Blätter der Erinnerung an die, für die Kunst zu früh v.erblichene, k. k. Hof-Schauspielerin Sophie Müller, ' einige Blicke auf deren Leben und künstlerisches Wirken, als biographische Skizze aus den sichersten und achtbarsten Quellen gesammelt, und herausgegeben von Fran; TNalltstzsusser. G-ji-rt mit dem wohlg-troffen-n Porträte dieser .geschätzten Künstlerin, lithographirt von Kriehuber. (Jedes Bild ist mit einem Stämpel versehen.) Der vierte Theil des Ertrages ist der Allerhöchst bewilligten zu Wien errichteten ersten Klein-Kinder-Schul- und Bewahr-Anstalt bestimmt. Wien, 1839 . Gedruckt b e y Anton S t r a u ss s s e l. Witwe. Vorwort. ^as Leben und Wirken einer Künstlerin, wie SophieMüller war, welche in der zartesten Blüthe ihres Lebens schon eine solche hohe Stufe der Kunst erreichte, gleichsam wie in einemGemälde zusammengestellt zu sehen, dürfte für Kunstfreunde überhaupt, namentlich aber für Jeden, der diese junge Künstlerin unmittelbar aus ihren herrlichen Leistungen kennen zu lernen Gelegenheit hatte, von nicht geringem Interesse seyn. Sehen wir in dem Lebens-Gemälde einer solchen Künstlerin sich Kunst mit Lugend und stillem häuslichen Wirken vereinen; sehen wir ferner, daß diese junge Künstlerin gerade in einer Zeit ihre Kunstbahn betritt, in welcher die ersten Bühnen-Heroen noch in voller, reger Wirksamkeit auf dem deutschen Cothurne glänzen, daß sie aber —mit Bescheidenheit und Muth dennoch mit diesen ersten Künstlern Deutschlands in die Schranken tritt, und durch Eifer und Fleiß auch — gleich diesen — eine der höchsten Stufen der Kunst erreichte, so weilen unsre Blicke gewiß noch lange gern aus dieser freundlich hohen Erscheinung! Wohl ist es andrerseits eben so schmerzlich, wenn wir eine junge Künstlerin, gerade aus dieser glänzenden Stufe, uns und der Kunst für immer entrissen sehen! Aber desto tiefer und inniger wird dasGedächtniß ihres Mensch en werth es, wird die Erinnerung an den großartigen Genius der Künstlerin, ihr freundliches Bild in unsrer Seele festhalten — desto lebendiger und schöner wird es sich hier beweisen, daß der Kunst des Mimen — wenn ihr das Höchste zu errei- chen vergönnt war — ein schönerer und dauernderer Lorbeer aufbewahrt ist, als jene bald verwehten Kränze, welche ihr Vergänglichkeit um die Stirne flicht! Ich glaubte daher diese Schrift mit Recht: „Blätter der Erinnerung an Sophie Müller" betiteln zu können; denn das darin ausgezeichnete stufenweise Fortschreiten auf ihrer Künstlerbahn, die Würdigungen ihrer Gastspiele aufden vorzüglichsten Bühnen Deutschlands, so wie der Ueberblick ihrer sämmtlichen Leistungen auf dem k. k. Hoftheater zu Wien, sind Rückblicke auf Erscheinungen, gewiß der steten Erinnerung werth, auf Lorbeer«, welche ihr, als Anerkennung ihres großen Kunstfleißes geweiht wurden, und welche auch zugleich ein freundliches Denkmal für Sophie Müller bleiben sollen! Möchten daher diese Blätter, welche ich gleichsam als ein Denkmal der öffentlichen Anerkennung aufSophie Müllers Grab lege, geeignet sehn, einen Theil Ihrer Selbst, den Nachklang ihres Wirkens, in den Herzen ihrer zahlreichen Freunde und Verehrer festzuhalten. Wien, am 24 . Juli 1830. Der Herausgeber. Sophie Müller, geboren zu Mannheim am 1Y. Jänner 1805, war die Tochter des noch lebenden Herrn Karl Müller, welcher vom Jahre 1778 bis 1822 als Mitglied und inzwischen als Regisseur am damals Churpfälz. bair. Hoftheater zu Mannheim wirkte, welches unter Leitung des umsichtigen Reichsfreiherrn He rib er t von Dallberg ftand, und bei welchem späterhin die vorzüglichsten Bühnenkünstler glanzten, alS: Iffland, Beil, Beck, Maier, Koch (jetzt Regisseur des k. k. Hofburgtheaters zu Wien) und dessen Tochter Betty (späterhin verehlichte Roose), welche daselbst ihre theatralische Laufbahn begann.— Sophiens Mutter*) war ebenfalls seit 1786 bei dem Churpfälz. bair. Hoftheater zu Mannheim engagirt und behauptete sowohl im feinen Lustsspiele als besonders in der Oper, in den Bravour-Rollen als: Königin der Nacht (in Mozarts Z a u b e rfl ö t e) ; Nina (in Wahnsinn aus Liebe); A inor (im Baum der Diana); Mira (im unterbrochenen Opferfeste); Constanze (in Mozarts Entführung aus dem Serail); Müllerin (in der Oper gleiches Namens) rc.; einen ehrenvollen Platz. Sophie zeigte schon als Kind Freude und Talent zur Schauspielkunst, welche beide durch das Beispiel ihrer Eltern immer mehr in ihr aufgeregt wurden. Der Vater theilte ihr auch schon in ihrem dritten Lebensjahre die kleine Rolle des G enius im Oberon zu, wobei sie nur wenige Worte zu sprechen hatte. Obgleich noch Kind, zeigte Sophie doch damals schon die Stärke und Sicherheit ihres G edä chtnisses. -- Als nämlich bei einer solchen Vorstellung des Oberon, der Souffleur >—> das zarte Alter der kleinen Sophie beachtend — ihr, als die Reihe zu sprechen an sie kam, die wenigen Worte souffliren wollte, rief sie laut vor dem Publikum: „S ie brauchen mir nicht zu souffliren, ich kann meine Rolle ohnehin recht gut;" — worüber das Publikum in lärmenden Applaus ausbrach. Sophie wurde nun, — wie natürlich — noch fortwährend zu kleinen (ihrem zarten Alter passenden) Rollen verwendet. Im Jahre 1810 (22. Oktober) spielte sie auf dem (nunmehr Großh. Baadenschen) Hoftheater zu Mannheim dieJohanna in Kotzebues „Erbschaft"; fernerhin das Kind in Frau von Weissenthurns „Versöhnung" u. dgl. kleinere Rollen mit vielem Beifall. Im Jahre 1814 (am 5. Mai) sollte Sophie — als Genius gekleidet, bei Anwesenheit I. Maj. der Kaiserin v. Rußland, in .der Hofloge eine passende Anrede in Versen sagen, wurde aber durch einesel- lene und große Perle an dem Halsschmucke I. Maj. in Mitte ihrer versisizirten Anrede irre gemacht, und I. Maj. die Kaiserin geruhten sie huldvoll auf den Arm zu nehmen, und die geängstigte S o p h i e ihrer Angst gnädigst zu entheben. Im Jahre 1818 (ihrem 14. Lebensjahre) gab Sophie mit ihrem Vater einige Gastrollen auf dem Karlsruher-Theater; und zwar: den Savojarden Joseph (in die beiden Savojarden); den Pagen Paus (in Kotzebues „Pag enstreich en); den Guido (Schutzgeist) in Kotzebues „Adelheid von Italien"; *) Sie war eine Tochter des Herrn Jakob Voudetz ersten Tänzers und Valletmeisters am Churpfälz. bair. Hofe; und starb zu Wien im Jahre 1824. 1 2 den Otto in Müllners „Schuld" sämmtliche Rollen mit einstimmigem Beifall; und kehrte sodann wieder mit ihrem Vater nach M annh e i m zurück. Sophiens Vater pflegte gewöhnlich des Abends nach beendigter theatralischer Vorstellung—-(un Kreqe seiner Familie) — über die richtige oder unrichtige Ausfassung diejer oder jener Rolle Gejpräche anzuknu- pfen, wobei Sophie oft jenes klare richtige Urtheil kund gab , welches sie uns auch späterhin in Wien durch glückliche Auffassung manch schwieriger Rolle deutlich bewies. Obgleich nun Sophie Müller (wie bereits besprochen wurde) noch immer nur mit kleinen, unbedeutenden Rollen beschäftiget ward, so schien doch der nunmehrige Herr Intendant des Großh. Baad. Hoftheatelv, geheimer Rath Baron v. Ste rnb erg, das immer mehr aufkeimende Talent dieser jungen Künstlerin zu beachten und zu würdigen; denn Sophie Müller erhielt von nun an durch ihn, nach und nach größere, und mitunter sehr bedeutende Rollen. — Im Jahre 1819 (ihrem 15. Lebensjahre) begann also Sophie Müller schon in das höhere Gebiet der Kunst einzutreten, und ein Überblick auf mehrere von ihr auf dem Großh. Baad. Hoftheater zu Mannheim (vom Jahre 1819 — 21) gegebenen Rollen wird zeigen, mit welcher Blitzesschnelle diese junge Künstlerin auf der nun betretenen Bahn vorwärts geschritten. — Ihre e r st e g r ö ß e r e Rolle war: Agnes (in Ko- tzebues „Rudolph von Habsburg" (am 8. Jänner 1819); —ferner: Johanna in Schillers „Jungfrau v. Orleans"; Hedwig in Körners Drama gl. N. — Zu dieser Zeit war es, daß Herr v. Kotzebue, der eben nach Mann h ei m kam, eines Abends, als er, bei einer theatral. Vorstellung, Sophiens ausgezeichnetes Kunsttalent bemerkte, zu ihr sagte: „Sophie! Sie werden einst eine große Künstlerin, aber vergessen Sie ja nie, daß der Künstler, wenn er auch schon allgemein als solcher anerkannt ist, sich dieß n ie selbst sagen darf, und daß man überhaupt in der Schauspielkunst nie zu viel lernen kann, und dann werden^Sie stets geachtet und geliebt seyn!" Welche Worte unsere junge Künstlerin bis an ihr Ende getreu beachtete. Sophie Müller war jetzt sehr häufig in Herrn v. Kotzebues Hause, und der Umgang mit diesem geistreichen Manne*) hatte daher auch auf die fernere Ausbildung ihres Kunsttalentes entschieden günstig gewirkt. Im Jahre 1820 (6. Jänner) spielte Sophie Müller auf dem Großh. Baad. Hoftheater zu Mannheims Gräfinn Ierta in Müllners „Schuld"; — am 5. März: Guido (Schutzgeist) in Kotzebues /Adelheid v. Italien"; — am 13. April: Gräfinn Ru tl a nd im „Essex"; — am 16. April: Louise in Schillers „Kabale und Liebe"; — am 25. April: Emilia Galotti, in Lessings Trauerspiel gl. N.; — am 28. April: Melitta in Grillparzers „Sappho"; — am 7. Mai: Beatrice in Schillers „Braut v. Messina." — Am 15. Mai 1820 (an Sophiens Namensfest) erhielt sie ihren Contract als nunm ehriges enga- g i rte s Mitglied des Großh. Baad. Hoftheaters zu Mannheim; denn bis zu dieser Zelt sprelte S ophre nur aus Eifer und Liebe zur Kunst, ohne daß ihr Vater ein Honorar für sie von der Direction in Anspruch nahm. Am 25. Mai (1820) spielte sie die Amalia in Schillers „Räubern." — 30. — Nina in „Welche ist die Braut?" (In welchem Stücke sie späterhin auf dem k. k. Hofburgthea/er zu Wien die Rolle der Stieftochter: „Marie gab.) Am 2. Juli: Cordelia im „König Lear." (Hr. Eßlair als Gast den Lear.) _ 11 . — Thekla in Schillers: „Wallenstein." (Hr. Eßlair als. Gast den Wallenstein.) _ Z. August: Donna D i ana im Lustspiele gl. N. Übers, von C. A. W e st. Der an diesem geistreichen Manne verübte Meuchelmord ist in Sophiens Tagebuch mit den bittersten und wehmüthigsten Klagen über diese wahnsinnige That angemerkt. 3 Am 10. September: Elsbeth im „Turnier zu Kronstein." _ 14. — Bertha in Grillparzers „Ahn fr a u." _ 28. — Prinzessin E boli in Schillers „Don Carlo s" *). Im April 1821 trat Sop h i e M ül l e r mit ihrem Vater eine K unst r e i se nach München an, woselbst sie auf dem königl. Hoftheater mehrere Gastrollen mit einstimmigem Beifall gab, und von da nach Wien reiste, allwo ihr die Ehre zu Theil ward, auf dem k. k. Ho fb urg t h ea t e r fünfzehn G a st r o l l e n geben zu dürfen. Sie zeigte sich uns hier in den verschiedenartigsten Charakteren, und entwickelte in ihrem zarten Alter (sie war damals im 17. Jahre) ein entschiedenes Kunsttalent. Ihre Gastdarstellungen auf hiesiger Hofbühne waren folgende: Am 9. Mai (1821) Chatinka im „Mädchen v. Marienburg." M arga r e t h a in „die Hagestolze n." Elise v. V alb erg im Schauspiele gl. N. Sophie in Schröders „F ähnd r i ch." L i e s l i im „A l p enrös l e i n." Elsbeth im „Turnier zu Kronstein." (Bekanntlich eine sehr schwierige Rolle, zumal für ein Mädchen von 17 Jahren). Julie in „beschämte Eifersucht." (Ihr Vater als Gast den Baron Sturz.) Isabelle in Becks „Quälgeistern." (Ihr Vater als Gast den Anwald D u p p e r i ch.) Lottchen in Kotzebues „Bruderzwist." Gräfin R u t l and im ^,E sse x." Julie in „beschämte Eifersucht." (Ihr Vater als Gast den Baron Sturz.) Johanna in Schillers „Jungfrau v. O r l e an s." Dasselbe wiederholt. Donna Diana im Lustspiel gl. N. Ubers, von C. A. West. (Hier hatte die junge Künstlerin eine sehr schwierige Aufgabe zu lösen, denn das, unsere Hofbühne besuchende Publikum hatte die Rolle der Diana bereits früher von einer anerkannten Künstlerin (Mad. Löwe) glänzend därgestellt gesehen. Allein, auch in dieser Rolle wurde das junge, aufkeimende Talent Sophiens durch rauschenden Beifall aufgemuntert, und auch ihr Verdienst hierin anerkannt.) Am 16. Juni (1821) beschloß Sophie Müller den Ciklus ihrer Gastdarstellungen auf hiesiger Hofbühne mit der Rolle der Gräfin Rutland im „Essex"; und ihr sichtbar eifriges Streben nach Vervoll- — 12 . — — — 15. — — — 16 . — — — 18. — — —^ 20 . — — -. 