Wienei' 8iM-öibIioili6l< . 6472 ^ IN LOOLKl Das ist. Wer im Weben und UM unveränderlich» beständige Webhaber MOtteö und der Kirchen Weiliger Hessen Den!6.>1a7 1728. einfallendes Kirchen-Fefi Bey der auf der Wiennerisch- Hohen-Brucken eu - errichteten Uhren-Uapell In einem OK^^OK^O vorgestellt V0N k ä i) r. i re, Und in die >lu6c gesetzt : R Won Werrn Weorg Meuter/ Der Röm. Kayserl. Majestät Hof und Kammer- OrM. Nllien/ wie auch der Klstropolitan-St. Stephans Dom- Kirchen/Capellmeistern. Wien»/ gedruckt bev Andreas Hepinger/ UmvcrürätS-Buchdruckern. orbericht. Egenwärtige Sing-Verfassung bestehet kn ekm'gen aus dem Lebens-Lauffdes H. zosnnis gezogenen Begeben, ^ heiten. Als nehmlich wie derselbe dem so wollüstig« als tyrannischen Kong V^encesiao, um willen selbiger seinen Mund-Koch/weil er ein nicht recht ausgebratenes Geflügel auf den Tisch geschickt/ lebendig hatte braten lassen/zwar sehr hart zugcredet/ damit aber seinen eigenen Fall befördert. Ingleichen wie er der Königin losnns, die sich vfft bemühete ihren Ehe« Herrn von der verkehrten Lebens-Arth abzuhalten/ bey ihren des halber von dem König so wohl als denen Hof-Bedienten erlittenen Verfolg-und Verkleinerungen mit Rath und Trost beygestanden. Und wie er endlich da er seinen bevorstehenden gewaltsamen Todt vor Augen gesehen/eine Wallfahrt nach Alt« Buntzla« gemacht von dannen aber zuruck-kommend von dem V^encesiro wahtgenommen/ und/ da er die so offt begehrte Beicht-Offenbahrung der Königin beständig gewei« gert/ zur Herabstürtzung in den Moldau-Fluß seye verdammt worden. Weilen nun der H. Mann in diesen und allen andren seines Lebens-und Todes-Umständen GOtt und der Kirchen beständig treu verblieben/ hat man diesem Wcrcklein den Titul vorgeseyt/wie zu lesen. Wnterredende. 8. ^onnnes von d^epomuck. König lN BdhMM. lonnnn Königin« 2^tko des Königs Günstling. sder Königlichen Günstlinge. Ahor-! der Wallfahrter. I.des zuschauenden Volcks. losnn» du bemühest dich vergebens. I Wie! Solt ich bcy den besten Jahren I Die Freude meines Lebens " Biß in das Alter spahren? Königin. Mein König/aller Überfluß Gereicht der Seel zum Schaden/ Dem Leibe zum Verdruß. Der Himmel gönt ein ehrliches Ersetzen/ Der Mißbrauch aber seiner Gnaden Kan das Gewissen schwer verletzen. k I Der in der Völlerey Des Scepters Ehre sucht/ Bleibt von der Schand nicht frey ' Wenn ihm der Pöbel flucht: Drum soll die Mäßigkeit Bey dem verguldten Schein Der Krone/jederzeit Ihr bestes Kleinod seyn Der in der rc. Ä2 Die Die Zeit hat Ehr/ und meine Pflicht Befiehlt mir/ mich von hinnen zu begeben. Geh nur/ ich werde gleichwohl nicht Nach deinen Worten leben- Nein/ nein/ Ich will mich in dem Wollust Meer Als ob kein Höll kein Himmel wär/ So tieff ich kan/versencken/ Wer wird mich drum verdencken? Ich lasse GOtt den Himmel ja allein/ Solt er mir bann als einem GOtt der Erde» Um meine Freud auf Erden neidig werden? A U I ,httd«H°s. Auf! Auf zur Freud und Lust! Legt allen Kummer hin/ Ein Helles Kristallin Kan durch den Safst der Reben Die halb-erstorbne Brust Mit neuer Krafft beleben. «°r Auf! Auf zur Freud und Lust! Auf einen guten Trunck wird ein schmackhasster Bissen Sich füglich schicken müflen. Doch was erblick ich? diß Geflügel Ist ja nur halb/und das nicht recht/ gebraten. Wie! hat man in der Königlichen Küchel Nicht Holt; und Kohlen gnug? Wo ist der Koch? Fort! Last ihn ohn Verzug Weil ihm sein Handwerck heut Aus straffbahrer Nachläßigkeit/ Mir zum Verdruß/ so übel