 (10—1 Uhr).
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Ecuador, I. Rathausstraße 8.
Frankreich (in der französischen Botschaft), I. Lobkowitzplatz 2. Griechenland, I. Stadiongasse 4 (12—2 Uhr).
Großbritannien, I. Wildpretmarkt 10 (10 - 2 Uhr.)
Guatemala, I. Reichsratsstraße 5.
Haiti, IV. Wiedener Hauptstraße 54.
Honduras, I. Elisahethstraße 2.
Italien, I. Josefsplatz 6.
Japan, III. Reisnerstraße 55.
Liberia, III. Hetzgasse 34.
Monaco, I. Schottenhastei 1.
Nicaragua, I. Elisahethstraße 2.
Niederlande, I. Petersplatz 4.
Persien, III. Rennweg 50.
Peru, I. Stock-im-Eisenplatz 4.
Portugal, I. Dorotheergasse 3.
Rumänien, I. Wallfischgasse 8.
Rußland, III Reisnerstraße 45. (1—4 Uhr.)
San Domingo, VII. Mariahilferstraße 124.
San Marino, I. Werdertorgasse 9.
Schweden, Norwegen, I. Bauernmarkt 13.
Serbien, I. Operngasse 8. (3—5 Uhr.)
Siam, III. Gerlgasse 15.
Spanien, I. Rotenturmstraße 11.
Türkei, IV. Taubstummengasse 1. (11—3% Uhr.)
Uruguay, I. Lichtenfelsgasse 1.
Ärztliche Hilfe.
Das Rettungswesen ist in Wien geradezu mustergiltig eingerichtet. Das größte Verdienst um die Organisation desselben gebührt der Wiener freiwilligen Rettungsgesellschaft III. Radetzkystraße 1 (gegründet nach dem Ringtheaterbrand am 8. Dezember 1881). — Sie leistet unentgeltlich erste Hilfe bei
Unglüeksfällen jedweder Art und besorgt den Transport der Erkrankten oder Verunglückten in ihre Wohnung oder ein Krankenhaus. Ein Reihe trefflich geschulter Ärzte, die Tag und Nacht abwechselnd im Dienst stehen, eine entsprechende Anzahl zweckmäßig eingerichteter Sanitätswagen und sonstiges medizinisches
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Material setzen sie in die Lage, bei Unfällen sofort ausgiebige ärztliche Hilfe zu bringen. Hierzu genügt ein einfaches telephonisches Ansuchen (Telephon-Nummer: 517). Die Wiener freiwillige Rettungsgesellschaft hat sich so vortrefflich bewährt, daß sie vielfach anderen Städten zum Muster für ähnliche Anstalten gedient hat.
Ferner das Wiener freiwillige Rettungskorps, IX. Liechtensteinstraße 90, mit derselben Aufgabe und ähnlicher Einrichtung.
Auch ist die Sicherheitswache angewiesen, bei Unfällen helfend einzugreifen, ärztliche Hilfe zu holen und Erkrankte oder Verunglückte zu transportieren. Alle Sicherheitswachstuben sind in dieser Hinsicht mit dem nötigen sanitären Rettungsmaterial versehen.
Professoren und Ärzte.
Berühmt ist die Wiener medizinische Schule. Sie nimmt unter den medizinischen Fakultäten des In- und Auslands unstreitig einen hohen Rang ein. Aus ihr sind Gelehrte hervorgegangen, deren Namen unlöslich mit der Wissenschaft der Medizin verknüpft sind, und an ihrer Spitze stehen Koryphäen der ärztlichen Kunst, welche einen Weltruf genießen- Beweis dessen die große Zahl der Fremden, die alljährlich herbeiströmen, um einen der berühmten Professoren und Ärzte zu konsultieren. — Auch die praktischen Ärzte Wiens erfreuen sich ob ihrer Tüchtigkeit und ihres umfassenden Wissens eines besonders guten Rufes.
Im Folgenden geben wir ein Verzeichnis der gesuchtesten Professoren der Wiener medizinischen Fakultät. — Unentgeltliche ambulatorische Behandlung seitens derselben erfolgt in den Vormittagsstunden an den Kliniken des k. k. Allgemeinen Krankenhauses : IX. Alserstraße, sowie auf der Poliklinik: IX. Mariannengasse 10.
Die Privatordination findet in den Nachmittagstunden in den Privatwohnungen statt. (Siehe Verzeichnis.) Bei einigen besonders
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stark in Anspruch genommenen Professoren empfiehlt es sich, den Patienten Tags vorher anzumelden, damit er am folgenden Tage bestimmt vorkomme.
Das Honorar für eine Konsultation beträgt Minimum 10 bis 20 Kronen.
Professoren für interne Medizin (Innere Krankheiten).
Hofrat Dr. Hermann Nothnagel, I. Rathausstraße 13 (5—7).
Hofrat Dr. Edmund Neusser, VI. Mariahilferstraße 1 B.
Hofrat Dr. Leopold Schrötter v. Kristelli, IX. Mariannengasse. (3).
Hofrat Dr. Anton Dräsche, I. Wollzeile 4 (4—5).
Dr. Emil R. v. Stoffela, VIII. Alserstraße 25 (9—10 und 4—5).
Magen- und Darmkrankheiten.
Regierungsrat Dr. Leopold Oser, I Neutorgasse 20 (3—5).
Chirurgie.
Hofrat Dr. Karl G-ussenbauer, IX. Ferstelgasse 5 (3—4).
Professor Dr. v. Eiselsherg, I. Volksgartenstraße 1. Montag bis Freitag (3 — 4)..
Dr. Josef Weinlechner (Kinderchirurgie), I. Weihburggasse 26 (2—3).
Dr. Albert v. Mosetig-Moorhof, I. Fleischmarkt 1 (2—3).
Professor Dr. Julius Hochenegg, IX. Maximilianplatz 9 (Montag, Mittwoch, Freitag 3—5).
Regierungsrat Dr. Anton v. Frisch (Krankheiten der Harnwege’', VIII. Josefstädterstraße 17 (2—3).
Regierungsrat Dr. Adolf Lorenz (Orthopädie), IX. Garnisongasse 3 (10—1). Dr. Josef Englisch, I. Michaelerplatz 6 (4—5).
Regierungsrat Dr. Robert Gersuny, VIII. Bennogasse 27 (3—4).
Gynäkologie (Frauen-Heilkunde).
Dr. Friedrich Schauta, VIII. Kochgasse 16 (%3—4).
Hofrat Dr. Rudolf Chrobak, IX. Frankgasse 6 (3—4).
Hofrat Dr. Gustav Braun, I. Seilerstätte 1 (3—6).
Pädiatrik (Kinder-Heilkunde).
Dr. Alois Monti, I. Rosengasse 8 (2-4).
Dr. Max Kassowitz, I. Steindlgasse 2 (3—4).
Dr. Josef Weinlechner (Kinder-Chirurgie), I. Weihburggasse 26 (2—3).
Dr. Ferdinand Frühwald, IX. Garnisongasse 1 (y,3—y a 4).
Augenheilkunde.
Hofrat Dr. Isidor Schnabel, IX. Frankgasse 6 (2—4).
Hofrat Dr. Ernst Fuchs, VIII. Skodagasse 16 (2—3).
Dr. August v. Reuß, .1. Wallfischgasse 4 (2—3).
Dr. Otto Bergmeister, I. Schottenring 2 (2—4).
Dr. Leopold Königstein, I. Wollzeile 6—8 (‘/ a 10—‘/ a ll und 2—4).
Ohrenheilkunde.
Dr. Adam Politzer, I. Gonzagagasse 19 (8—11).
Dr. Viktor Urbantschitz, ord. I. Schottenring 24 (10 — 1).
Nasen- und Kehlkopfkrankheiten.
Dr. Ottokar Chiari, I. Bellariastraße 12 (8—9 und y a 3—4).
Geistes- und Nervenkrankheiten.
Dr. Julius Wagner v. Jaueregg, I. Landesgerichtsstraße 18 (3—4).
Dr. Heinrich Obersteiner, XIX. Billrothstraße 69 (4—5).
Dr. Johann Fritsch, I. Habsburgergasse 1 (3—4).
Dr. Moriz Benedikt, I. Franziskanerplatz 5 (2—4).
Dr. Lothar Frankl v. Hochwart (Elektro-Therapie), I. Volksgartenstraße 5 (%4-%5).
Hautkrankheiten.
Hofrat Dr. Isidor Nenmann, I. Kolowratring 14 (1—3).
Dr. Eduard Lang, IX. Garnisongasse 6 (3—4).
Dr. Franz Mracek, I. Freiung 7 (2—4)
Dr. Ernest Finger, I. Spiegelgasse 10 (1—4, Sonn- und Feiertage y a 9—
7 , 10 ).
Hydrotherapie (Kaltwasserkur).
Dr. Wilhelm Winternitz, I. Wipplingerstraße 28 (3—4).
Zahnheilkunde.
Dr. Julius Schelf, I. Hoher Markt 4 (9—2).
Dr. Ludwig Kohn, IX. Porzellangasse 12 (9—5).
Hygiene.
Oberstabsarzt Dr. Florian Kratschmer, IX. Währingerstraße 25.
Harnorgane.
Dr. Alfons Hane, I. Lichtenfelsgasse 7 (2—4).
Dr. Josef Brik, I. Landesgerichtsstraße 20 (2—4).
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Elektro-medizini8che Apparate.
Reiniger, Gebbert & Schall, IX/3, Universitätsstraße 12 (Garelligasse 2) Spezialfabrik für Apparate zur Galvanisation. Elektrolyse, Faradi- sation, Franklinisation, Endoskopie und Galvanokaustik, Röntgenapparate, Elektrische Lichtbäder.
Massage.
Dr. F. Goldschläger, Wien, IX. Kolingasse 9. (8—12, 2—5).
Laboratorien.
Chemisches Laboratorium der Wiener Universität, IX. Währingerstraße 10.
Pathologisch-chemisches Laboratorium im Allgemeinen Krankenhause, IX. Alserstraße 4.
Chemisch-mikroskopisches Laboratorium für medizinische, hygienische und technische Untersuchungen von Dr. Max und Dr. Adolf Jolles, IX. Türkenstraße 9 (11—12).
Chemisches Institut, II. Taborstraße 10 (Technische, hygienische, medizinische und landwirtschaftliche Untersuchungen).
Privat-Heilanstalten.
a) Wasserkuren:
Zentralbad, I. Weihburggasse 20.
Dr. Josef Weiß, Prießnitztal in Mödling.
Dr. Wilhelm Winternitz, I. Wipplingerstraße 28, Wasserheilanstalt in Kaltenleutgeben.
b) Nerven- und Gemütskrankheiten:
Dr. Emil Fries in Inzersdorf bei Wien.
Löwinger & Dr. Pokorny, XIII. Jagdschloßgasse 21 und 23.
Professor Dr. Heinrich Obersteiner, XIX. Billrothstraße 69.
Dr. Wilhelm Svetlin, III. Leonhardgasse 1 und 5.
c) Chirurgische:
Sanatorium Dr. Anton Loew, IX. Mariannengasse 20.
Optiker und Mechaniker.
Heinrich Kappeller, Institut physikalischer, meteorologischer und optischer Instrumente, Wien, V. Franzensgasse 13.
C. Reichert, VIII. Bennogasse 24—26, Institut für optische Instrumente.
Sanitätsgerätschaften.
M. Esterlus, IX. Mariannengasse 2. (Alle Apparate zur Krankenpflege).
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Badeanstalten.
I. Bezirk : Zentralbad, Weihburggasse 20.
II. Bezirk : Dianabad, Obere Donaustraße 93.
Römisches Bad, Kleine Stadtgutgasse 9.
Bad „Zum weißen Wolfen“, Obere Donaustraße 81.
Donau-Strombäder:
Holzers Bad, am linken Donauufer, unterhalb der Kronprinz Rudolfsbrücke.
Militär-Schwimmanstalt, am rechten Donauufer, oberhalb der Stadlauer Brücke.
Städtisches Bad, am rechten Donauufer, oberhalb der Kronprinz Rudolfsbrücke. Erzherzog Karl-Platz.
III. Bezirk: Sophienbad, Marxergasse 13.
Beatrixbad, Linke Bahngasse 9 und Beatrixgasse 5. Russisches Bad, Sophienbrückengasse 12.
IV. Bezirk : Florabad, Floragasse 7.
V. Bezirk : Margaretenbad, Wildemanngasse 5.
VI. Bezirk: Eszterhäzybad, Gumpendorf'erstraße 59.
Karolinenbad, Dürergasse 14.
Russisches Dampfbad, Liniengasse 5.
VII. Bezirk: Marienbad, Schottenfeldgasse 94.
IX. Bezirk •. Neues Brünnlbad, Borschkegasse 4.
Verkehrswesen.
Wiener Stadtbahn.
Den Ortsverkehr zwischen weiter auseinander liegenden Stadtteilen besorgt die „Stadtbahn“. Sie liegt, entsprechend den Bodenverhältnissen, nur in der Donau-Niederung in der Ebene, hat sonst bedeutende Steigungen und Gefälle, ist bald Hochbahn- bald Untergrundbahn, daher viele Treppen auf den Stationen. Gleich der Ringstraße und der Lastenstraße umgibt die Stadtbahn den Kern der Stadt in zwei konzentrischen Kreisen, von denen der innere ungefähr der „Gürtelstraße“ und dem Donaukanal folgt, daher Gürtellinie, Donaukanallinie-, der äußere in weitem Bogen den Rand des Stadtgebietes und das rechte Ufer der großen Donau einsäumt und die „Vororte“ verbindet, daher Vorortelinie und Donau-Uferbahn heißt; die Wientallinie und die Verbindungsbahn verbinden und ergänzen die beiden Umkreisungen.
Die Stadtbahn ist im Staatsbetrieb; von ihren Stationen aus kann man alle großen Bahnhöfe erreichen und die Fahrt auf den Fernbahnen fortsetzen. Es gibt auch direkte Züge von der Stadtbahn nach den Lokalstrecken der Westbahn (Rekawinkel) und der Franz Josefsbahn (Tulln).
Die Stationen der Stadthahnlinien:
Wientallinie: Hütteldorf (Westbahn), Oher-St. Veit, Unterst. Veit, Baumgarten, Braunschweiggasse, Hietzing, Schönbrunn, Meidlinger Hauptstraße, Margaretengürtel, Pilgramgasse, Kettenbrückengasse, Karlsplatz, Stadtpark, Hauptzollamt, Radetzkystraße, Praterstern.
Vorortelinie: Hütteldorf, Baumgarten, Penzing, Breitensee, Ottakring, Hernals, Gersthof, Ober-Döbling, Unter-Döbling, Heiligenstadt (Franz Josefsbahn).
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Gürtellinie vom Anschluß an die Wientallinie hei Meidling: Gumpendorferstraße, Westbahnhof, Burggasse, Josefstädterstraße, Alser- straße, Währingerstraße, Nußdorferstraße, Heiligenstadt.
Verbindungsbahn: Hütteldorf, Lainz-Speising, Hetzendorf, Meidling (Südbahn), Favoriten, Arsenal, Rennweg, Hauptzollamt, Praterstern.
Donau-Uferhahn: Heiligenstadt, Brigittenau, Floridsdorf, Zwischenbrücken, Kommunalhad, Ausstellungsstraße, Militär-Schwimmschule, Donaukaibahnhof, Kaiser-Ebersdorf, Klein-Schwechat, Ober-Laa, Rotneusiedl, Inzersdorf, Altmannsdorf, Hetzendorf, Hütteldorf.
Donaukanallinie: Heiligenstadt, Brigittabrücke, Rossauerlände, Schottenring, Ferdinandsbrücke, Hauptzollamt.
Die Stationen der Stadtbahn haben für jede Fahrtrichtung eine besondere Treppe, daher die Aufschriften bei den Treppen genau zu beachten sind.
Fahrpreis der Wiener Stadtbahn: 1. Zone bis 3 km II. Kl. 15 7t, III. Kl. 10 ä; 2. Zone bis 8 hm II. Kl. 30 h, III. Kl. 20 h; 3. Zone über 8 hm II. Kl. 45 h, III. Kl. 30 h. An Sonn- und Feiertagen muß auch für die 1. Zone der Preis der 2. Zone bezahlt werden. Taschenfahrpläne für 12 h bei den Kassen und in Tabak-Trafiken.
Die Fahrkarte ist beim Betreten des Bahnsteiges zur Durchlochung vorzuzeigen und hat nur Giltigkeit, wenn sie durchlocht ist. Fahrtunterbrechungen sind nicht gestattet. Nachzahlungen im Zuge werden nicht zugelassen.
Die Richtung der Züge wird vor Einfahrt jedes Zuges durch Aufzug von großen Tafeln seitlich im Perronraum angekündigt. Die Lokomotive des einfahrenden Zuges trägt eine Tafel mit Angabe der Fahrtrichtung.
Stationsnamen und Dauer des Aufenthaltes werden nicht ausgerufen.
Eisenbahnen.
Bahnzeit. Auf den Eisenbahnen Österreich-Ungarns ist die mitteleuropäische Zeit (Zeit des 15. Meridians östlich von Greenwich) eingeführt. Die Wiener Ortszeit ist gegen die mitteleuropäische Zeit um 5 Minuten 21 Sekunden voraus; wenn es also z. B. in Wien 12 Uhr mittags ist, so zeigt die Eisenbahn-Uhr 11 Uhr 54 Minuten 39 Sekunden.
Für den Fernverkehr hat Wien sieben große Bahnhöfe im Umkreis der Stadt:
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Nordbahnhof, II. Nordbahns'traße, nächst dem Praterstern, der 1836 gegründeten KaiserFerdinands-Nordbahn. Sie führt über Lunden- burg einerseits nach Brünn, andererseits nach Oderberg und Krakau nach Norddeutschland und Eußland.
Staatsbahnhof, X. Belvederelinie beim Arsenal, der Ostern reichischen Staatseisenbahn, führt über Stadlau einerseits nach Brünn, Prag und Bodenbach, Norddeutschland, andererseits nach Preßburg, Budapest und dem Oriente; sie hat außerdem eine besondere Linie nach Raab.
Südbahnhof, X. Favoritenstraße gegenüber dem Staatsbahnhof, der Südbahn, führt nach Triest und Italien und hat mehrere Abzweigungen.
Westbahnhof, XV. Mariahilferstraße, der Kaiserin Elisabeth- Westbahn (Staatseigentum), führt nach Linz, Salzburg und Passau, nach Süddeutschland, Schweiz und Frankreich. ,
Franz Josefsbahnhof, IX. Althanplatz, der Kaiser Franz Josefsbahn, führt über Gmünd einerseits nach'Prag, andererseits über Eger nach Mittel- und Norddeutschland (Staatseigentum).
Nordwestbahnhof, II. Taborstraße, der Österreichischen Nord- westbahn, führt über Znaim und Deutschbrod einerseits nach Kolin, Prag und- Tetschen, andererseits nach Pardubitz und Mittelwalde mit mehreren Abzweigungen. Kürzester Weg nach Dresden und Berlin.
Aspangbahnhof. 111. Aspangstraße, der Aspangbahn, nach \spang in Niederösterreich mit Abzweigung auf den Schneeberg.
Die obigen Bahnhöfe sind durch die Stadtbahn, Verbindungsbahn und Donau-Uferbahn miteinander in Verbindung, was jedoch nur für den Lokalverkehr im Personen- und teilweise für den Frachtenverkehr in Betracht kommt.
Reisende mit Gepäck werden bei Ankunft oder Abfahrt mit der Fernbahn, die auf den Bahnhöfen hereitstehenden Fiaker oder Einspänner benützen. Wer Ortskenntnisse und wenig Gepäck hat, kann auch mittels Straßenbahn oder Omnibus, freilich mit Zeitverlust, von und nach den Bahnhöfen fahren.
Dampfscliiffahrt.
Die k. k. priv. Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft läßt während der Reisezeit täglich große Dampfer von Wien stromaufwärts nach Linz und Passau, stromabwärts-nach Preßburg, Budapest, dann im Anschluß daran wöchentlich dreimal nach Mohäcs; Semlin, Belgrad, Orsova (Eisernes Tor) ü. s. w. verkehren. Der Landungsplatz für die Bergfahrt wie für die Talfahrt ist am Praterkai (neben der Reichsbrücke). Reisende für die Talfahrt können auch mittels eines kleinen Verbindungsdampfers von der Donaukanalstation „Unter den Weißgärbern“ (Direktionsgebäude der k. k. priv. Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft) bis
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zum großen Dampfer fahren, welcher mit dem Kanaldampfer an der Kanalausmündung zusammentrifft, wo das Umsteigen auf den großen Postdampfer stattfindet. Diese Reisenden können auch schon Abends das große Schiff am Donaukai besteigen und die Nacht vor der Abfahrt auf dem Schiffe zubringen. Für Bettwäsche D50 K per Bett. Die Fahrgäste, welche das Lokalschiff nach Preßburg benützen, besteigen dasselbe an der Donaukanalstation.
Donau führ er, welche alle für die Donaufahrt wichtigen Einzelheiten und eine Beschreibung der Donaustrecken enthalten, können jederzeit bei der Direktion der Donau-Dampfsehiffahrts-Gesellschaft angesprochen werden, welche dieselben unentgeltlich und portofrei übersendet.
Reise- und Auskunftsbureaux.
Der „Wiener Verein für Stadtinteressen und Fremdenverkehr“ erteilt unentgeltlich mündliche und schriftliche Auskünfte an Fremde, I. Johannesg. 29 (im Auskunftsbureau der k. k. österr. Staatsbahnen) durch den Herrn Kassier.
K. k. österreichische Staatsbahnen, Auskunftsbureau, I. Johannesg. 29.
Königl. ungarische Staatsbahnen, Auskunftsbureau, I. Kärntnerring 9 (Grar^ Hotel).
Schlafwagengesellschaft, Internationale, I. Kärtnerring 15.
Thomas Cook & Son, I. Stefansplatz 2.
Schenker & Co., I. Schottenring 3.
(Die Schenker’schen Reisebureaux verausgaben Eisenbahnbillets für sämmtliche Eisenbahnen der Welt. Billets für alle schiffbaren Flüsse etc. Seebillets nach und von allen Häfen der Welt. Rundreisebillets, Tour- und Retourbillets, Saisonbillets, Schlafwagenbillets etc. Unternehmung von Gesellschaftsreisen nach allen Ländern der Erde. Billets für Reisen um die Welt. Billets für Nil-Exkursionen, Mittelmeertouren, Nordkap und Spitzbergenreisen. Hotel-Kupons. Assekuranz-Tickets gegen Reiseunfälle. Verkauf von Kursbüchern, Reisehandbüchern etc. Gepäcksexpedition und -Aufbewahrung. Geldwechsel, Kreditbriefe auf alle zivilisierten Länder der Erde. Auskünfte in Reiseangelegenheiten kostenlos. Agenten aller wichtigen Eisenbahn- und Schiffgesellschaften.)
Vergnügungsreise-Bureau: Generalrepräsentant August Graf Kinsky, I. Kärntnerstr. 38, II. Mühlfeldg. 5, IV. Alleeg. 62.
Nach Amerika: Compagnie Transatlantique, IV. Alleeg. 69.
Holland—Amerika-Linie, IV. Wiedener Gürtel 16, Kaiser Josefstr. 36.
Mißler, IV. Louiseng. 29 und II. Kl. Stadtgutg. 12.
Norddeutscher Lloyd, Generalagentur, IV. Wiedener Gürtel 16, I. Kärntnerring 9 (Grand Hotel).
Rosenstein N., Universal-Reisebureau, I. Rotenturmstr. 9.
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Russell & Comp., I. Franz Josefskai 5.
Dempster, Eider & Co., I. Rotenturmstr. 1.
Nagel & Wortmann „Courier“, internationales Reise- und Fahrkarten- bureau, I. Operng 6 (siehe Inserat).
Transport-Anstalten.
Die Allgemeine österreichische Transportgesellschaft, IX. Sobieskig. 2 c; Stadtbureau, I. Wallflschg. 15, übernimmt Fuhren, Verpackungen, Einlagerung, Reinigung, Aufladung, Speditionsgeschäfte.
Straßenbahnen.
Dem Personen - Nahe verkehr dienen vorzugsweise die Straßenbahnen, die ein weitverzweigtes Netz bilden und in den Vorstädten und Vororten alle wichtigeren Verbindungswege auf dem Spiegel der Straße befahren. Das gesammte Netz ist im Besitze der Gemeinde, daher der Betrieb „städtisch“. Nur wenige Strecken haben noch Pferdebetrieb; auch diese sind in Umbildung für Elektrizität begriffen.
Die Ringstraßen- und Lastenstraßenbahn, sowie die von diesen ausstrahlenden Radiallinien behandeln wir unter „Rundgang“ auf der Ringstraße. Die wichtigsten Transversallinien, welche mit den Radiallinien kreuzen, sind:
Favoriten (X. Bez.), Reinprechtsdorferstr., Mariahilf (VI. Bez.).
Belvedere (IV. Bez.), Ziegelofeng., Hofmühlg. (VI. Bez.), Neubaug. (VII. Bez.), Ledererg. (VIII. Bez.), Spitalg., Nußdorferstr. (IX. Bez.).
Meidlinger Bahnhof (XII. Bez.), Fdlmanng. (XIV. Bez.), dann die Gürtelstr. und die Stadtbahn entlang über den XV., XVI., XVII., XVIII. Bez. bis Döbling (XIX. Bez.).
Döbling (XIX'. Bez.), Sternwartestr. (XVIII. Bez. - ), Alserbachstr. (IX. Bez.), Wallensteinstr., Rauscherstr., Nordwestbahnhof (XX. Bez.), Nordbahnstr., Nordbahnhof, Praterstern (II. Bez.).
Gumpendorferstr. (XV. Bez., Stadtbahnhof,', Wallg. (VI. Bez.), Kaiserstr. (VII. Bez.), Skodag. (VIII. Bez.), Spitalg., Alserbachstr. (IX. Bez.), Wallenstein- und Rauscherstr. zum Nordwestbahnhof (XX. Bez.) und durch die Nordbahnstr. zum Nordbahnhof und Praterstern (II. Bez.).
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Da an allen Knotenpunkten das Umsteigen (Umsteigkarten) gestattet ist, können alle Fahrten kombiniert werden, um in die Nähe des Zieles zu gelangen. Bei mangelnder Lokalkenntnis ist es immer gut, gleich bei Lösung der Fahrkarte den Kondukteur bezüglich des geeigneten Umsteigpunktes oder des Endes der Fahrt zu befragen.
Der Fahrpreis ist nach dem Zonensystem gebildet und beträgt vor y,8 Uhr früh für jede Strecke (ohne Umsteigen) 10 h. Von y s 8 Uhr früh an für eine oder zwei Teilstrecken 12 h mit dem Recht einmaligen Umsteigens; für mehr als zwei Teilstrecken 20 h, für mehr als vier Teilstrecken 30 h. An Sonn- und Feiertagen vor 12 Uhr mittags 20 h, nach 12 Uhr mittags 20 h und für mehr als eine Teilstrecke 30 h. Die Fahrscheine zu 20 und 30 h berechtigen zu mehrmaligem Umsteigen. An Wochentagen Überfüllungsverbot, für Raucher besondere Abteilungen.
Tafeln bezeichnen vorne am Wagen den Zielpunkt, rückwärts den Ausgangspunkt, in der Mitte die Durchgangsstrecke der Fahrt. Farbige Scheiben oder bei Nacht Laternen an den Stirnseiten des Wagens machen dieselben Angaben.
Die einzelnen Wagen verkehren in Zwischenpausen von 2, 6, 10 bis 15 Minuten je nach der Tageszeit und der Frequenz der betreffenden Strecke. Die letzten Wagen, die zwischen 11 und 3 / 4 l Uhr nachts von den Endstationen abgehen, sind durch blaue Laternen bezeichnet. Der Wiener Volkswitz nennt diese letzten Wagen die „Lumpensammler“.
Dampf-Straßenbahnen befahren die Strecken:
Nußdorferlinie, Nußdorf.
Westbahnlinie, Hütteldorf.
Stephaniebrücke über Floridsdorf nach Stammersdorf-Auerstal und abzweigend über Aspern nach Groß-Enzersdorf im Marchfeld.
Hietzing (Schönbrunn) über Lainz, Speising, Mauer, Kalksburg, Rodaun, Perchtoldsdorf, Brunn am Gebirge, Maria-Enzersdorf, nach Mödling mit Abzweigung von Hietzing nach Ober-St. Veit.
Matzleinsdorfer Viadukt (V. Bez.) nach Guntramsdorf a. d. Südbahn.
Eine Zahnradbahn führt von Nußdorf (Anschluß an die Straßenbahnlinie vom Schottenring, dann Station der Franz Josefsbahn und der Donaukanallinie der Wiener Stadtbahn) auf den Kahlenberg. Fahrpreis von Nußdorf: I. Klasse 2 FT, II. Klasse 1 FT; hin und zurück: I. Klasse 2 Ff 80 h, II. Klasse 1 Fl 40 1%\ Kinder von 4—10 Jahren die Hälfte, bis zu 4 Jahren frei.
Lohnfuhrwerk.
An den Bahnhöfen und in den bedeutenderen Straßen stehen in hinreichender Anzahl Lohnfuhrwerke, und zwar Einspänner (Komfortables) und Zweispänner (Fiaker), welche nach einem
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festgesetzten Tarife entlohnt werden. Das Tax-Tarifbueli muß im Innern des Wagens zur Einsicht bereitstehen. Auch müssen in jedem Wagen Beschwerdeblätter mit Wagennummer vorhanden sein, damit Beschwerden auf ihnen verzeichnet und der Polizeibehörde oder dem nächsten Sicherheitswachmanne übergeben werden können.
Bei Bahnhof-, Theater- und Konzertfahrten ist das Fahrgeld vor Beginn der Fahrt,, jedenfalls aber vor Ankunft am Bestimmungsort zu entrichten.
Der in Kraft stehende Fahrtaxtarif ist als eine verwickelte Verbindung der Zeit- und Streckentaxe höchst unzweckmäßig eingerichtet, so daß es dem Fremden schwer fällt, sich damit zurecht zu finden. In neuester Zeit sind auch Taxameter-Wagen in beschränkter Anzahl eingeführt worden. Bei längerem Aufenthalt empfiehlt es sich, den vollständigen Fahrtaxtarif zu kaufen. (Preis = 20 h in allen Tabak-Trafiken.)
Für direkte Fahrten gilt die im Tarif verzeichnete Streckentaxe, wobei für eine Wartezeit bis zu 10 Minuten nichts zu bezahlen ist. Bei längerer Wartezeit, Unterbrechungen und Rückfahrten ist die Zeittaxe maßgebend. Darnach wird jede Viertelstunde dem Einspänner mit 40 h und dem Zweispänner mit 60 h bezahlt. Die niedrigste Gebühr ist für den Einspänner bei Tag 80 h, für den Zweispänner 1 K20h; bei Nacht für den Einspänner 1 AT 20 h, für den Fiaker 1 K 80 h, für Taxameterwagen 1 K.
In der Nacht erhöht sich im allgemeinen die Taxe um die Hälfte. Als Nacht gilt vom Mai bis September die Zeit von 11 Uhr abends bis 6 Uhr, in den Wintermonaten bis 7 Uhr morgens.
Eine Extragebühr von 60 h für den Einspänner und 80 h für den Zweispänner ist zu entrichten, wenn der Wagen im Voraus bestellt wurde, ferner bei Fahrten von Bahn- und Schiffsstationen, sowie nach Theater und Vergnügungslokalen und endlich für das auf dem Kutschbock untergebrachte Reisegepäck.
Fiaker und Einspänner haben mit Fahrgästen in frischem Trab, d. h. mit einer Normalgeschwindigkeit von mindestens 1 hm in je 6 Minuten oder 167 m in jeder Minute zu fahren.
Stellwagen, Omnibusse.
Der Knotenpunkt des Omnibusverkehres ist der Stephansplatz. Von da verkehren Stellwagen nach allen Bezirken nnd Bahnhöfen. Aber auch auf dem Petersplatz und Am Hof, am
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Praterstern, bei vielen Theatern nach Schluß der Vorstellungen, bei den Bahnhöfen, bei den Endstationen der Fahrten u. s. w. sind Standplätze.
Die Stellwagen haben meist 10 —16 Sitzplätze, die größeren überdies Stehplätze und verkehren für dieselbe Strecke alle 5 bis 15 Minuten.
Die Fahrtaxe beträgt für die erste Zone 8, für die zweite 12, für die dritte 16, für die vierte, fünfte und sechste 20, 24 und 28 h bei Tag; bei^Nacht für die ersten drei Zonen 20, für die vierte, fünfte und sechste Zone 24, 28 und 40 h. Als Nacht gilt die Zeit von 10 Uhr. abends an. An Sonn- und Feiertagen ist der Fahrpreis für die erste und zweite Zone erhöht; statt 8 und 12 h sind 12 und 16 h zu entrichten. Die Fahrten von Bahnhöfen und Vergnügungslokalen kosten 30, hezw. 40 h.
Umsteigkarten von drei Zonen an berechtigen innerhalb einer Stunde nach Antritt der Fahrt zum Uinsteigen. Preis 16 — 28 h , Kinder (Schüler) werden zu ermäßigten Preisen befördert. Gepäck ä 15 kg 12 h, bis 25 kg 20 h, bis 35 kg 24 7g bis 50 kg 30 h. Größeres Gepäck ausgeschlossen. Um 12 Uhr Nachts fahren vom Stephansplatz Stellwagen nach den verschiedensten Richtungen ah.
Dienstmänner.
An allen verkehrsreichen Plätzen, bei Bahnhöfen, Hotels etc. haben Dienstmänner (Stadtträger, Kommissionäre) ihren Standort. Dieselben sind verpflichtet, ein bestimmtes Dienstkleid nebst roter oder blauer Mütze und eine Nummer zu tragen. Der Auftraggeber kann von dem Platzdiener eine Garantiemarke verlangen, auf Grund welcher Reklamationen bei dem Institut, dem der betreffende Dienstmann angehört, erhoben werden können. Die Haftpflicht der Platzdienst-Institute dauert jedoch nur 48 Stunden, von dem Zeitpunkte des gegebenen Auftrages an.
Die Entlohnung erfolgt nach einem für das Wiener Stadtgebiet behördlich kundgemachten Tarife, welchen der Dienstmann auf Wunsch vorzuweisen hat.