27. — — — 30. — — — 31. — — — 3. Juni: — — 10 . — — kommnung wurde auch damals, wie früher, durch allgemeinen Beifall gelohnt. — Sophie reiste nun mit ihrem Vater wieder zurück nach Mannheim, woselbst sie ihre Engagements- Bedingnisse zu erfüllen hatte. Nach dem einstimmigen, ungetheilten Beifalle, welcher Sophie Müller bei allen ihren Gastdarstellungen auf der Hofbühne zu Wien zu Theil ward, konnten wir wohl die angenehme Hoffnung hegen, daß unsere geachtete und umsichtige Hoftheater-Direction diese, wenn gleich noch junge, aber dennoch sehr talentvolle Künstlerin unserer allgemein geschätzten Kunst-Anstalt beigesellen 9 Ich habe hier nur jene Tage angeführt, an welchen Sophie Müller obige Rollen zum ersten Male gab; es ist natürlich, daß sie dieselben in der Folge zu wiederholten Malen gegeben. 4 werde; denn welch schöne Hoffnungen für die fernere glänzende Ausbildung Sophie Müllers liesten sich erst dann hegen, wenn sie Mitglied unserer Hofbühne geworden, bei welcher die ersten Künstler Deutschlands durch ihr schönes Zusammenwirken erfreuen? —Der Erfolg zeigte späterhin, daß Sophie Müller, als neuengagirtes Mitglied des k. k. Hoftheaters zu Wien, oft selbst die kühnsten Erwartungen übertraf. Sophie Müller gab nun, nach ihrer Rückkehr von Wien, zu Mannheim, nebst vielen älteren Rollen, noch jene der Sophie in Raupachs „Fürsten Chawansky"; und zwar zum ersten Male am24. März 1822. Sie wurde schon in den beiden ersten Akten mit rauschendem Beifall gelohnt, und in den beiden letzten Akten mit Hrn. Ferdinand Löwe (Jury Chawansky) enthusiastisch gerufen. Es ist'allerdings bemerkenswerth, daß Sophie Müller in diesem zarten Alter und in einem Zeiträume von drei Jahren schon eine solch hohe Stufe der Kunst erreicht hatte. Im Monat Juli 1822, nachdem sie ihre Engagements-Bedingniffe bei dem Großh. Baad. Hoftheater erfüllt, verließ Sophie Müller das ihr liebe, freundliche Mannheim (ihren Geburtsort); geachtet und geliebt von Allen, die sie kannten, und sahen. Sie reiste nun mit ihrenEltern nach Wien, wohin sie einen ehrenvollen Ruf an das k. k. H o fb urg th e a ter erhalten, und woselbst sie am 5. August 1822 zum ersten Male als neuengagirtes Mitglied in der Rolle der Gräfin Rutland (im Essex) auftrat; und das kunstsinnige Publikum neuerdings ihren Eifer und ihr ausgezeichnetes Talent mit rauschendem Beifall belohnte. War es aber gleich früher schon das Prinzip dieser jungen Künstlerin, jede der ihr zugetheilten Rollen tiefdurchdachr darzustellen*) (so zu sagen aus dem tiefsten Inner-? zu spielen), so war es jetzt, da sie, an einem solch ehrenvollen Platze stand, sichtbar noch mehr ihr einziges Bestreben, alle Z eit, allen Fleiß der hohen Kunst allein zu weihen, um den ihr anvertrauten Platz auch ruhmvoll zu behaupten, und den ihr so reichlich geschenkten Beifall immer mehr zu verdienen. Das (weil nicht eben hieher gehörig) im Anhänge folgende chronologisch geordnete Verzeichnis; ihrer sammtlichen Leistungen auf dem k. k. Hofburgtheater zu Wien, liefert den klarsten und getreusten Beweis, daß diese junge Künstlerin Vieles und auch Gediegenes geleistet hat. Auch auf den ersten Bühnen Deutschlands ward Sophie Müller als vollendete Künstlerin anerkannt, wie dies; aus der am Schluffe folgenden Würdigung ihrer Gastdarstellungen auf auswärtigen Bühnen klar hervorleuchtet. — Ihr Eifer, ihre Liebe zur Kunst war unermüdlich; niemand vermochte sie je (als ihr wohlmeinend), in diesem Eifer zu unterbrechen. — Aber nicht nur als Künstlerin, auch in Bezug auf zarte Weiblichkeit und häusliches Wirken errang sich Sophie Müller die Liebe und Achtung Aller, selbst hoher Personen, die sie kannten und bewunderten. — Es sei mir erlaubt, hier von einem Umstande sprechen zu dürfen, der, in Bezug auf das vielse itige Wirken dieser Künstlerin, von Einigen oft besprochen wurde. Ich sage von Einigen, und meine darunter So l- che, welche ihre Zeit gerade nicht besser anzuwenden wissen, als selbst an dem Untadelhaftesten etwas (ihrer Meinung nach) Tadelhaftes vorzusuchen. — Sophie Müller, als Liebling des Publikums, ward nämlich häufig in die Zirkel mehrerer, sehr achtbarer und angesehener Häuser der Residenz geladen. Sophie erkannte auch dankbar diese ehrenvollen Einladungen, mußte sich aber meistens entschuldigen, diese nicht annehmen zu können; —warum? — aus dem einfachsten und natürlichsten Grunde, weil sie an dem Platze, wo sie stand, und bei dem regen Eifer und F l e iß e, den sie der Kunst widmete, für die sie lebte und strebte, doch unmöglich noch Zeit erübrigen konnte, diese achtenswerthen Cir- *) Und eben dieß tiefdurchdachte Auffassen des Charakters, dieß Eindringen in des D icht ers Geist, ist es, warum wir auch Sophie Müller mit Recht: »Künstlerin" nannten. 5 kel zu besuchen. Dies; wurde ihr (nämlich von diesen Einigen) für Stolz angerechnet/ nachdem doch selbst Jene/ welche Sophien eingeladen/ nach genauer Überlegung einsahen/ daß ihr-/ kaum zur Erholung des Geistes/ nur wenig Zeit übrig blieb. Blieb ihr aber, außer ihrem Berufe, noch irgend eine Zeit übrig, so setzte sie sich an ihren Flügel oder nahm die Guitarre zur Hand, um so den Geist etwas zu erquicken. Selbst schöne, häusliche Arbeiten finden sich in ihrem Meublement vor, es sind die feinsten Tapizerien, von ihrer Hand zart und sinnig gearbeitet. Ebenso mußte sie ja (als Schauspielerin) wohl auch einige Zeit der Lektüre widmen. Sie las englische, französische und italienische Originalwerke, und zwar mehr belehrende als erheiternde, wovon mir ihre Bibliothek Beweise lieferte. — Es finden sich ferner in ihren höchst interessanten Tagebüchern (welche, sie: „für meinen Schreib käst en" überschrieb) tiefdurchdachte Auseinandersetzungen mancher Rollen, welche sie zu studieren hatte. Und wo also blieb Sophien, bei ihrem häuslichen und künstlerischen Wirken, noch irgend Zeit übrig, die ihr sonst angenehmen, ehrenwerthen Cirkel zu besuchen? — So viel wage ich zur Berichtigung des ihr (von Einigen) aufgebürdeten Stolzes zu sagen. Mehr ist nicht nöthig, und würde mich zu weit von dem eigentlichen Zwecke dieser Schrift ableiten. — So nun strebte Sophie Müller während ihres achtjährigen Engagements an hiesiger Hofbühne auf der Bahn der Kunst von Stufe zu Stufe empor, und ihre Kraft und vollste Gesundheit ließen uns mit Recht die schöne Hoffnung hegen, diese geistreiche Künstlerin recht lange vor uns zu sehen*). —Allein, die ewige Vorsicht, in deren Rad wir nicht eingreifen können, noch dürfen, hat es anders beschlossen. — Sophie Müller, nachdem sie zwar früher schon über einige Unpäßlichkeit klagte, aber selbst wieder durch ihren regen Kunsteifer sich ermuthigte**), erkrankte nun, da der Geist schon lange mit dem Körper gestritten hatte, am 20. April 1829, und mußte sich der ärztlichen Hülfe unterwerfen. Durch längere Zeit schien diese etwas schwierige und verdeckte Krankheit ein rheumatisches Fieber zu seyn, es zeigte sich jedoch späterhin eine heftige Entzündung. Obgleich nun die vorzüglichsten Ärzte der Hauptstadt berufen wurden, so war es doch auch diesen nur möglich, Sophiens Leben zu v e rl äug e r n, aber leider nicht mehr, es zu retten! — So scheint es nun, daß Sophie Mülle r durch ihren rastlosen E ife r und Liebe für die K u n st, sich selbst zum f r ü h en Opfer hingab ***)! — Sie schien zwar während ihrer langwierigen Krankheit manchmal auf dem Wege der Genesung zu seyn****), so daß ihr Vater und Alle, die um sie waren, mit Recht die süße Hoffnung hegen konnten: Sophie werde der Kunst wiedergegeben! — Allein— (wie es bei schweren Krankheiten oft zu gehen pflegt) — dieß waren *) Sophie Müller erkrankte außer ihrem letzten, vierzehnmonatlichen Kranken- und leider zugleich Tobten» lag er, nur einmal im Jahre 18^5, nach dem Tode ihrer geliebten Mutter; wo sie ungefähr 5 Wochen an einer Gehirnentzündung litt. **) Sie spielte dennoch am 11. April 1829 zum zweiten Male die Aurora in dem neuen Lustspiele „die Macht des Blute s." — (Ihre letzte Nolle.) ***) Es ist überhaupt eine traurige Erscheinung, daß wir meistens unsre hoffnungvollsten und mitunter als vollendet anerkannten jungen Künstlerinnen in der zartesten Blüthe ihrer Jahre dem frühen Grabe zueilen sehen! — Unsre unvergeßliche Betty Roose, Dlle. Krüger (Tochter des k. k. Hvfschauspielers); unsre talentvolle Louise Weber, traf ein gleiches Schicksal! — ****) Der Herausgeber dieser Schrift hatte selbst Gelegenheit, Sophie Müller an einem solchen trüglichen Tage zu sehen, indem er sie um Erlaubnis; bat, die von ihm herauszugebende (und schon im Druck befindliche) Sammlung von Balladen, Legenden und Sagen ihr dediziren, und ihr wohlgetevffencs Porträt mit ausgeben zu dürfen, welches sie ihm auch mit der größten Heiterkeit und Freude bewilligte. An diesem Tage also (es war am 20. März 1630) waren an S o p h i en sichtliche Zeichen einer W i e d e r g e n e s u n g vorhanden. 6 nur die letzten Kräfte des Geistes/ welcher die Leiden des Körpers auf einige Zeit vergessen machte und eine gewisse Heiterkeit in der Leidenden bewirkte; denn groß war Sophiens Geist! sie merkte wohl selbst langst, (wie es sich späterhin ergab) daß keine Rettung mehr für ihr junges Leben sei *); aber, weit davon entfernt, dieß ihrem! betrübten Vater merken'zu lassen, suchte sie selbst ihn zu trösten! Nur einige Male und schon in der letzteren Zeit, verrieth Sophie, daß sie selbst nicht mehr auf Genesung hoffe. Es fragte sie nämlich Einer ihrer Kunstgenossen vom k. k. Hofburgtheater, in welcher Rolle sie wohl nach ihrer Genesung zum ersten Male aufzutreten gedenke? worauf Sophie sagte: „Ich werde wohl in „Vater und Tochter" zum ersten Male auftreten. Ein Schauer überlief die/Anwesenden bei diesen Worten **)! — Zu Ende Mai 1830 verlangte Sophie mit Sehnsucht nach dem Orte Hietzing (nächst dem kaiserl. Lustschlosse Schönbrunn), welchen Ort ihr die Ärzte zur Erholung angerathen. Zu dieser Zeit schien Sophie auch schon etwas schwächer an Kräften zu seyn, denn bei ihrer Übersiedlung auf daS Land wurde neben ihrem Wagen zur Vorsorge auch die Sänfte getragen. — Ihr Geist aber blieb dennoch stark bis zum letzten Augenblicke ihres Lebens! Einige Tage vor ihrem Tode (es war am 8. Juni), nachdem der Arzt ihr Hoffnung einflößte, sdaß ffie hier auf dem Lande sich wieder erholen werde, sagte Sophie, zum Arzte: „O ja, bis zum 20.!" — Am 20. Juni saß Sophie, wie gewöhnlich, schon Morgens 6 Uhr in ihrem Armstuhl; sie klagte heute über bedeutende Schwäche und Übelbesinden. Es wurde der im Orte befindliche Wundarzt schnell gerufen, welcher ihr jedoch riech, indes; nur dasjenige fortzugebrauchen, was ihr Hausarzt verordnet habe, und tröstete sie, daß es bald besser werden würde. — (Obgleich er selbst merkte, daß sie nur wenige Tage mehr leben konnte.) —Um 11 Uhr desselben Vormittags fragte Sophien eine ihrer weiblichen Hausgenossen***), ob sie nicht etwa einen Geistlichen wünsche, welches Sophie mit freundlich heiterer Miene bejahte, wünschte aber, daß der Herr Dechant des Ortes selbst komme. Hierauf wendete sich Sophie zu einer Freundin, welche diese letztere Zeit immer um sie war, und sagte, sie wolle ihr ihre Beichte im Stillen mittheilen, und diese möge sie dann dem Herrn Dechant sagen, da er sie (Sophien nämlich) ihrer schwachen Stimme wegen, nicht wohl verstehen könne. Als aber der Herr Dechant kam, sagte Sophie, sie fühle sich nun stark genug, ihm ihre Beichte.se löst zu sagen; und nun beichtete sie auch mit einem ungeheuren Kraftaufwand ihrer Stimme, so herzlich und laut, daß ihr Vater sie-im dritten Zimmer deutlich vernehmen konnte. — Es war die letzte Kraft, der sie zu dieser heiligen Handlung sich mächtig fühlte. — Nach. *) Unter Sophie Müllers hinterlassenen Papieren sah ich einige, worin erstaunenswürdige Resignationen über Leben und Tod sich vorfanden. Unter andern ein kleines Blättchen, (ohne Datum) welches aber wahrscheinlich in ihrer letzten schweren Krankheit geschrieben war. Es lautete: Seyn oder Nichtseyn? — Mir ists eine Frage, Auf die gewiß mir heil'ge Antwort wird. Gedenket der, die bald zu sel'gem Tage Der Nacht entflieht, wo nur das Herz sich irrt.' Verwandten Seelen, die sich niemals trennen, Ist Tod nur Näherung und ew'ges Anerkennen. Sophie Müller. **) ..Vater und Tochter" von Naupach, beginnt bekanntlich mit der Nachricht von Miß Millners Tode, welche Rolle Sophie Müller in dem Stücke „Vormund und Mündel," von Naupach, stets mit großem Beifalle gab. — "*) Sophie nannte sie ihre „liebe Bärbel;" sie ist bereits länger denn Zo Jahre im Müller schen Hause, und stets um Sophien gewesen. 