Wienen 8taiü-8idI>o1IieI< 10594 ^ / * " Der Reisende nach Wien und der / " Aufenthalt des Keifenden in Wien. Ein vollständiges Auskunftsbuch über Alles, was für den in Wien anwesenden Reisenden sehenswerth und merkwürdig ist, wohl auch zum nützlichen Gebrauch für den Einheimischen. Von ir». Wilh. Heben streit, Verfasser des bekannten Handbuches „der Fremde in Wien, Wiener in der Heimath" u. s. w. LSI» Im Verlage von Tauer und Sohn, Schulhof Nr. 4>z. I i I ! Vorwort ^as gegenwärtige Büchlein soll weder eine topographisch - statistische oder geschichtliche Beschreibung, noch ein Gemälde von Wien seyn in Beziehung auf Wissenschaft und Kunst, auf Alterthum und geselliges Leben. Es ist vielmehr lediglich bestimmt «dem Reisenden nach Wien, neben den allgemeinen die Reise selbst betreffenden Bemerkungen, alles Sehens - und Wissens- werthe der Residenz in möglichst folgerechter Ordnung darzulege», damit er theils den ungewöhnlichen Reichthum der Anstalten für Bedürfnis und Bequemlichkeit, für Wissenschaft und Kunst, für Industrie und Gewerbe, für Wohlrhätigkcit, Beförderung der Gesundheit und Krankenpflege u. s. w. überblicke und würdige, theils dasjenige sich auswähle und ordne, was ihm näherer Betrachtung oder Benützung würdig scheint.« Um dem Reisenden die Selbstständigkeit des Ur- theils nicht zu beschränken, ist daher alles Anpreisen jener Anstalten sorgfältig vermieden. Inhalt und Einrich- IV tung derselben sprechen laut genug, und wer diese nicht aufzufassen weiß, für den sind auch alle Anpreisungen verloren. Der gebildete und einsichtsvolle Fremde aber bedarf ihrer nicht. Den hier genommenen Standpunkt habe ich bereits in meinem früheren Werkchen »Der Fremde in Wien, und der Wiener in der Heimath« festgehalten, und daß dadurch den Bedürfnissen und Wünschen der in Wien anwesend gewesenen Reisenden genügend entsprochen ist, bezeugen nicht bloß vier in kurzen Zeiträumen erschienene Auflagen, sondern auch das Bemühen nachgefolgter Verfasser ähnlicher Werke, der von mir gewählten Darstellungsweise möglich nahe zu kommen. Hält ein solches Bemühen sich in den Gränzen der Mäßigung und des Anstandes, dann wird wohl kaum ein Schriftsteller, der ein Gutes bezweckt und zum Theil erreicht hat, darüber Klage führen. Allein ihm bleibt ein volles Recht zur Beschwerde, wenn er sich durchgehends, und selbst wörtlich in seinen Urtheilen über Gegenstände und Personen abgeschrieben und seine Darstellung nur von dem entkleidet, oder mit dem verbrämt und vermehrt findet, was die Zwischenzeit verwischt und verändert, oder neu geschaffen hat. Dieser Fall tritt in der größten Ausdehnung bei einer Zusammenstellung meines erwähnten »Fremden V «I Wien» (Aufl. 4.) mit dem hier 1842 erschienenen Büchlein unter dem Titel „Der wohlunterrichtete Frem- den-Führer in der k. k. Haupt - und Residenzstadt Wien» ein (Verlag von Singer und Goering), und ich muß daher vor Allem die Leser dieses meines gegenwärtigen Handbuches bitten, bei sich vorfindenden ganz gleichlautenden Stellen, doch ja nicht an ein Plagiat von meiner Seite zu denken, vielmehr den Urtext nur immer als mir angeh'örig zu erkennen, worüber der Kürze wegen schon die Mittheilung von ein Paar Stellen zum überzeugenden Beweise dienen kann und wird. Aus dem Fremden in Wien, 1840. S. 28. 29. I. Die Lage der Vorstädte lernt der Fremde am leichtesten kennen, wenn er die innere Stadt theils auf der Bastei, theils wiederholt auf dem Glacis um- schreitet. Der beigegebene Plan zeigt die Thore an, die aus der Stadt über das Glacis in die Vorstädte führen. Non der Bastei übersieht er die Lage der Vorstädte aus einem erhöhten Standpunkte, auf dem Glacis befindet er sich mit ihnen in gleicher Linie. Diese Doppelansicht befördert ungemein die Bekanntschaft mit den Örtlichkeiten, und wenige Fragen, die selbst jeder ihm Begegnende gern beantwortet, werden hinreichen, solche VI zu vollenden. Diese Fragen sind auf hervorragende Gebäude und Kirche», insbesondere auf Anstalten in den Vorstädten, die der Fremde zu sehen wünscht, zu richten. Mehre Gebäude, worin dergleichen sich befinden, sind auch von der Bastei theils mit freiem Auge zu erkennen, theils ihrer Lage nach genau zu bezeichnen u. s.w. Aus dem Fremdenführer, (1841) 1842. S. 140. 