ist gerathen/ Lebendig an dem Spiese brachen- Der Straffe gleicht nicht bas Verbrechen/ Jedoch/ des Königs-Angesicht Verbleicht vor Zorn/ und ich getrau mir nicht Dagegen was zu sprechen. ^ K I Stumm seyn ist zu gewisser Zeit Die trefflichste Beredsamkeit. Ein Hofmann/ dem die Wuth Des Fürsten wehe thut/ Muß nichts dergleichen zeigen/ Und wer zu seinem Ziel Mit Nutzen reden will/ Der muß erst lernen schweigen. Stumm seyn rc. Versagt mir nicht Den Eintritt. Meine Pflicht Will daß ich red. Es ist nicht recht mein König Unschuldigs Blut der Menschen zu vergießen/ Du wirst davor einst schwehre Rechenjehafft Dem Himmel geben müessen. Vermeßner! fürchtest» sowenig Die Majestät/ die einen Fehler strafft? r./sM». Die Richter pflegten ehedessen Die Straffe nach dem Fehler abzumessen. ^ k I ü. Der 1'kemis Schwerdt in Händen hat Muß zwischen Straff und Miffethat Die Mittel-Straffe gehen. A 3 Soll Chor- 5. /o^r-r. Soll das Gewicht nicht ungleich seyn Muß in der Waag das Züngelein Recht in der Mitten stehen. Her "rtiemiz 8cc. Ihr Freunde! weicht von meiner Rechten/ r^eko allein verbleib/ und dieser Mann- Arioso. Der König bleibe seinen Knechten Mit Gnaden zugethan. Zcisnves deine Gegenwart vermehrt Die Gluth in meinem Zorn - entbrannten Geist. Und mit der Gluth erneuert sie bey mir Den Eiffer/ was ich schon so offt begehrt/ (Weßwegcn du auch/ wie du selber weist/ So viel schon hast gelitten)zu erfahren. Kurtz/was dir Gebeichtet/ solst du offenbahren. Thustu es nicht/ so stehst» mit dem Fuß Schon in des Todes Rachen. Dein Drohen wird von dem gefasten Schluß Mich nicht abwendig mache». Ich streit vor GOttes und der Kirchen Ehre Daß dich der Blitz verzehre! A k I A. Donner/ Hagel/Feuers-Flammen/ Schlagt zusammen Uber den verkehrten Geist. Pech Pech und Schwefel/ Strafft den Frevel/ Der ihn also reden Heist. Donner/rc. /B». Der König halte mir z« gut Ich weiß daß offt der Schertz mehr als die Schärffe thut. Sag mir Hannes find nicht Mann und Weib Nach aller Meinung / nur ein Leib? Seit beyden dann nicht alles seyn gemein? Zu dem/ ist nicht der Mann des Weibes Haubt? Soll diesem dann der Glieder Thun und Lassen Verborgen seyn ? Red Freund/ weil dir der König es erlaubt/ Wo nicht/ so wird ^oann-i selbst Nach Arth der Weiber/ die nicht gerne schweigen- Dem König alles was fie weiß anzeigen. Sie wird ihm sagen/ was fie jemahls hat gcthan/ So lang sie lebt auf Erden/ , Denn glaube mir/ ein Weib das schweigen kan/ Soll noch gebvhren werden. r./E». Spahrt diesen Schertz vor eures gleichen Ein solcher Kunstgriff wird mich nicht erweichen. So laß dich von des Unglücks Donner-Schlägen Die auf dich warten/ Unbedachtsamer/ bewegen. ^ K I -4. § /-E. Mein Auge lacht bey stürmenden Gewittern/ Da es der Noch Des Unglücks schon gewohnt/ Dis was den Leib in etwas kan erschüttern/ Ist daß der Tobt Des Hertzens noch verschont. Mein Augerc. Was Stoltz und Eigensinn! Vielleicht mein König wird die Zeit Nach deinem Wunsch was gutes noch entdecken. M«-«/. Inzwischen bleib ich biß dahin In Furcht und Zweiffel stecken. Zosana deine List-verstellte Freundlichkeit/ Läst mitten in dem Meer der Freuden/ Mich zwischen Lieb und Eiffer Schiffbruch leiden. Drum 2?tdo laß dir angelegen seyn Mit Lrgus Augen diese lo zu bewachen Damit sie ihre Schuld und Pein Nicht grösser möge machen. < Was schöner Zeit-Vertreib!) Auch hundert Augen/ o mein König; Sind ein verliebtes Weib Zu hüten/viel zu wenig. ä K I Ein Hauß mit zweyen Thüren Wird nur