7 dem nun der Herr Dechant sie mit dem heiligen Abendmahle und der heiligen Öhlung versehen, versprach er Sophien, sie am nächsten Tage wieder zu besuchen. Nach dieser heiligen Handlung war Sophie großentheils ruhig in ihrem Armstuhle gesessen, in welchem sie umlauf 12 Uhr Vormittags (am 20. Juni), nachdem sie die, sie Umgebenden nochmals angeblickt, selig im Herrn verschied *)! — Sie, selbst noch im Frühling ihres Lebens verschwand auch mit dem letzten Frühlingstage **) von dieser Erde! — Welch ein herzzerreißender Anblick für ihren trostlosen Vater! — Er, welcher seit dem Tode seiner Gattin sich! mit! noch innigerer Liebe an dieses Wesen gebettet hatte, steht nun allein, alles Trostes bar! Wer sollte auch hier einen Trost spenden können? — Wir, die wir eine solch talentvolle junge Künstlerin auf der höchsten Stufe, uns und der Kunst entrissen sehen? wir bedürfen selbst des Trostes! Ihr Leichenbegängnis;, (welches am 22. Juni zu Hietzing Statt fand), glich mehr einem Triumphzuge: die unverheirath eten weiblichen Mitglieder der k. k. Hofbühne erschienen im weißen Kleide, mit Lilien geziert; alle Andern im Trauerkleide. Acht Mitglieder der k. k. Hofbühne trugen den Sarg, welchen sämmtliche k. k. Hofschauspieler und selbst mehrere sehr angesehene Personen der Hauptstadt begleiteten. Auf dem Sarge dieser Künstlerin prangte besonders lieblich eine Krone von den schönsten frischen Blumen**). Während des Leichenzuges, bei welchem einige tausend Personen aus der Hauptstadt und deren Umgebung versammelt waren, wurde ein von dem Herausgeber dieser Blätter auf diese Veranlassung verfaßtes T r a u e r g e d icht vertheilt ch). — Die Leiche der Künstlerin wurde auf dem („l i e b l iche n") chch) Friedhofe zu H ie- tzing in die Erde gesenkt! Einer ihrer Kunstgenossen vom k. k. Hofburgtheater warf einen Lorbeerkranz auf ihren Sarg in das Grab, ausrufend: „Wahrlich! dieser gebührt dir!" — Auch von den Andern wurden Kränze und frische.Blumen der Künstlerin ins Grab nachgeworfen, und die Augen Vieler sah man genäßt von bittern Thränen über diesen schmerzlichen Verlust! — In der zartesten Blüthe ihrer Jahre wurde uns diese junge, talentvolle und g eistrei ch e Künstlerin entrissen! — Sie, die uns durch ihr meisterhaftes Spiel so oft entzückte, zur Bewunderung hinriß! — Gang, Haltung, Ton und Blick zeigten in ihrem Spiele Wahrheit und Natur! Welcher Kunstfreund erinnert sich nicht noch mit dem innigsten Vergnügen an die klassischen Darstellungen dieser Künstlerin, als:'Iulie (in„Romeo und Julie"); Ophelia (im „Hamlet"); Gräfin Rutland (im „Essex"); B e a- trice (in Schillers „Braut v. Messina"); Cordelia (im „König Lear"); Desdemo na (im „Othello"); Emilia Galotti (im Trauersp. gl. Nam.); Emmy Nobsard (in „Flucht nach Kenilworrh") ; M a ria (im „Balboa"); Bertha (in Grillparzers „Ahnfrau"); Donna Menzia (im: „Don Gutierre"); Grä- *) Im 26. Lebensjahre/ Nach ärztlicher Angabe: an der L ung enläh m u n g. **) Am 20. Juni ist Frühlingsausgang. Am 21. Sommersanfang. ***) Eine besondere Verehrerin dieser Künstlerin, so wie der k. k. Hofgärtner hatten schon während der zweitägigen Aufstellung des Sarges, die Verblichene fortwährend mit frischen Blumen schmücken lassen. 1) Dieß Gedicht unter dem Titel: »Empfindungen am Begräbnis; tag e der für die Kunst zu früh verblichenen k. k. Hofschauspielerin Sophie Müller; von Franz Wallishausser, ist noch in Adolphs Bücherverlage am Peter, Nr. 608, für 12 kr. C. M. zu haben- -ff-) So nannte Sophie diesen Friedhof. Sie fuhr nämlich vor drei Jahren mit ihrem Vater an selbem vorüber; noch in einiger Entfernung glaubte Sophie, es sei ein Garten; als aber der Vater ihr bedeutete, daß dies; der Friedhof sei, sagte Sophie: »Ach, das ist doch ein gar lieblicher Friedhof, da ließe sich wohl ein Mal recht angenehm ruhen!« — Und-Sie ruhet hier! — 8 fin Olga (in Naupachs „Isidor und Olga"); Semiramis (in Naupachs „Tochter der Luft"); Irene (im „Belisar"); CH riem h il d (in Naupachs „Nibelungenhort") re.—Aber eben so wie in der hohen Tragödie war Sophie Müller auch im Drama und im feinen Lustspiele vollendet zu nennen. Die Darstellungen dieser Künstlerin, als: Gabriele (im Drama gl. N.); Sophie van der Daalen (im Stücke gl. N.); E u l a l i a (in Kotzebues „Menschenhaß und Reue"); M arie (in „Welche ist die Braut?"); Por z i a (im „Kaufmann vonVenedig"); Miß M illn e r (inRaupachs „Vormund und Mündel"); Isabella (in BeckS „Quälgeistern"); Donna Diana (im Lustsp. gl. N.); Caroline v. Bildau (im „verwundeten Liebhaber"); Friederike Hai nfeld (in'Ifftands „Hausfrieden") u. a. m. werden stets unvergeßlich vor unfern Augen schweben! Es werden andre Künstlerinnen kommen, aber dennoch wird das Andenken an Sophie Müller, welcher eben so in Hinsicht auf Menschen- als auch auf Künstlerwürde die Achtung und Liebe Aller, selbst hoher Personen, die sie kannten, zu Theil ward, nie in unfern Herzen verlöschen! — Friede ihrer Asche! — Och habe bis hieher gezeigt, in welch kurzer Frist, und auf welche einfache Weise Sophie Müller sich den Namen: »Künstlerin" mit Recht erworben. Nun mögen die Anerkennungen ihres Verdienstes, und die L o r b e er krä n z e folgen, welche ihr auch auf den ersten Bühnen Deutschlands geweiht wurden. Im Jahre 1824 und 25 gastirte Sophie Müller zum ersten Male als k. k. Hof-Schauspielerin auf dem ständischen Theater zu Gratz. Ich weiß aus sicherer und achtenswerther Quelle, daß jene Abende, an welchen Sophie daselbst gastirte, für Gratz stets im lieblichen Andenken bleiben werden. Eine Menge von H u l d i g u ng s g ed i ch t e n wurden der Künstlerin an diesen Abenden geweiht, wovon ich nur die gelungensten ausgehoben und im Anhänge angeführt habe. Eben so ward ihr bei ihren Gastdarstellungen auf dem ständ. Theater zu Prag (im Jahre 1826) volle Anerkennung ihres Kunsttalentes zu Theil. Im Jahre 1827 gastirte Sophie Müller auf dem Lei p z ig e r S ta dtth e a t er, und reiste sodann nach Berlin, woselbst sie ebenfalls zu Gastdarstellungen eingeladen ward. Über den Erfolg dieser Gastdarstellungen lesen wir in der Dresdner A b end z e i t ung in einem Correspondenz - Artikel von Leipzig Folgendes: Leipjig, am I. Iuli 1827. »Meines Wissens hat sich in neuerer Zeit keine darstellende Künstlerin auf unfern Bretern eines so allgemeinen, enthusiastischen Beifalles, einer ähnlichen, die Leistung und die Leistende, wie dieKu n st li e b en d e n selbst ehrenden Achtung zu erfreuen gehabt, wie die k. k. Hof-Schauspielerin Dlle. Sophie Müller aus Wien. Sie betrat unsre Bühne zuerst am 23. v. M. in der Nolle der »Jungfrau v. Orleans", hatte auch schon nach den ersten Szenen, die sie sprach, den Reichthum eines solchen Applauses für sich, daß ich ihn nie erhört nennen würde. Die reine Fülle ihres Organs, der plastische Adel ihrer Bewegungen, die innerste Seelenbegeisterung ihres Vortrages, dieß Ergriffe nseyn von dem Geiste der Nolle, dieß gewaltige Mithinreißen ihrer Umgebung im Fluge der Begeisterung, sind Eigenschaften, desto seltener und staunenswerther, als sie zugleich mit der reinsten, edelsten Natur noch verknüpft und in ihrem Hauche erstarkt sind; als die Künstlerin ihr Seelengebilde mitten in einen Rahmen sich entfalten läßt, das nie heraustritt, daß wunderbare Wahrheit eben so sehr sie, als auch den Zuschauer vergessen macht, daß es nur ein Bild, ein kühnes Gebäude selbstschaffender Phantasie ist. Denn Sophie Müller wird selbst zur Dichterin, zur schaffenden Dichterin im Fortschreiten der Seelenzustände, die sie entwickelt; ihre Phantasie überflügelt den Dichter; nicht den Rhythmus, nicht den Ton - und Neimfall hört man, wenn sie die Ghuth ihrer Empfindungen spricht; die Rede fliegt und braust hin, nur das Wort, das bezeichnende, erhält seinen Klang aus der Seele, und so werden Schmerz und Lust in den sicheren Farben zur Dithyrambe. Dieß letzte gilt zumeist von ihrer Leistung als Semiramis in der »Tochter der Luft"; wo die zwei ersten Akte besonders das Vollendetste waren, was vielleicht je gesehen wurde. —- In Donna Diana, worin wir die Künstlerin am 27. v. M. sahen, nahm sie den Ton in den ersten Szenen beinahe leicht, sorglos, unbefangen, entfaltete aber mit jedem Momente des Fortschreitens, Charakter und Haltung in dem Maße und der Reinheit, daß das Resultat ein G l a n z p u n c t war — voll Zauber und W a h r h e i t.—Obgleich die Parthie der Donna Diana eine der vollendetsten unserer Mad. Genast ist, so muß ich doch, ohne mich hier in eine Parallele, als nicht hieher gehörig, einzulassen, gestehen, daß mir das Auflodernde, Glühende, Hinreißende, sich selbst Vernichtende der allmächtigen Leidenschaft in Dianas Brust nie klarer geworden als hier. — Die letzte Gastdarstellung der leider nur so kurze Zeit hier verweilenden Dlle. Müller war die Olga in Naupachs »Isidor und Olga." Eine andere Künstlerin würde wohl schwerlich diese Parthie, als nur wenige Glanzseitcn enthaltend, für ein Gastspiel gewählt haben. Sophie Müller aber kannte die ihr innewohnende Kraft, ihre eigene Dichtergabe, und die Darstellung gelang auch so über alle Maßen, daß das Publikum nur eine Stimme des Entzückens, der Verwunderung hatte. Der Beifall war so ungestüm, daß er die Handlung der Übrigen beinahe störte. In der Tischszene machte 2 10 O la a Alles um sich her vergessen, stellte sie Alles in den Schatten; wie das Gebet u, i 4. Akte, das nur, wie aus rn- nerster angstgequälter Seele gehaucht, gelispelt ward, und die Schlußworte desselben Aktes, das ohnmachüge Zusammenbrechen, einen Eindruck zurückließen,der sich nie verwischen wird. Gleich glanzvoll war der o. Akt, wo die Darstellerin an den weichen Übergängen, an dem Festhalten des Tones in ihrer innersten Vernichtung viel zu bebamp en hat, und so auch endigte das Stück in Olgas Munde, wie eine Elegie, die mit Thranen spricht über eine ükelhe voll Schreien und Freude Von der Bedeutsamkeit dieser Nolle, wie sie Dlle. Müller hob, hatten wir hier bis letzt keine Ahnung, und auch hier ist es mir zuerst klar geworden, welch ein herrlicher Lohn es sür den Dichter seyn muß, sein Gebilde m o cher'Vollendung der Wirklichkeit hingezaubert zu sehen. Dlle. Müller wurde an jedem Abend mA dem allgemeinsten Jubel gerufen, und die laute, allgemeine Verehrung des Publikums für ihr Talent, war ein neuer Beweis, wie hier das wahrhaft Große und Schöne auch sein allgemeines Anerkennen finde." — ^ - Von Leipzig aus reiste Sophie Müller mit ihrem Vater wieder nach Berlin, wohin sie ebenfalls einen Ruf sür mehrere Gastdarstellungen erhielt. Sie gab daselbst auf dem königl Theater folgende Partien: Gräfin Olg a - Fsidor und-Qlga" (2 Mal). — I o h a n n a in Schillers »Ju n g fr a u v o n O r l e a nv. —^ulie -" Nom^/und Julie" (2 Mal). - Semiramis in Naupachs „Tochter der Luft." - Isabella in Beck/ Quälgeister n." — G a b r i e l e im Drama gleiches Namens, und M a j a in M. Beers „P a r l a." P r e- /i o lVim Stücke gleiches Namens, und das Kät hchen von H e i l b ronn (2 M al). . ^ Über ihre Gastdarstellungen auf dem königl. Hostheater zu Berlin im Bahre 1827, gab die Berliner- Vossische Zeitung folgenden Bericht . . Königl. Theater: Sonnabend, den 7 . 