141. I. Die Lage der Vorstädte lernt der Fremde am leichtesten kennen, wenn er die innere Stadt theils auf der Bastei, theils wiederholt auf dem Glacis umschreitet. Der beigegebene Plan zeigt sie genau an (das ist die Variante). Von der Bastei übersieht er die Lage der Vorstädte aus einem erhöhten Standpunkte; auf dem Glacis befindet er sich mir jenen in gleicher Linie. Diese doppelte Ansicht befördert ungemein die Bekanntschaft mit den Oertlichkeiten, und wenige Fragen, die selbst jeder ihm Begegnende gern und bereitwillig beantwortet, werden hinreichen, solche zu vollenden. Diese Fragen sind auf hervorragende Gebäude und Kirchen, insbesondere auf Anstalten in den Vorstädten, die man zu sehen wünscht (auch eine Var.), zu richten. Mehre Gebäude, worin sie sich befinden, sind auch von der Bastei theils mit freiem Auge zu erkennen, theils ihrer Lage nach genau zu bezeichnen u. s. w. VII Aus dem Fremden in Wien, 1840. S. 113. 2. Humorist, der, herausgegeben und redigirt von M. G. Saphir, seit 1837, hat sich, ungeachtet einer schwierigen Stellung, durch Witz und Laune, Vielseitigkeit, originelle Auffassung und Durchführung der verschiedensten Gegenstände rc. ein großes Lesepublikum gewonnen. Insbesondere verdienen die stets erfolgreichen Bemühungen des Herausgebers zur Forderung wohlthätiger Zwecke unbedingte ehrenhafte Anerkennung. Aus dem Fremdenführer, 1841. S. 47. 2. Humorist, der, herausgegeben und redigirt von M. G. Saphir seit 1837, hat, ungeachtet seiner schwierigen Stellung, durch Witz und Laune, Vielseitigkeit, originelle Auffassung und Durchführung der verschiedensten Gegenstände rc. ein großes Lesepublikum gewonnen. Insbesondere verdienen die stets erfolgreichen Bemühungen deS Herausgebers zur Förderung wohlthätiger Zwecke unbedingte ehrenhafte Anerkennung. Beide vorstehende Stellen enthalten individuelle Urlheile, die aus mir hervorgegangen mein Eigenthum sind, deren Aneignung aber von einem Anderen, ohne namentliche Anzeige der Quelle, entweder eine VIII gänzliche Urtheils-Unfähigkeit, oder eine verwerfliche Bequemlichkeit rc. zur Schau legt, zumal, mit wenigen Veränderungen, der gesammte Inhalt des Fremden in dem wohlunterrichteten Fremdenführer nachzuweisen ist. Ich will indes; auch diesen, an sich wenig erfreulichen Umstand auf sich beruhen lassen und bloß noch bemerken, daß ich im vorliegenden Werkchen, mit Vindicirung meines Eigenthums, aus den zuverläßlichsten Quellen und Nachforschungen das Neueste und Wissenswertheste mitgetheilt, alles Ueberflüssige und in der Ermittelung Zeitraubende, wie die Angabe der Durchhäuser in Wien, oder der Straßen und Gassen mit ihren mannigfach sich durchkreuzenden Nummern rc. beseitigt, und hauptsächlich die praktische Seite im Auge gehabt, in dieser Beziehung auch die Gegenstände selbst genauer aneinander zu ordnen gesucht habe. Sollte hin und wieder brr aller angewandten Sorgfalt dennoch ein Jrrthum sich ergeben, so möge der Reichthum des Inhalts zur Entschuldigung dienen. Von Bedeutung wird wohl keiner seyn, am wenigsten aber wird der geehrte Leser in diesem Buche, wie anderwärts , nachgedruckce Druckfehler finden. Im Mai 181Z. Wilhelm Hebenstreit. 2nha1ts-An;eige. Erster Abschnitt. Allgemeine Bemerkungen, die Reise nach Wien und die Ankunft des Reisenden in Wien betreffend. Seite I. Fahrgelegenheiten.1 t. Die Eilpost.2 2. Die fahrende Extrapost ...... 7 s) Die kuriermaßige Beförderung . . . . 17 l>) Die Benachrichtigung der Postmeister von der bevorstehenden Fahrt. 12 c) Di- Reise mit dem Stundenpaß .... IS 3. Die Fahrt auf der Donau.16 a) Mit gewöhnlicher SchiffSgclcgenhcit ... — l>) Mit dem Dampfschiff.— < Die Dampfwagenfahrt.iS a) Auf der FerdinandS-Nordbahn . . . - „ 2» i>) Auf der Wien-Gloggnißer Eisenbahn . . 22 S. Verbindung verschiedener Fahrgelegenheiten . . 23 II. Erfordernisse zur Reise.27 A. Geldmittel und verschiedene Gcldsorten . . '— l!. Paß.. . S2 L. Empfehlungsbriefe ..— X Seite ^ III. Die Ankunft des Reisenden in Wien . . zz a) Untersuchung des Gepäcks. ZI b) Erlaubte und nicht erlaubte Einfuhr-Artikel . — IV. Sasthöfe in der Stadt und in den Borst a d t e n .. V. Aufenthalts-Schein. . -. . . zg VI. Bemerkungen behufs schneller Srienti- rung in Wien. Zweiter Abschnitt. Die Stadt Wien nach ihrer inneren Beschaffenheit und Einrichtung. 1 . Die Lage. 2. Das Klima. A. DaS Trinkivaffer. 4. Drücken, Kettenbrücken und Stege über die Donau 5. Brücken und Stege über den Wicnstuß . «. Der Neustadter Canal. 