Darnach wird gezahlt:
a) Für Botengänge (auch mit Paketen bis 10 kg) im Bezirk des Standplatzes 20 h.
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b ) Für Botengänge in die angrenzenden Bezirke 40 h.
c) Für jeden weiter zu durchschreitenden Bezirk 30 h.
Zu den Bahnhöfen:
a) Für Botengänge (auch mit Paketen bis 10 7«/), wenn sich der Bahnhof im Bezirk des Standortes befindet, 30 h.
b) Wenn sich der Bahnhof im angrenzenden Bezirke befindet 60 h.
c) Für jeden weiter zu durchschreitenden Bezirk 30 h.
Für Pakete über 10—25 hg, ebenso für Dienstleistungen bei Nacht (Oktober bis März vor 8 Uhr früh und nach 8 Uhr abends, April bis September vor 7 Uhr früh und nach 9 Uhr abends) zahlt man die doppelte Gebühr.
Für Arbeiten nach der Zeit: Per Mann und Stunde ohne Transportmittel 1 K , mit Transportmitteln 1 K 20 h.
Für Effektentransporte bis 150 hg per Mann: innerhalb des betreffenden Bezirkes 1 K 20 h\ in die angrenzenden Bezirke 2 K 20 h\ für jeden weiter zu durchschreitenden Bezirk 1 K.
Dienstmann-Institute.
Kommissionäre. Dienstmanns-(Kommissions)-Institut, I. Haarhof 4. Konzessionierte Stadtträger (Dienstmann - Garantie - Gesellschaft), I. Ballgasse 6.
Dienstmann-Institut „Der Wiener Stadtkuriere“ (Inhaber Dr. Jakob Fronz), I. Bäckerstraße 18.
„Expreß“, Dienstmann-Institut des William Falk, I. Sonnenfelsgasse 11.
Briefpost.
An Sonn- lind Feiertagen bleiben von 12 Uhr mittags an sämtliche Postämter in Wien mit Ausnahme des Zentral-Post- amtes und der Bahnhofämter für den gesamten Postdienst geschlossen, dagegen bleiben für den Telegraphen- und Telephonverkehr alle Rohrpoststationen, die Telegraphen-Zentral- station, die Telephon-Zentralen (VI. Dreihufeisengasse, IX. Berggasse, Hietzing und Floridsdorf), die Ämter Hietzing und Döbling geöffnet.
Post- und Telegraphenämter:
Die k. k. Post- und Telegraphen-Direktion für Niederösterreich befindet sich III. Hetzgasse 2, das k. k. Hauptpostamt I. Postgasse 10
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Post- und Telegraphenämter im I, Bez. : Postamtg. 10, Postg. 19, Fahrpostaufgabe, Fleischmarkt 19, Telegraphen- und Rohrpostamt, Fleischmarkt 19, Stoß im Himmel 2, Gonzagag. 2, Landskrong. 1, Hohenstaufeng. 8, Schottenring 16, Börseplatz 4, Minoritenplatz 9, Lichtenfelsg. 2 (Rathaus), Bräunerstr. 12, Nihelungeng. 6, Bräunerstr. 4, Friedrichstr. 4, Maximilianstraße 4, Seilerstätte 22, Canovag. 5, Essigg. 2, Göttweiherg. Ecke der Spiegelg., Wollzeile 12, Justizpalast. Außerdem besteht für die Abgeordneten ein Postamt im Parlamentsgehäude.
In den anderen (II. bis XX.) Bezirken je eine Mehrzahl von Post-, Telegrafen- und Rohrpostämtern.
Postsparkasse.
(Schek- und Clearingverkehr.)
Postsparkassen-Amt I Postg. 7, Eingang zu den Kassen I. Postg. 9 und Schönlaterng. 13, für Schekverkehr von 9—%4, für Sparverkehr von 9—6, an Feiertagen von 9—12, Sonntags geschlossen.
Briefporto-Tarif.
1. Für einen Brief:
a) Im Lokalverkehr bis 20 g 6 h, über 20 bis 250 g 12 h\
b) nach Österreich-Ungarn (inklusive Bosnien, Herzegowina und Fürstentum Liechtenstein) bis 20 g 10 h, über 20 bis 250 g 20 h\
c) nach dem Deutschen Reich bis 20 g 10 h ; über 20 bis 250 g 20 h;
d) nach Serbien für je 15 g 15 h; Montenegro je 10 Ji für 15 g-
e ) nach den Ländern des Weltpostvereines für je 15 g 25 h.
2. Für KorrespondenzkartenJPostkarten):
a) Im Lokalverkehr und und in Österreich-Ungarn 5 h, mit Rückantwort 10 Ä;
b) nach dem Deutschen Reich 5 A;
c) nach Serbien 10 A;
d) nach den Ländern des Weltpostvereines 10 h.
3. Kreuzband (Drucksorten):
a) Österreich-Ungarn mit Bosnien und Herzegowina: bis 50 g 3 h, 100 g 5 h, 250 g 10 Ix, 500 g 20 h, bis 1000 g 30 h\
b) Deutsches Reich: ebenso;
c) Länder des Weltpostvereines: für je 50 g 5 h.
Rekommandierung (Einschreiben) 25 h. (Auch bei Korrespondenzkarten, Kreuzband und Mustersendungen, im Lokal- und Auslandsverkehre.)
Expreßgebühr: 30 h.
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In den Straßen Wiens sind in genügender Anzahl für die Aufnahme von Briefschaften gelbe Sammelkasten angebracht. Die kleineren roten Kasten dienen der Rohrpost,
Sämtliche Postwertzeichen sind in den Postämtern und Tabak- Trafiken erhältlich.
Post- und Geldanweisungen. Im inneren Verkehr und mit Ungarn können Geldbeträge nach allen Orten der österr. Monarchie und Bosnien, Herzegowina und Novibazar bis einschließlich 1000 K angewiesen werden.
Gebühr bis einschließlich 20 K: 10 h, bis 100 K: 20 h, bis 300 K: 40 ä, bis 600 K: 60 h, bis 1000 K: 1 K.
Die Gebühr ist durch Postmarken zu entrichten.
Im Verkehr mit dem Ausland können ferner die österr. Postämter Geldanweisungen aufnehmen:
Bis 1000 K: a) nach Ägypten, Belgien, Chile, China (deutsche Postämter), Kongostaat, Deutschost- und Südwestafrika, Frankreich mit Algier, Griechenland, Italien mit Erythraea und San Marino, Japan mit Formosa und Korea und den japanischenPost- ämtern in China, Kameru n und Kiautschau, Niederlande, Norwegen, Portugal mit Madeira und Azoren, Samoa (deutsches Schutzgebiet), Schweden, Schweiz, Togo, Tripolis (Ital.) Tunis; Gebühr 25 h, für je 25 K —100 K. Darüber 25 h für je 50 K\ b) nach Deutschland und Luxemburg Gebühr 20 h bis 40 K, für jede weiteren 20 K: 10 h; c ) nach Montenegro, Serbien nnd den k. k. Postämtern in der Türkei: Gebühr: bis 40 K-. 20 h, bis 100 K: 40 ä, bis 300 K: 80 h, bis 600 K: 1 K 20 h, bis 1000 K-. 2 K\ bis 500 K: nach Argentinien, Bulgarien, Dänemark mit Faroer und Island, Deutsch-Neuguinea, Finnland, Malta, Marokko, Niederländisch-Ostindien, Rumänien, Siam, Tripolis (franz.), Zanzibar. Gebühr wie sub a). Nach Großbritannien, Island, Brit. Kolonien und den Vereinigten Staaten von Amerika nebst Hawai, Sandwich-Inseln und Portoriko: Gebühr 25 h für je 25 FT.
Fahrpost-Sendungen.
Mit der Fahrpost werden befördert: Alle Sendungen mit Wertangabe, Privatbriefe und Schriftenpakete von über 20 g, alle Geldsendungen, Frachtstücke d. i. Waren, Effekten, Pretiosen mit und ohne Wertangabe, alle Sendungen mit Nachnahme mit über 250 g.
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Das Gewicht einer Fahrpostsendung darf 50 ft# nicht übersteigen; Gemünztes Gold wird bis zum Gewicht von 65 ft# angenommen. Aufgabeschein unentgeltlich.
Für jede Fahrpostsendung ist ein Gewichtsporto, für Sendungen mit deklarirtem Wert auch noch ein Wertporto zu entrichten. Frankierung mittels Postmarken.
Nach Deutschland werden zur Beförderung mit Fahrpost alle Gegenstände bis zum Gewicht von 50 ft# angenommen. (Zolldeklaration, statistische Deklaration.) Gewichts- und Wertporto wie für den Inlandverkehr.
Für das außerdeutsche Ausland werden Geldbriefe nach Griechenland, Montenegro, Schweiz, Serbien und den k. k. Postanstalten in der Türkei bis 250 ft# angenommen; Postfrachtstücke in Paketform sind fast nach allen ausländischen Staaten mit und ohne Wertangabe zulässig.
Postpakete (Colis postaux) zwischen Österreich-Ungarn und den meisten europäischen Ländern bis zu 5 ft# haben eigenen Tarif.
Mustersendungen („Muster ohne Wert“) ohne einliegende Briefe, die Schachtel oder das Paket nur mit einer Schnur umwunden, bis zum Gewicht von 250 # mit Porto 10 h, bis zu 350 # Porto 20 h.
Telegraph.
(Zentralstation I. Börseplatz 1.)
Die Taxe für Telegramme wird nach der Anzahl der Worte berechnet. Als ein Wort gilt im europäischen Verkehr jenes, das aus höchstens 15 Buchstaben, beziehungsweise die Zahl, welche höchstens aus 5 Zitfern besteht. Im außereuropäischen Verkehre besteht ein Wort aus 10 Buchstaben, resp. 3 Ziffern; der Überschuß wird als ein weiteres Wort gezählt.
Depeschen-Tarif.
Im internen österreichischen Verkehr und im Verkehr mit Ungarn, Bosnien, Herzegowina und Deutschland kommt die reine Werttaxe von 6 h mit einem Taxminimum von 60 7?, (im österr. Lokalverkehr von 2 h mit einem Taxminimum von 40 h) aber keine Grundtaxe in Anwendung. Bei den übrigen, dem europäischen Taxierungsverfahren unterliegenden Telegrammen ist außer der nach der Wortzahl entfallenden Taxe noch eine Grundtaxe von 60 h in Anrechnung zu bringen. Bei den dem außereuropäischen Taxierungsverfahren unterliegenden Telegrammen ist dagegen nur die nach der wirklichen Wortzahl entfallende Taxe ohne Zuschlag oder Minimum zu berechnen.
43
Ein Wort kostet von Wien nach:
Schweiz, Serbien, Rumänien, Montenegro . Italien, Frankreich, Bulgarien, Ostrumelien
Niederlande.
Belgien, Luxemburg, Dänemark.
Rußland, Schweden.
Großbritannien und Irland, Algier ....
Spanien und europäische Türkei.
Norwegen.
Portugal, Gibraltar..
Malta.
Griechenland, Festland.
Griechenland, Korfu.
Griechenland, die übrigen Inseln ....
9 h 16 „ 19 „ 21 „ 24 „ 26 „ 28 „
33
37
41
26
44
>5
V
71
>1
71
Über aufgegebene Depeschen werden auf Verlangen Aufgabescheine (Rezepisse) gegen Entrichtung einer Gebühr von 10 h ausgestellt.
Bezahlte Antworten: Der Absender eines Telegrammes kann die Antwort, welche er vom Adressaten verlangt, frankieren, doch darf die Frankierung 30 Worte nicht überschreiten. Die Bestimmungsstation stellt dem Adressaten gleichzeitig mit dem eingelangten Telegramm eine amtliche Anweisung für das Antworttelegramm aus, welche nur sechs Wochen gütig ist.
Telegraphische Postanweisungen sind bis zum Betrage von 1000 K (1000 Frks. oder 800 Mk.) im Verkehre mit Egypten, Belgien. Deutschland, Frankreich mit Algier, Italien mit Erythräa und San Marino, Japan (nur nach Tokio und Yokohama), Luxemburg, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Portugal (Lissabon und Porto), Schweden, Schweiz, Serbien, Tunis, bis 500 K nach Bulgarien, Dänemark, Rumänien, bis 250 K nach Großbritannien und Irland' zulässig.
Auf Verlangen der Absender sind bei telegraphischen Anweisungen zulässig: Bezahlte Antwort, Empfangsbestätigung, Auszahlungbestätigung.
Telegraphenämter.
Außer den bereits erwähnten Postämtern, die zugleich Telegraphenämter sind, gibt es noch Telegraphenämter: I. Bezirk: Gonzagag. 2, Lands- krong. 1, Bräunerstr. 4, Friedrichstr. 4, Canovag. 5, Essigg. 2, Gött- weiherg. 2, Wollzeile 12. II. Bezirk: Taborstr. 18, Kaiser Josefstr. 29, Praterstr. 7, Schüttelstr. 1, Lagerhaus der Stadt Wien, Rennplatz. III. Bezirk: Hintere Zollamtsstr. 1, Gärtnerg. 9. IV. Bezirk: Favoritenstr. 32. VI. Bezirk: Nelkeng. 3. IX. Bezirk: Hörig. 6, Nußdorferstr. 7, Alserstr. 4. X. Bezirk: K. u. k. Arsenal. XVIII. Bezirk: Sternwarte. XIX. Bezirk: Hohe Warte. XX. Bezirk: Handelskai 3, Weberg. 14.
44
Telephon.
(K. k. Telephonzentrale, I. Börseplatz 3.)
Für den telephonischen Lokalverkehr in Wien, sowie finden interurbanen Verkehr bestehen in den meisten Postämtern und auf den Bahnhöfen öffentliche Sprechstellen. Gebühr für den Lokalverkehr: Für je 3 Minuten 20 h.
Überdies befinden sich in allen größeren Cafes, Hotels und Gasthäusern Telephonsprechstellen, die von den Gästen gratis benutzt werden können. (Telephonbuch mit Liste der Abonnenten.)
Interurbaner telephonischer Verkehr. Der interurbane Verkehr, d. i. derjenige, welcher sich zwischen zwei in verschiedenen Städten angeschlossenen Telephonstellen abwickelt, erstreckt sich auf die in dem Telephon-Abonnenten-Verzeichnis angeführten Städte.
Fast alle Sommerfrischen in der Umgehung Wiens sind mit dem Telephonnetz verbunden. Die Sprechgehühr beträgt für je drei Minuten 60 h , bei größerer Entfernung 1 K. Dringende Gespräche, welche den Vorzug vor anderen Gesprächen beranspruchen, zahlen die dreifache Gebühr. Die Telephon-Gebühren sind stets vom Rufenden zu entrichten.
Rohrpost.
Die Rohrpost in Wien bietet, soweit sich ihr Netz erstreckt, die schnellste Beförderung für Briefe und Korrespondenzkarten, auch mit bezahlter Antwort. Die Rohrpostzüge verkehren von 7 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends.
Rohrpostkorrespondenzen dürfen das Gewicht von 20 g nicht überschreiten, dürfen nicht „steif“ sein.
Für den Rohrpost-Verkehr sind besondere Drucksorten (Kartenbriefe und Kuverts ä 30 h und Korrespondenzkarten ä 20 7 j, mit bezahlter Rückantwort ä 40 h) in den k. k. Tabak-Trafiken käuflich. Doch werden auch andere Karten oder Briefe befördert, wenn sie hinlänglich frankiert sind.
Aufgabsorte: Bei allen Wiener Postämtern, pneumatischen und Telegraphen-Bureaux. Die Sammelkasten sind rot angestrichen und kleiner als die (gelben) Briefkasten.
Sehenswürdigkeiten.
a) Bibliotheken.
Akademie der bildenden Künste, I. Schillerpl. 3. Gemäldegalerie; zu besichtigen Samst., Sonn- und Feiert, von 10—1 Uhr, sonst nach Meldung beim Kustos. Das Museum der Gipsabgüsse an den ersten fünf Wochentagen 9—1 Uhr.
Albertina, Bibliothek nach weil. Erzherzog Albrecht, auch Kupferstichund Kartensammlung, I. Augustinerbastei 6. Mont, und Donnerst., ausgenommen Feiert. 9—12 Uhr.
Universitäts-Bibliothek, I. Franzensring, Universitätsgebäude. Täglich, mit Ausnahme der Sonn- und Feiert, von 9—8 Uhr, während der Ferien (16. Aug. bis 16. Sept.) geschlossen.
Hofbibliothek, k. k. Hofburg, Josefsplatz. Täglich, Sonnt ausgenommen, 9—4 Uhr. Anmeldung im Lesezimmer. Vom 1. Aug. bis 15. Sept, geschlossen. Benützung bis 2 Uhr.
Familien - Fi deicommiß - Biblioth ek, I. Hofburg. Albrechtsrampe. Täglich 10—1 Uhr. Besondere Erlaubniß in der k. k. Kabinetskanzlei erforderlich.
Geologische Reichsanstalt, k. k„ III. Rasumoffskygasse 23. Täglich 9—12 und 2—4 Uhr, Sonn- und Feiert, geschlossen.
b) Museen.
Hof-Mus eum, k. k. kunsthistorisches, I. Burgring 5. Enthält die kunsthistorischen Sammlungen des Kaiserhauses: und zwar: dieMünzen-, Medaillemund Antiken-Sammlungen, die Sammlungen von Waffen und kunstindustriellen Gegenständen und die Gemäldegalerie. Geöffnet vom 1. November bis 31. März von 10—3 Uhr. Sonnt., Dienst, und Freit., ferner an allen Feiert. Eintritt frei; Mittw. und Samst. 1 K. Funde aus Ephesus im Theseustempel des Volksgartens in den Sommermonaten, Mont, und Donnerst, von 9—1 Uhr. Eintritt 40 h.
Hof-Muse um. Naturhistorisches. I. Burgring 7, vom 1. Okt. bis 31. März: Sonnt. 9 - 4Uhr, Mont. 1—4 Uhr, Mittw. und Samst. 10—2 Uhr, Donnerst. 10—4 Uhr. Feiert., Sonnt, und Donnerst, freier Eintritt. Mont., Mittw. und Samst. 1 K.
— 46 -
Museum, historisches, der Stadt Wien, mit dem städtischen Waff en-Museum, I. Rathaus, Felderstraße. Dienst, und Donnerst, von 9—2 Uhr, Sonn- und Feiert, von 9—1 Uhr bei freiem Eintritt. Die übrigen Tage von 9—3 Uhr 2 K.
Museum für Kunst und Industrie, k. k. österreichisches, I. Stubenring 5. Täglich von 9—4 Uhr, im Winter von 9—6 Uhr, an Sonn- und Feiert. 9—1 Uhr, Mont., Dienst, und Mittw. 60 h sonst unentgeltlich.
Gewerbe-Museum, technologisches, des niederösterreichischen Gewerbevereines, k. k., mit Modellsammlungen, IX. Währingerstraße 59 und Eisengasse 5, bestehend aus gewerblichen Unterrichts- und Ver- suchsansanstalten und technologischen Sammlungen. Geöffnet 9—12 Uhr, Donnerst. 10—4 Uhr, freier Eintritt. Maschinenhalle, Sonnt. 9—12 Uhr, Werkt, ausgen. Samst., 9—4 Uhr frei zu besichtigen.
Museum und Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde, I. Giselastraße 12. (Täglich, ausgenommen Sonn- und Feiertage) von 10—12 Uhr vormittags.
Museum, gewerbehygienisches, I. Ebendorferstr. 6. (Sammlungen von Vorkehrungen gegen Gefahren für die Sicherheit des Lebens oder die Gesundheit im Gewerbebetriebe in Modellen oder graphischen Darstellungen von Arbeiter-Wolfahrtseinrichtungen.) Täglich, ausgenommen Mont, und Freit., von 10 — 4 Uhr, Sonn- und Feiert, bis 1 Uhr. Eintritt frei.
Handels-Museum, k. k. österreichisches (früher: Orientalisches Museum), IX. Berggasse 16. Die Kunstgewerbe-Sammlung unentgeltlich zugänglich an Wochentagen von 9—3 Uhr, Sonn- und Feiert, von
9— 12 Uhr, 40 h.
Anatomisch-pathologisches Präparaten-Kabinet. IX. Währingerstraße 25, Samst. von 10—12 Uhr, für Kartenausgabe Donnerst, von
10— 11 Uhr daselbst beim Portier. Eintritt 40 h.
Heeres-Museum, k. u. k. Arsenal, X. Vom 1. April bis 30. Sept.: Dienst,
10—2 Uhr 1 K, Sonnt. 10—1 Uhr, Mittw. und Samst. 1—5 Uhr, Donnerst. |10—2 Uhr unentgeltlich. Vom 1. Okt. bis 31. März. Sonnt, und Donnerst. 10—2 Uhr unentgeltlich, an den übrigen Wochent. 9 — 1,1 K. An Feiert, geschlossen. Werkstätten: Vom 1. Mai bis 31. Okt.: Dienst, und Samst. 9—y s 12 Uhr; vom 1. Nov. bis 30. April: Nur Donnerst. 9 —y a 12 Uhr Karten in der Adjutantur des Artillerie- Arsenaldirektors.
Beethoven-Sammlung in Heiligenstadt, Pfarrplatz 4. Donnerst, und Sonnt. Nachm. Eintritt 40 h. Auf Wunsch täglich Eintritt 60 h. Postwertzeichen-Museum, XIX. Nußwaldgasse 22, an Wochent. von 10—4 Uhr, an Sonn- und Feiert, von 10 bis 12 Uhr.
47
Schatzkammer des österreichischen Kaiserhauses, I. Hofburg, Zugang von der Rotunde. Dienst.. Donnerst, und Samst. von 10—1 Uhr gegen Karten, welche auf schriftliches Ansuchen Tags vorher von 10—12 Uhr im Bureau der Schatzkammer unentgeltlich ausgefolgt werden (aber nicht an Besuchstagen). Die Eintrittskarten sind nur für die angemeldete Person und für die darauf verzeichneten Stunden gütig. An Feiert, geschlossen.
Polizei-Museum, 1. Schottenring 11. Eintritt über Bewilligung der Polizeidirektion.
c) Gemälde-Galerien:
Czernin’sche (gräfl.) Gemälde-Galerie, VIII. Landesgerichtstr. 9. Mont, und Donnerst, von 10 - 2 Uhr vom 1. Mai bis 30. Okt. Winter geschlossen.
Harrach’sche (gräfl.) Gemälde-Galerie, I. Freiung 3. Mont. Mittw. und Samst. von 10 bis 4 Uhr. Von Nov. bis anfangs Mai geschlossen.
Liechtenstein’sche (fürstli che) Gemälde-Galerie, IX. Fürstenstr. 1. Täglich, ausgenommen Samst. von 9—4 Uhr: Sonn- und Feiert, nur von 2—4 Uhr.
Kunstausstellung des Hagenbundes, I. Zedlitzg., tägl. 9—7 Uhr, Eintritt 1 K.
Miethke Galerie. Ausstellung moderner und alter Gemälde. 1. Dorotheer- gasse 11, geöffnet täglich 10—6 Uhr. Eintritt 1 K.
Schönborn’sche (gräfliche) Gemälde-Galerie, I. Renngasse 4. Mont., Mittw. und Freit, von 9 — 3 Uhr, Jän. bis Ende Mai geschlossen.
Kraffts Schlachtgemälde, im k. k. Militär-Invalidenhause, III. Landstr. Hauptstr. 1. Täglich gegen Anmeldung beim Kommandanten.
Künstlerhaus, temporäre Kunstausstellung, I. Karlsplatz 5 und Giselastraße 10. Im Sommer von 9—5 Uhr, im Winter von 9—4 Uhr. Eintritt 60 h, im Winter 1 W, an Sonn- und Feiert, von 2 Uhr ab 20 h, im Winter 40 h.
Sezession. Ausstellungsgebäude der Vereinigung bildender Künstler Österreichs, temporäre Kunstausstellung, I. Wienzeile 2. Täglich geöffnet von 9—7 Uhr. Eintritt 1 K.
d) Sonstige Sehenswürdigkeiten.
Geologische Reichsanstalt, k. k., III. Rasumoffskygasse 23. Täglich von 9 — 12 Uhr und von 2—4 Uhr. Museum im Winter geschlossen.
48
Gruft, kaiserliche, in der Kapuzinerkirche, I. Neuer Markt. Anmeldung beim P. Guardian oder P. Schatzmeister. An Wochent. von 9—12 Uhr. Am 1. und 2. Nov. Eintritt ohne vorherige Anmeldung.
Hofburg, k. k., I. Pranzensplatz. Die Besichtigung der kaiserlichen Zimmer ist in Abwesenheit des A. li. Hofes gegen Anmeldung beim Burghauptmanne von 3—5 Uhr gestattet.
Katakomben bei St. Stephan (nur für Gesellschaften von 8 Personen und Entrichtung von 2 K per Person) gegen Anmeldung in der Baukanzlei.
Rathaus, neues, I. Rathausplatz, nach 2 Uhr.
Rotunde im Prater mit Aufstieg zur Galerie. Von 10 Uhr Früh bis 8 Uhr Abends. Aufzug-Extragebür 60 h.
Stephänsturm, I. Stephansplatz. Anmeldung im Kirchenmeisteramte (I. Stephansplatz 3). Täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiert, von 8— 5 Uhr. per Person 40 h.
Sternwarte, k. k., XY1II. Türkenschanzstr. Yon 9—12 Uhr vormittags Gegen Anmeldung bei der Direktion.
Theater, Konzerte, Varietes etc.
Hiezu 9 Pläne.
K. k. Hoftheater.
Oberster Hoftheater - Direktor.
Sr. kaiserl. und künigl. Apostol. Majestät Erster Obersthofmeister.
Se. Durchlaucht Herr Rudolf Fürst von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf, Graf zu Rietberg, Ritter des gold. Vließes, Großkreuz des königl. ungar. St. Stephan-Ordens, Besitzer der gold. Jubiläums - Hof - Medaille und der Jubiläums - Erinnerungs - Medaille, Großkreuz des großherzogl. toskanischen Ordens vom heil. Josef, Großkreuz und Ehren-Bailli (Justizritter) des souveränen Malteser-Ritter-Ordens (mit der Distinktion für Jerusalem), Ritter des russ.-kaiserl. St. Andreas-Ordens, des St. Alexander-Newsky-, des weißen Adler-, des St. Annen und des russ.- kaiserl. königl. St. Stanislaus-Ordens I. Klasse, Ritter des königl. preuß. schwarzen Adler-Ordens, Großkreuz des königl. preuß. roten Adler-Ordens und des königl. ita’l. St. Mauritius- und Lazarus-Ordens, Großkordon des kaiserl. japan. Ordens der „aufgehenden Sonne“, Großkreuz des königl- portugies. Turm- und Schwert-Ordens, Ritter des königl. bayer. St. Hubertus. Ordens, Großkreuz des Verdienst-Ordens der königl. bayr. Krone, Ritter des königl. sächs. Ordens der Rautenkrone, Großkreuz des königl. sächs. Alhrecht- Ordens, des Ordens der königl. Württemberg. Krone, des königl. Ordens „Stern von Rumänien“, des königl. serb. weißen Adler-Ordens, Großkordon des königl. siam. Ordens des weißen Elephanten, Großkreuz des großherzogl. hess. Ludwig-Ordens und des großherzogl. sachsen-weimar. Ordens der Wachsamkeit oder vom weißen Falken, Großkreuz mit der Krone in Gold des Hausordens der wend. Krone und des herzogl. sächs.-ernestin. Hausordens, Großkreuz des fürstl. bulgar. St. Alexander-Ordens (in Brillanten), Groß- Offizier des franz. Ordens der Ehrenlegion, Ritter des königl. preuß. Kronen- Ordens II. Klasse, Besitzer des kaiserl. ottoman. Osmanie-Ordens III. Klasse, Komthur II. Klasse des königl. Württemberg. Friedrich-Ordens k. u. k. wirklicher Geheimrat und Kämmerer, Oberst sämmtlicher k. u. k. Leibgarden. Feldmarschall-Lieuteriant, lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrates (mit der Verseilung der Stelle des Oberststallmeisteramtes betraut.)
4 *
52
Se. fürstl. Gnaden Herr Alfred Fürst v. Montenuovo, Ghm. R., Kämmerer, zweiter Obersthofmeister Sr. Majestät des Kaisers, Mitgl. d. Herren hauses, Ritter des gold. Vließes, Bes. d. Kriegsmedaille, E. R. d. Malt.-R.-O. (m. Dist. v. Jerus.), R. d. r. v. A.-O. u. d. pr. Kr.-O. 1. (i. Br.), Bes. d. bayr. Micb.-O. I., Gr. Krz. d. sächs. Albr.-O., d. wärt. Kr.-O., d. Stern v. Rum., R. d. r. Ann.-O. II. (i. Br.), Gr. Krz. d. pers. S.-L.-O.
(i. Br.), Gr. Cord. d. siam. Kr.-O., Gr. Krz. d. bulg. Al.-O.
Kanzlei-Direktor des Obersthofmeisteramtes:
Herr Wetschl Franz, Erster Hof-R., Ritter des österr. kaiserl. Ordens d. eis. Krone II. Kl., L.-O.-R., Gr. Off. d. tose. C.-V.-O., R. d. r. Stan.-O. I., Gr. Krz. d. rum. Kr.-O. u. d. pers. S.-L.-O., R. d. pr. Kr.-O. II. (m. St.),
Gr. C. d. bayer. Kr.-O., C. d. wärt. Kr.-O. (m. St.), Gr. Off. d. siam. Kr.-O.,
Mitglied d. Stadterweiterungs-Kommiss, im Minist, d. Inn. u. d. Kommiss, f. Verkehrs-Anlagen.
K. k. General-Intendanz der k. k. Hoftheater.
Interimistischer Leiter.
Se. Exzellenz Herr August Freiherr Plappart von Leenheer.
Ritter des österr. kaiserl. Ordens der eisernen Krone II. Klasse und des österr. kaiserl. Leopold-Ordens, Besitzer der Kriegs-Medaille, der silb. Jubiläum s-Hof-Medaille, der Jubiläuins-Erinnerungs-Medaille, der Jubiläums- Medaille für Zivil-Staatsbedienstete, der Ehren-Medaille für vierzigjährige treue Dienste, des Großkreuzes des pers. Sonnen- und Löwen-Ordens und des serb. Takowo-Ordens, k. u. k. wirkl. geh. Rat, k. k. Sektions-Chef i. P., Präsident-Stellvertreter der Wiener Stadterweiterungs-Kommission.
Kanzlei-Direktor.
Herr Victor Horsetzky Edl. v. Hornthal, Regiergs.-Rat, kais. österr. Herold, Ritter des österr. kaiserl. Ordens der eisernen Krone III. Kl, Off. d. grh. tose. Ziv.-Verd.-O., Ritter d. ruß. Annen-Ordens II. Kl., Kommandeur d. pers. Sonnen- u. Löwen-Ordens.
Herr Breitenfeld Gustav, Hof-Sekretär, Besitzer der silb. Jubi- läums-Hof-Medaille, Kommandeur II. Klasse des herzogl. sächs.-ernestin. Hausordens, Offizier des königl. Ordens „Stern von Rumänien“ und des königl. serb. weißen Adler-Ordens, Besitzer des pers. Sonnen- und Löwen- Ordens III. Klasse, Doktor der Rechte.
I
53
K. k. Hof-Burgtheater.
I. Franzensring. — Direktor: Paul Schlenther, Dr. phil. — Erbaut von Semper und Hasenauer 1876—89. — Eröffnet 14. Oktober 1888. — Fassungsraum 1532 Personen. — Repertoire: Klassische und moderne Dramen und Lustspiele.
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Eintrittspreise umstehend.
i
54
K. k. Hof-Burgtheater.
Eintrittspreise in Kronen:
Erhöhte* Erhöhte*
Preise
Preise
Eine Loge im Parterre oder im
Ein Parterresitz 2.-5. Reihe .
5.—
6.—
ersten Rang.
32.—
40.—
Ein Sitz 3. Galerie 1. Reihe .
5.—
6.—
Eine Loge im zweiten Rang .
24.—
30.—
Ein Sitz 3. Galerie 2. u. 3. Reihe
3.—
3.50
Eine Loge im dritten Rang . .
16.—
20.—
Ein Sitz 3. Galerie 4.—6. Reihe
i.eo
1.60
Ein Logensitz im Parterre oder
Ein Sitz 4. Galerie 1. Reihe,
im ersten Rang.
8.—
10.—
Mitte.
3.—
3.50
Ein Logensitz im zweiten Rang
6.—
8.—
EinSitz4. Galerie 1. Reihe, Seite
2.—
2.—
Ein Logensitz im dritten Rang
4.
6.—
Ein Sitz 4. Galerie 2.—5. Reihe
1.60
1.60
Ein Parquetsitz 1. Reihe . . .
10. -
12.—
Ein Sitz 4. Galerie 6.—10. Reihe
1.20
1.20
Fin Parquetsitz 2.—5. Reihe .
8.—
10.—
Eintritt in das Stehparterre (nur
Ein Parquetsitz 6.—10. Reihe .
7.—
9.—
Herren gestattet).
2.—
2.—
Ein Parquetsitz 11.—15. Reihe
6.—
8.—
Eintritt in die 4. Galerie (Steh-
Ein Parterresitz 1. Reihe . . .
6.—
8.—
platz) .
-.80
-.80
Die Vorverkaufsgehiihr beträgt:
2 K für einen
Parquet- oder Parterresitz ; 1 K für
sämmtliche
Galeriesitze.
* Diese Preise sind hei Premieren und hei außergewöhnlichen Vorstellungen gütig. Tageskasse: I. Bräunerstraße 14. Geöffnet von 7 2 9—1 Uhr und von 3—5 Uhr.
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221
Außerdem besteht für das k. k. Hof-Burgtheater noch ein
Abonnement
auf Logen, und gelten hiebei für das Jahr 1903 die folgenden Bedingungen :
Das ganze Abonnement umfaßt 272 Vorstellungen, welche garantiert werden und innerhalb des Jahres 1903 stattzufinden haben. Den Halb- Abonnenten werden 136 Vorstellungen, an allen ungeraden oder geraden Tagen, den Viertel-Abonnenten 68 Vorstellungen, an jedem zweiten ungeraden oder geraden Tage, garantiert.