2»ly. Fsidor und Olga." Dlle. Sophie Müller vom k. k. Hoföurgtheater zu Wien, die Qlg a als erste Gastroll/. Niemals war es mehr an der Zeit in einen Jubelruf über unser Theater auszubrechen, als heute, wo wir eine Künstlerin auf unsrer Bühne begrüßten, die in der Fülle ihrer Anmuth, Fugendkrast und Genialität aufgetre- tenist, und u den Wenigengerechnet werden darf, die, welch großer Ruf immer vor ihnen hergegangen sep, diesen Ruf Überboten haben. Man erwarte nicht, daß wir Dlle. Müller auf Kosten andrer deutschen Kunst ermnen loben wollen; womit sollten wir auch diese Künstlerin und was sie leistet, vergleichen. --B-r der Welt der Erscheinung würden wir den rechten Maßstab verfehlen, wir müssen ihn aus dem Gefühle nehmen und ihn mit dem Verstände anle- aen Da finden wir Alles, was als e rstes Erforderniß eines unzweifelhaften Berufes für die Buhne aufgestellt werden'kann: G estalt, Haltung, edle Züge, Organ, Lebendigkeit des Ausdruckes, Ade der Bewe- irina Da finden wir Alles, was als Resultat der Ausbildung erkannt werden mutz: DeutllchkelL reine Arti- Z atton, Sicherheit auf den Bretern, Mäßigung und Umsicht. Da finden wir endlich Alles, was, wenn //Brus und Bildung gestützt, zum Vorschein kommt, die h ö ch ste n Erwartungen uberfliegt: I n n lg k ei t .O Ernst Seele und Kraft, Zartheit und Feuer. Und im freien eigenthümlichen Gebrauche dieses seltenen Leins seltener Mittel wirkt die Gabe der Erfindung, wirkt die Begeisterung des Augenblickes. Und so ist denn nicht von einem Talent die Rede, welches durch Natur und Kunst veredelt scheint; es ist das Genie, das gere- aelte in selbst gezogenen Schranken herrschende: es ist die hohe Göttergabe, sterblichen Händen zu sorgsamer Pflege und blühendem Gedeihen übergeben. Man verzeihe mir, wenn ich diesen allgemeinen Bemerkungen über Dlle. Mu U er keine Entwickelung des dargestellten Charakters anreihe. Ich muß bekennen, daß^ch kein Verehrer dieser dustern Schöpfung bin und daß es mir fast unmöglich seyn würde, einer solch dichtenden S ch auspl e l e r i n gegenüber der doelren- den Reflexions-Poesie Aufmerksamkeit zu widmen. Es gibt Stücke (und ,le können von geistreich en Talenten herrühren), wo der höchste Triumph des Schauspielers der ist, die Absicht des Dichters vergessen zu.mache», und sie doch zu erreichen. Der Dichter ließ seine Schnüre blicken, an denen er seine Figuren leitet, — die Künstlerin umwand sie mit Rosen - In später» Rollen den Weg zu verfolgen, den Dlle. Müller einschlägt, wird nnr eine werthvolle Aufgabe seyn. Heute genüge diese vorbereitende Anzeige, begleitet von dem Ausrufe des unbefangensten und ungeheuren Entzückens. Alle, die es im Augenblicke des Genusses mit mir theilten, werden meine Ausdrucke nicht übertrieben nennen. Brach doch der begeisternde Antheil so laut hervor, daß man in der großen Operuvorstellung zu seyn glaubte. Kettete sich doch der Beifall des gesammten Publikums auch an die Stellen, die ihrer Natur nach gar nicht dazu gemacht scheinen, lauten Enthusiasmus zu erregen. Wurde doch Dlle. Müller nach dem dritten Akte stürmisch hervorgerufen - eine Auszeichnung, die in W i e n Gästen von B e d e u L ung öft e r zu achell wird, m B e r l l n aber zu den seltensten Begebenheiten gehört. In unser» Herzen klingen noch die Akkorde nach, die diese Künstlerin angeschlagen. Dank dem Vorstande des Hoftheaters, der uns solchen Gast zuführte. Aber doppelten Dank, wenn man der Künstlerin Gelegenheit geben will, sich uns oft und in Meisterwerken zu zeigen. — Möchte doch »Emilie Ga lotti" -- eine Nolle, in welcher ihr die einsichtvollsten Wiener - Beurtheiler den Lorbeer zuerkannten, — dem Kranze ihrer hingen Gastrollen nicht fehlen; und nicht Shakespeares »Julie", zu der sie mit ihrer wahrhaft zarten, innigen Gluth -inan- Il --i-bt Mochte sie, als Vertreterin manierfreier Eig-nthümlichk-it, -IS Meisterin im naturgemäßen Vortrag- lange 2UN. 1st27> folgende.. B-richtüb-r di- zweite Gastdarstellung dieser Künstlerin. Dinstag, den 12 . 2"l>- Die Jungfrau von Orleans; zweite Gastrolle der Dlle. Sophie Mülle r. — Wer "useru, nmmt telbar nach der Aufführung von »Isidor und O lg a" geschriebenen Aufsatz in diesen ^ ^ ist selt- aufs Wort glauben, daß wir mit hohen Erwartungen ins Theater gegangen, um ' wolffgar als s mit dieser Nolle. Wird sie als schwärmerische Seherin, als begeisterte H r-l-p ) , ^ halb krankhafte Somnambule genommen, — wozu in der Dichtung wohl die Keime cke kräffiae Szenen unmöglich scheinen. Und tritt die Erwählte von Haus aus rüstig, kampfgest - 7 ernd auf - wo bleiben daun die armen Blüthen, die anstatt zum elegischen K-nze verschlungen zu werden, ^ dem Männertritt der mächtigen Amazone ihr zartes Leben aushauchen müpen? Der Kunstlenn die d ^ ^ ^ ^ ^ ^ siebt selten das Andere zu Gebote, und wir haben deßhalb, frei zu gestehen, noch kei ^ ^ ...-, in dieser Beziehung völlig Genüge geleistet hätte. Dem heutigen Abend war cs Vorbehalten, u idealen Aufgabe des großen deutschen Dramatikers zu versöhnen, deren Lösung bis jetzt uns fast u "wog ich ^ ter dem Janberbaume träumt J°ha„„a, und ihr kaum bewegtes Anges.cht d-,litt s-u'» "fe. ^ ähking d« aroüe Momente. Für sie scheint das Treiben der Ihrigen um sie her, gar nicht da zu seyn. Nur Z ) g ^ ^ z,nnfe weckt ihre Sieg- ersehnende Seele aus den dumpfen Träumen. Den Helm auf dem Haupte tn s , mid »erkundet triumphirend. was s,- im Geiste sah. Man »ersteht sie nicht, nnd überläßt sie sich D-mmm s N ltckned »on der lieben Heimat nnd fotzt dem Rufe des Himmels, dessen sichtbares Zeichen der Heim ist W,- of -st d st° M °S d -°r m -li-r Kinder Kopf nnd Mm.de lebt, -nfnnd a u ß-r der Mihne «» 7 . ^ Me »ikle Sch.nspi-.erin..-» haben ihn sinnig, affee.irt, kräftig oder snßl.ch, ' f, " ^"'7^ den, oder kühnen Verrenkungen zum Besten gegeben- U„d-,st-S gl-ubl.ch - d.^ß " """ »° lf l Melodie -".M .-,1 konnte— Den innigen Tönen unfers Gastes, entquollen dem reinsten Gefühle, sagte d s ß Sckiller'schen Wohllautes so ganz und' gar zu; und der mächtige Übergang zur lauten Kriegsbegelsterung war um - Lst"a.ker in. G-g-.ch-/zu dkn -ben erst erklungenen -"»d-" 'Z. Das ist es, was diese herrliche Schauspielerin so groß, so einzig macht, daß auch un Otur . , ste nickt aus den Nosenbanden lassen. Zart und bedeutsam war die Erzählung der königlich n r ^ Ins «-fst-m H ze, g-soi-l-, di- »e-sohn-nd- Sjene ...i- Burgund, Mi. de», weiße» Rosenkranz- .... duntt . ÄL s.»«.. -- b-u -7-77» Uwlust' 7'st?,>°?d-»Mu,,dtzf.--ä"u/de,/pr°»h-tisch-n Verkündender Zukunft brach h-rrlichd-r-dl-Un- " n über di- U . aedn,d der Kleing,-..big-., , di- der göttlichen Erscheinung schon müde sind, und .nbelnd erklang d rFL'rrdi^ Scham «17 Liebe und Furcht- Sie muß ihn fliehen lassen, und will auch ihrer Triumph der Kunst -ufgegang-n. Der Eindruck war groß, allgemein, und w.rd "!7/° ' diis-m Monolog des a, Aktes dramatischer, abwechselnder u. Farbe 77zchst 77',-tt-n-n Organ 7r Künstlerin, dem Schwest», da- stumme Ertrkgen der un»erdienttn Anklage. und ^ch d'-s° ^"-4 ausg-fi.hr.- Pantomime, mit der sie Ra.n, o n d d.e Hand r ,ch., - 7 Bitte an di- Engländer, st- der nicht vergönnet ist, denn wir haben den Raum schon uberschrit e - -) - - . -. Siene im Thurme von durch de» Tod «°° LionelS Anblick zu schüh-n. «on einer W° r -.t und >ch°° Szem .m einer Begeisterung, Kraft und heiligen Gewalt, daß selbst die übel gelungene Befreiung ^ 12 Eindruck nicht zu stören vermochte. Wir können nicht aufhören Großes und Größeres von dieser Künstlerin zu erwar- ten; denn wer darf ihr »Halt" gebieten, und wer dem Geiste vorschreiben, der sie treibt?" — Zur dritten Gastrolle gab Dlle. So p h i e M ü ller die I u l i e in Ro m e o und Julie, über deren vollendete Darstellung von Seite dieser Künstlerin, sich bereits in- und ausländische achtenswerthe Kritiker ausgesprochen haben. Zur vierten Gastrolle wählte sie Semiramis in Raupachs »Tochter der Luft." Der Referent der k. priv. Berliner Zeitung sagt darüber Folgendes: »Eine schwere Aufgabe für ein zartes weibliches Wesen, der Weiblichkeit zu entsagen, und lieblos, herrschsüchtig nach Kronenglanz und Thronenpracht zu streben und dann unbeweint in stolzen Träumen untcrzugehen. — Eine schwere Aufgabe für eine Schauspielerin, jener Anforderung zu genügen, und doch nicht zu- rückznstoßen, eine fast unlösbare, den steten Kraftaufwand in stets wiederkehrenden, sich immer gleich bleibenden Situationen physisch aufzubieten, und doch weder sich noch die Hörer zu ermüden. Dlle. Sophie Müller hat sie gelöst! Wir wußten wohl bisher, daß es den Darstellern der komischen und sogenannten Charakter-Rollen zu Gebote steht, sich durch künstliche Masken verschiedene Individualitäten scheinbar anzueignen, und gleich bei ihrem Erscheinen das bestimmteste Bild zu geben; jene Künstlerin hat uns belehrt, daß auch ohne äußere, täuschende Hülfsmittel eine solche Charak- teristrung möglich ist; denn von ihrem ersten Auftritte an war sie eine Andere, als sie uns bisher geschienen, eine Gigantin, voll von innerem und äußerem Feuer. Siegreich führte sie den Siegeswagen ihrer Kraft und ihres Glanzes durch die ersten drei Akte. Schon glaubten wir sie ermüdet; schon die geistigen und körperlichen Kräfte durch die ungeheure Anstrengung abgespannt; um so mehr, als, wie wir vernahmen, ein bedeutendes Übelbefinden vor Beginn des Stückes sie fast gehindert hätte, an diesem Abend zu spielen; — aber so siegend ist die Gewalt des Genies — im äl. Akte erschien sie mit neuem Feuer, mit neuen regen Kräften; und geistreich ausgedachte, meisterhaft ausgeführte Nuancen überraschten uns von Szene zu Szene. Und wie mildernd, ja ich möchte sagen, versöhnend wußte sie die unbeugsame Herrscherin zu halten; wie suchte sie Alles hervor,'was nur weiblich und menschlich für die Gemüthlose sprechen mag; wie edel und hoch stellte sie die mythische Schöpfung, die trotz ihrer poetisch Ca ld eron'schen Schillerung so leicht abstoßen kann. Dieses M ienenspiel, diese Plastik in jeder B ew eg u ng, diese Sicherheit in Allem — sojung und so vollendet, so natürlich wahr, und so berechnet verständig. Die Schluß-Szene war die Glorie der Versöhnung! ^n der Art, wie Dlle. Sophie Müller sie gab, lag eine Erklärung des Stückes, ein Kommentar der Nolle. — Sie wurde mit Applaus vorgerufen." — Über die Darstellung der I sa b e ll a in Becks »Quälgeister n", welche Dlle. So p h i e Mül l e r zur sü n f- ten Gastrolle wählte, drückt sich die »Berliner H au d e und Spener'sche I e i t u n g"'folgendermaßen aus: »In Becks »Quälgeistern" sahen wir Dlle. Sophie Müller zum ersten Male im Lustspiele. Daß diese Rolle, wie sie der Bearbeiter des Stückes hervorgehoben, zu den dankbarsten weiblichen Rollen gehöre, sieht man bald; allein es ist nicht l e ich t, die Mischung von M u t hwi l l en, feiner Koketterie, weiblicher Eitelkeit und Herzlichkeit so zu geben, wie es von der Darstellerin geschah. Es zeigt von feinem Gefühle für alle Nuanmrungen des weiblichen Charakters, und zwar eines Charakters aus der großen Welt: die Übergänge von der neckenden Herausforderung des Linden im I. Aufzuge, bis zum vollen Überströmen des Gefühls im letzten Akte, in den Szenen, wo ^zsabella von der Entlarvung des Hrn. v. Rad durch den Hauptmann, und seinem männlichen Benehmen dabei — ganz gerührt, ihm ihre Liebe zu erkennen gibst, so darzustellen, wie es heut geschah; und man kaM sich einen Begriff von der hohen Stufe machen, auf welcher das Lustspiel auf dem H o fb u r g t h e a t er zu Wien steht (wie Referent aus eigener Anschauung weiß), wenn man Rollen dieser Art in einer solchen Vollendung dargestellt lieht. Dlle. Sophie Müller und Hr. Wolff wurden am Schluffe gerufen." — Am 23. Juli gab Dlle. Sophie Müller die Gabriele im Drama gleiches Namens, und die Maja im Trauerspiele »Paria" von Mich. Beer, zur sechsten Gastrolle. Der Res. der Verl. Vo ß'schen Zeitung sagt darüber: — »In dieser Rolle (nämlich in Gabriele) habe ich in Paris die Mars gesehen, da kann mir Dlle. Müller nicht gefallen!" so hörten wir diesen und jenen sagen; dieser und jener besuchten aber die Vorstellung und gingen tief ergriffen und vollkommen befriedigt heim.— »Die Kritik muß sich vor dem Enthusiasmus hüten!" bemerken wieder Solche, die ihren Enthusiasmus aufsparen, weil sie ihre Abnehmer kennen; wir wollten uns recht gerne hüten, aber ist man von der Menge fortgeripen, fühlt man, daß Alle von der Wahrh eit der Natur hingerissen sind, da wär' es eben so Affection, wenn man nicht der Empfindung ihre Ausrufungszeichen gestatten wollte, wie es Affection wäre, wenn Einer in der L>ezir - Stimmung den Aufgang der Sonne betrachten könnte. Bei dieser Gabriele, wo in jedem Augenblicke Natur und Kunst das Fest der Vereinigung feiern, bleibt kein ehrlicher Rezensent kalt; er freut sich der Künstlerin, freut sich des Publikums. Dlle. Müller gab aber auch der Rolle gleich anfangs so sehr den Ausdruck inneren Glückes, daß nicht ein gewöhnliches Mitleid, vielmehr die lebhafteste Zuneigung entstehen muß. So entwickelten sich wie von selbst Gefühls-Kontraste, deren Eindruck keine Brust zu fest inne hat; und oft werden wir von den ein- 13 fachstm Momenten erfaßt, weil wir erkennen, daß die Künstlerin weiß, es wirkt auch das Unscheinbarste, wenn die Wahrheit heraus spricht.« — ^ ^ ^ ,Als Maja in M. Beers „Paria« zeigte Dlle. S. Müller die Zarthett des Weibes nnt der machtvollsten Glut gepaart; der Sturm südlicher Leidenschaft und die innigsten Nuancen der überall heimischen Empfindungen, verwebten sich trefflich zu einer allgemein ansprechenden, in seiner Steigerung ungewöhnlichen Darstellung.