7. DaS Straßcnpflaster. 8. Die Straßenreinigung., S. Die Beleuchtung.> . so. Die Feucrlosch-Anstalt. 1 t. Die Brandschaden-Versicherungs-Anstalten 12 . Die Sintheilung der Stadt und der Vorstädte nach Polircibezirken .,. 13. Die Sterblichkeit. 14. Der Bi^hstand ....... 1Ä. Die Sonsumtion. 18. Die Markte . . . ' . . . 17. Die Sprachen.. 4, 4L 47 48 4S r» ri L3 84 »5 re XI «8. Die Staatsreligion, Geistlichkeit u. drgl. «g. Die geistlichen Ritterorden. 20 . Der Hofstaat Sr. Majestät deS Kaisers . «. Die 4 Lbersthofämter ...... 2 . Die Hofdienstc.. 3. Die Leibgarden. »1 Die deutsche adelige,. I>) Die ungarische adelige,. c> Die lombardisch-vcnetianischc adelige, . 6) Die Trabanten-Leibgarde. 4. Die Ritterorden. 5. Geheime Rathe, Kämmerer, Truchsesse und Edelknaben .. . 2t. Höchste Instanzen, Hofstellen und LandeSst.llen, mit ihren untergeordneten Aemtern und Behörden 22. Der Magistrat der Stadt Wien . - - 23. Die Gefängnisse. ->) DaS Militär-SlabS-StockhauS . . . . i>) DaS Eriminal-Gefängniß . . . . . c) DaS PolizeihauS. Und in Verbindung mit der Polizei- und Criminal-Sin- richtung: t. DaS ZwangSarbeitShauS. 2. DaS Provinzial-StrafhauS. 24. Fabriken und Werkstätten. 25. Handel, und verschiedene Klaffen der Handlungen . 26. Die öffentliche Börse. 27. Die k. k. Priv. östcrr. Nationalbank 28. Die Garnison, die Casernen derselben, und das Bürger - Militär. Seite 56 57 58 5S 60 62 62 65 67 68 6S 70 7t XII Dritter Abschnitt. Bemerk enswerthe Bauwerke in der inneren Stadt. Seite I. Thorr. 73 II. Straßen und Gassen .... . . 74 III. ätzeffentliche Platze. . . 75 IV. Palläste und ausgezeichnete Gebäude 80 V. Kirchen, Kloster, Kapellen, Bethäuscr . 85 Vierter Abschnitt. Die Vorstädte und ihre Baumerkwürdigkeiten. Die Zahl der Vorstädte und ihre Sinlheilung . . 104 L. Die Baumerkwürdigkeiten.ty? I. Wasserleitungen und Brunnen .... — II. Prachtgebäude und andere merkwürdige Hauser . Itr III. Eehenswcrthc Kirchen.tt 4 Fünfter Abschnitt. Anstalten zur Befriedigung der Bedürfnisse und für Bequemlichkeit der Reisenden, zur Benützung während ihres Aufenthaltes in Wien. I- Im Allgemeinen ohne Rücksicht auf die Dauer des Aufenthalts. t. Geld - und DbligationS-Dern>cchs) daS k. k. Eonvict.— r> die öffentlichen Vorlesungen Uber Mechanik für Handwerker, und über Krankenwarlerlehre . . — IV. DaS Fürsterzbischofliche Alumnat.199 V. DaS Pazmanische Eollcgium ..... — VI. Die k. k. höhere DildungS» Anstalt für Meltpricster — XVI Seite VII. Die k. k. protestantische theologische Lehranstalt . ScX> VIII. Die k. k. Akademie der morgenländischen Sprachen — IX. Die k. k. Gesellschaft der Aerzte .... rot X. Praktischer Unterricht über die Pflege kranker Kinder von ür. L. Mauthner.— XI. Die Sonntagsschule für HandlungSbrflissene . . — XII. Privat- Lehr - und Erziehungs-Anstalten für Knaben und Mädchen. 202 XIII. Gelegenheit zur Erlernung fremder Sprachen, dann Gelehrte und Schriftsteller in Wien . . — L. Wissenschaftliche und Erziehungs-Anstalten in den Vorstädten. I. Für Mädchen. 1 . DaS Pensionat der Salesianer-Nonnen . . . LOS 2 . DaS k. k. Civil - Mädchen - Pensionat ... — 3. DaS k. k. ErziehungS-Jnstitut für SffizicrStochtcr . 204 4. Privat-BildungS-Austalt für Hausfrauen . . — II. Für Jünglinge. t. Die k. k. Theresianische Ritter-Akademie . . 205 2. Die k. k. Ingenieur-Akademie .... — 3. DaS gräfl. Lowcnburg'sche Convict.... 207 4. Die k. k. medizinisch-chirurgische Josephs-Akademie. — L. DaS k. k. Thierarznei-Jnstitut .... 20» 6. Das k. k. polytechnische Institut .... 2l0 Neunter Abschnitt. Hülfs- und Beförderungsmittel der wissenschaftlichen Bildungs- und Erziehungs-Anstalten. I. Die Buchdruckercie».2t3 II. Die Buchhandlungen.2tl xvn Seite ,) moderne.217 lr) Antiquar-Buchhandlungen.21S III. Wissenschaftliche Sammlungen. 1 . Lcffenlliche Bibliotheken.220 2 . Privat - Bibliotheken. 222 2. Bibliotheken wissenschaftlicher Anstalten . . . 22L IV. Naturalien-, Präparaten- und ethnographische Sammlungen . . . 228 1. Die vereinigten k. k. Hof-Naturalicn-Cabinetc . — a) Das zoologische Museum . . . . . — t>) Das botanische, und . . . . . . 22s e) Das mineralogische Museum (ober Cabinct). . — 2. DaS naturhistorische Museum der k. k. Universität . 2Z1 2. Die anatomische Präparalcn-Sammlung derselben . 