Die Erklärungen über die Beibehaltung bereits bestehender, sowie die Anmeldungen neuer Abonnements waren bis 10. Dezember 1902 an die k. u. k. General-Intendanz der k. k. Hoftheater in Wien (I. Bräuner- straße 14) zü richten.
Die Abonnementspreise betragen:
Für das Halb-Abonnement einer Loge:
im Parterre oder ersten Rang. K 4000
im zweiten Rang. „ 3000
im dritten Rang. „ 2000
Für das Viertel-Abonnement einer Loge:
im Parterre oder ersten Rang. K 2000
im zweiten Rang. ,, 1500
im dritten Rang. „ 1000
Die Abonnementsbeträge waren im voraus, entweder ganz oder in zwei gleichen Raten, und zwar die erste im Laufe des Monats Dezember 1902, die zweite in der Zeit vom 15. bis 30, April 1903, an der k. u. k. Kasse der k. k. Hoftheater (I. Bräunerstraße 14) zu entrichten.
56
K. k. Hof-Operntheater.
I. Opernring 2. — Direktor: Gustav Makler. — Erbaut von den Architekten van der Null und Siccardsburg 1861—1869. — Eröffnet 25. Mai 1869. — Passungsraum 2500 Personen. — Repertoire : Opern und Ballette.
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Orchester
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JyrhParterre
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Eintrittspreise umstehend.
57
K. k. Hof-Operntheater.
Eintrittspreise in Kronen:
Abd.- Nchm.- Abd.- Nchm.-
Vorstellung Vorstellung
Eine Loge im Parterre oder im
Ein Sitz 3. Galerie 2. Reihe .
4.50
2.50
ersten Rang.
50.—
24. -
Ein Sitz 3. Galerie 3. u. 4. Reihe
2.50
2.—
Eine Loge im zweiten Rang .
30.—
20.-
Ein Sitz 3. Galerie 5. u. 6. Reihe
2.—
1.50
Eine Loge im dritten Rang . .
20.-
16.—
Ein Sitz 4. Galerie 1. Reihe,
Ein Logensitz im Parterre oder
Mitte.
4.—
2.50
im ersten Rang.
12.—
8.—
Ein Sitz 4. Galerie 1. Reihe, Seite
3.—
2.--
Ein Logensitz im zweiten Rang
8.—
6.—
Ein Sitz 4. Galerie 2. u. 3. Reihe
3.—
2.—
Ein Logensitz im dritten Rang
6.—
4.—
Ein Sitz 4. Galerie 4.—6. Reihe,
Ein Parquetsitz 1. Reihe . . .
12.—
8.—
Mitte . . ..
2.50
1.50
Ein Parquetsitz 2.-5. Reihe .
9.—
6.—
Ein Sitz 4. Galerie 4.-6. Reihe,
Ein Parquetsitz 6.—9. Reihe .
8.—
5.—
Seite.
2.—
1.20
Ein Parquetsitz 10.—13. Reihe
7.—
4.—
Eintritt in das Parterre (nur
Ein Parterresitz 1. Reihe . . .
7.—
4.—
Herren gestattet).
2.—
1.60
Ein Parterresitz 2.-4. Reihe .
6.—
3.—
Eintritt in die 3. Galerie . . .
1.60
1.20
Ein Sitz 3. Galerie 1. Reihe .
5.50
3,-
Eintritt in die 4. Galerie . . .
1.20
— .80
Die Vorverkaufsgebübr beträgt: 2 K für einen Parquet- oder Parterresitz; 1 K für säinnitliche
Galeriesitze.
Tageskasse: I. Bräuuerstraßo 14. Geöffnet von J / 2 9 —1 Uhr und von 3—5 Uhr.
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Außerdem besteht für das k. k. Hof-Operntheater noch ein
Abonnement
auf Logen und Parquetsitze. und gelten hiehei für das Jahr 1903 die folgenden Bedingungen:
Das ganze Abonnement umfaßt 252 Vorstellungen, welche garantiert werden und innerhalb des Jahres 1903 stattzufinden haben. Den Halb- Abonnenten werden 126 Vorstellungen, an allen ungeraden oder geraden Tagen, den Viertel-Abonnenten 63 Vorstellungen, an jedem zweiten ungeraden oder geraden Tage, garantiert.
Die Erklärungen über die Beibehaltung bereits bestehender, sowie die Anmeldungen neuer Abonnements waren bis 10. Dezember 1902 an die k. u. k. General-Intendanz der k. k. Hoftheater in Wien (I. Bräuner- straße 14) zu richten.
Die Abonnementspreise betragen :
Für das Halb-Abonnement einer Loge:
im Parterre oder ersten Bang. K 4400
im zweiten Rang. „ 3300
im dritten Bang. „ 2200
Für das Viertel-Abonnement einer Loge:
im Parterre oder ersten Rang. K
im zweiten Bang. „
im dritten Rang. „
2200
1650
1100
Für das Halb-Abonnement eines Sitzes:
im Parquet 1. Reihe. K 1200
im Parquet 2. bis 5. Reihe. „ 900
im Parquet 6. bis 9. Reihe. „ 800
im Parquet 10. bis 13. Reihe. „ 700
Viertel-Abonnements auf Parquetsitze werden nicht zugelassen.
Die Abonnementsbeträge waren im voraus, entweder ganz oder in zwei gleichen Raten, und zwar die erste im Laufe des Monats Dezember 1902, die zweite in der Zeit vom 15. bis 30. April 1903, an der k.' u. k. Kasse der k. k. Hoftheater (I. Bräunerstraße 14) zu entrichten.
59
Deutsches Volkstheater.
Direktion: Emerich v. Bukovics und Ad. Weisse. — Eassungsraum 1900 Personen. — Eröffnet 1-1. September 1839. — Repertoire: Schau-, Trauer- und Lustspiele.
Eintrittspreise umstehend.
— 60
Deutsches Volkstheater. Eintrittspreise in Kronen
(einschließlich Garderobegebühr und Theaterzettel):
Abd.-
Nchm.-
Abd.- Nchm.-
Vorstellung
Vorstellung
Eine Balkonloge für 5 Personen
30.40
22.40
Ein Balkonsitz 2. u. 3. Reihe .
3.50
2.40
Eine Balkonloge für 4 Personen
26.40
20.40
Ein Balkonsitz 4. u. 5. Reihe .
3.—
2.20
Eine Loge im 1. Rang für 5 Pers.
24.40
16.40
Ein Halkonsitz 6.—8. Reihe .
2.50
2.—
Eine Loge im 1. Rang für 4 Pers.
20.40
14.40
Ein Balkonsitz 9.—12. Reihe .
2.—
1.60
Eine Loge im 2. Rang für 5 Pers.
18.40
12.40
Ein numerierter Sitz im 2. Rang
Eine Loge im 2. Rang für 4 Pers.
14.40
10.40
1. Reihe.
3.40
2.80
Ein Cerclesitz.
8.—
6.—
Ein numerierter Sitz 2. u. 3. Reihe
2.20
1.80
Ein Orchestersitz.
6.40
5.40
Ein numerierter Sitz 4.-7. Reihe
1.80
1.40
Bin Parquetsitz 1.—5. Reihe .
4.40
3.40
Ein numerierter Sitz 8.—10.
Ein Parquetsitz 6.—11. Reihe .
4.—
2.80
Reihe.
1.10
—.90
Ein Parquetsitz 12.—16. Reihe
3.40
2.20
Stehplatz im Parterre ....
1.10
— .70
Ein Parterresitz.
2.20
1.80
Stehplatz auf der Galerie . . .
—.70
— .50
Ein Balkonsitz 1. Reihe . . .
4.40
3.40
Vormerkgebühren sind zu entrichten, wenn die Karten früher als den Tag der Vorstellung gelöst werden. Für Nachmittagsvorstellungen wird keine Vormerkgebühr eingehoben. Die Tageskasse im Theatergebäude ist von 9—5 Uhr offen.
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Raimundtheater.
Eröffnet 28. November 1893. — Direktion: Ernst Gettke. — Fassungsraum 1613 Personen. Repertoire: Volksstücke, Scbau- und Lustspiele, auch klassische Dramen.
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Eintrittspreise umstehend.
— 62
Raimund-Theater. Eintrittspreise in Kronen:
Abd.- Nchm.- Vorstellung
Proszeniums-Loge.
30.—
12.—
Loge 1. Galerie.
24.—
10.—
Loge 2. Galerie.
12.—
6.—
Orchester-Fauteuil 1.—4. Reihe
4.80
2.40
Parquetsitz 1.—7. Reihe . . .
4.—
2. -
Parquetsitz 8.—13. Reihe . . .
3.—
1.70
Parterresitz.
1.70
1.10
Sitz 1. Galerie 1. Reihe . . .
4.—
2._
Abd - Nchm.- Vorstellung
Sitz
1.
Galerie
2.-
-5. Reihe .
2.80
1.70
Sitz
1.
Galerie
6.-
-9. Reihe .
1.90
1.30
Sitz
1.
Galerie
10
14. Reihe
1.50
— .90
Sitz
2.
Galerie
1.
Reihe . . .
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1.40
Sitz
2.
Galerie
2.-
-5. Reihe .
1.30
- .90
Sitz
2.
Galerie
6.
12. Reihe .
— .70
.50
Stehplatz 2. Galerie.
— .50
-.30
Als Garderobegebühr ist fiir jeden Sitz von 2 K aufwärts der Betrag von 20 h und für jeden Sitz unter 2 K der Betrag von 10 h bei Lösung der Karte zu entrichten, wofür dem Publikum die Benützung der Garderobe freigegeben wird.
Zu jeder im Repertoire angekündigten Vorstellung werden Karten von Montag der betreffenden Woche an abgegeben. Eine Vormerkgebühr wird nicht eingehoben. Die Tageskassen im Bazar, I. RotenturmstraSe 16, sowie Ln Tlieatergebäude sind von 9—5 Uhr geöffnet.
mmm Telegramm-Adresse: Jagdbureau Wien.
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Kaiserjubiläums-Stadttheater.
Eröffnet 14. Dezember 1898. — Direktor : Adam Müller-Guttenbrunn. — Fassungsraum 1857 Personen. - Repertoire: Schau-, Trauer- und Lustspiele, Volksstücke, Possen.
Eintrittspreise umstehend.
64
Kaiserjubiläums-Stadttheater. Eintrittspreise in Kronen
(Einschließlich Garderobegebtihr und Theaterzettel):
Abd.- Nchm.- Vorstellung
Abd.- Nchm.- Yorstellung
Loge im Parterre (5 Personen)
24.—
12.—
Balkonsitz
im 1. Rang 1. Reihe
4.30
2.50
Loge am Balkon (5 Personen)
24.—
12.—
Balkonsitz
im 1. Rang 2. Reihe
3.30
2.30
Loge im 1. Rang 15 Personen)
20.—
10.—
Sitz im 1.
Rang 1. u. 2. Reihe
2.70
1.80
Loge im 2. Rang (5 Personen)
16.—
8.—
Sitz im 1.
Rang 3. u. 4. Reihe
2.—
1.40
Orchester-Fauteuil.
5.30
2.70
Sitz im 1.
Rang 5.—8. Reihe .
1.40
1.—
Parquetsitz 1. — 5. Reihe . . .
4.30
2.50
Balkonsitz
im 2. Rang 1. Reihe
2.70
1.80
Parquetsitz 6.—10. Reihe . . .
3.50
2.30
Balkonsitz im 2. Rang 2. Reihe
2._
1.40
Parterresitz 1. Reihe.
3.50
2.30
Sitz im 2.
Hang 1.—3. Heine .
1.60
1.20
Parterresitz 2.— 6. Reihe . . .
2.70
2.—
Sitz im 2.
Rang 4.—6. Reihe .
— .95
— .75
Parterresitz 7.—10. Reihe . . . Parterresitz 11.—17. Reihe . .
2. _
1.40
1.40
1.—
Sitz im 2.
Rang 7.—12. Reibe
— .75
— .55
Die Vorverkaufsgebühr beträgt: 2 K für eine Loge; 80 h für je einen Orchester-Fauteuil, einen Parquetsitz 1.—5. Reihe, Balkonsitz im 1. Rang 1. Reihe; 60 h für je einen Parquetsitz 'f 6.—10. Reihe, Parterresitz 1.—6. Reihe, Balkonsitz im 1. Rang 2. Reihe, Sitz im 1. Rang
1. und 2. Reihe; 40 h für einen Parterresitz 7.—17. Reihe, Sitz im 1. Rang 3.—8. Reihe.
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Theater an der Wien.
Eröffnet 13. Juni 1801. — Direktion: Karczag-Wallner. — Fassungsraum 1385 Personen. Repertoire: Meist Operetten, seltene Possen und Ausstattungsstücke.
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Eintrittspreise umstehend.
66
Theater an der Wien.
Eintrittspreise m Kronen
(einschließlich Abel.- Nchm.-
Yorstollung
Eine Parterre-Loge. 30.20 16.20
Eine Balkon-Loge im 1. Rang 30.20 16.20 Ein Sitz in einer Parterre- oder
Balkon-Loge. 10.20 5.20
Ein Orchestersitz 1. Reihe . . 8.20 5.20
Ein Orchestersitz die folgenden
Reihen. 6.20 4.20
Ein Fauteuil im Parquet . . . 5.20 3.20
Ein Parquetsitz. 4.20 2.20
Ein Balkonsitz. 5.20 3.20
Ein Sitz 1. Galerie 2. Reihe . 4.20 2.70
Theaterzettel j:
Abd.- Nchm.- Vorstellung
Ein Sitz 1. Galerie die folgenden
Reihen. 3.20 2.20
Ein Fauteuil 2. Galerie 1. Reihe 3.10 2.10
Ein Fauteuil 2. Galerie die folgenden Reihen. 2.60 1.70
Ein Fauteuil 3. Galerie 1. Reihe 2.60 1.70
Ein Fauteuil 3. Galerie die folgenden Reihen. 2.10 1.30
Eintritt in das Steh-Parterre
oder 1. Galerie. 2.10 1.50
Eintritt in die 2. Galerie . . . 1.30 —.90 Eintritt in die 3. Galerie . . . —.90 —.70
Die Yorverkaufsgehühr beträgt: 2 K für eine Loge; 1 K für je einen Orchester- oder Parquetsitz, für einen Parquet-Fauteuil und fiir einen Balkonsitz; 60 h für einen Sitz 1. Galerie 2. Reihe; 50 k für einen Sitz 1. Galerie die folgenden Reihen oder einen Fauteuil 2. Galerie 1. Reihe; 30 h für einen Fauteuil 2. Galerie die folgenden Reihen oder einen Fauteuil 3. Galerie 1. Reihe; 20 h für einen Fauteuil 3. Galerie die folgenden Reihen.
Zu jeder ira Repertoire angekündigten Vorstellung werden auch mehrere Tage vorher gegen Vorverkaufsgebühr Karten für Logen und Sitze abgegeben. Für Nachmittagsvorstellungen wird keine Vormerkgehühr eingehoben.
Die Tageskassen: Im Bazar I. Rotenturmstraße 16, sowie im Theatergebäude (YI. Theatergasse 1). sind von 9 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags geöffnet.
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ab Mai—September
jeden pienstag und Donnerstag
Grosses Militär-Concert
bei freiem Entree.
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67
Carl-Theater.
Eröffnet 12. Dezember 1847. — Direktion: Amann-Müller. — Fassungsraum 1200 Personen. Repertoire: Operetten, moderne französische Dramen, Lustspiele.
Eintrittspreise umstehend.
5 *
68
Carl-Theater.
Eintrittspreise in Kronen:
Eine Loge lm Parterre Eine Loge im 1. Rang
Eine Loge im 2. Rang Eine Loge im 3. Rang
Ein Parquetsitz 1.—9. Reihe
Abd.-
Nchm.-
V orstellung
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12.—
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4.
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3.—
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6.
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4.—
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4.—
. 6.—
3.—
. 4.—
2.40
Abd.- Nchm.- Vorstellung
Ein Parquetsitz 10.—17. Reihe 3.—
Ein Balkonsitz.. 5.—
Ein Sitz im 1. Rang 1. Reihe . 3.50
Ein Sitz im 1. Rang2.—8. Reihe 3.— Ein Sitz im 2. Rang 1. Reihe . 3.—
Ein Sitz im 2. Rang2.—6. Reihe 2.— Ein Sitz im 3. Rang 1. Reihe . 2.—
Ein Sitz im 3. Rang 2. u. 3. Reihe 1.50 Ein Sitz im 3. Rang 4.—6. Reihe 1.—
2 .— 3.— 2.40 2 .— 2 .— 1.60 1.60 1.20 — .80 h für
Die Yorverkaufsgebühr beträgt: 2 K für eine Loge im Parterre oder 1. Rang; 1 K 50 eine Loge im 2. Rang; 1 K für einen Sitz in der Fremdenloge, für eine Loge im 3. Rang, für einen Orchestersitz, Parquetsitz 1.—9. Reihe und Balkonsitz ; 60 h für einen Parquetsitz 10.—17. Reihe und für einen Sitz im 1. Rang 1. Reihe; 50 h für einen Sitz im 1. Rang 2.—8. Reihe, 2. Rang 1.—6. Reihe und 3. Rang 1. Reihe; 30 h für einen Sitz im 3. Rang 2. und 3. Reihe und 20 h für einen Sitz im 3. Rang 4.—6. Reihe.
Zu jeder im Repertoire angekündigten Vorstellung werden Karten für Logen und Sitze auch mehrere Tage vorher in den Kassenlokalen; I. Rotenturmstraße 16 (Bazar) und II. Komödiengasse (Theatergebäude) von 9—4 Uhr gegen Entrichtung einer Vormerkgebühr täglich abgegeben. Für die Nachmittags-Vorstellungen wird keine Vormerkgebühr eingehoben.
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Während der Sommermonate
DQT" Täglich Militär-Concert.
198 Jeden Freitag sowie Sonn- und Feiertag
BS9“ Militär-Doppel-Concert.
Anfang: 4 Uhr. Entree frei.
Jeden Sonn- und Feiertag
9ST Vormittags u. Mittags Militär-Concert.
Anfang; V 2 11 Uhr. Entree frei.
Während der Wintermonate
Täglich Concert des Wiener Salon-Quartetts D’Classiker.
Anfang: 4 Uhr. Entree frei.
Jeden Sonn- und Feiertag
Jfllitär-PromenaDe-Concert unD Variete-Vorstellung.
69
Theater in der Josefstadt.
Eröffnet 1788. — Direktion: Jos. Jarno. — Fassungsraum 1200 Personen. — Repertoire: Yolks- stücke, französische Operetten, Possen.
Rechts
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Eintrittspreise umstehend.
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70
Theater in der Josefstadt.
Eintrittspreise in Kronen:
Abd.- Nclim.- Vorstellung
I’arterre-Loge.30.— 12.—
1. Rang-Loge.24.— 12.—
Fremden-Loge (Sitz 1. Reihe) . 8.— 5.—
Fremden-Loge (Sitz 2. Reihe) . 5.— 3.—
Orchester-Fauteuil. 6.— 3.—
Sitz im 1. Parquet 1.—5. Reihe 5.— 2.40
Sitz im 2. Parquet 1.—4. Reihe 4. - 2.—
Parterresitz 5.—7. Reihe . . . 3.— 1.60
Parterresitz 8.—13. Reihe . . 2.— 1.20
Balkonsitz 1. Rang. 5.— 3. -
Abd.- Nclim.- Vorstellung
Sperrsitz 1. Rang 1. Rang . . 3.— 2.40
Sperrsitz 1. Rang (die übrigen
Reihen). 2 40 1.60
Balkonsitz 2. Rang. 2.60 1.60
Sperrsitz 2. Rang 1. u. 2. Reihe 2.— 1.20
Sperrsitz 2. Rang (die übrigen
Reihen). 1.40 1.—
Numerierter Sitz 3. Rang . . . 1.20 —.80
Eintritt 3. Rang.—.60 —.40
Zu jeder im Repertoire angekündigten Vorstellung werden täglich Billets für Logen und Sitze ohne Vormerkgebühr an der Tageskasse, VIII. Piaristengasse 44 im Theatergebäude, von 6—12 und 2—5 Uhr verabfolgt. Das Stadtverkaufs-Bureau befindet sich I. Rotenturmstraße 16, im Bazar, geöfthet von 9—5 Uhr.
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Jantscli-, Wiener Volkstheater.
Neueröffnet 3. September 1898. — Direktor und Eigentümer: Adolf Ranzenhofer. — Fassungs- raum 1000 Personen. — Repertoire: Volksstücke, Lokalpossen und Ausstattungsstücke.
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Preise der Plätze in Kronen
(giltig für Abend- und Nachmittags-Vorstellungen):
Eine Loge Parterre oder 1. Rang . . 16.— Ein Orohestersitz 1. und 2. Reihe . . 4 .— Ein Parquetsitz 3.—6. Reihe .... 3.— Ein Parterresitz 7.-22. Reihe .... 2.—
Ein Balkonsitz 1. Rang, 1. und 2. Reihe 2.— Ein Sperrsitz 1. Rang, 3.-7. Reihe . 1.— Ein Sperrsitz 2. Rang, 1. und 2. Reihe —.80 Ein Sperrsitz 2. Rang, 3.-6. Reihe . —.60
Tageskassen: Theatergebäude, 1. Rotenturmstraße 16 und Bellariastraße 4.
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= Ausstattungs-Operetten, Ballette. -
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Im Bijou-Theater:
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Garten-Eröffnung an Wochentagen 5 Uhr, 1
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73
Urania-Theater.
Eröffnet am 9. Mai 1898. —Fassungsraum 450 Personen. I., Wollzeile 34, Uraniahof. Gegründet im Jahre 1898 zur Verbreitung naturwissenschaftlicher und technischer Kenntnisse in die
weitesten Kreise.
Protektor: Se. k. u. k. Hoheit Herr Erzherzog Otto. Ehrenpräsident: Max Graf Montecucolli-Laderchi. Präsidium: Dr. Ludwig Koerbler, Hof- und Gerichts-Advokat, Präsident. Direktor: Prof. Dr. E. Umlauft. Veranstaltungen: I. Vorstellungen im Urania-Theater. Projektions- Vorträge mit bühnengroßen farbigen Skioptikonbildern und lebenden Photographien (Kinematogrammen). Montag %6 und Dienstag y a 6 und 1 /,8 Uhr. Mittwoch 4 Uhr (Schüler-Vorstellung) und %6 und y a 8 Uhr. Donnerstag 4 Uhr (Kinder-Vorstellung) und */ g 6 und y 3 8 Uhr. Freitag y 3 6 Uhr. Samstag, Sonntag 4 Uhr, y s 6 Uhr, y 3 8 Uhr.
Preise der Plätze:
Loge.
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Logensitz.
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Sitz in der Fremdenloge 1. Reihe
2.—
Parterre-Fauteuil 1.—3. Reihe . .
2.—
Parterre-Sitz 4.—6. Reihe ....
1.40
Parterre-Sitz 7.—12. Reihe . . .
1.—
Parterre Sitz 13.—15. Reihe . . .
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Seiten-Sitz rechts 1.—5. Reihe . .
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Seiten-Sitz rechts 6.—12. Reihe) Seiten-Sitz links )
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Stehplatz.
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Vorverkauf an der Tageskassa des Urania-Theater, I., Wollzeile 34 und im Bureau Kehlendorfer Krugerstraße 5.
II. Volkstümliche Vorträge von anerkannten Fachmännern im Vortragssaale mit Projektionsbildern, Demonstrationen und Experimenten über Astronomie, Geologie, Geographie, Meteorologie, Naturgeschichte, Physik und Chemie, Photographie und Technologie.
An Wochentagen: 7 Uhr Abends im Vortragssaale der Wr. Urania I., Wollzeile 34.
Preis eines Sitzplatzes: 50 h.
III. Exkursionen unter fachmännischer Führung. Besuch der k. u. k. Hofmuseen, des Museums für österreichische Volkskunde, der k. k. Zentralanstalt für Meteorologie, der k. k. Sternwarte, hervorragender technischer Etablissements u. A. m.
IV. Ausflüge unter fachmännischer Führung in die Umgebung Wiens nach vorhergehenden erklärenden Vorträgen der führenden Fachmänner.
Auskünfte in der Kanzlei der Urania, I., Wollzeile 34.
Konzerte.
Wien hat sich seit jeher durch liebevolle Pflege der Musik ausgezeichnet und sein Ruf als musikalische Stadt ist ebenso berechtigt als weit verbreitet. Eine stattliche Reihe der bedeutendsten Komponisten und hervorragendsten Tonkünstler zählt Wien mit Stolz zu seinen Söhnen. — Eine Fülle vollendeter künstlerischer Genüsse wird, insbesondere in der Wintersaison, dem musikliebenden Wiener Publikum geboten, so namentlich in den philharmonischen Konzerten der Hofopern-Theater-Kapelle, in den Konzerten der Gesellschaft der Musikfreunde und des Conser- vatoriums für Musik. Ferner sind hervorzuheben die Konzerte und Produktionen der zahlreichen Gesangsvereine und Liedertafeln (Wiener Männergesangverein, Singverein, Akademischer Gesangverein, Schubertbund u. a. m.), sowie die Einzelkonzerte berühmter Virtuosen.
Die bedeutendsten musikalischen Produktionen finden in dem Musikvereinsgebäude (I. Künstlergasse 3) in dem großen oder kleinen Musikvereinssaale statt, weiters im Saale Bösendorfer (I. Herrengasse 6) und im Saale Ehrbar (IV. Mühlgasse 28).
Konzerte von Militär- und Zivilkapellen (sogenanntePromenade- Konzerte), die sich gleichfalls eines wohlbegründeten Rufes und großer Beliebtheit erfreuen, finden an bestimmten Tagen, namentlich an Sonn- und Feiertagen statt im Kursalon des Stadtparkes, im Restaurant des Volksgartens (in der Sommersaison täglich Abendkonzerte), in den Sälen der Gartenbaugesellschaft (I. Parkring), in den Sophiensälen (III. Marxergasse), im Restaurant des k. k. Augartens, im Ronachersaal, im Theresiensaale des Hotels Savoy „Englischer Hof“ (VI. Mariahilferstraße 8), im Gartensaale des Hotels „Goldenes Kreuz“ (VI. Mariahilferstraße 91), in Hopfner’s Kasino und Etablissement Hietzingerhof (früher Vogelreuther) in Hietzing, in zahlreichen größeren Restaurationen des Praters und sonstigen Vergnügungslokalitäten. Näheres darüber in den Plakaten und Tagesjournalen („Fremdenblatt“, „Tagblatt“, „Illustriertes Wiener Extrablatt“.)
Auf dem inneren Burgplatz spielt täglich, ausgenommen die Sonn- und Feiertage, um 1 Uhr mittags bei der Wacheablösung eine Militärkapelle („Burgmusik“). Im Sommer an bestimmten Nachmittagen Platzmusik vor dem Rathause.
Konzert-Säle.
Großer Musikvereins-Saal. Eröffnet am 6. Jänner 1870. Fassungsraum: 2063 Personen.
Kleiner Musikvereins-Saal. Eröffnet am 19. Jänner 1870. Fassungsraum: 462 Personen.
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Weiter unten in der Kotenturmstraße führt der Lichtensteg links nach dem Hohen Markt und rechts das Lugeck zum Gutenberg- Denkmal vor dem Regensburgerhof, der ein Standbild Kaiser Friedrich IV. trägt. Dann durch die Bäckerstraße nach dem jetzt mit Unrecht sogenannten Universitätsplatz mit der alten Universität, seit 1857 Akademie der Wissenschaften, einem sehr schönen Barockbau mit zwei Brunnen davor, und der Universitätskirche, die im XVII. Jahrhundert von den Jesuiten in dem nach ihnen benannten überladenen Style erbaut ist, mit Fresken von Pozzo und wertvollen Altargemälden.
Die folgende rechte Seitengasse der Rotenturmstraße ist der Fleischmarkt, dessen hervorragendstes Gebäude die griechische Kirche (der nichtunierten Griechen) ist. Sie wurde zu Anfang des vorigen Jahrhunderts gegründet, 1858 aber auf Kosten des Freiherrn von Sina nach dem Entwürfe des Oberbaurates Hansen mit einer neuen Fassade im byzantinischen Style versehen. Die Fresken an der Fassade sind von Karl Rahl, die Gemälde im Vestibüle von Bitterlich und Eisenmenger, die Bilder im Innern der Kirche von Thierscjh. Auf dem Hause Nr. 15 Gedenktafel an den berühmten Maler Moriz v. Schwind.
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„Am Hof“.
(Mit Radetzky-Monument.)
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Der Fleischmarkt mündet in die Postgasse, wo sich die Barbarakirche mit Seminar der unierten Griechen befindet, daneben das Handelsministerium (Nr. 8), das Hauptpostamt (Nr. 10—12) und Postsparkassenamt (Nr. 9).
Vom Stephansplatz über das Nordwestende des Grabens gelangt man durch die Bognergasse auf den Platz „Am Hof“. Dort stand, wie eine •Gedenktafel am Gebäude des Reichs-Kriegsministeriums besagt, ehemals die alte Burg der Herzoge aus dem Hause der Babenberger. Vor dem Kriegsministerium steht das 1892 enthüllte Reiterdenkmal des Feldmarschall Radetzky, nach dem Modell des Prof. Zumbusch in Erz gegossen. An dieser Stelle hatten im Oktober 1848 die Aufständischen die Leiche des erschlagenen Kriegsministers Grafen Latour an einen Laternenpfahl gehängt.
In der Mitte des Platzes ragt empor eine Mariensäule, welche im Auftrag Kaiser Leopold I. 1668 von Herold errichtet wurde. (Eine gleiche steht am Münchener Rathausplatz.) Nr. 4 ist das Palais der päpstlichen Nuntiatur. Neben dem Kriegsministerium die Pfarrkirche zu den „Neun Chören der Engel“, gotischer Bau aus dem XIV. Jahrhundert, mit einer Barock-Eassade aus dem XVII. Jahrhundert. Von der Terrasse vor der Kirche hat Papst Pius VI. bei seinem Aufenthalt in Wien unter Kaiser Josef II. der auf dem Platze versammelten Menge den Segen erteilt. Auf der gegenüberliegenden Seite das Gebäude der Österreichischen Kreditanstalt (Nr. 6) und (Nr. 16) das ehemalige bürgerliche Zeughaus, gegenwärtig der Standplatz der städtischen Feuerwehr- Zentrale.
Vom „Hof“ gelangt man unter dem Kriegs-Ministerium
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Gebäude der Feuerwehrzentrale.
(Ehemaliges Zeughaus am Hof.)
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durchgehend oder über den Judenplatz (in der Nähe ehemals das „Ghetto“) nach den Tuchlauben und sich links haltend nach dem Hohen Markt. In der Mitte des Platzes ein sehr effektvolles Votiv-Denkmal, Mariä Vermählung, von Kaiser Karl VI. nach dem Entwürfe Fischers v. Erlach errichtet.
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Hoher Markt mit Dreifaltigkeitssäule von Fischer v. Erlach.
An der Ecke des Hohen Marktes und der Tuchlauben steht noch das „Schrannengebäude“, ehemals Gerichts- und Markthaus zugleich, jetzt ein Zinshaus. Vor demselben befand sich gegen den Markt hin auf Säulen ein großer Balkon mit einer Statue der Gerechtigkeit. Von hier aus wurden Erlässe und Urteile verkündet; hier wurde „an den Pranger“ gestellt, hier wurden öffentliche Bestrafungen vollzogen.
Gegenüber (Nr. 8) das Baron Sina’sche Palais, welches 1860 nach den Plänen Hansens in einen schönen Rohbau verwandelt und auch im
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Inneren reich ausgestattet wurde. Es trägt eine Gedenktafel, der zufolge an dieser Stelle im II. und III. Jahrhundert das römische Prätorium und diesem gegenüber das Forum der alten Festung Vindobona lagen.
Vom Palais Sina führt rechts des Judengäßchen zum Rupprechts- platz mit der „ältesten Kirche“ Wiens, St. Rupprecht, ein Kirchlein aus dem VIII. Jahrhundert, 1450 erneuert. (Auch polnischer Gottesdienst.) Von da aus geht eine hohe Stiege abwärts auf den Morzinplatz (Hötel Metropole) am Donaukanal.
Vom Palais Sina links führen die Marc-Aurel- und Vorlaufstraße steil hinab nach dem Donaukanal und über die Stephaniebrücke nach dem II. Bezirk.
Vom Hohen Markt geht weiters in nordwestlicher Richtung die lange Wipplingerstraße aus und führt zum Telegraphen-Zentralamt und zur Börse auf dem Schottenring. Zu Anfang links das Ministerium des Innern, schöner Barockbau von Fischer von Erlach, 1716. Gegenüber Nr. 8 das alte Rathaus Wiens. Im Hofe desselben ein reizender Brunnen von Rafael Donner mit „Perseus und Andromeda“, das alte Rathaus enthält dermal das Museum für Völkerkunde, 7000 Nummern. Es ist ein „Durchhaus“ nach der Salvatorgasse; dort, noch im Rathaus selbst, die frühere Rathaus- oder Salvatorkirche, aus dem XIV. Jahrhundert, deren Chorteil Frühgotik zeigt. Die Kirche hat ein sehr schönes Renaissance-Portal. Altkatholischer Gottesdienst.
In der Salvatorgasse weiter die herrliche gotische Kirche Maria Stiegen oder „Maria am Gestade“, 1340—1447 erbaut. Der mit gotischem Maßwerk in Gestalt einer Blumenkrone reich ausgeführte Turmhelm, 57 m, sucht seinesgleichen nur in Nürnberg. Schönes Hauptportal mit Baldachin. (Auch tschechischer Gottesdienst.)
Von der Salvatorgasse wie von Maria Stiegen führen Gäßchen und Treppen abwärts nach dem Salzgries und einem neueren Stadtteil, der sich über den Rudolfsplatz bis zum Donaukanal erstreckt; dieser neuere Stadtteil mit großen, regelmäßigen Gruppen hoher Häuser ist hauptsächlich der Sitz des Großhandels mit Industrieerzeugnissen. Hier haben zahlreiche große Fabriksfirmen, insbesondere die Textilindustrie, ihre Warenlager.
