fll DER BERÜHMTEN rnnm DES VERSTORBENEN HOPRÄTHKS P« KOTZIAN IN WIEN (OELGEMÄLDE & PLASTISCHE KUNSTGEGENSTÄNDE) DURCH F*. KAESER, KUNSTHÄNDLEPy DONNERSTAG DEN 1. JUNI 1811 NACHMITTAG VON 2 — 4 UHR IM LOCALE DES ÖST. KUNSTVEREINS TUCHDAUBEN Nr. 8, I. STOCK. AUSSTELLUNG DER GEGENSTÄNDE VOM15. MAX BIS ZUM 3 1. MAI1871 IN DEMSELBEN LOCALE. WIEN, KUNSTHANDLUNG VON P. KAESER. 1871. Die Auction erfolgt gegen Baarzahlung in Oesterr. Währung. Die Gemälde und die übrigen Kunstgegenstände werden vom 15. bis zum 31. Mai im Locale des Kunstvereins zur Besichtigung ausgestellt und können desshalb Reclamationen nach erfolgtem Zuschläge nicht berücksichtigt werden. Die Herren Liebhaber werden ersucht, die Gegenstände unmittelbar nach der Versteigerung in Empfang zu nehmen oder abholen zu lassen. Zu Aufträgen empfiehlt sich ergebenst P, Kaeser, IC unsthändler. Dieser Katalog ist zu beziehen: Jn Wien yj n fl n fl w fl n a fl a a fl fl » n fl a • „ Berlin durch Hrn. P. Kaeser, Kunsthändler, Bognergasse 2 „ „ Artaria & Cie., Kohlmarkt n „ L. T. Neumann, Kohlmarkt „ „ Gr. Plaoh, Wieden, Hauptstrasse 60 » „ Miethke & Wawra, Plankengasse 7 « fl A. Posonyi, Graben 14 » „ F. Schwarz, Giselasfrasse A „ J. Bermann Weihburggasse, Gartenbau gesells chaft ,< „ K. Kunewalder, Opernring 15 « „ M. Löscher, beeid. Schatzmeister, Opernring 8 » « Lepke, 4a unter den Linden « « • « fl » ■« „ Hamburg » fl Dresden „ „ Leipzig „ „ Frankfurt a. M. „ London „ » « » „ Bruxelles „ fl A V) „ Haag „ „ Amsler & Ruthardt n Sachse & Comp. „ Bock & Sohn „ E. Arnold „ P. del Vecchio » Kohlbacher „ Goupil & Comp. „ Wallis fl H. Leroy fils „ J. Hollender „ Goupil & Comp. VORWORT. Die weiland Peter Kotzian’sche Kunstsammlung. „Nenne mir deine Freunde und ich weiss wer du bist.“ Die Variante dieses alten Sprichwortes lässt sich wohl mit unzweifelhafter Berechtigung auf alle Kunstfreunde anwenden, die ihre Liebe zu künstlerischen Producten im Laufe der Jahre durch Erwerbung einer grösseren oder kleineren Anzahl von Kunstwerken bethätigt haben. Es heisst dann: „Lass mich deine Sammlung schauen und ich kenne deinen Geschmack.“ Von diesem Standpunkt aus betrachtet lässt uns die Sammlung des Anfang dieses Jahres verstorbenen Hofrathes Peter Kotzian über die Richtung, welche ihm dabei vorgeschwebt, nicht lange im Unklaren. Es ist die „Vollendung,“ das „Fini“ der Franzosen; und um das Princip, welches seinen Geschmack leitete, noch präciser auszudrücken : es war der schöne Gedanke oder doch der sinnige Gehalt, die er in jedem Kunstwerk suchte, das seine Besitzlust angeregt hatte, und als Ergänzung dieser Bedingung, eine in kleineren Dimensionen wohlgefällige, liebevolle Ausführung der Einzelnheiten, ein Mittel, um dem geistigen Inhalt des Werkes zum vollen Ausdruck zu verhelfen. Es ist die Geschmacksrichtung, welche durch alle Zeitalter und alle Phasen der Kunst leidenschaftliche Anhänger zählte und auch während einer entgegengesetzten Strömung der Kunstrichtung ihre begabten Vertreter zu Ruhm und Ehren gelangen Hess. Hundert Beispiele aus früheren Perioden sowohl, als bis in die l 4 jüngste Vergangenheit bezeugen die Wahrheit dieser Behauptung, und nennt man die besten Namen aus der Kunstwelt der Gegenwart, so sind die Vertreter dieser Richtung in erklecklicher Anzahl mit inbegriffen. Wollte man sagen, die Landschaft allein habe sich heutzutage und für immer von dieser Richtung losgesagt, so wäre dies bloss ein Verkennen der Thatsachen oder eine vorgreifende Verurtheilung künftiger Erscheinungen. Noch nie hat vielleicht der Genius der Menschheit zu so unberechenbarem Fluge die Schwingen erhoben wie in unseren Tagen. Im Bereiche der Politik, der Kunst und Wissenschaft hat er über Nacht scheinbar für alle Zeiten gütige Richtungen umgestürzt und hinwieder Ideen und Meinungen, die längst als abgethan bezeichnet waren, in ihre Geltung wieder eingesetzt. — Die Stimmungslandschaft unserer Zeit, die sich in breiten Formen, in flüchtigen Andeutungen, in grösserer Massenwirkung gefällt, kann die Ausschliesslichkeit der künstlerischen Berechtigung nicht in Anspruch nehmen. Die historische, die ideale Landschaft ist nicht todt, sie kann ihre alten Rechtstitel in dem Masse wieder geltend machen, als die intime Landschaft durch das bedenkliche Hinneigen zur gleicli- giltigen, weil allzu unwählerischen Photographie die Grenzen ihrer Herrschaft bereits ahnen lässt. Es bedarf nur der