« Am 25. Juli gab Dlle. S. Müller die Rolle der Olga wiederholt mit dem allgemeinsten Verfalle, zur siebenten Gastrolle. . . s . Am 28. trat sie als Preciosa auf, über welche Darstellung die Berliner Dossi sch e Zeitung folgendes ^ ,Unter den Schauspielerinnen, welche Referent hier und anderswo in dieser Nolle gesehen, drängen ,ich ihm die Namen: Crelinger (-Stich). Bauer, Haitzinger (-Neumann), Holtei, Lebrun, Lindner, Schröder d. j., Binder (v. d. Klogen) und Luise Wagner auf. Fast alle diese Darstellerinnen wußten die dankbare Rolle durch irgend Etwas in ihrer Persönlichkeit geltend zu machen, und siegte die Eine durch Kraft, so gewann die Andere durch Lieblichkeit. — Keine von Allen ging aber aus dem — vom Dichter beinahe vorgezeichneten elegischen, oft sentimentalen Geiste heraus. Alle ohne Ausnahme gaben die Improvisation wie eine Deklamation, die vorher schon auswendig gelernt ist — und deelamirten nun mehr oder weniger gut. Alle ohne Ausnahme zwangen sich in einigen Szenen zum heitern Scherz und verfielen wieder in den ernsthaften Grundton. Alle endlich spielten die Rolle nach dem hergebrachten Zuschnitt einer jungen Heldin, ohne eben die Erscheinung besonders zu charakterisiren. Diese Einstimmigkeit von vielen Seiten, veranlaßte die Meinung, die Stellung der Nolle bringe es so mit sich. Dlle. S. Müller belehrte uns eines Besseren; sie gab uns deutlich das kecke., phantastische Bild, wie es etwa vor Cervantes, dem hohen Schöpfer der Novelle, die diesem Drama zum Grunde liegt, gestanden haben mag. Schelmisch und gewandt, liebreizend und feierlich, brachte sie schon bei ihrem ersten Erscheinen einen südlich fremden Hauch, einen belebenden Geist mit. Ihre Improvisation schien erst im Augenblicke des Sprechens zu entstehen. Das sinnende Haupt zur Erde gesenkt, suchte sie nach Gedanken, die sich vor unfern Augen auf dem zartbewegten Munde zu Worten bildeten, die, vom Strahle des tiefen Auges bestell, wohlklingende Reime wurden. Wir glaubten dieser Preciosa, daß die „heilige Kunst« sie für die Entbehrung einerHeimat entschädigen könnte; wir fühlten mit ihr die nächtlich aufblühcnde Liebe zu Alonzo; wir glühten mit ihr, als sie im edlen mächtigen Zorne gegen den Zigeuner ausbrach; wir weinten mit ihr, als sie die Ihrigen begrüßte; — aber durch all diese wechselnden Gefühle ging die fröhliche Lebenskraft der muthigen Tochter der Natur, der walderzogenen Zigeunerin. Wir sahen die bunteste, genialste Schöpfung — und ein zahlreich versammeltes Publikum stimmte freudig und wiederholt in das Beifallklatschen, welches Preciosen auf der Bühne ertönte. Es würde den hier bestimmten Raum zu sehr beengen, sollten die kritischen Beleuchtungen aller Gastrollen dieser Künstlerin hier aufgeführt werden. Die oben angeführten dürsten hinlänglich styn, zu zeigen, daß Dlle. Müller auch im Auslande als große Künstlerin allgemein anerkannt wurde, und ich habe nur noch zu bemerken, daß sie den Ciklus ihrer Gastdarstellungen auf dem königlichen Hoftheater zu Berlin mit folgenden Rollen beschloß: Am 31. Juli: Käthchen v o n H e ilb r o n n, worüber der Referent in der Berliner Dossi sch en Zeitung unter andern sagt: „Die Theilnahme war heute so außergewöhnlich groß, daß förmlich der allgemein ausgesprochene Wille, Dlle. Müller ganz ausgezeichnet zu ehren, deutlich wurde; nicht nur bei ihrem ersten Auftreten, sondern noch zweimal im Laufe des Stückes wurde sie jubelnd empfangen.« — Am 4. August mußte sie diese Rolle auf Begehren wiederholen. Am 5. August gab sie zu PoL s d a m die Amalie in „H aß allen F r a u en« und Gabriele im Drama gleiches Namens als Gastrollen ; und am 6. August beschloß sie ihre Gastdarstellungen lauf dem königl. Hoftheater zu Ber- l i n mit Julie in „Romeo und Juli e« unter allgemein stürmischem Applaus. Diese Würdigungen der Gastspiele unsrer jungen Künstlerin, ausgesprochen von Männern, deren unparteiisches und richtiges*) Urtheil im Fache der Kritik stets geachtet wurde, liefern hinlänglichen Beweis, daß Sophie Müllers ausgezeichnetes Talent und ihr Verdienst als Künstlerin auch im Aus l an de anerkannt wurde, und ich schließe hier nur noch mit der Bemerkung, daß Sophie Müller gerade zu einersZeit diese hohe Stufe der Kunst zu erreichen strebte, wo wir die ersten Künstl e rinnen Deutschlands: Madame Schröder, Löwe, Stich (-Crelinger), Wolffrc. glänzen sahen, und dennoch gelang es dieser jungen Künstlerin, ihren Platz ruhmvoll zu behaupten. ') Und nur ein solch unparteiisches Urtheil kann als würdige Kritik über Künstler angenommen werden, denn es gibt wohr nichts Erb ä rml iche res, als eine durch Geld oder Überredungskunst bestochene Kritik. 14 Voir den vielen, an Sophie Müller verfaßten Gelegenheitsgedichten habe ich hier einige der gelun gensten ansgehoben: An Sophie Müller -ei ihrem Abgänge ans k. k. Hofburgtheater zu Wien. (Mannheim, am 13. Juli 1822.) ^zch ging in Waldesdunkelheit, Von Zweigen frisch umschlungen, Es kost' und Werte weit und breit, Als wie mit Lausend Zungen. Manch Vöglein sang mit süßem Ton — Ach! aber des Waldes Seele, War sie verstummt, war sie entflohn, Die liebliche Philomele? Da trat ein brauner Mann zu mir, Und Sommer war er geheißen: „Die Nachtigall ist nicht mehr hier, „Mit dem Frühling ging sie auf Reisen!" Betrübt verließ ich schnell den Wald, Mich triebs fort nach dem Garten, Der Rosen wollt' ich alsobald, Der feurig glühenden, warten. Viel Vlümlein schauten süß und klar Aus ihrer Mutter Schoße; Ach! aber unter der ganzen Schar Begrüßte mich nicht die Rose! Da trat der Gärtner still zu mir: „Der Frühling ist vergangen, „Und Gram entfärbte des Gartens Zier, ' „Der Rosen, Lippen und Wangen!" Fort zog mich nach Thalien s Saal Die rasch bewegte Menge: „Hier wird der Frühling doch einmal „Nicht üben seine Strenge?" So srug ich still, und trat hinein, Zuströmt es von allen Seiten; Was soll so glänzender Verein Am Samstag wohl bedeuten? Nicht Einer, Viele traten mir Entgegen im Kerzenstrahle: „So spielt sie, unser Schmuck und Zier, „Denn heut zum letzten Male?" 15 Da war mir Alles offenbar, Was sollt' ich länger weilen? Fort aus der glänzend versammelten Schar Ins Freie mußt' ich eilen. >.Du nahmst der Rose Duft und Glanz, »Nahmst, Frühling, die Nachtigallen, >Auö unsrer Künstlerinnen Kranz »Die Lieblichste von Allen!« Und — siehe da, — die Kunst erschien: Ich gab der Holden den Segen, ".Und führe Sie liebend nun nach Wien, »Dem Ziele des Ruhmes entgegen!« Und führst du Sie an treuer Hand, So ziehe Sie von hinnen. Um an der Donau reichem Strand Das Höchste zu gewinnen! Du bist ja überall zu Haus! Schön ist des Ruhmes Krone! Wir wanden ihr des Beifalls Strauß, Gib d u Ihr d i e zum Lohne! Da wies die Kunst im Abendglanz, Wie sie ihn selber webte, Wies mir den schönsten, vollsten Kranz, Und lächelt' und entschwebte! A. Gebauer, Redacteur der Rhein. Erholungsblätter zu Mannheim. An S v p h i b Mullbv als Gabriele (nach der Darstellung dich- Rall- am kömgl. Th-attr zu V - r I i», im 2-l-r-1827,. Don A. W. v. Schlegel. Eeelenvolle Gabriele! Dir erlosch der Augen Licht, Doch der Spiegel Deiner Seele In den holden Augen nicht. Willst Du heiter gleich erscheinen, Lächelt milde gleich Dein Mund, Andre müssen um Dich weinen. Andern wird die Wehmuth kund; Wenn die irren Sterne schweben In der Wimpern Schattenkranz, Und empor sich schmachtend heben, Ach umsonst! — zum Himmelsglanz. 16 Euch dem Zauber zu entwinden. Schlosst Ihr auch die- Augen zu: Vor dem Bilde dieser Blinden Fände doch das Herz nicht Ruh! Denn der Stimme Silberlaute Drängen durch den nächt'gen Flor, Und von ihren Lippen thaute Wonn' und Schmerz in Euer Ohr. Nur den Blinden und den Tauben Ward der Sicherheit Gewinn, Wollt Ihr meiner Warnung glauben, Blicket nicht — noch horchet hin! — An Dlle. Sophie Müller (in ihren Gaftdarsiellungen zu Gratz im Jahre 1824) als: I. Gabriele, II. Donna Diana, III. Gräfin Nutland. I. Ä^ußt Du des Lebens höchste Lust entbehren? —- Dein Auge flieht der Sonne ew'ges Licht, Und finstre Nacht bedecket Dein Gesicht. Nie soll der Tag Dir leuchtend wiederkehren Kann ein Gefühl dafür Ersatz gewähren? — Wir ahnden'ö fast, wenn Deine Lippe spricht. Das ist der Erde irdisch Fühlen nicht. Und Höh'res scheint Dein holder Mund zu lehren.' Doch jetzo dringet mit des Lichtes Schein Ein neuer Tag in Deinen Busen ein. Und Dich umarmt ein nie geahnt Entzücken! Da wird es klarer auch vor unfern Blicken! Wir sehn auf Dich, und fühlen's klar und rein: Die höchste Lust gewährt das Aug' allein! II. Dich, stolzes Weib, von Liebe nie bezwungen, Hab' ich erstaunt vor meinem Blick gesehn. Du schienst so hoch, so schwindelnd hoch zu stehn, Daß fast Bewundrung unsre Brust durchdrungen. Doch als das Band Dich dennoch fest umschlungen. Der Liebe Band, das Du gewagt zu schmähn. Und Du nun brennest, ihn gebeugt zu sehn. Ihn, der den Lüeg durch höhern Stolz errungen; Da fühlten wir, wie Du, so fremd und neu. Welch seltsam Ding es um die Liebe sey; Sie fesselt schnell, mit unlösbaren Banden; Du hast das selbst erfahren und verstanden! Ein Augenblick ruft mächtig sie herbei, Uud keine Zeit gibl je sie wieder frei! WM 17 m. Wenn Du in Essex Männerarm Dich schmiegest, Du holdes Weib, das dem Gemahl nur lebt. Mit ihm sich freut, — für ihn allein erbebt; Wenn Du den Trotz Elisa's nicht besiegest;' Wenn Du verzweifelnd in den Kerker fliegest. Wo sich Dein Arm zu seinem Haupte hebt, Worüber schon das Beil des Henkers schwebt. Und Du zuletzt dem Schmerze unterliegest; Da fühlen wir's, wie's keine Sprache nennt. Was in der Seele Deines Essex brennt, Sein ganz Empfinden, und sein ganzes Leiden: Es ist der Schmerz— der Schmerz von Dir zu scheiden, Von Dem, was kaum das frohe Herz erkennt. Und ach! — zu früh ein rauhes Schicksal trennt! — An Dlle. Sophie Müller aus Wien (nach der Darstellung d er »Clem entin e« im Schauspiele gleiches Namens). as ist das Licht! — das ist das Leben!'**) — Ja, Das ist der Kunst geweihtes Leben, Natur in reinster Fülle treu zu geben, Em Meisterbild, wie je ein Aug' nur sah! Die Wahrheit stand vor unsern Blicken da, Es war das höchste, reichbelohnt'ste Streben, Doch sahn wir dieß nicht, nur ein süßes Beben, Die sanfte Wonnethräne war uns nah. So wandle fort. Du holde Meisterin, Es leitet dieser Pfad znm schönsten Ziele; Ein Zauberhauch, er weht aus Deinem Spiele, Und führt uns mild zu der Bewundrung hin. Er ist das Etwas, Hochbegabten eigen; Dem Herzen folg' — es wird die Bahn Dir zeigen! — Theo d. Hell. An Sophie Müller, als Porzia in Shakespear's „Kaufmann von Venedig.'* ^ollt' Eins ich von drei Kästchen wählen, Und schlösse Eins Dich ein; Die Wahl, ich würde sie verfehlen? Von Lieb' geleitet — nein! Sollt' ich in dem von Gold Dich suchen. Was glänzt im Hellern Licht? ') Stelle aus dem Schl sse des Schauspiels, welches aber hier in Wien unter dem Titel: „Gabriele" gegeben wurd 3 18 Doch welchem tausend Lippen fluchen, Der Mammon hält Dich nicht! Das Silber isss! Im Silberscheine, So makellos, so rein, Ist hier auf Erden Keine, Keine, Hier muß Dein Bildniß seyn! »Wer mich erwählet, soll erhalten, „So viel als er verdient!" Was er verdient? O Truggestalten; Wer ist's, der Sie verdient! Nur eine Wähl noch bleibt mir offen, Im Kästchen, das von Blei; Sein Strahl ist bleich, so wie mein Hoffen; Das Schicksal winkt — es sei! „Wer mich erwählt, der gibt und waget „Fürwahr sein Alles dran!" Nun ward es licht in mir; es taget Ein neuer Morgen an! Für wen wohl kann ich Alles wagen, Das Härteste? — Für Sie! Ihr selbst kann ich für Sie entsagen, Mir bleibt — die Phantasie! Ich wähle hier, und Hab' verloren Auf immerdar die Wahl, Da ich nun Dich mir auserkoren. Bleibt Hoffnung mir — und — Qual! — B a s s a n i o. Des Scheidens Augenblick. Am Schluffe der letzten Gasidarsiellung der k. k. Hofschauspielerin Sophie Müller (zu Grätz, am 28. Juli 1825). Der Vorhang sinkt-! — So sinkt der Wolkenschleier, Der abendlich die Sonne uns verhüllt; Ob wieder er entschwebe? — ach, es füllt Das Aug' nicht mehr des Lichtes Lust und Feuer! Denn Sie, die Glänzende! Sie ist entschwunden, Die einen Hellen, hohen Tag gebracht, Im nassen Blick, entfloh'nen süßen Stunden Geweiht, stirbt ihres letzten Strahles Pracht! — 19 Der weiche Scheidegruß, er ist gespendet! Doch Eins verheißt dem bangen Herzen Nuh': Denn still bewegt von Sehnsucht — Hoffen— wendet Sich jedes Haupt dem dunklen Osten zu! — D e r H i r t. (Bei der Krankheit der k. k. Hofschauspielerin Sophie Müller uu Jahre 1829.) 28enn Crösus käme und sür meine Flöte Sein halbes, nein — sein ganzes Reich mir böte, Und all sein Gold, und Perlen und Gestein, Ich lächelte, und spräche: „Nein!'