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Zwettelhos. * ^ ^wei Jahre sind um, seit der Verfasser dieses Buches ^ sein letztes Merkchen zur Geschichte der hiesigen Vorstädte § der Oeffentlichkeit übergab; ein Zeitraum, in welchem ^ Wiens Metamorphose schon ein mächtiges Stück vor- 1 geschritten ist. Die altersgrauen Mauern, die Bastionen « und Thore, diese stummen Zeugen der Stadtgeschichte sind d seither gefallen; die Wallgräben verschüttet, theils tauchen I aus ihrer Tiefe stattliche Paläste empor. Eine zierliche H Parkanlage trat an die Stelle der liebgewordenen Espla- ; nade und wohin das Auge blickt, sind schaffende Hände thätig, reiht sich Baute an Baute. Bemerkenswerther Weise steigern sich aber auch die Interessen für das alte Wien, und zwar in gleichem ' Maße, als ein neues Wien aus dem Schutte des alten emporwächst. Namentlich haben die Vorstädte, deren , Bewohner stets gemeinsame Bande an jene inner den ' Ringmauern knüpften, von dem Momente des unbehinderten Verkehres an, die Blicke des Forschers ans sich gelenkt. Die Denkwürdigkeiten dieser, bisher mehr oder weniger unbeachtet gebliebenen Gemeindewesen, mit all' ^ ihren patriarchalischen Eigenthümlichkeiten, ihren alten Häusern und Insassen, der Reihe nach dem Strome des Vergessens zu entziehen, ist der Zweck dieser Erinnerungsblätter ! Die Wieden. Weit über ein halbes Jahrtausend führen die uns vorliegenden handschriftlichen Quellen, die Existenz dieses blühenden Stadttheiles zurück. Die Wieden ursprünglich Eigen der österreichischen Herzoge, zahlt zu den ältesten Vororten der Metropole Wien, und ihr Name ist schon anfangs des dreizehnten Jahrhunderts in baben- bergischen Urkunden genannt. Leopold der Glorreiche, welcher gemeinschaftlich mit seinem Kaplane Gerhard, den mit den Johannitern gleichzeitig nach Wien gekommenen Rittern vom Heiliggei st orden, „enthalb der Wienne vor Kernertor* — im Bereiche der heutigen Wieden — das Hospital zum heiligen Geist mit der Kirche zu St. Anton gebaut und einige nahe Grundstücke zugewiesen hatte, nennt in dem bezüglichen Stiftbriefe vom 27. Mai 121t die Vorstadt: „Wienne gegen den Fluß Wien», val»aritei' Widern.* Letztere Urkunde bestimmt auch genau die Grenzen zwischen den Gründen der Hospitaliter und jenem der Domkirche von St. Stephan. St. Stephans Münster erhielt schon bei seiner Grün- 1 düng (1147) umfangsreiche Güter am jenseitigen Ufer des Wienflusses, und wurden die Pfleger des altehrwürdigen Domes noch von dessen Stifter Heinrich Jasomirgott, den feudalistischen Einrichtungen damaliger Zeit gemäß, mit allen Rechten eines Grundherrn belehnt. Nur haben die Verweser der Domkirche und ihre ritterlichen Nachbarn nicht immer in brüderlicher Eintracht gelebt; dieß beweiset ein Schiedsbrief des ersten Habsburgers Albrecht vom 1. Juni 1290, in einem Streite zwischen Heinrich Wieden. i 2 von Klingenberg Pfarrers bei St. Stephan, und Liupolt dem Meister des Hciligengeistspitales. Anlaß hiezu gab eine Wehre auf dem Wienflusse, die zwischen dem größeren und kleineren Arme desselben, an der Grenze der gegenseitigen Besitzungen lag. Zu Zeit der herzoglichen Brüder Friedrich und Albrecht (1314—1358) finden sich in beinahe ununterbrochener, urkundlicher Reihe schon mehrere Freie und Bürger, wie: Off von Slett, Heinrich der Chezzeler, Wolfhard Zyph rc. in der Würde eines „Amtmann auf der Widen von St. Stephans Pfarrkirche wegen" bestellt. Später ertheilte Herzog Rudolf IV. den Probst bei St. Stephan das Richteramt über alle der Domtirche eigenen und vogtbaren Güter. „Lewt vnd Gütter vor Kerner Tor ze Wienne auff der Widen füllen zu derselben Pfarre St. Stephan gehören, vnd dieselben Widmer wie die genannt sein." (Am St. Urbanstag 1363.) Gleichzeitig mit dem Frohn-(Gotts-) leichnamsaltare in der Domkirche hatte auch die Achaziuskapelle Wiesen, Äcker und Rebhügel auf der Wieden inne. Die Gründung dieser, anfänglich den zehntausend ritterlichen Märtirern, in der Folge aber den beiden Heiligen Andreas und Achazius geweihten Kapelle im .Pfarrhofe (dem heutigen Bischofhos) in der Wollzeil", wird dem dortigen Pfarrer Leopold von Sachsengang (f-1366) zugeschrieben. Das Grundbuch der Kapelle hatte der Pfarrer bei St. Stephan, später der Probst zu verwalten. Rücksichtlich der Wieden meldet eine der ältesten Aufzeichnungen in diesem Buche: daß am 23. Jänner 1421 „Fraw Elspet, weiland Niclasen Herwärts Wittib, (mit Händen des Hannsen Hawer- chnapp, damaligen Amtmanns der St. Achazigüter im Probsthofe) zween Äcker am Goldekk, den einen nächst des Angervelders Acker mit vier, einen andern mit vicrthalb Joch neben Herrn Ramperstorffers Acker, an den ehrbaren Peter Straffer nmb drei Pfund Wiener-Pfennige verkauft" habe. Nebst den Rittern vom Heiliggeistorden, den Pfarrherren und Pröbsten bei St. Stephan, hatten noch andere Orden und Stifte, der Wiener Stadtrath und das hiesige Bürgerspital, grundherrliche Rechte auf der Wieden; nur ein kleiner Theil derselben war landesfürstlich. 3 Über die Herleitung des Namens „Wieden" wurden bisher mancherlei Meinungen laut. In den Urkunden der früheren Jahr- Hunderte findet sich die Schreibweise sehr verschieden, bald heißt die Dorstadt: Wienne, Wiennen, Wyden, Wüden, Widen, bald in der jetzt üblichen Schreibart Wieden. Theils auf diese schriftlichen, theils auf andere Gründe gestützt, suchte man nun den Namen der Dorstadt auch verschieden abzulcite». Mit Bezug auf die oberwähnte Urkunde Herzogs Rudolph IV. vom Jahre 1363, welche „Lewt und Gütter aufs der Widen" zur Pfarre St. Stephan einbezieht, sollte diese Vorstadt eine zur Kirche geschehene Widmung — ein „Widum"—gewesen sein, und auch ihr Nanie daher stammen. Ferner liegen wohl die Deutungen von den Weidenbäumen an den Ufern des Wienflusses, oder den Viehweiden in dieser Gegend. Andere, wie Freiherr von Hormayr, wollten darin den veränderten Name» der Stadt Wien selbst, welcher in den slavischen Mundarten Wjden lautet, erblicken — oder wollen der Wieden als ältesten Dorstadt die Bezeichnung „Wiener Vorstadt" oktroiren, woraus später der jetzige Name sich entwickelt habe. Die Nähe des Widmer- (Holz- oder Burg-) Thor es. das schon auf einer der ältesten bekannten Abbildungen Wiens aus dem 15. Jahrhundert „Widmer thor" genannt ist; der alte „Widmarkt" (Holzmarkt) vor der Michaelcrkirche und der noch gebräuchliche Name „Wid m erv ierte l" lasten aber den Namen der Vorstadt, die sich in älterer Zeit wirklich noch weiter gegen die Burg hinzog, am glaubwürdigsten von diesem Holzmarkte und Holzthore herleitcn — da das altdeutsche Wort „Wy d" (gefälltes Holz) nach Wolfgang Schmelzes „Lobspruch auf Wien" (1548), im 16. Jahrhundert noch gebräuchlich war. » 4 Lolalzustand der Wieden und Neulucke bis zur Belagerung Wiens im Jahre 1529. Wiens Vorstädte haben seit ihrem Bestehen schon manche, und namentlich nach den wiederholten Belagerungen der Stadt durch die Türken, auch tiefeingreifende lokale Veränderungen erlitten. Unter die ersten bekannten Vorstädte mit geschlossenen Häuserreihen, die Altwien in weitem Halbkreise umklammert hielten, sind St. Niclas. dann jene vor dem Kärtnerthore, Widmer- und Schottenthore zu zählen. St. Niclas an der Landstraße lag von der inneren Stadt am entferntesten, während die übrigen der genanten Vororte sich dicht an die Stadtwälle binandrängten. Was im Innern der Stadt als Straße oder Platz bezeichnet war. hieß in den noch unansehnlichen Vorstädten Lucke oder Loch. Besonders waren die. i» jüngster Zeit wieder verbauten Glacisanlagen vor dem (l858) demolirten Kärnthner- thore, dann die seitwärts liegende» Strecken bis in die Nähe des Burg- und Stubenthorcs mit zahlreichen Wohnhäusern bedeckt. Ersterer dieser Vororte — die „Neu kucke" — beherrschte den Rayon außerhalb der K ärnt hner t h o r-Bastion. Hart am Wallgraben vor dem altersgrauen „Ker n er thurme" — dem einstigen Stadtgefängnisse — und den unter selbem durch« führenden Stadtthore beginnend, erstreckten sich die Häuser und Gärten dcrNeulucke auch auf das rechtscitige Ufer des Wienflusses über die gegenwärtige Esplanade der Wicdrn. Mehrere andere Lucken, wie die Refel-, Kleber-, Sterzer-, dann die Schebenzer- oder Schabnitzerlucke gegen das Stubenthor — die Kumpf- (Kampf), Koth-, Kater- und Brunnlucke gegen das Burgthor zu, bildeten ihre Nachbarschaft. Die Wohnsitze am jenseitigen Ufer waren dem Flusse so nahe gruppirt, daß sie fast aus seinem Bette empor zu ragen schienen. An der Lände, linkerhand der „Stainen Brücke" lag der „Gries" in welchem vom Stubenthore her, die Sch äffst raße gemündet. Mit den Wallgräben zunächst der Paulanerkirche, hatte die alte Vorstadt ihre Grenze erreicht. 5 Die Befestigung der Vorstädte gegen feindliche Streifzüge datirt im allgemeinen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (1441—1448). Schon am 13. Mai 1444 hatte der Stadtrath eine Ordnung behufs Erhaltung und Bewachung der Vorstadtwerke gegeben; wegen „Zirken" (Errichtung der Wehren und Zäune), „Wachten vnd schützen" (Bewachung und Dertheidigung derselben), sowie den „Ralfen" (Ausziehen gegen fremdes Kriegsvolk) — und wurden bei diesem Anlässe die Bewohner der Vorstädte: „in die viertail vor denen Toren, in das Vieramt vor Kernertor, vor Widmerthor (Burgthor), vor Schottentor vnd im Oberwerd (Rossau)" gctheilt. Die grundbüchcrlichen Aufzeichnungen ermöglichen es, die Punkte der einzelnen Außenwcrke — als vorzeitliche Grenzmarken der Neulucke und Wieden — hier genau bestimmen zu können. Das äußerste dieser Bollwerke*) deckte die Wiedner- Hauptstraße am Platze des „zum rothrn Rössel" besoldeten ") Manchen Leser dürfte es wohl interessiren, aus den „Raittungen der Stahlkammer" nähere Daten über den Ban dieser Außenwerke zu erfahren. Sie beginnen mit dem Jahre 1441: (Ban) „Paw des Pollwerch zu Sant Antoni' (an der Wienstraßc, im Rücken des Starhembcrg'schen Freihauscs.) 1481 ,Paw des »ewen Polwcrks auff der Widen, der Zcwn (Zäune) in den Dorsteten, des Polberch pey Saut Antoni." 1452 „Auf den newen Turn außerhalb den Heyligen Geist auff der Widen 961 Pfund (Gulden). Er wurde von Grund aus mit Quadersteinen, aus dem städtischen Steinbruche an der Hohenwarte (Türkenschanze bei Weinhaus) gebaut. — Am 6. Juni 1489 hatte König Ladislav dem hiesigen Stadtrathe die Erträgnisse der Stadlaner-Mauth als Ersah für die Ausbesserung der Thürme, Gräben, Bollwerke und Vorstadtzäune angewiesen. — 1461 (Da aus Befehl des Rothes durch den Thurm nicht mehr gefahren werden durfte). „Paw einer Slagbruck neben dem Newen Turn, dahu aus dem Graben ein Pfeiler gemauert." 1461 „Paw der Pollwerkc im Gercntt vor Stubentor, biß hinauff zu dem Heuprückl bcym Spital" (Heiligengeütspital und Kirche zu St. Anton.)— 1473 „Pesserung der Planken pey der staincrncn Pruckcn, vnd Stieglein als man auff de» Ochsenmarkt geht aufzupawn, die nydergefallcn war." 1475 Auf die Zaum (ZLunc)-m Wey c r hinter dein heiligen Geist." (Diesen Weiher, die sogenannte „Fr oschlack e", nährten die aufsteigenden Wässer des Wienflusses.) 1476 „Zaun zwischen dem Spital vnd der Radawner Mül" (an dem ausgetrockneten Arme der Wien, in Nähe des Frei- 6 Hauses Nr. 31 (alt 12); sein Graben hatte die Straße quer durchschnitten und stand mit dem Neu- oder Laßlathurme — nun Haus Nr. 20 (alt 11)—in enger Verbindung. Dieser Wartthurm, ein Bauwerk wie nur unsere Alten ähnliche schufen, mit hoher Dachung und vier spitzen Eckthürmchen, gab den Einlaß zur Lucke. Ihn mußte Mann und Roß Yassiren, um in die Lucke oder zur Stadt zu kommen. Von diesem nuter König Ladislav im Jahre 1452 erbauten Thurme hatte die Fortifikazionslinie in die Schleifmü h lgasse eingebogen; occnpirte das Haus Nr. 12 (780) und lief letztere Gasse entlang, dem Bollwerke „bei Ht. Anton" am Wienfluffe zu. Links von obbezeichnetem Hause Nr. 31 nahm der Wallgraben — im Rücken der Paniglgasse — seine Richtung beiläufig durch den Hofraum des Gußhauses, und zweigte dann schief- winkelig gegen das Flußbett und die Lucke vor dem Stnben- thore ab. Dem urkundlich schon im Jahre 1397 bekannten Namen „Panikel Straß" liegt weder die sprachliche Nmstaltung einer .Plenklergasse" zu Grunde, noch kann diese uralte Gasse der bisherigen Meinung nach den Raum des einstigen Wallgrabens decken, da sic inmitten der Vorstadt lag. Parallel mit der Panikelgassc, zwischen dem Polytechnikum und dem Wienflusse — und zwar vom heutigen Resselplatze an, quer über den Obstmarkt— lief die nun spurlos verschwundene Rosen gasse (Rosen-Lukken.) In letzterer erhob sich das Hospital des Heiliggeistordens mit der Kirche zu St. Anton. Als frühere Grundbesitzer in dieser Gegend erscheinen: Otto von Gumpendorff (1201), Seyfried mit der Gugel (1330). Ulrich der Cume voll (1338), Heinrich der Klagbaumer, Ulrich Kalkteufel (1350), Koloman der Grieche von Als (1358). Albrecht Rampperstorfer (1366). Ulrich der Westenbauch (1370), Andre von Gaden (1383), Hans von Eßlohrn(1434 1465), Wolfs Kunz von Salfelden (1505), Wolffgang von Ambach (1510), Arnold Achtsnit, Wenzel Praitschopf, Wilhelm Hausner von Hauser). 1487 .Schreckzaun hinter den Heiliggeistern" (zur ersten Abwehr der Schaaren Korvins errichtet.) — Dgl. Schlager, Wiener-Skizzen 1838, I. 168. 7 Sachsengang, Jörg van Stigklsperg, Niclas Wilderstorffer, Erasmus Eisengrein (1520) und der rühmlich bekannte Marx Treitz- saurwein von Erntreitz, Geheimschrciber Kaisers Maximilian I. (1512—1529*). In Nähe des Heubrückels lagen die Badestuben Meisters Berthold (1352) und Marcharts Mastel (1417). Auf Niclas Meldeman's Rundansicht der Stadt Wien vom Jahre 1529 ist die Neuluckc an beiden Ufern des Wien- flufses, bis hinaus zum Laßlathurme, zusammenhängend mit den Namen „Kerner-Vorstadt" bezeichnet. Im Mittelpunkte zwischen dem Stuben- und dem Kärnthnerthore „am wieun wasser" lag die Spitel-Müll, nächst welcher auf der Meldemanschen Ansicht „die verprennt Vorstadt" (muth- maßlich die im Jahre 1529 niedergebrannte Refellucke) ihre Rudera zeigt. Die Wieden in oben angegebener Weise begrenzt, zählte auch außerhalb der Vorwerke einzelne zerstreut liegende Gehöfte Meiereien und Gartenhäuser; theils Wienerbürgern theils geistlichen Korporationen gehörig. Wohl das älteste der dortigen Gebäude ist das im Jahre 1266 gestiftete Siechenhaus am „Magbäum", von welchem später ausführlich Erwähnung geschehen wird. Den größten Theil der heutigen Wieden, ja auch eine Strecke dießseits des Wienflusses nahmen Weingärten ein. Noch in dem „Unter-Österreichischen Land-Kompaß vom Jahre 1673, sind unter den Weinsorten ein Gundtendorfer, Meidlinger, Hundsthurmer, Nikolsdorfer, Erdberger Wein,' sowie jener von „St. Mar; auf dem Grieß vnd nechst Wienn herumb" genannt, — selbst der Na g e l'sche Plan von Wien (aus dem Jahre 1770) zeigt noch Weingärten auf der Wieden. Die einzelnen Rieden derselben, sind nach der Beschreibung des Wiedner-Bergamtes weiter unten verzeichnet. ') Marx Treihsaurwein von Erntreitz hatte gleichzeitig auch das (später zum Storchen bcschildetc) Stadthaus Nr. 28t am tkohlmarkt, und eine Mühle zu Hietzing im Besitze. (Erzbischösl. Gewährbuch E. Fol. 109.) 8 Das Heiligengeist-Spital mit der Kirche zu St. Anton. Dem müden Pilger und Heerfahrer hatten zu Zeit der Kreuzzüge allorts gastliche Hospitien ihre Pforte geöffnet; auch das im Jahre 121 l von Herzog Leopold dem Glorreichen und seinem Arzte Gerhard — damaligen Pfarrer zu Felling — gegründete Hospital des Heiliggeistordens in Wien, ist in die Reihe dieser Zufluchtsstätten zu zählen. Hospital und das zugehörige Kirchlein bei St. Anton lagen am jenseitigen Ufer des Wienflufsis, und nahmen den Raum des jetzigen Obstmarktes vor dem fürstlich Starhemberg'schen Freihause ein. Nur ist dieß Hospital wohl zu unterscheiden von dem am linken Ufer, gleich außerhalb des Kärnthnerthores in dex Kumpflucke gelegenen Allerheiligenspitale — dem ersten und ursprünglichen Wohnsitze der verarmten Wienerbürger. Nach der Stiftungsurkunde vom 27. Mai 1211, sowie den beiden Bestättigungs-Briefen Friedrichs des Streitbaren vom 4. Februar 1243 und König Ottokars vom 16. Mai 1274, führte in diesem Hospitium der gegen Ende des 12. Jahrhunderts ins Leben gerufene „Orden vom heiligen Geiste', der von Montpellier aus über ganz Frankreich. Italien, England und die deutschen Gaue sich ausgebreitet, und 1208 auch in Wien festen Fuß gefaßt hatte, das Regiment. Seine Ordensglieder — Chorherren, Ritter und dienenden Brüder — waren verpflichtet: Fremden, *) Kranken, Armen und Waisen, Hilfe und Obdach zu biethen; die französischen Ord ensbrüder hatten zur Mehrzahl auch mit den Waffen in der Hand an den Kreuzzügen selbst theilgenommen. Jedem ihrer Hospitäler standen ein Meister (Komthur) und mehrere Präcep- toren vor. Ihr Ordenskleid war schwarz, das Doppelkreuz an der linken Schulter und Kapuze weiß und ankerförmig. Das im Jahre 1303 gestiftete und 1609 den Jesuiten übergebene Hospital ') Fremd, xerexriims; nach dem mittelalterlichen Sprachgebrauch- gleichbedeutend mit elend; der Ursprung der Elendzeche oder Frcmden- bruderschaft in Wien und des hier sowohl, wie in Augsburg noch heute üblichen Namens .im Elend' (Kremdenherberge). zu Bulgarn ob der Enns, dann ein zweites Ordenshaus zu Memmingen in Schwaben (im Augsburger Bisthume) waren Filialen des Wienerhauses. Non König Ottokar hatte das Wiener-Hospiz am 18. Februar 1253 die Zollfreiheit für alle Bedürfnisse des klösterlichen Haushaltes, sowie dreizehn Jahre später (am 12. März 1266) ein Kredit!» erhalten, womit die, wegen Ausbau dieses Hospitals entsendeten Almosensammler des Ordens, der Mildthätigkeit aller Gläubigen anempfohlen wurden. Unter den Meistern des hiesigen Hospitals, soweit überhaupt ihre Reihenfolge urkundlich bekannt ist. hat der BruderPhilipp von Thurn oder Turianus eine sehr zweideutige Berühmtheit erlangt. Er war Doktor der heiligen Schrift und der freien Künste, und Statthalter des Ordens; er erscheint zwischen 1509 und 1518 als Meister des Wienerhauses. Wie Hormayr berichtet, predigte Thurn noch vor Luther und so laut und so kühn als er, wider die Ablaßkrämerei und wider den Bilderdienst. Später, da die neue Lehre sich Bahn gebrochen, Nonnen entliefen und die Mönchsehen begannen, schwor Bruder Philipp vor dem Glanbensgerichte seine Jrrthümer ab, und gelobte Besserung des Wandels. Von der Hand seines Nachfolgers, des kaiserlichen Kaplanes Marx Gold (1518) stammt ein noch vorhandener Codex mit den Regeln dieses Ordens. Zu den liegenden Gütern der .Hei ligge ist er" gehörte nebst ihren Wirtschaftsgebäuden und einer Mahlmühle (der heutigen Bärenmühle) auch das umliegende, schon von Herzog Leopold (1211) dem Orden zugesprochene Rebgelände „am Gries," welches von der Wienflußbrücke aufwärts bis an die Marken der Kirchengüter von St. Stephan sich erstreckt hatte. Ferner besaß das Spital ein Haus in der Kärnthnerstraße (1272), eines am Lichtensteg (1273), zwei bürgerliche Häuser am „Khiell" unter dem Herzogshofe (1274. der spätere Bischofkeller am Heidenschuß); Burgrechtszinsen von Häusern am Neumarkte und in der Krugerstraße (1298), in der Kärnthnerstraße und unter den Bognern (1344); überdieß eine Gült auf der Mühle des Otto Hackher an der Wien, welche jedoch die Hackher'schen Eheleute 1380 eingelöst hatten. 10 Außerhalb Wien besaß der Orden einen Wald zu Kalksburg und einen Maierhof zu Leopoldsdorf (1289); dann eine Brandstätte mit Weingärten i» Grinzing, aus dem Nachlasse des dortigen Richters Laurenz. Letztere Besitzung ward dem Hospitale wegen aushaftenden drei Pfund Burgrechtcs, am 7. Juli 1396 eingeantwortet. Der bezügliche Gerichlsbrief ist von Hans Esel, „Amtmanne der geistlichen Herren zum heiligen Geist" gefertiget- (Bürgersp. Archiv) Die Hospitalskirche *) hatte ihren Standpunkt inmitten des „Freyt Hofes zu Sa net Anton", dessen Pforte in gerader Linie zur Heerstraße und nach dem alten Widmerthore führte. Die älteste bekannte Stiftung zur Kirche des Heiligengeistspitales datirt vom Pfingsttag nach St. Gregor (15. März) 1369 und betrifft einen Jahrtag für den „Ernvesten" Herrn Peter von Schönkirchen gegen Überlassung eines „Purgrechts" auf einem Weingarten zu Utldorf (Hütteldorf.) Am Erchtag vor St. Peter und Paul (28. Juni) 1379 folgte eine Jahrtags- Stiftung des Andrä Eisner — am Montag nach St. Franziskus (8. Oktober) 1453 jene der Dorothea Viechten- staincr; letztere gab zu diesem Zwecke ihr Haus nebst Garten in der Neulucke an die Ritter vom heiligen Geiste. Der Lebzelter Peter Landmann spendete am 22. Dezember 1461 einen „Weingarten am Wienerberg, dem Steinacker und der Spitalecke zunächst," gegen Abhaltung einer wöchentlichen Messe „am Frauenaltar". Erwähnenswerth ist auch das Geschenk der Apo- thekerswittwe Elsbeth Reich, mit einer 7 Mark schweren silbernen Monstranze, am 9. Juni 1451. (Bürgersp. Arch.) Unter Dr. Jakobus Nagl, Meister des Heiligengeistspitales, schlug die letzte Stunde des Hauses. Der Anmarsch der Moslims im Jahre 1529 erheischte den unverzügliche» Abbruch aller, der ') bin im erzbischöflichen Gewährbuche I. Fol. 110 vorgeschriebcner Kaufbrief vom 7. Dezember 1669 sagt: daß der Schänkwirts Jakob Gätzky sein „Gasthauß zum weißen Rössel genannt mit aller Zugehörung, darauf zuvor St. Antonikirchcn gestanden', an den ehrsamen Konrad Resch, Gastgeb „beym grünen Paumb" auf der Widen verkauft habe. Als Nachbarn find der Bäcker Balthasar Anreiter, dann Veit Walluer, Schänkwirt- zur rothen Änte in der Neulucke genannt. 11 Stadt in gefahrvoller Nähe gelegenen und dem Feinde Schirm gewährenden Baulichkeiten; ein Schicksal dem auch Hospital und Ordenshaus der „Heiliggeister" mit der Kirche zu St. Anton, das Allerheiligenspital und der Klagbaum verfielen. Die ohnehin sehr geschmälerten Güter des Heiligengeiststiftes überließ Kaiser Ferdinand I., nachdem jede Aussicht auf Wiederherstellung des Hospitales geschwunden war. 1533 dem Wiener - Bisthumc. Einer vorhandenen Quittung des Univerfitäts - (Zuestorats vom 19. August 1656 zufolge, mußte der Fürstbischof in Wien „wegen denen Heiligen Geist Güttern alljährlich zu St. Georgy" 50 Gulden an die Wiener Hochschule steuern. Türkengriinel. Zerstörung und Wiederaufbau der Vorstädte. Es war in der zweiten Hälfte des Herbstmonats 1529 da Sultan Suleiman's wilde Heeresfluth in nie geahnter Schnelligkeit gegen Wien heranbrauste. Die Stadt befand sich — dem Ausspruche gleichzeitiger Autoren folgend — in einem erbärmlichen Vertheidigungszustande. Ihre altersgrauen Mauern, die Thürme waren verwittert und baufällig; und ihre Pallissaden mit buchstäblichen Rechte in den Stadt-Schriften „Zäune" genannt. An eine Dertheidigung der Vorstädte konnte ihres Umfanges und der Mangelhaftigkeit ihrer Bollwerke wegen gar nicht gedacht werden; sie mußten von der Besatzung geräumt, nnd nachdem die Bewohner das Beste ihrer beweglichen Habe in die Stadt gerettet, zerstört und in Brand gesteckt werden. Die Pfleglinge des Allerheiligen- (Bürger-) Spitales, dann jener beim heiligen Geiste und am Klagbaum, wurden im Kloster der Himmelpförtnerinnen untergebracht. Sämmtliche Vorstädte mit ihren Kirchen, Klöstern und achthundert Wohngebäuden, ihren blühenden Gärten und Rebhügeln theilten während dieser Katastrophe das Loos der Zerstörung. Am 21. September, uls die Vorstädte noch lichterlohe in Flammen standen, ward man bei St. Marx schon die ersten Schwärme von Mihal Oglu's gefürchteten Streifkorps gewahr. Die engen Grenzen unserer Blätter gestatten nicht, in eine 12 nähere Schilderung aller nun folgenden Ereignisse einzugehen. Genug, Wien hatte den Triumph, daß seiner heldenmüthigen Besatzung gegenüber — Bürger und Reichtstruppen im Ganzen an 24.000 Streiter — die wüthenden Stürme eines dreimal- hunderttausend Mann starken Feindes erfolglos blieben. Von speziell auf die Gegend außerhalb des Kärnthnerthores — dem ersten und zugleich gefahrdrohendsten der damaligen Angriffspunkte — bezüglichen Momenten, ist hervorzuheben, daß hier der Großvezier Ibrahim (Oberfeldherr nnd Minister des Sultans) mit seinen Heeresabtheilungen lagerte. Von den Höhen des Wienerberges herab, waren über den ganzen östlichen Theil der Wieden bis an dieTranchöen vor dem Stuben- und Kärnth- nerthore in unabsehbaren Ketten Zelte an Zelt», gereiht. In Nähe des ausgebrannten Neuthurmes und seitwärts der Spittlmühle hatten die Moslims zwei riesige Batterien gegen den Kärnthnerthurm und die nahen Außenwerke errichtet. Unter dem Schutze dieser Batterien überschritten die türkischen Angriffskolonnen — die Janitscharen — den Wienfluß, und setzten sich in den rauchenden Ruinen der Vorstädte fest. Dom „Klagbaum" bis an den Strand des Wienflusses abwärts waren der Pascha von Bosnien und seine Horden gelagert. Der letzte und heißeste Tag während dieser Belagerung war der 14. Oktober; mit dem Grauen des 15. ließ der wuthentbrannte Türke alle gefangenen Christen morden, und begann seinen Rückzug. Kurze Zeit nachher ward an die Herstellung der Vorstädte geschritten. Die meisten ihrer Wohnhäuser feierten die Wiedergeburt an ihrer früheren Stelle. Eine Ausnahme bildete nur die Strecke am dießseitigen Ufer des Wienflusses in unmittelbarer Nähe der Stadtwälle, wo die Brandstätten meist verödet geblieben, und selbst die wenigen aus dem Schutte erhobenen Gebäude bei der im Jahre 1532 erneuerten Gefahr eines feindlichen Einfalles demolirt und der Erde gleichgemacht werden mußten. Ein Jahrzehend später begann die Befestigung Wiens, deren mächtigste Bauten in die Jahre 1542—1561 fielen. Wie man ihren Aufschriften entnehmen konnte, wurden die Dominikaner- oder Hollerstaudenbastei 1542—1545; nach 13 Demolirung des Stubner- und Kärnthnerthurmes die Wasser- kunstbastei 1551, die Kärnthnerthorbastei 1552; die Paradeiß- oder Braunbastei 1555 und die Elendbastei 1561 vollendet. Der im Jahre 1547 von dem Ingenieur Augustin Hirsvogel geometrisch aufgenommene Grundriß Wiens, zeigt schon die Stadt mit den neuen, theilweise vollendete» zum Theil eben im Bau begriffenen Bastionen umgürtet. Am 4. März 1558 erfolgte der erste kaiserliche Befehl zur Beseitigung aller den Ringmauern zu nahe gelegenen Dorstadthäuser und Gärten, unter gleichzeitiger Bestimmung einer Distanz von 50 Klafter die zwischen Stadt und Vorstädten in Zukunft von allen Baulichkeiten freizubleiben hatte. Dem Vollzug dieses Befehles traten aber mancherlei Schwierigkeiten entgegen, und wir begegnen noch neun ähnlichen Anordnungen — datirt vom 7. August 1620, 15. Juni und 21. September 1624, 8. Juli 1632, 19. Juli 1661, 24. November 1662, 8. Mai 1663, 27. Juni 1673 und 22. Februar 1675*) — bis die in neuester Zeit wieder zu Baustellen gewidmeten Glacisanlagen theilweise zu Stande kamen. Nur einige Häuschen nahe am Wicnflußufer. zwischen den Weingärten zur Rechten vor dem Kärnthnerthore — in der ehemaligen Kumpflucke — blieben bis in spätere Zeit unangetastet. Die am jenseitigen Ufer gelegene Parthje der Neulucke — die Rosengasse — sowie die Wieden behaupteten bis zum Jahre 1683 ihre ursprüngliche Ausdehnung. Bis zu jenem Zeitpunkte zählen die Steueranschläge des Kärnthnerv ier te ls, nebst den dortigen Sommerhäusern der Wienerbürger und Weingartenbesitzer, auch eine Reihe von Gebäuden auf, die kaum mehr dem Namen nach bekannt sind, und die wir im Interesse der Lokalgeschichte hier näher bezeichnen wollen. 4 Vor dem Kärnthnerthor, 1600: Neulucke. Deß Burgerspitall Mayrhoff. Lüvitatis Metzenhawß. ') Zn den Zahlt» 1641—1664 kamen im Baustandc der Bastionen wesentliche Verbesserungen zur Ansführung; 1673 wurde das innere Kärnthncr- Thor umgebaut. 14 Kumpflucke. Prälat von Mauerbach, Hawß lind Stadel. Der Stachelschützen Gartten. Zwey Wirthshäußer deß Burgerspitals. Ik. Neulucke vnd Widen am jenseitigen Ufer der Wi en: Kloster Himmelportten Mühl am Traistmarkht. Itana Oivitati8 Wasserlaus. Burgerspitall Mühl (Heumühle). Der Prediger (Dominikaner) Hawß. P. P. Augustiner aufs der Landtstraffen. Bischofs Hof Mühl (Heiligengeister-Mühlschlag; Jakob Rieß, Müller. Die heutige Bärenmühle.) Antons Schaudtermann Leibgeding vnd Sebastian Clauß in der Froschlackhen; gehören dem Bischofs. (Der spätere Bischofstadel.) Deß Landtsfürsten vnd Curlandtischer Gartten. (Starhem- bergsches Freihaus.) Deß Bartlme Küfsenpfenning Mühl (Schleifmühle.) Königinn Kloster Mayrhoff. Zaunstrickhcr-Zechhawß. vivitatig Gottsackher. (Der spätere Armensünder-Freyd- hof neben dem Politechnikum.) Klagpaumb vnd Capelle zu Sannd Job. Tekhmayer Hoff. Erasmus Grossen Starenberg gehörig. (Schaumburgerhof.) Zu jener Zeit hatten auch Grundbesitz auf der Wieden: Erhardt von der Werda, die Familie Fernberger von Egenberg, die ehrsame Bäckcnzech beym Böglhof, die Liebfrawen-Brude» schafft im Burgerspital, die Nonnen bei St. Laurenz und jene bei St. Nicolai, die Ärzte Dominicus Pisely und Leonhardt Maister, der Apotheker Hannß Khlebe, Herr Hannß von Thaw, Wolfs Stubenvoll, Blafii Niemandt, Hannß Werbach, Valentin Helbling u. ». andere. Die beiden schätzenswerthen Ansichten Wiens, von Daniel Suttinger (1683) zeigen, daß die Wieden und die Neulucke schon 15 mit zahlreichen Häusern bebaut waren, als im Zahre 1683 (14. Zuli bis 12. September) abermals die Stunde ihrer Abbrennung schlug und alle Gränelscenen der Belagerung von 1529 sich wiederholten. Nach dem Entsätze Wiens befahl Kaiser Leopold I., daß in einem Umkreise von 600 Schritten vor den Festungswerken kein Wohngebäude mehr errichtet werden dürfe, wornach die Ruinen aller innerhalb dieser Linie gelegenen Häuser das Schicksal der Demolirung ereilte. Bei diesem Anlasse war auch die letzte Häuserreihe der Neulucke — die Rosengassc — gefallen, und wurde die Wieden nach der neubestimmten Abbruchslinie in ihre heutige Entfernung von der Stadt zurückgedrängt. Darstellung „jener Häuser vor dem Kärnthnerthore, welche in den Jahren 1627—1684 abgeprunnen, oder wegen Einbeziehung in das Fortifikations-Gepän demolirt worden sind.* ^ Häuser dießseits des Wienflusses zwischen „Kärnth- ner- und Stubenthor* deren Ruinen nach dem Brande vom 21. April 1627 in Abbruch kamen. 1. Georg Arnoldt. 2. Hannß Perger. 3. Niclas Parasackh von Sobawitz. 4. Hannß Mann, Lederer. 5. Lorenz Stattler. 6. Wolfs Böhaimb. 7. Hannß Köchele. 8. Lucas Kerschaffer. 9. Adam Granapfel. 10. Hannß Wehrmann, Kräutler. 11. Hannß Paz, Leutgeb. 12. Ambros Pernitsch. 13. Burgerspital Mayrhoff. 14. Wolfs Köllner, Lederer. 15. Martin Heußl. 16. Wolfs Köllner. 17. Martin Perger. 18- Vivitati« Metzenhawß. 19. Herrmann Simon. 20. Hannß Reisser. 21. Pankraz Postl. 22. Clement Hochspreitzer. 23. Adam Geyer. 24. Hannß Wöber. 25. Hannß Taucher. 26. Sebastian Stöger. 16 In der Neulucke. Abgebrochen 1645: 1. Hannß Luekhners Wohnhauß. 1647: 2. Himmelporttner Michl. 3. Joachimb Enzmillner. 1663 : ' i ! i 4. Anton Pozzo, Handelßmann. 5. Gerhard von Questenberg. 6. Johann Baptist Julin von Lanzendorff. 7. Oßwald Holzer, Wäscher. 8. Justus von Gebhardt, Reichshoffrath. 9. Burgerspital Zuehans, (ehevor Hardeggisch). 10. Martin Perger, Richter. 1t. Mathiä Mayrs Erben; der Stozingerhos. 12. Lorenz Hösch, Gastgeb. 13. Andrä Jleischmann, Pergamenter. 14. Mathiä Strigo, Hufschmied. 15. Hannß Staindl, Kays. Stadtgcrichtsbeysitzer. 16. 17. Des Burgerspitals zwey Wirthshäuser. 18. Michael Oedl, Crammer. 19. Franz Eckh, Richter. 20- Ulrich Fischer, Gastgeb. 21. Prälat von Mauerbach, Hauß vnd Stadel. 22. Niclas Grass lU^estiäs^ von lU^esllän. 23. Georg Löchmayr. «. Häuser am jenseitigen Ufer des Wienflusses. (Abgebrochen im Jahre 1684.) Neulucke und Roscn- gasse. „Anfangend bei derStainernen Prucken, rechterhand die erste Zeil hinüber": 1. Erstlich die Heiligengeister Mühl oberhalb der Prucken. 2. Bernhard Hinterhoffer, Grundschreiber beü denen Schotten. 1664: Knmpfluckr. Abgebrochen 1664: 17 3. Hannß Jacob Amphoso, Kays. Pallmaister vnd Äusserer Stadtrath. 4. Hannß Schludcrcr. Lederermaister vnd Äusserer Stadtrath, auch Richter auff der Widen. 5. Urban Mallek, Kais. Leib-Huurcli-Trabant. 6. Hannß Paz, Gastgeb zur „rothen Andten". 7. Conrad Rösch, Gastgeb; vordem Jacob Götzky, Schank- wirth zum „weißen Röstet", darauf ehevor St. An toni- kirchen gestandten. 8. Anton Neuß und » vordem Balthasar Thumb'sche 9. Paul Andreasy j Häuser. 10. Zacharias Adam von Pauersperg. Kays. Waldmaister Erben. 11. P. P. Dominicaner; vordem Christian Schäffler. 12. Scyfridt Christoph Graff Preiner; vordem P. P. Augustiner auff der Landstraße. 13. Andre Meditsch, hungarischer Kappelmacher. 14. Jacob Pauer, Schankwirth. 15. Hannß Exinger, deß Austern Stadtraths. 16. Lorenz Walleckher, Lederer. X 17. Georg Mader, Landgutschy. 18. Walleckher's Wirthshauß. Neulucke, andere Zeil linker Hand: 19. Michael Aichler, Purger vnd Berggeschworner. 20. Lorenz Schwarz. 21. Ernst Josua Penz, Äusserer Stadtrath vnd Tuchhandelsmann. 22. Hannß Jacob Mager, hofbefreyter Waxkerzler. 23. Melchior Saar, Schuester; Hauß vnd Stadel. 24. Hannß Thierschüß, Schneider „?um gülden Stern." 25. Paul Mitlhammer, Leutgeb; vordem Hannß Georg Radegger. 26. Caspar Franz, Hauer und Bergmaister auff der Widen. 27. Hainrich Grass von St. Julien vnd 1 nun Albrecht Wallsee ^ Graff von Zin- 28. Hannß Wilhelmb von Walterskirchen / zendorf vnd 29. Hieronymo Bonazina ) Pottendorff. Wieden. z 18 30. Hannß Wilhelmb Rebenegg von Rebenperg (vor dem Bnrgerspitals Gottsackher gelegen). 31. Adam Schreyer, deß Anffern Raths vnd Gemainer Stadt Wienn 8earetariu8. 32. Martin Rößlmayer, Kays. Trabant vnd Gastgcb güldenen Greifen". Unterhalb der stainerncn Prucken, am Grieß: 33. Franciscus Faber von Rosenstockh, Zhro Rö>». Kays Mas. Rath vnd Münzmaister. (Besitzer des Stadthauses Nr. 774 in der Wollzeil.) 34. Hannß Pistory, Erben. 35. Hannß Reiff. Gastgcb. 36. Christoph Höckh. Hoff- vnd Gerichtsadvocat. 37. Georg Rieger, Gwandschncidcr. 38. Hannß Georg Dampöckh, Gastgeb. 39. Philipp Göderstorffcr, Flccksieder. 40. Sebastian Löwi. 41. Zechleut des Zannstricker-Handwerks. 42. Wolfs Roscncgger. 43. Andre Siegerßheim, Eorduaner. 44. Adam Lindtner, Landgutschy. ^ 45. Carl Spartular, Deckhenmacher, 46. Benedict Sattler, Gastgeb. 47. Gabriel Khiessenpfening. 48. Faßbinder Paurnfeind. 49. Georg Stephan, Stärkhmacher. 50. Mathiä Langschwert; im Heugaßl. Die Linienwälle. Anlage der heutigen Vorstadt. Zu dem raschen Emporblühen der Vorstadt WiedeN hat nächst dem Wiederaufbau der unter Kaiser Ferdinand III. entstandenen. und nach der Zerstörung durch die Türken von Kaiser Leopold I. erweiterten und verschönerten Favorita, vorzüglich die Errichtung der Linienwälle beigetragen. Sie wurden im Jahre 1704 — an Stelle der noch aus dem 17. Jahrhundert 19 stammenden Pestzänne — gegen die kühnen Streifzüge Rakoczy's vorerst aus Erde aufgeworfen, innerhalb der Jahre 1728—1730 jedoch aus Ziegelwerk gemauert. Nach Entstehung dieser Wälle, die vom Donaukanale bei St. Marx an über den Wienerberg bis wieder zur Donau gegen das Liechtenthal abwärts, das Wiener-Gemeindegebiet in einem Umkreise von 7080" einschließen, wurden alle Gebäude, Dörfer, Schlösser und Höfe — die nun vom offenen Lande geschieden, innerhalb dieser Linie zu liegen kamen — zu den Vorstädten gezählt. Bei der Vorliebe, mit welcher unser Kaiserhof, insbesondere Kaiser Karl VI. dem Lustschlosse Favorita als Sommerauf« enthalt zugethan war, kann es nicht befremden, wenn auch auf den umliegenden Fluren, bis hinaus,an die Wälle, bald zahlreiche Sommersitze von Cavaliere«, Hofchargen und wohlhabenden Bürgern sich erhoben. Kaiser Karl VI., der während seiner dreißigjährigen Regierung (1711—1740) die österreichische Hauptstadt mit einer Reihe der schönsten Werke neuerer Baukunst geschmückt, hatte die Wiener mit nie geahnter Baulust beseelt. Diese Epoche, namentlich seit der Gründung der Votivkirche bei St. Karl (1716), nahm auf die Entwickelung der Dorstadt^Wieden einen entscheidenden Einfluß — und verhält- nißmäßig groß ist die Zahl der Gebäude, die in kurzer Zeit hier entstanden. Der schon seltene, einer Broschüre des Jesuiten Schach- ner*) beigebundene kleine Vogelperspektiv-Plan vom Jahre 1734, zeigt die Wieden mit ganz zierlichen, im Style der damaligen Herrenhäuser gekleideten Baulichkeiten besetzt, die rings von grünenden Gartenanlagen, künstlich zugeschnittenem Buchs- und Taxusgesträuche umschlossen waren. Unter den hervorragendsten Persönlichkeiten, die auf der Wieden ihren Sommeraufenthalt gewählt, begegnen wir: einem Fürsten Lob- kowitz, die Grafen Starhemberg. Czernin, Waldstein, Althann; den Marquis äe ?ria; die Freiherren von Kleinburg, Oppkl, Blümegen, Fischer von Erlach, Pechmann, Pilati; die Herren von Garelli, Engelskirchen, Kippo, Beurden, Kollhund, Dier, ') I^iL8trL äsoeM Oorousv Vievnevsis eto. 1734. » 20 Frech von Ehrimfeldt, Gußmann, Milhard von Milharditz. Pfeiffer, Rausch von Tranbenberg, Mühlen, Schmelzer von Ehrenrueff, Rcchberger, Schmid zu Mayenberg, Schweizhardt, Wiescnthal, Trunk von Guettenberg u. a. Sehr wenige der ursprünglichen Lustsitze haben ihre Bestimmung bis auf unsere Tage beibehalten, und selbst diese lasten nur noch leise Spuren ihres früheren Charakters erkennen. Ihre weitläufigen Park-Anlagen und Kunst-Gärten sind längst von Straßen durchschnitten, und die stattlichen Villen mit ihren Prunkgemächern, Orangerien und Reitbahnen — wenn nicht demolirt — für ökonomische Zwecke eingerichtet. Der Wienfluß im Osthange des Wiencrwaldcs — hinter dem Dorfe Prcßbaum — aus zwei Klüften des Kaiserbrunnberges entspringend, erreicht nach 3^ Meilen langem Laufe das hiesige Gemcindegebiet, durchläuft dasselbe — nachdem er die südöstlichen von den nordwestlichen Vorstädten und der inneren Stadt scheidet, — in einer Länge von einer Stunde und mündet zwischen dem östlichen Stadtglacis und der Weißgerbervorstadt in den Wicncr-Tonau- kanal. Vorzeitlich, da sich der Wienfluß noch einer beträchtlichen Strömung zu erfreuen hatte, boten seine Ufer einen weit erquicklicheren Anblick denn heute, und war streckenweise auch der Lauf des Flusses ein anderer. In mehrfachen Krümmungen schlängelte sich sein klarer Wasserspiegel grünenden Rebhügeln entlang, bis in die Nähe des Kärnthnerthores. Hier, am alten Spitale^der Wiener Bürger, wandte sich das Flußbett plötzlich nordostwärts an die Niederungen und Erdabhänge unter der Karlskirche und der Rabengasse; wie dieß in Wischers Perspektivanficht der Stadt Wien vom Jahre 1640 (in Braun s Städtebuch schon 1618, dann bei Merian 1649 und 1677) deutlich zu erkennen ist. Nur der abgeleitete Mühlbach blieb der oberen Richtung des Flusses treu. Daß auch die Wien in früherer Zeit in mehrere Arme verzweigt gewesen — für diesen Umstand zeugen nicht nur der Name Konradswörth (Werd oder Insel), sondern auch die zahlreichen Weiher und Lachen, welche ihre 21 Ausläufer gebildet hatten. So erwähnen die Steuerregister noch zu Ende des 17. Jahrhunderts einer Froschlacke zunächst der Schleifmühle. Schlager führt im Jahre 1456 den .Permanns Weyher pey des Permann Hof an der Wienn" (vor der Karlskirche — dem Permansthurm am Rcnnweg gegenüber); 1471 eine Lacke außerhalb des Klagbaumcs auf der Wieden — die im nämlichen Jahre zuzuschutteu begonnen wurde; 1467 den Königs weyher (Königstcich) in der Schöffstraße, und 1478 einen Weyher hinter dem Heiligengeistspitale an. Eine Bürge» spitals-Urkunde vom Samstag nach Maria Lichtinesse (9. Februar) 1370, nennt einen „Michel in dem Weyer" als Schaffer im Klagbauin. Mit Bezug auf die Namensableitung des Wienflufses, schreibt weiland Pezzl (1786) Folgendes: „Hat die Stadt ihren Namen von diesem Flusse, oder hat der Fluß seinen Namen von der Stadt? . . . Einige alte Chronisten sagen, die erste Gründung der Stadt schreibe sich von der Zeit her, da Flavius unter Trajan die römischen Legionen an der Donau commandirte. Er legte hier eine Schanze an, welche nach dem Namen ihres Erbauers Flaviana genannt wurde. Aus diesem Wort machte man mit der Zeit den verkürzten Namen Viana, und endlich Vik-Nira, die heute noch übliche Benennung unserer Stadt. Wenn eS mit dieser Herleitung seine Richtigkeit hat, so muß der Bach seinen Namen von der Stadt geerbt haben. Dem sei. wie ihm wolle. So viel ist gewiß, daß dieses unbändige Flüßchen bisher der Stadt mehr Schaden als Northeil zugezogen hat. Die geringen Vortheile, welche es gewährt, bestehen darin, daß ein paar Hundert daran wohnende Wäscherinnen sein Wasser benützen; daß es ein paar Mühlen treibt, und den Fiakern auS jener Gegend zur Pferdeschwemme dient. Dagegen hat es Schaden, zu Hunderttausenden an Werth, schon angerichtet. Bei dem Schmelzen des Schnees; bei plötzlichen Wolkenbrüchen; bei anhaltendem Regenwetter schwillt dieser Bach, den man in trockenen Sommertagen zu Fuß überschreiten kann, gählings zu einer verderblichen Höhe; überflutet die angränzenden Dörfer und Vorstädte, füllt Keller, untergräbt Häuser, zerreißt Brücken und Stege; und richtet noch mancherlei Unheil an." 22 Don Überschwemmungen, welche der tückische Waldstrom herbeigeführt hatte, liest man schon in frühester Zeit. 1295 schwoll die „Wienn" von Regengüssen so sehr an, daß das ganze Buiger- spittl unter Wasser gestanden und die Kranken mit genauer Noth gerettet werden konnten. Im Jahre 1405 „um Gotzleichnams- Octav (wie die Chronik sagt) seynd die Guzz (Güsse) so groß gewesen, daz daz Wasser überall auf dem Marchfcld über das trayde gieng vnd ze Wienn in das Spital vnd auf der Wüdc» hinder Sannd Antoni vnd hinder dem heiligen Geist, in ped Chirichen (beide Kirchen) gcrunnen." Ferner heißt es 1670: „Unweit Wien ereigneten sich in diesem Jahr im Gebürgt drey Wolken Bruch, regnete auch durch zwey gantzer Tag und Nacht, daß die Wässer, insonderheit die Wien, sich so heftig und gähling ergossen, daß die umliegenden Vorstädte, und andere Oerter nicht allein den 4. Juli in der Nacht zwischen 11 und 12 Uhr fast gäntzlich in s Wasser gesetzt, sondern auch vie Häuser eingerissen, die schönste Lust- und Weingärten überschwemmet, auch viel Leute in Häusern, die in ihrer besten Ruhe gelegen, ertränckt, und überaus großer Schaden verursachet worden. Ja cs ist ein solches Gewässer gewesen, daß ihrer viel vermeinet, Gott würde das menschliche Geschlecht mit einer Sündfluth straffen!" — so berichtet Pater Fuhrmann. Arg wütheten die entfesselten Fluthen des Wien-Flusses am 5. Juni 1741; an diesem Tage wurden die neugeschaffenen Anlagen Schönbrunn's verwüstet, die Bärenmühle und viele Wohnhäuser zertrümmert. Um ähnlichen Elementarereignissen vorzubeugen, wurden auf Befehl der Kaiserin Maria Theresia noch in selbem Jahre die vorzüglichsten Quellen des Wienflusses und der einmündenden Wildbäche abgeleitet. Seitdem vermag die Wien zwar weniger zu schaden — ist aber dafür zu einem die Luft verpestenden Sumpfe eingeschrumpft. Zur weiteren Annehmlichkeit für die Umgebung wurden die Ufer, wie überhaupt hie ganze Glacisfläche rings um Wien, bis zu Ende des verflossenen Jahrhunderts auch als Hutweide benützt — gewiß kein unpassender Rahmen für ein Bild, wie jenes der brausenden Wien! Schon am 30. Oktober 1772 hatte der Stadtrath den Fleischhauern verboten, auf dem Glacis ihre Schafe, Schweine 23 und Ochsen weiden zn lassen; mir ist diese Verordnnng trotz öfterer Erneuerung jahrelang unbeachtet geblieben, ähnlicherweise wie heutzutage das Reit-Verbot ans gewissen Plätzen respck- tirt wird. Im Jahre 1787, bis zu welchem Zeitpunkte der Wienfluß lediglich seiner eigenen Laune überlassen war, kam es endlich zu einer Begulirnng desselben. Seine zerklüftete» Ufer wurden ausgeschüttet und mit Weiden bepflanzt, das Bett streckenweise vertieft und geebnet. Der Sandwurf an der Wien, früher ein Eigenthum des k. k. Hofbanamtes, wurde am 12. März 1787 an die Stadtgemeinde überlaffen, und der Sandpächtcr Kranz Kader für seinen Rücktritt vom Pachte mit 000 fl. entschädiget. Die steinerne Wehre bei Gumpcndorf ward im Jahre 1808 neu hergestellt; der Kostenaufwand von 40.000 fl. traf gemeinschaftlich die Besitzer der Schleifmühle. Bärenmühle und erzbischöflichen Henmühle. Im Sommer 1856 erfolgte die Abtragung dieser Wehre, nachdem die Kommune (am 11. Juni) die Waffcrrechte der ebengenannten drei Müller um den Betrag von 102.750 fl. eingelöst hatte; worauf der gesundheitsschädliche Mühlbach verschüttet und ein großer Theil seines Bettes zur Straßenerweiterung verwendet werden konnte. Die im Jahre 1848 zur Beschäftigung der crwerblosen Arbeiter begonnene Umlegung des Wienflußbettes in der Nähe des Mondscheinsteges, wurde mit Rücksicht auf die schon pro- jektirte Stadterweiterung nach Kurzem wieder eingestellt. Brücken. Zur Förderung des Verkehrs zwischen Stadt und Vorstädten. beziehungsweise zwischen den Letzteren, sind die gegenseitigen Ufer des Wienflusses durch neun Brücken und vier Stege in Verbindung gebracht; deren Bau, mit einziger Ausnahme des Kettensteges am Obstmarkte, auf Kosten der Stadtkommune geschah. Ihre Reihenfolge, vom Eintritte des Flusses in das Wiener Gemeindegebiet bis abwärts zu seiner Mündung in den Donaukanal, ist diese: 24 1. Die hölzerne Viehtrieb-Brücke außerhalb der Schönbrunner- oder Hundsthurmerlinie, zur Verbindung mit dem Gumpendorfer-Schlachthause. Ihr Bau ward durch die Verlegung des Viehtriebes nach dem genannten Schlachthause dringend nöthig, und im Jahre 1857 mit einem Kostenaufwande von 5165 Gulden in Ausführung gebracht. 2. Die Fahr - Ketten brücke zwischen der Vorstadt Hundsthurm und der Nevillegasse in Gumpendorf — an Stelle der, vom Stadt-Bau-Jnspektor Anton Behsel im Jahre 1819 hergestellten hölzernen Bohlenbrücke. Diese nach dem Ne ville'schen Sistem und den Plänen des Civil-Jngenieurs Adam Clark erbaute Brücke ruht in einer Länge von 15" 4' und einer Breite von 5" 3' auf steinernen pilotirten Widerlagern, und wurde im Monate April 1854 für den Verkehr eröffnet. Die Baukosten dieser Eisenbrücke beliefen sich auf 165.406 Gulden. 3. Der Kugelsteg an der Ausmündung der Kugelgaffe — heutigen Reinprechtsdorferstraße; 4. der S t ä r k m a ch e r st e g am Ausgange der Stärk - macher-, nunmehrigen Pilgramgaffe, in Margarethen; dann 5. der Magdalena- oder Ratzenstadt lsteg zwischen der Steggasse. Wienstraße und dem Magdalenagrund (vul^o Ratzen- oder Rattcnstadtl) sind aus Holz gezimmert und stammen aus älterer Zeit 6. Die Fahrkettenbrücke zwischen der Lumperts-(der- maligen Kettenbrücken-) Gasse und dem Heumagazine an der Laimgrube, wurde im Jahre 1828 nach den Plänen des k. k. Wasserbau-Inspektors Anton Ro bausch von dem Stadtbaumeister Deimel gebaut und am 18. September 1828 der allgemeinen Benützung übergeben. Ihre Herstellung kostete 38.970 Gulden. 7. Die Leopoldsbrücke am Platze des früheren Theater- oder Fokanedisteges zunächst der Schleifmühlgasse, ist eine eiserne Gitterbrücke mit einer lichten Spannweite von 14". einer 4" breiten Fahrbahn und zwei 6' breiten Fußwegen. Sie ist nach einem Plane des Ober-Ingenieurs A. Hornbostel konstruirt und wurde am 15. November 1860 dem öffentlichen Verkehre über- geben. Ihr Bau hat eine Geldsumme von 67.400 Gulden beansprucht. 8. Der Kettensteg zunächst des Obstmarktes und der Bärenmühle; durch den Bauunternehmer Josef Jäckel im Jahre 1830 auf eigene Kosten errichtet, und vom 5. August 1830 an dem Publikum gegen Gntgeld zur Benützung eröffnet. Einem am I I. September 1830 zwischen dem Erbauer und dem Wiener- Magistrate abgeschlossenen Vertrage gemäß, ist dieser Kettensteg nach Ablauf des bedungenen Zeitraumes von 30 Jahren, am 5. August 1860 in das unbeschränkte Eigenthui» der Stadt- Kommune übergegangen, und mit diesem Tage auch der bishin zu entrichten gewesene Brückenzoll (1 kr.) aufgehoben worden. 9. Die Elisabethbrücke. Vor Schilderung dieser zierlichen Neubaute möge es gestattet sein, auch einen flüchtigen Rückblick auf die frühere, hier bestandene Brücke zu werfen. Sie war ihrem Baustoffe entsprechend, allgemein unter dem Namen der „steinernen Brücke" bekannt und der Zeitpunkt ihrer Entstehung reicht in das Dunkel des Mittelalters zurück. Beweise für ihr hohes Alter liefern Urkunden des Heiligengeistspitales aus den Tagen Königs Ottokar, dann eine unten citirte Inschrift vom Jahre 1414. Die .steinerne Brücke" wie sie Delsenbach's „Prospekt der Stadt Wien gegen das Kärnthnerthor" vom Jahre 1719, und Zieglers „Ansicht gegen die Wieden" 1780 darstellen, war ein mächtiges Bauwerk mit einem Fahrgeleise und einem Gehwege; geschieden waren beide Gänge durch eine klafterhohe Mauer, auf welcher fünf steinerne Bildsäulen standen. Gleichhohe Seitenwände nahmen auch die Stelle der späteren Eisengeländer ein. Die zwölf ursprünglichen Bogenöffnungen der alten Brücke verschwanden durch nothwendig gewordene Regulirungen des Wienflusses allmählich bis auf 7, da auf der Stadtseite 3 und auf der Wiednerseite 2 verschüttet wurden Anfänglich hatte die Brücke eine Breite von 3^ Klafter; erst im Jahre 1821 ward der lebhaften Frequenz wegen durch Entfernung der steinernen Wände und Anbringung von Tragsteinen eine größere Breite bewerkstelliget, und zugleich ein zweiter Fußweg gewonnen. Nun erhielt die Fahrbahn 3" 4' 9" und jeder der Gehwege 7; Fuß Breite. Zwischen den Brückenpfeilern 26 führte eine hölzerne Wehre mit „Stauchfchleußen" das Wasser durch einen gedeckten Glaciskanal zn der im Stadtgraben befind lichen Münzstätte. Wehre »nd Schleichen gingen bei Hoch- flnthcn wiederholt in Trümmer, und mußten in der ganzen Ausdehnung dieses Werkes ununterbrochen Ausbesserungen statt- findcn; Piloten wurden an Piloten gehäuft — um bei nächster Gelegenheit wieder zerstört und hinwcgeschwemmt zu werden. Ebensowenig konnte bei dem fortwährenden Anpralle der Flnthcn das altersgraue Mauerwerk der Brücke unbeschädiget bleiben; ein Umstand, welcher die Restaurationsarbeiten immer kostspieliger machte. Dazu kam auch, daß das Ungenügende dieser Passage stets fühlbarer wurde. Bei der im Jahre 1846 vorgenommeneu Untersuchung der Brücke, zeigte sich ihr Gesammtbaustand in solchem Grade gefahrdrohend, daß man den Bau einer neuen Brücke als unaufschiebbar erkannte. Mehrere Ingenieure und Architekten wurden nun von dem Magistrate eingeladcn. Entwürfe zur Ncu- bante zu liefern. Unter den einsangenden Projekten ward jenes des k. k. Professors Ludwig Förster als das preiswürdigste öur Ausführung vorgeschlagen, und im Jahre 1847 von Sr. Majestät dem Kaiser genehmiget. Doch hatten die bedeutenden Geldopfer. welche die Kommune während der Ereignisse des nächstfolgenden Jahres s1848) trafen, eine längere Verzögerung der Baute hervorgerufen, so daß diese erst am 14. Juli 1850 den bekannten Eisenbahn-Bauunternehmern Gebrüder Klein und Th euer im Offertwege von dem Gemeinderathe überlassen werden konnte. Am 16. September 1850 begann der Abbruch der alten Brücke. Nach Beseitigung des Deckpflasters und der Steineinlage ward man erst die Schadhaftigkeit der Gewölbsbogen in ihrem ganzen Umfange gewahr, und dieß Gebrechen allein hätte den Umbau vollkommen gerechtfertigt. In der Länge dreier Gewölbsbogen zeigten sich Risse von 7 Zoll Breite; auch die Pfeilerfunda- mente trugen tiefeingreifende Aushöhlungen und Unterwaschungen zur Schau. Trotzdem mußten einzelne Theilc des Mauerwerkes mit Schießpulver gesprengt werden- Noch erübriget uns. jenen Statuen, welche die alte Brücke geschmückt hatten und mit Ausnahme eines einzigen Schnitzwerkes spurlos verschwunden sind, einige Aufmerksamkeit zu widmen. Das erste und merkwürdigste dieser Monumente war das sogenannte Bäckerkreuz — eine hohe gothische Kreuzstücke mit einem Marienbilde und folgender Inschrift: „Daß Ehreuz haben lassen machen ain Löbl: Handwerch der Beckhen vnd Beckhen-Knecht aus ihrer Zech zu Wirnn in die Ehren GOTTes vnd seiner lieben Mutter, da man zahlt nach Christi Gcburth 1414 Jahr, vnd hernach wiederumben renovirt An. 1600 den 25. Juny. j Ren. 169>. > A. 1757. .1. 8." Ihre Rückseite trug die bekannten und noch heutigen Tages auf vielen Denkfaulen ersichtlichen Verse, die im Jahre 1598, nach der Wiedereroberung Raabs durch Schwarzenberg, auf Befehl Kaiser Rudolphs II. eingemeisselt wurden: «O Christ, wann du dies Chreuz siehst an. So sag Gott Dank in den Fürgang, Wegen der edlen Nestung Rab Die uns der Türck hat drungen ab Im September 94 wieder. Aber im 98. Jahr Im Martii wieder einnehmen lahn Sey Lob, Ehr vnd Preys im höchsten Thron." Das Muttergottesbild dieser Kreuzsäule verschwand von der Brücke schon 1772, da die Säule selbst dem Einsturze drohte, und ist seitdem in einer Mauernische des unweit'der Brücke isolirt stehenden Wächterhauses sAmtsort des Markt- Kommissariats und Schemmellcihers) aufgestellt; folgende Denkschrift nennt dessen Ursprung und frübere Bestimmung: „1)1888 I 8I8VN88 4Vä88 VOH488 IN V88 > K8882 8.4V88N 4V88688 IN .1^88 > 1414 8IN l.Ö88I0888 8^>8)4V88X > V888N 840X8N IN ^ N88NN 288 8888 ! 607"I'88 UND 88IN88 818- l 18NN l88B888 > ^488 1188 8B8IN88N8N 8886X8N > 888I681'8N 8^888N, 0888^NI18N. > VND 28 18? IN 1772 I ^HLK»00»8DLN Kl2- k'LHI. ^N I I)II'8L8 OKI"» VM2K8LV2V NDIiDKN. I kknoviir^ 1860 I ovircüi 0112 INNVN6 0LK nek6Liri.ic!»Ln 6.46XLI?.« Dem Bäckerkreuz zunächst standen die Bildsäule des heiligen Domitian, Landespatrons von Kärnthen, mit dem Chrono, gram m: ,,8.TiiOto DoiVIItlaoo > ?Io kretrl ?atrlr»e 6»rlatlll VIsLnae V oltl ^ zils 8tatVoie.« (1626). » Eine Statue des heiligen Böhmenkönigs Wenzel mit der Aufschrift: „Frantz Ignatz Wratislau Graf f von Mitrowiz der Röm. Kays. Maytt. j würklich geheimer Rath Cammerer f und Statthalter im Königreich Bö- I heim. Anno 1704. 8. ^Voneeslaus ksx. Loli. R. V. 1762. * Die Statue des heil. Johann von Nepomuk, dann ein Bildniß der schmerzhaften Mutter mit Christus auf dem Schooß; unter letzterem die Verse: „Vor HuvAsr», unä XrisA8-6sO»5r, O Nuttsr Oottos uns Osva-lir; Lrliör clsiQ Volk uuä 8toli un8 8o 8e^nck vir »Iler 8tratk6n tre^. 17 Lx Vota 39.« * Die neuerbaute Brücke, in gerader Linie der Kärnthner- straße mit der Wiednerhauptstraße, ist 11" breit, 24" 4" lang, ruht auf zwei Mittel- und zwei Landpfeilern, und zählt drei Bogenöffnungen mit je 7" Weite, in einer Höhe von 26?' vom Flußbette bis zum Gewölbescheitel. Die 10' starken Mittelpfeiler find aus Stein hergestellt; die Landpfeiler sind 15—20' stark, jedoch nur ihre Außenseite mit Quadern verkleidet; die Gewölbs- bogen, deren Schlußsteine die Stadtwappe tragen, bilden 4 Ziegel- ringe, jeder mit 1' Stärke. Die erforderlichen Ziegel wurden in der Miesbach scheu Ziegelfabrik am Wienerberg eigens zu diesem 29 Ban angefertiget. Der Stein zur Verkleidung sowohl, als zu den im gothischcn Style gearbeiteten Geländer stammt aus den Wöllersdorfer-, jener zu den Fundamenten aus den Badner- Steinbrüchen. Die Baukosten dieser Brücke sind mit 412.783 fl.; die Auslagen für die Uferversicherung und Herstellung der Kaimauern mit 135.950 fl. C. Mze. beziffert. Die auf den Brückenbau bezüglichen Denkschriften rc. wurden von der Repräsentanz der Stadtkommune am 21. Mai 1853 in einem Quader der ersten Widerlagsschichte, des am linken Ufer stehenden Landpfeilers versenkt. Am 23. April 1854, dem Tage des Einzuges Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth ward die Brücke dem öffentlichen Verkehre übergeben. 10. Die hölzerne Nothbrücke in Nähe^ des Trödelmarktes, dem fürstlich Schwarzenbcrg'schcn Sommer-Pallaste und dem Gasthause »zum goldenen Mondschein" gegenüber, ist eine Fahrbrücke mit einem Doppelgeleise und ward statt des ursprünglichen Gehsteges 1850 errichtet. Im Jahre 1855 hat der Gemeinderath die Herstellung einer stabilen Brücke an diesem Punkte beschlossen, und liegen dießfalls auch zwei Projekte vor — deren erstcres, von dem inzwischen verstorbenen Ingenieur FriedrichStchlin aus Basel eine eiserne Brücke; das zweite von dem städtischen Bauinspektor Maak aus Hamburg, den Bau einer steinernen Bogcnbrücke anstrcbt. In Folge Gemeindcraths- beschlusses vom 30. Mai 1862 wurde neuerlich wegen Vorlage geeigneter Entwürfe ein Konkurs ausgeschrieben. Bei dem Fort- schreiten der Stadterweiternng und nach Beseitigung der Terrainhindernisse in jener Gegend, wird der Bau einer neuen Brücke an den Dereinigungspunkten des Rcnnwegcs mit der Heugasse um so nöthiger, da bereits eine neue Ausfahrtsstraße aus der inneren Stadt, in der Richtung des Kolowrat'schen Palais gegen diese Brücke hin, angelegt ist. 11. Die Gisela- oder Parkbrücke. (Die ursprüngliche Verbindung des Wasserglacis mit dem Heumarkte.) Diese Brücke erseht die gemauerte Bogenbrücke vor dem ehemaligen Karolinen- thore. welche am 18. Mai 1851 durch die tückischen Fluthen des Wienflusses zerstört wurde. Sie ist nach dem Neville scheu Systeme und nach Adam Clarks Plane aus Eisen erbaut; 30 ruht auf steinernen pilotirten Widerlagern, mißt 19" 4' in der Länge, 3" Breite, und ist mit Rücksicht auf ihre Lage an dem belebtesten Promenadepunkte in dekorativer Beziehung sehr zierlich ausgestattet. Am 19. November 1857 fand die Schluß- stcinlegung und am 28. desselben Monats die Eröffnung dieser Brücke statt. Die Baukosten beliefen sich auf 75.773 Gulden. 12. Die steinerne Fahrbrücke außerhalb des bestandenen Stubenthores, in gerader Richtung zwischen der Wollzeile und der Landstraße. Die (sogenannte) Stuben thorbrücke ist die älteste unter den gegenwärtig bestehenden Brücken Wien s, und wird urkundlich schon in den Tagen des Bruderzwistes zwischen Fiedrich IV. und Albrecht VI. (1439—1463) erwähnt. Ihre Entstehung dürfte jedoch mit der abgetragenen Steinbrücke vor dem Kärnthnerthore aus einem und demselben Zeiträume datiren. 13. Die Radetzkybrücke an der Mündung des Wienflusses in den Donaukanal; eine steinerne Bogenbrücke zur Verbindung mit der Wcißgerbervorstadt und den daselbst gelegenen Zoll Hallen. Die Radetzkybrücke zählt zu den hervorragendsten Neubauten der Residenz — ist die schönste unter den hiesigen Brücke», und übertrifft an Zierlichkeit des Baues selbst die Elisabethbrücke. Die Brücke ruht auf zwei Land- und einem Mittelpfeiler. Ersterc sind aus Ziegel mit Stein verkleidet; der 7' breite Mittelpfeiler, ist massiver Quaderbau. Die beiden Bogen haben 60' Spannweite; die ganze Brücke mißt in der Länge 21" 1'', ihre Breite 9". Ein geschmackvolles Steingeländer ziert dieselbe. Ihr Bau begann nach den Plänen des städtischen Bau- Inspektors Maak aus Hamburg, im Frühling 1853 durch den hiesigen Stadtbaumeister Kledus — welchem die Arbeit in Generalpacht gegeben war. Dieser Brückenbau hatte einen Geldaufwand von 384 717 fl. — die Herstellung der Kaimauer und Uferversicherungen 49.730 fl. erfordert. Die Schlußsteinlegung erfolgte am 14. Juni und die Eröffnung der Brücke am 16. Oktober 1855. 31 Rieden nach der Beschreibung des Iviedner-Bergamtes und der im Söhre 1705 ;ur Berichtigung der Burgfriedrnsgrcn)kn ausgenommenen Mappe. Am Goldegg (Zn Goldeggen; anch oberes und unteres Goldeck. *) Don dem Eckhause Nr. 17 in der Favoritenstraße bis an den Linienwall reichend. Am PraitenAnger und im Silbereck. Der spätere Schaumburgergrnnd; der Ried Goldeggen gegenüber liegend. Zwischen beiden Gründen führt der Kaiserweg (die Favoritenstraße) zur Linie. In Liebharden und Adelsberg, auch blechernes Thu rmft ld; zwischen dem Burgerweg (der Blechthurm- gafse **) und der Ried Praiten Anger. Matzlspergen. Die rechte Seite der Hungerbrunngaffe. ") Non St. Georgcntag 1395 datirt ein Kaufbrief. in welchem ein sicherer Konrad Gutensnn als Besitzer eines Ackers am Go Id egg genannt ist.—Am 26. Dezember 1476 stifteten der Hurbschreiber Mert Huber und Albrecht der P f e i Ist orf er, in der Kirche der bekehrten Kranen zu St. Hieronymus in der Singerslraße zwei Jahrtage, wozu sie 15 Joch Äcker am Goldegg bestellten. (Bürgcrspitals Archio.) "') Der Burgerweg bildete die Grenze des städtischen Burgfriedens. Er nahm seine Richtung (nach einem bei Erbauung burgfriedischcr Häuser im Jahre 1689 aufgenommenen Augenscheinsprotokollc) .von den p. ?. Paulaner» dem Graswceg (Krntkweg) über aus die Seiten gegen den Laaerweg und Gesträuß (vor der Linie) sodann oben wicdernmb gegen die Favorita und auf die Kavoriien-Landstraßc (Laxcnburger Allee) und bis gegen den mittleren Adclsbergen (außer der Favoritenlinie) hinaus, und sodann wieder herunter an die Favoriten-Landstraße bis an da« Pau. lanerkloster — in welchem Oirouito theils öde, theils bebaute Wein» gärten und Äcker zu finden — die etliche zu Gemainer Stadt, etliche zur kays. Favorita, etliche zur Pfarre Hütteldorf. etliche zum Erzbisthum und etliche zum Johanneshof grundbar gehörig." Der mit kaysecl. Privilegium vom 15. Juli 1698 (6oilex ^untr. II. 499.) bestimmte Umfang des Wiener Burgfriedens hat durch Errichtung der Linienwätle im Jahre 1704 bekanntlich keine Beschränkung ersah reg. 32 Neusätzen *) hinter Matzlspergen. Die heutige Hartmanngasse. Neusätzen oder Gräfften. Linke Seite der Hcngasse. Am Goldpühel; Goldpoint (die „alte Jeuß" oder „Joysen") zwischen der obern Allee- und Therefianunigasse. In der Haberpoint oder „langen Jeuß", auch Grasgarten genannt; die „kaiserliche Allee" (nun obere und untere Alleegasse). Ferner die rechte Seite der Taubstummengaffe, zum Grnndbnche der Johanniter gehörig. (Im „Reich Anfang" s. Paniglgaffe Nr. 1.) Eine Strecke der Haberpoint war zur Domkirche dienstbar und trug den Namen „Stephans- Aigen". (Favoritenstraße 5, 7, 9, und 11.) Die kurze Jeuß. Rechte Seite der Heugasse, vom Mondscheinhause bis zur oberen Alleegaffe. Mayerhöfel. Dem Klagbaum gegenüber, zwischen dem Hungerbrunn und der heutigen Mayerhofgasse. Im Rad eck. Die ganze Trappelgasse mit dem Hause „;um blechernen Thurm", dann ein Theil des erzherzoglich Rainer'schen Pallastes. Ober Klagbaum (der obere Schoo ßs zwischen der Wiedner Hauptstraße, dem Mitter-(Berg-) steig und Nikolsdorf. Im mitter en Schooß (mittern Schoßen) liegt der Hungerbrunn. Unter Klagbaum (der untere Schooß) zwischen dem Bergsteig, der Margarethenstraße und Waaggasse. Am Waagram (oberer und unterer Waagrain) zwischen der Waag- und Schleifmühlgasse. Der Waagrain scheidet die alte von der neuen Wieden. Der Ausdruck „Neusätzen" ist wörtlich zu nehmen und bezieht sich auch auf einen Theil der Hcugasse. Die dortigen Äcker und Weingärten wurden nach ihrer Verwüstung im Jahre 1683 neubebaut. somit zu Neusätzen gestaltet; eine Ortsbezeichnung, die in gerader Verlängerung der Heugassc weit außer die Favoritenlinie sich erstreckt — wie auch vor der Linie noch derzeit eine Ried: Heugasscl besteht. (Grundbuch Schaumburgechof.) 33 In der Ruediug oder Erd fäll. Älostcrgartcn dcr Paulancr, donn die gegenüberliegende Strecke zwischen der Waag- und Schltifmühlgasse abwärts. Die Gugel (mich „Gugl" *) von dcn Paulanern aufwärts. Im Seclgrad (Seelgeräth — zur Kirche gestiftete Grundstücke) zwischen dein Mayerhöfel und dcr Gugel. In der Praiten am Bcrgstcig, zwischen den beiden Neugafscn. Im Handtüchel oder »Klein Heiligen Geist", oberhalb der Heninühlc bis zur Wildenmanngasse. Im Gerstbau hinter dem alten Spital beym Heubrückel, (dem früheren Fokaucdisteg). M ühlfeld (die ehemalige Froschlacke an der Schleifmühle). Am Gries. Da's Üfergeländc (,ob- und niederhalb der staineu Prucken") zwischen dem Wicnflusse und der Langengaffc. In den Grießcu (am oberen Gries) auch .Hartl" und Mühlbache! geuaunt; zwischen dem Schloßplatze zu Margarethen und der Huthstange. Letztere stand an dcr Ecke der Langen- und Wildenmanngasse, bei dem Hause Nr. 730. Zur Überwachung der Hüthcr und Handhabung der Wein- gartcnordnuug hatte ursprünglicher Zeit der Bischof (als Zehentherr), seit dem Jahre 1723 aber der Stadtrath einen eigenen Bcrgmcistcr auf der Wiede» bestellt; wozu stets ein .behauster Holde" aus der Gemeinde gewählt worden ist. ') Es ist zweifelhaft. ob der Name dieses Grundkomplexes von seiner geometrischen Figur, die vielleicht ursprünglich Ähnlichkeit mit einer derartigen Kopfbedeckung hotte — oder von einem der früheren Besitzer sich hcrschreibt. Bürgcrspitals-IIrknnden nennen im Jahre 1330 Seyfried mit der Gugel und Margaretha seine Hausfrau« als Gcundeigenthümer vor dem Kärnthncrthor; ferner 1443 einen Lienhart Gugel als Hausherrn in der Huterstraße (vor Widmertor). Beinamen wie: .mit der Gugel," Ulrich mit der „Pettzicchn" (Bettziechen), Ortolph mit der .Gevatterin", Ulrich der Westenbauch u. a. (1370—1377) zeugen für den guten Humor unserer Alten.— Ei» Weingarten vor dem .Newen Hu ru" gegen den Clagpaumb, genannt die .Engel" znnagst der Johanniter Weingarten, wird anläßlich einer Stiftmesse in dem Nonnenkloster St. Maria Magdalena vor dem Schottenthor, am 13. November 1520 erwähnt. Wieden. 3 34 Hiesige Bergmeister waren: Merten Oberhoffer (1584), Stephan Straffer (1610), Michael Huetter (1630), Thomas Hain; (1640). Caspar Franz (1652), Bartholomäus Pallentner (1660,1683). Mathias Weber (1680, 1709), Johann Deutter (1714), Mathias Knözl (1750), Philipp Buchsbaum (i780), Andreas Reininger (1793), Mathias Kemmetner (1823). Frühere Grundherrschaften auf der Wieden. I. Bürgermeister nnd Rath der Stadt Wien. Grundherr über die im Jahre 1683 abgebrannte Neulncke oder Kärthnervorstadt, deren Häuser auch „enthalb der Wienn" (bis in Nähe des Paulanerklosters) sich erstreckt hatten. Ein vor Jahrhunderten die Stelle des Hauses Nr 20 in der Wiedner- Hanptstraße beherrschender Wartthurm bildete die Grenze der alten Borstadt. Tie jenem Thurme gegenüber gelegenen, sowie auf dem einstigen Wallgraben errichteten Wohngebäude (Nr. 27. 29 und 31 Wiedner-Hauptstraße; dann Nr. 12 und 14 Schleifmühlgaffe) waren zu „Gemainer Stadt Grundbuech" dienstbar. Zn den ursprünglichen Besitzungen der Stadtkommune (städtischen Dominikal-Gründen) sind auch die am Wienflnffe gelegenen 15 Häuser Nr. 868—882 (alt), dann jene Strecke der im Jahre 1828 auf Baustellen getheilten Sandgestätte zu rechnen, welche von der Theresianum-, Karolinen- und Sophien- gaffe eingeschlossen ist. Das Wiener-Erzbisthum. Die anfänglich engen Grenzen der zur Domkirche dienstbaren Grundstücke auf der Wieden hatten, einige Seelgeräthe (Schenkungen zur Kirche) abgerechnet, im Laufe zweier Jahrhunderte keine wesentliche Veränderung erlitten. Erst nach der Belagerung Wien's im Jahre 1529 geschah eine merkliche Erweiterung des bischöflichen Grundbuches, indem auf landesherrlichen Befehl auch die erledigten Güter des zerstörten „Hospitals der Ritter vom heiligen Geiste" —als freies Eigen einer geistlichen Korporation — in den Besitz des Bisthums übergingen. Seitdem 35 standen nahezu zwei Drittheile des heutigen Territoriums der Wieden unter der Herrschaft des Krummstabes. Kompetenz- strcitigkeiten zwischen diesem und dem Stndtrathe — weil Letzterer auf der Wieden ebenso wie in den andern Theilen des Wiener-Burgfriedens das Richteramt übte — hatten der ober- birtlichen Einsprache ungeachtet am 17. Juli 1688 einen „Reichs- hoffräthlichen Abschied' zur Folge, womit die Wieden für alle kommende» Zeiten dem Burgfrieden Wiens einverleibt wurde. Auch Kaiser Leopold I. bestätigte der Stadt mittels Diplomes vom l5. Juli 1698 den Burgfriedensbefitz über die Wieden, und verpflichtete die daselbst Ansässigen zur Leistung aller „bürgerlichen Ouera'. Dem Bisthume als „Grund- und Zehenthcrrn" gegenüber, lag der Wirkungskreis des Stadt- rathes in der Pflege des Berga mtes und der Civiljnris- d i k t i o n. Nachdem die Kommune Wien im Jahre 1690 die Ko löschen Weingärten am Wagram zum Behufe einer späteren Parzellirung angekauft hatte, begannen die ersten Schritte wegen Übergabe der bischöflichen Grundherrschaft an den Stadtrath; doch blieben sie geraume Zeit erfolglos. Am 30. Juni 1712 kam zwischen „Tennen von Wien» durch ihren Kvuäienui piiuiaiuui I)r. Galt" und dem fürst- bischöflichen Machthaber llr. Hundeshagen ein Vertrag zu Stande, womit die Stadt Wien gegen Erlag eines Ablösungskapitales von 102 Gulden an das bischöfliche Grundbnchsamt, das Recht erwarb, vorderhand den Inhabern der neugebauten Häuser am Wagram die Gewährsbriefe selbst ertheilen, und das für derlei Amtshandlungen entfallende Pfundgcld (1 kr. von jedem Gulden des Kaufschillings) so ehcvor in den bischöflichen Säckel geflossen, nun den städtischen Renten zuführen zu können. Die definitive Abtretung der bischöflichen Grundherrlichkeit innerhalb der Linien Wiens an die Stadtgemeinde — mit Inbegriff der vom Heiligengeist-Hospitale ererbten Güter — erfolgte am 3. März 1723 gegen Bezahlung einer Geldsumme von vierzigtausend Gulden. Kaiser Karl VI. ratifizirte den bezüglichen Vertrag am4. Februar 1726. Nur die bischöfliche (Heu-) Mühle mit dem nahen Meierhofe, sowie die zugehörigen und 36 vom Bisthum selbst benützten Wiesen, Wein- und Gemüsegärten im sogenannten Handtüchel und der Ried Griessen am Bette des Wienflusses, waren von diesem Kaufe ausgeschlossen. Im Bezüge des Zehents von der ganzen Steuergemeinde Wieden verblieb das Erzbisthnm bis zum 7. September 1848, dem Tage dcr Bodcnentlastnng und Aufhebung des schnhobrigkcitlichcn Verhältnisses. Das älteste der noch vorhandenen bischöflichen Gewährbücher (,,.V I/-) beginnt mit dem Jahre 1408 und der Vorschreibung eines gewissen Stephan Premsnelder nm ein Hans auf der Wieden. III Metropolitan-Domkapitel bei St. Stephan (Herrschaft .Mariahilf und im Schoss'). I» der Vorstadt Wieden mar die Grnndherrlichkeit des hiesigen Domkapitels ans zwei Weingärten (Theile der heutigen Hartmanngasse und des „abgebrannten" Hauses) beschränkt. IV. Rittcrordens-Commenda St. Johann. Ten Hospitalitern des Heiligengeistordens, deren inimobilc Güter wie oben bemerkt 1529 das Wiener BiSthnm in Besitz genommen hatte, begegneten in der Vorstadt Wieden die Johanniter- (Rhodiser- oder Mnlthcscr) Ritter als Grnndhcrre». Ihre Ankunft in Wien, beinahe gleichzeitig mit den Rittern vom heiligen Geiste, dürfte in die zweite Hälfte des zwölften Jahrhunderts fallen. So viel ist gewiß, daß im Jahre 1200 schon Hans und Kirche der Johanniter in der Kärntbiierstraße bestanden. Zar Ritterordens-Cominenda St. Johann war der östliche, zwischen der Heugasse und der Favoritenstraßc liegende Theil der Wiede», u. z. die Hengasse, die obere und untere Alleegasse, die Wohllcbeiigassc, dann beinahe die ganze Sandgestätte — ein s nmfangsreichcr und erst seit neuester Zeit verbauter Flächcnraum 7 — dienstbar. Tie Grnndbnchsverwaltnng der Johanniter hatte ihren Sitz im alten „Pilgrimhause" (dem kleinen Johanneshof Nr. 982) i» der Kärnthncrstraßc. V. Das Laurenz er- (später k. k. Staatö-Realitäte»- oder kammeralherrschaftliche) Grundbuch Zn den Besitzungen 37 des im vierzehnten Jahrhundert gegründeten Klosters der regu- lirten Chorfraucn des heiligen Augnstin bei »St. Laurenz" am alten Fleischmarkte, gehörten außer dem zur Linken der Pfarrkirche St. Florian gelegenen Laurenz ergründe (einer dem Gcmcindcbezirk Margarethen einverleibten Mignonvorstadt) auch mehrere Ilberländgründe in der Gegend der Panigl- und unteren Alleegasse. Nach Aufhebung dieses Nonnenklosters fiel nebst den anderweitigen Gütern der Laurenzerinnen auch ihr Grundbuch im Jahre 1783 dem k. k. Religionsfonde anheim, und wurde von der k. k. Staatsgüter - Administration am 20. Februar 1806 an die Stadtgemeinde verkauft. VI. Grundbuch des Wiener Bürgerspitales über die zum Hospitale in St. Marx sowie zum Klagbaum vogtbar gewesenen Realitäten in der Ried „Matzelspergen" und am „blechernen Thnrmfeld". Das Bürgerspital, welchem auch die 13 Häuser auf dem chemaligen „Armensündergottsacker" dienstbar waren, überließ diese Grundhcrrlichkeit, zugleich mit jener über die Vorstädte Reinprcchtsdorf und Spittlberg, am 1. November 1795 an die Stadtkomnmne Wie». VII. Herrschaft Jägerzeile. Eine „Anvogtung" des ursprünglich vicedomische» Gutes Jägerzeile bildeten drei in den Sommersitz des kaiserlichen Leib-Medikus von Garelli — das gegenwärtige Palais Sr. kaiserlichen Hoheit des Herrn Erzherzogs Rainer — einbezogene Weingärten. Beim Ankauf der Jägerzeile, im Juli 1841, kam gleichzeitig die Grundherrlichkeit über den Garellischen Garten in den Besitz der Kommune Wien. VIII. Herrschaft Margarethen an der Wien. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts ein Eigen des Freiherr» Hannß Ehrenreich von Oppel zu Groß-Peterstorff. Sein Stiefsohn Franz Anton Ferdinand Graf von Sonn an. Freiherr auf Reichensperg veräußerte die Grundherrlichkeit über das uralte Gut Margarethen und die beiden zugehörigen Dorfschasten Matzleinsdorf und Nikolsdorf am 22. Februar 1727 an die Stadtgemeinde Wien. Zum Maßleinsdorfer - Grnndbuche 38 waren, außer den drei obigen Vorstädten, der im Jahre 1794 parzellirte Lambrechtsgrund, (die heutige Lambrechtsgasse mit dem sogenannten „Phorus"), die angrenzenden Häusergruppen der Ziegelofen-, Krön- und Hartmanngaffe, dann mehrere im Innern der Dorstadt Wieden liegende Realitäten dienstbar. IX. Pfarre Hütteldorf (Herrschaft Weinhaus nächst Währing.) Hütteldorf im Mittelalter „Uteldorf" genannt, nach dem ehemaligen Utelberge, der auch einem adeligen längst erloschenen Geschlechtc den Beinamen die „Ilteldorfer" gab. Der dortige Pfarrer, zugleich Gutsherr von Weinhaus, hatte späterer Zeit auch einen Theil der vicedomischen Grundherrlichkeit über die Äcker und Weingärten (nachmals Ziegelofengrüude) zwischen der Hungerbrunn- und Blechthurmgasse erworben. X. Grundherrschaft der St. Thomaskapell e im Gun- delhof, über die Vorstadt Hungerbrunn; seit 28. April 1705 in Besitz der Kommune Wien. XI. Gut Konradswerd (wörth.) Das im Jahre 1647 zum selbständigen Gerichtssprengel erhobene fürstlich Starh em- berg'sche Freihaus auf der Wieden. XII. Edelsitz Mühlfeld. Amt „Schleifmühle" mit neun zugehörigen Häusern. XIII. Gräflich Gundacker Thomas Starhe mbergsche Herrschaft Schaumburgerho f. (Das ursprüngliche Grundbuch der kaiserlichen Favorita.) Nähere Daten über die vier letztgenannten Grundherrschaften sind den bezüglichen Abschnitte» dieses Buches zu entnehmen. Reihenfolge oller seit dem Jahre 1600 verordneten Richter auf der Wieden. 1600 bis 1609 Mathes Haan, Purger vnd Amtmann. 1610 „ 1613 Sebastian Steger. >614 „ 1616 Mathes Haan. 1617 „ 1620 Stephan Straffer. 39 1621 bis 1629 Hannß Räbl. 1630 „ 1639 Michael Huetter (Haus Nr. 8*.) 1640 „ 1647 Michael Karttenvalkh (8) 1648 „ 1649 Jacob Götzky (Neulucke). 1650 „ 1653 Gallus Lusch (13). 1654 „ 1655 Conrad Wildt (8). 1656 „ 1668 Martin Perger (Neulucke). 1659 „ ,660 Conrad Wildt. 1661 . 1664 Franz Eckh (Neulucke). 1665 . 1669 Conrad Wildt. 1670 „ 1675 Hannß Hainz, Schankwirth. 1676 1680 Hannß Schluderec (Neulucke). 1681 ^ 1682 Jacob Herzog (13). 1683 „ 1684 Hannß Paz (23). 1684 „ 1685 Mathias Andrey (25). 1686 „ 1695 Hannß Paz. 1696 „ 1703 Abraham Lacher (19). 1704 „ 1705 Hannß Paz. 1706 „ 1709 Georg Kiener (17). 1710 1713 Mathias Wustl (2). 1714 „ 1715 Sebastian Gallob (23). 1716 „ 1717 Balthasar Hcgenberger (25). 1718 „ 1723 Sebastian Gallob. 1724 „ 1725 Hannß Georg Püßl (22>. 1726 „ 1727 Hannß Georg Bayr (19). 1728 „ 1729 Georg Joseph Hochenedner (3). 1730 „ 1735 Johann Wolfgang Forchtner (467). 1736 „ 1744 Johann Michael Ruelandt (469). 1745 „ 1747 Franz Albert Püttner (2). 1748 . 1752 Johann Michael Ruelandt. 1753 „ 1770 Mathias Schauberger (4). 1770 . 1785 Joseph Braunauer (354). 1785 „ 1786 Johann Georg Kalt (763). ') Um die öftere Wiederholung der Straßennamen zu vermeiden, find hier die alten Hausnummern beibehalten worden. — Das fürstlich Starhem- berg'sche Freihaus und die Schleifmühle hatten selbständige Richter. 4« 1780 bis 1788 Jakob Herdegen (708). 1788 « 1796 Joseph Braunauer. 1790 „ 1803 Joseph Bartl (0). 1803 „ 1808 Andreas Bartl (481 >, 1808 . 1810 Michael Rudolph (191. 1810 „ 1812 Lorenz Feßler (322). 1812 „ 1830 Ignaz Leibenfrost (4). 1836 „ 1849 Franz Franz (11). 1849 „ 1861 Michael Walter (580). 1861 „ 1862 Paul Herndl (456). Gedruckten Nachrichten folgend soll die Gemeinde Wieden ursprünglich eine „Viehweide' in ihrem Siegel geführt haben; trotz aller Nachforschungen konnte aber kein Abdruck desselben aufgefunden werden. Das einzig bekannte und schon Urkunden aus dem ersten Decenninm des achtzehnten Jahrhunderts beige- druckte Amtssiegel, welches bis zur Constituirung der Bezirksgemeinde (1862) beibehalten morden ist, zeigt einen .Weidenbaum' mit der „Stadt Wien' in seinem Hintergründe. Die Überschrift lautet: „Gemeinde Wieden.' 41 Beiirksvarstand (srit 17. Mai 1862.) Anton Burg, k. k. Hofmaschinist und Hausbesitzer in der Favoritenstraße Nr. 42. Vorstands-Stellvertreter: Emanuel Straube, Direktions-Adjunkt im k. k. Staats- Ministerium, Paniglgaffe Nr. 17. Bezirksausschüsse: Ernst Baader, Mineralienhändler; Wienstraße Nr. 15. Laurenz Fohleutner, k. k. Notar; Wiedner Hauptstraße Nr. 36. Heinrich Frankenberg. Hausbesitzer; Favoritenstraße Nr. 17. Paul Herndl, Hausbesitzer; Fleischmanngasse Nr. 8. Franz Hoffelner. Hausbesitzer; Favoritenstraße Nr. 27. Anton Kästner, Doktor der Rechte; Margarethenstraße Nr. 6. Heinrich Knöll, Hausbesitzer; Himbergerstraße Nr. 23. Franz Kralik, Buchbinder; Karlsgasse Nr. 1. Heinrich Orn an er. Schaswollzwirner; Schleismühlgaffe Nr. 4. Egydius R a nch, Hausbesitzer; Wiedner Hauptstraße Nr. 68. Alois Raudnitz, Doktor der Medizin; Favoritenstraße Nr. 27. Zgnaz Stehle. Hausbesitzer; Dannhausergasse Nr. 5. Anton Zwilling. Handelsmann; Wiedner Hauptstrüße Nr. 47. sMikivsAkintz r»'L .71 rxt n> 6nn rH.'.immsnv/' ' > . tz"»»r. i,'!ii>^ .'ij?- -,ä:nÄN'-!.i^viü'- -iioviL j .1 ntt niii ^- >n'»»»'--.< I . ü'i>::..!-5. »::Nr«n-.'> ^Üch'iSUKSlIlin'/ > ' >1'. .«j-L - ^ ^n-!- 77 „'s«;;'-«? ^ 1 1 . 7 , n ? : 7 1 ^ .7 ,'k' ip: V7 ''" ' ' I 7 n ! 7 > s u?. i» .7« - ^»Iil,'.< . nn « L ckn^v- -. ' ' 7 k - ' IV1j»o;7, t /' n 7 2 ckiM,^ .. ^ ^ ^ E ^:,' 5 Häuser- und Strafienchranik. LN k T. „ / ' -statistische Bemcrtmigc». Die Bodcnlagc der Wieden ist hügelig ; ihre Grenzen sind gegen Osten die Landstraße, gegen Norden der Wienfluß, gegen Westen das östliche Ufer dieses Flusses und die Vorstadt Margarethen, gegen Süden die Vorstädte Hungerbrunn und Nikolsdorf. Tie Wieden enthält in der Länge 3450 und in der Breite 3150 Schritte. Ihr Flächenraum (mit Inbegriff der in die Gemeinde einbezogenen Realitäten vor der Linie) mißt,.818 Joch 570 lH"; die sich nach den verschiedenen Knlturs- klasscn in eine produktive Fläche < Gärten, Äcker. Wiesen, Plätze zu gewerblichen Zwecken) mit . . . 630 „ 1376 „ eine Bau-Area mit.142 „ 721 . dann eine unproduktive Fläche (Straßen, öffentliche Plätze und öde Gründel mit. 75 , 73 » theilen. Vom Reinerträge des produktiven Bodens mit 11.212 fl., beträgt im Jahre 1863 die l. f. Grund-Steuer 3073 fl. Ö. W. Nach dem Zosephinischen Grundsteuer - Operate war der Bodenertrag dieser Katastralgemeinde, ungeachtet die Vorstadt Hungerbrunn und der nachmalige Schaumburgergrund noch Enclave der Wieden gebildet hatten, im Jahre 1787 weit geringer als gegenwärtig, und verzeichnet die gleichzeitige Der- messungstabclle nachstehende Kultursklaffen: «rcker Dicstn Weingärten*) Hutweiden Joch lü" Joch ^ O" Joch! ü!" Joch ^ Tominilalgründe 17 1320 2t> 1570 — — » ' 1»1L Ruflilosgriinde 125 1213 '"I 146 r IS» SS« 443 !IZN 147 > 416 r ! isr »»i «11 614 Joch 554 ') Diese zwei Weingarten befanden sich, gewissermassen als die Denkmale 46 (worunter 377 Joch 475 Äcker, dann 800 sH' Wiesen außerhalb des Linienwalles). Das Gesammterträgniß obiger Grunde wurde im Jahre 1787 mit: 8288 Metzen Korn, 72l6 Metzen Gerste. 557 Metzen Hafer, 3239 Zentner He». 1610 Zentner Grummet und 30 Eimer Wein ermittelt. Bei der Mappirung im Jahre 1820 belief sich das produktive Flächenmaß (nach Ausscheidung der Gemeinden Hungerbrunu und Schaumbnrgergrund) auf 585 Joch 740 dj", von dessen Reinerträge mit 9553 fl. C. M. an l. f. Grund-Steuer 1866 fl. C. M. entfielen. Am deutlichsten ergibt sich der Aufschwung der Vorstadt durch die Vergleichung der Häuserzahl; diese war im Jahre 1700 . 102, 1794 , 488. „ 1750 „ 260. 1806 . 526. 1765 298. 1816 . 547, 1776 ., 352. 1820 „ 557, 1778 „ 365, 1831 , 757. 1782 „ 400. 1840 „ 790. 1786 418. 1850 ., 890.') und beläuft sich gegenwärtig auf 1056. Die Miethzinsen sämmtlicher Realitäten betragen den letztadjustirten Eingaben gemäß zwei Millionen und 884.817 fl. ö. W., wofür im Jahre 1863 bare 566.981 fl. an l. f. Hauszinssteuer entrichtet werde». Im Jahre 1840 war die Summe des Miethzinses 963.729 fl. C. M., im Jahre 1850 schon 1,401.254 fl. C. M. Die Zahl der Bewohner (in den Jahren 1782 mit 15100 Seelen in 3395 Familien; 1796 mit 16.700; 1820 eines in früherer Zeit hier vorherrschend gewesenen Zweiges der Agrikultur, noch bei der Katastralaufnahme in, Jahre 1820 in ertragsfähigem Zustande. Beide lagen in der Theresia,mmgasse. Erster» hielt 1075 m" und war nebst einer Wiese von 1079m" dem Hanse Nr. 12 (alt 215) — der zweite mit 1 Joch 717m» »nd einer Wiese von 928 m" dem Hause Nr. 14 (alt 216) zugeschricben. ') Nach Abrechnung der seit dem Jahre 1794 in die gedruckten Hauser- Verzeichnisse aufgcnoinmcnen Baustellen. 47 mit 23.672; 1827 mit 28.411; 1837 mit 38.600; 1840 mit 41.706; 1843 mit 44.396See1en erhoben*) ist nach dem Resultate der Volkszählung vom Jahre 1857 folgende: - Civil-Brvdlkcrullg. mLnnl. Weibl. Znsam- men. Geschlechtes Einheimische anwesend . . 13-374 15 452 28.826 „ abwesend . 203 101 304 13.577 15.553 29 130 l Fremde aus österr. Provinzen 15.376 12.498 27.874 ^ Ausländer. 1.644 942 2 586 > 17.020 13.440 30.460 Summe der anwesenden Be- ^ völkerung. 30.394 28 893 59.286 ! Stand der Einheimischen: ledig . 7.745 8 258 I8.00S verehlicht. 5.199 5.407 10.606 verwitwet .... 633 1.88S 2 521 13 577 15.553 29130 d l ! Kinder v. d. Geb. b z. 6. Jahr 1.853 1.866 3.719 „ über 6 bi- 12 Jahre 1677 1.699 3 376 ! 3.530 3.565 7.095 Nach dem Religionsbekenntnisse: Einheimische Freu,de Römisch-katholische . 28.303 28.943 Griechisch-katholische . 2 10 Armenisch katholische. 16 Griechisch nicht unirt . . 8 60 Armenisch , „ 1 Evangelisch lutherisch 692 881 „ reformirt 197 106 Unitarier .... 4 4 Juden .... 14 439 29 130 30.460 59.593 Grundbuchs-Nummern d. Borstadt Wiede» im Jahre 1862 : Bewohnte Zinshäuser .... Temolirtc „ . . Unbezeichn. . . . Mt I-il. bezeichnet- ZinShLuIcr . . Oessentl. Gebäude u. Anstalten Nuuim. Baustellen . Lage dieser Realitäten nach der neuen BezirkScintheilung: IV. Bezirk. Inner d. Linienwall I.OtS 2 »7 8 « V. Bezirk. Inner d. kinienwall Anher „ „ 78a 73 h ^ Sät ^ so Ebenerdig- Häuser ao i 1 stückige „ zio I ^ 7 „ LS0 l 8 s . 188 1 ^ 1 „ » 8 ' Wohnungen: ebenerd. t.soo ' im Halbftock so 1 . .. I. Stock 1 ooa s . . 2 . „ 2 7»» . . » . 8S0i Dachwohnungen . Gewölbe . . . t soo Magazine . . . SSO Kellcrabthsilungen . l 0.500 Stalle .... ISO Remisen . . 280 Schoppen ... rSo Werkstätten mit Fener- «lsen ... 8» Sonstige Werkstätten rao Fabriken ... So Ihrem Range in der bürgerlichen Gesellschaft, sowie den verschiedenen ßrwerbszweigen nach werden unter den Bewohnern ') Die Bevölkerung der Dorstadt Wieden hatte im Iahte 1820 die Hälfte und zwanzig Jahre nachher schon vier Fünftel voll der Zahl der Stadtbewohner erreicht. 48 der Dorstadt Wieden: 44 Geistliche. 1344 Beamte, 312 Literaten und Künstler, 24 Rechtsanwälte und Notare, 86 Sanitäts- pcrsonen, 147 Handelsleute, 3000 Fabrikanten und Gewerbetreibende (darunter 35 Bäcker, 24 Fleischhauer, 123 Schankwirthe und 21 Kaffeesieder), 4000 Gcwerbsgehilfen. 370 Hilfsarbeiter im Handlungsfache, 50 Hilfsarbeiter der Landwirthschaft, dann 1000 Diener und Daglöhner gezählt. * « Mit Bezug ans die formelle Anordnung dieser Häuser- Chronik wird bemerkt, daß wir i» dieselbe deS geschichtlichen Zusammenhanges wegen alle zur frühem Gemeinde Wieden gehörigen Realitäten — ohne Rücksicht ans die gegenwärtige Bezirks - Einthcilnng — ausgenommen haben. Die im Monate September 1862 bestimmten Oricntirungsnuin inern treten an der Spitze jeder Realität durch kompaktere Ziffern hervor, während die alte» Hausnummern im Einschluffe (—) durch gewöhnliche Ziffern angedeutet sind. Erstere der eingeschalteten Zahle» datircn von der ursprünglichen Häusernnnimerirunq im Jahre 1771; die zweiten von der Nnmmcrirung im Jahre 1704. die dritten vom Jahre 1818, und die vierten vom Jahre I83l. Unmittelbar »ach den Hausnummern folgt die Bezeichnung der Grundherrschaft, in deren Gewährbnche die bezügliche Realität eingetragen ist. und zwar bedeutet: (Achaziuskapellc.) K. (Konradswerd.) 6. (Bürgerspital.) I- (Lanrenzeriimen) 0. (Commune Wien.) ^1. (HerrschaftMargarcthen.) v. (Domkapitel.) 8- (Schaumburgerhof.) k. (Erzbisthum.) 8. >1. (Schleifmühle.) 11. (Pfarre Hütteldorf.) 1°. 0. (Thomaskapclle.) 11. 6. (Heiligengeist-Stift.) (Zorn von Löwenfeld. ck. (Johanniter.) Herrschaft Jägerzeilc.) 49 All eegasse (Obere). Haus Nr. L. (345. 71. 117. 117.) 0. S- Im Jahre 1700 »Ein Viertel Weingarten in der Ried Haberpoint", dem allhiesigen Burgerspital gehörig. 1726 Adam Höckher. 1727 Franz Salier, Strohseffelmacher. 1732 Katharina Salier, Wittib. 1734 Abraham Pockh, herrschaftlicher Kutscher. 1758 Mathias Fischer, hungarischer Dolmetsch. 1810 Magdalena Fischer. 1824 Franz Edler von Dietrich, Großhandlungs- Prokuraführer. 1844 Emanuel und Henriette von Neuwall, Pauline von Ofenheim, Adolph Karl von Herz, dann Louise Jsabella Gräfin von Alcaini, geborne von Herz. 1853 Johann Schuster, k. k. Major. Nr. S. (344. 63. 116. 116.) .1. Im Jahre 1728 Thomas Wohlfart, Bürger und Roßstuppmacher; vordem Höck- herisch (wie Nr. 1). 1745 Anna Maria Wohlfart. 1774 Anton Weissenberger, Bierwirth. 1783 Johanna Weissenberger. 1784 Leopold Reiß. 1803 Franz Graf von Nädasdy-Fogäras. 1810 Josepha verwitwete Gräfin von Nädasdy, geborne Gräfin von Hoyos. 1811 Michael Schmid. 1816 Bartholomäus Schmid. 1851 Michael und Barbara Schmid. 1852 Angelo Andrea Bearzi, Handelsmann und Fabriksbefitzer zu Reichenberg. 1857 Johann Baptist Bearzi. Nr. L. (- 888.) Sc I^,. Abgetheilt von Nr. 34 Heugaffe. Im Jahre 1833 Franz Dominik Fröhlich, Handelsmann. 1858 Amalia und Friedrich Fröhlich; dann Hermine Steinhäubl, geborne Fröhlich. Nr. S. (- 887.) 5. S- I.. Wie Nr. 3. Nr. ». (- 889.) S- Abg. von Nr. 10 Schmöllerlgaffe. Im Jahre 1836 Joseph Schmöllerl. 1849 Theresia Winkler von Foraczest. geborne Schmöllerl. 1853 Karl und Klara Winkler von Foraczest. Wieder». 4 50 Alleegasse (Untere). Die k. k. Votiv- und Pfarrkirche )u St. Karl. Banger Schrecken hatte die Bewohner Wiens ob jener Begebenheiten erfüllt, welche der Gründung dieses Tempels vorhergegangen. Kaum waren die Spuren wilder Verheerungen aus den Tagen der letzten Belagerung (1683) verwischt, und begannen im Lande umher die Segnungen des Friedens sich zu entfalten, als eine neue Geißel, die Pest — seit Menschengedenken zum 17. Male — über Wien hereinbrach und durch ein volles Jahr hier wüthete. Die Entstehungsursache derselben ist nicht zuverlässig bekannt; dem Vermuthen nach wurde sie durch eine schwangere Schwäbin im März 1713 aus Ungarn eingeschleppt Ermuthigend wirkte in jener Zeit des Entsetzens der Umstand, daß Kaiser Karl VI. die Mauern Wien s nicht verlassen, und selbst die kräftigsten Anstalten zur Beschränkung und Heilung des Übels getroffen hatte. Indessen ließ es der Monarch nicht bei Anordnung jener Maßregeln, welche die Klugheit gebot, bewenden; er nahm auch seine Zuflucht zur Hilfe der Kirche, und begab sich am 22. Oktober 1713 mit dem ganzen Hofstaate in den altersgrauen Dom zu St. Stephan, wo er an den Stufen des Altars das Gelübde that: nach Abwendung der Pest, zur Ehre des heiligen Karl Borromäus*» eine Kirche zu erbauen. 1 Karl, am 2. Oktober 1538 auf dem Schlosse Aroua. am I-SAO woA- xivre, im Gebiete von Mailand geboren, war der zweite Sohn des Grafen Gilbert Borromäus und der Margaretha, aus dem berühmten Seschlechte der Medicäcr. Er ward dem geistlichen Stande bestimmt, und nach dem Tode seine« Vaters, von seinem Oheim, dem Kardinal Johann Angelus von Medici« — der als Pius IV. später den heiligen Stuhl bestiegen - nach Rom berufen. Karl wurde zum Kardinal und bald darauf zum Erzbischöfe von Mailand erhoben; er starb daselbst am 3. November 1584. Papst Paul V. hat ihn am 1. November 1610 in die Reihe der Heiligen ausgenommen. 51 Im Februar 1714 erlosch die Seuche, nachdem sie 8644 Menschen hinweggerasft hatte; gewiß keine außerordentlich große Anzahl im Vergleiche mit der vermehrten Bevölkerung Wien'S gegen frühere Perioden und derartige Heimsuchungen, besonders gegen jene im Jahre 1679, welche über 50,000 Opfer zählte. Bald nach Erlöschen des Übels beschäftigte sich Karl mit der Erfüllung seines Gelöbnisses, Eine freundliche Anhöhe am Ausgangspunkte des Rennweges, damals von dem kaiserlichen Kalkstadel*) — einem alten und weitläufigen Gemäuer — beherrscht, wurde zum Bauplatze gewählt. Der durch seine vielen Kunstwerke berühmte kaiserliche Architekt, Johann Bernhard Fischer von Erlach, verfertigte die Pläne, welche unter Leitung und Aufsicht desselben von dem Hofbaumeister Anton Erhard Martin el li in Ausführung kamen. Die ausgezeichnetsten Künstler wurden zur Ausschmückung dieses Tempels berufen; die Arbeiten begannen, und schon am 4. Februar 1716 erfolgte von der Hand des Monarchen die Versenkung des Grundsteines, welchen der Neu- traer Bischof Ladislaus Graf von Erdödy eingeweiht hatte. Rasch stiegen die Mauern empor, bis im Jahre 1722 mit den Arbeiten innegehalten, im nächstfolgenden Jahre (1723) aber der Bau wieder eifrig betrieben und unter Dach gebracht wurde. Mit Ausnahme einiger inneren Einrichtungen war die Kirche im Oktober 1737 ihrer Vollendung zugeführt. Die Baukosten hatten nach den vorliegenden Rechnungen 304045 fl. 22.- kr. betragen. Sie wurden theilweise durch Beisteuern der Landstände **), theils ') Der kaiserl. Kalkfiadcl hatte schon im Jahre 16LO an dieser Stelle bestanden, ward 1692 umgebaut und 1716 demolirt. ") Von den Spanisch, Niederland, Mailand und Italienischen Staat. 80.000 fl. Bon dem Königreich Böhaimb. 30.000 , Von den Stände» Unteröstcrreichs. 22.000 „ Von dem Königreich Hungaru.- . 20.000 , Von der Landschaft Siebenbürgen ........ 18.000 , Von der Landschaft Schlesien .12.600 . In verschieden Erblanden erlegt .S.500 , Dir oberösterreichischcn Steudt. 4.800 „ durch die Hofkaffe gedeckt, aus welcher von 1716 an, bis zu Abschluß der Baute jährlich 20.000 st. angewiesen waren. Weitere Beiträge lieferten die durch Aufhebung der Ka rth äuser in Prag fällig gewordenen Gelder; außerdem sollen (nach Nicolai) auch jene Strafgelder zum Kirchenbau verwendet worden sein, welche die Stadt Hamburg zahlen mußte, als der dortige Pöbel bei einem Tumulte die katholische Kapelle des österreichischen Gesandten demolirt hatte. Das zum Kirchenbau nöthige Steinmateriale lieferten die Steinbrüche zu Weinhaus, Äalteu- leutgeben und Eggenburg; die Ziegel wurden in einem auf dem Bauplatze selbst errichteten Ofen gebrannt und hiezu die bei Aushebung der Fundamente gewonnene Lehmerde benützt. Nachdem am 18. Juli 1737 die Weihe der — von Johann Dival in Wien gegossenen und zusammen über 154 Ztr. wiegenden — acht Glocken geschehen, wurde am 28. Oktober 1737 Kirche und Hochaltar von dem Kardinal Erzbischöfe Sigmund Grafen von Kollonitz unter dem üblichen Gepränge ein- geweiht. Die Weihe der sechs Seitenaltäre fand am 10. November 1737 durch den damaligen Weihbischof Joseph Heinrich Breitenbücher, Bischöfe von Antigonia, statt. Noch während der Bauführung wurde die geistliche Besorgung dieses Tempels mit allerhöchster Entschließung vom 17. November 1733 dem ritterlichen Orden der Kreuzherren mit dem rothen Sterne *) übertragen. Gleichzeitig traf der Mähren. 4000 fl Von dem Hcrzogthum Steier. 4000 . Bon dem Herzogthum Krain . 2660 » Von dem Herzogthum Kärnthen .... 