Wiederauferstehung eines ungewöhnlichen Künstlertalentes, dessen schöpferischer Genius jene Macht der Thatsachen repräsentirt, vor welcher der herrschende Geschmack, und bis zu einem gewissen Punkt auch die Sätze der landläufigen Kunstlehre biegsam und geschmeidig werden. Allerdings ist der landschaftliche Idealismus, mit Ausnahme eines grossen Meisters, heute fast ohne Vertreter, aber die Lücke, die den Anhänger dieser „antiquirten u Richtung so schmerzlich drückt, sie wird zum Tlieil ausgefüllt durch die reicne Hinterlassenschaft eines ausgezeichneten Künstlers in diesem Fache, der dem Schauplatz seiner rastlos schaffenden Thä- tigkeit erst vor zehn Jahren entrissen wurde. Es ist der Ungar Carl Marko d. Ae., einer der grössten und meist gefeierten Vertreter der idealen Landschaftsmalerei unserer Zeit. Sein Name und der Name seines langjährigen Freundes und Gönners Peter Kotzian werden in einer Specialkunstgeschichte der Gegenwart wohl für immer vereint und zusammen genannt werden müssen. Beinahe die Hälfte der Kotzian’schen Sammlung — 5 — besteht aus Marko’schen Landsehaftsbildern, die in solcher Anzahl und solcher Vortrefflichkeit zugleich kaum je wieder in einer öffentlichen, geschweige denn in der Privatgalerie eines Kunstfreundes sich zusammenfinden dürften. — Das Verhältnis beider Männer zu einander so wie die Entstehung der Sammlung selbst ist es werth, durch einige Streiflichter des Näheren beleuchtet zu werden. Hofrath Kotzian, eine in der Residenz sehr bekannte und geachtete Persönlichkeit, war Sammler im besten Sinne des Wortes. Dem höheren Beamtenstande angehörig, alleinstehend, und von den ernsten Mühen seines Berufes nur in den heiteren Schöpfungen der Kunst Erholung suchend, konnte er die Hälfte seines nicht unbedeutenden Einkommens auf die idealen Bedürfnisse seines selbstständig gebildeten Geschmackes verwenden. Er sammelte nicht aus Mode, sondern für sein eigenes Behagen, und blieb seiner Vorliebe für gewisse Specialitäten der Kunst getreu bis an sein Lebensende. Eine jener ausgesprochensten Specialitäten war Carl Marko. In Ungarn 1790 geboren, und bis in sein Mannesalter daselbst als Ingenieur in einem anderen Fache thätig, hatte Marko erst nach langen Kämpfen, unter misslichen Verhältnissen als Portrait- und Historienmaler in Wien seine künstlerische Laufbahn begonnen, und zwölf Jahre der undankbarsten Mühe und Sorgen führten ihn endlich zur Erkenntniss seines eigentlichen Berufes als Landschafter. Im Jahre 1834 zog er, mit sehr geringen Mitteln versehen, nach dem Lande seiner Sehnsucht, nach Italien, welches auch seine zweite Heimat geworden, die er, mit Ausnahme eines kurzen Besuches in Wien und Pest im Jahre 1853, nicht mehr verliess. Seine Leistungen fanden frühzeitig an Kotzian einen eongenialen Bewunderer. Er gab ihm Aufträge und hatte das Glück durch eine Bestellung zur rechten Stunde und rücksichtsvolles Benehmen den bedrängten Künstler aus einer drückenden Lage zu befreien. Aus diesem an und für sich geringfügigen Anlass fühlte sich Marko, dessen allzuweiches Gemüth durch manche böse Erfahrung und erlittene Unbill zurückhaltend und im Vertrauen zu den Menschen wankend geworden war, Kotzian gegenüber zu lebhaftem Danke verpflichtet; er behandelte ihn als seinen Wolilthäter und suchte durch besondere Sorgfalt in Anordnung und Ausführung der durch K o t z i an bestellten Bilder seine Dankbarkeit zu beweisen. Eben diese Sorgfalt und Rück- l* 6 sicht in der Ausführung und der poetische Schwung, diese auch seinem Geiste verwandte ideale Richtung der Mark 6’schen Bilder, wurde nun für den Kunstfreund ein fortwährender Reiz zu neuen Bestellungen. Es entwickelte sich aus diesen Beziehungen ein wechselseitig durch Wohlwollen und Vertrauen gefestigtes Freundschafts-Ver- hältniss mit regem Briefverkehr, welches ohne Unterbrechung beinahe zwanzig Jahre lang währte, und nur mit dem Ableben des Künstlers im Jahre 1860 ein Ende nahm. Mark ö, der jederzeit allzunoble, in allen praktischen Fragen des Lebens aber unbehilfliche, vertrauenselige, und darum oft missbrauchte und betrogene Träumer, konnte trotz zeitweilig sehr bedeutender Einnahmen materiell doch nie auf einen grünen Zweig gelangen; und Freund Kotzian (dem er übrigens den Titel des Hochwohlgeborenen Herrn Hofrathes nie versagte) blieb mit Rath und That, in Gestalt von Vorschüssen, Darlehen und Vermittlung seiner Interessen in Wien