2ZS 4. Die Naturalien-, Instrumenten- und Präparaten- Sammlungcn der k. k. Josephs-Akademie . . — L. DaS k. k. anatomisch-pathologische Museum des allgemeinen Krankenhauses, nebst den . . . 222 ProhaSkaschen mikroskopischen SinspriKungen, und ^cr Sammlung chirurgischer Instrumente, Dcr- bandstücke und Maschinen.— 5. Das ophthalmologischc Museum .... 231 7. Sammlungen deS k. k. Thicrarznei-Jnstituts . . — 8. Die Naturalien-Sammlung der k. k. Theresianischen Ritter-Akademie.23L S. DaS k. k. ethnographische Museum ... — io. Die Sammlung ökonomischer Pflanzen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft, nebst einem Forstherbarium U. s. ..2ZS XVIII V. Physikalische, mathematische und technische Sammlungen. X Dcsfcntlichc und zu öffentlichen Anstalten gehörige Sammlungen. Seile 1 . Das k. k. technische Cabinet.237 a) Die eigentlich technische Sammlung ... — l>) Die der militärischen Gegenstände . . . rzg r. Die Sammlungen dcS k. k. polytechnischen Instituts — 2. Die physikalische und mechanische Maschinen-, Instrumenten- und Modellen - Sammlung der k. k. Universität.23» 4. Die Sammlung physikalischer und mathematischer Instrumente der k. k. Thercsiaoischcn Ritter-Akademie . 240 L. DaS physikalische und mathematische Museum deS grast. Löivcnburgischen ConvictS .... — L. Privat-Sammlungen. «. DaS k. k. physikalisch-astronomische Sabinet . . — r. Die Sammlung der landwirthschafllichen Modelle der k. k. LandwirthschaftS-Gcsellschaft .... — VI. Botanische Garten. 1. Der botanische Garten der k. k. Universität . . 244 5. Der k. k. botanische Garten für die Ssterr. Flora . 242 2 . Der botanische Garten der k. k. Josephs-Akademie . — 4. Der am Theresianum, und jener unbedeutende am Thicrarznei - Institut.— VII. Die LandwirthschaftS- und die Gartenbau-Gesellschaft .244 / XIX Zehnter Abschnitt. Anstalten für Kunsterzeugnisse und für solche, die das Kunstfach fast unmittelbar berühren. X. Für Kunsterzcugnisse. Seite 247 250 1. Die kais. Akademie der vereinigten Künste 2. Die öffentliche Zeichnungsschule für Zimmerleut- . s. Die Gesellschaft der Musikfreund« im o-sterr. Kai- ferstaatc. 4. Der Privatverein zur Beförderung echter Kirchenmusik auf dem Lande . 5. Die lloncerts spirituell. «. Die Kirchenmusik-Vereine. L. Anstalten in fast unmittelbarer Berührung mit dem Kunstfach. 1. Die k. k. Porzellan-Manufactur 2. Die k. k. Kancncngießcrei » Die k. k. Kanoncnbohrerei 4. Die k. k. Geirehrfabrik . 5. Das k. k. Münzamt 6. Bronze-Maaren-Fabriken, und 7. Eisengießerei .... 8. Die galvanoplastisch-artistische Anstalt Eilfter Abschnitt. Beförderungsmittel der Kunstbildungs-, und der damit verwandten Anstalten, t. Die Kunst-, Musikalien - und Landkartrn-Handlungen 258 2. Antiquitäten- und Gemalde-Handlungen . . 25S 2. Lithographische Anstalten. 260 254 252 25» 25» 255 256 257 I XX Seite 4. DaS topographische Bureau des k. k. Gencral-StabeS rso 5. DaS typometrische Landkarte»-Institut ... — 6. Der Privat-Verein zur Beförderung der bildenden Künste.2S1 7. Die öffentliche Kunstausstellung .... 262 , 8. Die Gewerb-Producten-AuSstellung . . res S. Der Niedcrösterr. Geiverbverein.254 10 . Die Gesellschaft zur Beförderung der Manufaktur- Zeichnung . res 11 . Die öffentliche Manufaktur-ZeichnungSschulc . — IS. Die Kunststiekerei-DildungSanstalt .... — H. Sammlungen, die zu den Kunstbildungß - und den verwandten Anstalten gehören. Sammlungen von Altcrthümcrn der Kunst, Technik, Münz-Cabincte, Zeughäuser, diplomatisch-heraldische Sammlungen. Oeffentliche. 1. Die k. k. Schatzkammer.26S 2. DaS k. k. Münz- und Antiken-Cabinet . . . 28» s. Das k. k. Eabinet ägvptischer Allerthümer . . L?r 4. Die k. k. Ambraser-Sammlung .... 27S L. Das k. k. Zeughaus.275 8. DaS bürgerliche Zeughaus.27« 7. Die k. k. Hof-Medaillen-Präg-Stämpel-Sammlung von Original - Prag - Stämpeln .... 278 5. Die Mufikalien-Sammlung der k. k. Hofbibliothck — XXI LL. Privat-Sammlungen. 1. Das Museum von Kunstgegcnständen der Gesellschaft der Musikfreunde im dsterr. Kaiserstaat 2. DaS Kunst-Museum deS Freihcrrn v. Dietrich 3. Die diplomatisch-heraldische Sammlung Sr. Majestät deS Kaisers Ferdinand I. 4. Andere Sammlungen von Münzen, Medaillen und Kunstgegcnständcn. 8. Sammlungen von Gemälden, Handzcich- nungen und Kupferstichen. 1. Die k. k. Gemäldegallerie im Belvedere. 2 . Die Kunstsammlung der k. k. Hofbibliothek . 