Die Wipplingerstraße kreuzt in ihrer Mitte mit Hilfe der „Hohen Brücke“ den „Tiefen Graben“, eine mehrere Stockwerke tiefer gelegene Straße, was ein bemerkenswertes Straßenbild gibt. Bald nach der „Hohen Brücke“ zweigt links die Renngasse ab, die auf die Freiung führt.
ln der Renngasse Nr. 4 das gräflich Schönborn’sche Palais mit hervorragender Gemäldegalerie. Viele Bilder der holländischen Schulen, aber auch Kranach, Holbein, Carlo Dolce, Guido Reni u. s. w.
Die Freiung ist ein unregelmäßiger großer Platz mit einem hübschen Brunnen von Schwanthaler, der die Figuren der Austria und
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der Flüsse Donau, Elbe, Weichsel und Po trägt. Gebäude Nr. 3 ist das gräflich Harrach’sche Palais mit einer reichhaltigen Gemäldegalerie, die an 400 Gemälde umfaßt.
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Freiung mit Schottenkirche.
(Im Vordergründe Wiener Typen, dargestellt durch populäre Wiener Schauspieler.)
Neben 'dem Palais Harrach das Bankgebäude (Nr. 2) mit einem Durchgang in die Herrengasse. Es ist in italienischer Kenaissance von Ferstel erbaut ; im Hofe ein sehenswerter Brunnen (Donaunixe) von Fernkorn. Noch weiter links die Strauchgasse und der „Heidenschuß“, der zum Platze „Am Hof“ führt. Das Palais Montenuovo bildet die Ecke. An
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derselben das alte Bild eines reitenden Türken. Bis in diese Gegend trieben die belagernden Türken (1683) einen Minengang, daher der Name „Heidenschuß“. Im Keller arbeitende Bäcker vernahmen Geräusch, und die Absicht, hier eine Mine auffliegen zu lassen, wurde vereitelt. Im Hofe des Palais eine schöne Bronzegruppe von Fernkorn: St. Georg mit dem Drachen.
Am oberen Ende der Freiung die Pfarrkirche der Benediktinerabtei Schotten. Das Kloster wurde von Herzog - Heinrich II. Jasomirgott 1158begründet, die Kirche im XVII. Jahrhundert im Style der Spätrenaissance erbaut. Im Jahre 1893 wurde an der Längsfront ein vom Abte Hauswirth gewidmetes Marmordenkmal Heinich II. Jasomirgott von Josef Breitner angebracht. Die Kirche hat einen prachtvollen, von Ferstl errichteten Hochaltar, schöne A ltarblätter von Bock und Sandrart und wie St. Stephan prachtvolle Gobelins. Sie enthält ferner Grabdenkmäler des Gründers, Herzog Heinrich II. und des Grafen Küdiger von Starhemberg.
Bei der Schottenkirche mündet die Freiung in den langen Straßenzug, der fast schnurgerade von der Oper ab als Augustiner-, dann Herren- und endlich Schottengasse vom Kärntnerring bis zum Schottenring die innere Stadt durchschneidet. Daselbst und in den Seitengassen zahlreiche Paläste großer Adelshäuser, vielfach schöne, mitunter auch überladene, stets wirkungsvolle und prunkhafte Barockbauten. Wir begehen die Herrengasse von der Hofburg aus.
Zunächst links (Nr. 7) das Ministerpräsidium. Nr. 11 das Statthaltereigebäude, ein Werk des Architekten Sprenger aus dem Jahre 1845; es enthält einen Festsaal mit prächtigen Fresken aus der österreichischen Geschichte von dem genialen Maler Kupelwieser. Nr. 13 das 1839 von Ludwig Pichl erbaute niederösterreichische Landhaus,
Sitz des niederösterreichischen Landtages. Sehenswert ist der Sitzungssaal mit schönen Freskogemälden, dann die Prälaten-, Herren- und Bitterstube * und der Bibliothekssaal. Vor dem Landhause kamen die revolutionären Bestrebungen des Sturmjahres 1848 am 13. März in einem blutigen Zusammenstöße zwischen Militär und Volk zum Ausbruch. (Märzgefallene.) Weiters links das massige Gebäude der Österreichisch-ungarischen Bank, dann das Handelsgericht in einem alten Palais und das Palais Kinsky gegenüber der Schottenkirche.
St. Georgsbrunnen.
(Im Palais Montenuovo.)
Hinter dem Landhause liegt der Minoritenplatz mit der Kirche St. Maria im Schnee (italienische Nationalkirche), auch Minoritenkirche genannt; sie wurde 1330 vollendet, hat ein prachtvolles gotisches Portal, ein Denkmal des Dichters Pietro Metastasio, von Lucardi in Marmor aüsgeführt, und eine vortreffliche Mosaikkopie des berühmten heiligen Abendmahles von Leonardo da Vinci. Dieses Kunstwerk wurde 1814 vollendet, aber erst 1846 aufgestellt. Die Herstellungskosten betrugen 400.000 fl.
Dem Kirchenportale gegenüber auf dem Minoritenplatz das Palais des Kultus- und Unterrichtsministeriums. An der anderen Seite (Südseite) der Minoritenkirche finden wir den Neubau des k. k. Hof- und Staatsarchivs, ein stattliches, innen durch alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen — eiserne Treppen und Galeriekonstruktion — vor Brand geschütztes Gebäude. Dasselbe lehnt sich an das Palais des Ministeriums des Äußern am Ballplatz, welches der Hofburg und dem Volksgarten gegenüberliegt.
In der Bankgasse, die bis zum Burgtheater führt, die ehemalige ungarische Hofkanzlei, jetzt Amtssitz des ungarischen Ministers am kaiserlichen Hoflager, und das in großen Verhältnissen gehaltene Palais Liechtenstein, eine Sehenswürdigkeit auf dem Gebiete des Barockstiles, 1711 erbaut und unter Fürst Alois II. mit großem Kostenaufwand im Innern ganz umgeändert. Die fürstlich Liechtenstein’sche Bibliothek mit Archiv befindet sich I. Herrengasse 6 in einem mit doppelter Säulenreihe verzierten Saal und enthält kostbare Inkunabeln, seltene Memoiren, 100.000 Bände.
Ringstraße.
An Stelle der einstigen Festungswerke, welche die Innere Stadt umgaben, und des Glacisraumes, der sich daran schloß, erhebt sich heute einer der prachtvollsten und imposantesten Straßenzüge der Welt, die breite Ringstraße mit einer Fülle herrlicher Monumentalbauten, schöner Privatpaläste und geschmackvoller Gartenanlagen. In Verbindung mit dem längs des Donaukanals führenden Franz Josefs-Kai umschließt sie die innere Stadt, ist mehr als eine Stunde lang und durchschnittlich 57 m breit. Sie teilt sich in den Burg-, Opern-, Kärntner-, Kolowrat-, Park- und Stubenring, den Franz Josefs-Kai, den Schotten- und Franzensring.
Wenn man aus dem alten „Burgtor“, dem letzten der ehemaligen Stadttore, das noch stehen geblieben ist, die Ringstraße, den Burgring
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betritt, so hat man auf der Yorstadtseite die beiden Hofmuseen und zwischen ihnen inmitten einer breiten Anlage das Maria Theresia- Denkmal und dahinter die Hofstallburg vor sich.
Wir wenden uns in nachstehendem links und werden unterscheiden zwischen
Stadtseite : Y orstadtseite:
Der neue Flügel der Hof- Das Maria Theresia-Denk- burg und der Kaisergarten. mal, 1888 nach Zumbusch’
Modellen. Die Monarchin sitzt auf einem Thronsessel mit ausgestreckter Rechten, in der Linken das Zepter und die pragmatische Sanktion (ein die Einheit des Staates gewährleistendes Verfassungsgesetz) haltend. Auf den vorspringenden Sockeln des unteren Postaments vier Reiterstatuen der bedeutendsten Feldherren ihrer Zeit, und zwar vorne Laudon und Daun, rückwärts Traun und Khevenhüller; zwischen diesen vier Standbildern: vorne der Reichskanzler Fürst Kaunitz, rückwärts der um die Heeresorganisation verdiente Fürst Wenzel Liechtenstein, links der Reformator der inneren Verwaltung, Graf Haug- witz, rechts der berühmte Arzt und Staatsmann van Swieten. In den Nischen hinter diesen Standbildern die Porträtgruppen bedeutender Männer jenes Zeitalters.
Zu beiden Seiten des Maria Theresiaplatzes, den überdies vier Brunnen mit schönen Marmorgruppen und zwei Rossebändiger an der Lastenstraße zieren, gegenüber der Hofburg und dem äußeren Burgtor, die Hofmuseen, zwei völlig gleiche, im Renaissancestil von Hasenauer mit Benützung von Sempers Plänen 1889 vollendete Riesenpaläste für die kunst- und naturhistorischen
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Kunsthistorisches Museum mit Maria Theresien-Denkmal.
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Stadtseite: Y orstadtseite:
Sammlungen des Kaiserhauses. Sie erforderten ein Baukapital von 12 Millionen Gulden.
Beide weisen außen reichen Skulpturschmuck auf. Über dem Mittelbau erhebt sich je eine 64 m hohe mächtige Kuppel.
Reicher noch als die äußere ist die innere Ausschmückung der beiden Paläste, zu welcher die trefflichsten Bildhauer und Maler und das hochentwickelte Kunstgewerbe der Residenz beigetragen haben.
Das naturhistorische Museum. Die
Kuppel trägt die bronzene Statue des Sonnengottes Helios von Johannes Benk. Auf der Ballustrade stehen die Figuren der um die Naturwissenschaften verdienten Männer, über den Fenstern sind außerdem noch viele Medaillons und Porträtköpfe berühmter Naturforscher angebracht. Zwischen den Säulen im Parterre vier treffliche Gruppen verkörperter Weltteile.
Das Hauptportal befindet sich unter der Kuppel auf dem Maria Theresiaplatze. Man gelangt zunächst in ein geräumiges Yestibül, von wo zwei niedere Treppen ins Hochparterre und eine prachtvolle Haupttreppe zum Foyer im ersten Stocke führen. Über dem Stiegenhaus das berühmte Deckengemälde von Canon „Kreislauf des Lebens“, in den Lünetten allegorische Bilder desselben Meisters. Der plastische Schmuck (Porträtstatuen und allegorische Figuren) rührt größtenteils von Tilgner her. In den Sälen sind bedeutende Landschaftsbilder der ersten Maler Österreichs.
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Stadtseite: Yorstadtseite:
Im Hochparterre befinden sich folgende Sammlungen:
a) Die mineralogisch-petrographische Sammlung (Saal I—V).
b) Die geologisch-paläontologische Sammlung (Saal VI—X).
c) Die prähistorische Sammlung (Saal XI—XIII). (Hallstädter Funde.)
d) Die ethnographische Sammlung (Saal XIV—XIX).
Im ersten Stockwerk: Die zoologischen Sammlungen.
Im zweiten Stockwerk: Botanische Sammlungen, überdies noch besondere, dem Publikum nicht geöffnete Spezialsammlungen. (Kataloge sind beim Portier erhältlich.)
Einer annähernden Schätzung nach sind die mineralogischen Sammlungen allein etwa 16 Millionen Gulden wert.
Das kunsthistorische Hofmuseum enthält eine Fülle der kostbarsten Kunstschätze des kaiserlichen Hauses, die zuvor an verschiedenen Orten aufbewahrt wurden. Es vereinigt insbesondere die Kunstgegenstände und Antiquitäten der ehemaligen Ambrasersammlung, des Antikenkabinetts und der Schatzkammer der k. k. Hofburg, der Gemäldegalerie, des Belvederes u. a.
Was den äußeren Schmuck des kunsthistorischen Museums betrifft, so ist derselbe analog dem des naturhistorischen angeordnet. Die Kuppel des Mitteltraktes trägt die Riesenfigur der Pallas Athene von Johannes Benk.
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Stadtseite: Vorstadtseite:
Auf der Ballustrade sind Standbilder der berühmtesten Künstler und Förderer der Künste angebracht, ebenso Medaillons und Porträtköpfe derselben über den Fenstern. Zwischen den Säulen vier allegorische Figurengruppen: Malerei, Bildhauerei, Architektur und Kunstindustrie.
Das Hauptportal befindet sich auf dem Maria Theresiaplatze unter der Kuppel des Mittelbaues. Zunächst gelangt man in ein hohes reich verziertes Vestibül; zu beiden Seiten führen niedrige Treppen zu den im Hochparterre befindlichen Sammlungen. Gegenüber dem Eingänge ein aufs luxuriöseste ausgestattetes Stiegenhaus, auf dessen erstem Absatz die herrliche Theseusgruppe von Canova aufgestellt ist. Über dem Stiegenhause ein prachtvolles Deckengemälde von Munkäcsy „Apotheose der Kunst“; die Gemälde der Bogenfenster rühren von der Künstlerhand Makarts her. Die reiche plastische Dekoration wurde von Benk, Kundmann, Tilgner und Weyr besorgt.
Die einzelnen Sammlungen sind folgendermaßen verteilt: Im Hochparterre:
a) Sammlung egyptischer Alterthümer (Saal I-VI).
b) Antikensammlung (Saal VI—XIV) enthält griechische und römische Antiquitäten.
c) Sammlung von Münzen und Medaillen (Saal XV-XVI).
d) Kunstgewerbliche Sammlung (Saal XVII bis XXIV), enthält Produkte des Kunstgewerbes aus dem Mittelalter und der Renaissance.
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Stadtseite: Y orstadtseite:
e) Waffensammlung (Saal XXV —XXXVI),
früher Ambrasersammlung.
im ersten Stock die Gemäldegalerie; sie umfaßt eine stattliche Reihe von Meisterwerken der verschiedensten Schulen und Zeiten. Ursprünglich im kaiserlichen Lustschloß auf dem Belvedere aufgestellt, ward sie 1891 in das kunsthistorische Museum übertragen. Sie enthält zirka 1700 alte und zirka 300 moderne Gemälde. Alle Richtungen der Malerei sind da vertreten, insbesondere ist die venetianische Schule stark beteiligt.
Italienische, spanische und französische Schule (Saal I—X): Rafael Sanzio „Madonna im Grünen“; Correggio „Entführung des Ganymed“; Parmegianino „Amor der Bogenschnitzer“; Palma Vecchio „Lucretia“; Tizian Bildnisse, „Die Ehebrecherin vor Christus“, „Danag im Goldregen“, Porträt seiner Tochter Lavinia; Francesco Für in i „Die büßende Magdalena“; Paolo Veronese „Anbetung der Weisen“; Palma d. J. „Der heilige Johannes“; Canaletto Ansichten aus Wien; Caravaggio „David mit dem Haupte Goliaths“; Ribera „Kreuztragung“; Salvator Rosa „Römerschlacht“; Guido Reni „Christus“; Watteau „Guitarrespieler“; De Mazo „Die Familie des Künstlers“; Velasquez „König Philipp IV.“, „Der lachende Bursche“; Murillo „Johann der Täufer“.
Niederländische Schule (Saal XI-XXIV): Saal XIV fast ganz von Bildern Peter Paul Rubens’ gefüllt, von dem die Galerie 44 Werke besitzt, darunter: „Venusfest“, „Der heilige Ambrosius und Kaiser Theodo- sius“, „Die vier Weltteile“, „Der caledonische Eber,,, Selbstporträt, „Der heilige Franz Xaver in Indien“, „Ignaz Loyola heilt Besessene“; Hans Jordaens d. J. „Kunstkabinet“; Van Dyk (27 Bilder) „Samson und Delila“, „Die heilige Rosalia mit dem Christuskind“; Jordaens „Der Bohnenkönig“; David Teniers (17
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Stadtseite: Y orstadtseite:
Bilder); Rembrandt (7 Bilder) Selbstporträt, Mutter „Rembrandt’s; Hoogstraten „Alter Jude am Fenster“; Adrian v. 0stade „Der Zahnbrecher“; Gerard Dov „Alte Frau am Fenster“; Franz v. Mieris „Dame und Arzt“, „Kavalier im Kaufladen“.
Deutsche Schule (des XXVII u. XXVIII Jahrh. Saal X): Albrecht Dürer „Madonna“, „Kaiser Maxi.“, „Die Anbetung, der heiligen Dreifaltigkeit“; Lukas Kranach d. Ä. und d. J. „Adam und Eva“, „Das Paradies“; Hans Holbein Bildnisse; Kopetzky Selbstporträt; Balthasar Denner „Alter Mann und alte Frau“; Hack er t „Wasserfall von Tivoli“.
Moderne Meister (beginnen mit Saal VII): Gauermann Selstporträt, „Die Schmiede“, „Fischerknabe“; Dannhauser „Der Prasser und die Klostersuppe“, „Die Testamentseröffnung“; Kurzbauer „Die ereilten Flüchtlinge“; F. Kaulbach „Die Lautenschlägerin“; Defregger „Das letzte Aufgebot“; Makart „Romeo und Julie“; Canon „Die Loge Johannis“.
Unter den Aquarellen (Saal XI): Moriz von Schwind Der Märchenzyklus: „Die schöne Melusine“.
Im zweiten Stock sind Sammlungen von Aquarellen und Handzeichnungen ausgestellt. (Besichtigung des kunsthistorischen Museums siehe unter „Sehenswürdigkeiten“.)
Hinter dem Maria Theresiaplatz und den Hofmuseen befindet sich das Hofstallgebällde. Es enthält ausgedehnte Stallungen, einen großen Wagenpark, worunter Prachtkarossen, eine Sattelkammer und eine Jagd- und Gewehrkammer. (Besichtigung derselben siehe unter „ Sehenswürdigkeiten“.)
In östlicher Richtung schließt sich an den Burgring der Opernring an.
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Stadtseite:
Vorstadtseite:
An der Ecke des Kaiser- gartens das Goethe - Denkmal
von Helmer in Bronze vor dem Palais Schey.
Der Sckillerplatz mit dem von Schilling 1876 aus Bronze gegossenen Schiller - Denkmal. Das in edler Haltung geformte Standbild des Dichterfürsten er-
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Goethe-Denkmal.
hebt sich auf schlankem Sockel aus rotem Marmor; an den Ecken des Postaments vier sitzende Bronzefiguren „Die Lebensalter“. Außerdem sind noch vier allegorische Figuren an den Seiten des Sockels. In den Gartenanlagen rechts
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Stadtseite; V orstadtseite:
und links vom Monumente die Marmorhermen der österreichischen Dichter Nikolaus Lenau und Anastasius Grün.
Lenau-Denkmal. Anastasius Grün-Denkmal.
(Sehillerplatz.) (Schillerplatz.)
Im Kücken des Schillerdenkmals liegt Hansens edler Renaissancebau der Akademiß der bildenden Künste, 1876 vollendet. Die Fagade hat reiche, farbige Dekoration. Zwischen den Fenstern sind Nischen mit Terracotta-Figuren, Kopien der berühmtesten alten Skulpturwerke.
Eine Freitreppe führt zunächst in das Vestibüle; von da gelangt man in die von roten Marmorsäulen getragene Aula und in das Museum für Gtyp sabgüsse. Dasselbe umfaßt zirka 1500 Abgüsse von plastischen Kunstwerken der Antike, der Renaissance und der modernen Zeit. Daneben sind auch mehrere bedeutende
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Stadtseite:
Yorstadtseite:
Der bedeutendste Bau des Opernringes ist dasHofopern- hailS, an der Grenze des Opern- und Kärntnerringes und der Kärntnerstraße, von den Architekten van der Nüll und Siccardsburg 1861— 69 erbaut.
Originale ausgestellt, so der Torso einer Hera aus der klassischen Zeit hellenischer Kunst, ferner Werke von Raphael Donner, Zauner, Fischer etc.
Die Gemäldegalerie im ersten Stockwerk ist eine ausgezeichnete Sammlung, die viele berühmte alte Meister, namentlich aus der niederländischen Schule, zählt. Dazu kommt noch eine Anzahl moderner Bilder, die von der Regierung angekauft worden sind. (Besichtigung siehe „Sehenswürdigkeiten“.)
Die Akademie besitzt auch eine stattliche Bibliothek und eine Sammlung von Kupferstichen und Holzschnitten (über 60.000 Blätter), Handzeichnungen und Aquarellen (an 17.000 Blätter).
In der nahen Eschenbachgasse das Vereinshaus des niederösterreichischen Inge nie ur- und Architekten Vereines, zugleich des nieder- österreichischen Gewerbevereines sowie des wissenschaftlichen Klubs. Gegen den Wienfluß in der Friedrichstraße das Ausstellungsgebäude der Secession, dem egyptischen Stil sich nähernd (im Volksmund: „das goldene Krauthäuptel“). Vor diesem die Marc-Antongruppe von Straß er.
Der Oper gegenüber der dem Baron Dräsche gehörige, 1863 von Hansenerbaute Heinrich s- hof, dessen oberste Fagade auf Goldgrund Fresken von Ra hl
zeigt. „Das schönste Zinshaus Europas.“
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Stadtseite: Y orstadtseite:
Nach außen hin repräsentiert es sich als ein massiger Steinbau in französischer Renaissance, dessen architektonische Wirkung dadurch beeinträchtigt wird, daß das Gebäude zu tief gesetzt ist. Prächtig und wirkungsvoll sind die Innenräume ausgestattet.
Über den Haupteingängen an der Stirnseite des Theaters ist eine große Loggia, in deren fünf Öffnungen Bronzefiguren aufgestellt sind.
Oberhalb der Loggia, zwei erzene Pegasusgruppen nach Modellen von Hähnel in Dresden.
Die auserlesenste Pracht und die geschmackvollste dekorative Ausstattung zeigen das Stiegenhaus, das große Foyer, der Zuschauerraum und die für den Hof reservierten Treppen und Salons.
Die vielen Wand- und Deckengemälde sind größtenteils Werke der bedeutendsten modernen Meister, wie: Rahl, Schwind, Engerth, Läuf- b erg er u. a. m. Die Deckengemälde im Zuschauerraum und die Vorhänge (Motive aus der Orpheussage) sind nach Entwürfen Rahls von dessen Schülern Griepenkerl und Bitterlich ausgeführt. Die Marmorstatuen und sonstigen Skulpturwerke sind größtenteils von Hans und Josef Gasser, Bauer, Radnitzky u. a. geschaffen.
In der Mitte des ersten Ranges des Zuschauerraumes liegt die große Hof-Festloge, im Proscenium die gewöhnlichen Hoflogen.
Der von der Kärntnerstraße bis zum Schwarzenbergplatz reichende Teil der Ringstraße führt den Namen Kärntner ring. Hier steht eine große Anzahl vornehmer Privatgebäude.
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Stadtseite:
Das Hotel Bristol, das Grand Hotel.
Yorstadtseite:
Das Hotel Imperial, ehemals das Palais des Herzogs von Württemberg, woselbst Fürst
Bismarck und Graf Andrassy die deutsch- österreichische Allianz Unterzeichneten.
In der Akademiestraße (rechte Seitengasse des Kärntnerringes) das Künstlerhaus mit der Hauptfront nach dem Karlsplatz gewendet. Es ist Eigenthum der Künstlergenossenschaft und dient zur Abhaltung von Kunstausstellungen, die periodisch veranstaltet werden, ferner zu Festlichkeiten der Künstler u. dgl. (Siehe „Sehenswürdigkeiten“.) Erbaut wurde es 1868 nach den Entwürfen von Weber im Stile der Renaissance. Daneben das Gebäude der Handelsakademie.
Auf der anderen Seite in der Künstlergasse ist das Musikvereinsgebäude. Dieser fast gleichzeitig mit dem Künstlerhaus vollendete, gleichfalls der Kunst geweihte Palast ist ein Renaissancebau des tr elf liehen Hansen. Yon den inneren Räumlichkeiten sind besonders zu nennen: der „große Konzertsaal“, einer der schönsten und edelsten Saalräume, und der durch mehrere Nebenlokalitäten damit verbundene „kleine Konzertsaal“. In beiden findet während der Saison eine Reihe von Konzerten statt. Der große Saal dient auch Bällen, Festen und Versammlungen. Große Orgel.
Überdies birgt das Musikvereinsgebäude die Sammlungen der „Gesellschaft der Musikfreunde“, bestehend aus einer Bibliothek von zahlreichen Musikwerken, Musikalien, Partituren etc.
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Der nun folgende Kolowratring bildet mit dem Kärntnerring einen stumpfen Winkel, der sieb zum Schwarzenbergplatz weitet. Sehr bemerkenswert ist der schöne Ausblick von der Ring-
-MSSWs.
Schwarzenbergplatz.
(Mit Palais Erzherzog Ludwig Viktor).
Straße aus über das Schwarzenbergdenkmal, den 30 m hoch springenden Hochstrahlbrunnen, das Schwarzenbergpalais und das überragende Belvedere schloß in der Ferne. Ein herrliches Städtebild.
Stadtseite:
An der Ecke der Hegelgasse das Gebäude der k. k. Lelirer- bildungsanstaltenmitKuppel.
Vorstadtseite:
Der Schwarzenbergplatz
mit dem Reiterdenkmal des Feldmarschalls Fürsten Schwarzenberg, von Kaiser Franz Josef I.
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Stadtseite: Vorstadtseite:
„dem siegreichen Heerführer der Verbündeten in den Kriegen von 1813 und 1814“ errichtet. Das Denkmal wurde nach dem Modell Hähnels 1867 in Erz gegossen.
Sehenswert ist ferner daselbst das von Ferstel in italienischer Renaissance erbaute Palais des Gegenüber dem Stadtpark liegt das niedrig gehaltene G ebäude der Gartenbau-Gesellschaft mit den „Blumensälen“ , die zu verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltungen, im Winter zu Bällen benützt werden. Dahinter in einer Gartenanlage der hohe mit jonischen und korinthischen Säulen gezierte Palast des Herzogs von Coburg. (Volksmund: „Die Spargelburg“.)
Weiter auf dem Parkring das Palais des Erzherzogs Eugen (vormals Erzherzog Wilhelm), des Hoch- und Deutschmeisters des Deutschen Ritterordens, nach den Entwürfen Hansens iu italienischer Renaissance, ein Bauwerk von besonders vornehmer Wirkung.
ziergärtnerischen Schmuck erweckt der Park Interesse durch mehrere bedeutende Werke der Bildhauerkunst. Eine besondere Zierde bildet das
Erzherzogs Ludwig Victor. An den Kolowratring schließt sich der Parkring, dessen ganze rechte Seite der Stadtpark be-
Stadtpark.
(Gittertor.)
grenzt. Es ist dies die größte und schönste Parkanlage des ersten Stadtbezirkes. Außer dem
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Stadtseite: Yorstadtseite:
von Kundmann geschaffene Marmordenkmal des Komponisten Franz Schubert, ferner die Bronzebüste des verdienstvollen Wiener Bürger-
Schubert-Denkmal
im Stadtpark.
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meisters Zelinka von Pönninger, der Brunnen nächst dem großen Teiche mit der Figur des Donauweibchens von Gasser und schließlich die Denkmale der berühmten Maler Schindler
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Schindler-Denkmal.
(Im Stadtpark.)
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Makart-Denkmal.
(Im Stadtpark.)
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Stadtseite: Yorstadtseite:
und Makart, des Tondichters Hans Bruckner und des Malers Amerling. '
Den Sammelpunkt eines gewählten Publikums bildet der Kursalon mit großen Saal-
Br uckner-D enkmal
im Stadtpark.
lokalitäten und einem Cafe. In der Wintersaison an bestimmten Tagen Militärmusik (Promenadekonzerte). Sonst ist noch zu nennen das „Wetterhäuschen“. Der Stadtpark ist namentlich an schönen Sommertagen ein stark frequentierter Erholungsort der Bewohner der umliegenden Bezirke.
Von Wollzeile und Stadtpark ab führt der Stuben ring zur Aspernbrücke.
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Der Cursalon.
(Im Stadtpark.)
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Ausstellungsgebäude des „Hagenbund“.
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Stadtseite:
Dem Museum gegenüber lag früher das festungsartige Riesengebäude der Franz Josefskaserne mit dem Franz Josefstor. An deren Stelle erheben sich jetzt Neubauten, doch ist der Platz noch nicht ganz verbaut.
Vorstadtseite:
i Das Österreichische Museum für Kunst und Industrie
und dieKunstgewer beschule, beide in den Siebziger-Jahren in italienischer Renaissance von Ferstel erbaut. Die Fassade stellt sich dar als ein Ziegelrohbau, die Einrahmungen sind aus Haustein, beziehungsweise aus Terracotta. An dem Verbindungsgange zwischen beiden Gebäuden über einem Brunnen ein kunstvolles Mosaikbild der Pallas Athene. Das Museum umfaßt mehrere große Ausstellungssäle, dann eine Bibliothek und Sitzungssäle.
Das österreichische Museum für Kunst und Industrie wurde durch ein kaiserliches Handschreiben 1863 begründet und verfolgt den Zweck, die kunstgewerbliche Tätigkeit zu fördern und den Geschmack zu heben durch Anschauung von Kunstgegenständen und durch Bereitstellung der erforderlichen Hilfsmittel, welche Wissenschaft und Kunst darbieten. Die ausgestellten Sammlungen erstrecken sich demgemäß auf alle Zweige der kunstgewerblichen Tätigkeit-, sie sind teils Eigentum des Museums, teils Privatbesitz. (Besichtigung siehe „Sehenswürdigkeiten“.)
Auf den noch wüstliegenden Platz zwischen dem Museum und der Radeljzkybrücke kommt der Neubau des k. u. k. Kriegsministeriums zu stehen,, dessen Pläne bereits fertig sind.
An der Aspernbrücke schließt sich , an ' die Ringstraße der lange Franz Josefs-Kai .längs des Donaukanals und führt bis
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zum Schottenring. Der Kai lauft den Donaukanal entlang*, er verbindet die Aspern-, F ( erdinands-, Stephanie- und Augarten-
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Aspernbrücke.
brücke und die Stadtbahnstationen „Ferdinands-Brücke“ und „Augartenbrücke“. Zwischen Straßenbahn und Kanal eine Garten- Anlage mit Kaffeekiosken unter Bäumen; am Rande des Donaukanals der eigentliche Kai als Spazierweg mit einem hübschen Ausblick auf das gegenüberliegende Ufer und dessen Häuserreihe
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im II. Bezirk. Auf der Stadtseite eine Reihe mächtiger Zinshäuser mit glänzenden Kaffeehäusern, letztere insbesondere bei der Ferdinandsbrücke. Bei der Stephaniebrücke das Hotel-Metropole.
Bei der Augartenbrücke biegt die Ringstraße als Schottenring im rechten Winkel ab.
Stadtseite:
Yorstadtseite:
Die Börse, im gefälligen Renaissancestil von Hansen und Tietz 1877 erbaut. Durch einen hohen Portikus, zu welchem mehrere Stufen emporführen, gelangt man zunächst in das
Die große Rudolfskaserne,
ein Rohziegelbau, für den Fall der Verlegung der Garnisonen aus der Stadt zum Abbruch bestimmt.
Hinter ihr liegt der Tandel- markt, der Trödelmarkt für
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Gebäude der Polizei-Direktion.
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Stadtseite:
Yorstadtseite
Vestibüle und dann in den reich- geschmückten großen Börsensaal. Das Handelsmuseum (früher orientalisches Museum), welches ehemals im Börsegebäude untergebracht war, befindet sich nunmehr IX. Berggasse 16. Hinter der Börse ist der Börseplatz mit dem Zentral-Telegra- phenamt.
Kleider und Fahrnisse, ein großes Viereck niederer Buden, einem orientalischen Bazar ähnlich und sehenswert.
Der Börse quer gegenüber, die k. k. Polizei-Direktion und benachbart das vom Dombaumeister Friedrich Schmidt im Aufträge des Kaisers Franz Josef I. im schönen gotischen
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Sühnhaus.
Stil erbaute Sühnhaus. An Stelle^ desselben stand ehemals das Ringtheater, [welches
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Stadtseite: Y orstadtseite:
am 8. Dezember 1881 ein Raub der Flammen wurde, wobei über 380 Menschen einen gräßlichen Feuertod fanden. Zum Gedächtnis dieser Opfer wurde durch die Munifizenz des Kaisers das prächtige Sühnhaus mit einer Sühnkapelle geschaffen, in welcher alljährlich am 9. Dezember für die beim Brande Verunglückten eine Messe gelesen wird. Der Ertrag des Sühnhauses fließt mehreren Wohl- tätigkeitsanstalten zu.
Am Ausgange des Schottenringes liegt der dreieckige Maximilianplatz mit hübschen Gartenanlagen, in deren Hintergrund die Votiv- kirche emporragt. Dieser graziöseste gotische Kirchenbau der Neuzeit wurde von Erzherzog Ferdinand Maximilian, dem nachmaligen Kaiser von Mexiko, zum Andenken an die glückliche Errettung seines kaiserlichen Bruders Franz Josef I. von dem Mordattentat (18. Februar 1853), begründet und von dem genialen Architekten Heinrich Ferstel 1856—79 erbaut. Die 3380 m 2 Fläche bedeckende Kirche ist ein dreischiffiger Längsbau mit Kreuzschiff, Chorumgang und mehreren Kapellen. An der der Ringstraße zugekehrten Hauptfa§ade erheben sich zwei schlanke, durchbrochene, 99 m hohe Türme, in denen 7 von Hilzer gegossene Glocken hängen. Das Innere der Kirche weist reichen ornamentalen und plastischen Schmuck auf. Hervorzuheben sind die schönen Glasmalereien. In der nördlichen Seitenkapelle befindet sich das Grabdenkmal des tapferen Verteidigers Wiens während der ersten Türkenbelagerung (1529), des Grafen
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Stadtseite: Vorstadtseite:
Niklas Salm. Die Taufkapelle hat einen Taufstein von Alabaster. Die Orgel ist ein Werk Walkers in Ludwigsburg.
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Votivkirche mit Maximilianplatz.
Der Ausblick von der Schottengasse über die Anlagen hinweg nach der Votivkirche mit ihrer sorgsam angepaßten Umgebung, links die langgestreckte Seitenfront der Universität, rechts hohe Häuser mit vielfach gegliederten Dächern, zeigt eines der großartigsten Städtebilder Europas.