der permanente Retter aus seinen endlosen flnanciellen Nöthen, in Krankheitsfällen und sonstigen Verlegenheiten. Die umfangreiche Correspondenz die uns vorliegt und den Zeitraum von fünfzehn Jahren umfasst, enthält gar manche Notiz von kunsthistoriscliem Interesse und ist ein ehrenhaftes Zeugniss für den biederen Charakter und -die edle Denkungsart der beiden Freunde. Kotzian liess sich oft vorerst in leichten Umrissen, dann in ausgeführter Farbenskizze die ihm zugedachten Compositionen vorlegen. Kritische Bemerkungen, Aufforderungen zu partieller Aenderung, anderseits wieder Zugeständnisse oder sehr eingehend motivirte Widerlegungen, zu Zeiten sogar vollendete und behufs einer kleinen Retouehe wieder heimgesandte Gemälde kreuzten sich stetig in reichem Ideenaustausch auf dem langen Wege zwischen Wien und Florenz, später Appeggi, wohin der dem Verkehr mit Menschen immer mehr abhand gewordene und der Ruhe und Sammlung so sehr bedürftige Künstler für das letzte Jahrzehnt seiues Lebens sich zurückgezogen hatte. Doch ist von Seite K o t z i a n’s nirgends auch nur der leiseste Versuch zu merken, die Vortheile von Marko’s hingebender Freundschaft im eigenen Interesse selbstsüchtig auszubeuten; und von Markö’s Seite ist die Sorgfalt und Aufopferung geradezu rührend zu nennen, mit welcher er innerhalb der Grenzen seiner künstlerischen Ueber- zeugung den Wünschen seines Gönners jederzeit bereitwilligst entgegenkam, und ihm trotz Mahnen und Drängen nur das und erst dann auslieferte, was er, und nachdem er es selbst als gelungen und sowohl seines künstlerischen Rufes würdig, als auch den Ansprüchen seines diffieilen Freundes entsprechend befunden hatte. Nüchterne Studien, flüchtige Entwürfe, Versuche, die er bloss zur eigenen Belehrung angestellt, will er ihm nicht als Bilder überlassen. „Die fleissigen Bilder“ — schreibt der Künstler noch im letzten Lebensjahr und schon nachdem die Qualen eines zunehmenden Augenübels ihn oft tage- und wochenlang von der Staffelei ferne hielten — „male ich für die, die ich hochschätze, und dass man nicht sagen könne, ich hätte meinen Ruf bereits überlebt; die leichteren, oberflächlichen aber nur, um davon das Leben zu fristen.“ An Kotzian iiberliess er nur solche Arbeiten, von deren Werthe er selbst ein mehr oder minder lebhaftes Gefühl hatte, und allerdings ist Vieles darunter vom Allerbesten, was er überhaupt je geleistet hat. Mehr als die überzeugende Correspondenz bewiesen übrigens die Bilder, wie gewissenhaft und mit welcher Strenge gegen sich selbst der Künstler zu Werke gegangen, wenn „Hiob II.“ für seinen „rettenden Hofrath“ thätig war, wie tief er einzudringen suchte in die wesentlichen und unwesentlich scheinenden Bedingungen des Erfolges, den er sich in dieser oder jener Landschaft als besonderes Ziel vorgesteckt hatte, und wie erschöpfend er den Vorgang seiner meist inhaltsreichen, oft sehr bedeutenden Staffage darzustellen suchte. Diese scrupulöse Sorgfalt erstreckte sich mitunter bis auf die Symbolik der Blumen und Pflanzen, bis in die kleinsten Attribute und Kennzeichen der meist biblischen oder mythologischen Persönlichkeiten seiner Staffage und auf Minutien im Styl seiner häufig angebrachten Architektur. In der Solidität, Umsicht und Geduld, mit welcher er schliesslich nach bewährten Erfahrungsregeln seine Arbeiten in technischer Beziehung präparirte und erst nach Verlauf eines bestimmten Zeitmasses vollendete, um denselben die Frische des Tones auf die Dauer zu sichern, hat ihn wohl kein Meister der neuen Zeitüb ertroffen. Die Markö’schen Landschaften, wie wir sie in der Kotzian’schen Sammlung vor uns sehen, haben nun auch seit 15—20 Jahren, d. i. seit ihrer Entstehung, nicht eine Nuance ihrer ursprünglichen Klarheit eingebüsst, und sind von so heite- 8 rem Schmelz, von so üppiger Farbenpracht wie an dem Tage, wo sie der Meister mit stolzem Selbstgefühl oder auch mitunter zögernd und besorgt um ihr weiteres Schicksal in der Ferne aus der Hand gegeben. Geradezu bewundernswerth aber ist die Schärfe und Unbefangenheit seiner strengen Selbstkritik, die er an den eigenen Schöpfungen übte. Er hatte in seinem künstlerischen Gewissen einen sehr sensiblen Gradmesser für die Werthunterschiede seiner Arbeiten, und in seinem Munde klingt es nicht wie Selbstüberschätzung und Eigendünkel, wenn er in einem Briefe von den vorzüglichsten dieser Bilder behauptete: sie seien unter Brüdern 