2640 , Don Tyrol und Vorderösterreich . zogst . Von Pater Hugo Mcllagen Lardcyserischen Prior die asfig- nirtcn Cardeyserischen Gelder Pr. 41.500 , ') Der Ursprung dieses Ordens verliert sich in das Dunkel der Kreuzzüge. Seine ersten Genossen tauchten im Jahre 1217 in Böhmen auf, widmeten sich dem Schutze und der Begleitung der Pilgrime in das gelobte Land, der Pflege der armen, hilflosen Menschheit und der Seelsorge. Nach dem Statut dieses Ordens besieht noch heute an der hiesigen Lommenda ein Armenhaus (die Johannesspitalftiftuug bei St. Karl), worin einer 53 Großprior und Ordensgeneral Franz Matthäus Böhmb. von seinem Sitze in der Altstadt Prag zu Wien ein, empfing die Stiftung des Monarchen und vollzog die Einführung seiner Konventualen, unter deren Obsorge die Kirche — als eine der vorzüglichsten Zierden Wien s — noch heute sich befindet. Am ^ 1. Mai 1738 hatten die stillen Andachten begonnen, denen am 24. August der erste feierliche Gottesdienst im Beisein des hohen Gründers *) dieser Kirche, folgte. Das Äußere der Kirche gewährt einen mahlerischen Anblick. Ihre Höhe von der untersten Stufe des Haupteinganges bis an die Kreuzesspitze der Kupel mißt 227, die ganze Breite derselben 216 Fuß. Fünfzehn Stufen führen zu der von sechs korinthischen Säulen getragenen Vorhalle hinan, deren Giebel in halberhobener Arbeit „Wien unter den Drangsalen der Pest* darstellt. Das Motto auf den Architrav „VV7L «LL «LVVLI» IN coiEciv 1MM7IMVLM. I>8. XXI.- ist dem Gelübde des kaiserlichen Stifters entnommen. Über dem Frontispice erblicken wir die Bildsäule des heiligen Karl Borromäus. Kniend um Hilfe flehend, richtet er seine Arme gegen Himmel —von den Sinnbildern der vier Kardinaltugenden (Glaube, Gebet, Liebe und Buße) umgeben. Basrelief und Bildsäulen sind von Johann Stanetti. An jeder Seite des Portals erhebt sich eine Prachtsäule dorischer Ordnung. 165 Fußhoch in einem Durchmesser von nahezu 14 Fuß Auf der östlichen Säule sind St. Karls Leben und Heinscheiden — auf der westlichen seine Wunder, in meisterhaften nach aufwärts um die Säulen sich windenden Reliefen dargestellt; ein Werk des Bildhauers Ehristoph M a d e r. gewissen Anzahl armer Leute gänzliche Versorgung und Pflege zu Thcii wird. Früherer Zeit waren die dortigen Pfründner gleichförmig in roth und schwarzes Tuch gekleidet. ') Kaiser Karl VI. geboren am t. Oktober 1688, trat nach dem Tode seines Bruders, Kaisers Josephs I. am 17. April 1711 die Regierung der österreichischen Erblandc an, und wurde am 12. Oktober 1711 zum römischen Kaiser gekrönt, kr starb in der Nacht vom IS zum 20. Oktober 1740 in der Nachbarschaft der von ihm gebauten Kirche, im kaiserlichen Lustschlofse Favorita — dem Gebäude der Therefianischen Ritterakademie. 54 Im Innern der Säulenschäste führen schmale Wendeltreppen zu den Kapitaler». Jedes der kleinen Thürmchen auf dem Epistyl der Säulen birgt eine Glocke, und an den Ecken der Kapitaler breiten vier aus cyprischem Erze gegossene Adler ihre Schwingen aus — ein schützendes Geländer bildend. Im Rücken beider Säulen schließen sich triumphbogenförmige Gebäude mit Nebenpforten an die Kirche. Sie dienen zum Standpunkte der Uhrwerke und Glocken. Aus der Mitte des Hauptgebäudes steigt die achteckige, von Innen 15° hohe und 10" weite, mit Kupfer gedeckte Kuppel empor, oben durch eine sogenannte Laterne geschloffen. Den Haupteingang zur Kirche bildet die erwähnte Vorhalle, ober welcher das Epigraph „IN OI^OKI^Ll j VLI OktlNIkODLNDIS I O. 6-4KOI.O KOKKON^KO > OL?k86^'I'0lrl s 6L.L8. ä.176. Oä- KOI.I78 VI. j KLX. 6.4DS. LD ^?081V s 80l.VIV. V0DVN I 0DII78. ?R0 8^I.V'I'L. j ?0?I7I.I. dlvvoXIll. ULI78 I LD. ^NNO LOOKdl OOItlk'08. j k'^6'1'118 L8ll'^. Bei dem Eintritte in diesen Tempel erregt zunächst seine schwindelnde Höhe Erstaunen. Von der Sohle bis an den Gewölbeschluß der Laterne mißt dieselbe 192 Fuß; die Länge 174, die größte Breite 114 Fuß. In der Laternendecke prangt das Sinnbild des heiligen Geistes; das umfangsreiche Kuppelgemälde stellt die Aufnahme des heiligen Karl Borromäus in die Herrlichkeit der Verklärten dar. Diese Fresken stammen von der Meisterhand des kaiserlichen Kammermalers Johann Michael Roth mayer von Rosenbrunn, welcher 7000 Gulden dafür erhielt. Die Freskomalerei der Architektur in der Kuppel ist von Johann Kajetan Fanti. Den Hochaltar schmücken eine Statue des heiligen Karl und mehrere Nebenfiguren aus weißem Kunstmarmor; das alter- thümliche Kruzifix aus Elfenbein ist ein werthvolles Geschenk Kaiser Josephs II. Seit der letzten Restauration der Kirche (1856 » ist auch das Bildnis .Maria Hilf" hier aufgestellt. Die Altarblätter der sechs Seitenkapellen find Olge- mälde auf Leinwand, und zwar: An der Evangelien- (Kanzel-) 55 feite 1) Die Heilung des Gichtbrüchigen von Anton Pelle- grini. Vor diesem ein kleines Bild, den heiligen Johann von Nepomuk darstellend. 2) Die Himmelfahrt Mariens vom Denetianer Sebastian Ricci. Dieses Gemälde soll 6000 Gulden gekostet haben. Einem Bilde der „Unbefleckten Empfängnis" — von dem Ordenspriester P. Joseph Wessely (1862) gemalt — stehen Bildnisse des heiligen Joseph und der heiligen Anna zur Seite. Rechts vom Altäre erhebt sich Collin's Denkmal, welches nach einem Entwürfe des k. k. Galleriedirektors Füger, von dem hiesigen Bildhauer Johann Sautner ausgeführt worden ist. Dunkle Granitmassen dienen den in weißem Marmor gemeis- selten Reliefgestalten zur Grundlage. An einem Eichenstamme ist die Lyra des Verblichenen mit ihren goldenen Saiten aufgehangen. Unter dieser liegen mehrere Rollen, seine Werke bezeichnend; der Genius der Dichtkunst bedeckt sie mit dem Lorbeer und weihet sie zu unvergänglichem Ruhme, indem er das Sinnbild der Ewigkeit, den Schlangenreif, sinnend betrachtet. Ihm gegenüber fitzt trauernd, mit abgewandtem Antlitz der Genius des Todes — seiner Hand ist die Fackel entsunken; mit dem Cypressen- zweige berührt er die Dichtungen des Dahingeschiedenen und hemmt ihren Lauf durch den, einem Schriftbande eingegrabenen Schluß des waltenden Schicksals „M8. OLX XXVI. OLO. LlOOOOXXI. OL8I'. OLX XXVIII. ^00. ül 0006X1.« Ober den Genien zeigt sich die einfache Inschrift „orm V^VOKO^XOI80Hk:X OI08VKK I 0LIXKI0N oomx j luooooxm.« gekrönt von dem Symbol vollendeter deutscher Bürgertugend, dem Eichenkranze, welcher des Dichters Bildnis umrahmt. Die Aufstellung dieses Denkmales ist dem Herrn Grafen Moriz von Dietrichstein — Freunde des Verewigten — zu danken, welcher die Verehrer Collin's zu freiwilligen Beiträgen aufgefordert hatte, die so schnell und ergiebig zusammenströmten, daß nicht allein an die Errichtung dieses Monumentes rasch Hand angelegt, sondern aus dem Überschüsse des Erträgnisses auch für 56 einen talentvollen Studierenden der Rechtsgelehrsamkeit ein Stipendium .die Collins che Stiftung" gegründet werden konnte. Die Grundsteinlegung zu Collin's Denkmal geschah am 12. August, die Enthüllung desselben am 1. September 1813 *). Die Rückwand des gegenüber stehenden Betstuhles ist mit einer in Holz geschnitzten Darstellung der .heiligen drei Könige" geschmückt. 3) Das Bild des römischen Hauptmannes, ein Kunstwerk von Daniel Gran; vor diesem ein heiliger Aloifius. Hier steht der Taufstein. An der Epistelseite 4) Der heilige Lukas, von der Meisterhand des kaiserlichen Akademiedirektors Jakob van Schuppen. Das Haupt des heiligen Lukas soll des Künstlers Ebenbild sein. Ein kleineres Bild zeigt das „Herz Jesu". 5) Die heilige Elisabeth, von Daniel Gran; ferner eine plastische Darstellung des Gnadenbildes Maria Zell. 6) Die Auferweckung des Jünglings von Naim, gemalt von Martin Altomonte; dann ein kleines Bild mit dem „Herz Mariens". Sämmtliche Seitenaltäre und ihre Gemälde wurden im Jahre 1844 einer Restauration unterzogen. Die Kirche St. Karl hat im Laufe der Zeit überhaupt schon mehrmalige Renovationen erfahren, so in den Jahren 1771, 1817, 1837 und 1857. Die umfassendste Reparatur war jene im Jahre 1771, bei welcher fast die ganze Dachung der Kuppe mit einem Geldaufwand von 17.759 fl. neuhergestellt wurde; ein Beweis, daß die Kirche schon damals (kaum 30 Jahre nach ihrer Erbauung) äußerst schadhaft gewesen sein mußte. Daraus kann nur auf die Mangelhaftigkeit der ursprünglichen Baumaterialien geschlossen werden. Nm ein schlagendes Beispiel zu ') Heinrich Joseph Edler von Eollin, k. k. Hofrath und Ritter des kaiserlich österreichischen Leopoldordens, geboren zu Wien am 26. Dezember 1771 — der Sohn eines berühmten Arztes — starb am 28. Juli 1811 in dem Hause Nr. 15 (alt 706) am alten Fleischmarkte. Seine irdischen Überreste wurden im Friedhöfe zu Gersthof beigesetzt—am 31. Juli 1846 aber auf den neuen Friedhof dieser Dorfgemeinde übertragen. 57 erwähnen, so wurden die kunstvollen Reliefen an den beiden Prachtsäulen in einer Steinart ausgeführt, die der Verwitterung am allerwenigsten widersteht, und trotz den häufig daran vorgenommenen Reparaturen wußte man bis heute noch keinen Anstrich anzuwenden, welcher die Unterlage präservirt. Augenscheinlich verschwindet eine Figur nach der andern, und eine genaue Besichtigung zeigte zu unserm Leidwesen, wie tief bereits das Gestein dieses schönen Denkmales angegriffen ist. Diele Schuld an dieser rapiden Zerstörung fällt wohl auf die Örtlichkeit, da gerade die reichverzierte Facade der Kirche gegen Norden gerichtet und deßhalb den Unbilden der Witterung am meisten ausgesetzt ist. Aus dem Gedenkbuche der Pfarre mag hier als Kuriosum erwähnt werden, daß im Jahre 1741, während des österreichischen Erbfolgekrieges, von dem k. k. Hofkriegsrathe der Beschluß gefaßt worden war — die Karlskirche, ihrer allzu großen und gefährlichen Nähe an den Stadtmauern halber, für den Fall einer feindlichen Invasion zu demoliren. Commandeure bei St. Karl. I. Dom Jahre 1733—1754. Johann Georg Hauer, geboren in Eger. II. 1754—1766. Johann Anton Friedrich Thoma, geboren in Königsberg. III. 1766—1768. Johann Anton Brenni, ein geborner Wiener. IV. 1768—1789. Johann Michael Angstenberg er, geboren aus Reichsstadt. Letzterer erwirkte im Verein mit dem damaligen Großmeister Suchanek, daß Ihre Majestät die Kaiserin Maria Theresia auf die bisher einer fixen Dotation entbehrende Kommenda bei St. Karl, die Kapitalien der neuerrichteten königlichen Stiftung zu Ofen im Betrage von 129.500 fl. für ewige Zeiten übertragen, und dagegen das königliche Benefizium zu Ofen aus den Einkünften der Abtei Tapolna (Vaxolssnsis) entschädigen ließ. Die Allerhöchste Sanktion erfolgte am 4. Jänner 1776. Dadurch kam die Kommenda bei St. Karl zu einer jährlichen ' 1 1 58 Rente von 6080 fl. (nach dem Finanzpatente vom Jahre 181t auf 3490 fl. W. W reduzirt) von welcher Kirche. Ordens hauS und Spital zu unterhalten find. Pfarrer. 1) Im Jahre 1783 wurde die Kirche bei St. Karl zur kaiserlichen Patronatspfarre erhoben, und am 13. April Johann Joseph Lachenbauer aus dem Orden der Kreuzherren als Pfarrer inflallirt. Unter ihm erfolgte die Schließung der nahen Gottesackerkirche bei St. Augustin (1. Mai 1783) und wurden mit kaiserlicher Verordnung vom 30. Juni 1783 die bei jener Kirche bestandenen Bruderschaften „Maria Seelenhilf" und „Allerheiligen", welche man einstweilen zu St. Karl übertragen hatte — nebst den hierortigen religiösen Verbrüderungen des „heiligen Karl" und der „heiligen drei Könige" aufgehoben. Nach der Ernennung des Pfarrers Lachenbauer zum Direktor des General-Seminariums in Wien, folgte 1784 2) Martin Klein, geboren zu Prag, welcher das Pfarramt bis zum Jahre 1786 verwaltete. Am 16. Jänner 1785 wurde statt der aufgehobenen Bruderschaften — deren Wien s Kirchen über hundert gezählt — der Verein „zur thätigen Liebe des Nächsten", unser heutiges Armen - Institut in das Leben gerufen. Commandeure und Pfarrer. V. Von 1786—1808 Andreas Gräbner, geboren zu Brüx in Böhmen. Nach dem Tode des Kommandeurs Angsten- berger (20. August 1789) erfolgte am 20. Oktober 1789 eine Allerhöchste Entschließung, womit die Würde eines Commandeurs mit jener des hiesigen Pfarrers in Zukunft vereiniget, und gleichzeitig der Pfarrer Gräbner zum Kommandeur ernannt wurde (1808 als Kommandeur nach Brüx überfiedelt). VI. Don 1808—1811 Johann Vinzenz Kraus, geboren zu Karbitz. VII. 1811—1822 Johann Natter, geboren zu Prag. (Seit 20. Februar 1822 vermißt.) 59 VIII. 1822—1830 Joseph Kurka. geboren zu Tabor; f 31. Mai 1830. IX. 1830—1834 Michael Kruck, geboren zu Tachau (1834 nach Egrr übersetzt). X. 1834—1838 Josef Sykor a, geboren zu Dobrichowitz. Unter ihm feierte die Kirche (4.—12. November 1837) das hundertjährige Jubiläum. XI. Seit 1838 Adam Straka, geboren zu Kuttenplan. * * * Haus Nr. L. (333. 26. 98. 98.) 6. ä .1. Pfarr- hof und Armenhausstiftnng bei St. Karl. Im Jahre 1690 .Ein Achtel Weingarten in der Haberpoint, worauf da« neugepaute Wirthshauß zum „güldenen Kegel" nebst der Zillftatt der bürgerlichen Stachelschntzen-Compagnie befindlich" Am 5. Mai 1699 veräußerten die beiden Schützenmeister Andre Ulrich und Kaspar Stockhinger, Namens ihrer Kompagnie, die Schießstätte sammt Garten und Wirthshaus an den kaiserlichen Hofkammerrath Anton Ludwig Freyherrn von Pechmann. Letzterer kaufte im Jahre 1701 von dem Stadt-Obercammerer Augustin von Hierneyß eine anrainende. bei Regulirung des Weges zum Bürgerspitals-Gottsacker aufgelassene Straßenparzelle hinzu. (Stadtgewährbuch O, 11.) 1705 Maria Gertrude Freyfrau von Pechmann, geborne von Wierichs. 1717 Christian Ludwig Freyherr von Pechmann. Kayserlicher Landrechtsbeyfitzer. 1733 (23. Juni) Franz Matthäus Böhmb, General und Großmeister des Ritterlichen Creuzherrenordens mit dem rothen Sterne. Das auf dem Pfarrgrunde bestandene Meßnerhäuschen (alt Nr. 334.—25.-99.) wurde im Oktober 1834 demolirt, und für den Meßner und seine Gehilfen eine entsprechende Wohnung im Pfarrhofe selbst eingerichtet. S. Siehe Karlsgasse 1. S (467. 27 97. 97.) 4. Abgetheilt von Nr. 1 Techniker- straße. Im Jahre 1792 Franz Haupt, Tischlermeister. 1798 Johanna Haupt, später verehlichte Machatschek. 1802 Franz Reichsgraf Erdödy von Monyoröker^k «t Non« OlauUii, 60 k. k. Obrist-Wachtmeister und Erb-Großkapitain der Stadt und Veste Warasdin. 1807 Maria Barbara von Toperzer, geborne Semblics. 1820 Anton Schmidt, Thierarzt. 1837 Theresia Schmidt, 1841 Anton und Theresia Siegg. 1858 Johann Kugler. 1859 Ferdinand Fruhwirth, landesbefugter Feuergewehrfabrikant. 4. (—564. 36. 36.) 6. Abg. von dem Bürgerspitals- Friedhof (Karlsgaffe). Im Jahre 1807 Lorenz Moser. 1811 Jakob Bertsche. 1843 Magdalena, 1847 Ludowika Bertsche. 1850 Ignaz Hann. 5. (— 28. 96. 96.) 9. Abg. von Nr. 1 Technikerstraße. Im Jahre 1792 Christian Schödl, Gastwirth beim »goldenen Mondschein." 1797 Franz Vogel, k. k. Hofbildhauer. 1853 Johann Cebek, akad. Bildhauer; dann Christine Schaupp. K. Siehe Paniglgaffe 2. V. (— 545. 95. 95.) 3. Abg. von Nr. 5. Im Jahre 1799 Wolfgang Schram. 1805 Barbara von Dannhauser (1838 Freiin von Bechard, k. k. Obristensgattin.) 1860 Dr. Josef Georg Hanny. 8. Siehe Paniglgaffe 1. S. (332. 29. 94. 94.) l. Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Im Jahre 1700 Johann Georg Neuhold, deß Äussern Stadtrathes vnd Leinwathändler. 1710 Katharina Pfeiffer. 1728 Leopold Friedrich Pfeiffer, Äusserer Stadtrath und Lein- bathändler (auch Kirchenmeifter in St. Stephans-Thumbkirchen.) 1732 Maria Ursula Pfeiffer. 1742 Eva Rofina Sonnholz. 1743 Christian Trenker, Eisenhändler. 1755 Maria Regina Trenker, Witwe. 1765 August Trenker, Hofeisler. 1786 Johann Lettner, Weg-Commiffär. 1797 Wolfgang Schram. 1803 Helena Karajan, Großhändlersgattin. 1819 Thomas Edler von Capel- lini, Doktor der Arzneykunde. 1833 Adolph, Andreas und Elise von Capellini. 1838 Eugen Arthur und Ludwig Aurel Pacher von Theinburg. 1840 Anton Ritter von Eywo. I«. (— 579. 55. 55.) ^ S- 1^. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1816 Franz Gruber. Werkzeugfabrikant. 1840 Anton, 1845 Karolina Gruber, 1857 Maria Linsbauer. 61 LI. (331. 30. 93 93.) Pfarr - Hauptschule )u St. Kart. Im Jahre 1740 Joseph Fuchs, Ziergärtner. 1761 Theresia Fuchs. 1768 Gabriel Mathias Steinbeck. Steinmetzmeister. 1776 Franz Stephan Steinbeck. 1783 Maria Anna Steinbeck, Witwe. 1809 Johann Sigmund von Scheidlin. 1816 Wilhelm Leschen, k. k. Hofklavierfabrikant. 1839 Christine Leschen, geborne Zerwick, Witwe. 1857 (6. Mai) Kommune Wien. Die früher im Starhemberg'schen Freihause eingemiethete Schule wurde am 1. Mai 1858 hierher übertragen. LS. (— 586 56. 56.) k I-. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1817 Joseph Geist, k. k. Beamter. 1837 dessen Erben. 1852 Rudolph Skall. 1860 Josephine Freiin von Fröhlich- Salionze. 1862 Candida Hofmann. 1863 Julie Fürstin von und zu Liechtenstein. 13. (330. 31. 92. 92.) Abg. von Nr. 15. Im Jahre 1767 Josef Payr, Seilermeister. 1786 Magdalena Payr, Witwe. 1791 Anton Obst, Seilermeister. 1831 Johanna Obst, Witwe. 1847 Antonia Kindermann. L4. (— 555. 57. 57.) S- I>. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1804. Andreas Ocker, Lackierer. 18 ll Josef Öhlmayer. 1815 Johann Georg Danninger, Bronzewaarensabrikant 1847 Peter Murmann. 1848 Karl Leon. 1860 Leon s Erben. LS. (328. 329.— 32. 91. 91). Schild zu den zwei Schimmeln. Nr. 328 (alt) Im Jahre 1700 „Drey Achtel Weingarten in der Haberpoint", welche 1720 von der Verwaltung des Wiener-Bürgerspitals zur Anlage eines Lustgartens für die .Spitalkinder" (Bürgerwaisen) angekauft wurden. Die verwitwete Bürgerspitals Bräumeisterin Frau Eva Weltischhofer hatte zu diesem humanen Zwecke ein Kapital von 500 fl. gespendet. Der Garten nebst zugehörigem Lusthause verblieb den kleinen Schützlingen bis zur Übersiedlung des Bürgerspitals nach St. Marx (1784). Erst 1785 kam der Stallmeister Hoyel in Besitz desselben. Nr. 329 (alt). Im Jahre 1700 Hannß Ganßl, Gärtner; drey Hofstatt Weingärten (nunmehr Grasgarten). 1737 Lorenz 62 Simon Ganßl. Burger und Conduktansager. 1759 Joseph Payr. Seilermeister. 1767 Dominicus Hoyet. Stallmeister bey Graf von Sternberg. (1782 neugebautes Wohnhaus, sammt Reitschule und Stallgebäude.) 1792 Rosalia Hoyet, Witwe. 1808 Jakob Weixler, Sattlermeister. 1811 Markus Volk. Bäckermeister. 1855 Familie Volk. L6. (453. 78. 58. 58.) .1. s- 1^. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1791 Joseph Neumann, Landkutscher. 1799 Johann Appel. 1803 Josephs Fleischmann. 1831 Karolina Fleischmann. 1832Karolina Haresleben und Sophie Ott, geborne Haresleben. 1835 Michael Trexler, Handelsmann. LV. (—54. 77. 76.) 1. Schild zum heiligen Joseph. Abg. von Nr. 15. Im Jahre 1794 Lorenz und Philipp Lechner, Stadtbaumeister. 1795 Josef Weißhappel, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Gastwirth. 1828 Juliana Weißhappel. 1857 Dr. Johann Nepomuk Satter, Karolina Satter und Juliana Ruprecht. L8. (450 77. 59. 59.) ö- 7.. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1794 Laurenz Hiltl. 1800 Sabina, 1804 Martin, 1822 Anna Maria Hiltl. 1825 Heinrich Jlly. 1830 Anna Maria Jlly. 1831 Christoph Senger. 1859 Senger'sche Erben. L«. (327. 55. 76. 75.) Im Jahre 1700 Clement Klauber. 1723 Johann Georg Fanninger. 1731 Mathias, 1737 Anna Maria Fanninger, 1745 Joseph Wolf. 1747 Martin Joseph Sensel, des Austern Stadtrathes und Handelsmann. 1764 Benedikt Zitterbarth, Bundmacher. 1783 August Heckel, Uhrmacher. 1785 Johann Franz Antoin, Modewaarenhändler. 1794 Lambert Hurez, k. k. Hofsekretär. 1802 Katharina van der Hove. 1803 Johann Michael Schmeißl, reichsfürstl. Kunstrath und akad. Maler. 1810 Veit Maschel, Klaviermacher. 1816 Johann Schantz, Klaviermacher. 1817 Johann Nep. Neuhauser. 1825 Maria Anna Neuhauser. 1845 Anton Lißt, Uhrmacher. Lv. (438. 75 76. — 60. 60,) -- I>. Im Jahre 1794 Andreas Ecker und Norbert Woratschek. 1805 Joseph Schmöllerl. 1818 Ignaz Müller, fürstlich Coburg'scher Wirth- schastsrath. 1826 Eduard Wenderoth. 1840 Josef Nießner. 63 1841 Amalia Schütz-Oldosi, geborne Holdhaus, k. k. Hof- und Kammersängerin. 1844 Dr. Karl Anton Rippelly. 1860 Johann Heilinger. SL (326. 56. 75. 74.) 3. Im Jahre 1700 Martin Presch. 1723 Jacob Guhmackh, Kuchelgartner. 1724 Leopold Waldberger, hochfürstlich Schwarzenbergscher Lust- und Blumen- gartner. 1763 Waldbergersche Kinder. 1782 Karl Schwinger, Klampferer. 1794 Stamati Cocicopulo, griechischer Handelsmann. 1797 Johann Kral. 1806 Kralsche Erben 1820 Friedrich von Dries, Freihofbefitzer zu Biedermannsdorf. 1825 Friedrich Edler von Teyber. 1832 Johann Kühn, Mitglied des äußeren Stadtrathes. SS. (318. 74. 61. 61.) l-. Im Jahre 1728 Johann Georg Gerhardt, Kays. Fortificationsschmied. 1750 Johann Michael Grosser, Hof-Juwelier. 1758 Andre Zeilinger, Handschuhmacher. 1775 Barbara Zeilinger. 1776 Ignaz Franz Krammer Edler von Münzburg, N. Ö. Regierungsrath. 1779 Hippolytus Liedl, Weltpriester. 1791 Franz von Myginn, k.k. Hofrath. 1793 Johann Chrysoftomus Edler von Lussisrss a Nussixovt. 1795 Johann Nepomuk Ritter von Dickmanu und Secherau. 1809 Johanna Nepomucena von Dickmann und Secherau, geborne von Schwernfeld. 1836 Josef Söhnel. 1837 Anna Söhnel. 1843 Anna Zweigelt. 1860 Adolph Zweigelt, Handelsmann. SS. (325. 57. 74. 73.) Im Jahre 1700 Die WW. EE. Jungfrawen des Klosters bey St Nicolai. „Ein Viertel Weingarten — dermalen Acker — in der Haberpoint, alwo das Huarcki - Wachthaus und Ochsenstand. ^ 1729 Johann Fischer, Bäckermeister. 1746 Anton Joseph Stiermb, des Austern Stadtrathes und Handelsmann. 1750 dessen Erben. 1767 Johann Sebastian Christoph Müller von Müllegg, kais. Commerzienrath und Hofagent (Besitzer des Stadthauses Nr. 901.) 1791 Barbara von Müller, Witwe. 1793 Dr. Franz Joseph Wirtensohn, k. k. Feldstabsarzt. 1808 Johann Peter Weckbecker. fürstl. Lobkowitzscher Rath. 1820 Franz Ehreuberger, Schmalzversilberer. 64 «4 (319. 73. 62. 62.) Im Jahre 1728 Hann« Heinrich Zinner, Hoff-Gärtner in der Kays. Favorita. *) 1755 Peter äe Oraillv. 1763 Albert Mann, Tischlermeister. 1770 Philipp Peringer, Tischler. 1780 Maria Anna Peringer. 1782 Florian Seitz, Fleischhacker. 1818 Joseph Seitz. 1831 Mathias Wöß. 1842 Familie Wöß. SS. (324. 58. 73. 72.) .1. Schild zu Maria Taferl. Jin Jahre 1700 Philipp Haberl. 1727 Johann Hermann Lessing. Kays- Trabant und Burger. 1755 Katharina Lesfing, Wittib. 1762 Mathias Schauberger, Äusserer Stadtrath und Gastgeber. 1776 Anton Schönburger, Seidenzeugmacher. 1783 Magdalena Schönburger, Witwe. 1784 Philipp Purtscher, Messerschmied. 1796 Dr. Joseph Waldberger, Hof- und Gerichtsadvokat. 1804 Joseph Benedikt Freiherr von Pasqualaty zu Osterburg, krainerischer Herr und Landmann. 1814 Wenzel Storch, k. k. Beamter. 1821 Dr. Josef Konrad Steinebach, Hof- und Gerichtsadvokat. 1832 Theresia Steinebach, Witwe. 1843 Franz Kny, Doktor der Rechte. 1857 Georg Hempfling. 1860 Louise Dimitrievits. S«. (— 582. 65. 65.) L. Abg. von dem Garten des k. k. Taubstummen Institutes. Im Jahre 1816 Franz Schweizer. 1820 Dr. Leopold Pölt, Ritter von Pöltenberg, Hof- und Gerichtsadvokat. 1839 Josef Beer, Kleidermacher. SV. (323. 59. 72. 71.) 3 Im Jahre 1700 Sebastian Klebel. 1723 Maria Elisabeth Locherin. 1726 Peter Feßel, hofbefreyter Kürschner Maister. 1750 Theresia Feßel. Wittib. 1764 Barbara Deplinn, Capäundlerin 1771 Wolfgang Friedrich Edler von Heilmann, k. k. Merkantilrath und priv. Niederläger. 1800 Jakob Theodor Gemeiner, Großhändler 1801 Franz Borgias Sedelmayer. k. k. Hofkanzelist. 1827 Franz Xaver Feiller. 1839 Franziska Preyß, k. k. Militär-Oberarztensgattin. 1844 Friedrich Winter. S8. (— 587. 66. 66.) L. Abg. von dem Garten des k. k. Taubstummen-Jnstitutes. Im Jahre 1816 Wenzel Storch. ') Siehe: Küchelbecker's Allerneueste Nachricht vom Römisch - Kayserlicheu Hofe. Hannover 1732, p. 779. 65 1821 Franz Graf, Wagnermeister 1857 Theresia Graf. 1859 Ernest Krickl. SS. (322. 60. 71. 70.) Im Jahre 1700 Maria Margaretha Jonas; zwey Viertel und ein Achtel Weingarten in der Haberpoint. 1731 Franz Neupaur, Gemainer Stadt Wienn Obercammeramts-Verwandter. 1743 Barbara Neupaur, Wittib. 1745 Johann Heinrich Edler von Wanner, kais. Hofkammer- Rath. 1760 Maria Josepha Pfister von Bürgdorf, geborne von Wanner. 1765 Johann Bapt. Freyherr von Fischer. 1777 Johann Franz Bourguignon, Freyherr von Baumberg, kaiserlicher Hofrath. 1785 Ignaz Lichtenstern, Uhrmacher. 1789 Mathias Joseph Neubauer, Großhändler. 1791 Joseph Ernest Zo rn, Edler von Löwenfeld, n ö. Landschafts-Sekretär (1 16. Juni 1795; Besitzer der Herrschaft Jägerzeile und des „Langenkellers" oder „Hochholzerhofes" Nr. 426 unter den Tuchlauben.) 1795 Maria Anna von Zorn, geborne von Columban, Witwe. 1796 Antonia Fürstin von Batthyäny-Strattmann. 1802 Franz und Karl Reichsgrafen Erdödy von Monyorükerök. 1803 Dr. Franz Joseph Wirtensohn (wie Nr. 23.) 1804 Heinrich Friedrich Füger, k. k. Hofmaler und Galleriedirektor im Belvedere. 1805 Joseph Freyherr von Kielmannsegge, k. k. n. ö. Regierungsrath. 1810 l. Karl Malanotti, Handelsmann. 1815 Bartholomäus und Anton Malanotti. 1830 Anton Peter, Direktor der k. k. Akademie der bildenden Künste. 1832 Adolph Bäuerle, Eigenthümer und Redakteur der Theaterzeitung (geboren in Wien am 9. April 1786; 1 zu Basel am 20. September 1859). >845 Anton Schmid, Bäckermeister. 1848 Franz Pranter. Steinmetzmeister. 1852 August Renel, landesbefugter Bunt- Papierfabrikant. An das Kielmannsegg'sche Haus knüpft sich eine interessante Erinnerung aus den Tagen der zweiten französischen Invasion. Bäuerle als späterer Besitzer dieses Hauses, weiß davon in seinen Memoiren (II. Bd, 53. Kap.) Folgendes zu erzählen: „Im Jahre 1809 ließ sich Napoleonl. von seinem Hauptquartiere aus, auch öfter in Wien sehen; zwar nicht auf freier Straße und zu Fuße, aber im offenen Wagen — denn er fuhr wöchentlich einige Male in das Haus Nr. 70 in Wird«. g 66 der Alleegaffe, welches General Bert hi er. des schönen Gartens wegen, bewohnte. Wenn Napoleon bei diesem Hause ankam. ließ er das Gespann in den Hof einlenken und das Hausthor hinter sich schließen. Berthier empfing ihn, führte ihn in den Garten, und befahl unter einem, daß Niemand im ganzen Hause, weder im Hofraume noch an den Fenstern sich blicken lassen dürfe. Sogar der Gärtner hatte strenge Ordre, während der Anwesenheit des hohen Gastes sich im Glashause verborgen zu halten. Napoleon blieb häufig eine Stunde, ja noch länger hier, stets im eifrigen Gespräche mit Berthier. Bei seiner Entfernung spähete Napoleon ängstlich, ob er nicht beobachtet würde; warf sich dann in seinen Wagen und kehrte rasch nach Schönbrunn zurück." Der Gärtner Weigl — ein Augenzeuge — welcher den wiederholten Besuchen Napoleons in diesem Hause auch eine Denktafel widmete, hat das Vorstehende Bäuerle mündlich mitgetheilt. 30. ,320.72.67.67.) L. Waschhaus derk. k. Theresianischen Ritterakademie. (Siehe Favoritenstraße 15.) 3L (— 61. 70. 69.) Abg. von Nr. 35. Im Jahre 1795 Jakob Poyger. 1800 Johann Georg Plapperer. 1805 Katharina Flandorfer. 1806 Franz Borgias Sedelmayer 18 lO Ludwig 1s kartier cls Olerinovt. 1825 Joseph Angeli, Wachshändler. 1831 Barbara, 1832 Johann Georg von Angeli, Wachshändler. 33 (— 557. 69. 885.) 3. Abg. von Nr. 35. Im Jahre 1805 Johann Georg Peyer. Wachsbleiche sammt Behausung. 1815 Rosalia Peyer, Witwe. 1817 Joseph Angeli. 1831 Barbara, 1832 Johann Georg von Angeli. 35. )321. 62. 68. 68.) Im Jahre 1698 Blasius Grueber, Hauer vnd Berggeschworner. 1710 Theresia Dorothea Grueberinn. 1726 Salomon Lechmayr, Burger und Gemainer Stadt Wienn Pflastermauthner. 1762 Christoph Haderlein. Officiant bey der 6a88a kauxerum allhier. 1771 Johann Daltbasar Frank, Kais. Reichs Notarius. 1779 Earl Augustin Dorfner, kais. Hofkriegsraths-Agent. 1781 Johann Breutner, Herrschaft!. Kammerdiener. 1790 Wenzel Graf von Edling, 67 infulirter Prälat und Domherr von Savoyen-Liechtenstein rc, 1795 Jakob Poyger. 1800 Joseph Schmidt. 1805 Johann Georg Payer. 1814 Joseph Anton von Lilienberg. k. k. Mini- sterial - Bancodeputations - Expeditor. 1816 Andreas Klöckel, Fleischselcher. 1820 Johann Georg Haßlinger, Trödler. 1840 Karl Ernest Mayer, fürstl. Schwarzenberg scher Buchhalter. 1850 Felix Joseph Mayer. 1854 Willibald Dinier. Handelsmann. 1861 Anna Dinier, gebome Leber, Witwe. Belvederegafse. (Die frühere „Fkkdinandsgassc".) Häuser und Baustellen hinter der kaiserlichen Favorita in untern Goldeggen; Abtheilungcn der am 8. Juli t823 versteigerten Joseph Franz We yri n-^ gcr'schen Überlandaiker- und S a nd g e st i tt eng ründe: L. 3. Baustelle zu Nr. 3 gehörig. 2- s-138.) 3. Im Jahre 1823 Johann Heinrich Jünemann, Kriminal-Justizrath. 1859 Franz Pranter. 2. t-711. 139.) 3. Im Jahre 1827 Joseph Bonnet 6e k. k. priv. Großhändler und Zucker-Raffineur 1839 Pasquale Revoltella, Handelsmann zu Triest. 1848 Daniel Bernhard Freiherr von Eskeles, königlich dänischer Generalkonsul und Banquier. 1852 Anton Grünwald. 4- s-173.) .1. Im Jahre 1834 Anton Fleischer, Ziegelbrenner. 1851 Joseph und Ferdinand Fleischer. 5. (-172.) 3. Im Jahre 1823 Johann Heinrich Jünemann. 1852 Klara Jünemann. 1856 Gustav Nabel. 1859 Franz Pranter. «. (-712. 174.) 3. Im Jahre 1827 Michael Kästner, Nadelfabrikant. 1832 Thekla Weber, verwitwete Kästner. 1836 Johann Weber, Schlossermeister. 1837 Franz Bernklau. 1838 Joseph Buchinger, Lohnkutscher. 1857 Joseph und Barbara Buchinger. V. (-171.) 3. Im Jahre 1823 Johann Heinrich Jünemann. 1852 Klara Jünemann. 1856 Gustav Nabel. 1859 Franz Pranter. «6 8 (-— 208.) -I. Wcrtheim's k. k. priv. Kassm- und Werkzeug-Fabrik. Im Jahre 1828 Joseph Schmöllerl, l. f. Vogteikommissär der Pfarre St Karl. 1849 Theresia Winkler von Foraczest, geborne Schmöllerl, Fabriksbefitzers- gattin. 1857 Franz Ritter von Wertheim, Vicepräfident der n. ö. Handels- und Gewerbekammer, Gemeinderath der Stadt Wien. k. k. Hof- und landesbefugter Werkzeugfabrikant. Die im Jahre 1852 gegründete Wertheimsche Fabrik zur Erzeugung feuerfester und gegen Einbruch sicherer „Geld-, Bücherund Dokumentenkassen" ist speziell in diesem Artikel das größte Etablissement in Europa. S. l- 691. 170.) Im Jahre 1823 Vinzenz Auer. 1826 Karl Schneider. 1838 Maria Schneider, geborne Tomaschitz. Witwe (1849 verehlicht mit dem Marquis Alois von Fabris Beamten der n. ö. Landstände). l860 Lorenz Zusch- mann, Tischlermeister. Iv (— — — 209.) 8. Im Jahre 1830 Joseph Haupt, Tischlermeister. 1836 Joseph Zimmermann. 1847 Johann Adler, Edler von Lilienbrunn. 1852 Mathias Binder. 1853 Franz Bock. 1861 Stephan Bock. II. (—- 169) F Im Jahre 1830 Christian Schmid, Gastwirth. 1861 Laurenz Fohleutner, k. k. Notar. IS. (-210.) 8. Im Jahre 1826 Joseph Nippel 1838 Karl Schmidt. 1841 August Engelbrecht, Stadtbaumeister. IS .1. Baustelle. Auf städtischem Dominikalgrunde: 14 . (- 1079.) 6. Abg. von Sophiengasse 6. Im Jahre 1860 August Engelbrecht^/^-»*^ Auf vormals Weyring erschem Grunde: 15. 1 —- 206.)-I. Im Jahre 1833 Franz Stummer. 1843 Anna Stummer. Auf städtischem Dominikalgrunde: Ik (- 1080.) 6. Abg. von Nr. 14 Im Jahre 1860 August Engelbrecht. 6S ir. 6. Baustelle. L8. (—- 257.) 6. Im Jahre 1836 Anna Haiden, verehlichte David. 1838 Johann David, städtischer Buchhaltungsbeamter. 1849 Maria David. 1850 Michael Teufelmaier, Büchsenmacher. 1861 Franz Huber. LS. (—- 1072.) 6. Abg. von Karolinengaffe 22. Im Jahre 1860 Jakob Flucher, Stadtbaumeister. 1862 Sophie von Mühlwerth. so (-- — 258.) 0. Im Jahre 1834 Karl Philipp Caron, Edler von Renneval, Buchhandlungskompagnon. 186 l Emilie Girard, geborne Dubois, Gretzmühlbefitzerin. 1862 Anna Maria Witzmann. SL s - 256.) 0. Im Jahre 1834 Amalia Apfel, Tischlersgattin 1844 Katharina Pfeiffer. 1850 Anton Steiner. 1859 Juliana Steiner. SS. 6. Baustelle. SS. (-1106.) 0. Abg. von Viktorgaffe 9. Im Jahre 1860 Joseph Hörandner, Holzhändler. 1862 Johann Adametz, Stadtbaumeister. 54. (- 895.) 0. Im Jahre 1834 Johann Steiner, städtischer Buchhaltungsbeamter. 1835 Theresia Steiner. 1842 Johanna Anschütz, geborne Steiner. 55. (- 974.) 6. Abg. von Nr. 27. Im Jahre 1854 Leopold Bauer. S«. (- 267.) 6. Im Jahre 1834 Johann Steiner. 1835 Theresia Steiner. 1842 Johanna Anschütz, geborne Steiner. Sr. (— — — 270.) 6. Im Jahre 1834 Franz Biber, Zimmermeister. 1845 Joseph Rock. 1851 Joseph Korn, Buchbinder. S8. (- 268.) 0. Im Jahre 1834 Johann, 1835 Theresia Steiner. 1842 Johanna Anschütz. 1860 Mathias Göbersberger. so (- 269.) 0. Im Jahre 1834 Johann Schock, Bau- und Brennholzhändler. 70 3«. Siehe Favoritenstraße 21. 3L 1- 1085.) 6. Abg. von Nr. 29. Im Jahre 1861 Paul Riha. 33. (- 1076.) 0. Abg. von Nr. 35. Im Jahre 1861 Johann Czerna, Schlossermeifter und Brückenwaagenfabrikant. 3S. Siehe Favoritenstraße 23. Blechthurmgajse. (Das alterthümliche Hausschild „zum dlrchrrnen Thurm" findet fich in der Wiedner Hauptstraße 88.) 1. (- 591. 391.)N.EHemaligeBürger-Schieß- stätte. Abgetheilt von Nr. 7. Im Jahre 1786 Johann Georg Kellner. Ziegelbrenner. (Drey Achtel öde Weingärten sammt Haus und Ziegelofen.) 1791 Josepha Kellner, Witwe (später verehlichte Schödl). 1822 Joseph Kajetan Schödl, Ziegelbrenner. 1859 Maximilian Theodor Schödl. Als im Jahre 1832 der Bau des gegenwärtigen Kriminalgefangenhauses in Angriff genommen wurde, mußten auch für die alte am Alservorstädterglacis gelegene Bürg er-Schießstätte*) entsprechende Räumlichkeiten ausgemittelt werden. Die umfangsreichen Schädlichen Ziegelofengründe (Nr. 7 am Hungerbrunn und 391 in der Blechthurmgaffe) schienen zu diesem Behufe ganz geschaffen. Nach erfolgter Bestandnahme der beiden Realitäten fanden hier bis zum Herbste 1848 die Übungen der Schützengilde Statt. Vielen unserer Lesern ist wohl noch das letzte .Freischießen" erinnerlich, welches vom 29. August bis 4. September 1847 daselbst abgehalten wurde. S. Siehe Rainergaffe 27 3. Zu Nummer 1 gehörig. L. (— 549. 219. 393.) 8. Abg. von Nr. 6. Im Jahre 1802 Florian List, Seidenzeugfabrikant. 1805 Franz Bertoni, k. k. priv. Großhändler 1815 Georg Freyherr von Pfisterer. ') Siehe »Die Alservorstadt" rc. Von dem Verfasser. Wien 186t, p. st7. 71 1833 Franz Nagl. Handelsmann. 1849 August von Perko, Kurrentwaarenhändler (Besitzer des Hauses Nr. 3 am Franz Josephs - Kai). 1850 Johanna Sosna. geborne Eder. Fabriks- befitzerin. S. (- 678. 392.) LI. Abg. von Nr. 7. Im Jahre 1827 Anton Schulz. Gastwirth. 1840 Anton, Franz, Josepha und Karl Schulz. 8. Siehe Wiedner Hauptstraße 85. V. Siehe Matzleinsdorserstraße 1. Dannhausergajse. (Die frühere „Mariengasse". Eröffnet im Jahre 1842 nach Abtheilung der Joseph Dan n ha u s er'sch c n Gartens, Favoritenstrahe 32.) 4 (— — — 941.) L. Im Jahre 1842 Bernhard Kledus, Stadtbaumeister. 1861 Aron M. Pollak, Zündwaaren- fabrikant. S. (- 932.) 2. Im Jahre 1842 Joseph Breunig, Bäckermeister. z (- 940.) L. Im Jahre 1842 Emilie Braun von Braunthal. 1843 Simon Sohn. 1845 Joseph Lang, landesbefugter Drucker 1850 Ignaz Stehle. 1851 Martin Jlg. 4 . (-— 954.) L. Im Jahre 1842 Joseph Breunig. 1856 Martin Englert, Schneidermeister. 5. (- 939.) L. Im Jahre ,842 Joseph Wieck, Landbaumeister. 1844 Anton Mailler, Bäckermeister. 1849 Ignaz Stehle. 1850 Friedrich Lorenz. 1859 Ignaz Stehle. 8. (- 933.) K. Im Jahre 1842 Heinrich Daniel Schmid, Maschinenfabrikant. 1844 Martin Eberhart, Kupferschmied. 1846 Dr. August Wehli. 7 . ( - 938.) L. Im Jahre 1843 Joseph Wieck. 1846 Johann Biendl. 1852 Josef Wild, Fragner. 8. (- 934.) L. Im Jahre 1842 Theresia Sautner. 1849 Gustav Wagner, Apotheker; dann Gustav Roux, Handlungskompagnon. 1861 Adam Amon. 72 N. (- 937.) L Im Jahre 1843 Josef Wieck. 1845 Franz Lößl. 1852 Joseph Stritzko. Handelsmann. 1V (- 935.) D. Im Jahre 1842 Karl Schröder, Stadtbaumeister. 1848 Mathias Neiberth, Schloffermeister. 12. (— — — 936.) L. Bernhard Kledus, Stadtbaumeister. Favoritenstraße. (Nor Zeiten „K a i s erw e g".) 1. Siehe Wiedner Hauptstraße 31. 2. Siehe Neumanngaffe 2. L. (17. 96 167. 318.) L. K. k. Kunlt-Erzgieherei. Amtsort des k. k. Bestrks-Polstei-Cömmiffariats Wieden und der k. k. n. ö. Forstdirektion. Im Jahre 1697 „new gepautes Hauß nebst 7 Achtel Weingärten des kays. Pallmaisters Jacob Andrä Asch. 1710 Ferdinand des Heil. Röm. Reichs Fürst und Regierer des Hauses Lob ko Witz. Herzog in Schlesien zu Sagau, gefürsteter Graf zu Sternstein rc." 1721 (23. Dezember) „Jhro Röm. Kays. Maytt. O arolus VI. höchstwelcher das Lobkowitz'sche Sommerschloß sammt Lustgarten und Nebengebäude (3 und 5) behufs Extendirung der zur Favorita gehörigen Kayserlichen Stallmeisterey umb 30.000 Gulden käuflich überkommen hat/' 1750 Kaiserliches Gießhaus (Stuckgießerei) und Artillerie-Depositorium; *) auf Befehl der Kaiserin Maria Theresia von dem k. k. Feldmarschall und General-Artillerie- Direktor Wenzel Fürsten von Liechtenstein (1750) errichtet. ') Das älteste bekannte Gußhaus („Gteßhauß") in Wien lag auf der Scilerstätte (Nr. 995) und wurde von Kaiser Rudolph II., nachdem es seine ursprüngliche Bestimmung längst verloren hatte, im Jahre 1603 dem Hofkriegsraths-Seorstsrius Heinrich Neidhart zum Geschenke gemacht. Von dort überfiedelte die Stuckgießcrei in das nahe Gebäude deS k. k. Artillerie - Keldzeugamtes (Nr. 958), welches schon Wolmuet auf seinem Stadtplane vom Jahre 1547 als „Gießhaus" bezeichnet. 73 Während der feindlichen Invasion im Jahre 1805 fiel das kaiserliche Gußhaus (14. Dezember) den Franzosen in die Hände, bei welcher Gelegenheit auch die Bibliothek, die physikalischen und chemischen Instrumente dieser Anstalt nicht geschont blieben. Nach Übertragung der kaiserlichen Stuckgießerei in das neuerbaute Artillerie-Arsenal vor der Belvedere-Linie (1851) wurde ein Theil des alten Gebäudes provisorisch zur Kunst-Erzgießerei eingerichtet; bis im Jahre 1861 auf Anordnung Sr. Majestät des Kaisers die Umgestaltung dieses Ateliers in ein Staatsinstitut erfolgte. Die bezügliche Mittheilung in der Wiener Zeitung vom 9. November 1861 (Nr. 261) lautet: „Sr. k. k. apostolische Majestät haben in der Allerhöchsten Absicht größerer Förderung der in neuerer Zeit sich reger entfaltenden mo n»mentalen Kunst in Österreich mit Allerhöchstem Handschreiben vom 28. Oktober 1861 Sich in Gnaden bewogen gefunden, dem damit in enger Beziehung stehenden, auf dem Wege der Privatindustrie noch wenig betriebenen Zweige der Kunst-Erzgießerei eine gesicherte Stätte weiterer Entwicklung dadurch zu bieten, daß jene Parzelle des ehemaligen Stuckgießerei-Etablissements in Wien, welche behufs Ausführung Allerhöchst bestellter Kunstdenkmäler provisorisch zur Kunst-Erzgießerei adaptirt ward, diesem Zwecke nunmehr definitiv gewidmet werde. Die Benützung dieser, den Titel: „k. k. Kunst-Erz gieß er ei' führenden und unverändert Staatseigenthum bleibenden Anstalt, welche der Allerhöchsten Absicht gemäß der Ausbildung junger Talente in den verschiedenen zur Erzgießerei gehörigen Fächern dienen soll, haben Sr. k. k. Apost. Majestät dem Bildhauer und Kunst- Erzgießer Anton Ritter von Fernkorn allergnädigst zu gestatten geruht." Der erste Guß, seitdem Fernkorns Atelier eine Staatsanstalt geworden, geschah am 14. Dezember 1861. Es war die Bildsäule der Kaiserin Maria Theresia — für die Militärakademie zu Wiener Neustadt — von dem Bildhauer Hans Gasser entworfen und modellirt, welche an jenem Tage mit glänzendem Erfolge zur Ausführung gelangte. L Siehe Neumanngaffe 1. 74 5. s18 97. 166. 317.) 8. K. K. Bezirksgericht Wieden. Im Jahre 1650 Daniel Püringer, Hawer. Drey Hofstatt Weingärten auff St. Stephans Aigen in der Haberpoint. 1660 Hannß Christoph Pürkhert, Kays. Hartschiern-Rottmaister- 1677^ ^ Franziscus Petrazi, Kays. Sommelier (Diener in der Hof- Kellerey.) 1689 Johannes Gori, Schloß-Haubtmann in der Kays. Favorita. 1699 Ferdinand Gori, kays. Hoffcammer-Con- cipist und Purger. (Schankgerechtsame zum „gülden Wallfisch" vom 4. September 1699.) 1710 Ferdinand Fürst von Lobko- witz. 1721 Jhro Rom. Kays. Maytt. Oarolus Vl. (Mit der Realität Nr. 3 in die „Kays. Stallmaisterey" einbezogen). 1767 K. k. Pferdekur-Schule. (Die Pferdekur- und Operations-Schule wurde im Jahre 1767 über Anregung des Generalen der Kavallerie Fürsten Karl von Liechtenstein, von der Kaiserin Maria Theresia gegründet, und ein Theil der alten Hofstallmeisterei zu diesem Zwecke bestimmt. Hier erhielten die Militär-Fahnenschmiede vom Hofthierarzte Dr. Scotti den ersten praktischen Unterricht in der Behandlung kranker Pferde.) Kaiser Joseph II. erweiterte diese Lehranstalt zu einer allgemeinen Thierarznei-Schule, und ließ derselben im Jahre 1778 den Jesuitengarten an der Landstraße Nr. 451 — ihren heutigen Standpunkt — anweisen. 1794 K. k. Artille riecaserne (Vordem war das Artillerie-Regiment in der auf Kosten der Stadtgemeinde s1746f erbauten Salzgrieskaserne bequartirt.) 1843 K. k. Artillerie- Feldzeugamt. Seit 1856 Amtssitz des k. k. Bezirksgerichtes Wieden. 6. Siehe Paulanergaffe 2. 7. s19 98. 165. 316 ) L. Im Jahre 1700. ?. Oräiuis Niuiraoruiu 8sti. prauoisoi äs Paula auf der Wieden." Sechs Achtel Weingärten auf St. Stephans Aigen in der Haberpoint. 1722 Der Edelveste und Kunsterfahrene Lorenz Mattiely, Kayserlicher Bildhauer (4 28. April 1748 zu Dresden). 1749 Maria Magdalena Mattiely, Wittib. 1758 Peter Dietrich (1765 Edler von Dietrichsberg). Landkutscher. 1766 Dessen Wittib Theresia, 1776 verehlichte von Wallenfeld. 1780 Maria Anna Freyinn von Prandau, geborne von Dietrichsberg. 75 1795 Franz Freyherr von Pran bau Herr der Herrschaften Wieselbnrg und Rottenhaus, k. k. wirklicher geheimer Rath und Ausschuß des N. Ö. ständischen Herrenstandes. (Geb. zu Wien 1751, -j- 15. April 1811. Verfasser einer „Kritischen Geschichte Wiens" 1789.) 1796 Franz Sebastian Karl Joseph äe Oroix, Gras von Olorts^l, k. k. Feldmarschall, Großkreuz des militärischen Maria Therefien - Ordens rc. (1795 Sieger bei Nidda und Mainz. Geboren am 14. Oktober 1733 zu Bruille; 1 am 21. Juli 1798.) 1799 Kars Freyherr von Spangen, k. k. wirklicher Kämmerer und Obrist (Olorta/t's Neffe.) 1805 Joseph Neumann, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Landkutscher. 1810 Joseph Graf von Hunyady cle Lesstliel^ ss 15. Jänner 1822). 1817 Paul Hammer und Franz Karris, k. k. Pr. Großhändler. 1819 Ferdinand Herzog zu Sachsen, Prinz zu Coburg und Gotha () 27. August 1851), k. k. General der Kavallerie, Kommandeur des milit. Maria Therefien-Ordens und Inhaber eines k. k. Husaren - Regimentes. 1852 Leopold Herzog zu Sachsen, Prinz zu Coburg und Gotha rc. 8. Siehe Paulanergasse 1. S. (20. 99. 164. 315.) Schild zum goldenen Sattel. Im Jahre 1700 „Hofstatt Weingarten auf St. Stephans Aigen; Unserer Lieben Frauen-Bruderschaft im allhiesigen Burgerspital gehörig." 1722Franz Joseph Kollhund, des Ausseren Stadtraths und Gemainer Stadt Wienn Metzenleiher. 1761 Carl Joseph Gußmann, kaiserlicher Sattelknecht. 1776 Joseph Edler von Baumeister 3. 17. Or. und priv. Buchdrucker (Verfasser einer Staatsgeschichte der Steyermark. Wien 1780. Seine Buchdruckerei befand sich noch 1787 im Darvarhof Nr. 698.) 1790 Johann Christian Waykarth, k. k. n. ö. Regierungsrath. 1795 Jakob Eschenbacher, bürgerlicher Sattler. 1809 Theresia Eschenbacher, Witwe. 1810 Johann Baptist Graf, Wagnermeister, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Hauptmann des Bürger-Artillerie- Bombardiercorps. 1850 Theresia Fischbach, geborne Graf. 1856 Gebrüder Mayer (Franz Xaver und Karl Ernst), Spezereiwaaren- händler. 76 Sollte der noch zu gewärtigende „Volks Plutarch" den Wiener Bürgern einst seine Aufmerksamkeit widmen, darf er auch Eschenbachers Name nicht vergessen. Eschenbacher fauch Öschen- bacher) zu Überlingen am Bodensee im Jahre 1749 geboren, war seit 29. November 1793 Bürger und Sattlermeister in Wien. Von patriotischem Eifer beseelt, hatte er zur Zeit der französischen Besatzung im Jahre 1809 das Wagestück unternommen, eine vom Feinde erbeutete österreichische Kanone in dem Garten seines Hauses (Nr. 9) zu vergraben, und fie — trotz eines am 14. Mai 1809 mit Androhung der Todesstrafe erlassenen Aufrufes zur Waffenablieferung— daselbst verborgen gehalten. Dieß tollkühne an und für sich fruchtlose Beginnen, welches überdieß noch drei im Hause arbeitende Handwerksgesellen zu Zeugen hatte, führte Eschenbachers Untergang herbei. Ein Opfer schändlichen Verrathes ward er vor eine französische Militär-Kommission gestellt und am 25. Juni 1809 kriegsrechtlich zum Tode verurtheilt. Schon am folgenden Morgen (26.) streckten ihn die Kugeln franzöfischer Musketire an der Mauer des Jesuitenhofes nieder. 1V (— 521. 171. 322.) L. Abgetheilt von dem Paulaner- Klostergarten. Im Jahre 1798 Lorenz Feßler, Hafnermeister (1810—1812 Richter auf der Wieden.) 1818 Theresia Feßler, Witwe. 1821 Mathias Feßler, Hafnermeister. 1851 Wilhelmine Feßler, geborne Kurz, Witwe. Die zahlreichen Marmorplatten, mit welchen der Hofraum dieses Hauses gepflastert ist, dürften ihren verwitterten gothischen Schriftzeichen und Schilderten nach zu urtheilen, Grabmälern früherer Jahrhunderte angehören. 11 . (21. 100 163. 314) L. Hotel Kahmayr. Schild M Flucht nach Ägypten. Im Jahre 1700 .Gesummte Massier vnd Eine ehrsambe Zech der bürgerlichen Beckhen in Wienn. Zwei Hofstatt Weingärten in der Haberpoint auf St. Stephans Aigen beym Böglhoff, anrainend an des Burgerspitals Weingarten " 1721 Jacob Anton Hävoth, des hohen Teutschen Ordens Verwalter allhier. 1767 Johann Simon von Schuster, kais. Hauptmann und Quartiermeister von Nugent. 1774 Maria Klara von Majon, Churpfälz'sche Hofraths-Wittib. 77 1798 Geschwister Majon. 1810 Joseph Hummelberger, Schank- wirlh. 1812 Johann Herz, k. k. Rechnungsrath 1825 Theresia Herz. 1826 Johann Baptist Janku, k. k. Eassa-Offizier. 1827 Anton Behsel, Stadt-Bauinspektor (geb. 1781, 1- 27. Oktober 1838. Verfasser eines sehr korrekten Wiener-Häuserver- zeichnifses vom Jahre >829.) 1839 Anton Behsel, k. k. Oberfeldarzt; dann Georg und Henriette Behsel. 1857 Alois Katz- mayr, Gasthofbesitzer. Das Hotel wurde am 18. Jänner 1862 eröffnet. L^.. Siehe Floragasse 2. LS. <22. 101 162. 313.) K. k. Taubstummen - Institut. Im Jahre 1700 „Sechs und ein halbes Achtel, dann ein Viertl in der Haberpoint liegende, theilweise zum Erzbisthum wie auch den Johannitern und Laurenzerinnen dienstbare Weingärten;" Besitz des Kays. Trabanten Wolff Schnaitner. 1705 Peter Lederhofer, Zimmerwarter in der kais. Favorita (nebst einem 1720 gebauten Wohnhause). 1736 Karl Joseph Edler von Dier, Jhro Rom. Kays Maytt. wirklicher Kammerrath und geheimber Kammer - Zahlmeister (geb. 1684; si 19. Dezember 1756. Am Hofe der Kaiserin Maria Theresia, als Gnaden- und Almosenspender eine wichtige Persönlichkeit). 1757 Elisabeth Edle von Dier, geborne Stadler; Wittib <1765verehlichte von Joachimsburg, -j- 10. November 1770) 1771 Franz Anton Joachim von Joachimsburg, k. k. Hofrath (geb. 1690; f 14. November 1775). 1776 Eleonora von Joachimsburg. Witwe (später verehlichte Freyinn von Serdagna). 1784 Nikolaus Joseph Fürst von Lssterbäs)- äs (Jalautlia, (geb. 1714, 1790), kais. Feldmarschall. 1791 Paul Anton Fürst von Lsstsrbä!^ äs 6s.la.Qtll» (geb. 1738, f 1794), kais. Feldmarschall-Lieutenant und Kapitain der königl. hnngar. Leibgarde. 1792 Peter Leopold Edler von Genzinger, Doktor der Arzneykunde (Besitzer des Hauses Nr. 102 am Alsergrund). 1806 Franz, Leopold und Peter von Genzinger; dann Josepha von Pitter. geborne von Genzinger. 1808 (30. April) „N. Ö. Land bruderschafts- und Normalschulfond" (für das k. k. Tau bstummen - Institut in Wien). 78 Ein am 7. Mai 1736 zwischen dem General-Hofbau-Direktor Gundacker Grafen von Althann und dem Kammerrathe von Dier abgeschlossener Vertrag meldet. daß Di er die eben angekaufte Lederhofer'sche Behausung neugebaut, und bei diesem Anlässe — da das vorhandene „Lxatium" nach der Straße sehr beengt war — von Sr. kaiserlichen Majestät einen Theil des anrainenden „Kaiserlichen Jesuiterhauses" und Gartens (gegen die Straße 10" 2' breit, und im tzuaäro 278") zur freien Disposition erhalten habe. Nach Demolirung der abgetretenen Gebäudetheile wurde aus dem gewonnenen „alten Zeug"' eine 66" lange Umfangsmauer hergestellt; auch Herrn von Dier gestattet, den freien Abfall der „in der kaiserlichen Favorita ausgehenden Lustwässer" in seinen Garten zu leiten. Dagegen wurde ein, vorher zur Lederhofer'schen Behausung gehöriger Weingarten ohne Entgeld in die kais. Favorita einbezogen. Vom 25. Juni desselben Jahres datirt ein Freibrief des Wiener- Stadtrathes, demzufolge über erflossene Allerh. Resolution und nach Erlag eines Redimirungskapitales von 405 fl, dieDier- sche Besitzung von „Dienst, Zehend, Grundbuchsgebühren und allen wie immer Namen habenden bürgerl. Lasten und Oneribus für ewige Zeit frei und ledig" gesprochen wurde. Unter gleichen Privilegien kam am 14. Juli 1739 auch der, längs des Hausgartens zur kaiserlichen Allee (gaffe) führende Fußsteiggrund, in das unbeschränkte Eigenthum des Herrn von Dier. Das Wiener Taubstummen-Jnstitut dankt sein Entstehen gleich vielen andern Humanitätsanstalten in der österreichischen Monarchie, den menschenfreundlichen Anschauungen Kaiser Joseph's II-, welcher im Jahre 1777 während seines Aufenthaltes in Paris die Idee zur Errichtung dieser Anstalt gefaßt hatte. Dem forschenden Geiste des Monarchen war in der Seinestadt auch die von dem Abbö de l'Epöe gegründete Erziehungs- und Unterrichtsanstalt für die unglückliche taubstumme Jugend nicht entgangen. Überrascht von der merkwürdigen Erscheinung, wie diese Armen ungeachtet des Mangels der zur geistigen Entwicklung wichtigsten Sinne, durch sorgfältigen Unterricht aus dem Zustande der Verwilderung gehoben und zu nützlichen Gliedern der Gesellschaft herangebitdet werden — fühlte 7S sich Joseph bestimmt, auch in Österreich eine derartige Freistätte zu öffnen, und diese Unglücklichen, deren überwiegende Mehrzahl bisher dem Bettelstäbe verfallen war, der Wohlthat der menschlichen und staatsbürgerlichen Bildung zuzuführen. Auf seine Anordnung ward der Weltpriester (nachmalige Domherr) Friedrich Stork nach Paris gesendet, um in Gemeinschaft mit dem dortigen Sprachlehrer Joseph May sich unter de lEpöe's Leitung die Methode des Taubstummen-Unterrichtes eigen zu machen. Nach einem achtmonatlichen Aufenthalte bei de l'Epöe in Paris und ausgerüstet mit den nöthigen Fachkenntniffen, kamen Stork und May 1779 nach Wien, Kurz nach ihrer Ankunft erfolgte die Beischaffung aller Lehrmittel und sonstigen Erfordernisse, und wurde nach Aufnahme fähiger Zöglinge auch an den Unterricht geschritten. Der Beginn war ein versuchsweiser, ganz im Kleinen, Sechs taubstumme Knaben und auch die gleiche Anzahl Mädchen erhielten in einer zu diesem Zwecke gemietheten Wohnung des Bürgerspitales (Stadt 1100) auf Staatskosten Unterricht, Erziehung und vollständige Verpflegung. Stork bekleidete bei dieser Freischule die Stelle des leitenden Lehrers, May jene eines Gehilfen, Die nach Jahresfrist bei Gelegenheit einer öffentlichen Prüfung an den Tag gelegten Fortschritte der Zöglinge, und der allgemeine Beifall, der ihnen zu Theil ward, bestimmten den hochherzigen Monarchen, nun der Entwicklung dieses Institutes mit erhöhter Aufmerksamkeit zu folgen. 1782 vermehrte er die Zahl der Freiplätze auf dreißig, und gab der Anstalt statt der bisherigen Wohnung im Bürgerspitale, eine der größerem Zahl ihrer Pflegebefohlenen entsprechende, imStö geraschen Hause (Woll- zeile Nr. 791). Im Jahre 1784, nach Vermehrung der Stiftplätze von 30 auf 45, überfiedelte das Institut in das eben geräumte Kollegium der Pazmanniten (;tadt683 und 685), mit welchem auch ein Haus in der Leopoldstadt (375) in Verbindung stand. Letzteres hatte einen freundlichen Garten zur Erholung für die Zöglinge. Die umfangsreichen Räumlichkeiten des Pazmanneums, worin auch eine Buchdruckerei der Taubstummen im Gange war. verblieben nur 19 Jahre in Besitz der Anstalt; nachdem die Realitäten aus Befehl Kaisers Franz I. 80 schon 1803 —der vom Kardinale Pazmann gestifteten BildungS- anstalt für den ungarischen Klerus zurückgegeben werden mußten. Don nun an treffen wir das Taubstummen-Jnstitut, so wie zur Zeit seiner Gründung, wieder nothdürftig eingemiethet; diesmal im zweiten und dritten Stockwerke des Windhaag- schen Stifthauses (785 in der oberen Bäckerstraße), wo unter anderen Unbequemlichkeiten besonders Mangel an Licht und reiner Luft sich fühlbar gemacht hatte. In Berücksichtigung dieser mißlichen Verhältnisse wurde denn nach Verlauf von fünf Jahren das Genzin ge rsche Haus in der Favoritenstraße angekauft, und im Monate Mai 1808 mit allen dem Institute Angehörigen bezogen. Das heutige Jnftitutsgebäude ist ein Stockwerk hoch, und in gleicher Linie an die k. k. Theresianische Ritterakademie angebaut. Seine Hauptfronte mißt 16, der Seitenflügel in der Taubstummengasse 31?, und die anstoßende Gartenmauer 46? Klafter in der Länge. Die Hauptfronte ist durch zwei Flügel mit dem im Jahre 1822 erbauten Quertrakte gegen den Garten zu verbunden, so daß der Hofraum ein geschloffenes Rechteck von 188 Quadratklaftern bildet. Ebenerdig find nebst der, am 12. Februar 1826 geweihten Hauskapelle, auch die Kanzlei und Kasse, die beiden Krankenzimmer, die Wohnungen des Lehr- und Dienstpersonales, Küchen- und Vorrathskammern untergebracht. Die obere Etage umschließt die eigentlichen Räume des Institutes, den Zeichnungs- und Prüfungssaal, zwei große Lehrzimmer, zwei Arbeits- und Speisesäle, drei Schlafsäle und die Wohnung des Direktors. Der zum Hause gehörige Garten*) ist mit schattigen Bäumen bepflanzt, mit einem kleinen Turnplätze und einem ') Daß man im Jahre 1818, ungeachtet der voraussichtlichen Erweiterungsbauten, -inen Theil diese« schönen Gartens als entbehrlich veräußerte, bleibt ein empfindlicher Verlust für die Anstalt — freilich soll die Rückzahlung der Kapitalien, welche der Religion«- und Normalschulfond zum Ankäufe deS Gcnzinger'schen HauseS geliehen, in anderer Weise nicht möglich gewesen sein. Die nach Abtheilung des Institutsgartens gewonnenen und am 18. Dezember 1813 veräußerten vier Baustellen (derzeit Nr. 3. und 5 in der Taubstummengasse, daun Nr. 26 und 28 untere gl Bassin versehen und dient den Zöglingen nicht allein zur Erholung, sondern auch zur praktischen Anleitung in den verschiedenen Zweigen der Gärtnerei, namentlich der Obstbauinzucht Zn Anerkennung dieses verdienstlichen Wirkens hat auch die k, k. Land- rvirthschaftsgesellschaft in Wien, in ihrer Generalversammlung vom 2, April 1862, dem Taubstummen - Institute die große silberne Gesellschafts-Medaille verliehen. Die Aufnahme in das Institut wird nach den, mit Hofdekrete vom 3 Oktober 1793 kundgegebenen Grundsätzen, nur solchen lernfähigen Taubstummen gestattet, welche das 7. Lebensjahr erreicht, das 14/jedoch nicht überschritten haben. Blödsinnige oder mit sichtbaren Körpergebrechen behaftete find vom Eintritte in die Anstalt ausgeschloffen. Der Unterricht umfaßt die Lprach- und Religionslehre, das Lesen, Schreiben, Rechnen und Zeichnen. Seit dem Jahre 1853 sind zur besseren körperlichen Entwicklung und Kräftigung der Knaben geregelte Turnübungen eingeführt. Die Erwachsenen erhalten Kenntnis in der Gartenkultur, und so weit es die beschränkten Lokalitäten der Anstalt erlauben, auch eine Anleitung zu Cartonnagearbeiten. Die Mädchen werden im Nähen, Stricken. Kleidermachen und sonstigen, ihrem Geschlechte zukommenden häuslichen Verrichtungen unterwiesen. Hat der Taubstumme während seines Aufenthaltes im Institute, welcher in der Regel sechs Jahre dauert, das Erforderliche zu seinem weiteren Fortkommen erlernt, so erfolgt sein Austritt; nach freier Wahl nun einem seiner Neigung und seinen Fähigkeiten entsprechenden Handwerke oder Kunstzweige sich widmend. Durch den im Jahre >822 vorgenommenen Zubau konnte die Zahl der aufzunehmenden Zöglinge von 34 Knaben und 14 Mädchen, zusammen 48 Taubstummen, auf 70 Zöglinge (50 Knaben und 20 Mädchen) vermehrt werden. Doch wurde bei dem sich jährlich steigernden Andrange zur Aufnahme, neuester Zeit diese Zahl mit thunlichster Benützung der gebotenen Räumlichkeiten um 21 Köpfe überschritten; so daß nun 9 t Zöglinge (55 Knaben und 36 Mädchen) im Institute Unterricht, Alleegasse) wurden den Käufern am t7. Mai l816 mit der Zusicherung übergeben, daß statt des früheren Saekgäßchcns gleichzeitig eine faurbare Straße — die heutige Taubstummengasse — eröffnet werde. Wiedeu «r 82 Erziehung und ihre ganze Verpflegung genießen. Die Erhaltung der Zöglinge geschieht entweder auf Staats-, Landes- oder Gemeindekosten; theils aus dem Erträgnisse einzelner, von edlen Menschenfreunden zu diesem Zwecke errichteten Stiftungen; ferner gegen Erlag der Derpflegskosten (dermals im Jahresbetrage von 206 fl. Ö. W.) von Seite der Eltern oder Gönner des Aufgenommenen. Die gegenwärtige Zahl der Zöglinge sowie die bezüglichen Dotationsfonde, sind hier übersichtlich zusammengestellt. . . . . . 20 Zöglinge (für in Wien Hei v 1) Auf Staatskosten . . 2) Vom Lokal-Armenfonde mathsberechtigte) . . 8) Vom Landbruderschaftsfonde 4) Aus dem Fonde für taubstumme Militär- Kinder . 5- Aus den Gefällenstrafgelder» 6) Auf Kosten des Taubstummen - Instituts Fondes. 7) Von der Stiftung des k. k. Pr. Großhand lungs-Gremiums . . 8) Stiftung des Herzogs Albert von Sachsen Tesche» .... 9) Franz Dafner'sche Stiftung 10) Stiftung des Kreises „Unter-Manhartsberg" 11) Franz Thronersche Stiftung . . 12) Maria Anna Kampflsche Stiftung 13) V. Holbeinsberg sche Stiftung 14) Gegen Entrichtung der Verpflegskosten von Privatpartheien.5 „ Die nnt Jahresschluß 1861 im Besitze des k. k. Taubstummen - Institutes in Wien verrechneten Stiftungskapitalien betragen 323.905 st. Ö. W. Mit Rücksicht auf die eben nachgewiesene, die Räumlich- keitsverhältnissc des Gebäudes weit übersteigende Anzahl der Zöglinge, und den Umstand, daß nahezu 20 Stiftplätze bisher aus Mangel an Raum gar nicht zur Besetzung gelangen konnten, ist die Erweiterung der Anstalt zur unabweislichen Nothwendigkeit geworden; und soll den vorliegenden Entwürfen nach, die Auf- 22 10 5 1 83 setzung eines zweiten Stockwerkes auf das gegenwärtig bestehende Gebäude schon in kürzester Zeit in Ausführung kommen. L». (471. 139. 161 312.) ,4. Schild hur Stadt) Emmaus. Abg. von Nr. 20. Im Jahre 1792 Joseph Zach. Lehenkntscher. 1813 Michael Lindner, Kleinfuhrmann. 1838 Theresia Lindner. Witwe. 1855 Johann Zach und Theresia Lindner. 15 (23. 102. 156. 306.) K. k. Lherrsisnischr Uittrrskademie. Zoruials die kaiserliche ..Favorita." Die Leiden und Drangsale des dreißigjährigen Krieges hatten ihr Ende erreicht; Frohsinn und neues Leben folgten dem wilden Schlachtgetümmel. Auch Kaiser Ferdinand Hl-, der in dem blutigen Schauspiele selbst eine wichtige Rolle gespielt, wandte seine Thätigkeit wieder den Geschäften des Friedens zu. Es mochte in den Jahren 1649 oder 1650 gewesen sein, daß er am Donaustrome, in der dicht bewaldeten Wolfsa». jenes freundliche Schlößchen gebaut hatte, in welchem ein Jahr» hundert später Joseph II. so gerne geweilt. Auf die besondere Vorliebe Ferdinands für das einsame Schlößchen mit seinen holländischen Anlagen — den heutigen Augarten — deutet schon der Name Favorita. Bald aber bewog Ferdinand ein verheerender Austritt der Donau (1656) das Waldschlößchen mit einem, durch vortheilhaftere Lage sich empfehlenden Sommersitze zu vertauschen. Nun siel die Wahl auf die südöstliche Anhöhe der Wieden, und kurz vor Ferdinands, am 2. April 1657, erfolgten Ableben, begann hier inmitten grünender Rebenpflanzungen der Bau einer reizenden Sommer - Residenz, welche zur Unterscheidung von der alten, in der Leopoldstadt liegenden Favorita, fortan die neue Favorita genannt wurde—dermalen die Theresianische Ritter- Akademie. Matthäus Bischer lieferte in seinem 1672 erschienenen Werke „FvxoA-raj)5i!, Fustriao intei-ioi-is'" ein getreues Bild des neuen Schlosses. Nach diesem Abrisse zählte das Gebäude drei umfangsreiche Flügel, über dem Erdgeschosse jedoch nur ein Stockwerk. Sein Haupteingang stand am heutigen Punkte. Den gegen Sonnenaufgang, nach dem Garten zu gelegenen kaiserlichen Gemächer» schloffen sich eine Gallerte, die Damenzimmer, dann mehrere Säle, und unter diesen der weite Komö- «4 diensaal (an Stelle der gegenwärtigen Reitschule) an. Die querstehende Kapelle war durch ein spitzes, unansehnliches Thürmchen gekennzeichnet. In den zugehörigen Gärten, die im Vergleich mit den jetzigen akademischen, eine weit größere Ausdehnung hatten, waren besonders der große Fischteich; neben diesem die Schießstätte und am östlichen Ende der Turnierplatz bemerkbar. Während der Belagerung Wiens durch die Türken, im Jahre 1683, fielen init den Vorstädten auch die beiden kaiserlichen Favoriten in Schutt. Das Schloß im Augarten blieb nahezu ein Jahrbundert in seinen Ruinen liegen; die Favorita auf der Wieden ward jedoch von Kaiser Leopold I. in großartigem Style nengebaut. Ter Monarch brachte meist die Sommermonate daselbst zu, und ließ der jugendlichen Schöpfung die größte Sorgfalt angedeihen. Die verschwenderisch ausgestatteten Räume der Favorita, ihre umfangsreichen, nach vorherrschend französischem Geschmacke kunstvoll angelegten, mit den seltensten Gewächsen bepflanzten Gärten, bildeten zu Leopolds Zeit den Schauplatz glänzender Feste. Wir erinnern nur an jenen präch tigen Festball, welchen der Kaiser am 11 Juli 1698 zu Ehren des anwesenden Ezaren Peter I. veranstaltete. Unter Kaiser Joseph I. blieb die neue Favorita minder beachtet; indessen find aus seiner Epoche zwei Turniere bekannt, die am 18. Juni 1708 und am 11. Juli >709 hier stattfanden, und wobei dem Kaiser selbst „wegen der Lantzen, wegen der Pistol und wegen Vielheit der Köpfe" Preise zuerkannt wurden. Ihren höchsten Glanz erreichte die Favorita unter dem prachtliebenden Kaiser Karl VI., der sie bleibend zum Sommer- anfenthalte gewählt und namhafte Summen auf ihre Einrichtung verwendete. Alle großen Hoffcste, Carroussels, Komödien, Opern und anderen Belustigungen, auch die „Frey- und Hauptschießen" der kaiserlichen Jagdgesellschaft traten hier in Szene. Die betannte Reisende Lady Marie Montague, die früher am englischen Hofe und an jenem von Versailles den prunkreichsten Festen beigewohnt hatte, spricht in ibren schätzbaren Wienerbriefen (1716) mit Bewunderung von den herrlichen 85 Opern, welche in den Gärten der Favorita zur Aufführung kamen, und behauptet, daß sie nie etwas Prächtigeres der Art gesehen, ja die Angabe gar nicht übertrieben fände, nach welcher bloß die Dekorationen und Costümes zu diesen Schauspielen dem Kaiser über 300,000 Gulden Silber gekostet. Der Aufwand bei manchen Vorstellungen war unermeßlich. So ward die Bühne zuweilen ans das große Bassin verlegt, dessen schimmernder Wasserspiegel zierlich gebaute und reich vergoldete Fahrzeuge trug, welche Seetreffen, ja sogar Schiffbrüche zum Ergötzen der erlauchten Zuseher erekutirten. Bei einer solchen Aktion traf es sich einmal wirklich, daß ein Schiff scheiterte und dabei eine der ersten Sängerinnen ihr Leben einbüßte. ') ') Näheres über jene Feste bringen die illustrirten Beschreibungen derselben in der kaiserl, Bibliothek, Auch von den Opern sind einzelne Textbücher und Programme im Druck erschienen; unter anderen: „Die über die Xloivu obsiegende ^ngsslie», zur Befrohlockung der Geburt Erzherzogs Leopold. Auf dem großen Teich in der kayserlichen Favorita wälsch gesungen vorgestellt." Mit Kupfern von Giuseppe Galli. Wien 1716. — Nachrichten über die Opern finden sich auch in dem handschriftlichen Nachlasse des k. k. Rathes Geißler, nunmehr Eigenthum deS hiesigen Mufikvereines. Die Zufahrt der Earrossen nach der Favorita erfolgte meiste durch die Wiednerhauptstraße und Mayerhofgasse; bei außergewöhnlichen t Anlässen auch durch die Kavoritenstraße und Allccgasse. Wie die Mayerhofgasse (Favoritenallee) noch heutzutage, so war früher auch die Allee- gasfe mit Baumreihen bepflanzt — ja die zahlreichen, in den Schachner'schen Vogclpcrspcktivplan vom Jahre 1734 eingezcichneten Laternenpfähle deuten an , daß sich obiger Straßenzug sogar einer r c gc> m äß i g en Beleuchtung zu erfreuen hatte, welche in den übrigen Theilen der Vorstadt erst unter Joseph II. eingeführt wurde. Bemerkcnswerth ist die folgende kaiserliche Verordnung, welche wir im Wiener Diarium vom 14. Juni 1721 eingeschaltet fanden: „Heut wurd dahier, auf einer Hohen Landesfürstlichen Obrigkeit ergangen-gnädige Verordnung durch ein öffentlichen Ruff jedermann kund gemacht. Was Massen erforderlich sein wolle, damit denen, bei Anwesenheit und Anfenthaltung Ihrer Kayserlich und Eatolischen Majestät in der Favorita, sich bei dem sogenannten Kärnthnerthor durch die aus- und einführend-schwere Fuhren öfters ereignenden Beschwerden und Ungelegenhciten, auch in Ansehung deren aus- und einfahrend Kayserlichcn Ministeren, Eavalieren und Richtern, dann andere Hof-Fuhren, abgeholfen werden mögte, behörige Fürsorg und 86 Ein nicht minder anziehendes Bild dürften die „Sch ätzen- gesellschiisten^ geboten haben, welche dem Rufe des kaiserlichen Herrn folgend, sich alljährlich in der Favorita versammelten. Bekanntlich war unter Karl VI. die Lust am Scheibenschießen auf das höchste gestiegen. Zur Schießstätte in der kaiserlichen Favorita erhielt nur der Adel ersten Ranges Zutritt. Zeitweilig wurde auch die Bürger-Schießstätte am Alservor- städter-Glacis vom Hof und Adel besucht. Pfeffel hat in seinen „Vorstellungen angenehmer und zierlicher Grundriffe der Lustgärten und Prospecte Wiens" (um 1730) auch eine Abbildung der kaiserlichen „Schießstätte so am Turnierplätze gebaut worden," mitgetheilt. Die Best- und Kranzelschießen begannen gewöhnlich am St. Jacobstage und nahmen den ganzen Sommer hindurch ihren Fortgang Wir haben zufällig die Beschreibung eines „Kran z el schiehens" vor uns liegen, welches von dem Obristhofmarschall Adam Franz Fürsten zu Schwarzenberg und dem kaiserlichen Geheimrathe Otto Christoph Volkra Grafen von Heidenreichstein am 11. August 1719 in der Favorita gegeben wurde, und wobei Kaiser Karl VI. die zwei ersten Kränze mit den dazu gehörigen Hauptfahnen gewann. Unter den geladenen und mit „Besten" ausgezeichneten Kavalieren begegnen wir dem Jnfanten Emanuel von Portugal, dem Marchese Rofrano, dem Bischof von Kollonitz; den Grafen Paar, Althann. Pa lffy, zulängliche Vorsehung zu Pflegen. Als will eine Hohe Lands - fürstliche Regierung zu dem End und Abwendung aller Brschwernüssen und Hinder- nüssen gemessen anbefohlcn und gcbotten haben, daß sobald Ihre Kayserlich und Latolische Majestät in Dero Favorita sich cinfindcn, und solang dieselbe alda Sich aufhalten werden, diejenige, welche schwere Fuhren, als Sand, Ziegel, Stein, Kalch, Bier, Kohlen, Kien, Heu. Holz und andere derley Fuhren, wie die Namen haben mögen, in- oder ausser der Stadt i zu fuhren haben, frühe bis acht Uhr des Kärntncrthors mit ein- und aussühren sich gebrauchen können: Dahingegen nach acht Uhr oftcrwcntcö Kärntnerthor umfahren und durch ein anderes Thor die Aus- und Einfuhr nehmen sollen." (Bedenkt man, daß derlei Fuhrwerken auch die Fahrt durch das Burgthor nickt gestattet war, welch' beträchtliche Umwege mußte so ein armer Rosselenker mit seiner schweren Last oft machen, um ja keiner junkerlichen Equipage in die Nähe zu kommen! — Unter Maria Theresia hatte sogleich wieder die ungehinderte Durchfuhr Statt). 87 Starhemberg. Mollart, Sinzendorff u. a. Wie lebhaft es bei derartigen Anlässen zuweilen hergegangen sein mag. dürfte aus einer gedruckten Hof- und Schützenordnung vom 30. Zuni 1720 erhellen, welche in einem ihrer 36 Paragraphe auch jedes „Schelten und Sakramentiren* verbietet. Die Glanzperiode der Favorita hatte bis zum Ableben Karls VI. — dem letzten männlichen Sprossen aus dem Hause Habsburg — gewährt, welcher in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 1740 hier entschlummerte. Maria Theresens Pietät konnte von diesem Tage an die Favorita als keine passende Sommerresidenz mehr betrachten, und selbe blieb nun vom Hofe unbenutzt. Einige Leute der kaiserlichen Dienerschaft bewohnten allein einen Theil des Gebäudes, die ebenerdigen Gemächer wurden als Magazine für Tapeten und Zagdzelte verwendet, und in der Folge auch ein Bataillon der Stadt- Miliz hier bequartirt. Palast und Gärten wurden nur mehr nothdürftig erhalten. Letztere hatten übrigens durch Grundabtretungen schon früherer Zeit an ihrem Umfange verloren. *) ') In das Bereich der Favorita gehörten: ») die kaiserliche S ta l lme istere i (Favoritenstraße Nr. 3 L 5V l>) das im Jahre t698 erbaute „Stöckel der kayserl. Herren Beichtväter 8. 3. und dasl>oxis der Kammerdiener." Bon diesem Jesuiterhause wurde ein beträchtlicher Theil an den kaiserlichen Kammerzahlmeistcr von Di er überlassen (das heutige Taubstummen- Jnstitut, Favoritenstraße 13.) o) die ganze linke Seite der Taubstummcngasse st. 3, 5 L 7) nebst den Häusern Nr. 26. 28, L 30 in der unteren Allcegasse. die kaiserliche Eis grübe, Favoritenstraße Nr. 17. An der gegenüberliegenden Seite der Favoritenstraße: e) das alte Stadt-tzuuräi Haus Nr. 22 (und Maycrhofgassc 2) mit den im Jahre 1782 abgethcilten Realitäten Nr. 4. 6 L 8 in der Mayerhofgasse. kl der kaiserliche Holzstadel Nr. 24L26 (mit Maycrhofgassc 1 und Waltcrgasse 2.) x) die kaiserlichen Mundküchcn Nr. 30 (mit Waltergassc 1 L 3.) Das zur Favorita gehörige Grundbuch hatte schon am LI.Febr. 1711 Gras Gundacker Thomas von Starhcmberg käuflich a» sich gebracht. 88 Im Jahre 1746 widmete Maria Theresia die weiten Räume der Favorita der eben zu errichtenden—den Namen der hohen Gründerin tragenden R itt era ka d emi e; nur einige, außerhalb der Mauern des kaiserlichen Lustschlosses gelegene Nebengebäude blieben dem allerhöchsten Hofe Vorbehalten. * » * Bevor wir die Leser mit den geschichtlichen Details der Akademie bekannt machen, ist es von Wichtigkeit, auf die Schulzustände im allgemeinen, wie sie der Gründung dieser Lehranstalt vorangegangen, einen flüchtigen Rückblick zu werfen. *) Erziehung und Unterricht aller Stände, auch Jener, welche zu den höheren gerechnet zu werden pflegen, waren im Mittel- alter im beklagenswerthen Zustande; die damaligen Verhältnisse machen dieß leicht erklärlich. Allein die Zeit des Mittelalters war längst entschwunden, und dennoch sehen wir im Unterrichtswesen noch lange keine wesentliche Veränderung eintreten. Die Jugend der Mittelstände erhielt in den wenigen Stadtschulen, in Klöstern und an den Hochschulen die notdürftigste Fachbildung. Die Jugend der höheren Stände war aber im Grunde noch übler daran, denn sie pflegte die Hochschulen nicht zu besuchen. Theils waren Dünkel daran Ursache, zum Theile aber auch gute Gründe, welche obige Erscheinung wo nicht rechtfertigen doch erklärlich machen. Die Wiener Hochschule war nämlich — man muß es freimütig bekennen — in einem mehr als mittelmäßigen Zustande. Die Professoren waren noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts mit 110 bis 170 Gulden besoldet, und selbst diese kargen Bezüge konnten sie aus der gewöhnlich leeren Universitätskasse zuweilen jahrelang, ja selbst Jahrzehnte hi »durch nicht erhalten. »Kollegiengelder waren nicht üblich. Unter solchen Umständen onnte wohl den Spitzen der Wissenschaft nicht beifallen, die ') Mit Bezug auf die früheren Sihulzustände und die Entstehungsgeschichte der k. k. Theresianischen Ritterakademie, folgen wir hier den Mittheilungen des Herrn k. k. Ministerialrathes Joseph Albrccht Edlen von Bergenstamm, welcher seine handschriftlichen Aufzeichnungen dem Verfasser dieses Buche» freundlichst zur Benützung überließ. 89 Würde eines Universitäts-Lehramtes auf sich zu laden. Dieß erklärt uns auch, daß bis zur Zeit der durchgreifenden Reformen des großen van Swieten, meist ganz unbedeutende Männer den Lehrämtern vorstanden. Nicht minder elend waren die materiellen Verhältnisse. Die sogenannten Hörsäle waren enge, düstere Stuben, die im Winter unbeheizt blieben. Die Geldnoth der Universität war von der Art, daß zerbrochene Fensterscheiben nicht ausgebessert wurden. Die Mehrzahl der Studierenden lebte in tiefster Armuth. In den verschiedenen Bursen *) halten sie ein Obdach, dürftiger als die Handwerker in ihren Herbergen. Jeder suchte auf irgend eine Art sich Brot zu verschaffen, einer durch Singen oder Muficiren in den Haushöfen, ja manche durch eigentliches Betteln. Wie weit sogar öffentliche Stimmen an der armen studirenden Jugend sich vergangen, kann der Leser dem Urtheile jenes Touristen entnehmen, der im Jahre 1706 zu Köln die „Uomoires äo 1a tour cio Vieuuo" herausgab, und in denen der Franzose mit unerhörter Arroganz seine Gedanken ausspricht. Wir lassen hier in gleichzeitiger Übersetzung eine Stelle folgen, als trauriges Beispiel des Adelstolzes, der zu jener Zeit gleichsam auch die Wissenschaften gepachtet zu haben schien: „Ich kann mich nicht enthalten, meinen Verdruß über die Gewohnheit auszulaffen, welche dem ganzen katholischen Deutschland gemein zu sein scheint, daß man in denen Collegiis ein Haussen Bettler duldet, welche wider das Elend ihres Standes Studenten sein, und die freyen Künste begreifen wollen- Jch bin gar nicht in Abrede, daß nicht auch unter dem allergemeinsten Pöbel einige gute Köpfe sollten gefunden werden, welche sich zum Studiren schicken; aber ich wollte doch gleichwohl, daß man etwas mehr Respekt vor die Studia trüge, damit dasjenige, so nur ein Privilegium des Adels (!) ') Burse» (deren Name von dem lateinischen Lursr», Tasche, Beutel oder Säckel herstammt) hießen die Quartiere, wo arme Studenten unent- geldliche Unterkunft fanden; desgleichen die Fände, aus welchen sie ihre Stipendien bezogen. Wien zählte mehrere derselben, so eine: Heydenbursa, Lilienbursa, Rosenbursa, Schlcfierbursa, die Spreng-, Bruck- oder Lamml- bursa, den Goldberg ». a, 90 ist, nicht vor alles gemeine Volk geworffen würde, welches bei Niedrigkeit ihres Standes weder Mittel noch Gelegenheit hat, sich dessen mit Nutzen zu bedienen. Es ist eine Schande, daß man auf den Bänken der obersten Klassen so elende Leute antrifft, welche wegen ihrer Armuth gezwungen sein zu betteln, bloß ihr Leben hinzubringen. Und was muß dieses nicht vor Verdruß einem jungen Menschen von guter Herkunft erwecken, wenn er verbunden ist, gegen einen solchen Hungerleider zu disputiren, dessen stinkender Athem, den er sich durch schlechte Speisen zu Wege bringet, diejenigen gleichsam vergiftet, welche ihn anhören mäßen/' rc. Wie gesagt, die Hochschule wurde von den wohlhabenderen Klassen gerne gemieden. Nun drängt sich aber die Frage auf, wie die Jugend der höheren Stände, welche nach dem damaligen Systeme ausschließend berufen war, alle höheren Amtsposten im Staate einzunehmen, sich die nöthige Befähigung hiezu erwerben konnte. Zwei Mittel gab es, durch welche — natürlich nur dem Scheine nach — dicß Ziel erreicht werden sollte: die Pagerien und die Hauslehrer. Der auf diesem Wege erlangte äußere Anstrich von Bildung wurde durch die unvermeidliche tour ck'Lurop« gekrönt, welche dem jungen Mann gleichsam die höhere Weihe gab, nicht bloß für die Gesellschaft, sondern auch für den Staatsdienst. Die Pagerien waren ein Stück Mittelalter, welches in eine spätere Zeit hineinragte, und sich mit erstaunlicher Zähigkeit behauptete. 's ') Schriftlich ist über diese einstigen Anstalten für „Edelknaben" nur wenig bekannt geworden. Dem „Weißkunig" zufolge hatte schon Kaiser Ferdinand III. (-j- t4S3) seinem Sohne Maximilian einige junge Leute als Spiel- und Studiengcnossen beigegeben. Allmählich entstanden förmliche Pagerien. Sie waren dem Oberst-Stallmeister untergeordnet, da nach den Begriffen damaliger Zeit die Reitkunst als Hauptsache galt. Die Edelknaben, deren Zahl zwischen 30 und 60 schwankte, wohnten in einem Hause außer der Burg; 1593 bis 1733 in der Stallburg, dann bis 1751 auf dem Minoritenplatze im alten Landhause. Es scheint, daß sic dann wieder in die Stallburg zurnckkehrtcn. Bon den an diesem Institute angestellt gewesenen Männern läßt sich nicht viel melden. Der Spanier visßo de disrruv» war zu Anfang des 91 Die häusliche Erziehung und der Privatunterricht der Zugend höherer Stände werden von einem Zeitgenoffen, welcher gewiß die genaueste Sachkenntniß besaß, scharf beurtheilt. Dieser Mann war der Jesuit und Rektor des hiesigen Kollegiums Johann Baptist Thullner. Nach ihm waren die in Herrschaftshäusern verwendeten Erzieher oft Leute, deren Vorleben nicht bekannt war, und welche darüber aus guten Gründen einen Schleier zu decken suchten. Leute, denen es selbst an Bildung und an sittlichem Gehalte gebrach, und deren Einwirkung auf die Jugend als eine geradezu schädliche bezeichnet werden mußte. Nach angeblich vollendeter Erziebung machten Hofmeister und Eleve die unvermeidliche Reise nach Paris, wo der junge Mann in jene Lebensweise eingeführt wurde, welche dort zum guten Tone gehörte. Um es zu ermöglichen, daß junge Männer von so höchst mangelhafter Erziehung auf höheren Staatsposten verwendet werden konnten, war eine eigentbümliche Einrichtung getroffen. Die Rathsgremienwaren nämlich in die Herren- und Ritterbank einerseits, und in die gelehrte Bank andererseits 16. Jahrhunderts Hofmeister. Als 1529 die Türken vor Dien lagen, machte er sich durch Hcldeniniith bemerkbar. Er verewigte sein Andenken durch eine Stiftung für Kranke. Sie ward die Grundlage der noch bestehenden Kaiserspitals-Stiftung. — Ihm folgte Rösel, genannt Rosinus, über welchen von Karajan biographische Nachrichten lieferte. Erstarb 1545 und hat in der Stephanskirchc ein Denkmal. Edelknabcn-Hofmcister war auch der rühmlich bekannte Topograph Georg Matthäus Bischer. Die Hof- und Sprachmcister Barn abe und Bormastin gaben, erster» 1674, letzterer 1719 französische und italienische Gespräche heraus, welche über die Pagerien einige, aber nur wenige Aufschlüsse liefern. In den nachfolgenden Jahren waren von Lu d ov isi, Locher, Doktor Böcklin und Leopold von Huhn als Vorsteher und Lehrer in Verwendung. Bereiter und Stallmeister, falls sie nicht ohnehin von Adel, erhielten solchen bald nach ihr Anstellung; man wähne aber ja nicht, daß je eia verdienter Professor in ähnlicher Weise ausgezeichnet worden wäre. Damit ist der Charakter der Pagerien hinreichend bezeichnet. In den Chroniken geschieht verschiedener Feste Erwähnung, welche die Edelknaben gegeben hatten, als: Roßballete (Karroussele), Turniere, Feuerwerke u. dgl. Mehrmals führten sie bei Hof auch dramatische Vorstellungen auf. 92 getheilt. Jene, welche auf der Letzteren saßen, hatten die ganze Last des Dienstes zu tragen, während die Herren und Ritter bloß in den Rathsfitzungen erschienen — oder auch nicht erschienen, wenn eben Jagden, Bälle und sonstige ^nitEmeQts sie verhinderten. Diese Einrichtung war völlig angemessen einer Zeit, in welcher es auch Prügelknaben und Ehoresel gab. Eine ihr sehr ähnliche hatte sich übrigens bei den ständischen Verordneten- Kollegien bis in die neueste Zeit erhalten. Wie unzulänglich Erziehung und Unterricht gewesen, hatte man wohl längst gefühlt, allein die Anläufe zu Verbesserungen waren schwach und erfolglos. Mit gebührendem Danke muß es anerkannt werden, daß die n. ö. Stände bemüht waren, besser eingerichtete Unterrichtsanstalten in das Leben zu rufen, und auch den damit verbundenen unvermeidlichen Geldaufwand nicht scheuten. Sie gründeten mit großen Kosten die n. ö. Landschafts-Akademie, wie schon im vorhergehenden Bande — in der Geschichte der Alservorstadt — erwähnt worden ist Leider trug auch diese Anstalt das Gepräge der Pagerien; der Oberbereiter war beinahe die Hauptperson, und der Kurschmied stand fast in gleichem Ansehen mit dem Professor, Die Benediktiner in Böhmen hatten die Absicht eine Bildungsanstalt für die Jugend höherer Stände zu errichten. Ihr Bemühen blieb aber ohne Erfolg, obschon die sehr reiche gräflich Strakasche Stiftung, welche für Söhne des Herren- und Ritterstandes bestimmt ist, die nöthigen Geldmittel dargeboten hatte. Bei den Benediktinern zu Kremsmünster kam 1744 eine Akademie zu Stande und scheint auch in Blüthe gewesen zu sein; doch konnte sie den vielseitigen Anforderungen für die Folge nicht genügen. Die Jesuiten wußten die Sache besser anzufassen. Sie wählten die Residenzstadt, die deutsche Kaiserstadt zum Sitze der Akademie, und widmeten die Anstalt nicht allein der Jugend eines oder des anderen Kronlandes, sondern aller Länder, die unter dem Szepter der großen Kaiserin Maria Theresia standen. Zeit und Umstände waren dem Unternehmen überaus günstig. Bei Begründung derartiger Anstalten handelt sich's um Gebäude, um Geldmittel, und — was bei weiten am schwersten 93 zu beschaffen ist — um tüchtige Lehrkräfte, ein gewandtes fähiges Personale, welches der Anstalt nicht bloß vorübergehend, sondern für die Dauer sich widmet. Solche Kräfte vermochte in damaliger Zeit lediglich der Jesuitenorden zu stellen, in welchem jede Wissenschaft und Kunst, jede Sprache, jede Nationalität vielfach vertreten war. Gebäude und Gärten für diesen Zweck waren am leichtesten auszumitteln. Es kostete der Monarchin einen Federzug, und das kaiserliche Lustschloß Favorita kam am 24. Februar 1746 in die Hände der Väter Jesu. Sechs Monate darnach erfolgte die feierliche Eröffnung der neugegründeten Akademie. Die Jesuiten giengen bei Errichtung der Akademie mit großer Umsicht zu Werke, und trugen Sorge, daß sie bei der Leitung derselben von allen bureaukratischen Einflüssen verschont blieben. Die Akademie sollte unter einem Kurator, und dieser unmittelbar unter der Kaiserin selbst stehen. Zum Kurator wurde ein Mann ausersehen, welcher dem Orden geneigt war, des besonderen Vertrauens der Kaiserin sich erfreute, und eine hohe Stellung in der Gesellschaft einnahm. Dieser Mann war Johann Graf von Khevenhüller, früher Gesandter in Regensburg und in Frankfurt. Näheres über diesen verdienten Staatsmann liefert das vortreffliche Werk von Wolf über das Privatleben der Kaiserin Maria Theresia. Wie sehr die neuerrichtete Therefianische Ritterakademie sein eigenes Vertrauen genoß, beweiset der Umstand, daß er in ihr zwei seiner Söhne erziehen ließ. Der Eine schwang sich zum Feldmarschall - Lieutenant, der andere zum Oberst-Hofmarschall empor. Die Jesuiten waren vorsichtig genug, die ganze große Anstalt, wie sie beabsichtiget war, nicht mit einem Zauberschlage in das Leben zu rufen, sondern sie allmählich aus sich selbst entwickeln zu lassen. Der Lehrplan und das Erziehungs-System waren natürlich ganz so, wie die lintio Ztuclioruiu, dieser unabänderliche Kompaß der Jesuiten sie vorschrieben. Die Lokal- Leitung hatte nicht der Provinzial Mathias Pockh, sondern der Rektor Ludwig Debiel. Von 1760 an der Jesuit Kerens, nachmals Bischof von Neustadt. 94 Die Zöglinge wurden in Kameraten zu ungefähr zehn Individuen abgetheilt. Für Erziehung, Kost, Licht, Bücher, Reinigung der Wäsche rc., hatte Jeder lOOKremnißer Dukaten zu entrichten Ihre Kleidung bestand aus einem dunkelblauen Rocke mit einer silbernen Epaulette, rother Weste und derlei Beinkleidern Die Hausordnung war so strenge, daß das Speisen der Zöglinge bei ihren Angehörigen nur in seltenen Ausnahmsfällen gestattet war, und selbst die Herbstferien nur 14 Tage dauerten Das ganze Hauspersonale war mehr oder minder enge dem Orden der Jesuiten angehörig; sogar die Haus- Apotheke wurde von einem Ordensmanne besorgt. Maria Theresen — eingedenk des humanen Wahlspruches ihres erlauchten Ahnherrn Rudolph l. „Jlolius est, 1,828 ii2P8rar8, c^usiu imp6ri2ir> ampliars" — und sorgsam strebend nicht bloß durch die Macht der Waffen als große Fürstin zu erscheinen, sondern auch durch die Segnungen und Künste des Friedens ihre Unterthanen zu beglücken, hatten diese Motive auch wesentlich bei Stiftung der Ritterakademie vor Augen geschwebt. Gleich bei Entstehung dieses Kollegiums sicherte sie den Jesuiten eine jährliche Subvention von viertausend Gulden zu; besoldete in großmüthigster Weise Lehrer aus allen Zweigen der Wissenschaften*); übergab der Akademie am 31 . Juli l 748 die Garelli'sche Bibliothek**), welcher der rühmlich ') So erhielten Christian Beckh, Professor Juris publiei et ksuäulis 3000 fl.; die Professoren Juris Oivilis Joachim Mehr und Johann Penker je 2000 fl.; Heinrich Iusti als Lehrer der Wohlredenheit 1000 fl. Jahresgehalt (gewiß keine unbedeutenden Summen für jene Zeit) "> Dieser Bücherschatz hatte Pius Nikolaus Garelli, ersten Leibarzt und Bibliothekar Kaiser Karls VI. zum Gründer. Dessen Sohn Johann Bapt. Garelli () 16. September 1741) widmete die ererbte Bibliothek mit letztwilliger Anordnung vom 22. Oktober 1740 zum öffentlichen Gebrauche, und setzte zu ihrer Erhaltung ein Kapital von 10.000 Gulden aus. Abbö Michael Denis gab im Jahre 1780 die Merkwürdigkeiten derselben durch den Druck bekannt. Nach zeitweiliger Aufhebung der Theresianischen Rttterakademie (1784) kam diese reichhaltige Bücher-Sammlung an die Universität in Lemberg, woselbst sie während der Ereignisse des Jahres 1848 von den Klammen verzehrt wurde. bekannte Numismatiker Erasmus Fröhlich — ein Jesuite — vorgesetzt wurde; und stiftete am 30. Dezember 1749 zehn Freiplätze für adelige Jünglinge. Im Jahre 1750 ließ sie die Reitschule bauen, zwanzig Pferde daselbst einstellen, und fundirte die Akademie (am 15. Dezember) mit einer Anweisung jährlicher 36.000 Gulden auf das Kamerale. Doch folgte am 30. Oktober 1751 ein förmlicher Stiftbrief, womit Maria Theresia derRitterakademie die Revenuen von den drei reichen Probsteien Bättaszök. Eggenburg und Zwettl für immerwährende Zeiten einräumte. Am 6. Jänner 1747. so sagt das Wiener Diarium, hatten sämmtliche unter Obsorge der Jesuiten stehenden adeligen Zöglinge mit ihren Rektor an der Spitze, zum ersten Male das Glück, Ihrer Majestät vorgestellt zu werden und dem ferneren allerhöchsten Schutze sich empfehlen zu dürfen — bei welcher Gelegenheit ein junger Graf Auersperg die Anrede hielt*). Oftmalige Besuche der Monarchin beehrten die Akademie; sie verherrlichte die feierlichen Prüfungen und die sogenannten Disputationen daselbst mit ihrer Gegenwart, lud die ausgezeichnetsten Zöglinge an ihren Hof und beglückte sie mit Geschenken. Ihre Sorgfalt gieng so weit, daß sie den Zöglingen für die Zeit der Herbstferien einen Theil der kaiserlichen Burg in Wiener Neustadt überließ**). ') Das bezügliche Wiener Diarium nennt als damalige Zöglinge der Akademie : Alois Freiherr» von Locella; Andreas Grafen von Berenzy ; Franz Heinrich Grafen von Bereczko; Anton Mathias Freiherr» von Bereczko; Christian von Beckers; Karl von Locher ; Johann Freiherrn von Bereczko : Christoph Grasen von Salaburg; Emanuel Grafen von Przichowsky ; Ferdinand Grafen von Khevenhüller; Franz Grafen von Kinsky; Joseph Grafen von Kinsky; Franz Freiherrn von Safran; Gottfried von Koch; Johann Baptist von Koch; Gottfried Bernhard van Swietcn; Johann Gerard van Swietcn; Johann Lothar von Raigersfcld; Joseph Theodor Freiherr» von Jsengard; Joseph Anselm Freiherr« Adelmann von Adel- mannsfelden; Joseph Grafen von Auersperg; Joseph von Friedenthal; Joseph von Niczky; Joseph Frciherrn von Pfaffenhofen; Clemens Frei Herrn von und zu Weichs und Nikolaus Freiherr» von Wallhorn. 'i In späteren Jahren diente statt der Ncustädter Burg das Schloß zu Breitenfurty zum Ferialaufenthalte; nachmals da» Stellasche und das 96 Schenken wir nun jenen Männern unsere Aufmerksamkeit, welche dem ursprünglichen Lehrkörper der Akademie angehörig, sich einigen Ruf erwarben. Unter diesen der Rechtsgelehrte Pick her. der zum Schulgebrauche dienende Werke über Pandekten herausgegeben (1750). Ein zu freisinniges Lehrbuch des Naturrechtes zog ihm jedoch 1752 die Ungnade der Kaiserin zu. Ferner Mako und der Kameralist Justi. Letzterer erhielt auch den Posten eines Professors der reinen hochdeutschen Sprache. Man wollte dieß Lehramt dem treuesten Schildknappen Gottscheds Schwabe zuwenden, allein die Verhandlung scheiterte, weil Schwabe sich nicht zum Konfessionswechsel Herbeilaffen wollte. Die Jesuiten Kerens und Longetl trugen Geschichte vor, Denis ebenfalls. Wurz, der Übersetzer Bossuet's, war Professor der Beredsamkeit; er kam später an die Hochschule. Unter den Präfekten begegnen wir dem Grafen Hohenwart, nachmaligen Erzbischof von Wien. Er hatte im Garten der Akademie einige Bäume gepflanzt, die nach einem halben Jahrhundert abgestorben waren, während der neunzigjährige Kirchenfürst noch der besten Gesundheit sich erfreute. Im Jahre 1753 war der Kurator Graf Khevenhüller einem längeren Siechthume erlegen; in der Zwischenzeit hatte Karl Holler von Doblhoff dessen Stelle versehen. Khevenhüllern folgte Karl Graf von Salm-Reifferscheid als Kurator; starb aber, nachdem er kaum sein Amt angetreten hatte. Von nun an bekleidete Joseph Anton Graf von Windischgrätz die Würde eines Kurators. Als Rechtslehrer wirkten in diesem Zeiträume Martini. Schloißnigg und Scheidlein, später auch Sonnenfels; die philosophischen Lehrkanzeln waren durchwegs mit Jesuiten besetzt. Die im Jahre 1773 erfolgte Aufhebung dieses Ordens führte auch eine gründliche Umgestaltung der Theresianischcn M ont es an ti'sche Haus zu Mödling, in welchen vordem der Spanische und Italienische Rath die Sommersaison zuzubringen pflegte — in der Folge auch der Kehlhof in Ottakring, das Klostergebäudc zu Maria- brunn, das Schloß Zistersdorf und das k oklar edo'sche Haus zu Obcr- döbling. Der Kehl Hof wurde am 13. April 1777 vom hiesigen Schottenkloster a» die Direktion des Theresianums verkauft. 