umsonst bewacht Die schlaue List Die schönen Frauen eigen ist Weiß durch viel Weg zu führen Auf die man nicht gedacht Lin Hauß rc. KöaW. So läst der König noch nicht ab Von dir/ mein Freund/ diß zu erzwingen Was ihm kein Nutz/ und dich in Sünd kan bringen? §./-E. So lang mich nicht das Grab Vor ftinen Augen wird verschließen/ Werd ich der Gegenwurff Non feinem Vorwitz bleiben müssen; Er aber wird/ um sich vergnügt zu sehen/ Von einer Thorheit in die andre gehen. MW«. Ach diese leider! führet ihn Wohin sie will/ an Stricken Und ich weis in so wunderlichen Sinn Mich ferner nicht zuschicken. Denn/ lacht mein Aug/ so will ich crnsthafft seyn Bin ich denn rrnsthafft/ ist es ihme zur Peyn/ Sieht er mich nicht/ so bin ich sein Verlangen/ Komm ich zu ihm so bin ich sein Verdruß. Womit/ O Himmel! Hab ich mich vergangen Daß ich so «nglückseelig leben muß? k k I ä. Srydas Geschick erbost/ GOtt kanö nicht böse meinen/ Wenn unsre Treu besteht. Diß ist der Lhristen Trost/ Daß GOtt offt mit den Seinen Verborgne Wege geht. Scy das rc. r./»»«». Von jener Hand die alles kan/ Und alles was sie gibt und nimmt/ Au unsrem besten hat bestimmt/ Muß man auch alles willig nehmen an MW«. Wie wirst» aber künfftig hin/ Bcy dem veränderlichen Sinn Des Königs/ dich verhalten? L./sE. Ich lasse GOtt/ wies ihm gefällig/ walten/ Inzwifthen werd ich mit desselben Gnad Standhafftig stets in Mer Liebe bleiben. B D DurchFeuer/Wasser/Strick/Dolch/SchwerbtundRad/ Ja alle nur erdachte Grausamkeit/ Werd ich viel ehender erbleichen/ Als einmahl einen Finger breit/ Von meinem GOtt und seiner Kirchen weichen. ^ k i Last Riesen über mich Mit tviederhohlten Stürmen/ Äuf Berge Berge thürmen/ Ich bleib unänderlich. Last auch der Höllen Gründ Sich wieder mich erregen/ Sie werden mich zur Sünd Doch nimmermehr bewegen. Last Riesen rc. Königin- ^ diesem Vorsatz wolle dich Der Himmel stärckcn/ und die Kräffte mehre» Die grosse Mutter aller Gnaden/ Die zu Alt-Bunylau wir verehren/ Werd ich in einer Wallfahrt inniglich Um diese Gnade bitten ; Indessen lebe woll. zttnigm. Reyß glücklich/ zweifle nicht/ die dich erhören soll/ Wird dich mit Trost und Gnaden überschütten. ^ k I A. Wer hat jemahls gefchlet/ Der GOttes Mutter sich Zur Schutz-Frau hat erwehlrt? Zu dieser Himmels-Königin/ . > ^ Schick/ Seele/ dein Verlangen hin/ Sie Sie wird/ so fern sie dich Zn diesem nicht solt hören/ Was bessres dir gewehren. Wer hat rc. Der König will )o-mna soll ohn Wiederstreben In ihre Zimmer sich zuruck begeben/ Er meynt/ es schickete sich nicht/ Daß Königinnen wieder ihre Pflicht So lang von ihrer Wohnung sich Ohn alle Aufsicht liessen finden- Königin. (Des Königs Boßheit ist nicht zu ergründen) Indessen halte mich Entschuldigt/ was mir wahre aufgetragcn/ Hab ich dir müssen sagen. L k I Wer zum Hof-Dienst recht will taugen/ Muß mit zugeschloßnen Augen/ Ohne Scheu/ Nach des Fürsten Wincken gehn. Herren Wort auf Schalen legen/ Und nach dem Gewicht abwägen/ Würbe bey des Dieners Treu/ Übel stehn. Wer zum rc. Königin. Mein Freund/ vermelde deinem König/ Die Tugend Hab so wenig Der Aufsicht/ als die Sonn des Lichts/ vonnöthen Jedoch war ich erböthig seinen Willen Mit zugeschloßnen Augen zu erfüllen. -'„io. ^osnna auch die Sonnen pflegen Bey ihrem Schein/ Mit Finsternis umhült zu seyn. Königin, /vtli» bcdcnck! die Wort auf Schalen legen/ Würd bey der Treu des Dieners übel stehen. Nichts mehr; ich werd zum König gehen. Kömgm. Ich aber werd mit ruhigen Gewissen 