5mal so viel werth, als der ursprünglich bedungene Kaufpreis, den er mitunter selbst aufZureden Kotzians nicht in erhöhtem Betrage annehmen wollte. Seine brieflichen Commentare zum „Raub des Hylas“, zur „Latona“, „Venus und Adonis“, „Urtheil des Paris“ und einer Reihe der herrlichsten Landschaften kleineren Umfanges, sind sprechende Beweise seiner richtigen und durchaus nicht zur Selbstüberhebung hinneigenden Kenntniss des eigenen Werthes. Diese glühenden und doch zugleich so lieblich anmuthenden Gemälde, aus einer unerschöpflichen Fülle malerischer Phantasie und liebevoll eingehender Beobachtung der südlicheren Natur entsprungen, sie bergen einen Schatz von feierlicher Poesie, ja, man möchte sagen, es wohne diesen Bildern eine bekehrende Macht der Ueberredung inne, die den Beschauer, und mag er auch sonst einer anderen Auffassung des Landschaftlichen huldigen, bei einiger Receptivi- tät allmälig dazu zwingt, die Natur in so schimmerndem Feierkleide durch das eigenthümlich verklärende Auge dieses Zaubers liebzugewinnen. Es würde zu weit führen, den berauschenden Reichthum der Motive, die paradiesische Ueppigkeit der Vegetation, die mannigfaltigen Reize des Terrains, das harmonische Gleichgewicht zwischen Landschaft und Staffage und all’ die vielen sonstigen Verführungsmittel der Markö’schen Kunstweise in den einzelnen Bildern nachzuweisen. Das Mass soll nicht überschritten werden. Aber weniger dürfte kaum genügen , um der Bedeutung dieser ungemein anziehenden Collection Marko scher Landschaften gerecht zu werden, die doch eine so hervorragende Hälfte der uns vorliegenden Sammlung ausmacht. —- Nur soll damit nicht im Entferntesten gemeint sein, als ob die andere Hälfte Aveniger des 9 bedeutenden aufzuweisen hätte. Die Besucher dürften sich von dem Umstande überzeugen können, dass der verewigte Sammler auch in seinen übrigen Acquisitionen zumeist ein glückliches Atige, und bei consequenter Vorliebe für den Reiz sorgfältiger Behandlung ein feines Gefühl und sicheren Tact besass. Der „Besuch des Herzogs von Choiseul bei dem Abbe Barthelemy im Medaillencabinet zu Paris“ von E. Fichel ist ein Cabinet- stück von vorzüglicher Delicatesse der Behandlung und Feinheit der Charaktere. Die anmuthigen beiden Genrebilder von Ver- heyden, das eine schon durch die Vervielfältigung bekannt, werden auch durch ihren sinnigen und originellen Inhalt den Geschmack des Sammlers rechtfertigen. H assenpfl ug’sKlosterhof st wohl ein tadelloses Architekturbild von ungemein schöner Wirkung, um gar nicht zu reden, von dem zarten Beleuchtungs- Effect in der holländischen Wirthsstube van Grotvelts, den be- wunderungswerth durchgeführten beiden Stilleben Hamilton’s, von den überaus stimmungsvoll klaren, ja reizenden Bildchen E. Tshaggeny’s: Die Bäuerin, die ihr Vieh durch das Moos treibt, und von Verbo eckhoven, der ebenfalls durch ein bedeutendes Thierstück: eine heimkehrende Heerde vom Sturmwind erfasst, vertreten ist. G. Wappers Name ist in der Kunstwelt zu bekannt, als dass es eines besondern Winkes bedürfte die Aufmerksamkeit auf seine „Allegorie“ hinzulenken, ebenso Schelf- houtmit seinen nebelduftigen holländischen Winterlandschaften. Der einzige Gau ermann in dieser Sammlung stammt aus der besten Zeit des Meisters und ist besonders durch den harmonisch satten Ton, und die kecke, freie Behandlung des landschaftlichen Theiles erfreulich. Die Historie und das historische Sittenbild repräsentiren in würdiger Weise Ed. Ender, Al. Hunin und M athy ssen. Manches Andere wäre noch hervorzuheben; vor Allem ein schönes, ideales Costumportrait (Kniestück) einer durch ausübendes Künstlertalent und liebenswürdigen Charakter weithin bekannten Dame der ungarischen Aristokratie, als „Corinna“ von Amerling, welches, abgesehen von dem künstlerischen Werth und der lebensvollen, edlen Auffassung, schon durch das Interesse, welches sich an die Namen des Originales sowohl als des Künstlers knüpft, in den betreffenden Kreisen einer besonderen Beachtung begegnen dürfte. 