97 Ritterakademie herbei. Um solche durchzuführen ward eine eigene Hofkommission ernannt, welcher Kaspar Graf von Lanthieri und nachmals Graf Edling präsidirteii. Eine der ersten Maßregeln, welche auch die Kaiserin genehm hielt, ordnete die Besitzansprüche des allerhöchsten Hofes auf die Akademiegebäude; ein Rechtsverhältniß das längst vergessen schien. Einige an der Akademie verwendet gewesene Jesuiten wurden noch ferner — als Weltpriester — beibehalten, namentlich der Lokaldirektor Kronstein, der Professor der Wohlredenheit Felix Hof- stetter, und der Bibliothekar Michael Denis — eine Perle des Ordens. Kronstein genoß volles Vertrauen; sein Wirkungskreis erstreckte sich sogar auf die Verwaltung der Stiftungsherrschaften , welche bis dahin dem Grafen Falkenhain übertragen war. Ihm stand auch die Wahl des Personales zu. wobei er so unparthciisch vorgieng, daß er selbst Männer des den Jesuiten eben nicht gewogenen Piaristenordens, wie Gratian Marx, Otto Wieser in den Lehrkörper der Akademie einreihte. Kaiser Joseph II. berief im Jahre 1782 den Freiherrn von Stillfried, einen vortrefflichen Landwirth aus Brünn, als Lokaldirektor hicher; doch sollte das Wirken des Letzteren nicht von Dauer sein, da Joseph — kein Freund der kollegialischen Erziehung — schon 1784 die Aufhebung der Akademie nnd die Einführung von Handstipendien dekretirte. Van Swietcn war es, welcher hierauf eingerathcn hatte. In den Reiben jener 1160 Zöglinge, die während des 38jährigen Zeitraumes, von der Gründung der Akademie an bis 1784, hier ihre Ausbildung erlangten, sind sämmtliche angesehene Familien der österreichischen Kronländer vertreten; so zählte das Theresianum in jenem Zeitabschnitte allein 18 Auer- sperge, 10 Colloredo, 9 Khevenhüller und Esterhäzy, 8 Erdödy, 7 Kinsky, Lilien und Schaffgotsche, 6 Sinzendorf, Montccuccoli und Cs-lky re. Wir wollen es versuchen, die bcmcrkcnswcrthestrn Persönlichkeiten, welche in damaliger Epoche von der There- sianischen Nittcrakademic aus ihre staatsmänuische Laufbahn betraten, hier in Kürze zu verzeichnen: Wieden. ^ 98 Gottfried und Johann van Swieten, die Söhne des Hochverdienten; elfterer ward Vorsteher der kaiserlichen Bibliothek. Der beiden Grafen von Khevenhüller geschah schon oben Erwähnung. Franz Graf von Kinsky, Feldzeugmeister und Direktor der Neustädter Militärakademie. Alois Baron von Locella, Übersetzer und Herausgeber des Lenophon. Georg Graf von Banffy, Gouverneur. Leopold Graf von Clary und Aldringen, Vicekanzler; auch Schriftsteller im historischen Fache. Rudolph Graf von Coronini, Vice-Präsident und Historiker. Der Kunstmäcen Prosper Fürst von Sinzendorf. Maximilian Joseph Freiherr von Somerau-Beeckh, Cardinal und Fürst-Erzbischof von Olmütz. Franz Graf von Saurau, nachmals kaiserlicher Botschafter und Minister. Alois Graf von Ugarte, oberster Kanzler. Franz Graf von Szechönyi, Septemviralist. Seine kostbaren Sammlungen bilden die Grundlage des ungarischen National-Museums. Die Präsidenten Anton Baron von Baldacci und Ignaz Graf von Chorinsky. Prokop Graf von Lazansky, Hofkanzler. Michael Graf von Viczay, Schriftsteller im Fache der Geschichte und Münzkunde. Seine numismatische Sammlung zählte bei 30.000 Stücke und hatte einen europäischen Ruf. Graf von Wallis, Finanzminister. Johann Graf von Waldstein. Fürstbischof von Seckau, Karl Graf von Ci valart, General der Kavallerie und Inhaber eines Nhlanen-Regimentes; trat im Jahre 1784 aus der Akademie und ist von den damaligen Zöglingen wohl der Einzige noch am Leben. Wie weit der Ruf der Akademie auch über die Grenzen der österreichischen Monarchie gedrungen war, dafür sprechen zahlreiche Namen Jener, die ans fremden Staaten sich eingefunden ;)9 hatten. Aus Irland kamen die Grafen van La affe und Kavanagh, aus Vercelli Graf Roccovaion, aus Rom Graf Marcolini, aus Moskau Graf Stuart, aus Florenz Graf Alessandri, aus Modena die Grafen Marsciano, aus Genua Graf Christiani. Unter den Jünglingen deutscher Abkunft befand sich auch Klemens Graf von Metternich. * Kaiser Joseph II. verordnte wie schon gesagt die Aufhebung der Akademie als solcher, und die Einführung von Handstipendien. Letztere waren nach Maßgabe des Fortschrittes der Betheilten in drei Klassen mit jährlichen Bezügen zu 3, 4 bis 500 fl. getheilt. Von nun an mußten die Stipendisten den öffentlichen Vorlesungen an der Hochschule beiwohnen, erhielten im sogenannten Barbara- stifte gegenüber der Universitäts-Bibliothek Wiederholungsstunden und Unterricht in fremden Sprachen und körperlichen Übungen, und besuchten die Reitschule des kaiserlichen Hofes. Alle näheren Umstände sind einer auf Befehl Josephs in Druck erschienenen Nachricht *) zu entnehmen. Die wissenschaftlichen Sammlungen der Theresianischen Ritter- akadcmie kamen an verschiedene Unterrichtsanstaltcn, die Garel- lische Bibliothek nach Lemberg; das umfangsreichc Gebäude ward von der Jugenieurakademie bezogen. Unter den damaligen Korrepetitoren verdienen Beachtung: der Kirchenrcchtslehrer Dolliner, der Physiker Döttler. der Ästhetiker Liebet, der Geschichtsforscher Wikosch, der fleißige Statistiker Zizius, die Rechtslehrer Rasp und Gu st ermann. Stipendisten sind uns wenige bekannt; unter diesen: Baron Kr u fft, welcher zu großen Hoffnungen berechtigte, allein früh ein trauriges Ende nahm; Heinrich von Colt in; Joseph Baron Ottenfels; Anton Graf Mittrowsky, nachmals oberster Kanzler; Prokop Graf Lazansky, Hofkanzlcr; Wilhelm Freiherr von Droßdick, Hofrath. ') »Nachricht von der Umgestaltung der theresianisch-savoyischen Akademie, »nd ihrer künftigen Verfassung." Wien, datict vom t. August t784. Fol. 7. S. Kaiser Leopold H., der so manche Maßregel seines Vorfahren in eine andere Bahn cinlenkte, suchte auch die Wiederherstellung der Akademie zu verwirklichen — doch vergeblich. Tie seit Jahren im besonnensten Zuge gepflogene Verhandlung wegen Restauration der Anstalt machte erst dann Fortschritte, als Baron Stillfried (1794) gestorben war. und der thal- kräftige Polizeiministcr Graf Sa »rau die Angelegenheit in seine Hände nahm. Ihm zur Seite stand Probst Hofft etter. Beide kannten die einstigen Einrichtungen der Akademie auf das genaueste; denn Erstercr war durch einige Jahre (1769 bis 1776) Zögling. Letzterer Direktor dieser Anstalt. Am 1 Dezember 1797 war ihre Wiederherstellung zur Thatsache geworden. Die Akademie kam in den Besitz ihrer früheren Fonde und Stiftungen, und erhielt kurz nach Ernennung des Direktors, der Präfekten und Lehrer, vom Elementarunterrichte angefangen, durch alle Zweige der Philologie. Literatur, Philosophie, Mathematik, Physik. Natur- und Weltgeschichte, Ökonomie. Politik. Statistik und Rechtswissenschaft, ihre vorige Wirksamkeit. Graf Sa»ran als Kurator stand unmittelbar ^ unter Sr. Majestät dem Kaiser. Direktor war der Probst Hofstettcr, ehemals Kustos an der Universitäts-Bibliothek ein sehr gelehrter Mann. Er hatte sich früher dem Studium der Literatur und Kunst, wie auch der morgenländischc» Sprachen gewidmet, und mit seinem Zöglinge dem jungen Fürsten Karl Liechtenstein einige Jahre auf der Hochschule zu Göttingen zugebracht. Kurator und Lokaldirektor bemühten sich, die Anstalt bis in ihre geringfügigsten Details nach dem überwundenen Standpunkte der Jesuiten umzumodeln. Die damaligen Lehrkräfte, zumeist weltlichen Standes, waren: der greise Physiker Wal cher; der gelehrte Bücher kcnner Abbk-Otto; der Mathematiker Johann Konrad Blank (am 18. Februar 1827 von dem Polen Jaruschinskv ermordet); Abbö Ja quem et, welcher ein Alter von nahezu hundert Jahren erreichte ; der Kunstfreund El l ma urer; der aus Valeiicicnnes gcflüchteteDvmherr Flory, welcher nach den: Stnrzc Napoleons Bischof in den Niederlanden wnrde; der Dichter und Ästhetiker Laurenz Leopold Haschk a; die Botaniker 101 Schuttes und Franz Schund, beide als Schriftsteller bekannt, dann Marter, welcher eine wissenschaftliche Reise nach Amerika geleitet hatte; die Statistiker Bisinger und Zizius; die Rechtsgelchrtcn Dolliner (1805 an die Hochschule überge- trctcn). Schludcrpa chcr, einst selbst Zögling der Akademie, dann Rasp »nd G n st ermann. Graf Sa »ran ward inzwischen Finanzminister und 180l Bothschaftcr am russischen Hofe. Als Kurator der Akademie folgte diesem: Freiherr von Summeraw, ein ehrwürdiger Greis mit zitterndem Haupte; unter seinem Regime kam die Akademie in die Hände der Pia rissen böhmisch-mährischer Provinz, die im Jahre 1804 unter dem Rektor Hermenegild Groß mann in Wien eintrafen. Nach Großmann trat 1806 Peter Bruckner in die Würde des Direktors, und versah von 1815 bis 1821 zugleich auch die Kuratel — nach Art eines Prokonsulates. Bruckner war ein gelehrter, wohlwollender »nd strebsamer Mann, den jedoch der Drang alle Geschäfte selbst zu schlichten, namentlich die Verwaltung der sieben Stiftungsherr- schaften und aller Kapitalien, endlich noch ein ausgedehnter Weinhandel zu sehr fesselten. Zn seinem Arbeitskabinete lagen ganze Schriftballen umher; kaiserliche Handschreiben, Waisenrechnungen, Klassenverzeichnisse, Keller-Zuventare, Predigten, Bauprojekte. Atzungsausweise für Znqnisiten, Faßbinderrechnnngen re., waren bunt durch einander gewürfelt. Fleißig arbeitete er an Abgrabung dieser Papierhügel—»nd dennoch, sie wurden immer höher und mächtiger. Unter diesen Umstände» konnte das subalterne Personale beinahe so Vorgehen, als ob kein Direktor vorhanden gewesen wäre; denn Letzterer pflegte nur dann persönlich cinzuwirken, wenn Fälle besonders greller Art cs unvermeidlich machten. Zum Überflüsse waren die Vice- und Subdirektore» gebrechliche altersschwache Leute, denen die liebe Ruhe am Herzen lag. Von den vierzig bis fünfzig Piaristen, die gleichzeitig immer i» der Akademie anwesend waren, stand Veit Bauer als Hof- predigcr in Rcnouu'e. Als Schriftsteller versuchten sich Reginald Kneift und Benedikt Bominer; die Naturgeschichte des Erstere» mar für die Kinderstube berechnet, Bommrr verflieg sich in das Feld der Dichtung. 102 Zn den schon früher bezeichneten Lehrkräften kamen in dieser Zeit einige neue. La der Physiker Abbö Stelzhammer, der im Vereine mit Alois von Bergenstamm, Darnant und Schützenberger die kirchliche Topographie von Niederösterreich herausgab, und das seltene Alter von etwa neunzig Jahre» erreichte. Ferner der im schönsten Mannesalter verstorbene Dr. Kaufmann, dessen Handbuch des römischen Rechtes sehr geachtet ist; wie auch der Rechtslehrer Dr. Zamlich, welchem die Ehre zntheil ward, dem damaligen Kronprinzen Ferdinand, Vorträge in den verschiedenen Rechtsfächern halten zn dürfen. Endlich die Mathematiker Kaspar Bauer und Lukas Ebe. Ein arger Fehler in welchen die Akademie-Direktion in diesem Zeiträume verfiel, bestand darin, daß man Professoren und Lehrer bis in ihr höchstes Alter im aktiven Dienste beließ. Ob hiebei Unentschlossenheit, Ökonomie oder milde Rücksicht auf ihre lange Dienstzeit obwaltend gewesen, bleibt dahin gestellt. Allein Thatsachc ist, daß eine wahre Gerontokratie geherrscht. Am auffallendsten war dieser Übelstand bei jenen Meistern, die in körperlichen Übungen Unterricht erthcilen sollten. Der Ober- bereiter Brudermaun, ein Podagrist, mußte in seinem Lehnstuhle sitzend auf die Reitbahn getragen werden — gewiß eine komische Situation. Der Fecht- und Voltigirmeister Hört trat erst nach sechzig Dicnstesjahrcn in den Ruhestand. Ja derTanz- mcistcr Haselpöck, dieser sonderbare Kauz, hatte sich in den Kopf gesetzt, bis in sein hundertstes Jahr in aktiven Diensten zu verbleiben, und war bitter gekränkt, als er wenige Jahre früher seines Amtes enthoben ward. Seit dem Tode des Freiherrn v. Sumeraw blieb der Posten eines Kurators geraume Zeit unbesetzt; inzwischen übte jedoch der Staatsrath Lorenz als kaiserlicher Prüfungskommissär einige Kontrolle aus, die sich aber nur auf den Erfolg der Studien beschränkte. I» allem Übrigen hatte der Lokaldirektor, welcher zugleich die Stelle eines Kurators vertrat, fast ganz freie Hand und war beinahe unumschränkter Leiter einer Staatsanstalt, zu welcher ohne die Familienglieder zu rechnen über dreihundert Personen gehörten, einer Anstalt, die mit sieben Herrschaften und höchst bedeutenden Kapitalien dotirt 103 war. Er fühlte sich in der behaglichen Stellung eines Prokonsuls schon ganz heimisch — da mußte er 1821 es erleben, wieder unter einen Kurator gestellt zu werden. Der Freiherr von Herzogenberg damals Generalmajor, war es, dem Se. Majestät dieses wichtige Amt anvertrante. Peter Bruckner, der sich in eine untergeordnete Stellung nicht mehr zu fügen vermochte, bat um Enthebung, welche ihm aber erst 1823 zutheil ward. Er zog sich nach Nikolsburg zurück, wo er in hohem Alter starb. Die Ernennung des Freiherrn von Herzogenberg wurde von der Akademie freudig begrüßt, denn ein herrlicher Ruf gieng ihm voran. Er war gleichzeitig mit Napoleon Bonaparte Zögling in der Militärschule zu Brienne gewesen. Die politischen Umwälzungen jener Zeit bewogen ihn Frankreich zu verlassen, und Österreich zur neuen Heimat zu wählen. Um völlig mit der Vergangenheit zu brechen, verwandelte er seinen ursprünglichen Namen kseeaäuo in Herzogenberg. Im österreichischen Heere machte er sämmtliche Feldzüge jener Periode mit größter Auszeichnung mit, und stieg von Stufe zu Stufe empor. Sein ehemaliger Kamerad — der inzwischen zum Kaiser der Franzosen sich erhoben — buhlte darum, daß Herzogenberg in sein Vaterland zurückkehre und baute ihm goldene Brücken — doch blieben olle derartigen Anträge fruchtlos. Vor allem und mit Recht unternahm Herzogenberg die Reform der akademischen Finanzen, welche Bruckner im zerrütteten Zustande übergeben hatte, mit glänzendem Erfolge. Er wußte in die Hausstudien und Prüfungen mehr Ernst zu bringen, und sammelte allmählich jüngere Lehrkräfte um sich. Als Lokal- direktoren wirkten unter ihm die Plansten Prosper Hussak, ein Riese — doch völlig ohne Thatkraft, und Jakob Kellner, ein Mann, welcher gelehrt und thätig, allein hart und herrsch- süchtig, deßhalb auch höchst unbeliebt war. Freiherr von Herzogenberg starb allgemein betrauert Dem großen militärischen Kondukt, das ihm als Feldmarschall-Lieutenant gebührte, schlossen sich auch die Zöglinge beider Akademien, denen der Verewigte Vorstand — der Theresianischen und der Jngenieur- akademie — an. 104 Der im Jahre 1835 nachfolgende Kurator Ludwig Graf von Taaffe — ein ehemaliger Zögling der Akademie —war oberster Justiz-Präsident. Sein erstes Verdienst war, daß er den bisherigen Lokaldirektor Kellner zu einer überaus hurtigen Abreise vermochte. In Bezug auf Finanzen und die Hausstudieu folgte er dem lobenswerthcn Beispiele seines verdienten Vorfahren. Des Grafen Taaffe Stellung an der Spitze des Justizpersonales ermöglichte ihm für das juridische Hausstudium junge Männer zu gewinnen, die zu großen Hoffnungen berechtigten und sich gerne unter die Ägyde des obersten Justizpräsidcnten begaben. Zahlreiche und hervorragende Autoritäten der Wissenschaft, hatten thcils schon unter Baron Herzogenberg, theils unter Grafen Taaffe die Lehrkanzel der juridisch-politischen Studien bestiegen; so begegnen wir hier: dem gründlichen Juristen Dr. Joseph Neumann; Dr. Leopold Neumann, welcher die auf Heranbildung für den diplomatischen Dienst zielenden Fächer in französischer Sprache vortrug; Dr. Moriz von St üben rauch; Dr. Heyßler; Dr. Wenzel, später nach Pest übersetzt; Dr. Bauer; Dr. Johann Verger; Dr. Cajetan Felder; Dr. Ellinger; dem Unterstaats - Sekretär Freiherrn von Heifert; Ministerialrath Dr. Tomaschek; die Sektionschcfs Fränzl und Dr. Hye; Dr. Megerle von Mühlfeld; dem Hofrath und Bank-Gouverneur Dr. Freiherrn von Pipitz; Dr. Brezina; dem Finanzrath Kalessa; von Kalchberg; Mi ko lasch; Schindler; Waser; Weisse;Dr. Hornig ; dem gefeierten Dichter und Literaten Johann Ludwig D e in h a rdst ein, akademischen Professor der Ästhetik. Eine wesentliche Verbesserung war die Anstellung frei weltlicher Präfekte für jene Kameraten, in welchen sich die Fakultäts- studierendcn befanden. Der große Teich ward in eine Schwimmschule umgestaltet, und für den erweiterten gymnastischen Unterricht kam ein Zubau am nördlichen Seitengebäude zu Stande. Das Jahr 1837 wurde durch ein beklagenswcrthes Ereigniß getrübt. Ursachen, die nicht genug aufgeklärt sind, führten im Hause eine Typhus-Epidemie herbei. In wenig Tagen stieg die Zahl der Erkrankten auf siebzig. Vorübergehend wurde die Anstalt fast ganz aufgelöst, denn alle Zöglinge, deren Umstände 105 es zuließen, eilten zu ihren Angehörigen heim. Die Namen Jener, welche der Seuche erlagen, zeigt ein Denkmal aus dem Matzleinsdorfcr-Leichcnhof. Am 29. März 1846 degieng die Theresianische Ritter- Akademie die Erinuerungsfeier ihres hundertjährigen Bestehens. Professor Moriz von Stubenrauch hielt bei dieser Gelegenheit in dem großen Saale der Akademie eine glänzende Festrede, die in kräftigen erhebenden Worten den Zweck, die hohe Bedeutung und die Leistungen der Akademie, und ihre während eines Jahrhunderts erlebten Schicksale besprach. Der Festrede folgte» Deklamationen einzelner Zöglinge in neun verschiedenen, an der Akademie gelehrten Sprachen. Der Einsicht und Thätigkeit der beiden letzten Kuratoren, sowie des staatsräthlichen Referenten Franz Freiherr» von Sommarnga, welcher jahrelang dem Grafen Ta affe als Vice-Kurator zur Seite stand, war es gelungen, das Institut zur Blüthe zu bringen — da brachen die Stürme des Jahres 1848 herein, die auch an der Akademie nicht spurlos vorüberzogen. Als man nach Unterdrückung des Aufstandes die Wiedereröffnung der Wiener Hochschule nur unter der Bedingung gestattete, wenn die verschiedenen Fakultäten getrennt, und ihnen möglichst abgesonderte Lokalitäten angewiesen würden, mußte sich die Akademie zur Aufnahme der juridischen und philosophischen Studienabtheilungen bequemen. Die Akademie erhielt mit Allerhöchster Entschließung vom 29. September 1849 die Zusicherung ihres Fortbestandes, jedoch unter zeitgemäßen Modifikationen, worunter eine der wesentlichsten, daß nunmehr auch Nicht-Adeligen der Eintritt gestattet ist. Selbstverständlich konnte auch die Kuratel in ihrem früheren Ausnahmszustande nicht verbleibe». Der Kurator Graf Ta affe, sowie dessen Nachfolger Georg Graf von Stockau wurden dem Unterrichtsministerium untergeordnet, und ihr Wirkungskreis auf die Verwaltung des Stistungsvcrmögens beschränkt. Die Mitglieder des Piaristenordens wurden allmählich entfernt, und an ihre Stelle traten Weltliche; so der Direktor Dr. Heinrich Demel, der Direktonsadjunkt Johann Lob preis ». a. Gleichzeitig erloschen auch die Hausstudien der Philosophie 106 und der Rechte. Die Zöglinge besuchen die öffentlichen Vorträge gleich den Studirenden der Hochschule, und es liegt darin der Hauptgrund, daß die Studien nun viel eifriger betrieben werden als es einst der Fall war. Nach Aufhebung des Ministeriums für Kultus und Unterricht erhielt im Jahre 1860 das Staatsministerium die oberste Leitung der „Theresianischen Akademie."' Don den vielen Zöglingen, welche in der zweiten Periode (seit dem Jahre 1797) aus der Akademie hervorgingen, müßen wir erwähnen: den Minister von Thinnfeld; Freiherrn ä n I'nnt, Hofrath in der Staatskanzlei, ein Vertrauter Metternichs; den Präsidenten Friedrich Grafen von Wilcz^k; die Vicepräsidenten Freiherren von Lago und Metz bürg; den Hofkanzler Freiherrn von Weingarten; die Hofräthe Frei- bcrrn von Erben und Ritter von Guggenthal; den ungarischen Hofkanzler Grafen vou Reviczky; Freiherrn von Schimmel Pfenning, welcher die Expedition nach China unter Wickerhauser begleitete und auf der Heimkehr starb. Fürsten Alexander von Hohenlohe, den Wunderthäter, jetzt Domherr zu Großwardein; den Staatsrath Freiherrn von Buol; von Haid, der gleich nach seinem Austritt vor dem Feinde blieb; den Generalen Graf von Coronini; die Hofräthe Graf von Scrmage, Freiherren von Menßh engen und von Nellen- burg, Baron von Poscotini; die MinisterialrätheRitter von Leßner und von Bergenstamm; von Timoni, Generalkonsul zu Odessa, nachmals zu Jassy; Freiherrn von Cordon, General und Kriegsministcr; die Unterstaats-Sekretäre Freiherren von Feuchters leben und Stelzhammer; Freiherrn von Moll, General; Ritter von Pitreich, Hofrath; zwei Grafen von Bellegarde, beide Generale. Grafen von Schaff- gotschc, Bischof zu Brünn; den Fürsten Trubetzkoi, ein Neffe des russischen Fürsten Kurakim, welcher russischer Botschafter am Wiener Hofe war. Bei der Thronbesteigung des Kaisers Nikolaus kompromittirt, mußte er nach Sibirien wandern. Ferner Baron von Je lach ich, Banus von Kroatien; Freiherrn von Smol a, Oberst und Maria Theresienordens-Ritter ; Grasen von Brandis, Statthalter in Tirol; den Justizpräsi- 107 deuten Grafen von Breda; die Hofräthe von Schwabe nan, Grafen O'Donel und Freiherr» von Ran sonnet; Freiherrn von M e n ß h e n g e n, Gesandter in der Schweiz; vonPhilipps- berg, Gesandter in Kassel; dem Staatsminister Grafen von Mo ntecnccoli; die Pvlizeiminister Freiherren von Thierry und von Mecsöri; die Brüder Grafen von Mittrowsky, ersterer Oberlandesgerichts - Präsident zu Graz, der andere General und Begleiter Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth nach Madeira. Grafen Leszinsky, ein Verwandter des Polenkönigs; die Generale Moriz Freiherr von Se bott endo rf und Ludwig Graf von Pergcn; letzterer ein Opfer des Feldzuges im Jahre 1840; von Friedrichsthal, der aus Anlaß einer wissenschaftlichen Reise nach Mexiko, Vermögen und Leben einbüßtc; Fürst Sulkowsky; Oe 6linr§i, Resident in Brasilien, nachmals in Belgrad; die Enkel des Sandwirthes Andreas Hofer; von Romaszkan, Armenier, nachmals mit der Gräfin Brandhof verschwägert. Akademie-Gebäudc. Wie wir bereits vernommen, hatte Kaiser Leopold I. nach aufgehobener Belagerung Wiens (1683) das Lustschloß Favorita mit bedeutendem Kostenaufwand und im prachtvollen Style neuhergestellt; zu welchem Zwecke noch im Jahre 1697 von den N. Ö. Ständen bare zehntausend Gulden beigesteuert wurden. Der von Solomon Kleiner 1725 gezeichnete Prospekt dieses Schlosses *) zeigt das Gebäude in seiner ganzen damaligen ') ^ZValirlikMe nu«1 genaue L.dbiIäunZ Hier Lirvken und LIö- ster, ZVelode sorvodl in der kezrsert. kesidenr - 8t-«tt ZVienn als aueti in «Zonen uwlieMnden Vorstädten sivii detin«1en, notier uiodt xveni^er tlivils kürstl. ttieils 6räM. und andere sekiöue Ksdäude cisnen Lislitisdsru nur LolustiANNA vorAestellot sezen. Ilsseldst naoti «lew I.eben Aeneivbnst von 8ntowon LI einer ^rekiteeturae Oult. Verlext nn08 Ausdehnung mit zwei Stockwerken, und geschmückt mit einem zierlichen Thürmchen. Dieser Abriß macht auch den nördlichen Flügel, welcher vor dem Jahre 1683 nicht bestanden hatte, ersichtlich. Das dritte Stockwerk ward dem nördlichen Flügel erst 1753 aufgesetzt, als es sich darum handelte die Zöglinge der Akademie nach ihren verschiedenen Altersstufen zu trenne», nämlich : in das Collegium 8 o c. 3 v 8 u im südlichen Flügel, für die unteren Schulen; und den nördlichen Flügel des Gebäudes, oder die eigentliche Theresianische Akademie, für die Hörer der Faknltätsstudien. Mit dem dritten Stockwerke ist das Akademie-Gebäude auf einer Vogelperspektiv-Ansicht von F. C- Zoller dargestcllt *). Über dem Haupteingange zur k. k. Lheresi airischen Ritter-Akademie liest man in Goldlettcrn die Inschrift: „1881't'i'vi IOXI 80KII38 ^vien'rv'1'18 I v. ri. ikiiMr^ix ?Miisri OOXVIVI1' t LI VOO XLVI. I IE 6XL8^ii rirxx- 018008 II. ^00. l KOLVIVOIV SI.OOO.XOVII.- Die zn Ehren des heiligen Michael geweihte Hauskirche birgt ein hübsches Altargemälde von dem kaiserlichen Kammcr- maler Peter Freiherrn von Strudl; den „Erzengel Michael", wie er mit dem Flammenschwerte in der Hand, den Engclstnrz bewirkt. Die kleine Kapelle neben dem Empfangszimmer des Akademie-Direktors — das Sterbegemach Karls VI. — enthält ein Bild von Nocchi, welches die „Jünger in Emmaus" vorstellt. Das heutige Flächenmaß der zur Akademie gehörigen Realitäten ist 16 Joch 175 LH"; wovon 3 Joch 207 Lü" verbaut, und 12 Joch 1568 Hl" der Agrikultur gewidmet Blatt 1) Grundriß der kayserlichcn Kavocita (mit dk!» Lustwäldle, dkm großen Leich, der Schießstätte und dem 7'kLatium;1 Blatt 2) Prospekt des Gartens; Blatt 3) Prospekt nüt dem Lnstwäldchen; Blatt 4) Schießstätte so ans dem Turnierplatz gebaut worden ist ') Lriginalzeichnung und Kupferplattc sind i» der akademischen Bibliothek ausbewahrt. ") Die obere Einfahrt wurde bei -er Straßenregnlirung zu Anfang des Jahrhunderts halb verschüttet. 109 sind. Im großen Garten steht ein dickstämmiger Akazien-Baum, dem gelehrte Forscher der vaterländischen Banmzncht das Zeugniß geben, daß er der älteste in Österreich sei. Sein Nmfang von eilf Wiener Schuh dürfte diese Meinung auch rechtfertigen. rvillenkchastlichc Sammlungen. Vor Allem empfehlen wir die Bibliothek zur Besichtigung. die über 30.000 Bände stark in vier Sälen ausgestellt ist, und zahlreiche Handschriften »nd Incunabeln besitzt. Ihr gedruckter Katalog, herausgegcbeu von dem Bibliothekar Franz Ritter von Sartori (l803—1806), umfaßt dreizehn Quartbände. Neben der Büste des Abbö Denis ist hier auch das Bildnis seines Vorgängers. des ersten Bibliothekars Erasmus Fröhlich aufgestellt. Mit der Bibliothek ist eine Münzensammlung vereiniget; ungefähr 12.000 Stücke in 400 Schubladen zählend. In der n a t u r h i st o ri sche n Sammlung bietet sich manches Schöne an Eonchilien und Insekten. Die Mi-ne ra licnsa mm- lnng stammt von dem als Literatur und Staatsmann gleich thätigen Hofrathc Joseph von Sonnenfels her, welcher sie der Akademie bei ihrer neuen Einführung gegen eine Zahresrente überlasten hatte. Sie wurde seitdem durch eine Menge Beiträge bereichert, und besteht aus 7000 Stücken verschiedener Größe. Das chemische Laboratorium der Akademie hat sich durch den bekannten Professor Tr. Iasnügger. welchem im Jahre 1811 für die daselbst zu Stande gebrachte Bereitung der Soda 30.000 Gulden als Staatsbclohnung zuthril wurden, berühmt gemacht. Der chemischen Werkstätte sowie den Sammlungen für Pbysik und Mechanik ist ein geschmackvoller Znban am Südende des Akademie-Gebäudes angewiesen, welcher mit dem botanischen Garten in Verbindung steht, und unter dem Lokaldirektor Kronstein im Jahre 1774 hergestellt worden ist"). ') In der Schrift; „Kurzgefahter Entwurf der ökonomischen Studien an der k. k. Theresianischen Akademie", Wien bei Kurzbäck 1778; findet sich eine Beschreibung und Abbilduug dieses Pavillons »nd des da.u gehörigen Gartens. 110 Stiftungen der k. k. Lherefisnifchen Hittersksdemie: 1) Stiftung Ihrer Majestät der Kaiserin Maria Theresia vom 30. Oktober 1781. 2) Stiftung Kaiser Ferdinands II. für das bestandene Konvikt zu Olmütz; 1781 theikweise mit der Theresianischen Akademie vereiniget. 3) Rudolph von Ten ff e n b a ch'sche Stiftung vom Jahre 1650; konstituirt erst 1763 4) Stiftung der Gräfin Franziska Polixena von Schall en- berg. vorhin verehlicht gewesenen Freiin von Kirchberg, vom Jahre 1710. 5) Stiftung des Jakob von Schellenburg, krainerischen Herrn und Landmannes, von 1715. 6) N. Ö. Ständische Stiftung. Aus der im Jahre 1748 aufgehobenen Landschafts-Akademie. 7) Stiftung der Herzogin Maria Theresia Anna Felicitas, gebornen Fürstin von Liechtenstein, Geinahlindes Prinzen Thomas Gmanucl von Savoyen; von 1746. 8) Stiftung Kaiser Leopolds II. für den galizischen Adel; von 1790. 9) Sieben bürgische Stiftung. Auf Rechnung der sieben - bürgischen Stände; von 1810. 10) Stiftung des Fürsten Franz Gundackcr zu Colloredo- Mannsfeld; von 1811. 11) Stiftung Kaiser Franz I. für den lombardisch-v enc- tiani sch cn Adel; von 1816. 12) Dalmatinisch-albanesische Stiftung; von Kaiser Franz I. aus dem Jahre 1818. 13) Stiftung der Freiin Theresia von Schel lerer, k. k. Rittmeisterswitwe; von 1825. 14) Die Salzburger- oder Virgilia nische Stiftung. Wird nur an Jene verliehen, welche den stiftmäßigen Adel, d. i. acht Ahnen vom Vater und vier von der Mutter nachzuwcisen vermögen. Haus Nr. L« (Ursprünglich zwei Hauser,) A. Abg. von Nr. 20. (Alt: 37. 137. 159. 310.) Zm Jahre 1792 Johann Zwiauer, Hufschmied. 1835 Peter Zwiauer, Schmiedineister. (Alt: 470. 138. 160. 311) Im Jahre 1792 Franz Badstuber, Wagnermeister. 1830 Badstnber'sche Erben. 1858 Peter Zwiauer. Lr. (24. 105. 132. 301.) L. Im Jahre 1750. .Öder Gestättengrund sammt darauf befindlicher Eis grübe der k. k. Theresianischen Ritterakademie." 1839 (18. Juni) Rudolph Edelmayer. 1841 Heinrich Frankenberg, Spenglermeister. 18. (- 607. 309.) A Abgetheilt von Nr. 20. Im Jahre 1825 Franz Huber, Handelsmann. 1827 Josef Wögercr, Samenhändler. 183 l Katharina Wögerer. 1835 Karl Rhein- boldt, Privat LS. (400. 106 133. 300.) 6. Schild zum blauen Pelikan. Agentschaft der Allerh. conzclsionirtrn Leipziger-Frucrvrrficherungs- Anltalt. Im Jahre 1782 David Wolfart, Schuster. 1797 Franz Merkte, Schuhmacher. 1823 Anna Merkte. 1835 Anton Walter. Wagenlackierer. 1856 Michael Niedcrreither, Gastwirth. 1862 Maria Anna Niedcrreither, geborne Reinthaler. (Die Häuser Nr. 19, 21, 23 L 23 stehen auf einer Strecke der ehemaligen K am m unal-S and ge st L tt e; ebenso die Häuser Nr. 27.29, 31, 33, 35, 37, 39 L 41, deren Grundfläche schon 1774 an den Bäckermeister Rappl (Weyringergasse 19) verkauft wurde. Die gänzliche Auflassung dieses städtischen Doininikalgrundes erfolgte im Jahre 1828 '). SS. (36. 136. 158. 308) eV. In mehrere Stammgrände verzweigt: a) Ein Viertel Weingarten im Mayrhoff; 1666 dem Meelmesser Georg Schmidt gehörig. 1717 Joseph Anton Frcyherr von Pilati zu Tassul und Dazberg, Herr zu Ebrcich- storff, Kays. Hofcammer Rath. (Nebst einem zweiten Viertel Weingarten des Herrn Hieronymus Ignatius Sini, Hauptmannes in der kays. Favorita). 1718 Johann Fernandcz de Brünette, Kays, gehaimber Schatz- und Cammer-Zahlmaister. (1720 neugebauter Sommers,tz.) 1730 Elisabeth von Brünette, geborne von Cerini, Kayserlichc Cammerfra». 1768 Eleonora ') Siehe Belvedere-, Karolinen-, Sophien-, Theresianum- und Viktorgasse. 112 Gräfinn von Magliani, dann Maria Anna von Schwinghcim, bccde geborne von Brünette. 1769 Johann Adam Saar, kais. Postwagens - Expedits-Kontrollor. 1770 Nikolaus Fürst von 1?82t6r1,!t2^ cls lllalrrntlia (wie Seite 77.) 1780 Karl Graf von Karamell!, General der Cavallerie und Obrister Inhaber eines Cuirassicr - Regiments. 1788 Maria Anna verwitwete Gräfin» von Karamelli, geborne Gräfinn von Hcrberstein. 179l Jakob Sieber, Bürger k) Ein Hofstatt Weingarten; 1660 Eigen des Ehrsamben Bäckers Peter Wendler vnd Even seiner Eheliebsten (Meister Wendler kam während der Belagerung Wiens im Jahre 1683 auf die drollige Idee, den türkischen Halbmond durch sichelförmige Brote — unsere heutigen Kipfel — zu parodieren. Er hatte sein Backhaus am „grünen Anger" Nr. 841 in der Stadt.) 1688 Augustin Martin Koll Hund, Kays. Stadt- und Landgerichtsbeysitzer (Eigenthümer des Wirths- hauses zum „goldenen Pfau" Nr. 1039 in der Kärnthnerstraße). Kollhund baute hier 1694 sein Sommerhaus und erwarb später noch eine anrainende halbe Hofstätte von dem Wirthe Jakob Herzog, bei der Kohlkrennzc auf der Wieden. 1717 Lorenz Schippl, Kauf. Hartschier und bürgerlicher Roßhandler. 1739 Maria Clara cle Oom1>Is8 et Oe In zilnee, eine geborne von Adelshcimb. 1779 Johann Georg Freyherr von Schalter, k. k Obristlieutenant des Latten,lann'schen Infanterie-Regimentes. 1782 Heinrich Freyherr von Stander und Maria Anna von Quarin. 1788 Cäzilia. Edle von Hann, verwitwete Freyinu von Stander. Bon, Jahre 1792 an (a, und 1i) vereiniget: Christoph Albrccht Freyherr von Bühler. herzoglich Würtemberg'scher Resident am Wiener Hofe. 1795 Karl Fürst zu Schwarzenberg, k. k. Obrister und Ritter des milit. Maria Thercsicn-Ordens. 1813 Gobert Johann Graf von Asprcmont-Linde» und Baindt, k. k. wirklicher geheimer Rath. 1821 Anna Gräfin von Kokorzowa, geborne von Seibt. 1823 Karl Graf von Kokorzowa. 1826 Joseph Urban Blöchlinger, Inhaber einer Erziehungsanstalt. 1835 Adolph Graf von Husarzewski, k. k. Kämmerer und Ritter des Johamiitcrordcns. 1855 Joseph Graf Husarzewski, dann Hedwig und Maria Gräfinnen Husarzewska. HZ In den Jahren 1814 und 1815 hatte im gräflich Aspre- nwntschcn Hause Erzherzog Ja Hann seine Wohnung genommen. 21 . (401. 107. 134. 290.) 0. Gasthaus zum König von Bsicrn. Im Jahre 1782 Franz Haller, Fuhrmann. 1810 Vincenz Wunders, Hufschmied. 1811 Friedrich Anton von Hovell, k. k. Obrister 1822 Joseph Jaschke, Kleinfnhrmann. 1823 Joseph Böhsel, Fleischhauer. 1846 Joseph Tromayer. 1849 Georg Breitenbücher. Stechviehhändler. 22 . «35. > 35. 157. 307.) k'. Gasthaus zum blauen Stern. Im Jahre 1697 „Newgepautes Kayscrlichcs Stad t-t^n aröli a- Haufi;" Iliro Rom. Kays vndKatholischen Maytt. zuegehörig. I70U Korps «le l^aarcko am Favoriten-Allee - Posto. 1770 Kaiserliche Alleewächterswohnung. 1782 (6. Februar) Direktion der k. k. Lheresianischen Ritter Akademie 1781 «16. November) Philipp Graf von Edling und Ungersbach. k. k. wirklicher geheimer Rath und Kämmerer 1817 Karl Graf Berchtoldt von Ungcrsän'itz; dann Kleonora Gräfin von Welchem, gebvrnc Gräfin von Berchtoldt 862 Ferdinand Schalter. Handelsmann. 24. (429. 129. 155. 305.) L. Zubai« von Nr. 26; Besitz des k k. Militär-Aerars. 1790 K. k. Sappeur-Kaserne Wieden. o (von hier auf die Laimgrube Nr. 185 übersetzt). Seit 1794 Kanzleihaus (Stab) des k. k. Fnhrwesenscorps. 55. (403. 109. 136. 297.) 0. Im Zahre 1782 Joseph Helmreich, Milchmayr. 1785 Simon Weniger, Lehenkutscher. 1808 Maria Anna Weniger, Witwe. 1811 Franz Haller 1820 Katharina Haller. 1825 Johann Besel, Fleischhauer. 1845 Wilhelm Tillinger, Fleischhauer. 1851 Karl Stumpf. Fleischhauer. 56. (34. 128. 154. 304.) L. K. k. Militär-Fuhrwesens- Depot. Im Jahre 1697 „Newaufgerichtetcr Holzstadel der kayserlichen Favorita. 1746 Zur k. k. Therefianlschen Ritter- Akademie gehörig. Seit 1790 Militär-Fnhrwesens-Depositorium; unter dem Namen „Holzhof-Kaser ne* bekannt. SV. Schmarda-Hof. Gebaut im Jahre 1844, »ach Vereinigung der folgenden drei Häuser: a. (406. 112. 139. 294 )0. Schild )um Nitirr St. Georg. 1785 Georg Haunschild. Mehlmeffer. 1794 Johann Georg Lechner, Unterthan zu Muckendorf. 1800 Johann Konrad Mann, k. k. geheim. Kabiuets-Offizial. 1801 Leopold Graf von Kollowrat, k. k. Kämmerer und Obrist-Wachtmeister. 1802 Franz Xaver Zistler. 1807 Ignaz Gabriel Freyherr von Lang. 1836 Leonhard Walter. 1839 Johann Schmarda, bürgerlicher Kanalräumer und Bauunternehmer (I 31. Juli 1853). 1854 Anna Dinier. 8. (405. 111. 138. 295.) 0. Im Jahre 1785 Philipp Mayrhofer, Maurer. 1795 Wolfgang Banmann, Zuckerbäcker. 1800 Joseph Kaltncr, akad. Maler. 1802 Karl Hammer, hungarischer Weinhändler. 1810 Leopold Ebeneder. 1815 Frey- . Herr von Lang. 1836 Walter. 1839 Schmarda. 1854 Anna Dinier. e. (404. 1,0. 137. 296.) 0. Im Jahre 1785 Johann Georg Dietz. 1798 Georg Ranftl, Schankwirth. 1807 Johanna und Anna Ranftl. 1809 Georg Heimerl, Fleischhauer. 1811 Frcyherr von Lang. 1836 Walter. 1839 Schmarda. 1854 Anna Dinier. 28. Siehe Waltergasse 1. 28. (407. 113. 140. 293 )0. Schild M goldenen Rose. Im Jahre 1785 Mathias Birnhart, Bierwirth. 1806 Sebastian 115 Eigner, Bierwirth. 18l0 Karl Patzinger, Gastwirth. 1831 Vincenz Patzinger. 1846 Barbara Patzinger. SO. (33. 127. 153. 303.) kV K. k. Centralanftatt für Meteorologie und Erdmagnetismus. Im Jahre 1697 .Jhro Röm. Kays. Maytt. newerpantc Mundkucheln, zu Dero Favorita gehörig." 1746 Eigeuthum der k. k. Thcresianischen Ritterakademic. 1790 K. k. Militär-Aerar (zur Holzhofkaserne Nr. 26 einbezogen). l85t (10. Juli) Franz Beer, Architekt und Stadtbaumeister. 1861 Eleonora Beer. »I. (408. 114 141. 292.) 0. Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Im Jahre 1784 Albert Barth. Tischlermeister. 1792 Theresia Barth, Witwe; später verehlichtc Haunschild. 1804 Barbara Kautsch, Wirthswitwc. 1807 James Hoare. 1842 Vincenz Patzinger, Gastwirth. 1855 Barbara Patzinger, geborne Rupp; Witwe. 32. (32. 126. 152. 302.) kV K k. Bezirks-Krankenhaus Wieden. Im Jahre 1696 .Lustgepäu vnd Gartten" des Reichs- graffen Thomas Zacharias Czernin von Ehudeniz, Kays, gehcimben Rathes nnd Bicekanzlers im Königreich Böheimb (1 14. Februar 1700; Besitzer des Stadthauses Nr. 1021 in der Wallfischgasse). 1705 Carl Ferdinand des Heil. Röm. Reichs Grass von Waldstein. Erbhcrr zu Dobrowitz und München- grätz, Obrister Cammerer. 1716 Michael Johann Graf von Althann, Panier- und Freiherr ans der, Goldburg nnd zu Murstetten, des Heil. Röm. Reichs Crbschenk, Ritter des goldenen Vließes und Obrist-Stallmcister fgeb. 8. Oktober 1679 ; 1 16. März 1722). Kurz »ach Antritt dieser »euerworbenen Besitzung hatte Graf Alt hann auch zwei anrainende. zur städtischen Wasserleitung') gehörige Grundstücke angekauft und in ') Diese aus den gräflich Althann'schen Gründen van der Wiener Stadt- gemeinde errichtete Wasserleitung, sammelt die Wässer der dortigen Abdachung durch Saugkanäle, und liefert, je nach den Witterungsverhält- niffen täglich 800 bis 1000 Eimer gutes Trinkwasser. Von dieser Quantität wird der öffentliche Brunnen in der Mayerhofgasse, dann je ein Auslauf der Bassins am Mozartplatze und am Plätzchen nächst der Preßgosse gespeist. 116 seinem Garten einbezogen. Elfterer der beiden Gründe, (sammt einem, Weingartl" im Gesammtflächenmaße von 1172 HI") wurde von der Stadtgemeinde am 30.März 1716 »m den Kaufschilling von 400 Gulden >— der andere (mit 073 lH"3') auf welchem „Gemeiner Stadt Brunnstuben, die Reserva und Brunnenquellen befindlich" am 5. August 1716 gegen eine Summe von 200 Gulden in das Eigenthnm des Grafen Alt hann übergeben. Wegen der vom Stadtrathe sich vorbehaltenen unbeschränkten Benützung obiger Wasserleitung hatte Graf Althann, mittelst Reverses vom 5 August 1716, sowobl für sich wie seine Nachkommen und künftigen Besitzer dieser Gründe, die Verpflichtung eingegangen: „daß besagte beede Brunnstuben und Reserva sammt verborgener Wasserquclle und deren Einlaufs-Rinnsal stets Eigenthum der Stadt Wien verbleiben, und auf dem abgetretenen Grunde keine wie immer geartete Erdaushkbnng oder Grabung vorgenommen werden solle, um dieß xro pnblieo höchst nöthige Stadtwafser vor jedweder Schädigung z» wahren." Ein von Kaiser Karl VI. am 12. September 1717 gefertigter Freibrief enthob die Altbau» sche Besitzung für immerwährende Zeiten von allen „anklebcndc» Steuern. Hof- und Soldatenqnartieren. nicht weniger von denen Beschwernüfsen der Zagdroboth." Auch von Seite des Stadt- rathes wurde der Althann sche Sommersitz am 8. November l7l7 gegen ein geleistetes Pauschale baarer 2000 Gulden, von allen „bürgerlichen Onsribus, grund- und zebentberrlichen Giebig- keiten" fürderhin eximirt. 1723 Maria Anna Iosepha verwitwete Gräfin» von Alt Hann, geborne Marchesa von Pignatclli. Herzogin» von Bclriguardo, Sternkreuz-Lrdcns-Tame (geb. 26. Juli 1680. 1 1. März 1755. Die „spanische Althann" bekannt als eifrige Beförderin der bildenden Künste, erhielt von Karl VI. mit Handschreiben vom 26. August 1727 das ehemalige „Spanische Botschafts-Palais" in der vorderen Schcnkenstraße Nr. 45 zum Geschenke). 1756 Michael Anton Ignaz Graf von Altbau». Kaiserlicher Eämmercr, General der Kavallerie und Inhaber eines Dragoner Regimentes (s- 1. November 1774). 1775 Michael Iosepl, Graf von A ltba um, k. k. Kämmerer. Erb 117 und Mitherr der Insel und Herrschaft Murakös. 1791 Karolina Gräfin von Althann. 1792 Maria Iosepha Gräfin von Kärolni. Während des allgemeinen Aufgebotes der Wiener Freiwilligen im Jahre 1797. hatte im Kiirolyi'schen Sommerpalais von, 14. April an das Hauptquartier der österreichischen Armee seinen Sitz aufgeschlagen. 1802 Stephan Graf Kärolyi von Nagy-Käroly. 1824 Ludwig Graf Kärolyi von Nagy-Käroly. Ein Jahr später (am 28. September 182.7) wurde von der n. ö. Landesregierung die Abtheilung des Kärolyischen Gartens in Baustellen und die Eröffnung der gleichnamigen Gasse bewilliget. Tie Stammrealität sNr. 32) sammt der erübrigten Gartenhälfte kam an den akadem. Bildhauer und Möbelfabrikauten Joseph Danuhauser () 9. Jänner 1829) ; dessen Hinterbliebenen im Jahre 1842 eine neuerliche Grundabtheiluug und die Eröffnung der Marien-, jetzigen Dan»hausergasse erwirkten.*). Im Jahre 1844 (17. Jänner) Direktion des k. k. Bezirks- Krankenhanses Wieden; seit 8. Juli 1860 der k. k. allgemeine Krankenhausfond. Die Gründung eines selbständigen Krankenhauses für den umfangsreichen, über 70000 Bewohner zählenden Gemeindebezirk Wieden, war ein längst gefühltes Bcdürfniß. Nach vor- ausgcgangenen mehrjährigen Verhandlungen wurde bei der am 2. März 1841 im Wiedner Gemeindehause, unter dem Vorsitze des k. k. Regierungsrathes Dr. Knolz und des Bürgermeisters Ezapka abgehaltenen Lokalkonimission der einhellige Beschluß gefaßt, der hohen Verwaltungsbehörde die Dringlichkeit dieser Angelegenheit vorzutragcn. Einmal in Gang gebracht, erfolgte denn endlich die erwünschte Entscheidung. Da man die Räumlichkeiten des Danuhauserschcn Gebäudes schon ursprünglich als zweckentsprechend erkannt, wurde dies Gebäude in Miethe genommen; vorläufig ') Außer der «ürolyi- und D NN II h a Ilse r g a ss - hatten zu obiger Besitzung noch die Waltergasse (ausgenommen die Häuser Nr. 1 2 >!e 3); dann die linke Seite der May er h ofga sse (ohne Nr. 1) und fünf Häuser der Schaumburgergasse gehört. 118 mit 150 Krankenbetten eingerichtet, und die Heilanstalt nach ihrer feierlichen Einweihung am 6. Dezember 1841 eröffnet. Wie weit das Wiedncr Krankenhaus seit dem Zeitpunkte seiner Gründung schon an Ausdehnung gewonnen, darüber belehrt uns der mit Schluß des Solarjahres 1861 veröffentlichte Administrationsbericht. Vorerst über die Bewegung im Krankenstände. Ziffermäßig nachgewiesen, kamen im Verlaufe dieses Jahres 7801 Personen (4136 Männer und 3665 Weiber) zur Aufnahme Hinzu gerechnet die vom Vorjahre in der Anstalt verbliebenen 805, ergibt sich eine Zahl von 8606 Individuen, die im Jahre 1861 (zusammen in 297281 Verpflegstagen) hier ärztlich behandelt worden sind- Zahl der Sterbefälle im letzterwähnten Jahre: 976. Währenddes Decenniums 1851—1860traten in hierortige ! Behandlung: im Jahre 1851 6283 Pers.; im Jahre 1856 8016 Pers.; 1852 6620 1853 6429 1854 7300 1855 8483 1857 7312 1858 7234 1859 7216 1860 6840 (somit in eilf Jahren nicht weniger als 80339 Personen.) Mit welchem Anfwande an materiellen Mitteln die Anstalt ihre humanen Zwecke verfolgt, zeigt uns ein flüchtiger Blick in einzelne Details der Verwaltung. Nach obigem Gebahrungsaus- weise beanspruchten die Gesamm tauslagen für das Krankenhaus im Solarjahre 1861 bare 218941 fl. 14 kr. (hierunter 112733 fl. für Verpflegung der Kranken, des Wart- und Wäschereipersonales; 16885 fl. für Medikamente; 20746 fl. an Besoldungen der Ärzte und Beamten ; 26075 fl. an Löhnungen der Dienstleute und Wärter; dann 25139 fl. für die Ordensschwestern des hl. Franziskus). Die Erträgnisse der Anstalt beliefen sich auf 171.720 fl. 92 kr. — worunter 138.100 fl. Nerlagsgelder. und 16905 fl. an Verpflegskosten. Für die Krankenverpflegung mußte im Jahre 1861 über die einzubezahlende Gebühr, ein Betrag von 78000 fl. aus dem Krankenhaus- fonde gedeckt werden. .D 119 Gleichen Schrittes mit dem sich fortwährend steigernden Zuflüsse von Kranken, war auch für die Erweiterung des Spitales Sorge zu tragen. Das ursprüngliche Dannhauserssche Gebäude konnte den räi^nlichen Anforderungen längst nicht mehr entsprechen, weßhalb zur Gewinnung hinreichender Lokalitäten das in der Kärolyigasse (Nr. 8) liegende Kommunalhaus, sowie in jüngster Zeit auch das anstoßende Wodianer'sche Zinshaus (Nr. 6) in Bestand genommen wurden. Das Wieduer Krankenhaus enthält 8 Abtheilungen; 5 medizinische, eine chirurgische, eine gemischte und eine für Syphilis und Hautkrankheiten; im ganzen mit 1250 Betten. Die Ordination auf den einzelnen Abtheilungen leiten der Direktor der Anstalt und 7 Ärzte, von denen 4 den Rang und Titel eines Primararztes, einer den eines ordinirenden Arztes führen und zwei als provisorische Abtheilungs-Vorstände fungi'ren. Jeder Abtheilung sind 3 subalterne Ärzte, nämlich 1 Sccnndar- Arzt erster und 2 Secundar-Ärzte zweiter Klasse zugetheilt. Die pathologisch-anatomische Anstalt steht unter der Leitung eines Prosectors, des Med. Dr. Eduard Quiquerez, welcher zugleich mit der Leichenschau betraut ist. Die pathologischchemischen Untersuchungen werden von dem k. k. Landesgerichts- Chemiker und Professor der Wiedner Realschule Vincenz Kletzinsky vorgenommen. Die Oberleitung der Anstalt führt in politischer, ökonomischer und administrativer Hinsicht der k. k. Medizinalrath Dr. Raimund Melzer. Die ökonomische Verwaltung wurde mit 1. November 1861 in eigene Regie übernommen, nachdem der frühere kontraktliche Verband mit der Kongregation der Schwestern vom dritten Orden des heiligen Franziskus (den sogenanten „grauen Schwestern") verschiedener Unzukömmlichkeiten halber, aufgelöst worden war. Die dießfällige Polemik ist unfern Lesern aus den Tagsblättern bekannt. Das Derwaltungspersonale besteht aus dem Verwalter, einem Kontrolor und 5 Subalternbeamten. Die Lieferung der Medikamente ist an den bürgerlichen Apotheker Dr. Johann La matsch vertragsweise überlassen; die Ausspeisung an einem Traiteur verpachtet In der Wäsche, die in eigener Regie 120 betrieben wird, sind eine Lberwäscherin »nd dreißig Wäscherinnen beschäftigt. An sonstigem Hanspersonale stehe» in Verwendung: 2 Kanzlcidiener, 2 Portiere, 1 Sektivnsdiener, I Kirchendiener, t Krankenfnhrer, l Maschin-Wärtcr, 1 *HauS»ia»rer, 4 Zeichen- träger, 2 angestelltc Hausknechte und 11 AuShilfsluechte. Der Wort-Dienst bei den Krönten wird durch Eivil-Wärter und Wärterinnen besorgt »nd kommt durchschnittlich ouf 10 Kranke ein Wort-Individuum. Nebst gänzlicher Verpflegung, Wohnung und freier Wäsche erhält jeder Wärter monatlich 8 fl,, der dritte Theil der Wärterinnen 8 fl und die übrigen monatlich 6 fl. an Lohn. Die Kapelle des Krankenhauses stammt noch aus der Zeit der Grafen von Althann, SS (409. 115. 142. 291.) 0. Z», Jahre 1789 Mathias Lhalleur (wie 23). 1801 Leopold Handl, k. k. Veamtcr. 1805 Mathias Hacker, Schuhmacher. 1807 Anton Weitner 1810 Johann Baucrnschubert, Bäckermeister. 1810 Sebastian Feuer- bach, Bäckermeister. 1801 Theresia Feuerbach. St. (77.) 8. Schild nun goldenen Hirsche». Im Jahre 1815 Johann Graf, Schankwirth. 1817 Martin Seuffcrt. Instrumentenmacher 1826 Johann Gellinek, Magistratsbeamter. 1838 Theresia Köck und Barbara Gellinek. 1841 Karl Ecker, Meubeltischler. 1851 Gottlieb Beuk, Keuergewehr- und Eisen- waarenfabrikant. 1852 Franz von Feiller. SS. (423. 116. 143. 290 ) 0. (zm Iuhre 1785 Jakob Krittner. Modelltischler. 1795 Mathias Rothmüller. 1801 Johann Bauer. 1834 Rosalia Mohl, geborne Kaufmann. 1836 Balthasar Fröhlich. Kaffeesieder. 1840 Friedrich Fischer. Lebzelter. 1856 Dincenz Felkel, Glasermeister. SK. (78.) 8. Schild zum goldenen Stern Im Jahre 1815 Ferdinand Schub, Ziegelbrenner. 1821 Franz Graf. 1824 Joseph Estl. 1827 Anna Estl. 1828 Leander Prasch, Handels mann. 1838 Thomas Biberle, Handelsmann. 1843 Bertha Josephine Holly. 1855 Franz Katzer, Handelsman». Sr. (410. 117. 144. 289.) 0. Schild zur Flucht nach Ägypten. Im Jahre 1790 Johann Georg König, Herrschaft- 121 licher Rechnnngsfnhrer. 1799 Peter Georgy, Perrückenmacher. 1802 Marin Sara Mosseliiinnii. 1807 Jakob Obkircher. 1813 Andreas Ottman». 1815 Michael Sollmann. Dürrobsthändler, 1816 Johann Pannagl. 1823 Thomas Strigl, Branntweiner. 38 . (75.) 8. Im Jahre 1813 Georg Weichart, Gnsto- bäcker. 1845 Ehristoph Franz. 1854 Geschwister Franz. 3 «. (469 118. 145. 288.) 0. Im Jahre 1790 Ignaz Prosky. Schneidermeister. 1796 Louise Magdalena Edle von Ehrenfels, geborne Reichsgräfiun von Schönbnrg. 1798 Daniel Reininger. 1802 Lorenz Geyer. 180!» Johann Friedrich Henke. Flachshändler. 1827 Lakas Skarianz. 1829 Joseph Schulz, Fragner. 40. (74.) 8. Ecker? Saallokalität zum wilde» Mann. Im Jahre 1813 Joseph Kisling. Tischlermeister. 1818 Leopold Kisling. 1819 Anton Burg. 1822 Rudolph Schmieger. 1823 Andreas Böckenyi. 1832 Geschwister Böckenyi. 1841 Nikolaus Knechtlein. 1842 Heinrich Weiß. 1849 Johann Ecker, Gastwirth. 4 ,, (- 287.) <1. Schild zum Bienenkorb. Abg. von Nr. 39. Im Jahre 1830 Johann Eder. 1832 Lorenz Jerg, Fragner; und Georg Löw. Kässtecher. 1852 Johann Georg Kubie, Handlungsbuchbalter. » 2 . (73.) 8. Im Jahre 1813 Anton Burg. k. k. Hof- Maschinist und Erzeuger von Landwirthschaftsgeräthen ; Inhaber der goldenen Eivil-Derdienst-Medaillc. Mitglied des äußeren Ltadtrathes und Richter am Schaumburgergruud (gestorben ^7^9. Oktober 1849). 1850 Anton Burg. k. k. Hof-Maschinist und Vorstand des Gemeindebezirkes Wieden. 43 . (26. 120 147. 285.) .1. Gafthos zu den zwei weihe» Kösseln. Ji» Jahre 1720 Leopold Huber, Kans. Mauth-Ein- nember; Garteiigruud in obern Goldeggen, nächst dem Favorita-Linien-Posto. 1731 Peter Au. Handelßmann. 1749 Au'sche Erben. 1758 Franz Augustin Forchtuer. Ihro Kays. Maytt. Spanischer Stall-Übergeher >772 Theresia Forchtner. 1773 Franz Barth, Purger und Bierleutgcb. 1782 Ludwig Haller, Schankwirth. 1819 Alois Rechtsteiner. 1823 Johann 122 Georg Schwenk. 1843 Joseph Kimmich, Wirth. 1845 Johann Stephan Loos, Gastwirth. 1862 Heinrich Loos. 44. (72 ) 8. Im Jahre 1813 Peter Geiseler, akademischer Bildhauer. 1814 Jakob Löffellath, Branntweinbrenner. 1815 Dominik Nagher. 1819 Ludwig Jendrolly. 1821 Johann Draschovitz. 1843 Dr. Vincenz Alexovits, k. k. Armenarzt. 1845 Katharina Römer Edle von Lis - Ln^ilslre, geborne Rieger. 1846 Napoleon Römer Edler von Kis-Ln^itrlre; Heinrich Simonet, Zündwaarenfabrikant; dann Adelheid Simonet, geborne von Römer. 1851 Dr Ernst Eulog Kluger, Hof- und Gerichts-Advokat und Gemeinderath der Stadt Wien. 45. l27. 28. — 121. 122.— 148. 149.-283. 284.) ^ K. k. Vrrzehrungslteuer-Linirnamt Favorita. Im Jahre 1700 »Zwey halbe Joch Ackher vor dem Kärnthnerthor in der Braiten, so man auch nennt im Silberekk, dem Gastgeb Blasii Frauenson peym gülden Deren gehörig; welche nebst einem Inno 1705 (stehe Seite 18) in die Linien gezogenen ganzen Joche, vor der 1683jährigen Wiennerischen Türkhen- belagerung sieben Viertl Weingarten gewest, aber nachgehends zwey Joch Ackher darauß gemacht worden. Davon man jährlich dient zur St. Achazi-Kapelle rc. (Gewährbuch l. 156.) — Von der anrainenden Strecke inner dem Schlagbaume kam 1724 ein Theil an den Edlen Herrn Franz von Heffener und seine Ehewirthin Maria Franziska, einer gebornen von Gundersheim. Ein bezügliches Patent Kaiser Karls VI. vom 27. Juni 1718 bestimmt: „daß künftighin am Linienwall herum kein Gebäu mehr zu erbauen verstattet ist, so nicht wenigstens von dem auswendigen Graben deren Linien 100 Klafter, und von innerhalb 12 Klafter entfernt angelegt werde." Im Jahre 1733 »Wegmauth- und Hansgrafen» amts-Gebäude"'). Die im Renaisancestyl gebaute Kapelle innerhalb des Mauthschrankens ist wohl die zierlichste unter allen Linieukapellen Wiens. Sie wurde von einem Fürsten ') Siehe Seite 68 des vorhergehenden Bandet : „Die Alservorstadt" rc. Wien 1861. 123 Esterhazy im Jahre 1757 erbaut, und am 17. November 1760 von dem Wcihbischof Franz Anton Marx er benedicirt Ihren Altar schmückt das Steinbild St. Johannes von Nepomuk; diesem zur Seite stehen die Statue» der Heiligen Rochus und Sebastian Die Lesung der sonntäglichen Frühmesse wird bei dem Abgänge jedes eigenen Stiftungs-Vermögens, durch zeitweilige Spenden der umwohnenden Gemeindeglieder ermöglicht. Mit ähnlichen Hilfsmitteln wurde im Jahre 1857. über Anregung der Herren Kapellen - Vorstände Burg und Frankenberg, auch eine gründliche Renovirung dieser Kapelle, die Anschaffung fehlender Paramente und der Umguß einer schadhaften Glocke zu Stande gebracht. 16 . (71.) 8. Im Jahre 18l4 Joseph Müller, Gärtner. 1829 Barbara Müller, Witwe. 1830 Paul Nötzl. 1850 Elisabeth Nötzl. 1858 Anton Eichberger, Stechviehfleischer. 18 . (70.) 8. Im Jahre 1815 Joseph Hauptmann 1816 Anton Troll, Handelsmann. 1820 Theresia Troll. 1830 Philipp Naißer. 1842 Philipp Tichaczek, füi-stlich Starhembergscher Güterdirektor und Lehenprobst 1856 Geschwister Tichaczek. 5«. (69.) 8. Im Jahre 1815 Dincenz Grimm, Handelsmann. 1819 Theresia Feßler. 1820 Johann Helmich. 1821 Evarist Raimann. 1839 Johann Bögler, Tischlermeister. 1846 Magdalena Bögler. 1849 Jakob Wopalensky, Kürschner. 1854 Anton Kantner, Gastwirth. 52. (68.) 8. Im Jahre 1815 Michael Ernst, Schlossermeister. 1822 Joseph Gerl. 1823 Joseph Angst. 1847 Geschwister Angst. 1852 Maria Dolainsky. 1860 Anton Reichel. Eisentandler. 1862 Theresia Reichel. 54 . (67.) 8. Im Jahre 1815 Theresia Egger, Schlossermeisterin. 1816 Karl Scharfenberger. 1819 Theresia Schauenstein. 1823 Johann Georg Lux. Mechaniker. 1830 Rudolph Anton Gärtler. 1837 Anna Dolainsky. 1846 Alois Ferdinand Dolainsky, Metallwaaren- und Maschinenfabrikant. 56 . (66.) 8. Im Jahre 1816 Johann Hirtz, Ziegeldecker. 1818 Leopoldine Gräfin d'Harnoncourt-Unverzagt. 1822 Andreas 124 Körbler, Metallwaarenfabrikant. 1836 Maria Bindtner, Land- kntschersgattin. 58. (65.) 8. Gasthof ;um braune» Hirschen. Im Jahre 1750 Gräflich Starhemberg'sche Bierschank. 1802 Johann Ranfts, Gastwirth. 1824 Barbara Ranftl. 1837 Karl Ranftl, Gastwirth. 1857 Anna Maria Ranftl, geborne Drexler. 60. (29. 123. 150. 282.) ^4 Linienamtsgebäude. 62. (30. 124. 151. 281.) ^ Linienamtsgebäude. Fleischmanngaffe. Eröffnet nach Abteilung der F lkis ch in a nn schen Realität Nr. t; mit grundobrigkciilicher Bewilligung vom 1 l. Juni 1825.) Nr. I. (67. 181. 246. 451 ) .4. s- 8. Im Jahre 1695 Johann Moriz Jodocus von Mühlen, Kays. Reichshofraths- Canzellist, (Besitzer des Hauses Nr. 1005 in der Kärnthner- straße). Eine „halbe Hofstatt im ober» Schooß" neben des Predigerordens Weingarten gelegen; chevor Hannsen Reisen- thaller gehörig. Hiezu 1698 „ ein Viertel und zwey halbe Hofstatt Weingärten" von Gemainer Stadt Nntercammerer Georg Altschaffer. 1736 Kajetan Ferdinand von Mühlen. 1765 Conrad Fleischmann, Bürger und Landkutscher. 1792 Sophie Fleischmann, Witwe. 1798 Johann Georg Fleischmann, Großfuhrmann, Mitglied des äußeren Stadtrathes, Rittmeister im Bürger- CavalleriecorpS und Inhaber der großen goldenen Civil-Ver- dienst-Medaille (ch 19. Oktober 1832). 1833 Maria Hempfling. geborne Fleischmann; Bräumeisterin zu Margarethen. 1834 Michael Kallinger, Laitdbaumeister. 1839 Michael Zach, Handelsmann. 1851 Michael Fröschl. 2. (- 661. 459.) Im Jahre 1825 Michael Reichel. 1827 Sebastian Großmayer, Mitglied des äußeren Stadtrathes. 1830 Äarolina Holzapfel. 1841 Georg Simon Plößl, Optikus. kt. (- 654. 452.) Im Jahre 1825 Franz Haidt von Haidenburg, Bürger und Lederermeister. 1862 Josepha Haidt von Haidenburg, geborne Arnold. (- 660. 458.) Im Jahre 1825 Joseph Reichel, Eisentandler 1827 Georg Strobl, Bürger. 1833 Johann Palkl, 125 Brunnmeister. 1844 Ignaz Stehle, Appreteur. 1846 Karl Mark, Schuhmacher. 5. (-655. 453.) Zm Jahre 1825 Franz Haidt von Haidenbnrg. 1862 Joseph» Haidt von Haidenbnrg. V. (— — 659. 457.) Im Jahre 1825 Karl Roger, k. k. Beamter. 1834 Franz Körbler, Metallwaarenfarikant. V. (- 656. 454.) Im Jahre 1825 Johann Georg Fleischmann. 1833 Maria Hempfling. 1834 Michael Kallinger. 1839 Anton Model. 1841 Timotheus Graf Ledochowski-Halka von Ledochow, k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant. 1847 Anton Graf Ledochowski-Halka von Ledochow, k. k. Oberlieu- tenant. 1853 Joseph Tschurtschenthaller. 1857 Adolph und Josephine Tschurtschenthaler. 8. (— — 658. 456.) Im Jahre 1825 Johann Georg Kleischmann. 1833 Maria Hempfling. 1834 Michael Kallinger. >840 Paul Herndl, Gastwirth und (1861) Richter auf der Wieden. s (-- 657. 455.) Im Jahre 1825 Ignaz Köpp Edler von Felsenthal, Bankbeamter. 1839 Joseph Obholzer. 1838 Joseph Hegerle. Floraqajse. (ivrül>er „Genieindegassk . Abtheilungen des P a »l an c r - K l » st ergo r t e n s ; mit Ansnahn>e der Häuser Nr. 3, 8 L 7.) Nr. L. (38. 140. 173 324.» k. Im Jahre 1798 Gemeindehaus der Borstadt Wieden. 1823 Johann Georg Kirchlehner. 1826 Joseph» Weber. 1828 Franziska Zinimer- mann 1829 Georg Pein, k. k. Rath und Professor der Baukunst an der k. k. Akademie der bildenden Künste s-,'- am 5. März 1835.) 1836 Theresia Ltaktler. 1838 Maria Eäzilia Hoß. 1839 Johann Nepomuk Knoll. l848 Mathias Nickl. 1849 Johann Klarmann, Bäckermeister. 2. (— 529. 172. 323.) L. Schild Ml weihen Schwan. Im Jahre 1798 Joseph Seih, Fuhrmann. 1894 Joseph Tchachinger. 1897 Johann Ignaz Böhmer. Magistratsrath. 18l6 Susaiina Jagatitsch. verehlichte Hochmnth. >844 Joseph 126 und Ignaz Hochmuth. 185 t Joseph Gärtner, Gastwirth. 1857 Josephs Gärtner. 1860 Barbara Spur, k. k. Rittmeistersgattin. 3. (- 720. 325.) Abg. von Nr. 7. Im Jahre 1828 Philipp Gagiotti. Kassier im k. k. Hof-Operntheater. 1856 Maria Anna Gagiotti, gcborne Lotti. 4 . (— 525. 174- 328.) L Schild zu den zwei Meer- frsulei». Im Jahre 1797 Johann Jakesch, Instrumentenmacher. 1811 Johann Sailinger. 1812 Karl Freyherr van Swleten. 1814 Johann Ruprecht aus Eisgrub. 1818 Joseph von Lilien- ! bcrg. 1820 Johann Nepomuk Jasnügger, Dr. der Arzncykunde.^L Professor der Chemie. Technologie und Landwirthschaft an der k. k. Theresianischen Ritter-Akademie (-j- 9. Dezeniber 1827. Siehe Seite 109) 1827 Karl Westhanser. 1834 Georg Weninger, Med. Dr. 1840 Anton Gruber, k. k. Hof-Werk- zeug-Fabrikant. 1843 Grubersche Erben. 1860' Georg und Rudolph Staudigl. ». (- 719. 326.) ^4. Abg. von Nr. 7. Im Jahre 1828 Sebastian Hochhäuser, Wundarzt. 1835 Franz Riedl, Buchbinder. 1836 Anna Riedl, gcborne Stieger. 1862Karolina Riedl, gcborne Fritz. 1863 Joseph und Karl Felser, dann Leopoldine Furtmüller. «. (— 524. 175. 329.) L. Im Jahre 1798 Joseph Neumann (wie Seite 75). 1806 JohannZeillinger. 1820 Karl ! Mayer. Bränmcister und Frcihofbefitzer an der Schwechat. 1826 I Anton Barzal. 1838 Leopold Hauer. Gastwirth. 1851 Kunigunde Hauer. «. (- 602. 327.) ^4. Badhaus zier Flora. Abg. von ! Nr. 20 Favoritenstraße. Im Jahre 1824 Anton Wurtzinger, Chemiker und Badhausbesitzer. 1840 Anna Wurtzinger, gcborne Lindebner; Witwe. 1844 Raimund Reichsritter von Männer, N. Ö. Landstand 1846 Johann Uetz. Schneidermeister. 1850 Michael Wicser, Kupferschmied. 1852 Anna Wieser, gcborne Hangleitner. 8. (— 526. 176. 330.) L. Im Jahre 1798 Joseph Neumann. 1818 Joseph Fnrchheimer, Mitglied des äußeren Stadtrathcs und Commerzial - Großfuhrmann. 1819 Johann 127 Haller, Gastwirth. 1857 Anton Haller, Beamter im k. k. Handelsministerium. S. (350. 141. 193. 347 ) 8. Durchhaus „Altes Paulaner- Zinshaus." (1775 auf dem Kloster-Gartengrunde gebaut.) 1798 Joseph Neumann. 1799 Franz Xav. Fleischmann, Landkntscher. 1819 Franz Fleischmann Sohn. 1822 Joseph Lang, Seifensieder und Besitzer der Herrschaft Lcchwitz in Mähren (geb. 1773, 4 2. Febr. 1856.) 1857 Julie Freiin von Kübeck, geborne Lang (Witwe des am tl. September 1855 verstorbenen k. k. geheimen Rathes und Reichsrathspräsidenten Freiherrn Karl Kübeck von Kuban). 1« (— 527. 192. 346.) 8 Im Jahre 1797 Joseph Neumann. 1804 Franz Mollncr, Zimmermeister. 1811 Johann Furchhcimer. Landkntscher und Kommerzial-Großfuhrniann. 1817 Johann Haller. 1860 Anton Haller. Franzensgaffe. Eröffnet im Jahre 1826, »ach Theilung der gräflich A» d rü ss y'schen Realität Nr. 1 —>0. Die unteren Häuserreihen zwischen Nr. 11 und 27 (frühere Leopolds- gasse) sind Abheilungen der am 19. März 1827 versteigerten erzbischöfliche» Küchen gärten. Nr. L. (223. 401. 593. 701.) 8. 6. Im Jahre 1684 Conrad Resch. Zwei Hofstatt Weingärten im .klein heiligen Geist", auch im „Handtuch" genannt. 1690 Maria Barbara Fauconeti. eine geborne Reschinn. 1714 Franz Anton Premier von Flammberg, des Heil. Rom. Reichs Ritter und der N. Ö. Landschaft Gräniz-Zahlineister. 1743 Josepha Theresia Premier von Flammberg, geborne Kolb. 1748 Joseph Franz Ditmayr von Dietmannstorff, 3. 8. vi-. 1755 Paul Krauß, kays. Nieder? lags-Verwandter. 1775 Johann Michael Krauß, Bucksührer. 1778 Helena Rosina von Allegretti und Agatha Rofina von Damm, beide geborne Krauß. 1783 Joseph Wenzel Edler von Damm. Aktuarius im k. k. Hauptmünzamte. 1788 Paul Augustin von Allegretti. bevollmächtigter Minister der Republik Genua am österreichischen Hofe. 1789 Anton Graf Batthyäny von Nömeth-Ujvär. 1800 Joseph Graf Andrässy von Csik-Szent t28 Kirüly »nd Kraszna-Horka, k. k. Kämmerer. 1822 Joseph Herbst, Tischlermeister. 1825 Johann Eder. 1830 Johann Hoffmann, Gutsbesitzer. 185 t Josephine Remekhäzy von Gurahonz. 2. s-460. 710.) Im Jahre 1826 Maria Ehristina Lang. 1834 Franz Gärtner. 1842 Wilbelmine Schäffel. 1852 Emma, Ludwig »nd Mathilde Schäffet ». l- 594. 702.) Im Jahre 1826 Joseph Herbst. 1833 Joseph Brodmann, Klaviermacher.* 1851 Karl Ludwig Brodmann »nd Amalia von PretiS. 4 . (— — 601. 709 ) Im Jabre 1826 Philipp Heinrich Werthmüller von Elgg. Besitzer der Papierfabrik im Markte Pitten. 1840 Michael Sennfeldcr, Fleischselcher. L (- 595. 703.) Im Jahre 1826 Werthmüller von Elgg. 1839 Franz Kröttlinger. 1840 Karl Fast, Gelbgießer. 1843 Pauline Fast. 1858 Föstsche Erben. 6. (— — 600. 708 ) Im Jahre 1826 Maximilian Jahn. 1829 Dincenz Mully. 1831 Michael Mathny, Wundarzt. 184l Wilhelm Mathuy, Vergolder. 7. (- 596. 704.) Im Jahre 1826 Werthmüller von Elgg. 1840 Karl Michtner 1851 Joseph Ofner. 1859 Ofner'sche Erbe». 8. <- 599. 707.) Im Jahre 1826 Werthmüller von Elgg. 1840 Franz Kröttlinger. 1849 Karl Sztriberny, Eisen- Händler. >854 Franz Hittich, Eisenmöbel-Kabrikant. n <- 597. 705.) Im Jahre 1826 Simon Hochwalter 1829 Kranz Erdödy. Webermeister. 1842 Ferdinand Böhm. IN. (- 598. 706 ) Im Jabre 1826 Werthmüller von Elgg 1837 Adalbert Premier 1857 Adalbert, Aloisia und Lcopoldine Premier. II. (- 736. 739.) 1). Im Jahre 1827 Leopold Ferby, HandelSma»». Einige Zeilen dem Andenken jener rätbselhaften Miethfrau, die hier am 29. November 1846 das Irdische gesegnet. Wir meinen die 64jährige Frau Josepba Haas Edle von Lengen- feld - Pfalzheim; eine Fra». die beiläufig vier M a l Hunderttausend Gulden in Bnnkacticn »nd Obligationen 129 besaß, aber schlechter und elender als manche Straßenbettlerin lebte, um ihren Brillant-Schmuck und großen Reichthum frommen Zwecken und milden Stiftungen widmen zu können. Ein hiesiges Blatt*) brachte dießfalls unter der Überschrift: „eine merkwürdige Geizige" Folgendes: „Wer bloß die Lebensweise dieser Fran und ihr notdürftiges Äußere gekannt hatte, reihte sie den Dielen an, welche vom Schicksal auserkoren scheinen', ihre Jahre unter Kummer, Sorgen und Entbehrung aller Art hinzubringen, und dennoch hinterließ die Verstorbene ein Vermögen, fast die bedeutende Summe von 400.000 fl. C. M. erreichend. Sie, die in dem entfernten Gaudenzdorf elendiglich wohnte, die ganze Woche sich nur ein einziges Pfund Fleisch vergönnte, die Suppe aus Ersparniß nicht am Herde, sondern in einem Schälchen bei einem nothdürftigen Talglichte oder Holzspan kochte, welchen sie unterhielt; eine Frau, in deren Hausrathe sich auch kein einziges brauchbares Möbel befand, die — factisch wahr, — auf einem schon verfaulten Strohsacke lag, und des Tages eine alte Degenklinge zur Seite, auf ihrem Mammon saß, indem der Schlafsessel zwar eine Polsterhülse, aber keine andere Jnlage als Obligationen enthielt, diese Frau, welche in Schmutz und Unrath beinahe erstickte, kein ganzes Hemd besitzen mochte, stellte rücksichtlich ihres so großen Nachlasses testamentarische Verfügungen fest, welche so gemeinnützig und achtenswertst sind, daß sie allgemein gekannt und gewürdigt zu werden verdienen. Nachdem sie bereits im Jahre 1844 bei dem k. bair. Landgerichte Burglengenfeld eine Heirats - Ausftattungs-Stiftung begründete, kraft welcher in jedem Jahre 12 arme Mädchen aus der Pfalz den nicht unbedeutenden Ausstattungsbetrag von 800 fl. Rcichswährung erhalten sollten, und für diese Stiftung 120 Stück österreichische Bankaktien mit dem Vorbehalte depositirt hatte, daß sie bei Lebzeiten im vollen Besitze des Fruchtgenußes bleibe, und diese Stiftung erst nach ihrem Tode in s Leben trete, verfügte sie in ihrem letzten Willen, daß abermals 21 Pfälzerinnen, dann noch 6, sich dieser Wohlthat Jahr zu Jahr erfreuen sollten, und knüpfte an diese Wohlthat die einzigen Bedingungen, daß ') Theaterzeitung vom S. Dezember 1846, Nr. 294. Wievm. 9 130 die AnspruchmachendeN arm, sittlich, in der katholischen Religion erzogen und gehalten sein sollen, sich an Landleute aus dem Lande „ob der Enns" zu verehelichen. Im ähnlichen Sinne errichtete sie auch eine derlei Stiftung in Nieder-Österreich, und übertrug das Berleihungsrecht an den jeweiligen Hrn. Prälaten von Klosterneuburg, Zu diesen Stiftungen wies sie über die bereits deponirte Summe nach Abzug unbedeutender Legate einen Fond von weiteren 60 Stück Bnnk-Actien und circa l 42,000 fl. 5" Met. Obligationen an, n»d bat zugleich die nieder- und ober- österreichische, dann die pfälzische politische Behörde für die möglichst gute Capitalisirung dieser Gelder zu sorgen, um aus dem Überschuß der Interessen nach und nach iinmer neue Stiftungen gründen zu können. Ihre Brillanten hatte sie zum Schmuck für die Krone der Himmels-Mutter auf einer der Meidlinger Kirche aus ihrem Nachlasse anzuschaffenden Fahne bestimmt, und sonderbar, die Frau, die im Lebe» Nacktheit und unscheinbares Wesen allem vorzog, verordnete sich ein Leichendcnkmal im Kostenbeträge von 1000 fl. C. M. Welch' ein modischer Kynismus. welcher edle Kern unter dieser rauhen Schale, welche Widersprüche im Leben dieser so großherzig Denkenden, der die Eigene Abkürzung alles dessen, was die Mcnschennatur begehrt, in einem fast Grauen erregenden Grade zum Bedürfniß ward, und nun so sinnig Sorge trug, jugendliches Glück zu begründen, und den Herd neu vermälter Paare vor den.Heimsuchungen der Noth wo möglich zn schützen". IS. (- 718. 740.) L. Im Jahre 1827 Franz Bosch. Schuhmacher. 1834 Franz und Philipp Bosch; dann Katharina Zauner, geborne Bosch. L». (- 735. 839.) L. Im Jahre 1827 Franz Maiwald. 1829 Franz Wolf. Äußerer Stadtrath. 1836 Anna Wolf (später verehlichte Kreutzinger.) 1841 Joseph Ackert, Fragner. L4. (- 721. 838.) k. Im Jahre 1827 Philipp Schmidt. Schloffermeister. 1832 Bartholomäus von Angely. 1837 Karl Edler von Thomann, Bankbeamter. 1838 Simon Sohn. 1843 Rudolph Siegl, Med. Tr. 1849 Adam Hampl. 1853 Karl Günther, Tischlermeister. 131 1». (- 734. 840.) L. Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Im Jahre 1827 Philipp Schmidt. 1835 Franz Hollub, Mitglied des äußeren Stadtrathcs und Kleidermacher. 1836 Maria Hollub. 1839 Franz Winkler, Kleinholzhändler. 1861 Joseph Krexsammer, Milchniaier. L«. (- 722. 837.) L. Im Jahre 1827 Theresia Zueck, Seidenfärbersgattin. 1835 Johann Zneck, Seidenfärber. 1851 Konrad Zueck. 1856 Juliana Bauer. 1858 Johann Zandra, k. k. Banbeamter. 1861 Juliana Zandra, geborne Bosch. 17. s- 733. 841.) 12. Im Jahre 1827 Joseph Nowotny, Tischlermeister. 1831 Johann Dworschak. 1838 Joseph Toskano, Rauchfangkehrer »8. (- 723. 836 ) L. Im Jahre 1827 Friedrich Reck. Drcchslcrmeister. 1857 Theresia Rcek, geborne Mayerhofer. 1859 Auguste Palme >rud Friederike Uberacker. I». t— — 732. 842.) 2. Im Jahre 1827 David Moritz, Rothgärber. 1855 Leopold Schnabel, Klaviermacher. S«. (- 724. 835.) 12. Im Jahre 1827 Joseph Nowotny. 1830 Johann Christian Ritter. 1837' Johann Georg Bleyer. Advokaturs-Concipient. 1838 Eduard Steinle, akademischer Maler. 1857 Martin Bickel, Trödler. 21. (- 731. 843.) 12. Im Jahre 1827 Martin Otto. 1830 Theresia Sautncr. 1840 Matthäus Dietz, Drahtzieher. 1858 Adolph Dietz, Messing- und Stahldrahtzieher. 22. (— — 725. 834.) 12. Im Jahre 1827 Joseph Nowotny. 1830 Johann Dworschak. 1833 Joseph Toskano, Rauchfangkehrer. 1838 Johann Unger, Handelsmann. 1839 Anton von Wedl. Großhändler. 1840 Joseph Stadler, Handelsmann. 1844 Theodor Brauer, k. k. Lieutenant. 2S. (- 730. 844.) 12. Im Jahre 1827 Marti» Otto. 1840 Johann Karl Truka. 1843 Heinrich Ganser. 24. (- 726. 833.) L. Im Jahre 1827 Friedrich Sträußle. 1830 Georg Mannsmann, Bronzearbeiter. 1860 Anna Mannsmann. SL. (- 729. 845.) L. Im Jahre 1827 Franz Maiwald. 1838 Franz Liebscher. 1848 Lambert Mayer, Deckenmacher. 132 S6. (- 727. 832.) L. Im Jahre 1827 Johann Philipp Hefft, Tischlermeister. 1851 Anton Hefft, Architekt. SV. (— — 728. 846.) L. Im Jahre 1827 Anton Fries K Comp. Seidenzeugfabrikanten. 1848 Augnst Zeppez- aurr, landesbef. Seidenzengfabrikant. Freundgaffe. (Normals „Salvator g asse." Eröffnet im Jahre 1782 nach Abthei s luug der Biichsbaunischen Gartcngrüiidc „>u St. Salvator" Nr. 13. ^ Die jüngst erfolgte Umwandlung, des Straßen-Namens ist ein Akt dankbarer Erinnerung an weiland Herrn Martin Freund, dem Gründer einer reich dotirten Armenbctheilinigs-Stiftung für die Vorstadt Wieden. Nr.L. (391. 253. 319. 532.) ö. Schild zum heil. Leopold. Im Jahre 1782 Philipp Wiesinger. Buchbinder. 1788 Joseph Hueber, Leistenschneidcr. 1802 Peter Formann, Tandler. 1807 Karl List. 1813 Andreas Kreutz, Schlosser. 1835 Kreutz'schc Erben und Johann Spangcl. 1843 Johann Baffe, Schloffer- meister. 1859 Friedrich August Bohnert und Theresia Heß. S- (390. 252. 318. 531.) k. Im Jahre 1782 Andreas Reininger, Manrerpolier. 1787 Johann Georg Ziegler, Bürger. 1806 Anna Piglcr, Seidenzeugmacherswitwe. 1810 PaulPigler. 1814 Anton Reichel. 1815 Anton Seedaller. 1816 Joseph von Eglofs zu Stadthof. 1817 Konrad Schmidt, Schneider. 1818 Joseph Schmidt. 1844 Johann Walter. 1845 Ferdinand Hofer. 1860 Adolph Woda. 1861 Karl Pischinger. ». (392. 254. 320. 533.) 6. Im Jahre 1782 Johann Georg Selch, Maurerpolier. 1784 Lorenz Hödl, Schuhmacher. 1812 Johann Joseph Gendorfer. 1814 Martin Schmidt, Schuhmacher. 1830 Anton Böskraut, Strumpfwirker. 1836 Johann Basse, Schlossermeister. 4 . (389. 251. 317. 530.) ki. Schild zum schönen Ungar. Im Jahre 1782 Johann Hanauer, Maurerpolier. 1786 Magdalena Nattermann, Schuhmacherswitwe. 1790 Elisabeth, Johann, Magdalena und Paul Consoni. 1819 Valentin Keßler, Tandler. 1826 Theresia Keßler. 1838 Joseph» Ambrosch und Theresia Sikora. 1840 Elisabeth Franziska und Joscpha Stöger. 1855 Mathias Föderl. 1858 Anton Sacher, Schuhmacher. 133 5. (393. 255. 32 l. 534.) 6. Schild zur goldenen Uhr. Im Jahre 1782 Johann Georg Scheibcrt, Anstreicher. 1785 Dominik Seidler, Schneider. 1786 Theresia Brinus, Chirurgens- witwe. 1790 Johann Hübner, Kleinuhrmacher. 1804 Elisabeth Stummer, Hebamme. 1814 Joseph Hornung. 1838 Hornung s Erben. 1857 Franz Feichtenberger, Schuhmacher. (388. 250. 316. 529.) 8. Schild zur heiligen Anna. Im Jahre 1782 Mathias Lang, Maurer. 1787 Michael Hackl, Kutscher. 1810 Martin Braun. Tischlermeister. 1841 Gustav Autenrieth, Handschuhmacher. 1855 Anna Autenrieth. 1856 Joseph Wettl, Knöpf- und Krepinmacher. V. (394. 256. 322. 535.) 6. Schild zum König David. Im Jahre 1782 Andreas Reininger, Maurerpolier. 1783 Johann Hellinger, Seidenbandfabrikant. 1787 Paul Hofbauer, bnrgerl. Schuhmacher. 179 l Geschwister Hofbaner. 1802 Anton Rechinger, Silberarbeiter. 1807 Anton Weweg. 1810 Anton Arbesser, Handelsmann 1821 Joseph Mudroch, Schneidermeister. 1813 Geschwister Mudroch. 1852 Paul Reidlinger, Oberlehrer. 8. (387. 249. 315. 528.) 8. Im Jahre 1782 Peter Schwefel, Stahlarbeiter. 1808 Daniel Reininger, Bürgers 1815 Mathias Leibenfrost, Mitglied des äußeren Stadtrathes. 1858 Elisabeth Leibenfrost. « (395. 257. 323. 536.) 8. Im Jahre 1782 Jakob Eberhardt, Mehlamtskassier. 1804 Eva Eberhardt. 1810 Simon Schub, Schuhmacher. 181 l Anton Weigand. Schuhmacher. 1855 Jakob Weigand. tv. (386. 248. 314. 527.) 8, Schild ?ur schönen Laterne. Im Jahre 1782 Anna Maria Schaffer, geborne Strobl, Militär- Chirurgensgattin. 1796 Johann Paul Schuster, Lustgärtner. 1805 Michael Niernsee. 1809 Christoph Korzendorfer. 1818 Philipp Pfnürr. 1829 Bartholomäus Payer, Geschworner bei der k. k. Hauptmauth. 1835 Josephe, Hochenauer. >859 Elisabeth Hocheilauer. 1860 Johann Fischer, Schuhmacher. L». (396. 258. 324 537.) 6. Schild znm heiligen Florian. Im Jahre 1782 Barbara Schmidt, Schuhmacherswitwe. 1787 Michael Schmidt, Anna Timpert und Theresia Gallutschek. 1792 134 Joseph Tangofsky. Schuhmacher. 1797 Franz Huß, Perrückenmacher 1805 Joseph Götz, Schuhmacher 1835 Joseph und Magdalena Götz. 1845 Barbara und Magdalena Götz. 1853 Magdalena Götz. 12. (385. 247. 313. 526.) 8. Im Jahre 1782 Barbara Weibl. 1795 Franz Pramer, Lehenkutscher. 1796 Joseph und Anna Maria Hünig. 1810 Elisabeth Holl, Geflügelhändlerin. 1835 Ignaz und Elisabeth Teubl. 1861 Ignaz Teubl; dann Anton, Franz, Julius, Leopoldine und Magdalena Schreyvogel. LS. (138. 259. 325. 538.) 8. Schild zum blauen Herrgott. Im Jahre 1696 Susanna Barbara Wagner (1710 ver- ehlichte Tamar von Hammerstein), Kays. Leibwäscherin ; ein Hofstatt Weingarten am Clagpaumb, sammt neugebauten Hauß zu .St. Salvator" , insgemein zum .blauen Herrgott" genannt. 1731 Anna Franziska Wagner. 1755 Franz Joseph Stiefvater, Kais. Arcier. 1757 Eva Anna Stiefvater, Wittib; später ver- ehlichte Buchsbaum. 1759 Philipp Buchs bäum, Schank- wirth und Bergmeister ans der Wieden (siehe Margarethenstraßc Nr. 33) 1782 Franz Weibel. 1820 Anna Staudenraus, geb. Weibel, k. k. Rechnungsrathsgattin. 1862 Eduard Staudenraus, k. k. Rechnungsosfizial; dann Wilhelmine Reywöger und Amalia Keil, beide geborne Staudenraus. 14 - (384. 385. - 245.246.- 311. 312 —524.525., 8. Im Jahre 1782 Philipp Buchsbaum. 1793 Theresia Buchs- bamn. Witwe. >832 Benedikt Damböck. 1849 Theresia Zhuber. geborne Damböck, k. k. Hof- und Schloßarztenswitwe. Goldegggasse. (Die frühen „A n na gas sr". Abtheilungen der Wey rin gerschen Sand- gestalte; wie Seite 67.) Nr. 1 . 3. Baustelle. 2. .1. Siehe Heugasse Nr. 66. 3. 3. Baustelle. 4 . (159.) 3. Im Jahre 1826 Johann Rapsky. 1846 Joseph Ezerny. Kanalräumer. 1862 Elisabeth. Johann und Joseph Czerny. 135 5 9. Baustelle. « (752. 160.) .1. Im Jahre 1829 Anton Bartel. 1839 Magdalena Schmidt, Müllermeisterswitwe. 1851 Katharina Zenner. V. 9. Baustelle. 8. (161.) 9. Im Jahre 1844 Friedrich Hühnerbein, Maurerpolier. 1845 Anton Pomp. 1853 Anton Stohl. S. 9. Baustelle. 10 9. Siehe Louisengasse 17. II. 9. Baustelle. IS. 9. Siehe Louisengaffe >6. IS. 9. Baustelle. II. (l85) 9. Im Jahre 1827 Theresia Zug. 1838 Andreas Waitzenauer, Milchmeier. 1861 Andreas und Karolina Waitzenauer, dann Maria Magdalena Koppmann. 15. I«. ir. 18. 9. Baustellen. I«. (687. 197.) 9. Im Jahre 1826 Vincenz Auer. 1853 Eleonora Schwarz. 50. 9. Baustelle. 51. (198.) 9. Im Jahre 1839 Joseph Eckert. Optikus. 1841 Joseph Hiller, Tischlermeister. 1851 Johann von Pihtory, k- k. Oberst. 1860 Ludwig, Rosina und Stephan vonPisitory: dann Eugenia Marchesa Galliana Eoccopani und Erminia Contessa Ancini, beide geborne von Pißtory. 1861 Franz und Karolina Seifert. SS. 9. Baustelle. SS. Siehe Sophiengasse Nr. 13 SI. (960.) 9. Kommunal - Hauptschule. Im Jahre 1823 Heinrich Lohbauer. 1839 Sabbas Weniger. 1842 Franz Gardner 1857 (30. September) Kommune Wien. S5. (921.) 9. Im Jahre 1823 Ignaz Weyringer. 1826 Bernhard Reuschl. 1842 Johann Kielmayer. 1849 Joseph Lang, Handelsmann 1856 Josepha und Maria Magdalena Lang. S«. (224.) 9. Im Jahre 1829 Bincen; Apfel. 1836 8ranz Katzer, Zwirnhändler. 1855 Franz Schwarzer, akademischer Bildbauer. 1861 Johann Anton Scholz. 136 sr. (714. 225.) 3. Im Jahre 1825 Wenzel Mikschofsky. 1834 Joseph Nonner. 1838 Jakob Höfelmayer. 1850 Lorenz Zuschmann, Klaviertischler und Fournierholzhändler. S8. (248.) 3. Im Jahre 1826 Christoph Bock. 1854 Bocksche Erben. 1861 Ferdinand Zillinger, Ziegeldecker. SS. (686. 247.) 3. Im Jahre 1836 Philipp Gastinger, Schuhmacher. 1857 Ferdinand und Henriette Gastinger; dann Rofina Fing, geborne Gastinger. 30. (219.) 3. Im Jahre 1862 Emanuel Tichy. 3L. (1105.) 3. Im Jahre 1862 Franz Schlierholz. Stadt- baumeister. Hartmanngasse. Eröffnet im Jahre 1826, nach erfolgter Abthrilung der Hartmann scheu Realität Nr. 1. Auch die linkscitige Häuserreihe der Zicgelofengasse (zwischen 1 L 19)'steht auf Hartmann'schem Grund. Nr. 1. (54. 162. 227. 405.) v. öc N. Schild: Im Tempel. Im Jahre 1700 Elisäus Görgy, Kays. Niederlagsver- wandtcr. Weingärten und Nberländgründe in Neusätzen, ursprünglich Eigen des Max Pfuier und Hanns Georg Paur; zu Theil auch Gemain Acker in Nikhlstorff. Weiters eine Hofstatt in der Clagpaum-Ried und ein Achtel, so das B rodachtel genannt. 1739 Franz Anton von Langer, Kays. Reichs- Hofrath. 1750 „Hauß und Tanzsaal im Tempel", dein Caffeefieder Joseph Benko gehörig. (Herr Benko seligen Andenkens trieb sein Gewerbe am Stephansfreythof im uralten Bauernfeind'schen Hause Nr. 628 - dem heutigen Oakö 6« 1 Luroxe — damals zum .Rsyenkops" beschildet.) 1790 Franziska Benko. Witwe. 1795 Kaspar von Benko. k k. Obristwachtmeister und Joseph von Benko, Beamter der königlich hungarischen Hofkanzley. 1809 Johann Georg Hartmann, Mitglied des äußeren Stadtrathes, Besitzer der großen goldenen Salvator-Medaille und Handelsmann (-) 23. Februar 1850). 1826 Ferdinand Stribl. Gastwirth. 1842 Friedrich Kreitner. 137 1845 Anna Dillmann. 1846 Dr. Franz Schmidt, k. k. Notar. 1847 Joseph Schneckenburger, Tischlermeister. 1866 Joseph und Engelbert Schneckenburger. 2. (641, 642 643. — 420. 421.) Im Jahre 1826 Johann Georg Hartmann. 1833 Anton Hartmann. 1845 Karl Hartmann, Seidenzeugfabrikant. 1857 Emil, Karl, Karolina und Otto Hartmann. 3. (627. 406 ) Im Jahre 1826 Hartmann. 1845 Joseph Zwölfer. 1847 Joseph Spallek. 1848 Katharina Heidenreich. 1851 Joseph Hornung. 4 . (640. 419.) Im Jahre 1826 Franz Tenz. 1830 Mathias Emminger. 1832 Wilhelm Freiherr von Droßdick, k. k. Hofrath 1853 Anton Mayer 1860 Aloifia Schäfer und Maria Josepha Nepalek, beide geborne Mayer; dann Anton und Ludmilla Mayer. 5. (628. 407.) Im Jahre 1826 Hartmann. 1836 Joseph Nowotny, Tischlermeister und Ziegelofenbesitzer. 1837 Rofina Gerstenbrand, geborne Nottoni et ?alaoio8. 1845 Anton Mayer. K. (639. 418.) Im Jahre 1826 Michael Leixner. 1829 Mathias Feldmüller, Schiffmeister und Brennholzhändler. 1841 Pankraz Suritz, Viktualienhändler. 1847 Franz Härlesberger. Greißler. 1853 Joseph Lang, Handelsmann. 1858 Josepha und Maria Magdalena Lang. 7. (629. 408.) Im Jahre 1826 Peter Sturand, Schlossermeister. 1838 Moriz Graf von Lichnowsky, Herr zu Woschitz, mährisch-schlesischer Landstand (s 17. März 1837). 1838 Josephine Gräfin von Lichnowska, geborne Stummer, Witwe. 1849 Josephine von Frank, geborne Gräfin von Lichnowska. 8. (638. 417.) Im Jahre 1826 Peter Knoth. 1829 Konrad Lenhard, Tischlermeister 1834 Johann Ewald, Fragner. 1836 Peter Kofler, Tischler. 1853 Eduard Treffkorn, Tischler. N (630. 409.) Im Jahre 1826 Hartmann. 1830 Peter Sturand. 1837 Joseph Nowotny. 1838 Rofina Gerstenbrand. 1845 Johann Joseph Schiffer. 138 1V (637. 416 ) Zm Jahre 1826 Johann Georg Hartmann. 1850 Magdalena Hartmann, Witwe. 1858 Simon Schottenhammel, Tischlermeister. 11 (631. 410.) Im Jahre 1826 Hartmann. 1830 Franz Tenz. 1833 Anton Euler, Schneidermeister. 1855 Anna Maria Euler. 12. (635. 415.) Im Jahre 1826 Vitus Schaffer, Seidenzeugmacher. 1832 Ignaz Schabinger. 1838 Franz Machts und Franz Rouland. Fabriksbesitzer. 1845 Johann Gander. 1846 Bernhard Kledus, Stadtbaumeister. 1862 Anna Kledus. 1». (632. 411.) Im Jahre 1826 Johann Georg Hartmann. 1850 Magdalena Hartmann. 1». (634. 414 ) Im Jahre 1826 Vitus Schaffer. 1832 Ignaz Schabinger. 1838 Machts und Rouland. 1845 Johann Gander. 1858 Franz Poppinger, Milchmeier. 15. (Zu dem Hause Nr. 22 in Nikolsdorf gehörig.) V ^ 18 . (633. 413.) Im Jahre 1826 Mathias Moser. 1828 Alois Miesbach, Gewerks- und Gutsbesitzers 1830 Anna Freiin l^von Simbschen, k. k. Obristens- und Generalkonsuls-Witwe. 1831 Andreas Schuppanzigh von Frankenbach, k k. Major. 1839 Anton Reichsritter von Leuzendorf, Herr und Landmann in der Steiermark. 1840 Friedrich Simon, Sattlermeister. 1852 Rudolph Füßel, Privat. 1853 Joseph Kober. 1855 Edmund Mathias Peyerl, Med. Dr. IV. (636. 412.) Im Jahre 1826 Anna Helbling. (Besitzerin von Nr. 15) 1839 Anna Helbling und Maria Lick. Hechtengaffe. Nr. 1. (71. 185. 250. 463.) Schild zum General Loudon. Im Jahre 1637 Hannß Siebenwürger, Hawer, (1650 Gemainer Stadt Wienn Scardiener). Ein Hofstatt Weingarten. 1653 Jakob Renner. Hawer. 1663 Hanns Dieffenbrunner, Hawer. 1676 Julian Bruno de Oespins, Kays. Oberjäger. 1696 Magdalena 6« Oswine, geborne du ^i-aisne (1698 verehlichte Fauconeti). 1700 Mathias Schießwohl, Leutgeber. 139 1716 Johann Christoph Löffler, Waxkerzler. 1718 Christina Löffler. 1727 Euphrosina Kirchmayr, gebvrne Löffler. 1730 Johann Christoph Plaschke, Schneidernieister. 1760 Plaschke's Erben. 1763 Johann Michael Jelky, Kays. Hof-Garderobier. 1779 Andreas Jungwirth, des Äußeren Stadtrathes und kais. Hof- Kleiderputzer. 1797 Maria Katharina Jungwirth, Witwe. 1798 Geschwister Jungwirth. 1306 Sebastian Buchwein. 1820 Joseph Buchwein, Handelsmann ()um Kohlenbauer). 2 (128. 209. 275. 501.) Schild )um blauen Hechten. Im Jahre 1670 Benedict Sattler, Leutgeber vnd Bergge- schworner aufs der Widen. 1700 Philipp Mader, Gastgeb. (Tafernrecht und Führung der Schildtafel zum „blawen Höchte»/ seit 10. Februar 1673). 1704 Maria Mader, Wittib. 1727 Franz Konrad König, kays. Backerey-Koch. 1752 Georg Christoph Edler von Parquenfeldt, kays. Hofcammerrath. 1777 Eva Maria Edle von Catharin, geborne Edle von Mayenthall, kais. Gubernialrathswitwe; 1790 Deren Erben. 1805 Anna Dormann, Gastwirthsgattin. 1812 Karl Freyhcrr von Prandau; dann Joseph Hug, magistratischer Stadtsequester. 1826 Hermann Blumauer. Färber. 1834 Karl und Anton Hartmann. 1861 Hartmannsche Erben (wie Seite 137). ». (366. 212. 278. 504.) .4. Im Jahre 1777 Johann Georg Flcischmann, Gastwirth. (Rückwärtiges Stöckel, abgetheilt von dem Hause Nr. 46 Wicdncr Hauptstraße.) 1782 Johann Nepomuk Distler, Logenmeister ii» k k. Hoftheater 1792 Theresia Fischer. Fleischhauerswitwe. 1793 Johann Michael Edler von Scholterer. 1798 Egidius Buchwein, k. k. General- Hoftaxamtsoffizier. 1802 Katharina Beisel. 1803 Maria Anna von Öttner, geb. Kräull. 1805 Kajetan Freyherr von Rehbach. Erster Rittmeister der k. k. Arcieren-Leibgarde. 1806 Hieronymus Graf von Lodron-Latterano, k. k. Kämmerer. 1809 Barbara Horni. 1810 Maximilian Arnstein, k. k. Ober-Lieutenant. 1811 Franz Graf von Lodron-Latterano, k. k. wirkt, geheim. Rath und Kämmerer. 1812 Franz Bernardini. 1818 Geschwister Bernardini. 1828 Anton Katnsch »nd Barbara Fuchs. 1837 Joseph Fuchs. 1839 Franz Günther. 1842 Kaspar Walter, 140 1845 Alois Widmann, Pfaidler 1849 Bernhard Gaudriot. 1852 Georg Plach, Vergolder. 1857 Maria Plach. 1859 Albert Wenedikt, Buchhändler. ». (131. 215. 28l. 507 ) Im Jahre 1651 Hannß Aberill, Jhro Rom. Kays. Maytt. Hofdiener vnd Hansgrafen- ambts-Derwalter. Ein Achtel Weingarten in der Gugl am Clag- paumb, zunächst des fürstlichen Bistumb Wienn Weingärten gelegen. 1671 Hannß Grießpacher, Gwölbwachter. 1680 Gemainer Stadt Wienn Ziegelgnmd. (Laut Bestandvertrages vom 16. Mai 1699 an Anna Elisabeth Ringmayr, dann im Mai 1705 an den Steuer-Einnember Balthasar Paul Mayr verpachtet.) 1715 Johann Paul Frech von Ehrimfeldt, des Heil. Rom. Reichs Ritter. Innerer Stadtrath und Gem. Stadt Wienn Buechhalter. (Hauß nebst Garten.) 1745 Peter Schwizer, Burger. 1771 Hilaria Schweizer. 1776 Nikolaus Brunner, Bierleutgeb. 1784 Peter Gerard, Friseur. 1795 die Gerard'schen fünf Kinder. 1810 Ignaz Matzeneder. 1845 Joseph Matzeneder und Johanna Mothwurf, geborne Matzeneder. 5. Siehe Fleischmanngasse 8- 8. Baustelle. V. Siehe Fleischmanngasse 9. 8. (1100.) ^ Abg. von Nr. 4. Im Jahre 1861 Friedrich Siebert. i>. (130. 213. 279. 505.) Abg. vom Mayer'schcn Grunde, Hauptstraße Nr. 52. Im Jahre 1757 Anton Blefe, Viehmayr. 1759 Dorothea Blefe, Wittib. 1760 Michael Jäger, ^ ein Kühmann. 1802 Leopold Mayer, Diehmayer. 1820 Martin Wirth, Faßbinder. 1848 Karl Kolitzhofer, Goldarbeiter. 1855 i Karl Kolitzhofer, Sohn. , 1«. (153. 214, 280. 506.) ä. Abg. von Nr. 4. Im ! Jahre 1745 Johann Friedrich Edler von Dollar, kays. Hof- Kriegsraths-Secretarius und Anna Dorothea, eine geborne Frech von Ehrimfeld, dessen Ehegemahlin. 1774 Joseph August Edler von Dollar, N. Ö. Landrechts-Secretär. 1810 Elisabeth Donnerer. k. k. Postkondukteursgattin. 1812 Joseph Sochor, Tisch- 141 lermeister. 1847 Ignaz Michael und Maria Firnstahl. 1862 Ludwig Nikolaus Tremel, erzherzoglicher Mundkoch. LL (1054.) ^4. Abg von Nr. 13. Im Jahre 1857 Rudolph Geraus, Sekretär im k. k. Kriegsministerium. LS. Siehe große Ncugasse 22. LS. (154. 274. 340. 553.) ,4 Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Abg. vom Maye r'schen Grunde, Hauptstraße Nr. 52. Im Jahre 1732 Johann Georg Riecker, Heyduckh bey der Gräfin von Fuchß. 1751 Johann Schepp. kays. Senftenknecht. 1765 Margaretha Scheppinn. 1774 Johann Michael Dengler, kais. Heitzer. 1782 Johann Georg König, Schuhmacher. 1808 Joseph« Lenz, k. k. Mundkochsgattin. 1811 Ignaz Strodel, Handelsmann. 1813 Andreas Joseph Ditscheiuer. 1814 Gottfried Pillat. 1818 Adam Jakob, Branntweiner. 1854 Rudolph Geraus. LL. (458. 284. 350. 563.) .4 .4 N. Abg von Nr. 16. Im Jahre 1792 Michael Ulmer, Greißler. 1830 Theresia Ulmer. 1835 Johann Ulmer, Mnllermeister in Schwechat. 1836 Karl Frank. Handelsmann. L». (163. 283. 349. 562.1 ,4. Schild pnn goldenen Röhrt. Vordem zum freiherrlich von Loprestischen Hause Nr. 1 in der großen Neugasse gehörig. Im Jahre 1765 Johann Wolfgang Röhrl, Bauholzhändler. 1791 Johann Georg Röhrl, Handelsmann. 1795 Anna Röhrl. 1797 Nöhrl'sche Erben. 1801 Martin Mayer, Seidenzeugmacher. 1808 Michael Großhauser, Weinwirth. 1812 Friedrich und Margaretha Großhauser. 1824 Anna Reich. 1837 Ferdinand und Franz Reich; dann Josephs Maringer, geborne Reich. 1843 Matthäus Weinmann, Fragner. LK Siehe Kleine Neugasse 4. Heugasse. (Die linke Seite dieser Straße ist zum Gcmeindebczirk Landstraße einbezogen, und wird in ihrer ganzen Ausdehnung vom fürstlich Schwarzenbrrg'schen Gartenpalais (Nr. 11 und dem kaiserlichen Lustschlosse Belvedere sNr. 3) beherrscht.) Nr. 2 k 4. (338. 39. 103. 103 ) .1. Im Jahre 1772 Johann Anton von Bernhard, Doktor der Arzneikunde. Zwey 142 Achtel Weingarten in der „kurzen Jeuß" sammt Stadl und Ziegclofen; abgetheilt von der Realität zum „goldenen Mondschein" (Technikcrstraße Nr. 1). 1806 Augustin Edler von Holz- ineister. 1807 Franziska Edle von Holzmeister. 1815 Konrad Dietrich, Großfuhrmann 18 l6 Anna Dietrich. 185 l Iosephine Remekhäzy von Gurahonz. K. (447. 38. 104. 104.) .1. Abg. von Nr. 2. Im Jahre 1789 Laurenz Lechner, Baumeister. 1797 Johann Embel und Franziska dessen Gattin, geborne von Zollern. 1798 Hieronymus Graf von Lodron-Latterano, k. k. Kämmerer. 1799 Cäzilia -Gräfin Lodron-Latterano, geborne Gräfin von Rosenberg. 1803 Anna vonHembysc, geborne Hörde von Hördenfels. 1804 Maria Anna Weiß. 1812 Anton Schund. 1814 Karl Popp. 1815 Michael Hofer, Gastwirth. 1849 Karl Niehböck, Eleonora Steyrer und Barbara Schubert. 1852 Franz Schubert. 1853 Joseph Bnrghart. 8. (448. 37. 105. 105.) 3. Abg. von Nr. 2. Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. 1798 Maria Anna Weiß, geborne Grohmann. 1806 Johann Tcgent. 1811 Anton Unglaub. 1822 Joseph und Magdalena Müller. 1850 Theresia Brasseur von Kehldorf, geborne Winter (später verehlichte Freiin von Fürstenrecht.) 1861 Friedrich Freiherr von Fürstenrccht. IO. (35. 36. - 106. 106.) 3. Abg. von Nr. 2 Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. 1815 Theresia Lechner, Witwe. 1818 Geschwister Lechner. 1819 Franz Schwiha. 1821 Anna Katharina Nürnberger. 1837 Jakob Ludwig Ferdinand Sengcr. 1844 Maria Karolina Komers, gcb. Wabra. 1845 Josepha Marschall. 1857 Theresia Schauriger. IS s- II (42. 43. - 107. 108 ) 3. Baustellen. Abg. von Nr 2. Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. 1802 Johann Graf P-ilsfy von Erdüd, Erbhcrr auf Bicbersburg, der königlichen Veste Preßburg Erb-Großkapitain, Erb-Obergespan des Preßburger-Comitats, k. k. Kämmerer rc. IO. ^— 41. 109. 109.) 3 Abg von Nr. 2. Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. 1798 Martin Korntheuer, Wachshändlcr. 1818 Joseph Korntheuer, dann Theresia Lechner und Katharina 143 von Platzer, beide geborne Äorntheuer. 1819 Wenzel Joseph Ritter von Lallaba, k. k. Wechsel- und Börsesensal. 1830 Adolph Ivan und Maria Christina von Sallaba. 1844 Johann Adolph Ritter von Zallaba. 1845 Franz Beckers. >8. (—40. 110. 110.) 3. Abg. von Nr. 2. Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. 1800 Johann von Schwandner, k k. Hofkontroloramts-Of fizial. 1802 Theresia von Lchwandner, geb. Schaffer. 1803 Karolina Gräfin veil Koste, geborne Gräfin Waldstein - Wartcnbcrg. 1804 Wilhelniine Franziska Rippe, geborne Derscheid. l805 Franz Graf Pülffy von Erdöd. 1810 Balthasar Philipp Graf von Merode, Graf von Montfort und des Heil. Röm. Reichs souverainer Graf von Süße in Unter Navarra. Marquis de Dcynse, k. k. wirkt, geheimer Rath und Kämmerer (4 28. Mai 1810). 1816 Das Wiener Armen - Institut (als gräflich Merode'schcr Testaments-Erbe.) 1827 (30. März) Martin Bayer, Gastwirth 1854 Martin Scazighino, Schornsteinfeger. SO. (339. 68. 11l. 111) 3. Fürstlich Schwarzenberg'scher Küchengarten und (1729 gebautes) Waschhaus. Im Jahre 1700 Simon Staininger, um einen Hofstatt Weingarten in der .kurzen Jeuß." 1728 Adam Franz Carl des Heil. Röm. Reichs Fürst zu Schwarzenberg, Herzog zu Krnniau, gefürsteter Landgraf i» Klctgau, Graf zu Sulz, Reichs- Erbhofrichter z» Rothwcil und Jhro Röm. Kays Maytt. Obrist- Stalliiieister (geb. 1680. 4 1732). 1733 Joseph Adam Fürst zu Schwarzenberg (geb. 1722, 4 1782). 1783 Johann Nepomuk Anton Fürst zu Schwarzenberg (geb. 1742, 4 1789). 1790 Joseph Johann Fürst zu Schwarzenberg (geb. 1769, 4 1833). 1834 Johann Adolph Fürst zu Schwarzenberg SS. (340. 67. 112. 112) .1. Schild p»n Sultan. Im Jahre 1700 Tho»ias Conradl. 1726 Johann Rudolph John. Kays Hofkriegsraths-Agent. 1727 Peter Martin. 1728 Salo- »loii Lkchniayr. (wie Seite 66 ) 1734 Franz Hueber, Burger und Handelsmann. 1739 Anna Theresia Hueber, Wittib; später vcrehlichte Auhalter 1766 Leopold Müller, Kürschner. 1785 Maria Anna Müller, Witwe. 1789 Johann Peter Sertl- 144 Tischlermeister. 1794 Maria Anna Sertl, verehlichte Plenker. 1833 Georg und Joseph Plenker, dann Franz Schurz. 1846 Anna Plenker, geborne Jurie. 1856 Anna Plenker's Erben. 24 (341. 66. 113. 113.) 3. Abg von Nr. 22. Im Jahre 1728 Sebastian Lachmann, Tischlermeister. 1750 Katharina Lachmann, Witwe. 1755 Johann Peter Sertl. 1794 Maria Anna Sertl, verehlichte Plenker. 1820 Franz Kröttlinger. 1838 Anna Salieri. 1859 Eduard Rumfeld. 1860 Ignaz Gerstle. 2«. (342. 65. 114. 114.) 3. Im Jahre 1700 Johann Schmidl, um fünf Achtel Weingarten in der „kurzen Jeuß." 1730 Ignaz Moser, Stadt Wiener-Banko Hauptkassier. 1761 Maria Elisabeth« 6vmt6 (1769 verehlichte Edle von Steinfeld), geborne Moser. 1788 Karl Posch, k. k. Kaminer-Chirurgus 1790 Johann Maria von Begontina Edler zu Ehrenberg 1796 Wilhelm Freyherr von Feltz. 1797 Franz Fürst Orsini zu Roscnberg, Ritter des goldenen Vließes und Eommandeur des milit. Maria Theresien-Ordens, k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Inhaber eines Olrsvaux-loKors-Regiiuents. 1801 Franz Graf von Nädasdy-Fogäras, k. k. Kämmerer. 1810 Josephine verwitwete Gräfin von Nädasdy-Fogäras, geborne Gräfin von Hoyos. 1811 Lorenz Mohrenthal, Handelsmann. 1818 Johann Mohrenthal, Mitglied des äußeren Stadtrathes. 1857 Magdalena Bearzi, Handelsmannsgattin 28. (343. 64. 115. 115.) 3. Schild pnn spanischen Krny. Im Jahre 1700 Ursula Barbara Exinger. 1733 Georg Wilhelm Alphons. >734 Euphemia Elisabeth Alphons. 1748 Joseph Weissenberger, Burger. 1758 Maria Ursula Weissenberger, Wittib 1769 Anton Weissenberger, Bierwirth zum weißen Kreuz. 1783 Johanna Weissenberger. 1784 Leopold Reiß, Tapezierer. 1803 Franz Graf von Nädasdy - Fogäras. 1810 Josephine verwitwete Gräfin von Nädasdy-Fogäras, geborne Gräfin von Hoyos. 1811 Michael Schund. 1816 Bartholomäus Schund, Bierwirth. 1852 Schmid'schc Erben. 30 Siehe Obere Alleegasse 2. 32. Siehe Obere Alleegasse 1. 145 34. (346. 70. 118. 118.) S- I.- Im Jahre 1739 Andrä Reich, Brunnmeister. 1757 Die Jungfrauen Franziska, Cäzilia, Theresia, Bictoria und Magdalena Reich. 1801 Anton Kratky, k. k. Kriegsbuchhalterey-Raitt-Officier. 1803 Ignaz Theodor Pachner Edler von Eggenstorf, Großhändler. 1806 Procop Graf von Czeyka, k. k. Kämmerer. 1827 Friedrich Freyherr von Gemmingen-Massenbach, königl. bayr. Kämmerer; Karl August Freyherr von Gemmingen-Massenbach, königl. bayr. Forstmeister, dann Maria Walburga Lehner, geborne Freyinn von Massenbach. 1830 Franz Dominik Fröhlich, Handelsmann und Besitzer der hydraulischen Kalk- und Cement- Fabriken zu Etscherhof und Gern (wie Seite 49). 1832 Franziska Speckhart, Schlossermeisterswitwe. 1833 Anton Ham- meter. 1844 Joseph Nackh, Goldscheider und Fabriksbefitzer. 1861 Karl Nackh. (Die nun folgenden Realitäten (einschließlich der Nummer 48) sind Abteilungen von dem sogenannten Sandwerfcr »Hause (Nr. 44) dem ersten und ältesten Wohngebäude auf der nun völlig verbauten Sandgestitte.) 3«. (— 572. 119. 119.) 7. Im Jahre 1802 Johann Trexler, Handelsmann. 1807 Michael Trexler, Handelsmann. 1810 Dr. Alois Deinhardstein, Hof- und Gerichtsadvokat. 1815 Johann Nepomuk Deinhardstein, Magistratsbeamter. 1817 Dr. Johann Baptist Bach und Dr. Kaspar Elementschitz, Hof- und Gerichtsadvokaten. 1824 Nina Gräfin von Wenkheim und Katharina Bach. 1849 Friedrich und Christin« Landtmann. 38. (— 570. 120. 120.) Im Jahre 1802 Franz Lichtenstern, Uhrmacher. 1805 Lorenz Müller. 1808 Martin Hell, Sattlermeister. 1811 Joseph Bürchner, Med. Dr. 1825 Wilhelmine Schimper, geborne von Erben. 1836 Daniel Löw. Lchmalzverfilberer. 1837 Heinrich Dingler, Maschinen- und Eisengußwaarenfabrikant. 4«. (— 569. 121. 121.) .1. Im Jahre 1802 Franz Lichtenstern. 1808 Ignaz Lahoda, Zuckerbäcker. 1811 Elisabeth Lahoda. 1812 Heinrich Schimper, Großhändler und Zucker- Raffineur. 1836 Markus Hirsch Weikersheim, Großhändler und Besitzer einer Knoppernextrakt-Fabrik. 1863 Konrad Rausch. Wied«,. 146 42 . (— 553. 122. 122.) ck. Im Jahre 1802 Franz Lichtenstern. 1805 Magdalena Babitsch. Handelsmannswitwe. 1818 Franz Babitsch, Handelsmann. 1825 Georg Pein (wie Seite 125). 1826 Josepha Ertl, geborne Winkler. 1828 Friedrich Tippel, englischer Sattler; dann Anna Dietz 1843 Dominik Hader, gewesener Bäckermeister zu Simmering. 44 . (347. 69. 123. 123 ) ck. Im Jahre 1720 Martin Schwabeneckher, Kayserl. Sandwerffer. Hofstatt Weingarten . sammt Überländgründen am „Goldpühel" in der „alten Jeuß", außer der kays. Favoriten-Allee. 1736 Johann Christian von Cron und Maria Johanna Elisabeth Freiin von Engelsberg, eine geborne Mechtlinn. 1737 Johann Andrä Klebes. kays Hof-Glasermeister. 1749 Anna Eva Klebes, Wittib. 1756 Franz Rarrel, kais. Antecammera-Thürhüter. 1786 Elisabeth Rarrel. 1802 Franz Lichtenstern. 1803 Georg Hanny. 