2» meine Zimmer mich Verschlüssen. ^ R I Last Unglück und Noch/ Za selber den Tod/ Der Pfeile/ so viel es nur möglich/zerbrechen/ Ich fürchte mich nicht. Bey mir ist mein GOtt; Drum was auch geschicht/ So werd ich mit frölichen Munde doch spreche: Ich fürchte mich nicht. Last Unglück rc. Mn«-/. Red ohne Scheu/ wir sind allein- r-rö«. ^osnnL hat mich gantz gelassen angehöret/ Und/wann die Treu gleicht ihrer Augen Schein/ So sag ich frey/ Daß ihre Tugend nicht Zu schelten sey. W'-M--/. Auch dich hat ihre List bethöret; Doch/ was erblick ich in der Fern? Ist dieses nichtJoannes, der der Stadt zueilet? Er ists/ und mit ihm seynd noch andre mehr. L/-E. Ihr meine Freund/ die Mutter unsers HErrn yat mir ein günstiges Gehör Bey ihrem Wunder-Bild ertheilet/ Last zu das ich davor ihr möge danckbar seyn. Chor «or dn Wir stimme« alle hier mit deiner Andacht ein. Waklsahrt. ' ^ ir i Sey in Ewigkeit gepriesen Grosse Himmels-Königin! ^Was in meinem Geist sich reget/ Was im Hertzen sich beweget/ Was im Blut und Adern wallet/ Nur zu deinem Lob erschallet/ Weil du mir die Gnad erwiesen/ Welcher ich unwürdig bin. Ch«r Sxy jn Ewigkeit gepriesen Grosse Himmels-Königen. ln-«-»/. Was grimme yöllemPlagen Bereitet mir mein wiedriges Geschick? Musst ihn den Augenblick Zu mir/ er soll und muß mir sagen/ Was ihm Zo»nnÄ in der Beicht hat vorgebracht/ Wird er mich nicht vergnügen/ So soll er diese Nacht Im Grabe liegen. Aria s 6ue. Es falle/ es gehe zum Sterben/ u - ^er Leben und Würde veracht- Der Stoltz und vermessen/ Die Gnaden vergessen; Der selber zu seinem Verderben Die Gruben gemacht. Ls falle rc. Da ist er selbst sag an du Pfaff Was dir mein Weib gebeichtet/ Ich schwehr bey GOtt du must sonst Wasser sausten Wie schüttelst» den Kopff? Fasanes, förchte doch die Straff Des Todes/ dißmahl wirst» nicht entlauffen.' rnmer/. Fort nehmt den Böstwicht beym Schopff/ Und wann die Nacht beginnet anzurucken/ So schlept ihn biß zur grossen Brucken/ Von dorten werd er/ weil ers so will habend Im Moldau-Fluß begraben. Arioso. Ich hin bereit/ die Boßheit nimmt mein Leben Doch GOttrö Güt wird mir es wieder geben. »'-M--/. Hab acht Daß mein Befehl zur Würckung werd gebracht- A k I A. Wie! Solt ich mit eiserner Hand Der Erden Gesetze vorschreiben? Und selber dem Scepter zur Schand Des Pöbels Verachtung verbleiben ? Nein nein Eh wolt ich nicht König mehr seyn. Mein König dein Befehl ist zwar vollzogen/ Doch/ was du weitest durch die Dunckclheit der Nacht Verbergen/ das hat GOtt am Tag gebracht; Denn kaum verschied Joannes in dem Wasser-Wogen/ Da liessen sich verschiedne Feuers-Flammen Um seinen Leichnam sehen. Das Das Volck lieff bald in grosser Meng zusammen/ Und sähe mit Verwundrung was geschehen: Zuletzt kam auch die Geistlichkeit Und trug mit Ehrerbietigster Geflissenheit Den Cörper in die Kirchen. rn-M.,/. legte Hann die Wache mit den Schergen Die Hand im Schooß ? H^->. Sie kontens nicht verwehre Man laß den Leib wo anders hin verbergen. Ich furcht es mögte sich das Volck empöhren/ Und/ ist mir recht/ so hör ich rin Geschrey. Ari 080 . W/ xöeh diesem! der die Unschuld ließ erbleichen. Pfuy Schand! so muß ich doch dem Schicksahl weichen. Mein König mir wird Angst dabey; Was werden wir beginnen? rn»in/. 2^tko,Auf! Aus von hinnen'- Schluß § Aria. WeristwieGOtt! Der seine alte Stärcke/ Durch neue Wunderwercke Der Khristenheit bewiesen? Sein grosser Nähme sey Trotz aller Ketzerey In Ewigkeit gepriesen. Wer ist re. ENDE. WM"*' ^ -