10 Indem wir bezüglich der näheren Angabe über den Gegenstand und Inhalt der einzelnen Gemälde auf das ziemlich erschöpfende Verzeichniss hinweisen, können wir unter dem eigenthümlichen Eindruck, den der letzte Besuch einer werth vollen Sammlung von Bilderwerken hinterlässt, nicht umhin, den Wunsch auszusprechen, es möge jedes Bild dieser Sammlung, die nun in kurzer Frist nach allen Richtungen der Windrose auseinanderstiebt, ein Partikelchen jenes Geistes fruchtbringend mit sich in die Ferne tragen, in welchem der verewigte Sammler gesammelt, und inmitten seiner Lieblinge für so manche Entbehrung an Lebenslust und Glück so reichlichen Trost und Ersatz gefunden hat. I. ABTHEILUNG, GEMÄLDE. Die Grössen der Bilder sind in franz. Metres und Centrs. (ohne die Rahmen) angegeben. AMERLING Fr. und E. Ender (Wien). 1. Corinna. Ideales Portrait einer Dame aus der ungarischen Aristokratie. Kniestück. Von schönem lebhaften Ausdruck und kräftiger Farbe. Leinwand H. 97, Br. 70. BACLER-DALBE, 2. Winterlandschaft. Guaehe-Gemälde H. 53, Br. 80. BACLER-DALBE. 3. Eine Feuersbrunst. Guaehe-Gemälde H. 53, Br. 80. r | J 12 ENDER Eduard (Wien). . 4. Historisches Gemälde. Herzog Rudolf IV. Stifter, des Stephans-Domes, empfängt unter freiem Himmel, in Gegenwart seiner Gemahlin, der Herzogin Katharina, dann des Herzogs Albrecht, Johann Maierhofer, Probst zu St. Stephan, des Abtes zu den Schotten und zahlreicher Ritter, Werlcleute und Bürger das Modell der Stephans- Jcirche aus den Händen des Baumeisters Wenzla von Klosterneuburg. Signirt 1861. Leinwand H. 79, Br. 108. FICHEL Eug. (Paris). 5. Das Medaillen-Cabinet in Paris. Eine Versammlung von Gelehrten und Kunstfreunden. Im Vordergrund sitzt der Duc de Choiseul mit der Loupe eine Medaille betrachtend, im Gespräch mit dem Abbe Barthelemy, damaligen Conservators des Cabinets und Verfassers der berühmten Reise des „Anacharsis in Griechenland u . Sehr ausdrucksvoll und charakteristisch in den fein aus geführten Köpfen und den Costumen der damaligen Zeit. Signirt 1863. Holz H. 46, Br. 55. GAUERMANN Fr. (Wien). Rückkehr von der Jagd. Ein Bauer führt auf einem von Ochsen gezogenen Karren einen erlegten Hirschen. Den Karren umgeben die schnoppern- den Jagdhunde und rückwärts im Hohhvege erscheinen die Jäger. Von kräftiger Farbe und kühner Behandlung aus der besten Zeit des Meisters. _ Signirt. Holz H. 66, Br. 83. 13 — GROOTVELT H. van (Amsterdam). 7. Genrebild. Holländische Wirthsstnbe bei Kerzenlicht-Effect. Im Vordergrund ein kneipender Bauer mit der jungen Wirthin im Gespräch. Signirt. Holz H. 27, Br. 22» HAMILTON Ch. W. (s. g. Distel Hamilton). 8. Stilleben. Disteln mit Schmetterlingen, Eidechsen, Schnecken und andere Reptilien. Von unvergleichlicher Feinheit, in der Beobachtung, Farbe und Vollendung. Monogrammirt. Holz H. 39, Br. 27 HAMILTON Ch. W. 9. Stilleben. Gegenstück zu dem Qualität. (s. g. Distel Hamilton). Vorhergehenden, von ganz gleicher Holz H. 39, Br. 27. HASSENPFLUG C. (Halberstadt). 10. Klosterhof im Winter. Prachtvolles Architekturbild, das beliebte Motiv dieses Meisters, den Klosterhof in Halberstadt vorstellend. Von seltener Virtuosität in der Behandlung und reizendem. Effect. Signirt. 1841. Leinwand H. 69, Br. 78. 14 HEER Claudius. ßM 11. Der Schiffbruch. Porzellangemälde, o/ns der k. k, Porzellan-Fabrik, nach dem bekannten Bilde von Josef Vernet. Signirt 1S48. Porzellan H. 32, Br. 42. HUNIN Alex. (Paris). 12. Historisches Genrebild. Die Kaiserin Maria Theresia erscheint Trost und Hilfe spendend im Kreise einer von Krankheit und Elend heimgesuchten armen Fischerfamilie. Von schöner Gruppirung und tüchtiger wirkungsvoller Behandlung. Signirt 1846. ' Holz H. 76, Br. 59. / * 4 - MARKO Carl. 13. Venus und Adonis. Herrliche Waldlandschaft, von einem Bach durchschlängelt; mit schönen Durchblicken und Fernsicht. Venus und Amor in reizender Gruppe wehklagen über den Leichnam des Adonis, während in der Nähe die drei Grazien sich trauernd umschlingen und die eifersüchtige Göttin auf Ihrem Wagen und der mörderische Eber in der Ferne dem Blick entschwinden. Eben so fein in der kühleren Farbenstimmung, als zart und meisterhaft durchgebildet in den überreichen Details sowohl der figürlichen als landschaftlichen Motive, ist dieses Bild aus der reifsten Periode des Meisters, eine wahre Perle der ganzen Sammlung. Gezeichnet Apeggi 1853. Leinwand H. 42, Br. 60. MARKO Karl. 14. Ideale Landschaft mit biblischer Staffage. Johannes predigt in der Wüste. Reiche Flusslandschaft mit abwechslungsvollen Baumgruppen %ind eigentümlichen Bauresten. Selbstständige Staffagengruppen aus verschiedenen Perioden des Lebens Jesu. Besonders schöne Partien im Mittelgründe und schön gezeichnete Bäume. Von ausserordentlicher Klarheit selbst bis ins Halbdunkel. Signirt Villa Appeggi 