1804 Joseph Grandjeam 1806 Ignaz Höpfinger, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Seidenzeugfabrikant. Letzterer veranstaltete, um diese Realität auf die vortheilhafteste Weise wieder anMann zu bringen, mit hoher Genehmigung eine öffentliche Lotterie; bei deren Ziehung am 25- Jänner 1816 der Loosnummer 17408 Haus und Garten Nr. 44 als Haupttreffer zufielen Nikolaus Mariaßy von Märcus- und Batisfalvä, Komitats- Gerichtstafelbeifitzer in Ungarn, der glückliche Besitzer jenes Looses, veräußerte jedoch sein aus Fortunens Hand erlangtes Haus schon am 25. Juli 1816 an den Schneidermeister Ferdinand Girosch. 1817 Karl von Badenfeld, Mährisch-Schlesischer Deputirter der k. k. Staatsschulden-Tilgungskommission. 1822 Joseph Marquart, Lohnkutscher. 1860 Adam Mittermayer. 1861 Mittermayer sche Erben. 4 «. S- 48 . (590. 591. 592. — 126. 127. 128.) ^ Metallguhwaare,,-Fabrik von Färkas und Horvath. Im Jahre 1825 Wilhelm August Gosmar, Zucker-Raffineur. 1839 Carlo Antonio Fontana. Handelsmann. 1845 Pietro Ritter di Gal- vagni, Gutsbesitzer. 1852 K. k. Versicherungsgesellschaft (^ssi- ouruLioiii ASLsrali) in Triest. Ritter von Galv a gni, bekannt durch eine Reihe geschmackvoller Bauten mit denen er Wien in neuester Zeit bereicherte. 147 hat sich um das Gemeinwohl und um die Verschönerung der Residenzstadt vielfache Verdienste erworben — in elfterer Richtung namentlich durch Gründung der hiesigen Dampsbäckerri; einer Unternehmung, welcher die praktischen Erfahrungen de- Bäckermeisters Leopold Wimmer zu Grunde lagen. Galvagni lieferte zur Ausführung der neuen Backmethode, auf die Wimmer in Verbindung mit dem Kupferschmiede Anton Schmid ein ausschließendes Privilegium besaß, die nöthigen Geldmittel und richtete seine Realität in der Heugasse zur Betriebsstätte ein. Die Eröffnung des Backhauses (Nr. 46) geschah am 2. Jänner 1848. In jedem der zwei eisernen Öfen konnten stündlich, und zwar auf einmal, 270 Laibe gebacken werden. Elftere Zeit hindurch hatte die Dampsbäckerri 30 Arbeiter beschäftiget, die täglich 9000 Laibe Brot von verschiedenem Gewichte und 3000 Stück Luxusgebäcke lieferten. (Wiener Zeitung vom 19. Jänner 1848, Nr. 19.) Ungeachtet ihrer mehrseitigen Vortheile vermochte die Unternehmung nicht länger denn bis zum 1. August 1848 ihr Dasein zu fristen. Zwei mit obiger Realität verbunden gewesene Nebengebäude (Nr. 588 Sc 589. — 124 K 125.) wurden Anfang- der Fünfzigerjahre demolirt. -Häuser und Baustellen auf Weyr ing e r'schem Sandgestättengruud : Sv (- 664. 133.) Schild zum Sonnenaufgang. Im Jahre 1825 Karl Ludwig Costenoble (s- zu Prag am 28. August 1837), k. k. Hofschauspieler und Regisseur des Hofburgtheaters. 1838 Johanna, Julie, Karl Ludwig und Robert Costenoble. SS. (137.) 7. Im Jahre 1830 Franz Wohlsperger, Zimmermeister. 1840 Franz Löbl, Seilermeister. 1844 Anton Paul Lechner, Gemeindrrath der Stadt Wien und bürgerlicher Eisenwaarenhändler. 1861 Magdalena Lechner. S4 Siehe Belvederegasse 5. SS. 58 S- KV. 3. Baustellen. 148 88. (140.) .7. Im Jahre 1834 Anton Fritsch. 1844 Franz Biehal. 1851 Emanuel Kreuzer. 1852 Johann Karabacek. 1859 Anna Grabner. 84 . (141.) Im Jahre 1845 Franz Biehal. 1850 Ignaz Fürnschuß. 1854 Johann Öry. Schneidermeister. 88. (142.) Im Jahre 1845 Moriz und Rudolph Fritsch. 1852 Anna Grabner. 1853 Karl Felbermaycr. 88. ä- 78 Baustellen. VS. (146.) .1. Im Jahre 1856 Robert Streschnak, akademischer Bildhauer. 74 Baustelle. 78 . (Landstraße Nr. 3. 487. 547. 645.) K. k. Wrgmsuth und Verzehrungssteuer-Linirnamt Belvedere. Früherer Zeit durfte nicht Jedermann diese Passage nach den nahen Feldern benützen. Die Eröffnung der Schranke für Fußgänger und Fuhrwerke — mit Ausnahme der Frachtwägen — sowie die gleichzeitige Aufstellung eines k. k. Gefällenamtes an dieser Linie, ward erst im Jahre 1841 durch den erweiterten Berkehr der Wien-Raaber-Eisenbahn veranlaßt. (Circulare der k. k. n. ö. Landesregierung vom 7. Juni 1841.) Heumühlgaffe. Der öffentliche Brunnen vor dem Hause Nr. 1 trägt nachstehende Inschriften: ') „Durch s die großmüthige Überlassung s der eigenthümlichen Wasserleitung! des löblichen Stadt- > Magistrats. » Erbaut von dev Benachbarten s Hauseigenthümcrn s unter der Leitung ! des Gemeinde Vorstandes j Wieden s im Jahre 1835.' Nr. 1. (- 679. 720.) L. Abgetheilt vom erzbischöflichen Mayerhof Nr. 3. Im Jahre 1825 Franz Tornas, Fleischhauer. 1846 Franz, Joseph. Karl und Wilhelm Tomas; dann Maria von Uhl, geborne Tomas. 1850 Joseph Beer. ') Siehe K-lrolyische Wasserleitung. Seite 118. 149 s. (247. 106. 497. 749.) L. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1724 Michael Manker, Lederermeister. 1774 Johann Wasserburger, Rothgärber. 1801 Adam Schüller, Lederer. 1837 Adam Schüller, jnn. 1857 Maria Schulter, geborne Janesch. 1862 Hermine Gcyling, geborne Schriller, Profcstorsgattin; dann Emilie und Pauline Schüller. 3 . (226. 473. 472. 72! ) v. Erzbischöflicher Stadel und Mayerhos. Laut Steneranschlages vom Jahre 1680 „Antoni Schaudermann, Leibgeding; Inhaber das fürstliche Bisthumb Wien". 1765 (nach Meistern) „Pfaffenhäusel." Nach dem- Josephinischen Grundsteuer-Operate vom Jahre 1787 hatte der Mayerhof sammt zugehörigen Grunde einen Flächenraum von 1 Joch 828IH". Der sogenannte „Bischofstadel' erhielt 1802 seine heutige Gestalt; der Hausgrund wurde am 30. Mai 1825 in vier Baustellen getheilt. (Nun Nr. 1 ; dann Margarethen-- straße 46, 48 K 50.) 4 . (246. 405. 496. 748.) v. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1723 Michael Fleischhacker. 1728 Maria Anna Fleischhacker (später verehlichte Mayer. 1732 Christoph Mayer, Lederzurichter.' 1788 Johann Michael Senft, Rvthgärber. 1802 Anton Senst7' 1809 Lorenz Schönbüchler, Lederer. 1817 Joseph Schönbüchlcr: 1826 Adam Schüller. 1862 Schuller'sche Erben, (wie oben). 5. (243. 490. "493. 745.) 6. Erzbischöfliche Mahlmühle (zubenannt die „Stein- oder Hrumühle"). Das Urbarium und Dienstbuch des Wiener Bürgerspitals vom Jahre 1539 meldet: „Von zweyen Mühlen vnd einem Pach- oder Khornhawß enthalb der Stainen Pruckhen vnd einem Wald ; dienen Järleich 1 Pfund 7 ^ 13) S die Herren Vs 8-moio 8x»iritu, jetzt das Bisthumb Wienn." Diese zwei ursprünglich zum Bürgerspitale „hörigen" Mühlen sind die Heumühle, dann der Mühlschlag der Heiliggeister oder die heutige Bärenmühle. Im Jahre 1608 hatte der Bischof Melchior Kiesel die mit drei Gängen arbeitende Steinmühle einem gewissen Barthlme Karrherr, gegen Abreichung jährlicher 110 Pfund Pfennige in Pacht gegeben. Der „Spittelamts-Raitung" vom Jahre 1617 zufolge, bezahlte das hiesige Bisthum, nachdem. 150 es sonderbarer Weise seit 1539 damit in Rückstand gehaftet, nun auf einmal für volle 77 Jahre den Grunddienst an das Bürgerspital. Für die nächstfolgenden 34 Jahre geschah die Einzahlung 1650, jedoch ohne Abgabe für den Wald „den seit- hero Die von Pertholdstorff zu ihren Spitall besitzen." Der letzte bekannte Akt mittelst welchem das Spittlamt seinen grundherrlichen Einfluß auf beide Mahlmühlen zur Geltung gebracht hatte, ist ein Gewährsbrief vom 3. Februar 1651. Bald nachher scheint das Bürgerspital seine Herrschaft über diese Realitäten an den Fürstbischof abgetreten zu haben. Nach der im Jahre 1751 aufgenommenen Rustikal-ErtHgs- faßion, umfaßte damals die Heumühle folgende Objekte: „In die Mühle verbaut 3 Achtel Weingarten; urbar 1 Achtel Weingarten (zugerichtet zu ^ Tagwerk Baumgarten), 12 Joch Äcker (nun 24 Tagwerk Küchengarten), dann 3 Viertel Weingarten (zugerichtet zu 3 Tagwerk Küchengarten"). Die Einlösung der erzbischöflichen Mühl- und Wasserrechte erfolgte bei Gelegenheit der Verschüttung des Mühlbaches im Jahre 1856, und wurde das Erzbisthum dafür von der Kommune Wien am 11. Juni 1856 mit baren 30.000 Gulden entschädiget. S. (245. 404. 495. 747.) L. Schild )um grünen Papagei Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1724 Jacob Heroldt, Tischler. 1726 Wilhelm Jorath, Spaliermacher. 1742 Anna Maria Jorath, Wittib. 1753 Joseph Pokall, des Auffern Stadtrathes und bürgerlicher Leinbatdrucker. 1781 Elisabeth Pokall. 1792 . Franz Müller, academ. Kupferstecher und Landkartengraveur. 1808 Joseph Nagel, Taschnermeister. 1835 Wenzel Schwiegen- bauer, Milchmeier. 7 (-561. 813.) L. Abg. von den erzbischöflichen Küchengärten. Im Jahre 1827 Anton Schöller. 1833 Anna von Haykul, Buchdruckerswitwe. 1848 Johann Schubert, Spediteur. 8. (244. 472. 494. 746.) L. Im Jahre 1660 Hanns Kunibert von Wenzlsperg. Kays. Hof-Quartiermaister (1680 Kays- Zeug-Lieutenant; Besitzer des Hauses Nr. 701 am alten Fleischmarkte). Vier Hofstatt Weingärten in der Ried .Mühlfeld." 1684 Johann Anton von Wenzlsperg. des Heil. Röm. 151 Reichs Ritter 1690 Anna Maria Freyinn von Rueßenstain, eine geborne von Wenzlsperg 1696 Leopold Hieronymus Freyherr von Rueßenstain. 1700 Friedrich von Binder, Kays. Reichs- Hofrath. 1715 Gemain und Stadtrath von Wienn (durch ihren llntercammerer Adam Caspar Gußmann; 25. März 1730. Gewährbuch II. 161.) 1723 Franz Joseph Stiefvater, k. k. Arcier. 1735 Joseph Pokall. 1780 Joseph Wafserburger, Roth- gärber. 1794 Leopold Weißkopf, Lederer. 1822 Monika Weißkopf. 1823 Joseph Schüller, Rothgärber. 1836 Adam Schüller. 1838 Ludwig Achelpohl, Lederermeister. 1857 Karl, Ludovika, Theresia und Wilhelmine Achelpohl. Auf den erzbischöflichen Küchcngärten (wie Seite 127): v. (- 562. 814.) 8. Im Jahre 1827 Franz Martert. 1839 Brigitta Martert. 1841 Michael Markert. Bautischler. 1V (- 560. 812.) L Im Jahre 1831 Joseph Lager. Ziegelofenbesitzer. 11 . ( - 563. 815.) L. Im Jahre 1827 Franz Markert. 1834 Heinrich Löhner, Wagnermeister. 1856 Franz Löhner. 1861 Michael Markert. IS. (279. 492. 500. 811.) L. Im Jahre 1760 Wiener Erzbisthum. 1830 Steinmetzplatz des Franz Jäger. 1841 Leopold Braun, Beamter der pr. österr Nativnalbank. 1844 Joseph Lager. IS. (564. 816.) L. Im Jahre 1827 Paul Enzinger. Spinnfabriksbefitzer. 1851 Barbara Enzinger. 1862 Rudolph und Maria Enzinger. 14 . (920.) L. Abg. von Nr. 12. Im Jahre 1841 Leopold Braun. 1843 Anton Tomaschek, Klavierfabrikant. 1861 Christian Tomaschek. 1862 Antonia Streletz. geborne Tomaschek. IK. (919.) L. Abg. von Nr. 12. Im Jahre 1841 Leopold Braun. 1847 Franz Bock. 1852 Anna, Joseph und Karolina Riedl. 1862 Karolina Riedl. 152 Hundsthurmerstraße. (Die frühere „Lan g e g ass e.' Ursprünglich „zwischen denen Gärten'; im Hiuserschema vom Jahre 1778 „Gärtnergasse' genannt. Nr. 1. Erzbischöflicher Mayerhof und Stadel. S. Heumühle (wie Seite 149). S. (695. 713.) L. Abg. vom erzbischöflichen Küchengarten. Im Jahre 1827 Martin Payer, Gastwirth. 1828 Ferdinand Schrott, Webermeister. 1835 Karl Fürst zu Liechtenstein, k. k. Generalmajor. 1836 Rofina Holzer. 1842 Joseph Holzer, k. k. Gefällenwach-Jnspektor. 1850 Adolph, Eduard, Emil, Franziska und Maria Holzer. 1861 Henriette Tegazzini. 4 . (242. 489. 492. 744.) L. Im Jahre 1760 erzbischöfliche Gärtnerhütte. 1827 Johann Leibenfrost, Handelsmann. 1833 Karl Steiner, Zwirnhändler. 1849 Anton, Leopold und Rudolph Steiner. 1861 Rudolph Steiner. 5. Siehe Kettenbrückengaffe 7. «. (240. 487. 490. 743.) L. Im Jahre 1760 erzbischöfliche Gärtnerhütte. 1827 Joseph Baßlinger. 1828 Ferdinand Schrott. 1844 Wilhelm Johann Preysach, k. k. Hauptmann. 1846 Samuel Freiherr von Haan, n. ö. Landstand und Gutsbesitzer. 1850 Maria Mandl. 1851 Michael Ziehr. 1853 Barbara Ziehr. 7. (227. 449 . 474. 475. — 473. 474. - 722 . 723.) H. 6. Vereiniget durch Umbau der beiden Häuser zum „goldenen Kegel' und zur „silbernen Kugel." Im Jahre 1728 Johann Georg Deuter, Bergmeister auf der Wieden. (Um zwei von Nr. 56Margarethenstrahe getrennte Gründe.) 1729 Leopold Leupoldt, Lederzurichter. 1756 Franz Jacob und Michael Jacob von Smittmer, Banqniers. 1770 Johann Binder. Handschubsticker. 1780 Lorenz Vinier, Seidenfärber. 1786 Franz Schram, Webermeister, dann Ferdinand und Joseph Popinger. 1800 Ignaz Höpfinger (wie Seite 146). 1804 Johann Christoph Andreas Hanke. Knöpfmacher. 1831 Elisabeth Magdalena Hanke. 1837 Ernest Mathias Hanke. Mitglied des äußeren 153 Stadtrathes und Papierfiegelfabrikant. 1841 Wenzel Zahradnik, k. k. Militär-Rechnungsführer. 8. (239. 486. 489. 742.) L. Schild zur Glocke. Im Jahre 1760 erzbischöfliche Gärtnerbutte. 1827 Franz Paul Hauk, Handelsmann. ». Siehe Franzensgafse 10. 1V (238. 485. 488. 741.) L. Im Jahre 1760 erz- bischöfliche Gärtnerhütte. 1827 Joseph Starch, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Bäckermeister. 1833 Ignaz Wittek. 1835 Karl Graf Berchtholdt von Ungerschütz (wie Seite 113.) 1860 Eleonora Jnkey de Pallin; Ferdinand und Karl Freiherren von Merode zu Hülflig, dann Bicentia Freiin von Merode. 11 . Siehe Franzensgasse 9. IS. Siehe Franzensgasse 12. IS. (228. 476. 475- 724.) 6. Schild zum grünen Jager. Im Jahre 1720 Melchior Most, Mehlmesser. Hauß sammt Hofstatt Weingarten im „Handtüchel." 1739 Johann Jacob Simitsch, Gerichtsschreiber auf der Wieden. 1748 Sebastian Böck, Bierleutgeb. 1777 Eva Maria Böckinn, Wittib. 1786 Mathias Seis, Bierwirth. 1800 Ernestine Seis, Witwe. 1828 Mathias Seis, k. k. Zahlmeister*); Ferdinand Seis, Mitglied des äußeren Stadtrathes; dann Joseph Seis, Gastwirth. 1849 Franz Weißmayer, Gastwirth und Ernestine Weißmayer, geborne Seis. 14 . Siehe Franzensgasse 11. 15. (229. 477. 476. 725.) U. Schild zum grünen Kranz. Im Jahre 1700 Macarins Abentheur, Thombherr vnd Benefiziat ') Herr Mathias Seis, Zahlmeister der k. k. n. ö. Landeshauptkassa, Gemeind,rath der Stadt Wien und Armen > Bezirksdirektor (geboren 3. Februar 1783, -j- 30. Dezember 1854) — der anonyme Verfasser einer Monographie des ehemaligen Paulaner klo st ers und der Pfarrkirche zu den heiligen Schutzengeln auf der Wieden (Wien 1837)— war ein eifriger Sammler von lokalgeschichtlichen Druckschriften. Sein Sohn, Herr Eduard Seis, Beamter de« Wiener Magistrat«, ist fortwährend mit der Vervollständigung des nicht uninteressanten Nachlasses beschäftigt. 154 der Kirche St. Llarias Llu^änlenue auf St. Stephans-Freyt- hof. (Ein Achtel Weingarten.) l707 Thomas Spörel, Schuster. 1731 Johann Tax, Eranzelbinder. 1772 Leonhart Tax. Friseur. 1793 Franz und Johann Georg Tax. 1807 Nikolaus Grimm. 1812 Anna Maria Grimm. 1813 Joseph Martelik, Maschinist. 1819 Johann Jacher, Webermeister. 1840 Joseph Roßmüller. 1852 Eduard, Franz, Johanna, Joseph und Karl Roßmüller. 1858 Anna Zimmerniann. 1« Siehe Wehrgaffe 14. 17 . (230. 478. 477. 726.) LI. Im Jahre 1720 Johann Rudolph John (wie Seite 143.) 1734 Geschwister John. 1744 Karl Siccard, Kays. Hof-?eru<^usur. 1776 Johann Georg Röhrl (wie Seite 141.) 1780 Martin Austerer. Lustgartner. 1805 Andreas Austerer. 1808 Elisabeth Austerer (später ver- ehlichte Fürst). 1811 Martin Fürst, Lust- und Ziergärtner. 1826 Elisabeth Fürst. 1828 Philipp Jacob Riotte, Musik- Compositeur und Kapellmeister im k. k. priv. Theater an der Wien (geb. 1776; -j- 20. August 1856.) 1848 Karl Hönigfeld, Handelsmann. 1849 Johann Poja, Tischlermeister. 1851 Friederike Marenzeller. 1853 Erste Wiener Jmmobilien-Gesellschaft (Aktien-Verein zur Erwerbung und Wiederveräußerung von Grund- befitzungen und Hypotheken in der österreichischen Monarchie. Conzesfionirt 4. Jänner 1851.) 1860 Maria Gräfin von Breda. 18. Siehe Wehrgasse 13. IS. Siehe Wehrgaffe 11. S«. (237. 484. 487. 736.) 8. Z- LI. Im Jahre 1722 Martin Wieser, Kuchelgartner. Drey Achtel Weingarten, nunmehr Kuchelgarten in .Grieffen" (auch Hartl oder Mühlbachel genannt;) so ehevor der Familie Fock hi gehörig. 1768 Margaretha Wieser, später verehlichte Heilwagen. 1776 Mathias Heilwagen, Bierwirth. 1779 Anton Hueber, Kuchelgartner. 1802 Theresia Hueber. 1811 Anton Hueber Sohn. 1841 Heinrich Wilhelm Hoch, Brennholzhändler. 21 (— — 478. 727 ) LI. Abg. von Nr. 17. Im Jahre 1820 Anton Schöller, Lust- und Ziergärtner. 1826 Franz Schöller, Baumwollenfaktor. 1854 Joseph Lehrner. 155 SS. f417. 483. 486. 735.) LI. Abg. von Nr. 20. Im Zahre 1784 Mathias Toifel. Strumpfwirker. 1798 Jakob Hochegger, Tandelmarkt - Schuster. 1807 Theresia Hochegger. 1808 Johann Egger, Webermeister. 18l4 Anna. Ignaz. Joseph und Magdalena Egger. 1828 Melchior May. 1841 Franz Nnterfinger. 1845 Veit Lexa, Tuchscherer 1855 Maria Mozek. 1856 Leopold Schell. 1857 Hermann Resch. 1860 Johann Leonhard Hermann, Ehinasilberwaaren-Fabrikant. SS. (231. 479. 479. 728.) LI. Im Jahre 1700 „Dem Stifft vnd Jungfrawen Kloster bey St. Laurenz zugehörige Weingärten.' 1744 Maitin Wieser, Kuchelgartner. 1749 Mathias Schneck, Kuchelgartner. 1766 Maria Anna Schneck. 1776 Karl Wiederspacher, Gärtner. 1782 Johann Georg Peller, Gärtner. 1787 Johann Georg Schuster, Küchengärtner. 1798 Joseph Weimar, Lustgärtner. 1802 Franz Xaver Beron. 1810 Anton Schüller. 1831 Genofeva Schöller. 1832 Konrad Graf von Hardegg, k. k Kämmerer. 1833 Michael Gängelberger. 1834 Michael Pauly. 1839 Pauly'sche Erben. 1853 Ludwig Wagner. 1851 Joseph Zeitler. 1861 Friedrich und Wilhelm Engelhardt. 54. Baustelle. 55. (232. 480. 480. 729.) LI. Im Jahre 1700. „Ein Hofstatt Weingarten des Jungfrawenclosters bey St. Laurenz.' 1739 Lucas Wieser. 1748 Andreas Gamper, ein Diehmann. 1776 Gertraud Gamper, Witwe. 1796 Gamper'sche Erben. (Andreas Gamper, Kleinfuhrmann; Anna, Klara, Margaretha und Theresia Gamper; dann Barbara Austerer und Sophie Übermaßer, beide geborne Gamper.) 1858 Johann Adametz, Stadtbaumeister. S«. (425. 482. 485. 734.) L. s- LI. Im Jahre 1784 Johann Michael Seiler. Kuchelgartner. (Vordem Hueber, wie Nr. 20.) 1791 Barbara Seiler, Witwe; 1794 verehlichte Leutgeb. 1807 Mathias Seiler. 1812 Franz Leutgeb, Küchengärtner. 1843 Joseph Wieser. 1858 Mathilde von Pußwald 1862 Theodor und Maria Hanke von Hankenberg. SV. (233. 481. 481. 730.) LI. Schild zum wilden Mann. Im Jahre 1700 Hanns Günser, Wächter bei denen Schmalzwägen 156 und Gastgeb. Ein Viertel vnd zwey Achtel Weingarten. 1710 Philipp Schiebig. 17l8 Maria Veronika Schiebig. 1725 Peter Paul Christian!, kays. Hofcammer Officiant und ^ricuslator liviuaruiu. 1738 Maria Margaretha Christiani. 1760 Franz Raffler Gastwirth. 1766 Joseph Schulz. Gastwirth. 1779 Franz Wagner, Gastwirth. 1780 Wolfgang Trautner, Weinwirth. 1796 Elisabeth Trautner, Witwe. 1802 Felix Schmidt, Gastwirth. 1811 Rosalia Schmidt. 1812 Iuliana Schmidt. 1813 Jakob Helmer. 1817 Ignaz Kapner. 1834 Kapner'sche Erben 1845 Leopold Hainzl, Gastwirth. 1854 Franz, Joscpha und Katharina Hainzl. 1862 Franz Hainzl und Leonhard Haller. Die von Nr. 28 an aufwärts sich erstreckenden Häuser gehören in das Bereich der Vorstädte: Margarethen, Rein- prechtsdorf und Hundsthurm. Der Hilngkrl'runnen. Eine unerschöpfliche Fundgrube erschließt sich dem Forscher auch im Reiche der Sage. Dringen wir in die Tiefen unseres Alterthums, in die dunklen Tage der heidnisch deutschen Vorzeit — da noch Berg-, Feld- und Wassergeister, Nixen, Zwerge und Kobolde mit der erregbaren Phantasie unserer markigen Vorfahren ihr Spiel getrieben — so tauchen in Nähe jener Gnomengestalten hie und da Mährlein auf, die bis in die späteste Zeit eifrige Nachbeter fanden. In erster Reihe stehen die Sagen von den heiligen Bäumen, geweihten und wunderbaren Brunnen. Zur Geschichte der Brunnen, Quellen, Flüsse und Bäche, über ihren Ursprung und Lauf, die Heilkraft ihrer Wässer rc. lieferten die alten Scribenten ganz abenteuerliche Nachrichten; eine umfassende Literatur derselben würde den Raum mehrerer Bände beanspruchen. In nachstehenden Zeilen handelt sich's einzig und allein um eine jener Brunnensagen- deren Nachklänge an verschiedenen Punkten Deutschlands und der Schweiz noch zur Stunde in der Erinnerung des Volke? wurzeln — der Sage von den Hungerbrunnen. Solch einen mystischen Brunnen, von dem die Tradition meldet, daß nur in Miß- oder Hungerjahren sein labungsreicher 157 Quell sich geöffnet, zählte auch die Stadt Wien unter ihre einstigen Wahrzeichen. Diese Sage, gleich vielen andern ein Spiel des Zufalls, fand in den entferntesten Gauen ihren Widerhall ; zum Beweise bringen wir hier einige Auszüge aus älteren Städtebüchern: „Bei Alt heim im Ulmer-Gebieth ist der sogenannte Hungerbrunn, welcher nur zu gewissen Jahren und alsdann sehr reichlich fließet; wann dieses geschieht, erwarten die Leute bald eine Theuerung, die auch gewiß erfolget." „Zu Wangen im Eanton Zürich sieht man einen Bach, der bei einer langwierigen Erfahrung dieses merkwürdige an sich hat. daß er nur in theucrn Zeiten fließet, daher auch der ihm gegebene Name Hungerbach herzuleiten." „Am Fuße des grauen Berges bei Dauernheim im Hessischen liegt der Güldenborn, dessen gelbliches Wasser von den Leuten nicht getrunken wird. Der Güldenborn fließt nicht jedes Jahr und man sagt, er sei oft Jahrelang trocken. Das Volk glaubt, daß er nur in Friedenszeiten versiege, und wenn er fließe, so bedeute dieß Krieg." Noch gegen Ende Februar 1847 erzählte das Baseler Tageblatt Folgendes: „In Riehen ist ein Brunnen, der seit undenklichen Zeiten der Hungerbrunnen genannt wird. Dieser hat die merkwürdige Eigenschaft, daß er nur in thenren Zeiten läuft, hingegen in fruchtbaren Jahren trocken ist. Im gegenwärtigen Jahrhundert lief er zum ersten Male im Jahre 1816, dann blieb er trocken bis 1845, in welchem Jahre er wieder zu laufen begann und lief bis etwa vor drei Wochen, wo seine Quellen anfingen zu versiegen. Die Rihener glauben nun steif und fest, daß das Jahr 1847 ein fruchtbares werde, denn der Hungerbrunnen habe aufgehört zu laufen." Den Hungerbrunnen Wiens versetzt die Sage mitten unter die grünenden Rebenpflanzungen, dem Siechenhause am Klagbaum gegenüber; und zwar an jenen Punkt, auf welchem seit Beginn des vorigen Jahrhunderts das gleichnamige (eilf Häuser zählende) V orstädt chen sich erhebt. Urkundlich wird seinName schon im 14. Jahrhundert erwähnt. Am Sannt Niclasabend 1356 kauft Schwester Dorothea Höfin im Nicolaikloster vordem 158 Stubenthor, zehn Schillinge Burgrecht auf einem halben Joch Weingarten im „Hungerprunn*, von Niclas Leutzel auf der Wieden. Mittwoch vor Sannt Martin 1363 verschafft Fraw Cathrain, die Witwe Jacob Zipf's, dem Convente zu Sannt Nicolai 12 Schillinge Bergrecht, die anliegen auf dem .Hungerprunn*, zu Ramperstorf vnd im Schöff. Hanns der Wachsgießer kauft 1391, Montags vor Jnvocavit, ein Viertel Weingarten im „Hungerprunn". Laut Bestandbriefen von 1443 sc 1451 hatten die hiesige Domprobstei und die „Armen im Clagpaumb, * späterhin auch das Bürgerspital, Weingärten am Hungerbrunnen zu Eigen. So wurden dem Bürgerspitale am 20. August 1452 ein Weingarten weiland Conrad Pürkhlein's im Hungerprunn, und am 4. März 1476 ein weiteres Viertel daselbst, das ehe- vor Hannsen Pamhäckl angehörig. als verlassenes Gut gerichtlich eingeantwortet. Außerdem fielen dem Bürgerspitale noch am 5. März 1469 unter den wegen Geldrückständen oder als „ödes Reisgut* eingeantworteten Gründen, mehrere „Rachl* Weingärten im Hungerprunn zu. Grundherr über den Hungerbrunnen und die ihn einschließenden Fluren und Weingärten, war der Besitzer des (in der Münzerstraße Nr. 588 gelegenen) Gundelhofes, beziehungsweise die von der Familie Strasser um 1540 in jenem Hofe gestiftete St. Thoniaskapelle. Im Gewährbuche der eben genannten Kapelle (I, Fol. 49) fanden wir folgende Aufzeichnung: „Den 19. Tag Julij Anno 1595 ist dieses Grundbuch der Edlen vnd Tugendsamen Frawen Margaretha Huettendorf- ferinn *) gebornen Herbstinn Wittib — von Einem Edlen Hochweisen Stadtrath eingeantwortet worden.* Der kaiserliche Hofkammerrath Bartholomäus von T int i.") seit dem Jahre 1695 Besitzer des Gundelhofes, hatte zufolge Vertrages vom 28. April 1705 das zur Thomaskapelle gehörige „Grundbüchel über den Hungerbrunn* (nebst allen Rechten, Herr Lorenz Huettendorfer, Stadtrichter von Wien (-j- 1568) und dessen Ehewirlhin Sophia, eine geborne Thumbshürninn .(-s 1573) ruhe» in den Katakomben der Domkirche zu St. Stephan. ") 1729 io den Freiherrustand erhoben. 159 Unterthancn, Holden, Weingärten und Äckern, und dem Bezug des Taz- und Umgeldes *) gegen einen Kaufschilling von 4000 Gulden rh. an die Stadt kommune abgetreten. Die landesherrliche Ratifikation des Kaufes erfolgte am 16. Juli 1705. Kurze Zeit nach Einbeziehung dieses Grundes in die Gerichtsbarkeit des Wiener Stadtrathes, vermehrten sich die dortigen ! Wohnsitze (ursprünglich 7 an der Zahl) durch einige neue / Anfiedlungen. Im Jahre 1719 hatte der St. Lhomaskspellen-' Grund (Hungerbrunn) als eine selbständige Gemeinde schon seinen eigenen Richter, in der Person des Schankwirthes Georg Rath. Ihm folgten: 1723—1730 Johann Michael Fortncr; 1730—1733 Thomas Lindtner; 1733—1783 Anton Freydenberger; 1753—1776 Joseph Gallbrunner; dann 1776—1788 Johann Georg Kellner, als Richter. Da nach erfolgter Resignation des Letzteren, am Hungerbrunn kein Hausbesitzer sich fand, welcher das erledigte Richteramt übernehmen wallte, so vereinigte sich diese Mignon-Gemeinde im Jahre 1788 mit jener zu Matzleinsdorf, wornach am ! 27. Februar der Hafnermeister Leopold Strahl zu Matz- / leinsdorf Nr. 54, gemeinschaftlich von den Hausbesitzern beider / Gemeinden zum Richter gewählt wurde. Dies Zusammenwirken währte bis zum 29. September 1804, da im Aufträge der Landesregierung eine abermalige Trennung beider Gemeinden, und die Wohl des Franz Joseph Rötzl zum Richter am Hungerbrunn stattfand. Nach Rötzl fungirten im Richteramte: ') Das Ta; gef alle oder doppelte Zavfenmaß war eine Umlage auf den Ausschank geistiger Getränke, ähnlich der heutigen Accise, nur mit dem Unterschied, daß sie der Wirth oder Leutgeber entrichten mußte. Das „Taz" zählte ursprünglich zu den l. f. Regalien und ward von dem Vicedom verwaltet; kam aber mit der Zeit an die N. Ö. Stände. Letztere veräußerten dies Gefälle an die verschiedenen Grundherrrn. So hatte Herr von Tinti den Tazbezug am Huugcrbrunn den 10. September 1701 erworben. Die älteste Umgelds-Ordnuug stammt von Herzog Rudolph IV. aus dem Zahre 1389. (OoU. ^.ustr. II. 383.) 160 1809—1811 Joseph Schödl; 1811—1816 Franz Brabble; 1816—1822 Leopold Mayer; 1822—1825 Andreas Ritter; 1825—1849 Joseph Kajetan Schödl; 1849—1862 Johann Schaffanak. / Das Amts siege! dieser Gemeinde führt einen gedeckten Ziehbrunnen mit einem an der Welle schwebenden Waffereimer im Bilde. Rechts vor dem Brunnen steht der heilige Florian, zur Linken der Apostel Petrus; über einer Wolke ist der heilige Leopold, Schutzpatron von Niederösterreich sichtbar. Die Randschrift lautet: „Lsmvinkls ttungslbeun 1744." «» ' . In Vergleich mit ihrem Flächenraume von 17 Joch 350° (u. z. einer Bauarea von 5 Joch 1085111°; produktiver Gründe von 9 Joch 1429 LH"; unproduktiver Gründe von ,1 Joch 721 LI") sowie ihrer geringen Häuserzahl*) muß diese Steuergemeinde den ertragfähigsten in Wien beigezähll werden. DieMiethzinsen ihrer eilf Häuser haben nach den vorjährigen Eingaben eine Ziffer von 38.366 fl. Ö. W. erreicht, wofür im Jahre 1863 bare 8625 fl. an l. f. Steuern entfallen. Ihre Einwohnerzahl beläuft sich nach der letzten Volkszählung im Jahre 1857 auf 1648 (833 männlichen und 815 weiblichen Geschlechtes.) Mit dem Straßennetze im Zusammenhänge ist auch die Chronik der einzelnen Häuser vom „Hungerbrunn" bei den entsprechenden Orieutirungs-Nummern nachzuschlagen, u. z. Matzleinsdorferstraße 3, 5, 7. S, 11 L 13. Rainergasse 20 L 22. Wiedner Hauptstraße 73, 75, L 77. ' 161 Hungerbrunngaffe. . (163.) 3. Im Jahre l838 Joseph Kahl, Tuchscherer. 1862 Klara Kahl, Witwe. IS- Siehe Louisengaffe 11. 43 (183) 3. Im Jahre 1826 Anton Jakob. 1852 Barbara Kainz und Barbara Jakob. 1853 Franz Joseph und Antonia Zahn. 1859 Eleonora Hauser und Antonia Zahn. 44 3. Baustelle. 45 . (1044.) 3. Abg. von Nr. 13. Im Jahre 1852 Friedrich Kutschers. 1857 Josepha Nies 4 «. 4 ». 3. Baustellen. 48 . (955.) 3. Im Jahre 1823 Franz Stummer. 1843 Anna Stummer. 1844 Franz Biber. Zimmermeister. 1857 Ferdinand und Ludwig Biber; dann Franziska Stellwag von Canon, geborne Biber. 174 LS. 3. Sv. 6. Baustellen. SI. (222) 6. Zm Jahre 1834 Johann Rapsky. 1844 Nincenz Schmorda, Kanalräumer und Bauunternehmer. 1850 Maria Anna Schmorda, geborne Rapsky. 1853 Adalbert und Maria Anna Wolf, dann Geschwister Schmarda. SS. (254.) 6. Im Jahre 1828 Karl Oberzeller, Gast- wirth. 1847 Alois Miesbach. Ziegelbrenner. 1859 Jakob Flucher, Stadtbaumeister. 1862 Sophie von Mühlwerth. SS. (717. 253.) 3. Im Jahre 1828 Georg Rabitzer. 1833 Joseph Katschirek, Harfenspieler im k. k. Hoftheater. 1835 Johann Gaffel, Drechslermeister und Platina - Zündmaschinenfabrikant. 1861 Theresia Gaffel, geborne Brunner. 24. (255.) 6. Im Jahre 1827 Joseph Seifer. 1842 Ottavio Francesco Antonio Trevani, Fabrikant chcm. Produkte. 1844 Hedwig Trevani. 1852 Anton Wiesenburg. 1853 Ludwig Braun, Zündwaarenfabrikant. 55. (252.) 7. Im Jahre 1837 Karl Knoll, Stadtbaumeister. 1844 Friedrich Hühnerbein, Maurerpolier. 1850 Anna Morbitzer. 1851 Bartholomäus Denk. 56. 0. Baustelle zu Nr. 24 gehörig. 57. (755. 274.) 3. Im Jahre 1830 Joseph Haßreiter, Glasermeister. 1832 Lorenz Jerg. Greißler. 1857 Magdalena Jerg. 58. (951.) 0. Abg. von Nr. 32. Im Jahre 1858 Johann Georg Popp. LS. (273.) 3. Im Jahre 1830 Jakob Jelinek. 1834 Anna Jelinek, später verehlichte Schmarda. 1845 Johann Schmarda. 1854 Anna Dinier (wie Seite 114). 1859 Michael Ehrenfeld, Liqueurfabrikant. SV. (952.) O. Abg. von Nr. 32. Im Jahre 1843 Joseph Rock, Bürger. SL. (272.) 0. Im Jahre 1834 Franz Dreßler. SS. (271.) 6. Im Jahre 1834 Joseph Rock. 1847 Leopold Willichshofer. 1854 Adalbert Wolf. 1857 Karl Ziehrer. 1860 Moriz Tschernach. Zuckerbäcker. 1861 Anton Thoner. 175 55 (903.) 3. Im Jahre 1838 Johann Schmarda. 1854 Anna Dinier. s» 6. Baustelle. SS. Zum Schmarda Hof (Seite 114.) gehörig. 56 Siehe Favoritenstraße Nr. 25. Karolinen platz. Der Kirchendau. Bei dem raschen Emportauchen von mehr als 150 dicht bevölkerten Wohngebäuden im Umkreise der ehemaligen „Sand- gestätte" und ibrer weiten Entfernung von den beiden Mutterpfarren der Gemeinde Wieden, war der Mangel einer Kirche in dieser Gegend schon geraume Zeit ein äußerst fühlbarer. Die Errichtung einer Kirche auf Kosten des Religionsfondes — wohl längst beschlossen — ward endlich im Jahre 1859 in Angriff genommen. Architekt Bergmann entwarf hiezu den Plan, die Baumeister Frauenfeld und Kaiser übernahmen die Maurer-, der Architekt und Steinmetzmeister Kran er die Steinmetzarbeiten. Nach vollendeter Fundamentirung mußte mit dem Bau ein volles Jahr innegehalten werden, um die bei der dortigen Bodenbeschaffenheit voraussichtliche Senkung abzuwarten. Im Vorjahre (1862) begann der Oberbau, welcher bis zur Stunde mit Nachdruck betrieben wird. Der im gothischen Style zur Ausführung gelangende Kirchenbau erhält 32" in der Länge und 17" Breite, zählt drei Längen - und ein Querschiff, und zehn freistehende Strebepfeiler im Innern. Die Form des Chorabschlusses ist sechseckig, der Haupteingang in der Mitte durch einen Steinpfeiler getheilt. Die hohen, über dem Haupteingange dreifach, an den Seitenschiffen zweimal gekuppelten, beim Preßbyterium jedoch einfachen gothischen Fenster tragen Steinrosetten im Dreipaß. Über dem Haupteingange wird sich der Thurm erheben, ohne Kreuz 33" hoch, mit drei Etagen und dem Abschlüsse über der Kirchendachung; in den 176 beiden ersten Etagen viereckig, dann achteckig, mit stylgemäßen Fenstern, Eckpfeilern und Steinrasetten. Auch die Eingänge, namentlich die Hauptpforte, die Firste der Schiffe und Strebepfeiler erhalten figuralische Verzierungen. Der gänzlichen Vollendung dieser Kirche dürfte man aber erst im Laufe einiger Jahre entgegensehen können. Kärolyigasse. (Eröffnet im Jahre 1823, nach Abtheilnng des gräflich Käro ly i'schen Gartens; siche Sette 117.) Nr. L. (931.) L. Im Jahre 1843 Johann Braun von Braunthal. 1843 Christian Schedl. 2. (677. 366.) L. Im Jahre 1825 Johann Dworschak. 1830 Domitilla Lachmann. 1833 Rosina Holtzer. 1842 Ludwig Holtzer, Landrechtsbeamter zu Prag. 1850 Ludwig und Huberta Holtzer; dann Mathilde Czedik von Bründelsberg, geborne Holtzer. 1863 Johann Baptist und Maria Rottmayer. S. (930.) L. Im Jahre 1845 Michael Mayer, k. k. Depofitenamtskaffier. 1851 Franz Keymar, Tischlermeister. ». (676. 367.) l8 Im Jahre 1825 Joseph Dorner, Tischlermeister. 1846 Johann Angerer. 1851 Elisabeth Angerer. 5. Baustelle. 6. (674. 675- — 368. 369.) L. Im Jahre 1825 Arnold Lejeune. 1844 Simon Biedermann. 1845 Moriz Wodianer, Ritter von Kapriora, k. k. priv. Großhändler und Direktor der österr. Nationalbank. V. Baustelle. 8. (673. 370) L. Im Jahre 1825 Alexander Daumas, Seidenzeug-Fabrikant. 1846 Georg Hell und Moriz Anton Schopper, Seidenzeug-Fabrikanten. 1847 (12. Mai) Kommune Wien. ». (926.) L. Im Jahre 1845 Bernhard Kledus, Stadtbaumeister. >861 Anna, Gustav, Helene, Ludwig und Rosa Kledus. 177 1V. (667. 372.) L. Im Jahre 1825 Joseph Bieder- ^ mann, Handelsmann. 1837 Michael Lazar Biedermann, k. k. priv. Großhändler und Juwelier. 1844 Simon, Joseph, Hermann, Anton und Gustav Biedermann. LI K. k. Bezirkskrankenhaus Wieden (vgl. Seite 115). Kettenbrückengasse. (MitAusnahme der Häuser Nr. 1, 3, 5 L 7, Abthciluugen der erzbischöflichen Küchcngirtcn. Diese nächst der Heumühle, zwischen der Langen- gasse snunmehrigen Hundsthurmcrstraßcs und dem Wienslussc, dann der Preß» und Wehrgasse gelegenen Gärten, wurden am 19. März 1827 an Baulustige «ersteigert. Von diesem Flächenranme hatte die Stadtgemeinde mittelst Kaufvertrages vom 21. August 1827 eine Gruppe von 6889^,'z Hj" zur Eröffnung der Lumperts-') oder Kcttcnbrückengasse erworben. Nr. L. (225. 403. 471. 712.) L. Im Jahre 1700 Georg Heinrichsbergcr, Kays. Leib-Huaräi Trabant. „Ein Diertl Weingarten im Handtüchel vnd Langgassen; anfangend am Innern Orth zunechst der Kreuz Saulln vnd Heumühlgartten." 1721 Josephus Söller et Oarbovell, 8. 8. T'IieoloAias Oovtor. 1748 Dionisius Stöckel, Lustgartner. 1782 Johann Zeillinger, Lustgartner. 1800 Margaretha Zeillinger. 1801 Anna. Franz. Johann. Joseph, Josepha und Karl Zeillinger. 1844 Franz Paul Hauck, Handelsmann. S. (692. 716.) L Pssrrhsuptschule. Im Jahre 1827 Joseph Klee, Stadtbaumeister. 1832 Theresia Pilhal, Handelsmannsgattin. 1850 Ferdinand Matzi, Schornsteinfeger. 1857 Katharina Petschacher, geborne Matzi. 3. (923.) L. Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1843 Ignaz Emst, Schuhmacher. 1845 Karl Barth, Zuckerbäcker. 1 (693. 715.) L. Im Jahre 1827 Joseph Angst. 1857 Anna, Eduard, Franz, Johann und Joseph Angst; dann Amalia Berger und Karolina Blumberg, beide geborne Angst. '1 Anton Lumpert, k. k. Rath und Bürgermeister von Wien, nach welchem diese Straße den Namen erhielt, starb am 10. April 1837 im 80. Lebensjahre. Er ruht am St. Marxer-Friedhofe. Wieden. 13 178 5. (924 ) L. Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1841 Dominik Höffinger, Gelbgießer. 1844 Benedikt Bock, k. k. Hofbauraths- Offizial. 6. (694. 714.) L. Im Jahre 1827 Johann Kiffmann. 1832 Mathias Feldmüller. 1833 Theresia Ertl, Schuhmachers- Witwe (1835 verehlichte Gauglitz). V. (925.) L Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1843 Anton Höchtl. 1853 Johann und Aloisia Lechner. 1860 Andreas Sig- meth, Fleischhauer. 8. Siehe Hundsthurmerstraße 3. S. (742.) L. Schild zur Glocke; wie Seite 153. 1V. Siehe Hundsthurmerstraße 6. 11 (708. 825.) L. Im Jahre 1827 Martin Munich. Bäckermeister. 1843 Anna Munich. Witwe. 1843 Karl Theresia und Thomas Bohmann. 12 . (824.) 17 Im Jahre 1827 Mathias Palmetzhofer. 1828 Franz Tenz. 1831 Joseph Marschas. Schneidermeister. 1835 Antonia Marschas. 1839 Josepha Geiger. 1840 Joseph Slawek, Schneidermeister. 1» (707. 826.) L. Im Jahre 1827 Benedikt Ficker, Metallwaarenfabrikant 1829 Elisabeth Ficker. 1832 Johann Schuöcker. 1839 Michael Weichenberger. 1854 Barbara Weichenberger. 186 l Franziska Papp von Mäczedonfy. 14 . (696. 823.) L. Im Jahre 1827 Joseph Klee. Stadtbaumeister. 1828 Joseph Blaschke. 1839 Joseph Stau- digl, k. k. Hof-Opernsänger (geboren 1807 zu Wollersdorf in Niederösterreich; f zu Wien am 28 März 1861). 1862 Henriette Staudigl, geborne Putz, Witwe; dann Auguste. Edmund, Joseph und Rudolph Staudigl. 15 . (706. 827.) L. Im Jahre 1817 Ignaz Konwalsky. 1828 Jakob Eampi, Bierversilberer. 18.9 Friedrich Reek, Drechslermeister. 1841 Johanna Krakowitzer, k. k. Postmeisters - witwe. 1849 Heinrich Schützenhofer, Glaser. 16 . (697. 822.) L. Im Jahre 1827 Franz Zehentner. 1837 Karl König, Drechslermeister. 1848 König'sche Erben. 1853 Johann Schubert, Handelsspediteur. 179 17. (705. 828.) L. Im Jahre 1827 Franz Gadner, Bäckermeister. 1829 Joseph Reger, Schneidermeister. 1831 Karl Koppen, Bronzearbeiter. 1841 Johann Baptist Holtz« mann, Vergolder. 1856 Adolph. Johann Baptist und Josephs Holtzmann. 18. (698. 821.) L. Im Jahre 1827 Joseph Böhm. 1839 Jakob Deutschmann. k. k. Hof-Orgelbauer. 1853 Johanna Deutschmann, Witwe; geborne Gärtner. iS. (704. 829 ) L. Im Jahre 1827 Martin Roth. Fragner. 1838 Andreas Roth, k. k. Rechnungsrath. 1858 Theresia Roth, Witwe; geborne Huber. Sv. (699. 820.) k. Im Jahre 1827 Ignaz Konwalsky. 1832 Johann Kammerlachner. 1833 Karl Schmidt. 1851 Johann Bauer. S1. (703. 830 ) k. Im Jahre 1827 Friedrich Sträußle, Farbenfabrikant. 1838 Elisabeth Sträußle, geborne Mayerhofer. 1861 Joseph Sträußle, Farbwaaren-Erzeuger. SS. (700. 819.) L. Im Jahre 1827 Johann Chrysosto- mus Nötzl. Wundarzt. 1861 Viktoria Nötzl, geborne Spann, Witwe; dann Dr. Franz Nötzl, Rosalia Rosatzin, Barbara Spitzmüller und Elisabeth Bernt. S» (702. 831.) L. Im Jahre 1827 Joseph Klee, Stadtbaumeister. 1838 Johann Mayer, Strohhutfabrikant. 1840 Aloisia Mayer, Witwe. 1860 Johann und Aloisia Koczar. S4. (701. 818.) L. Im Jahre 1827 Johann Fritz. 1835 Karl Ludwig Costenoble, k. k. Hofschauspieler (wie Seite 147). 1838 Geschwister Costenoble. 1855 Karl Zwerenz. 1860 Johann und Aloisia Koczar. Der Klagbaum. Friedrichs des Streitbaren Heldentod in der Leitha- schlacht, 1246, hatte die lauernden Widersacher des Herzogs zu neuerlichen Einfällen in die österreichischen Marken ermuthiget; beutelustig wurden die linken Donauufer von den Böhmen, daS 180 Land ob der Enns von den Baiern, die Steyermark von den Ungarn mit Krieg überzogen. Pflugschar und Sense mußten in Schwert und Lanze verwandelt werden. Zu den maßlosen Schrecken jener Tage, zu Raub, Mord und Brandlegung, gesellte sich noch der Aussatz oder die sogenannte Hiobskrankheit — ein eckelhaftes Gebreste, welches die Kreuzfahrer auf ihren Eroberungen mit in Kauf genommen, und aus dem Orient eingeschleppt hatten. Als einzig wirksames Mittel zur Bannung dieser Seuche, wurden an allen Orten und Enden Badestuben errichtet; und Wien zählte bald mehr Bäder (Stuben) als vielleicht die übrigen großen Städte Deutschlands zusammen —ein Beweis, wie das Übel schon überhand genommen hatte. Der Name eines ganzen Stadttheiles, des Stubenvi ertels, stammt von jenen Bädern her; überdieß hatten die Abteien und Klöster, der Rath, und - fast alle wohlhabenden Familien eigene Badestuben bei Hause. . Schlimmer war die Armuth daran; die Wenigen, welche der z Seuche nicht erlagen, trugen zeitlebens ihre Spuren davon Doch d sollte auch diesen ein rettender Hort sich eröffnen. Meister Gebhard (Gerhard), Pfarrer im St. Stephans Münster, Domherr zu Passau und Capellan Gregors X. hatte j zur Aufnahme armer unheilbarer Aussätziger, im Jahre 1266 s .außerhalb der Slat )e Wien» dar) dem clagpamm" ein Siechen- ^ Haus mit mehreren Pfründen, und dabei eine Kapelle „zu dem gurten fand Job", dem alten Vorbilde gottergebener Duldung, gestiftet. Wie der anonyme Predigermönch von Leoben in seiner Chronik schreibt, geschah die Einweihung des Siechenhauses 1267 durch den Bischof Peter von Passau, in Gegenwart des Kardinal- Legaten Guido — welcher in selbem Jahre zu Wien die berühmte Synode gehalten. Gänzlich vollendet wurde der Bau - erst im Juni 1273. Nach der Regel*), die Gerhard 1266 den Bewohnern dieser Zufluchtsstätte gegeben, hatte das Siechenhaus seinen eigenen Priester, und zur obersten Aufsicht einen Vogt aus dem Rathe der Stadt. Der Meister und die Meisterin des Spitales ") Hormayer's Geschichte der Stadt Wien, V. Bd. Urkunde t29. 181 waren gleich den Siechen demüthig gekleidet, sie trugen ein „blautuchenes" Gewand und auf ihrem Mantel ein rothes Kreuz in einem rothen Ringe. Die armen Aussätzigen mußten für ihre karge Pfründe bei Tag und bei Nacht abwechselnd die Laure- tanische Litanei und Gebethe für die Gutthäter des Hauses absingen; was sic auch, einer späteren Nachricht zufolge „in langsamen und gar kläglichem Tone continuirlich" beobachtet hatten. Es wäre ein arger Jrrthum, etwa von jenen endlosen Lamentationen den Namen des Siechenhauses herleiten zu wollen, da die Umgegend schon vor der Gründung dieses Hauses „dacz (bei) dem clagpawm" hieß. Die uralte Dolkssage vom „Klagbäum" — aus dessen Blätterkrone zeitweilig Wehelaute, als ein Omen böser Zeitkäufe, erklangen — hat in der nachfolgenden Ballade des vaterländischen Dichters Johann Nepomuk Vogl ihren bleibenden Ausdruck gefunden: „Außerhalb den letzten Häusern, auf verödet flachem Raum, Stand bei Wien einst eine Buche, ein schon halbvermorschtcr Baum. Flüsternd wiegte seine Krone sich im Wind an jedem Tag, Doch um Mitternacht, da stöhnte, e r als wie in bitt rer Klag'. Wimmernd scholl es durch die Öde, ächzend zog cs durch die Lust. Wie, wenn fern vom Strom verschlungen, noch ein Mensch um Hilfe ruft. Wie, wenn nah' schon dem Verscheiden, einer stöhnt in Folter-Qual; Wie das Röcheln eines Kriegers, den durchbohrt des Gegners Stahl, Daß die Wand rer, die es hörten, drob entfloh « in wilder Hast Um das Grause zu verkünden, zähneklappernd und erblaßt. Aber wie man immer forschte Tag s darauf im öden Rund, Den geheimnißvollen Tönen kam kein Forscher auf den Grund. Hlngestellt nun wurden Wachen, um zu steuern den Betrug; Doch der Baum begann zu stöhnen, wie s die zwölfte Stunde schlug. Da erfüllte Furcht und Grausen Jeden, der vom Baum vernahm; Auf ein schreckliches Ergcbniß harrte Wien voll Furcht und Gram. 182 Horch! mit Einrmmale mischte tausendfält'gcr Klagklaut Sich in jenes bange Stöhnen, drob dem Wand'rer so gegraut. Denn mit Rabenfitt'gen kreiste über Dien der schwarze Tod, Darf Vernichtung in die Straßen, in die Häuser Angst und Noth. Alle Leichcnhöfe wurden für die Opfer schon zu klein, Und das ganze Land der Ostmark schien ein Friedhof nur zu sein. Klar nun ward's den Schwergeprüften, daß kein Wahn sie bloß gehöhnt, Und ihr Unheil prophezeiend, also Hab' der Baum gestöhnt. Und eia Kirchlein ward erbauet, alsogleich am selben Ort, Wo aus seinen Baumeszweigcn warnend sprach des Herrn Wort, Und benannt zum „Klagbaum" wurde, von den Wienern dann dieß Haus, Bis der Moslim Hände wieder, es gelegt in Schutt und Graus, Wie tief diese Sage im Volksmunde gewurzelt, zeigt der Umstand, daß selbst eine hiesige Bürgerfamilie nach dem märchenhaften Baume sich zu nennen pflegte, Heinrich der Clagbaumer und dessen Hausfraw Cathrein hatten am heiligen Abend zu Ostern (27. März) 1350 ihr Haus sammt Hofstatt Weingarten vor dem Kerntnertor beym Heuprückel, zunächst Ulrich des Kalkteufels Haus, an Michael dem Schuechler verkauft. Nach den im Bürgerspitals-Archiv liegenden Stiftbriefen und andern auf die Geschichte des Siechenhauses „am Klagbaum" bezüglichen Urkunden, hatte diese Anstalt eben keine nennens- werthe Dermögenschaft erworben. Ihres topographischen Werthes wegen lasten wir hier eine flüchtige Übersicht der ältesten Schriftstücke folgen. Der Taschner Hanns Landauer verschrieb seiner Gattin Elspeth im Jahre 1359 zwei Häuser, am Lichtensteg und in der Neulucke, und stellte in dem Übergabs- bricfe vom Sannd Andreastage (30, November) die Bedingung , daß von beiden Häusern ein jährliches Purgrecht an die Armen in Siechenals, am Clagpawm und bei Sannd Lazar, zu je 3 Schillingen Wr. gereicht werde. Am Samstag nach Lichtmeste (9. Februar) 1370 beurkundet Michel in dem Weyer „Schaffer zu dem Clagpawm". daß Heinrich der 183 Jendel von einem Hause auf der Wieden, gegen der Heiligen- geistchirchen ober, järleich 6 Schillinge ^5 an die Armen des Burgerspitals geschenkt habe. Dem ehruvesten Michel vom Weyer folgten 1372 Wolff- hart Sitzmann; 1376 Christian der Schrandorffer ; dann 1388 Michael Herwart als „Schaffer' imClagpaum, Auf dem gleichzeitigen Siegel dieses Hauses ist ein Krückenkreuz und in dessen oberen Winkeln rechts ein sechseckiger Stern, links ein Halbmond ersichtlich; unterhalb des Querbalkens steht zu jeder Seite ein Vogel, den Kopf gegen das Kreuz zurückgewendet. Die Umschrift lautet: ,,-j- 8. VO>VII»II/MVIVI. IN. Vl./Vt-I'zVKI." Am Freytag nach Mitfasten (10. März) 1385 stiftete Niclas Dratlauf auf einer Fleischbank am Lichtensteg sechs Pfund Wr davon jährlich in den drei obgenannten Siechen Häusern je 2 Pfund unter die Armen vertheilt werden mußten. Vom Katharinatage (25. November) 1460 datirt ein Gewährsbrief über eine Hofstatt Weingarten, gelegen in Liebharden, welchen Mert von Moßbrunn, Chorherr zu St. Stephan und Herr Niclas Mezli nstor ff e r, als Testamentsvollzieher des Frühmeßners zu Znzersdorff Georg Dürr, an die Capelle bei St. Job gegeben hatten. Als im Oktober 1482 Hainburg und bald darauf Enzersdorf in die Hände der Ungarn fiel, und die Scharen Corvins näher heranrückten, hatten die Wiener alle Ursache an die Verstärkung ihrer morschen Stadtwälle zu schreiten. Bei dem Mangel qn Baumaterialien und der zeitraubenden Zufuhr solcher, blieb aber keine andere Wahl, als das unentbehrliche Zaun- und Mauerwerk in den Borstädten, darunter auch einen Theil des Siechenhauses am Klagbaum zu demoliren, und die gewonnenen Bausteine zur Ausbesserung der Ringmauern zu benützen. Der Zeitpunkt der neuerlichen Herstellung des Siechenhauses ist unbekannt, da vom Einmärsche Corvins (1 Juni 1485) an, volle vierzig Jahre hindurch jede bezügliche Aufzeichnung mangelt. Erst von 1525 finden sich zwei Bestandbriefe vor. womit die Verwaltung des Siechenhauses einem gewissen 184 HannS Grueber ein Mertel Weingarten auf der Hohenwarte, dem Gersthof gegenüber; dann dem bürgerlichen Lein- bater Stephan Tenkh in Wien einen Weingarten vor dem Kerntnerthor »die Gugel^ genannt, als »Leibgeding' überließ. Vier Jahre später erschienen die wilden Horden Sulei- mans vor Wien. Der Klagbaum fiel in Schutt, die zugehörigen Weingärten wurden verwüstet, und an ihrer Stelle lagerte — bis in die Nähe des Wienflusses — der Pascha von Bosnien mit seinem Troß. Die Wiedererrichtung des Siechenhauses, nach dem Rückzüge der Moslims, war die Arbeit von mehreren Jahren. Eine groß- müthige Dame, die Gräfin Barbara von St. Jörgen und Pösing*) — schon bei Lebzeiten auf diese Freistätte des Jammers eifrig Bedacht nehmend — widmete in ihrem letzten *) Das im Jahre 1543 durch den Tod Christophs im Mannsstamme erloschene Geschlecht der Grafen von St. Georgen (gemeiniglich von St. Jörgen) und Pösing — Oonaites äs 8. Keorxiv et äs auch 574) den jährlichen Zinsenbetrag von dreitausend Gulden zur Erweiterung des Hauses. Im Jahre 1581, nach dem Tode der Gräfin, wurde durch deren Testaments-Vollstrecker — den als Geschichtsforscher und namentlich im Gebiete der römischen Antiquitäten bekannten Kammer-Präsidenten Freiherrn von Strein — der verordnete Zubau bewerkstelliget; wie solches zwei Inschriften über der Pforte besprachen: „Gebt um Gottes willen den Armen So wird sich Gott über Euch erbarmen." » ^ach christlichen Willmainen und lebten willen der Wolgcdornen Krauen Frauen Barbara, gcbornen Gretin zu St. Jörgen und Pösing Wittib, ist diele« Gepeu denen Armen >u bessern ire Aufcnthattung siegenummen worden, mit und aus Verordnung des Wotgebornen Herrn Herrn Reichzrten Strein, Herrn zu Schwarzenau, Hertenliain und Tierllain, des Thals Wachau und Freydeck, der Nöm. Kays. Maytt. Nat, als Lcstanients-Executorn 1581." Gleichzeitig änderte sich der Name der Hauskirche bei St. Job in „Maria Heimsuchung" Während der zweiten Belagerung Wiens, im Jahre 1683, wurde die Kirche von den Türken zu einem Pferdestall benützt; das Siechenhaus blieb jedoch diesmal mit Ausnahme der Dachung unversehrt. Damit die Andacht nicht „krebsgängig" werde, sagt ein unter dem Titel „Marianisches Klaghauß" (1720) erschienenes Büchelchen, übernahm nun das Wiener-Bürgerspital die Herstellungskosten der Kirche und des Siechenhauses; wozu der Stadtrath am 9. März 1686 fünfzig Gulden beisteuerte. Von nun an besorgte auch der Pfarrherr von St. Marx den Gottesdienst und die Seelsorge „im Klagbaum", bis endlich im Jahre 1706 das Siechenhaus vollständig dem Bürgerspitale incorporirt wurde. Seitdem befanden sich stets 10 bis 12 Personen beiderlei Geschlechtes in hierortiger Pflege, welche aus dem Erträgnisse mehrerer Stiftungen und dem einkommenden Almosen, erhalten wurden. Das Bürgerspital gab ihnen „zu heiligen Zeiten etwas Wein, dann jährlich zwei Strich Semmelmehl, zween Stöcke Salz, einen halben Schober Stroh, und trug die Reparatur des Hauses." Nach einer vorliegenden Rechnung vom Jahre 1780 186 beliefen sich die Stiftungskapitalien des Siechenhauses auf 19457, jene der Kirche auf 12020 Gulden. In ersterer Reihe sind be- merkenswerth: die Stiftung der Gräfin Maria Anna von Zichy, gebornen Freyinn von Radolt (ff 1711); jene der Herzogin Maria Theresia von Savoyen und Piemont,, gebornen Reichsfürstin von Liechtenstein (von 1731 und 1763); der Maria Josepha von Wispien, 'gebornen von Klerff (1735); der Gräfin Beatrix Eleonora von Schlickh, dann der Maria Eva Wimmesperger jbeide von 1739); der Anna Katharina Freyinn von Liebenberg, gebornen von Bertramb (1745); der Maria Anna Elisabetha von Klerff, gebornen von Hunthum (1747); ferner des Anton Hüllverding, Vaters im Klagbaum, und der Barbara Josepha von Ramozahaz, gebornen von Schwingheim (1765). Messenstiftungen hatten errichtet: Joseph Weber und Anna Elisabeth Grädler (1723); Johann Adam Totz, Vater im Klagbaum (1732); dann der Innere Ttadtrath und Stadt-Bankokafsa- Obereinnehmer Joseph Radler (1733.) Ersterwähnte Stiftungen befinden sich bis zur Stunde beim Bürgerspitale, und werden die abfallenden Zinsen auch fortwährend als Klagbaumpfründen an bestimmte Arme bezahlt. Am 10. Oktober 1785 wurde das Siechenhaus am „Klagbaum" auf Befehl Kaiser Josephs II. aufgehoben; nachdem schon im Jahre vorher die Schließung des Lazarethspitales und des Kontumazhofes in der Alservorstadt, geschehen. Der „Klagbaum" war ein düsteres ebenerdiges Gebäude von verwitterten Aussehen; nur zwei kleine fensterähnliche Öffnungen lugten nach Außen. Die Kirche hatte einen niedrigen viereckigen Thurm und an ihrer Fronte nach der Wiedner Hauptstraße vier runde, dicht unter dem Simse liegende Fenster. Die bei Abbruch der Kirche, zu Anfang des Jahres 1786 aufgcfundenen Grab-Denk- mäler sind dermalen im Besitze des Bildhauers Hans Gasser (Rainergaffe 22). Am 11. Jänner 1787 erfolgte die öffentliche Versteigerung des Siechenhauses, sowie des zugehörigen 936 ' großen Gartens, zum Behufe seiner Abtheilung in Baustellen (die heutige Klagbaumgasse, dann Nr. 62 S- 68 in der Wiedner Hauptstraße). 187 Haus Nr. 1. (433. 172. 237. 442). 8. Im Jahre 1787 Joseph Mayer, Greißler. 1813 Jakob, Theresia und Franz Mayer. 1833 Joseph Kreiß. Schneidermeister. 1859 Magdalena Höhnel, geb. Kreiß, k. k. Hauptmannsgattin. S. (434. 175. 240. 445.) 8. Schild zum silbernen Einhorn. Im Jahre 1787 Andreas Jesch, Baumwollenfaktor. 1791 Katharina Jesch. 1798 Martin Mayer, Seidenzeugfabrikant. 1808 Joseph Wild. 1817 Franz Stöckel. 1820 Daniel Reininger. 1822 Anton Czarnotzai, Edler von Charlottenburg. k. k. Oberst, (t 7. Juni 1851). 1834 Leopold Koch. Gastwirth. 1842 Eleonora Koch. 1843 Joseph Rauch. 1846 Florian Ramme!, Handelsmann. S. (442. 173. 238. 443.) 8. Im Jahre 1787 Karl Mayer, Seidenzeugmacher. 1800 Franz Knittel, Seidenzeugmacher. 1802 Alexander Rosenberger. Seidenzeugmacher. 1836 Michael Wieser (wie S. 126). 1846 Joseph Muckenthaller. Seidenzeugfabrikant. 1858 Anna Muckenthaller, geborne Daum; Witwe. 4. (476. 174. 239. 444) 8. Im Jahre 1787 Joseph Wucstcr, Gastwirth. 1793 Joseph Schachingcr, Biehmayr. 1803 Ferdinand Hantz, Eisendrahtzieher 1808 Heinrich Metzger. 1810 Barbara Metzger. 1811 Anton Uhl. 1824 Jakob Hummel, Milchmeier. 1841 Hummelsche Erben. Kleinschmidgasse. (Abtheilungen des städtischen Ziegclosengrundes; wie Seite 140.) Benannt nach dem k. k. n. ö. Regicrongsrathe und Polizeihausdircktor Friedrich August Kleinschmid (geboren zu Steinheim in Wcstphalen 1749; gestorben'in Wien am 18. März 1838); welcher sein ganzes namhaftes Nachlaßverwögen gemeinnützigen Stiftungen widmete. Haus Nr. 1. Siehe Hechtengasse 4. 5. (129.-210. 211.-276. 277.—502. 503) ^4- Ter Wiener Stadtrath hatte diese Grundparzelle im Jahre 1695 dem Stadt-Zimmerpolier Andre Gschaidbacher zum Geschenke gegeben. Der Wackere baute hier ein kleines Häuschen, erfreute sich aber nur kurze Zeit seines Besitzthums, da er 1705 bei dem Brande des Flöhst adels und der nahegelegenen Häuser in 188 der Roßau (Nr. 29—32). in Ausübung seiner Berufspflicht den Tod gefunden. 1706 Deronica Gschaidbacher, Wittib ; und deren Sohn Jakob Gschaidbacher. ein erlernter Buchdrucker. 1717 Johann Georg Teschler, Äusserer Stadtrath und Gastgeb. 1739 Jakob Plezger, Bortenmacher. 1760 Clara Plezger. 1766 Joseph Meißl, Maurermeister. 1790 Franziska Meißl, Witwe. 1804 Meihl'sche Erben. 1862 (27 August) Kommune Wien. S. (132. 216. 282. 508.) Abg. von dem Hause Nr. 10 in der Hechtengasse. Im Jahre 1745 Johann Friedrich Edler von Dollar. 1774 Joseph August Edler von Dollar. 1810 Joseph Zeiner. Bierwirth. 1812 Joseph und Anna Perger; dann Karolina Freyinn von Otkolek, geborne Perger. 1816 Joseph Riedesel. Riemermeister. 1817 Joseph Wachtel, Klaviermacher. 1832 Joseph Glanz, Bronze- und Eisengußwaaren - Fabrikant. S. Siehe Schäffergasse 5. Kolschitzkygasse *). (Die frühere „Liniengasse-.) Nr. L. Gasthof zum braunen Hirschen; wie Favoritenstraße 58. 2. Siehe Favoritenstraße 56. ') Trag; Georg Kulczyki. (nicht Kolschitzky). zu Sambor in Galizien 16^1 geboren, war in seiner Jugend Dolmetsch der orientalischen Kom- t'i tz.2-1 und wohl vertraut mit der Sprache und den Sitten der Muselmänner. Frühzeitig nach Wien kommend, trieb er einen Kleinhandel in der Leopoldstadt und erwarb daS Bürgerrecht. Im Jahre 1683, während der zweiten Belagerung Wiens durch die Türken, begegnen wir Kulczyki als Lieutenant in der Freikompagnie der Gastwirthe, unter dem Hauptmanne Frank. Die Verdienste, welche sich der dankbare Fremdling in jenen gefahrvollen Tagen als Kundschafter erworben, sind historisch anerkannt. Er und sein Diener Johann M i ch a l o v ics durchschlichen in türkischer Tracht zu wiederholten Malen mit Lebensgefahr das feindliche Lager, um dem Herzoge von Lothringen. Befehlshaber der kaiserlichen Armee, Nachricht von der verzweislungsvollen Lage der Stadt zu geben. 189 L. (62.) 8. Zm Jahre 1819 Karl Reindl, Kunstgärtner. 1835 Barbara Schützer Edle von Müggenburg, geborne Leban. 1836 Johann Georg Schützer Edler von Müggenburg. 1839 Stephan Ladislaus Römer Edler von tvis-Lv^itsKe. 1846 Bon Römer s Erben. 1852 Anna Nerradt. 1856 Franz Köhler, Holzhändler. 1857 Karolina Stöckel. 4 . (61.) 8. Im Jahre 1819 Johann Klinisch, k. k. Fähnrich. 1820 Franz Nowotny. 1847 Anna Nowotny. 1850 Moriz Bamberger, Tischlermeister. 5. (42.) 8. Im Jahre 1819 Karl Reindl. 1835 Barbara Schützer Edle von Müggenburg. 1836 Johann Georg Schützer Edler von Müggenburg. 1839 Von Römer. 1846 Dessen Erben. 1852 Anna Nerradt. 1856 Franz Köhler, Bau- und Tischlerholzhändler. K. (96.) 8. Abg. von Nr. 4- Im Jahre 1860 Leopold Völk, Traiteur im k. k Arsenal. 1861 Johann Frnoch, Steinmetzmeister. V. Siehe Hungerbrunngaffe 29. 8. (43.) 8. Im Jahre 1816 Joseph Karl Rosenbaum (geboren in Wien 1769; 4 26. Dezember 1829 ), Besitzer des Stadthauses Nr. 337 im Ledererhof, und Stifter eines jähr- Nach dem glücklichen Entsätze Wiens, am 11. September 1683, erhielt Kulczyki vom Stadtrathe das Haus Nr. 30 im ehemaligen Judenbczirke der Leopoldstadt »um Geschenke; und wurde ihm das Ein- sammcln der im Türken-Lager aufgehäuften Vorräthe an Kaffeebohnen, sowie der Ausschank des daraus erzeugten, den Wienern noch fremdartigen Getränkes, gestattet. Nachdem er vorerst einige Zeit mit seinem Brette, aus welchem Kannen und Tassen standen, die Straßen durchzogen hatte, miethete er sich im kleinen Bischofhofe (Nr. 845, neu Nr. 6 in der Domgasse; damals zum „rothen Kreuz' bcschildet) ein Gewölbe, und dies war das erste Kaffeehaus in Wien. Von da kam er auf die Brandstatt, und dgnn in's Schlosscrgäßchcn zur „blauen Flasche"; wo er bis zu seinem, ckTB^erfolgten Tode verblieb. Kulczykis Erben verlegten das Kaffehans in eine Hütte nächst der Aerdinandsbrücke, dort wo jetzt Mosöc's Kaffeehaus steht. (Pratcrstraßc Nr. 2, alt 886.) „Bruder Herz!" lautete Kulczykis Ansprache an Jedem, und auch ihn nannte Jedermann so. Der Vorstand der hiesigen Kaffeesieder bewahrt das Bildnis des braven Polen. 190 lichen Preises mit fünfzig Gnlden in Silber für einen vorzüglich befähigten Zögling der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien; (Stiftbrief vom 6. Oktober 1832). 1830 Theresia Rosenbaum, geb. Gaßmann, Witwe, 1831 Klara Burg, 1834 Ferdinand Haas. Bauholzhändler. 1856 Geschwister Haas, S. (28 K 29.) 8, St. Josephs Kindrrspitsl und Kinder- wärlerinnen-Bildungs-Ansialt. Im Jahre 1816 Joseph Karl Rosenbaum. 1830 Theresia Rosenbaum. 1838 Karl Vogt. Teppichfabrikant. 1844 (24. Juni) Die Direktion des St. Josephs Kinderspitales. Vor dreißig und einigen Jahren schaute von dieser Stelle die Fronte eines zierlich gebauten Häuschens, behaglich und sichtlich ohne Neid, nach dem prunkenden Schaumburgerhof hinüber Seine Rückseite stieß an einen kleinen englischen Garten, in welchem sich eine Warte erhob, die nach allen vier Winden eine romantische Rundschau gewährte. Dieses Stück Paradies war es, wo die Gastlichkeit des Herrn Rosenbaum haushielt. Wollte er seine Freunde laden zu fröhlichem Gelage, was gar oft geschah, so hißte er eine Flagge auf die Zinne der Warte; ein schöner Saal that sich auf mit vier duftenden Kredenzzimmern, die Gäste zogen ein und die sorglose Freude schleuderte unter Kling und Klang durch die heiteren Räume. Und Jahre vergingen. die Klänge verstummten, Herr Rosenbaum zog aus und mit ihm die Freude; das Mitleid zog ein und mit ihm der Schmerz — das Stück Paradies ward ein Kinderspital. Mit Recht hat sich in der neuesten Zeit der Wohlthätig- keitssinn der Residenzbewohner den zarten Sprößlingen aus der unbemittelten Volksklasse mit entschiedener Vorliebe zugewendet. Laster und Siechthum wurzeln nur allzuhäufig in den Gebrechen des kindlichen Alters! Soll ihnen daher mit glücklichem Erfolge entgegengewirkt werden, so muß dieß schon in den frühesten Epochen des menschlichen Lebens geschehen. — Die Gebär-, die Findel- und Waisenhäuser, die Stadtarmen- und die Bezirks- Armen-Anstalten, endlich das im Jahre 1787 von Dr. Masta- lier gegründete, und im Jahre 1793 von Kaiser Franz I. zu einer öffentlichen Heilanstalt sanktionirte Kinder-Kranken- 191 Institut in der Stadt, sind sprechende Beweise von der Fürsorge, mit welcher schon in früherer Zeit die Staatsverwaltung das Wohl schütz- und hilfbedürftiger Kinder zu fördern suchte. Leider blieben die Erfolge bei manchen dieser Institute, weit hinter den Erwartungen zurück. Die in der Neuzeit errichteten Kinderbewahranstaltcn und Kinderspitäler sind Schöpfungen der edlen nie versiegenden Mild- thätigkeit der Wiener; sind einer fortwährenden Kontrolle ihrer zahlreichen Gönner unterworfen, und haben sich als segensreiche Zufluchtsstätten armer Kinder bereits auf das Glänzendste bewährt. Gründer des St. Josephs Kinderspitales auf der Wieden, war der Zündhölzchen-Fabrikant Stephan Ladislaus Römer Edler von Lis-Lnyitrlco *), weiland eine geachtete Firma, wie die Welt weih. Er starb ohne Orden, aber die Menschheit kniet an seinem Grabe und nährt die heilige Flamme, die er angezündet. Neben ihm mühen wir nennen den Pfarrer Johann Lindner (-si 1846), an dem Wien einen seiner edelsten Menschen verlor Letzterer gründete unter Mitwirkung des Gemeindevorstandes Burg die hiesige Kinderbewahranstalt (Seite 162), und diese ward die Geburtsstätte des Kinderspitales. Römer legte mit einer Geldspende von zweitausend Gulden den G und. Das Beispiel verfehlte nicht seine Wirkung, und in kurzer Zeit trat ein Verein ins Leben, an welchem sich auch das Allerhöchste Kaiserhaus betheiliget. Vom Komitö wurde Lindner zum Provisorischen Kurator und Römer zum provisorischen Direktor gewählt. Ihre kaiserliche Hoheit die Frau Erzherzogin Sophie übernahm das Protektorat. Als Fonds zur ersten Einrichtung diente die von Römer gespendete Geldsumme; ferner wurde dem Komitö im Verlauf seiner Arbeiten die Ecmuthigung zu Theil, dah Ihre Majestät die Kaiserin Witwe Karolina 'lugusta aus höchst eigenem Antriebe zwei Krankenbetten, mit nnem Kapitale von 4800 fl. stiftete. In gleicher Weise lohnte auch der Verein adeliger Damen die Bestrebungen des Komitös, da er über den Antrag der Fürstin Henriette Odescalchi ') Siehe Seite 163. 192 erklärte, in dem Kinderspitale drei Betten mit einem jährlichen Beitrage von 360 fl. unterhalten zu wollen. Nachdem die beiden Hänser 28 S- 29 gegen einen Jahreszins von 300 fl. in Miethe genommen wurden, erfolgte die Aufstellung von zwanzig Betten daselbst. Die feierliche Einweihung und Eröffnung geschah am 19. März 1842. Der k. k. Armenarzt Dr. Vincenz Alexovits, thätig als Mitgründer, besorgte auch anfänglich die ärztliche Leitung. Dieß der Ursprung des St. Joseph's Kinderspitales; und wie zum Teiche Bethesda kamen die Kleinen herbei, suchten Hilfe und fanden sie. Der Zudrang wuchs. Jeder Tag brachte seine Kranken und neue Gaben. In dem Grade als die Anstalt ihre Thätigkeit ausdehnte, stieg auch das Vertrauen, und mehrten sich ihre materiellen Mittel. Im Juni 1844 konnte der Verein bereits die beiden Häuser 28 ö- 29, um den Kaufpreis von 16500 fl. in sein unbeschränktes Eigenthum übernehmen. Vorzüge dieser Realität sind ein geräumiger Garten und ihre freie - nicht in kahle Häusermaffen eingekeilte — Lage. Die Zahl der im St. Joseph's Kindeispitale theils unentgeld- lich, zum Theile auf Kosten des k k. Bezirkskrankenhauses Wieden verpflegten und behandelten Kinder, belief sich im Jahre 1862 auf 533 (299 Knaben und 234 Mädchen). Ambulatorisch wurden in diesem Jahre 3218 Kinder behandelt. Die Gesammtzahl der im letzten Decennium (1853—1862) hier aufgenommenen Kinder ist 3984 (2045 Knaben und 1939 Mädchen). Im Ambulatorium erhielten während dieses Zeitraumes 20607 Kinder unentgeldliche Behandlung. Nach dem Rechnungsabschlüsse vom Jahre 1862 beträgt der Vermügensstand des Kinderspitales 30039 st. in Staatsund öffentlichen Kreditspapieren (worunter 11445 fl. an Bettstiftungen) ; dann 25036 fl., am Werthe des unbelasteten Jnstituts- gebäudes und der Mobilien Von den Barempfängen (11705 fl ) kamen 5782 fl. durch Sammlungen, Geschenke und Vermächtnisse; dann 2976 fl. an Derpflegskosten ein. Unter den Ausgabs- Positionen (8870 fl.) find die wesentlichsten: 2111 fl. an Besoldungen, Remunerationen und Reluten der Ärzte, der Haus- und 19Z Dienstleute; die Bespeisungsauslagen der kranken Kinder, dann des Wart- und Hauspersonales mit 3826 fl.; die Medi- kamenten-Rechnung mit 350 fl.; ferner 787 fl. für die Wäschreinigung und 521 fl. für Beheitzung. Das St. Josephs-Kinderspital steht unter der Leitung eine-, aus den beitragenden Vereinsmitgliedern gewählten Direktoriums. Der Primararzt Herr Dr. Willibald Edler von Gunz ist zugleich Direktor der im Hause befindlichen Kindsfrauen-Bildungs- anstalt — einer Stiftung des am 4. Juni 1835 verstorbenen Med. Drs. Johann Nepomuk Biehler, Erziehers Ihrer kaiserlichen Hoheiten der Söhne weiland Erzherzogs Karl, welcher zu diesem Zwecke eine Geldsumme von 18000 fl. legirt hatte. Die Zinsen dieses Kapitales, wofür jährlich eine bestimmte Anzahl weiblicher Individuen im Kinder-Wartedienst theoretisch und praktisch herangebildet werden muß, fallen dem St. JosephS- Kinderspitale zu. 1V Siehe Hungerbrunngaffe 17. 11 (30.) 8. Gasthaus zum Fürstenhof. Im Jahre 1813 Johann Konrad Adam. 1819 Mathias Stummer, Baumeister. 1840 Anna Stummer. 1862 Franz Kloffetz, Tapezierer. 13 . (31.) 8. Im Jahre 1813 Johann Konrad Adam. 1819 Mathias Stummer. 1840 Anna Stummer. IS. Siehe Hungerbrunngaffe 19. Krongasse. Eröffnet im Jahre 1828, nach Demolirung des Stammhauses zur „ungarischen Krone" (Nr. 20) und Abtheilung des zugehörigen Gartengrunde- tn zwanzig Baustellen. Nr. 1. (617. 652.) Ll. Im Jahre 1825 Adam Fritz- dorfrr, Greißler. 1827 Ferdinand Schrott, Webermeister. 1830 Elisabeth Leiner. 1831 Franz Graf, Wagnermeister. 1857 Therefia Graf. 1858 Michael Hann. 1860 Johann und Maria Pammer. 2. (616. 651.) Ick. Im Jahre 1825 Andreas Eifer, Seidenzeugfabrikant und Inhaber der großen goldenen Salvatormedaille. 1862 Karlmann Eifer. Wik»«. IS M 3 . (618. 653.) Hl. Im Jahre 1825 Joseph Storch. 1829 Georg Spitzer, Hufschmied. 1852 Theresia Pohorschelek, geborne Spitzer. 1859 Leopold Müllner. 1860 Martin Kreil. 4 1615. 650.) Hl. Im Jahre 1825 Anton Holley. 1843 Eduard Krenn, Kriminalgerichts-Aktuar. 5. (619. 654.) Hl. Im Jahre 1825 Simon Sohn, Branntweiner und Michael Schmitzbauer, Webermeister. 1826 Barbara Schrott. 1830 Franz Leopold Schöninger, Buchbinder. 1835 Franz Edler von Ostermann, k. k. Cameral-Gefällenverleger. 1843 Joseph Burghardt, Handelsmann. K. (614. 649.) Hl. Im Jahre 1825 Georg Wächter, Gastwirth. 1833 Anna Wächter. 1851 Wachtersche Erben «. (620. 655.) Hl. Im Jahre 1825 Ferdinand Matzi, Schornsteinfeger. 1857 Katharina Petschacher, geborne Matzi. 8. (613. 648.) ^l. Im Jahre 1825 Franz Maiwald. 1828 Joseph Wachtel, Klaviermachcr 1830 Johann Schabat, Perrückenmacher. 1853 Franz Nowotny. 1859 Anna Zimmert. 1861 Ferdinand Dietschy. N. (621. 656.) Hl. Im Jahre 1825 Reinhard Friedrich Sieberth, Seidenzeugfabrikant. 1861 Anna Sieberth, geborne Hofbauer, Witwe. 1862 Friedrich Sieberth, Seidenzeug- Fabrikant und Gemeinderath der Stadt Wirn. LI». «612. 647.) HI. Im Jahre 1825 Franz Zimmert. Fragner. 1854 Thekla Zimmerl. LL. (622. 657 ) HI. Im Jahre 1825 Simon Sohn. 1829 Johann Boklet, Wollspinner. 1832 Martin Kabill, Maurerpolier. 1833 Wilhelm Leuschner, Fellfärber. 1837 Joseph Födes. 1838 Joseph Dillinger, Meerschaumpfeifenschneider. 1851 Anna Dillinger. >852 Andreas und Georg Schilling. Handlungs- Gesellschafter. LS. (611 646.) Hl. Im Jahre 1825 Anton Zimmerl, Stadtgreißler. 1854 Vincenz Böhm. iS. (623. 658.) Hl. Im Jahre 1825 Andreas Eder. 1827 Konrad Schmid. 1828 Vitus Uchaty. 1835 Joseph Keppelhofer. Bürger und Besitzer der Herrschaft Theresienseld. 1853 Joseph Beer, Fleischhauer. 195 11 . (610. 645 ) 5-1. Im Jahre 1825 Andreas Eder. 1826 Elisabeth Lorenz. 1832 Johann Hoffman», Gutsbesitzer. 1851 Josephine Remekyäzy von Gurahonz 1863 Anton und Klara Lacher. 15 (624. 659.) 51. Zm Jahre 1825 Andreas Eder 1826 Franz Hemmerich, Schneidermeister. 1810 Karl Testory, Zwirnhändler. 1847 Matthäus Vogl. 1851 Cäzilia Hauptmann. 1854 Jakob Popp. 1858 Dr. Franz Schurga. 1862 Maria Schurga. 1863 Friedrich Nowak. 16 . (609. 644.) 51. Im Jahre 1825 Andreas Eder. 1826 Johann Bernklau, Branntweiner. 1833 Thomas Bernklau, Faßbinder 1846 Bernklau'sche Erben. 15. (625. 660 ) 51. Im Jahre 1825 Eder. 1826 Atoisia Forthofer, geborne Edle von Herzfeld. 1834 Sebastian Knorzer, Gastwirth. 1855 Barbara Krones und Anna Knorzer. 1856 Joseph Jautz und Anna Knorzer. 18 . (608. 643.) 51. Im Jahre 1825 Andreas Eder. 1826 Elisabeth Lorenz. 1834 Georg Setzer. 1843 Katharina Setzer. 1844 Ami Bouä, Doktor der Arzneikunde. IS. (626. 661 ) 51. Im Jahre 1825 Dr. Anton Heidmann. 1853 Johann Baptist Altmann, Handelsmann. 1861 Altmann'sche Erben. 2V (200. 362. 429. 642.) 51. Schild zur ungarischen Krone. Im Jahre 1700 Lorenz Gardi, Kays. Pack-Maister; dann Hanns Fux. „Ein Viertl Hofstatt vnd drey Achtel Weingarten am Clagbaumb, zur Herrschaft Margarethen an der Wien» dienstbar". 1707 Johann Rudolph John (wie Seite 143). 1741 Franz Carl Focky, der Arzneykunde Dr. ; Ferdinand Daniel Focky, Weltpriester und Anna Katharina von Posch, geborne Focky. 1754 Johann Georg Häußler, Burger und Gastgeb zur .spanischen Krone". 1766 Katharina Häußler. 1767 Johann Anton Hofbauer Edler von Baucrnfeld, k. k. Feld - Proviantcommissär und Anna Barbara dessen Ehegattin. 1787 Jobann Michael von Polly, k. k. Hofkriegsraths-Secre- tär 1868 Fräulein Maria Anna 81220 cls Xoris. 1811, Bartholomäus Steiner, Erbsenhändler. 1824 Anton Heidmann, Med. Dr. 1856 Heidmann'sche Erben. 196 Lambrechtsgaffe. (Dir frühere ,S ch lö ss rl ga ss r" ; eröffnet im Jahre 1787, nach Parzel- lirung des zum H ah neu - Wi r t h s ha us c 817 Peter Navier. 1822 Joseph Jakob, Branntweiner. 1823 Anna Tigert. 1824 Johann Ruziczka, Trödler. 1837 Jakob Ruziczka. 1844 Anna Ruziczka. 1849 Karl Nagel. 1851 Michael Würzl, Taschnermeister. ». (- 382. 595 ) -I. Im Jahre 1821 Anna Wondrasch, Gastwirthswitwe. S. (— 317. 385. 598.) LI. Im Jahre 1792 Johann Rann, Lehenkutscher. 1794 Felix Schmid, Gastgeb. 1801 Johann Fuchs, Maurerpolier. 1814 Georg Jung, Webermeister. 1815 Barbara Jung. 1817 Georg Kranz, Bäcker. 1821 Christian Uhlich. 1829 Nikolaus Ronzal, herrschaftlicher Kammerdiener. 1850 Alois Scheuer, Hutmacher. K. (474. 314 381. 594.) LI. Im Jahre 1790 Andreas Filbert, Maurerpolier. 1799 Michael Ncumayer. 1801 Georg Klemp, ke k. Beamter. 1802 Matthäus Waldmann. Webermeister. 1808 Magdalena Waldmann. 1816 Katharina Weninger, Crbsenhändlerswitwe. 1819 Anna Barzer, Trödlerin. 1825 Magdalena Barzer. 1829 Thomas Marek. 1832 Eleonore, Bouö. r. (452. 318. 386. 599.) LI. Im Jahre 1788 Johann Michael Ritter, Seidenzeugfabrikant. 1791 Johann Fleischhacker, Schloffermeister. 1794 Johann Karl Weindl, k. k. Beamter. 1802 Johann Jakob von Känel, priv. Schweizer-Seidenband- Fabrikant. 1810 Helene von Känel, Witwe. 1815 Johann Zinner, Knopfmacher und Rofina Och, geborne von Känel. 1824 Zinner'sche Kinder. 1825 Joseph und Pauline Dietz. 1828 August König, Seidenzeug - Fabrikant. 1845 Florian Müller, Schuhmacher. 8. (456. 313. 380. 593.) Ll. Im Jahre 1791 Martin Rosensteiner, Diehmayr. 1800 Andreas Bachschwell, Diehmayr. 1835 Eva Bauer. 1841 Anton Hofer, Fleischhauer. 1844 Katharina Hofer. 1847 Joseph Kager. 1851 Johann Suckfüll, Fleischhauer. ». (473. 319. 387. 600.) LI. Im Jahre 1788 Andreas Heinrich Jonas, Seidenzeugmacher. 1807 Konrad Reschauer, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Seidenzeug-Fabrikant. 1853 Heinrich und Karl Michael Reschauer; dann Theresia Hanl, geborne Reschauer. 1854 Theresia Hanl, Wundarztensgattin. 1862 Bernhard und Eduard Rüger, Buntpapierfabrikanten. I«. (468. 312. 379. 592.) LI. Im Jahre 1792 Joseph Rammer, Zengschmied. 1793 Johann Anton Klee, Stärk- und Haarpudermacher. 1804 Joseph Fink, Seidenzeug-Fabrikant. 1810 Johann Paul Fink. 1811 Joseph Büchner. 1830 Anna Bachner (später verehlichte Hofstätter). 1831 Joseph Tannberger. 1836 Alois Edler von Vogelhuber. 1838 Joseph Stadler. 1841 Franz Seltenreich. 1853 Andreas Seltenreich. 1861 Aloisia, Anna und Leopoldine Kolb. LS. (420. 311. 378. 591.) LI. Im Jahre 1790 Johann Michael Gaul, Lederermeister 1793 Johanna Gaul, Witwe. 1794 Anton Seethaler, Pferdehändler. 1797 Johann Rottmayer, Glaser. 1800 Theresia Schneider, Weberswitwe 1810 Joseph Lambrecht, Webermeister. 1836 Theresia Lambrecht 1839 Franz Zkav. Nnterfinger, Tischlermeister. 1844 Johann Lunardi. L4. (477. 310. 377. 590.) LI. Im Jahre 1794 Eugtn Gianicelli, Pr Appreteur. 1807 Joseph Gianicelli, Appreteur. 1809 Peter Gianicelli, Moir-Wäfferer und Appreteur. 1840 Johann Lunardi. 1841 Johann und Thomas Lunardi, Seidenzeug- Appreteurs. 1863 Johann Lunardi, dann Theresia Lunardi. geborne Biehler. 18 . (432.309. 376. 589) >l. Schild zum eisernen Mann. Im Jahre 1787 Johann Heinrich Hermann, Bürger. 1797 Anna Gianicelli, Appreteursgattin. 1803 Dr. Anton Schmid, Hof- und Gerichtsadvokat; dann Johann Kremer, Beamter des städtischen Unterkammeramtes. 1811 Johann Edler von Koller, k. k. Pr. Großhändler. 1816 Franz Pigler, Justizverwalter. 1822 Friedrich Edler von Teyber, Sekretär der k. k. priv. wechselseitigen Brandschadenversicherungs-Anstalt. 1844 Stephan Petermann, Bürger. 1846 Karl Michael Frank, Kleidermacher. 1850 Andreas Taut. Louisengasse. (Häuser und Bnustellen auf Weyringer'schem Sandgkstättengrund.) Di- beiden Brunnen in der Soniscngaffe wurden am 22. August l8Sg der öffentlichen Benützung übergeben. Nr. 1. (754. 176.) 3. Im Jahre 1826 Jakob Hain; von Korbest, Stadtbaumeister. 1837 Jakob Czermak, fürstlich Auersperg'scher Gebäude-Inspektor. 1845 Wenzel Schmid. 2. (177.) 3. Wie Belvedere gaffe 8. S. (276.1 3. Im Jahre 1838 Johann David, städtischer Rechnungsrath. 1849 Maria David. 185l Paul Gschürtz. Handelsmann. 4- (179.) 3. Zu Nr. 2 gehörig. 5. (710. 175 ) 3. Im Jahre 1827 Jakob Witschko. 1851 Johann Wöll. 1854 Johann Stiftner, Buchhalter. 6. (208.) 3. Zu Nr. 2 gehörig. V. Siehe Belvederegaffe 6. 8. 3 Baustelle. N Wie Belvederegaffe 11. Lv. 3. Baustelle. 199 11 . (901 ) 3. Schild zum Belvrdere. Im Jahre 1823 Vincenz Auer. 1829 Ferdinand Glanz. 1835 Christian Schmid, Gastwirth. 1861 Laurenz Fohleutner, k. k. Notar. IS Wie Karolinengasse 13. 13. Wie Karolinengasse 11. 11 . (184.) 3. Im Jahre 1837 Georg Struska, Gärtner. >860 Friedrich Boschan, Med. Doktor. 1». 3. Baustelle. 1«. (886.) 3. Im Jahre 1823 Jakob Dolleschall. 1825 Joseph Lang. 1828 Katharina Lang. 1853 Theresia Ruziczka. 1854 August Ferdinand Barth. 1855 Mathias Romann, Milchmeier. 17 (961.) 3. Im Jahre 1842 Johann Hofmann. 1843 Kranz Biehall. 1848 Christoph Wenner. Schlossermeister. 1855 Anton und Sophie Kramolin. 1860 Franz und Wilhelmine Winter. 18. 1«. SV. 3. Baustellen. S1. (154.) 3. Im Jahre 1842 Johann Janisch. Stadtbaumeister. 1861 Dominik Wild. SS. (189 s- >90.) 3. Im Jahre 1842 Joseph Konrad Honorius Kraus, Handelsmann. 1849 Heinrich Pfitzner und Franz Beckers, Fabriksbesitzer. 1855 Millikerzen-Fabrikations- Aktien-Gesellschaft. 1856 Theodor Schultz, Maschinen-Fabrikant. 23. 3. Baustelle. SL. (152.) 3. Im Jahre 1844 Johann Straberger. Ztadtbaumeister. S7 (151.) 3. Im Jahre 1844 Johann Straberger. Margarethe»straße. (Dir frühere Adlergasse in Verbindung mit der Neuwiedner» Hauptstraße.) Die freie Zufahrt zur hcuügen Margarethenstraße ward im Jahre l850, "ach dem Abbruchs eine« die Straß- quer abschließenden alterthümlichen Durchhaus-«, de« sogenannten „Adl er h au s e «" ermöglicht. Ließ umfang«, reiche in die Schleifr.iühlgasse einmündende, irreguläre Gebäude trug dir 260 Baufornikn verschiedener Jahrhunderte zur Schau. Als ältester Gebäudetheil, und zwar noch aus dem t6. Jahrhundert, war der schmale Vordcrtrakt an der Altwiedner Hauptstraße durch die ungemein niedere und platte Wölbung seines Einganges gekennzeichnet. Ein schweres Eisengitter in knarrenden Angeln sicherte den Aufgang zur dortigen Treppe. Schon in frühester Zeit zu einem öffentlichen Durchlaß dienend, wurde im Jahre 1767 ein im Rücken des .Adlers" gelegener Grund sammt Stadel (nun Nr. 7, 9, 12, 14 L 16) in Baustellen getheilt, und dem Adl er g ä ß ch e n sein Entstehen gegeben. Seitdem war nahezu ein Jahrhundert abgelaufen; bis endlich — zur Herstellung einer direkten Verbindung mit der Margarethen- (Neuwicdner») Straße — auch der düstere Tunnel des Adlerhauses verschwand. Non der Kommune Wien am 7. März 1856 für bare 145 006 st angekauft, erfolgte noch im nämlichen Sommer die Demolirung bei alter- thümlichen Gebäudes. Dadurch wurde Raum zur Eröffnung der Straße und für sieben neue Zinshäuser (Nr. 1, 3, 4, 5, 6. 8 L 16.) Nr. 1. (85. 449. 6. 6.) L. Schild zum goldenen Adler. Im Jahre 1600 dem Ehrendesten Herrn Georg Adler gehörig. 1620 Adler'sche Erben. 1635 Hannß Goldtgeyer, Purger. 1660 Hannß Georg Loyselly, Hoffcammer 8 6eretarin8 (Besitzer des Stadthauses 793 in der Wollzeile „allwo der Hahn denen Hünern predigt" ; dermalen „zum scharfen Eck" beschildet.) 1680 Simon Ploderer, Kays. Hartschier. 1700 Margaretha Nestlehner. 1722 Hannß Georg Gaber, des Äußern Stadtrathes und Gastgeb. 1739 Maria Cordula Gaber. Wittib. 1745 Maria Clara Preysinn, geborne Gaber. 1763 Johann Holzmann. Gastwirth. 1777 Gertraud Holzmann, Witwe. 1778 Joseph Bartl. Mitglied des Äußern Stadtrathes und Spanisch- Wachsmacher (1796—1803 Richter auf der Wieden; seit 1805 Hauptmann im Bürger-Artillerie-Bombardiercorps). 1819 Anna Winkelhofer und Theresia Bartl. 1840 Karl Bartl. 1850 Kommune Wien. 1851 Anton Paul Lechner (wie Seite 147). 1861 Magdalena Lechner. 2. (86. 450. 5. 5.) L. Schild zum weißen Pelikan. Im Jahre 1670 Urban Gmainer, Schneidermaister. 1680 Maria Linkh, ein Wittib. 1704 Margaretha Zopfmann, bürgerliche Umurkhen Cramerin. 1722 Michael Wilffing, Schneidermeister 1757 Johann Joseph Wilffing. 1767 Johann Mayr, Bier- 201 leutgeb. 1779 Anton Dorninger. Müllermeister. 1785 Maria Anna Dorninger, Witwe. 1794 Franz Nickel, Galanteriewaaren- händler. 1801 Johann Kichler, Bierwirth. 1811 Josephs Kichler, Witwe. 1818 Ferdinand Krippel, k. k. Forstmeister und Holzschwemm-Direktor in Alland. 1845 Krippel'sche Erben. 1851 Wenzel Zahradnik. S. (1028.) L Im Jahre 1851 Ignaz und Theresia Stehle. 4 . (1023.) L Im Jahre 1851 Franz und Maria Krümmer. 5. (1027.) L. Im Jahre 1852 Ignaz Kuranda, Ritter des französischen Ehrenlegions- und des türkischen Medschidje-Ordens, Dr. der Philosophie, Eigenthnmer und Redakteur der „Ostdeutschen Post", Mitglied des Reichsrathes, niederösterreichischer Landtags-Abgeordneter und Gemeinderatb der Stadt Wien. 6. (1024.) I§. Im Jahre 1852 Heinrich und Franziska Frankenberg. r. (109. 441. 525. 770 ) L. Schild zu Maria Hilf. Im Jahre 1768 Franz Joseph Kalchschmidt, Rothgerber. 1772 Simon Matern, Tandelschneider. 1800 Anna Maria Matern. 1802 Anna Hellebarth, Stärkmacherin. 1803 Pauline Edle von Strahlendorf, geborne Freyinn von Rebach. 1807 Anton Uhl. 1843 Elisabeth Weinwurm 1848 Franz Pichler, Schriftgießer. >860 Dr. Johann Blaß und Heinrich Frankenberg. 8. (1025.) K. Draut's Leihbibliothek. Im Jahre 1851 Heinrich Knöll. ». (110. 442. 524. 775.) L. Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Im Jahre 1768 Bernhard Weißhappel, Bratelbrater. 1784 Paul, 1799 Eva Weißhappel. 1804 Franz Weißhappel, Fleischselcher. 1808 Anna Weißhappel. 1810 Johann Fürlinger, Kässtecher. 1826 Joseph Ritter von Ettenreich. IO (1026.) L. Im Jahre 1851 Friedrich Edler von Wurth, k. k. Hauptmann. Li. (114. 196 261. 474.) L. Im Jahre 1650 „Acht Diertl vnd ain Acht! Weingärten in der Froschlackhen am 202 vntern Wagram; der Fraw Susanns Kolbinn zugehörig. 1674 Hannß WilhelmbKolb von Kollenburg, Kays. Cammerdiener vnd dessen Bruder Michael Kolb von Kollenburg; dann Eva Lucia Nickb, eine geborne Kolbinn, Niederlägers-Ehefraw. 1690 Bürgermeister vnd Rath Gemainer Stadt Wien», »so den Kolb'schen Grund ^nno 1697 in Baustellen ausgelassen". 1697 Philipp Edlauer, Beckhenmaister 1720 Paul Lenkhl, Bäck. 1736 Johann Hueber, Bäcker (znbenannt „Paulanerbäck"). 1766 Maria Cäzilia Hue- berinn. Wittib. 1784 Anton Hueber, Bäcker. 1809 Johann Hueber, Bäckermeister. 1825 Franziska Huber (später verehlichte Kautsch) 1826 Georg Kautsch. Gastwirth. L2 (108. 440. 526. 777.) L. Im Jahre 1772 Ignaz Moßhammer, Greißler. 1775 Anton Moßhammer, Sauerkräutler. 1789 Michael Schuyer. 1824 Ignaz Schuyer. 1834 Joseph und Michael Schuyer. 1844 Joseph Leibenfrost. Kaffeesieder. 1850 Ferdinand Fruwirth (wie Seite 60). LS. (115. 197. 262 475.) L. Schild zum heiligen Franz de Paula. Säuglingsbewahr- Xnstalt (Krippe) für den Bez>rk Wieden Abg. von Nr ll. Im Jahre 1697 Mathias Lach, Gwandschneider. 1714 Andreas Gräz, Kays. Hartschier und Burger. 1730 Anna Katharina Gräz (1750 verehlichte Tschan- deggl. 1758 Maria Anna Low. Handelsmannswittib. 1774 Anton Förster, Gemeiner Stadt Oberkammeramts-Derwandter. 1783 Andreas Proßnitz. Schneidermeister. 1798 Joseph Kaiser, Schneider 1803 Bartholomäus Steiner, Erbsenhändler. 1818 Anna Magnino. 1825 Ignaz Bittner, Doktor der Arzneikunde. 1826 Aloisia Lamatsch, Handelsmannswitwe. 1856 Dr. Johann Lamatsch, Eleonora Straffer, Karl und Katharina Pranter. 14. (362. 439. 527. 778.) L. Im Jahre 1774 Leopold Trenker, Schloffermeister. 1776 Franz Kächl, Tischlermeister. 1786 Johann Peter Sertel, Tischler. 1792 Maria Anna Sertel (später verehlichte Plenker). 1794 Johann Georg Plenker. Doktor der Arzneikunde. 1801 Franz Mistelbacher, Kammacher. 1805 Elisabeth Mistelbacher. 1806 Eva Weißhappel. 1809 Johann Sturm. Handschuhmacher. 1816 Sturm'sche Erben. 1829 Johann Knoll, Schneidermeister. 1855 Johann und Rofina Knoll, dann Aloisia Hlawaty. 203 LS. (116. 198. 263. 476.) L. Schild zum goldenen Greis. Abg. von Nr. 11. Im Jahre 1698 Kranz Mayr, Faßbinder. 1728 Mathias Mayr, B indermeister. 1736 Johann Christoph Parth, Schuestcr. 1758 Anna Theresia Parth, Wittib 1764 Johann Waldbauer, Bier leutgeb. 1779 Anna Maria Waldbauer, Witwe (später verehlichte Hartung). 1795 Joseph Michael Hartung, Mitglied des äußern Stadtrathes »nd Gastgeber. 1812 Theresia Kleinschnitz. 1814 Geschwister Kleinschnitz. 1831 Mathias Hummel, Schneidermeister. 1835 Johann Beians, Handelsmann. 1838 Johanna Beians (später verehlichte Pleiweiß). 1847 Barbara Aigner. >849 Sebastian Aigner, Zuckerbäcker. 1855 Emilie Niederhölzer und Franz Stanber. 1857 Friedrich Sieberth (wie Seite 194). L«. (361. 438. 528. 779.) L. Im Jahre 1774 Leopold Trenker. 18l6 Trenkersche Erben. 1824 Simon Laa, Schlossermeister. 1834 MagdalenaLaa. 1851 Kommune Wien. 1852 Göttlich Friedrich Schöllkopf. 1855 Joseph Steibel 1859 Joseph und Mathias Baumgärtner, Handelsleute. Lr. (117. 199. 264. 477.) L. Schild zum ägyptischen Joseph. Abg. von Nr 11. Im Jahre 1698 Michael Knab, Roßausleiher. 1712 Johann Pindter, Landgutschy. 1723 Veit Pindtcr, Landgutschcr. 1728 Joseph Conrad Mayer, Alt-Eysen- tändler. 1749 Joseph Winkler, Schuester zum „bloucn Stiesel". l755 Elisabeth Winklerinn. 1763 Michael Pauckinger, Schuester. 1786 Johann Geitner, Gastgeb. 1801 Joseph« Geitner, Witwe. 1804 Franz L'aver Barth, Doktor der Arzneykunde. 1816 Eleonora Neidl, geborne Barth. 1838 Lambert Neidl, k k. Dice-Hofbuchhalter. 1839 Franz Taver und Joseph Neidl. L8. (266. 425. 521 772 ) LI. Schild zum Schutzengel. Im Jahre 1696 der Edl vnd Beste Herr Hannß Kip Po von Mühlfeldt, Kays. Ltuckhauptmann. Drey zur „Schl eiffmühl" gehörige Hofstatt Weingärten im Mühlfeldt. so ehevor Hannß Ehrenreich Freyherr von Oppel zu St. Margarethen inne gehabt. 1743 Mathias Ruepp, bürgerlicher Tändler. (Auf den im Jabre 1744 parzellirten Gärten der Schleifmühle stehen gegen- 204 wärtig fünfzehn Wohnhäuser.) 1744 Johann Georg Enderes, Faßbinder. 1791 Franziska Anderes. Witwe 1794 Adam Götti. Bindermeister. 1804 Martin Paul, Sattelmacher. 1822 Barbara Paul. 1828 Michael Winkler, Fleischhauer. 1862 Anna Winkler, geborne Regenhart. IS (118. 200. 265. 478 ) L Schild zu den sechs Schimmel». Abg. von Nr. 11. Im Jahre 1697 Michael Fleischhacker, Lederzuerichter. 1710 Hieronymo Antonio Strauß. 1711 Ignaz Öri. 1714 Michael Deimel, Landgutschy. 1728 Anton Deimel. 1733 Johann Wenisch, Landgutscher. 1735 Franz Joseph Siller, Landkutscher. 1754 Johann Enderß, Flecksieder. 1781 Barbara Enderß, Witwe. 1785 Johann Kraft, Flecksieder. 1801 Eva Weishappel, Fleischselcherswitwe. 1802 Christian Schedl, Flccksieder. 1804 Joseph Bürger, Flecksieder. 1837 Joseph Bürger, Sohn; dann Anna Rott, Theresia Ettenreich und Barbara Schöller, geborne Bürger. SS. <265. 424. 520. 771.) U. Schild zu den drei Laufern. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1714 Johann Georg Enderes, Faßbinder. 1768 Johann Lober, Tischlermeister. 1774 Rosalia Lober, Witwe. 1788 Lober sche Erben. >791 Karl Joseph Till, Apotheker. 1800 Karolina Klein, geborne Till. 18 >2 Ignaz Klein, Handlungskompagnon. 1833 Franz Klein, k. k. n. ö. Regierungsbeamter. 1841 Gebrüder Löhnert. 1847 Anton Bogner, Kupferstecher. 1849 Friedrich, Joseph, Karolina und Michael Baumgartner. SL. (119 201. 266. 479.) L. Abg. von Nr. 11. Im Jahre 1699 Balthasar Graf, bürgerlicher Oehler vnd Richter im Starhemberg'schen Freyh auß. 1718 Johann Adam Stran- ner, Burger und kays. Bierschreiber zu St. Margarethen. 1727 Maria Stranner, Wittib. 1757 Ignaz Johann Stranner. Zimmermeister. 1785 Stranner sche Erben. 1789 Johann Weiß. Mineralienhändler. 1804 Dominik Artaria, Kunsthändler 1808 Franz Ritsche. 1809 Anton Posch. 1810 Franz Burger. 1811 Maria Anna Burger, geborne Gaugusch. 1822 Johann Leange, magistratischer Körnermesser. 1833 Joseph Leange, städtischer Con- scriptionsbeamter. 1836 Mathias Lageder, Spielkartenfabrikant. LS. (264. 423. 519. 770.) ÜI Schild zu Maria Empfängnis. Abg. von Nr. 18 Zm Jahre 1744 Christoph Santin. Tischlermeister. 1773 Klara Santin (1782 verehlichte Binert). 1801 Johann Weiß, Gastwirth. 1802 Joseph Richter, Handelsmann 1810 Joseph Schmuckher, k. k. n. ö. Regierungsrath. 1815 Georg Lechle, Tischlermeister. 1825 Klara Lechle. 1855 Geschwister Lechle. 1856 Theresia Falk. SS. (120. 202. 267. 480.) L. Schild zum englischen Gruß. Abg. von Nr. 11. Im Jahre 1697 Mathias Frick, Schlosser. 1698 Stephan Halbertmüller, Landschaftsbothe. 1717 David Marschall, Lederzurichter. 1744 Anna Maria Marschall. 1746 Johann Michael Wasserburger, Rothgärber. 1758 Nikolaus Sutterell, bürgerlicher Rothgärber.V 1778 Theresia Sutterell, Witwe. 1782 Matthäus Lipp, Lederermeister. 1813 Konstantia Lipp, Witwe. 1816 Ignaz Lipp, Lederer. 1850 Michael Ber- kowitsch, Handelsmann; dann Maria Lipp, geborne Moser. 1856 Johann und Elisabeth Schöpfleuthner. 1858 Johann Sorger, Glasermeister. 24 . (263. 422. 518- 769.) 1U. Schild zu Adam und Eva. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1747 Johann Anton Koranda, Gerichtsschrciber und bürgerlicher Schulhalter. 1776 Johann Adam Grengl, Posamentierer. 1779 Grengl'sche Erben. 1805 Johann Georg Denk, Erdgeschirrhändler. 1808 Theresia Walln- öfer, Wachshändlerswitwe. 1809 Joseph Bolnberger. 1810 Joseph Schmuckher (wie Nr. 22). 1823 Franz Linden und Johanna Fink. SL. (121. 203. 268. 481.) L. Schild zum blauen Karpfen. Abg. von Nr. 11. Im Jahre 1697 Franz Maffuri, Goldsticker. 1698 Johann Ulrich Stangl, Riemermeister. 1738 Anna Maria Stangl. 1744 Maria Theresia Pachauer, geborne Stangl. 1757 Kranz Anton Bartl. Spanisch-Wachsmacher und äußerer Stadt» rath. 1794 Andreas Bartl, Siegellackfabrikant und Richter auf der Wieden (1805 Kapitainlieutenant im k. k. priv. ritterlich bürgerlichen Scharfschützencorps). 1830 Magdalena Bartl. 1839 Bartl sche Erben. 1860 Gregor Stavro, türkischer Handelsmann. 206 SV. <262. 421. 517. 768.) U. Schild zum Krapfen. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1746 Lorenz Krapf, Schuester. 1768 Jakob Herdegen, bürgerlicher Stärkmacher (1786—1788 hierortiger Richter). 1789 Elisabeth Herdegen, Witwe. 1810 Karl Rogge und Adam Fritz. 1816 Franz Becziczka, Bicrwirth. 18 ,7 Dr. Franz Becziczka. Magistrats-Eonzipist und Josepba Löffler, geborne Becziczka. 27. (122. 204- 269 482.) L. Schild zum König von Ungar». Abg. von Nr. 11. Im Jahre 1697 Gregory Älbl, Lederzurichter. (Schankgerechtsame zum .schwarzen Bock" vom 7. Jänner 1700.) 1713 Anna Maria Älbl. 1714 Albrecht und Anton Älbl, Musqnetierer unter dem Kayserlich „Zum Jungen- schen Negimente in Mayland." 1717 Lorenz Eggenöorffer, Leder- handler. 1733 Joseph Eggendorffer, Lederhandler. 1740 Lorenz Krapf, Schuester. 1744 Jacob Pichler Gastgeb. 1749 Maria Theresia Pichler. 1750 Franz Schmidt, Gastwirth. 1770 Johann Michael List. Wirth. 1789 Maria Anna List. 1793 Franz List. 1802 Lorenz Joseph Jernan Edler von Gellick und Wilhelm Püttermans. 1806 Mathias Heindl, Wirth. 1812 Elisabeth Heindl. 1813 Johann Baptist Derchet. 1816 Elisabeth Derchet. 1820 Leopold Weishappel. 1822 Dr. Joseph Edler von Man- qnet, Hof- und Gerichts-Advokat. 1828 Joseph Edler von Manqnet )un. 1831 Leopold Höbert. 1853 Alexander Meyer. Der Tanz war seit Alterszeiten ein Lieblingsvergnngen des Wieners; daher kam es auch, daß Wien schon vor hundert Jahren nicht viel weniger Tanzsäle zählte, wie heute. Unter diesen hat der Saal des Hans Sperlbaner in der Leopoldstadt, der Ahnherr echter Wiener-Lust, fast alle seine Kollegen überdauert. Größere und stark besuchte Tanzlokalitäten in den Vorstädten, waren außer den, „Sperl" : die Säle zum „schwarzen Bock", zur „goldenen Presse", und späterer Zeit auch der „Mondschein" und die „Neue Welt" ans der Wieden; die Säle zur „goldenen Kugel" und zu den „drei Königen" auf der Landstraße; zum „goldenen Kegel" unter den Weißgärbern; zum „grünen Thor" und zum .weißen Schwan" in der Roßau; der „Hanswursten-Tanzsaal" in Gumpendorf. sogenannt von seinem Erbauer, den bekannten Komiker Stranitzki; die Säle zum ' 207 „Zeisel" und zur „goldenen Ente" in St. Ulrich, welche aber in bedenklichem Rufe standen; die „zwey grünen Lämmer" in Mariahilf; die Säle zum .Bauernfeind" und zum „goldenen Schlüße!" in der Josephstadt; dann das. goldene „Schaf", schlechtweg der „Schafsaal", im Schottenfeld. Zu Anfang unseres Jahrhunderts öffneten sich die Räume des glänzendsten unter allen hiesigen Tanzsälen, des „Apollosaales" in der Zieglergasse. Zwanglose Heiterkeit war an diesen Orten vorherrschend, und die Pärchen „schwenkten" sich da nach Herzenslust. Neben der zierlichen Menuete. Ecossaise, Gavotte, Tempöte war es der Linzer und Deutsche, bei schnellerem Tempo in den Langaus übergehend, und der rasende Gallopp, zu welchen Altwiens „Strauße" weidlich aufspielen mußten. Um aber auchimWirths- hausc dem Kastengeiste zeitweilig gerecht zu werden, hatte man bei den Faschingsunterhaltungen der „hausgesessenen Bürger vom Grund" wobei Gevatter Handwerker mit Jungfer Tochter und Anhang im Sonntagsstaat erschien, „Livröe und Stubenmädchen, Schlepphaube und Corset" schwarz auf weiß von dem Besuche ausgeschlossen. Was zur Stunde der „Sperl", oder „Schwender" in Hietzing ist, das war der schwarze Bock auf der Wieden, so unästhetisch sein Name immer klingen mag, noch vor einigen Decennien. Der Bock war im Schilde dieses Gasthauses stehend, wie zum Sprunge bereit, abgebildet; gleichsam ein Symbol der unzähligen Bockssprünge, die dort geschehen sein mögen. Daß einmal selbst dem Wirthe die drollige Idee kam, in der Gestalt eines schwarzen Bockes mitten unter den Tanzenden zu erscheinen und die Honneurs zu machen, — war ein derber Spaß, der in jener harmlosen Zeit wohl schwerlich so übel genommen wurde, daß diese Scene, wie Papa Realis meint, den Verfall dieses Saales herbeiführte? Geway. der Vorstadt-Humorist seeligen Andenkens, hat in seinen Gedichten auch dem Bocksaale mehrere Strophen gewidmet; begnügen wir »ns mit den zwei elfteren derselben: „Seh mir gegrüßt, o Back! — du schufst vor Zeiten, Mir manchen fröhlichen Genuß, Drum will ich dankbar hier dein Lob verbreiten, Du schwarzer Schneiderpegasns! 208 Manch Pärchen fand in deinem Garten Kühlung, Nach einer halb durchtanzten Nacht — Hier ging das Sprichwort öfters in Erfüllung: Zum Gärtner ward der Bock gemacht." ^ 28 (261. 420. 516. 767.) k»I. Schild zum goldenen Stuck. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1748 Franz Weigl, Burger. 1766 Katharina Koch, Chirurgenswittib. 1777 Andreas Lanser, königl. böheim. Hofconzipist. 1787 Jakob Deimer, k. k Waaren- beschauer. 1824 Leopold Deimer. 1860 die Wohlthätigkeits- Fonde des k. k. allgemeinen Krankenhauses, des Blinden-Jnsti- tutes, der Militär - Invaliden und der armen Bürgerschaft in Wien. 2«. (123. 205. 270. 483.» L. Schild zur Festung Belgrad. Abg. von Nr. 11. Im Jahre 1697 Philipp Mader. 1698 David Lnftenegger, Fuhrmann. 1760 Balthasar Luften- egger, Ölerer. 1781 Fr anz Lustenegger, Ölerer. 1793 Nikolaus Kronöster, Ölerer. 1798 Antonia Kronöster, Witwe. 1799 Joseph Lang (wie S. 127). 1830 Friedrich Simon. 1837 Regina Simon. 1838 Anton Kautz, Fleischhauer. 1842 Jakobine Kautz, Witwe. 1849 Joseph Eysel Edler von Eyselsberg. 1851 Jakobine Eysel Edle von Eyselsberg. 30 (260. 419. 515 . 766.) kl. Abg. von Nr. 18. Sr Hügel's unentgeltliches Kindrr-Krsnkcn-Brdinations-Institut. Im Jahre 1748 Anton Joseph Hartegger. 1759 Peter Lichtmannegger, Brunnmeister. 1770 Joseph Anton von Bittermann, .1. 