Gegenüber dem Universitätsgebäude, der Stelle, wo einst die heftigsten Kämpfe mit den Türken
Der an den Schottenring anstoßende Franzensring ist ein Sammelplatz der architektonisch
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Stadtseite:
Torstadtseite:
stattfanden, ist zur Erinnerung an den tapferen Bürgermeister und Verteidiger Wiens, Liebenberg, ein Denkmal, errichtet worden, ein Obelisk, an dessen Fuß ein Löwe die eroberte Kriegsbeute bewacht; die Spitze krönt eine Viktoria; der Obelisk trägt ein Reliefporträt Liebenbergs.
schönsten und großartigsten Bauwerke Wiens. Zunächst an der Grenze des Schottenringes die Universität, das letzte Werk des Architekten Ferstel. Sie ist im italienischen Renaissancestil gehalten und bildet ein imposantes Viereck, das an Ausdehnung die sämtlichen Neubauten Wiens übertrifft (21.700 m 3 Flächeninhalt). Sie umfaßt die geräumigen Hörsäle, zahlreiche Sammlungen, Prüfungs- und Festsäle und eine großartige Bibliothek. Eine Freitreppe führt zu dem geschmückten Portikus, der eine hübsche Loggia trägt. Von da gelangt man in die hohe, von Marmorsäulen getragene Vorhalle, an deren Ende rechts und links je eine Hauptstiege in das zwei Stockwerke hohe Gebäude emporführt. Auf dem Abschlüsse des linken Stiegenhauses steht ein überlebensgroßes Standbild des Kaisers von Zumbusch. An den Fagaden und Dachbailustraden sind Statuen wissenschaftlich hervorragender Männer aller Zeiten und Völker aufgestellt. An die Vorhalle schließt sich der große sehenswerte Arkadenhof an. In den Arkaden sind die Büsten, Statuen und Reliefs berühmter Gelehrter und Staatsmänner, die sich um die Universität und Wissenschaft besonders verdient gemacht haben. Hervorzuheben sind (im linken Trakt): Die Statue des Unterrichtsministers Grafen Leo Thun, des Schöpfers der Hochschulreform, und zu beiden Seiten die Büsten seiner bedeutendsten Mitarbeiter Exner und Bonitz.
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Universitätsgebäude mit Liebenberg-Denkmal.
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Stadtseite: Y orstadtseite:
Weiters die Gedenktafel der berühmten Rechtsgelehrten Jiistizminister Glas er, Kudler, Zeiller (Redaktor des bürgerlichen Gesetzbuches), Sonnenfels, Lorenz v. Stein und anderer. Im rechten Arkadengang stehen zumeist die Büsten berühmter Ärzte, wie van Swieten, Schuh, Hyrtl, Brücke, Braun, Stifft, Hebra, Arlt, Bill- roth und andere.
Am Ende dieses Arkadenganges ist der Aufgang zur Universitätsbibliothek, welche allein eine Grundfläche von nahezu 2000 m 8 bedeckt. Sie enthält einen großen Lesesaal mit Oberlicht, mehrere große Nebenlokalitäten mit einer Bibliothek von 330.000 Bänden. Die innere Einrichtung ist aus Eisen.
Die Wiener Universität ist im Jahre 1365 von Herzog Rudolf IV., dem Stifter, als die dritte der deutschen Universitäten (vorangehend die Prager und Heidelberger) begründet worden. Eine eingreifende Reform der großen Kaiserin Maria Theresia erhob sie zu neuem wissenschaftlichen Leben. Gegenwärtig zählt sie über 6000 akademische Bürger und an 350 Professoren und Docenten.
Hinter der Universität, Universitätsstraße 7, das General-Kommando, ein großes Gebäude.
Der Rathauspark, der nun folgt, mit seiner Umrahmung von vier Prunkbauten: Burgtheater, Rathaus, Universität und Parlament, alles überragt vom Rathausturme, ist eine architektonische Symphonie, die nicht bald wo ihresgleichen findet.
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Panorama vom Rathaus gesehen.
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Stadtseite:
Dem Rathause gegenüber liegt der prunkvolle Bau des neuen Hofburgtheaters, das nach den Plänen der Architekten Semper und Hasenauer in edlem Renaissancestil erbaut und 1888 eröffnet worden ist. Es besteht aus einem gerundeten Mittelbau mit einer Loggia und zwei langgestreckten die Prunkstiegen enthaltenden Flügeln, die insgesamt mit bedeutenden Werken der plastischen Kunst reich geziert sind. Über der Attika des Mitteltraktes thront Apollo, ihm zur Seite die tragische und komische Muse (von Kundmann), darunter stellt ein Relief von Weyr den Triumphzug des Bacchus dar; die Büsten von Calderon, Shakespeare, Moliere, Lessing, Goethe, Schiller, Hebbel, Grillparzer und Halm über den Fenstern des Mittelbaues rühren von Tilgner her. Die zahlreichen Allegorien und Reliefs an den Seitentrakten von Benk, Gasser und Tilgner.
Noch prächtiger und luxuriöser ist das Innere des Theaters ausgestattet, insbesondere das Foyer, das Haupttreppenhaus, die Hallen der beiden Seitenflügel und der Zuschauerraum.
Vorstadtseite:
Nächst der Universität breitet sich der große, schöne Rathauspark aus mit dem neuen Rathaus im Hintergründe. Es ist dies das herrlichste Bauwerk gotischen Stils, das Dombaumeister Friedrich Schmidt mit verschwenderischer Pracht innerhalb des Dezenniums 1878—1883 mit einem Kostenaufwande von 15 Millionen Gulden geschaffen hat. Es umfaßt einen Flächenraum von 18.700 m a und bildet im Grundriß ein Rechteck von 154 m Länge und 124 m Breite; das Innere enthält einen großen Mittelhof und sechs Seitenhöfe. Der mächtige 107 m hohe Turm tritt fast in seiner ganzen Tiefe frei heraus und ist an der Spitze von einem ehernen Bannerträger, dem „eisernen Mann“, gekrönt. An den drei freien Seiten des Turmes sind Reliefporträts des Kaisers Franz Josef, Rudolfs von Habsburg und Herzogs Rudolf des Stifters angebracht. Der ganze Mittelbau ruht auf einer breiten, terrassenartigen Freitreppe von 14 Stufen; darüber ziehen sich Arkaden hin, von welchen aus man eine große gewölbte Halle, sowie die
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Stadtseite: Y orstadtseite:
In den beiden Treppenhäusern I beiden Haupttreppen-Vorhäuser der Seitentrakte sind Gemälde | betritt.
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Hofburgthoater.
(Logenaufgang.)
von den Malern Matsch und I Am Rande der breiten Zu- Klimt, darstellend die Entwich- j fahrt zum Haupttore stehen in
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Rathaus.
(Im Vordergründe acht Statuen, siehe Text Seite 74.)
148
Stadtseite:
lang der dramatischen Kunst, ferner allegorische Figuren von Johannes Benk und Standbilder berühmter Schauspieler. Die reichste Pracht aber zeigt das
Yorstadtseite:
zwei Reihen Standbilder, welche ehemals die Elisabethbrücke zierten; links Herzog Heinrich Ja- somirgott, Rudolf der Stifter, Rüdiger Graf Starhemberg und
Rathaus.
(Festsaal.)
große Foyer; es ist geschmückt mit schönen Deckengemälden und den Bildnissen der berühmtesten Hofschauspieler. Nicht minder reich ist der Zuschauerraum an Kunstwerken edelster Art. Die plastischen G ruppen sind größtenteils Werke Tilgners und Weyrs, die gemalten Medaillons rühren von Hynais her. In den
Fischer v. Erlach, rechts Leopold der Glorreiche, Graf Niklas Salm, Bischof Kolonitsch und Josef v. Sonnenfels.
Im Rathauspark befindet sich auch ein Wetterhäuschen aus Schmiedeeisen.
Von den Innenräumen des Rathauses sind zu erwähnen: die beiden Feststiegen, der gewaltig
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Stadtseite:
Yorstadtseite:
Prachträumen, die zu den kaiserlichen Logen führen, ist besonders hervorzuheben die Kly- thia - Statue von Johannes Benk. Der gemalte Vorhang ist ein Werk von Josef Fux.
große und hohe mit Statuen berühmter Bürgermeister geschmückte Festsaal, einer der größten Säle in Europa, interessant auch durch seinen gotischen Stil, der mit Fresken von Müller geschmückte Gemeinderatssaal, der Saal des Stadtrates und des Magistrats, die „Volkshalle“ im Erdgeschoß, der große Mittelhof mit Arkaden, die städtische Bibliothek, das Archiv, die Museen u. s. w.
Die sehenswerten städtischen Sammlungen enthalten im Mezzanin das historische Museum, Funde aus der Römerzeit, (Saal I) Ansichten vom alten Wien, Volksszenen, Volksfiguren, Porträte, (Saal 11) Denkwürdigkeiten der älteren Stadtverwaltung, (Saal III) Gerichtswesen, Schwerter, Pranger, Zunftfahnen, Zunftladen, Münzen. In der nächsten Abteilung: Totenmasken von Erzherzog Karl, Beethoven, Hayden, Lenau; die Klaviere Mozarts und Schuberts; dann das Grillparzerzimmer mit den Originalmöbeln des Dichters, einem Ring Schillers, einer Dose MolRres. Weiter Gemäldesammlung: Fritz Kaulbach: der Tod Mozarts, Lenbach: Porträt Sempers, Makart: Charlotte Wolter als Messalina. Weitere Gemälde im „Liechtensteinzimmer“, Spenden dieses kunstsinnigen Fürsten, darunter prachtvolle Gemälde der alten Wiener Schule von Waldmüller, Peter Fendi, Dannhauser, Aigner, Füger.
Die städtische Waffensammlung im I. Stock, mit Rüstungen, Waffen und Trophäen aus der Türkenbelagerung. Die Büsten von Niklas Graf Salm, Herzog Karl von Lothringen, Graf Rüdiger von Starhemberg; 'in einem Glaskasten Schädel und Totenhemd des Großwesirs Kara Mustapha, der 1683 vor Wien befehligte.
Im Untergrund des Rathauses befindet sich der rasch zur Berühmtheit gelangte, künstlerisch
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Stadtseite: Vorstadtseite:
geschmückte Rathauskeller, wo sich täglich Hunderte an einem unverfälschten Tropfen „echten Österreichers“ stärken.
Hinter dem Rathause gegen die Landesgerichtsstraße zu, in einer Parkanlage, das Bronze-Denkmal des Erbauers des Rathauses, des Dombaumeisters Friedrich Schmidt, ein charakteristisches Werk von Eduard von Hofmann.
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Denkmal des Dombaumeisters Freih. v. Schmidt.
Vom Burgtheater bis zum äußeren Burgtore der Volks- garten mit seinem nach der Ringstraße abschließendem Gitter.
Anstoßend an den Rathauspark das Parlamentsgebäude,
ein monumentaler Bau im klassischen Stil hellenischer Blütezeit von Christian Hansen. Es besteht aus dem Abgeordnetenhaus (rechter Flügel) und dem Herrenhaus (linker Flügel), die beide nach außen selbständige, nur durch den Portikus des Haupteinganges verbundene Gebäude darstellen und bedeckt 16.000 m*. Von der Ringstraße führt zum säulengetragenen, hohen Portikus
Reichsratsgebäude mit Minerva-Brunnen.
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Sta dtseite: V orstadtseite:
des Mitteltraktes eine breite Rampe, die mit Standbildern der Redner und Geschichtsschreiber des Altertums geschmückt ist.
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Minerva-Brunnen vor dem Parlamentsgebäude.
Zwischen den beiden Rampenflügeln bot sich der Platz zur Errichtung eines prächtigen Brunnens. In weite Granitbecken stürzen rauschende
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Stadtseite s V orstadtseite:
Wasser; darüber baut sich das Werk auf. Eine 4 m hohe Minervagestalt krönt das Ganze. Unter der Göttin, die eine Nike in der rechten Hand hält, sitzen zwei weibliche Gestalten, welche die Gesetzgebung und die -Durchführung darstellen. Donau, Inn, Elbe und Moldau, sowie spielende Kinder sitzen am Brunnengrant. Schöpfer der Minerva ist Kund mann, als solcher der beiden allegorischen Figuren ist Härdtl zu nennen. (Der Marmor stammt aus den Laaser Werken der Firma Fritz Zeller & Comp.)
Der Brunnen und die Rampe mit dem Statuenschmucke, der dahinter äufragende Säulen- Portikus, die Seitenflügel, welche an den Enden rechts und links ebenfalls Säulenschmuck tragen, die vielen Statuen auf den Mauerzinnen und zwei große Flaggstöcke mit wehenden Fahnen zu beiden Seiten des Brunnens, geben ein heiteres, zugleich schmuckreiches Gesamtbild. Das Giebelfeld über dem Portikus ist ein Skulpturwerk Helmers und stellt den Kaiser dar, da er den Völkern Österreichs die Verfassung verleiht. Die Seitentrakte sind von je vier bronzenen Quadrigen gekrönt.
An den Portikus schließt sich im Innern das Atrium und an dieses der von 24 korinthischen Marmorsäulen getragene Mittelsaal, der Hauptraum des Mittelbaues. Die Wände sind mit kostbarem karrarischen Marmor bekleidet. An den Mittelsaal schließt sich zur rechten Seite der schön ausgeschmückte Sitzungssaal des Abgeordneten- links des Herrenhauses an. Daran stoßt noch eine Reihe von kleineren Sälen für die Minister, Ausschüsse, Bureaux, Klubs etc.
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Stadtseite: Yorstadtseite:
Hinter dem Reiehratsgebäude am Schmer- lingplatz ist der Justizpalast, Sitz der oberen und obersten Justizbehörden. Derselbe ist nach
Justizpalast
. (Zentralhalle).
den Plänen Wielemanns in deutscher Renaissance erbaut und besitzt eine imposante Zentralhalle mit einer Kolossalstatue der Justitia von Pen dl.
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Stadtseite:
Der Bellariastraße gegenüber der Eingang zum Saal und Garten des Volksgartens, in welchem Konzerte, Sommers auch Feste mit Gartenbeleuchtung abgehalten werden.
Vorstadtseite:
Hinter dem Justizpalast, an der Bellariastraße, liegt das
Deutsche Volkstheater, 1889
nach dem Plane der bekannten Theater-Architekten Fellner und Helmer im italienischen Renaissancestil erbaut. Der einfache
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Deutsches Volkstheater.
aber elegante Innenraum faßt 1873 Zuschauer. Das Deckengemälde enthält die Gestalten Ferdinand Raimunds und Anzengrubers, dann die Huldigung Vindobonas vor den Musen. Vor dem Theater steht das von Vogl in karrarischem Marmor ausgeführte Denkmal des Volksdramatikers Ferdinand Raimund.
Raimund-D enkmal.
(Vor dem Deutschen Volkstheater.)
Vom Parlamente und Schmerlingplatz weg, beginnt wieder der Burg ring, womit der Rundgang über die Ringstraße abgeschlossen ist.
Straßenbahn-Verkehr ab Ringstraße.
Die Ringstraße ist durchwegs in beiden Richtungen von der elektrischen Straßenbahn (mit Unterleitung) durchfahren. Von der Ringstraße aus verzweigt sich die Straßenbahn (mit Oberleitung) strahlenförmig nach den Vorstädten und Vororten.
Knotenpunkte der Abzweigungen von der Ringstraße sind, von der Burg aus genommen: die Babenbergerstraße, die Oper, der Schwarzenbergplatz, dieWollzeile (Stubentor), die Radetzky- und Aspernbrücke, die Ferdinandsbrücke, die Augartenbrücke, die Börse, die Schottengasse, das Parlament und die Bellaria.
Von der Babenbergerstraße führt eine Strecke über die Maria- hilferstr. und eine zweite durch die Gumpendorferstr. über Maria-
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hilf (VT. Bez.) nach Fünfhaus, Sechshaus, Rudolfsheim, Hietzing, (Schönbrunn) und Penzing (VI., XIV. u. XIII. Bez.).
Von der Oper aus zwei Schienenstränge.
Der Eine (Ansgang vom Neuen Markt im Innern der Stadt) nach Mariahilf (VI. Bez.), Margarethen, Meidling, Schönbrunn, (V. und XII. Bez.).
Der Andere über die Wieden (IV. Bez.) nach Matzleinsdort (V. Bez.).
Eine Abzweigung bei der Paulanerkirche führt über die Favoritenstraße (IV. Bez.) zur Südbahn und von dort aus, sich abermals gabelnd, durch die Laxenburger- und Himbergerstraße (X. Bez.).
Vom Schwarzenbergplatz (Ausgangspunkt Wallfischg. der inneren Stadt) durch die Heug. zur Süd- und Staatsbahn.
Ein zweiter Strang über den Renn weg (III. Bez.) zur Aspang- bahn und durch die Simmering’er Hauptstr. zum Schlachthaus und Zentral-Friedhof (XI. Bez.).
Von der Wollzeile und Stubenbrücke aus nach dem III. Bez.
Beim Invalidenhaus abzweigend ein Strang durch die Ungarg. und Fa sang. (III. Bez.) nach den südlichen Bahnhöfen.
Die Hauptstrecke über die Landstraßer Hauptstr. (III. Bez.) bis zum Schlachthaus und dort, anschließend an die Rennwegstrecke, durch die Simmeringer Hauptstr. (XI. Bez.) nach dem Zentralfriedhof, Schwechat und Kaiser-Ebersdorf.
Bei der Rochuskirche auf der Landstraßer Hauptstr. abzweigend, durch die Erdberger Hauptstr. nach der Kaiser Josefs-Brücke (III. Bez.) in den unteren Prater.
Von der Radetzky-Brücke durch die Radetzkystr.—Löweng.— Rasumoffskyg. (III. Bez.) nach der Sofienbrücke und durch die Wittelsbachg. (II. Bez.) bis zur Rotunde im Prater.
Von der Aspernbrücke durch die Praterstr. (II. Bez.) bis zum Praterstern, von wo aus fünf Linien ausstrahlen:
Durch die Franzensbrückenstr. nach dem III. Bez.
Durch die Ausstellungsstr. nach dem städt. Lagerhaus und der Rotunde.
Durch die Kronprinz Rudolfstr. nach der Kronprinz Rudolf- Brücke (II. Bez.) und darüber nach Donaufeld und Kagran.
Durch die Nordbahnstr. nach dem Nordwestbahnhof (XX. Bez.) und dem Kaiser Franz Josefsbahnhof (IX. Bez.).
Durch die Kaiser Josefstr. nach der Taborstr. (II- Bez.)
Von der Ferdinandsbrücke durch die Taborstr. (II. Bez.) zum Nordwestbahnhof und Dresdnerstr. (XX. Bez.) mit Abzweigung durch die Augartenstr. (II. Bez.) nach dem XX. Bez.
158
Von der Angartenbriicke durch die untere Augartenstr. nach der oberen mit Anschluß einerseits an die Taborstr., andererseits nach dem XX. Bez.
Von der Börse durch die Porzeilang, nach dem Franz Josefshahnhof (IX. Bez.) und weiter nach Nußdorf (XIX. Bez.).
Eine zweite Linie durch die Liecht enstein str. (IX. Bez.) nach Döbling und Nußdorf (XIX. Bez).
Von der Schottengasse (Votivkirche) durch die Währingerstr. (IX. und XVIII. Bez.) nach Weinhaus, Gersthof und Pützleinsdorf (XVIII. Bez.)
Eine zweite Linie durch die Al s er st r. (VIII. und IX. Bez.), die sich in der Nähe der Stadtbahn gabelt und über Jürger- und Hernalser- Hauptstr. nach Dornbach und Neuwaldegg (XVII. Bez.) führt und anderseits durch die Ottakringerstr. (zwischen XVI. und XVII. Bez.) nach dem Liebhartstal und Galizinberge (XVI. Bez.).
Vom Parlament durch die Stadion g. und Josefs'tädterstraß e (VIII. Bez.), weiter durch die Neulerchenfelderstr. (XVI. Bez.) nach dem Liebhartstal und Galizinberg.
Von der Bellariastr. eine Linie dui’ch die Lerchenfel der str. (zwischen VII. und VIII. Bez.) und durch die Thaliastr. (XVI. »Bez.) nach dem Liebhartstal und Galizinberg.
Eine zweite Linie durch die Burgg. (VII. Bez.) nach der Schmelz (XV. Bez.), und als Dampftramway durch die März str. (XV. Bez.) nach Breitensee, Baumgarten und Hütteldorf (XIV. Bez.).
Hinter dem Deutschen Volkstheater abzweigend, eine Linie durch die Westbahnstr. (VII. Bez.) nach der Schmelz (XV. Bez.)
Eine weitere Abzweigung über die Mariahilf er str. (VI. Bez.), Schönbrunn, Hietzing und Penzing.
Diese Str^ßenbahnstrecken, von der Ringstraße ausstrahlend, haben mehrfache Verbindung untereinder durch im Ringe um den Kern der Stadt laufende Linien. (Siehe den Plan.)
II. Bezirk, Leopoldstadt.
Der zweite Bezirk, zwischen dem Donaukanal und der regulierten Donau gelegen, ist einer der umfangreichsten und bevölkertsten sämtlicher Wiener Stadtbezirke. Ein lebhafter Handelsverkehr, namentlich mit Roli- und Naturprodukten, ist das Charakteristische dieses Stadtteiles. Die wichtigste und schönste Straße ist die breite Praterstraße, welche von der Asperngasse zum Prater führt. Sie trägt besonders an Sonn- und Feiertagen großstädtisches Gepräge und bietet solchenfalls mit ihren mehrfachen
Die Praterstraße.
(Links im Vordergründe das Carl-Theater.)
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Wagenkolonnen und den beiderseits dahineilenden Menschenströmen ein äußerst belebtes Bild.
Die bedeutendsten Gebäude in der Praterstraße sind: Das von den Architekten van der Null und Siccardsburg erbaute Carl-Theater, in welchem gegenwärtig zumeist Operetten aufgeführt werden.
Nicht weit von dem genannten Theater an der Einmündung der Roten Sterngasse erhebt sich eine stattliche in den Vierziger Jahren von Rüsner erbaute Pfarrkirche zu St. Johann von Nepomuk mit guten Freskobildern von Führich und Kupelwieser.
In der Tempelgasse, einer rechten Seitengasse der Praterstraße, steht der israelitische Tempel, ein Rohbau im maurischen Stil nach den Plänen Försters errichtet. Die Vorhalle zeigt schöne maurische Mosaik-Ornamente. Der Innenraum besteht aus einem Längsschiff und darüber von Säulen getragener Seitengalerie für Frauen. Die Decke ist reich mit Stückarbeit und Ornamentmalerei geziert. Zu bemängeln ist die Lage in der allzu engen Tempelgasse, wodurch die architektonische Wirkung des Gebäudes nicht zur Geltung gelangt.
In der Zirkusgasse (linke Parallelgasse der Praterstraße) ist der 1886 von Wiedenfeld erbaute, innerlich mit größtem Luxus ausgestattete Tempel der türkischen Judengemeinde, gleichfalls im maurischen Stil gehalten.
Ziemlich am Ausgange der Praterstraße, im venetianisch-gotischen Stil, der Dogenhof, ein Abbild des Palazzo Giustiniani, das Tor ein Abbild des Tores vom Dogenpalast in Venedig.
Vom Praterstern und dem Tegetthoff-Denkmal wurde bereits Erwähnung getan.
Beim Pr ater stern das Römische Bad, das schönste seiner Art in Wien.
Im nördlichen Teile der Leopoldstadt liegt der Augarten, ein großer im französischen Stil von Ferdinand III. angelegter Park mit einem Lustschloß, welches bis zur Erbauung des Schönbrunner Schlosses den Lieblingsaufenthalt des kaiserlichen Hauses bildete. Joseph II. machte diesen Park 1775 dem Publikum zugänglich; eine Marmortafel über dem Eingangsportal trägt die denkwürdigen Worte des edlen Fürsten: „Allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort von ihrem Schätzer“.
Der Augarten enthält auch eine Restauration, in der während der Sommersaison Nachmittags-Konzerte stattfinden.
Als bedeutende Verkehrsstraße des zweiten Bezirkes ist noch die Taborstraße zu nennen; sie führt von der Ferdinandsbrücke bis zur Taborlinie. In dieser Straße erhebt sich das stilvolle Gebäude der Frucht- und Mehlbörse, ein Werk des Architekten Professor König. Nicht weit davon das Kloster und Spital der Barmherzigen Brüder, wo Angehörige jeder Konfession unentgeltlich Pflege finden. Am Ende der Taborstraße der Nordwestbahnhof.
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Börse für landwirtschaftliche Produkte.
XX. Bezirk, Brigittenau.
Von dem II. Bezirke ist seit 1900 mit Zwischenbrücken als XX. Bezirk die Brigittenau abgetrennt.. Wir fügen diesen naturgemäß an die Beschreibung des II. Bezirkes an, wegen seiner Lage und Entstehung; Sehenswert ist die 1872 vom Domhaumeister F. Schmidt vollendete doppel- türmige Brigitta-Kirche im früh-gotischen Stil und der jüdische Jubi- läumstempel. Der ehemalige „Brigittenkirchtag“, ein Volksfest zum Gedächtnis an den zurückgeschlagenen Einfall der Schweden unter Torstenson, ist außer Übung gekommen.
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Von der Brigittenau führt die Kaiser Franz Josefs-Brücke über den regulierten Donaustrom nach dem Donauort Floridsdorf, welcher als Fahriksstadt großen Aufschwung genommen und als Einmündungsstelle des im Bau begriffenenen Donau-Oderkanals mit Hafenanlagen etc. eine noch bedeutsamere Zukunft vor sich hat. Das begreifliche Bestreben der Hauptstadt, den dort sich entwickelnden Verkehrsknotenpunkt in das politische Gemeindegebiet eingefügt zu sehen, hat zu Verhandlungen im Landtage mit der Regierung geführt, welche die Einverleibung von linksseitigen Donaugemeinden (Floridsdorf) als XXI. Bezirk in das Stadtgebiet Wiens bezwecken, dermalen aber noch nicht zum Abschluß gelangt sind. Die Anzahl der einzuverleibenden Gemeinden wäre zwölf und das ohnedies sehr ausgedehnte Stadtgebiet würde mit einem Schlage um 154 kwr mit einer Bevölkerung von etwa 60.000 Seelen vermehrt.
III. Bezirk, Landstraße.
Dieser Bezirk liegt östlich von der Inneren Stadt und wird teilweise vom Donaukanal und dem nunmehr eingewölbten Wienfluß begrenzt. Er ist geschäftlich weniger belebt als der zweite Nachbarbezirk, enthält aber dafür zum Teile ein elegantes Viertel, welches insbesondere der vornehmen Welt zum Wohnsitze dient. Er besitzt eine stattliche Anzahl öffentlicher Gebäude und stolze Privatpaläste des Adels, der meisten Botschafter und der Finanzaristokratie nebst schönen Gärten und Parkanlagen.
Nahe dem Donaukanal ist das Gebäude der 1881 von Baron Mundy begründeten Freiwilligen Eettungsanstalt, das Postfrachtenamt und das Hauptzollamt gelegen, seit Vollendung der Stadtbahn ein Hauptknotenpunkt des Lokalbahnverkehrs und ein Einmündungspunkt der Verbindungsbahn, durch welche die Nordbahn mit der Südbahn und Staatsbahn und bis nach Hütteldorf mit der Westbahn in direkte Verbindung gesetzt ist. In der nahen Hetzgasse die k. k. Post- und Telegraphen-Direktion.
Ferner am rechten Ufer des Donaukanals das große Dampfschifffahrts-Gebäude. Durch die Radetzky straße gelangt man zur St. Othmar-oder Weißgärberkirche, einem Ziegelrohbau des Dombaumeisters Friedrich Schmidt. Daneben das von van der Nüll und Siccardsburg erbaute Sophienbad, im Winter ein eleganter Ballsaal.
Die bedeutendste Straße des III. Bezirkes ist die Landstraßer Hauptstraße. Hier ist hervorzuheben das k. k. Invalidenhaus (Nr. 1), ein altes palaisartiges Gebäude, seit Kaiser Josef II. seinem gegenwärtigen Zwecke gewidmet. Im ersten Stockwerk befinden sich in einem großen Saal die Kr afft sehen Gemälde (Schlachten bei Aspern und Leipzig), ferner Marmorbüsten hervorragender österreichischer Feldherren vom Bildhauer
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Klieber und die Kriegergrnppe um Kaiser Franz Josef von Straß er. Der Altar der Kapelle hat ein treffliches Bild von Rafael Donner.
In der Beatrixgasse das Palais Modena mit Garten.
Eine linke Abzweigung der Hauptstraße ist die Rasumoffskygasse, welche die Geologische Reichsanstalt beherbergt. Diese besitzt reichhaltige mineralogische, paläontologische und geologische Sammlungen, ferner eine Bibliothek von zirka 20.000 Bänden und Karten.
Eine zweite bedeutende Verkehrsstraße ist der Renn weg, welcher von der Ringstraße aus bis zur St. Marxer Linie reicht, wo er sich mit der Landstraßer Hauptstraße zur Simmeringer Hauptstraße vereinigt.
Vom Hochstrahlbrunnen links zieht sich der Rennweg empor, rechts die Heugasse nach dem Süd- und Staatsbahnhof und dem Arsenal. Zwischen diesen beiden Straßenzügen liegen hinter- und übereinander die größten Gärten Wiens, der Schwarzenberg-, der Belvedere- und der botanische Garten.
Der Hochstrahlbrunnen selbst liegt in einer Gartenanlage; er wurde bei Vollendung der Hochquellenwasserleitung errichtet.
Die Hochquellen-Wasserleitung.
Die Schenkung des Kaiserbrunnens im Höllental durch Kaiser Franz Josef und der Stixensteinerquelle durch den Grafen Ernst Hoyos ermöglichten es der Gemeinde Wien, im Jahre 1867 das große Werk einer Wasserleitung von den Abhängen des Schneeberges in Angriff zu nehmen und 1873 zu vollenden. Nach einem Lauf von fast 100 Tcm gelangt das herrliche Gebirgs- wasser mittels großer Aquaeducte und getriebener Stollen nach Wien, wo es in den Reservoirs am Rosenhügel, auf der Schmelz, am Laaerberg und Wienerberg und auf der Aishöhe, die zusammen einen Fassungsraum von 30.000 m a haben, verteilt und auf Leitungen von 400 Tcm Länge den Häusern zugeführt wird. Seit Einführung des Hochquellenwassers sind die früher zeitweilig auftretenden Typhusepidemien ganz erloschen. Eine zweite „Kaiser Franz Josef Hochquellenleitung“ aus dem Gebiete der „Siebenseen“ in Steiermark ist infolge Ankaufs dieser Quellen beschlossene Tatsache.
Unmittelbar über dem Hochstrabibrunnen erhebt sich die Terrasse des Fürstlich Schwarzenberg’schen Palais, das mit zwei weit vorspringenden niederen Flügeln den großen Vorplatz umspannt, von Fischer von Erlach 1726 vollendet. Der Mittelbau mit Rampe und Kuppel macht einen stattlichen Eindruck. Reicher ist die Front gegen den Garten und berühmt ist der große Saal mit den Fresken von Gran. Der hinter dem Schloß gelegene, in den Sommermonaten dem Publikum geöffnete Garten
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ist einer der schönsten Wiens im französischen Geschmack. Auf der ersten Terrasse befindet sicli ein von Felsgrotten eingefaßter Teich und ein zweiter großer Teicli auf der obersten Terrasse.
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Schwarzenbergpalais mit Hochstrahlbrunnen.
Den Rennweg aufwärts liegt das k. k. Belvedere, ein vom Prinzen Eugen von Savoyen errichtetes Lustschloß mit Parkanlagen- Erbaut wurde das Schloß 1693—1724 nach Plänen des Architekten Hildebrand im italienischen Stile. Es besteht aus zwei Gebäuden: dem unteren Belvedere, welches bis 1890 die Ambrasersammlung (egyptische, griechische und
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römische Altertümer) enthielt und im genannten Jahre in das kunsthistorische Hofmuseum übertragen wurde, und dem oberen Belvedere, dem eigentlichen Schloß, in welchem sich vordem die Gemäldegalerie befand.
Nach dem Tode des Prinzen Eugen gelangte das Belvedere in den Besitz des kaiserlichen Hofes. Heute ist das Schloß zum Wohnsitze des Thronfolgers umgestaltet. Der Garten ist im Stil Le Notre gehalten; daseihst außer den alten Zopfstatuen und Sphinxen reizende Kinderfiguren von Hans Gasser. Von der obersten Terrasse einer der schönsten Überblicke über die innere Stadt. Die schmiedeeisernen Tore der Anlage mit üppigem Rankenwerk sind in der Kunstgeschichte bekannt. Der obere Ausgang des Belvedere führt nach dem k. k. Arsenal.
Den Rennweg hinauf sind noch bemerkenswert: links die polnische Nationalkirche, das Kloster der Salesianerinnen mit schöner Kuppelkirche und Gemälden von Pelegrini und Altomonte, das Palais Metternich, seitwärts in der Veitgasse die serbische St. Savakirche, in der Metternichstraße die russische Kirche, dann die Paläste und Gärten der deutschen, englischen und russischen Botschaft.
Rechts auf dem Rennweg der 10 ha große botanische Garten der Universität, 1755 von Maria Theresia angelegt, mit 10.000 teilweise seltenen Gewächsen, großen Gewächshäusern und einem botanischen Museum (Herbarium).
Daneben ist das große Neugebäude der k k. Hof- und Staatsdruckerei. Es ist dies eine Musteranstalt von europäischem Ruf. Sie beschäftigt über 1000 Arbeiter.
An der Ecke des Landstraßer Gürtels und der Jacquingasse das neue Barock-Palais, des Grafen Lanckoronski mit großartigen Kunstsammlungen.
Der Rennweg übersetzt sodann die tief eingeschnittene Verbindungsbahn (Haltestelle). Abwärts der Bahnstrecke links die Militär-Reitschule mit Giebelgruppe von Meixner. Rechts vom Rennweg ab der Aspang- Bahnhof.
Am Ausgange des Rennweges der städtische Zentral-Viehinarkt mit den Schlachthäusern. Der Viehmarkt besteht aus gedeckten Stallungen für 12.000, offenen Hallen für 30.000 Stück Vieh mit 2000 Ar Bodenfläche.
Von öffentlichen Anstalten im III. Bezirk sind noch zu nennen die Zentral-Markttialle, das k. k. Hauptmünzamt, das k. k. Militär- Tierarznei - Institut (linke Bahngasse), eine Schöpfung des Kaisers Joseph II., Lehranstalt für Tierheilkunde und Hufheschlag in Verbindung mit einem Tierspital und einschlägigen Sammlungen nebst botanischem Garten und einer Bibliothek.