3. Die Privatsammlung der Kupferstiche und Handzcich« nungen Sr. Maj. Ferdinand l. 4. Die des Erzherzogs Carl ...... L. Die Sammlung der Gemälde, Handzcichnungen und Kupferstiche des Fürsten Esterhazy «. Die Sammlung der Gemälde und Kupferstiche des Fürsten Liechtenstein. 4. Die Gemälde-Sammlung deS Grafen Schonborn- Buchheim . 8. Die des Grafen von Czcrnin. s. Die des verstorbenen Grafen v. Lamberg, jetzt der k. k. Akademie der bildenden Künste . 1 ». Die des Herrn Mncenz Edlen v. Berger 1«. Die deS ür. Hofer. 12. Unter mehren anderen die des Rudolf Arthaber und des Custos Carl Ruß. 13. Die Hofschauspieler-Gallerie. Seite S7S 280 281 286 288 289 290 291 292 XXII Zwölfter Abschnitt. Sanitäts-Anstalten, sowohl öffentliche als Privat- Anstalten. Seite 1. Die Bader und die Schwimmschulc . . . rs« r. Die gymnastische Lehranstalt des Hrn. v. Stephan» LSL 3. Die des Johann Fenzel.— 4. Das orthopädische Institut.— 5. DaS k. k. allgem. Krankenhaus, in Verbindung . LS6 a) mit der k. k. Irren-Anstalt, und mit . . . SS7 l>) den Kliniken der k. k. Universität . . . rss 8. DaS k. k. Militär-GarnisonS-Spital ... — 7. DaS HandlungS-Kranken - und DerpstegS-Jnstitut . 2S9 8. DaS Jnquisiten-Spital.300 g. DaS Provinzial-StrafhauS-Spital .... — 10 . DaS Spital der Israeliten.— 11. DaS der barmherzigen Brüder und daS SieconvalcS- centenhauS.rot ir. DaS Krankenhaus der Slisabelhiner-Nonnen . . — ir. DaS der barmherzigen Schwestern . . . . ror 14. DaS Priestcr-KrankenhauS.— 15. DaS erste öffentliche Kranken - u. ImpsungS-Jnstitut für arme Kinder.303 18. DaS Kinder-Spital, oder Privat - Heilanstalt für kranke Kinder.. . — 17. Die Privat - Heilanstalt für GcmüthSkrankc . . 30« 18 . Die Privat-Heil- und VerpffegS-Anstalt des Franz Pclzel.— iS. Die Heilanstalt sür GemüthSkranke, Irrsinnige u. dgl. 30L 30. Die Heilanstalt sür Brustkranke .... — xxm Seite 2 t. Die für Bruch-Patienten.205 22. Der SanitatS - Verein für den Polizei-Bezirk Mariahilf.ros 2Z. Dar BezirkS-Kranken-Epital auf der Wieden . S07 24. Das Kleinkinder-Spital für den Polizeibezirk Wieden — 25. Dar (zu errichtende) Spital in der Rossau . . — 2 «. Die k> k. RettungS - Anstalt für Schcintodtc . . Z07 27. DaS TodlenbeschreibungSamt, die Todtenbeschau und der Todtenzettcl . .. ros 28. Die Kirchhöfe und Begräbnisse .... so» Dreizehnter Abschnitt. Die Umgebungen von Wien. 1. Baden. .Zit 2 . Dornbach.Z>r Z. Hiezing.— 4. Hütt-ldorf.. . ZI» 5. Kahlenberg.— s. Klosterneuburg.— 7. Leopoldsberg.Zt5 8. Lachsenburg.^ s. Mödling, Medling.Z77 io. PelerSdorf (BcrtholdSdorf).Z75 tt. Der Schnccberz.— 12. Schönbrunn. re» XXIV Vierzehnter Abschnitt. Schlußbemerkungen die Abreise von Wien betreffend. Seite 1. Post, Passierschein, Erlaubnißzettel auf Trtrapvst- Pferde.S2L 2. Verschiedene Fahrgelegenheiten, und in verschiedener Richtung. 322 Ei ntri ttstage zu den Hauptanstalten und Sammlungen für Kunst und Wissenschaft. An allen Wochentagen. Seite Der botanische Garten der k. k. Universität (auch Sonntags) .21t Das Thierarznei-Jnstitut, nach geschehener Meldung beim Aufseher ... - 20» Die k. k- Hofbibliothek (mit Ausnahme der Ferienzeit) . 220 Die Universitätsbibliothek.222 Die k. k. Sternwarte (auch AbcndS) nach vorgängigrr Meldung in der Kanzlei.SSS Die Gemälde-Sammlung deS Fürsten Liechtenstein . 28» Die Gemälde-Sammlung des Grafen Ezernin . . 2»t Die k. k, Porzellan-Manufaktur.2rr Insbesondere noch für Gelehrte vom Fach, für Künstler und Kunstkenner: Die k. k. Naturalicn-Cabinetc.28» Das naturhistvrische Museum der Universität . 23t Das k. k. Münz- und Anlikcn-Cabinct . . . . 26» XXVI Eritc Die k. k. Ambraser-Eammlung . . . ... 2?S Die Sammlungen deS k. k. polytechnischen Instituts (für Steifende).210. LZ» Montag. Kupferstich-Sammlung und Handjeichnungen des Erzherzogs Carl ..288 Gemälde-Sammlung des Grafen Schönborn-Buchheim . 2S0 K. K. Münz- und Antiken-Cabinct, nach vorgängtger Meldung.26S L. K. Zeughaus. .278 Bürgerliches Zeughaus .27S Dinotag. K. K Gcmälde-Galleric im Belvedere .... L81 Gemälde- und Kupferstich-Sammlung de§ Fürsten Esterhazy .28S K. K. Ambrascr-Sammlung, und Cabinet ägyptischer Altertümer . 272. 273 Mittwoch. DaS k. k. technische Cabinet, gegen Eintrittskarten, zu erheben am Montag und DinStag im SabinctS-Lokale deS polytechnischen Instituts.237 P »nnerstag. Kupferstich-Sammlung und Handzeichnungen deS Erzherzogs Carl. 288 xxvn Seite Gemälde-Sammlung des Fürsten Esterhazy . . . 