17. I)r. und Innerer Stadtrath. 1799 Bittermann sche Erben. 1802 Maria Anna von Woroniecka, geborne Bittermann, k. k. Majorsgattin. 1814 Joseph Graf von Esterhäzy äs 6alautlia, k. k. wirklicher geheimer Rath. 1830 Mathias Hummel. 1835 Hummel'sche Erben. 1847 Wilhelmine Schöffel. 1852 Geschwister Schöffel (wie S. 128). Das ans Kosten des Med. Dr. Kranz Hügel errichtete „unentgeltliche Kinder - Kranken - Ordinations - Institut" wurde am 19. September 1844 im Hause Nr. 25 eröffnet, und im .Juli 1863 in das Haus Nr. 30 übertragen. Die Ordination findet täglich, daher auch an Sonn- und Feiertagen, zwischen 2 und 4 Uhr Nachmittags statt. 209 Die Kinder der Mittellosen erhalten hier in allen vorkommenden Krankheitsfällen die nöthige Hilfe unentgeltlich, mit Inbegriff aller chirurgischen und zahnärztlichen Verrichtungen, dann der Medikamente, Bandagen, Bruchbänder rc. Eine zweite Anstalt, welche den menschenfreundlichen Bestrebungen des Herrn Dr. Hügel ihr Entstehen dankt, ist die im Hause Nr. 13 befindliche, am 20. Februar 1852 eröffnete „Säuglingsbewahranstalt" (Lröe-llo) für den Gemeindebezirk Wieden — zu deren weiteren Erhaltung ein eigener Verein von Wohlthätern sich constituirte. SI (124, 206. 271. 484.) 8, Schild zum Fisuenditdet (Maria von Montserrat.) Abg. von Nr, 11. Im Jahre 1697 Urban Festermayr. Fuhrmann, 1702 Martin Jtterspurger, Bäckh. 1727 Anna Theresia Jtterspurger. 1748 Maria Anna Theresia Schönberger. 1752 Mathias Schulz, Bäcker. 1762 Maria Elisabeth Schulz, Witwe. 1780 Heinrich Ignaz Langer. Obrist - Postamts - Briefträger. 1807 Johann Georg Weigert, Bäcker. 1821 Weigertsche Erben. 1822 Joseph Bürger. 1837 Bürger'sche Erben (wie Nr. 19). SS, (259, 4l8. 514, 765.) )I. Schild zum Abendmahl. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1748 Anton Joseph Hartegger. 1760 Wenzel Bodensteiner, 1798 Johann Georg Bodensteiner. 1802 Anton Kerschbaumer. 1805 Ignaz Tronet, Spenglermeister, 1811 Johann Chapolard. 1821 Antonia Chapolard. 1825 Antonia Wolf. 1830 Wenzel Betzwarz. Lebzelter. 1861 Andreas und Johann Betzwarz, SS. (137. 243. 309. 522.) 8. Schild zur goldenen Presse. Im Jahre 1587 Valentin Refinger, Hawer. Ein Hofstatt ' Weingarten am Clagbaumb „vntcr dem Wagram;" den Armen Leuthen im Burgerspital dienstbar. 1650 Susanna Kolb. 1674 Michael vnd Hannß Wilhelmb von Kolb (wie Nr. 11). 1697 Newgepautes Wirthshauß zur großen oder güldenen Preß (Schankgerechtsame vom 27. September 1697). Susanna Barbara Wagner, später verehlichte Tamar von Hammerstein. 1731 Anna Franziska Wagner. 1755 Franz Joseph Stiefvater. 1757 Eva Anna Stiefvater. 1759 Philipp Buchsbaum swie Seite 134). 1793 Theresia Buchsbaum, Witwe. 1809 Anton Röhrrich, Wiede». 14 210 Handelsmann und Oberlieutenant des k. k. pn'v. ritterlich- bürgerlichen Scharfschützencorps. 1833 Johann Röhrrich. Ge- mischtwaarenhändler. 1840 Joseph« Scanzoni. geborne Röhrrich. 1850 Karl Scanzoni. 1855 Michael Mayer. 1856 Katharina Mayer (1860 verehlichte Danzinger). Weite Gartcnanlagen mit schattigen Lauben, mehrere Kegelbahnen und ein geräumiger Tanzsaal bildeten die einstigen Anziehungspunkte der .goldenen Presse", und bis in die Achtzigerjahre erfreute sich die Buchsbaum'sche Schankwirthschaft eines sehr vortheilhaften Rufes. Im Jahre 1782 ließ Buchsbaum die „Presse", sowie das nahegelegene Haus zum „Salvator" (Nr. 37) demoliren, kaufte den fürstlich Batthyäny scheu Garten sammt Stadel (Schäffergasse 13) hinzu, und veräußerte nach ihrer Parzellirung die umfangsreichen Gründe an Baulustige. Gegenwärtig die Häusergruppen der Freund-, Preß- und Schäffergasse^ 34. (258. 417. 513. 764.) LI. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1769Wenzel Bodensteiner, Sauerkräutler, „nach Einmaus". 1800 Martin Bodensteiner. 1802 Johann Chapolard, Seidenfärber. 1811 Johann Michael Fürnkranz. 1819 Theresia Winkler. 1820 Friedrich Süß, Perrückenmacher. 1845 Ernestine Süß. später verehlichte Mazelli. 1859 Mathias Mazelli. 35 . (244. 310. 523.) 8. Abg. von Nr. 33. Im Jahre 1782 Philipp Buchsbaum. 1793 Theresia Buchsbaum. 1804 Benedikt Damböck. 3 « (257. 416. 512. 763.) Ll. Schild zum Kahlenberg. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1769 Johann Georg Kalt.^?' Leinwathdrucker. (1785 und 1786 Richter auf der Wieden.) ^«» 1787 Antonia Kalt. 1788 Franz Lepper, Leinwanddrucker. 1799 Barbara Lepper. 1817 Elisabeth Barth. 1829 Michael Weichenberger. 1854 Barbara Weichenberger, geborne Kölbl. 1861 Franziska Papp von Mäczedonfy, geborne Weichenberger (siehe Seite 178). 1863 Joseph Papp Edler von Mäczedonfy, Protokolls-Direktor der königlich fiebenbürgischen Hofkanzlei. 3V. Siehe Freundgasse 13. 211 38. (256. 415. 511. 762.) Ü4. Schild zum goldene» wagen. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1769 Johann Preyß, Tischlermeister. 1801 Johann Andreas List. 1814 Joseph« Dobler. 1839 Dobler sche Erben. 1840 Johann Jakob Kneuker, Baumeister. 1847 Anna Kneuker. 1849 Dr. Franz Seraph Ritter von Erb, k. k. Hofrath »nd Direktor des k. k. geheimen Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 38. (139. 260 326. 539.) 8. Schild zum grünen Hahn. Vordem »Hauerhäusel"abg. von Nr. 33. Im Jahre 1763 Philipp Buchsbaum. 1764 Johann Hummel, Bindermeister. 1779 Rosalia Hummel. Witwe. 1790 Johann Hummel, Binder. 1808 Johann Schneider, Faßbinder. 1834 Schneider'sche Erben. 1837 Franz Paal und Karl Hummel. 1838 Jakob Campi. 1840 Veronika Edle von Feyrer. 1857 Joseph Edler von Feyrer. »«. (255. 414. 510. 761.) U. Schild zum Auge Gottes. Abg. von Nr. 18. Im Jahre 1745 Maria Anna von Hingenau, verwitwet gewesene Kippo. 1752 Franz Anton Kienin- ger, Müllermeister. 1768 Johann Priester, Bierleutgeb. 1769 Kilian Übl, Tischlermeister. 1809 Maria Anna Übl, Witwe. 1838 Paul Herndl (wie Seite 125). 4L (140. 261. 327. 540.) N, Schild zum Mohren. Im Jahre 1670 Michael Rast, Purger vnd Glaser. Ein Hofstatt Weingarten im „vntern Schooß". 1681 Hannß Andre Kheimb vnd Martin Heißl. 1690 Anna Katharina Heißlinn, später verehlichte John. (Der »gegen den Mittersteig aufwärts gelegene Jo husche Grund" wurde im Jahre 1729 in Baustellen getheilt; derzeit Nr. 41 öc 43 dann zwölf Häuser in der großen Neugaffe). 1729 Simon Riegler, kais. Reitknecht. 1734 Susann« Riegler. 1739 Melchior Most, Mehlmeffer. 1758 Mathias Krammer, Schneider. 1774 Joseph Kalt, hof- befreyter Leinwatdrucker und Spaliermacher. 1805 Katharina Kalt. 1822 Kalt sche Erben. 1824 Anton Listhuber, Ziegeldecker. 1856 Josepha Listhuber. 4S Siehe Preßgasse 14. 4». (141. 262. 328. 541.) Ick. Schild zum Ritter. Abg. von Nr. 41. Im Jahre 1730 Johann Georg Wimmer. Burger. 212 1731 Christoph Graf, Stärkhmacher. 1732 Jakob Ostermeyer, Greißler. 1738 Thomas Steineckh. bürgerlicher Fütterer. 1764 Theresia Steineckh, Wittib. 1765 Joseph Hochenember, Greißler. 1807 Franz Kraft, Greißler. l810 Joseph Jungmayer, Binder. 1811 Franz Helbich 1824 Mathias Lehrner. 1854 Joseph Lehrner, Handelsmann 44. Siehe Heumühlgafse 1. 4L. (169. 298. 367. 580.) 8. Schild M Krönung Marien». Abg. vom Wieserschen Garten (große Neugasse Nr. 1.) Im Jahre 1732 Christoph Graf, Stärk- und Haarpudermacher. 1750 Johann Paul Graf. 1754 Nikolaus Putz, Branntweiner. 1760 Johann Michael Polland, Stärkmacher. 1768 Theresia Polland. 1791 Johann Michael Ritter. Seidenzeugfabrikant. 18l3 Ritter'sche Erben. 1833 Michael Walter, Gastwirth (1849 bis 1861 Richter auf der Wieden). 1861 Johann Michael Walter, Kaffeesieder. 1862 Adelheid Walter; dann Josepha von Dobrucki, k. k. Jngenieursgattin, geborne Walter. 46. (680. 719.) 8. Abg. vom erzbischöflichen Mayerhofc (Heumühlgasse 3). Im Jahre 1825 Joseph Klee. Stadtbaumeister. 1827 Simon Corra, Kaffeesieder, 1853 August. Bartholomäus und Eduard Corra; dann Anna Desmette und Maria Nußdorfer, beide geborne Corra. 1861 Anton und Gustav Roux, dann Gustav Wagner. 4». (170. 299. 368. 581.) 8. Abg. vom Wieserschen Garten. Im Jahre 1739 Johann Ernest Naschte. 1744 Johann Philipp Hackhl, Maurermeister. 1759 Barbara Hackhl, Wittib. 1767 Ignaz Christian Stirba von Stirbitz, Beysitzer des k. k. Stadt- und Landgerichtes. 1776 Josepha von Stirba, Wittib. 1786 Ignaz Wenzel, Johann Joseph und Theresia von Stirba. 1792 Johann Bartholomäus Raditzy. Goldarbeiter. 1797 Andreas Schießl, Zuckerbäcker. 1803 Joseph Wall, Goldarbcitcr. 1808 Franz Wall. 1814 Joseph Mühldorfer. 1825 Johann Quaissant, Gelbgießer. 48. (681. 718.) 8. Abg. vom erzbischöflichen Mayerhofe. Im Jahre 1825 Konrad Graf, Klavicrmacher. 1830 Fron; 213 Löbl, Seilermeister. 1831 Joseph« Wenger. 1836 Johann Schabat, Perrückenmacher. 1855 Georg Krendl. 4S. (171. 306. 369. 582.) 8. Abg. vom Wiesersschen Garten. Im Jahre 1732 Jacob Ezmann, wallisch Nudelmacher. 1750 Mathias Preinhölder. 1763 Johann Georg Reher. 1774 Georg Rottmüller, Schneider. 1784 Anna Maria Toß, k. k. Hof-Sekretärsgattin. 1786 Joseph Anton von Rieger, k. k. Gubernialrath. 1787 Dominicus Lobentanz, Kammerdiener. 1794 Joseph Reger, Miederschneider. 1817 Vincenz Heller, Kammacher. 1819 Ignaz Stöger. 1833 Georg Adam Friedrich, Hutmacher. 1857 Theresia Friedrich, geborne Bindt, Witwe. 1859 Maria von Hankenberg und Mathilde von Puß- wald. 1862 Mathilde von Pußwald. 5«. (682. 717.) 8. Abg. vom erzbischöflichen Mayerhofe. Im Jahre 1825 Konrad Graf. 18)0 Anton Schüller, Baum- wollwaarenfabrikant. 1861 Joseph Angcrer, Lederermeister. SL (639 S- 640.) 8. Schild zur goldenen Taube. Abg. vom Wieserschen Garten. Alt Nr. 639. (443. 359. 426) Im Jahre 1788 Laurenz Wolf, Zimmerputzer bei dem Fürsten von Gallizin; vordem Hannauerisch. 1793 Anna Dußar, geborne Hugo. 1796 Johann Tußar. 1803 Jakob Aschkan, Tischlermeister. 1811 Rosalia Aschkan. 1812 Christoph Schedl, Gastwirth. 1814 Franz Loderer und Anna Weißhappel. 1840 Georg Haußner, Gastwirth. 1841 Paul Csank, Bierwirth. 1846 Johann Schweißer, Gastwirth. 1854 Karl Niederndorfer. Alt Nr. 640 (199. 360. 427.) Im Jahre 1745 Johann Ernest Raschke. 1754 Theresia Wassermann, verwitwete Raschke. 1760 Joseph Johann Wassermann, Gemainer Stadt Wienn ge- schworner Rathsdiener. 1767 Johann Jakob Peschky, Commer- zien-Buchhalterey-Raitofficier. 1768 Christoph Firschling, Handelsmann. 1772 Karl Borholzer, Flnschnermeister. 1774 Karl Wagner, fürstlich Liechtensteinsscher Kanzlist. 1778 Johann Mayer. Bierleutgeb zur »goldenen Taube". 1787 Johann Hann- auer, Bierwirth und Grundwachtmeister auf der Wieden. 1799 Franz Neeß, Lust- und Ziergärtner. 1802 Martin Urban, 214 Bierwirth. 1825 Philipp Pfnür. 1826 Joseph Schellhorn. 1828 Georg Haußner. (Seit 1840 mit obigem Hause vereiniget.) SS Siehe Kettenbrückengaffe 2. SS. (361. 428. 641.) Abg. von Nr. 51. Zm Jahre 1799 Joseph Schefstoß, Instrumentenmacher. 1806 Karl Schreiner, Uhrgehäus-Fabrikant. 1809 Georg Seybert, Drechsler. 1838 Katharina Seybert. 1857 Dr. Johann Seybert; Margaretha Seybert und Maria Stetter, geborne Seybert. 54. Siehe Kettenbrückengaffe 1. 55. (642.) Schild zur ungarischen Krane (wie Seite 195). S«. (224. 402. 470. 711.) 8. 6. Schild zum rothrn Krebsen. Im Jahre 1700 Adam Polleutner. Ein Hofstatt Weingarten im .Handtüchel". 1719 Anna Maria Polleutner, später vereh lichte Richter; Hannß Adam Polleutner, Riemer zu Traiskirchen; dann Joseph Polleutner, Korporal unter denen Bayreutschen Dragonern. 1721 Johann Richter. Kays. Hof- kriegsraths-Kanzleydiener. 1727 Franz Deuter, Burger. 1738 Johann Wächter, Äußerer Stadtrath.und Meßner bei St. Stephan. 1757 Jacob Herdegen, Schneidermeister. 1763^Joseph Winkler, Schuster. 1766 Joseph Blämroth, Glaser. 1774 Carl Dor- holzer, Flaschnermeister. 1776 Maria Anna Vorholzer. 1786 Joseph Anton von Rieger (wie Nr. 49). 1786 Franz Weibel. 1821 Anna Staudenraus, geborne Weibel. 1830 Thomas Jablonsky. 1836 August Herwig. Fabrikant chemischer Produkte. 1856 Franziska Herwig. SV. Siehe Krongasse 19. S8. Siehe Franzensgasse 2. SS. (201. 363. 430. 662.) n. Schild zu den zwei Tauben. Im Jahre 1684 Convent der ?. 8. ^lioirnorum Or6. 8. krLuemoi äo 8aula. Eine halbe Hofstatt Weingarten .im unteren Schooß.« 1707 Peter Pichler, Ziegelbrenn er. 17Z3 Melchior Wernsperger, Burger. 1752 Ursula Wernsperger. 1770 Leopold Auenbrugger, Doktor der Arzneykunde^ 1775 Johann Michael Bacher, Lustgärtner. 1791 Johann Baptist Czagan, Med. Dr. 1797 Barbara Karvinsky, Freyin von Karvin, geborne Mladota Freyin von Solopicsk. 1803 Leopold Freyherr 4-I 215 von Dollberg. 1810 Anton Schmid, Fleischhauer. 1813 Anna Schmid. 1821 Andreas Süssenböck, Bauinspektor. 1827 Rosa Johannes, gcborne Süssenböck (später verehlichte Geyling). 1830 Joseph Geyling, k. k. Hofmaler. 60 Siehe Franzensgaffe 1. 61. (202. 364. 431. 663.) )l. Schild ^n Jesus Maria und Joseph. Im Jahre 1756 Joseph Meißnitzer. Abg. vom Hirschenhause (Mittersteig Nr. 14). 1776 Nikolaus Ealovino, Seidenfärber. 1781 Regina Calovino. l783 Ludwig Mansberger. 1785 Anton Kologna. Seidenfärber. 1810 Joseph Franz Lipp, Lederer. 1821 Matthäus Lipp, Mitglied des äuß. Stadtrathes und Ledcrfabrikant. 1843 Ignaz Bauhofcr. 1846 Karl Niedern- dorfer. 1854 Karl Sztriberny, Eiscnhändler. 1860 Franz Mayr Edler von Melnhof, Guts- »nd Eisenwerksbesitzcr zu Leoben in der Steiermark. 65. (397. 400. 468. 700.) I1. Im Jahre 1780 Martin Austerer, Lustgärtner; vordem Johann Georg Röhrl (wie Seite l54). 1782 Andreas Braitenberger. 1808 Joseph Brückl und Franz Rautner. 1823 Theresia Brückl, später verehlichte Rautner, Lohnkutschersgattin. 1838 Joseph Weißböck. Seifensieder. 1858 Georg Ertel, Fleischselcher. 1862 Theresia Ertel, geborne Himmelbauer, Witwe. 6». Siehe Straußengaffe 4. 64. (222. 399. 467. 699.) )1. Schild -um goldenen Srcpter. Im Jahre 1767 Joseph Preyer. Maler; vorhin dem Kuchelgartner Schneck gehörig (wie Seite >55). 1781 Johann Binder, Federschmückcr und Seidenhandschuhmacher. 1787 Johann Höbart, Weber. 1818 Elisabeth Höbart. 1821 Michael Luschner, Trödler. 1838 Wilhelm Marcher. Papierfärber. 1844 Michael Markert. 1851 Sebastian Schöpplcr. 186l Johann Salzborn. «5. Siehe Straußengaffe 7. 66. (221. 398. 466. 693.) I1. Im Jahre 1725 Peter Paul Christiani (wie Seite 156). 1739 Joseph Pokall, des Auffern Stadtrathes und Leinbatdrucker. 1784 Joseph Pokall, Sohn (1805 Lieutenant im Bürger-Artillerie-Bombardicrcorps). 1835 Pokallsche Erben. 1841 Karl Schmidt, Inhaber einer 216 Zeichnungsschule. 1843 Michael Markert. 1852 Ignaz Groß. 1857 Eduard Frauenfeld. 1862 Sigmund ReiSne-, «7. (1064 S- 1065.) N Abg. von Nr. 65. Zm Jahre 1847 Karl Pranter. 1853 Dr. Johann Böhm. 1861 Sophie Deutsch. «8. (1058.) )I. Abg. von Nr. 66. Zm Zahre 1852 Ignaz Groß. 1860 Jakob Badl, Lederhändler. SS. (2t1. 385. 455- 687.) ÄI. Schild )um Engel. Abg. vom städtischen Ziegelofengrund. Im Zahre 1737 Mathias Pachmann, schntzverwandter Schuster zum , weißen Stiefel". 1765 Theresia Reich. Brunnmeisterin. 1787 Franz Lustig. Gratelträger. 1788 Zohann Michael Ritter, Handelsmann. 1800 Karl Wirth, Hutmacher. 1813 Dincenz Stribel. 1818 Zoseph Hieß, Baumwollwaaren - Fabrikant. 1820 Konrad Schmid. Schneider. 182! Georg Strobel, Holzhändler. 1826 Zoseph Schulz. 1828 Zoseph Solterer, Handelsmann 1833 Theresia Solterer. 1836 Franz Bertagnoly, Handelsmann. 1843 Zohanna, Josepha, Maria und Theresia Bertagnoly. 7«. (220. 397. 465. 697.) >l. Zm Zahre 1700 Hauch Eonrad Hernleben, des Aussern Stadtrathes und Gastgeb. 1716 Maria Renata Hernleben, Wittib. 1722 Zohann Widerspacher, Kuchelgartner. 1755 Jacob Widerspacher, Kuchelgartner. 1763 Theresia Widerspacher. 1768 Jacob Zohann Lepper, Äußerer Stadtrath und Leinwatdrucker. 1783 Theresia Lepper, Witwe. 1789 Johann Georg Lepper, Grundwachtmeister auf der Wieden. 1795 Zoseph Hirmer, Schneider. 1804 Franz Anton Schwarzrock. Handelsmann. 1806 Maria Anna Schwarzrock. 1807 Michael Reindl. Gastwirth. 1820 Barbara Reindl. 1829 Joseph Wiskoczill, Schneider. 1858 Thomas Bulka, Fleischselcher. 71 . (212. 386. 456. 688.) U. Schild )»m heiligt» Rochus. Abg. vom städtische» Ziegelofengrund. Zm Zahre 1746 Johann Paul Barthlme, kays. Reitknecht. 1749 Sebastian Krottendorfer, Herrschaft!. Bedienter. 1757 Katharina Regner. 1760 Johann Paul Mayer, Kässtecher. 1782 Anton Weber, Burger und Fütterer. ,784 Dr. Franz Ignaz Fütterer. Hof- und Gerichtsadvokat. 1802 Sebastian Antpniotti. 1851 Bal- 217 thasar Schäffner. 1858 Anna, Eleonora, Emilie, Karoline, Ludwig und Maria Schaffner. rs. (2l9. 396. 464. 696.) KI. Schild zum goldenen Hilter. Im Jahre 1700 Hannß Ehrenreich Freyherr von Oppel vnd Groß-Peterstorff, Herr der Herrschaften Desendorf vnd St. Margarethen an der Wienn (geboren 1638, gestorben 25. August 1708). „Zwey Viertl vnd ein halbes Joch Weingarten im Handtüchel und oberen Schooß"; welche von dem nachfolgenden Gutsbesitzer Franz Anton Grafen von Sonnau am 23. Februar 1721 zur „Capelle nck 8. klar^arstliain", dem heutigen Sonncnhof" gestiftet wurden. 1727 bei Ankauf der Herrschaft Margarethen, kam die Stadtgemeinde auch in Besitz dieses Weingartens, und überließ ihn 1732 nebst dem „Wasserabfall vom herrschaftlichen Mayrhof-Brunnen", an den Rnths-8«or6tkerius Christoph Ernst Till. Letzterer nahm 1735 eine Abtheilung dieses Grundes vor. 1735 Johann Paul Barthlme. 1739 Johann Michael Ritter, kayserl. Hofkutscher. 1760 Anna Maria Ritter (später verehlichte Kölbl). 1764 Joseph Kölbl, Hünerkramer. 1792 Margaretha Kölbl, Witwe. 1793 Johann Baptist Binder, Fleischhauer. 1798 Tobias Weinjorka. Holzuhrmacher. 1802 Anton Käsborn, Sattler. 1803 Mathias Hacker, Schuhmacher. 1804 Johann Georg Wiblinger. 189Z Joseph Jungmayr, Faßbinder. >806 Mathias Fuchs, Wundarzt. 1821 Johann und Theresia Fuchs. 1829 Johann Desö, Ringelschmied. 1851 Regina Desö. 1862 Johann Hantel, Sporermeister 1863 Amalia und Anna Desö. rs. (213. 387. 457. 689.) kl. Schild zum heiligen Franz de Paula. Im Jahre 1741 Michael Pröbstl, Schuester. (Behausung „zunächst des Burgfrieds-Stein" bey Margarethen; obgetheilt vom städtischen Zsegelofengrund). 1766 Paul Pöschl. 1773 Faverius Joseph Lerche, der k. k. priv. ncuerrichteten kleinen Post Offizier. 1793 Franz Markard, Handelsmann. 1801 Mathias Leitncr, Glaser. 1802 Joseph Magert, Bier- wirth. 1815 Anna Magerl. 1819 Mathias Sanß. 1825 Maria Anna von Äempelen. geborne Wimberg. 1837 Ernest und Joseph Wimberg. 1855 Bela, Emerika, Ernestine. Geza, Rudolph und Sidonie von Kempelen; dann Joseph Wimberg. 218 74 (218. 395. 463. 695 ) >1. Schild zu den drei Herzen Abg. von Nr. 72. Im Jahre 1735 Johann Paul Barthlme. 1744 Wolff Riedl, Schnester. 1768 Joseph Grund. Schnester. 1792 Franz Grund, Schuster. 1799 Franz Grabowsky. 1801 Michael Knappe. 1829 Elisabeth Knappe. 1845 Kuapp'sche Erben. 1849 Franz Pawliczek, Gürtlermeister. 75. (1.) i)l. Schild zur heiligen Margaretha. (Margarethen Nr. 1 ) 76. (217. 394. 462. 694.) )1. Schild zum schwarzen Kops. Abg. von Nr. 72. Im Jahre 1735 Johann Leids des Ausser» Stadtrathes und Bahrausleihcr bey St. Stephan. 1767 Johann Kranz Schwarz, k. k. Förster. 1768 Augustin von Zollern, Doktor der Arzneykunde. 1773 Otto Graf von Abensperg und Traun auf Wolkenburg und Eglofs, Herr der Herrschaften Traun und Petronell, k. k. wirkl. Kämmerer und Hauptmann in der Armee. 1783 Franz Adam Güglleitner, Großhändler. 1784 Joseph Ferdinand Pankhl Edler von Pankcnau, Magistratsrath. 1797 Franz Jäger, Steinmetzmeister. 1803 Jsabella Joseph« verwitwete Freyin von Berg, geborne Orts zu Bulloy; dann Joseph von Rapedins Freyherr zu Berg. 1805 Franz Nickl, Bierversilberer. 1807 Johann Nepomuk Mayer. 1815 Joseph Rausch, Stadtgreißler. 1819 Jakob Drux. Seifensieder. 1820 Joseph Hueber. Käßstecher. 1825 Hueber sche Kinder. >838 Franz Janauschek, Schneidermeister. 78. (558. 461. 693 ) )1. Abg. von Nr. 76. Im Jahre 1818 Joseph Zappe, Tischlermeister. 1852 Karl Heinrich Berger. 8». (216. 393. 460. 692.) )I. Abg. von Nr. 72. Im Jahre 1735 Hans Georg Deiber, Reitknecht bey Jhro Exzellenz dem Herrn Obrist Cammerer, Reichsgrafen von Cobenzl, Freyherrn zu Prosegk und St. Daniel. 1764 Johann Jacob Rath. 1768 Elisabeth Rath, verehlichte Artmann. 1771 Tobias Artmann, Hünerkramer. 1787 Joseph Leutgeb, Landkutscher. 1818 Elisabeth Leutgeb, Witwe. 1828 Geschwister Leutgeb. 1829 21S Sebastian Schmidt. 183 t Johann Dachler. k. k Postmeister. 1848 Johann Haunzwickl. 1857 Georg Hogen. Faßbinder. 8S. (215. 392. 459. 691.) >1. Abg. von Nr. 72. Im Jahre 1735 Sebastian Kohl, Ziegeldecker. 1744 Jacob Müller, kays. Bierschreiber zu Margarethen. 1753 Anna Maria Müller. 1771 Elisabeth Öhlmayer, Bräumeisterswitwe. 1776 Matthäus Kollweg, Doktor der Arzneykunde. 1793 Elisabeth Kollweg, Witwe; dann Anna, Anton, Elisabeth, Ludovika, Mathias Heinrich, Maximilian, Theresia und Ursula Kollweg. 1843 Paul Moser, Hufschmied; Kranz Gutmann, Maria Krauß und Ludovika Kollweg. 84 . (214. 391. 458. 690.) 51. Schild )um goldenen „K B C." Abg. von Nr. 72. Im Jahre 1735 Franz Scalia, Kays. Hartschier. 1752 Friedrich Streit, Schneider. 1780 Ignaz Hellerpart, Weinwirth. 1810 Johann Hellerpart, Wirth. 1843 Franz Pranzl, Wirth. 1845 Georg Wanek, Geräthelträger. 1862 Anton Wicningcr, Gastwirth. Matzleinsdorferstraße. (Verlängerung der .Wiedncr Hauptstraße", mit sechs zur früheren Vorstadt „Hungerbrunn" gehörigen Realitäten.) Nr. 4 . (53. 159. 224. 402.) N. Gasthos )um rothrn Are»). Durchhaus. Im Jahre 1684 Franz Michael Pozenhardt. »Dreh Achtel öde Weingärten, nun Ackhergrund, im Hunger- Prunn am Burgerweg." 1687 Philipp Millinger, Maurermeister zu Nikhlstorff. 1729 Joseph Seher, bürgerlicher Tischler. 1760 Maria Justina Seycrinn. 1770 Stephan Lichtmayr. Wirth zum «heiligen Florian". 1772 Johann Baptist Rainer, Schankwirth und Zicgelbrenner. 1776 Nikolaus Männer. Gastwirth. 1803 Anton Schulz, Einkehrwirth. >827 Karl und Josephs Schulz. 1842 Schulz sche Erben (wie Seite 71). So wie das nahe Einkehrwirthshaus zum „weißen Engel" Präsentirt sich auch das „rothe Kreuz" in einem Gewände sehr veralteten Schnittes. Das Gebäude gehört noch dem 17. Jahr- 220 hundert an, und sein Inneres gleicht einer Dorfschenke wie ein Ei dem andern. Die freitragenden, aus Eichenholz gezimmerten Verbindungsgänge sind durch schwere Eisengitter geschützt; Ställe und hohe luftige Schoppen beherrschen nahezu die ganze Hausflur. Auch herrscht unter den hier cinsprechendeu Landleuten fortwährend das bunteste Treiben. An der Ecke dieses Hauses, gegen die Hauptstraße, ist ein schmaler drei Fuß hoher, oben abgerundeter Grenzstein eingemauert, welcher die Buchstaben „x 8" und dieJahres- Zahl 1658 zeigt. Die ursprünglich zum „rothcn Kreuze" gehörigen Ziegelofengründc erstreckten sich aufwärts bis in die Rainergasse. Ihre Abtheilung geschah im Jahre 1785 *), s Siehe Ziegelofengaffe 1. S. (6.) IV 0. Schild -um weißen Engel. Im Jahre 1700 Georg Rath, Fuhrmann und Gastgeb (1719—1723 Richter am Hungerbrunn). 1724 Philipp Gabriel Kokoll. 1775 Peter Schabernack, schutzverwandter Branntweiner. 1831 Johann Schasfanack (wie Seite 160). 4. Siehe Hartmanngasse 2. 5. (7.) IV 6. Schild -um grünen Jager. Im Jahre 1690 „Abbtiffi'n vnd Convent des WW. EE. Jungfrawen- Closters zu St. Nicolai." 1699 Johann Franz Milhard von Milharditz. 1708 Johann Michael Kargl, hoffbefreyter Handelß- mann (Hauß und Ziegelofen). 1729 Maria Magdalena Kargl. 1766 Michael, Karl, Franz und Joseph Kargl. 1768 Johann Georg Kellner, Ziegelbrenner. 1795 Josepha Kellner, Witwe (später verehlichte Schödl). 1822 Joseph Kajetan Schödl. 1859 Max Theodor Schödl. 6 . (412 161. 226. 404 ) )1. Schild -ur heiligen Dreifaltigkeit. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1784 Anna Maria Köglewitsch. 1795 Andreas Köglewitsch, Bedienter. 1801 Franz ') Siehe Blechthurmgaffc, dann Rainergasse Rr. 28 L 27. 221 Pranzel, Greißler. 1803 Johanna Pranzel. 1823 Theresia Pieper, fürstlich Schwarzenberg'sche Hofgärtnerin. 1850 Josepha Schödl, geborne Pieper. V. (8 ) TV 6. Schild zum grünen Baum. Im Jahre 1698 Michael Dieffenbrunner. Ziegler vnd Kayserl. Trabant. Hauß vnd Ziegelofen zunächst dem Burgerweg. 1720 Helena dessen Wittib (nachhin vcrehlichte Thieß). 1756 Johann PaulRankel, Bäcker. 179l Leopold Rankel, Bäckermeister. 1792 Ursula Rankel (später verehlichte Rötzl). 1795 Franz Joseph Rötzl Mitglied des äußern Stadtrathes und Richter am Hungerbrunn 1805 Josepha Rankel. 1821 Andreas Ritter, Handelsmann und hier- ortiger Richter. 1826 Anton Linsbaucr, Bäcker. 1858 Jakob Zettl. 8. (445. 160. 225. 403.) A. Schild zum Markstein. Im Jahre 1684 Ulrich Mathiä Groß; „zween Weingärten in Neusätzen am Bergsteig hinter Mätzleinstorff." 1690 Magdalena Helena Weißinn. 1707 Adam Heinrich Pirkenfeldt, Kayserl. Hartschier. 1710 Anna Dorothea Pergerinn, vorhin verehlichte Pirkenfeldinn. 1728 Stephan Perger, Kayserl. Waldförster zu Hüttldorf. 1716 Johann Urban Ehrenhofer. 1778 Anna Maria Köglowitsch, geborne Ehrenhofer. 1790 Adam Götz, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Webermeister. 1808 Johann Michael Salzmann, Scidcnzeugmacher. 1824 Melchior May. 1827 Christian Gugel, bürgerlicher Perrückenmacher. 1836 Maria Vogl. (1842 verehlichte Hanke). Das Haus Nr. 8 (403 > bildet als Ausgangspunkt der alten Vorstadt Wieden — entsprechend dcni Diplome Kaiser Leopolds I. vom 15. Juli 1698 — auch die Gränzc des städtischen Burgfriedens. Zwischen diesem und dem Nachbarhause (Nr. 3. zu Nikolsdorf> ragen ans dem Fußsteig die Fragmente eines Marksteines hervor, dessen nördliche Seite läßt, ist auch in daS Hausschild übergegangen. die Wappe der Stadt Wien; die entgegengesetzte N Seite aber den Wappenschild der Freiherren von Oppel, der Besitzer der angränzendcn Torfschaften. trägt. (Siehe Seite 217.) Dieser „Markstein', welcher an seinem Rumpfe noch einzelne Buch- 17o r.O staben und die Jahreszahl 1702 deutlich erkennen 222 S. (9.) 1'. 0. Schild zum goldenen Salzküssel. Im Jahre 1673Virgilius von Unkhrechtsberg, Jhro Rom. kays. Maytt. Rath, N. Ö. Regierungs-Keorotui-i^ vnd Lehen-Re^ioti-ator. 1687 Georg Leonhardt Schubert von Blauenfelß. 1690 Georg Simon Schipko von Schipphvffen, Kays. Veldt Obrist-Kriegs-Lonnnjo- S»riu8. 1699 Gregori Vriß, Kays. Salzmäßl-Überreiter; Hauß zum „gülden Salz Kueffl". 17l8 Thomas Lindtner (1730 bis 1733 Richter am Hungerbrunn). 1760 Joseph Pell, Ziegelbrenner. 1771 Katharina Schuch (verwitwet gewesene Pell). 1811 Ferdinand Schuch, Ziegelbrenner. 1829 Leopold Schuch, Gemeinderath der Stadt Wien und Ziegelofenbesitzer. Lv. (Nikolsdorf 3.) LI. (lO.) 1". t^. Schild zur goldenen Kanne. Im Jahre 1668 Hanß Wildtmoser, Richter zu Nicolstorff. 1686 Hannß Christoph Ferdinand Grass von Heiffenstain, Freyherr auf Starenberg, Erbherr zu Schwanberg, Kays. Cammerer vnd des Churfürstlichen Erzstifft Mainz Obrister Erbmarschall. 1700 Lienhärd Anhueber. 1714 Carl Oberhoffer, burgerspitalischer Ziegelversilberer. 1720 Franz Löcherer, Burger. 1723 Johann Michael Fortner, Schnürmacher und Richter am Hungerbrnnn. 1736 Mathias Peter Fortner, Schnürmacher. 1784 Franz Moser. Wagnermeistcr. 1794 Anton, Franz, Paul und Vincenz Moser. 1803 Joseph Schödl. 1806 Johann Franz. 1810 Elisabeth Besel, verwitwete Franz. 1829 Michael Winkler, Fleischhauer. 1831 Dominik Langer, Holzhändler. 1849 Johann Stangl, Gastwirth. L2. (Nikolsdorf Nr. 1 ) L3. (11.) 1. 6. Schild zu dm zwei Turteltauben. Im Jahre 1730 Franz Rcchenegg, Schnürmacher; vordem Franz Löcherer (wie oben). 1753 Susanna Clara Rechenegg. 1765 Mathias Peterka, Posamentierer. 1801 Anton Mayer. 1807 Leopold Mayer, hierortiger Richter. 1856 Barbara Mayer. 223 Mayerhofgaffe. (Ursprünglich „im Mayerhöfel"; bis zum Jahre 1770 auch „Favoriicn-Allee.") Nr. 1 (305.) K. K. Fuhrwesen-Kaserne. 2. (307.) Altes „Stadtquardia-Haus" und „Allkkivächter- wohnung" (wie Seite 113). S. Siehe Dannhausergasse 1. 4 . (428. 134. 209. 365.) 0. Das Areale der Häuser Nr. 4, 6 ä- 8 nach „Gemaincr Stadt Urbarium" vom Jahre 1727, kol. 66 kaiserliches Besißthnm, wurde 1782 an den Reiter-Generalen Karl Grafen von Karamelli (siehe Seite 112) veräußert. 1787 Ferdinand Kallenbeck. 1801 Martinas Martin. 1802 Franz Tragy, Schneidermeister. 1814 Michael Loibl. 1816 Rosalia Trousselle, geborne Loibl. 1818 Peter Trvussclle, Muffelin- Fabrikant. 1855 Joseph Prelleuthner, k. k. Hof-Sekretär und dessen Gattin Barbara, geborne Trousselle. 5. Siehe Dannhausergasse 2. «. <399- ,33. 208. 3 64.) 0. Im Jahre 1788 Maria Anna verwitwete Gräfin von Karamelli, geborne Gräfin von Herbeistein. 1791 Jakob Tiber, Bürger. 1796 Joseph Maximilian Graf in Tenczin-Ossolinski. Kommandeur des königl. ungarischen St. Stcphansordens, k. k. wirklicher geheimer Rath und oberster Kronmarschall in dem Königreiche Galizien und Lodomerien. 1827 Theodor Ritter von Broniewski, Abgeordneter der galizischen Stände und Kurator des gräflich Offo- linski'schen „literarischen Institutes" in Lemberg. 1833 Franz kaver Embel, jubilirter Magistratsrath und Stadt Oberkäm- nierer, Inhaber der großen goldenen Salvator-Medaille. 1856 Angela Embel, geborne 6e I^eoui, Witwe. 1858 Annette <1s I-ooni. F. L'. Embel, in Florenz am 10. November 1770 geboren, war vom Jahre 1787 an „Raitoffizier" in der k. k. Kameral-Hauptbuchhaltung; 1807 wurde ihm die beim Wiener Magistrate erledigte Raths- und Stadt-OberkämmererSstclle verliehen. Seiner Umsicht hatte die Kommune in den verschiedenen Zweigen der Verwaltung glänzende Erfolge zu danken. So 224 traten während seiner Wirksamkeit als Gemeinde-Referent in den Vorstädten Wiens fünf neue Schulen (zu Nikolsdorf. Altlerchenfeld, Erdberg. Roßau und Wieden) ins Leben; auch wurden sechs neue Gemeindehäuser (Roßau, Alsergrund. Laimgrube. Gumpcndorf, Wieden und Leopoldstadt) errichtet. Als Referent des ..Bürger-Zeughauses" unternahm er im Sommer 1821 aus eigenem Antriebe die neue Aufstellung dieser historisch wichtigen seit der französischen Invasion im Jahre 1809 völlig chaotischen Waffen- und Rüstungensammlung — eine Arbeit, die man wohl längst für dringend erachtet, aber nie ernst zur Hand genommen hatte. Embcl löste die Aufgabe mit vieler Sachkenntniß und brachte die Umstaltung der ganzen inneren Einrichtung des großen Waffensaales — verbunden mit einer dem Geschmacke zusagenden Anordnung in dem kurzen Zeiträume von fünf Monaten z» Stande. Im Felde der topographischen Literatur bleibt Embel das unbestreitbare Verdienst, daß er bezüglich des Landes unter der Enns der Erste war: in besonderen Monographien auf die Naturschönheiten dieser gesegneten Gefilde, und in Verbindung mit geschichtlichen Notizen auch auf die Denkmale der Vergangenheit. namentlich auf die Schlösser und Burgruinen in den von ihm durchwanderten Gegenden aufmerksam gemacht, also noch vor Schuttes zu Ausflügen in die ferneren heimatlichen Gebirgsgegenden angeregt zu haben'). Weiland Embel war das seltene Glück beschieden, nach seiner im Juni 1830 erfolgten Jubilation. volle 26 Jahre der süßen Ruhe pflegen zu können. Dem kleinen rüstigen Männchen im staubfarbcnen Rocke, ganz Rococco. hohe Stiefel an den Beine» und mit einem festen Rohre bewehrt, blieb seitdem ') Der Magistrats-Sekretär Franz Gaheis hatte im Jahre 1789 begannen „Wanderungen und Spazierfahrten", doch nur in die nächsten Umgebungen Wiens, zu veröffentlichen. — Von Kinkel besitzen wir: I. „Fußrcise von Wien nach dem Schnceberge. Mit histrrischc» Nachricht«" von der Entstehung und den ältesten Bewohnern der in dieser Gegend liegenden Schlösser und Ortschaften." Wien 1801. bei A. Doll. II. „Schilderung der Gebirgs-Gegenden um den Schneeberg in Österreich ' Wien 1803, bei kamcllna 228 ein zweiter Kysselak — kaum ein Winkelchen in unseren heimischen Gebirgspartien fremd. Er starb allgemein betrauert am 31- Juli 1856 in seinem Landhause zu Mödling Nr. 255. V. Siehe Kärolyigasse 1. 8. (427- 132. 207. 363.) 0. Im Jahre 1782 Karl Graf von Karamell,. 1786 Johann Scheurich. Schneidermeister. 1798 Joseph Maximilian Graf in Tenczin-Ossolinski. 1827 Theodor Ritter von Broniewski. 1843 Johann Georg Ferko, Schneidermeister. 1856 Elisabeth Ferko, geborne Huwerth. 1861 Karolina Ferko; dann Maria Herberth, geborne Ferko. Graf Tenczin-Ossolinski (geboren 1748) hatte vom Jahre 1809 bis zu seinem am 17. März 1826 erfolgten Ableben, auch das wichtige Amt eines Präfekten der kaiserlichen Bibliothek bekleidet. Der hochbejahrte Greis leuchtete durchausgebreitetes Wissen namentlich aber in der Literatur seines Vaterlandes hervor. Seine im Hause Nr. 8 aufgestellte kostbare Büchersammlung — polnischer Literatur — hat er der Hochschule in Lemberg als Dermächtniß hinterlassen, und durch eine eigene Stiftung, aus dem Ertrage seiner Güter, auch für die Zukunft dieses Bücherschatzes gesorgt. Das Hauptwerk aus der Feder Ossolinski's (in polnischer Sprache) ist: „Historischkritische Nachrichten zur Geschichte der polnischen Literatur." S. Siehe Kärolyigasse 2. L<». (398. 131. 206. 362.) Schild )um Bach Abg. vom Sin ze n d or f'schen Hause (Nr. 9 Schlüsselgasse.) Im Jahre 1780 Franz Anton Bach, Officiant auf der k. k. Haupt- mauth. 1785 Dominik Benvenutti, Handelsmann. 1789 Joseph Kautsch. 1794 Friedrich Roßmann. 1803 Joseph Hauser. 1806 Johann Lutter, Bierwirth. 1808 Georg Bauer. 1809 Alexander Friedrich, Branntweiner. 1810 Leopold Hofmann. 1833 Johann Mayer. 1834 Elisabeth Müller, geborne Gandelet. 1842 Franz Scheybek, Drechslermeister. IL. (665. 378.) D. A. Fsschinsky's Leihbibiiothrk. Abg. vom Kärolyi'schen Garten (wie Seite 117). Im Jahre 1825 Vincenz Mully. 1832 Alexius Leschansky. 1855 Anna LeschanSky. 1862 Ignaz Stingl, Tischlermeister. Wirde». 1 g 226 LS. (767. 361.) A. Abg. vom Sinzendorf'schen Hause. Im Jahre 1826 Lukas Becht. 1827 Joseph Jauß. fürstlich Schwarzenberg'scher Stall-Direktor. 1846 Anton Flipper. 1856 Josepha Füpper. 44 (713. 360.) A. Abg. vom Sinzendorf'schen Hause. Im Jahre 1828 Franz Ehrenberger. Schmalzverfilberer. 1829 Elisabeth Dworschak. 1831 Theodor August Blühdorn. Doktor der Rechte. 1837 Maria Theresia Bacher. 1840 Franziska Wohlfarth. 1847 Katharina Freiin von Guldenstein. 1850 Martin Habeck. 1859 Johann Michael Kentler. Lk (1031.) A. Abg. von 59 Wiedner Hauptstraße. Im Jahre 1847 Johann Baptist Holtzmann, Nergolder. 48 . (1029.) A Abg. von Nr. 61 Wiedner Hauptstraße. Im Jahre 1851 Heinrich Suchanek, Schlossermeister. 1853 Karl Suchanek, Gastwirth. SO. (457. 130. 205 359). A. Schild: Im Mayerhof. Abg. von Nr. 61 Wiedner Hauptstraße. Im Jahre 1792 Ulrich Wochesländer, Virhmayr. 1817 Dessen Erben. 1819 Joseph Keppelmüller, Milchmaier. 1839 Keppelmüller'sche Erben 1844 Andreas Seufert. 1847 Joseph Pinther, Fleischhauer. 1856 Leopold March hart. 1858 Tobias Rößler. Milchmaier. SS. Siehe Wiedner Hauptstraße 63. Mittersteig. (Der .Mittelweg" i» beinahe paralleler Richtung zwischen den beiden Hauptstraben. Zm Jahre i 76 S„Ar,ne Schulgasse"; i778 .Mitt er c s Stciggassel".) Nr. L. Abgebranntes Haus (siehe Große Neugasse 1) L. (627.) Kleine Neugasse 1. S. (589.) Schild zum eisernen Mann (wie Seite 198). 4 . (187. 346. 413. 626.) 6. Schild )um goldenen Zahn. Abg. vom Wieser'schen Garten. Im Jahre 1745 Jacob Schrittwieser. Mehlmesser. 1752 Johann von Zauner, Wund- und Zahnarzt. 1801 Joseph Kührer, k. k. geheim. Kabinets- Offizial. 1822 Johann Wiesgrill, Schneider. 1824 Joseph 227 Pollak. Oberamtmcmn in Staz. 1845 Theresia Politik, Witwe. 1847 Leopold Fopper, Privat. 1819 Pankraz Scoritz, Bäckermeister. 1853 Bernhard Bisenins, Schlossermeister. S. Siehe Lambrechtsgasse 9. «. Wie Krongasse 2. r. (180 . 320 . 388. 601., 6 s-)l Schild )UM WaUfisch. Zm Zahre 1685 Michael Hellmayr, Sporrer Ein Hofstatt Weingarten im oberen Schooß. 1691 Matthias Weber, Burger vnd Bcrginni'ster auff der Widen. 1715 Peter Pichler, Ziegelbrenner. 1731 Andre Perthold, Maurermeister 1757 Elisabeth Perthold, Wittib, geborne Hillebrand (1762 verehlichte Spitz- nagel). 1763 Andreas Jonas, Seidenzengmacher. 1795 Andreas Heinrich Jonas. 1812 Joseph Johann Jonas, Seidenzengmacher. 1816 Elisabeth Jonas und Jonas'sche Kinder. 1832 Karl Nui», Handelsmann. 1833 Stephan von Bezersdy. 1840 Mathias Fcldm aller, Schiffmeister und Brennholzhändler. 1853 Amalia, Ignaz, Julia, Karl. Natalie und Theodor Schachner. 1760 bis 1780 war im Wallfisch die .Arme Schule" ein- Miethet; die damaligen Schulmeister hießen Georg Bergs- leithner und Leopold Stammer. 8. Siehe Krongasse 1. 9- (602 bis 616.) ^l. Filiale der städtischen Fruerlöschan- ^lt und Kavallrric-Bequartitrung (seit dem Feldzüge 1859). 3»> Jahre 1685 Hannß Paz, Burger vnd Gastgeb.^1716 Paul Löw, Tnchhandelsmann. 1718 Maria Magdalena Löw, Wittib; eine geborne Grienwaldinn. 1757 Robert Löw, Abt des Stiftes Heiligenkrenz: dann Eva Maria Löw und Maria Varbaia Honeggerinn (Schivtstcrn des Abtes Robert). 1758 Rochus Freyherr de Lopresti, k. k. Obrist. 1781 Jobann Chri- Lambrecht, Salnitererzenger. *) 1791 Maria Antonia Lambrecht, Witwe. 1803 Melchior Freyherr von Gouban , Mit grundherrlicher Genehmigung vom t8. Juli t794 wurde diese um- songtrelche Realität, der sogenannte .L a nibr ccht ö gr un d", in 17 dausiellen getheilt (602—616 ; dann 78 80 in der Wiedner Hauptstraße. Ausschließlich der beiden letzteren Häuser ist jedoch die Trennung l»»tzrr nicht M' Durchführung gekommen. 228 d'Hovorst, k. k. Kämmerer. 1804 Maria Juliana von Villegas. geborne Freyin von Pellcnberg. später verehlichte Freyfrau von Gonbau d'Hovorst. 1814 Joseph Freyherr von Hackelberg- Landau, Herr der Herrschaften Groß-Bertholds und Wasserhof, k. k. wirkt, geheimer Rath und Kämmerer. 1824 (22. April) die k. k. priv. Aktiengesellschaft „P hor us." 1830 Peter Ritter von Bohr. 1839 Mathias Feldmüller. 1856 (16. Juli) Kommune Wien. Den sonderbaren Titel „Phorus" führte die erste k. k. priv. Wiener Holzverkleinernngsanstalt nach den Anfangsbuchstaben der Namen ihrer Gründer: Palffy. Hackelberg, Offcn- heimer, Remscher, Unger und Schönfeld. Sie war besonders darauf berechnet, das in den engen Gaffen der Stadt so lästige Holzspalten zu beseitigen. Die Säge-Maschinen dieser Unternehmung wurden durch Dampfkraft in Bewegung gesetzt, und verarbeiteten binnen 24 Stunden gegen hundert Klafter Brennholz. Das bestellte Holzquantum wurde von der Anstalt aus, in eigens construirten und verschlossenen Fuhrwerken, den Kunden in das Haus gestellt. 1« (454. 345. 412. 625.) LI. Abg. vom Hause Nr. 59 Margarethenstraße. Im Jahre 1791 Michael Bacher, Lustgärtner. 1819 Katharina Bacher. 1820 Leopold Bacher. 1836 Friedrich Schlembach, Seilermeister. II Siehe Ziegelofengasse 19. IS. (367. 344. 411. 624.) LI. Abg. von Nr. 1t. Im Jahre 1766 Leopold Gräber, Lustgärtner. 1820 Michael Savonith, Küchengärtner. 1825 Valentin Dietz. 1844 Theresia Dietz. 1846 Ludwig Dietz, Bauholzhändler. 13. Siehe Hartmanngasse 16. 11 . (186. 343. 410. 623.) LI. Schild )um goldene» Hirschen. Im Jahre 1722 Katharina John. 1734 Ignaz und Maximilian John. dann Antonia Leopoldina Ößer, geborne John. 1750 Joseph Meißnitzer. 1756 Franz Koller. 1?6u Leopold Gräber, Lustgärtner. 1782 David Wohlfart, Schuster 1784 Wenzel Friedl. 1789 Johann Wolfgang Kumpfhostr- Handelsmann. 1816 Carolina Knmpfhofer. 1848 Elisabeth Brunner. 1850 Albertine Peyber. 1851 Theresia Zieher. 229 IS. Siehe Hartmanngasse 17. Die Hänskr Nr. 16. 18. 26 L 22 find von Nr. 7 in der Stranßengasse abgctheilt. L«. LI. Alte Nr. 62 l. (l84. 341. 408.) Im Jahre 1736 Johann Hneber, Knchclgartner. 1741 Urban Prandner. 1745 Martin Eßmayr. 1771 Sebastian Eßmayr, Kühmann. 1787 Michael Delzer. Milchmayr. 1799 Elisabeth Delzcr. 1810 Ignaz und Theresia Lachner. 1848 Mathias Fcldmnller. Alte Nr. 622. (185. 342. 409.) Im Jahre 1736 Franz Jenner. 1742 Peter Metzger, Schnester. 1767 Michael Heindl, Milchmayr. 1787 Barbara Heindl. verehlichte Brindler. 1817 Andreas Raditsch. 1836 Michael Wagner. 1841 Mathias Zeldmüller. Vereiniget seit 1855: Karl Rummler, Direktor des städtischen ZimentirungsamteS. 1859 Ignaz Stingl, Tischlermeister. 1863 Emerich Kolbenheyer, Zinngiesier. ir. (Nikolsdorf Nr. 23.) 18 . (183. 340. 407. 620.) >1. I», Jahre 1736 Michael Prnmiller. 1744 Mathias Morenthall. 1754 Maria Anna Morenthail. 1755 Franz Raab. 1758 Johann Pacher, Lust- gartner. 1774 Pachersche Erben 1781 Michael Pacher. 1796 Karl Pacher, Gärtner. 1812 Elisabeth Pacher, Witwe. 1813 Martin Berger. 1841 Mathias Fcldmnller. 1855 Karl Rummler. 1859 Ignaz Stingl. Tischlermeister. 2«. (182. 339. 406. 619.) LI. Schild zur Hollerstaude. Im Jahre 1744 Andre Fleschdorffcr, Fuhrknecht. 1755 Magdalena Siebenhoferinn, verwitwet gewesene Fleschdorfferinn. 1758 Johann Georg Siebenhofer. 1764 Ignaz Humpenstätter, Hnh- nerkrämmer. 1804 Johann Humpenstätter. 1811 Maria Anna Humpenstätter. 1825 Kaspar Schmidt, Milchmeier 1854 Tchmidt'sche Erben. 1855 Karl Rummler. 1859 Ignaz Stingl. 22. (181. 338. 405 618 ) LI. Schild ?u»r Pilger. Im Jahre 1736 Franz Prcyer, Gärtner. 1751 Michael Schredl. Lustgartner, 1761 Anton Tauber, Gärtner. 1782 Jakob Tauber. 1785 Bernhard Pernat, Weinhändler. 1787 Johann Schafranek. 1790 Franz Zimmerl, Diehmayr. 1810 Anna Maria Zimmert, 230 (später verehlichte Kornfeld.) 1831 Johann Steinmetz. Gemischt- waarenhändler. 1853 Johann Michael Bauer, Handelsmann; Magdalena Bauer und Aloisia Allinger. 24. Siehe Ziegelofengasse 21. 26. (353 336. 404. 617.) )l. Schild zu Maria Lands- hut. Abg. vom städtischen Ziegelofengrund. Im Jahre 1776 David Wohlfart, Schuster. 1783 Anton Schredl. 1799 Leopold Stammer, Seidenzeugfabrikant. 1802 Urban Hummel. 1808 Anna Hummel. 1825 Johann Hummel, Seidenzeugfabrikant. 1829 Katharina Hummel. 1840 Joseph Wurst, Branntweiner 1861 Kranz Leo. Mostgnsse. Sackgäßchc» zwischen den Häusern Nr. 8 L 10 der großen Neugasse. e. Die frühere „Platzgasse'; eröffnet nach Abtheilung des Paulanei- Älostergartens im Jabre i798. — Seit 1802 schmückt sie der »uvergängliche Name des in Wien am 8. Dezember 1791 dahingeschicdenen größten deutsche» Tondichters „Ivollgang Amadeus Mozart". Nr. L. Siehe Favoritenstraße 10. 2. Wie Paulanergasse 1. S. (— 522. 178. 332.) L. Im Jahre 1797 Rochus Weber. 1804 Johann Brandt, Handelsmann. 1810 Anna Brandt, Witwe. 1849 Georg Heinrich Bayer. 1850 Dr. Georg Finger. 1852 Franz Aichinger, Fleischhauer. 1863 Eduard und Hermine Feßler. 4 . (—511. 188. 342.) L. Im Jahre 1797 Joseph Neumann. 1799 Urban Selch. Bäckermeister. 1822 Theresia, Anna. Karl und Kajetan Selch. 1826 Kajetan Selch, Bäckermeister. 1852 Maria von Schroll. Schiffs-Eapitänsgattin, gc- borne Selch. 1853 Johann und Philipp Knnewaldcr. 1857 Georg Reindl, Bäckermeister. 1860 Karolina Reindl, geborne Franz. 231 5 >— 523. <77. 331.) 8. Im Jahre 180l Nincenz Eitel, Tischlermeister. 1810 Dr. Joseph Holzer, Hof- und Gerichtsadvokat. 1822 Rofina Holzer, Witwe; dann Adam Stockh, crzherzoglichcr Wirthschaftsrath. 1852 Barbara Berger, geborne Stockh. «. (— 532. 187. 341.) 8. Im Jahre 1797 Paul Hochholzer. Seidenzeugfabrikant. 1802 Michael Hagen, Fleischselcher. 183! Johann, Joseph und Barbara Hagen. 1852 Joseph Wallner, Handelsmann. 7 (— 530. 189. 343.) L. Im Jahre 1797 Joseph Neumann. 1815 Joseph Adelbodinger.^1820 Konrad Graf, Klaviermacher. 1825 Ignaz Schabinger und Joseph» Hartmann. 1844 Joseph« Cespa. 1851 Joseph Cespa, k. k. Beamter. S (— 529. 190. 344.) 8. Schild zum Fluh Jordan. Im Jahre 1797 Jakob Bernklau. Seidenzeugfabrikant. 1803 Johann Gottlieb Winneguth, Tischlermeister. 1807 Maria Anna Winnegnth, Witwe. 1823 Winneguth'sche Erbe». 1839 Elisabeth Joß. 1855 Rosalia Ezischek. Mozartplatz Ter a»f diesem Platze befindliche öffentliche Brunnen wnrde von der Stadtkomniunc crrichiet und hiezn am 4. Oktober t8i!4 von dem k. k. n. ö. Regier»ii§s'Präsidenten Johann Kreihcrrn von Tatatzlo-Grstictic; der Grundstein gelegt. Tie Inschrift des Brunnens lautet: .Liüiic.nin'r vi?« :ie>je:x i!k:nixirl.vo 8n. XXI8L« MS M8H--.V. j .l>, .IXNIiv. rtMveXXXIV." Mühlbachgasie. Nr. 1 Fürstlich Starhembcrg'lchcs Freihaus. (Siebe Obst- Markt Nr. 1.) S. (791.) Schild zum schwarzen Bären. (Wicnstraße Nr 3.) 4 . <95. 457. 541. 792.) 8. 6. Im Jahre 1684 Mathias Hueber, Brodbeschauer. 1693 Rofina Hueber. 1745 Lorenz Hueber. 1747 Franz Anton Freyrich, Rothgärbcr. 1773 Franz Joseph Kalchschmidt, Rothgärber. 1783 Joseph Anton Heben- 232 streit, Seidenzeugmacher. 1785 Joseph Glaß, Lederfabrikant, 1790 Joseph Schafrath, Seidenfärber. 1821 Andreas Schafrath. 1855 Georg Katzmayer, Kurschnerincister. v. (96. 458. 542. 793.) N. 6. Jin Jahre 1684 Hannß Jacob Förster, Äußerer Stadtrath vnd Provisor im allhiefigen Burgerspital. 1700 Ursula Förster, Wittib. 1705 Christoph Schillinger, Hufschmied. 1716 Susanna Katharina Schillinger. 1738 Johann Ernest Raschke, Burger. 1753 Eva Theresia Wassermann, verwitwet gewesene Raschke. 1767 Johann Haaß, Rothgärber. 1788 Mathias Mersy, Hafnermeister. >794 Theresia Mersy. 1799 Joseph Kaiser. Fragner. 1801 Franz Mersy, Hafner. 1814 Barbara Reneis, verwitwete Mersy. 1824 Stephan Reneis, Hafner. 1833 Elisabeth Rainharter. 1855 Ignaz Rainhartcr, Flachshändlcr. 8. (97. 459. 543. 794) H. O. Schild zum Luftschühen. Im Jahre 1670 Carl Gottlieb Freyherr von Aichbichl, Kays Hoff-Cammer-Rath. 1684 Leopold Holzer, Gwurz Crammer. 1700 Maria Holzer, nachmals Wcstermayerinn. 1721 Andre Joseph Reicht, Ober-Zehenthandler im Burgerspital. 1725 Justin« Apollonia Reicht. 1752 Geschwister Reicht. 1767 Josepha von Frosch, geborne Reicht. 1768 Joseph Zintl, Burger und Gemainer Stadt Wien Mehlstandl - Setzer. 1770 Barbara Zintl, bürgerliche Standelsitzerin. 1781 Anton Uhl. Bierversilberer. 1791 Josepha Uhl. 1802 Maria Anna Schwarzmann. 1810 Franz Fußer, Landkutscher. 1824 Sophie Außer. 1837. Leopold Rainhartcr, Flachshändler. Iv Siehe Wicnstraße 15. LS. (105. 435. 538. 789.) II. 6. Im Jahre 1684 Martin Schimmer!, Stärkhmacher. «Ein Waschhanß sammtTrocker- statt ander Wienn, zwischen des L a n d sfürst en Gartten — so aniczo das Freyhaus aufs der Wyden ist — vnd dem Steg zunechst der Schleifmuhl." (Altes Urbarium. Fol. 213.) 1690 Stephan Johann Gundl, Kays. Stadt- vnd Landgerichtsbeysitzer*)- ') Stephan Johann Gundl ist im Jahre 17 l t mit Tod abgegangen und liegt in der Domkirche zu St. Stephan begraben. (Ogesser, z>. 30t.) 1711 Christian Samuel Gundl, 3. 0. Or. ; Bartholomäus Gundl (beide 1- 1712); dann Johann Georg Gundl (f1714), Purger und Gastgeb „beym wilden Mann' in der Kärntnerstraße. 1714 Ignaz Gundl, Conventual des Cistcrzienserstiftes Lilienfeld; dann Joseph und Paul Anton Gundl. 1735 Caspar Pembsl. Purger. 1758 Magdalena Pembsl (später verehlichte Winkler). 1759 Johann Georg Winkler. 1767 Gregor Schöberl, bürgerlicher Wäscher. 1803 Magdalena Schöberl. 1805 Gregor Schöberl, Sohn. 1841 Anna Schöberl. 1843 Dr. Leopold Biela, mährisch-schlesischer Landes-Advokat. 1854 Amalia und August Biela. LI. II. 6. Bor dem Umbau drei abgesonderte Waschhäuser an der Wien. Alte Nr. 787. (103. 433. 536.) Im Jahre 1684 Mathias Hirschmayr, Wäscher. 1690 Hanns Georg Lenzinger, Burger und Lederer. 1720 Felix Kraft, bürgerlicher Pcrga- menter. 1752 Eva Elisabeth Kraftinn. Wittib (später verehlichte Klier). 1771 Christoph Klier, Pergamenter. 1776 Anton Krieghammer, Tobac Crammcr. 1781 Mathias Krieghammer, Portraitmaler. 1791 Christoph Gerold. 1808 Anton Buhler, Trödler. 1810 Christian Stiber, Schuhmacher. 1822 Ulrich Dorgauer, Tischlermeister. 1827 Anna Dorgauer. Alt Nr. 788. (104. 434. 537 ) Im Jahre 1684 Thomas Corandi, Lederer. 1693 Barbara Corandi. 1707 Anna Maria Höschl, Weißgärberswittib. 1729 Franz Roggl, Weißgärber. l754 Eleonora Roggl (später verehlichte Grittner). 1755 Johann Grittner, Weißgärber. 1761 Eleonora Grittner. 1763 Thaddäus Grittner, Lederermeister. 1775 Mathias Steindl. Schuster. 1812 Gottfried Bogner, Spengler. 1837 Maria Anna Hübsch, geborne Dorgauer. Er war reich mit irdischen Klucksgütern gesegnet. Außer zwei Häusern an der Wien gehörten in seinem Nachlaß auch drei Stadthäuser, u. z. das Hans „z»m Steindl, ansonsten zum güldenen Drachen genannt" (Nr. 429) im heutige» Steindlgäßchen; das Haus jum .steinernen Kleeblatt" (435) unter den Tuchlauben; dann das frühere Bürgerspitalshaus ,xuin wilden Mann" (912) in der Kärnthner- straße. 234 Alte Nr. 7^9. (418. 431. 548.» Im Jahre 1776 Anton Krieghammer. 1781 Matbias Krieghammer. 1785 Johann Michael Huny, Macaroni - Nudlmacher. 1811 Ulrich Dorganer. 1827 Joseph Hübsch. Im Jahre 1842 (vorstehende drei Häuser vereiniget) Ignaz Angustin, Hufschmied. 1843 Franz Brandmayer, Sattler- meister. IV. Siehe Schleifmühlgasse 18. Miihlgasse. (Vormals „S ch m i dt g a ss e". Dir Häusrr Nr. 1-7 find Abtheitungrn der Schmidt'schen Realität 8) Nr. I. (1041.) 8. ZI. Im Jahre 1844 Karl Schmidt, Inhaber einer Zeichnnngsschule. 1861 Stanislaus Weinwurm. 2. (1040.) 8. ZI. Im Jahre 1844 Karl Schmidt. 3. (1042.) 8. ZI. Im Jahre 1844 Schmidt. 1852 Anton Nitsche, Drechslermeister. ». (1039.) 8. ZI. I», Jahre 1844 Schmidt. 1852 Friedrich Bock, Galanteriewaarentischler. 1856 Friedrich, Friederike, Walburga und Wilhelmine Bock. 5. (1043.) 8. ZI. Im Jahre 1844 Schmidt 1850 Karl Kerner, Tapezierer. 8. (1038.) 8. ZI. Im Jahre 1844 Schmidt. 1850 Johann Straberger. Stadtbaumeister. r. (1037.) 8. ZI. Im Jahre 1844 Karl Schmidt. 1852 Adolph Schmidt. 1853 Wenzel Watzlawik. 1855 Anna Watz- lawik. 1860 Karl und Anna Piller. 8. (— 552. 502. 753.) 8. ZI. Im Jahre 1753 Franz Anton Kieninger, Müllermeister. Vordem zur Schleifmühle gehöriges Häuschen sammt Küchengarten. 1756 Simon Lorenz Ganßl, Küchengärtner. 1761 Katharina Ganßl, Wittib; später verehlichte Wolf. 1783 Simon Schuster, Küchengärtner. 1797 Joseph Savonith. Küchengärtner (1831—1836 Richter in der Schleifmühle). 1836 Theresia Savonith. 1841 Karl Schmidt. 1847 Johann Straberger. 235 s. Baustelle. »<>. (278. 491. 499. 751.) k. 2», Jahre 1760 erz- bischöfliche Gärtnerhntte 837 Friedrich Anton Louis Edler von Scottp. 1849 Franz Klusatschek, Schneidermeister. II. (249. 408. 503. 754.) L. Abg. von Nr. 15. Im Jahre 1755 Hieronymus von Thann. Sprachmeister an der Tberesianischen Rittcr-Academic. 1761 Joseph Breittenberger, ein Kühmann. 1778 Johann Hartl, Milchmavr. 1784 Johann Georg Honig, Milchmayr. 1791 Joseph Giaß, Lederer. 1792 Theresia Maß. 1797 Hieronymus Battisti, Seidenfärber. 1801 Theresia Battisti (später verehlichtc von Frank). 1810 Bartholomäus Edler von Frank, Seidenfärber. 1822 Theresia Edle von Frank, Witwe. 1830 Johann Edler von Frank. 1834 Johann Baptist Masarei, Seidenfärber. 1842 Anna, Florian, Joseph und Moriz Mazzolini. - IS. Siehe Heumühlgasse 10. IS. (248. 407. 498. 750.) L. Schild zum goldenen Schiff. Abg. von Nr. 15. Im Jahre 1753 Joseph Pokall. 1780 Sigisbert Bartholomäus Edler von Royer, k k. Obristlieutenant. 1801 Peter Bizatton du Fiattet, Seidenfärber. 1804 Maria Anna Bizatton. 1808 Franz Rigatt, Seidenfärber. 1818 Anna Rigatt. 1850 Anna, Kranz und Theresia Rigatt. 1857 Anna Rigatt, gebornc Pellmann. 1863 Antonia Rigatt. IS. Siehe Heumühlgasse 8. Große Neugafse. Nr. I. (63 177. 242. 447.) 2. s- 6. Das .abgebrannte Haus". Im Jahre 1684 Martin Schelmann. Hawcr „Neun Achtel Weingarten sammt Hauß vnd Stadel am Klagpaumb, davon man den Armen Leuten zu St. Marx jährlich dienet 44 Pfennige." 1700 Gottfried Wieser Edler von Wiesen thal, Jhro Rom. Kays. Maytt. Rath und Regent des Regiments der n. ö. Lande. 1705 Johann Bartholomä Edler von Schwei-chardt 236 (1- 15. Jänner 1731,') Kays, gehaimber Reichs-Lsorstarius Spanischer Expedition. Letzterer hatte 1726 auch einen, zum Domkapitel dienstbaren Hofstatt Weingarten, genannt „das Töchter!", von dem kais. Geheimrathe Hercules Joseph Ludwig Grafen Tnrinetti Marchese de Prie * *), hinzngekanft. 1731 Joseph Edler von Schweich ardt, N Ö. Regimentsrath. 1741 Maria Joseph« Edle von Schwehhardt, Witwe, geborne von Mannagetta »nd Lerchenau (1742 verehlichte Stadler Edle von Blnmberg). 1746 Rochus Freyherr de Lopresti, (gcb. zu Palermo 1703; f am 15. August 1784 in Wien), k. k. Obrister des hohcnennsischen Ouira^isr-Regiments, Magnat im Königreiche Hungarn und N. Ö. Herr »nd Landniann. 1785 Maria Eva Freyin de Lopresti, Witwe. 1802 Ludwig Freyherr de Lopresti. 1804 Franz Graf von Saura», k. k. wirkt, geheimer Rath und N. Ö. Landmarschall. 1810 Franz Rouland, k. k. priv. Großhändler und Stahlwaarcnfabrikant. 1816 Bernhard und Heinrich Philipp Lackenbacher^k^ k. Pr. Großhändler. 1829 Karl Freiherr von Ge »sau (s- 26. Febr. 1848), N.Ö. Landstand. 1849 Eduard Freyherr von Geusa», k. k. Major; Johann Baptist Freiherr von Geusau, k. k. Dberlicutenant und Wilhelm Freiherr von Geusau; Emma von Lkribanek, k. k. Feld- marschall-Lieutenants-Gattin und Amalia Freiin von Pidoll, beide geborne Freiinnen von Geusau; Ludwine Freiin von Knorr-Rosenroth, verehlichte Gräfin von Halwyl und Fräulein Wilhelmine Freiin von Geusau. Die ursprünglichen Gränzen der Wiese»tha l'schcn Besitzung hatten sich noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts weit über das gegenwärtige Areale des „abgebrannten ') Eigenthnm des Reichs-Sekretärs SchweiFhardt waren nebst obiger Realität auch das „Warn Hauß auf St. Peters-Areythof" in der Stadt (Nr. 577) und eine Villa i» der Alsergasse tNr. t t8). ") Herkules Joseph Lndovicus Graf Turinetti Marchese de Prie, Jhro Rom. Kays. Maytt. Rath, Commissarius und klenipotsntiuriu» in Jtalia «nd Ritter des Ordens von der Verkündigung Mariens, begegnen wir gleichzeitig als Besitzer des historisch merkwürdigen .H a s e n h a » s e s" (Nr. 1073 in der Kärnthnerstratzc), welches er am 22 September 1704 von dem kays. Hartschicr-Qnarde-Licutknant Reichs - Kreyherrn Anton Wilhelm von Glaatz angekaust hatte. 237 Hauses" — bis zur Margarcthenstraße hinan erstreckt, — so zwar, daß der ganze Häuser-Complex zwischen den beiden „Neugassen" ans den, seit 1732 stückweise veräußerten Wiesenthal. scheu Weingärten zu stehen kam. Das heutzutage unter dem Namen des „abgebrannten Hauses" bekannte architektonische Monstrum verdient in mehrfacher Richtung unsere besondere Aufmerksamkeit. Es handelt sich hier keineswegs um ein einzelnes Haus, sondern um mehr als ein Dutzend Häuser, Magazine und Remisen, die planlos und wie vom Zufalle dahin geworfen die stattliche Grundfläche von 4 Joch 1535 LH" beherrschen — einer kunterbunten Anhäufung ebenerdiger, ein-, zwei-, drei- und vierstöckiger, aus verschiedenen Zeiträumen stammender Gebäude. Der „Phorus" am Mittersteig und das „abgebrannte Hans" zählen zu den größten Privathäusern Wiens ; ja das Letztere hält um 924 LH" mehr Flächenraum als das Starhemberg sche Freihans, ungeachtet dieß immer für das umfangreichste aller hiesigen Zinshäuser galt. Das .abgebrannte" Haus, welches schon Weis kern, in dem seiner Topographie beigebnndenen Häuservcrzeichnisse vom Jahre 1765, mit diesem Titel bezeichnetc, reicht von der Wiedner Hauptstraße durch eineiig Thcil der großen Neugasse aufwärts bis an den Mittersteig. Seine Fronte in der Hauptstraße zeigt drei verschiedene Gebäude, die sich stufenartig zwei-, drei- und vier Stockwerke hoch erleben. Inmitten des ganzen Terrains treffen wir die weitläufigen Rndera eines Gartens, der sich einst in stolzer Pracht hier entfaltet haben mag und noch Kunde gibt, daß seinem Verfalle eine Blüchezeit vorangcgangen ist. Auffallend ist die dem Haupttrakte angebaute schöne Stiege, die mit ihrem grandiosen Treppenhaust in sonderbarem Kontraste zur Umgebung steht. Im Ganzen trägt das Äußere dieses Hänscrconclomerates nicht das geringste Merkmal, ans welchem sich nur entfernt schließen ließe—daß dasselbe, trotz seiner noch unverwerthcten Räume und im Gegensätze zu seinem längst der Wahrheit entbehrenden Schilde, die Einkünfte einer bedeutenden Herrschaft abwirft. Wo findet man schnell ein Hans wie dieß „abgebrannte" mit jährlichen 25640 fl. Wohnnngsmiethe? 238 In den Jahren 1819 bis 1833 war das „abgebrannte Haus" der Sitz des k. k. Kreis amt es U. W. W. — Später ward es auch vom portugiesischen Gesandten bewohnt. S Siehe Wiedner Hauptstraße 58. 3 . Siehe Hechtengasse 15. 4 . (162. 282. 348. 561.) V Schild zum heiligen Rochus. Abg. vom Maycrschen Grunde, Hauptstraße Nr. 52. Im Jahre 1732 Johann Heinrich Hörmann, Tischlermeister. 1752 Lorenz Wolfs, gewesener kais. Hauptmann und Handelsmann. 1757 Johann List, Tandler. 1764 Maria Anna Lejeune. 1771 Rochus Lejeune. 1780 Philibert Lejeune. 1815 Franz Kaßar, Steinmetzpolier. 1823 Theresia Kaßar, Witwe; später vereh- lichte Bruckner. 1857 Kaßar sche Verlassenschaft. 1859 Leopold Fody, Fournierholzhändler. S Siehe Hechtengasse 14. K. (161. 281. 347. 560.) I.. Schild zur Maria vom guten Rath. Abg. vom Mayerschen Grunde. Im Jahre 1732 Jakob Schinncrer, Schneider zum „englischen Gruß*. 1768 Maria Anna von Ertl. 1774 Johann Leonhard Braun, Knöpfmacher. 1788 Jakob Lang. Knöpfmacher. 1856 Johann Lang, academ. Bildhauer. 1858 Karl Simon Münster, Tischlermeister. V. (459. 285. 351. 564.) s- 51. Schild zum goldenen Bsterlamm. Abg. von der „Neuen Welt" (kleine Neugasse Nr. 4). Jin Jahre 1792 Christoph Heinemann, Seidenzeugfabriknnt. 1811 Sebastian Bassermann, Seidenzcugfabrikant. 1836 Bernhard Anton Lazzer, Seidenhändler. 1839 Franz Schnepf, Tischler. 1844 Ernest Hein, Gastwirth. 1862 Jakob Wasel, Schankwirth. 8. (160. 280. 346. 559.) ^4. Schild zum Slbrrg. Abg. vom Mayer'schcn Grunde. Im Jahre 1732 Johann Georg Kimm, Schneider. 1766 Barbara Wohlgemuth. 1780 Wohlge- muth'schk Erben. 1791 Franziska Ftad und Theresia Wohlgemuth. 1794 Joseph Herzog, Tischlermeister. 1798 Michael Müller. 1799 Maria Anna Müller. 1807 Anna Edle von Martschläger. 1809 Alois Joseph Schmucker. 1813 Kaspar Gruber, Erbscnhändler. 1837 Gruber'sche Erben. 1838 Franz Wurz. 239 Webermeister. 1845 Johanna Wurz. 1861 Johann und Theresia Sentner. N. Siehe Rittergaffe 1. L« (159. 279. 345. 558.) Schild zum kleinen Jordan. Abg. vom Mayerffchen Grunde. Im Jahre 1732 Johann Pauli, Maurermeister. 1770 Regina Gasteiger, Comerzial-Güterbestät- tersgattin. 1771 Maria Anna Hag, Bürstenbinderswitwe. 1799 Joseph Fried, Stahlblattfabrikant 1802 Mathias Höllriegl. 1810 Michael Kollmann, Seidenzeugmacher. 1821 Johann Altlechner, Seidenzeugfabrikant. 1830 Ignaz Wcisgram, Mitglied des äußeren Stadtrathes. 1841 Franz Hauser, Schuhmacher. 1852 Edmund Mathias Peyerl, Med. Tr. LL Siehe Rittergaffe 2. LS. (158. 278. 344. 557 ) ^4. Schild z»m braunen Rössel. Abg. vom Mayer'schen Grunde. Im Jahre 1732 Melchior Steinberger, Burger und kays. Hofkutscher. 1751 Maria Anna Steinberger 1774 Katharina Wörl (1807 verehlichte Beringer), Tischlermeistcrin 1809 Sebastian Beringer. 1810 Barbara Weiß, Wirthswitwe. 1811 Martin Braun, englischer Sattcl- fabrikant. 1818 Joseph von Zuchetto Ritter zu Ehrcnburg, k. k. Hofkanzellist und Hauptmann des k. k. priv. ritterlichbürgerlichen Scharfschützen-Eorps. 1844 Ferdinand von Zuchetto Ritter zu Ehrenburg, k. k Hofkammcr-Kanzellist im Münz- und Bergwesen (Bruder des Vorigen). 1846 Joseph Beer, Buchbinder. 1851 Anton Seefridt, Großhandlungs-Kassier. 'S. (164. 293. 359. 572.) N. Schild zu Maria Taserl. Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1745 Joseph Kischberth. l749 Johann Michael Perthold, Mehlmesser „zum Erzengel Michael". 1761 Elisabeth Perthold. Wittib. 1764 Peter Schlagenhauffer, Schneider. 1766 Eva Maria Schlagenhanfferinn, Wittib. 1768 Joseph Reich, Brunnmeister. 1772 Joseph Holl, Burger und Musikus. 1788 Barbara Polak. 1791 Magdalena Winter. 1799 Martin Mayer, Seidenzeugmacher. 1817 Wilhelm Freyherr von Eyb. 1818 Johann Vasseui-, Doktor der Chirurgie und Ritter der königlich französische» Ehrenlegion. 182!» Joseph 240 Götz, Schuhmacher. 1830 Michael Lantz. Milchmei'er, 1838 Lorenz Friedrich. Milchineier. II. (157. 277. 343. 556.)-4. Schild zum weißen Schwan. Abg. vom Mayer'schen Grunde. Im Jahre 1732 Jacob Krapi, Schnester. 1770 Andreas Rabl, Kaufmann. 1784 Theresia Rabl, Witwe. 1794 Johann David Schmid. 1803 Andreas Auer, Schuhmacher. 1808 Christian Schcdl, Gastwirth. 1840 Thomas Maurer, Schankwirth. 1847 Christian Paul, Gastgeber. 1857 Ignaz Pitsch, Gastwirth. 15. (165. 294. 363. 576.) Dl. Schild zu den drei Hacken- Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1739 Bartholomäus Kayser, Fleischhacker. 1763 Theresia Frcyrich, Lederermeisterin. 1764 Johann Joseph Schöncgger, Ober-Schmied im kays. Zeughaus. 1801 Joseph Schönecker. 1810 Rosalia Schönecker. 1811 Bartholomäus Guttmann. Wollenzeugmacher. 1812 Johann Burger, Häringer. 1814 Mathias Reil. 1822 Michael Schelchshorn, Milchmei'er. 1845 Johann Fuchs. 1846 Anton Schultz, Handelsmann. 16. (156. 276. 342. 555.) -4. Schild zum blaue» Hirschen. Abg. vom Mayer'schen Grunde. Im Jahre 1732 Lorenz Moser, Burger und Gatterstricker. 1744 Johann Schmidt, Kaufmann auf dem Land. 1777 Andreas Köglewitsch. 1813 Katharina Weninger. 1814 Joseph Rackl, Bindermeister. 1822 Erhardt Fierlinger, Glockengießer. 1827 Fierlingersche Erben 1851 Jakob und Barbara Korrentsch. 1858 Ludwig Korrentsch, Glockengießer. 17. (166. 295. 364. 577.) Dl. Schild zum rothen Hahn Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1738 Mathias Hueber. 1747 Maria Punchinger, Schuhmacheri». 1765 Franz Woller, Schuster. 1771 Franz Tschochner, Schuster. 1779 Sebastian Panz, Schuster. 1798 Leopold Johann Przychöda, k. k. Mauthbeamter. 1803 Louis Mottü, Uhrgehäusmacher. 1845 Ludwig Jacot, Privatier. 18. (155. 275 341. 554.) D. Schild zum schwarzen Ele- phanten. Abg. vom Mayer'schen Grunde. Im Jahre 1732 Lorenz Moser. 1760 Katharina Moser, Wittib. 1778 Adolph Merget, Burger. 1799 Dessen Witwe Katharina. 1801 Bartholomäus 24l Mayer, Bierwirth. 1813 Theresia Mayer, Witwe. 1815Joseph Beer, Gastwirth 1845 Kaspar Walter, herrschaftlicher Inspektor. 1857 Anna Walter, geborne Gnntler. LS, (167. 296. 365. 578 ) öl. Schild zum Annaberg Abg. von Nr. l. Im Jahre 1744 Joseph Pretner. 1750 Johann Georg Podncr. Schuster 1765 Anton Kayser, Sperr- Einnehmer, 1774 Johann Michael Kayser, bürgerlicher Chirur- gus, 1788 Leopold Tanchner, Sollizitator. 1792 Elisabeth Tauchner. 1800 Sebastian Raindl, magistratischer Stadtsequester. 1828 Katharina Zandl, Tandlerin, 1846 Karl Hönigfeld, Handelsmann. 1850 Leopold Fody; dann Anna und Moriz Klein. 1853 Leopold und Anna Fody. dann Anton und Franziska Wotka. 1859 Joseph Heinzelmayer. SS, Siehe Hechtengasse 13. SL, (168 297 366. 579.) öl Schild zum grünen Stiefel. Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1734 Michael Annich, Schuster. 1769 Anton Nöst, Fntterer, 1792 Joseph Hannig, Fütterer. 1809 Joseph Ruprecht, Gastwirth, I8l0 Leonhard Pflüger. 1846 Leonhard Pflüger, Sohn. 1857 Johann Schöpfleitner, Milchmeier und Lohnwagenbcsitzer, SS. (152. 273. 339. 552 ) öl, Schild zu den drei Königen. Abg. vom Mohrenhaufe, Margarethenstraße Nr. 41. Im Jahre 1729 Caspar Schönwctter, Maurerpolier. 1759 Jnstina Schönwetter. 1773 Adam Ullmcr. herrschaftlicher Tafeldecker. 1795 Zacharias Christ, Schneider. 1806 Thomas Müller, Lieutenant im zweyten Regimente der Stadtmiliz, (der sogenannten „Schutz- vcrwandten" oder „Dekretes — die Nichtbürger seligen Andenkens). 1816 Leopold Öhlmayer. 1835 Anna Reich. 1837 Franz Reich, 1838 Franz Frank, Schneidermeister. 1853 Johann Kargl, Fragner. SL. Siehe Margarethenstraße 45. SL (151. 272 338. 551.) öl, Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1730 Jakob Zwettler, Maurermeister. 1747 Anna Maria Theresia Zwettler. 1764 Carl Zwettler, Strumpfwirker, 1808 Elisabeth Donnerer (wie Seite 140). 1817 Georg Biber. 1818 Franz Weiß, Käsehändler. 1823 Joseph Schulz. 1824 Wieden 16 242 Aloifia Seidel. 1837 Magdalena Zillig. Fabriksinhabers-Witwe. 1839 Jakob Simmler, Bürger. 1840 Laurenz Lanzenstorfer, Handelsmann. 1841 Johann März, Pfaidler. 1843 Theresia Huber. 1863 Johann Markovits, Lehrer der Stenographie am Theresianum L« (150. 271. 337. 550.) N. Schild zum Jesus von Nazareth. Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1730 Johann Suriano, Kays. Kefselreiber. 1746 Anna Maria Suriano. 1748 Joseph Nerendes, Schneidermeister. 1793 Dessen Erben. 1810 Johann Berger, Bäckermeister. 1816 Joseph Breinhölder, Bäckermeister. 1853 Wilhelmine Schreitmüller, verwitwet gewesene Breinhölder. L8. (149. 270. 336. 549.) N. Schild zum Rosenkranz. Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1731 Franz Georg Anton ^Raschinger, Kays. Hartschier. 1771 Joseph Raschinger, Weltpriester. 1772 Johann Georg Rummel, Schneidermeister. 1799 Joseph Jerlach. 1807 Joseph Kohlberger, Bäckermeister. 1808 Georg Kohlberger. 1809 Gottlieb Rädlein, herrschaftlicher Haushofmeister. 1816 Barbara Leser, verwitwete Rosenkranz. 1824 Johann Quaißant, Gelbgieper. 1826 Martin Urban. Bierwirth 1827 Georg Wundergruber. 1839 Johann Wagner, Mechaniker. 1856 Friedrich Schölkopf. :t«. (148. 269. 335. 548.) N. Schild zum grünen Nulzbaum. Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1730 Peter Schwager, Kays Kucheltrager. 1739 Martin Nußpaum, Stadt-Muficus 1745 Johann Michael Schober, Gastgeb. 1750 Maria Magdalena Schober (1755 verehlichte Fleischmann). 1765 Georg Fleischmann, Gastwirth. 1769 Joseph Frobeyß, Flinterlschlager. 1780 Johann Wonauer, Knöpfmachcr. 1799 Ferdinand Schuhegger, Schuhmacher. 1817 Theresia Schuhegger. 1839 Dr. Anton Mosing, Hof- und Gerichts-Advokat. 1858 Franziska Mosing. 1862 Alfred und Guido Mosing. LS. (147. 268. 334. 547.) Ll. Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1729 Johann Paul Frech von Ehrimfeld. Neu- gebauter Stadl und Schüttkasten. 1745 Johann Friedrich Edler von Dollar. 1774 Joseph August Edler von Dollar (wie Seite 140). 1811 Klara Grünwald. 1815 Johann Seitz. Fleischhauer. 1816 Bruno Neuling, Juwelier. 1821 Vincenz 243 Neuling, k. k. Hof-Juwelenlieferant. 1822 Johann von Bor« nemisza. 1828 Heinrich Geymüller und Comp., k. k. priv. Großhändler. 1842 Peter Murmann, Großhändler. 1845 Dr. Leopold Würth, Hof- und Gerichtsadvokat. 1852 Katharina Hummel, 1863 Martin Hummel. 34. Siehe Schäffergasse 15. 36 . (146. 267. 333. 546 ) 51. Schild zu de» drei Engeln. Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1730 Engl Jacob Frankh, Kays. Hartschier. 1734 Anna Maria Heggmüllerinn, verwit- tibte Frankh. 1757 Martin Wißcr, Knchelgartner. 1762 Heinrich Pichlmayr, Zeugmacher. 1802 Franziska Reich; dann Anna, Ignaz und Johanna Neumann. 1805 Mathias Kaiser, Weinwirth. 1831 Egidius Philipp, Schankwirth. 1847 Rosalia Philipp. 1848 Gottlieb Schneider, Gastwirth. 38. (145. 266. 332. 545.) 51. Schild zu Jesus, Maris und Joseph. Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1730 Hanns Georg Sabatzky, Kays. Haydukh. 1731 Mathias Mayr, schutzverwandter Schneider. 1749 Ursula Mayrinn, Wittib 1780 Philipp Buchsbaum, Gastgeb. 178l Jakob Widmann, Fleischselcher. 1792 Johann Christoph Wolfmayr, Kässtecher. 1798 Georg Höffinger, Gelbgießer. 1847 Dominik Höffinger. 1850 Theresia Höffinger. 1853 Johann Georg Schnabel, Sauer- kräutler und Mathias Razenböck. 1861 Ferdinand Mayer. 46 . (144. 265. 331. 544.) Hl. Schild zu den drei Sternen. Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1730 Hanns Georg Sabatzky l748 Johann Gerhard Hanegger, Burger. 1755 Eva Theresia Hancggcr, Wittib. 1756 Sebastian Hanegger. 1780 Johann und Joseph Wasserburger, Lederermeister. 1781 Johann Rausch, Wirth. 1785 Tobias Ostermayer, Schuhmacher. 1811 Maria Anna Ostermayer, Witwe. 1812 Simon Häußler. 1816 Barbara Weicht, Fleischselcherswitwe. 1817 Andreas Walter, Maler- farben-Fabrikant. 1836 Georg Klein, Mitglied des äußeren Ctadtrathes. 1844 Georg und Franziska Klein, dann Anna Titl. 42 . (143. 264. 330. 543.) 51. Schild zum grünen Thor. Abg. von Nr. 44. Im Jahre 1785 Christian Schedl. 1788 Friedrich Niemet, Bürger. 1789 Johann Blachus. 1792 Franz 244 Will andiier. 1797 Franz Hege. Erdgeschirrhändler. 1808 Sophia Hege, Witwe. 1821 Mathias Hacker, Schuhmacher. 1830 Zgnaz Boxler. 1834 Eduard Stadelbauer. 1846 Franz Joseph Jautz, Kupferschmied. 4». (142. 263. 329. 542.) )1. Schild zum grünen Dachel. Abg. vom Mohrenhause. Im Jahre 1729 Hanns Eustachius Mayr, Kays. Reitknecht. 1747 Joseph Graubner. herrschaftlicher Bedienter. 1774 Katharina Graubner, Witwe. 1784 Joseph Schedl, Bierleutgeb. 1785 Johann Schedl, Bierwirth. 1790 Johann Georg Köppelmayer. 1804 Theresia Köppelmayer. 1807 Leopold Stummer, Gastwirth. (Vom Jahre 1829 an: Amtsort des k. k. Commerzial-Stämpelamtes Wieden). 1835 Stummer- sche Erben 1836 Stephan Petermann. 1844 Franz Wellnhofer. 1858 Wolfgang Seidl. 46 . Siehe Margarethenstraße 43. Kleine Nengasse. (Ablhkilnngkn des WiesentHälschen Gartens; wie Seite 237.) Nr. I. (472. 347. 414. 627.) 8. Abg. von Nr. 3. Im Jahre 1792 Joseph Merschur. 1799 Anton Stömmer, Schuster 1802 Georg Schüppert, Bürger und Mehlbeschauer. 1805 Joseph Zandl. 1810 Mathias Leibrecht. 1816 Andreas Walter. 1817 Simon Veigl. 1818 Johann Ernst. 1842 Joseph Neuhauser. 1845 Ignaz Marofsky, Justizverwalter. 1850 Lorenz Riemer, Fleischselcher. 1863 Johann und Barbara Kreutzer. S. Siehe Hechtengaffe 15. 3 . (188. 348. 415. 628.) 8. Im Jahre 1745 Thomas Spregesbauer, Ayr-Kramer. 1771 Dessen Wittib Katharina, nachhin verehlichte Merschur. 1786 Johann Georg Merschur. Stöckelschneider. 1812 Elisabeth Merschur. 1819 Joseph Lechner. Milchmayer. 1844 Lechnersche Erben. 1850 Peter Zimmermann, Schloffermeister. 4 . (179. 308. 375. 588.) ^4. äc U. Schild zur neuen Welt. Im Jahre 1745 ein Hofstatt Weingarten im »obern Schooß* ; dem Kays Obristwochtmeister Joseph Gabriel 6s 245 ^Ilio gehörig. >750 Donato Felice äs ^Ilio, kays. Fortifica- tions-Jngenieur *). 1766 Anna Katharina von Bordollin, geborne Mayr von Rißeneckh, Bergrathswitwe. 1768 Joseph Graf von Starhemberg, k. k. General-Keldwachtmeister. 1776 Eva Gräfin von Starhemberg, geborne Gräfin von Kürolyi. 1784 Polixena Gräfin von Erdödy, geborne Gräfin von Kohary. ^1789 Nikolaus Joseph Fürst von Estcrhckzy äs (lulantteu. 1791 Simon Woitsch. 1800 Johann Freyherr von Bartenstcin. 1805 Peter Meunier, Traiteur (Singerstraße Nr. 900)./1820 Johann Langenbacher, k. k. Professor der Thierarzneykunde. 1845 Ge- schwister Langenbacher. — Die Esterhäzische Realität wurde 1792 von der Rittergasse durchschnitten. Der im Jahre 1806 erüffnete Tanzsaal zur „Neuen Welt* gehörte unter die besuchtesten »nd elegantesten Säle in Wien. Meunier, sein Erbauer, hatte die glückliche Idee in diesem Saale gebahnte Parqueten legen zu lassen — ein Luxus, den man zu jener Zeit selbst in den kaiserlichen Redouten-Sälen noch nicht kannte, wo solche erst 1814, vor Beginn des Wiener- Kongresses angeschafft wurden. Die geschmackvoll dekorirten Räume der „Neuen Welt* schimmerten in glänzender Beleuchtung und waren mit hohen Wandspiegeln und lebenden Blumen geschmückt. Der ganze Bau hatte viele Ähnlichkeit mit dem kleinen Redoutensaale/ 5. (189. 349. 416. 629.) 8. Schild zu den zwei goldenen Schlüsseln. Im Jahre 1745 Peter Feuchtner, Gastgeb. 1769 Johann Thomas Wäger, Stadt- und Land-Ehirurgus, äußerer Stadtrath und Burger. 1789 Anna Maria Wäger, Wittib. 1802 Georg Wächter, Gastwirth. 1833 Anna Wächter, Witwe. 1851 Wachter'sche Erben. 6. Siehe Rittergasse 3. r. (190. 350. 417. 630.) 8. Sch ld zum guten Hirten. Im Jahre 1745 Franz Neuwirth, herrschaftlicher Kutscher. ') Vordem hatte äv Xllio in Näh- de» Rotlenhof* am Josephftädter- Glaci» einen hübschen Garten inne, welchen der Marqni» von Roff. rano 172 t käuflich an sich brachte und in sein (gegenwärtig fürstlich Auersperg'sche») Palai» einbeziehen ließ. c 246 1769 Willibald Schäfer, Gestättenaufseher. 1773 Anna Maria Schäfer, Feldscheererinn. 1782 Franz Rost. 1788 Johann Ham- bichler, Handelsmann. 1796 Ferdinand Schnell, Vergolder. 1802 Fidelius Geßer, Schuhmacher. 1820 Magdalena Geßer. 1840 Josepha Gast, geborne Geßer. 1861 Joseph und Theodor Kuntner. 8. Siehe Rittergaffe 10. 9 . (191. 351. 418. 631.) 6. Schild prm goldenen Löwen. Im Jahre 1745 Leopold Löw, ein Viehmayr. 1776Katharina Löwinn, Kiihweib. 1785 Ignaz Nepomuk Worell, Edler von Worliczer, k. k. Hofagent. 1790 Joseph Karl Wuester, Äusserer Stadtrath und Gastwirth. 1827 Georg Wuester, Schankwirth. 1829 Johann Ach, Wirth. 1831 Barbara Ach, später verehlichte Patzinger. 1843 Vincenz Patzinger, Mitglied des äußeren Stadt- rathes und Gastwirth. 1854 Josepha Gast. Zufälligerweise fanden wir auf dem Belastungsconto der früheren Besitzer dieses Hauses einen, selbstverständlich längst beglichenen Satzbrief der „Ehrn- und tugendfesten Kuttenbruderschaft", die ein erspartes Sümmchen von 1150 fl. .«»f den Löwen" geliehen hatte, vorgeschriebe». Der Satzbrief datirt vom 10. Dezember 1766 und die Firma dieser ehren- werthen Coterie: „Mathias Wach. Vorsteher der Kutten- und Geheimbnus-Staab-Trager zu St Ulrich" klingt zu drollig um hier nicht erwähnt zu werden. I«. Siehe Schäffergasse 23. 11. (192. 352. 419. 632.) 8. Schild ?u Maria Treu. Abg. von Nr. 9. Im Jahre 1757 Johann Schaden, Maurerpolier. 1774 Anna Maria Schaden, Wittib. 1791 Johann Georg und Anna Maria Stögler. 1811 Johann Georg Lechle, Kunsttischler. 1815 Georg Hauer. 1821 Mathias Weiß. Schneidermeister. 1832 Theresia Weiß. 12 . (175. 304. 373. 586 ) >1. Schild p»n blauen Uing. Im Jahre 1745 Gottfried Leimer. 1753 Johann Preyer, Maler. 1761 Joseph Ruch, Ayr-Handler. 1774 Katharina Rneh. 1778 Mathias Fruhwirth, Hühnerkramer. 1807 Johann Komposch, Doktor der Arzneykunde. 1810 August Frepherr von Wöber, 247 k. k. Obristlientenant. 1814 Johann Burger, Häringer. 1845 Magdalena Burger, Witwe. 1849 Burger'sche Erben. 1851 Franz Piesche. LS. (193. 353. 420. 633.) 8. Schild zur großen Bethen. Im Jahre 1745 Joseph Martin Fritz. Bedienter. 1754 Joseph Daniel. 1770 Maria Clara Daniel. 1771 Joseph Holzer, Gast- wirth. 1783 Martin Holzer. 1789 Joseph Perger, Schuhmacher. 1792 Jakob Stranz, Schuhmacher. 1797 Johann Steinbach. 1799 Johann Georg Lechle. 18l5 Joseph Wittmann. 1824 Theresia Wittmann. Witwe. l833 Joseph Rothmayer, Schuhmacher. 1842 Theresia Rothmayer. 1845 Rudolph Wittuiann. Schuhmacher. 1852 Adolph Grimfeld. 1860 Maximilian Weiß und Leopold Strauß. 186l Wilhelm Fast. LL (174. 303. 372. 585.) kl Schild zum Frnchtbaum. Im Jahre 1745 Gottfried Leimer. 1763 Johann Preiß, Tischlermeister und Ortsschulaufseher. 1819 Christin« Preiß. 1839 Kranz und Joseph Preiß; dann Christina Wächter, geborne Preiß. 1840 Eleonora Condorußi (1853 verehlichte Ungar). LS. (194. 354. 421. 634.) 8. Schild zum Dfenbuben. Im Jahre 1745 Anna Theresia Freyin von Stockhammer. 1766 Stephan 8rikau1 Uo 8Iuvietiu? 1767 Mathias Knötzi. Hüner- kramer. 1787 Franz Prämmer, Kutscher. 1796 Alexander Junigl, Vifierschneider. 1802 Johann Mock. 1807 Paul Mayer, Schuhmacher. 1810 Johann Oppelt, Drechsler. 1827 Johann Bauer. Viktualienhändler. 1836 Johann Georg Hausmann. 1853 Andreas und Barbara Daut. 1856 Elisabeth Tischer. L«. (173. 302. 371. 584.) kl. Schild zum Bergknappen. Im Jahre 1745 Gottfried und Judith Leimer 1765 Johann Martin Adlmann , Burger und Goldscheider. 1773 Johann Georg Sartory. Herrschafts-Inspektor. 1782 Anna Maria Görk, verwitwete Sartory. 1793 Andreas Fuchs. 1802 Maria Anna Fuchs. 1810 Ignaz Wall, Goldarbeiter. 1811 Joseph Lichtenstern, Uhrmacher. 1812 Nikolaus Bayer, Tischler. 1841 Elisabeth Bayer. >859 Anna, Antonia, Elisabeth und Ferdinand Werner. LV. (195. 355. 422. 635.) 8. Schild zur Sonne. Im Jahre 1745 Johann Görkmann, herrschaftlicher Bedienter. 1758 l z l ^ 4- 248 Magdalena Görkmann, Schuhmacherin. 1787 Simon Görkmann. Zagelschneider (Geräthelträger) 1802 Jakob Obkirchner. 1805 Anton Dunzendorfer. 1800 Franz Straßenreither. 1812 Paul Mayer. 1813 Johann Michael Sandschuster. 1816 Michael Fluderer, Bierwirth. 1821 Katharina Armann, k. k. Lotto- beamtensgattin. 1834 Anton Edelhofer, Klaviermacher. 1849 Georg Leithner. 1852 Anton Vogel, Drechslermeister. 1855 Andreas Zeißner. 18. (172. 30t. 370. 583.) 6. Abg. von Nr. 47 Margarethenstraße. Im Jahre 1803 Joseph Winter, Schmicd- meister. 1814 Ursula Winter. 1819 Michael Klatscher, Schneider. 1831 Franz Scolant, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Schneidermeister. 1850 Theresia Scolaut, geborne Fuchs, Witwe. 1854 Joseph Jahn, Schuhmacher. RS. (196- 356. 423. 636.) 6. Schild zur Stadt Bethlehem. Im Jahre 1768 Johann Adam Traunwieser, Handelsmann. (Vormals drei „Schweighardt'sche Städel"; 1768 demolirt und in ein Zinshaus »mgebaut.) 1780 Anna Maria Ferrari, verwitwete Traunwieser. 1798 Johann Burger. 1802 Georg Malluscheck. 1810 Paul Mayer. 1811 Jeremias Pulvermüller. 1816 Regina Pulvermüller. 1845 David Seffrin, Seifenfieder. 1850 Valentin Klopfer, Tischlermeister. SV S iehe Margarethenstraße 49. 21. (197. 357. 424. 637.) 8. Schild zum Auge Gottes. Im Jahre 1745 Gottfried Leiner, herrschaftlicher Portier. 1761 Simon Dengl, zu „Joachim und Anna". 1764 Margaretha Tengl, Wittib. 1771 Richard Schmitz, Schlossermeister. 1810 Andreas Kreutz, Schlosser. 1812 Dominik Joseph Klauß. Pens, k. k. Hauptmann. 1841 Georg Questl, Vergolder. 1845 Anton Roth, Schneider. 1849 Georg Nürnberger. Fragner. 1851 Leonhard Garras. 1857 Vinccnz Häusler 23. (198. 358. 425- 638.) 8. Schild zum weißen Berg Abg. von Nr. 21. Im Jahre 1764 Johann Preyß. Tischler meistcr. 1775 Johann Friedrich Vogl, Tischlermeister. 1807 Johann Georg Werner, Tapezierer. 1821 Barbara Werner. 1823 Jakob Gntkas. 1838 Maria Mann. 1843 Adam Hampl. 249 Schneidermeister. 1849 Paul Reiß, Schuhmacher. 1856 Antonia, Rosalia. Johann und Rudolph Reitz. SS. Siehe Margarethenstraße Nr. 51. Neumanngaffe. (Abtheilungkn des Paulankr-Klostergartk»-; wir Seite 125.) Nr. L. (-543. 168. 319.) L. Im Jahre 1797 Joseph Neumann, Mitglied des äußeren Stadtrathes und bürgerlicher Landkutscher. 1808 Jakob Eschenbacher (wie Seite 75). 18 l l Konstantin Bellio, griechischer Handelsmann. 1813 Johann Karl Wallner. 1816 Ferdinand Sendinger, Drechslermeistrr. 1820 Andreas Falkenberger, Mandolettibäcker und Richter auf der Laimgrube. 1860 Ludwig Falkenberger. S. (- 540. 180. 334.) L. Im Jahre 1797 Joseph Neumann. 1810 Michael Wieser, Kupferschmied. 1852 Anna Wieser. S (— 539. 179. 333.) L. Mit Nr 2. in derPaulaner- gasse vereiniget. 4 . (- 542. 182. 336.) L. Im Jahre 1797 Joseph Neumann. 1802 Martin Munding. Tischlermeister. 1814 Sig- mund Anton Steiner, k. k. priv. Kunsthändler. 1817 Joseph Hartl Edler von Luchsenstein, k. k. Hofrath. 1833 Anton Graf von Neuhaus, k. k. Kämmerer. 1839 Ferdinand Ritter von Staudenheim. 5. Siehe Paulanergasse 1. «. (— 536. 183. 337.) L. Gemeindehaus. Psarrhaupt- schulr und Rudolph'lchc Vrrsorgungsanftalt für arbeitsunfähige Dienstboten. Im Jahre 1797 Andreas Bartl (wie Seite 205). 1803 Anton Walter, Orgelbauer. 1815 Ignaz Leibenfrost, bürgerl. Pfaidler, Mitglied des äußeren Stadtrathes Richter und Senior der Gemeinde Wieden, Inhaber der goldenen Civil- Derdienstmedaille. 1815 (18. Oktober) Gemeinde Wieden. Der Umbau dieses zu Schul- und Gemeindezwecken bestimmten Hauses begann unter der Leitung des Richters Leiben- frost „nd der hiesigen Bürger Martin Freund und Joseph 250 Stadler im Jahre 1822. Regierungs-Präsident Augustin Reichmann Freiherr von Hochkirchen vollzog am 13. Mai 1823 die feierlichen Akte der Grundsteinlegung zu dem neuen Gebäude und der Einführung der Schuljugend in dasselbe. Das Amt eines Ortsschulaufsehers bekleidete damals Dr. Stephan St ei ge r *), weiland Medikus und Hausbesitzer — eine der populärsten Persönlichkeiten in der Gemeinde. Aus früherer Zeit besitzen wir über das Schulwesen in hiesiger Vorstadt nur spärliche Daten, und beschränken sich die dießfälligen Aufzeichnungen fast einzig auf die Namensangabe der jeweiligen Schulmeister. Den Reigen derselben eröffnet Hans Stefl; er war von 1630 bis zu seinem im Juli 1670 erfolgten Tode »bürgerlicher Schulhalter" auf der Wieden. In den Jahren 1705 und 1706 hantirte Johann Franz Järg hierorts in der doppelten Eigenschaft eines Schulhalters und Gemainschreibers. 1715 war Heinrich Vorbeckh, Schulhalter und Gemainschreiber; 1739 Johann Jakob Simit sch »beim grünen Jäger" (siehe Seite 153); 1717 bis 1765 Johann Anton Kor an da. Korund a scheint der Letzte gewesen zu sein, welcher mit dem Lehramte zugleich den Posten eines Gerichtsschreibers versah ; Schule hielt er bei »Adam und Eva" in der Margarethen- — straße Nr. 24. Nach Koranda kam Thomas Kampp als Schulmeister in die Gemeinde; unter seinem Regime ward 1775 die Schule in das neuerbaute »Paulanerhaus" (Floragaffe Nr. 9) übersetzt. Um das Jahr 1780 öffnete sich neben der Kampp'schen eine zweite »bürgerliche" Schule im »goldenen — Wagen" (Nr. 38 Margarethenstraße). Der Neuangekommene Schulmeister nannte sich Andreas Sch »werk. Bei Errichtung der "Pfarre zu St. Karl (1783) befand sich mich »beim rothen Apfel" ') Dr. Stephan Steiger: „Rede bei »er feierlichen Grundsteinlegung un!> Eröffnung de« neuen Schulgebäude« in der Borstadt Wieden.' Wien t823. — Bei seinem Scheiden al« Ort«schulaufseher vertheilte er an die Jugend folgende von ihm verfaßte Brochurc: .Frömmigkeit, Tugend und Fleiß, die Wegweiser zum wahren Glücke. Zum Abschiede der lieben Schuljugend mitgegeben auf die Reise durch da« Leben von ihrem Freunde Stephan Steiger.- Wien 1832, bei Pichler. 251 (Nr. 13 in der Paniglgafse) eine Trivialschulr. Die drei Letzteren erhielten am 1. Mai 1783 den Titel „Pfarrschule." »Arme Schulen"' (!) wo man den Nachwuchs der Unbemittelten gratis" mit dem Backel traktirt hatte, zählte die Wieden zwei; die von 1760 an „im Wallfisch" (Nr. 7 am Mittersteig) eingemiethet waren. Auf die Kinder der Armuth hatte schon im Jahre 1748Franz Anton Edler von Wenzelli *) liebevoll Bedacht genommen und bare viertausend Gulden zu dem Ende gemidmet, daß von den entfallenden Zinsen auch jenen „Kindern auf der Wieden, deren Altern das Unterrichtsgeld (damals einen „Sechser" monatlich) nicht erschwingen könnten" der Schulbesuch ermöglicht werde. Einer späteren Übereinkunft gemäß fallen die Zinsen dieses Kapitals mm den Piaristen auf der Wieden zu, welche sich verpflichtet haben: jährlich hundert Kinder mittelloser Eltern aus der hiesigen Gemeinde in ihre Schule aufzunehmkn. * Der mit dem Schul- und Gemeindehause in Verbindung stehenden Dirnkbothen-Vrrlorgungsanllalt gab die am 8. Juni 1818 verstorbene Hausbesitzerin Elisabeth Rudolph, geborne Bret- schneider, das Entstehen. Diese hatte in ihrem Testamente am 2. Juni 1818 die ansehnliche Summe von 35.200 fl. W. W. zu einer Stiftung bestimmt, aus welcher sechs männliche und eben so viele weibliche, wegen Alter und Hilflosigkeit einer solchen Unterstützung würdige Dienstbothen der Gemeinde Wieden oder der umliegenden Vorstädte, mit der täglichen Gabe von 24 kr. W. W. zu betheilen sind. Die vom Anfallstage des Stiftungs-Kapitals zugewachsenen Zinsen haben es den, zur Administration dieser Stiftung berufenen Geschwistern der Erblasserin möglich gemacht, in Verfolgung der menschenfreundlichen Intentionen der Stifter,'», die ursprünglich bestimmte Zahl der Stiftplätze um zwei zu vermehren; so daß am 15. August 1824 — dem Eröffnungstage dieser Versorgungsanstalt — vierzehn, den Bestimmungen des Stiftbriefes entsprechende Jndi- ') Schenkungsurkunde vom 28. September 1748 und Stiftbrief vom 4. November 1756. 252 viduen in dieselbe ausgenommen werden konnten *). Dem Vorstand der Gemeinde Wieden ist gemeinschaftlich mit dem Pfarrer bei den heiligen Schutzengeln, das Präsentationsrecht dieser Stiftung übertragen. Obstmarkt. Nr. 1. (90. 454. 1.) K- Fürstlich Starhcmberg'schrs Frei- haus. Gut Konradswcrd. Die Starhemberge als Abkömmlinge der Markgrafen von Steher, gehören zu dem ältesten in Wien verburgrechteten Adel und waren schon unter Herzog Albrecht V. hier begütert. Zn dem Besitze von Konradswcrd ist die von Rüdiger, dem Sohne Erasmus abstammende ältere Hauptlinie der Starhemberge, die im Jahre 1765 in der Person des Grafen Georg Adam die Fürstenwürde erhielt. Jene weitläufigen Räume, die heutzutage das Starhemberg- sche Fr ei Haus beherrscht, sollen noch im 15. Jahrhundert zwei Seitenarme des einst viel mächtigeren Wieuflufses eingeschlossen haben. Wann die Trockenlegung dieser Rinnsale geschah, ist unbekannt. Auf diesem Werd, wie man die Inseln in und um Wien ehemals zu nennen pflegte, lag bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts ein „landeSfür st sicher Garten" — das spätere Gut „Konradswcrd". Kaiser Ferdinand HI. gab dieß Gut am 12. Juni 1643 seinem getreuen Kämmerer, dem n. ö. Statthalter Conrad Balthasar Reichsgrafen von Starhemberg zu Schaumburg und Waxenberg — welcher zwei Jahre vorher den anrainenden .Garten ') „Rede, gehalten bei der feierlichen Einführung in den Genuß dervon der verstorbenen Frau Elisabeth R u d o l p h, gebornen Bretschneider, gegründeten Stiftung zu Unterhaltung von zwölf arbeitsunfähigen und hilfebedürftigen Dienübothen. au» der Borstadt Wieden, und aus den derselben angränzenden Borstädten. Im Namen der eingesetzten Stiftung»- Administratorinn Susanna, verwitweten Hoff, gebornen Bret- schneider, durch ihren Eidam Kranz Merkte am IS. August 1824 ' Dien. Gedruckt bey Anton Strauß. — Kerner«: Von Savageri, »Sammlung aller bestehenden Stiftungen', »c. Brünn 1832, S. 569 253 beym heiligen Geist" nebst Mayerhof und Wiesbaden von Georg Prugglacher angetanst hatte — zu Lehen. Mit Freibrief vom 3. Juli 1647 ward das ganze Gut sammt Garten und darin gelegenen Häusern, Bade- und Fischwasscr, Wasch- und Trockenstätten, gegen eine Geldsumme von tausend Gulden aller Dienstbarkeit sowie der Quartierlast enthoben und nebst der niederen Gerichtsbarkeit über seine Insassen in das volle Eigen- th»m des Grafen Starhemberg überlassen. Ein bereits früher, am 12. Dezember 1644 zwischen dem Stadtrathe und dem Grafen abgeschlossener Vertrag berechtigte Letzteren auch zum »Leutgeben in Konradswerd", doch mit der Beschränkung, daß kein »Zeiger" ausgesteckt werden durfte. In den folgenden Jahren erwarb Graf Starhemberg noch einige nahe Häuser und Gärten, vereinigte sie, und legte dadurch zum heutigen Freihause den Grund. Diese nachträglichen Ankäufe berührten: Im Jahre 1654 а) den ursprünglich Ilmgelter von Deissenhausen'schen Edelsitz. Haws, Stadl vnd Garten des Christoph Carl Fernberger von Egenberg auf Thornau, vnd Margarethen dessen Ehefraw einer gebornen Schönkherl *); 1>) den Garten des Schatzmeisters Niclas von Curlandt; o) des Johann Baptist Zachariä, Aussern Stadtrathes vnd Waxkerzlers Hawß in der „Froschlackhen." Im Jahre 1661 б) den Stadel des bürgerlichen Zimmermannes Stephan Wallner; und endlich 1665 o) des Wolfs Pröbstl Fuhrmannshäusel in der Froschlackhen. Das in den Annaltn Wiens durch zahlreiche und verheerende Feuersbrünste bezeichnte Todesjahr Ferdinands III. (1657) brachte auch der Starhemberg'schen Besitzung den Unter- ') Gewährbricf vom 13 Juni 1654: Graff vnd Herr von Starhcmberg rc. empfängt Nutz vnd Gewähr vmb ei» Hanß, Stadt vnd Gartten mit Zugehörung vor dem Kärncr Thor auf der Wüden zwischen des Landtsfürften Gartten, so letzt wohlgedachter Graff in Besitz hat' vnd Julia Amphoso (des Pallmaisters) Hause gelegen; darum vorhin Herr Christoph Carl Fernbcrger von Egenberg rr. an der Gewähr gestanden. (Erzbischöfliches Gewährbuch I. 1V9.) 254 gang. Graf Conrad Balthasar baute sich jedoch 1660 auf der Brandstätte neu an und errichtete gleichzeitig die noch gegenwärtig bestehende K ap c l l e zur heiligen Rosalia*). Der Umfang jenes Gebäudes konnte kein unbedeutender gewesen sein, da während der Pest im Jahre 1679 von den Bewohnern dcS Freihauses allein über dreihundert der schrecklichen Seuche erlagen — ja wie die Chronik meldet, im Umkreise der alten Wieden damals kaum siebzig gesunde Hausgenossen zu finden waren. 1683 bei dem Anmarsche der Türken loderte das Freihaus neuerlich, dießmal aber auf Befehl des Besitzers — des helden- müthigen Stadtkommandanten Ernst Rüdiger Grafen von Starhemberg — in Flammen auf; wurde aber bald nach dem Entsätze Wiens in weit größeren Dimensionen, und zwar mit Einbeziehung eines Theiles seiner früheren Gärten, aus dem Schutte erhoben. Es ist hier am Platze, der noch stark verbreiteten, obwohl durch Freiherrn von Hormayr **) längst widerlegten irrthümlichen Meinung zu begegnen: „der hiesige Stadtrath hätte diese Besitzung zum Beweise der Dankbarkeit gegen den standhaften Vertheidiger Wiens, Ernst Rüdiger Grafen von Starhemberg. von allen Abgaben befreit; und stamme auch der Name Freihaus von jenem Akte her". Wie oben erwähnt, ward Konradswerd schon 1647 unter Ferdinand III. frei- Tas Haus aber, welches der Stadtrath acht Tage nach dem ruhmvollen Entsätze (20. September 1683) zum Dank gegen Ernst Rüdiger von allen Kontributionen und Abgaben frei erklärte, lag in der Krugerstraße (Nr. 1013) und trug das Schild zur „ivnßm Lilie". Am 24. Juni 1759 ward das Starhemberg'sche Freihaus zum dritten Male von den Flammen verheert Diese Feuersbrunst kann nur mit jener unter König Ottokar im Jahre 1276 ") Die Rosaliakapelle ward auf Bcsehl Kaiser Josephs ll. zugleich mit den übrigen Privatkapellen in Wien gesperrt, am 1 9. November 1856 aber, da das ..k. k. Bezirksgericht Wieden" im Freihause seinen Sitz hatte, wieder eingcweiht und eröffnet. Geschichte der Stadt Wien, tl. Jahrgang. 7. Heft. <03. 255 verglichen werden, und ist die bedeutendste, von welcher die Vorstädte Wiens im Verlaufe von sechs Jahrhunderten heimgesucht wurden. Im Freihause selbst zum Ausbruch kommend, fraß die Flamme dasselbe bis zum Grunde nieder, ebenso mehrere gegenüber gelegene Häuser. Der Orkan trug die Brände gegen das Schwarzenberg'sche Palais und die nahen Postställe; auch hier schlug die Feuersäule empor, und konnten nur mit größter Anstrengung die zahlreichen Pferde und Maulthiere in Sicherheit gebracht werden. Von hier drang der Brand den Rennweg hinauf in die Grasgaffe, in die llngergaffe, auf die Landstraße, und zerstörte noch 32 Häuser von Erdberg abwärts bis zur Donau. Erst diese setzte dem entfesselten Elemente einen Damm. Volle zwei Tage und die Nacht inzwischen wüthete der Brand und hatte ganz Wien zittern gemacht. Fürst Georg Adam erneuerte das Freihaus *) in kürzester Frist wieder und ließ es 1786 durch Zubauten und Aufführung eines zweiten Stockwerkes bedeutend vergrößern. Aus jener Zeit stammt auch die bisher unerklärliche Einbauchung der Kacade dieses Hauses gegen die Hauptstraße zu; es klingt sonderbar, ist aber erwiesen, daß Fürst Starhemberg bei dem Umbau des Hauses im Jahre 1759, lediglich aus Rücksicht gegen eine u mfangsreiche Düngerpsütze — der Lagerstätte des Wiedner-Kehrichts — vor demselben, den Bau nicht in gerader Linie führen durfte. Bis zum Jahre 1849 bildete das ,Freihaus" einen für sich bestehenden Gutscomplex: die Herrschaft „Konradswerd" — dessen Bewohner dem Starhemberg'schen Hofrichter unterstände»; nur in Angelegenheiten geringerer Bedeutung entschied der, von den Inwohnern selbstgewählte Richter des Freihauses. Der Erste, den wir in dieser Eigenschaft begegneten, war 1699 der Dhlerer Balthasar Graf. Im Jahre 1794 war Anton Wiß« mann daselbst Richter. ') Auf I. Ziegler'- Prospekt gegen die Wieden und Laimgrube an der Wien, vom Jahre 1780, zeigt sich im Mittelpunkte de- Bildes, gegenüber der alten steinernen Wienflußbrücke noch das einstöckige Areihau - 266 In seinem heutigen Zustande ist das Freihaus sozusagen eine Stadt in der Stadt, und umfaßt Alles, was der Mensch benöthiget. an Kleidung. Nahrung und Komfort. Sein Flächenraum mißt 4 Joch 611 LH". Mit Ausnahme von 480 LH", welche auf die sechs Höfe und den Garten entfallen, ist der ganze Grund verbaut. Das Freihaus zählt 225 Wohnungen, von deren Mietherträgnisse — in runder Summe 7 tOOO fl. — im Jahre 1863 dem Staate bare 16587 fl. an Steuern zufließen. Die Zahl der Insassen beläuft sich nach der letzten Volkszählung, mit Hinzurechnung von 140 Kindern auf 1125. Hören wir, wie vor nicht gar langer Zeit ein bekannter Feuilletonist über das Freihaus sich äußerte: »Wer Kinder hat, ziehe ins Freihaus, er iniethet mit der Wohnung zugleich einen Spiel- und Tummelplatz für seine Kinder; wer Hunde hat, für den ist das Freihaus ein Eldorado, in des Wortes intimster Bedeutung ein — Freihaus. Im Garten desselben steht noch das berühmte „Salettl", wo Mozart die Musik zur Zauberflöte gedichtet, und daneben stand einst Schikaneders Theater, wo diese Oper zuerst aufgeführt wurde. Aber dieß ist nicht die einzige Klassizität des Hauses. Für Freunde mittelalterlicher Baudenkmale und Anstriche bietet cs eine umfassende Augenweide, von Außen erscheint es Grau in Grau, es zeigt noch die uns Allen liebgewordene Josephinische Tünche. Spötter nennen das Freihaus eine Civil- kaserne; ich aber sage ihnen, man wohnt in dieser Kaserne bequem und sicher. Gutes Trinkwasser besitzt das Freihaus im Überfluß, woran aber die öffentlichen Einrichtungen zur Wasserversorgung Wiens ganz und gar schuldlos sind' rc. Pelihrr von Konrabsnitrd. Im Jahre 1643 Conrad Balthasar des Heil. Röm Reichs Grass von Starhemberg (geboren 1612 ; 4 3 . April 1687), Grass von Schaumburg und Waxenberg, Herr auf Wildberg, Riedegg vnd Lobenstain, zu Schönpühel vnd Wildenstain, Ritter des güldenen Vließes ; der Röm. Kays. Maytt. gehaimber Rath vnd Statthalter der N. Ö. Lande. 