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IV. Bezirk, Wieden.
Der IV. Bezirk ist durch den zum Teil nun überwölbten Wienfluß vom I. und VI. geschieden. Er zeichnet sich durch regen Geschäftsverkehr
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|A.usstellungs-Gebäude der „Sezession“.
aus und ist überdies nebst den benachbarten westlichen Bezirken der Sitz der rühmlichst bekannten Wiener Gewerbe-Industrie. Den Hauptzugang von der Inneren Stadt bildet die verlängerte Kärntnerstraße, an die sich die
Sezession.
(Interieur der XVII. Ausstellung.)
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Wiedner Hauptstraße, als wichtigste Verkehrsader des vierten Bezirkes anschließt.
Unmittelbar hinter der Kärntnerstraße breitet sich der durch die Überwölbung der Wien gewonnene und von der Stadtbahn unterfahrene Karlsplatz und der Obstmarkt, der sogenannte „Naschmarkt“ aus, die zusammen einen ausgedehnten, teilweise bepflanzten Platz bilden, eingerahmt von der Handelsakademie, dem Künstlerhaus, dem Musikvereinsgebäude, der Karlskirche, dem Polytechnikum, der evangelischen Schule, dem „Freihaus“, dem „Sezessionsgebäude“ und der Akademie der bildenden Künste — abgesehen von vielen Privatbauten. Inmitten des Platzes die Stadtbahnstation „Karlsplatz“. Der „Naschmarkt“ bietet ein bunt bewegtes, malerisches Bild. Die Zungenfertigkeit der Wiener Obstweiber, die der Volksmund mit dem Spitznamen „Fratschlerinnen“ bedacht hat, ist ebenso bekannt, als gefürchtet.
Die technische Hochschule ist ein aus dem Anfänge unseres Jahrhunderts stammendes Gebäude, das inzwischen mehrere Zubauten und Erweiterungen erfahren hat. Außer den erforderlichen Hör- und Zeichensälen besitzt die Polytechnik zahlreiche Sammlungen, insbesondere naturhistorische, physikalische, astronomische Kabinette und Laboratorien, eine reiche technologische Sammlung und eine stattliche Bibliothek. In der Gartenanlage vor dem Gebäude steht das nach Fernkorns Modell gegossene Standbild Ressels, des Erfinders der Dampfschiffschraube. Nicht weit davon die 1902 aufgestellte sehenswerte Brunnenfigur von Tilgner.
Ein weithin sichtbares Bauwerk von imposanter architektonischer Wirkung ist die Karlskirche; ein gewaltiger Kuppelbau im schönsten Barockstil, 1716—1737 von Kaiser Karl VI. zufolge eines während der Pestepidemie anno 1713 getanen Gelübdes nach dem Plane Fischers von Erlach erbaut. Einen besonders imponierenden Eindruck macht die ovale, 28 m hohe und 19 m im Durchmesser zählende Kuppel, ferner der schöne, auf sechs korinthischen Säulen ruhende Portikus mit einem Marmorrelief im Giebel. Die beiden Seiten des Portikus flankieren zwei riesige, 47 vi hohe, etwa 4 m starke Säulen, die vollständig mit Szenen aus dem Leben des Schutzpatrones der Kirche, des heil. Karl Borromäus, darstellenden Reliefs bedeckt sind. Dem herrlichen Äußeren entspricht auch der reich geschmückte Innenraum.
Nächst der Paulanerkirche (vor derselben hübscher Brunnen) zweigt sich von der Hauptstraße rechts die Schleifmühlgasse ab; links die Favoritenstraße, gleichfalls eine bedeutende stark frequentierte Verkehrsstraße, führt in den benachbarten X. Bezirk, Favoriten. Am Karolinenplatz die Elisabethkirche in früh-gotischem Stil 1866 von Bergmann. Das umfangreichste und interessanteste Gebäude dieser Straße ist die Theresianische Ritterakademie, gewöhnlich kurzweg „Theresianum“ genannt.
Die Karlskirche.
(Im Vordergründe Stadtbahn-Abfalirtelialle.)
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Kolschitzky-Denkmal.
Es war dies ursprünglich eine Sommerresidenz und der Lieblingsaufenthalt Kaiser Karl VI., namens „Favorita“. Von Maria Theresia wurde sie jedoch in eine Erziehungsanstalt für adelige Knaben umgewandelt. Die Anstalt hat Bibliothek, Park, botanischen Garten, Reit- und Schwimmschule u. a. m.
Anfangs der Favoritenstraße das Palais weiland Erzherzogs Karl Ludwig. An der Ecke der Kolschitzky- gasse über dem Kaffeehaus ein Standbild Kolschitzkys, ein Widmung des Kaffeehausbesitzers Zwirina an die Stadt Wien.
Ein Denkmal, darstellend die Sage „Die Teufelsmühle am Wiener Berg e“, steht in der Mayerhofgasse.
$13 Auf der Wiedner Hauptstraße das Palais Erzherzog Rainer mit großem Park. In der Alleegasse das Palais des ^Erzherzogs Leopold Salvator.
Y. Bezirk, Margarethen.
Der dem IV. westlich benachbarte V. Gemeindebezirk Margarethen grenzt nicht an die Innere Stadt. Er ist vornehmlich Sitz des Kleingewerbes. Die bedeutendsten Verkehrsadern sind hier die Schönbrunnerstraße (ehemals Hundsthurmerstraße) und die Matzleinsdorferstraße. Von öffentlichen Anstalten und Gebäuden sind außer dem Margarethenhof keine besonders hervorzuheben.
VI. Bezirk, Mariahilf.
Dieser Stadtbezirk erstreckt sich am linken Ufer der Wien und ist durch den Getreidemarkt von der Innern Stadt geschieden. Hier und in dem benachbarten Bezirke Neubau haben Gewerbe und Fabriksindustrie ihren Hauptsitz. Der Geschäftsverkehr ist demgemäß ein äußerst reger: die Mariahilfer Hauptstraße bildet die Hauptader desselben.
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Die Mariahilferstraße zählt zu den größten, schönsten und belebtesten Straßen der Residenz. Reiche Geschäftshäuser und Niederlagen, wie sie nur noch die Innere Stadt aufzuweisen hat, geben dieser Straße ein großstädtisches Gepräge. Zufolge ihrer besonders günstigen Lage, namentlich dadurch, daß sie die Grenzscheide zweier industriell hochentwickelter Bezirke (Mariahilf und Neubau) bildet, verdichtet sich hier der Verkehr der beiden Stadtteile.
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Raimund-Theater.
Die Mariahilferstraße setzt sich an eine Abzweigung des’jBurgrings, nämlich der Babenbergerstraße, an und führt bis in die westlichenfBezirke und nach Schönbrunn. Am Anfang links führt die RahlVtiege zum Getreidemarkt, am obersten ^Absatz steht das zierliche „Gänsemädchen“ von Wagner.
Die erste Kirche auf der linken Seite ist die Pfarrkirche St. Josef. Gegenüber das Riesengebäude der sogenannten Stiftskaserne mit weitläufigen Höfen und Nebengebäuden.
Anstoßend daran, Ecke der Stiftgasse, ist die Kirche zum heil. Kreuz, mit überaus zierlich gezeichnetem Turmhelm, aus dem vorigen Jahrhundert stammend; daran schließt sich in der Stiftgasse die Technische Miltärakademie an.
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Theater an der Wien.
Gegenüber der Kirchengasse erhebt sich die Pfarrkirche zu Mariahilf, vor welcher das Marmordenkmal des Tonkünstlers Haydn, des Componisten der österreichischen Volkshymne sich erhebt, ein Werk des Bildhauers Natter.
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Nächst der ehemaligen Mariahilfer-Linie zweigt links die Wallgasse ab; dort steht das 1893 von dem Architekten Roth erbaute Raimund- Theater, eine Volksbühne von trefflichen Leistungen. Fassungsraum 1600 Personen. Über dem Haupteingange erblickt man die Büste des bedeutendsten Dichters des Wiener Volksdramas, Ferdinand Raimunds.
Die nächst wichtigste Straße des Bezirkes ist die lange Oumpen- dorferstraße, welche gleichfalls von der Inneren Stadt zu den westlichen Bezirken führt. Am Anfang derselben liegt, mit vorliegendem Garten, die höchste militärische Bildungsanstalt, die Kriegsschule.
Bei Nr. 63 der Gumpendorferstraße beginnt der Eszterhäzygarten, früher Eigentum des großen Staatskanzlers Fürsten Kaunitz, mit einem palaisartigen Gebäude, das gegenwärtig ein Gymnasium und kommunale Ämter beherbergt.
Sehenswert ist ferner noch die Pfarrkirche zum heil. Ägydius aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts mit Statuen von Klieber und hübschen Bildern von Schmidt und Abel.
Weiter folgt die evangelische Kirche A. C.,_ nach Entwürfen der Architekten H a n s e n und Förster 1846 erbaut. Das Äußere der Kirche ist sehr einfach, beinahe schmucklos, ebenso das Innere; nichtsdestoweniger macht sie einen ernsten und würdigen Eindruck.
In der Magdalenenstraße, die längs des linken Wienufers führt, liegt das von Schikaneder anfangs unseres Jahrhunderts erbaute, neuerlich ausgestaltete Theater an der Wien (auch „Wiedener Theater“ genannt), auf dessen Bühne vorzugsweise Operetten aufgeführt werden.
VII. Bezirk, Neubau.
Er ist gleich dem sechsten Bezirk eines der industriereichsten und beliebtesten Viertel Wiens. Die Grenze gegen die Innere Stadt bildet die Hofstallstraße mit dem k. k. Hofstallgebäude und dem Deutschen Volkstheater, die wir bei „Ringstraße“ (Burgring) besprochen haben.
Überdies ist noch zu erwähnen das Palais der ungarischen Leibgarde, von Fischer von Erlach im Barockstil erbaut. Es weist reichen äußeren und inneren Schmuck auf.
Anfangs der Neustiftgasse, Kirche und Kloster der armenischen Mechithar'isten — im Volksmunde „Altglauber“ — neuestens stilvoll restauriert. Im Kloster-Speisesaal ein großes Wandgemälde von Schnorr von Carolsfeld. In der Burggasse ist eine Dreifaltigkeitssäule bemerkenswert. Dahinter der massige aber nüchterne Bau der St. Ulrichskirche. Altarbilder von Paul Troger.
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Eine bedeutende Straße des VII. Bezirkes ist die Kaiserstraße, welche die Mariahilf er straße mit der Lerchenfelderstraße verbindet. Hier erblickt man nahe dem Eingänge die im gotischen Stil errichtete Lazaristenkirche, erste Schöpfung des Meisters Friedrich Schmidt. In der Nähe befindet sich das Sophienspital für Frauen.
In der Lerchenfelderstraße erhebt sich an der Grenze des VIII. Bezirkes die Altlerchenfelder-Kirche (Zu den heiligen sieben Zufluchten), ein Ziegelrohbau in italienischem Bundbogenstil aus dem Jahre 1847. mit zwei 68 m hohen Türmen und einer achteckigen Kuppel. Das Innere der Kirche ist mit verschwenderischer Pracht ausgestattet. Decken und Wände sind allenthalben mit schönen Gemälden von Führich, Kupelwieser und Engerth, den berühmtesten Malern jener Zeit geschmückt. Die Entwürfe zu Altären, Kanzel und Lustern stammen von van der Nüll.
VIII. Bezirk, Josefstadt
liegt westlich von der Inneren Stadt und wird von dieser durch die Auersperg- und Landesgerichtsstraße geschieden.
In der Auerspergstraße, Ecke der Lerchenfelderstraße, liegt das vornehme Palais des Fürsten Auersperg, eines der vielen schönen Baudenkmäler des genialen Baumeisters und Architekten Fischer von Erlach.
In der anschließenden Landesgerichtsstraße das Militärgeographische Institut (Nr. 7), ein stattlicher Bau, dessen Giebel einen Riesenglobus trägt. Aufgabe dieses Institutes ist die Herstellung der zu militärischen Zwecken dienenden „Generalstabskarten“.
Anstoßend befindet sich das gräfl. Czernin’sche Palais (Nr. 9) mit wertvoller Gemäldegalerie, deren Besichtigung allgememein zugänglich ist. (Siehe unter „Sehenswürdigkeiten“.) Die Galerie zählt an 350 Bilder nebst einer Anzahl antiker Skulpturwerke.
An der Einmündung der Landesgerichts- in die Alserstraße liegt der düstere, festungsartige Bau des k. k. Landesgerichtes in Strafsachen. Das Äußere dieses Gebäudes entspricht vollkommen dem ernsten, düsteren Zweck desselben. In einem der inneren Höfe findet die Hinrichtung der zum Tode Verurteilten statt.
Eine Hauptstraße des VIII. Bezirkes ist die Josefstädterstraße. Hier ist zu nennen das Josefstädter Theater, ein kleineres, Operetten, Possen oder Volksstücken gewidmetes Bühnenhaus aus dem vorigen Jahrhundert. In der Nähe des Theaters die Piaristenkirche zu Maria Treu, 1716 vollendet; die Türme wurden 1860 ausgebaut. Gemälde von Brand, Rahl u. a. Im Stifte das Löwenburg’sche Knabenkonvikt.
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Nahe dem Ende der Josefstädterstraße liegt das weitläufige Gebäude der Kavallerie-Kaserne. Dieser gegenüber das von Josef II. gegründete Z ivil-Mädchen-Pensionat für Beamtentöchter.
An der Stadtbahn die von Wielemanns 1899 vollendete Breitenfelder Kirche, ein hübscher Ziegelrohbau in Formen der Frührenaissance.
IX. Bezirk, Alsergrund.
Der neunte Bezirk erstreckt sich in nordwestlicher Richtung von der Inneren Stadt und wird im Osten vom Donaukanal begrenzt. Das Charakteristische dieses Stadtteiles ist die große Anzahl von Heilanstalten und medizinischen Instituten, die hier ihr Heim haben.
Am Ausgange des Schottenringes liegt der Maximilianplatz, mit der Votivkirche. (Siehe „Ringstraße“.) Rechts von ihr beginnt die Währinger- straße, links die Universitäts- dann Alserstraße.
Die Grenzstraße gegen den VIII. Bezirk ist die Alserstraße. In ihr breitet sich rechts der schier unübersehbare Gebäudekomplex des Allgemeinen Krankenhauses aus (Nr. 4). Der Riesenbau wurde von dem edlen Kaiser Josef II. 1784 der leidenden Menschheit errichtet, „saluti et solatio aegrorum“, wie eine marmorne Gedenktafel über dem Haupttore verkündet. Das Krankenhaus enthält eine Reihe geräumiger, mit Bäumen bepflanzter Höfe und bedeckt insgesammt mehr als 10 ha. In 93 großen Sälen sind über 2000 Betten untergebracht, doch kann nötigenfalls der Belegraum bis auf 3000 gebracht werden. Überdies sind auch hier die Universitätskliniken und das Gebärhaus nebst sonstigen wissenschaftlichen Zwecken gewidmeten Lokalitäten untergebracht. Ein ganzer Stab von Professoren, Ärzten und Verwaltungsbeamten samt dem erforderlichen Hilfspersonal besorgt die Krankenpflege. Trotz der musterhaften Leitung und Verwaltung erweist sich das Allgemeine Krankenhaus der Größe der an dasselbe gestellten Anforderungen nicht gewachsen, weshalb eine Verlegung und Vergrößerung geplant ist und bereits mit dem Landesausschusse und der Wiener Stadtgemeinde Verhandlungen zum Abschlüsse gelangten, denen zufolge das Landes-Irrenhaus und das städtische Pfründnerhaus in der Spitalgasse zu Neubauten für das Spital vom Staate erworben wurden.
Die alte sanitätswidrige „Alserkaserne“ für 6000 Mann, gegenüber dem Landesgerichtsgebäude, ist ebenfalls zum Abbruch bestimmt.
Hinter dem Allgemeinen Krankenhause in der Lazarethgasse (Nr. 14) befindet sich die Landes-Irrenanstalt, ein zweckmäßiger, von ausgedehnten Gärten umgebener Bau mit einem Fassungsraum für 800 Kranke, Erbauer der Anstalt ist der Architekt Fellner. Gegenüber ist noch der düstere, alte „Narrenturm“ sichtbar, im Volksmund genannt: „Kaiser Josefs Gugelhupf“.
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In der Alserstraße befindet sich noch die Findelanstalt (Nr. 23), eine Gründung Josefs II.
Die wichtigste Verkehrsstraße des IX. Bezirkes ist die Währinger- str aß e.
Nr. 8 das Marine-Kommando, Nr. 10 ist das Chemische Laboratorium der Universität, ein zierlicher Rohbau des Architekten Ferstl; es enthält einen großen, amphitheatralisch erbauten Hörsaal für 350 Zuhörer und Laboratorien. Das Innere weist schönen architektonischen Schmuck auf.
Hinter der Votivkirche in der Schwarzspanierstraße, das Schwarzspanierhaus, Beethovens Sterbehaus. Nebenan die ehemalige Basilika der Schwarzspaniermönche, deren Kloster von Josef II. aufgehoben wurde; sie dient jetzt als evangelische und griechisch-orthodoxe Garnisonskirche.
Weiters auf der Währingerstraße:
Gebäude Nr. 11, ein schmucker Neubau, enthält die Anatomie. Die Räumlichkeiten umfassen mehrere Hörsäle und zahreiche nredizinische Sammlungen, Institute und Laboratorien.
Unfern reiht sich das Josefinum an (Nr. 25), welches 1784 von Kaiser Josef II. als medizinisch-chirurgische Militär-Akademie errichtet, vor 25 Jahren jedoch aufgelöst wurde. Teile desselben wurden mit dem dahinter situierten Garnisonsspitale in der van Swietengasse vei’bunden. Im Hauptgebäude ist das Museum anatomisch-pathologischer Präparate untergebracht, (Siehe „Sehenswürdigkeiten“.)
Unweit das allgemeine Versorgungshaus für 1600 Pfründner und das Bürgerversorgungshaus für 1400 Personen. Diese Anstalten werden nach Speising bei Hietzung verlegt, woselbst ein Riesenbau mit großer Kirche aufgeführt wird.
Währingerstraße (Nr. 59) ist das Technologische Gewerbe-Museum
mit interessanten Sammlungen aus dem Gebiete der Industrie und der Elektrotechnik. (Besichtigung siehe unter Sehenswürdigkeiten.) In der Nähe der Nußdorferstraße unfern der Stadtbahn-Haltstelle „Nußdorferstraße“ die nach außen vollendete Canisiuskirche der Jesuiten mit Kollegium. Am Ende der Straße wurde im Dezember 1898 anläßlich des 50jährigen Regierungs- jubiläums Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. das Kaiser-Jubiläums- Stadttheater eröffnet. Aufgeführt werden zumeist Volksstücke.
In der Nußdorferstraße das Colosseum, ein beliebter Vergnügungsort, ein Bau in deutscher Renaissance vom Architekten Stephann. Große Ball- und Konzertsäle im Innern. In der Waisenhausgasse das k. k. Waisenhaus für Knaben mit doppeltürmiger Kirche. Das ehemalige Kinsky’sche Palais in der Berggasse beherbergt gegenwärtig das in seiner Art einzige
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Handelsmuseum. Ans dem orientalischen Museum hervorgegangen, dessen Bestände noch immer den Stock der Sammlungen bilden, hat sich die neue Anstalt weitere Ziele gesteckt, indem es auch der abendländischen modernen Kunst und dem Kunstgewerbe Raum gibt. Im Mezzanin Musterkollektionen moderner englischer, dann der nach alten Mustern gearbeiteten französischen und italienischen Renaissancemöbel. Im 1. Stockwerk enthält Saal I die indischen, japanischen und chinesischen Metall- und Emailarbeiten, im Saal II sind die berühmten Poterien aus China und Japan und alte Fayencen untergebracht. Saal III enthält Textilarbeiten, namentlich chinesische Prachtgewänder. Der mit französischen Brokattapeten bekleidete kleine Saal dient zur Aufstellung orientalischer Kleinkunst in Edelmetall, darunter Arbeiten von erlesener Ausführung, wie das. Kaffeeservice aus Goldfiligran, ein Geschenk des Khedive an den Kaiser. Überraschend wirkt der Ecksaal, der mit durchaus echten Gegenständen in das Innere eines japanischen Tempels verwandelt ist.
Zwischen Porzellangasse und Liechtensteinstraße steht das stolze Palais des Fürsten Liechtenstein im Barockstil von Martinelli und Fischer von Erlach zu Anfang des vorigen Jahrhunderts aufgeführt.
Im Vordertrakte ist die berühmte Liechtenstein’sche Gemälde-Galerie, die reichhaltigste und schönste Wiener Privatsammlung; sie zählt etwa 800 Bilder in 23 Sälen. Stark vertreten ist die niederländische Schule. Auffallend ist die Zahl der berühmtesten alten Meister, wie Rubens, van Dyck und Teniers. Das Liechtenstein’sche Palais ist in einem großen, schattigen Park gelegen, welcher zur Sommerzeit dem allgemeinen Besuche offen steht. Die Galerie wurde vom Fürsten Johann Adam errichtet, der Gartenpalast für dieselbe 1702 nach dem Entwürfe Martinellis.
X. Bezirk, Favoriten.
An den IV. Bezirk stößt in südlicher Richtung der X. Bezirk: Favoriten, vornehmlich Heimstätte der großen Fabriken und hat demgemäß eine dichte Arbeiterbevölkerung mit starkem tschechischen Einschlag.
Gleich am Ausgange der Favoritenstraße liegen einander gegenüber die ausgedehnten Bauten des Staats- und Südhahnhofes nebst einer Anzahl Nebengebäude und Maschinenwerkstätten.
Unmittelbar hinter dem Staatsbahnhofe reiht sich der Gebäudekomplex des Artillerie-Arsenals an, eine der großartigsten Anstalten sowohl in baulicher, als auch in technischer Beziehung. Im Grundriß stellt es sich als ein Rechteck von 690 m Länge.und 480 m Breite dar mit einem Flächeninhalt von etwa 33 ha. Dieses Rechteck wird durch 16 miteinander verbundene Gebäude gebildet; an den vier Ecken und in der Mitte
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der Längsseiten sind vorspringende Kasernenblöcke. Diese Gebäude sind von den Architekten van der Nüll und Siccardsburg ausgeführt. Sämtliche Baulichkeiten sind im Ziegelrohbau aufgeführt und zeigen eine einfache, fast schmucklose Fassade. Eine Ausnahme hievon bildet das von Hansen im romanisch-byzantinischen Stile entworfene Heeres-Museum, ein wirkungsvoller Kuppelbau, dessen prächtige, von zwölf Säulengruppen getragene Vorhalle eine stattliche Reihe marmorner Standbilder der bedeutendsten österreichischen Feldherrn zeigt. Ein Saal des rechten Erdgeschoßes birgt eine Sammlung von Geschützen und interessanten Feuerwaffen, ein linker Parterresaal eine Sammlung von Gewehren, das luxuriös ausgestattete Treppenhaus enthält zumeist militärische Tugenden personifizierende Deeken- Fresken von Rahl und eine Marmorgruppe, die „Austria“, von Johannes Benk.
Im ersten Stockwerke befindet sich die Ruhmeshalle, bestehend aus einem Kuppelsaal und vier kleineren Nebensälen. Die vielen Fresken daselbst rühren von Bl aas her und stellen Ereignisse aus der österreichischen Geschichte dar.
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Denkmal
„Zur Spinnerin am Kreuz
Ausgestellt ist hier eine Sammlung österreichischer Waffen in historischer Anordnung, dann erbeutete Waffen, Fahnen und sonstige Siegestrophäen, ferner historisch bedeutsame Gegenstände, Reliquien, Dokumente etc. Der Marschallstab Radetzkys wurde von einem Langfinger entwendet.
Im Hof des Museums sind links alte österreichische und rechts eroberte Geschütze aufgestellt. Hinter dem Heeres-Museum liegen die großartigen technischen Werkstätten, und zwar die Gewehrfabrik mit elf Trakten, die Geschützgießerei und -Bohrerei, Adjustierungs-, Schmiede- und Maschinenwerkstätten, Munitionsgießerei, Reparaturenwerkstätte u. a. Hier befindet sich auch die aeronautische Anstalt.
(Bezüglich der Besichtigung siehe „Sehenswürdigkeiten“.)
Auf dem Keplerplatz der dreischiffige gotische Hallenbau der St. Johann-Evangelistkirche von Bergmann, weiter oberhalb die sehr sehenswerte neue doppeltürmige mit großer Kuppel von Neumann erbaute St. Antoniuskirche, ein imposantes Bauwerk in romanischem t( Stil; bemerkenswert darin eine von Bernhard modellierte, in Kupfer getriebene Heilandsstatue.
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Gleich beim Südbahnviadukt liegt der mit 1. Jänner 1903 zur Auflassung bestimmte evangelische Friedhof mit schöner, kleiner von Theophil von Hansen erbauter Kuppe|lk]irc[he, eingeweiht 1861. Der Friedhof enthält eine außerordentlich große Anzahl von Denkmälern berühmter Persönlichkeiten. Unweit des evangelischen der seit einem Menschenalter geschlossene katholische Matzleinsdorf er Friedhof, von dem die bedeutenden Monumente schon entfernt sind.
Von sonstigen öffentlichen Anstalten des X. Bezirkes ist noch hervorzuheben ein Epidemiespital, daneben das Kaiser Franz Josef- Spital in der Triesterstraße, welches nach den neuesten hygienischen Grundsätzen im Pavillonsystem erbaut ist.
Unweit davon, an der Triesterstraße, eine 15 m hohe sehr zierliche gotische Denksäule, die sagenumwobene „Spinnerin am Kreuz“.
Hier befand sich früher die Bichtstätte.
Fernhin sichtbar steht der runde, massige Wasserturm mit dem Beservoir für die höchstgelegenen Teile der Stadt. Gruppen von fünf Personen können gegen Karten vom Magistratsdepartement VII (Bathaus) unentgeltlich diesen Turm besteigen.Lohnend ist von demselben der Ausblick über die nahegelegenen weitausgedehnten Ziegeleien.
Die neuen Bezirke (XI—XX).
Durch die im Jahre 1891 erfolgte zweite Stadterweiterung wurde eine Beihe angrenzender Vororte und Nachbargemeinden dem Wiener Stadtgebiet einverleibt. Diese neu hinzugekommenen Gebiete gliedern sich in zehn neue Bezirke (XI—XX). Die meisten dieser neuen Stadtteile zeichnen
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sich durch großen G-ewerbefleiß aus; sie besitzen viele Fabriken und sind zumeist Wohnorte der Arbeiter und Kleingewerbetreibenden. Einige sind zufolge ihrer günstigen Lage auch als Sommerfrischen, Ausflugsorte oder Wohnsitze der vornehmen Welt beliebt; diese tragen mehr ländliches Gepräge.
Der XI. Bezirk, Simmering, grenzt an den III. und X. Bezirk. Auf seinem Gebiete ist der Zentralfriedhof gelegen, den wir .unter „Umgebung“ behandelt haben. Nahe dem Donaukanale liegen das großartige neue städtische Gaswerk und die städtischen Elektrizitätswerke.
XII. Bezirk, Meidling. Dieser Bezirk umfaßt die bisherigen Vororte und Ortsgemeinden Gaudenzdorf, Ober- und Unter-Meidling und Hetzendorf. Meidling liegt an der Südbahn und ist vom Südhahnhof aus die erste Station. Die Schönbrunnerstraße ist hier die Hauptverkehrsader; sie führt zum Schönbrunner Schloßpark.
Das städtische Theresienbad ist wegen der den Römern bereits bekannten Schwefelquellen stark benützt. Auch das sog. Pfann’sclie Mineralbad hat eine Schwefelquelle.
Durch die sanft ansteigende Zenogasse gelangt man zu der schön gelegenen, bereits erwähnten Meierei Tivoli, die namentlich im Sommer sich großen Zuspruches erfreut. Am oberen Ende des Tivoli führt ein zweites Tor in den Schönbrunner Park.
Vom Tor führt eine Allee in den Villenort Hetzendorf, zweite Station der Südbahn mit dem bereits erwähnten kaiserlichen Lustschloß.
XIII, Bezirk, Hietzing. Hier liegt in östlicher Richtung das kaiserliche Lustschloß Schönbrunn, welches wir bereits eingehend geschildert haben.
Am linken Ufer des Wienflusses liegt Penzing mit vielen Landsitzen, darunter insbesonders die schöne Villa des Herzogs von Cuinberland mit großem Park. In der Penzinger Kirche Rothmanns Grabdenkmal von Tine 11a, künstlerisch äußerst wertvoll.
An Hietzing schließt sich an: Speising, wo dermalen das großartige neue Pfründnerhaus der Stadt Wien erbaut wird. (Siehe IX. Bezirk). Bis nach Hütteldorf bildet der 2576 ha große kaiserliche Tiergarten, von dem unter „Ausflüge mit der Westbahn“ gesprochen wird, die Grenze des Stadt-Gebietes. In Ober-St. Veit, Sommerresidenz des Fürsterzbischofs, mit Park und Jesuiten-Kolleg. In der Nähe die schön gelegene „Einsiedelei“ und des „Himmelhof“, Meiereien mit Cafd. Bei Penzing liegt Breitensee, stattliche von Zatzka neuerbaute gotische Pfarrkirche zum hl. Laurenz, ferner Baumgarten, dessen Schlößchen des Grafen Hadik mit sehr hübschem Park zu einem beliebten Ausflugsort (Baumgartener Kasino) umgestaltet wurde. Längs der Linie der Dampftramway Neubaugürtel-Hütteldorf liegt das überaus stattliche neue Militär-Kad etten-Institut für Landwehr mit großem schattigen Park und die neue Reiter- und Landwehrkaseme, ein imposanter Bau.
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XIV. Bezirk, Rudolfsheim. Zu diesem gehört zum Teil der große Exerzierplatz, die „Schmelz“, auf dem Manöver und Truppenschauen stattfinden. Auf dem höchsten Punkte der Schmelz der Eingang zu dem größten Hochquellen-Sammelbecken mit einem Eassungsraum von 10.000 m 3 . Das ehemals in diesem Bezirke bestandene „Schwender- Kolosseum“ hat Wohngebäuden Platz gemacht. Von Baulichkeiten im Bezirke sind sehenswert die neue romanische Kirche der Klosterfrauen von St. Anton in der Idagasse, noch mehr aber die am Kar dinal-Rausch er- Platz in außerordentlich günstiger Lage befindliche Budolfs-Kirche von Schade, eine der stattlichsten gotischen Kirchenbauten Neu-Wiens. Die freistehende Kirche ist weithin sichtbar.
7m* * 5e
Miiii h
*wmm
Westhahnhof
(Mit der Stadtbahnstation).
XV. Bezirk, Fünfhaus. Dieser Bezirk bildet die Fortsetzung der Maria- hilferstraße und enthält den Bahnhof der Westhahn (Marmorstatue der Kaiserin Elisabeth von Hans Gasser) und an der Linie der Stadtbahn die vom|Dombaumeister Friedrich Schmidt 1875 vollendete prachtvolle Kirche Mjaria zum [Sijege. Sie ist konstruktiv eine der interessantesten Kirchenbauten JWiens, ein neugotischer Zentralbau mit mächtiger Kuppel, die auf acht schlank gegliederten Pfeilern ruht. Das Portal wird von zwei Türmen flankiert. Um das Achteck geht ein Kapellenkranz. Die Kuppel ist mit Eisenkonstruktion eingedeckt, die in einer Laterne gipfelt. Der Bau ist von prächtiger perspektivischer Wirkung.
Zwischen Neubaugürtel und der Schmelz liegt der seit einem Menschenalter aufgelassene alte Schmelzer Friedhof, auf dem nur noch wenige bemerkenswerte Grabdenkmäler (K. Rahl, J. N. Vogel) zurückblieben.
XVI. Bezirk, Ottakring. Er umschließt die vormaligen Ortsgemeinden Ottakring und Neulerchenfeld und ist der bevölkertste von den neuen Bezirken. Der Verkehr geht vornehmlich über die Ottakringer Hauptstraße, deren Verlängerung zum jGalizinberg führt.
Kirche im XV. Bezirk
(Fünfhauser Kirche).
Das bemerkenswerteste Gebäude dieses Bezirkes ist die von Wielemanns und Reuter 1898 vollendete Pfarrkirche zur heil. Familie, eine der größten Kirchen Wiens mit zwei massigen Türmen an der Front und zwei kleineren Seitentürmen, innen sehr stimmungsvoll. Ein in Ziegelrohbau ausgeführter gotischer Hallenbau, der 3000 Personen umfaßt.
Von dort führt der Weg ins Liebhartstal und auf den Galizin- berg mit Schloß und Park des Erzherzogs Rainer. Der Weg bietet lohnende Spazierwege nach allen Richtungen, genau markiert. Am Flötzer-
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steig steht die Stiftung der verstorbenen Fürstin Montleart, das Wilhelminenspital. In dessen Nähe wird von der Wiener Stadtgemeinde das Kaiser Franz Josef - Kinderspital nach allen modernen Anforderungen erbaut. Unfern des Wilhelminen-Spitals die Lobmeyr’schen Arheiter-Stif tungshäuser und auf einem Hügel oberhalb des Ottakringer Friedhofs gelegen, weithin sichtbar, das kuppeltragende Gebäude der Kuffner’sehen Sternwarte.
Über den Galizinberg, der von dem ehemaligen Besitzer Fürst Galizin den Namen trägt, führen schattige Waldwege zur Jubiläumswarte, dann nach Hütteldorf und Dornbach.
XVII. Bezirk, Hernals. In der Calvarienberggasse liegt die stilvoll umgebaute Kirche zum heil. Bartholomäus, die im Inneren schöne Altarbilder von Schuppen und Brand enthält. Das Gnadenbild der heil. Maria soll 1683 von den Türken als Ziel bei ihren Schießübungen benützt worden sein. Außen windet sich um die Kirche eine mit den Leidensstationen versehene originell aussehende Stiegenanlage, ein sogenannter „Kreuzweg“, der in der Fastenzeit zahlreichen Besuch findet. Unmittelbar gegenüber der Kirche liegen die umfangreichen Baulichkeiten des von Kaiser Josef II. gegründeten Erziehungsinstitutes für Offizierstöchter mit eigener Kapelle und großem Garten.