« Und spräche Cypris: „Hirt, für deine Flöte „Sei von der Morgen - bis zur Abendröthe „Die schönste Hirtin aller Fluren dein!" — Ich lächelte, und spräche: „Nein!" Hat diese Flöte doch so süß geklungen, Und Gleichmuth, Friede, Frohsinn mir ersungen, Und manches Aug' voll Thränon ausgehellt, Manch banges Herz mit Muth geschwellt! Doch spräche Pan: „Hirt! gib mir deine Lieder, „Dann glühn Sophiens bleiche Wangen wieder „In der Gesundheit rosigem Carmin!" — Dann, süße Flöte, fahre hin! — Vom See. An Sophie Müller vom k. k. Hofburgtheater zu Wien. (Aus dem „Freimüthigen" vom 8. Juli 1828, herausgegeben von Dr. Aug. Kuhn.) Ebahrlich! Dich liebten die Götter! — Als noch in der Wiege Du schlummertst, Stiegen sie alle herab, schon von dem Kindlein entzückt! Eine vollendete Künstlerin galt's und gelang es zu bilden, Denn an den Göttern selbst zeigte sich Deine Gewalt. Jeder beeiferte sich die schönste der Gaben zu bringen: Jeder doch freuete sich, ward er vom Andern besiegt. Als sie nun sahen ihr Werk, vergaßen die feindlichsten Götter Ihren blutigen Groll: freundlich umarmten sie sich! — Herrlich sproßtest Du auf, es erschlossen sich alle die Bluthen Reiner Kunst und Natur, die Du im Busen gehegt. Aber, was schaffet so ganz zu Emilien*) und G a b r i e l e n ), Käthchen***) und Julien"**) Dich, reißt zur Entzückung uns hm-- ") 2>» Käthchen von H e i l b roun. — "") In R 2n Emilia Galotti. - ") 2m Drama gl. Nam. >co und Iii l -«- 2N Ist es das Auge, so schön im nur künstlichen Feuer erglühend ? Nur die Gestalt, die sich leicht schmieget in jeglich Gewand? Solltest Du uns nur schlau mit erlerneten Künsten berücken? Nein, bei den Göttern! so wahr lüget die Lüge doch nicht! Was zu jenen Gestalten Dich macht, und was uns entzücket. Ist die Kunst nicht allein, ist noch ein Göttlicheres, Ist der Jungfrau Gemüth, in Unschuld bescheiden erblühend, Käth chen und Julie sind keine Dir fremde Gestalt. Drum laß nimmer sie sich dem reinen Busen entfremden, So nur bleibet die Kunst, bleiben die Menschen Dir Haid! Gefühle wahrer Verehrung und Freundschaft für die k. k. Hofschauspielerin Sophie Müller. HDieß Gedicht wurde von mehreren Kunstfreunden am 27. Juli 1825, bei der letzten dieser Künstlerin auf dem st. Theater zu G rätz, vertheilt.) I.lnd wieder scheidest Du aus unfern Mauern, Und wieder fühlen wir der Trennung.Schmerz, Und wieder füllt mit wehmuthvollen Schauern Der Freunde Seele sich, der Freunde Herz. Es ward die Thräne, die Dein Künstlerwalteu In unser Aug' gelocket, Seligkeit! So möge sie auch, wechselnd, sich gestalten Zur schönen Quells der Unsterblichkeit! In unfern Herzen wird Dein Name leben — Und kehrst Du wieder freundlich einst und mild. Sieht froh das Auge neu vorüberschwcben Ein unvergessen wohlbewahrtes Bild! — v Gastdarstellung 21 Überblick der theatralischen Leistungen der k. k. Hof-Schauspielerin Sophie Müller; auf dem k. k. Hofburg-Theater zu Wien; vom 5. August 1822 bis 11. April 1829. (Jene Rollen, welche die Künstlerin auf diesem Hoftheater zum ersten Male gab, find immer mit einein * bezeichnet.) August 1822 . ^l>ir 2 . Gräfin R u t l and im »Essex.« — 7. * Julie in »Romeo und Julie.« — 9. Elsbeth im »Turnier zu Kronstein.« — i 5 . detto detto — 3 i. Caroline von B i Ida u im „verwundeten Liebhaber.« SextemLer 1822. Am 6. * Pauline im »grünen Domino.« — 21. * Fanny in »Claurens Gasthaus zur goldenen Sonne.» — 22. detto detto — 24. detto detto — 25 . Gräfin N u t land im »Essex.« — 28. Pauline im »grünen Domino.« — 29. detto Oktober 1822- Am 3 . * ChiMene im »Cid,« von Collin. — 4. detto — 6. Elsbeth im »Turnier zu Kronstein.« — 9. Chimene im »Cid,« von Collin. — ii. Pauline im „grünen Domino.« — i 3 . Fanny in »Claurens Gasthaus zur goldenen Sonne.« — 18. * Amalie in Zieglers »Lorbeerkranz.« — 21. * Constanze in „der Unschuldige must leiden.« — 22. detto und * Jenny von L usal in »der Oberst.« — 24. Constanze in „der Unschuldige must leiden.« — 26. * Marie im »Balboa.« — 27. detto detto — 3 o. Constanze in „der Unschuldige must leiden. Aobember 1822. Am 4 ' * Emmy Nobsard in »Flucht nach Kenilworth.« — 5 . detto detto — 7. detto detto — 10. detto detto — 12. Constanze in »der Unschuldige must leiden.« — 14. Marie im »Balboa.« — 17. Caroline von Bild au im »verwundeten Liebhaber.« — 19. * Hedwig in »Körners Hedwig.« — 21. Chimene im »Cid,« von Collin. — 24. Emmy Robsard in »Flucht nach Kenilworth.« December 1822. Am 1. Johanna in »Schillers Jungfrau von Orleans.« — 4 - Hedwig in »Körners Hedwig.« — 8. Julie in »Romeo und Julie.« — 12. * Cordelia im »König Lear.« — 14. Emmy Nobsard in »Flucht nach Kenilworth.« — 20. * Amalie im »Gang ins Irrenhaus.« — 21. detto detto — 26. detto detto -detto und Constanze in »der Unschuldige must leiden.« — 27. Cordelia im »König Lear.« — 3 ». ' Oskar im »König T>ngurd.« Jänner 1823 - Am 1. Oskar im »König Yngurd.« — 5 . Elsbeth im „Turnier zu Kronstein.« — 6. Emmy Robsard in »Flucht nach Kenilworth.« — i2. Johanna in »Schillers Jungfrau von Orleans.« — 16. Amalie im »Gang ins Irrenhaus.« — 19. Chimene im »Cid,« von Collin. — 21. Amalie im „Gang ins Irrenhaus.« — 24. Chimene im »Cid,« von Collin. — 29. Emmy Nobsard in „Flucht nach Kenilworth.« — 3 i. Marie im „Balboa.« Februar 1823 . Am 4 - * Pauline im „getheiltcn Herz.« — 11. Caroline von Vildau im „verwundeten Liebhaber.« — i 3 . * Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 14. detto detto — 16. detto detto — 21. detto detto — 25. detto detto — 26. C 0 n st a n z e in »der Unschuldige must leiden;« und Jenny von Lusal i» „der Oberst.« Mä r k 1 8 2 3 . Am 1. Cordelia im »König Lear.« — 2. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — i 3 . * Gabriele im Drama gleichen Namens. — 14. detto detto — 16. detto detto — 19. detto detto — 22. Cordelia im »König Lear.« — 3 i. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« A y r i I 1 8 2 3 . Am 1. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 3 . Constanze in »der Unschuldige must leiden.« — 4. Amalie im »Gang ins Irrenhaus.« — 7. * Desdemo na im »Othello.« — 9. detto detto — 11. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 14. D es d emo na im »Othello.« — 18. * Rosaura im »Lebendem Traum,« von C. A. West. — 20. Amalie im »Gang ins Irrenhaus.« — 26. Pauline im »grünen Domino.« — 28. Hedwig in »Körners Hedwig.« Mai 1 8 2 3 . Am 1. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 3. * Prinzessin Eboli in Schillers »Don Carlos.« — 8. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 9. * Eleonora Alban« in Müllncrs »Albanesen».« _ il. detto detto — 16^ Gabriele im Drama gleichen Namens. — 19. Oskar im »König Yngurd.« — 22. Emmy Robsard in »Flucht nach Kenilworth.« 22 AM 26. Julie in »Romeo und Julie.« — 3 i. Gabriele im Drama gleichen Namens. Juni 1 8 2 3 - Am 2. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 5 . Amalie im »Gang ius Irrenhaus.« — 7. Cordelia im „König Lear.« — 8. Elsbeth im »Turnier zu Kronstein.« — i 3 . Constanze in »der Unschuldige must leiden.« — 16. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 19. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 23 . Rosaura im »Leben ein Traum,« von C. A. West. — 27. Amalie im »Gang ins Irrenhaus.« — 3 o. * Elise in »die alten Liebschaften.« Juli 1 8 2 3 - Ferien der k. k. Hof - Schauspieler. August 1823 - Am 1. Marie im »Balboa.« — 8. Pauline im »gethciltcn Herz.« — 10. Johanna in Schillers »Jungfrau von Orleans.« — 12. Desdemona im »Othello.« — i 5 . * M i ran da im »Bayard.« — 18. Amalie von Ronsberg in »Hast allen Weibern.« — 22. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 26. Cordelia im »König Lear.« — 27. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 3 i. Emmy Robsard in »Flucht nach Kenilivorth.« Kextember 1823 . Am 5 . Constanze in »der Unschuldige must leiden.« — 9. Chimene im »Cid,« von Collin. — i 3 . * Agnes in »die Waffenbrüder.« — iH. detto dctto — 16. dctto detto — 18. Amalie von Ronsberg in »Hast allen Weibern.« — 20. Agnes in »die Waffenbrüder.« — 2i. Elsbeth im „Turnier zu Kronstein.« — 26. Agnes in »die Waffenbrüder.« — 27. Amalie im »Gang inS Irrenhaus.« — 29. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 3 o. Elise in „die alten Liebschaften,« und Louise in „Hei- xath durch ein Wochenblatt.« Oktober 1823 - Am i. Agnes in „die Waffenbrüder.« — 6. D e s d e m 0 na im »Othello.« — i 3 . Agnes in »die Waffenbrüder.« — 16. Gräfin Rutland im »Essex,« von Collin. _ 17. detto detto — 19. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 21. Gräfin Rutland im »Essex,« von Collin. — 23 . Agnes in »die Waffenbrüder.« — 26. Miranda im »Bayard.« — 27. Gräfin Rutland im »Essex,« von Collin. — 29. Gabriel.e im Drama gleichen Namens. D-odember 1823 - Am 1. Cordelia im »König Lear.« — 3 . * Zaire im Trauerspiele »Zaire,« von Voltaire. — 9. Agnes in »die Waffenbrüder.« — ii. Zaire im Trauerspiele »Zaire,« von Voltaire. — i 3 . Amalie von Ronsberg in »Hast allen Weibern.« — 16. Isabelle im „Bräutigam aus Mexiko.« Am 19. Gräfin Rutland im »Essex,« von Collin. — 22. Oskar im »König Yngurd.« — 25 . Agnes in »die Waffenbrüder.« — 27. Cordelia im „König Lear.« — 3 o. Johanna in Schillers „Jungfrau von Orleans.« W er e mb e r 1823 . Am 4. Gräfin Rutland im »Essex,« von Collin. — 8. Agnes in „die Waffenbrüder.« — 10. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 11. Zaire im Trauerspiele »Zaire,« von Voltaire. — 14. Julie in »Romeo und Julie.« — 17. Gabriele im »Drama gleichen Namens.« — 19. Constanze in »der unschuldige must leiden.« Jänner 1824 . Am 4 - Agnes in »die Waffenbrüder.« — 6. D es demona im »Othello.« — 7. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 9. Gräfin Rutland im »Essex,« von Collin. — 16. Amalie im „Gang ins Irrenhaus.« — 18. Emmy Robsard in »Flucht nach Kenilivorth.« — 21. Marie im »Balboa.« — 22. Elise in »die alten Liebschaften.« — 25 . Caroline von Bild a u im »verwundeten Liebhaber.« Februar 1824 . Am 20. * Arizia in Schillers »Phädra.« — 23 . Agnes in »die Waffenbrüder.« — 26. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« — 29. Luise in »die Heirat durch ein Wochenblatt.^ Mär! 1 8 2 4 . Am 4. Oskar im »König Yngurd.« — 7. Julie in »Romeo und Julie." — 9. Cordelia im »König Lear.« — ii. * Gertrude in Houwalds »Richard von Franken.« — 12. detto detto — i 3 . Gabriele im Drama gleichen Namens. _ 14. Gertrude in Houwalds »Richard von Franken.« — i 5 . Emilia Galotti in Lcssings »Emilia Galotti.« — 19. Elsbeth im »Turnier zu Kronstein.« — 20. Gertrude in Houwalds »Richard von Franken.« — 21. Miranda in »Bayard.« — 24. Gertrude in Houwalds »Richard von Franken.« — 26. Prinzessin Eboli in Schillers »Don Carlos.« — 28. Agnes in »die Waffenbrüder.« — 29. Emilia Galotti in Lessings »Emilia Galotti.« — 3 i. * Elisabeth von Arragonien in Zieglers »Fürsten gröste.« Ax r i I 1 8 2 4 . Am r. Emmy Robsard in „Flucht nach Kenilworth.« — 4. Elisabeth von Arragonien in Zieglers „Fürsten gröste.« — 5. Isab c l l e im „Bräutigam aus Mexiko.« — 19. Gertrude in Houwalds »Richard von Franken.« — 26. Thekla in Schillers »Wallenstein.« Mai 1 8 2 4 . Am 4 - Prinzessin Eboli in Schillers „Don Carlos.« — 6. Thekla in Schillers „Wallenstein.« — 8. Gertrud in Houwalds »Richard von Franken.« — 11. Amalie im »Gang ins Irrenhaus.« — 12. Isabelle im »Bräutigam aus Mexiko.« 23 Am 22. Amalie von Nonsverg in „Haß allen Weibern.« — 23 . Julie in „Nomeo und Julie.« — 27. Eli sab eth von Arragonien in Zieglers „Fürstengröße.« — 28. Hedwig in Körners „Hedwig.« Juni 1824. Am r. Gertrude in Houwalds „Richard von Franken.« — 3. * Clara im „Haus Barcellona.« — 4. detto detto — 7. detto detto — 11. Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti.« — i5. Gräfin Nutland im „Essex,« von Collin. — 18. Clara im „Haus Barcellona.« — 26. H en r i ette in Kohebue's „Erbschaft,« und Constanze in „der Unschuldige muß leiden.« — 27. Oskar im „König Yngurd.« — 29. Elsbeth im „Turnier zu Kronstein.« Juli 1824. Ferien der k. k. Hof-Schauspieler. Am 22. Cordelia im «König Lear." — 24. Thekla in Schillers „Wallenstein." — 26. Angelika in „die Grafen Montaldo." — 28. Beatrice in Schillers „Braut von Messina." — 3o. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." Aobember 1824. AM i. Auguste in „Schein und Seyn." — 3. Alona in Houwalds Drama „die Feinde." __ 4. detto detto -. 6. detto detto — 9. Auguste in „Schein und Seyn." — 10. Angelika in „die Grafe» Montaldo." — 11. Isabelle im „Bräutigam aus Mexiko. — 12. Alona in Houwalds Drama „die Feinde." — 18. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 21. Agnes in „die Waffenbrüder." — 22. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 24. Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." — 25. Auguste in „Schein und Seyn." — 26. detto dettS August 1824 . Am 2. Amalie im „Gang ins Irrenhaus.« — 4. Gertrud e in Houwalds „Richard von Franken.« — 6. Marie im „Balboa.« — 8. H e d W i g in Körners „Hedwig." — 11. Julie in „Romeo und Julie." — i 5 . M i r and a im „Bayard." — 18. Amalie v 0 n R 0 ns b e r g in „Haß allen Weibern." — 20. Isabelle im „Bräutigam aus Mexiko." — 21. * Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 22. detto detto — 25. detto detto — 28. Clara im „Haus Barcellona." — 3 i. Isabelle im „Bräutigam aus Mexiko." Kextember 1824 . AM 2. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 3. H enr i e t t e in Kotzebue's „Erbschaft." — 5 . Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 7. Elise in „die alten Liebschaften." — 12. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — i 5 . ' Angelika in „die Grafen Montaldo." — 16. detto detto „ 18. detto - detto — 19. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 21. Gräfin Ru tland im „Essex," von Collin. — 24. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 26. Angelika in „die Grafen Montaldo." — 3 o. Clara im „Haus Barcellona." CYLtober 1824 . Am r. Henriette in Kotzebue's „Erbschaft." — 3. - V c atri c e in Schillers „Braut von Messina." _ 7. Prinzessin Eb oli in Schillers „Don Carlos." — 10. Agnes in „die Waffenbrüder." — 12. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 14. Auguste in „Schein und Seyn.« — i5. detto detto — 17. detto detto — 18. Elisabeth von Arragonien in Zieglers „Fürsten- größc." — 21. Auguste in „Schein und Seyn." Werember 1824. Am 3 . Alona in Houwalds Drama „die Feinde." _. g. Johanna in Schillers „Jungfrau von Orleans." — 8. C 0 r d e l i a im „König Lear." — 10. Gräfin Ru t land im „Essex," von Collin. — 12. Thekla in Schillers „Wallcnstcin." — 19. Emmy Robsard in „Flucht nach Kenilworth." -- 21. Amalie im „Gang ins Irrenhaus." — 26. Julie in „Romeo und Julie." _28» Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 3 o. Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." Jänner 1 8 2 5. AM 1. Auguste in „Schein und Seyn." — 2. Beatrice in Schillers „Braut von Messina." — 6. A l 0 n a in Houwalds Drama „die Feinde." — 9. C l a r a im „Haus Barcellona." — i 5 . * Com t esse Elise im Lustspiele „die Zufälle." _ ,6, detto detto — 19. detto detto — 21. Angelika in „die Grafen Montaldo." — 24. Comtesse Elise im Lustspiele „die Zufälle." ^ 27. detto detto — 28. Arizia in Schillers „Phädra." _gl. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." Am 2. - 4 - — 6 . — 8 . — 9 - — 19. — 20. — 22. — 24. — 25 . — 26. — -7, Februar 1825- Auguste in „Schein und Seyn." Hedwig in Körners „Hedwig." M i ran d a in „Bayard." Isabelle im „Bräutigam aus Mexiko." Agnes in „die Waffenbrüder." . Kunigunde von Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." Elsbeth im „Turnier zu Kronstein." Comtesse Elise im Lustspiele „die Zufälle." Auguste im „Schein und Seyn." Marie im „Balboa." . . Kunigunde von Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." detto detto 24 Marr 1 8 2 5. Am 2. Constanze in „der Unschuldige must leiden." — 5. Kunigunde von Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." — 6. * Marie in „Welche ist die Braut?" — 8. Kunigunde von Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." — i3. Com t esse Elise im Lustspiele „die Zufälle." — 14. E m my Rob s a r d in „Flucht nach Kenilworth." — i5. K u n i g u n d e v o n Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." — 19. detto detto — 21. dette detto — 24. detto detto — 26. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." A P r t I 1 8 2 5. Am 4- Oskar im „König Yngurd." — 6. Kunigunde von Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." — 8. * S 0 p h i e in „Flattersinn und Liebe." — 9. detto detto — io. K u » i g u u d e v 0 n Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." — 12. Sophie in „Flattersinn und Liebe." — i 5 . * D 0 n n a P e r si d e in „Liebe findet ihre Wege," von Baron Zedlitz. — 16. detto detto — 18. detto detto — 19. K u n i g u n d e v 0 n M assov i en in „König Ottokars Glück und Ende." — 2i. Sophie in „Flattersinn und Liebe." — 23. Marie in „welche ist die Braut?" — 24. Cordelia inr „König Lear." — 27. Isabelle im „Bräutigam aus Mexiko." — 3o. Sophie in „Flattersinn und Liebe." Mai 1 8 2 5. Am 1. Elisabeth von Arragonien in Zieglers „Fürsten- gröstc." — 11. G räsin R u t l a n d im „Essex," von Collin. — 14. Sophie in „Flattersinn und Liebe." — i5. Agnes in „die Waffenbrüder." — 17. Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." — 19. Cordelia im „König Lear." — 20. H enr i e t t e in Kotzebue's „Erbschaft," und Amalie im „Gang ins Irrenhaus." — 23. C 0 m t e s se E l i se im Lustspiele „die Zufälle." — 25. Marie im „Balboa." — 27. Auguste in „Schein und Seyn." — 28. Caroline von Vildau im „verwundeten Liebhaber." Juni 1 8 2 5. Am 6. I Uli e in „Romeo und Julie." — II. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." Juli 1 8 2 5. Ferien der k. k. Hof-Schauspieler. August 1825. Am 1. ^S 0 p h i e in „Flattersinn und Liebe." — 4- * Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. — 19« detto detto — 23. Gabriele im Drama gleichen Namens. Am 26. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." Dom 26. August bis zum 7. Oktober krank. Oktober 1825. Am 16. Thekla in Schillers „Wallenstein." — 19. Kunigunde von Massovien in „König Ottokars Glück und Ende.« — 26. P r e c i 0 sa im Schauspiele gleichen Namens. — 29. Amalie im „Gang ins Irrenhaus." Kodember 1825. Am i. Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. — 3. * C im bürg a in „Cimburga von Massovien." — 4- detto detto — 6. Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. — 7. Cimburga in „Cimburga von Massovien." — i3. Kunigunde von Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." — 14. Marie in „welche ist die Braut?" — 19. Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. — 21. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 23. Cimburga in „Cimburga von Massovien." — 25. Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. Dezember 1825. Am 4- Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. — 7. * O p h c l i a im „Hamlet." — 9. detto — 11. detto — 14. detto — 17. * Sophie von Merville in „die drei Gefangenen." — 18. detto detto — 21. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 27. Sophie von Merville in „die drei Gefangenen." — 29. Donna Perfide in „Liebe findet ihre Wege," von Baron Zedlitz. — 3o. Sophie in „Flattersinn und Liebe." Jänner 182 6. Am 1. Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. — 2. Sophie von Merville in „die drei Gefangenen." — 4 - Cordelia >m „König Lear." — 6. I 0 h anna in „die Jungfrau von Orleans." — 8. A g n e s in „die Waffenbrüder." — i3. Gräfin N u t l and im „Essex," von Collin. — 17. Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." — 19. Emmy Robsard in „Flucht nach Kenilworth." — 22. Isabelle im „Bräutigam aus Mexiko." — 25. Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. — 29. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." Februar 1826. Am 1. Sophie in „Flattersinn und Liebe." — 9. O p h e l i a im „Hamlet." — ii. * Amen aide in GötheS „Tankred." — 12. detto detto — 16. detto detto — 20. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 22. Preciosa im Schauspiele gleichen Namens. — 24. Prinzessin Eboli im „Don Carlos." — 26. K u n i g u n d e von Massovien in „König Ottokars Glück und Ende." 25 i Marr 1 8 2 6. Am i. D e s d e Mona im „Othello." — 4. Beatrice in Schillers „Braut von Messina." — 8. A m a l i e im „Gang ins Irrenhaus." — 27. P r e c i 0 sa im Schauspiele gleichen Namens. — 29. Clara im „Haus Varcellona." April 1 8 2 6. Ant r. * I mm a im Drama „Adelma." — 6. detto detto — 7. detto detto — 9. detto detto — n. Elise in „die alten Liebschaften." — i 3 . Im m a im Drama „Adelma." — 14. Caroline von Bildau im „verwundeten Liebhaber.« — >6. P v^e c i 0 sa im Schauspiele gleichen Namens. — 18. B e r t h a in Grillparzers „Ahnfrau." — 20. Imma im Drama „Adelma." — 26. E l s b e t h im „Turnier zu Kronstein." Mai 1 8 2 6. Am i. Julie in „Romeo und Julie.« — 3 . I m m a im Drama „Adelma." — 7. I sa b e l l e im „Bräutigam aus Mexiko." — i2. Henriette in Kotzebue's „Erbschaft." — i 5 . M i ran da im „Bayard." — 16. Sophie in „Flatrcrsinn und Liebe.« — 19. 2 m m a im Drama „Adelina." — Zo. Ophelia im „Hamlet." A U N t 1 8 2 6. Am i. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 10. Beatrice in Schillers „Braut von Messina." — i2. Ophelia im „Hamlet." — 14. Pauline im „grünen Domino.« — 16. Gräfin R utland im „Essex," von Collin. — 20. Amalie im „Gang ins Irrenhaus." — 24. 'Sophie van der Daalen im jStücke'gleichen Namens. — 26. detto detto I u I i 1 8 2 6. Ferien der k. k. Hof-Schauspieler. August 1826- Am 11. Sophie van der Daalen im Stücke gleichen NamenS. — 12. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 21. * Sein! r am i s in Naupachs „Tochter der Luft.« — 22. detto detto — 24. detto detto — 3 i. Arizia in Schillers „Phädra" (Madame Stich die Phädra.) September 1826. Amu. Sophie van der Daalen im Stücke gleichen Namens. — 22. Sophie in „Flattersinn und Liebe.« Oktober 1826- Am 3 . Am ena i d e in Göthe's „Tankred." — 6. ' S tat i re im „Alexander und Darlus." — 10. Scmiramis in Raupachs „Tochter der Luft.« — 12. Arizia in Schillers „Phädra." — 14. Gräfin Rutland im „Essex," von Collin. Am 17. Sophie van der Daalen im Stücke gleichen Namens. — 18. Agile s in „die Waffenbrüder." — 20. Cordelia im „König Lear." — 22. Johanna in Schillers „Jungfrau von Orleans,« — 24. Pauline im „grünen Domino." — 25 . Amalie in „Hast allen Weibern." — 27. Prinzessin Eboli im „Don Carlos." — 29. Semiramis in „die Tochter der Luft." Kobember 1826 . Am 1. Isabelle im „Bräutigam aus Mexiko.« — 3 . M a r i e im „Balboa." — 6. Am ena id e in Göthe's „Tankred." — 12. Elsbeth im „Turnier zu Kronstein." — 19. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau.« — 25 . * Donna Menzia im „Don Gutierre," von West. — Zo. detto detto 'Mefember 1826 . Am 7. Maxie in „Welche ist die Braut?« — 8. D 0 nna Menzia im „Don Gutierre," von West. — 10. M i ran da im „Bayard." — i 3 . S 0 p h i e in „Flattersinn und Liebe." — i 5 . * Katharina im Schauspiele „Johann, Herzog von Finnland." — 17. detto detto — 21. Hedwig in Körners „Hedwig." — 22. Thekla in Schillers „Wallenstein." — 28. Cordelia im „König Lear.« Jänner 182 7 . Am 1. Julie in „Romeo und Julie." — 6. Donna Menzia in „Don Gutierre," von West. — 9. V e r t h a in Grillparzers „Ahnfrau." — 14. Clara im „Haus Varcellona." — 16. Beatrice in Schillers „Braut von Messina." — 17. Amalie im „Gang ins Irrenhaus.« — 19. Elsbeth im „Turnier zu Kronstein." — 2i. Caroline von Bildau im „verwundeten Liebhaber." — 27. * Irene im „Belisar." — 28. detto detto — 3 o. detto detto ^februa r 1827 . Am 2. Irene im „Belisar" — 5. detto detto — 6. Marie in „Welche ist die Braut?" — 8. Katharina im Schauspiele „Johann, .Herzog von Finnland." — 11. Irene im „Belisar." — i5. detto detto — 18. Katharina im Schauspiele „Johann , Herzog von Finnland." — 20. Elise in „die alten Liebschaften.« — 2i. 2 r ene im „Belisar." — 23 . Sophie in „Flattersinn und Liebe." — 26. Elsbeth im „Turnier zu Kronstein.« Marr 1 8 2 7 . Am 2. Katharina im Schauspiele „Johann, Herzog von Finnland." — Z. Henriette in Kotzebue's „Erbschaft." 4 26 Am 4. I e ene im „Belisar." — 9. D 0 nn a M e n z i a im „Don Gutierrevon West. — io. Gabriele im Drama gleichen Namens. — 11. Clara im „Haus Varcello,1a." — 19. Irene im „Velisar." — 22. Sophie van der Daalen im Stücke gleichen Namens. — 2-j. Irene im „Velisar." — Zo. Amalie im „Gang ins Irrenhaus." A x r L l 1 8 2 7. Am i. Irene im „Belisar." — 3 . ' Porzia im „Kausmann von Venedig." — 4- detto detto — 7. detto detto — 16. detto detto — 17. * Gräfin Eugenia im „Anekdoten - Büchlein." — 18. detto detto — 19. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 20. Gräfin Eugenia im „Anekdoten - Büchlein." — 22. Iren e im „Belisar." — 26. Prinzessin E b 0 l i im „Don Carlos." — 27. Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." — 28. Porz i a im „Kaufmann von Venedig." Mai 1 8 2 7. Am 2. ' Lady Milfort in „Kabale und Liebe." — 4 > Gräfin Eugenia ^ „Anekdoten - Büchlein." — 7. Porz i a im „Kaufmann von Venedig." — i 5 . Gräfin Olga in Naupachs „Isidor und Olga." — 16. detto detto — 18. detto detto — 23 . detto detto — 2.5. Porzia im „Kaufmann von-Venedig." — 2tz. Sophie in „Flattersinn und Liebe." — 28. Gräfin Olga in Naupachs „Isidor und Olga." F u N i 1 8 2 7. Am 8. Prinzessin Eboli im „Don Carlos." — 10. Lady Milfort in „Kabale und Liebe." — i 5 . Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." Juli 1 8 2 7. Ferien der k. k. Hof-Schauspieler. Äug u St 1827. Am 19. Gräfin Olga in Naupachs „Isidor und Olga." — 20. Pauline im „grünen Domino." — 23 . Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." — 25 . Sophie in „Flattersinn und Liebe." — 27. SoPh i e van d e r D a a l en im Stücke gleichen Namens. — 3 o. Porzia im „Kaufmann von Venedig." Kextember 1827. Am 5 . Amalie im „Gang ins Irrenhaus." — 9. Irene im „Belisar." — ii. Gräfin Olga in Naupachs „Isidor und Olga." — 20. Porzia im „Kaufmann von Venedig." — 23 . Johanna in Schillers „Jungfrau von Orleans." — 24. * Gräfin von Maifeld im Lustspiele „die Dame im Schleier." — 25. detto detto — 27. detto detto — 29. T h ei l a in Schillers „Wallenstein." — 3 o. detto detto Oktober 1827. Am 2. Gräfin Olga in Naupachs „Isidor und Olga." — 6. I ren e im „Belisar." — 8. Semiramis in Naupachs „Tochter der Luft." — 10. Gräfin Rutland im „Essex," von Collin. — 12. Thekla in Schillers „Wallenstein." — 1.4. Lady Milfort in Schillers „Kabale und Liebe." — i 5 . Porzia im „Kaufmann von Venedig." — 18. Irene im „Velisar." — 20. Cordelia im „König Lear." — 23 . Gabriele im Drama gleichen Namens. — 24. Beatrice in Schillers „Braut von Messina." — 28. D 0 n n a M c n z i a im „Don Gutierre," von West. Kobe m der 1827 . Am 3 . * Mist Millner in Naupachs „Vormund und Mündel." — 4- detto dettvj — 6. detto detto — 9. detto detto — 14. * F r i e d e r i k e H a i n fe l d in Ifflands „Hausfriedc." — 17. Em ilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." — 19. Prinzessin Eboli in Schillers „Don Carlos." — 2i. Mist Millner in Naupachs „Vormund und Mündel." — 22. M i r and a im „Vayard." — 26. Gräfin Olga in Naupachs „Isidor und Olga." — 26. Friederike Hainfeld in Ifflands „Hausfricde." — 29. Bertha von Vruneck in Schillers „Wilhelm Tell." — 3 o. detto detto Dezember 1827. Am 2. Bertha von Vruneck in Schillers „Wilhelm Tell." — 4 - Irene im „Belisar." — 5 . Mist Millner in Naupachs „Vormund und Mündel." - — 6. Bertha von V r uneckin Schillers „Wilhelm Tell." — 9. detto detto — 12. Gräfin von Maifeld im Lustspiele: „die Dame im Schleier." — i 3 . F r i e d e r i k e H a i n f e l d in Ifflands „Hausfriede." — 14. Bertha von Vruneck in Schillers „Wilhelm Tell." — 16. Thekla in Schillers „Wallenstein." — 18. * Maja im „Paria," von Michael Beer. — 19. detto detto — 2i. detto detto — 26. Bertha von V r une ck in Schillers „Wilhelm Tell."' — 28. Gräfin Olga in Naupachs „Isidor und Olga." I L n N e r '1 8 2 8. Am 1. Marie im „Balboa." — 7. Friederike Hainfeld in Ifflands „Hausfriede." — 8. Mist Millner in Naupachs „Vormund und Mündel." — 10. Porzia im „Kaufmann von Venedig." — i,. Bertha von Vruneck in Schillers „Wilhelm Tell." — ,4. Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." — ,8. * Leonore in Schillers „Fiesko." — 22. detto detto ^ — 24. F r i e d e ri k e H a infe l d. in Ifflands „Hausfriede." — 27. L e 0 n 0 re in Schillers „Fiesko." — 28. Sophie in „Flattersinn und Liebe." — 3 i. Gräfin Olga in „Isidor und Olga." Februar 1828- Am 3 . Porzia im „Kaufmann von Venedig." — 5 . Be rtha v on B r u n eck in Schillers „Wilhelm Tell." 27 AM 6. - 8 . io. — 21 . — 23 . — 24. — 26. — 27. AM 3 . — 4 - — 6 . — 8 . — 9 - — n. — r?- — 20. — 21. — 24. — 27. 29. AM i 3 . — -9- — 20. — 29. Am 2. — — 10. — i§. — i 5 . — l?. — 22. — 24. — 27. — 28. — Zo. AM 5 . — 7 - — 9« — ii. — 12. — 17. — 20. — 22. — 23 . — 26. — 29. Am 2. — 4 - Gräfin von Maifcld im Lustspiele „die Dame im Schleier-" Marie im „Balboa." Irene im „Belisar." Elsbeth im „Turnier zu Kronstein." * Helene im Lustspiele „List und Liebe." detto dctto detto detto Gabriele im Drama gleiche» Namens. Mist Millner in Naupachs „Vormund und Mündel." Marl 1 8 2 8. Amalie im „Gang ins Irrenhaus." Helene im Lustspiele „List und Liebe." Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." Friederike Hai n-f e l d in Jfflands „Hausfriedc." Porz i a im „Kaufmann von Venedig." Eulalia in Kohebue's „Menschenhast und Neue." detto detto detto detto Bertha von Brun eck in Schillers „Wilhelm Tell." Gräfin von Maifcld im Lustspiele „die Dame im Schleier." »Lady Percy im Schauspiele „König Heinrich der Vierte," erster Theil. detto detto April 1 8 2 8. Lady Milfort in Schillers „Kabale und Liebe." Friederike Hainfeld in sfflands „Hausfriede." Leonore in Schillers „Fiesko." Cordelia im „König Lear." Mai 1 8 2 8. Julie in „Romeo und Julie." M i r a n d a im „Vayard." I r e n e im „Belisar." » Lady Percy im Schauspiele „König Heinrich der Vierte," zweiter Theil. detto detto detto detto detto detto erster Theil. Marie in „Welche ist die Braut?" S 0 p h i e v an d e r D a a l en im Stucke gleichen Namens. Gräfin Rutland im „Essex," von Collin. Bertha von Brun eck in Schillers „Wilhelm Tell." August 182 8. Mist Millner in Raupachs „Vormund und Mündel." Gräfin Rutland im „Essex," von Collin. Marie im „Balboa." Gabriele im Drama gleichen Namens. Irene im „Belisar." Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." , Marie in „Welche ist die Braut." »Mathilde im Schauspiele „Mathilde, oder der letzte Wille einer Engländerin." detto dctto detto detto dctto detto September 1828. Gräfin Olga in Raupachs „Isidor und Olga." Mathilde im Schauspiele „Mathilde, oder der letzte Wille einer Engländerin." Am 7. Porz i a im „Kaufmann von Venedig." — 10. F r i e d e r i k e H a i n f e l d in Jfflands „Hausfriede." — ii. Eulalia in Kotzcbue's „Menschenhast und Neue." — 17. Mist Millner in Raupachs „Vormund und Mündel." — 23. G r ä fi n O l g a' in Raupachs „Isidor und Olga." — 27. Mathilde im Schauspiele „Mathilde, oder der letzte Wille einer Engländerin." — 3o. V e a t r i c e in Schillers „Braut von Messina." Oktober 1828. Am 4. * Fräulein Alexia Lee im Lustspiele „Karl der Zweite." — 5. L e 0 n 0 r e in Schillers „Fiesko." — 9. Fräulein Alexia Lee im Lustspiele „Karl der Zweite." — 10. Cordelia im „König Lear." — 12. Irene im „Belisar." — i5. Eulalia in „Mcnschenhast und Reue." — 18. Thekla in Schillers „Wallenstein." — 23. Donna M enz i a i» „Don Gutierre," von West. — 27. P 0 rzi a im „Kaufmann von Venedig." — 29. Amalie im „Gang ins Irrenhaus." Aobember 1828- Am 1. Gräfin Olga in Naupachs „Isidor und Olga." — 3. F r i e d e r i k e H a i n f e l d in Jfflands „Hausfriede." — 4- * Bianka im Trauerspiele „Bianka und Enriko." — ü. detto dctto 9. Eulalia in Kotzcbue's „Menschenhast und Neue." — 16. Bianka im Trauerspiele „Bianka und Enriko." — 20. Porz i a im „Kaufmann von Venedig." — 22. Bianka im Trauerspiele „Bianka und Enriko." -^-23. » Lady Johanna Lau d in Zieglers „Parteiwuth." _26. detto detto — 29. Helene im Lustspiele „List und Liebe." — Zo. Porz i a im „Kaufmann von Venedig." Dezember 1828- AM 2. Lady Percy im Schauspiele „Heinrich der Vierte," erster Theil. — 4. Porzia im „Kaufmann von Venedig." — 7. Donna Menz ia im „Don Gutierre," von West. — 8. L a d y I 0 h anna L a u d in Zieglers „Parteiwuth." — ii. Mist Millner in Raupachs „Vormund und Mündel." — i3. » Athenais von .B r i e n n e im Schauspiele „die Geldheirat." — 14. dctto detto — 16. detto detto _ 20. detto detto — 2i. Ophelia im „Hamlet." — 22. Bianka im Trauerspiele „Bianka und Enriko." — 29. * C h r i e m h i l d in Naupachs „Nibelungen - Hort." — Zo. detto detto Jänner 1 8 2 9. Am 1. Eh ri einh il d in Raupachs „Nibelungen-Hort." — il. detto detto _ 12. Mathilde im Schauspiele „Mathilde, oder der letzte Wille einer Engländerin. — 14. Chriemhild in Raupachs „Nibelungen - Hort." — 16. Ophelia im „Hamlet." — 18. Chriemhild in Naupachs „Nibelungen - Hort." — 2i. Friederike Ha i n fe l d in Jfflands „Haussriedc." 28 Ilm 22. Do >1 N a D i a N a im Lustspiele gleichen Namens, von West.- — 25. detto detto — 28. Mist Millner in Raupachs „Vormund und Mündel." — 29. Bertha in Grillparzers „Ahnfrau." Februar 1829. Am i. Thekla im „Wallenstein." — H. Sophie in „Flattersinn und Liebe." — 5. V e r t h a in Grillparzers „Ahnfrau." — 8. L a d y P e r c y im Schauspiele „König Heinrich der Vierte." — i2.* Camilla) in Raupachs Lustspiel „der Fürst über Alle." — i3. detto detto — i5. detto detto — 17. Lad p Perey im Schauspiele „König Heinrich der Vierte." — 18. Ela u d i a im Lustspiele „der Fürst über Alle." — 21. Donna Diana im Lustspiele gleichen Namens, von West. — 2§. - Gräfin Flora in Raupachs „Ritterwort." — 26. detto detto — 28. detto detto Mär l 1 8 2 9. Am 5. Johanna in Schillers „Jungfrau von Orleans." — 6. Gräfin Flora in Raupachs „Ritterwort." — 8. C h r i c m h i l d in Raupachs „Nibelunge'n - Hort." — 10. Camilla im Lustspiele „der Fürst über Alle." — i2. * Neala im Trauerspiele „Jdamor und Neala." — >3. detto detto — itj. Caroline von Bild a u im „verwundeten Liebhaber." — i5. Neala im Trauerspiele „Jdamor und Neala." — 19. I 0 h a n n a in Schillers „Jungfrau von Orleans." — 22. Lady Milfort in Schillers „Kabale und Liebe." — 23. Athenais von Brienne im Schauspiele „die Geldheirat." — 25. Gräfin Olga in Raupachs „Isidor und Olga." — 29. Cordelia im „König Lear." — 3i. Emilia Galotti in Lessings „Emilia Galotti." Ax r i l 1 8 2 9. Am 2. Gräfin Olga in Raupachs „Isidor und Olga." — 5. Elsbeth im „Turnier zu Kronstein." — 8. Eulalia in Kotzcbue's „Menschenhast und Reue." — 10. * Au rora im Lustspiele „die Macht des Blutes." — 11. (Letzte Rolle) detto detto Nachschrift. ^)anznahe der Vollendung des Druckes dieser biographischen Skizze ist mir noch folgende nicht uninteressante Begebenheit in Bezug auf Sophie Müllers Abschiedsrolle'z u Mannheim ausachtbarer Hand zugekommen. Als nähmlich Sophie Müller vor ihrer Abreise nach Wien, zu Mannheim zum letzten Male spielte, wurde sie am Schlüsse des Stückes stürmisch gerufen. Sie trat hervor, und als sie mündlich Abschied nehmen wollte von ihren lieben Mannheimern, fiel (aus Versehen der dabei aufgestellten Leute) der Vorhang zu früh herab. Sophie wollte nun nicht mehr vortreten, sondern ließ in den „Rheinischen Er h 0 h lu ng s - B l a tt e r n," welche zu Mannheim erschienen, folgende Abschieds-Rede einrücken: Mannheims Freundlichen zum Abschiede! „Gern hätte ich zu den Freundlichen, die mir noch bei der letzten meiner Vorstellungen auf hiesiger Bühne, Nachsicht, Theilnahme, Beifall auf eine für mich so erfreuliche Weise schenkten, selbst einige Worte sprechen mögen; allein die Lippe mußte verstummen, und das Herz durfte seinen Dank nicht darbringen, noch seiner Rührung und Wehmuth über das nahe Scheiden Sprache verleihen! So nehmet denn hier auf dem todten Papiere hin, was meinem Innern wahr und lebendig entströmt ist: freudigen Dank! ungeheuchelte Trauer! — Und scheiden wir nun auch, so waren wir doch beisammen eine schöne, lange Zeit! Kommen dann die Tage der Kindheit, der aufblühenden Jugend mit ihren Spielen und Bestrebungen zurück in mein Gedächtnis; — und wer erinnert sich ihrer nicht oft, nicht gern d — so muß ja auch Mannheim mit all den Guten und Freundlichen, die mir da begegneten, sich mir näherten und liebend anschloffen, lebendig vor die dankbare Seele treten! — Und soll ich nun auch wünschen? — Ein freundliches Andenken! mehr nicht !—Dann fehlt dem Wiedersehen das freundliche Willkommen, der herzliche Gruß nicht! — Und so — ob auch mit Thränen — ein freudiges Lebewohl!" ^ S 0 p h i e Mül l e r. Und wie nun zu Mannheim bei dem Beginne ihrer größer«, künstlerischen Laufbahn der Vorhang z il früh herabfiel, eben so sank auch hier in Wien, wo sie bereits eine hohe Stufe der Kirnst erreicht hatte, der Vorhang ihres Lebens zu früh, welchen wir aberleider nicht mehr aufrollen können, und über dessen frühes Faller; ihren betrübten Vater, so wie uns Alle, nur der Glaube, die Hoffnung auf eine heitere Zukunft zu trösten vermag!