1859. Leinwand H. 60, Br. 80. MARKÖ Karl. 15. Ideale Landschaft mit vielen Figuren. Vor dem Einzug nach Jerusalem. Motiv- und figurenreiche Landschaft mit grossen Baumgruppen, Palmen, Felsen und Architektur. Christus sitzt von seinen Jüngern umgeben unter den Bäumen, während das Volk sich ihm nähert, Teppiche auf den Weg breitet und Palmzweige bricht. Von schöner Morgenstimmung. Warme Streiflichter. Gege'n- stück zu dem vorhergehenden Bilde,, Johannes predigt in der Wüste 11 . NB. Diese beiden Bilder befanden sich früher in der Sammlung des Grafen Trani. Gezeichnet A. 1855. Leinwand H. 60, Br. 80. MARKÖ Karl. 16. Christus beschwört den Sturm. Amphitheatralisch ansteigender felsiger Strand, von dem der aufspritzende Schaum in Cascaden zurückflies st. Christus steht aufrecht in Mitte der erschrockenen Jünger im schwankenden Boot und beschwichtigt die Wogen. Staunend und dankerfüllt lauschen die Kleinmüthigen des Wunders; ruhig spiegeln sich nun im Wasser die hellen Gewänder und über den Gewitterhimmel wölbt sich mit matterem Doppelscheine der friedverheis- sende Regenbogen, während weiter zurück eine andere Barke noch mit der brandenden See zu kämpfen hat. — Aus des Künstlers letzten Jahren, dennoch sehr detaillirte Ausführung, namentlich bis an die Miniatur grenzen die fernen Köpfchen von Christus und den Jüngern. /SZ/0. Signirt Ap.1854. Leinwand H. , Br. — 16 MARKO Karl. -—17. Der Raub des Hylas. Eine wunderbar reiche, Waldlandsehaft. Im Hintergründe, das Meer, an dessen Ufer das Schiff der Argonauten gelandet hat. Im Vordergründe, von Oleander und Lorbeerbüschen umschattet, der romantische Quell des Ascanius, dessen Najaden den widerstrebenden schönen Hylas gefangen nehmen. Umsonst ruft. Echo die Nymphe, an den Fels gelehnt, Heracle.s, der in der Waldeslichtung des tiefen Mittelgrundes sichtbar wird, und wehklagend den verlorenen Liebling sucht,. — Ueberaus zart und liebevoll ausgeführt, ist dieses Werk nicht nur als herrliches Terrain- und Vegetationsbild musterhaft zu nennen, sondern auch von einer wohlthu,enden Lichtvertheilung und Massenwirkung, wie diese selbst bei Marko nicht allzuoft wahrgenommen wird. Das tiefe und klare Helldunkel spielt im Gegensätze zu den warm beleuchteten, hellen Partien eine hervorragende Rolle in diesem Gemälde. Es stammt aus der besten Zeit des Meisters aus den ersten Jahren seines Aufenthaltes in Villa-Appeggi. Signirt 1853. Leinwand IT. 7 C., Br. 1 m. MARKO Karl. •—18. Die Geburt des Appollo auf Dellos. Unter Palmen und Bimmen, am Rande des spiegelklaren Quells, vom Zeltdach und dem Lärm der Corybanten geschützt, tim die verderbliche Aufmerksamkeit der eifersüchtigen Nebenbuhlerin Juno von sieb und dem Geschrei der Kinder abzulenken, gebärt, Latona Appollo, den Gott des Lichtes und der Dichtung, und Diana, die Göttin der Jagd und der Keuschheit. Rechts, von steiler Felswand stürzt ein Wasserfall. Im Mittelund Hintergründe, tauchen, sonnenbe,glänzt und durch Tempel und Wälder malerisch gekrönt, die Felseneilande der Cycladen aus dem blauen Meeresspiegel empor, und querüber durch die sonnige Luft ist der farbige Regenbogen gespannt, auf welchem Iris ihrer Gebieterin Juno die unangenehme Nachricht bringt. Das Bild ist, wie die Mehrzahl seiner Genossen, reich an liebevoll durchgeführten Einzelnheiten mul schillerndem Farbengepränge. Um ein Jahr später, als der ,,Raub des Hylas“, 1S54, gemalt. Bezeichnet. 1854. Leinwand H. 7 C., Br. 1 m. 17 MARKO Karl. 19. Das Urtlieil des Paris. Abendlandschaft mit üppiger Vegetation und weiter Fernsicht. Sehr bedeutende, reich gruppirte Staffage. Paris hat den Apfel der Venus überreicht und ivird von Amor liebkost, wahrend die verletzten Göttinnen sich auf Juno’s Pfauengespann zürnend in die Lüfte heben. Pechts Merctir als Zuschauender, hinter ihm halten Nymphen den Taubenwagen der Venus bereit. Ihr zur Seite sprossen liebliche Blumen, ganz im Vordergründe aber birgt sich Eris, die Göttin der Zwietracht, hinter einem Büschel von Giftpflanzen , denen der Künstler hier besondere Bedeutung einräumte. — Ungemein liebevolle Behandlung und goldiger Abendton. Leinwand H. 72, Br. 95. Signirt 1859. MARKO Karl. 20. Diana und Endymion. Mondlandschaft. Rechts ein Wasserfall und griechischer Tempel. Diana wird auf einem Hirsch reitend durch den schwebenden Amor zu dem schlafenden Endymion geleitet. Ihm zur Seite liegt sein Hund. Im Hintergründe erscheint das Gefolge der Diana, eine Nymphe ruft ihre Begleiterinnen durch das Jagdhorn herbei. — Von wunderbarer magischer Wirkung ist die Mondbeleuchtung der Hauptfiguren. Von sehr sorgfältiger Ausführung und tief klarem Ton. Signirt 1858. Leinwand H. 72, Br. 95. MARKO Karl. 21. Ideale Landschaft mit mythologischer Staffage. Venus /Jf/?