Eine zweite Kirche, die zur heil. Maria von der immerwährenden Hilfe bei dem Kloster der PP. Redemptoristen, befindet sich am Clemens Hofbauerplatz, ein asketisch aussehender, sehr geräumiger Backsteinbau in frühgotischem Stil, wie er von den Nachahmern Fried. Schmidts gerne angewendet wird. Der Turmhelm bietet einen schönen Anblick. Auf dem HernalserArkaden -Friedhofe viele schöne Denkmäler, znmal berühmter Kliniker.
Von der Fortsetzung der Hernalser Hauptstraße: Dornbach und Neuwaldegg wird an anderer Stelle berichtet. Diese Orte sind mit anderen klassische Stätten des Volkslebens beim „Heurigen“.
XVIII. Bezirk, Währing. Am Währinger Gürtel, schräg gegenüber dem Jubiläums-Stadttheater das Krankenhaus der israelitischen Religionsgemeinde, eine Widmung des Baron Rothschild von Stiasny ausgeführt, mit Park.
In der Martinsstraße, auf dem ehemals so genannten „Ganserlberg“, die von Bach und Schöne in höchst wirkungsvollen, gotischen Formen neuerbaute, 1898, geweihte evangelische Jubiläümskirche mit dem „Lutherhof“. Diese Kirche war die erste in Wien mit elektrischer Beleuchtung.
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In der Kreuzgasse Aas „Haus der Barmherzigkeit“, ein Spital für Unheilbare, eine imposante, segensreich wirkende Anstalt. Schräg gegenüber die neue gotische doppeltürmige Severinus-Kirche der Lazaristen mit Kloster; in der Nähe Schloß mit großem schattigen Park des Fürsten Czartoryski.
» I
Kaiser-Jubiläums-Stadttheater
(Währinger Gürtel).
Auf der Währinger Hauptstraße das schmucke Währinger Rathaus mit Turm und Uhr.
Sehenswert ist das bis in den XIX. Bezirk sich fortsetzende sogenannte Cottage-Viertel, eine Anlage von reizenden villenartigen Familienhäusern, die sämtlich von freundlichen Gärten umgeben sind. Auf der Höhe liegt der neu ^geschaffene öffentliche, 80.000 m 8 große, von Sonnholz im englischen Stil angelegte Türkenschanz-Park (auf einer Bodenschwellung, die in der Schlacht am 12. September 1683 von den Türken hartnäckig verteidigt wurde), mit einem Aussichtstunne, von dem aus sich dem Beschauer
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ein Rundblick auf Wien und Umgebung darbietet. Großer Restaurationsgarten im Park.
Südlich vom Park ragt das Gebäude der Sternwarte empor; sie ist ein von den Architekten Fellner und Helmer im Renaissancestil errichteter Bau, der an Zweckmäßigkeit mustergiltig genannt wird. Er besitzt mehrere aus Eisen gebaute Kuppeln, welche derart konstruiert sind, daß sie nach Bedarf gedreht und geölfnet werden können. Die Postamente von besonders empfindlichen Beobachtungs-Instrumenten sind, um störende Schwankungen zu vermeiden, abgesondert auf tiefen Untergrund gestellt. Das grüßte Fernrohr der Sternwarte hat 68 cm Öffnung und 30 englische Fuß Länge.
Nur durch eine Straße vom Türkenschanzpark getrennt, steht das neue imposante Gebäude der Hochschule für Bodenkultur mit Versuchsgärten; weiter abwärts an der Türkenschanze, in Wein haus, die neue gotische Josefs-Votiv-Pfarrkirche, F. Schmidts letzter Bau, der damit bewies, daß die strenge Form der Frühgotik künstlerisch auszugestalten ist.
In der Verlängerung der Weinhauserstraße, an dieser Kirche vorbei führt die elektrische Bahn nach Gersthof, woselbst auf einem Hügel freistehend eine neue gotische Pfarrkirche zum hl. Leopold steht.
Von Gersthof führt eine hübsche Allee nach dem Villenort Pötz- lei ns dorf, der auch mittels Straßenbahn vom Schottentor aus zu erreichen ist. Unweit davon die ländlichen Villenorte Neustift am Wald und Salmannsdorf in höchst freundlicher Lage. (Restauration „Schafbergalpe“).
XIX. Bezirk, Döbling. Da zu diesem Bezirke die beliebten Wiener Ausflugsorte Grinzing, Sievering, Nußdorf u. a. gehören, wird von diesen unter „Ausflüge“ des näheren berichtet.
Oberdöbling trägt bereits mehr städtischen Charakter, während Unterdöbling noch ländlich aussieht. Die Straße senkt sich bei einer kleinen Klosterkirche und dem durch eine Marmortafel gekennzeichneten Wohnhaus Theodor Körners, um bei dem „Rudolfinum“, Krankenhaus, einer Pflegerinnen-Lehranstalt, wieder zur „Hohen Warte“ emporzuklimmen, wo dann vollständig der Villen Charakter vorherrscht. Dortselbst das israelitische Blindeninstitut, gestiftet von Königswarter.
Gleich links außer der ehemaligen Nußdorferlinie kommt man zu dem aufgelassenen Währing er Friedhof, der die Gräber des berühmten Mediziners Johann Oppolzer, des Staatsmannes und Publizisten Friedr. von Gentz, des verdienstvollen Hoftheaterdirektors und Schriftstellers Schreyvogel, der fruchtbaren Schriftstellerin Karoline Pichler, des standrechtlich erschossenen Kommandanten von Wien im Jahre 1848 Wenzel Messenhauser und des Malers Kupelwieser enthält. Auch der anstoßende israelitische Friedhof mit vielen prunkvollen Monumenten
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und den Gräbern der Dichter Moriz Hartmann und Hermann Mosenthal ist geschlossen. In der Billrothstraße die Heilanstalt Obersteiner für Gemütskranke.
In Döbling haben neuestens die französischen Trinitariei'mönche ein Kloster mit doppeltürmiger Kirche errichtet.
Der XX. Bezirk ist im Anschlüsse an den II. Bezirk behandelt.
K. k. priv. Eisenbahn Wien-Aspang-Schneebergbahn.
©irecte
Von Wien Aspangbahnhof beziehungsweise Hanptzollamt nach und von:
Asjmng, Puchberg, Hochschneeberg, Gutenstein, Hainfeld und Oedenburg.
ab WienAspangbhf. I 51 s* 7 00 *, 8 00 **, ll 00 , 3 45 , 6^
an Wien Aspangblif. 8 23 ,9 17 , l 10 ,2 13 ,5 M , 6 ^,922*, 10 ös ***, |i
* Ab resp. an Hauptzollamt. — | 1 An Sonn- und Feiertagen
ab 17. Mai.
** An Sonn- und Feiertagen ab 17. Mai, ab 19. Juli bis 13. September täglich ab Hauptzollamt.
*** An Sonn- und Feiertagen nach Hauptzollamt. 235
Fahrtdauer von "Wien nach Aspang oder Puchberg 2*/ a Stunden.
Umgebung Wiens.
Allgemeines.
Unter den europäischen Hauptstädten darf Wien in Bezug auf den landschaftlichen Rahmen des in architektonischer Pracht schimmernden Stadtbildes einen ersten Rang beanspruchen. Den lieblichen Naturreizen der Umgebungen Wiens verleihen bedeutsame hystorische Errinnerungen ein erhöhtes Interesse. Es ist ruhmreicher historischer Boden, auf dem der Fuß des Wanderers haftet. Römer und Hunnen, Goten und Avaren haben die Spuren ihres geschichtlichen Daseins eingegraben an der Grenzmark des deutschen Ostens; Schweden und Franzosen haben die Wiener vor ihren Mauern lagern gesehen • zweimal wurde da vor dem Ansturm moslimischer Barbarenhorden Zivilisation und Freiheit Deutschlands und Europas gerettet.
.... Es ist ein gutes Land
Wo habt Ihr desgleichen schon gesehen,
Schaut ringsumher, wohin der Blick sich wendet,
Lachts wie dem Bräutigam die Braut entgegen;
Mit hellem Wiesengrün und Saatengold Von Lein und Safran gelb und blau gestickt,
Von Blumen süß durchwürzt und edlem Kraut,
Schweift es in breitgestreckten Tälern hin:
Ein voller Blumenstrauß, soweit das Auge reicht;
Vom Silberband der Donau rings umwunden Hebt sichs empor zu Hügeln voller Wein,
Wo auf und auf die goldne Traube hängt Und schwellend reift in Gottes Sonnenglanze.
Der dunkle Wald voll Jagdlust krönt das Ganze Und Gottes lauer Hauch schwebt drüber hin Und wärmt und reift und macht die Pulse schlagend Wie nie ein Puls auf kalten Steppen schlägt.
Grillparzer.
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Zu unserer Schilderung der nächsten Umgebung Wiens nehmen wir den Ausgangspunkt vom „Praterstern“ einem imposanten Rundplatz im II. Bezirke, der durch das von Kund mann im Stile der altrömischen Naval-Triumphsäulen 1886 geschaffeneTegettkoff-Denkmal geziert ist und einen Hauptpunkt großstädtischen Verkehrslebens bildet. Leider fehlt dem Denkmal
Der Praterstern.
(Mit Tegettlioff-Monument.)
des Seehelden das belebende, brausende Wasser, auf welches die Gespanne der Wasserrosse hindeuten. Der Name „Praterstern“ rechtfertigt sich dadurch, weil von der TegetthofF-Schiffssäule gleich Strahlen eines Sternes nach allen Richtungen Straßenzüge auslaufen, von welchen zunächst drei breite von einem Bahnviadukt der Verbindungsbahn Uberbrückte Straßenlinien in den Prater führen.
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Der Prater.
Ein Erholungs- und Belustigungsort ganz eigener Art, der jeden Wiener besonders ans Herz gewachsen ist und den er mit Stolz zu den köstlichsten Reizen seiner Vaterstadt zählt, ist der Prater. Was ist das „Prater“ ? wird der Fremde neugierig fragen. Ist es ein Wald, ein Park oder ein Garten? Nichts von alledem und dennoch alles zusammen, am besten gesagt, ein Naturpark, ein Labyrinth von „Auen“ von 1712 ha Fläche, zwischen dem Donaukanal und dem regulierten Donaubett, mithin ein Teil der großen Insel, die bei Nußdorf beginnt und am „Praterspitz“ mit dem neuangelegten Winterhafen fiir die Donauschiffe endet.
Nirgends kommt das Leben und Treiben der Wiener, namentlich an schönen Sonn- und Feiertagen, deutlicher zum Ausdruck, nirgends offenbart sich das heitere, gutmütige Wesen des Wiener Volkscharakters deutlicher als im Prater. Denn hier vereinigt sich die ganze Gesellschaft, ob arm oder reich, ob jung oder alt 5 der Prater bietet jedem Stande und jedem Alter Vergnügungen in Hülle und Fülle.
Vor einem Menschenalter noch bot der Prater zu Ostern namentlich am Ostermontag ein glänzendes Bild. An schönen Tagen wurde damals die Pratersaison durch eine prunkvolle Auffahrt stattlicher Karossen eröffnet, bei der die hohe Aristokratie und Hochfinanz kostbare Toiletten nnd die prächtigsten Vollblutpferde zur Schau stellten; am 1 . Mai fand etwas Ähnliches, eine Art Frühlingsfest statt. Doch ist dieser Korso seit einigen Jahrzehnten ziemlich in Wegfall gekommen, die oberen Zehntausend bleiben aus; dagegen bildet der Prater am 1. Mai heute den Zielpunkt des Besuches von Hunderttausenden aus dem Arbeiterstande, die dort ihre Maifeier abhalten. Leider hat der Prater seit etwa einem Jahrzehnt eine beklagenswerte Einengung durch Verbauung einer großen Fläche erfahren, weshalb der echte Altwiener über die „Verschandlung“ des Praters nicht selten seinem Mißvergnügen Ausdruck leiht.
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Der Prater bestellt seinem Wesen nach aus schönen, ebenen Wiesengründen und alten, prachtvollen Laubbäumen. Stellenweise zeigt er den Charakter eines wohlgepflegten Parkes und wiederum stellenweise bietet er sich unserem Auge dar als Wald und Wiese mit durchaus ländlichem Gepräge. Er ist Eigentum des kaiserlichen Hauses. Früher bestand er als Tierpark und Hofjagdgrund und wurde erst 1776 von Kaiser Joseph II. dem Publikum geöffnet.
Von den drei breiten Straßen, die in den Prater führen und diesen fächerartig in mehrere Teile teilen, ist die linke Straße die Kronprinz Rudolfstraße; sie führt zur Kronprinz Rudolfsbrücke. Die mittlere ist die Ausstellungsstraße; sie durchschneidet den sogenannten „Volksprater“ und führt zu dem städtischen Lagerhause. Endlich rechts die Hauptallee, bestehend aus einer mehrfachen Reihe schattiger Kastanienbäume. Sie ist etwa eine halbe Meile lang und führt in schnurgerader Richtung zu dem „Lusthause“, einem ehemaligen Jagdschlößchen am sogenannten dritten Rondeau, von da zur Freudenau, dem Schauplatze der Wiener Pferderennen. Renntermine (Sommer- Meeting) 1903.
a) In der Freudenau:
Juni: 1., 4., 6., 7., (österr. Derby) 11.
September: 6., 8., 10., 12, 13., 15., 17., 19., 20.
b) In Kottingbrunn:
Juli: 26., 28., 30,
August: 1., 2, 4., 6., 8., 9.
Die Hauptallee durchzieht den sogenannten „noblen Prater“, den Sammelplatz der Wiener vornehmen Welt. Sie bietet an schönen warmen Sonn- und Feiertagen, dann an Renntagen und bei feierlichen Anlässen ein huntbewegtes, farbenprächtiges Bild. Die durcheinander flutende, festlich geschmückte Menschenmenge, die vielfachen Reihen dahinrollender, prächtiger Equipagen und die eleganten Reiter bieten ein großartiges Gesamtbild. Dazu
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Gemeinde Wien gewidmeten Elirengräber für Männer der Kunst, Wissenschaft und andere verdiente Persönlichkeiten; hieher wurden auch von anderen Friedhöfen die Überreste verstorbener berühmter Männer überführt und beigesetzt. Die Aufzählung derselben würde zu weit führen. Wir erwähnen nur die Namen: Beethoven, Mozart, Schubert, Gluck, Brahms, Strauß, Suppe, Millöcker, Nestroy, Bauernfeld, Anzengruber, Makart, Tilgner, Billroth, Gasser. Von pompöser Wirkung ist das Grabdenkmal des Bürgermeisters Dr. Prix.
Die Ehrengräber befinden sich in den Quadraten 32 und 14. Besondere Beachtung verdienen das Massengrab der beim Ringtheaterbrand (8. Dezember 1882) Verunglückten mit einem würdigen, von der Stadt Wien errichteten Denkmal, dann der Obelisk über dem Grabe der Märzgefallenen des Jahres 1848.
An der Südbahn.
Zu der geradezu verwirrenden Fülle lohnender Ausflüge, welche die Umgebung Wiens darbietet, stellt wohl die Südbahnstrecke den lohnendsten Anteil. Sie führt vor das Auge des Reisenden eine ununterbrochene Reihe reizender Landschaftsbilder, mit altehrwürdigen Baudenkmälern, die durch ihre Mannigfaltigkeit zu immer neuer Bewunderung anregen. Kein Wunder! In wenigen Stunden versetzt sie uns von der flachen Ebene auf die himmelragenden Höhen der Alpen, aus dem lärmenden Getriebe der Großstadt in die majestätische Ruhe des Hochgebirges.
An Meidling und Hetzendorf (kaiserliches Lustschloß mit Park, meist unbewohnt), welche noch dem Wiener Gemeindegebiet angehören, führt uns die Bahn vorüber zu den nächstfolgenden Stationen Atzgersdorf und Liesing, beide mächtig aufstrebende Fabriksorte; namentlich ist Liesing bekannt als Sitz großer Etablissements, unter denen in erster Linie die große Brauerei zu nennen ist. Westlich von Liesing beginnen bereits die dicht bewaldeten Kuppen des Wiener Waldes; hier ist auch ein beliebter Ausgangspunkt für schöne Waldtouren.
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In westlicher Richtung gelangt man in ungefähr einer halben Wegstunde nach der freundlichen Sommerfrische Rodaun (Schloß mit Park) — auch mit der Dampftramway von Hietzing aus erreichbar, die von dort bis Mödling verkehrt — und weiter in das benachbarte Kalksburg, einen alten Ort in malerischer Lage. Bemerkenswert ist hier die Pfarrkirche, das Schloß mit Park und das Jesuitenkloster in Verbindung mit einer Erziehungsanstalt für junge Aristokraten. Nach Rodaun-Kalksburg kann man entweder mit der Dampftramway oder mittels eines von Liesing abzweigenden Seitenflügels der Südbahn gelangen. Gedachte Flligelbabn führt üb er den Markt Percktoldsdorf nach Kalten- leutgeben.
Perchtoldsdorf, im Volksmunde Petersdorf, dessen massiger Glockenturm weithin sichtbar ist, bietet als einst befestigter Ort großes historisches Interesse. Der Name des uralten Ortes führt auf den altgermanischen Götternamen Berchta zurück. In den Mauern der stattlichen gotischen Kirche, des gewaltigen freistehenden Turmes und jenen des interessanten Rathauses stecken noch Geschosse aus der Türkenbelagerung des Jahres 1683. Die Türken hatten die im Turm sich bergenden Bewohner durch Versprechen freien Geleites hervorgelockt und dann meuchlerisch alle — 318 an der Zahl — niedergemetzelt. Zum Andenken an diesen Tag wird jetzt noch in der Frohnleichnamsoktave der „Petersdorfer Umgang“ abgehalten, eine Prozession, die mit einem Volksfest verbunden, Tausende heranlockt, wozu auch der gute Natnrwein das Seine beiträgt. Der große Anatom Hyrtl, der dort seine letzten Lebensjahre zubrachte, hat sich als Wohltäter des Ortes erwiesen.
Kaltenleutgeben besitzt die rühmlichst bekannte Dr. Winter- nitz’sche Kaltwasserheilanstalt. Der Ort liegt in einem von waldbegrenzten Höhen umschlossenen, windstillen Tale. Um die zahlreichen Gebäude und Dependenzen der Wasserheilanstalt gruppieren sich viele reizende Villen. Interessante Ausflüge werden von da nach dem Höllenstein (mit schöner Fernsicht), nach Sulz und Schloß Wildegg unternommen.
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Nach Liesing folgen die Bahnstationen Brunn am Gebirge (Gräber des Zach. Werner und des P. Clemens Hofbauer) und Mödling.
Mödling (mittelhochd. Medeliche) ist ein altes Städtchen, aus dem 11. Jahrh., in romantischer Lage, wegen seiner landschaftlichen Reize von Ausflüglern gerne besucht. Es besitzt einen Stadtpark mit Sommertheater, Mineralbad und Kursalon, eine sehr alte, gotische Pfarrkirche von 1454, zum heiligen Othmar, die aus dem 13. Jahrh. stammende rein gotische Spitalkirche, ein altertümliches Rathaus und sonstige bemerkenswerte Gebäude. Jenseits des Siidbahn-Geleises die neue Schöffelvorstadt mit dem von Hyrtl mit dem Stiftungskapital von */ 9 Mill. Gulden gegründeten Waisenhaus und romanischer Kirche von Sehnal, unweit das Stift zum h. Gabriel der weißen Missionsmönche. Im Süden ist eine große technische Militärakademie im Bau begriffen. Eine elektrische Bahn verbindet Mödling mit der Vorder- und Hinterbrühl, einem an Naturschönheiten überreichen Tal mit einer stattlichen Zahl eleganter Villen. Von Mödling aus erfolgt der Eingang durch eine wildromantische Felsenschlucht mit bizarren Felsabstürzen, welche die Klause genannt wird, der schönste Punkt in der schönen Umgebung von Wien. Der Weg führt durch den Stadtpark, auf dem längs des Möcllinger Baches führenden „Neuen Weg“. Ringsum sind die benachbarten Berghöhen und -Lehnen in Anlagen mit hübschen Aussichtspunkten verwandelt oder mit künstlichen Ruinen geschmückt. Darunter das „Amphitheater“, errichtet vom Fürsten Liechtenstein, der außerordentlich viel für die ganze Gegend getan hat, so daß am Eingang in die „Klause“ eine Marmortafel mit Recht verkündet: Enkel sagen es den Enkeln, wer dieser Gegend erhöhtes Leben gab, war Fürst Johann Josef von Liechtenstein.
Auf dem „Kalenderberg“ nächst der Stadt Mödling erhebt sich eine künstliche Ruine, der sogenannte „Schwarze Turm“ mit sehr lohnender Aussichtswarte •, gegenüber der Maaberg, gleichfalls mit hübschen Waldanlagen. Hinter der „Klause“ verbreitet sich das
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Felsental und der „Neue Weg“ führt uns zu der herrlich gelegenen fürstlich Liechten stein’schen Meierei. Von da gelangt man zur Burgruine Mödling, die, ursprünglich verfallen, erst anfangs unseres Jahrhunderts teilweise renoviert wurde. Auf dem Gipfel eines der umliegenden Berge erhebt sich weithin sichtbar der vom Fürsten Liechtenstein 1813 errichtetete „Husarentempel“ mit prächtiger Rundsicht. Fünf in der Schlacht bei Aspern gefallene österreichische Soldaten haben in der Krypta dieses im griechischen Stile errichteten Tempelhauses ihre Ruhestätte gefunden. Interesse erregt ferner der Besuch der neu stilvoll renovierten Burg
Liechtenstein, zu welcher ein schöner Weg über den Kalenderberg führt. Die Erbauung der Burg fällt in das Jahr 1002; sie ist ein bedeutendes Denkmal romanischen Stiles und der erste Stammsitz der österreichischen Linie des Fürstenhauses. Bis 1375 blieb die Veste im Besitze der Familie, ging dann an fremde Besitzer über und wurde erst 1807 von Fürst Johann I. zurückerworben, der auch das nebenan stehende neue Schloß erbaute.
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Veste Liechtenstein.
(Mödling—Maria-En/.ersdorf.)
V on der Hinterbrühl
bringt auch ein Stellwagen Gäste zur Restauration Höldrichsmiihle, von da führt ein Waldpfad nach Gaden — dort verengt sich der Weg zur Gadner-Klause. Von Gaden führt durchs Buchtal der bequemste Weg auf den großen Anninger (Restauration). Die „Wilhelmswarte“ und ein eisernes Turmgerüste daselbst gewähren herrliche Rundschau. Von Gaden erreicht man in einer Gehstunde
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Heiligenkreuz, den uralten Sitz einer Zisterzienser-Abtei vom Jahre 1136. Die im romanischen und gotischen Stile erbaute altehrwürdige Kirche hat einen sehenswerten Kreuzgang und Grabmäler mehrerer Fürsten aus dem Hause der Babenberger, der einstmaligen Beherrscher Österreichs, eine Orgel mit 62 Registern und das Grabdenkmal des Malers Altomonte, eine Bibliothek von 2000 Bänden. Im Kreuzgang der berühmte Bleibrunnen 5 viele herrliche Kunstwerke an Gemälden und eine an Kostbarkeiten reiche Schatzkammer. Von Heiligenkreuz südwestlich liegt Mayerling, das ehemalige Jagdschloß des Kronprinzen Rudolf, dessen vielverheißendes Leben am 30. Jänner 1889 daselbst einen tragischen Abschluß fand. Das Gebäude wurde seither in ein Kloster der Karmeliter-Nonnen, das Sterbegemach in eine Kapelle verwandelt.
Von Mödling führt eine Zweigstrecke der Südbahn nach Laxenburg, einem kaiserlichen Lustschlosse mit großartigem Parke, Lieblingsaufenthalt Josef II., eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und zugleich ein hochinteressanter Ausflugsort. Man gelangt dorthin auch mit der Pottendorfer Bahn (Abfahrt vom Südbahnhof bis zur Station Achau), oder mit der Aspangbahn (bis zur Station Biedermannsdorf).
Laxenburg ist ein aus dem XIII. Jahrhundert stammender alter Ort. Die Gründung des Schlosses fällt in den Anfang des XIV. Jahrhunderts. Unter Albrecht III. wurde es wesentlich erweitert und der Park nebst einem Tiergarten angelegt.
Unter Leopold I. und seinen Nachfolgern erfuhr das Schloß mehrfache Zubauten und Neugestaltungen. Laxenburg besteht aus dem „alten Schloß“, welches wenig benützt wird, und dem „neuen Schloß“, genannt „blauer Hof“, einem einfachen, aber vornehm wirkenden Gebäude. Prachtvolle Ausstattung zeigen die vielen Säle und sonstigen Räumlichkeiten.
Der ausgedehnte Park umfaßt ein Areal von 400 ha und ist im englischen Stile angelegt. Er ist nach allen Richtungen von wohlgepflegten, schattigen Wegen und Fahrstraßen durchzogen, besitzt eine Meierei mit Kaffee Wirtschaft, mehrere Aus-
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sichtspunkte, zahlreiche Bäche, die ihn durchziehen und einen 25 ha großen, mehrere Inseln umschließenden Teich bilden. An den Schloßpark schließt sich eine 25 ha umfassende Fasanerie.
Die bedeutendsten Denkwürdigkeiten sind: eine kolossale Marmorbüste Kaiser Ferdinands II. von Marchesi, eine gotische Kapelle und eine Schweizer Meierei. Weiter die vom Kaiser Franz I. errichtete Franzensburg, die Nachahmung einer vom Wasser umgebenen alten Ritterburg mit vielen mittelalterlichen Objekten im Innern, eine Art Kunstkammer. Hinter der Burg der Turnierplatz, dann über die gothische Brücke zum Goldfischteich; ferner die Marianneninsel, die nur mittels Kahn zu erreichen ist. Kähne stehen zur Benützung gegen ein freiwilliges Trinkgeld bereit.
An der Südbahn folgen: Guntramsdorf inmitten Weingelände, der alte Weinbauern-Ort Gumpoldskirchen — guter Tropfen — Rebschule und Winzerschule. Ebenso Pfaffstätten, ein klassischer Boden für „Weinbeißer“. Von Guntramsdorf führt ein Weg zur schön gelegenen Meierei „Richardshof“, ein beliebter Ausflugsort der Mödlinger. Vom „Richardshof“ ein guter Anstieg zum Anninger.
Baden. Die bekannte Thermenstadt Baden, 27 hm von Wien, ist in einer kurzen Stunde mit der Bahn erreichbar. Die Heilkraft der warmen, schwefelsauren Kalk enthaltenden Bäder war schon den Römern bekannt. Antike Baureste, die man dort gefunden hat, weisen darauf hin. Die Hauptader der mehreren aus dolomitischen Kalkstein entspringenden, bis zu 30° Celsius heißen Quellen führt denn auch den Namen „Römerquelle“. Von den in der Stadt vertheilten Bädern, die Thermenwasser enthalten, sind besonders zu erwähnen das Herzogs-, Antons- und Theresien- bad, ferner in der Nähe des Kurparkes die Schwimmanstalt. Jährlich an 12.000 Kurgäste. Von den öffentlichen Gebäuden und Anlagen nennen wir das kaiserliche Schloß und das Rathaus auf dem Hauptplatz, die Pfarrkirche, das Theater und die Museen. Am Fuße des Calvarienberges der schattige Stadtpark mit der Trinkhalle, dem Kurhaus und dem Sommertheater, der „Arena“.
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Eine reizende Aussicht auf die Umgebung gewinnt man vom Kalvarienberg und der Theresienwarte.
Der beliebteste Spaziergang der Badener Kurgäste, sowie der Wiener Ausflügler ist das Helenental, welches von Baden mit der elektrischen Tramway erreichbar ist.
Gleich am Eingänge liegt Sachers renommiertes Hotel und Pension in Verbindung mit einer Wasserheilanstalt. Durch die am linken Ufer der Schwechat sich hinziehende Bergstraße erreicht man in kurzer Zeit die von Erzherzog Karl erbaute Weil bürg, mit der vom Erzherzog Albrecht erbauten Schloßkirche. Sie liegt am Fuße eines Berges, dessen Gipfel die Ruine „Rauheneck“ krönt. Die prächtigen Parkanlagen des Schlosses sind dem Publikum zugänglich. In der Nähe befindet sich ein Sommersitz des hier verunglückten Erzherzogs Wilhelm.
Gegenüber diesen Bauten auf der anderen Seite des Tales und etwa eine Viertelstunde von Baden entfernt auf schroffen Felsen die Schloßruine „Rauhenstein“, angeblich aus dem 10. Jahrhundert stammend, mit mächtigen Cyklopenmauern, ein herrlicher Punkt. Von Rauheneck überschaut man 80 Orte. Weiter zurück die spärlichen Reste der Ruine ,.Scharfeneck“. Nach etwa 1% Stunden erreicht man die Restauration „Krainerhütte“ und die oberhalb gelegene „Augustinerhütte“. Von da fuhren ziemlich steile Pfade auf den Aussichtspunkt zum „Eisernen Tor“, dessen höchste Spitze (850 m) den Albrechtsturm trägt. Ein unvergleichliches Panorama bietet sich von dieser Warte dem entzückten Auge dar. Im Schutzhause des Touristenklubs befindet sich eine Restauration und ist Vorsorge für Nachtlager getroffen. Der Abstieg kann über Merkenstein mit seiner großen Ruine und seinem reizenden Wildpark genommen werden.
In wenigen Minuten Bahnfahrt gelangt man von Baden nach dem überaus freundlichen Kurort und Sommerfrische Vöslau, welches durch seinen vortrefflichen Rotwein bekannt ist. Als Kurort bietet es gleich der Schwesterstadt Baden schwefelhältige Thermen 24° Celsius, als Sommerfrische eine herrliche Umgebung mit
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schönen Promenadenwegen, eine hübsche Badeanstalt und reizende Ausflüge in die prächtige Umgehung. (Merkenstein). Von Bauten sind besonders hervorzuheben die schöne Kirche und das weithin sichtbare Hotel Back. Im Park des von der Gemeinde dem Grafen Fries abgekauften Schlosses eine Biiste der Gräfin Fries von Canova. Hinter Vöslau folgt Kottingbrunn, Weingegend, ein Ort, welcher durch die daselbst stattfindenden Pferde-Rennen Bedeutung in der Sportswelt erlangt hat. Lohnende Ausflüge in der Nähe von Baden und Vöslau bieten auch die oberen Flußtäler der Piesting und Triesting, insbesondere bei Neuhaus die romantische Steinwandklamm, das Türkenloch, die Myra- fälle, das lieblich gelegene Gutenstein.
Die Südbahnfahrt führt uns vorbei an der „allzeit getreuen“ Wiener-Neustadt 270 m, eine Industriestadt mit 28.000 Einwohnern in ehemals sumpfiger Ebene. Hauptbollwerk und Veste gegen Ungarn, an deren Namen sich viele historische Erinnerungen knüpfen. (Herzog Friedrich der Streitbare gegen Kaiser Fiedrich II., Baumkirchner, Mathias Corvinus, Bischof Kollonitsch, Verschwörung des Nadasdy, Frangepan, Zrinyi und Genossen.) Sehenswert die alte Babenbergerburg, jetzt k. k. Militärakademie mit herrlichem Park und Monumenten, das Grab Kaiser Maximilians in der Burgkirche, die große romanische Kathedrale aus dem XIII. Jahrhundert, deren baufällige Türme rekonstruiert wurden. Die ungemein reichgegliederte Säule der „Spinnerin am Kreuz“, ein prachtvolles gotisches Denkmal, 1384 von Meister Wilhelm von Wohlfahrt aufgerichtet, hat am 28. Dezember 1902 ein Sturm zerstört-, sie wird wieder hergestellt.
Der Zug führt vorüber an den Fabriksorten Neunkirchen und Gloggnitz, hier beginnt das Gebiet des
Semmering.
Wenn die herrlichen Landschaftsbilder, welche eine Fahrt auf der Südbahnstrecke unseren Augen entrollt, einer Steigerung fähig sind, so ist der Semmering der Höhepunkt derselben. Ein
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Ausflug dorthin kann nötigenfalls innerhalb eines Tages bewerkstelligt werden, doch empfiehlt es sich, den dargebotenen Naturschönheiten eine längere Mußezeit zu widmen. Schon der Bahnkörper jenes Teiles der Südbahn, welche Semmeringstrecke genannt wird, erweckt nicht allein im Bahn-Fachmanne das lebhafteste Interesse. Allerdings ist die Semmeringbahn infolge der Fortschritte in der Eisenbahntechnik bei Bergbahnen der neuesten Zeit überholt worden, aber sie kann den Ruhm beanspruchen, die erste Gebirgsbahn in Europa gewesen zu sein und die gerechte Bewunderung der staunenden Mitwelt erregt zu haben. Viele Objekte sind heute noch ob ihrer kühnen Großartigkeit imponierend. Der Bau der Semmeringstrecke wurde nach dem Projekt und unter der Leitung des genialen Ingenieurs Karl von Ghega 1848 bis 1853 mit einem Kostenaufwande von 22% Millionen Gulden erbaut. Bezeichnend für die Solidität des Werkes ist, daß trotz der Kühnheit dieses Riesenbaues innerhalb eines vierzigjährigen Betriebes kein bedeutenderes Baugebrechen zu verzeichnen war.
Es empfiehlt sich, bei der Fahrt auf den Semmering die linke Seite als Sitzplatz zu wählen, da von rechts aus die Bahnlinie an den Berghalden vorbeiführt und fast nirgends Ausblicke ermöglicht.
Der eigentliche Ausgangspunkt der Gebirgsbahn ist Gloggnitz, in pittoresker Lage am Fuße des dreigipfeligen Sonnwendstein (425 m hoch) mit der Raxalpe im Hintergründe. Von hier steigt der Schienenweg allmählich in einem großen Bogen (Maximalsteigung 1 : 40 ) längs der grünen Schwarza an der großen Papierfabrik Schlögelmühl vorbei und erreicht die Station Payerbach (492 m Höhe). Darunter im Tale das gleichnamige Dörfchen, welches als Sommeraufenthalt beliebt ist.
Von hier aus interessante Ausflüge nach Reichenau und in das Höllental. Für Bergtouristen beginnt hier der oft benützte Aufstieg auf den Schneeberg und die Raxalpe.