1687 Heinrich Ernst Rüdiger Reichsgraff von Starhemberg (geboren zu Graz 1638; -j- 4. Juni 1701), Grass 257 zu Schaumburg vnd Waxenberg. Herr der Burg Eferding, zu Schönpühel, Aggstain vnd Thiernstain, Frcidegg, Auhof. Karls- Puch. Kr» mnußbaum. Freyenstain, zu Rothneusiedl vnd Con- rudswörth; Ritter des güldenen Vließ, Jhro Rom. Kays. Maytt. würklich gehaimber Rath vnd Cammerer, General-Veldt- Marschall, bestelter Obrister über ein Regiment zu Fuß, Hoff. Kriegs-Raths-Präsident vnd Stadt-Quarde-Obrister in Wienn. 1702 Conrad Sigismund Anton Reichsgraff von Starhemberg rc. (Ernst Rüdigers Neffe, geboren 1089; gestorben 18. September 1727) Ritter des güldenen Vließes. Jhro Rom. Kays. Maytt. Rcichs-Hoff-Rath vnd Botschafter am Königlich Groß-Brittanischen Hofe. 1728 Georg Adam Graf von Starhemberg rc. (geboren zu London 1724; -s- 19. April 1807) Ritter des goldenen Vließes, Staats- und Konferenz-Minister, kais. Obersthofmeister und Obrist der kaiserlichen Leibgarden. (Mittelst Diplome- vom 13. November 1765 in den erbländischen Jürstenstand erhoben). 1808 Ludwig Joseph Maximilian Reichsfürst von Starhemberg. Herr der Grafschaft Schaumburg und Waxenberg rc,. (geboren zu Paris 1762. ^2. Septbr. 1833) Ritter des goldenen Vließes, k. k. wirklicher geheimer Rath und Kämmerer, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am küuigl. Großbrittanischen Hofe. 1834 Georg Adam Reichsfürst von Starhemberg rc. (geboren zu Brüssel 1785. -s- 7. April 1800) k. k. Kämmerer. 1861 Camillo Rüdiger Reichsfürst von Starhemberg rc. k- k. Kämmerer, erbliches Mitglied des Herrenhauses und Obersterbland-Marschall in Österreich ob- und unter der Enns. * !>«» Lhraler im Freihau». Moart und Schikaneder. Christian Roßbach seines Zeichens ein Baumeister, später aber gleich Herrn von Marinelli, Prinzipal einer wandernden Komödianten-Truppe, die zur Marktzcit in einer Bretter- Hütte am neuen Markte ihre Vorstellungen gab — hatte im Jahre 1786 von Kaiser Joseph II. die Erlaubnis bekommen, ei» stehendes Theater in Wien zu errichten. Zum Schauplatze Wiedw. 17 258 seiner Thätigkeit hatte er das Starhcmbcrg'sche Freihaus erkoren. Sein Kunsttempel erhob sich in dem gegen die Schlcif- mühlgassc gelegenen rückwärtigen Hofe, und sah — nach der Schilderung Castelli s — einer große», länglich viereckigen Kiste nicht unähnlich, Tas Theater hatte beiläusig die Größe des Zosephstädter-Theatcrs und nur zwei Stockwerke. Der Zuschauerraum war ganz einfach bemalt; seitwärts des Portales, vor der Bühne, standen die lebensgroßen Figuren eines Ritters mit einem Dolche und einer halb verlarvten Dame— gleichsam als Thaliens Wächter. Der Eintritt in das Parterre kostete einen »Sicbenzehner" ; im letzten Stock 7 kr. Das Theater wurde am 7. Oktober 1786 unter der Leitung Roßbachs eröffnet. Leider fand er seine Rechnung nicht dabei und überließ die ganze Unternehmung schon im März 1788 an den Theaterdichter Johann Friedel *), welcher die Direktion dieses Theaters durch mehrere Jahre mit vielem Glücke führte. Als Friedel starb, setzte er seine bisherige Gesellschafterin, Madame Schikaneder, testamentarisch zur alleinigen Erbin ein, und diese forderte sogleich ihren Gatten, den Schauspieler und Dichter Emanuel Schikaneder, welcher damals in Regensburg engagirt war, zur Übernahme dieser Entreprise auf- Schikaneder kam nach Wien und erhielt von Kaiser Joseph II. ein förmliches Privilegium. Ta seine finanziellen Umstände nicht die glänzendsten waren, verband er sich mit Anton von Ban er nfeld. Aber auch dieser täuschte sich in seinen pecuniären Erwartungen und ließ Schikaneder im Allein- besitze des Theaters. Letzterer gewann indessen als Nolksdichter und Schauspieler die allgemeine Gunst des Publikums. Die sieben Theile des »dummen Gärtners" hatten ihn schon früher in beiden Richtungen als Dichter und Darsteller, großen Beifall erworben, und die glänzende Epoche vorbereitet, welche sich mit dem »Stein der Weisen", dem »Spiegel von Arcadicn", der »Elfenkönigin", den »Fiakern in Wien" und anderen Lokalstücken eröffnete, und für dieses Theater zur wahren Goldgrube wurden. ') .Antritt««!.-. Gehalten am 24. Mtrz 1788 von Johann Knebel". Wien bcy Jahn. 259 Ein Ereigniß in dem alten Kiinsttempel des Freihauses — damals freilich nicht große Sensation erregend — doch jetzt aus Pietät für den verewigten Meister nicht zu übergehen, war die erste Aufführung der „Z auberf löte'. Man schrieb den 30. September 1791. Auf dem Komödienzettel war ganz simpel bemerkt: „Herr Mozart wird heute persönlich dirigiren'. Die Besetzung war folgende: Sa^astro Hr. Gerl. Bald nachher verband sich Schikaneder mit dem Freiherr» von Braun, um die Tänzergesellschaft des Hoftheaters nächst dem Kärnthncrthore, bei welcher sich eben die gefeierte Mad. Vigano befand, für das Theater im Freihanse zu gewinnen. Während der Unterhandlung in dieser Angelegenheit erhielt jedoch Baron Braun die Pachtung der beiden Hostheater und fand sich mit Schikaneder durch eine Geldsumme ab. Letzterer gab nun auf eigene Faust Ballete, welche zwar Zuspruch fanden, «der doch die darauf verwendete» Kosten nicht deckten, weßhalb sie auch in Kürze ein Ende nahmen. Das Theater kehrte nun wieder zu seiner eigentlichen Lebensguclle, den Lokalstücken und Zauberopern zurück. Ter „Tiroler Wastel" (14. Mai 1796), die .bürgerlichen Brüder' (24. Mai 1797), „Holga' (1. Febr. 1800); dann Gieseke's glückliche Parodien; .Hamlet' (10. Juli 1794), »Äneas' (13. August 1799); „Agnes Bernauer' rc. füllten die Casie Dennoch wollte sich die Finanzlage Schikaneder's nicht bessern und er sah sich veranlaßt, im Jahre 1797 einen Gesellschaftsvertrag mit dem Kaufmanne Bartholomäus Zitterbarth zu schließen. Erst der Unternehmungsgeist und die reichen Geldkräfte dieses Letzteren brachten neues Leben und Schwungkraft in die stockende Maschine. Nochmal- Pfarrer in Hainseld. Tamino Pamina Königin der Nacht Papagcno Papagena Monostatos Erster Genius Zweiter . Dritter „ Handclgruber Hr. Maurer (Bassist.) „ Schack. Dlle. Göttlich. Mad. Hofer. Hr. Schikaneder. Mad, Gerl. Hr. Nouscul. Nanny Schikaneder. 260 Unter der Ägide Zitterbarth's bestand nun das Theater bis im Juni 1801, zu welcher Zeit das von Schikaneder 1797 zu bauen begonnene neue Schauspielhaus an der Wien — das früher von Helmberg sche Haus — vollendet war. Den Tag bevor die Gesellschaft an die Wien übersiedelte s l 1. Juni 1801) gab Schikaneder im Frcihause ein Gelegenheitsstück: .Thespis Traum". Er selbst spielte die Titelrolle; worauf er mit seiner ganzen Truppe, mit Sack und Pack über den Wienfluß herüber in den neuen Kunsttempel zog Kurz nach dem Auszuge Schikaneders ward das Theater im Freihause demolirt Es dürfte den Leser wohl nicht unwillkommen sein, das Personale dieses Theaters vom Jahre 1791, da es privilegirt wurde, kennen zu lernen: Dircctor: Hr Emanuel Schikaneder. Schauspieler und Operisten: Hr. Arndrasch. , Brenner '). . Drain». , Delifle. . Frasel, der jüngere- , Geister. Gerl 2). . Gieseke -). , Halbe! '). . Helmböck, Vaters. , Helmböck, Sohn. „ Herzfeld'). . Heym. . Hocke. Hr. Kistler. „ Moll. „ Nonsens). , Rotier. » Schack'). . Schikaneder Karl „ Schlanderer. , Starke. . Elias Trittenwein. . Simon „ » Wallcrschenk. . Weis. « Winter Mad. Deabis. . Gerl >°). . Heym. „ Hofer "). Krauenzimmcr zum Schauspiel und Opera: Mad. Leiser. Mad. Mischet . Moll » Schack. ') Naturkomiker. ?) Bassist, der erste Sarastro. später Professor ix Edingburgh. ') Sänger, auch Eomponist. zugleich Theatermeister. ') nachmals Direktor des Hamburgertheaters. ') spielte alte Lhevaliers. ') Tenorist, der erste Tamino. 9) älterer Bruder des Direktors. '") Die erste Papagena. ") Erste Bravuursängerin, eine Schwägerin Mozart s. 26 t Mad. Schikaneder. . Suche. Dlle. Helmböck. . Klepfer. , Lichthammer. Dlle. Forst'). . Sottlicb'). „ Hoffmann. Moll. Kapellmeister: Herr Hcnneberg. Souffleurs: He. Biedermann. Hr- Garnigg. Das neue Theater »an der Wien"' (Laimgrube Nr. 26) ward am 13. Juni 180t mit der Tayber schen Oper »Alexander" eröffnet. Im Jahre 1803 kaufte Zitterbarth das Schika- neder'sche Privilegium um bare hunderttausend Gulden. Zitterbarth war nun Eigenthümer des Theaters und Schikaneder stand bei ihm als Regieführcr in Gage. Emanuel Schikaneder starb in seinem 61. Lebensjahre am 21. September 1812. Der zum allgemeinen Obst markte gewidmete Platz vor dem fürstlich Starhembergschen Freihause dehnt sich bis zur Wienflußbrücke aus. An seiner Stelle lag das. während der ersten Belagerung Wiens durch die Türken im Jahre 1529 zerstörte »Heiligengeistspital". Der Dolkswitz hat diesem Markte den Namen »Na sch markt" beigelegt, obgleich hier nicht allein Obst und Leckereien, sondern auch unentbehrliche Lebensmittel aller Art zu jeder Stunde des Tages feilgeboten werden, und es selbst an mobilen Garküchen hier nicht fehlt. Luftige Bretterhütten, in denen sich die Genügsamkeit in einer Weise zeigt — wie sie nur dem anspruchlostcn Wesen vegetirender Armuth eigen sein kann. Wie sein würdiger Kollege der »Tandelmarkt" — so gehört auch der Naschmarkt unter die Spezialitäten und Curiosa der Residenzstadt. Als gesuchter Sammelplatz der Wiener Höckerinnen bildet dieser Markt einen klassischen Boden der Trivialität, und des untersten Volkslebens, namentlich seitdem die echten Damen der Halle — unsere urwüchsigen »Fratschlerinnen" — zur Mehrzahl vom Donauschanzel hierher übersiedelten. » ') Ausgezeichnete Schönheit. ') Erste Sängerin; die erste Pamina. 262 — Der mit Alleen bepflanzte Glacisraum zur Linken des Freihauses, an Stelle der protestantischen Schule, wurde noch zu Anfang unseres Jahrhunderts von Steinmetzen zur Werk- stätte benützt. Paniglgaffe. (Vor Alterszeiten „Pänigklgassc", urkundlich schon im Jahre 1397 genannt die spätere Panikcl-, Plenkcl- oder Plcnklergasse. Wie Seite 6 ) Nr. L. (317. 79. 54 ) .1 s-I^. Schild yrm braunen Hirschr». Im Jahre 1698 Augustin von Hierneyß*) der Röm. Kays. Maytt. Rath, deß Innern Stadtrathes 8k-nior vnd Ober-Stadt- cammerer. Hauß vnd Hofstatt Weingartten im „Reich Anfang oder Haberpoint" davon man jährleich dient zu St. Michaeliszeit 22 Pfennige. 1700 Dr. Friedrich Christoph Schmid Edler von Mayen berg **). des Heil. Röm. Reichs Ritter, Herr der Herrschaften Würmbla, Grueb vnd Erperspach, Jhro Kays. Maytt. Rath vnd N. Ö. Regiments-Canzler 1743 Maria Rostna verwitwete Schmid von Mayenberg: geborne von Hierneyß. 1764 Joseph Anton Schmid von Mayenberg; N. Ö. Regimentsrath. 1775 Leopold Zehetbaner, Weinwirth. 1784 Eva Maria Zehetbauerinn, Wittib. 1789 Maximilian von Preßler und Sternau, k. k. Hof-Fntteramts - kassier. 1814 Joseph Schwaeger Freyherr von Hohenbruck, k. k. Feldmarschall- Lieutenant und Obrist-Schiffamts-Commandant tgeboren 1751, -j- 5. März 1834) 1823 Joseph Reichel, Hofrath des hohen Deutschen Ritterordens. (Gegenwärtig nehmen die Häuser Nr. 1, 3 L 8 in der Paniglgassc, dann Nr. 10, 12. 14, 16, 18 L 20 in der unteren Alleegasse den Raum des M a y en b e rg'schcn Commersitzes ein.) ') Von 1697 bis 1713 Superintendent des Wiener Bürgerspitals und Lehensträger der zu diesem Svitale gehörigen Besitzungen. Herr »ou Hierneiß war auch Besitzer eines am „Steig" gelegenen Stadthauses (nun Kärnthncrstraße, Nr. 946 ) Er starb im 77. Lebensjahre am 29- August 1713, und liegt an Seite seiner Gemalin Maria Theresia einer gebornen von Mezgern im St. Stephans Dome begraben. (Ogeßer 311.) ) Siehe Seite 169. Herr von Mayenberg starb am 13- September 1742 und ruht in der Domkirche bei St. Stephan. (Ogeßer 306-) 263 2. (— 563. 37.) R. Abg vom Bürgerspitals-Friedhof (siehe Seite 171.) Im Jahre 1807 Johann Michael Ekel, Hausbesitzer zur goldenen Birn (166) am Neubau. 18l0 Joseph Romani, Handelsmann. 1812 Christian Romani. 1819 Franz Petz. k. k. Beamter. 1820 Georg Oßwaldt und freiherrlich von Ransonnet-Dillez'sche Erben. 182 l Agatha Oßwaldt. 1822 Anton Obst, Seilermeister. 1831 Johanna Obst. 1847 Jngennin Pichler, Schneidermeister. 1853 Josepha, 1854 Johann Pichler. 2. (— 580. 53.) 3. s- T,. Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1816 Anton Langhammer, Fleischselcher. 1841 Anton und Anna Langhammer. 1854 Anton Joseph Winter, Siegellackfabrikant. 4 . (— 562. 38.) 8. Friedhofs-Parzelle (wie Nr. 2.) Im Jahre 1807 Franz Nowatschck, Tischlermeister. 1813 Thomas Chabert, k. k. n. ö. Landrechts-Sekretär. 1814 Konstantin Nikolaus Sioli, Handelsmann. 1815 Johann Baptist Mazzu- cato. 1827 Peter. Franz, Joseph und Ferdinand Mazzucato. 1834 Katharina Mazzucato, verehlichte Hraba. 1861 Wilhelm Coulon und Katharina Hraba. 1862 Joseph »nd Johanna Bohte, dann Katharina Hraba. 5 . (— 581. 52.) 3. sc 1^. Abg von Nr. 1. Im Jahre 1816 Stadel des Faßbinders Bartholomäus Grünwald. 1822 Katharina Grünwald. 1836 Philipp Reinhart. 1846 Florian Pomp, Tischlermeister. K. Siehe Karlsgaffe 5. 7 . (316. 80. 51.) L. Im Jahre 1700 Nicolai Mazella, Kays. Hoff- vnd Cammer-Musici. 1710 Joseph Mazella, Kays. Cammerdiener. 1726 Johann Göllerstorffer, Hofcanzley-Jngrossist. 1738 Johann Georg Perger, Gem. Stadt Wien» Canzleyver- wandter. 1785 Joseph Nagel, k. k. Hofmathematicus und. Direktor des physikalischen HofkabinetS. 1804 Antonia Terzaghy. 1810 Maria Terzaghy. 1820 Kajetan Buffeti. 1821 Nikolaus Lacsny von Falkusfalva. 1834 Fatime von Platzer. 1837 Theodor Ritter von Platzer. Durch die Herausgabe seines »geometrischen GrundplaneS der Stadt Wien und ihrer Vorstädte" hat Nagel einen unschätz- 264 baren Beitrag zur topographischen Kenntniß unserer Vaterstadt geliefert. Dieser auf kaiserlichen Befehl und unter Leitung des Hofmathematikers Na gel. von den n. ö. Regierungs-Ingenieuren Karl Braun, Franz Gruß und Joseph Neußner im Jahre 1770 aufgenommene, und von Georg Baumgartner in Kupfer gestochene Grundriß — ein Werk von anerkannt praktischem Werthe — bildet zugleich die Basis des zwei Jahre später (1772) veröffentlichten großen Vogelpcrspektivplanes von Joseph Daniel von Huber, Obristwachtmeisters im k. k. General-Feld-Qnartier- meisterstabe. Am Rande des Nagelffchen Grundrisses (Blatt XI. Innere Stadt) lesen wir die Bemerkung: »Zu finden in Wien auf der Wieden Nr. 316.' 8. (306. 14. 39.) k. Freund'schrs Slifthaus. Im Jahre 1700 die zween »Veit Heinrich'schen", dem Stadt-Jlluminations- k'unclo gehörigen Stadel. (Das sogenannte Gußhaus; ein Füllungslokale der zur Stadtbeleuchtung nöthigen Unschlittlampen.) 1749 Priesterhans der löblichen Bruderschaft ad 8ave- tnm ^uAnstillnm (siehe Se ite 169) . 1792 Johann Michael Alberstvrfer, Gastgeber. 1797 Johann von Hagenauer, k. k- academ. Rath und Direktor der k. k. Akademie der bildenden Künste. 1805 Martin Freund, Mitglied des äußeren Städtisches und bürgerlicher Anstreicher (-s- 19. November 1825). Letzterer hat am 2. Juli 1825 testamentarisch bestimmt, daß nach seinem Ableben das Reinerträgniß des Hauses Nr. 39 auf der Wieden sanimt den Zinsen eines namhaften Stiftungskapitales vierteljährig unter drei arme Männer und drei arme Weiber »vom Grunde Wieden" — wobei die aus Mainz gebürtigen den Vorzug haben — zu vertheilen komme. Der jeweilige Vorstand und zwei Ausschüsse des Gemeindebezirkes Wieden haben die Stiftlingc zu ernennen und das Stiftungsvermögen zu verwalten. (Stiftbrief vom 3. Juni 1829.) A. (315- 81. 50.) L. Schild zum heiligen Florian. Abg von Nr. 11. Im Jahre 1720 Bernhard Aichhammer, bürgerlicher Baader. 1757 Kaspar Krotzing, Hutmacher. 1772 Franz Lav. Carl Beaufort, Burger. 1778 Katharina Elisabeth Eisenbart, geborne Beaufort. 1786 Heinrich Trunk, Schlafrockschneider. 1817 Trunk'sche Erben. 1820 Egidius Klanninger. 1851 Josephs 265 Klanninger. 1854 Joseph Nicoladoni, Besitzer eines Privilegiums ans die Herstellung von Luft-Hcitzupparaten (Calorif^rcs). I«. (— 13. 40.) 8. Im Jahre 1797 Joseph Pranter, Steinmetzmeister. (Stadel von Nr. 8 abg.) 1817 Joseph Starch, Gustobäcker 1824 Benjamin Couloir, Spenglcrmeister. 1833 Josepha Coulon. 1852 Joseph Hagen. II (314. 82. 49.) L Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Im Jahre 1700 Bernhard Aichhammer. 1720 Arnold Hollen, hofbefreyter Schlosser. 1765 Joseph Jaich, Gürtlermeister. 1792 Franziska Jaich. Witwe. 1810 Johann Jaich. k. k. Wachs- Possierer. 1815 Johann Götz. 1817 Maria Karolina Klaus, geborne Dumont. 1849 Heinrich Banmgarten. 12. (— 12. 41.) 8. Im Jahre >797 Joseph Schmidt, Fleischhacker. (Stadel von Nr 8 abg.) 1799 Johann Zellhofrr. 1821 Franz Toinas, Fleischhauer 1849 Joseph Obermnyer. 1856 Karl Holl. 1857 Franz Holl. 13. (313. 83 48.) 8. Schild zum rochen Apfel. Im Jahre 1700 Jakob Andrä Asch (-j- 1705) Kays. Pilliar-(Ball-) Maister vnd Purger zum .gülden Apfel' (vgl. S. 72.) 1706 Hannß Georg Hoffinger, Glaser. 1716 Rosina Hoffingerinn, Wittib. 1721 Franz Vasterhoffen. 1727 Anna Jsabella Ver- buecken. 1730 Albert Cgidi, Kays. Hartschier. 1731 Nicolaum Caspar von Malaise. 1735 Johann Stephan Migette. Burger. 1754 Maria Anna Migette. Wittib; später verehlichte Crantz. 1770 Dr. Heinrich Crantz, Professor der Arzneykunde und k. k. n. ö. Regierungsrath 1774 Maria Joseph und Philipp Depres äs Xeufmam'I. (1783 Pfarrschule.) 1813 Maria Joseph l)ez>r«r Okevalier <1e> Xeutuiauil. 1814 Franz Nowatschek, Gastwirth; Mitglied des äußeren Stadtrathes und Hauptmann des bürgerlichen Artillerie-Bombardier-Corps. 1831 Rosalia Nowatschek, Witwe (1839 verehlichte Nippel). L4. Siehe Technikerstraße 13. 1». (312. 84. 47.) L. Schild zum guten Hirten. Abg. von Nr. 17. Im Jahre 1747 Wolfs Schober. Gastgeb. 1750 Johann Heinrich Albrecht, kays. Leibgarde Trabant. 1793 Wolfgang von Köpp, k. k. Professor. 1811 Peter Hofbauer, 266 Stadtkoch. 1826 Joh>nn Ortner. 1836 Christian Gugel, bgl. Perriickenmachcr (1850 Gemeinderath der Stadt Wien). 1858 Eleonora Gugel, geborne Rosenkranz; dann Adolph, Barbara, Christian, Heinrich, Katharina, Wilhelm und Wilhelmine Gugel. 1861 Joseph und Amnlia Lehrnrr. 16 . (307. 11. 42.) L. Im Jahre 1680 Bartholomäus EnipöLH, Fuhrmann. 1686 Hannß Knopf. Purger vnd Sattler. 1600 Mathias Weinmann, Roßtäuscher. 1744 Franz Joseph Püßl. 1768 Franz Laver Angerer, Tobaktrafikant. 1783 Anton Artini, Caffeesieder beim goldenen Lamm 1808 Maria Anna Artini und Johann Baptist Mazzncato. 183 l Joseph Plachetsky. 1840 Karl Plachetsky und Magdalena Aichinger, geb. Plachetsky. 1862 Adolph Woda. ^ 17 . (311. 85. 46.) 8. Schild zum goldenen Sieb. Im Jahre 1680 Tobias Adler, Koch pey Jhro Maytt. der ver- wittibtcn Kayserin. Hauß sammt Hofstatt Weingarten vnd Stadel. 1684 Mathias Panzer, Siebmacher. 1722 Anna Theresia Panzer. 1U3 Johann Anton Hammermiller, Innerer Stadtrath. (747 Johann Augustin, Schankwirth. 1773 Andreas Ailgustin, Gastgeber. tZn Papa Augustins Zeiten und selbst bis in die Neunzigerjahre herwär's stand das „goldene Sieb' »och wegen seines Tanzbodens in Renomm^).» l777 Johann Michael Koppensteiner, Wollfaktor. 180l Adam Albert Edler von Heiiikstein, k. k. n. ö. Regierungsrath. 1809 Eduard Vinzenz Güldener von Lobes, der Arzneykunde Doktor, k. k. n. ö. Regierungsrath und Protomedicus. 1815 Michael Mayer. 1854 Johann Sentmiklossy, Burger und Lederlackirer (gestorben 19. Juni 1859) 1860 Die barmherzigen Brüder zu Wien und Flinfkirchen lals Universalerben nach weiland Sent- miklossy und nunmehrige Besitzer seiner zurückgclassenen vier Häuser: Nr. 160 Laimgrube, 50 Gumpendorf, 271 Neubau und 46 Wieden). 18 . (308. 10. 43.) L. Schild zum heiligen Johann. Abg. von Nr. 16. Im Jahre 1773 Joseph Laberger, kais. Rait- Ofsizier. >776 Franz Lauer Kloßy, Hofbuchhalterey-Raitoffizier- 1782 Joscpha Kloßy, Wittib. 1801 Jakob Schauer, Schneider- 267 meister. 1834 Gustav, Ida, Maria und Theodor Schauer. 1835 Katharina Schauer. LS. Siehe Wiedner Hauptstraße 13. SO. (309. 9. 44.) L. Schild zum heiligen Florian. Im Jahre 1670 Lorenz Böhm, Färber und Justina dessen Ehe- wirthin (beide -f- 1679 an der Cvntagion). 1681 Georg Kröbl, Färber. 1712 die Ehr und tugendsame Anna Christina Loichinger, geborne von Menguten. (Deren Schwester Eva Rosina von Menguten -j- 1725.) 1736 Christian Ferdinand Sprenger, Schlossermeister. 1774 Mathias Brodm'ißel, Schlossermeister. 1791 Johann Nepomuk Klee. 1818 Joseph Hornung, Land- wirth. 1836 Eleonora Kornhäusel. 1845 Katharina Kornhäusel und Johanna Lander. 1846 Franz Thonner, k. k. Hof- und bürgerlicher Schuhmachermeister. SS. (310. 8. 45.) k. Schild zum grünen Daum. Im Jahre 1684 Hannß Jacob Amphoso, Jhro Rom. Kays. Maytt. Pallniaister vnd Äusserer Stadtrath (-s- 6. Februar 1687 *).^^ 1687 Emilia Franzisca Amphoso, Wittib. 1688 Johann Andre Amphoso. Purger. 1720 Apollonia Panmgartner, Handelsfrau. 1748 Reichard Jmlinger. Bierleutgeb. 1763 Johann Adam Mayrhofer, Bierwirth. 1768 Katharina Mayrhoferinn, Wittib. 1783 Anton Guggenberger. 1786 Philipp Wallner, Käßstecher. 1806 Eleonora Wallner. 1808 Andreas Liebhart, Handelsmann. 1809 Joseph Reiter, Schankwirth. 1821 Elisabeth Reiter. 1844 Joseph Wiedemann. 1857 Elisabeth Wiedemann. 1860 Karl Sild, Kranzelbinder. S4. Siehe Wiedner Hauptstraße 11. Kirche und Kloster der säkularistrten Pauianermönche. Die Mönche aus dem Orden des heiligen FranziscuS von Paula**) anfänglich Eremiten, dann »Minimi" ()liiii- —-r.'/.it'Q ') Julius Amphoso (-j- - 1 6 7 t ), Vater des Hann» Jacob stand schon 1629 >m Besitze de» Ballhause» in der Tainfaltstraße (Nr. 70.) ^ ) Der heilige Franziskus von Paula, genannt nach seinem Geburtsorte Paolo oder Paula in Kalabrien, hatte am 27. März 14l6 das Licht der Welt erblickt; sein Vater hieß Jakob Martoville, und seine Mutter Vienna von Fuscado. In seinem 13. Lebensjahre übergaben 268 worum) oder »mindeste Brüder * — hier zu Lande »Paulaner" genannt — hatten von den Wildnissen Kalabriens, ihrer Pflanzstätte aus. zur Zeit Kaiser Maximilians I. auch in Deutschland Eingang gefunden. Vorerst in Ober-Österreich sich niederlassend, hatte ihnen der damalige Landeshauptmann Wolfs Freyherr von Pollheim und Wartenburg im Jahre 1497 zu Thalheim ein Kloster gestiftet. Unter Ferdinand II. gehörten die »Paulaner" zu jenen geistlichen Korporationen, die nach Wien berufen wurden, um die mit den strengsten Maßregelungen begonnene Wiedereinführung der katholischen Religion, als alleinherrschende. durch Unterricht und eifriges Beispiel zu vollenden. Ihre Aufnahme in Wien erfolgte trotz der Einsprache des Kardinals Clesel, der in einem eigenen Schreiben aus Rom vom 13. Dezember 1626 den Kaiser von der Errichtung neuer Mendikantenklöster, und »in speeis der Paulaner" — welche den bestehenden Bettelorden empfindlichen Nachtheil bereiten würden — abgerathen hatte- Zur Gründung ihres Klosters trug wesentlich Joseph Ambrosius von Renz, Resident der Niederlande am Wiener Hofe bei, welcher den „?atril)U8 Orelinis lUinimorum Kauet! k'rau- eisei de ?aula« am 22. August 1626 die Behausung des Stephan Leopold Spiel Haas und seiner »ehelciblichen Haus- ihn seine Eltern den Franziskanern zu St Marc, die er aber schon nach Jahresfrist verließ. Von dieser Zeit an lebte er, gleich de» Einsiedlern in Thebais, in einer Felsenschlucht verborgen. Späterer Zeit gesellten sich ihm einige Schüler bei, mit denen er 1438 aus der Einöde weggieng, und zu Paula in einer Eremitage dem Orden der „Einsiedler des heiligen Franziskus" sein Entstehen gab. Papst Alexander VI. verwandelte diesen Namen, auf Ansuchen des Ordensstisters und nach Errichtung förmlicher Klöster, in jenen der „Minim!" zLIiniinornin) oder „mindesten Brüder." Franz de Paula, Ludwigs XI. von Frankreich. Tröster am Sterbebette, » starb z» Plessik les Tours den 2. April 1507 und wurde von Papst Leo X. im Jahre 1518 canonißrt. Schon zu Lebzeiten desselben war sein Orden fast durch ganz Europa verbreitet und kamen die Mönche in ihre" reichen Klöstern den Erundsätzen des „Bettelus und der ewigen Arniuth auf das eifrigste nach (Kanals« eniniinornin.) Leben und Ordensregeln des he ligcn Kranziscus de Paula. Sultzbach 1886.) 269 fraw* Maria Constantia, sammt Stadel und Überland-Wcingärteu auf der Wieden angekauft hatte. Von den in Folge der fortwährenden Kriegsläufe aller Geldmittel entblößten Bürgern, konnten keine Zuflüsse mehr erwartet werden; da half denn die Regierung zur Bestreitung der Baukosten mit einem Vorschüsse von zweitausend Gulden aus. Ohne Verzug ward auch Hand an den Bau gelegt, und schon im nächstfolgenden Jahre (1627) führte Ferdinand den üblichen Hammerschlag auf den Grundstein der Kirche. Am 26. Juni 1629 Unterzeichnete der Kaiser de» Stiftbrief des Klosters, befreite die Mönche von allen Steuern und Abgaben und sicherte denselben eine jährliche Unterstützungssumme von dreihundert Gulden zu. Auch kam zwischen dem hiesigen Bisthum und dem Bürgerspitale als Grundherren, dann den Paulanern, am 20. April 1635 ein Vergleich zu Stande, wornach Letztere wegen des entgehenden Zehents für die Gründe in der .Gugl bey der Erdfäll oder Rueding.* worauf ihr Kloster gebaut worden war, jedem der obigen Zehentherren eine jährliche Entschädigung von drei Gulden zu bezahlen sich verpflichteten. Am 18. August 1641 ward dieser Betrag wegen .weiterer in dasKloster einbezogencr Gründe auf vier Gulden erhöht. Jahre vergicngen bis zur Vollendung der Kirche, die erst 1651 durch den Fürstbischof Philipp Friedrich Grafen von Breuner zu Ehren der .heiligen Schutzengel* ihre Weihe erhielt. Kirche und Klostergebäude, sowie der umfangsreichc Garten mit seinem spiegelnden Fischteiche befanden sich in trefflichstem Zustande; insbesondere werden der Kreuzgang, dessen Pfeiler Schilderungen aus der LebcnSgeschichte des Stifters Franz de Panla schmückten und der weite, mit prächtigen Gemälden versehene Bibliotheksaal in den alten Beschreibungen dieses Klosters gerühmt; von Letzterem sind noch gegenwärtig in der Wohnung des Pfarrers Spuren zu finden. Erster Klostervorsteher der Paulaner, welcher den Titel Korrektor führte, war Pater Sebastian Fricornatus aus Burgund. Ihre strengen Ordensregeln, nach welchen die Mönche beständig fasten, i<1 ost statt Braten nur die schmackhaftesten in 270 Öhl gekochten Fischspeisen genießen durften. sind bekannt "). Die mit Fischfleisch gestopften »Paulanerwürste" waren bis in die Achtzigerjahre des letztvcrflossenen Jahrhunderts in Wien sehr beliebt, »nd einzig mir in diesem Kloster, wo man mit dem leckeren Gerichte einen einträglichen Handel trieb, zu bekommen. Die Tracht der Paulaner war ein schwarzer, härener Habit, den sie weder bei Tag noch bei Nacht ablegen durften. Ursprünglich girnge» sie barfuß; erst bei ihrer Übersiedlung in das nördliche Klima wurden ihnen aus Binsen geflochtene Sandalien, späterhin auch Schuhe gestattet. Während der Belagerung Wiens durch die Türken im Jahre 1683 fielen Kirche und Kloster nebst der werthvollen Büchersammlnng der Mönche in Schutt. Reichlich zufließcnde Beiträge und namentlich die Unterstützung von Seite ihrer Ordensbrüder zu Thalheim in Oberösterreich, hatten die Paulaner jedoch bald in die Lage versetzt, Kirche und Kloster in den blühenden Zustand von einst wieder herznstcllen. Ein Freibrief des Wiener Bürgerspitales vom 27. November 1687 enthob die Mönche von allen ferneren, aus dem grundherrlichcn Verhältnisse entspringenden Giebigkeiteu. Nahezu ein Jahrhundert war seitdem an den grauen Mauern vorübcrgezogen — als die tiefeingreifenden kirchlichen Reformen Kaiser Josephs II. auch das gesellschaftliche Band der Jünger des heiligen Fransiscus de Paula zu lockern begannen. Nachdem schon am II. April 1781 jede Verbindung der österreichischen Klöster mit den auswärtigen Ordensgeneralen und Kongregationen ihr Ende erreicht hatte, trat am 20 April 1783 die neue Pfarreintheilung in Wirksamkeit, bei welcher Gelegenheit auch die Kirche zu den »heiligen Schutzengeln' zur Pfarrkirche erhoben wurde "). —Geschichte einiger geistlichen Orden, besonders derer, die in den kaiserlich- königlichen Erblonden bisher aufgehoben worden seind. Mit Kupfern, Wien 1783. S. S2. ") Die Dorstadt Wieden ist theils zu den »heiligen Schutzengel»', theils zu St. Karl; theilweise auch zu St. Florian in Mgtzleinsdorf und zu St, Joseph (im Eonnenhof) in Margarethen eingrpfarrt. 271 Die Aufhebung des Klosters aber, von Joseph II. 1781 verordnet, kam erst unter Kaiser Franz I. am 16. September 1796 definitiv zur Ausführung. Hicmit hatte die Mission der Paulaner in den österreichischen Staate» ihren Abschluß erreicht. Tie damaligen Ordeusglieder, 13 Priester und 3 Laienbrüder (fünf Priester waren außer den anfgezählten als Seelsorger in Landgemeinden augestelit) wurden mit 1. Oktober 1796 in den Penfionsstand versetzt. Der letzte dieser Ordcnsgrmcinde, der greise Jubclpriester Johann Birgilius Emmingcr (geb. zu Ebersberg in Obervsterreich 1718), starb als Benefiziat im fürstlich Starhembcrg scheu Freihause, am 26. Februar 1836. Die Güter der Paulaner fielen dem ReligiouSfonde zu. Ihr Klostergebäude, *) sowie der umfangsreiche Garten, **) mit Ausnahme des Pfarrhofes, wurden parzellirt und durch die k. k. Staatsgüter-Administration in zwei Terminen (am 1. Dezember 1797 und 1. März 1798) an Bauunternehmer versteigert. Drei Gassen, die Paulaner-, Mozart- und Floragasse, welche durch die qucrlaufende Neumanngasse symmetrisch durchschnitten sind, mit 23 netten Wohngebäuden, nehmen den Raum des ehemaligen Klostcrgartens ein. Die Kirche. Die Bauart der Kirche, wie sie uns seit der Erneuerung von 1686 vor Augen tritt, ist die im 17. Jahrhundert vorherrschende Nachahmung des italienischen Styles, welcher die zugespitzten Fronte» mit Cchneckengewinde» und ähnliche dem ') Das alte Klostergebäude, nun Neumanngasse Nr. j »ni> 2, diente im Jahre 1797 de» Wiener Freiwilligen zur Unterkunft. Ta? stattliche Paulaner Zinshaus trägt gegenwärtig die Nummer» 9 in der Floragasse und 49 Wiedner Hauptstraße. '") Ter Klostergartcn hatte nach dem JosephiuischeuGkuudsteucr-Operatc vom Jahre 1787 ein Flächenmaß von 3 Joch l87sH". Ter einst i»n> Kloster gehörige Ziegelofcn sammt Lehmgestätte ward 1760 planirt, mit Planke» eingefricdct und den Tischlerholztiändlern zur Lagerstätte vermic- thet; im Jahre 1771 aber an den Eisenhändlcr Goldhann (Schlüssel- gasse Nr. 1) veräußert. 272 damaligen Geschmacke entsprechende Auszierungen eigen sind *). Ihre Außenseite wurde im Jahre 1817 einer durchgreifenden Renovirnng unterzogen, und bei diesem Anlasse auch über dein Eingänge die Uhr angebracht. Der seit seinem hundertjährigen Bestände schon schadhaft gewordene Helm des Glockenthnrmes ward 1832 in gefälligerer Form neu hergestellt, und seine Spitze am 4 Oktober jenes Jahres mit dem Kreuze geschmückt. Im Inneren der Kirche ist vorzüglich der Hochaltar bcmerkenswerth; eine Spende der hiesigen „Lakaien", die ihn 1718 errichten ließen. Zur bleibenden Erinnerung an die Stifter sind auch an Seite des Mares die Bildsäulen der heiligen Märtyrer Bonifazius und Vitalis aufgestellt **). Die ') Vgl. Kleiners Wiener-Prospelte I. Theil (1724) Blatt 22. „Die Kirche zu den H. H. Englen samnit dem Kloster der Minoriten Brüder (soll heißen: Mindesten Brüder) deß H. Franzisci de Paula" z mit den gegen- überstchcnden Häusern. ") Bonifazius und Vitalis, vor ihrem Märtyrerthum „Diener- römischer kdelleute — Elfterer bei der Matrone Aglaja, der andere bei Agricola — waren die Patrone der „Lakaien-Zeche" in Wien. Über das Entstehen dieser Brnderschaft haben wir einem gleichzeitig erschienenen Büchelchen folgendes entnommen: „Knno 1714 nach geendigter Pest allhier in Wien», ereignete es sich, daß vor der Stadt aus offener Strassen ein Laquey mit anhabender Livcrey, doch nach langer Krankheit und über Macht vcrrichtelen Diensten, Todtes erblichen; dessen Hcrcschafft — welcher die Livcrey zugehöriger müssen eingehändiget worden, sich des Leichnam der Bcgräbniß halber im geringsten nichts angenommen, daß also das nothwendige Geld selben zu begraben, bcy dem todtcn Leichnam hat gesammlet werden »lüssen. Auf ließ Ereigniß hin hatten im I. 1715 die hiesigen Laqueyeu über Aufforderung eines Laqueyen des Herzogs von Matalona aus Neapel den Beschluß gefaßt, eine Bruderslbast mit ihrem Sitz bei den „heiligen Schutzengeln" zu gründen, bezweckend: daß die verstorbenen Mitbrüder stets durch zwec» Ordensgeistlicht der Paulaner mit dem Labarum und Windlichtern, aufKosten der Bruderschaft zu Grabe geleitet würden. Tie Bruderschaft wählte am 4. Jänner 1716 ihren Vorstand und beschloß nach ihrer vollkommenen Konslitniruug in hiesiger Kirche einen neuen Hochaltar zur Verehrung der heil. B nifacii und Vitalii zu erbauen. Nachdem der Obrist Stallmeister Michael Johann Graf von Althann 1717 den Grundstein zu diesem „Pretiosen Merck" gelegt und der Bau vollendet, ward aus ermcldtermassen neu erbauten Hochaltar am 11. Jänner 1718 das erste M ßopsek eelebriret. 273 hübschen Deckengemälde im Presbyterium, darstellend „die heilige Dreifaltigkeit", sowie das Altarblatt mit dem „heiligen Schutzengel" find von der Meisterhand Carlone's. Das über dem Sakramentshäuschen befindliche Frauenbild soll der Sage nach von Erzherzog Albert, dem Sohne Maximilians II. verehrt worden sein. Kunstwerth besitzen auch einzelne Gemälde der sechs Seitenkapellen; so zur Linken: I. Das Bild des „heiligen Franziskus de Paula", gemalt von I. Benx. Das schöne Brustbild des heiligen Franziskus an eben diesem Altäre mit dem Monogramme „I. T.", ist von Jakob Tintoretto. II. Die „Kreuzigung Ehristi" am Speisealtar, von dem kaiserlichen Kammermaler Johann Michael Rothmayer von Rosenbrunn. III. Das Gemälde der „unbefleckten Empfängniß Mariens" *). An der rechten Seite: IV. Der Altar des „heiligen Franz von Sales," im Jahre 1706 von der Savoy'schen Nation errichtet, trägt außer der herzoglichen Wappe die Inschrift: „In sonorem sauotis- simae et iueliviäuus Trinitatis, assumtionis lieatissiinas rirxillis Uarias, saovti Vraneisei Kalosii, alioruin Huo^us sanetoruni veusraliilis natio 8a6au«Iias lioo altare 6eri Isoit AV66VI". V. Der frühere Kreuzaltar aus rothen Marmor ist dem, am Antipendium sichtbaren Wappenschilde nach zu urtheilen, die Stiftung einer adeligen Familie. Das Altarblatt, ein „h. Johann von Nepomuk" ward im Jahre 1845 von der Gemeinde Wieden gespendet. VI. Die „Geburt Christi"; von unbekannter Hand. Verfasser der Regul und Statuta sothaner Bruderschaft wäre der zum krotootore derselben erkiesenc Edelvestc Herr Johann Georg Neuhauser, des Ausseru Stadt-Raths allhier in Wien, welcher sich auch die Erbauung des ermeldtcn Altarcs eyffrigst angelegen scyn liesse." ') An den Altären HI L VI waren noch in neuerer Zeit die von Johann Michael Heß gemalten Bildnisse der im Jahre 1794 selig gesprochenen Paulaner P. Caspar Bonus und F. Nikolaus Longobardis zu sehen. Wied«. 18 274 Pfarrer. Als erster Pfarrer bei dieser Kirche wurde Franz Ca nies, gewesener Benefiziat im Zucht- und Arbeitshause, am 6. April 1783 installirt. Nachdem er den 20. Februar 1802 zum Domherrn an der bischöflichen Kathedralkirche zu Linz ernannt worden war, folgte in der Pfarre 2) Daniel Wagner, Curat - Benefiziat unter den Weißgärbern; -s 16. September 1811. 3) Anton Erhärt, fürsterzbischöflicher Consistorialrath; am 20. Dezember 1811 hier invcstirt. Unter ihn fand im Jahre 1827 (vom 1. bis 0. September) die zweite Säcular- feier dieser Kirche statt. Er starb den 1. Juni 1840 in seinem 60. Lebensjahre. 4) Johann Nepomuk Lindner, (geboren zu Gunterstorf in-Mähren am 12. Septeinber 1790) seit 1824 Pfarrer am Rennweg und 1840 hieher übersetzt; s 21. November 1846. 5) Johann Evangelist Dinstl, (geboren 1801 zu Rosel- dorf; installirt am 25. März 1847.) Den freien Platz vor der Pfarrkirche schmückt ein Bassin der Kaiser Ferdinands-Wasserleitung, welches seit 21. Dezember 1843 zur allgemeinen Benützung dient *). Die Aufstellung des gegenwärtigen ornamentalen Brunnens erfolgte über Anregung und zum Thcile auch mit pekuniärer Beihilfe einiger kunstsinniger Gemeindeglieder. Die bekannten Architekten van der Nüll und Siccardsburg lieferten die Entwürfe zu dem Brunnen. Aus der Mitte des achteckigen Wasserbeckens erhebt sich eine, auf vier ausspringenden Strebepfeilern ruhende Steinsäule, welche als Standbild den „Schutzengel mit dem Kinde" trägt. Das Modell zu diesem Standbilde ist von dem vaterländischen Bildhauer Johann Preleitner. Der Guß der Bildsäulen in Zink, sowie jener der vier wafferspeienden Drachen und der Ornamente geschah in der Werkstätte der Bronze- und Eisenguß- ) »Zur sehnlichen Eröffnung des Kaiser Ferdinand s Brunnen nächst der Pfarrkirche zu den heiligen Schutzengeln auf der Wieden am 21. Dezember 1843." Gedicht. (4. Wien; gedruckt bcy Ferdinand Ulrich.) 275 waaren-Fabrik des Josef Glanz. Die Steinarbeiten sind von dem hiesigen Steinmetzmeister Pranter. Die Weihe und Eröffnung des Brunnens fand am 30. August 1846 statt. Im Rücken des Pfarrhofes, bei dem sogenannten Pau- lanerhause, stand früherer Zeit mitte» in der Straße — ähnlich wie bei St. Florian in Matzleinsdorf — eine Säule der „unbefleckten Empsängniß Mariens", die später zur Erweiterung der Passage abgetragen wurde. Paulanergasse. (Vormals „Kirchengasse". Abtheilungen des Kloslergartens.) Nr. 1. (- 537. 170. 321.) L. Durchhaus. Im Jahre 1797 Joseph Neumann. 1807 Jakob Kirchmayer, Han- delsmann. 1808 Anton und Anna Kirchmayer. 1814 Alexander Graf Nako äe Nagy et Kreut Miklos (s- zu Pesth, 12. September 1848). 1849 Kolomann Graf Nako äe Nagy et Kreut Miklos. S. (- 538- 169. 320.) L. Bürgerschule. (Mit dem öffentlichkeitsrechte versehene Haupt- und Unterrealschule; bestehend seit 1848. Privatlehranstalt des Herrn Joseph Kaiser. Redakteurs des österreichischen pädagogischen Wochenblattes.) Im Jahre 1797 Joseph Reumann. l808 Jakob Eschenbacher. 1811 Constantia Bellio. 1813 Johann Karl Wallner. 1822 Gerhard Karl Brants, Dr. der Arzneikunde und Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften (-j- 13. Juni 1858). 1859 Antonia Brants, geborne Pilsack. 1863 Karl Brants, Apotheker. 3. Gemeindehaus. 1. Siehe Neumanngasse 4. 5. (— 535. 184. 338.) L. Im Jahre 1797 Joseph Stadler, Sattlermeister. 1832 Josepha Stadler. 1839 Ferdinand Ritter von Staudenhelm. «. (— 541. 181. 335.) L. Psarrhof. O 276 Preßgasse. (Mit der .Schiffgasse" vereiniget. Dir obere Strecke dieser Straße — zwischen Nr. 1 und 13 — ward 1782 nach Abtheilung der BuchSbaum'schen Realität: „zur goldenen Presse", eröffnet. ') Nr. L. (375. 236. 302. 515.) 8 Schild zum weißen Pelikan. Im Jahre 1782 Johann Paul Helmer, Weinwirth. 1801 Ludwig Geiger, Bäcker. 1825 Elisabeth Geiger. 1835 Franz Gadner, Bäckermeister. 1858 Friedrich Joseph Gadner. 1863 Georg und Aloisia Klein. S. (373. 223. 289. 497.) 8. Im Jahre 1782 Johann Hellinger, Bandmacher. 1801 Eva Hellinger. 1816 Leopold und Theresia Schüller. 1844 Josephine Schwarz. 1845 Jakob Gutherz. 1846 Joseph Ehrentraut. 1856 Mathias Razenböck, Sauerkräutler. 3« (376 237. 303. 516 ) 6. Schild zum heiligen Joseph. Im Jahre 1782 Joseph Ernest Preyer, akademischer Maler. 1797 Klara Preyer, Witwe. 1800 Michael Bolla, Drechsler. 1811 Eva Rosina Bolla. 1820 Gottfried Montz, Drechsler. 1847 Magdalena Monß. 1853 Georg Ebner, Klavierbestand- theile-Erzeuger. 4 . (372. 235. 301. 496.) 8 Schild zum heiligen Andreas. Im Jahre 1782 Mathias Lüdin, Opticus. 1814 Daniel Rei- ninger. 18l7 Franz Brintz. 1839 Anna Brintz. 1860 Thomas Wrabel, k. k. Rechnungsoffizial. 5. (377. 238. 304- 517.) 8. Im Jahre 1783 Philipp Werdecker, Herrschaft!. Kammerdiener. 1788 Valentin Schmid- mayer, k. k Beamter. >817 Joseph Frank, Ringelschmied. 1820 Alexius Tomovitz, Ledcrhändler. 1825 Joseph Scholz. Schullehrer. 1843 Anton Killmayer, Schlofsermeister. K. (371. 234. 300. 495.) 8. Schild zu den zwei Alstern. Im Jahre 1782 Andreas Reininger, Maurerpolier (1810 Gast- wirth und magistratischer Bergmeister auf der Wieden). 1824 Franz Schuster. Bierwirth. 1853 Joseph und Cäcilia Vgl. Seite 134 und 209. 277 Preßl. 1888 Franz Exel, Schankwirth. 1860 Theresia Exel, Witwe. 1861 Johann Fuchs, Gastwirth. V. (378. 239. 305. 518.) 8. Schild ;u den zwei Reitern. Im Jahre 1782 Franz Reitter, Branntweiner. 1805 Johann Listobazky. 1807 Leonhard Karl. Schuhmacher. 1831 Georg Karl und Geschwister Liebet. 1837 Michael Feyerer, Handschuhmacher. 1862 Theresia Feyerer, geb. Pfitzinger, Witwe. 8. (370. 233. 299. 494.) 8. Schild zur Stadt Wien. Im Jahre 1781 Peter Schwefel, Stahlarbeiter. 1782 Ferdinand Koranda, Steueramts - Liquidator, 1792 Maria Anna Koranda, Witwe. 1793 Antonia, Joseph und Maria Anna Koranda. 1806 Elisabeth Reich. 1810 Eva Weißhappel, Fleischselcherswitwe. 1811 Joseph Weißhappel. 1815 Andreas Rudolph Krammer. 1816 Josepha Stanik. 1817 Joseph« Schwarz. 1838 Anton, Johann und Joseph Schwarz. 1843 Joseph Hiermann. 1848 Joseph Sobek, Tischler. 1851 Vinzenz Baßler. 1852 Anton Gansmüller. 1854 Franz Hager, Handschuhmacher. ». (379. 240. 306. 519.) 8. Schild zu Maria Taferl. Im Jahre 1782 Johann Georg Stascha, Herrschaft!. Lauser. 1788 Anton Kröpfel, k. k. Beamter. 1804 Juliana Stascha. 1807 Philipp Herzinger, Vergolder. 1839 Georg Königshofer. Privatlehrer. 1842 Peter und Heinrich Scheinast. 1856 Michael Grubhofer. 1859 Theresia Grubhofer. L«. (369. 232. 298. 493.) 8, Im Jahre 1781 Joseph Reich, Brunnmeister. 1806 Elisabeth Reich, Witwe. 1811 Ferdinand Reich. 1816 Anna, 1832 Ferdinand. 1837 Barbara Reich. 1847 Anton Schub, Schuhmacher, 1848 Ferdinand Reich, Brunnmeister. U. (380. 241. 307. 520.) 8. Schild zur böhmischen Krone. Im Jahre 1785 Johann Federsill, Bürger. 1801 Johann Baptist Greiß. 1810 Blasius Arnold. 1820 Katharina Arnold. 1833 Josepha Maringer. 1852 Georg und Kunigunde Spre- der. 1854 Johann Knobloch. 1855 Anna Reich. 1859 Sebastian Schliritzauer, Seidenzeugfabrikant. LS. (368- 231. 297. 492.) L. Im Jahre 1780 Franz Laver Lucas, bürgerlicher Wundarzt und Geburtshelfer in der k. k. chirurgisch praktischen Lehrschule. 1799 Wenzel Zenner, Schuhmacher. 1842 Heinrich Cubasch, Effekten-Schätzmeister. 1845 Joseph Kohlbaner, Branntweiner und Franz Schellhorn, Wundarzt. 1850 Franz Kietaibl, Nürnbergerwaarenhändler. 13 . (381. 242. 308. 521.) 8. Im Jahre 1781 Johann Baptist Teibler. 1798 Theresia Buchs bäum. 1809 Anton Röhrrich. 1833Johann Röhrrich, (wie Seite 210). 1837 Benedikt Damböck. 1849 Theresia Zhuber, geborne Damböck. 1857 Katharina Mayer. Die nächstfolgenden Häuser (ausschließlich der Nummern 2l, 23, 25 L 28) find Abtheilungen des Binder'schcn Sommerfitzes Nr. 32. 11 . (254. 413. 509. 760.) 8. Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Abg. von Nr. 16. Im Jahre 1766 Johann Michael Fischer, Schwarzselcher. 1795 Regina, 1796 Franz, 1823 Scholastika Fischer. 1824 Franz Fischer, Fleischselcher. 1829 Eva Fischer. 1830 Johann Kirnig, Fleischselcher. 15. Siehe Heumühlgafse 2. 16 . (253. 412. 508. 759.) 8. Schild zur fetten Gans. Im Jahre 1734 Bernhard Döltl, Leinwathdrucker. 1740 Johann Cornelia Thennhalter, Kürschnermeister. 1741 Johann Georg Krauß. Bratlbrater. 1765 Johann Peter Sauer, Capäundlcr. 1784 Theresia Sauer. 1800 Johann Joseph Sauer, Häringer. 1802 Joachim Gruber, Häringer. 1806 Jakob Fally, Schuhmacher. 1807 Joseph Lang, Seifensieder. 1809 Christoph Stephan Döttcr. 1810 Michael Weichenberger, Häringer. 1830 Ignaz von Sterzinger, Putzwaarenhändler. 1832 Johann Hoß, Schlossermeister. l833 Johann Lehmann, Schuhmacher. 1841 Pauline Wißmann. 1845 Franz Kröttlinger. 1847 Michael Spieß. 1851 Joseph Haslinger. IV. Siehe Heumühlgasse 4. 18 . (252. 411. 507. 758.) L. Schild zur Flucht nach Egypten. Im Jahre 1731 Johann Megerreiter, Weber. (Vordem Hermann, wie Nr. 20.) 1753 Katharina Megerreiter, Wittib. 1778 Bernhard Megerreitter. 1815 Wolsgang Grüner, 279 Trödler. 1845 Anna, Joseph und Leopold Grüner. 1846 Sebastian Hochhäuser, Wundarzt. 1856 Anton Roux. 1860 Dr. Edmund Mathias Peyerl. 1861 Joseph Bnrghart. LS. Siehe Mnhlgasse 13. SS. (251. 410. 506. 757.) L. Schild zum heiligen Florian. Im Jahre 1724 Johann Heinrich Hermann , Tischlermeister. 1733 Franz Martin Miller, kays. Senftenknecht. 1744 Maria Magdalena Miller. 1771 Joseph Ignaz Schrenk, Goldarbeiter. 1777 Johann Georg Spatt, Schustermeister. 1820 Katharina Spatt. 1823 Ferdinand Holzmann. 1824 Adam Williny, Magistratsbeamter. 1847 Johanna Willmy. geb. Hödl, Witwe. 1850 Joseph Rogenhofer, magistratischer Marktkommissär. 1858 Johann Bartoschofsky, Schlofsermeister. SL. Siehe Mühlgasse 10. SS. (— 551. 505. 756.) k. Abg. von Nr. 24. Im Jahre 1802 Anton Schnabl, Herrschaft. Inspektor. 1808 Anton Lump. 1814 Anna Mayer. 1815 Johann Michael Sandschuster. 1826 Karl Heidrich und Katharina Sandschuster. 1845 Rosina Heidrich und Maria Anna Kriegler. SS. (915. 916.) L. Vordem Jägerscher Steinmetzplatz (wie Seite 151) Eigenthum des Wr. Erzbisthums. Im Jahre 1841 Leopold Braun, Nationalbankbeamter. 1844 Dr. August Schindler, k. k. Rath und mährisch-schlesischer Landesadvokat in Brünn. 1849 Christine, Josephine und Wilhelmine Schindler; dann Amalia Biela, Maria Rottlenthner und Julie Edle von Schulzig, sämmtlich geborne Schindler. SL. (250. 409. 504. 755.) L. Schild ?um guten Hirten. Im Jahre 1724 Johann Antonitz, Kappelmacher. 1744 Caspar Kehl, Tischlermeister. 1756 Mathias Rehl, Tischlermeister. 1762 Kilian Nbl, Tischler. 1770 Franz Lepper, Leinwanddrucker. 1788 Johann Matschek, Handelsmann. 1802 Stephan Terret, Seiöenfärber. 1841 Regina Terret. 1842 Jakob Mathä. 1843 Margaretha Gußner. 1860 (19. Oktober) Kommune Wien. SS. (917.) L. Zu Nr. 23 gehörig. SK. Siehe Mühlgasse 11. 28. Siehe Mühlgaffe 8. 3«. (— 854. 501. 752.) L. Abg. von Nr. 32. Im Jahre 1804 Philipp Alois Haydt, Lederermeister. 1826 Martin Jauernik, Rothgärber. 1831 Ignaz Haydt, Lederhändler. 1844 Cäzilia Haydt. 1845 Ignaz Augustin. 1850 Johann Straberger, Stadtbaumeister. 1857 Wilhelm Ostwald, Bronze- waarenfabrikant und Gemeinderath der Stadt Wien. 32. (277. 471. 559. 810.) L. Im Jahre 1755 Michael Freyherr de Lopresti; vormals Reichshofrath von Binder'sches Lustgebäu. nebst Garten. Stallungen und Schüttboden; (siehe S. 151). 1769 Joseph Heydolph von Heydenburg, Lederermeister. 1787 Lorenz Konstantin, Waarenbeschauer auf der kaiserl. Mauth. 1794 Nikolaus Prünner, Bierwirth. 1804 Anna Prünner. 1811 Philipp Alois Haydt. 1844 Karl Schmidt, Zeichnungslehrer. 1846 Vincenz Grünauer, Architekt.' 1851 Ignaz Jmredy Edler von Omorovitza. 1863 Julie Freiin von Kübeck (wie S. 127.) Rainergaffe. (Vereinigung der „Mittclgasse" mit dem „blechernen Thurinfeld.") Nr. L. Siehe Favoritenstraße 38. 2. Schild zum goldenen Stern. Wie Favoritenstraße 36 3. (76.) 8. Im Jahre 1814 Joseph Hummelberger, Küchengärtner. 1820 Magdalena Hirtz. 1824 Leopold Fasching, Ziegeldecker. 1839 Magdalena Fasching. Witwe. 1848 Alexander Daumas. 1853 Joseph Jeschek, k. k. priv. Feuergewehr- fabrikant und Besitzer des Hanimerwerkes zu Spital am Semmering. ». (94.) 8. Abg. von Nr. 2. Im Jahre 1841 Mathias Kratochwill, Kaffeesieder. 1856 Katharina, Leopoldine. Rosalia und Wenzel Kratochwill. 1862 Katharina Harring, dann Johann und Leopoldine Wisek. 5. (95.) 8. Abg. von Nr. 7. Im Jahre 1854 Viktoria Löw. 1855 Franz Pokorny, Schuhmacher. 281 V. (79.) 8. Im Jahre 1813 die octroirte Kommerzial- Leih- und Wechselbank (errichtet am 16. November 1787 durch den Fürsten Joseph von Schwarzenberg). 1820 Sigmund Anton Steiner. 1821 Joseph Hnminelberger. 1841 Johann Graf Somfsich von Saärd, k. k. wirkt. Kämmerer. 1842 Anton Hotzenberger. 1843 Karl Hornung. 1846 Anna Wimmer. 1856 Josepha Exinger. 1860 Amand Führich, Bäckermeister in Liesing. V. (52.) 8. Im Jahre 1813 Anton Tiez, Wollen- und Zeugweber. 1815 Anton Ortner, k. k. Architekt. 1816 Anna Pollnfürst. 1829 Anna Ortner. 1834 Ludwig Jakobi, Verwalter der Herrschaft Wartenstein. 1840 Ignaz Hammer. 1845 Karl Streintz. 1849 Viktoria Streintz. später verehelichte Löw. 1857 Christoph Jahn, Klaviermacher. 8. (80.) 8. Im Jahre 1813 die octroirte Kommerzial- Leih- und Wechselbank. 1820 Sigmund Anton Steiner. 1821 Joseph Hummelberger. S. (51.) 8. Im Jahre 1813 Anton Ortner, k. k. Architekt. 1815 Ferdinand von Hutter, k. k. Rittmeister. 1821 Viktoria Haußner. 1844 Haußner'sche Erben. 1816 Michael Riß, Gastwirth. 1862 Familie Riß. Lv. (81.) 8. Im Jahre 1814 Ignaz Melchior Mayer, Eisentandler. 1819 Joseph Kiener. 1821 Eva Beringer. 1829 Barbara Reindl und Kunigunde Herchenreder. 1835 Joseph Brock. 1843 Anna Brock. 1852 Anton Schinnerer, Pächter der fürstlich Schwarzenberg'schen Meierei. LL (14.) 8. Der Schaumburgerhof. Im Jahre 1811 Johann Nepomuk Graf Keglevics von Buzin, k. k. wirkt, geheimer Rath und Kämmerer, Oberstmnndschenk des Königreichs Ungarn (?inosrnnrum reAaliunr lVInKister) und Ober- gespan der Barscher - Gespanschaft. 1838 August von Perko. 1841 Louise Fürstin von Schön bürg - Hartenstein, geborne Prinzessin zu Schwarzenberg, Herzogin von Krumau, Palastdame Ihrer Majestät der Kaiserin. (Das gräflich Starhemberg'sche Schloßgebäude sammt den 4600111° umfassenden Gartenanlagen war bis zur Entstehung 282 des Schaumburgergrundes im Jahre 1813, mit der Nr. in die Vorstadt Wieden einbezogen. Hier starb am 21. August —1797 der kais. Feldmarschall Dagobert Sigmund Graf von Wurmser. — Graf Keglevics, der spätere Besitzer des Schlaffes, hatte in den prachtvollen Räumen desselben auserlesene Kostbarkeiten an Büchern und Gemälden aufgestellt.) LS. (82) 8. Zm Jahre 1813 Franz und Susann« Früh- auf, Küchengärtners-Ehelcute. 1845 Geschwister Frühauf. 1854 Ludwig Frühauf. LS. (93.) 8. Kommunal-Mädchenschulr. Abg. von Nr 15. Im Jahre 1840 Johann Christoph, Gastwirth. 1850 Susann« Christoph. 1859 (28. November) Kommune Wien. 14. (83.) 8. Im Jahre 1813 Franz und Susanna Frühauf. 1845 Geschwister Frühauf. 1854 Ludwig Frühauf. 15 . Siehe Hungerbrunngasse I. 16 . (84.) 8. Im Jahre 1813 Johann Nepomuk Graf Keglevics von Buzin. 1838 August von Perko. 1841 Fridolin Nllinger, Fabriksbefitzer. 1845 Jda Edle von Hochmeister und Natalie von Blascovits; beide geborne Ullinger. 17 Siehe Hungerbrunngaffe 2. 18. (12 S- 13.) 8 Bibliothek und Museum Sr. kaiserlichen Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Rainer. (Zu Wiedner Hauptstraße 71.) 18 . Siehe Jgelgaffe 1. 28. (Hungerbrunn 5.) R s- /. Tchild zur Bethen. Vordem mit der Freyherrlich von Fischer'schen Besitzung (Igel- gaffe Nr 1 und Wiedner Hauptstraße Nr. 77) vereiniget. Im , Jahre 1812 Franz Brabböe, k k. Wechselsensal und Lieutenant der österr. Landwehr (1811 bis 1816 Richter am Hun- igerbrunn). 1830 Eduard Brabböe, Pens. k. k. Lieutenant; Franz Brabbäe, Rechnungsrath der k. k. Kamera! - Hauptbuchhaltung; dann Wilhelmine Edle von Call, geborne Brabböe. 1860 Eduard und Gustav Brabböe; Ottilie Schusnek. geborne Brabble; dann Adelheid, Albert, Anna, Johann, Johanna und Karl Frankenberger. 21 . Siehe Jgelgafse 2. 22. (Hungerbrunn 4.) Ständischer Ircihos. Im Jahre 1700 Jhro Röm. Kays Maytt. Vicedom. **). 1749 Eine Löbliche N. Ö. Landschaft. 1762 Joseph Christoph Melchior Zorn, Edler von Löwenfeld, Gutsherr in der Jägerzeile. 1765 Jakob Jagatitsch, Mitglied des Äusseren Stadtrathes. 1774 Peter Franz Maria Otto», Handelsmann. 1775 Karl Freyherr von Kallisch und Kis-Bironz. 1806 Johann Traugott Freiherr von Kallisch und Kis-Bironz. 1810 Maximilian Freyherr von Kallisch und Nuccodel. 1812 Franz Freyherr von Schaffalitzky. 1821 Anton Wieser. 1824 Franz Mayer. 1834 Franz Gadner. 1838 Joseph Summerer. 1846 Maria Heiderer. 1857 Hanns Gasser, Ritter des großherzoglich Sachsen-Wei- mar'schen Ordens vom weißen Falken und akademischer Bildhauer (geboren 1819 zu Eisentratten bei Gmünd in Oberkärnthen). Immer geringer wird die Zahl jener behäbigen Wohnsitze, die aus den Tage» Altwiens auf uns sich vererbten. Einer nach dem andern fällt, um den Anforderungen der Neuzeit zu genügen, dem Abbruche anheim. An Stelle eines einzigen alten Hauses, eines luftigen Gartens, wächst nun über Nacht eine Reihe drei- und vierstöckiger Zinshäuser, eine ganze Straße empor — was schadet es: man entsagt nothgedrungen der Luft und dem Lichte, um viel kostspieliger wie ehedem zu wohnen. Doch mit der Zeit ändern sich auch die Sitten. Ein Räthsel dünkt cs uns, wie bei diesem rücksichtslosen Drange nach Verschönerung und wucherischer Verwerthung jeder handbreit Erde, bisher noch einige Baulichkeiten aus vergangener Zeit, dem Schicksale der Zerstörung entschlüpfen konnten. ') Landtafel V. U. W. W., Einlags-Nummer 454. ") Das uralte Amt des Vice-Dom oder Vizthum war jenem eines Statthalters ähnlich; nur mit dem Unterschiede, daß der Vicedom auch der Rechtspflege oblag. Das N. Ö. Vice-Dom-Amt hatte seinen Sitz in Wien und wurde zugleich mit dem .Wassergrafen - Amte" und dem ,.Obrist-Hof-Marschall'schcn Gerichte" am 16. Mai 1749 aufgelöst. Ter Wirkungskreis der genannten Ämter fiel der „N. Ö. Landesregierung in Justiz-Sachen" zu. Die hiedurch erledigten Dicedom'schcn Gülten und Güter kamen an die N. L, Stände; theilweisc wurden sie auch von Privaten eingelöst. 284 Solch eine, dem Machtspruche unserer modischen Baumeister trotzende Reliquie nennt Meister Ga her sein Eigen. Der wackere Künstler kann mit Recht stolz darauf sein, heutzutage inner den Barrieren Wiens solch' eine malerische Dilleggiatura zu besitzen. Zu ihr gelangt man von der Wiedner Hauptstraße - durch einen 1817 gebauten Straßentrakt (Nr. 79), der sich übrigens von all' den gewöhnlichen Zinshäusern nicht im geringsten unterscheidet. Dom Hofraume dieses Gebäudes führen jedoch mehrere Stufen zu dem Gitterthore eines »mfangsreichen, hoch mit Gras und Gestrüppe bewachsenen Gartens, der fast einer Wildniß ähnlich, einen eigenthümlichen Anblick darbietet. Mitten hindurch führt im Schatten dichtbelaubter Bäume ein rebenumrankter schmaler Fußpfad zu dem Wohnsitze und Atelier des Meisters. Letzteres ward erst vor einigen Jahren durch einen im gothischen Stile ausgeführten Zubau vergrößert. Der alterthümliche Balkon des Schlößchens gestattet am besten die Einsicht in die ringsum sich unbehindert entwickelnde Vegetation. Im oberen Theile des Gartens zur linken Hand, nahmen wir eine niedliche Felsparthie wahr, die aus den aufgefundenen Schlacken eines vor langer Zeit hier bestandenen Ziegelofens angelegt wurde. Neben den Sitzbänken dieses schattigen Win- kelchens stehen zwei alte Marksteine, welche die Buchstaben (Hunger-Prunn) und die Jahreszahl ,1696" tragen. Die hie und da. sowohl im Innern des Hauses, wie auch im Garten und auf dem Werkplatze vorfindigen Grabsteine stammen - aus der Kirche am .Klagbaum", die 1786 abgebrochen wurde. Die Schrift an diesen Steinen ist bis zur Unleserlichkeit verwittert; nur einer derselben läßt noch die Umrisse eines Wappenschildes, worin ein Bär und eine Heuschrecke, erkennen. SS. (902.) 8äe8. Abg. von Nr. 1 Jgelgasse. Im Jahre 1839 Joseph Nowotny, Tischlermeister und Ziegelbrenner. 84. (605. 385.) 8. Abtheilung des Trappel'sche» Ziegelofengrundes (Wiedner Hauptstraße Nr. 85.) Im Jahre 1802 Joseph Trappet, Ziegelbrenner. 1807 Franz Lustig' Grätelträger. 1810 Philippine von Hirsch. 1817 Karl Reindl, 285 Kunstgärtner. 1825 Martin Trost, Fleischselcher. 1827 Theresia Trost. 1832 Michael Trost, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Fleischselcher. SS. (422. 156. 388 389.) «. Zm Jahre 1785 Jakob Schuch, Ziegelbrenner. Neugebautes Wohnhaus und Ziegelofen, nebst zugehörigen 4 Viertel und 13 Achtel Ackergründen; .zwischen der blechernen Thurm-Gartenmauer, dem alten Burgerwege und dem Rainerschen Ziegelofen gelegen" (siehe Seite 2l9). 1819 Joseph Lager, Bürger und Ziegelofenbesitzer. SK. Siehe Trappelgasse 1. SV. (663. 390.) H. Im Jahre 18l9 Joseph Lager. 28. (220. 394.) L. Im Jahre 1817 Karl Reindl, Kunstgärtner. Vordem Lustig (wie Nr. 24). 1825 Kaspar Marwan, Tischlermeister. 1830 Anna Freiin von Simbschen. 1831 Franz Hampel, Gutsbesitzer. 1842 Wenzel Hampel. 1843 Andreas Hampel. SV. Siehe Blechthurmgasse 4. Reffelgaffe. (Zwischen dem Polytechnikum und dem Schulhause der evangelischen Gemeinden.) Der kaiserlich österreichische Marine-Forst-Jntendant Joseph Ressel — Erfinder des Schrauben-Dampfers — war der Erste , welcher die archimedische Schraube bei der Schifffahrt in Anwendung brachte. Leider gehört auch er in die Reihe jener vom Schicksale Auserkorenen, die ihre Verdienste im Leben selbst nicht anerkannt sahen; dafür aber nach dem Tode mit ehernen Denkmälern ausgezeichnet wurden. Ressel, 1793 zu Ehrudim geboren, starb am 9. Oktober 1857 zu Laibach. Seine, den freien Platz vor dem Polytechnikum schmückende Statue, ein Meisterwerk F e rn korn's, ward am 18. Jänner 1863 in feierlichster Weise und im Beisein zahlreicher Notabilitäten der Künste und Wissenschaften, enthüllt '). ') „dosspl» Ressel der Rrüuder des 8ebr»ubsu - vampksrs. Rest- sebrikt -ur Rutkülluuxsleier des Ressel - Denkmale» in Wien am 18. däuuer 1863- Von Dr. Rdmuud ReitI Luxer, Oseent der kbxsik au der lr. k. Universität ru IVieu." (1863 bei LraumiiUer.) — österreichische Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben. Beilage zur kais. Wiener Zeitung. Nr. 3 vom 17. Jänner 1863. 286 Das erzcne Monument stellt Ressel, die Schraube in der Hand haltend, in Lebensgröße dar und ruht auf einem Picdestal aus Karftstcin. Die Inschrift lautet: .108L6II» NL88LI- i>,iiiri^ ^os'iiri.xoo tzvi o«xiv« i'iiioü iroi'.v« 000111,11-«« i>viro86^i>iii8 i>itt>l>Li,i,r:k«i)i8 16 VII. LXXU «voooxxvil, «oxvMxrv« r> 08 ii «ooooi.xii. Nr. L. K. k. polytechnisches Institut. S. Schulhaus der evangelischen Gemeinden. S« (— 2. 27.) L. Abg. vom Gasthofe zum »goldenen .Lamm" (Wiedner Hauptstraße Nr. 7.) Im Jahre 1831 Anton und Elisabeth Diettmann. 1854 Theresia Freiin von Fries und Antonia Freiin von Geusau, beide geboxne Diettmann; dann Joseph Ritter von llhl, k. k. Postmeister. S. Siehe Wiedner Hauptstraße 3. Rittergasse. (Eröffnet im Jahre t 792. Abteilungen der fürstlich 8 sterhäz y schen Besitzung ; Seite 245.) Nr. L. (460.461. — 286. 287. — 352.353. — 565.566.) äc LI. Schild zur Stadt Manheim. Im Jahre 1792 Simon Woitsch. >797 Johann Jakob Metzger, Seidenzeugmacher. 1814 Joseph Berger. 1816 Leopold Frieß, Handelsmann. 1817 Joseph Rumpler, Goldarbeiter und Arrendator der königl. Opal-Bergwerke in Ungarn (Besitzer einer reichhaltigen Mineralien- und Conchylien- Sammlung). 1819 Martin Scherlc, Branntweiner. 1843 Georg Michels, Fleischselcher. 1845 Theresia Michels. S. (466. 292. 358. 571.) ä LI. Im Jahre 1792 Woitsch. 1798 Alexander Egly, Seidenzeugmacher. 1799 Georg Heinrich Hoch, Seidenzeugfabrikant. 1835 Heinrich Wilhelm Hoch. 1843 Wenzel Giebtner, Tuchscherer. 1849 Anton Dubai, Tuchscherer. 287 z. (462. 288. 354. 567.) .4. ä- I». Im Jahre 1792 Woitsch. 1797 Friedrich von Känel, Bandfabrikant. 1823 Friedrich Karl von Känel. 1839 Jakob Dannenhauer, Wund- und Geburtsarzt. 1853 Alois, Karl und Moriz Pfaff. 4. (465. 291. 357. 570.) .V. s« KI. Im Jahre 1792 Johann Georg Zahrl, Viehmayr. 1824 Zahrl'sche Erben. 1825 Albert Duscher, Milchmaier. 1829 Theresia Duscher, verehelichte Unsinn. 1833 Egid Unsinn, Milchineier. 1846 Franz Hauser. 1855 Johann Sigel, Faßbinder. K- (464. 290. 356. 569.) s- kl. Schild M Stadt Grs?. Im Jahre 1792 Georg Rothmüller. 1799 Andreas Vulkani, Solotänzer im k. k. Hof- und Nationaltheater. 1800 Alois Careno, Medicus. 1815 Joseph Haas, Fleischselcher. 1819 Johann Fux. 1832 Joseph Scheck, Fleischhauer. 1838 Paul Herndl. 1840 Ferdinand Böhm. 1842 Leopold Wurzin- ger. 1843 Vincenz Huger, Fleischhauer. 8. (463. 289.355.568.) ä.- kl. Im Jahre 1792 Joseph Weishappel, Fragner. 1804 Andreas Huß, Geräthelträger. 1809 Martin Dorsch, Fragner, 1832 Franz de Paula Kastelli. 1836 Theresia Kastelli. I«. (— 374. 587.) K Kl. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1859 Florian Proschinger, Holzschraubenmacher. Schäffergnsse. Bkreinigung der „Anker"- mit der „Kap au »erg asse". Diese wird in alleren Aufzeichnungen meist „Kap ä u»lg asse"; 1778 auch „Stern- gasscl" genannt.) Nr. 1. Siehe Hechtengasse 2. 5. (134. 227. 293. 488.) Im Jahre 1656 Benedict Böheimb, Stadtkoch. Zween Viertel Weingarten vnter dem Clagpaumb bey der Erdfäll, neben des Bißthum Zehent- Stadl gelegen. 1673 Andrä Schießfueß, Koch bey einer Herrschaft. 1686 Georg Ehristoph Neupper, Tuchhändler. 1717 Martha Rosina Neupperinn, Wittib. 1720 Wolff Georg Nickhl, Äußerer Stadtrath und Schneidermeister. 1746 Johann Wolfgang Mulzer, ksotarius xublious g'uratus. 1754 Johann 288 Dupont, herrschaftlicher Officier. 1782 Gregor Piringer. magistratischer Metzenleiher. 1792 Johann Nepomuk Netzer, Bandfabrikant. 1820 Johann Netzer, Magistratsbeamter. 1821 Anton Neubauer, Spängler. 1846 Franz Zertner, Anton Neubauer und Katharina Dewclak. 1849 Eduard, Franz, Hermine, Johann, Joseph, Katharina und Wilhelm Dewelak; dann Andreas Prumler. 1862 Anton und Cäzilia Veith. 3 . Siehe Kleinschmidgafse 2. 4 . (424. 226. 292. 500) .4. Schild zum Römischen Kaiser. Abg. von Nr. 2. Im Jahre 1785 Johann Georg Scheibert, Anstreichermeister. 1793 Leopold Hauer. 1794 Franz Schmid. Herrschaftsbeamter. 1802 Johann Unger, Schneider. 1803 Alois Poßinger. 1808 Leopold Waldhelm, Gastwirth. 1823 Theresia Waldhelm. 1840 Anna Kappner und Leopoldine Weiß. 1863 Leonhard und Leopoldine Hanser. 5 . (413. 217. 283. 509.) ^4. s- öl. Abg. von Nr. 13. Im Jahre 1785 Nicolaus Schaffer, Bratelbrater. 1800 Martin Schaffer, Fleischselcher. 1820 Anna Schaffer, Witwe. 1826 Martin Schaffer, Fleischselcher. 1833 Anton Köstler, Schuhmacher. 1843 Anton und Heinrich Köstler. 6. Siehe Waaggaffe 13. 7. (414. 218. 284. 510.) .4. s- >1. Abg. von Nr. 13. Im Jahre 1785 Franz Lettner, Futteralmacher. 1796 Anna Lettner, Witwe. 1803 Franz, Karl, Anna und Katharina Leitner. 1817 Erasmus Keßler, Orchestermitglicd des k. k. priv. Theaters an der Wien. 1835 Thomas Zechmayer, Stechviehfleischer. 1839 Johann Nechlediel, Fleischselcher. 8. (126. 225. 291. 499.) Schild zum Helm. Nahezu die Hälfte der heutigen Bodensläche dieses Hauses, sowie des vorliegenden Straßengrnndes, hatte in früherer Zeit der »erzbischöfliche Zeh cntstadel" bedeckt. Der Grund war ursprünglich Eigenthum eines sicheren Lorenz Kirchstetter, welcher ihn am 16. Mai 1648 „denen Herren Zehenthandlern im allhiesigen Bischofhof" zur Errichtung eines Getreidestadels überließ. Nach mehr als hundertjährigem Bestände kam der Stadel 1754 an den Fleischhacker Johann Georg Bretschneider; 289 dieser benützte ihn zur Einstellung seiner Schlachtthiere. Wegen Dringlichkeit einer Passageerweiterung ward endlich dieser in die Straße vorspringende Viehstand (Schafstall) am 23. August 1780 von der Kommune angekauft und demolirt. Der Schank- wirth Johann Paul Helmer erwarb den erübrigten Grund- theil und baute hier 1782 das Haus „zum Helm." 1805 Johann Paul Helmer, Gastwirth und Johann Evangelist Helmer, Branntweiner (Söhne des Vorigen). 1840 Johann Baptist Helmer. 1841 Karl Westhauser. 1860 Joseph Neumayer. S. (415. 219. 285. 511.) sc N. Schild zum Mohren. Abg. von Nr. 13. Im Jahre 1785 Johann Georg Selch, Maurerpolier. 1786 Joseph Hutter. 1789 Karl Jeckel, Stärk- nnd Haarpudermacher. 1791 Johann Zindler, Schuhmacher. 1799 Barbara Zindler, Witwe; später verehlichte Koschinka. 1837 Martin Arthold, gerichtlicher Sperrkommissär. 1855 Johann und Heinrich Arthold. L1>. (374. 224. 290. 498.) s- LI. Abg. von Nr. 13. Im Jahre 1782 Joseph Appel, Fleischhacker. 1789 Franz Duschinger, Stadtbaumeister. 1795 Maria Anna Duschinger, Witwe. 1801 Konrad Matthäus Freyherr von Gärtner und Johanna Katharina Careno. 1804 Alois Beck. 1805 Karl Graf von Rottermund, k. k. Kämmerer und Hofconzipist. 1807 Johann Nagel, Tapezierer. 1813 Johann Franz, k. k. Hofzimmerpolier. 1851 Leopold und Katharina Franz. 1854 Katharina Franz, geb. Schalter. 1861 Michael Thomann. LI. (416. 220. 286. 512.) sc LI. Schild ,u Maria Hilf. Abg. von Nr. 13. Im Jahre 1785 Johann Georg Celch. 1787 Johann Erncst Wicht, Handelsmann. 1788 Mathias Wohlschack. 1793 Antonia Winkler, Theatral-Tanzmeisters- gattin. 1795 Joseph Turner, Drechslcrmeister. 1806 Anton Posch, Handelsmann und Benefrida dessen Ehegattin. 1810 Auto» Posch, Sohn. 18l4 Andreas Klöckel, Fleischselcher. 1815 Blasius Höfel, Lilograph und Stereotypen - Gießereidefitzer 1816 Konrad Schmidt, Schneider. 1817 Andreas Franzel, Wurst- und Käscmacher. 1819 Mathias Heß, Schuhmacher. 1843 Theresia Heß. 1857 Franz Paul Hauser, Schuhmacher. Wieden. 19 290 LS. Siehe Preßgasse 2. L». (133. 221. 287. 513.) s- Irl. Im Jahre 1617 Stadtgemaine Wicnn. Ein ganzer »nd ein Drittel Hofstatt Weingarten im obern Schooß; ehevor dem Äusseren Stadtrathe vnd Handelßmann Hannß Kirchstetter, nunmehr zu Gemainer Stadt Zicgrlosen (Seite 140) gehörig. 1716 Johann Lorenz Trnnkh von Guettenberg, Jhro Rom. Kays. Majtt. Rath und Burgermaister der Stadt Wienn; dann Maria Magdalena dessen Ehegcmahlin. (Besitzer des Stadthauses zum — .silbernen Vogel" sNr. 609s am St. Petersfrcythof, und des Fauconet'schen Hauses sNr. 1141s in der Braittcnstrasse.) 1744 Ludwig Fürst von Batthyrlny, Erbherr von Güssingen, Ritter des goldenen Vließes, Hofcanzler und Erbland-Mund» schenk des Königreichs Hungarn, Erbobergespan des Eysenburger- Eomitats. 1773 Adam Wenzel Fürst von Batthyäny-Stratt- mann, k. k. geh. Rath und Kämmerer, General-Feldwachtmeister und Inhaber eines k. k. Infanterie-Regiments. 1784 Philipp Buchsbaum, Gastwirth und magistratischer Bergmeister auf der Wieden. (Siehe Seite 134 und 209.) 1785 Lorenz Schön- büchler, Lederer. 1822 Anton und Joseph Schönbüchler, dann Klara Kirchlechner. 1823 Martin Braun, Tischler. 1811 Johann Sentmiklossy. 1855 Franz Rickh, Lederlackirer. L4. Siehe Preßgasse 1. L5. (426. 222. 288. 514.) k Irl. Stadel, abg. von Nr. 13. Im Jahre 1785 Lorenz Schönbüchler. Lederer. 1822 Schönbüchler'sche Erben. 1823 Georg Pein (wie Seite 125)- 1825 Anna Ruwald, Beamtensgattin. 1843 Franz Klupp, Fleischhauer. 1857 Johann Heß. L«. Siehe Freundgasse 2. LS. (572.) ^l. Schild zu Maria Tsftrl. Große Neugasse Nr. 13. L8. Siehe Freundgasse 1. L». (176. 305. 360. 573.) L. Schild zu dm sieben Sternen. Abg. vom Wiescnthal'scheu Garten (Seite 237). Jahre 1749 Jakob Mayr. 1751 Joseph Mcrkh, Tischlermeister- 1757 Franz Karl Merk, Maler. 1774 Mathias Knötzl. b»r- 291 gerlicher Kapäundler und Bergmeister auf der Wieden. 1802 Martin Mayer. Seidenzeugmacher. 1807 Joseph Rackl, Binder. 1816 Mathias Schengel, Schlosser. 1817 Elisabeth Girardet. 1829 Girardet'sche Erben. 1833 Karl Mandl. 1843 Gregor Diktoris, Schlosser. 1849 Anton Paul Lechner und Ignaz Heinrich. 1851 Joseph Fischer. 1857 Barbara, Friedrich und Joseph Fischer. SV. Siehe große Neugasse 36. SL (177. 306. 361. 574.) L. Schild MM weißen Kapaun *). Abg. vom Wiesenthal'schen Garten. Im Jahre 1746 Johann Pleyer. 1751 Mathias Knötzl, Kapäundler (wie Nr. 19). 1802 Joseph Huber. 1806 Anna Huber, Witwe. 1807 Egid Auer, Krämer. 1811 Johann Georg Höhn. 1814 Margaretha Höhn. 1823 Tobias Brandt, Schlossermcister. 1829 Michael Schuh, Spiegelmacher. 1857 Magdalena Schuh. SS. Siehe große Neugasse l5. SS. (178. 307. 362. 575.) L. Schild zur Stadt Bamberg. Abg. vom Wiesenthal'schen Garten. Im Jahre 1750 Dominicus Adam Frey. Beutelg'sperrmacher. 1763 Antonia Frey, Wittib: später verehlichte Aigner. 1764 Johann Christoph Woschaneck, Viehmayr. 1776 Mathias Knötzl. 1802 Georg Graf. 1844 Anton Graf. 1850 Barbara Meister. 2». Siehe kleine Neugasse 12. ') Wie uns eine sorgsame Schildcrschau während der Kreuz- und Querzüge durch die Straßen dieser Vorstadt überzeugte, scheinen die Bewohner der Wieden einst mit sonderlicher Vorliebe dem Kultus des Geflügel wertes gehuldiget zu haben. Woher sonst eine „Kapauncrgassc" und die vielen Schildzcichen ähnlicher Art? so der »weiße Kapaun", der »goldene Kapaun", das „Gansel" und eine .fette Gans", eine „rothe Ente", zwei .Tauben", eine .goldene Taube"; geschweige der zähen „Hähne", des weißen, rothen, grünen, dann aller sonstigen gefiederten Thiere — der schwarzen, rothen und goldenen „Adler", der geschwätzigen „Aelster", des „Finken", der „drei Lerchen", der „Pelikane, des „goldenen Pfauen", grünen „Papagei', goldenen „Straußen", der „weißen Schwäne" re. Bei solch einer Masse von Federvieh waren ein „Mayerhof" und zwei .grüne Jäger" wohl unentbehrlich! » 292 Der (kdelsih Ichaumburge rhos. In der Matrikel der unmittelbaren deutschen Reichsstände hatte das mächtige Geschlecht der Schaumburger, deren Bcsitzthümer im ganzen Lande ob der Enns sich verzweigten, einen Platz ersten Ranges eingenommen. Die Grafen von Schaumburg oder Schaumberg, nach einem nunmehr zerstörten Schlöffe in Baiern auch von Ilebach genannt, besaßen das Erb-Marschallamt in Österreich und in der Steiermark, und waren mit den Habsburgern weiblicher Seils mehrfach verschwägert. Ihre ohnehin bedeutenden Reichthümer mehrten sich noch, da sie zum Theile diePettauer und die Grafen von Eil ly beerbten. Äneas Sylvius, der Geschichtsschreiber Kaiser Friedrichs III., zählt die Grafen von Schaumburg und nach diesen die Grafen von Maidburg den ersten und mächtigsten Herren im Lande bei. Einen Wernhart Grafen von Schaumburg hatte schon König Rudolph seinem Sohne Herzog Albrecht, Reichsverweser in Österreich (1281) als Rath beigegeben. Conrad, des alten Wernharts Sohn, ein Gönner der Minoriten, ruht in der Kirche derselben am hiesigen Landhause. Beide hatten Friedrich dem Schönen (-si 1330) vierhundert Pfund Wr. Pfennige dargeliehen und für diese Schuld zehn Lehen in Laxenburg zum Pfände erhalten. Später, am St. Veitstage (15. Juni) 1345 wurden diese Lehen ein Eigenthum des Wiener Bürgerspitals. Stammsitz der Grafschaft Schaumberg war das gleichnamige, im Hausruckkreise an den malerischen Ufern des Donaustromes, in der Nähe von Efferding gelegene Bergschloß — das einstige Gefängniß Königs Wenzel des Faulen (1402). Wir, die nur mehr die Trümmer dieser gewaltigen Veste vor uns sehen, können lediglich den daran haftenden Erinnerungen einige Aufmerksamkeit widmen. Die Schaumburger führen ihren Ursprung auf jenen Babo von Abensberg zurück, der mit acht Töchtern und 32 Söhnen gesegnet, zur Zeit Heinrichs des Heiligen (um 1006) lebte. Der erste Schaumburger in Österreich blühte 1142. In den Tagen Herzogs Albrecht III., zubenannt mit dem Zopfe, trugen auch die edlen Schau mburger — durch die 293 Lage ihrer Burg begünstiget — keine Scheu. mit den zahlreichen Buschrittern in der Runde gemeinsame Sache zu machen. Der Schloßherr von Schaumburg hatte cs vorzugsweise auf die vorüberziehenden Köllner Kaufleute abgesehen; entweder nahm er ihre Schiffsladungen als Beute weg, oder er warf die Reisenden auf der Heerstraße nieder; kurz, er gefährdete Handel und Wandel in zügellosester Weise. Bald arteten diese Raubzüge in eine offene Fehde gegen die Reisigen des Herzogs aus. Alb recht, dieses Treibens endlich müde, zog im Jahre 1380 wie die Chronik meldet, vor das Schloß Schaumburg und .belegerte' dasselbe. Die zähe Besatzung hielt aber tapfer Widerbart, so daß erst zwei Jahre nachher, auf Vermittlung Friedrichs von Baiern, das Schloß vertragsweise übergeben wurde, worauf es die Grafen von Schaumburg von dem Hause Österreich zu Lehen nehmen mußten. In Wien hatte ein Hanns von Schaum bürg schon 1450 einen Theil jenes Grundes .vor dem Kernertor' inne, auf welchem neuerer Zeit die Vorstadt gleichen Namens sich erhob. Mit Wolfgang II. war 1559 der Mannesstamm der Schaumburger erloschen *). Anna, Wolfgangs Schwester, ') Interessant ist das Epitaph Wolfgangs Grafen zu Schau.nbnrg, Obriste» Erb- marschalch in Oesterreich nnd Steher, in der Stadtpfarrkichc zu Efferding: „Der gras von Schammburg geschlecht, Hat adelich, löblich and recht, Regiert etlich hundert Jahr, Als Hsürste grafen fürwahr, Om Römischen Reich viel Theurer Held gras Molsgang war der Letzt gezehlt, Das Heschlecht im l559zigsten Oahr, Den t2. Tag Ouny fürwahr, Ruch seeliglich abscheiden thät. Als er 47 Oahr gelebt hätt, Römischer Rayserlicher Majestät Löblicher, Ehrlicher Diener and Rath, Dem die gedächtnus aus Lieb and Trew 8ein Hemahel ließ ausrichten new, 4raw Anna Hrüsinn von Drtenburg Mohtgebohr», ,e. Der schon 1434 von den Steuern redimirte Wohnsitz des erloschenen Geschlechtes — der Schaumburgerhof am Neuen Markte in Wien, i! 294 brachte dieß Gut nebst dem Städtchen Efferding und dem Markte Mistelbach, durch ihre Heirath mit Erasmus von Starhemberg an die gräflich Starhemberg-Eschelberger Linie, bei welcher es auch zufolge eines am 10. August 1572 zwischen Kaiser Maximilian II. und den gräflich Schaumburg'schen Erben errichteten Vergleiches, bis in das erste Decennium unseres Jahrhunderts verblieb. Eigentlicher Begründer des Gutes Schaumburgerhof in Wien ward erst der kaiserliche Hofkammer-Präsident Gundacker Thomas Reichsgraf vonS tarhemberg, welcher die Besitzung seiner Vorfahren zu Anfang des 18. Jahrhunderts durch Ankauf »mfangsreicher Grundstücke erweiterte, so: a) im Jahre 1700 durch Kauf eines Viertels Weingarten „am Mayerhöfel" von dem Schlosser Friedrich Gerhauser; I>) 1709 eines Viertels Weingarten in .Liebharten ober der Gugl" von den Jungfrauen bei St. Laurenz, durch ihre Oberin Frau Maria Regina von Fernberg; o) 1709 dreier ganzer und sechs halber Hofstätten, dann zweier Viertel und vier Achtel „am Praiten Anger oder „Silberegg" von dem Fleischhacker Mathias Riener; . 1845 Karl und Joseph Chimani. 1850 Karl Chimani. Nr. 803. (273. 469. 552. j Nebengebäude. Im Jahre 1753 Christoph Bäßler, Schnallenmacher. 1770 Margaretha Bäßlcr, Witwe. 1799 Johann Holl, Schneidermeister. (1807 bis 1824 Richter in der Schleifmühle). 1830 Anna Holl. Witwe; dann Georg Holl, Schneidermeister (auch hierortiger Richter). 1855 Karl Chimani. Nr. 804. (274. 466. 553.) Nebengebäude. Im Jahre 1753 Joseph Spazierer, Schuestermeister. 1778 Anna Spaziererinn. 1783 Joseph Zeßel, Äußerer Stadtrath und Leinwatdrucker (1798—1807 Richter in der Schleifmühle). 1816 Philipp Jakob Löw. Mitglied des äußeren Stadtrathes und Weinhändler. 1869 Joseph Löw. Nr. 80». (365. 465. 554.) Schankhaus zum Ritter. Im Jahre 1777 Karl Kraft, Gastwirth. 1803 Franz Kraft- 1804 Joseph Praxmaycr. 1806 Philipp Jakob Löw. 1859 Joseph Löw. Nr. 800. (275. 464. 555.) Schloßgebäude sammt Frag« nerei. Im Jahre 1786 Kommune Wien. 1788 Joseph« Freyin von Roth. 1791 Friedrich Wilhelm Freyherr von Roth. 1805 Philipp Jakob Löw. 1859 Joseph Löw. Der Hauptzugang in das Innere dieses Häuser-Konglomerates führt von der Wienstraße durch eine Reihe düsterer Schwibbögen, über welchen sich planlos die einzelnen 309 Gebäudetheile erheben. Am Backhause ist eine alte Steintafel mit den Sculpturen verschiedener Brodsorten bemer- kenswerth. Schlüsselgasse. (Im Hällservkrjcichnissc vom Jahre 1778: „Grünes Thor-Gassel"; 1779 „Tischlergassel"; 1798 „Guglgaffe'.) Nr. I. (39. 142. 194. 348.) .4. Im Jahre 1700 Ein Achtel Weingarten in der „Gugl", dem Jungfrawen Kloster bey St. Laurenz gehörig. 1726 Hannß Georg Kling, Kays. Hart' schieren-Schmied. 1742 Joseph Kling, kays. Arciercngarde-Schmicd. 1760 Barbara Kling, verehlichte Schilling. 1767 Joseph Anton Goldhann, des Ausseren Stadtrathes und Eisenhändler (hat am 8. November 1771 von den PP. Paulaner» ein Viertel und ein Achtel zunächst der 6Iau3»r - Mauern gelegene öde Weingärten hinzugekauft). 1782 Maria Anna Haller, Gastwirths- witwe. 1783 Franz Joseph Kerndler, Burger. 1785 Heinrich Freyherr von Ständer. 1787 Eäzilie Edle von Haan (wie Seite 112). 1788 Johann Michael Weißkopf, Bürger. 1794 Ignaz Weißkopf, Eommcndatur-Abt des Stiftes Zwettl. 1812 Konstanzia Lipp, geborne Weißkopf. Lederermeisterswitwe (Schwester des Bongen). 1818 Johann und Anna Loydl. 1834 Joseph Fehr. 184t Vincenz Döpper, Handelsmann. 1842 Wilhelm Knepper, k. k. pr. Cigaretten- und Buntpapier- Fabrikant. 2. (44. 147. 199. 353.) Schild ?u den zwei weißen Schlüsseln. Im Jahre 1643 Paul Khunia, Äusserer Stadtrath vnd Kays. Salzverfilberer. (Ein Achtel Weingarten.) 1656 Michael Focky, deß Ausseren Raths Burger vnd Handelßmann. 1674 Hanns Haffner, Gastgcb pey den „drey Haasen" (Nr. 1072) in der Kärnerstraße. 1696 Christian Conradt, Gastgeb ebenda. 1727 Valentin Santin, Tischlermeister. 1756 Rosa Traut, verwitwete Santin. 1763 Johann Georg Häußler, Schlossermeister. 1771 Katharina Häußler. Witwe. 1787 Michael Häußler. Schlosser. 1790 Joseph Schröder. Schlosser. 1804 Schröder'sche Erben. 1823 Joseph Löw und Michael Schröder, j 1844 Wilhelm Knepper. 1845 Karl Schröder. Stadtbaumeister. 310 ». (40. 143- 195 349.) Abg. von Nr. 5. Im Jahre 1757 Franz Tagschütz, Tischlermeister. 1781 Theresia Tagschütz, Witwe. 1790 Joseph Tagschütz, k. k. Lieutenant und Heinrich Tagschütz, Tischlermeister. 1794 Heinrich Jaudt, Thürhüter in der k. k. Hof- und Staatskanzlei. 1799 Leopoldine Jaudt, Witwe. 1801 Fürst zu Schwarzenberg. 1813 Graf von Aspre- mont. 1821 Gräfin von Kokorzowa. 1823 Karl Graf von Kokorzowa (wie Seite 112). 1830 Johann Friedrich Kugler, Lackierer. 1839 Antonia Kugler. 1845 Magdalena Zybulka, geb. Zugmeyer, Viehmeiersgattin. 1857 Ferdinand Weiß. Milchmaier. 4. Siehe Mayerhofgasse 16. 5. (41. 144. 196. 350.) .4. Im Jahre 1640 Ein Viertl Weingarten in der „Gugl", dem Kays. Hoff-Eammer-Director Jacob Berchtoldt Freyherrn auf Ungerschütz, zu Fräding vnd Pottendorf gehörig *). 1674 Georg Schmidt, Burger vnd Meclmcßer (wie Seite 111). 1707 Stephan Pöpperl. Arbes- 1Erbsen)-Händler. 1726 Heinrich Hochstain, Pixenspanner bey Jhro Durchlaucht dem Erb-Prinzen zu Lothringen. 1731 Johann Enzenhofer, Maurermeister. 1755 Theresia Katharina Enzen- hoferinn 1765 Georg Ignaz von May, Hochfürstlich Salz- burg'scher Hofrath. 1770 Karl Schreiber, Custos im k. k. Münz- und Medaillenkabinete. 1796 Ludwig Jakob, Bürger. 1826 Jakob'sche Erben. 1829 Adam Fink, Schneidermeister. 1848 Elisabeth Fink. 7. (42. 145. 197. 351.) ^ Abg. von Nr. 5. Im Jahre 1728 Johann Martin Rausch von Traubcnberg, Kays. Cammer-Maler (1745 kais. Galleric-Jnspektor; 1755 in den crb- ländischen Ritterstand erhoben. Von ihm ist das Deckengemälde in der Sakristei bei St. Stephan. Ogesser, 81)* 1768 Johann Thorwart, k. k, Theatral-Cassier. 1777 Franz Anton Bach. Offiziant auf der k. k. Hauptmauth. 1780 Johann Christoph ') Jacob Freyhcrr von Berchtold, Besitzer de? Stadthauses Nr. 112t am Graben, starb im Jahre 1641 »nd ruht in der Domkirchc bei St. Stephan (Ogesser 310.) . Edler von Clousolis, Kassier der k. k. Universal-Staatsschnlden- kafsa. 1781 Brigitta Edle von Elousolis, geborne von Gelderhofen. 1801 Johann Günther, Spiegelfabrikant. 1807 Rosa Angermayer, Bürgerswitwe. 1816 Anton und Joseph Angermayer. 1820 Johann Michael Rautner. 1823 Josepha Rautner. 1824 Franz Hamp, k. k. Ober-Thierarzt. 1831 Theresia Hamp. 1847 Hermann Hamp. 1853 Anton Füppcr. 1856 Josepha Füpper. ». (43. 146. 198. 352.) Abg. von Nr. 5. Im Jahre 1728 Heinrich Hochstain, Pixenspanner. 1763 Gottdank Kitz, bürgerlicher Fliegenschütz (Großfuhrmann). 1764 Maria Theresia Kitzinn. 1766 Franz August Lang, .1. II. vr. 1768 Franz Wenzel Graf von Sinzendorf. 1780 Franz Anton Bach. 1785 Dominik Benvenutti, Handelsmann. 1797 Georg Dobitsch, Goldarbeiter. 1801 Fürst zu Schwarzenberg. 1813 Graf von Aspremont. 1821 Gräfin von Kokorzowa (wie Seite 112). 1825 Michael Winkler, Fleischhauer. 1828 Georg Eibel. 1859 Erwin Graf von Schönborn-Buchheim-Wolfsthal. 1860 Joseph Herther, Milchmeier. Die Häuser Nr. 10, 12 S- 14 in der Mayerhofgasse find Abtheilungen des Sinzendorfschen Gartens. 1L Siehe Mayerhofgasse 14. Schmöllerlgasse. (Eröffnet im Jahre 1836.) Die rechte Seite dieser Straße war ursprünglich Gartengrund und mit dem Hause Nr. 10 vereiniget. Die Häuser zur Linken (1, 3. 8 L 7) sind Abheilungen von Nr. 34 in der Heugassc. Nr. L. (887.) 3. s- n,. Im Jahre 1836 Franz Dominik Fröhlich (wie Seite 145). 1858 Amalia und Friedrich Fröhlich, dann Hermine Steinhäubl, geborne Fröhlich. 2. (889.) öe.1. Siehe obere Alleegasse 7. 2. (1077.) 3. Se H,. Im Jahre 1860 Leopold Ernst, Architekt und Dombaumeister bei St. Stephan (-j- 17. Oktober 1862). 1863 Friedrich Jakob Gsell, Produktenhändler. 312 4 . (894.) Se.1. Zm Jahre 1836 Joseph Sch möllert (wie Seite 68). 1849 Theresia Winkler von Foraczest, geborne Schmöllerl. 1853 Winkler'sche Erben. 5. (1095.) .1. S- 1^ Im Jahre 1861 Anton Lißt. K. (922.) K .1. Winkler'sche Erben. V. (900.) .1. K 1^. Im Jahre 1856 Anton Lißt. 8. (953.) s- .1. Winkler'sche Erben. 10 . (348. 104. 130. 215.) k .7. Im Jahre 1689 N. Prior vnd Eonvent Ordinis Lremitarurn Kavoti ^uxu- stivi auff der Landstraßen. Zween Hofstatt Weingartten an der alten „Jeus" (auch „Joysen") vnd am „Goldpühel" , so zur St. Achatii-Eapclle dienstbar; vordem Georg Daniel Schwarzen gehörig. 1744 Mathias Gerl, Burger und kays. Hofbaumaister (1754 neuangelegter Lustgarten und Wohnhauß). 1767 Niclas Joseph Fürst von de 6a1antIiL (wie Seite 77). 1770 Johann Adam Saar, k. k. Haupt-Postwagen-Expeditor. 1779 Franz Grupner, k. k. geheim. Kabinetsoffizial. 1788 Klara von Nagel zu Aichberg. 1814 Jsabella Gräfin von Chotek und Maria Gabriele Gräfin von Buquoi. 1815 Franz Winkler. 1828 Joseph Schmöllerl. 1834 Ferdinand Graf von Stockhammer, k. k. Kämmerer. 1835 Georg Simon Plößl, Optikus. Sophiengaffe. (Abtheilungcn der Weyringe r'schcn Sandgestättengründe, mit Ausnahme der auf städtischem Dominikalgrund gebauten Häuser Nr. 2, 4, 6 L 8.) Nr. 1. (213.) 8. Im Jahre 1826 Mathias Strubecker und Theresia Holluber. 1860 Franz Schönthaler. akademischer Bildhauer. 2. (2l7.) 6. Im Jahre 1833 Johann David, städtischer Rechnungsrath. 1838 Joseph Nigri, Seidenzeugmacher. 1847 Georg Hell. Seiden- und Modewaarenfabrikant. 2. 8. Baustelle. L. (218.) 0. Im Jahre 1834 Bernhard Kledus, Stadt- baumeifter. 1861 Familie Kledus. 313 5 (211.) 8. Im Jahre 1826 Anton Hoppe, Stadtbau- meifter. 1837 Franz Tomas. 1857 Eduard Kuscht, Stadtbau- meister. 1858 Simon Homolak, Klaviermacher. 6 (219.) 6. Im Jahre 1834 Anna Haiden, verehlichte David. 1849 Maria David. 1860 August Engelbrecht, Stadtbaumeister. V. Siehe Belvederegasse 12. 8. (1079.) 0. Wie Belvederegasse 14. S s- II .1. Baustellen. IS (223.) .7. Im Jahre 1823 Georg Rabitzer. 1842 Georg Schabas, Branntweiner. IS. Siehe Goldegggasse 24. 1». (199.) .7. Im Jahre 1844 Friedrich Amerling, Historien- und Porträtmaler und Mitglied der k. k. Akademie der bildenden Künste zn Mailand. 1845 Johann Kielmayer. 1852 Jakob Förster. 14 Siehe Goldegggasse 25. 15 . (200 ä- 1088.) Im Jahre 1860 Florian Witzmann. 1861 Theresia Bachmann. 16 . (226.) .7. Im Jahre 1833 Johann Kielmayer. 1846 Mathias Neunteufel. 1853 Salomon Fried. 1857 Viktor Schmidt, Kanditenfabrikant. 17 . (201.) 3. Im Jahre 1842 Joseph Luigard, Tischlermeister. 1846 Joseph Benesch. 1851 Bartholomäus Freiherr von Pilati. 1862 Theresia Freiin von Pilati, geborne Opitz. 18 . (227.) Im Jahre 1841 Lorenz Schon. 1852 Georg Galler, Pfeifendeschläger. IS. (193.) Im Jahre 1862 Joseph Schönfeld, akademischer Bildhauer. Starhemberggasse. Nr. 1. (52.) 8. Im Jahre 1813 Anton Tietz, Wollen- und Zeugweber. 1815 Anton Ortner, k. k. Architekt. 1816 314 Anna Pollnfürst. 1829 Anna Ortner. 1834 Ludwig Jakobi, Verwalter der Herrschaft Wartenstein. 1840 Ignaz Hammer. 1845 Karl Streintz. 1849 Viktoria Streintz. später verehlichte Löw. 1857 Christoph Jahn, Klaviermacher. S. Siehe Rainergaffe 9. 3. (53.) 8. Im Jahre 1814 Joseph Hummelberger. Gärtner. 1844 Michael Reich, Germhändler. 1860 Franz Po- korny, Schuhmacher. 4 . (50.) 8. Amtsgebäude der vormaligen Herrschaft Schaum- durgrrhos. Im Jahre 1813 Anton Gundacker Graf von Starhemberg. 1843 Karl Gundacker Graf von Starhemberg, Oberst-Erbland-Marschall in Österreich ob und unter der Enns, Ehrenritter des hohen Maltheser-Ordens. (Bruder des Vorigen. Geboren 1777, ch 3. Oktober 1859.) 1860 Camillo Rüdiger, Reichsfürst von Starhemberg (wie Seite 257). 5. (54.) Im Jahre 1813 Anton Burg, Maschinen- und Ackerwerkzeugfabrikant. 1850 Adam Ritter von Burg, k. k. Hofrath und Professor am polytechnischen Institute; dann Karolina Huß und Klara Haas. 1853 Anton Burg (wie Seite 121). 6. (49.) 8. Im Jahre 1813 Joseph Streikt, Gärtner. 1821 Karl, Josepha und Maria Streibl. 1848 Maria Ott, geborne Streibl, Kaffeefiedersgattin. V. (55.) 8. Im Jahre 1815 Anton Machdiak, k. k. Beamter. 1825 Ernest Gißt, Tischlermeister. 1835 Mathias Kratochwill. 1844 Joseph Gotthard Hussareck, Hausbesitzer zu Wiener Neustadt. 8. (48.) 8. Im Jahre 1813 Joseph Streibl. 1821 Karl. Josepha und Maria Streibl. 1824 Joseph Trabitzky. 1826 Anna Trabitzky. 1827 Karl Lichtensteiner. 1828 Anna Lichten« steiner. 1836 Mathias Kruppnick, Tischlermeister. 1838 Theresia Kruppnick (1841 verehlichte Rauch). 1852 Philipp Krümmel, Tischlermeister. «. (56.) 8. Im Jahre 1814 Joseph Hummelberger. Gärtner. 1842 Peter Paul Nötzl, Wundarzt. 1851 Elisabeth Nötzl. 1858 Anton Eichberger, Stechviehfleischer. 315 1«. (46 S- 47.) 8. Im Jahre 1813 Sigmund Anton Steiner, Kunsthändler. 1830 Anton Edler von Wickerhauser. 1832 Joseph Schön, Edler von Perlashof, Kanzler des hohen deutschen Ritterordens. 1854 August Moll, Apotheker. 11 . (57.) 8. Im Jahre 1815 Vinzenz Grimm, Handelsmann. 1819 Theresia Feßler. 1820 Christoph Enders. 1821 Jakob Witschko. 1827 Sophie Katharina cle Olivior. 1831 Camillo Martin, k. k. Feldkriegs-Registrant. 1832 Josepha Werner. 1833 Christoph Waag, Knöpfmacher. 1834 Leopold Kurbl, k. k. Hofkanzleibeamter. 1840 August Kubasta, Hafnermeister. 1863 Karl und Elisabeth Kubasta. IS. (45.) 8. Im Jahre 1823 Georg Pein. 1824 Johann Michael Kormann. 1841 Johann und Karolina Poja. 1847 Johann Lenz, Gelbgießer. 1». (58.) 8. Im Jahre 1815 Vinzenz Grimm. 1819 Theresia Feßler. 1820 Christoph Enders. 1821 Evarist und Friedrich Raimann. 1839 Johann Vogler, Tischlermeister. 1844 Amalia, Maria und Karolina Vogler. 1851 Franz Kubert, Tischlermeister. 1861 Franz. Johann, Joseph. Katharina, Pauline und Romana Kubert. 14 . (44.) 8. Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Im Jahre 1819 Georg und Margaretha Zoll. 1830 Joseph und Franziska Bauer. 1839 Franz Kern, Gastwirth. 15. (59.) 8. Im Jahre 1815 Vinzenz Grimm. 1819 Theresia Feßler. 1820 Christoph Enders. 1821 Kaspar Mar- wan. 1826 Lorenz Strohmayer. 1827 Joseph Baumert, Spar- kafsabcamter. 1830 Alois Bock, Trödler. 1843 Franz Bauer, Amtsverwaltcr der Herrschaft Gutenbrnnn bei Baden. 1845 Katharina Grißl, k. k. Rathswitwe. 1862 Rudolph und Louise Grißl. 1«. (43.) 8. Im Jahre 1823 Joseph Karl Rosenbaum. 1830 Theresia Rosenbaum (wie Seite 189). 1831 Klara Burg. 1834 Ferdinand Haas, Bauholzhändler. 1855 Anton, Ferdinand. Karolina und Klara Haas. 316 17 . (60.) 8. Im Jahre 1819 Karl Ehmann, Baumeister. 1832 Amalia, Albert und Wilhelmine Bisenius. 1834 Franz Ehmann, Stadtbaumeister. IS. Siehe Kolschitzkygasse 6. Steggasse. (Gäßchen zwischen der Wienstraßc und dem Magdalenastcg.) Nr. I. (294. 509. 578. 871.) 6. Schild zu den drei Keilern. Im Jahre 1769 Mathias Reidinger, Haarsiebmacher. 1778 Barbara Reidinger. 1787 Maria Anna Gribitz, Posamentiererswitwe. 1794 Edmund Rasch, kaiserlicher Raitoffizier. 1795 Tobias Hailler, Schneidermeister. 1810 Georg Prankel. 1834 Katharina Prankel. 1861 Katharina Wolf. 2. Siehe Wienstraße 22. 4 . (1048.) 6. Im Jahre 1841 Joseph Fuchs, Gastwirth. Vordem Kommunalgrund. 1842 Johann Gangl, Seidenzeugmacher. 1846 Pauline Wißmann. 1854 Philipp Jungreithmeier, Holzhändler. 1859 Jakob Seltner nnd Karl Lettmüller, Holzhändler in Nußdorf. Straußengasse. (Vom „goldenen Strauß" im Jahre 1736 abgetheiltc HauS - und Gartcngründe.) Nr. I. (204. 367. 434. 666.) LI. Im Jahre 1736 Thomas Huebner, Ziegeldecker. 1738 Johann Michael Paß- rucker, Lehenkutscher. 1759 Peter Wegrath, Viehmayr. 1782 Johann Holzmeister, Wagenschmierhändler. 1799 Franz Eberl, herrschaftlicher Heißer. 1808 Michael Zanke. 1830 Lorenz Schlanderer. 1838 Gottlieb Konradi. 1840 Sebastian Jnhofer. 1845 Mathias Feldmüller. 1846 Bartholomäus Hengelmann- 1854 Karl Sztriberny. 1861 Franz Mayr Edler von Melnhos Guts- und Eisenwerksbefitzer zu Leoben in der Steiermark. 2. (203. 366. 433. 665.) LI. Zu Nr. 1 gehörig. 3 . (1055 ) LI. Im Jahre 1855 Joseph Reich. Brunnmeister, 317 4 . (411. 365. 432. 664.) LI. Im Jahre 1784 Johann Michael Hollstein, Handelsmann und Mitglied des äußeren Stadtrathes. 1788 Andreas Pausenwein. 1789 Joseph Schneeweiß. 1796 Joseph Waitz. 1797 Thomas Waitz. 1799 Johann Georg Bauer, Schneider. 1809 Georg Nottmüller, k. k. Com- nierzial-Briefträger. 1803 Wenzel Potschcck. 1808 Nikolaus Pauer. 1812 Franz Defraine. 1814 Kaspar Weineck, k. k. Kammerdiener. 1829 Kunigunde Herchenreder. 1841 Theresia Fleckcnstcin. 1845 Karl Fleckenstein, Bäckermeister. 1853 Friedrich Wüthrich, Bäckermeister. 1862 Franz Mayr Edler von Melnhof. 5. (1067 sc 1068.) HI- Im Jahre 1853 Johann Bam- minger, Pflasterermeister. 1860 Anna Bamminger, gcborne Grüneis; dann Johann und Theresia Bamminger. «. (205. 368. 435. 667.) HI. Schild pim goldenen Strauß. Im Jahre 1643 Valentin Lindtenberg, des Äusseren Raths. 1668 Hannß Heinrich, Kays. Stadtgerichts - Beysitzer. 1678 Adam Hinteregger. Handelßmann. 1692 Moriz Payr, Schnürmacher. 1700 Rosina Payr, Wittib (Schankgerechtsame vom 13. Februar 1700.) 1708 (31. März) Vit. Antonius des Loeblichen Kays. Stifts und Klosters U. L. Frauen Oe HIollts 8eirato Orä. 8. Leiiarlieti Abt; wegen der drey Payr'schen Conventualen. l722 (16. September) Johann Franz Milhard von Milhardiß. 1728 Ferdinand Joseph Peco- rini, als Gcrhab der Milhard'schcn Pupillen. 1730 (15. März) Gemainc Stadt Wicnn "). 1777 Adam Bodensteiner, Gastgeb. 1793 Juliana Bodcnsteiner, Witwe. 1806 Matthäus Kem- metner, Schankwirth und magistratischer Bergmeister auf der Wieden. 1841 Kemmetner'sche Erben. 1846 Karl Pranter, Stadtbaumeistcr. 1853 Johann Lamatsch. 1854 Johann Weiß, Gemeinderath der Stadt Wien und k. k priv. Werkzeug, fabrikant. Von der Realität zum „goldenen Strauß" hat die Kommune Wien im Jahre 1738 achtzehn Parzellen veräußert; dermalen zwölf Häuserin der Ziegelofengasse, vier Häuser am Mittersteig (Seite und die ganze Straußengasse. 318 Taubstummengaffe. Nr. 1 (— 582. 65.) 8. Abg. von dem Garten des Taubstummen - Institutes (Nr. 7). Im Jahre 1816 Franz Schweizer. 1820 Dr. Leopold Pölt, Ritter von Pöltenberg, Hof- und Gerichtsadvokat. 1839 Joseph Beer, Kleidermacher. S. Siche untere Alleegaffe 24. S. (— 583. 64.) L. Abg. von dem Garten Nr. 7. Im Jahre 1816 Johann Fruhwirth. 1821 Johann Baptist Hüttner, Vogtei-Commissär der Pfarrkirche zu St. Carl. 1838 Franziska Hüttner, geborne Gigl. 1844 Maria Handl. 1845 Bartholomäus Graf. 4. (893.) Iv. Abg. von Nr. 2. Im Jahre 1837 Mathias Wöß. Fleischhauer. 1842 Theresia Wöß. 1843 Karl und Maria Wöß. 5. (— 584. 63.) L. Abg. von dem Garten Nr. 7. Im Jahre 1816 Joseph Schmöllerl. 1843 Thomas Benedetti, akademischer Kupferstecher. 6. (890 ) L. Schild )um Ziergärtner. Abtheilung des Gartengrundes von Nr. 12. Im Jahre 1810 Joseph Hummelberger ssu., Gärtner. 1835 Joseph Hummelberger zun., Gastwirth. 7. K. k. Tsubsiummen-Institul. (Siehe Seite 77.) 8. (891.) L. Abg. von Nr. 6. Im Jahre 1835 Sebastian Hochhäuser, Wundarzt. 1847 Joseph Nehrer, Chokolade- macher. 10 (892.) L. Abg. von Nr. 6. Im Jahre 1835 Georg Freitag. 1838 Ludwig Wilhelm Hoffmann. 1850 Ludwig Wilhelm Maurer, Gemeinderath der Stadt Wien und Fischbeinzurichter. 