/) im Bade. ^ / * Venus, dem Bade entstiegen, wird von den drei Grazien und Amoretten bedient. Inzwischen hat Jupiter, als Adler verkleidet, eine Sandale der Venus gerauht und schwebt damit durch die Lüfte. Einer der Amoretten ist eien beschäftigt, eine der beiden Tauben wieder an den Wagen zu spannen, während ein anderer die entflohene zurückführt. Flusslandschaft mit klarem Wasserspiegel und schönen Baumgruppen, hell und frisch im Ton. Von unendlicher Feinheit. Aus der römischen Periode des Künstlers. Signirt 1839. Holz H. 39, Br. 48. 18 MARKO Karl. / o C/C/ — 22 . Raub der Europa. ^ ^ Slnnniae Waldh Sonnige Waldlandschaft am Meer es strande. Im Hintergründe eine Stadt mit Burg (Acropolis f). Die entsetzten Mägde der Europa jammern am Ufer, während Jupiter als Stier mit seiner Beute ins Meer hineinschwimmt. Gegenstück zu dem Vorhergehenden von derselben Vollendung und warmem goldenen Ton. Signirt. Holz H. 39, Br. 48. MARKO Karl. Z/?0ß. 23. Tobias mit dem Engel. Ideale Landschaft. Ein Weiher hei Sonnenuntergang . Sehr poetische Auffassung und Composition, schöne und 'wahre Abendstimmung, und besonders bemerkenswerth durch die meisterhafte Vermittlung des höchsten Lichtes im Himmel und Wasserreflexes mit dem tiefsten Dunkel im Terrain und den hinausragenden Baumpartien. Ein Frachtbild aus der besten Zeit des Meisters. Pisa 1843. Gezeichnet. Leinwand H. 29, Br. 41. MARKO Karl. Begegnung mit Ruth. Biblische Landschaft von sehr edler Composition und klarer Färbung, ln der Mitte eine mächtige Baumgruppe, an welcher eine Strasse und an dieser ein tiefer Graben sich hinzieht. Links schliesst die Bogenbrücke, rechts die Schnitterinnen im reifen Kornfeld den Vordergrund ab. Voll Schmelz im IÄclit und klar und bestimmt in den Schatten. Aus des Meisters bester Zeit. Die Figiirchen sehr graziös und entschieden in Haltung und Ausdruck. Pisa 1843. Signirt. Leinwand H. 29, Br. 41. 19 MARKO Karl. 25. Abraham bewirthet die Engel. Duftige Abendlandschaft mit grosser Baumgruppe zur Linken und Palmen zur Rechten, und ebenso die anmuthige Staffage von sehr eleganter Zeichnung und wunderbar zarter Ausführung. Ausserordentlich schönes Bild aus des Künstlers bester Zeit. Freie Wiederholung einer grösseren ähnlichen Composition, welche als Kunstvereinsblatt in Kupfer gestochen wurde. Sehr warme Sonnenuntergangsstimmung. Aus seinem letzten Lebensjahre. Sign. Ap. 1860 . Signirt. Leinwand H. 37, Br. 50. MARKO Karl. 27. Der Tod der Eurydice. Reich und schön componirte Landschaft mit interessanter Ar- chitectur und Terrain, wirksamen Contrasten und leuchtendem kräftigen Farbenton. Abendstimmung. Eurydice sinkt, von der Schlange gebissen, zusammen; ihre Begleiterinnen leisten ihr Hilfe und verfolgen die Schlange. Aus der besten Zeit des Künstlers. Signirt 1840. Holz H. 29, Br. 41. MARKO Karl. 28. Badende Nymphen. _ Unter einem rauschenden Wasserfall, im tief durchsichtigen Wasserbecken, mitten im Walde badet eine Schaar reizender Nymphen und Kinder; Bogen und Köcher deuten auf Diana und ihr Gefolge. Ein sonnig heiteres Stück Wald, welches mehr den unmittelbaren Eindruck einer Naturstudie macht, und, den Stempel der unerschöpflich aus sich herausbildenden Phantasie des Künstlers weniger an sich trägt. Dennoch idealisirte Natur im üppigen Kleide eines sehr lebendigen Farbentones; reizend ausgeführt. Eines der besten Werke seiner letzten Lebensperiode. Signirt 1854. Leinwand H. 22, Br. 27. 2 20 MARKO Karl. Fm 29. Erntebild. Ein sonnenheiteres, luftig klares Bild mit heller Ferne. Reiche, bewegliche Staffage voll Farbe und Leben. Kleinere Wiederholung eines ganz ähnlichen Motivs von grösserem Format. Dem Beschauer entgegen zieht auf schattigem Waldweg ein mit Ochsen bespannter Karren, in welchem zwei Mädchen und ein Pfifferari sitzen. Ihnen voran ein tanzendes Mädchen mit dem Cirnbal und ein anderes, grösseres, das auf dem Haupte einen Korb mit Erfrischungen für die Feldarbeiter trägt. Links ein goldreifes Kornfeld mit schön gruppirten Schnitterinnen, deren Aufmerksamkeit die Ankömmlinge auf sich ziehen. Das Kornfeld wie auch die Staffage sehr sorgfältig durchgeführt. Aus den späteren Jahren des Meisters. Apeggi 1855. Signirt. Leinwand H. 33, Br.' 46. MARKO Karl. 30. Susana im Bade. Unvollendetes Bild. MATHYSEN J. (Antwerpen). 