28s L. K. Naturalien- (zoologisches) Eabinet, mit dem s. g. Brasilianischen Museum .228 z. K Blinden-Jnstitut und der Deschäftigungssaal . 188 K. K- Zeughaus.275 Bürgerliches Zeughaus.276 Freitag. K. K. Münz- und Antiken-Cabinet, gegen Anmeldung; s. Montag.26» K. K. Ambraser-Sammlung und Eabinet ägyptischer Al- tcrthümer.. 272. 278 K. K. Gemaldc-Salleric im Belvedere .... 28t Gemäldc-Gallcric deS Grafen Schonborn-Duchheim . 2SO K. K. Schatzkammer, gegen Anmeldung am Montage im Schatzmeister-Amte und Empfangnahme der Einlaßkarte am Donnerstage.266 Die Katakomben im DolkSgarten.160 - Sonnabend DaS k. k. Mineralien-Cabinet ..... 22» Gemälde-Sammlung der k. k. Akademie der bildenden Künste (GrafLambcrgschc), gegen vorhergcgangene Anmeldung am Freitage.2S1 Museum der k. k. Josephs-Akademie, gegen Anmeldung und Erhebung der Eintrittskarte am Donnerstag vom Herrn Prosector der Akademie .... 282 XXVIII Seite Anatomisch-pathologisches Museum dcS allgemeinen Krankenhauses .rzz Das k. k. Taubstummen-Jnstitut imit Ausnahme von August und September).«81 Die Sammlungen deS k. k. polytechnischen Institut- . rrs Erster Abschnitt. Allgemeine Bemerkungen, die Reise nach Wien und die Ankunft des Reisenden in Wien betreffend. I. Fahrgelegenheiten. Der Reisende, welcher Wien, die Haupt - und Residenzstadt des österreichischen Kaiserstaates, sehen und kennen lernen will, bedient zur Fahrt sich theils der eigenen Pferde, und der sogenannten Landkuischen, theils der Eilund Ertrapost, und auch der Dampfschiffe und Dampfwägen, wo diese nämlich bereits cingeführt sind, oder er verbindet mehre dieser Beförderungsmittel, zu welchen auf einzelne Weg-Strecken noch die Eisenbahnen mit Zugkraft vermittelst Pferde zu rechnen sind. Ueber die Reise mit eigenen Pferden oder mit Landkutschen bedarf cs hier keiner Bemerkungen. Die Nachtheile dieser Art zu reisen überwiegen bei weitem die Annehmlichkeiten und Borthelle derselben, den Fall etwa ausgenommen, wenn der Reisende den Zeitaufwand nicht scheut und mit Merkwürdigkeiten oder überhaupt mit dem Sehenswerthen sich bekannt machen will, was auf dem Hebenstreit's Reisender. 1 L Wege sich darbietct. Verschieden von den eigentlichen Land« kutschen sind die Stellwägen, welche eine leichtere Verbindung zwischen gewissen Städten und Ortschaften unterhalten und hin und wieder sogar mit Postpferden bespannt sind. Von diesen wird an einem anderen Ort die Rede seyn. In Betreff der 1 . Eilpost aber, die seit 1823 im österreichischen Staate besteht, ist zuvörderst zu bemerken, daß bei derselben Reisende sowohl mit dem Bricfeilwagen, als mit dem Personeneilwagen, und mittelst Separat- fährten befördert werden. Die Bestellung der Plätze erfolgt in der betreffenden Fahr - und Eilpcstexpedition, zu Wien aber in jener im Dominikanerhof Nr. 666, und zwar einige Tage vor der Abfahrt selbst. Jedenfalls aber wird in Wien selbst dieunbedingte Passagiers-Aufnahme schon am Tage vor der Abfahrt um 12 Uhr Mittags geschloffen, wvrnach später sich Meldende nur dann ausgenommen werden können, wenn in dem Hauptwagen die erforderlichen Plätze noch frei sind, oder, wenn Beikaleschen gegeben werden mußten , in denselben noch die nöthigen Plätze vorhanden wären. Bei dieser Bestellung wird das ganze Passagiers-Port» erlegt und das einmal bezahlte Fahrtgeld in keinem Falle zurückgegeben. Jedem Reisenden ist dagegen gestattet frei mitzunehmen C. M. »1 bei den Briefeilwägcn an Gepäck 40Äim Werthev. 80 fl. bz bei Personeneilwägen , » 25,, »,50» c) bei Scparatfahrten , , So , , , , ioo , zu welchem Behuf ihm vom Postamte mit dem gewöhnlichen 3 Vormerkschein auch ein Gepäckzcttel unentgeldlich behändigt wird. In diesen hat er nun das Gepäck Stück für Stück unter Benennung der Gattung einzuschreiben, den Werth von jedem Stück selbst zu bestimmen / und das gut einballirte Gepäck mit jenem Zettel zur festgesetzten Zeit, nämlich spätestens 2 Stunden vor der Abfahrt des Wagens, und wenn diese zeitig des Morgens erfolgt, Abends zuvor, in das Postamt bringen zu lassen, welches sodann die richtige Uebernahme bestätigt und den Gepäckzcttel dem Reisenden wieder zustellt, damit derselbe nach beendigter "Fahrt gegen Zurückgabe des Zettels sein Gepäck entweder unmittelbar vom Conducteur oder