1860 Dr. Franz Schaub, Direktor der Sternwarte zu Triest; dann Joseph Schaub, Handelsmann. 12. Siehe Favoritenstraße 1l. 319 Technikerstraße. (Früher« Zeit „Bcy dem Tänd elmarkt' und eine Strecke am .Glacis', zwischen der Heugasse und der Wiedner Hauptstraße.) Nr. L (337. 22. 102.) 3. Schild pnn goldenen Mondschein. Im Jahre 1696 Georg Altschaffer. Jhro Rom. Kays. Maytt. Rath vnd Gemaincr Stadt Wienn Bnter-Cam- merer *). Eine halbe Hofstatt in der „Habcrpoint" vnd drey Achtel Weingarten an der „kurzen Jeusi". 1724 Theresia Mar- garetha Altschaffer, geborne Schmiö. 1744 Joseph Carl Alt- 1^",^ schaffer , Kays. Stadt - und Landgerichts - Beysitzer. 1753 Gabriele von Bernhard, verwitwete Altschaffer. 1771 Johann Anton von Bernhard (wie Seite 141). 1772 Joachim Kronschnabel, Traiteur der k. k. teutschcn Nobelgarde. 1777 Anna Kronschnabel. 1778 Martin Eineder, Fleischhacker. 1779 Anna Eineder. Witwe. 1806 Augustin Edler von Holzmeister, k. k. Hofrath. 1807 Franziska Edle von Holzmeister, Witwe. 1823 Theresia Wallishauser, Buchhändlerswitwe. 1825 Konrad Gras, k. k. Hof-Klavierfabrikant. 1841 Karl Stein. 1860 Ferdinand und Karolina Frnhwirth. Kronschnabel war es Vorbehalten, durch die Eröffnung seines neugebauten Tanzsaales im Karneval 1773, wieder Lust und Freude in den erbleichten „Mondschein" zu bringen und die halbverödeten Räume desselben in ein Eldorado für die tanzlustigen Wiener und Wienerinnen zu verwandeln. Im Punkte der Eleganz behauptete der Tanzsaal zum „goldenen Mondschein" unter den öffentlichen Belustigungsplätzen Wiens ') Stadt-Untcrkämmcrer Altschafs er erreichte das hohe Alter von 103 Jahren und starb am 8. Jänner 1723- Er war Eigenthümer des „Hah- nenhauses" im tiefen Graben (169), dann eines Hauses (361) in der Wildwerkerstraße. Seiner. Besitzung auf der Wieden geschieht schon im Wiener Burgfriedens Privilegium Kaisers Leopold I. vom 15. Juli 1698 (Ooäex Lustr. II. 499) Erwähnung: „Vor dem Kärntner Thor hinauß in dem Heugäßl bey Gemeiner Stadt Wienn Unter-Lammcrcr. (Nr. 3, 5 k 7 in der unteren Alleegasse; 3, 5 L 9 Technikerstraße und. sieben Häuser in der Heuoosse sind Abteilungen vom Altschaffer'schen Garten). 320 eine vorzügliche Stelle. Sein Inneres war zwei Etagen hoch. Eine zierliche Gallerie an den Längenseiten des Saales erlaubte auch Jenen, welche den Freuden des Tanzes sich entziehen wollten, ungestört in dem reizenden Anblicke all' der Schönheiten des Momentes zu schwelgen. Die weiten Räume waren auf das glänzendste eingerichtet, und mit brillanten Glaskronen (!) erleuchtet — damals von vollendetem Effekte. Der »Mondschein- oder Langaus-Saal", dem stets der lebhafteste Zuspruch zu Thcil ward, hat sich — wie Bäuerle sagt — unsterblich gemacht, durch die Sterblichkeit in den Reihen der jungen Leute, die ihn besuchten und dort aus- schließcnd den »Langaus" tanzten. Zu jener Zeit gehörte es zum Tone, ein Tänzer von Bravour zu sein. Der Langaus erforderte die größte Bravour, da galt cs seine Tänzerin von einer Ecke des Saales in die entgegengesetzte andere im rapidesten Tempo zu „walzen". Wäre es nur bei einer Tour in dem riesigen Saale geblieben, so hätte man diesen bacchantischen Tanz allenfalls noch billigen können; allein sechs bis acht Male mußte der Kreis athemlos und ohne Rast beschrieben werden; ein Paar suchte das andere zu überflügeln, und nicht selten machte ein Lungenblutschlag der Raserei ein Ende. Solch' schreckliche Intermezzo s veranlaßten endlich die Polizei, den „Langaus" zu untersagen. Im Jahre 1805 kam die Pachtung des Saales in die Hände eines Franzosen, des Traiteurs 3ean Leaneouzin. Hier einige Strophen aus den humoristischen Gedichten Gevay's, welcher noch Gelegenheit hatte, diesen Saal (1813) zu besuchen: „Der Halbmond, Mondschein in des Volke! Munde, Ein schöner Tanzsaal vor der Stadt, Steht links, beleuchtet schon zur Abendstunde Ein völlig glühendes Quadrat. Man hört' ihn einst von allen Lippen preisen, Er leuchtete mit seinem Glanz, Wie jener Stern in Juda den drei Weisen, Den Wiener» .-» Bankett und Tanz. 321 Abnehmend ist er jetzt, im letzten Viertel Der Mond, so daß man kaum ihn kennt, Es hat die Ahnfrau Zeit aus ihrem Gürtel Ihn schon zur Hälfte ausgctrcnnt" rc. Zwölf Jahre später mußte er auch wirklich einer Klavierfabrik das Feld räumen; nur das Gasthaus ist übrig geblieben, dessen Name in Manchen, die noch des Saales Glanz erlebt, angenehme Reminiscenzen erwecken mag ,, S. (1063.) 3. Abg. von Nr. 1. 'Im Jahre 1859 Karl Stein, k. k. Hof-Klavierfabrikant und Orgelbauer 5. (899.) .1. Abg. von Nr. l. Im Jahre 1836 Konrad Graf. 1845 Eduard Felbermayer, Handelsmann. V. (336. 23. 101.) »I. Schild )uc heiligen Dreifaltigkeit. Abg. vom Pechmann'schen Garten (Seite 59). Im Jahre 1724 Joseph Wolk, schußverwandter Schucfter. 1739 Anna Maria Vogt, verwittibte Wolk. 1773 Franz Vogt, Schuhmacher. 1799 Johann Fruhwirth, Büchsenmacher. 1799 Andreas Oeder. 1808 Joseph Madiera, Büchsenmacher. 1811 August Freyherr Leinner von Negelsfürst. 1812 Leopold Längsfeld. Apotheker. 1813 Ferdinand Sendinger, Drechsler. 1814 Friedrich Gabriel, Handschuhmacher. 1821 Anton Orth, Stahlarbeiter. 1824 An- i tonia Gatti. 1827 Jakob Nikolaus Eraigher. 1831 Aloifia Gemeiner, Großhändlersgattin 1836 Franz Klott, Handelsmann. 1840 Anton Burger. 1855 Katharina Burger. S. (335. 24. 100.) .1. Abg. von Nr. 1. Im Jahre 1744 Juliaua Theresia von Thron, geborne Altschaffer.^ 1753 Theresia von Thron. »Neugebautes Spital deren Herren Bedienten bei St. Joseph." >765 Joseph Fruhwirth, kais. Büchsenspanner. 1798 Johann Fruhwirth, k. k. Hof- Büchsenmacher (1805 Oberlicutenant im Bürger-Artillerie-Bom- bardiercorps). 1826 Theresia Fruhwirth. 1860 Ferdinand Fruhwirth, k. k. priv. Feuergewchr-, Eisen-. Stahl- und ^ Hammcrschmiedwaarenfabrikant und Gewerksbefitzer zu Freiland nächst Liliettfeld; dann Karl und Eduard Fruhwirth. Im Hruhwirth'schen Hause befand sich das Atelier des k. k. Professors der Bildhauerei Johann Schalle r. Kaiser Franz 1. und dessen Gemahlin besuchten das Atelier im Wieden 2t 322 Dezember 1833, während daselbst die für die Hofkirche zu Innsbruck bestimmte Statue des Sandwirthes Andreas Hofer — ein Meisterwerk Schalters — zur Besichtigung ausgestellt war. Schalter (geb. 30. März 1777) starb in seiner Vaterstadt Wien am 15. Februar 1842. LI. Siehe Karlsgaffe 2. IS (1. 28.) kl. K. k. polytechnisches Institut. Im Jahre 1670 Georg Lebenscheidt. Äusserer Stadtrath vnd Gastgeb (f- 1683. Besitzer des „gülden Adlers" Nr. 1059 am neuen Markte). 1680 Quentin Wedron, Lieutenant der Loeblichen Stadt - tzuai-äin. 1685 Hannß Jakob von Weinzierl. Rom Kays. Maytt. Rath vnd Schloßhaubtmann zu Eberstorff. Eine Brandstatt vnd Gartten aufs der Widen in der „Rosengaffe". 1686 Hannß Christoph Rechberger von Rechcron, Kays. Hoff- Cammer - Rath vnd N. Oe. Waldmaister. 1727 Ferdinand Joseph von Rechcron. Kays. Hofkriegsrath. 1733 Franz Ernst Hermann. Reichsgraf von Waldstein. Herr der Herrschaften Zwirzetiz, Fürstenbruck, Kloster München-Grätz rc. Obrister Erb-Fürschneider im Königreich Böheimb. 1739 Gundacker Thomas des Heil. Rom Reichs Graf von Starhemberg (wie Seite 296). 1746 Heinrich Maximilian Gras von Starhemberg (geboren 1712; -j- 1765) Kays. Reichs-Hofrath und Erbmarschall in Oesterreich ob der Enns. 1766 Johann Nepomuk Graf von Dietrichstein. Freyherr auf Rabenstein. Landskron, Finkenstein rc., Oberst-Erbland-Mundschenk in Kärnten und N. Oe. Regimentsrath. 1783 Paul Augustin von Allegretti (wie Seite 127). 1786 Ernestine verwitwete Gräfin Losy von Losymthal, geborne Gräfin von Fuchs. 1802 Ernest Graf von Palffy, Maltheserordens - Ritter; Leopold Graf von Palffy. k. k. General-Feldwachtmeister; Karl Graf von Palffy. k. k. Major; Ferdinand Graf von Palffy, k. k. Bergrath; Franz Graf von Palffy; dann Theresia Gräfin von Nadasdy, geborne Gräfin von Palffy. 1803 Joseph Neumann, bürgerlicher Landkutscher und Mitglied des äußeren Stadtrathes. 1805 Die octroyrte Kommerzial-Leih - und Wechselbank (wie Seite 281). 1810 Georg Simon Freiherr von Sina zu Hodos und Kizdia, k. k. priv. Großhändler. 1814 (19. Dezember) 323 die k. k. n. ö. Landesregierung für das Baucomitö der technischen Lehranstalt, Schon mit 1. Mai 1803 hatte Kaiser Franz I. die Gründung eines Fondes zur Errichtung einer Central - Bildungsanstalt für Handel und Gewerbe — jene unverfieglichen Quellen des National-Wohlstandes — angeordnet und zu diesem Zwecke die jährlichen Erträgnisse der Großhandlungssteuer bestimmt *). Die ersten Verhandlungen wegen Errichtung dieser Lehranstalt begannen zu Anfang des Jahres 1810, da dem Hof- kammer-Präsidenten Grafen von O'Donnel die dießfälligen Entwürfe von dem nachmaligen Direktor des Institutes, Johann Joseph Prechtl **) vorgelcgt wurden. Die kurz nachher ein- tretenden Finanzreformen beanspruchten jedoch die volle Tätigkeit des Staatsrathes in anderweitiger Richtung und so kam es, daß die mit möglichster Bedachtsamkeit gepflogene Erörterung aller, diesem wichtigen Gegenstände anklebenden Fragen, erst nach Verlauf von vier Jahren zum Abschlüsse kam. Nachdem die Organisation des Lehrkörpers. die Anschaffung der Lehrmittel, die Wahl der Lokalität, sowie die Vereinigung des neuen Institutes mit der bereits bestehenden Real - Handlungs- akademie und dem Kabinete der Fabriksprodukte genehmiget worden, erhielt Prechtl gegen Ende des Jahres 1814 den Auftrag, das um 200.000 fl. W. W. erkaufte Haus (Nr. 28) '> Obschon dir obigen Zuflüsse am 1. November 1813 mit der allgemeinen Einführung der Erwerbsteuer ihr Ende erreichten, war dieser Fond durch Hinzurechnung der Zinsen bis zum Jahre 1818 auf die ansehnliche Höhe einer halben Million Gulden gestiegen. Johann Josevy Ritter von Prechtl (geboren den 16 November 1778 zu Bischossheim an der Röhn). !, k. ö- Regicrungsrath, Gründer und Direktor des polytechnischen Institutes in Wien und wirkliches Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, war einer der ausgezeichnetsten Techniker Deutschlands. Er starb nach Vollendung seiner wichtigsten literarischen Unternehmung der „technologischen Encyklopädie" am 28- Oktober 1854 in Wien. Prechtl schrieb die „Verfassung de« k. k. polytechnischen Institutes in Wien" (1818), dann in ununterbrochener Reihenfolge auch die .Jahrbücher" dieser Lehranstalt, 324 auf der Wieden für das Polytechnikum in Besitz zu nehmen; bei welchem Anlasse Freiherr von Sina zwanzigtausend Gulden in Hofkammer-Obligationen dem Institute als Geschenk überließ, Das damalige Gebäude hatte mit dem dazu gehörigen Vorplatze und Garten einen Flächenraum von 3100111° und war zur Aufname der im Werden begriffenen Anstalt vollkommen geeignet. Für die Zukunft bot der gegen das Glacis gelegene Vorplatz Raum zur Aufführung eines neuen Hauptgebäudes. Die feierliche Eröffnung der Lehranstalt erfolgte am 6. November 1815 *). Vier Monate später begann die Herstellung des Hauptgebäudes, zu welchem Kaiser Franz I. in Beisein des Kronprinzen Ferdinand am 14. Oktober 1816 persönlich den Grundstein legte. Dieser imposante, nach den Plänen Schem- merl's im Herbste 1818 vollendete Bau hat eine Frontlänge von 396 Wr. Fuß. Im Mittelpunkte desselben über dem Haupteingange breitet sich in der Höhe beider Stockwerke ein geräumiger Saal aus, an dessen Fenstern ein Peristyl von sechs jonischen Säulen vorspringt. Die Attika ist mit einer von K lieb er gearbeiteten allegorischen Figurengruppe geschmückt: dem Genius Österreichs, Minerven zur Seite; mehreren weiblichen Gestalten mit Attributen der Wissenschaften und der Industrie rc. Unter dieser Gruppe ist in Goldlettern zu lesen: NN» Einen weiteren Schmuck der Ja^ade bilden sieben Basreliefs von Klieb er, mit Allegorien der Baukunst, Mechanik, Physik, Chemie, Technologie, Geographie und Geschichte. Nach der Grundverfassung des Institutes ist dasselbe eine Zentral - Bildungsanstalt für den Handel und die Gewerbe; „Roäs bei Usr ersten Lrüüuung Uer Vorlesungen »in Ir. b. pol/- teekniseben Institute in >Vie» Ue» 8 November 181b 6ed»Iten von ^vb»nn ^osepb k-reebtl, virelrtor Uieses Instituts.« >Vien bei 0»ri Osrolii (8. 4U 8 325 daher bestimmt, alle denselben zu Grunde liegenden wissenschaftlichen Kenntnisse zu verbreiten und Männer heranzubilden. die im Stande seien, die neuesten Erfahrungen auf dem Felde des Wissens in das praktische Geschäftsleben zu übertragen. Als Lehranstalt enthält das Institut nachstehende Hauptabtheilungen : -») Die technische, welche die theoretische und, so weit es thunlich ist. auch praktische Ausbildung in denjenigen Natur- und mathematischen Wissenschaften gibt, welche für Techniker nothwendig sind und wofür nicht besondere Spezialschulen in der österreichischen Monarchie bestehen. d) Die kommerstrllr, welche alle Lehrgegenstände zur gründlichen theoretischen Ausbildung für die Geschäfte des Handels umfaßt. Außer diesen beiden Abtheilungen befinden sich am Institute auch Gewcrbe-Zrichnungsschulrn für Jene, die sich irgend einem industriellen Zweige widmen. Mit Bezug auf die verschiedenen Lehrfächer am k. k. polytechnischen Institute folgen wir dem, unter der Lokal-Direktion des Herrn Med. Dr. Georg Halt meyer, jüngst kundgemachten Programme: L) Dr-entticht LehrgegkiMn-e -er technischen Adtheitung. Die Elementar - Mathematik. Sie umfaßt die Algebra von den quadratischen Gleichungen angefangen, die ebene und sphärische Trigonometrie, und die Elemente der analytischen Geometrie. Borgetragen von Professor Joseph Kolbe. Die reine höhere Mathematik. Sie beginnt mit der Lehre von den Funktionen und den höheren Gleichungen. um« faßt die Wahrscheinlichkeitsrechnung, die Differenzial- und In- tregal-Rechnung sammt ihren Anwendungen auf die Geometrie, und schließt mit den Elementen der Variationsrechnung. Professor Friedrich Härtner. Die darstellende Geometrie. Professor Johann Honig. Mechanik und Maschinenlehre. Sie umfaßt die Grundsätze der Mechanik und Hydraulik mit Hilfe der höheren Analysis. Professor Adam Ritter von Burg. 326 Der Maschinenbau wird in zwei Jahreskursen gelehrt, und zwar im ersten Kurse die Kanstniktion der Maschinen- Bestandtheile, der Motoren, Regulatoren und Transmissionen! im zweiten die Konstruktion der Betriebs- und Arbeitsmaschinen. Professor Adolph Marin, Die praktische Geometrie. Sie umfaßt die Feld- meßknnst, das Nivelliren und Höhenmessen, die Elemente der Landesvermessung und Landkarten - Theorie. Professor Dr. Joseph Herr. Die Physik, mit mathematischer Begründung und steter Anwendung auf-Künste und Gewerbe. Professor Dr. Ferdinand Heßler. Die Landbau-Wissenschaft in ihrem ganzen Umfange, mit Berücksichtigung der schönen Architektur, insofern dieselbe bei jedem Bauwerke zu beobachten ist, dann die Baubuchhaltung mit der Lehre der Vorausmaße. Koftenüberschläge und der Amtsmanipulation. Professor Moriz Wappler. Die Wasser- und Straßenbau-Wissenschaft in ihren verschiedenen Zweigen mit der dahin gehörigen Bauökono- mie. Professor Moriz Wappler. Mineralogie und Geologie. Professor Dr. Ferdinand von Hochstetter. Botanik und Zoologie, mit besonderer Beziehung auf Industrie und Landwirthschaft. Professor Dr. Andreas Äornhuber. Chemie (anorganische, organische und analytische). Professor Dr. Anton Schrötter. Die chemische Technologie. Professor Dr. Joseph Pohl. Die mechanische Technologie; ausführliche Darstellung der auf empirisches Verfahren gegründeten Künste und Gewerbe Professor k. k. Rath Jakob Reuter. Landw irthschaftslehre. Professor Dr. Adalbert Fuchs. Das vorbereitende technische Zeichnen. Professor Johann Hönig. b) In der koininerprUen Ablhntung. Die Handelswissenschaft. Sie umfaßt die Darstellung des Güterlebens und die Lehre vom Manufaktur- und 327 Handelsgewerbe. nebst Einbeziehung des Erforderlichen aus der Bevölkerungslehre iind der Hanöelsgeschichte. Professor Dr. Hermann Blodig Das österreichische Handels- und Wechselrecht nebst den Grundsätzen des Secrechtes. Professor Dr. Hermann Blodig. Der kaufmännische Geschäftsstyl, den allgemeinen Geschäftsstyl und die kaufmännische Korrespondenz umfassend. Professor Dr. Karl Langner. Das Merkantilrechnen und die kaufmännische Buchhaltung. Professor Georg Kurzbauer. Tie Maaren künde. Lehre von der richtigen Erkenntniß und Beziehungsart der im Handel vorkommenden Rohprodukte und Fabrikate. Professor Dr. Adolph Machatschek. Handelsgeographie. Professor Dr. Karl Langner. Die Statistik, österreichische Versassungs- und Verwaltungslehre. Professor Dr. Hugo Franz Brachelli. Außerordentliche Vorlesungen »in Institute. Bau-Mechanik. Vorgetragen vom Ministerial - Oberingenieur und a. o. Professor Georg Rebhann. National-Ökonomie mit besonderer Berücksichtigung der Gewerbe und des Handels. Professor Dr. Hermann Blodig. ÖsterreichischeGewerbsgesctzkunde. Von demselben. Sphärische Astronomie. Professor Dr. Joseph Herr. Kapitalien- und Rentenversicherung. Privatdozent Karl Heßler. Chirurgische Hilfeleistungen bei sich hauptsächlich in Ausübung der Gewerbe ereignenden Unglücksfällen. Dozent Dr. Johann Kugler. Deutsche Literatur. Dozent Dr. Franz Stark. Organische Chemie über Alkohole Dozent Alexander Bauer. Pflanzen-Anatomie und Pflanzen-Physiologie in Verbindung mit Mikroskopie. Dozent Dr. Julius Wiesner. Kalligraphie. Schreiblehrer Jakob Klaps. Stenographie. 328 Aprach-Unlrrrichl. Türkische Sprache. Professor Moriz Wickerbauser. Persische Sprache. Professor Heinrich Barb. Vulgär-arabische Sprache. Lebrer Anton Hassan. Italienische Sprache und Literatur. Lehrer Franz Benetelli. Englische Sprache und Literatur. Dozent Johann Högel. Französische Sprache und Literatur. Lehrer Georg Legat. Gewcrbe-Ztichnungsl'chulcn. Das vorbereitende Zeichnen (freie Handzeichnung, die zeichnende Geometrie und Projektionslehre). Lehrer Thomas Friedrich. Manufakturzeichnen. Lehrer Joseph Tichy. Zeichnungsunterricht für Baugewerbe und Metallarbeiten. Lehrer Wilhelm Westmann. Der populäre Unterricht im Zeichnen der Maschinen und deren Bestandtheilen. Lehrer Anton Hlubek. Eine der wichtigsten und zum Theile von seiner Eigenschaft als Lehranstalt unabhängige Seite des Institutes bilden die reichhaltigen Sammlungen desselben. Sie vertreten die Stelle eines technischen Museums, geben eine übersichtliche Darstellung des Zustandes der Jndustrial-Kultur und der ihr zugehörigen Wissenschaften und dienen gleichzeitig als instruktives Hilfsmittel für die Lehrvorträge. In erster Reihe steht das von Sr. Majestät Kaiser Ferdinand I. — damaligen Kronprinzen — im Jahre 1819 gegründete und später der öffentlichen Benützung gewidmete technische Kabine t. Es enthält a) alle Rohstoffe, welche in den Fabriken und Manufakturen verwendet werden, nach dem naturhistorischen Prinzipe geordnet; t,) eine systematische Sammlung der eigentlichen Fabrikate, bei denen der allmähliche Gang der Arbeit bis zur Vollendung und diese selbst in Mustern anschaulich gemacht ist; o) Maschinen aus der Zivil - und 329 Wafferbmikunst, Acker- und Bergbaugeräthe, dann ä) kriegs- wiffenschaftliche Gegenstände, Geschütze, Fuhrwerke, Schiffbrücken rc. in zierlich gearbeiteten Modellen. Die schon ursprünglich am Institute bestandenen Sammlungen erfreuen sich einer fortwährenden Bereicherung; diese Sammlungen sind: 1) Das National-Fabriksprodukten -Kabinet — eine Schaustellung von Original-Mustern aller inländischen Industriecrzcngnissc nach dem Stufengange ihrer Entwicklung. 2) Die Sammlung für die kommerzielle Waaren- kund e; sämmtliche Materialwaaren - Artikel und Chemikalien im charakteristischen Zustande, wie sie zum Theil als natürliche , zum Theil als künstliche Erzeugnisse in den Handel kommen. 3) Eine Sammlung von Modellen für die praktische Maschinenlehre und die Baukunst, zur Mehrzahl in der mechanischen Werkstätte des Institutes selbst verfertigt. 4) Eine Sammlung von Musterwerkzeugen für die verschiedenen Handwerke. 5) Das physikalische und mathematische Kabinet. ausgestattet mit den neuesten und vorzüglichsten Apparaten. 6) Eine Sammlung von Origi nalzeichnnnge n und Plänen für den Unterricht in der Mechanik, praktischen Geometrie und Baukunst. 7) Die Bibliothek mit 14000 Bänden wissenschaftlichen Inhaltes. * Nr. IS. (1097.) Real- und Hauptschule der evangelischen Gemeinden A. und H. Bekenntnisses, Seit Langem hatten die beengten und düsteren Räume des ursprünglichen Schulgebäudes in der Dorotheergaffe den Bau eines neuen Schulhauses wünschenswerth gemacht; doch gab zur Ausführung dieses Planes sowie zur Wahl eines hiezu geeigneten Platzes erst die, mit dem Falle der Bastionen beginnende Stadterweiterung einen günstigen Anlaß. 330 Nachdem die Körperschaft der beiden evangelischen Gemeinden im Jahre 1859 freiwillig eine Summe von 120.000 fl. beigesteuert, und der Gemeinderath der Stadt Wien in seiner Sitzung vom 10. März 1859 — in würdigender Anerkennung der Bedürfnisse und Rechtsansprüche der Protestanten — einen Geldbetrag von 52.500 fl. zu dem Bau ihres Schulhauses gewidmet hatte. ward auch unverweilt an die Vorarbeiten geschritten. Se. Majestät der Kaiser förderte das begonnene Werk huldvollst durch die unentgeldlichc Zuweisung eines 426HH Klafter großen, neben dem polytechnischen Institute liegenden Baugrundes . welcher sofort (mittelst Schenkungsurkunde vom 5. November 1861) den Vertretern der beiden protestantischen Kirchengemeinden in das Eigenthum übergeben wurde. Zum Architekten wurde der schon bei der Erbauung der gemeinschaftlichen Friedhof - Kapelle thätig gewesene Theophil Ritter von Hansen und zum Baumeister Karl Lütge bestellt. Die ursprünglich mit 160—200.000 fl. angenommene Doranschlags- snmme ward später erhöht und dürften sich die gesammten Baukosten auf 270.000 fl. belaufen. Das Schulgebäude ist in seiner architektonischen Harmonie und Vollendung mit seiner nach allen vier Seiten freistehenden Fa;ade zu einem, in seiner Art von wenigen Gebäuden Wiens und selbst des Auslandes erreichten künstlerisch schönen Bau entwickelt. Die feierliche Eröffnung der Schulen erfolgte am 5. Juni 1862. Direktor derselben ist der frühere Professor an der Ober-Realschule zu Preßburg, Herr Karl Schröer. Theresianumgasse. (Vormals „Feldgasse". Die mil ungeraden Zahlen bezeichnet-» Häuser zur Linken dieser Gasse, von Nr. 1 bis einschlüssig 19 liegen aus der Weyringer'schen Sandgestätle; jene von Nr. 21 bis 33 abwärts auf städtischen Dominikalgrund.) Nr I (133.) 3. Schild zum Sonnenaufgang (wie Seite 147). S. Siehe Heugaffe 46 sc 48. 331 3 . (132.) 3. Im Jahre 1829 Kranz Fugger. Fleischhauer. 1834 Nikolaus Dittrich. Bäckermeister. 184l Franz Dominik Fröhlich, Handelsmann. 1838 Fröhliches Erben (wie Seite 49). 4. (850. 129.) -1. Abg. von Nr- 44 Heugasse. Im Jahre 1802 Johann Trexler. Handelsmann. 1807 Michael Trexler, Handelsmann. 1809 Franziska Freyin von Levachich, k. k Obristensgattin. 1814 Johann Ortncr, k. k. Staatsreali- täten-Grundbiichsverwalter. 1820 Leopold Kisling , k. k. Hof- Statnar?1828 Konstanze Kisling, Witwe. 1830 Philipp Ritter 2 ^./^ von Holger, Med und Philos. Dr. 1861 Ludwig Angcrer, Photograph. s. (683. 131.) -I. Im Jahre 1826 Jakob Höfelmayer, 6. (1061.) 3. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1857 Jakob Flucher, Stadtbaumeister. V. (134.) 3. Im Jahre 1837 Anton Hoppe, Stadtbaumeister. 1845 Maria Anna Böfinger, Beamtenswitwe. 1861 Karl Friedrich Kuhn, Handelsmann und Stahlschreibfedern- Kabrikant. 8. (1030.) 3. Abg von Nr. 36 Heugasse. Im Jahre 1850 Jakob Flucher. 5. (753. 130.) 3. Im Jahre 1826 Jakob Hainz von Korbest,^ Stadtbaumeister. 1840 Franziska Hainz von Korbest, Witwe. 1843 Franz Xaver Hirsch, Glasermeister. 1849 Mathias Sandtner, Glaser. 1857 Maria Ludovika Sandtner. L«. Siehe Schmöllerlgaffe 7. LL (754. 176) 3. Im Jahre 1826 Jakob Hainz von Korbest. 1837 Jakob Czernrak, fürstlich Auerspergsscher Gebäude- Inspektor. 1845 Wenzel Schmid. LS. Siehe Schmöllerlgasse 10. L3. s- LS. (177. 178.) Mit Nr. 8 Bclvederegaffe vereiniget. L4. (349. 103. 131. 216.) 6. ä 3. Im Jahre 1755 Adam Joachim Groner, Buchbinder. Auf oedem Grund erpautes Häusl nebst einem Joch Weingarten am „Goldpühel' (der alten Jeuß) und einem Stück Wiesgarten an der Haderpoint neben der .alten Allee'. 1766 Niclas Joseph Reichsfürst von 332 Esterhazy. 1770 Dr. Heinrich von Schwarzhuber, Hochfürstlich Passauischer Hofrath. 1778 Franz Scharnagel, herrschaftlicher Agent. 1796 Franz Christoph Köckh, k. k. priv. Großhändler. 1807 Heinrich Franz Graf von Rottenhann, Herr der Herrschaften Rottenhauß, Eidlitz rc., k. k. Staatsminister. 1812 Jakob Franz Kienast, Handelsmann. 1813 Johann Christoph Schiffner. Med Dr. 1816 Peter Kranz Feronce. Großhandlungsgesellschafter. 1825 Mathias Strubecker und Joseph Holluber. Handelsleute. 1852 Mathias Strubecker. IV (1096.) 3. Im Jahre 1860 Franz Schönthaler. akad. Bildhauer. 1861 Cmilie Zacharias. LN. Siehe Sophiengasse 1. SI. (217.) 0. Im Jahre 1833 Johann David, städtischer Rechnungsrath. 1838 Joseph Nigri, Seidenzeugmacher. 184H Georg Hell, Seiden- und Modewaarenfabrikant. ^ SS. (263.) 6. Im Jahre 1830 Joseph Haupt, meister. 1856 Elisabeth Haupt. 1863 Theresia Büchner. SS. (262) 6. Im Jahre 1833 Johann Lorger, Trödler. 1848 Franziska Lorger. 1849 Andreas Wöll, Schneidermeister. 1863 Karl Brunner von Wattenwyl, Direktor der k. k. Staatstelegraphen. SV. (261.) 0. Im Jahre 1834 Karl Hoffmann. 1859 Anna Fleischhacker. 1860 Geschwister Fleischhacker. SS. (898.) 0. Abg. von Nr. 27. Im Jahre 1834 Karl Hoffmann. »L. Siehe Viktorgasie 2. / SS. (265.) 0. Im Jahre 1P4 Ernest Gißl, Tischlermeister. 1847 Friedrich Rohrs, M^belfabrikant. 1854 Eduard Rohrs. 1856 Joseph Hassa, Tapezierer. 1861 Konstantin Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst, k. k. Oberstlieutenant. SS. Siehe Favoritenstraße 17. Trappelgaffe. (Eröffnet im Jahre 1810.) Abteilungen der Hauögründe vom .blechernen Thurm" (Nr. 85) in der Wieduer Hauptstraße. Nr. (606. 395.) 6. Im Jahre 1802 Joseph Trappet, Ziegelbrenner. 1807 Kranz Lustig, Grätelträger. 1817 333 Karl Reindl, Kunstgärtner. 1825 Kaspar Marwan, Tischlermeister. 1830 Anna Freiin von Simbschen. 1831 Franz Hampel, Gutsbesitzer. 1842 Wenzel Hampel 1843 Andreas Hampel. S- Siehe Rainergasse 24. S. (576. 214. 396.) 6. Im Jahre 1810 Johann Katz- ner. 1818 Michael Millner. 1833 Franz Millner. 1854 Friedrich Heinze, k. k. Kameral - Konzipist. 1860 Simon StürMr. (604. 384.) 8. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1824 KaMr Marwan. 1832 Franr Knarr. 1839 Dominik Stüzinsky. 1860 Ferdinand Kühfaber^ (590. 397.) 8. Äbg. von Nr. 3. Im Jahre 1829 Michael Millner. 1833 Franz Millner. 1854 Friedrich Heinze. 1860 Simon Stürmer. «. (603. 383.) 8. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1823 Johann Bianca, Salamimacher. 1829 Leopold Partl, Handelsmann. 1831 Theresia Gutruf 1832 Andreas Drechsler. Zeugschmied. 1834 Franz Waßhuber? 1843 Anna Maria Roßbach. Schneiderswitwe. 1845 Johann Weinmann, Herrschaftsbeamter. 1860 Mathias Bekund. 1861 Andreas Schindler. r. (575. 215. 398.) 8. Trappelhos. Im Jahre 1802 Joseph Trappel. 1812 Jakob Roth. Weinhändlcr. 1815 Michael Millner. 1849 Joseph Schaffer - Tyffe. 1850 Sophie Schäffer-Tyffe. 1853 Joseph Mayrhuber. Bindermeister. 8. (560. 213. 382.) 8. Im Jahre 1810 Philippine von Hirsch. 1817 Karl Reindl. 1833 Mathias Fischer. 1834 Anton Fels. 1858 Johann Karl Fels, k. k. Offizial. S. (547. 216. 399.) 8. Im Jahre 1807 Franz Lustig. 1809 Michael Bergmayer. 1820 Franz Heid. 1827 Joseph Wöß, Fleischhauer. 1850 Mathias Reifinger, Fleischhauer. »0. (155. 212. 381.) 8. Im Jahre 1802 Joseph Trappel. 1807 Franz Lustig. 1824 Johann Führlinger, Fleischsel- cher. 1842 Barbara Führlinger. geborne Jman, Witwe. LL. (585. 217. 400.) 8. Im Jahre 1816 Melchior May, Branntweiner. 1823 Jakob Greiwert, Losogliosabrikant. 1839 Joseph Rilly, Branntweiner. 334 Viktorgaffe. (Die frühere „Antonsgasse-.s Häuser und Baustellen auf städtischem Dominikalgrund: Nr. 1. (898.) 6. Siehe Theresianumgaffe 29. 2 . (264.) 6. Im Jahre 1833 Anton Grün, Stadtbau- nieister. 1847 Mathias Vlasz, Architekt 1850 Alois Miesbach. 1858 Karl Rummler. Direktor des städtischen Zimentirungs- amtes. 1861 Adam Eisele. 1863 Sophie von Eisenstein, dann August und Wilhelmine Eisele. 3. (260.) 6. Im Jahre 1834 Karl Philipp Caron Edler von Renneval. 1861 Emilie Girard (wie Seite 69). 4. (266.) 6. Im Jahre 1840 Joseph Dorfmeister. 1843 Karl Selzer. 1845 Jakob Klimesch. 1852 Johann Fehlinger, Tischlermeister. 5. Baustelle. «. (895.) 0. Im Jahre 1834 Johann Steiner, städtischer Buchhaltungsbeamter. 1835 Theresia Steiner. 1842 Johanna Anschütz, geborne Steiner. V. (1106.) 0. Abg. von Nr. 9. Im Jahre 1860 Joseph Hörandner, Holzhändler. 1862 Johann Adametz. Stadtbaumeister. 8. (974.) 6. Im Jahre 1854 Leopold Bauer. S. (1094.) 6. Im Jahre 1853 Anton Wiesenburg. 1854 Ludwig Braun. 1860 Joseph Hörandner. 1862 Franz Sochurek. 10 . (951.) 6. Im Jahre 1858 Johann Georg Popp. 11 Siehe Karolinengasse 24 ä- 26. Häuser auf vormals Wcyringer'schen Grund: 12 « (755. 274.) .1. Im Jahre 1830 Joseph Haßreiter, Glasermeister. 1832 Lorenz Jerg, Greißler. 1857 Magdalena Jerg. 13 . (252.) .1. Im Jahre 1837 Karl Knall. Stadtbau- mcister. 1844 Friedrich Hühnerbein, Maurerpolier. l850 Anna Morbitzer. 1851 Bartholomäus Denk. 335 11 . (275.) .7. Im Jahre 1830 Andreas Eder, Webermeister. 1833 Rvsina Holtzer. Advokatenswitwe. 1842 Rosina Mayer, geborne Holtzer. 15 . (251.) 3. Im Jahre 1829 Lorenz Stumfohl. 1840 Johann Wudy, Schuhmacher. 16 . (277.) 3. Im Jahre 1838 Franz Schlierholz, Stadtbaumeister. ir. (250.) -1. Im Jahre 1829 Konrad Leonhard. 1830 Karl Trefkorn. 1834 Joseph Hoppe. Stadtbaumeister. 18 . (279.) 3. Im Jahre 1838 Franz Schlierholz. IS. Siehe Goldegggafle 31. LS. (278.) -7. Im Jahre 1838 Christian Schmidt. 1852 Maria Schmorda. 1853 Johann Sentner. 1859 Mathias Mayer, Wirthschaftsbefitzer zu Wagram. S1. (245.) 3. Im Jahre 1827 Joseph Birnbaum. 1858 Joseph Ettcnreich, Haferhändler. SS. (231.) .7. Im Jahre 1860 Johann Sobeck. Waaggaffe. (Vor Zeiten am Wagram" oder „Wagrain' .) Nr. 1. (1059.) ^ Schild zur goldenen Kugel. Abg. von Nr. 42 Wiedner Hauptstraße. Im Jahre 1861 Ludwig Jüne- mann, Stadtbaumeister. 1863 Johann Sepper. 2. (72. 186. 25l. 464.) L. Schild ,u dm zwei goldenen Löwen. Im Jahre 1612 Christian Adriano, Gärtner am «Obern Wagram". 1621 Bernhard von Weltz. >625 Tobiä Schwab, Thumbpropstens Erben. l649 Andre Püzemann, Handelsmann 1661 Püzemann sche Erben. 1685 Hanns Matthäus Pöckb, Gastgeb «auf der kalten Herberg". 1694 3k>rm Kouäeur, Kays. Leib - Chirurgus. 1698 (29. Dezember) Gemainer Stadt Wien» Wirthshauß sammt Stadel vnd Gartten. (Letzterer ward im Jahre 1699 an Baulustige veräußert *). 1699 Simon Gmainer, Schankwirth «zu den zween ') Gegenwärtig die Häuser Nr. 22, 24, 26 , 28, 30, 32 Ä 34 in drr Wiedner Hauptstraße. 336 gülden Lebens. 1709 Franz Hammer, Pfleger zu Pisamberg. 1732 Johann Michael Gindl, Burger und Bauholzversilberer. 1779 Joseph Gindl, k. k. Raittrath und Ignaz Gindl, Bauholzhändler. 1785 Anna Maria und Theresia Gindl. 1796 Johann Adam Bienenfeld, Großhändler. 1816 Wolfgang Schramm. Großhändler. 1820 Franz Diry, Gastwirth. 1831 Ursula Diry ^1837 Franz Häfenrichter, Wirth 1841 Karl und Anton Hart- tnann. 1858 Emil, Karl, Karolina und Otto Hartmann; dann Theresia Alter und Aloifia Ranftl. Ungeachtet die Wirtschaft bei den .Löwen' kurz nach der Feuersbrunst vom Jahre 1764 neugebaut worden war. behielt sie im Volksmunde noch viele Jahre hindurch den Beinamen .Schadenwirthshaus.' 3. Siehe Hechtengasse 1. 4 . (127 208. 274. 487.) L. Abg. vom Kolbsschen Grund, Margarethenstraße Nr. 11. Im Jahre 1697 Mathias Helff- reichmüller. Äusserer Stadtrath vnd Eysenhändler. 1698 .leao T'onäour. 1699 Emerich Jacob Beurden. Kays. Cammer-Perl- sticker vnd Burger (Besitzer des vormals Kronenfels'schen Stadthauses Nr. 1012 neben dem Wallfisch) 1713 Anna Katharina von Beurden, Wittib. 1714 Johann Franz Herzog de Uzeda Graf von Monte Albano, Jhro Maytt. Königlich Spanischen Raths Obrister Richter. 1729 Hermann Jodok Freyherr von Blümegen. Kays. Reichs- und Österreichischer Hofrath. 1746 M artin äe LIteiis , Kays. Kammer - Maler und der kays- Zeichnungs - und Maleracademie Direktor (geboren 1695, 23. März 1770. Von seiner Hand stammt das prächtige Porträt der Kaiserin Maria Theresia in dem alten Saale des hiesigen Rathhauses). 1772 Joseph von Förmlicher auf Lilienberg, k. k. Offiziant 1796 Johann Adam Biencnfeld. 1816 Wolfgang Schramm. 1819 Leopold Graf von Kinsky zu Chi- nitz und Tcttau, k. k. Kämmerer und Erbland Obristhofmeister im Königreiche Böhmen. 1824 Bernhard Philipp Bauer, Buch' Händler. 1828 Franz und Sophie Winkler. 5. Siehe Hechtengasse 2. «. (884.) L. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1832 Peter 337 Murmann, k, k. pri'v Großhändler. 1836 Wilhelm Murmann. >853 Bernhard Gaudriot. 1856 Joseph Ehrentraut, r. Siehe Schäffergafse 2. 8. (125. 207. 273. 486.) L. Abg. vom Kolb scheu Grunde. Im Jahre 1697 Urban Festermayr, Fuhrmann. 1702 Martin Jtterspurger, Bäckh. 1727 Anna Theresia Jtterspurger «wie Seite 209). 1744 Joseph Winkler, behauster Schuefter. 1750 Joseph Gally, Schuefter. 1761 Johann Georg Rath, Schuster. 1785 Joseph Huber. Laistenschneider. l788 Franz Luftenegger. 1798 Antonia Kronöstcr. 1799 Joseph Lang, Seifensieder. 1802 Anton Dunzendorfer, Schuhmacher. 1803 Joseph Jungmayer, Binder. 1804 Johann Nikolai, Gelbgießer. 1807 Michael Schreyer, Viehmeier. 1814 Joseph Biber. 1828 Alois Maillinger. 1847 Peter Murmann. k. k. priv. Großhändler. 1852 Bernhard Gaudriot. 1853 Joseph Zimmermann. 1824 Johann Foglar. 1855 Gregor Täuber. 1860 Joseph Ehrentraut. ». (904.) Abg. von Nr. 7. Im Jahre 1839 Joseph Dietl, Med. Dr. 1844 Peter Auerhammer. Spenglermeister. 1818 Friedrich Gauermann, Landschafts- und Thiermaler i geb. 1 20. September 1807 zu Miesenbach bei Gutenstein; -j- 6. Juli t 1862 in Wien). 1862 Louis Graf von Bentivoglio. 1«. (556. 272. 485.) L. Abg. von Nr. 12. Im Jahre 1811 Klara Brabble, k. k. Wechselsensalensgattin und Wilhelmine Edle von Call. 1830 Wilhelmine Edle von Call, geborne Brabböe; dann Adelheid Edle von Call. 1841 Heinrich Paul, Drechslermcister. 1843 Michael Dich, Tischlerholzhändler. LL (905.) ^4 Abg. von Nr. 7. Im Jahre 1839 Dr. Joseph Dietl. 1840 Wilhelm Schwind, Schlossermeister. 1853 Theresia Schwind, geborne Hirtz, Witwe. L2. Siehe Margarethenstraße 31. L». (135. 228. 294. 489.) Durchhaus. Schild zur goldenen Waage. Im Jahre 1686 Georg Christoph Neupper (wie Seite 287). 1700 Rubertus Longliet. Kays. Cammer- Thürhüter. 1701 Christian Graube, Maler. >702 Mathias Hueber. Palmbinder 1720 Anna Maria Fischer, ehevor Hue- berinn. 1732 Joseph Mayr, Leutgeber. 1739 Anna Eva Mayrinn. 1756 Johann Paul Helmer. Weinwirth. t80I Med«n. 22 338 Peter Kautsch. Gastwirth. 1814 Paul Steurer, Wirth 1818 Rofina Steurer; später verehlichte Renner, 1837 Joseph List- 1851 Anton Seidl. 1857 Joseph Hnger. Gastwirth, 15. (136, 229. 295, 490) .^. Schild zum goldene» Gewicht. Im Jahre 1680 Caspar Wull, Dehler, 1700 Stephan Pöp- perl, Meelmefser. 1728 Johann Nigitsch, Meblmeffer, 1731 Maria Magdalena Nigitsch (später verehlichte Widerspacher), 1764 Wenzel Tändler. Burger und Lehenkutscher. 1783 Katharina Tändler, Witwe, 1790 Martin Spachholz, Solizitator, 1801 Joseph Anton Mittich, Bürstenbindermeister, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Hauptmann des ersten Wiener Bürger-Regimentes, 1834 Isidora Sophia Mittich, geborne Anatour, Witwe, 1852 Johann Friedrich Fricke und Anna Drechsler. 17. (352. 230, 296. 491 ) k. Schild zur Fortuna. Im Jahre 1776 Johann Pittel, Burger und k. k. Tobackverleger. Vordem Buchsbaumisch -t S. K. k. Holzhos-Ksserne (wie Seite 114). 3. (1052 Sc 1053.) L. Abg. von Nr. 3» Favoritenstraße Im Jahre 1861 Emanuel Tichy, Besitzer der Kalk-Gewerkschaft nächst der Waldmühle. 4 . (937.) L. Im Jahre 1843 Joseph Wieck, Landbaumeister. 1845 Franz Läßt. k. k. Architekt. 1852 Joseph Stritzko, Handelsmann. 339 5. K. k. Bestrkskrsnkenhaus. K. (936.) L. Im Jahre 1843 Bernhard Kledus, Stadtbaumeister. 1861 Ludwig Klediis, Stadtbaumeister; dann Anna, Gustav, Helene und Rosa Kledus. V. (1050.) L. Kommimsl-Bberreslschulk. Der rege Aufschwung unserer heimischen Industrie begann immer gebieterischer an eine Erweiterung jener Bildungs- anstalten zu mahnen, welche bestimmt find, die Jugend für die verschiedenen Zweige der bürgerlichen Thätigkeit wissenschaftlich vorzubereiten. Diese Anforderung der Neuzeit erkennend, hat die Regierung nicht minder — wie die Gemeindevertretung der Reichshauptstadt im Laufe der letzten Jahre die Errichtung neuer und dem Gedeihen der schon bestehenden technischen Leh- institute viele Sorgfalt gewidmet. Beweise hiefür liefern die Realschulen in den Gemeindebezirken Landstraße, Schottenfeld und Gumpendorf, die sämmtlich vor einem Jahrzehend neu gegründet und eingerichtet worden sind; während früher für das Bedürfnis einer technischen Vorbildung die am Polytechnikum bestandene Realschule allein genügen mußte. Trotz dieser umfassenden Erweiterung des technischen Unter- richtswesens, wodurch man seit Jahren Versäumtes in stau- nenswerth kurzer Zeit nachzuholen beflissen war, lehrte doch sehr bald die Erfahrung, daß auch diese neu zugewachsenen Anstalten für den Andrang lernbegieriger Schüler nicht hinreichend waren. Die Nothwendigkeit einer Vermehrung derselben stellte sich um so unabweislicher dar, als die Benützung obiger Institute manchem Zöglinge lokaler Entfernung wegen, sehr erschwert, ja geradezu unmöglich werden mußte. Von diesem Gesichtspunkte aus wurde von dem Gemeinde- rathe bereits am 19. November 1852 die Gründung zweier neuen Unterrealschulen in den Bezirken Leopoldstadt und Wieden aus städtischen Mitteln beschlossen. — gleichzeitig aber gegen die Regierung der Wunsch ausgesprochen, diese möge zur Förderung der allgemeinen Interessen mit der neu zu errichtenden Unter-Realschule auf der Wieden auch eine, vom Staate zu dotirende Ober-Realschule in Verbindung bringen, wozu die Gemeinde gegen entsprechenden Miethzins die nöthigen Lokali- 340 täten herzustellen sich bereit erklärte. Von der Staatsverwaltung wurde dieser Gemeinderathsbeschluß mit anerkennender Befriedigung ausgenommen: nur drängte sich während der Verhandlung die Frage auf. ob es nicht dem Zwecke der Schule und dem Gemeinde-Interesse ersprießlicher wäre, wenn im Vorstadtbezirke Wieden eine vollständige Realschule von sechs Klassen unter den für die Unter-Realschule beanspruchten Modalitäten von der Gemeinde übernommen und hergestellt, dafür aber die Bestellung und Dotirung der Lebrer an der drei- klassigen Unter-Realschule im Bezirke Leopoldstadt ausschließlich aus Staatsmitteln bestritten würde. Die Gemeindevertretung nahm diesen Vorschlag, mit Hinblick auf die unverkennbaren Vortheile für den höheren Unter- richtszweck freudig entgegen, und trug für die unverweilte Ausführung desselben Sorge Kaum waren zwei Jahre abgelaufen und schon nahte der, nach dem Entwürfe des Architekten Ferdinand Fellner, von dem Stadtbaumeister Bernhard Kledus geführte Bau des Schulhauses seiner Vollendung — ein Gebäude, das in seiner praktischen Anlage ebenso, wie rücksichtlich seiner künstlerischen Ausführung allen Anforderungen zu entsprechen vermag, welche die Gegenwart an ein derartiges Bauwerk zu stellen berechtiget ist. Das Schulgebäude 31" 3' lang, 16" 5' 6" tief, ist in dem dazu gehörigen 1593LH" messenden Garten so placirt, daß es nach allen Seiten vollkommen frei steht. Die Kärolyi Walter- und Schaumburgergasse. ferner die Giebelfronten der Häuser Nr. 88 und 372 bilden die nächsten Gränzen des im englischen Geschmacke angelegten Gartens. Die Hauptfronte des Gebäudes, mit dieser das Portal desselben und der Eingang durch die zierliche eiserne Garteneinfriedung find der Waltergasse zugekehrt. Eine zwei Fuß hohe Terrasse erhebt den nach rückwärts sanft aufsteigenden Boden des Gartens über das Trottoir der letztgenannten Gasse. Von den drei Stufen zur Höhe der Terrasse an der Garteneingangsthüre bis zum Portal des Hauses ist ein freier Raum von nahe 8" Breite zurückzulegen. Ein besonderes Trottoir führt um das ganze Bauwerk, 'und Kieswege zwischen 341 Rasenplätzen und jungen Baum- und Strauchwerke durchziehen den Gartenplan. — Das Gebäude zählt mit dem Parterre drei Stockwerke von >4—16 Schuh lichter Höhe mit entsprechend hohen und breiten, im Parterre halbkreisförmig, in der ersten und zweiten Etage segmentförmig gewölbten Zenstern, Für eine der Ausdehnung des Gebäudes entsprechende Bewegung nach der Längenrichtung ist durch Risalite, nach aufwärts durch Überhöhen derselben über die zurücktretenden Lheile, und besonders durch den alles überragenden Dachbau des Stiegenhauses gesorgt. Der Stil des Äußern, wie auch des Innern, ist der modernen Geschmacksrichtung und zugleich dem Zwecke des Hauses und seiner freien Umgebung vollkommen entsprechend; die Verhältnisse im großen Ganzen sind einfach, das Lineament des Details ist scharf und edel. Nach der Hauptfronte ruht das Bauwerk auf einem hohen und stark vorspringenden Sockel. Eine Bogenstellung am Mittelrisalit derselben Fronte, aus drei lichten Öffnungen bestehend, bildet, der Masse des Risalites vortretend, das Portal und zugleich den hohen Unterbau für allegorische Statuen, die mit ihren Emblemen auf die Absicht des Hauses hindeuten. Der Ausklang des Mittelrisalites ist statt gewöhnlicher Akroterien nach edlerer Auffassung durch die auf die oberste Plattform des gebrochenen Frontons gestellte Statue der Vindobona, und zwei zu beiden Seiten derselben auf de» Liefern Eckabsätzen angebrachten Globen erreicht. Tie Flügelrisalite schließen horizontal ab. Durch den Mittelboge» des Portals führen einige Stufen in das durch die Seitenbogen hell erleuchtete Vestibül, als Wartplatz für die Schüler eingerichtet und durch seine noch um mehrere Stufen tiefere Lage zweckmäßig von dem Stiegenhause und den andern Räumen des Parterres und ihrer Kommunikazivnen getrennt. Aus dem Vestibüle, wie schon von der Schwelle der Haupteingangsthüre eröffnet sich durch eine doppelte Reihe von Bogen die Ansicht auf den ersten 9 Schuh breiten Arm der Stiege und dem Grundsteine aus rothem Marmor mit folgender eingehauener und vergoldeter Inschrift: ,ver Liisbiläuiix uii-I New Lu1«tivv>uixe j äe-> Keverbeüsinses xevviUmst voll äsr j 8t»ät rVieu. Eröffnet am 19. Xovember 1855 > clllrob cksa Lürxsrmsister f vr. 9ok. Lssxar tiittsr v. Lsillsr.« 342 Das Stiegenhaus bildet tatsächlich den Glanz- und Mittelpunkt der gesammten inneren Einrichtung. Die Konstrukzion der Stiege selbst ist eine ganz besondere. Aus einem Mittelarmc von dem Ruheplatze, beiläufig in halber Stockwerkshöhe, in zwei Seitenarme sich auflösend, führt sie aus dem Parierre nach rechts und links unter die überwölbte Arkade des ersten, und in derselben Weise von hier nach der Gallerie des zweiten Stockwerkes. Höher aufwärts bis zum Dachwerke ist der ganze große Raum des Stiegenhauses frei. Außer dem ersten Arme im Parterre werden die steinernen Stufen und Ruheplätze von eisernen Stangenstücken und diese mit den Stufen von schlanken Säulen frei getragen. Die Arkaden des Parterres und ersten Stockwerkes umgeben von drei Seiten den lichten Raum der Stiege; nach rückwärts als der vierten Seite bildet eine durch Nischen in ihrer lothrechten Ebene unterbrochene Mauer den Abschluß, hinter welchen die Aborte mit Vorplätzen so angeordnet find, daß sie in keiner Weise störend bemerkt und doch wohl nur eben da gesucht werden können. Zugleich ist durch dieses glückliche Arrangement erreicht, daß die genannten Räume allen andern des Hauses hinlänglich nahe gerückt liegen. Die Stiege und Gallerie deckt ein und dasselbe Dach, so auch die Aborte, welche durch das Abschließen zu einer Altane mit entsprechend geformter Barriere neben der daselbst aufgestellten Uhr, über der Gallerie des obersten Stockwerkes und zugleich tief unter dem Dachgerüste in dem weiten Raume des Stiegenhauses sich hier als ein netter Separatbau darstellen. Das genannte Dachgerüste steht mit seiner ganzen Konstrukzion dem Beschauer von unten offen. Mächtige Bohlenbogen, welche an den Stiegenhausmauern die nöthige Gegenstrebe und auf zierlichen Konsolen ihre Unterstützung finden. bilden die Träger für die Sparren und die eigentliche Bedachung. Letztere ist in Form eines Satteldaches, mit einer Glaseindeckung von bedeutender Flächenausdehnung für den ganzen Stiegenraum als Oberlicht zur Ausführung gebracht. Die Bohlenbogen, Riegel, Sparren, die Der- schallung sind geschmackvoll verziert, und um das Ganze nach dieser Richtung noch mehr zu heben. auch die, zufolge der Konstrukzion zwischen den Hauptbestandtheilen des Dach Werkes 343 entstandenen leeren Räume und sogar bedeutende Theile der Mauerflächen nächst der Bedachung mit massiven und durchbrochenen Füllungen, Zacken- und Maßwerk reich versehen; ferner das Holzwerk eichenfarben angestrichen und endlich die Mauer- flächcn hier, unter den Arkaden, in den Gängen und im Vestibüle durch Wandmalereien iu entsprechender Art ausgezeichnet- Die innere Eintheilung der verschiedenen Räume »nd ihrer Verbindungswege ist eine solche, die es ermöglicht, aus dem Vestibüle nach jeder besonderen Ubikazion zu gelangen, ohne eine offene Kommunikation betreten zu muffen. Im Parterre, rechts vom Stiegenhause befindet sich der Lehrsaal für Physik, links jener für khemie, beide mit den dazu gehörigen Kabinetten und weiter erforderlichen Räumlichkeiten; zunächst dem Vestibüle die Portierloge. endlich die Wohnungen für den Portier und einen Schuldiener im hintern Theile des Hauses Von den zwei speziell genannten Lehrsälen ist besonders anzuführen, daß die Bänke für die Schüler um die Katheder im Bogenform und stufenweise ansteigend angeordnet find. — Zm ersten Stockwerke nehmen drei Lehrsäle für die untern Klaffen, im zweiten Stockwerke dieselbe Zahl der Säle für die obern Klassen die Mitte des Gebäuderaums ein. In dem Flügel rechts der Stiege, der Hauptfront zu, und im ersten Stockwerke, ist die Wohnung des Direktors, im linken Flügel der Saal für das geometrische und Bauzeichnen, rückwärts einerseits die Kanzlei des Direktors, anderseits das Konferenzzimmer und der Modelliersaal den früher genannten Lehrsälen angereiht. Zm zweiten Stockwerke nehmen die Zeichnungssäle für das freie Handzeichnen die Räume der Flügel, das naturhistorische und das Modellen- kabinet jene zu den Seiten der Stiege, über der Kanzlei und dem Konferenzzimmer ein *). — Die Herstellung des Gebäudes hatte eine Summe von 135.000 Gulden beansprucht. ") .Erster Jahresbericht über die Wiener Kommunal-Oberrealschule in der Dorstadt Wieden, während des Schuljahres 1858—1856." Mit der Anficht und dem Grundrisse des Gebäudes. s4. Wien 1856.) — Mit Schluß des Schuljahre- 1863 ist der achte derartige Bericht erschiene». Die Zahl der aufgenommenen Schüler während des Schuljahres l8U belief sich auf 452. Der Personalstand dieser Lehranstalt ist folgender: Direktor. Dr Valentin Teirich. emeritirter Professor der Elementar- und höheren Mathematik. Lehrkörper. Libor Bahr (deutsche Sprache und Stil); Leopold Conn (Stenographie); Alois Ezedik von Bründlsberg (Geographie und Geschichte); Laurenz Fornasari, Edler von Derce (italienische Sprache); Joseph Gischig (französische Sprache und Literatur); Karl Güntner (darstellende Geometrie, Maschinenlehre und Maschinenzeichnen); Joseph Haßlwander (Freihandzeichnen); Karl Heßler (Arithmetik); Vinzenz Kletzinsky (Chemie); Tr Benedikt Kopezky (Naturgeschichte und Geographie); Dr. Franz Joseph Pisko (Physik); Alois Reisacher (Freihandzeichnen und Modelliren); Anton Wilhelm Schopf (deutsche Sprache); Leopold Taublnger (Freihandzeichnen); Franz Tippmann (Gesang)! Dr. Anton Wappler (Religionslehre); Wilhelm Wolanek (Geometrie und Baukunst). Supplenten. Laurenz Doublier (Geographie und Geschichte); Karl Faulmann (Stenographie). AMenten. Ignaz Dorn (Freihandzeichnen und Schönschreiben); Leopold Till (Freihandzeichnen). Haus Nr. 8. (962.) L. Im Jahre 1843 Bernhard Kledus, Stadtdaumeister. 1861 Familie Kledus (wie Nr. 6). I«. (926.) L. Im Jahre 1843 Bernhard Kledus. 1861 Familie Kledus. IS. (671. 672. — 371. 373.) Kommune Wien. (Zu Nr. 5 gehörig.) 345 Wehrgasie. (Mit drr ..Zosephsgasse' vereiniget.) N. L. (1058.) >1. Abg. von Nr 2. Im Jahre 1852 Ignaz Groß. 1860 Jakob Badl, Lederhändler. S- Siehe Margarethenstraße 66. S (1075 ) 51. Abg. von Nr. 2 Im Jahre 1852 Ignaz Groß. 1858 Johann Baptist Weiß. 1860 Johann Medinger, Handelsmann und Besitzer einer Material- und Fardholz- schneidmühle. Nr. 4—12: Abtheilungcn des Riotte'schen Gartens (Seite 1541- 4 . (947.) 51. Im Jahre 1857 Ignaz Groß. 1858 Franz Degenhart. 1862 Josepha Fischer. L. (946.) 51. Baustelle. K. (948.) 51. Im Jahre 1855 Andreas Werbitzky, Schneidermeister. 1860 Hermine Elßler. 5. (945.) 51. Im Jahre 1855 Anton Sederl, Spenglermeister. 8. (949.) 51. Jiu Jahre 1847 Joseph Kober, Meer- schaumpfeisenschneider 1855 Martin Kottek, Buchbinder und Futteralmacher. S. (944.) 51. Im Jahre 1847 Joseph Schändet, Handelsmann. 1850 Ferdinand Beyde, Llciwaarenfabrikant. 1855 Franz Nowotny, Vergolder. 1» (950.) 51. Im Jahre 1847 Johann Poja, Tischler- meister. 1849 Alexandrine von Cassaty. 1858 Friedrich Voigt - länder. 1859 Leopoldine Voigtländer. 1861 Ferdinand Amon. 1863 Franziska Herwig. 11. (943.) 51. Im Jahre >843 Joseph Schandl, Handelsmann. IS. Siehe Hundsthurmerstraße 17. Ablhnlungen der erzbischöflichen Kucheugärten; ausgenommen die Häuser Nr. 23. 28. 27. 29 L 31. IS. (750. 737.) L. Im Jahre 1835 Heinrich Grob, Seidenzeugsabrikant. 1838 Heinrich Wilhelm Hoch. Brennholz- Händler. 346 L4. (737. 738.) L. Zm Jahre 1831 Joseph Slarch, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Bäckermeister. 1832 Joseph Teutscher, Handelsmann. 15. (749. 856 ) L Im Jahre 1827 Georg Mayer, Tischlermeister. 1857 Joseph Dasatiel, Tischlermeister. I«. (738. 855.) L Im Jahre 1827 Philipp Schmidt, Schlossermeister 1834 Wilhelmine Obersteiner, verwitwete von Haymerle. IS. (748. 857.) L. Im Jahre 1827 Karl Fobes. Anstreicher. 1858 Maria Anna Fobes, Karolina Ritter und Anna Coulon. 18. (739. 854.) L. Im Jahre 1827 Philipp Schmidt. 1837 Mathias Feldmüller. 1838 Franz Maiwald. 1843 Viktor von Jvanchich, Doktor der Medizin. IS- (747. 858.) k. Im Jahre 1827 Joseph Teutscher. 1832 Florian Schaden, Architekt. 1834 Joseph Schandl, Handelsmann. 1841 Joseph Burghart, Handelsmann. S«. (740. 853.) L. Im Jahre 1827 Philipp Schmidt. 1834 Mathias Keldmüller. 1835 Leopold Maurer, Schuhmacher. 1846 Juliana Maurer. .1854 Peter Koster. S1. (746. 859.) L. Im Jahre 1827 Alois Promberger- Seidenfärber. 1846 Joseph Plonchensteiner, Seidenfärber. 1851 Joseph Breunig. 1852 Franz Strelez, Buchbinder. 1854 Franz, Karolina, Moriz und Rudolph Strelez. SS. (741. 852 ) L. Im Jahre 1827 Philipp Schmidt. 1832 Joseph Schiebt, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Lederermeister. 1855 Barbara Schiebt, geborne Wagner, Witwe. 1862 Joseph Schiedt, k. k. Ministerialbeamter und Architekt. SS. (1062) L. Abg. vom Leiß'schen Garten (Wienstraße Nr. 51). Im Jahre 1858 Dr. Viktor von Jvanchich. S4t. (742. 851.) L. Im Jahre 1827 Leopold Hufnagel. 1831 Anna Hufnagel. 1842 Katharina Oe UsulonLer. 1843 Johann Ziack, Tuchscherer. S5. (1070.) L. Abg. von Nr. 23. Im Jahre 1859 Wilhelm und Rostna Koch. 1860 Joseph Engel. 347 26 (743. 850.) L. Zm Jahre 1827 Georg Freytag. 1831 Alois Rieder. 1836 Franz Löbl. 1837 Christoph Meintz, Drechslermeister. 1856 Franz Pietra, Handelsmann. SV. (1098.) L. Abg. von Nr. 23. Im Jahre 1860 Andreas Werbitzky, Schneidermeister. S8. (744. 849.) L. Im Jahre 1827 Georg Freytag. 1852 Michael von Barich. 1853 Johann Adam Frank. 1854 Adam Erl. 1862 Ignaz Kaiser. SS. (1060) L. Abg. von Nr. 23. Im Jahre 1858 Johann Sebastian Schamberger, Pens. k. k. Finanz - Oberoffizial. Sv. (745. 848.) L. Im Jahre 1827 Anton Fries et Comp., Seidenzeugfabrikanten. 1831 Peter Schönhardt, Tischlermeister. 1839 Friedrich Kollmann, Tischlermeister. 1841 Franz Hauptmann. 1848 Cäzilie Hauptmann. 1851 Bernhard Pekari, Kappenschirmmacher. 31. (1078.) L. Abg. von Nr. 23. Im Jahre 1860 Johann Helia, Schuhmacher. 32 . (566. 847.) L. Schild zur Schäferin. Im Jahre 1827 Fries et Comp. 1831 Georg Freytag. 1861 Michael von Barich. 1862 Emanuel, Johann und Karl Ullrich. Weyringergasse. (Häuser und Baustellen auf Weyringer'schem Sandgestättengrund; mit Ausnahme der Nummern t9, 2t, 38 är 40 ) Nr. 1. (234.) 1. Im Jahre 1853 Cyrill Steinmetz. 1858 Josepha Steinmetz. 2. Baustelle. 3 . (235.) .1. Im Jahre 1859 Rudolph Wilhelm Gerber, Tischlermeister. 1. (148.) -I. Im Jahre 1855 Eduard Frauenfeld, Stadtbaumeister. 5. (1049.) .7. Im Jahre 1854 Anna Weidner. 1855 Joseph Pauker. 1860 Anton Mitteröcker, Hufschmied. 6 (149.) 3. Im Jahre 1860 Eduard Frauenfeld. (237.) .7. Im Jahre 1848 Anton Riemerschmid, 348 Joseph Vigl lind Christoph Friedrich Fnrngang 1860 Anton Riemerschmid, Liqueurfabrikant. 8- (150.) 3. Im Jahre 1860 Eduard Frauenfeld s (238.) 3. Im Jahre 1852 Demeter Hoffmann. 1860 Joseph Pauker, Kupferschmied. 10 (151.) 3. Im Jahre 1844 Johann Straberger, Stadtbanmeister. 11 (239.) 3. Im Jahre 1857 Johann Dreiffigacker, Maschinist. LS. Siehe Louisengasse 22. 13 (240) 3. Im Jahre 1839 Eustachius Miller. 1845 Barbara Miller. 1846 Johann Prcshel, Zündwaarenfabrikant. 1858 Theresia Prcshel. 14 (236.) .1. Im Jahre 1842 Joseph Konrad Honorius Kraus, Handelsmann. 1849 Heinrich Pfitzner und Franz Beckers , Kabriksbcsitzer. 1855 Millikerzen - Fadriks - Aktien- Gesellschaft. 1856 Theodor Schultz, Maschincnfabrikant. LS. (688. 241.) .1. Im Jahre 1823 Joseph Jaschky (auch Jarsko), Großfuhrmann. Lv, 18 s- SO. Baustellen. IV. (242.) 3. Im Jahre 1854 Wenzel Bednarz, Stadtzimmermeister. IS. (25. 119. 146. 286.) 0. ä 3. Im Jahre 1774 Kilian Rappl, bürgerlicher Bcckcniucister; ein Theil von Gcmai- ner Stadt „Sandwurf" in obern Goldcggen, am Meeweg nach St Marx und der kaiserlichen Eisgrube zu gelegen. Dom allhiefigen Wirthschaftsrathe an Rappl *) veräußert. 1786 Katharina Rappl. Wittib. 1795 Johann Michael Ritter von Ehrenfels. 1797 Louise Magdalena Edle von Ehrenfels, geborne Reichsgräfin von Schönburg. 1803 Dr. Anton Kolbe. Hof- und Gerichtsadvokat. 1806 Franz Märkl. 1808 Nikolaus Dietrich. Justizverwalter. 1810 Joseph Martilin. 1815 Joseph Schwarzl. 1818 Karl Zach. 1821 Anna Zach. 1822 Joseph Dittmann. ') Abthcilung der Rappt'jchen Grunde s. Liilc 111. Meister Rappl Halle Las uralte Wendlerschc Backhaus ..am grüne» Anger" (Stadl Ar. 841) in Besitz, dessen Existenz urkundlich bis 1585 nachweisbar ist- 349 1828 Mathias Sedlaczek. 1835 Joseph Meid, Schloffer- meister. 2L Siebe Favoritenstraße 43, SS — SS, Baustellen, »6, >756. 280.) .1, Im Jahre 1829 Joseph Weyringer, Lust- und Ziergärtner. S8, s959.) 6. S- .1. Vormals zu Nr, 19 gehörig. Im Jahre 1844 Matbias Kratochwill. Kaffeesieder, 1855 Katharina, Lcopoldine und Wenzel Kratochwill, 1856 Konstantin Gilany, 1857 August Bernhard Rzymann, 40 . Siehe Favoritenstraße 4t. Wiedner Hauptstraße. (Ursprüglich .Alt-Wiedner Hauptstraße"; zur Unterscheidung von der ^ Margarethkn- oder Reuwiednerstraße.) „vor dem Kärntner Thor die erste Zeit aus der rechten Hand hinaus, »nflefanpen lunächft des Krndssürsten Garten," ltltteste« llrbarium, Blatt 10 U»L SI» ) Nr, I- Evangelische Gemeinde der augsburgischrn und helvetischen Confessio». S. Fürstlich Stsrhembcrg'sches Freihaus. 3. (2 3, 26.) L, Schild p»n goldenen Achsen Im Jahre 1650 Wolfs Schmidt. Purger vnd Fleischhackher. 1660 Leonhard Wolf, Leutgeber. 1680 Jacob Schwab, Gastged. 1685 Hannß Peter Sickhasy, deß Ausseren Rathes vnd Gem. Stadt Wienn Raitthandler, 1710 Katharina Pfeiffer. 1728 Leopold Friedrich Pfeiffer swie S. 60). 1732 Gabriel Mathias Steinbeck, Steinmetzmeister. 1759 Brandstatt 1776 Franz Stephan Steinbeck, Steinmetz, 1783 Maria Anna Steinbeck, Witwe. 1797 Joseph Ritter von Führnberg, k. k, Obrister. 1830 Karl Ritter von Pelsern - Führnberg und Mathilde Edle von Hittner. 1832 Anton und Elisabeth Diettmann. 1854 Theresia ') Gleichzeitig mit dem Starhemderg'schen Krcihausc wurden am 24. Juni 1789 auch die Häuser Nr. 3, 3, 7 k 9 in der Hauptstraße; die Bärenmühle, dann Nr. 3 Rcssclgassc und Nr. >3 Techaikcrstraße ein Raub der Klammen. 350 Freiin von Fries und Antonia Freiin von Geusau; dann Joseph Ritter von Uhl, k. k. Postmeister Das Schild zum „gülden Ochsen" wird schon 1612 in dem Jnventarium des in diesem Hause verstorbenen Burgers Hanns Fischer erwähnt. 4 . (89. 453. 2.) k. Im Jahre 1684 Franz Kayser, Corduaner (Lederer). 1690 Mathias Wustl, Purger vnd Oehler; 1710—1713 Richter auf der Wieden 1732 Maria Ursula Pfeiffer, des Ehrenvesten Herrn Leopold Friedrich Pfeiffer Ehewirthinn. 1733 Franz Albert Püttner, Kays. Hoff- und bürgerlicher Huetmacher zum .rothen Kardinal-Hut"; 1745—1747 hierortiger Richter. 1755 Anna Maria Decker, Burgerswittib. 1765 Johann Michael Haller, Burger und Gastwirth. 1781 Maria Barbara Haller, Wittib (später ver- ehlichte Martinolli). 1806 Martinolli'sche Erben 1812 Wenzel Schrittwieser. Handschuhmacher. 1853 Schrittwieser'sche Erben. 1854 Egid und Klara Rauch. 5 . (3. 4 25 ) L. Schild ;um schwarzen Rössel. Im Jahre 1640 Valentin Stamppa. 1650 Georg Nerentz, Pöckh. 1670 Mathias Andrey, Peckhenmeister (1684 und 1685 Richter auf der Wieden). 1700 Balthasar Hegenberger, Bäckermeister; von 1716—1717 hierortiger Richter. 1733 Joseph Dietl, Bäcker. 1759 Brandstatt. 1786 Johann Dietl. 1799 Joseph Kasimir. Bäcker. 1806 Johann Hartmann. 1812 Kaspar Schmidt, Bäckermeister und äußerer Stadtrath. 1844 Theresia Schmidt, geborne Perl, Witwe. 1858 Anna, Ernestine. Karl, Maria und Sophie Schmidt. «. (88. 452 3.) L. Im Jahre 1684 Karl Vogt; vordem Veit Wallner gehörig. 1690 Urban Weinmann, bürgerlicher Roßtäuscher. 1725 Georg Joseph Hochenebner, bürgerlicher Oehler „zur heiligen Dreifaltigkeit", und Richter auf der Wieden. 1752 Maria Christina Hochenebnerinn, Wittib. 1764 Johann Meixner, Oehler. 1765 Maria Anna Meixner. Wittib. 1769 Michael Rudolph, äußerer Stadtrath und Oehler. 1786 Johann Georg Eckmayr, Seifenfieder und Grundwachtmeister auf der Wieden. 1807 Maria Anna Eckmayr, Witwe. 1812 Ignaz Leibenfrost (wie Seit» 249). 1841 351 Johann Leibenfrost, Handelsmann, 1856 Franz und Barbara Schöller. 7 . (4. 5 24.) L- Durchhaus. Gailhof pm» goldenen Lamm. J»i Jakre 1667 Hannß Georg Püßl, Purger vnd Dehler; um einen von den Stamppa'schen Eonleuten (Nr. 5) erkauften „Wiesfleck'. 1685 Franz Piißl. Dehler. 1696 Johann Georg Neuhold (nebst dem neugebauten Stöckl — nun Resselgaffe Nr. 3». 1710 Katharina Pfeiffer. 1728 Leopold Friedrich Pfeiffer 1742 Gottfried Sonnbolz, Orgelbauer. 1759 Brandstatt. 1781 Johann Baptist Sonnholz. k. k. Hauptmann. 1784 Maria Anna Visconti 1800 Friedrich Jung, Zuckerbäcker 1808 Joseph Well, Apotheker. 1811 Franz und Anna Nen- mayer. 1832 Kasimir Ritter von Thoren, k. k. Hauptmann im Generalstab; Franziska von Gevay und Johann Baptist Frey- Herr von Pasqualaty zu Osterberg. 1840 Johann.Baptist und Joseph Benedikt Freiherr von Pasqualaty; dann Adam Prößl. 1857 Die Freiherren von Pasqualaty, dann Mathias Kührer, Gasthofbcsitzer. Einkehr der Stellfuhr von Eisenstadt, Pottendorf, Traiskirchen, Mödling und Brunn am Gebirge. 8. (87 . 451. 4.) L. Schild zur goldenen Sonne. Im Jahre 1667 Mathias Earl Schmidt. Purger vnd Gastgeb. (Conzession zur Schankwirthschaft „pey der gülden Sunn^ 19. April 1667.) 1684 Barthlme Polleutner, Pergmaister auf der Wieden 1685 Johann Exinger, des Auffern Stadtrath vnd Gastgeb. 1721 Ursula Barbara Exingerinn, Wittib. 1729 Johann Georg Fischer, Schneidermeister. 1747 Mathias Schau- bcrger, Äußerer Stadtrath und Gastgeber, auch hierortiger Richter und Kirchenvater bey St. Augustin auf dem Bürger- spitals-Freythof (s. Seite 64). 1776 Anton Schönburger, Seidenzeugmacher und Ortsschulaufseher auf der Wieden. 1783 Magdalena Schönburger, Witwe 1786 Nikolaus Brüner, Bierwirth 1788 Johann Weiß. 1812 Ignaz Leibenfrost. 1842 Johann Leibenfrost 1846 Joseph Ried, Handelsmann. N. (5. 6. 23 ) k. Gailhof zur Stadt Dedenburg. Im Jahre 1680 Hannß Bernhard Jeschko, Kays. Aufgeber im Waaghauß 1689 Hannß Paz, Purger vnd Gastgeb zur 352 „rotben Änten'. (Paz, s- 1707, war im Jahre 1683, während der Belagerung Wiens durch Kara Mustapha, Richter auf der Wieden und Besitzer eines in der Rosengasse sNeulucke^ gelegenen, gleichfalls zur „rotben Änte" beschildeten Wirthshauses. Dgl, Seite 17 S- 227.) 1707 Sebastian Gallob, bürgerlicher Gastgeb und hierortiger Richter. 1759 Brandstatt. 1776 Johann Michael Haller, Schankwirth. 1781 Maria Barbara Haller lwie Nr. 4). 1795 Leopold Hauer, Burger und Wirth. 1838 Albert Scheck. Gastwirth. 1855 Albert Scheck. Sohn. 1856 Karl und Eduard Scheck. >858 Moriz Endl, Gafthofbefitzer. 1863 Anna, Karl. Moriz und Theresia Endl. Einkehr der Stellfuhr von Güns »nd Steinamanger. 1V. Siehe Margarethenstraße 1. IL (6. 7 22.) L. Schmid'sche Waisen-Stiftung. Im Jahre 1640 Georg Wöber. Leutgeber. 1660 Rudolph Wöber, Wirth. 1670 Jacob Panis, Gerichtsgeschwonier vnd Wirth zum „gülden Capauner"; (hiezu 1680 das David Wer- nersche Hawß). 1690 Christoph Wagner. 1700 Hannß Anlanger, Schankwirth. Einkehr der Vsttariui (Fuhrleute) aus Villach, Venedig und Jnnspruck. 1709 Adam Weltischhoffer. 1710 Hannß Georg Püßl, bürgerlicher Dehler; von 1724 — 1725 Richter auf der Wieden. 1745 Johann Wolffgang Schober, Burger. 1750 Eva Rofina Schober 1759 Johann und Elisabeth von Edenreicher. 1763 Johann Georg Haller 1766 Joseph Schwindler, äußerer Stadtrath und Dehler. l787 Dessen Tochter Antonia (später mit dem Magistratsrathe Karl Franz Pingitzer verehlicht). 1796 Joseph Schmid, Fleischhauer. Die am 28. September 1823 verstorbene Witwe des Letztere», Frau Margaretha Schmid hat in ihrem Testamente vom 13. September 1823 das hiesige Waisenhaus zum Haupterben ihres Vermögens ernannt, »nd zugleich die Verfügung getroffen, baß das ihr eigenthümliche Haus Nr. 22 auf der Wieden als Stifthans fortbestehen solle — „bedingungsweise der jährliche Fruchtgenuß von diesem Hause, so wie von 8000 fl. in Stadt-Banko-Dbligationen theils zur besseren Subsistenz der Waisen, theils zum Heirathsgute oder zur 353 Begründung einer eigenen Wirtschaft für die im Waisenhause erzogenen Kinder verwendet werde"; doch dürfe die einem Kinde zum Antritte einer Wirtschaft zu übergebende Geldsumme nie unter 300 fl. betragen. Der hierüber von Sr. Majestät Kaiser Franz I. am 15. Dezember 1829 gefertigte Stiftbrief liegt im landesgerichtlichen Archive. Eine weitere Stiftung der Frau Schmid hat die Bestimmung, von den jährlichen Zinsen einer 2!"/«Staatsschuld-Verschreibung zu 1000 fl.— Kleidungsstücke für die dürftigsten Schüler der Pfarrschule bei St. Karl anzuschaffen. Der bezügliche Stiftbrief datiri vom 8. Juli 1824, und ist die Verwaltung der Stiftung dem Commendator bei St. Karl übertragen. Abgesehen von diesen letztwilligen Stiftungen bewährte die hochherzige Frau auch im Leben einen seltenen Wohlthätigkeitssinn, der selbst auf die Leiden der Thierwelt Bedacht nahm — einen Beweis in dieser Richtung liefert die kleine steinerne Tränke am Eingänge ihres Hauses, die mit klaren Wasser gefüllt namentlich zur heißen Jahreszeit den Hunden zur Labung dient. Letzteren Zug von Humanität empfehlen wir der allgemeinen Beachtung. IS. (84. 448. 7.) L. Schild zu den vier Jahreszeiten. Im Jahre 1670 Hannß Christoph Purkhardt, Kays. Hart- schiern-Rottmaister. 1678 Hannß Georg Purkhardt, Nied. Oe. Landtschaffts-Überreitter 1681 Den wohlehrwürdigen E loster- Jungfrawcn pey St Nicola in Wien» gehöriges Hauß sammt Gärtl vnd Stadl. 1748 (7. November) Veit Schmid, Landgutschy. 1769 Justina Schmid, Wittib. 1780 Anton Bianki, fürstlicher Haus-Hofmeister. 1802 Agatba Bianki. 1810 Franz, Andreas und Anna Meßli. 1813 Johann Hauptmann. 1815 Martin Braun (auch Prince) Sattlermeister. 1818 Joseph Braun. 1841 Johann Tilgner, Pfaidler und Druckwaaren-Fadriksbesitzer zu Unter-Meidling. 1817 Ignaz und Johann Richard Tilgner. Leinwäschhändler. L3 (7. 86. 21 ) L. Ga chos zu den drei goldenen Kronen. Im Jahre 1630 Heinrich Mayrhoffer. 1640 Hannß Grießl, Gerichtsgeschworner. 1660 Hieronymus Santellia, Stainmetz. 1670 Georg Zelly, Kays. Hartschier vnd Gastgeb. 1680 Michael Landringer. Leutgeb. 1690 Mathias Wcimuann, Purger vnd Lieben. 23 354 Roßtäuschers Bierstuben vnd Reitschuell. 1734 Apollonia Paum- gartner, Handelsfrau. 1747 Peter Dietrich, Landkutscher. 1766 Theresia Dietrich (wie Seite 74). 1778 Johann Michael Alber - storfer, Gastgeb. (Einkehr der Briefbothen aus Graß und Triest.) 1806 Theresia Alberstorfer, Witwe. 1810 Joseph Rosenberger, Wirth. 1811 Elisabeth Rosenberger. Witwe. 1819 Georg Kautsch. 1855 Kautsch'sche Erben. Standort der Stellwägen von Alland, Baden und Heiligenkreuz. L4. (83. 447. 8.) L. Gailhof zur Stadt Trirll (früher zum goldenen Bären). Im Jahre 1630 Michael Huetter, Richter vnd Pergmaister auff der Widen 1640 Michael Kartten- valkh, Richter. 1655 Eonradt Wildt, des Äußern Stadtrath vnd Richter. 1684 Wild'sche Erben. 1689 Daniel Schratter, Kays. Hoff-Barbier vnd Purger (-j- 1699). 1700 Blasius Frauenson, Gastgeb. Einkehr der Briefbothen aus Laibach, Linz. Salzburg vnd Venedig. 1710 Johann Nogelhueber, Gastgeb. 1722 Zacharias Angermayr, Wirth zu Stamerstorff. 1731 Veit Fellmayr, Gastwirth. 1772 Franz Fellmayr, Wirth. 1800 Joseph Neumann, äußerer Stadtrath und Landkutscher. 1806 Franz Ecker, Lmdtlohnkutscher. 1807 Franz Ehristoph Köckh, Großhändler. 1810 Nikolaus Graf Zichy von Vason/keS, k. k. Kämmerer (-j- 22. September 1826). 1820 Nikolaus Knechtlein. 1830 Franz Knechtlein. 1832 Franz Neubauer, Gasthofbesitzer (Standort des Laxenburger Stellwagens). L5. (8. 87. 20.) L. Im Jahre 1610 Lucas Pumber, Purger. 1650 Christoph Tschott, Zueschrotter. 1660 Hannß Jacob Tschott, Fleischhackher. 1684 Franz Riener, Stadt- (Zuaräe-Fleischhackher. 1736 Franz Ulrich Hartting. 1744 Johann Georg Bretschneider, Fleischhackher. 1786 Joseph Schmidt, Fleilchhacker. 1796 Johann Zellhofer, Fleischer. 1821 Franz Tomas, Fleischhauer. 1846 Geschwister Tomas (wie Seite 148). LK. (82. 446. 9.) L. Im Jahre 1631 Michael Huetter, Purger vnd Gastgeb zum „blawenWolfen*. (Huetter hatte dieses Haus von dem .Gastwirthe Schrambseisen gegen die Kohlkreinze Nr. 29 eingetauscht). 1660 Paul Oesterreicher, 355 Gastgeb. t680 Mathias Oesterreicher, Purger vnd Schloßmaister in der Kays. Münz (spater Raitt-Officier der N. Oe Buchhalterey). 1690 Lorenz Förster. Oebstler vnd Burger. 1695 Hannß Greißing, Kais. Überreicher. 1700 Lorenz Jaitner. Vifirschneider. 1715 Johann Heinrich Boymann. Apotheker „zum blauen Wolfen". 1728 Franz Friedrich Pöckh. Rom. Kais. Reichs-Herold und Burger zu Wienn. 1754 Joseph Thaddäus Hämmerl, bürgerlicher Apotheker. 1780 Ignaz Moser, Apotheker. 1791 Theresia Moser. Witwe. 1798 Ignaz Moser, Sohn (Besitzer einer ausgezeichneten Fofsilien- Sammlung). 1837 Katharina Moser 1853 Maria Lipp, geborne Moser. IV «9. 88. 19 ) L. Schild Min goldenen Ster». Im Jahre 1630 Killian Zang, Pöckh; vorhero Leopold Ladner gehörig. 1680 Christoph Mosse und Daniel Gütler „zween Häußeln". 1684 Abraham Lacher (wie Seite 304). 1714 Thomas Christian Lacher. 1730 Hanns Georg Bayr, Sailermeister und Richter. 1751 Kaspar Lux. Bäckermeister. 1760 Johann Georg Bretschneider, Flcischkackcr 1786 Elisabeth Bretschneider (später vereblicht mit Johann Michael Rudolph, Seifensieder und Richter auf der Wieden». 1820 Eleonora von Nandory, geborne Bretschneider. königlich ungarische Hofsekretärsgattin. 1830 Joseph und Eleonora von Nandory; dann Marie Ebersberg . geborne von Nandory. 1852 Joseph Sigmund Ebersberg, fürsterzbischöflicher Rath und Redakteur der Zeitschrift „Oesterreichischer Zuschauer", (geboren am 22 März 1799 zu Stcinabrunn in Niederösterreich; s 27. Oktober 1854 zu Hernals). 1855 Julius und Ottokar Franz Ebersberg 1857 Barbara Schöiler und Aloifia Mayer. 1862 Franz Aichinger. L8. «81. 445. 10) K Schaffer'sch es Stisthaus Im Jahre 1660 Christoph Seißer. Hansgrafenamts - Überreitter (nachbin Kays. Roßgefäll-Einnember). 1690 Seißersche Erben. 1703 Dominicns Lex. Burger vnd Spezcreywaarenhändler. 1738 Maria Katharina Gapp. Färbermeisterin. 1746 Anton Mühldorfer. Färber. 1816 Joseph Mühldorfer, Beamter des k. k. Hofkriegsrathes. 1821 Mathias Lehrner. 1832 Johann Michael Schaffer, Bürger und Schneidermeister (s 29. Otto« der 1848). 356 Letzterer hatte am 26. Mai 1845 testamentarisch verfügt, daß nach seinem Tode sein gesammtes bewegliches und unbewegliches Vermögen in eine „Stiftung für verarmte Wiener Bürgerstöchter" umzuwandeln seie. Nach dem Wortlaute des am 15. Oktober 1857 gefertigten Stiftbriefes werden aus dem Reinerträgnisse des Hauses Nr 10 auf der Wieden und den Zinsen eines mobilen Kapitales von beiläufig 60.000 Gulden, arme und erwerbsunfähige Wiener Bürgerstöchter, welche das vierzigste Lebensjahr überschritten haben mäßen, jährlich mit einem Geldbeträge von je 150 Gulden in der courfirenden Währung unterstützt. Die Zahl der Stiftplätze — gegenwärtig 26 — ist eine unbeschränkte nach Maßgabe der jeweiligen Kapitalsverzinsung. Dem Gemeindevorstand auf der Wieden im Einvernehmen mit dem Pfarrer bei den heiligen Schutzengeln ist das Präsentationsrecht und die Verwaltung des Stiftungsvermögcns übertragen IS. (10. 89. 18.) L. Das tiefe Haus. Im Jahre 1670 Thomas Khieckhinger, Pöckh. 1680 Hannß Michael Höffer, Purger vnd Peckhenmaister. 1705 Mathias Urakh, Beckh- 1729 Kaspar Luz . Bäcker. 1751 Karl Uhrl, Bäcker. 1782 Barbara Uhrl, Witwe. 1800 Johann Uhrl. 1804 Joseph Weniger. 1810 Adam Staudt. 1812 Benedikt Weyer. 1824 Georg Berner. 1841 Kaspar Berner, Bäckermeister. SO. (80. 444. 11 ) L Gasthof zum goldenen Kreuz. Im Jahre 1650 Eonradt Wild (wie Nr. 14); das vorhin Krampl- sche Hauß sammt Garten zum „güldenen Kreuz aussen am Püchl, darauf der Newe Thurm gestanden. ' 1684 Wild'- sche Erben. (1690 Mathias Antoni von Wiß, Bestandwirth). 1691 Georg Kayser, Purger vnd Gastgeb. 1730 Johann Joseph Wilffing, Schneider. 1753 Johann Ferdinand Haller, Gastwirth. 1777 Andreas Haller, Wirth. 1802 Joseph Rampold, Wein- wirth. 1808 Franz Franz, Gastwirth, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Richter auf der Wieden (-j- 24. April 1849). 1849 Franz Franz, Sohn, Gasthofbesitzer. SL. (11. 90. 17.) L. Schild zum goldenen Einhorn. Im Jahre 1630 Peter Spatz, welscher Maurer >660 Donatus 357 Rueber, Stnckhator. 1685 Georg Kienner. Lederziirichler (1706 1709 Richter auf der Wieden) 1711 Johann Peter Au. Spezereywaarenhändler. 1743 Au'sche Erben. 1756 Johann Georg Huebner, Handelsmann 1775 Andreas und Johann Huebner, Handelsleute. 1812 Johann Huebner. 1821 Ignaz Buchwein. 1838 Franz Schöller. 1856 Andreas Weber, Handelsmann. SS. Siehe Schleifmühlgasse 1. SS. (12. 91. 16 ) L. Schild zum goldenen Pflug. Im Jahre 1670 Hannß Craneder. Gwandschneidec. 1680 Mathias Weber (wie Seite 227). 1729 Agatha Weber. 1733 Anna Maria Schmidthueberinn. 1748 Franz Peter Schaden, Cramer. 1756 Augustin Schaden, Buchbinder. 1777 Elisabeth Schaden. 1830 Barbara Mayer. 1832 Mathias Mayer, k. k. Rechnungsrath. 1851 Magdalena Mayer, geb. Dillmann, Witwe. 54. s78. 192 257. 470.) L. Schild znm eisernen Mann Im Jahre 1699 Georg Kienner (wie Nr. 21). 1700 Jacob Wuchter, Fuetterer. 1727 Anna Barbara Wuchter, Wittib (später verehlichte Knittmann) 175l Johann Georg Knitt- mann, Mehlmesser. 1767 Johann Georg Bock, Burger. 1772 Ferdinand Sturm, Gastgeb. 1777 Wenzel Hammerschmid, Bierleutgeb. 1807 Theresia Graßl, geb. Hammerschmid, herrschaftliche Haushofmeisterswitwe. 1829 Johann, Ludwig und Theresia Graßl; Franziska Gräfin von Mayans. Eva Fischer und Magdalena Bernhard, geborne Graßl. 1830 Ludwig Graßl, Wirthschaftsbesißer und Karl Bernhard, Redakteur der k. k. priv. Wiener-Zeitung. 1850 Joseph Eysel Edler von Eysels- berg (wie S. 208). 1851 Jakobine Eysel Edle von Eyselsberg, geborne Storck. 55. (13. 92. 15 ) L. Hotel Zillinger. Schild zum grünen Kranz. Im Jahre 1690 Hannß Element Schalter, Purger vnd Korporal unter Jhro Exc. Herrn Grasten von Daun. 1700 Hannß Jacob Scheibl, Burger vnd Schloßer. 17 lO Franz Anton Strauß, Handelsmann. 1732 Hieronymus Anton Strauß, Burger und Stadtmauthner 1768 Joseph Aumüller, Bierleutgeb. 1802 Karl List. 1807 Johann Müller. 1814 Vinzenz Heller, Mitglied des äußeren Stadtrathes. >852 Joseph Schal- 358 linger. 1857 Mathias und Elisabeth Wilhelm. 1861 Joseph Zillinger, Gastwirth. SV. (77. 191 256. 469.) L. Schild zur weißen Rose Zm Jahre 1699 Paul Franz Wißmüllner, Gwandschneider 1720 Mathias Scheppesdoiser, Schneider und Grundwachtmeister auf der Wieden 1726 Maria Elisabeth Scheppesdorfer, Wittib. 1729 Johann Michael Ruelandt (wie Seite 304). 1773 Wenzel Hammerschmidt, Bierleutgeb. 1807 Joseph Ham- merschmid, Bierwirth. 1826 Anna, Joseph und Theresia Ham- merschmid. 1850 Joseph Eysel Edler von Eyselsderg. 1851 Jakobinc Eysel Edle von Eyselsderg. SV. (14. 93. 14.) Schild zum Auge Gottes. Im Jahre 1769 neugebautes Zinshauß; vordem zur „Kohlkreinze" (Nr. 29) gehöriger Gasthausgarten. 1828 Treitl'sche Erden. 1836 Joseph Treitl, Handelsmann (seit 1849 Gemeinderath der Stadt Wien). S8. (76. 190 255. 468.) L. Im Jahre 1699 Georg Kronöster, Burger vnd Lederer. 1737 Niclas Joseph Kronöster. Lederermeister. 1759 Maria Magdalena Kronöster, Wittib. 1764 Ignaz Kronöster, Lederer. 1774 Lorenz Schönbichler, Rothgärber. 1807 Franz Schönbichler. 1821 Johann Jüttner. Lederermeister. 1835 Michael Berkowitsch, Mitglied des äuß Stadtrathes und Handelsmann. SV. (15 94. 13.) 6. Schild zur Kohlkreinze (Kohlenkorb). Im Jahre 1625 Michael Huetter, Purger vnd Gastgeb „Hauß vnd Stadl vor Khärnertor pey dem Newen Thurm;" er ver- tauscht dies Haus 1631 gegen jenes zum blauen Wolfen (Nr. 16» an den Schankwirth Philipp Schrambs Eisen (Stadtgewährbuch I.. 25 v.) 1650 Gallus Lusch, Gastgeb vnd Richter auff der Widen. 1675 Jacob Herzog, Gastgeb vnd Richter (-s 1709). 1715 Maria Elisabetha von Faborn, Kays. Hoffouriersgattin, eine geborne Fauconetinn. 1720 Joseph Faber Edler von Faborn. der Röm. Kays. May. Rath und Obrist- Hoff-Quartiermaister. 1729 Maria Eäzilia Edle von Faborn, verehlichte von Wöbern. 1740 Johann Georg Haller, Gastgeb. 1759 Barbara Haller, Wittib. 1761 Johann Haller. 1781 Johann Georg Schmid, Gastwirth. 1782 Josepha Schmid, 35S Witwe (später verehlichte Mänhart). 1807 Johann Treitl. Eisenhändler. 1828 Treitl'sche Erben. 1859 Johann Franz und Johanna Treitl; Maria Titze, geborne Treitl, und Rosalia Beinl Edle von Bienenburg. Der Gasthof zur „Kohlkreinze", die ursprüngliche Einkehr des Neustädter-Briefbothen, dann der Grazer-, Marburger- und Neustädter Fuhr-Leuth, bestand bis zum Umbau dieses Hauses im Jahre 1825. 3V (75. 189. 254 467.) L. Schild zum Erzherzog Karl. Im Jahre 1699 Stephan Grueber, Purger vnd Hufschmied. 1715 Grueber'sche Geschwister. 1719 Andreas Jacob von Fackh, der Rom. Kays. Maytt. Rath und kroto - Lleclious. 1726 Johann Wolfgang Forchtner, des Auffern Ltadtraths und bürgerlicher Schuester (1730—1735 Richter aus der Wieden). 1757 Maria Anna Forchtner. 1759 Anton Forchtner, Oehlerer. 1779 Johann Adam Forchtner, k. k. Raittofficier. 1781 Eva und Klara Forchtner. 1790 Anton, Klara und Maria Anna Forchtner. 1801 Josepb Lichtmayer. 1832 Georg Berner, Bäckermeister. 1832 Michael Ziehr, Trödler. 1853 Barbara Ziehr. 31 (16. 95. 12.) 6. Schild zum rothen Rössel. Im Jahre 1646 Daniel Pliringer, Purger (Gewährbuch N., 227). 1661 Hannß Christoph Pürkhert. Kais. Hartschiern-Rottmaister. 1676 Thomas Schaller, Haußmaister in der kays. Favorita. 1716 Michael Capius, Huefschmied (Besitzer des Stadthauses zum grünen Rössel Nr. 824). 1724 Franz Anton Häußler von Vestengrund, fürstlich Liechtenstein scher Verwalter im Liechten- thal. 1762 Bernhard von Dier, kais. Kriegs-Commissarius. 1776 Elisabeth von Dier. 1777 Mathias Kautsch, Einkehrwirth. 1813 Barbara Kautsch, Witwe. 1815 Benedikt Franz Schludermann, herrschaftlicher Oberbeamter; dann Maria Reichetzer, geborne Kautsch. 1838 (23. April) Pensionsgesellschast der bildenden Künstler in Wien (Witwen - Societät und Waisen - Penfionsinstitut, unter Direktion des Herrn Joseph Haßlwander). 32. (74. 188. 253. 466.) L. Schild zum silbernen Löwen. Gluck's Sterbehaus. Im Jahre 1699 Johann Lorenz Trunkh 360 von Guettenberg. 1712 Christian Ernst von Weilern, kais. General-Feldwachtmeister. 1725 Von Weilern'sche Enkel. 1731 Maria Elisabeth von Heyeck, geborne Asoly (1739 verehlichte Ebnerinn). 1764 Pangraz von Montfort Edler Herr z» Starkenburg. Kays. Reichshofraths - Canzley - Verwandter. 1784 Christoph Ritter von Gluck, k. k. Hof-Musikcompofiteur *) (geboren am 2. Juli 1714 zu Neustadt an der Waldnaab in Baiern; -st 15. November 1787. Lehrer Maria Antoinettens, der nachmaligen Königin von Frankreich). 1788 Maria Anna von Gluck, geb.Pergn, Witwe (geb. 1729; st 12. März 1800). 1791 Johann Michael Ney, Goldarbeiter. 1818 Benedikt Boxler, Chokolademacher. 1829 Geschwister Boxler. 1830 Franz Freiherr von Werner, k. k. Major. 1836 Konstantia Freiin von Werner, geb. Egger Edle von Eggenwald, Witwe. 1850 Karl Edler von Weydach, k. k. n ö. Regierungs- Sekretär 33 (335.) L. Pssrrhos. 34 . (73. 187. 252. 465.) L. Schild zu den drei Rosen. Im Jahre 1699 Mathias Mayr, Purger vnd Greißler. 1710 Georg Puechgraber, bürgerlicher Hochzeitlader 1719 Jacob Weiß, Schlossermeister. 1744 Anna Maria Weiß. 1748 Johann Wenzel Rentsperger, ein Gnadengreißler; (er hatte nämlich bei dem Umstande, als damals schon fünf (!) Greißler auf der Wieden bestanden, sein Gewerbsbefugniß im Wege einer speziellen Regierungsentscheidung, eines sogenannten Gnadenaktes ') Ritter von Gluck war auch Besitzer des mit Nr. 22 bezeichnet gewesenen, später jedoch in das Palais (Nr. 868) der Prinzessin von Lothringen verbauten Hauses nächst der Pfarrkirche zu Maria Geburt am Rennwege. — An Stelle seines ursprünglichen verwitterten Grabsteines auf dem Matzleinsdorfer Friedhöfe, wurde am 11. Juli 1846 ein neues Denkmal gesetzt. Das Epytaph lautet: .Hier ruht ein rechtschaffener deutscher Mann, rin eifriger Christ, ein treuer Gatte, Christoph Ritter von Gluck, der erhabenen Tonkunst großer Meister. Gestorben am 18. November 1787. Errichtet am 132- Geburtsfeste 1846. 361 erhalten — derartige Ausgeburten des Zunftzwanges find übrigens nach Dutzenden zu zählen). 1749 Ulrich Walser, Burger. 1768 Lorenz Reisser, Greißler, 1777 Erasmus Joseph Graf von Fürsten dusch, Kreishauptmann im D, U. W. W.; dann Maria Rosalia, geb. von Blida, dessen Gemahlin, 1802 Franz Ludwig Graf von Fürstenbusch, k. k. Kämmerer und Hofrath der obersten Justizstelle (-st 14, Februar 1828). 1828 Karl Vincenz Graf von Fürstenbusch, 1829 Joseph Laureut. 1837 Katharina Cramolini, verwitwete Laurent. 1839 Eduard Cramolini, akad. Maler; dann Franziska, Gustav und Sophie Laurent. 1841 Franz Nowatschek, Bäckermeister, Im Hause des Grafen Fürstenbusch hatte der am 20. Februar 1783 hier eingetroffene Marokkanische Gesandte Abdul Melek.seine Wohnung genommen. Herr und Diener mit ihren braunen Gesichtern und weißen Talars gaben den Wienern tagelang zu schauen. Der Ehre öieses Besuches wegen wurden unverzüglich mehrere Gassen in Wien „Marokkanergasse" getauft und die seltenen Gäste auch auf unzählige Wirthshaus- schilder gemalt. SS. Siehe Paulanergaffe 5. SK. Siehe Waaggaffe 2. SV. (534. 185. 339.) L. Abg. vom Paulaner-Kloster - garten. Im Jahre 1797 Ignaz Schwindler, Seifensieder. 1837 Karl Schwindler, Seifensieder. 1844 Johann Dommeyer, Psarr- meßner. 1851 Anna Schlosser. S8. Siehe Waaggasse 1. SS. (533. 186. 34()I) L. Abg. vom Paulaner - Klostergarten. Im Jahre 1797 Paul Hochholzer. Seidenzeugfabrikant. 1800 Mathias Pichler, Wagnermeister. 1808 Rosalia Pichler. Witwe. 1809 Johann Rosenitsch, Eisenhändler .zum goldenen Rad*. 1848 Josepha Rosenisch, geb. Schellinger, Witwe. 1857 Geschwister Diry. 4L. Siehe Mozartgasse 6. 4V Z-4S (70. 184.249. 462.) Im Jahre 1649 Christian Tamberger, Sterkhmacher. Drcy Achtel Weingartten im .vnteru Schooß." 1668 Georg Eggenberger, Sterkhmacher. 1675 Wolfs 362 Zantha, Blumengartner in der Kayserlichen Favorita. 1681 Hanns Bernhard Jeschko. 1686 Bernhard Oberhoffer. Gerichts- geschworner vnd Leutgeb zur „gülden Kugel" (Schankgerechtsame vom 1. Juni 1686). Letzterer hatte im Jahre 1695 auf dem zur ..Kugel" gehörigen Gartengnmde eigenmächtig einen Ziege losen errichtet, ward aber deßhalb mit zweien seiner Anrainer, dem Kays. Hofwagenschmied Jacob Pittermann und der Jägerswittib Anna Maria cts , in Streitigkeiten verwickelt, die erst ein Ende nahmen, als Oberhoffer am 29. März 1696 vom Stadrathe die Erlaubniß bekam, hier .okmgehindert, doch nur zu selbst eigener Nothdurft" Ziegel brennen zu dürfen. — 1705 Hanns Caspar Kayser, Gastgeb. 1713 Barthlme Eckhardt. Schankwirth. 1730 Maria Theresia Eckhardt, Wittib. 1753 Theresia Strecker Edle von Rautenstrauch. 1756 Clara Majoni; dann Anna Maria Pfundheller. Barbiersgattin. 1770 Franz Pichler, Gastwirth 1802 Stephan Steiger, Doktor der Arzneikunde und k. k. Rath (vgl. Seite 250. Steiger war im Besitze einer werthvollen Gemäldesammlung. Er starb nach vollendetem 87. Lebensjahre am 22. Juni 1836). 1837 Anna Steiger. 1842 Johann Steiger von Amstein, k. k. Hofkonzipist. 1857 Georg Simon Plößl, Optikus. Vor dem Hause zur goldenen Kugel wurde bis gegen Ende des vorigen Jahrhunders täglich Markt mit lerchbau- menen Rinnen. Schließen und anderen Bauhölzern abgehalten. 43 . Siehe Mozartgasse 9. 44 . (69. 183. 248. 461.) Schild rum Ritter St. Georg Abg. von Nr. 42. Im Jahre 1759 Sebastian Ränkl. Burger. 1771 Karl Westhanser, Fuhrmann. 1805 Katharina Westhausrr und die Geschwister Neumayr. 1829 Karl Ludwig Schmid und Theresia Eberl. 1853 Franz Hoffellner. 45 . (528. 191. 345.) L. Abg. vom Paulaner-Klofter- garten. Im Jahre 1797 Joseph Neumann. 1802 Mathias Augenstein, Silberarbeiter. 1829 Joseph und Johanna Augen- stein. 1842 Johann Paul Wurth. 1852 Karl Schützenhofer, Glashändler. 363 4K (68. 182. 247. 460.) 4 Schild zum grünen Baum. Zm Jahre 1647 Jobst Winter, Vnterthan zu Nicolstorff. Ein Viertel Weingarten im „obern Schooß zunächst der Erdfäll"; vordem Herrn Leonhard Mezger, Gerichtsadvokaten gehörig. 1658 Anna Winter, Wittib. 1673 Mathias Pürk- holzer, Gemainer Stadt Ziegelschaffer. 1742 Wolff Schober, Gastgeb zum „grün Baumb". 1750 Johann Michael Schober, Schankwirth. 1751 Magdalena Schober. Witwe < später ver- ehlichte Fleischmann). 1764 Johann Georg Fleischmann (wie Seite 124 K >39). 1777 Leopold Renner, Tischler. 1780 Elisabeth Krüneß, Wirthswitwe. 1802 Mathias Spießl, Fleischselcher. 1811 Spießl'sche Erben. 1823 Johann Georg Precht, Gastwirth. 1836 Rosalia Precht, geb. Reichardt, Witwe. 1859 Karl und Johann Precht, dann Amalia Reindler. Tr. (527. 192. 346.) L. K. k. Postamt. Im Jahre 1797 Joseph Reumann. Abg. vom Paulaner-Klvstergarten. 1804 Franz Mollner, Zimmermeister. 1811 Johann Furchhei- mer, Landkutscher und Kommerzial-Großfuhrmann. 18>7 Johann Haller, Gastwirth. 1860 Anton Haller, Beamter im k. k. Handelsministerium. Das k. k. Postamt wurde am 1. Juni 1862 eröffnet. 48. Siehe Fleischmanngasse 2. 4S (347.) Das alte Paulaner - Zinshaus (wie Floragaffe 9). 50 Siehe Fleischmanngaffe 1. 5L Siehe Schlüsselgaffe 1. 52. (66. 180. 245. 450.) -4. Gasthof zur grünen Weintraube. Im Jahre 1684 Hanns Niclas Ruckhepaumb, deß Inneren Stadraths. Ein Viertel Weingarten im „oberen Schooß". Ferytzx ein Viertel vnd ein Achtel Weingarten des Georg Wallner. 1697 Balthasar Paul Mayr, Gemainer Stadt Wienn verordneter Steuer-Einnember *). 1732 Johann Stephan ') Auf dem Mayr'schen Grunde, welcher 1732 in fünfzehn Baustellen abgetheilt worden ist, erheben sich 3 Häuser in der Hechtengassc, 9 Häuser der großen Neugasse, dann die Häuser Nr. 54, 56 k 58 in der Wicdner Hauptstraße. Lichtmayer, Burger und Gastgeb 1782 Anton, Joseph, Katharina und Stephan Lichtmayer. 1799 Georg Markt, Schank- wirth. 1825 Georg Huber, Gastwirth 1847 Anna Rosenitsch und Theresia Roth. Eine der letzten Erinnerungen an die ehemalige Bodenkultur dieser Gegend, und zugleich eines der schönsten Wahrzeichen der Dorstadt, hatte in dem Gasthofgarten zur grünen Weintraube gewurzelt — eine hundertjährige riesige Linde, deren üppige Blätterkrone über mehr denn zwanzig Tische sich verzweigte. Der nagende Zahn der Zeit ließ aber diesen urwüchsigen Baum nicht unversehrt. sein Stamm ward morsch und die Zweige begannen zu welken, bis endlich im Frühling 1861 die trauliche Linde den vernichtenden Streichen der Axt unterlag. 53. Siehe Schlüffelgaffe 2. 54 . (906.) .4. Abg. von Nr. 52. Im Jahre 1843 Georg Huber, Gastwirth. 1851 Anna Rosenitsch und Theresia Roth. 55 . (45. 148.200.354.) ^4 Schild mm goldenen Schlüssel Im Jahre 1646 Conradt Greißl, klulos. «i Nsä. Or. (Zwey Hofstatt Weingärten; vordem Niclaß Polstermayr gehörig.) 1657 Der 8dl vnd Best auch kunstreiche Hannß Krille. Einer Hochloebl. VniversitÄi in Wienn befreyter Kunstführer (Kunsthändler). 1658 Friedrich Seidl, Kürschner. 1688 Ulrich Sipser. bürgerlicher Hofs-Gürtler. 1727 Christian Eonradt, Gastgeb (wie Seite 309). 1728 Johann Martin Maurer, Schloßermeister. (Neugebautes Hauß.) 1751 Jacob Kellner. Gastgeb. 1761 Joseph Braunauer, des äuß. Stadtrathes und Schankwirth, auch hierortiger Richter. 1796 Barbara Braunauer. 1797 Elisabeth Wolf, geborne Braunauer, Müllermeisterswitwe 1825 Elisabeth von Sedelmayer und Barbara Eglauer. 1826 Elisabeth Fehlmayer. 1838 Johann Löw, Bierwirth. 56 . (65. 179. 244. 449.) Schild m>n Berg Tabor. Abg. von Nr. 52. Im Jahre 1732 Johann Heinrich Hörmann, Tischlermeister. 1761 Maria Magdalena Peitl. geborne Pachner. l769 Franz Joseph Edler von Peitl, N. Oe. Land- rechts-Levrelarius. 1791 Jakob Nörpel, Erbsenhändler. 1796 365 Rosalia Nörpel. 1799 Georg Peyer, Müller zu Fischamend. 1806 Joseph Waltenberger, Eisentandler. 1824 Michael Knappe. 1836 Elisabeth Knappe, Witwe. 1845 Joseph Pfeiffer. Handelsmann. 57. (46. 149. 201. 355.) L. Abg. von Nr. 55. Im Jahre 1730 Johann Georg Dußl, Äußerer Stadtrath und bürgerlicher Gewürzhandelßmann zu den drei weißenLöwen; ehevor Conradtisch. 1759 Anna Maria Dußl. 1772 Andrä Dußl. Handelsmann. 1787 Johann Konrad, Bräumeister zu Neudorf. 1807 Johann Georg Mailler, Bürger. 1808 Christian Schedl, Gastwirth. 1809 Johann Linderer, Mechaniker. 1814 Franziska Freyin von Levachich. 1818 Johann Taucher, Eisentandler. 1822 Franziska Dewald. 1827 Joseph Groo, Hutmacher. 1828 Andreas Ritter, Mitglied des äuß. Stadt- rathes und Handelsmann. 1843 Eduard Ritter. Historienmaler. 1844 Karl Otto, Handschuhmacher. 1851 Antonia Dietz. 58. (64. 178. 243. 448.) t4. Schild zum goldenen Rauchfang. Abg. von Nr. 52. Im Jahre 1732 Joseph Ellwanger, Schuefter. 1750 Johann Baptist Gatton, Rauchfangkehrer. 1755 Friedrich Reichart, Fleischhacker. 1774 Katharina Reichart, Wittib. 1783 Reichart'sche Erben. 1795 Johann Georg Eck, Fleischhauer. 1808 Anton Bichler, Wagnermeistcr. 1847 Magdalena Paffer, geb. Bichler, k. k. Beamtensgattin. 1854 Adelheid und Karolina Paffer. 5S. (47. 150. 202. 356.) 4. Abg. von Nr. 57. Im Jahre 1802 Johann Graf von Kokorzowa, k. k. Rittmeister. 1825 Joseph Müller, 1826 Joseph Groo. 1847 Johann Baptist Holtzmann, Vergolder. 6« Siehe große Neugaffe 1 61. (48- 151. 203. 357.) ^4. Schild zu dm vier Bindern. Im Jahre 1730 Johann Michael Werner, Wagnermeister; vordem Conradtisch (wie Seite 55). 1755 Joseph Werner. Wagner. 1762 Ernestine und Barbara Schmidl, Schusterstöch- ter. 1763 Johann Georg Sturm, Faßbinder. 1802 Karl Reindl, Kunstgärtner. 1810 Jakob Selos, Schuhmacher. 1831 Joseph Winter und Mathias Gerschbauer, beide Schuhmacher. 1838 Heinrich Suchanek, Schloffermeister. 1851 Anna Gräfin von 366 Sermage. geborne von Novosell. Gutsbesitzerin in Agram s-f 14. Mai 1860). 1861 Johanna Freifrau von Orv^nvio. 62. < 435. 176. 241. 446.) 6. Abg. von dem Siechen- haule am Klagbaum. Im Jahre 1787 Andreas Reininger Maurerpolier. 1798 Georg Schüppert. Bäckermeister. 1801 Leopold Edler von Hönigshof, Großhändler. 1802 Wolfgang Bocher. Bäckermeister. 1805 Adam Kindner. Bäcker. 1814 Katharina Kindner. 1839 Georg Deininger, Bäcker 1840 Johann Georg Gräf, Bäckermeister. ^ 63. (49. 152. 204. 358.) .4. Schild zum grünen Kranz. Im Jahre 1648 Christoph Rauscher, Inwohner auf der vntern Widen. Ein halber Hofstatt Weingarten in der „Gugl". 1661 Elias Mayr, Cränzlbinder. 1695 Paul Wcninger, Hawcr. 1696 Hanns Ehrenreich Freyherr von Oppel zu Groß-Peter- storff vnd Herr der Herrschaft St, Margarethen an der Wienn; dann Maria Constantia, gebornc Freyinn von der Ehr, dessen Ehefrau. 1716 Der ehrsame und bescheidene Jacob Paumb- gartner. Thorwärtl in der Kayserlichen Favorita. 1718 Michael Johann Graf von Althann (wie Seite 115). 1777 Leopold Wunderl, Hufschmied. 1797 Cäzilia Wunderl, Witwe. 1799 Vincenz Wunderl. Schmiedmeister. 1808 Georg Dürbeck, Schmiedmeister. 1851 Ludwig, Maria und Theresia Dürbeck. 1860 Ludwig und Maria Dürbeck, dann Theresia Bamboscheck. 64. (445.) k. Schild zum silbernen Einhorn (wie Seite 187). 65. (378.) L. Siehe Mayerhofgasse 11. 66. (442.) 6. Siehe Klagbaumgasse 1. 6S. (1 Lc 2.) 8. Siehe Schaumburgergasse 2. 68. (62. 171. 236. 441.) L. Abg. von dem Sic- chenhaufr am Magbaum. Im Jahre 1787 Joseph Fidler, Strumpfwirker. 1803 Ignaz Scherrer, Tischlermeister. 1830 Maria Ursula Scherrer. 1843 Simon, Joseph« und Maria Scherrer. 1845 Joseph Rücker. 1846 Egidius Rauch, Gemeindeausschuß im Bezirke Wieden. 6». (544. 210. 379.) Abg. von Nr. 71. Im Jahre 1800 Johann Georg Krauthauf. 1825 Anna, Rositz, geborne 367 Krauthauf. 1855 Ferdinand Krauthauf, Johanna Wagner und Maria Trnka. Vv. (6t. 170. 235. 440.) A. Schild zum weißen Hahn. Zm Jahre 1685 Daniel Schratter, Kays. Hoff-Bärbier vnd Pnrger. Vier Viertel Weingarten im „oberen Schooß". 1697 Blasius Anffenberger. Zcltschneider vnd Grundwachtmaister auf der Wieden. (Schankgerechtsame vom 30. Jänner 1699). 1716 Johann Rudolph Zohn , Kays. Hofkriegsraths - Agent. 1734 Antonia Leopoldine Oeßer, geborne John. 1766 Johann Ignaz von Griessenau, des Inneren Stadtrathes und Senior des allhiesigen kais. Stadt- und Landgerichtes. 1768 Ignaz John, Kanzelist bei der kais. obristen Justiz-Stelle. 1776 Johann Reisser, Gastgeb. 1786 Barbara Reisser, Wittib. 1797 Michael Hofmann. Gastwirth. 1801 Ferdinand Stribel. 1803 Mathias Eggert. Gastwirth. 1806 Johann Georg Digga. 1807 Mathias Adam. 1809 Florian Teindl, Weinwirth. 1811 Adam Wondrasch. Gastwirth. 1821 Anna Wondrasch, geborne Aufhauser. Witwe. 1862 Franz Wondrasch. Handelsmann; Anton Won» drasch. Fabriksgesellschafter und Aloifia Rammel, geborne Wondrasch Der ehemalige Garten des „Hahnen-Wirthshauscs" wird seit dem Jahre 1787 von der Lam brech ts ga sse (Seite 196) durchschnitten. »L (51. 154. 21l. 380.) 6. k. k 2. Palsis Sr. kaiserlichen Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Rainer. (Der frühere Kaisergarten.) Das umfangsreiche Areale dieses reizenden Wohnsitzes war im Jahre 1700 Eigenthum des kaiserl. Futterschreibers Hanns Valentin Gottwald und unterstand drei verschiedenen Grund- Herrschaften, so zwar: a) Das Garten- und Preßhaus mit einem Viertel Weingarten, in „Mitter Matzelspergen", zwei Viertel in „Liebhardcn am Bergsteig" und einem Viertel am „Radeck" dem hiesigen Bürgerspitale; 8) zwei Viertel Weingarten in der „Gugl", ursprünglich eine Besitzung der „Kloster Jungfrawen bey Sanct Laurenz", ' dem Wiener Erzbisthum; dann 3S8 «-) zwei anrainende Viertel und ein Achtel Weingarten, vom .Clagbaum" gegenüber, dem Gute Jägerzcile im Schöff. Ebenerwähnte Grundstücke kamen 1710 an den Niederläger Leopold von Engelskirchen, welcher diesen freundlichen Punkt zur Anlage einer Sommerfrische wählte. Das .Lustgebäude des Herrn von Engelskirchen" wird zum ersten Male im Steueranschlag vom Jahre 171 l erwähnt; eine hübsche Ansicht desselben hat auch Johann Adam Delsenbach in seine Sammlung von .Wiener Prospecten" (1713) ausgenommen. 