31. Historisches Genrebild. Der nachmalige Kaiser Carl V. versucht sich als Knabe in einer Wachtstube auf der Trommel. Von virtuoser Ausführung und schöner harmonischer Farbe. Signirt 1853. Holz H. 62, Br. 82. PETTER Theodor (Wien). 32. Alpenblumen. In natürlicher Grösse, von ausserordentlicher Vollendung. Gezeichnet 1860. Leinwand H. 44, Br. 35. 21 PETTER Theodor (Wien). 33. Alpenblumen. Gegenstück zu dem, Vorhergehenden. Mit der bekannten Virtuosität des Künstlers gemalt. Leinwand H. 44, Br. 35. POELENBOURG Cornelis. 34. Anbetung der Hirten. Composition mit vielen Figuren, oben eine reizende Engelsgruppe. Im Hintergründe sieht man die Mauern von Bethlehem. Sehr gut erhalten. Holz H. 38, Br. 48. SCHELFHOUT A. 35. Winterlandschaft. Ein holländischer Canal mit einigen Schlittschuhläufern und einem eingefrorenen Schiff. Von ausserordentlicher Feinheit im Ton. Signirt. Holz Hi 32, Br. 42. SCHILCHER A. 36. Plafond-Gemälde, oval. Triumphzug des Neptun mit seiner Gattin Amphitrite vorstellend, nebst 4 Eckbildern, Tritonen, Faune und Bacchantinnen darstellend. JtfO. SCHILCHER A. 37. Decorative Gemälde zu einer Plafondverzierung, Musik, Malerei, Architektur und Poesie darstellend. 2 * 22 TSCHAGGENY Edmond (Bruxelles), - 38. Thierstück. Eine holländische Bäuerin, mit Reisig unter dem Arme, treibt eine Kuh und ein paar Schafe über die Haide. Von grosser Feinheit der Stimmung. Signirt 1852. Holz H. 29, Br. 35. VERBOECKHOVEN Eug. (Brüssel). 39. Thierstück. ’ Eine Heerde von Ochsen und Schafen, bunt durcheinander gedrängt, ziehen bei herannahendem Sturm von einer Anhöhe herab durch ein Thal. Die Landschaft ist in Staubwirbel gehüllt, die Thiere sind voll unruhiger Bewegung. Von ausserordentlicher Vollendung. Signirt. Holz H. 60, Br. 80. ■ VERHEYDEN F. (Antwerpen). 40. Genrebild. Die Rückkehr des Bräutigams. Ein junges Mädchen, aus dem Hause tretend, begrüsst in offenbar freudiger Ueberraschung einen Ankömmling, dessen Persönlichkeit. durch den Schatten an der Wand bezeichnet wird . Von origineller Auffassung und fleissiger Durchführung. Gezeichnet. Holz H. 54, Br. 42. VERHEYDEN F. (Antwerpen). 41. Genrebild. Der Brief. Eine holländische Bäuerin, im Walde sitzend, versteckt einen Liebesbrief im Busen. Von sehr freundlichem Ausdruck und harmonischer 11 irkung. Signirt 1847. Holz H. 39, Br. 35. 23 WAPPERS Gustav, Baron. (Director der Akademie in Antwerpen.) 42. Allegorie. Allegorische Composition zu der bekannten Ballade von Victor Hugo: „La fee et la peri u . Von schöner, kräftiger Farbenwirkung. Signirt 1842. Holz H. 86, Br. 70. II. ABTHEILUNG Plastische Kunstgegenstände. 43. 2 Bronze-Statuetten. Voltaire und J. J. Rousseau in ganzer Figur mit Postamenten. Höhe 24. 44. 2 Bronzegruppen. Neger, Pferde am Zügel führend. Höhe 25, 3r. 22. 45. Ein Briefbeschwerer aus Marmor in der Form eiues Löwen, der mit einer Tatze eine Kugel hält. Höhe 20, Br. 27. 46. 2 Gyps-Statuetten. Voltaire in ganzer Figur. und J. J. Rousseau Höhe 40. vorstellend 47. Napoleon I. (Biscuit-Masse) mit einem Postamente aus Ebenholz. Höhe 44, Br. 30. 48. Niobide von Grassi. (Biscuit-Masse) aus der k. k. Porzellanfabrik. Mit Postament. Sehr fein modellirt. Höhe 45, Br. 40. 25 49 und 50. 2 Thiergruppen aus Terracotta, von P. J. Mene in Paris. Ein Hirsch und ein Eher von Hunden angefallen. Von sehr lebhafter Bewegung und kühn modellirt. Höhe 30, Länge 44. 51 und 52. 2 Reizende Gruppen in Alabaster, Amor und Psyche und Bachantinnen. Höhe 35. 53. Theseus - Gruppe in Carara-Marmor von Prof. V. Bonnani in Mailand. Mit Postament aus Marmor und Holz. Höhe 50, Br. 50. 54. 2 viereckige Marmortischchen mit Herkules-Trägern aus Mahagonyholz geschnitzt von Bddhauer Koch. Höhe 91, Br. 47 und 31. 55. 2 weibliche Figuren im Renaissance - Styl, Candelaber- Träger aus Mahagonyholz geschnitzt vom Bildhauer Koch, mit achteckigen Postamenten. Höhe 2 metres. 56. Ein Ofenschirm aus Mahagonyholz mit einem sehr schönen Aquarelle von Höger unter Glas. Höhe 1 mtr. 60 cmtr. 57. Ein runder Marmortisch mit pompejanisehen Verzierungen. (Tabola di scagliola de Prof, della Valle a, Livorno), getragen von einem ornamentalen Üreifuss in Palisandre geschnitzt. Höhe 81. Durchmesser 63.