später vom Postamte übernehmen kann. Uebrigens ist der Gepäckzcttel einem Auf- gabs-Recepisse gleich zu achten, nämlich als gesetzliches Beweismittel der richtigen Aufgabe und der Verpflichtung zum Ersatz von Seite der Postanstalt. Von dem Mehrgewicht ober ist ein mäßiges Ueberfrachtsporto zu entrichten, dessen Betrag auf dem Gepäckzcttel bereits verzeichnet ist. Das Gepäck hat in leicht unterzubringenden Packeten, in Felleisen und Nachtsäcken zu bestehen, und muß sogleich mit derselben Fahrt, zu welcher der Reisende eingeschrieben ist, zur Beförderung aufgegeben werden, indem die freie Beförderung desselben auf einem früher oder später abgehenden Wagen, oder auf dem Packwagen (schon seit einigen Jahren), mit alleinkgcrAus- nahme bei den Separatfahrten, nicht mehr Statt findet. Dagegen kann das zu spät aufgegebcne Gepäck nur mit der nächsten Fahrt und zwar gegen Bezahlung des 1 * 4 gewöhnlichen Porto'S für Frachtstücke befördert werden. Das ganze Porto ist auch zu entrichten für Listen oder Koffer als Reisegepäck, deren Mitnahme auf dem Personen-oder Bricfposteilwagen nicht gestattet ist und welche nur mit dem Packwagen befördert werden können. Außerdem muß jedes einzelne Stück des Gepäcks mit der Adresse des Reisenden versehen seyn, und letzterer bei der Abfahrt nebst dem Passe sich auch mit einem von der k. k. Polizei- Direktion oder dem k. k. Militär-Platzkommando ausgestellten Passierscheine legitimiren können. Endlich ist nicht gestattet, Briefe und Packete für andere Personen, oder Hunde im Wagen mitzunehmen, und ohne Einverständniß sämmtlicher Reisenden Tabak zu rauchen. An die Postillone, und für das Auf- und Abladen des Gepäcks ist kein Trinkgeld zu entrichten. Außer den Eilwägen bestehen zur Beförderung der Reisenden auch die Packfahrten, und seit 1837 neue Mal- leposten. Jene gehen aus Hauptstädten etwa wöchentlich zweimal ab, und gestatten dem Reisenden an freiem Gepäck 25 Ä; letztere sind eingeführt zwischen Linz und Prag, zwischen Laibach und Salzburg, zwischen Laibach und Kla- gcnfurt, zwischen Klagenfurt und Brixen, zwischen WelS und Lietzen, zwischen Grätz und Linz, zwischen Grätz und Salzburg, zwischen Steinach und Radstadt, mit der Ausnahme von drei Reisenden und 40 Ä freien Gepäcks. Die Passagier-Gebühren richten sich, wie bei dem Rittgelde der Extrapost, nach dem Preise der Pferde- füttcrung u. dergl. und wechseln mithin; indeß kann der s in folgender Uebersicht angesetzte Betrag als Durchschnittspreis dienen: Von Wien nach Brief- cilfahrt Personcn- eilfahrten Pack- führten I Separat- I wagen H Entfernung I von Wien H fl- kr.M. kr.üfl.,kr.M. kr. 1 Meil. Braunau . . . 18 38 21 51 43 Brünn .... 7 36 6 58 3 48 9 6 19 Grätz .... 11 — 10 5 5 30 11 — 27j Innsbruck . . . 26 5-1 — — 13 27 31 17 77j Linz. 10 18 — — 5 9 12 7 25t Mailand.... — — 48 10 — — 58 25 124 Prag. 16 30 15 8 8 15 20 12 39f Triest .... 28 48 26 24 14 24 33 29 71j Venedig .... — — 34 29 ^ — — 44 10 87j Man ersieht hieraus, daß die Gebühren mit dem Brief- eilwagen und bei Separatfahrten sich ziemlich gleich stellen, doch sind bei letzteren noch die Mauthgebühren in Anschlag zu bringen, welche z. B. von Linz nach Wien auf 25! Postmeilen 2fl. skr. E.M. betragen. Die Gebühren bei Malle- fahrten betragen etwas weniger, als die bei Personeneil- fahrtcn. Da indeß in dieser Beförderung der Reisenden öftere Veränderungen eintreten, so ist in Wien, wie anderwärts 6 dem Reisenden stets eine zeitige Anfrage bei den Postexpeditionen anzurathen. So ist seit dem Monat Mai 1842 die unbedingte Passagiersaufnahme zur Beschleunigung der Cor- respondenzvcrbindungen zwischen Wien und Paris auf dem Wege über Innsbruck, St. Gallen., Zürch und Basel auf die Städte Wien, Linz, Salzburg und Innsbruck beschränkt. Hiernach können Reisende, welche von irgend einem Unterwegsorte aus mitfahren wollen, nur dann ausgenommen werden, wenn in den durchgehenden Wägen die erforderlichen Plätze unbesetzt sind, oder wenn diese Plätze bei dem zunächst hinter dem Orte, wo der Reisende zusitzen will, liegenden und zur unbedingten Paffagiersaufnahme berechtigten Postamte bestellt, und die Gebühren von diesem Orte aus berechnet werden. Wer hiernach z. B. von St. Pölten nach Melk (3 Meilen) reisen will, hat, wenn im Wagen bei dessen Ankunft in St. Pölten der nöthige Platz frei ist, nur von dort bis