1724 Pius Nicolaus von Garelli (geboren zu Bologna 1670), krotoineckious und erster Leibarzt Kaiser Karls VI. Er starb als Präfect der kaiserlichen Bibliothek am 21. Juli 1739 in seinem Garten in der Währingergasse. 1740 Johann Baptist von Garelli (geboren 1719, -j- 16. September 1741. Sohn des Vorigen). 1746 Jhro Römisch Kayserliche Majestät k'rsn- viseus I. (geboren 8. Dezember 1708, f 18. August 1765). Maria Theresia, Franzens tieftrauernde Witwe, hatte, als sie von den Pocken befallen wurde, am 23. Mai 1767 in diesem Schlöffe ihr Krankenlager aufgeschlagen. Gleich einer drückenden Gewitterwolke hing das Leiden der geliebten Kaiserin über dem ganzen Reiche. Alt und Jung drängte sich in die Kirchen, um ihre Genesung zu erflehen. Der Tag, da die Vorsehung sie ihren Völkern wiedergeschenkt (14. Juni), war ein Tag unbegränzter Freude und des Entzückens. Endloser Jubel begleitete die Monarchin bei ihrer ersten Ausfahrt am 22. Juli, nach der Domkirche zu St. Stephan. Im Jahre 1770 veräußerte der allerh. Hof obige Besitzung an den kaiserlichen Kämmerer und N. Oe. Regierungsrath Joseph Grafen von Windisch-Grätz, Freyherrn zu Waldstein im Thal re. Diesem folgten: 1787 Franz Joseph Graf von Wil- czek, k. k. wirkt. Kämmerer und N. Ö. Landrath. 1792 Franz Throner, herrschaftlicher Regent. 1801 Ladislaus Freyherr von Schlieben. 1805 Franz Graf von NLdasdy- Fogäras, k. k. Kämmerer. 1806 Johann Tost. k. k. priv. Großhändler. 1810 Jakob Freyherr von Boesner, k. k. Kommerzienrath und Viktoria, geborn,- Freyin cku Llontet, 369 dessen Gemahlin. 1824 Johann Heinrich Freiherr vonGeymüller, Banquier. 1843 die Direktion der ersten österreichischen Sparkassa. 1844 Ferdinand Leopold Graf Pulffy von Erdöd. k. k. Kämmerer. 1848 Siöonia Gräfin von PLlffy, geborne Fürstin von LobkowiH. 1854 Se. kaiserliche Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Rainer, Ritter des goldenen Vließes, Großkreuz des königl. ungarischen St. Stephans-Ordens, k. k. Fcldmarschall-Lientenant und Minister-Präsident (geboren den 11. Jänner 1827).4-27.i->4^ VS. (60. 169. 234 439) N. Schild zu dm drei Lerchen. Im Jahre 1716 „Ein und ein halbes Achtel Weingarten" abg. von Nr. 70. Carl Locatelli, Seidcn-Spaliermacher. 1720 Barbara Locatelli, geborne Anffenberger. 1750 Elisabeth Sey- ringer. 1755 Johann Georg Forchtner, äußerer Stadtrath und Schustermeister. 1759 Maria Anna Forchtner, Wittib. 1766 Johann Schuster, Bierleutgeb. 1774 Mathias Peterwitzky, Burger. 1775 Hieronymus Kricgler. Burger und Kuchelgartner. 1784 Johann Michael Gürtelbacher, Bindermeister. 1786 Matthäus Gürtelbacher, Faßbinder. 1791 Maria Anna Gürtelbacherinn, Witwe. 1796 Johann Walter, Flachshändler. 1810 Joseph Wichtl, Bicrwirth. 1817 Johann Röder, Schuhmacher. 1821 Leopold von Oehlmayer, k. k. Forstrath. 1824 Joseph Schulz, Fleischselcher. 1825 Johann Kick, Bierwirth. 1827 Joseph Kugel. Gastgeber. 1834 Johann Heinrich Knöll, Fleisch- selcher. 1850 Heinrich Weller. Fleischselcher. 1855 Aloifia, Elisabeth, Emilie, Heinrich. Karolina und Rosa Weller. V». (Hungerbrunn 1.) 1. 0. Schild zum rothm Igel. Im Jahre 1687 Philipp Millinger, Maurermaister zu Nikhlstorff, Hauß vnd Hofstatt am „Hungerbrunn im unteren Schooß." 1691 Lorenz Schotter, Fuhrmann. 1722 Johann Georg Grue- ber. 1725 Anton Frcydenberger, Gastgeb und Richter am Hungerbrunn. 1764 Johann Haggenmüller, Bürgermeister in Wiener-Neustadt. 1781 Joseph Haggenmüller, k. k. Rath und General-Hof-Bandirections-Referent. 1783 Franz Joseph Kernd- ler, berrschaftlicher Inspektor. 1785 Hugo Freyhcrr von Waldstetten, k. k. Landrath. 1788 Martha Elisabeth Freyin von Wieden. 370 Waldstetten. 1792 Franz Ertel, Zünmerputzer. Seit 1801 Familie Brabble (wie Seite 282). 74. (59. 168. 233. 438.) A. Schild )um goldenen Pfau Im Jahre 1700 Simon Hirschmann. Bindermeistcr im Clag- baumb. 1707 Johann Georg Radler, Fütterer* 1723 Paul Plant, Stärkmacher. 1748 Katharina Plant. 1781 Martin Leitncr, Fütterer. 1755 Johann Georg Mannhaid, Dehler. 1763 Johann Wilhelm Görbelfcld, I'ei'u^ueu - Macher und Pflastermauthner. 1779 Magdalena Görbelfeld, Wittib. 1780 Matthäus Holzinger, Perrückenmacher. 1782 Karl Jeckl, Stärk- und Haarpudermacher. 1784 Joseph Kollberger, Bäcker. 1804 Franz Zeinl Hofer, Bäckermeister. 1807 Anna Zeinlhofcr, Witwe (1809 verehlichte Fant). 1809 Nikolaus Fant, Bäcker. ^ 1811 Anna Fant, Witwe. 1838 Frapz Zeinlhofer, Bäcker- , meister. 1855 Aloisia Zeinlhofer. l^6 Ferdinand Zillinger. Das Zeinlhofersche Haus ward im Jahre 1805 zum Schauplatze eines tumultuarischen Auftrittes, der manchen unserer Zeitgenossen noch in lebhafter Erinnerung schwebt. Über Meister Zeinlhofer hatte sich nämlich — ob begründet oder nicht — das Gerücht verbreitet, daß er dem Volke keine Groschenbrode verkaufen, sondern ihm die sogenannten Viergroschen - Laibe aufdringen wolle, trotzdem er die billigere Sorte genugsam in Vorratb haben sollte. Aus diesem Anlasse rottete sich denn am Abend des 7. Juli 1805 eine unabsehbare Volksmenge vor dem Backhause zusammen, erstürmte den Laden, plünderte die Geldtruhe, die Brod- und Mehlkammer, zerschlug Kisten und Kasten — ja der Bäcker wäre sammt den Seinigen um s Lebe» gekommen, hätte er mit Weib und Kindern sich nicht eiligst im Keller verborgen. Man ging schon daran, das Haus zu demoliren — das Dach war bereits zertrümmert — als bei Einbruch der Nacht Militärgewalt aufgeboten, und nach wiederholter Aufforderung zur Ruhe — unter die Tumultuanten Feuer gegeben wurde. Erst als mehrere derselben am Platze geblieben, nahm der Spektakel ein Ende. Am nächsten Morgen, zufällig einem „blauen Montag" begann der Tumult bei einer Bäckerin in der Ziegelofengasse neuerdings, aber in weit ärgeren Dimensionen — und verbreitete sich mit unglaublicher Schncllig- 371 keit fast über sämmtliche Vorstädte. In der Ziegelofengaste ward ein Meuterer in selbem Augenblicke von einer Kugel zu Boden gestreckt, als er der dortigen Bäckerin eine werthvolle Perlenschnur vom Halse löste und die Hilflose zu erwürgen suchte. Es ging die Sage, der „Bäcker-Rummel" wäre durch französische Emissäre in Szene gesetzt worden — eine Meinung, die eben nicht grundlos gewesen sein dürfte; wenigst' wurde einem der Haupt-Rädelsführer — einem Schneider seines Zeichens — im Momente seiner Verhaftung eine Handvoll französischer Silberstücke abgenommen, deren rechtlichen Besitz er nicht nachzuweisen vermochte. 75 . (Hungerbrunn 2.) 3V 6. Schild zum guten Hirten. Im Jahre 1690 Wolfs Wilhelm Riedl, Braumaister zu St. Margarethen an der Wienn. Drey Achtel Weingarten am Hungerbrunn 1723 Johann Franz Schein. 1732 Christoph Molz, Gemainer Stadt Wienn verordneter Grundbuchshandler und Burger. 1751 Joseph Gallbrunner, allhiesiger Richter. 1778 Rosalia Gallbrunner. 1780 Dominik Derch, Wirthschafts-Ver- waltcr des k. k. Stiftes bey St. Joseph. (Des am 12. Jänner 1782 aufgehobenen und seitdem zu Polizey-Arresten verwendeten Klosters der Karmeliter-Nonnen, sogenannten „Sieben- büchcrinnen" in der Stcrngasse). 1797 Johann Fürst. Müllermeister zu Möllersdorf. Seit 1798 Familie Brabbäe (wie Nr. 73). 76 (58. 167. 232. 437.) L. s- N. Schild zur blauen Säule. Abg. von Nr. 7 am Mittersteig. Im Jahre 1770 Johann Michael Pizalla. Burger. 1800 Maria Anna Pizalla. 1835 Andreas Ester (wie Seite >93). 1862 Karl Dern- berger. 77. (Hungerbrunn 3.) k- -K 2. Schild zum Hlumcnftock. Im Jahre 1700 Hanns Heinrich Zimier, Hoff- Gärtner in der Kays. Favorita 1707 Johann Bernhard Fischer von Erlach. 1724 Joseph Emanuel Fischer von Erlach (wie Seite 165 §- 282). 1743 Carl Joseph Freyherr von Fischer- 1773 Franz Freyherr von Fischer. 1808 Josepha Neiner, geb. Freyin von Fischer. t. t. Rittmesttersgattin. 1838 Cäzilia Weigl, Biervcrsilberersgattin. 372 V8. (57. 166. 231. 436.) U. Gasthof xum goldenen Hirschen. Abg. von Nr. 9 am Mittersteig Im Jahre 1781 Johann Christoph Lambrecht, Salnitererzenger. 1786 Mathias Neßmann. Großfuhrmann. 1806 Joseph Ernst, Wildpräthäiwler. 1807 Peter Albert, Schankwirth. 1818 Matthäus Mittermayer, Grundbesitzer zu Jnzersdorf. 1825 Kaspar Marwand, Tischlermeister. 1826 Johann Mittermayer. >830 Karl Katzmayer. 1831 Joseph Gast, Weinwirth. 1840 Josepha Gast. Witwe. 1852 Dominik Langer. VS. Siehe Rainergasse 22. 8«. (592. 435.) N. Abg. von Nr. 78. Im Jahre 1823 Joseph Prantzel, Fragner. 1834 Georg Kautsch, Gastwirth. 1835 Michael Trost. 1836 Joseph Schock, Milchmeier. 1841 Mathias Feldmüller, Schiffmeister und Brennholzhändler. >856 (16. Juli) Kommune Wien. 8L. Siehe Trappelgasse 10. 82. (56. 165. 230. 434.) -4. Haupt- und Untrrrcalfchule (1755 bis 1785 Noviziat) der P. P. Plansten. (Sicht Ziegelofengasse Nr. 2.) Einige Zeit nach der Transferirung des Plansten - Novi ziates in die Kreisstadt Krems, hatte Kaiser Joseph II. den Befehl gegeben, daß der gegen die Wiedner Hauptstraße zu liegende Gebäudethcil des Piaristencollegiums den Genfer- Uhrmachern zur Betriebsstätte eingeräumt werde. Der ämt- lich erhobene Werth des Hauses belief sich auf zehntausend Gulden; Joseph ließ jedoch der Ordensprovinz einen Kaufschilling von 13.600 fl., somit 3600 fl. über den Schätzungs werth ausbezahlen — wornach im Jahre 1789 die Übernahme dieser Realität von Seite des k. k. Aerars erfolgte. Mit der Hieherberufung der Schweizer - Uhrmacher wurde die Hebung dieses, in Österreich arg darniedergelegenen Kunstgewerbes beabsichtiget — da es die hiesigen Uhrmacher, statt mit der Anfertigung neuer Uhren sich zu beschäftigen, zur Mehrzahl vorgezogen hatten, auf die Reparatur der im Auslande erzeugten Groß - und Kleinuhren beschränkt zu bleiben. Erst das Jahr 1786. als die Fabrikation . k»er Zifferblätter in 373 eigener Regie des Staates eingeführt wurde, gab der inländischen Uhrmachern einigen Aufschwung. Doch Joseph II. — schon damals dem hohen Zwecke einer allgemeinen Hebung der National-Jndustrie mit kräftiger Hand freie Bahn brechend durste auf dem Wege des Fortschrittes nicht stehen bleiben. Er berief sonach eine Gesellschaft von Uhrmachern aus Genf hieher und überhäufte dieselben mit wesentlichen Begünstigungen. Sie etablirten sich 1789 unter der Firma „k. k. priv. Genfer- Uhrenfabrik" im Piaristengebäude. Ihr Rücktritt vom Geschäfte geschah im Jahre 1800; einzelne Mitglieder der Gesellschaft hatten aber schon früher die Uhrmacherei auf eigene Rechnung begonnen. Das Fabriksgebäude erhielt nun die Bestimmung eines Militär-Transport-Sammelhauses. Während der französischen Invasionen in den Jahren 1805 und 1809 wurde es auch als Feldspital benützt. Nach Verlegung des Transporthauses (1823) i»-^die ehemalige Trattnern'sche Buchdruckerei (Altlerchenfeld Nr. 12) ward im Piaristengebäude die zur Einverleibung in das polytechnische Institut bestimmte Abteilung der Akademie der bildenden Künste — die Graveur - und Mannfakturzeichnungsschule — untergebracht, um in dem Akademicgebäude bei St. Anna für die permanenten Kunstausstellungen den nöthigen Raum zu gewinnen. Der Rückkauf dieses Gebäudes von dem „Collegium der Väter der frommen Schulen zu St. Thekla" erfolgte am 31. Dezember ,835. 8S. Siehe Trappelgaste 11. 85. (52. 548. 218. 401.) L. Gsfthof zum blechernen Thurm. Im Jahre 1697 Wolfs Wilhelm Riedl, Braumaister zu St. Margarethen an der Wienn. Drey Viertel vnd ein halbes Joch Weingärten am Ra deck, worauf Hauß vnd Stadl zum „blechernen Thurm" gepaut ist. 1739 Maria Eva Perl. Oehlers- wittib. 1764 Johann Jacob Perl, N. Oe. Hansgrafcnamts- Officier und Johann Carl Perl, Dehler. 1767 Franz Wöß. Traiteur im „großen armen Hauß." 1786 Magdalena Wöß, Witwe. 1796 Wöß'sche Erben. 1800 Michael Singer, Schank- 374 wirth. Letzterer hatte im Jahre 1802 die Hausgründe an den Ziegelbrenner Trappet verkauft *). 1806 Ferdinand Stribl. Gastwirth. 1840 Striblsche Erben. Das Haus „zum Blechthurm" zählt unter die ältesten Häuser der Dorstadt; der Erker desselben ist aber längst seines blechgedeckten Thnrmchens entblößt. Nach Bergen st am ms **) Aufzeichnungen stand noch gegen Ende des vorigen Jahrhunderts „ohnweit des blechernen Thurmes", im Hohlwege zwischen den Häusern Nr. 401 und 402. eine verwitterte Steinsäule die weder Schriftzeichcn noch sonstige auf ihren Ursprung deutende Merkmale trug. Auf der Dachung ihres kubischen Aufsatzes, ähnlich den zahlreichen Dotivsäulen in der Umgegend Wiens, war ein eisernes Kreuz befestiget. Wienstraßk. (Die rechtseitige Häuserreihe zwischen Nr. 2 und 32 erhebt sich auf Kommun« lg rund, welcher 1767—1775 von dem städtischen Wirthschaftsrathc an Baulustige veräußert wurde. Nr. 1, 3, 5, 7, 9, 11, l3 L 15 sind die ursprünglichen Waschhäuser an der Wien.) Nr. I. (03. 455 530. 700.) H. O. Bsrcmnühle. Im Jahre 1684 Kayserliches Brunn- vnd Waschhauß („Röhrenkasten vnd Brunnstube"); 1723 umgepaut und zu einem Kays. Kalkmesscr- und Schreiber-Quartier zucgerich- tet ***). 1703 (20. Jänner) Anton Hof. Müllermeister. Neuerbaute Mahlmühle. auf welche 1704 die Mühlgerechtsame vom „schwarzen Bären" (Nr. 3) übertragen wurde. 1801 ') Siehe Blechthurmgassc und Drappclgasse (Seite 70 L 332). ") Alois von Bergen stamm. ..Mark- und Grundsteine in und zunächst um Wien, mi Abzeichnungen aller alten Säulen, Denk- und Marksteine« zur Wiener - Burgfrieds - Berichtigung, mit Benennung der verschiedenen Rieden. Zm Aufträge des N. Oe. ftänd. Adgeordneten-Gollrgiums zufam- niengestellt 1795. (Manuscript im Archiv der n. ö. Landstände.) "') Die an das kays. Brunnhaus angcbant gewesene St c i n in etz h üttc des Gallus Koller (Wieden Nr. 92 alt), so wie das am linkseitigen Wicn- flußnfer näckist der steinernen Brücke gelegene ..städtische Gestätten- aufschrr-Hüttl" (Nr. 9t alt) wurden zu Anfang dieses Jahrhunderts demolirt. Adam Gaugusch, Müllerin eister. 182t Anna Burger, geborne Gaugusch. 1852 Michael Pfannl, Müllermeister und Anna dessen Gattin. Der Betrieb dieser Mühle währte bis zur Verschüttung des Mühlbaches im Jahre 1856, bei welchem Anlasse die Pfannloschen Eheleute gleichzeitig mit den übrigen Wasserrechts- besitzern am Mühlbache des Wienflusses, ihr Wasserrecht an die Stadtkommune überließen (Kaufvertrag vom II. Juni 1856; siehe Seite 23). 2. (304. 519. 589. 882.) 0. Im Jahre 1769 Thomas Million. Maurerpolier. 1780 Joseph Anton Bittermann, 3. 17. llr., des Inneren Stadtrathes, dann des k. k. Stadt- und Landgerichts Beysitzer. 1783 Maria Anna Bittermann, Witwe. 1798 die Bittermann scheu eilf Kinder. 1802 Jakob -Lehner, Tischler. 1806 Friedrich Streinz, Schneider. 1810 Ignaz Putz. 1813 Anna Putz. 1846 Theresia Köröschy, geborne Putz. 1852 Theresia Köck, Eisenhändlerswitwe. ». (94. 456 540. 791.) 6. 61. Schild zum schwarzen Särrn. Vor Alterszeiten die „Hei liggeister-Müh le". Im Jahre 1650 Hannß Georg Mackh, Purger vnd Bäckh (1680 Bcstandmüller aufs der Heumühle). 1685 Andre Antonius Schmelzer von Ehrenrueff, Kays. Hoff-Mufico (-ß 1701. Besitzer des Hauses zum „grünen Lindwurm", Nr. 900 in der Singerstraße). 1702 Peter Clement und Franz Heinrich Schmelzer von Ehrenrueff; dann Jungfrau Polixena Rosina von Schmelzer (später vcreblichte Daroldt). 1703 Hanns Georg Straub. „Wirthshauß beym schwarzen Bern sammt Kotzenwalke und zuegehöriger Trückherstatt". (Bernhard Hainrich Moskena, Kays. Hartschier und Bestandwirth.) Über die Erneuerung der Mühle meldet das Gewährbuch L der Heiligengeistgüter Folgendes: „Nachdeme benannten Straub auf der Neumühle zu Vnter - Lanzenöorff an der Schwechat vnd Frau Anna Dorothea dessen Ehewirthin von Einem Wienncrischen Fortifikations-Bauamte verwilliget worden, auf mehrbcmcldter Trückherstatt ein Mühlwerk mit drey Gängen — doch nur aus Holz — aufrichten zu dürfen; so ist ihme Straub mit Kaufvertrag vom 1. vnd Gewährbrief vom 376 28. July 1705 des fürstlichen Bistumb Wienn „alter Heyligen Geister Müblschlag" *) ob- und enthalt) der Stai- nernen pruckhen, so 1684 gar abgeprunnen, gegen eine jährlich zu reichende Pension von sechs Gulden eoirditionem eoOiret worden." Laut intabulirten Reverses vom 31. August !705 mußten aber die benachbarten Waschhäuser vor Entgang des nöthigen „Wasser-Hnanto" und jedweden Schaden gewahrt bleiben. 1715 Johann Denk, Müllermeister. 1721 Elias Wolf, Müller. 1727 Anna Maria Wolf, Wittib. 1742 Joseph Hof, des Aufseren Stadtrathes und Müllermeister. 1795 Anton Hof, Müller. 1807 Joseph Karl Hof. 1821 Anton, Joseph. Karl, Susanna und Theresia Hof; dann Rosalia Stcrnberger und Elisabeth Merkle, Edle von Orthcim, beide geborne Hof. 1844 Georg Reinhart. 1850 Rudolph und Sophie Reinhart. 1859 Josepha Franz, Rosina Zograf, Pauline Reinhart, Amalia Schilling und Antonia Kern. Don den drei, am rechtseitigen Ufer des Wienflusses bestandenen und durch einen Seitenarm desselben (dem sogenannten Mühlbache) betriebenen Mühlen, war die Bärenmühlc das der inneren Stadt am nächsten gelegene Mahlwerk, und machte sich von jeher durch vortreffliche Erzeugnisse bemerkter. Nicht uninteressant ist die Geschichte dieser alten Realität. Die Tradition erzählt, daß zur Zeit, als die heutige Wieden mit Ausnahme einiger in den unabsehbaren Weingärten zerstreut liegenden Sommerhäuser, noch unbebaut war; da Nikolsdorf und Matzleinsdorf noch selbstständige, durch Wald und Flur vom städtischen Burgfrieden getrennte Dorfschaften bildeten — bei den dortigen Anwohnern nicht selten beutegierige Wölfe und Bären zu Gaste einsprachen, deren Geheul weithin ') Der Mühle des Hc i ligeng c ist Spit al cs (vgl. Seite. 9) geschieht im Jahre 145t folgende briefliche Erwähnung: Meister Ruprecht THan- Hofer vnd Convent des Gottehauscs vnd Spitals zum Heiligen Geist verbinden sich, die aus dem Nachlasse der Apothekerswitwc Elspet Reich erhaltene, sieben Mark schwere silberne Monstranze nicht zu „verkümmern" oder zu verkaufen, und bestellen dießfalls die an ihrem Gott?Hause gelegene Mühle zum Pfand. Gegeben am Mittwoch vor Pfingsten >9. Juni) 145l." (Bürgerspitals-Archiv.) . 377 über die Stadtwälle drang. Daß diese Tradition zum Theil auf Wahrheit beruhe, unterliegt keinem Zweifel; dafür sprechen der Name „Wolfsau" (die heutige Brigittenau), noch mehr aber der, zur Hindanhaltung jener zahllosen Raubthierevon der Klerisei in Anwendung gebrachte . W o lfsscgen", wobei die Stallungen der Hausthiere nächtlichen Räucherungen n. dgl- unterzogen wurden. So soll sich's denn an einem eisigkalten Winterabende auch zugctragen haben, daß ein stattlicher Bär vor unsere Mühle an der Wien gekommen sei, und den sorglosen Müllermeister anfiel. Obschon dieser, ein kräftiger Mann, gegen seinen zottigen Gegner sich zur Wehre setzte, ward er von demselben bald zu Boden gestreckt. Das Hilfegeschrei des Müllers vernahm zufällig ein Knecht, der sich dicht über dem Kampfplatze im oberen Geschosse der Mühle befand; dieser öffnete eilig das Fenster und sah die drohende Gefahr seines Herrn. Der treue Bursche erkannte augenblicklich, daß bei so ungleichen Gegnern keine Zeit zu verlieren sei, er besann sich also nicht — und sprang hurtig zum Fenster hinab. Ter Sprung gelang so glücklich, daß der verwegene Geselle rittlings auf den Nacken des Bären, wie ein Reitersmann auf seinem Gaule zu sitzen kam. Der eiserne Arm des Knechtes umschlang den Hals des Bären und schnürte ihn so lange und gewaltig, daß Pez den Müller allmählich losließ — um sich-seines unliebsamen Halsbandes zu entledigetr Nun ward es dem Müller leicht, sich gänzlich frei zu machen, und mit Hilfe herbeigekommener Leute dem Eindringling auch den Rest zu geben. Der wackere Knecht erbat sich die Haut des Bären zum Lohn seiner That; er ließ sich daraus einen Pelz unfertigen, den er zeitlebens trug und wovon er den Namen „Bärenhäuter" erhielt. Diesen „Spitznamen" soll der Pelzträger späterer Zeit auf das Schild eines Wirthshauses — dessen Besitzer er wurde — übertragen haben, »nd wofür der schwarze Bär (die heutige Stadt „Triest" in der Hauptstraße! gehalten wird. Der Müller selbst ließ den Bären abmalen und hing das konterfei über die Thüre seines Hauses- So weit die Sage. Am 5. Znni 1741 brach über die Bärenmühle eine 378 Katastrophe herein; ein Wolkenbruch schwellte den Wienflnß und auch die übrigen, die Vorstädte dnrchströmenden Wildbäche so an, daß im Neustifte und am Asserbache die Leute auf die Dachböden ihrer Häuser flüchten mußten. — Die Wien bezeichnte von Burkersdorf herwärts jeden ibrer Schritte durch Verheerungen, der Schönbrunnergarte» ward verwüstet, die Bärenmühle zertrümmert und die Mauer des Sch leg loschen Gartens vor dem Stubenthore »mgestürzt. Auf die Wassernoth folgte 1759 das im nahen Starhemberg'schen Freihause entstandene Feuer, wobei auch die Bäreumühle nicht nnversebrt blieb. In der Mühle selbst kam am 19, Jänner 1766 Feuer zum Ausbruche. Am 8. Mai 1777 trat der Wienfluß neuerlich aus seinen Ufern; die Bärenmühle stand unter Wasser, und die nahe Johanneskapelle ward von den Fluthen hinweggespült. Bemerkenswerth bleibt noch, daß diese Mühle in unseren Tagen dadurch eine eigene Art von Celebrität erhielt, daß der greise Dichter Ignaz Castelli (geb. 1781, -s- 5. Februar 1862) darin viele Jahre wohnte, »nd hier im humoristischen Einklänge mit dem Schildzeichen des Hauses seine bekannten Wiener-Anekdoten unter dem Titel „Bären" schrieb. (303 518. 588. 881.) Schild mm heiligen Johann von Nepomuk. Im Jahre 1768 Philipp Hanni, Maurerpolier. 1789 Hanni'sche Erben 1827 Anton Kreuzer, Tischlermeister. 1830 Peter Kreutzer, Tischlermeister. 5. Siebe Mühlbachgassc 4. «. «302. 517. 587. 880.) (1. Schild zum Halen (auch „Hasel"; früher zum „Waidmann"-. Im Jahre 1767 Joseph Weidmann. 1775 Joseph Weidmann juu., Intern- in dem Deutschen Theater; dann Paul Weidmann, Officiant i» der k. k. Cabinets-Eanzlcy. 1776 Florian von Zeiß, k. k Eommerrial-Zeichiiungs-Academie-Direktor. 1778 Philipp Knoll, Bierlcutgeb. l807 Philipp Geringer. l808 Alois, 1812 Leopold, 1823 Karl Gcnuger. 1827 Joseph Hämmerl. 1844 Joseph Enzfelder, Gastwirtin 1846 Leopold Wöber. Gastwirth >854 Ignaz und Barbara Fürnschuß. 1862 Maria Kusch«'', Lteinmetzmeisterswitwc. 379 V. Siehe Mühlbachgaffe 6. 8. (301. 516. 586. 879.) 0. Schild zum Kirschbaum. Im Jahre 1771 Christian Kerschbaumer. 1773 Johann Wagner , hochfürstlich Paffauischer Kastenamts - Verwalter. 1803 Johann Walter. Schneider. 1807 Balthasar Mekl. 1811 Joseph Kißling. 1814 Maria Martignoni. 1815 Andreas Ditscheiner. 1816 Vincenz Leithncr. 1830 Katharina Masarci. Seidenfärberswitme. 1846 Amalia Masarei. geborne Edle von Bartolotti-Ertwegh; dann Joseph und Karl Masarei. 9. Siehe Mühlbachgasse 8. 1V (300. 515. 585. 878.) 0. Schild zum Schlüssel (vormals zum „Schloß Spielberg"). Im Jahre 1776 Mathias Kirzinger, Schneidermeister. 1789 Christian Stüber, Schnster- meister. 1819 Stübersche Erben. 1822 Matthäus Hummel, Trödler. 1832 Franz Waßhuber, n. ö. ständischer Sekretär. 1842 Mathias Strecha, Beinschneider. 11 (98. 460. 544. 795.) ü. 6. Im Jahre 1690 Stadl des Stephan Johann Gnndl (wie Seite 232). 1705 Johann Joachim Graf von Althann. 1720 Maria Theresia Gräfin von Althann; nachhin vercblichte Gräfin Kinsky. 1729 Leopold Graf von Kinsky zu Khinitz und Tetta». 1743 Joseph Bauchinger. Schuester. 1751 Maria Theresia Kreyrich. geborne Bauchinger- Wegamtscommiffairs-Wittib. 1766 Heinrich Wurm, Lederermei- ster. 1781 August Wurm. Lederer. 1792 Maria Anna Wurm. 1794 Kranz Gerhartinger, Lederverschleißer. 1795 Maria Anna Seitz, geb. Wurm. 1796 Joseph Weißkopf, Lederer. 1816Jgnaz Lamatsch, Handelsmann. 1828 Geschwister Lamatsch. 1835 Aloisia Schranzhofer, verwitwet gewesene Lamatsch. 1856 Dr. Johann Lamatsch, Eleonora Straffer. Karl und Katharina Pranter. IS. (299- 514. 584. 877.) 6. Schild zum Annabcrg. Im Jahre 1774 Sebastian Leitner, Maurerpolier. 1797 Johann Georg Völkl, Maurer. 1802 Franz Jacob, Lederermeister. 1805 Georg Aigner. 1807 Karl Pusch. 1836 Franz Weiser. 1840 Theresia Weiser. 1853 Wenzel Ferdinand Nowak, k. k. Generalauditor und Hofrath 13 . (99. 461. 545. 796.) ö. 61 Im Jahre 1725 Stadl des Georg von Prunner, Nicderlagsverwandten. (Ehe- 380 vor zum „grünen Lämbl" s15) gehörig). 1739 Joseph Anton von Priinner. Kays. Hofcammer-Secretair. 1740 Jacob Schütz. Sattlermaister. 1757 Stephan Trinkhaus. Sattler. 1781 Anton Schönburger, Seidenzeugmacher. 1783 Eustachius Sirch, Zeltschneider. (Wohnhaus 1784 gebaut.) 1829 Barbara Sirch- 1853 Anton Rößler. 1854 Karl Uhl. 1856 Johann Nepomuk Horvath von St. György 1860 Leopold Ferftl. 1». (298. 513. 583. 876.) 6. Schild zum Sonntagsberg Im Jahre 1770 Adam Gottfried Giestl, Schneidermeister und Bruderschaftsansager. 1792 Dominik Getschek, Schneider. 1810 Kaspar Lechler 1836 Georg Graß, Bronzearbeiter. LS. (100. 462. 546. 797.) 8. 8. Durchhaus zum grünen Lamm. Im Jahre 1670 Daniel Reichel. Hufschmied. 1684 Hanns Rittler, Gastgeb. 1690 -1735 Familie Gundl (wie Seite 232). 1735 Joseph Bauchinger. Schucster. 1751 Maria ^°'H^,Theresia Freyrich (wie Nr. l!). 1793 Karl Wetzlar, Freyherr von Plankenstern.^1806 Philipp Wetzlar, Freyherr von Plan- /i 5 ^-,^"stern.^ 1822 Karolina Freyinn von Wetzlar.' 1834 Ignaz Wetzlar, Freiherr von Plankenstern^ 1842 Dr. Leopold Biela ^^^^(wic Seite 233). 1854 Amalia und August Biela. L6. (— 577. 582. 875.) 6. Im Jahre 1811 Kaspar Hechler (wie Nr. 14). 1812 Paul Mayer, Schuhmacher. 1815 Johann Höblinger. 1822 Georg Schweitzer. Schleifermeister. 1829 Konrad Meißner, Hutmacher. 1848 Kaspar Quaß, Viktualienhändler. 1850 Georg Christoph Lillich, Vergolder. l856 Maria Lillich LV. (101. 463. 547. 798) 8 8. Schild zum rothcn Adler. Im Jahre 1700 Hcustadl des Roßtäuschers Mathiä Motthalm; vordem zum „grünen La in bl" gehörig. 1727 Johann Haß. 1753 Urban Laßnigg, Burger und Handelsmann 1774 Maria Theresia Laßnigg. 1780 Philipp Laßnigg. Handelsmann. 1785 Theresia Hirtmayr. 1807 Mathias Ficker, Handelsmann. 1811 Joseph Schwärzt. 1823 Anton Heidmann. 1842 Elisabeth Rainharter. 1855 Ignaz Rainharter. Flachshändler. L8. (297. 512. 581. 874.) 0. Schild zum schönen Bauer Im Jahre 1767 Bernhard Schönbauer, Wäscher. 1771 Katha- 381 rina Schönbauer. 1794 Leopold Strohmayer, Fragner. l808 Theresia Strohmayer. 1810 Michael Fink. Kässtecher. 1812 Martin Roth. 1833 Franz Czihal. Schlosser. 1853 Ignaz Deigner. Faßbinder. IS. Siehe Schleifmühlgasse 21. SO. (296. 511. 580. 873.) v. Schild zur heiligen Dreifaltigkeit. Im Jahre 1768 Katharina Binder, Wäscherin (später verehlichte Prantner). 1788 Michael Prantner. 1799 Johann Georg Schönhof. Schlossermeister. 1802 Anton Stran- ger. Tandler. 1818 Elisabeth Stranger. 1830 Philipp Hof- mann. 1837 Ignaz Stehle. 1842 Jakob Siminlcr. 1846 Anna Simmler. 1850 Franziska Lindmayer und Josepha Emmerling. 1851 Johann Sebastian Schamberger, k. k. Finanz-Oberoffizial. 2L Siehe Schikanedergasse 8. 22. (295. 510. 579. 872.) 6. Schild zum Ritter St. Georg. Im Jahre 1775 Johann Georg Sandmayr. Maurerpolier. 1791 Susanna Sandmayr. 1802 Franz Frey. 1827 Elisabeth Frey 1836 Adalbert Prenner. Fragner. 1837 Wilhelm Kaiser. 1839 Joseph Fuchs. Gastwirth. 1845 Joseph Edler von Par- tenau. 1846 Pauline Wißinann. 23. (573. 557. 808.) L. Abg. von Nr. 27. Im Jahre . 1810 Jakob Högler. Bildhauer* 1838 Katharina Frciin von^"^ Koudelka. 1844 Ignaz Stehle. 1845 Dominik Baumgärtner. 1854 Franz Zawrzel, herzoglich Koburg'scher Wirthschaftsralh. 24. Siehe Steggasse 1. 2». (574. 558. 809) L. Abg. von Nr. 27. Im Jahre 1810 Jakob Högler. 1838 Katharina Freiin von Koudelka. --/Lv- 1852 Anton Preyßl. 1855 Alexander Leibenfrost. 28. (293. 508. 577. 870.) 0. Schild zum grünen Jäger. Im Jahre 1774 Andreas Fröhlich, heirschaftlicher Jäger. 1788 Johann Michael Rebell, Schneider. 1797 Joseph Prankel. 1808 Simon Wögerer. 1810 Philipp Möraus. 1811 Leonhard Floßmann. 1823 Elisabeth Floßmann. 1840 Anton Jank. Gastwirth. 1857 Geschwister Jank. SS. Siebe Preßgasse 32. 382 28. (292. 507. 576 869.) 0. Schild zur Johau- nrszunge Im Jahre >774 Johann Purtscher, Messerschmied. 1801 Joseph Kandier. 1803 Mathias Rottmüller. >811 Damian Rößler, Weber. 18l2 Ignaz Betzelt 1825 Ludwig Rucziczka, Handelsmann 1851 Angela Kircheisen, Fcdern- händler. 26 Siehe Preßgasse 25. S«. <351 506. 575. 868.) 0. Schild zum goldenen Fallet. Im Jahre 1774 Franz Berger. Faßbinder. 1827 Johann Berger. Bindermeister. 1836 Magdalena Berger. 1844 Thomas Marek 1846 Karl Franke, Tischlermeister. 1847 Alois Planer, Schlaffer. 1850 Anton Paul Lechner. 1854 Franz Hittich. 1855 Jakob Patsch, Drechslermeister. 3L (918.) Im Jahre 1830 Jägerscher Stcinmetz- platz (wie Seite 151). 1841 Leopold Braun, Beamter der priv. österr. Nationalbank. 1843 Katharina Wodickh und Magdalena Gabel. 1857 Ferdinand Exinger. 1861 Franz und Karolina Hieß. 32- (883.) 0. Im Jahre 1824 Johann Berger, Faßbinder. 1830 Magdalena Glaserei. 1840 Franziska Marek. 1849 Johann Reil, Schlossermeister. 33. (919.) L. Im Jahre 1841 Leopold Braun (wie oben). 1847 Franz Bock. 1852 Anna. Joseph und Karolina Riedl. 1862 Karolina Riedl. 34. (Pfarrhauptschule Margarethen 171.) 35. (564- 816.) L. Bormals erzbischöflicher Knchengarten. Im Jahre 1827 Paul Enzinger, Spinnfabriksbesitzer. 1851 Barbara Enzinger. 1862 Rudolph und Maria Enzinger. 36. (Vorstadt Margarethen 196.) 3V. (565. 817 ) 12 Schild: Graues Haus. (Gleich den nachfolgenden sechs Häusern auf erzbischöflichen Gartengrund gebaut.) Im Jahre 1827 Joseph Winter, Handelsmann. 1842 Joseph und Friedrich Winter. Fabriksbesitzer. 36. (701. 818.) L. Im Jahre 1827 Johann Fritz. 1835 Karl Ludwig Costenoble (wie Seite 147). 1838 Geschwister Eostenoble. 1855 Karl Zwerenz. 1860 Johann und Aloikia Koczar. 383 4L. (702. 831.) 12 Im Jabre 1827 Joseph Klee, Stadtbaumeister. 1838 Johann Mayer, Strohhutfabrikant. 1840 Aloisia Mayer, Witwe. 1860 Johann und Aloisia Koczar. 4L. (727. 832 ) 12. Im Jahre 1827 Johann Philipp Hefft. Tischlermeister. 1851 Anton Hefft, Architekt. 45. (728. 846.) 12. Im Jahre 1827 Anton Fries sc Comp., Seidenzeugfabrikantcn. 1848 August Zeppezauer, landeSbef. Scidenzeugfabrikant. 4«. Siehe Wehrgasse 32. 49. Siehe Wehrgasse 31. 51. (286. 499 567. 860.) 12. Im Jahre 1700 Stephan Kärgl. Ein Viertel Weingarten „in Griessen" außerhalb der Heumühle; anfangend Key dem Markstein zuncchst der Heiligen- Geister - Weingärten. 1723 Wenzel Johann Melzer, Gräflich Altbann'scher Lust- und Ziergärtner. 1729 Regina Melzer, 802 Mathias Leiß. 1825 Georg Erath. 1831 Johannn Hanes- mann, Kürschnermeister. 1837 Johann Amon, Fleischsclcher. 1849 Karl Franke. Tischlermeister. 57. (288. 501. 570. 863.) 12. Schild: „Nach Emaus«. Im Jahre 1766 Johann Georg Gräber, Lustgärtner. Ein Achtel Weingarten; vordem Frau Benedict gehörig 1789 Johann Gräber. 1831 Martin Gräber 1857 Karl und Maria Gräber; dann Elisabetli Herthcr und Katharina Zentner. 1859 Ludwig Gräber. 384 59 . (289. 502. 57 t. 864.) N Schild zum goldenen Hirschen. Im Jahre 1700 Hanns Mayr. Ein halbes Achtel Weingarten in Griefsen. 1707 Jacob Havoth, der Teutsch Rittcr- ordens-Commenden Wienn und Neustadt bestellter Verwalter. 1721 Johann Georg Schrambl. 1735 Sebastian Lingnauer. 1751 Elisabeth Held. Geniain. Stadt Lauen Lii^niäntors- Gattin. 1752 Martin Sailler. Gastgeb. 1763 Anna Maria Sailler. 1768 Johann Truttner, Schankwirth. 1773 Magdalena Truttner (später verebelichte Gäßer) 1774 Ignaz Gäßer, Weinwirtb. 1804 Magdalena Gäßer. 1811 Jobann Wimmer, Zinngießer. 1816 Wolfgang Haberl. Gastwirth. 1829 Paul Habcrl. l842 Anton Kißlinger, Gastwirth. Kl. <290- 503. 572- 865. > >1. Schild zu den drei Arti- schokrn. Im Jahre 1700 Hanns Conrad Hemleben. Ein ganzes vnd dreh halbe Achtel Weingarten in „Griefsen", — ehevor Herrn Franz Stockhammcr. ölecl. Or.; Wolfs Gröfftner; Christoph Riedtmüllner und Mathias Maurer gehörig. 17l7 Maria Renata Hemleben, Wittib (wie Margarethenstraße Nr. 70). 1722 Johann Widerspacher. 1729 Johann Ernst, Gärtner. 1755 Jacob Widerspacher. 1763 Theresia Wiöerspacher. 1770 Jacob Johann Lepper. 1783 Theresia Lepper. 1790 Leppersche Erben 1799 Lambert Rohmann, Handschuhmacher. 1808 Joseph Rohmann. 1814 Martin Geistlich, Lederermeister. 1821 Anna Geistlich, Witwe. 1833 Sebastian Galt, Lederer. 1843 Leopold Gall. k k. Beamter und Sebastian Gall, Gastwirth. 63 . (291. 504 573. 866.) )1. Schild zur goldene» Rose. Im Jabre 1788 Karl Lang, Küchengärtner. Ein Viertel oeder Weingarten von Nr. 61 abg. 1804 Andreas Lang, Gärtner. 1844 Andreas und Maria Lang. 1852 Anton Buhl und Johann Änderte. 1853 Johann AnSerle, Schlossermeister. 1860 (13. April) Stadtkommune Wien. 65 . (439. 505. 574. 867 L 1045.) N. Im Jahre 1788 Karl Lang, Küchengärtner. 1804 Andreas Lang. 1844 Andreas und Maria Lang. 1852 Franz Buhl 1853 Johann Seberth. Holzhändler- 385 Wildenmanngasse. (Das Haus »zum wilden Mann" ist Seite 185 zu suchen.) Nr. L. (Vorstadt Margarethen 166) ^ 2. (690.) Schild zum goldenen „A B C". (Siehe Seite 219.) L. (Margarethen 167.) 4. (1036.) 51. Abg. von Nr. 2. Zm Jahre 1851 Franz Lanyär, Tischlermeister. 5. (Margarethen 168 S- 169.) / K. (236. 39l>. 484. 733.) 51. Schild zum Blumenstock. (Abg. vom Till'schen Grund; Seite 217.) Im Jahre 1735 Michael Priemüller. 1740 Melchior Spenzer/ 1745 Peter Sonnleutner, Leinwatdrucker. 1752 Magdalena Sonnleitner, Wittib. 1756 Mathias Putz, Leinwanddrucker. 1763 Franz Maximilian Schmidt, Posamentierer. 1776 Philipp Mittermayer, Oehlerer. 1782 Joseph Hummel, Oehlerer. 1816 Karl Sünn, Seifensieder. 1817 Johann Georg Schmidt. Mitglied des äußeren Stadtrathes und Greißler. 1840 Georg Weiß, Seifensieder. 1843 Joseph Straffer. 1846 Johann Uiblein, Seifensieder. V- (Margarethenstraße 212.) 8. (235. 389. 483. 732.) 51. Schild zur heiligen Ann«. ;. vom Till'schen Grund. Im Jahre 1735 Thomas Reizen- ortner, Leinweber. 1761 Franz Reizenortner. Weber. 1770 Joseph Besenbeck, Weber. 1788 Anton Spreng, Edler von St. Anna. k. k. Oberlieutenant. 1790 Tobias Welzhofer. Riemermeister. 1791 Ignaz Höninger. 1793 Joseph Winkler, herrschaftlicher Kammerdiener. 1800 Hieronymus Rettenbach. 1801 Joseph Hauser, Oberaufseher des k. k. Tabakgefnlles. 1803» Johann Michael Schmeißl. 1804 Quirin Mark, akademischer^ Kupferstecher/ 1807 Johann Kurzweil. 1810 Johann Maux, Weber. 1814 Barbara Maux. 1825 Anton Lingfeld, Kaffeesieder. 1833 Anna Eichenseher, geb. Lingfeld; Witwe. S. (Margarethen 146.) LO. (234 388. 482 731.) 51. Schild zu den zwri rothen Kreuze». Abg.vom Till'schen Grund. Im Jahre 1735 Loreuz Wied». LS /-l/r 386 Kunig. 1745 Katharina Kunig. 1747 Joseph Pullinger, Pappendeckelmacher. 1768 Leopold Pullinger. 1790 Joseph, 1804 Elisabeth Pullinger. 1806 Ignaz Rupp. 1824 Emanuel Wois, Milchmeier. 1826 Anton Wallner, Kottondrucker. 1830 Peter Frank. Seidenfärber. 1833 Franziska Schöner. 1840 Heinrich Schagemann. 1850 Karl Fromayer. 1851 Joseph Kreutzer. 1862 Adalbert und Maria Bullin. Wohllebengaffe *). (Eröffnet im Jahre 1789.) Die Häuser Nr. 8. 10, 12. 14. 16 L 18 find Abthcilungen des Ursprünglichen Bürgerspitalgartens (Hcugasse 18). — Alle übrigen Realitäten dieser Straße stehen auf Lechncrschew Grunde. Nr. L. (43. 107.) Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. Stadtbaumeister (wie Seite 142) 1802 Johann Graf PLlffy von Erdöd, Erbherr auf Biebersburg, der königlichen Beste Preßburg Erb-Großkapitain, Erb-Obergespan des Prcßburger- Comitats rc. S. Siehe Heugaffe 10 S. (44. 45. 46. — 83 84. 85.) Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. 1802 Gräflich Pälffy'sche Reitschule und Garten. Eine Reihe von Jahren hindurch wurden die umfangreichen Räume dieses Gebäudes auch zu industriellen Zwecken benützt Die „k. k. priv. Millykerzen-Fabriks-Aktien-Gesellschaft" hatte hier vom 1. März 1839 an, bis zu der im Frühling 1856 erfolgten Geschäftsüberfiedlung nach Liesing, unter der Leitung des Herrn G. Willy ihr Etablissement; von hier aus traten die Erstlinge der Millykerzen im Verkehr. 4. (34. 88- 86.) -l Schild M goldmen Sonne. Im Jahre 1816 Theresia Lechner, Baumeisterswitwe. 1818 Geschwister Lechner. 1819 Franz Schwiha. gräflich Auersperg scher Stephan Edler von Wohlleben, Ritter des königlich ungarische» St Stephan-OrdenS. k. k. wirkt, n. ö. Regierungsrath und Bürgermeister der Stadt Wien, starb in seinem 72. Lebensjahre am 30. Juli 1823. — „An Wohlleben"; Ode von K. A. Gaheis. (Neuer Wiener Musen- Almanach auf das Jahr 1800, S. 128. Wien »ei ^chaumburg.) 38 ? Gutspächter. 1822 Anna Katharina Nürnberger. 1836 Friedrich Heering, Gastwirth. 1842 Joseph Michael Löwenthal, k. k. priv. Großhändler. 1844 Jakob Gelinek. k. k. Beamter. 1851 Joseph Partl. S (47. 84. 82.) 3. Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. 1800 Joseph Lambert Hurez, k. k. Rath. 1811 Elisabeth Hurez, Witwe. 1818 Magdalena Braun 1828 Johann Gunkel. Schneidermeister. 1836 Franz Laver Sigris, Handelsmann. 1838 Anton Kranner. Handelsmann. 1856 Anton Kranner, Sohn. Leinwandhändler. 6. (33. 89. 87.) 3. Im Jahre 1789 Laurenz Lechner. 1802 Joseph Johann Fürst zu Schwarzenberg, Herzog zu Krumau, gefürsteter Landgraf in Kletgau rc. 1825 Anna Pranter 1829 Franz und Alois Pranter. 1836 Franz Pranter. Steinmetzmeister und Inhaber der goldenen Eivil-Verdienstmedaille. 1861 Prantersche Erben. r. (48. 49. — 82. 83. - 81.) 3. Im Jahre 1789 Lechner. 1802 Erasmus Dauderlau, Holzhändler. 1804 Joseph Kircher. Holzverfilberer. 1815 Theresia Kircher, Witwe. 1824 Joseph Untersteiner, k. k. Kammerdiener. 1840 Untersteiner'sche Erben 1847 Karl Frank, Handelsmann. 8. (715. 88.) 3. Im Jahre 1828 Johann Dworzack. 1829 Konrad Schmidt, Schneidermeister. 1831 Theresia Schmidt und Matthäus Dogl. 1847 Georg Tauber. 1852 Elisabeth Tauber. 1854 Joseph Herzog. 1856 Johann Pottje, Klaviermacher. S. (50. 81. 80.) 3. Im Jahre 1789 Lechner. 1802 Johann Bauernschubert. Bäcker. 1807 Markus Volk, Bäckermeister. 1810 Karl Lander, Schloffermeister. 1845 Johanna Lander. 1V (716. 89.) 3. Im Jahre 1828 Johann Dworzack. 1829 Vincenz Sturm. 1844 Joseph Eyselt, k. k. Rech- uungsrath. 11 (51. 80. 79.) 3. Im'Jahre 1789 Lechner. 1800 Anton Schrödl. 1802 Karl Machatschek, Tischlermeister. 1806 Theresia von Schwandner. 1826 Joseph Harmer. 1844 Joseph Ledermüller. Milchmeier. 388 LS. (897.) 9. Im Jahre 1835 Karl Schröder, Baugeschäftsführer. 1841 Josephine Freiin von Königsbrunn, geb. Freiin von Forgacs. 1843 Eduard Freiherr von Königsbrunn, k. k. Hauptmann in Pension. LS. ä LS. (52. 53. — 77. 78.) 3. Im Jahre 1789 Lechner. 1800 Johann Jakesch, Klaviermacher. 1843 Franz und Änna Maria Werner. 1846 Sigmund Pohan, Magazinsverwalter im k. k. Tabak- und Stempelamte. 14. (896.) 3. Im Jahre 1840 Paul Franz. Senior des Wiener Handels - Gremiums und Mitglied der Bürger- spitals-Wirthschafts-Commiffion. 1861 Karl und Maria Holl. L6. (571. 90.) 3. Im Jahre 1810 Se. königliche Hoheit Franz IV., Erzherzog von Österreich-Este, Herzog von Modena. Massa und Carrara, Ritter des goldenen Vließes, k. k. General der Kavallerie rc. (geboren 6. Oktober 1779, -si 21. Jänner 1846). 1831 Se. königliche Hoheit Maximilian. Erzherzog von Österreich-Este, Großmeister des deutschen Ordens, k. k. General-Feld-Zeugmeister rc. (geb. 14. Juli 1782, -j- 1. Juni 1863). 1834 Anton Ritter von Eywo, Stallmeister Sr kais Hoheit des Herrn Erzherzogs Ludwig. 1836 Sebastian Thren. 1846 Christian Friedrich Knecht. Zuckerbäcker. 17 Schild zum heiligen Joseph (wie Seite 62). 18. Siehe untere Alleegaffe 15. Ziegelofengaffe. Die Häuserreihe zur Linken, zwischen Nr. 1 L 19 (der vormaligen .Piaristengasse") bis an den Mitlerstcig hinab, steht auf Hartmann'- schem Grunde (Seite 136). Nr. L. (644. 422.) 13. L N. Im Jahre 1826 Johann Georg Hartmann, Handelsmann. 1833 Anton Hartmann. 1845 Karl Hartmann, Seidenzeugfabrikant l857 Emil, Karl, Karo- lina und Otto Hartmann. 2. (444. 164. 229. 433.) K. Kloster derP. P. Misten und Kirche zu St. Thekla. Im Jahre 1670 Hannß Christoph Schmuz, Jhro Röm. Kays. Maytl. Weißbottep-Amts-k«Aistri»- 389 lor. „Vier Hofstatt Weingärten hinter dem Elagpaumb, davon man dient der Sannt Achatiicapelle jährlich zu Michaelis ein Gulden vnd vier Kreuzer.' 1675 Magnus Schmuz, .1. 17. I)r. vnd Beyfitzer des allhiefigen Kayserlichen Stadtgerichtes (^ 1679 an der leidigen Eontagion). 1680 Maria Margaretha Trinkh- linn, eine geborne Schmuz (Tochter des Vorigen). 1684 Philipp Jacob Aichinger, Burger vnd Fuhrmann. 1700 Wolff Wilhelm Riedl. Bräumeister (wie Seite 373). 1720 Andre Elias Hille« prandt. des Inneren Stadtrathes. 1726 Maria Theresia Hille- prandtinn. dessen nachgelassene Fra» Wittib. 1749 Franz Laver Hilleprandt, kais. Hofkriegsraths-Concipist. 1752 (3 Oktober) N. keelor und Oolle^ium der Wohlehrwürdigen ?. ?. pin- rum Sodolnrum österreichischer Provinz — um obige vier Hofstatt Weingarten sammt Hauß und Schupfe. Die Väter der frommen Schulen *) hatten von der ') Ihr Orden wurde im Jahre <605 von Joseph kalasanz, einem spanischen Edelmannc in Rom. gegründet. Zu jener Zeit wurden die Mitglieder dieses Ordens „regulirtc Kleriker zu den frommen Schulen' (Oloriei rsx. «r-bolni-ru» pinruiu) genannt, kardinal Franz Fürst von Dietrichstein führte diesen Orden im Jahre 1625 zur Vollendung der Gcgco-Reformation und zur Bildung des Volkes in den österreichischen Erbländern eia. woselbst er sich zuerst in dem etwas beruhigten Mähren und dann in Böhmen durch Eifer und kluge Mäßigung im Volksunterrichtc besonders auszeichnete. In Böhmen. Mähren und Schlesien besitzt der Orden 27 Kollegien und mehr als 300 Ordensmitglicder. Das älteste dieser Kollegien ist jenes zu Nikolsburg, welches im Jahre 1631 gestiftet wurde. Es umfaßt eine philosophische Lehranstaltein Gymnasium und vier Normalclassen. Die übrigen Kollegien der mährisch-böhmischen Provinz befinden sich zu Straßnih (gestiftet im Jahre 1633>, Leipnik (1634), Leitomischl (1640), Schlau (1658), Schlackenwerth (1666), Kremsier mit einem Gymnasium, vier Hauptschulelassen, dem Liechtenstei n scheu Seminar und der theologischen Lehranstalt für die Ordens-Kleriker (1687), Jungbunzlau (1688). Altwasser (1690), Freiberg (1694), Beneschau (1704), Reichenau (1714), Weißwasser (1727), Freudenthal (1731), Prag (1752 mit einem Gymnasium, den vier Normalhauptschulclassen und dem im Jahre 1831 errichteten k. k. Lonvictc), Budweis (1762), Haide (1764), Trübau (1765), Brüx (1768), Duppau (1775), Rakonitz (mit einer im Jahre 1830 errichteten Realschule), Rei» 390 Kaiserin Maria Theresia am 26. März 1751 die Erlaub- niß erwirkt: zur Heranbildung der zahlreichen Jugend in den Vorstädten Wien s, insbesondere in den Gemeinden Wieden und Landstraße, deutsche Schulen zu eröffnen und die hiezu erforderlichen Realitäten aus Ordensmitteln zu erwerben. Schon am 4. April 1751 erfolgte der erzbischöfliche Konsens zur chcnderg mit einer im Jahre 1837 errichteten Realschule), Auspitz (1757), Brandeis (1759), Gaya (1759), Bcraun (1773). Ferner wurde den Mitgliedern dieses Ordens im Jahre 1805 von Kaiser Franz I. die Thercsianische Ritterakademic in Wien zugewiesen. Die Anzahl der Schüler, welche von den Mitgliedern des Piari- steu-Ordcus in den gedachten Provinzen unterrichtet wurden, belief sich in den letzten Jahren auf beinahe 10.000. In Österreich unter der Enns befindet sich ihr älteste« Kloster zu Horn, welches der Vicekanzlcr Ferdinand Graf von Kurz im Jahre 1652 daselbst stiftete. Zu ihrem ersten, noch bestehenden Collegium zu Maria Treu in der Josephstadt zu Wien, legten im Jahre 1698 Kaiser Leopold 1., und der römische König Joseph den Grundstein. Im Jahre 1716 wurde die Kirche cingcwciht, und erhielt im Jahre 1719 dir Rechte einer Pfarrkirche, die ihren Sprengel über die ganze Josephstadt, das sogenannte rothc Haus in der Alservorstadt und den Strozzischcn Grund ausdchntc. Im Jahre 1745 stiftete der Graf Löwenburg das Convict zur Erziehung adeliger Jünglinge bei diesem Collegia, Maria Theresia vergönnte den Piari- sten mehrere Sitze in Wien, und so erbauten fie denn im Jahre 1754 auf der Wiede», nahe bei Matzleinsdors ein Collegium, und da- Kirchlein zu St. Thekla. Im Jahre 1757 räumte ihnen die Kaiserin eine Residenz auf der Landstraße, in der Ungargasse, mit einer Kirche, zu Ehren des Ordensstifters ein. An beiden Orten errichteten sie Normal- und Trivial- schulen. 1760 erkauften sie die sogenannte Juristrnschule in der großen Schulenstraßr, erweiterten fie, und lehrten daselbst auch Geometrie, Kalligraphie, Rechenkunst, Wechsclrccht, Cameral- und doppelte Buchhaltung. In den Joseph ini'schcn Reformen wurde im Jahre 1788 beschlossen, zu besserer Dotiruug des Collegiums in der Josephstadt, jenes in der Juristenschule aufzuheben, und die dortigen Plansten an das Löwen- burg'sche Loavict zu übersetzen. Die Piaristen-Refldenz in der Ungargasse wurde im Jahre 1789 an das Weltpriester-Krankcn-Jnstitut verkauft. Im Jahre 1802 wurde das Lonvict in der Stadt am Uuiverfitätsplatze in dem einstigen Archigymnasium der Universität errichtet. — Auch in Ungarn haben die Väter der stammen Schulen viele Collegien, das älteste derselben im Jahre 1666 gestiftet — befindet sich zu Priwitz im Neu- traer-Comitate. 391 Gründung eines Kollegiums und einer Kirche der Piaristen auf der Wieden. Geraume Zeit war indessen bis zur Wahl einer entsprechenden Örtlichkeit abgelaufen — da erst im Oktober des nächstfolgenden Jahres der Kauf der Hilleprand t'schen Realität zu Stande kam. Der Bau des Ordenshauses und der Kirche wurde von dem Stadtbaumeister Joseph Gerl am 1. Dezember 1752 in Angriff genommen. Ein günstiger Zufall wollte, daß auch hier, so wie einst bei dem Bau der Karlskirche die nöthigen Backsteine gleich aus der Lehmerde der ausgehobenen Grundfeste geformt, und an Ort und Stelle in zwei eigens zu diesem Behufe errichteten Öfen gebrannt werden konnten. — Der zuerst hergestellte Straßentrakt des Klosters, das Noviziat (Seite 372), wurde am 1. Oktober 1755 von dem Rektor, vier Priestern und vier Novizen bezogen. Eine kleine Kapelle ward provisorisch zur Ausübung des Gottesdienstes benützt. Zwei Jahre später erhielten das im rückwärtigen Gebäudetheile gelegene Kollegium (Nr. 2) und die anstoßenden Zinswohnungen (Nr 4), dann die Umfangsmauer des Gartens ihre Vollendung. Die Eröffnung der Schulen geschah am 4. November 1756. Im Jahre 1775 wurden die Schule bei St. Thekla und die 1757 in der Ungargasse (Landstraße Nr. 429) gegründete Lehranstalt, zu Normalschulen erhoben. Nachdem die Piaristen 1760 auch die alte Juristenschule mit der Kapelle zu St. Ivo (Nr. 850 in der kleinen Schulenstraße) angekauft und daselbst Lehrsäle für Merkantilwissenschaften errichtet hatten, fand fich Maria Theresia in Anbetracht der »Mittellosigkeit* der Piaristen zu dem Beschlüsse bewogen: daß jene 2000 fl., die vorhin dem Profeßhause der Gesellschaft Jesu auf das Kamerale jährlich angewiesen waren, vom ersten des Herbstmonates 1775 ab. an das Noviziat der Piaristen bei St. Thekla zu dem Zwecke ausgefolgt würden, um zwölf daselbst aufzunehmende junge Leute im Lehr - und Predigtamte heranzubilden. Der Fortbezug dieser Geldpost entfiel jedoch, als unter Joseph II. im Jahre 1785 das Noviziat der Piaristen nach Krems übersetzt, und die ehemalige Behausung der Novizen den Genfer-Uhrmachern eingeräumt wurde. 392 Die Kirche ,u St. Lheki«. Ihr Bau fällt in die Jahre 1752—56. Nach vollendeter innerer Einrichtung der Kirche fand am 27. August 1756 der erste feierliche Gottesdienst und drei Wochen nachher (17. September) die Weihe der Glocken statt. Das Hochaltarblatt (die h. Thekla unter ihren Verfolgern), so wie die Gemälde der vier Seit.enaltäre: die unbefleckte Empfängniß Mariens, der h. Joseph Calasanz (Stifter des Piaristenordens), der h. Lukas und die h. Theresia find von unbekannten Meistern und nicht ohne Werth. Außer diesen nehmen auch zwei Denkmäler an den Seitenwänden die Aufmerksamkeit des Besuchers in Anspruch. Das Elftere, eine schwarze Marmorplatte, trägt in Goldlettern folgende Inschrift: ,v. o. LI. j LIOSII'VM j VI80L l LX LlOL'rVO > 50. 0L0S0. rriSVM I OVl > I)LO L06LL8IXL 8VI0 LI' PV8I560 > LWL 158 > ÜLKI'VIMLLI LI VL8?Liri'IXLLI > LVkwXVIl' 8L8LVI0- HOHLLI I LL'I'XLLLl j LlOKILMI > «LOL88rrX2'LLI j 175.2^8 I. 8L??. LlvoLXXXXVlll j OLXXd'V.'d XXVM MV. LlMOLXIX. j IM 8L?VL2'V8. > k I. Dem Gastwirthe Johann Georg Pfister (beim blechernen Thurm) dankt diese Kirche die erste Stiftung einer täglichen Segenmeffe mit einem Kapitale von 11.000 fl. — welcher im Jahre 1773 eine ähnliche Stiftung von dessen Witwe Katharina Pfister mit einem Kapitale von 6000 fl. folgte. Das zweite, in Granit gegrabene Epytaph lautet: „Dem visrnnddreissixjükrixsn Verdienst« j und s nnisterirsttsn Lebens- vrmdel > des Loeliwnrdixen Herrn § I 8.1» > 8eduI-I)ireetor „nd Lsteeket 8n der Xnriu:d- ^ L8npt«cknle der k'. ?. kirudsten snk der Wieden s »eine Verekrer nnd einstixen 8eliitlsr. ^ Lr stsrk den 17. dünner 1839 in> 86. deiire seine» Xiters. ^ Lrisde seiner Xseke.s » Nr. S. (645. 423.) O L N. Im Jahre 1826 Anna Grünwald. 1828 Lorenz Strohmayer. 1830 Benjamin Günther, Riemermeister. 1834 Anton Ritter von Straffer». 1845 Joseph Lang, Handelsmann. 1846 Karl Hoffman». 1851 Anna 393 Gräfin von Wallis. 1857 Franz Joseph Thurn. 1860 Jakob Röckl, Wirthschaftsbefitzer. 1861 Emerich Engländer, Großhändler. «. (55. 163. 228. 432 n.) 4. Zinshaus -er p. P. Piarillrn. S. (646. 424.) 0. L kl. Im Jahre 1826 Franz Lenz. 1830 Mathias Emminger 1833 Anton Stegner, Handelsmann 1836 Mathias Nöhlen. Schneidermeister. 1845 Elisabeth Nöhlen k) (432 6.) Zimentirungsamt der Stadt Wien. Abg. von Nr. 4. Im Jahre 1860 (3. Dezember) Kommune Wien. (Grundarea von 2033 LH" sammt darauf befindlichen Gebäude- theilen ) ___ 7. (647. 425.) 0. L kl. Im Jahre 1826 Anna Grünwald. 1827 Andreas Klöckl, Fleischselcher. 1836 Johanna Pianta (1844 verehlichte Bürgmann). 1862 Johann Georg Schnabel, Sauerkräutler. Dir rechts liegenden Häuser (von Nr. 8 angesangen) zwischen dem Mittersteig und der Margarcthenstraße, find Abteilungen des Milhard'schen Grundes (Seite 3i7). 8. Siehe Mittersteig 22. s. (648. 426.) O. L bl. Im Jahre 1826 Joseph Ulrich. Schneidermeister. 1855 Johann und Anna Schulmeister. 1 «. >546 444. 676.) kl. Schild zum rothenApfel. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1800 Michael Bücher. Maurerpolier. 1810 Georg Haselmayr. 1814 Karl Damm. 1820 Georg Mackel .zum weißen Kopf" 1842 Lorenz Bittmann. 1847 Johann Herzog. Schuhmacher. 1862 Theresia Herzog, geb. Pribil; Witwe. 1L. (649. 427.) O. L kl. Im Jahre 1826 Johann Dworschak. 1828 Lukas Becht, Greißler. 1843 Franz Goldmann, Schminkefabrikant. 1854 Matthias und Anna Altmann. 12. (421. 376 443. 675.) kl. Schild zum guten Hirten. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1785 Lorenz Hazi, Knöpfmacher. 1788 Andreas Aichhammer, Herrschaftsdiener. 1803 Theresia Aichhammer. 1805 Martin Klima, Schneider. 1811 Anton 394 Macha, Weber. 1843 Macha'sche Erben. 1844 Anna Weyer. 1851 Simon Obermayer. 1856 Ludwig Bittner, Schuhmacher. LS. (650. 428.) v. L 51. Im Jahre 1826 Johann Dworschack. 1830 Anton Wallner. 1843 Christian Hauk. 1850 Georg Haußmann, Stadtbauamts-Jngenieur LL (419. 375. 442. 674.) 51. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1785 Mathias Mayrhofer. Lehenkutscher. 1811 Katharina und Barbara Mayrhofer. 1812 Wenzel Malik. Lohnkutscher. 1837 Magdalena Malik. 1848 Patriz Petz. Lohnkutscher. 1862 Karl Petz, Fiacker; dann Aloifia. Anna und Magdalena Petz. LS. (651. 429.) v. L 51. Im Jahre 1826 Johann Dworschack. 1828 Adam Bornschlögl, magistratischer Registrant. 1855 Magdalena Bornschlögl, geborne Stagl, Witwe. 1857 Isidor Bornschlögl, städtischer Rechnungsoffizial. L6. (210. 374. 441. 673.) 51. Im Jahre 1737 Wolff Hittner. Zimmerpolier. 1767 Walburga Hittner, Witwe (später verehlichte Brandl). 1776 Johann Michael Mayrhofer, Lehenkutscher. 1804 Joseph Oberer, Lohnkutscher. 1806 Sebastian Steinberg Edler von Leidenthal, k. k. Hauptmann und dessen Gattin Dorothea Friederika, geborne Freyin Bivitz von Lillingen. 1808 Mathias Fahlböck. 1819 Michael Schlichtiuger, Geflügelhändler. 1853 Jakob Lutz. Schlossermeister 1863 Anna Maria Schütz. Papierhändlersgattin. L7 (652. 430 ) O. L. 51. Im Jahre 1826 Franz Teoz. 1830 Leopold Partl, Handelsmann. 1832 Karl Freiherr von Ransonnet, k. k. Hofconzipist. 1848 Wilhelm Preiß, Stechviehhändler. 18 (209. 373. 440. 672H 51. Schild zur Krönung Mariens. Im Jahre 1737 Martin Höbert, Fuhrmann. 1769 Johann Rotier, wälscher Käs- und Salamimacher. 1793 Andreas Jungwirth, des Äußeren Stadtrathes und kais. Hof- Kleiderputzer. 1801 Karl Graf von Rottermund. l802Zosepha Gräfin von Rottermund, geb. Bechhen von Widmaustätten. 1803 Jakob Bernklau, Seidenzeugmacher. 1804 Franz Lader Simitsch Edler von Hohenblum, k. k. Bankatbeamter. 1814 ZS5 Joseph Holl. 1816 Georg Mackel. 1852 Paul Gottlieb und Maria Hofer. LS. (653. 431.) I). L N. Schild zum Sandwirth. Im Jahre 1826 Franz Tenz. 1830 Leopold Partl. 1833 Alois August, dann Marianna und Cäzilia Szöts. 1834 Franz Zinnburg. Handelsmann. 1841 Friedrich Ackermann, Gastwirth. S«. (208. 372. 439. 671.) >1. Im Jahre 1737 Joseph Brandl, Wafferbrenner. 1740 Theresia Brandlinn, Branntweinerin 1757 Philipp Brandl, Leinweber. 1763 Katharina Brandl. 1766 Johann Michael Lechner, Weber. 1787 Leopold Lechner, Webermeister. 1830 Anna, Johann und Leopold Lechner. 1854 Joseph Fanta, Tuchscherer. ' Dir städtischen Zirgelöfen. Schon vor der Belagerung Wiens durch die Türken im Jahre 1683, standen auf der Wieden zwei der Stadtgemeinde gehörige Ziegelöfen und zwar ersterer derselben »an der Erd» fäll' zwischen der Schaffer- und Hechtengaffe (siehe Seite 140) ; der zweite in der heutigen Ziegelofengaffe. Dieser wurde nach dem Entsätze der Stadt an den Bäckermeister Johann Adam Spiegl (7. Juni 1684) und nach Spiegl's Tode an Reinhard Ringmayr (3. September 1695) verpachtet. Mehrere Grundankäufe aus späterer Zeit lassen auch auf den vortheilhaften Gang dieses Gewerkes schließen. Zur Erweiterung des Ziegel- osens hatte die Witwe Ursula Spiegl*) am 24. Oktober 1696 ein Achtel Weingarten an die Stadtgemeinde verkauft. Am 23. März 1697 erwarben Bürgermeister und Rath einen zur Domkirche gehörigen Hofstatt Weingarten, welchen das Bisthum ') Auch der Becherlhof (Nr. 828) in der Kumpfgasse war Eigcnthum der Bäckeriwitwe Ursula Spiegl (1700 wiedeivcrehlichten Becherl). Nach Ableben der Frau Becherl (21. April <731) kam der gleichnamige Hof in den Besitz ihrer Kinder erster Ghe: Georg Franz und Georg Michael Spiegl, der Theresia Katharina Wildstockinu, gebornen Spiegl und ihrer Gatten Joseph Dominicur Becherl. Laut Theilbriefes vom 4. Dezember 1569 bildeten der Becherlhof und das in seinem Rücken liegende Hau« Nr. 818, einst Nebentrakte de» großen Ram Hofes Nr. 817. 396 einige Jahre vorher von der Freyin Rosamunda Franziska von Königsacker, gebornen Schletzern, gegen zwei Mertel Weingärten zu St, Veit eingetauscht hatte. Am 3. August 1700 veräußerten die Hauer Andre Schalter und Hanns Fux je ein Viertel Weingarten an die Kommune Dom hiesigen Bürger- spitale wurde am 18, Juni 1703 eine Hofstatt an „Gemai- ner Stadt Ziegelei" abgetreten; zu welcher laut Gewährbriefes des kaiserlichen (Favoriten-) Grundbuches am 17. Juni 1706 noch ein anrainendes ,Weingärtl". und am 16. Juli 1708 ein Achtel der Kreuterschen Weingärten kam. Don >716 bis 1729 war der Ziegelofen an eine gewisse Frau Melzinn in Pacht gegeben. Nach Ankauf des Milhard'schen Grundes und des .Straußenwirthshauses" (Seite 317- wurde 1736 die Ziegelofengaffe eröffnet. Die Verbauung der zur Linken dieser Gaffe gelegenen Ziegelofengründe begann 1775. SL. (354. 337. 445. 677.) N. Im Jahre 1778 Z. k. Appreturgebäude (Mang) und Manufaktur-Magazin." Abg, vom Z. O. Der Ankaufspreis dieser Grundparzelle Seitens der n. ö. Landesregierung kann zugleich als Maßstab für die Derwerthung der übrigen Ziegelofengründe gelten. So kostete das 211;lII" umfassende Areale des Hauses Nr. 677 die Klafter zu 24 kr berechnet am 20. September 1775 bare 84 fl. 30 kr. W. W. 1801 Dominik Jacquemar, Seidenzeug- Appreteur, 1813 Josephine Jacquemar. 1819 Franziska Schwarz, geborne Jacquemar. 1820 Joseph Jaus, fürstlich Schwarzen- berg'scher Stalldirektor. 1827 Peter Knoth. 1837 Franziska Knoth- SS. i207. 371. 438. 670 ) LI. Im Jahre 1737 Joseph Brandt. 1745 Ferdinand Zänckl, Zwespen-Kramer. 1750 Ferdinand König, Schneider. 1768 Gisabeth König. 1770 Ferdinand König. 1811 Jakob König, Börsesensal. 1826 Franz Egger, Küchengärtner. 1833 Ludwig Ponsard. Zeugschmied. 1851 Thomas Bulka, Fleischselcher. SS. (355. 377. 446. 678.) N. Schild -um Finken. Abg. vom Z. O. Im Jahre 1776 Joseph Fink, Milchmann. 1792 Katharina Fink. 1798 Johann Fink, Gastwirth. 1809 Johann Rosenberger, Wirth. 1811 Christoph Trutter, Wirth. 1820 397 Trutter'sche Erben. 1845 Barbara von Riedelmayer, k. k. Berg- affefforsgattin. St. (475. 370. 437. 669.) LI. Im Jahre 1793 Anton Nekam, Maurerpolier. 1808 Joseph Sagorz. 1841 Georg Beyr- döck, Musikdirektor. 1842 Johann Raab, Baumwollfaktor. 1847 Anna Raab. 1849 Christian Raab, Knöpf- und Krepinmacher. SS. (356. 378. 447. 679.) LI. Abg. vom Z. O. Im Jahre 1776 Sophia Hold. Ziegelscheiberin. 1793 Johann Schmid, Mehlhändler. 1794 Johann Georg Krauß, Hufschmied. 1806 Clotilde Cubin von Aueroth. 1807 Ulrich Woches- länder. 1810 Johann Werthhammer, Weißgärber. 1820 Thomas Frauendorfer. 1831 Florian Körnig 1840 Rosalia Nippel. 1841 KarlWöß, Fleischhauer. 1843 Joseph Hübl. 1847 Joseph Schuch 1850 Lorenz und Anna Fruhwirth. S«. (206. 369. 436. 668-) LI. Im Jahre 1737 Georg Pharinger, Wachs-Kertzler. 1738 Johann Praidschmid, Ziergärtner. 1740 Johann Georg Herrschleger. 1766 Johann Georg Wundergrueber, Schwefelkramer 1793 Johann Wundergrueber, Kurzwaarenhändler. 1826 Philipp Pfnür. 1827 Diktorin Reich, Brunnmeister. 1832 Anna Reich. 1835 Florian, Johann, Joseph und Niktorin Reich. 1855 Christian Raab. SV- (379. 448. 680.) LI. Abg. vom Z. O. Im Jahre 1776 Markus Hold, Schuster. 1797 Joseph Seitz, Großfuhrmann. 1808 Theresia Seitz. 1816 Sebastian Limmer, Mitglied des äußeren Stadtrathes und Seidenzeugfabrikant. 1845 Magdalena Limmer und Magdalena Lump 1846 Peter Bringmann, Schneider. 1857 Wendelin Kleinwächter, Bergolder. S8. Siehe Straußengaffe 5- SS. (363. 380 449 681.) L4. Abg. vom Z. O Im Jahre 1777 Mathias Binder, Hünerkramer. 1808 Joseph Hieß. 1816 Adam Lindner. 1821 Anton Hameter. 1827 Maria Zla- binger. 1852 Peter Niegener. 1853 Hugo Edler von Rosthorn. 1854 Franz Schmid. 1860 Kasimir Reisinger. 1861 Karl Mages. 3«. s- 32 Siehe Margarethenstraße 67. SL. (357. 381. 450. 682.) LI. Abg. vom Z. O. Im Jahre 1777 Joseph Seitz. 1808 Theresia Seitz. 1810 Johann Mendl. 1821 Franz Öhlerer, Lohnkutscher. 1837 Barbara Öhlerer. 398 1855 Joseph Karrer. 1863 Anna FiscuS. dann Joseph und Johanna Karrer. 3». (358. 382. 451. 683.M Abg.vomZ.O. Im Jahre 1777 Johann Georg Schnabl, Fuhrmann. 1781 Rosalia Schnabl. 1786 Franz und Marianna Schnabl. 1800 Wenzel Schönbach, Commerzialtischler. 1808 Anna Schönbach. 1827 Franz Schönbach, Tischler. 1836 Joseph Haßlach, Schlossermeister. 1857 Theresia Haßlach. SS. (359. 383. 452 . 684.) U. Abg. vom Z. O. Im Jahre 1777 Johann Rahn, Vorstadt-Lehenkutscher. 1794 Joseph Leutgeb. Landkutscher. 1816 Johann Pumpler. 1817 Leopold Achhammer, Nagelschmied. 1842 Franz Schuster, Viktualienhändler. S7 (360. 384. 453 685.) N. Abg. vom Z. O. Im Jahre 1777 Jakob Schuch, Ziegelbrenner. 1810 Franz Schuch, Pfaidler. 1817 Joseph Koch, Handlungscommis. 1818 Joseph Tromayer. 1853 Joseph und Elisabeth Stadler. SS. (454. 686.) N. Abg von Nr. 41. Im Jahre 1818 Mathias Huber, Milchmaier. 1855 Sebastian und Barbara Huber. 4L. Siehe Margarethenstraße 69. Häuser und Gründe vor der Favoritenlinie. Zur Borsladt Wiedeu gehörig und mit Ausnahme einer kleine» Anzahl von Realitäten ehemals dem gräflich Starhemb er g'schrn Grundbuche 860 Florian Tusch, k k. Lieutenant 186l Mathias Bekund, Schneidermeister. 1862 Gustav und Maria Maier. 3 Siehe Himbergerstraße 37. 4 . (10,6.) 8. Im Jahre 1849 Michael Trost 1858 Joseph Bauer, Maschinenschmied. Landgutgasse. Nr. 1. (1092.) 8. Im Jahre 1861 Franz Kapral. Tischlermeister. ^ 5. (1057.) 8. Im Jahre 1858 Joseph Birringer, Großfuhrmann. 1862 Jakob Neumann, Eisenhändler. 3. Siehe Planetengasse 1. S. Siehe Himbergerstraße 19. Laxenburgerstraße. (.An der Laxenburger-Allee'. Eine Pflanzung alter, dichtbelaubter Rüsten und Linden, die von Kaiser Leopold I. angelegt wurde und von der Favoritenliuie an über Jnzersdorf und BiedermanuSdorf bis zum kaiserlichen Lustschlosse Laxenburg führt.) Nr. L. (91.) 8. Gssthok. Im Jahre 1730 Bürgermeister und Rath der Stadt Wienn. Ein und ein halb Joch Spitzacker im .untern Kühberg neben dem Burgerweg'. 1787 Anna Maria Pittermann. 1799 Joseph Michael von Ehrenfels. 1801 Anton Kolbe. 1807 Franz Markt. 1810 Nikolaus Dietrich. 1811 Joseph Martilni. 1815 Joseph Schwärzt. 1818 Karl und Anna Zach 1822 Joseph Dittmann. 1825 Jakob Sandtner. (1830 Haus- 407 bau). 1832 Johann Stendel. Wirthschaftsbefitzer zu Rothneu- fiedl. 1860 Johann Heinrich Stendel, Gasthofbesitzer und Gemeinderatb der Stadt Wien. S. (1114 L 1115.) 8. Im Jahre 1862 Ferdinand Tüscher, Maschinen- und Werkzeugschlosser. 3. (1090.) 8. Im Jahre 1860 Joseph David, Lokomotivführer. 1861 Johann Einzinger. Gelbgießer. 1863 Ignaz Bittmann, Hutmacher. 4L«. (1021 L 1022.) 8. Im Jahre 1830 Peter Eomploier, Landkutscher. 5^ Joch Äcker in der .Haid im Gspött^ neben dem Laaerweg. 1846 Florian Angele. Mechaniker 1850 Ignaz Heinrich. Handelsmann. 1859 Wilhelm Conraetz und Robert Eduard Dittler, l. bef. Metallwaaren- fabrikanten. 5 (1110.) 8. Im Jahre 1860 Leopold Kaspar, Trödler. 1861 Leopold Hofmann, Hausbesitzer zu Heiligenstadt. V. (1082.) 8. Im Jahre 1861 Wilhelm Sievert, Schlossermeister und Malzdörrplatten-Fabrikant. 1862 Joseph, Maria, Rosalia und Wilhelmine Sievert. 8. (1046.) 8. Im Jahre 1840 Joseph Michel. 5^ Joch Äcker im „Gspött". 1846 Alois Ferdinand Dolainsky. Metall- waarcn- und Maschinenfabrikant. 1863 Karl Mick. Fadriks- befitzer zu Meffendorf in Schlesien. 4 « (1047.) 8. Abg. von Nr. 8. Im Jahre 1853 Konrad Eollmann, Eisengießer. Manlchaltsssusse. N. 4L 3. Baustellen. S. Siehe Johannitergasse 1. 4 . (971.) 8. Im Jahre 1847 Friedrich Kutschers. 1851 Anton Widmann. Schneidermeister. 1856 Theresia Widmann «. Siehe Himbergerstraße 5. Planetenqafse. Nr. 4 . (1007.) 8. Im Jahre 1849 Heinrich Knöll und Michael Trost. Ackergrund in .Goldeggen und Unter-Goißberg' (wie Seite 402). 1852 Anton Sekanina, Maurerpolier. 408 S (1006.) 8. Im Jahre 1856 Gottlieb Mayer, Bäckermeister. 3 (1008.) 8. Im Jahre 1860 Michael Ziegler, Fleisch- selcher. 1861 Johann Ayrer, Agent der allg. wechselseitigen Kapitalien- und Rentenversicherungs-Gesellschaft. 4. (1005.) 8. Im Jahre 1860 Michael Trost. 5. (1009 ) 8. Im Jahre 1854 Wenzel Ryha, Schlofser- meister. 6. (1004.) 8. Im Jahre 1850 Heinrich Knöll. 8. (1003.) 8. Im Jahre 1853 Sebastian Traxler. 1859 Ignaz, Karolina, Katharina und Maria Traxler; dann Ferdinand Altmann. Raaberbahngasse. Nr. 1. (1113.) 3. Im Jahre 1861 Kajetan Schneider, Schuhmacher. S. (1093.) 3. Im Jahre 1861 Mathias Fischer. Fleischhauer im k. k. Arsenal. 3. (1010.) 8. Im Jahre 1858 Johann Kiellmayer, Baumeister. 4. Baustelle. 5. (1011.) 8. Im Jahre 1851 Melchior und Zosepha Löffler. 1859 Wenzel Horegfi, Maschinenfabrikant. Südbahnplatz. (Mit den Betriebs- und Nebengebäuden der k. k. »riv. österreichischen Staats- Eiscnbahn-Gesellschaft.) Nr. L. (907.) Personenhalle der Raaberbahn. S. (908 ».) Administrationsgebäude. 3. (908 6.) Restaurationsgebäude. 4. (908 e.) Personenhalle der Triesterbahn. 5. (908 6.) Maschinenfabrik. 6. (963.) Wohnhaus. Die Anlage der Südbahn ist eine Schöpfung des am 18. Mai 1856 in Wien verstorbenen Kreiherrn Georg Simon 409 von Lina, welcher hiezu von Sr. Majestät Kaiser Ferdinand I. mit Allerhöchster Entschließung vom 2. Jänner 1838 die Conzession erhielt. Freiherr von Sina hat dadurch ein unvergängliches Denkmal seiner Thätigkeit gestiftet. — Der erste Abschnitt dieses für den kommerziellen Verkehr Wiens mit dem Süden, so wie für die gegenseitige Annäherung der Bewohner höchst wichtigen Unternehmens — die ganze Strecke der von- der kaiserlichen Residenz bis nach Wiener-Neustadt führenden Doppel-Eisenbahn, deren Bau im Hochsommer des Jahres 1839 begonnen hatte, wurde am 21. Juni 1841 zur Benützung des Publikums eröffnet. Die zur Feier jener Begebenheit geprägte Medaille zeigt Merkur auf der Weltkugel stehend, mit der Randschrift: „Zur Eröffnung der Wien-Iisaber-Eilenbahn 21. Juni 1841." Die Kehrseite trägt eine Lokomotive mir dem Spruche: „Zeit gewinnt de» Streben» Ziel." Anhang Urkunde I. (Zu Seite rss.) Graue Johann von Schawnberg Verschreiben, daß er vnd dessen Erben vnd Nachkommen von dem Hof vor Kernertor Ausserhalb der Widen, so etivo dem Georg Sngervelder zuegehört, mit der Statt wollen mitleidea tragen. Datum Montag« vor St Eathareiatag (Z-1 November) anno Iiso. — Stadtarchiv. Wir Johanns Graue ze Schawnberg Obrister Marschall in Steur rc. Bekhennen für Vnß vnd vnsere Erben vnnd thuen khundt öffentlich mit, dem Briefs allen den er fürkhumbt, daß vnser Gethrcuer Hannß Plannkhner seinen Hoff mit seiner Zucgehörung der von Georgen Angervelder lhauffweiß an in komcn ist. genant der Tekh mayrin Hoff gelegen vor Kernertor Außerhalb der Widen Zc Wien« Vnß vnd Vnser Lieben Gemahel Frawen Annen vnnd vnsern Erben zu khauffen gegeben hat, nach lauth ains khauffbricffs den wür darüber haben der mit der Statt Grundt-Jnßrgl vnd andern gefertiget vnnd befigelt ist, Also mit außgenomben worden, das wür vnser Erben vnnd nachkhomben die den egenantcn Hoff nach vnß Jnhabend oder besüzen werdent mit der Statt Leiden füllen. von dcinselben vnsern Hoff vnd seiner Zuegchörung alß von alter ist herkhomben vnd in demselben Hoff khalnen Handl treyben laßen, daß wider der Burger vnnd der Statt ze Wienn frcyhcit vnd gerechtigkheit sey in khainer weiß ohn alles geverde. Vnd des zu Brkhundt geben wir denselben Burgern den Briefs mit vnserm anhangenden Jnßigl beflgelte an Montag vor St. Lathareintag, nach Ehristi vnscrs Herr» Geburt Ainthausent Vierhundert vnd in dem Kunffzigisten Jahr. Johanns Graue zu Schawnberg. Urkunde II. ,Zu Seite so».) Freiheitsbries der Schleismiihle vom 21. Mai lL82 — Stadtarchiv. Wir Rudolph der Ander von Gottes Gnaden Erwählter Römischer Kayser, zu allen Zeiten mehrer des Reichs zum Germanien, zu Hungarn. Böheimb, Dalmatien, Kroatien vnd Sclavonien rc. König, Erzherzog zu Oesterreich, Herzog zu Burgundt, zu Steyer, Kärndten, Crain vndt Wittenberg rc. Grass zu Tyroll rc. Bekennen für vns, vnser Erben vnd Nachkommen öffentlich mit disen Briff, Als vns vnser getrewcr über Hanns Gebl vor dieser Zeit gehor- sambst erinnert, wie er auff dem Waßcr der Wenn, in Mühlfeldt genandt, nechst vor vnserer Statt Wien» gelegen, einen Mühlschlag Hab, vnd Vorhabens wer dahin ein schleifs- vnd Pollier-Mühl zu Bawen, dieweill es auf etlich Meil wcegs vmb die Statt kein dergleichen wcrckh hätte, daß Wir ihme Gebl, seinen Erben vnd Nachkommen zu gnaden, »ad zu ergözung 411 seines darin ligenden Ban Kostens berührte Mühl, die bisher in vnsern . Bischofs Hoff allhicr Jährlich Siebenzehcn Schilling Pfenning Dienst vnd Achtzehen Schilling Pfenning Steuer geben, Von solchen Dienst vnd Steuer gnädigst bcsrewen wollen, dergestalt daß er mit solcher schlciff- vnd Pol- . licr-Mühl nieniandt als allein vns vnd vnsercr Nider Österreichischen Regierung vnd Cammer vntermorffcn seyn, vudt mit aller ^nrislliotion in vnser Landssürstl. Cammer gehören solle, Vndt wir dann in gehaltener erkundtigundt befunden, daß solch werckh nicht allein zv vnserer vnd vnserer geliebten gebrucdcr, wie auch der Zeughäuser Notturften desgleichen ' auch in gemein allen allhie wohnenden Handtwerckhern die Eysen vnd - Stahl arbeithcn, sorders nuzlich vnd nothwendig, sondern daß er auch Beraith solches Mühl-werckh mit sondern Vnkosten erhebt vnd in gang gebracht, so haben Wir zu fürdcrung des gcmaincn Nutzen vnd damit er ursach habe berührte schlciff- vnd Polster - Mühl, weill sie sonsten einen schlechten genus ertragt, also wissentlich vnd beulich zu erhalten, ihme Gebl seinen Erben vnd Nachkommen diesclb, wie sie mit ihren Gründen vnd Märchen vmbsangcn ist, von aller Steuer, Dienst vnd anderer Forderung gnädigst besreuek, vnd sie mit aller ^urisäietiou Pottenmeßigkeiten, allein in vnseren Landssürstl. Schuz vnd Cammer genommen, vnd dagegen verordnet, daß vnsern Bißlhumb Wien» - solche Steuer vnd Dienst in ander weeg erstattet werden solle. Thun daß auch , , hieinit wissentlich vnd in krasft dises Brisfs Mainen vnd wällen, daß berührte des Gebl's Mühl nun hinsühro vnd in Ewigkeit obstehcndermasscn befrewet, vnd allein vns vnd vnser Nider Oesterrcichischcn Regierung vnd Cammer vnterworffcn sehn, auch alle Ehr, Freyheit, recht vnd gercchtigkcit haben solle, > ^ die andere befrewte Mühlen, Hoff, vnd Guctter haben, doch solle er schuldig seyn, auf solchen schlciff- vnd Pollicr-Wcrckh vnsere aigcne fachen für alle anderen zu fördern. Zu Vrkundt haben Wir ihme dise Befreyung vnter vnseren Kays. » vnd anhangcnden Jnsigl zuegestelt. Geben in Vnserer Statt Wien» den ein vnd zwanzigsten Tag des Monalhs May, Nach Christi vnsers lieben Herrn Gcburth Künffzehcn hundert vnd in zwey vnd Achtzigsten, vnser Reiche des ^ Römischen in Sibenten, des hungarischen in zchenten, vnd des Böheimbischen ^ in Sibenten Jahre. Rudolph. V. Joh. Bapt. Weber. K<1 munäatuna 8ac. 6ass. . Ilaßostati» proprium sv. Vnverzagt. » ' Urkunde m. (Zu Seite zrs.) ^ Frecheitsbrief für das Gat Konradswerd vom S. Juli t«47. — Stadtarchiv. lVir Ferdinand der Dritte von Gottes Gnaden Erwölter Römischer Kayser zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, in Germanien auch zu Hungarn vnd Böheimb König, Erzherzog zu Oesterreich, Herzog zu Burgund, Steyer, . l Chärndten, Krain vnd Würtemberg, in Ober- vnd Nieder - Schlesien, Markgrauen zu Mähren in Ober- vnd Niederlaufitz, Graue zu Habsburg, Tyroll vnd Görtz rc. Bckhennen für vns vnd Unsre Erben vnd Nachkommen in Unfern loeblichen HaiH Oesterreich Leffentlich mit diesem Brief, vnd Thuen Kundt Allermänniglich; Nachdem Wir bcy itzt vorstehenden allgemeinen Nöthen vnd androhendcn Feinds-Gefahren zu Onservir- vnd Erhaltung Unserer Erbkhö- nigreich vnd Landten, auch selbiger getreuer Ständt vnd Unterthanen, vndcr andern Mitteln zu einer paaren Summa Geldes ehest zu gelangen, auch dieses begriffen, vnd Uns als Regierender Erzherzog zu Oesterreich, Landesfürst vnd rechter Lehenshcrr, mit guetten Vorbctrachken zeitigen Rath vnd rechten Wißen, auch aus eigener Bewegnuß vnd von Landesfürstlicher Macht wegen zu der Zeit, da Wir solches wohl thun können, mögen, gnädigst dahin resolviret: Unsere landesfürstliche Lehensgcrechtigkeitcn, so wie über Alle die in diesem Unfern Erzhcrzogthum Oesterreich vntcr vnd ob der Enns gelegene Lehen haben, vorderist deren Inhabern, gegen Erlegung einer gewissen Summa Gelds in das Eigcnthum zu transferircn. Danncnhero aus deren von Uns zu dieser Kaufshandlung absonderlich verorductcn Rathen vnd Ooniminsnireu gepflogene, von Uns allerdings r»ti- üeirte Drn, vnd nachdem die verglichene Summa Geldes der Eintausend Gulden baar in Unseren kaiserlichen Hofzahlamt erlegt worden, dem hoch- vnd Wohlgebohrncn Unfern Rath, Kämmerern vnd Regenten Unser Nieder oestcrreichischcn Lande, auch lieben Getreuen Eonrad Balthasar Grafen vnd Herrn von Starhcmberg, Herrn der beyden Grafschaften Schaumburg vnd Waxenberg, auf Wildbcrg, Riedcgg vnd Lobenstcin, wie auch Herrn zu Schönbicgcl vnd Wildenftain rc. Das von Uns vnd Unfern Loeblichen Haus Oesterreich bishcro zu Lehen gehabte vnd hernach npseiüeirts Lehenstuck, als Nemblichen den Garten ausserhalb vnscrer Stadt Wien» bey dem heiligen Geist gelegen, mit dessen Grund, Bade, Fischwasser, darin liegenden Häusern, Wasch- vnd Trockcnstätten neben der nieder» Gerichtsbarkeit, desgleichen die Bestehung aller oräinari- vnd sxtra orckinnri Forderung oder Dienstbarkeiten, auch außer Hof-Soldaten oder andere Einquartierung, mit allen Recht vnd Gerechtigkeit; was vor Alters je vnd Allwegcn darzu gehörig, inndcrt war, nichts davon ausgenommen, von des Lehens 8ukseetion aus Ewig gänzlichen «ximirt, besteht vnd zu freyen LIIockial-Guet gemacht, erhebt, vnd in einen stäten ewig vnd unwiderrufflichen Kauf cigenthümlichen überlaßen, vns auch bey derselben aller vnd jeder Lehcnsfällen, so sich sonsten in ea, eackueitati», oder in andere Weg nach Ort vnd Eigenschaft der Lehen jezu- wcilen zutragen, für Uns. Unsere Erben vnd Nachkommen gänzlich vnd aller-' diogs begeben haben; sxiwinireu, bestehen vnd entbinden auch mehrbesagtcs hiervor gewestes landcsfürstliches Ihme Lonrad Balthasar« Grafen vnd Herrn von Star Hemd erg, nunmehr aber zu frey eigen gemachtes Lehen, wie solches oben spseiüeirst vnd benennt, von Unserer vnd Unsers Loeblichen Haus Oesterreich gehabten Lehensherrlichkcit; Machen dasselbe auch zu rechten freyen eigenen Lllockial-Guet, alles aus Landesfürstlicher Macht vnd Vollkommenheit yiemit wissentlich in Kraft dieses Briefes; Und meinen, setzen »ad wöllen, daß dasselbe von nun an zu allen Ewigen Zeiten freyes eigenes Lilockinl-Guct sehe vnd bleibe, von jcdermänniglich dafür erkennt, geachtet vnd gehalten, auch von Unserer österreichischen Lehens-liegistratur zn ewig währender Gedächtnuß aus denen daselbst vorhandenen Landesfürstlichen Lehcns- büchern gänzlich abgethan, vnd weder von Uns, vnseren Erben vnd Nachkommen, noch auch vnsern vnd derselben »achgesctzten Lchensgericht vnd Rechten Üarwider nichts gehandelt, oder in einige Weiß vnd Weg, wie daß immer mit oder ohne Recht beschchen tunte proc-eäirt vnd erkennt werden, sondern gedachten Eonrad Balthasar Graf vnd Herr von Starhemberg rc, seine Erben vnd Nachkommen, auch künftige Inhaber mit demselben, als mit andern ihren freyeigenthümlichen Guettern, wie sie gelöst vnd verlangt, vnd freyes Eigeuthums-Recht vnd Gerechtigkeit ist, zu handeln vnd zu thun, ohne Unser gedachter vnserer Erben vnd Nachkommen an Unfern loeblichen Hauß Oester-, reich vnd sonst männiglichcs Einred, Irrung vnd Widersprechen, gurten Fug- vnd Macht haben sollen vnd mögen: wie dann auch Wir, Unsere Erben vnd Nachkommen an Unser» Loeblichen Hauß Oesterreich wegen oberührter nachgelassener Lchenschast vnd zu LUoäial gemachten vnd verkauften Lehcnguct,' Sein Eonrad Balthasar Grasen vnd Herrn von Starhemberg rc. Seiner Erben vnd Nachkommcnden Inhaber rechter Gwähr, Schutz vnd Schirm für alle Ansprach, so sich ins Künftige. über kurz vnd lang solch« Lehens-Gerechtigkeit halber erregen möchten, seyn vnd verbleiben wollen. Alß gnädiglich Treulich vnd ohne Gefährde; Mit llrkand dicß Briefs,'^ mit Unfern Kayserlichen anhangendca Znfigl durch Unsere Nicderoestecrcichische 413 Rkgicrung vnt> Kammer über die von Uns untern Dato den fünfzehenden Monatstag Jnny dieß lauffenden Jahrs beschehenc kcsolutiou verfertigt. Geben in Unserer Stadt Wienn den dritten Monatstag July. Nach kbristi Unsers Lieben Herrn vnd Seligmachcrs Geburt Im Seckzevnbundert Sieben vnd Vierzigsten. Unseres Reichs des Römischen im eitstcn, des Hnngarisch im zwey- vnd zwanzigsten vnd des Böheimbischen im Zwanzigsten Jahrs. Ferdinand. Kranz Traulson Grave zu Falchenstain, Statthalter. I. Z. Pinell kantzlcr. ttoiuiuissiu Ouuüui LIcoti Iiuporatoris irr Ltousili», Joackini Pfundtncr. Michael Braun. Urkunde IV. Zcitc ,s.> ^riestai des Gemeinde-Richters auf der Wieden. — Stadtarchiv. lllir Endtsbenandte bethcnnen hiemit der Wahrheit zur Stcur, daß von scithen der Stadt icderzcith auf den Burkbsridt Wide» die Richter erwählt, vnd ausgenomben vnd snnsten alda biß Nicolstorff bißhcro nicmallen ainiger anderer Richter von einer andern privat Herrschaft gesczt worden, zu welchen Richter aus der Widen die Heuser biß über den Clagbanmb hinauß so weith sich gcmaincr Stadt Burkfridt crstreckht, gehörig, allcrmaßcn dann die Hauß- aigenthümber vnd Jnnwohner iederzeith aus Begehren des Richters auf der Widen alda erschienen vnd die handtierungß Steurn dahin abgcführt vnd bezalt. Jngleichen daß die weeg vnd Straßen biß auf daß Heugäßl inclusive hinauß, sodan bcy der I'avoritta biß ausser den braikhen Anger vnd Silber- wceg, vnd gahr biß an die Holler - Lukhen oder Standen hinauß, nit weniger inner vnd außerhalb des Elagbaumb biß an Nicol- oder Mätzlstorff vnd aller orthen an der Wienn biß der gegendt Margarethen von vncrdenkhlichen Jahren hcro iederzeith von gemainer Stadt vnd zu Zcithen von der Gmain des Burkhfridts Widen ohne Beytrag ainiger anderer Grundobrigkhcith oder Herrschaft mit schwähren Vnkoften gemacht vnd reparirt worden. Nit weniger als vor vngcfchr 12 Jahren ein todtc Mannßpcrsohn außerhalb des klagpaumb gegen Nicolstorff neben der Straßen des sogenandtcn Burgcrweegs gelegen, daß selbige auf Befclch Eines Loebl. Stadt Llagffstrnts von dem Richter auf der Widen habe öffentlich begraben, auch fünften zum öfter» ainige Krankhc von obbesagten Strassen inner- vnd außerhalb des Elagpaumb vnd andern örthcrn in daß Burger Spitall herein, die todte aber in dem Spitäller Gottßackher iederzeith zur Erden bcstättigen laßen, auch von dcnnen bedeuten Straßen vnd weeg alles 8. V. vmgestandencs Viech auf gemainer Stadt vncosten von vnerdenkhlichen Jahren her hinwckhgebracht worden. Zu Vrkhundt dessen haben wir gegenwertige Lttsstatiou der Wahrheit zur Steuer mit vnsern handt Vnterschriften vnd Pettschafften becräfftigct. vutuiu Wien» auf der Widen den t2, July »uuo 1701. Mathias Panher, Gerichtßgeschworner. Jakob Hertzog, ddo. Mathias Riemer, ddo. Abrahamb Locker, Richter auf der Widen. Johann Patz, Gerichtßgcsckworner. Mathias Andräy, ddo. Martin Machamayr, ddo. Urkunde V. (Zu Seite sor.) «kaiserlicher Bestätigungsbries fiir die Lchlcifmühie vom n. November t70S. — Ltadtarchiv. 111 ir Joseph von Gottes Gnaden erwölter Römischer Kayscr, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs in Germanien, zu Hungarn, Böheimb, Dalmatien, Kroatien, Sclavonien rc. König, Erzherzog zu Oesterreich, Herzog zu Bur- gundt, Steyr, Kärnten, krain und Würtenberg, Graf zu Tyrol und Gör, rc. Bekhcnnen öffentlich mit diesen Briefs, und thuen Kundt allermäniglich, daß Uns unser Stnckhauptmann und Gießer, auch getreuer Johann Kippo durch glaubwürdiges Vulimus allergehorsambst zu vcrnemben gegeben, wie daß Weyland Unser in Gott Ehristlecligst abgeleibter höckstgeEhrt-gcliebster Herr und Vatter glorwürdigstcn andenckhens noch den 8. Jnny »uuo 1660 auf aller- unterthänigstes anlangen Hannß Georgen Edlen Herrn von Garnich, nicht allein die auf dessen vor allhießiger Statt an der Wien» gelegene Polier-Sebleiff- und Mahlmihl gehabte uhralte Freyheit allergnädigst eouürmirt, sondern auch crstberührte Freymihl zu einen adelichcn Sitz erhoben, und derselben den Namen Mühlfeldt geschöpfft und gegeben; Znmahlen nun Er Kippo beruehrte Freymihl, gleich nach der Belägerung diser unser Resiäsur Statt Wenn Käuflich an sich gebracht, mit schwären Unkosten widcrumb erbauth und annoch würcklich besitzet, mithin Ihme obligen wolle sich nmb erneucr- und coukmlrung berührter Mühl - Freyheiten und Drivil«»ieu >lv novo zu bewerben, Solchennach dann allerunterthänigst gcbettcn, daß Wir alß ictzt Rcgirentcr Herr und Landsfürst in Oesterreich Ihme Kippo in anschung seiner albereith 22 Jahr lang geleist- und äato con- tinuirendtcr Treygehorsambsten Diensten, gleichfalls oberwchnter auf seiner jetzt innhabenter Polier-Schleif- und Mahlmühl beruhcnte Drivilexiou und Frey- beiten zu couürmireu, zu erneuern und zubestättcn allergnädigst geruhen walten; Wann wir dann gnädiglich angcsechcn des 8upxlic»u t e n s untcrthänigste Bitte, auch die mühesambe, nuhbahr- und unverdrossene Dienste, welche unfern durchleuchstigen Erzhauß Er Kippo mit »naußetzlichcn Fleiß »ndEyfer geleistet zu haben uns angeriemet worden, dergleichen gegen Uns biß in seine grucben zu coutiuuiren gehorsambst willig und Erbiettig ist, Alß haben Wir darumben mit wohlbedachten Muth, guttcn Rath und Rechten Wißen, in solch allcrnnterthünigste Bitte mit Gnaden gewilligct, und demnach obangezogenc dem von Garnich auf ernennte Pollier-Schlciff- und Mahlmihl den 8. Juny Kuno 1660 verliehene Gnadt und Freyheit, Krafft welcher dieselbe mit allen Kppsrtinsut i e n zu einen freycn Adelichcn Sitz erhoben und der ganze vlstrict mit dem Namen Mühlfeldt benamset worden, Alles ihres Inn- Halts und vorigen Begriffs, nicht anderst, alß wann solches alles von Wortt zu Wortt hierinn bcschriben und ioserirt wäre, Allergnädigst coullrmirt, erneuert und bestettet, Thuen daß auch c-oullrm i r e n, erneuern und bestätten, solches alles auß Römisch-Kayser-König- und Landtsfürstlichcr Machts Vollkommenheit, hieniit wiffentlich in krafft discs Briefs, Mainen, setzen und wollen, daß obberührte P o lli c r-S ch l r i ff-Müh l mit allen Ihren begriff und Kppertiuout i e n- auch darinn berciths habcnt- oder Künfftig erhcbenten gcbiuen, von nun an Vcrres und Ewiglich, wie vorhin ein frcues Adeli- chesGuett, Sitz und Wohnung sein, Je und allzeit den Namen Mühlfeldt haben, fuchren, also gcnennet, und gchaißen werden; und Er Johann Kippo, wie auch seine Erben und Nach-Kommen oder Künfftige rechtmeßige Dossessoro» und Znnhaber darbey sich aller deren Drivile^ien Gnaden , ItoFuI icn und Immunität c n, adelichen Freyheiten , Rechten und Gerechtigkeiten, alß andere, so mit dergleichen Edel-Sitz begnadet lcyn, allerdings freuen, gebrauchen und genueßen sollen und Mögen, von allermäniglich unverhindert. Gebüettcn daraus allen und Jeden Unserp nachgesetzten Geist- 415 und wkltlichcn Obrigkeiten, insonderheit aber jetzig- und Künfftigen Unfern Statthaltern, Landtmarschalln, krülatsii, Grafen, Freyherren, Rittern, Knechten, Landtleuthcn, Vioeäomlis», Vögten, Pflegern, Burgermaistern, Richtcren, Rathen, Burgern, Gcmaindcn und sonst allen andern Unseren Ambtleuthen. Unterthanen und Getreuen, maß Würden, Staudts oder Wesens die scyndt, Greift- und föstiglich mit discn Brieff und wollen, daß Sie mehrbedeutcn Unfern Stuckhauptmann und Gießer Johann Kippo, dessen Erben und Nachkomben oder Künfftigc Rechtmäßige rossessors» und Jnnhaber mehr- berührter P o l l i er - Schl e iss- und Mahlmühl am Mühlfeldt dey obangezogencr Gnadt und Kreyhcit, und discr Unserer darüber Ertheiltcn gnädigsten OonLrmat i o n und Bcstittigung allerdings Rührig verbleiben lassen, darbey Krifftiglich Schützen, schürmen und handthabcn, Syc darwidcr nicht beschwüren, bekümmern und anfechten, noch daß Jemands andern zuthuen gestatten in Kein Weiß, noch weg, Alß lieb einen Jeden seye, Unser schwär imgnadt und Straff, darzu ein Pön, nemblich fünffüg Marckh lötligen Goldts, zu vermeiden, die ein Jeder, so offt Er freventlich yicrwidcr thctte. Uns halb in Unser Lämmer, und den andern halben Theill dennen bcleydigten unnach- lißlich zu bezahlen verfallen seyn solle, zu vermeiden. Daß mainca wir Ernstlich mit Urkhundt dises Briefs-, bcsigelt mit Unseren Kayserlichen anhangenten Jnflgel, der geben ist in unserer Statt Wien» den neunten Monaths Tag Novembris nach Christi unsers lieben Herrn und Sccligmachers gnadenreichen Geburtt im 1705ten, Unsererer Reiche des Römischen im täten, des Hungari- schen im 18ten und des Böhcimbischen im Ersten Jahre. Joseph. Johann Friedrich Krcyherr v, Seilern, -^<1 msnäatuiu 8 ao, tluea, dlagest. kropr. Franz Anton 8 . Herr v, (juarient. Urkunde VI, (Zu Seite SS.) Kaiserlich« Ratification über den Antaus der erzbischöflichen Grundherrlichkeit durch die Stadttommune Wen. — Stadtarchiv. Von der Röm, Kays, auch zu Hispanien, Hungarn und Böheimb König!. Majestät, Erzherzogen- zu Oesterreich re, unsers allergnädigsten Herrns wegen durch die N. Ö. Regierung Denen von Wien» hicmit anzuzeigen: Demnach vorhin errindlich, waßgeftalten dieselbe nicht allein umb allergnädigstc Ratification dcß zwischen den fürstl. Herrn Oräiuarium und dcnenselben über deßen in- und vor der Stadt habende Grundherrlichkeit, dann zwey bey der sogenannten Heu- mühl befindlichen Küchel- und Weingärten errichteten Vergleich und rsspertivs Kauf- und Verkauffs-Ocuitructs, sondern auch umb dcro Landsfürstl. Ooiweua, wormit Syc das zur Gedächtnus der unter Ihme fürstl Herrn Oräiimrio cingesührtcn Erzbischöflichen Würde und dessen bessern Gehalt versprochene Krstuitum Pr. Zehntausend Gulden abreichen dürffen, alleruntcrthänigst ange- langet und gedeihen; Waß auch Regierung in ihren hierüber allergchorsamst erstatteten Bericht guttächtlich eingcrathcn habe. Wie nun Ihre Kays, May. über den derselben umbständlich beschehenen gehorsamsten Vortrag dero Lands- fürstlichen Oousens und Rutiüsstion über gemeltcs dratiiitum deren 1 O.Ü 6 O Gulden, dann auch den Vergleich und respsetivs Kauf- und Verkauffs- 6 oi>- trast äs äato 29, September verwichenen t 725, Jahres mit folgenden Bey satz untern 4, Monaths ^sbruarz- inlebenden 1726, Jahrs allergnädigst ertheillet, daß krinao: nicht allein besagtes Llrutuitnin, welches die von Wien» der nunmehrigen LletropolitLu-Kürch per woäum äoti» zum befferu Gehalt eines Herrn Erzbischoffes freywillig dargebeu, sondern auch der Kausschilling 416 Pr. Kunsfzig Tausend Gulden von dem Herrn Erzbischosfe auf eine sichere » Hypothek mit Regierungs Vorwissen, nach Vernehmung derenselben für Aniezo und ins künsftig angcleget, allensahls auch mit gleichmäffigen Vorwisscn Regierung umb die umblag und aufkündigung beschche. und die zu 5 l?r. Onto hievon abfallende Interessen von Ihme und seinen Nachfolgern alß Erzbischoffen einkünfften genge. zu dem Ende auch ein besonderbindiger Revers von widerholten Herrn Erzbischoffcn pro »s ei Sueeessoribus gefert- tiget, und zur Kloster-Registratur auch davon ein Exemplar in daß Erz- bischösflichc Archiv geleget, und in daß Jnventarinm eingetragen. Secuuäo: in dem §. 6t° widcrholten Kauf-Contracts vorbehaltencn und von der stcuer auch anderen Bürgerlichen Oueribus befreytcn Erzbischöfflichen Häusern und Gründen in- und vor der Stadt. der in denen Landsfürstl. Patenten vorgesehenen General- und Particular-Disitation, auch andern in xolitieis gemachten Satz- und Ordnung statt und Platz gegeben, und Dsrtio: Bon Denncn von Wienn die in äictv §. dem Erzbistumb nachlassende Steuer und übrige Bürgert, ouer» nicht auf andere Burgl. Häuser geschlagen, sondern auf die Zenigc nach der Hand zu Gewerbschasften abgebende Grund- Wein- und Kuchelgärtten überleget werden, re. Letuiu Wien» den 3- Zuny Kuno 1726. Johann Jacob Oberpauer, N. Ö. Regierungs-Expeditor. Noten. Zu Seite 80. ..Kurze Geschichte und Beschreibung der k. k. Pfarrkirche zum heiligen Karl Borromäus in Wien, in der Vorstadt Wieden, nebst einigen Zügen aus dem Leben des heiligen Karl Borromäus. Eine Festgabe für die fromme Pfarrgemeinde zur Säcularfeier der Einweihung dieser Kirche im November 1837." (Wien bei Mausbergcr 1837.) — Prospekte der Kirche in Pfessel und Kleiner I. (1724) Blatt32, dann IV. (1737) Blatt 20. — Pest-Beschreibung und Inieotioiw-Ordnung rc. I. Ansg. 1727. II 1763. Fol. Mit der Abbildung der Karlskirche von Salomon Kleiner. — Oaroli Korrorniii-Ipital-Stistungen (Joh. von Savagcri, Chronologisch-geschichtliche Sammlung aller bestehenden Stiftungen rc. Brünn 1832, S. 611.) Seite 75 „Frohe Empfindungen der Bewohner des Grundes Wieden, gesungen von Lorenz Leopold Haschka; sammt einer kurzen Anrede eines Kna- bens. der Seiner Excellenz dem Herrn Feldmarschall Grafe» von kler- fayt die heißen Wünsche der dankbaren Gemeinde überreichte. Im Jahre 1796." (Wien bei Ignaz Alberti s Witwe. 4 ) Anläßlich des am 31- Jänner 1796 zu Ehren Llcrsayts von der Gemeinde Wieden veranstalteten Dankfestes. — Geufau. „Dcnkmahl rühmlich erfüllter Bürgerpflichten." (Wien 1806, Seite 191.) — klerfayts Denkmal im Ortsfricdhofe zu Hernals : Böckh, Merkwürdigkeiten Wiens. II. 1823. S. 122) Das Coburg sche Palais ist seit 8. Oktober 1863 im Besitze Sr. kaiserlichen Hoheit des Herrn Erzherzogs Karl Ludwig Joseph Maria (geboren 30. Juli 1833) Bruders Sr. Majestät des Kaisers. Seite 76. „Urtheil der auf Verordnung Napoleons I. am 25. Juni 1809 versammelten Militär-Commission." Präsident v Passinger, Adjutant Kommandant; Beisitzer: der Escadrons-Lhef Lharlot von der Gendarmerie, der Platzadjutant Hauptmann Collet. dann die Lieutenants Bcrbre, Besni, Jenin und Erzbischofs. Referent: Robiquet. Gouvernements-Kommissär; Aktuar P. Fleurct; Dolmetsch Huraska, Wiener PolizeicommissLr. Eschenbachcr's Gefährten, die beiden Sattler Johann Purkhard und Lukas Kopp, dann dek Schlossergesellc Johann Holzapfel mußten der Hinrichtung des Meisters beiwohnen und wurden nach Vollzug derselben aus Wien ausgewiescn. Seite 76. Haus Nr. 11. nun Hötel Viktoria. 417 Seite 77. „Nachricht von der Entstehung, Aufnahme und jetzigen Verfassung des k. k Taubstummcn-Jnstitutes in Wien. i>787." — „Über Taubstumme." Eine Einladungsschrift zur öffentlichen Prüfung der Taubstummen, welche den 22. August 1798 im k. k. Taubstummen - Institute zu Wien auf dem Dominikanerplatz gehalten wird. /. . 304 Schleismühle (Gut Mühlfeld) . 301 Der alte Wallgraben ... 6. 306 Schlüsselgasse.309 250 251 252 254 296 257 261 262 263 264 266 275 267 363 271 272 278 276 280 283 288 421 Schmöllerlgasse . . Seite . 311 Sophicngalle .... 312 Starhemberggassc . . . . 313 Steggasse. . 316 Strauftengalse .... . — Laudftummengaste . 318 Dechnikcrstraftr .... . 319 Der Mondschein- oder Langaus-Saal — Spital der Bedienten zu St. Joseph 321 Bildhauer Schaller . . Polytechnisches Institut .... 322 Tchulhaus der evangelischen Gemeinden .329 Therestanumgaste . . 330 Lrappelgalle . . 332. 374 Viktorgasse.334 . . 335 Gasthof zum blechernen Thurm . — Wienstrafte . - - Bärenmühle. (Kaiserliche Brunftiche) Heiliggeifter-Mühle . . . p-/ 9. Abenteuer des Bären-Müllers Johanneskapelle .... Castelli. Weidmann . . Wildenmanngaste . . Wohllebengasse Bürgermeister Wohlleben Millykerzenfabrik . . . Ziegelofcngalse Kloster der P. P. Piaristen Kirche zu St. Thekla . . Zimentirungsamt . . . Zirgclöfen 140. l87. 216. 217. 271. 362 . Häuser und Gründe vor der Seite 374 375 377 378 385 386 . 388 .' 392 . 393 395 Kalte Herberge .... — Favoritenliinc rl«v1«„8 (Maler) . 336 Brrthagasse .... l 399 Wattergaslr ... ll7. 338 Dampfgalie. . - Kommiinai-Lberrealschule 339 Götzgasse. 400 Wehrqalle . . . . 345 Halengalle. — Weyrinqerqasse . 67. 347 Himbergerkraftr . 401 Wicdnrr Hauplstrake 349 Schulhaus ..... . 402 Schmid sche Waisensliftung. 352 Rother Hof. 403 Schäffer'schcs Stifthaus . . . . 355 Landgut . - * - Der Neu- oder Laßlathurm 5- ti. 356 Schrottgießcrei . . 404 Christoph Ritter von Gluck 360 Jagdgalse . 405 Marokkanische Gesandtschaft . 361 Johannitergajsc.... . - Postamt. 363 Johannitergrund . — Eine riesige Linde . . . 364 Kepplergasse . 406 Kaisergarten (Erzhcrzoglich Rainer- Tandgutgasse . — schcs Palais) . . . . 282. 367 Parendurgerstrafte . — Maria Theresens Krankenlager 368 Mannhartsgaste . 407 Bäcker-Rummel (1805) . 370 planetengaffe . - Hauptschule der P. P. Piaristen. Naaderbahngalse . 408 (Noviziat). 372 Süddahnplatz .... . - Genser-Uhrenfabrik (Transporthaus) 373 Anhang (Urkunden und Roten) 410 - > ' >:uu EU ni;»Mi, 8 s .. n!^,ü«EU ^ -j --U ,r ./l . ' E . -. u, .«-.z,L.!Ki: »k-ox,>u« i.'wnH' >M -rr'^?r. Er EU ' Ei- cuu. u > '-vE,i-. . - 't'M.rtz ', ) ->fi!^ 1 »'-Äl>-.'- 7 U,U -ÜI,.:'^ i'wir ^ 7 ^ . ' !^> :!:./q:.^>,L ' E». r >"'U> r,i'«;<;NMWr.UE EilE !Z ». ', - . - . - , -!?-!/,«L " ^<» 1 . ?!' i»riu ... ' " 7 7 L.- ->.>, ü!i» ?. ^ ,U,!.!-j ^ l"- ,.. .!.,-/>»7 ' - ' rtMMÄft!» ' ^H' 7 jj»», I«K OBUM' ü'M!i!i!chSM:- ^ ' ..U ' - -.- :.MchE7-«ikiU : uuu !l^.. U>.-. > . -> -U -'1 v - U. r!::,-'r' U's U? -u-ck ' r-i.-i, . ' Ei: . > 7 . 1 >« ->!>.."- ,. . '.- Ä >> ,F 7 »? -'^. -.. - ^ Esck'w!i>',--D - . i, .. . . EWMD ' u>uk«L -»itvrve.rs» :EU. ! rMi " L/iuiME -L' ,P ', - , ^ "E«. ^nDwGdL.'«a - :.?r: , ! i ! ^ 7 - , ', -- ' ^ ^ - ?.->-«> ^ 7 ^-. . xÄ.-- . '^° 7>^- >->» s? >' I».- <7 >' ' M-»-. -tzsL7i''L»»»fM >.» ^