Ins Höllental stürzen die Felswände des Schneeberges und der Raxalpe, an seiner Sohle fließt der klare grüne Fluß und
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läßt kaum Raum für die schmale Fahrstraße, welche auf zahlreichen Brücken das Flußbett übersetzt. Im Hölleutale spendet der Kaiserbrunnen sein reichliches köstliches Naß. Kaiser Karl VI. besuchte diese Quelle auf Jagden, Kaiser Franz Josef machte sie hochherzig der Stadt Wien zum Geschenke. In mächtigen Aquädukten wurden die Wasserschätze nach Wien geleitet; 1873 gab der erste Strahl des Hochstrahlbrunnens am Schwarzenbergplatze Zeugnis von dem vollendeten Riesenwerke, um das sich der Geologe E. Sueß hochverdient gemacht hat.
Hinter Payerbach überbrückt ein Viadukt von 285 m Länge und 20 m Höhe das liebliche Schwarzathal.
In starker Steigung klimmt die Bahn hinan an hohen Berglehnen über überbrückte Gräben und durch lange Tunnels, bis sie um den Gortschakogel herum, nachdem auf der gegenüberliegenden Seite des Tales die erneuerte schöne Burg Wartenstein und auf einen Augenblick Maria Schutz sichtbar gewesen, die Station Klamm erreicht, welche bereits an 700 m Höhe liegt. Auf einer Felsenspitze sieht man das halbverfallene Schloß Liechtenstein; tief unten die alte Semmeringstraße und die Ortschaft Schottwien. Schön ist der Anblick der tiefen Felswände des Adlitzgrabens. Nach der Station Klamm erreicht man nach Durchfahrung mehrerer Tunnels, denen hohe Viadukte folgen, die 780 m hoch gelegene Station Breitenstein mit wildromantischer Umgebung. Darnach folgen wieder zwei Tunnels und der höchste Viadukt der Strecke (49 m hoch und 185 m lang in 3 Etagen) über die „Kalte Rinne“. Ausblick auf den schneebedeckten Gebirgs- stock der Raxalpe.
Nun folgt die Station Semmering in einer Höhe von 880 m. An der rechten Felswand der Station das Denkmal des genialen Erbauers der Bahn, des Ingenieurs Karl von Ghega. Unmittelbar an der Station befindet sich das Hötel Stephanie. Höher gelegen # ist das große Semmering-Hötel, ein mit allem Komfort ausgestattetes Hötel ersten Ranges. Unfern davon das Hötel Panhans und weiter an der alten Semmeringstraße nächst dem ehemaligen
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Gasthofe „Zum Erzherzog Johann“ ein neues Prachthotel gleichen Namens. Überdies erheben sich ringsum zahlreiche hübsche Villen. Der Semmering eignet sich durch seine hohe Lage inmitten prächtiger Bergriesen, insbesondere als alpiner Luftkurort. Der Ausblick, der sich dem Besucher darbietet, ist ein überwältigend schöner. Das entzückte Auge verweilt an den gewaltigen Formationen der Raxalpe, 2035 m, des Schneeberges, 2070 m, des Sonnwendsteines und anderer Bergriesen und schweift durch das geöffnete Alpentor bis in die weite Ebene des Wiener Beckens.
Im Sommer sind die Hotels und Wohnlichkeiten des Semmeringgebietes und seiner Umgebung, Schottwien, Spital, Mürzzuschlag voll besetzt; an Sonntagen führen die Vergnügungszüge der Südbahu Hunderte von Ausflüglern (4 und 6 Kronen hin und zurück) nach dem Semmering, dessen Wege dann nach allen Richtungeu lebhaft begangen werden. (Besteigung des Sonnwendstein.) Im Winter ist es in Wien Mode der oberen Zehntausend geworden, nach Feiertagen, insbesondere zu Weihnachten und Neujahr gesellschaftsweise einige Tage auf dem Semmering und in dessen Herbergen zuzubringen, Schneepartien, Schlittenfahrten zu machen und dem Skisport zu obliegen. Bei guter reichlicher Kost und einem warmen Ofen tauen die Glieder wieder auf, die auch häufig sodann mit Spielen beschäftigt werden.
Die Sclmeebergbahn.
Die Schneebergbahn, seit September 1897 dem Verkehre übergeben, ist durch die im Jahre 1900 eröflnete Verbindungslinie von Solenau, Station der Eisenbahn Wien—Aspang, in direkte Verbindung mit Wien, beziehungsweise Hauptzollamt gebracht. Eine zweite Verbindung besteht über Wr.-Neustadt; der dortige Bahnhof der Schneebergbahn ist etwa 400 m vom Südbahnhof entfernt.
Von Solenau führt die Trasse nach Übersetzung der Südbahn zwischen Felixdorf und Leobersdorf zur Station Steinabrückel der Gutensteiner Linie der k. k. Staatsbahnen und bildet hiemit die kürzeste Verbindung zwischen Wien-Hauptzollamt und Guten-
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stein. Von Steinabriickel zielit die Trasse in Bogen nach links, an der k. k. Feuerwerksanstalt (Raketendörfel) auf der Heide vorbei gegen Fisckau und vereinigt sich dort mit dem von Wr.-Neustadt kommenden Flügel.
Unmittelbar hinter dem Bahnhof „Feuerwerksanstalt“ zweigt ein Flügel ab, welcher bei Wollersdorf in die Leobersdorf— Gutensteiner-Bahn einmündet und die kürzeste Verbindung zwischen Wr.-Neustadt und Gutenstein herstellt.
Fisch au, am Fuße des Blumberges gelegen, ist ein freundlicher und beliebter Ausflugs- sowie Badeort mit ca. 900 Einwohner. Dortselbst befindet sich ein mit allem Komfort eingerichtetes Badehaus, welches durch mehrere am Fuße des Blumberges entspringende Thermenquellen von 20° Celsius gespeist wird. Diese Quellen liefern ein stets gleich warmbleibendes krystall- klares Badewasser, so daß das Bad auch im Winter gebraucht werden kann.
Die Hauptstrecke der Bahn wendet sich sodann von der Station Fischau gegen Westen, geht an der Prophetschlucht (Ruine Emmerberg, in der Nähe die größte Ruine Niederösterreichs, Starhemberg, in dessen Hof noch heute 100 Fenster gehen), vorüber zur Station Winzendorf (bedeutender Kalksteinbruch).
Von dort nach Passierung der Haltestelle Urschendorf (Spitzenfabrik), Schloß Strelzliof der Station Willendorf zu.
Hier beginnt behufs Übersetzung der Wasserscheide die kontinuierliche und bis 40 Prozent betragende Steigung. Die Trasse geht an dem Kohlenschacht der Gewerkschaft Union, Unter- Höf lein (Schleppbahn) und der auf dem Kirchbühel stehenden Wallfahrtskirche vorüber, zeitweilig schöne Ausblicke auf die Hohe Wand bietend, erreicht die Station Grünbach, die Haltestelle Grünbach - Klaus, Kohlenwerk der Gewerkschaft Union (Schleppbahn), sowie die Wasserscheide und mit dem Griinbach- sattel (700 m) ihre größte Steigung.
Von da an fällt die Bahn, u. zw. gleichfalls mit 40 Prozent und erreicht nach Passierung der Haltestelle Pfennigbach die
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Station Puchberg, das Ende der Adhäsionsstrecke, auf welcher schon vorher wiederholt der Schneeberg in volle Sicht kommt.
Puchberg, im Tale gleichen Namens reizend gelegen, „das österreichische Chamounix“, von Bergen umschlossen, ist ein im Aufblühen begriffener Sommeraufentshaltort mit den Ruinen der Schlösser Losenheim, Molzenwörth u. s. w.
Von Puchberg an geht eine Zahnradbahn (System Abt), auf welcher der Zug bei Steigungen bis zu 200 per mille auf 9’7 hm langer Bergstrecke in 60—75 Minuten bis zu einer Seehöhe von 1800 m empor- klimmt. Trotz der kolossalen Steigungen ist die Sicherheit eine vollkommene, da schon bei Steigungen über 80 per mille die Zahnstangen verdoppelt sind. Was sich auf dieser Strecke dem Auge des Beschauers an Pracht und Größe der Natur darbietet, läßt sich in knappen Worten nicht beschreiben.
Von Puchberg aus geht die Bahn über die Stationen Schneebergdörfel, Hauslitz-Sattel und Baumgartnerhaus zur Endstation Hoch schneeberg am Waxriegel. Einige hundert Schritte entfernt erhebt sich das Hotel Hochschneeberg (Pächter Josef Panhans) umweht von köstlicher Bergluft am Ostabhange des Waxriegels, mit prachtvoller Aussicht weit- hiuein ins Land. Durch vorzügliche Zimmer, Speisen, Getränke etc. bildet das Hotel ein schönes und angenehmes Heim, welches überdies durch seine Lage und die stärkende belebende Luft ziun längeren Aufenthalte geeignet erscheint. Gegenüber dem Bahnhofe steht das dem Andenken der Kaiserin Elisabeth geweihte „Elisabeth- Kirchlein“, umgeben von einer die reizendste Alpenflora aufweisenden Gartenanlage.
Ruine Puchberg.
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Vom Hotel Hochsehneeberg aus gelangt man, am neuerdings wieder bewirtschafteten Damböckhaus vorbei, in l/ 4 Stunden auf den Gipfel des Schneebergs, den Kaiserstein, 2061 m. Vom Kaiserstein über den Kamm 40 Minuten zum Kl oster - wappen, 2075 m. Von beiden Gipfeln aus die weiteste Aussicht nach Niederösterreich, die nur gegen die Alpen hin einigermaßen durch die vorliegende Raxalpe eingeschränkt wird.
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Reichard & Comp., III. Marxergasse 17 (siehe Plan und Coupon).
Glaswaren.
E. Bakalovits Söhne, k. u. k. Hoflieferanten, I. Kärntnerstraße 12 . 287
Gruppen-Aufnahmen.
Charles Scolik, k. u. k. Hof- und Kammerphotograph, V1H. Piaristen- gasse 48 (siehe Plan und Coupon).
Herrenschneider.
Anton Matlach, I. Krugerstraße 4. 70
Leopold Woschnak, I. Graben 28.104
Hotels.
Franz Josefs-Bahn, IX. Nordbergstraße 4.283
Grand Hotel Erzherzog Johann, Semmering.208
Imperial, I. Kärntnerring 16. 281
Kolbek Franz, X. Laxenburgerstraße 19.207
Victoria, IV. Favoritenstraße 11.281
Wallenstein, XX. Wallensteinstraße 6.282
Westbahn, XV. Felberstraße 10. 284
Windsor, VI. Mariahilferstraße 15 (rotes Einlageblatt).
Internationale Transporte.
Schenker & Co., I. Schottenring 3. III
Jagd-Bureaux.
Güter-Inspektor L. Reinagl, I. Wollzeile 31. 62
Juweliere.
Anton Häusler, I. Habsburgergasse 14. 60
Rozet & Fischmeister, k. u. k. Hof-Juweliere, I. Kohlmarkt 11 . . . 57
Kinderkleider-Konfektion.
G. Violin, I. Rotenturmstraße 9 (siehe Plan und Coupon).
Knabenkleider-Konfektion.
G. Violin, I. Rotenturmstraße 9 (siehe Plan und Coupon).
Lampen und Luster.
R. Ditmar, k. u. k. Hoflieferant, I. Weihburggasse 4 und I. Kärntnerstraße 1 (siehe Plan). t .
V
267
Leinenwaren. Seite
Ignaz & J. E. Tilgner & Cie., IV. Eainerplatz 5 (siehe Plan und Coupon).
Liköre.
Albert Lichtwitz & Co., II/2 Vorgartenstraße 203 . 285
Massage.
Mme. Helene Duschak, I. Führichgasse 4. 60
Messingmöbel.
Aug. Kitsclielts Erben, I. Kärntnerstraße 36.104
Mietwagen-Unternehmungen (Fiaker).
Leopold Wollner, VIII. Breitenfeldergasse 13 (rotes Einlageblatt).
Franz X. Seidl, XVII. Taubergasse 48 (rotes Einlageblatt).
Militär-Angelegenheiten.
Janouskovec, k. u. k. Hauptmann a. D., Prag, II. Elisabethstraße 1080 123
Möbel-Etablissement.
Michael Wallis, VII. Mariahilferstraße 117 (siehe Plan und Coupon).
Optiker.
J. Fabri, I. Kärntnerstraße 51. 54
Papier-, Schreib-, Zeichen- und Maler-Requisiten.
Theyer-Hardtmuth, I. Kärntnerstraße 9.103
Parfümerien.
E. M. Bierling, Dresden-Bodenbach.286
Photographen.
Charles Scolik, k. u. k. Hofphotograph, VIII. Piaristengasse 48 (siehe Plan und Coupon).
Puppen.
Auguste Gottfried, I. Spiegelgasse 11.124
Reise-Bureaux.
Courier, Nagel & Wortmann, I. Operngasse 6.79
Schenker & Co., I. Schottenring 3. III
Reiserequisiten.
M. Würzel & Söhne, I. Spiegelgasse 3, I. Kärntnerstraße 34 ... . VI
Restaurationen.
Brauhaus-Eestauration Hütteldorf.66
268
Schuhwaren. Seite
H. Bauer, k. u. k. Hoflieferant, I. Fleischmarkt 2.282
Sehenswürdigkeiten.
Rotunde im k. k. Prater (rotes Einlageblatt und Plan).
Silberwaren.
Franz Rumwolf, k. u. k. Hofsilberwaren-Fabrikant, VIII. Piaristen- gasse 29 (siebe Plan und Coupon).
Sprachschulen.
Kosik Kvetnicky IX./l. Porzellangasse 34. 62
Tonwarenfabriken und -Niederlagen.
L. & C. Hardtmuth, k. u. k. Hoflieferanten, T. Franzensring 20 . . II
Tischler und Tapezierer.
Michael Wallis, VI. Mariahilferstraße 117 (siehe Plan und Coupon).
Vergnügungs-Etablissements.
Sommer-Etablissement „Venedig“ (Englischer Garten k. k. Prater) . 72
Waffen und Munition.
Hartman & Weber, I. (rotes Einlageblatt).
Wäsche-Ausstattungen.
Ignaz & J. R. Tilgner & Cie., IV. Rainerplatz 5 (siehe Plan und Coupon).
Wettbureaux.
Arthur Horner, I. Krugerstraße 4.191
F. Lackenbacher, I. Singerstraße 2 und I. Rotenturmstraße 29 . . . 192
Wirkwaren.
Auguste Gottfried, I. Spiegelgasse 11.' . . . . 124
Joh. S. Winkler, k. u. k. Hoflieferant, I. Kärntnerstraße 53 . . . . 124 Ignaz & J. R. Tilgner & Cie., IV. Rainerplatz 5 (siehe Plan und Coupon).
Specification des branches.
Affaires militaires. Pag.
Janouskovec, imp. roy. Captain i. r., Prague, II. Elisabethstraße 1080 123
Ameublement de jardin.
Reichard & Comp., III. Marxergasse 17 (coupon et plaine).
Argenterie.
Franz Rumwolf, VIII. Piaristengasse 29 (coupon et plaine).
Armes et munition.
Hartmann & Weber, I. (voir feulle rouge).
Articles de fantaisie en argent.
Franz Rumwolf, VIII. Piaristengasse 29 (Coupons et plaine).
Articles de voyage.
M. Würzl & Söhne, I. Spiegelgasse 3 und I. Kärntnerstraße 31 . . VI
Banques et Bureaux de change.
Bureau de change de l’Union des Banques Viennoises, I. Herrengasse 10. Centrale. IV
Brasseries.
Bachofen & Medinger, (Brasserie de Nußdorf). II
Bureaux de chasse.
Inspecteur de propriötös L. Reinagl, I. Wollzeile 31. 62
Bureaux de pari.
Arthur Horner, I. Krugerstraße 4.191
F. Lackenbacher, I. Singer straße 2 und I. Rotenturmstraße 29 ... . 192
Bureaux de voyage.
Courier, Nagel & Wortmann, I. Operngasse 6. 79
Schenker & Co., I, Schottenring 3. III
270
Cafes-restaurants. Pag.
Georg Niebauer, II. k. k. Augarten. 64
Marie Pertl’s III. Cafd imb. roy. Prater grand allee. 68
Chaussures.
H. Bauer, I. Fleischmarkt 2, Fournisseur de la Cour imp. & roy. . 282
Chases remarquables ä voir.
Rotonde au Prater imp. & roy. (voir feuille rouge et plaine).
Cliches et gravures sur bois.
Fr. Jos. Beyer, II./3. Schreigasse 12a.285
Confections pour enfants.
G. Violin, I. Rotenturmstraße 9 (coupon et plaine).
Confections pour garwns.
G. Violin, I. Rotenturmstraße 9 (coupon et plaine).
Ecoles de langues.
Kosik Kvötnicky, IX./ t Porzellangasse 34. 62
Entreprises de voitures de louage (Fiacres).
Leopold Wallner, VIII. Breitenfeldergasse 13 (voir feuille rouge).
Franz X. Seidl, XVII. Taubergasse 48 (voir feuille rouge).
Etablissements de Meubles.
Michael Wallis, VII. Mariahilferstraße 117 (coupon et plaine).
Etablissements de plaisirs et etablissements d’ete.
Venise, Jardin anglais. Prater. T'2
Fabriques et Magasins de Fayence.
L.&C.Hardtmuth, Fournisseurs de la Cour imp.&roy., I.Franzensring20 II
Fers et articles en fer.
Joh. Henhapel, II. Taborstraße 40 . 285
Fournitures de bureaux, de dessin, de peinture.
Theyer & Hardtmuth, I. Kärntnerstraße 9.103
Hotels.
Chemin-de-fer de Frangois-Joseph, IX. Nordbergstraße 4.283
Grand-Hotel de L’Archiduc Jean.208
Imperial, I. Kärntnerring 16 ... . 281
Kolbeck Franz, X. Laxenburg er straße 19.•.207
271
Pag.
Victoria, IV. Favoritenstraße 11.281
Wallenstein, XX. Wallensteinstraße 6. 282
Westbahn, XV. Felberstraße 10 . . . .284
Windsor, VI. Mariahilferstraße 15 (voir feuille rouge.)
Installations d’eclairage electrique et de transmissions.
H. W. Adler & Cie., X. Rotenhofgasse 34—36 (voir feuille rouge).
Joailliers.
Rozet & Fischmeister, I. Kohlmarkt 11.. 57
Anton Häusler, I. Habsburgergasse 14.. 60
Lampes et Lustres.
R. Ditmar, Fournisseur de la Cour imp. & roy., I. Weihburggasse 4,
I. Kärntnerstraße 18 (plaine). V
Liqueurs.
Albert Lichtwitz & Co., II/2 Vorgartenstrasse 203 . 285
Marchandises en fil (de lin).
Ignaz & J. R. Tilgner & Cie., IV. Rainerplatz 5 (coupon et plaine).
Marchandises tricotees.
Auguste Gottfried, I. Spiegelgasse 11.124
Joli. P. Winkler, Fournisseur de la Cour imp. & roy., I. Kärntnerstraße 53..124
Ignaz & J. R. Tilgner & Cie., IV. Rainerplatz 5 (coupon et plaine).
Massage.
Mme. Helene Duschak, I. Führichgasse 4, II. St. 60
Menuisiers, tapissiers.
Michael Wallis, VI. Mariahilferstraße 117 (coupon et plaine).
Meubles en fer.
Reichard & Comp., III. Marxergasse 17 (coupon et plaine).
Aug. Kitscheits r rben, I. Kärntnerstraße 36.104
Meubles en laiton.
Aug. Kitscheits Erben, I. Kärntnerstraße 36.104
Opticien.
J. Fabri, I. Kärntnerstraße 51. 54
18 *
272
Parfumeries. Pag.
E. M. Bierling, Dresden-Bodenbach.286
Pharmacies.
W. Twerdy, I. Kohlmarkt 11 (voir feuille rouge).
Photographes.
Charles Scolik, VIII. Piaristengasse 48 (coupon et plaine).
Photographies de groupes.
Charles Scolik, VIII. Piaristengasse 48 (coupon et plaine).
Fournisseurs de pianos.
L. Bösendörfer, Fournisseur de la Cour imp. & roy., I. Herrengasse 6 75
Poupees.
Auguste Gottfried, I. Spiegelgasse 11.. 124
Restaurans.
Brauhaus-Restauration Hütteldorf. 66
Service de table en argent.
Franz Rumwolf, VIII. Piaristengasse 29 (coupon et plaine).
Tailleurs pour hommes.
Anton Matlach, I. Krugerstraße 4. 70
Leopold Woschnak, I. Graben 28.104
Transports internationaux.
Schenker & Co., I. Schottenring 3. III
Trousseaux.
Ignaz & J. R Tilgner & Cie., IV. Rainerplatz 5 (coupon et plaine).
Trousseaux de lingerie.
Ignaz & J. R. Tilgner & Cie., IV. Rainerplatz 5 (coupon et plaine).
Verrerie.
E. Bakalovits Söhne, Fournisseurs de la Cour imp. & roy., I. Kärntnerstraße 12.287
Table of branches.
Pag.
Arms & Ammunition.
Hartmann & Weber, I. (red slip).
Amüsements, Places of.
„Venedig“, English Garden, imp. & roy. Prater. 72
Banks & exchange Offices.
Exchange office of the Vienna Bank-Verein, I. Herrengasse 10 (head
office). IV
Betting Offices.
Athur Horner, I. Krügerstraße 4. ..191
F. Lackenbacher, I. Singerstraße 2 & I. Rotentunnstraße 29. ... 192
Boots & shoes.
H. Bauer, purveyor to the imp. & roy. court, I. Fleischmarkt 2 . . 282
Boy’s clothing.
G. Violin, I. Rotenturmstraße 9 (see plan and Coupon).
Brass furniture.
Aug. Kitschelt’s Erben, I. Kärntnerstraße 36.104
Breweries.
Bachofen & Medinger (Nußdorf brewery), XIX/2. II
Cafe Restaurant.
Georg Niehauer, II. imp. roy. Augarten .. ^..... . 64
Marie Pertl’s 3. Cafe, imp. roy. Prater. 68
Chemists.
W. Twerdy, I. Kohlmarkt 11 (red slip).
Children’s clothiers.
G. Violin, I. Rotenturmstraße 9 (see plan and Coupon).
Hunting Offices. Pag.
L. Reinagl, Inspector, I. Wollzeile 31. 62
Iron & Hardware.
Joh. Henhapel, II. Taborstraße 40 . 285
Iron furnitüre.
Reichard & Co., III. Marxergasse 17 (see plan and Coupon).
Aug. Kitschelt’s Erben, purveyors to the imp. & roy. court, I Kärntnerstraße 40.104
Jewellers.
Anton Häusler, I. Habsburgergasse 14. 60
Rozet & Fischmeister, Jewellers to the imp. & roy. court, I. Kohhnarkt 11 57
Joiners & upholsterers.
Michael Wallis, VI. Mariahilferstraße 117 (see plan and Coupon).
Lamps & chandeliers.
R. Ditmar, purveyor to the imp. & roy. court, I. Weihburggasse 4
& I. Kärntnerstraße 1 (see plan). V
Language schools.
Kosik Kvetnicky, IX/ t Porzellangasse 34 62
Linen drapery.
Ignaz & J. R. Tilgner & Co., IV. Rainerplatz 5 (see plan and Coupon).
Liquors.
Albert Lichtwitz & Co., II/ a Vorgartenstraße 203 . 285
Massage.
Mine. Helene Duschak, I. Führichgasse 4. 60
Military matters.
Janouskovec, imp. roy. Captain i. r., Prague, II. Elisabethstraße 1080 123
Opticians.
J. Fabri, I. Kärntperstraße 51.. 54
Perfumery.
E. M. Bierling, Dresden-Bodenbach.286
Photographs.
Charles Scolik, photograph to the imp. & roy. court, VIII. Piaristen- gasse 48 (see plan and Coupon).
275
China shops. Pag.
Franz Rumwolf, pürveyor to the imp. & roy. court, VIII. Piaristen- gasse 29 (see plan and Coupon).
Chliches & Wood-cuts.
Fr. Jos. Bayer, IT/3 Schreygasse 12 a.285
Dons.
Auguste Gottfried, I. Spiegelgasse 11.124
Electric Light & transmission of power.
H. W. Adler & Co., X. Rotenhofgasse 34 & 36 (red slip).
Embroidered goods.
Auguste Gottfried, I. Spiegelgasse 11. 124
Joh. S. Winkler, pürveyor to the imp. & roy. court, I. Kärntnerstraße 53 .124
Ignaz & J. R. Tilgner & Co., IV. Rainerplatz 5 (see plan and Coupon).
Furniture dealer.
Michael Wallis, VII. Mariahilferstraße 117 (see plan and Coupon).
Garden furniture.
Reichard & Co., III. Marxergasse 17 (see plan and Coupon).
Glass wäre.
E. Bakalovits Bons, purveyors to the imp. & roy. court, I. Kärntnerstraße 12 .287
Groups, Photographing of.
Charles Scolik, Photograph to the imp. & roy. court, VIII. Piaristen- gasse 48 (see plan and Coupon).
Hackney carriage proprietors (Fiaker).
Leopold Wollner, VIII. Breitenfeldergasse 13 (red slip).
Franz X. Seidl, XVII. Taubergasse 48 (red slip).
Hotels.
Francis Joseph Railway, IX. Nordbergstraße 4.283
Grand Hotel Archduke John, Semmering'.208
Impdrial, I. Kärntnerring 16.281
Kolbek Franz, X. Laxenburgerstraße 19.207
Victoria, IV. Favoritenstraße 11.281
Wallenstein, XX. Wallensteinstraße 6.282
Westbahn, XV. Felberstraße 10.284
Windsor, VI. Mariahilferstraße 15 (red slip).
276
Piano dealers. Pag.
L. Bösendorfer, Piano-maker to the imp. & roy. court, I. Herrengasse 6 75
Potteries
L. L. & C. Hardtmuth, purveyors to the imp. & roy. court, I. Franzensring 20 II
Sights
Rotunda, imp. roy. Prater (red slip and plan.)
Silversmith’s wäre.
Franz Rumwolf, purveyor to the imp. & roy. court, VIII. Piaristen- gasse 29 (see plan and Coupon).
Spoons & forks (Silver).
Franz Rumwolf, purveyor to the imp. & roy. court, VIII. Piaristen-
gasse 29 (see plan and Coupon).
Stationery & drawing materials.
Theyer & Hardtmuth, I. Kärntnerstraße 9.. 103
Summer theatre & „Venice“ („Venedig“).
English Garden, imp. & roy. Prater. 72
Tailors.
Anton Matlach, I. Krugerstraße 4 .... .. 70
Leopold Woschnak, I. Graben 28..104
Transport internationals.
Schenker & Co, I. Schottenring 3.III
Travel Offices.
Courier, Nagel & Wortmann, I. Operngasse 6.• . 79
Schenker & Co, I. Schottenring 3. III
Travelling implements.
M. Würzl & Söhne, I. Spiegelgasse 3 and I. Kärntnerstraße 34 . . VI
Trousseaux.
Ignaz & J. R. Tilgner & Co., IV. Rainerplatz 5 (see plan and Coupon).
Underwear.
Auguste Gottfried, I. Spiegelgasse 11.124
Joh. S. Winkler, purveyor to the imp. & roy. court, I. Kärntnerstraße 53 124 Ignaz & J. R. Tilgner & Co., IV. Rainerplatz 5 (see plan and Coupon).
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B. TBepftH, I. Kohlmarkt 11 (KpacHtiä Boa^HoS ancrs).
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VIII. Piaristengasse 29 (cmotph naaHB h KynoHB).
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HiraepiaaB, I. Kärntnering 16.281
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BaaeHniTeim'B, XX. Wallensteinstraße 6. 282
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BaHßcop'B, VI. Mariahilferstraße 15 (KpacHBiä BKaa^Hofi jracrB).
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M. BypneaB h CbiHOBBä, I. Spiegelgasse 3, I. Kärntnerstraße 34 . VI
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KypBepB, HareaB h BopnaanB, I. Operngasse 6. 79
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278
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PeHxapA'B h Kostn., III. Marxergasse 17 (cMOTpn naam. h KjnoHt) . . HacjiliÄHHKH AßrycTa KiiueaTH, iipHßBopHBie ftocTaBin,HKH, I. Kärntnerstraße 36.104
We;ife3o h >Keyit3Hbia H3flt/iia.
Ior. PenraiieaB, II. Taborstraße 40 . 285
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JleonoaBjVB BoflHepx, VIII. Breitenfeldergasse 13 (KpacnBiä BKaa^Hofi ancra).
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K/iMiue a pb3öa Ha Aepeßfe.
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KoHTOpbi am A^pafaHia napa.
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JlaKeHÖaxep'B, I. Singerstraße 2 und I. Rotentunnstraße 29 . . . 192
Ko4>eßHa-PecTopa4ia.
reopra. HnöayepB, II. k. k. Augarten. 64
Mapia IlepTaB, 3 Ko^efina, k. k. Prater Haupt-Allee. 68
KyK/ibi.
AßrycTa PoTtypa.n'B, I. Spiegelgasse 11. 124
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P. JiiTMap'B, npnji,BopHBiä AocTaBin,HK r B, I. Weihburggasse 4 und
I. Kärntnerstraße 1 (cMOTpa njia,m> h KynoHB). V
AHKepbi.
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Hrnan;a>Hl.P.TiiaBriiepu>HKo., IV.Rainerplatz 5 (cmotph naaHa. h Kynom>)
Mara3HHbi öt/ibfl.
IlrHan.’B n I.P.TnarHepu> hKo., IV. Rainerplatz 5 (cmotph naana> n Kynona.).
IV!ara3HHi n/iaTba a^h iwa/ibHHKOB-b.
T. Biojmna>, I. Rotentunnstraße 9 (caoipn naaHa> n KynoHa.).
Mara3HH-b AbTCKaro n/iaTbfl.
T. Bioaun'B, I. Rotenturmstraße 9 (cmotph naaHB ii KynoHTi).
— 279 —
Maccawv Cxpa™
Tocnoaca TeaeHa ^yinaKt, I. Führichgasse 4 .......... . 60
Me6e/ibHbiH Mara3HH"b.
Maxaiiat Baanca>, YII. Mariahilferstraße 117 (cmotph naaHa. h Kynoim).
Mem^yHapoAHbie TpaHcnopTbi.
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HacahÄHiiKH ÄBrycTa KaneabTa, I. Kärntnerstraße 36.104
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T. Eayepa. npHßBopaHÖ ,n,ocTaBiii,HKa>, I. Fleischmarkt 2.282
0(11 MKH.
II. $aöpu, I. Kärtnerstraße 51.■. 54
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TapTMaHOj n Beßepa., BkHa, I. (upacHMH BKaaflHoft ancTa>).
OxOTHHMbfl KOHTOpa.
HncneKTopa, liMhiiin JI. Pefinaraa., I. Wollzeile 31. 62
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EaxotJieHa. n MeflHHrept (Hyc,a,op$CKaa nnBOBapira), XIX/2. II
flOABhHeHHbie HapaAbi;
Hmant n I. P. Tnatmepa. n Ko., IY. Rainerplatz 5 (cmotph naaua. h Kyuona.).
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AnTOHa. Maiaaxa>, I. Krugerstraße 4. 70
JeonoaLfta. BonmaK'B, I. Graben 28..104
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Ca^oBaa Meöe/ib
Peuxap^t n Komii., II. Marxergasse 17 (cMOipn naaHa. h KyrroH'L).
CepeöpaHbie TOBapbi.
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VIII. Piaristengasse 29 (cmotph naaHi> h KynoHa.).
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Ulapaa. CicoaHKa., npn,a,BopHHH ^oiorpa^'B, VIII. Piaristengasse 48 (cstoTpH naaH'B h KynoH't).
CTeK/iflHbie TOBapbi.
E. EaKaaoBiiua. Chhoblh, npH^BopHBie ROCTaBigHKH, I. Kärntnerstraße 12 287
CToaoBbie npHÖopbi H 3 T> cepe 6 pa.
^paHij'b PyMBoat^’B npn^BopHufi ^ocTaBin.HK'B cepe6pHHHxa> TOBapoBt,
VIII. Piaristengasse 29 (cmotph naaHa. n KynoHa»),
CTo/iapbi h oöomu^mkh.
Muxanaa. Baanca>, VI. Mariahilferstraße 117 (cMOTpn naaHa, n Kynona)
Tuamiie TOBapbi.
AßrycTa roT$pH,a,a,, I. Spiegelgasse 11.124
Ior. C. BHHKaepa., npHflBopHufi ;a;ocTaBin,HKa, I. Kärntnerstraße 53 . . 124 HrHan,a> h I. P. TnabrHepa» n Ko., IV. Rainerplatz 5 (cMorpn naaHa. n KynoHi).
ToproBjia AyxaMH.
E. M. Bapaimra., ,Hpe3,!i,eH , B-Eo,ii,eH6axa>.. . . . 286
oTorpabi.
Illapat CKoamca., npHßBopHtiH $oTorpa$ , B, VIII. Piaristengasse 48 (cmo- Tpn naaHa. n KynoHa.).
yßeceyiHTeabHbm ynpewAeHifl.
„Beaeaia“ airaee yBeceanreaBHoe aikcro (ÄHraincKiS ca,na> Ba. Ilparepi) 72
yMH/iHiua o6yneHifl a3biKaivn>.
KocHKa> KBeTHHii,Kifi, IX./l Porzellangasse 34 ... .. 62
ynpewAeHifl am 3/ienTpnHecKaro ocßti^eHia m nepeHOCHbie npHÖopbi.
T. B. A^aepa. h Ko., X. Rotenhofgasse 34 und 36 (icpacHbiä BKaa^;-
HOH BHCTi).
WßeyiHpbi.
ÄHTOHa. ranaaept, I. Hahshurgergasse 14. 60
Po 3 eTa> h $HinMeficTep , L, npynABopHBie »Beanpu, I. Kohlmarkt 11 . . 57
Inseraten-Anhang.
P^obi)« 3 ’* Rotel Jrrjpefial
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WIEN
^ 1. Kärntnerring 16. ^
Raas allerersten Ranges.
Hotel Victoria
WIEN, IV. Favoritenstrasse 2 .
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