Melk, wenn er sich aber den Platz sichern will, ihn also in Wien bestellt, von Wien bis Linz zu zahlen u. s. w. Die s. g. Personcneilfahrten von Wien nach Linz sind solchergessalt eingestellt und in Beiwägen verwandelt, die jedoch nicht mit dem Briefpost-Haupt wagen vereinigt befördert werden, sondern täglich schon um 1 Uhr Nachmittag mit eigenen Stundenpässen, wie bei Scparateilfahrten, abzusenden und in dem gewöhnlichen Zeitausmaße für Eilpostcn zu befördern sind. 7 Der Haupt-Brief-Eilpostwagen, mit kuriermäßiger Bespannung und zur Beförderung von 3 Personen geeignet, geht unter Begleitung eines Eonducteurs von Wien nach Linz täglich um 7 Uhr ab und soll in Linz des andern Tages um 11 Uhr 40 Minuten N. M. eintreffen. Das Gepäck der Reisenden, die in Beiwägen fahren, ist auf dem Wege von Wien nach Linz auf den Beiwägen selbst zu verpacken und sorgfältig zu verschließen. Eine Reise- und Jnfluenzkarte der Eilpost- und Pockwagenkurse von mehr als 150 Städten in dem Kaiscrthume Oesterreich und in Mitteleuropa von Franz R affelsper ger, und die jährlich erscheinende Uebersicht des Abgangs und der Ankunft der k. k. Posten in Wien (worüber auch die Wiener-Zeitung täglich Auskunft gibt) von I. Vierthaler, verdienen besonders empfohlen zu werden. 2. Die fahrende Extrapost. Die Fütterungspreise bestimmen die Höhe des Rittgeldes, welches außerdem nach den verschiedenen Provinzen des österreichischen Kaiserstaats verschieden ist, jedoch nur um ein weniges mehr, zu gewissen Zeiten, beträgt als 1 fl. C. M. für 1 Pferd und eine einfache Poststation. In der Regel schwebt es zwischen 50kr. und 1 fl., das Trinkgeld für den Postillon pr. Pferd zwischen 10, 12, 15 kr., das Schmiergeld aber beträgt 4 kr. oder 8 kr., je nachdem die Station die Schmiere dazu empfängt, oder solche selbst gibt. Nach dem Rittgelde wird das Kaleschgeld berechnet und zwar die Hälfte desselben für einen gedeckten, und das Viertel 8 für einen offenen Wagen. Der jedesmalige Tarif ist in jedem Posthause einzusehen. Die neueste Postverordnung vom 1. December 1838, welche mit dem 1. Mai 1839 in Wirksamkeit getreten ist, enthält für Reisende mit Extrapost nachstehende Haupt« bestimmungen: ») Der Postmeister oder dessen Stellvertreter muß auf Verlangen des bei dem Posthause angekommenen Reisenden sich zu ihm begeben, alle auf dessen Beförderung bezüglichen Auskünfte ertheilen und ihn während des Um- spannens unentgeldlich im Posthause aufnehmen. b) Nach Beschaffenheit der Wägen und der Schwere der Ladung in Wiener Gewicht wird die zur Bespannung nöthige Anzahl der Pferde bestimmt. Hier unterscheidet man Wägen von der leichtesten, von leichter und von schwerer Bauart. Zu jenen gehören offene Kaleschen, unbedeckte viersitzige und halbgedeckte zweisitzige bis 6 Ztnr. Ladungsgewicht, welche 2 Pferde, über 6 Ztnr. aber 3 Pferde bekommen. Wägen von leichter Bauart, als zweisitzige ganz gedeckte oder mit einem leichten Vordache versehene, werden bei einem Ladungsgewicht bis 5 Ztnr. mit 2 Pferden, über 5 — 8 Ztnr. mit 3, und über 8 Ztnr. mit 4 Pferden bespannt. Wägen endlich von schwerer Bauart, als zweisitzige ganz gedeckte und geschlossene und derlei viersitzige Wägen bis 6 Ztnr. Ladungsgewicht müssen drei Pferde nehmen, über 6—8 Ztnr. 4 Pferde, und über 8 Ztnr. 6 Pferde. 9 o) Zur Ermittelung des Ladungsgcwichtcs werden die Personen im Wagen, oder an einem äußeren Platze desselben, mit Ausschluß des Postillons, so in Anschlag gebracht, daß eine Person über 12 Jahre zu 100 Ä, ein Kind von 5 —12 Jahren mit 50 Ä, 2 Kinder im Alter bis 5 Jahren mit 40 K, und ein Kind unter 5 Jahren gar nicht in Anrechnung kommt. Zur Bestimmung des Alters der jungen Personen sind die Angaben der Reisenden durchaus genügend. ü) In Beziehung auf das Gepäck bleiben unberechnet die am äußeren Wagen angehängten ledernen Taschen, Hauben - und Hutschachteln, und was im Innern des Wagens sich befindet unverschlossen oder in Sitztruhen, Beuteln und Mantelsäcken, in Felleisen, Schachteln und Chatullen. Dagegen wird ein Koffer, ein Bettsack und eine Bache, die über die ganze Decke eines viersitzigen Wagens reicht, jedes mit 100K, eine Bache bei einem zweisitzigen ganz gedeckten oder bei einem halbgedeckten Wagen über dessen ganze Decke, oder eine halbe Bache, oder ein am Wagen angebrachtes Magazin, wie auch ein Felleisen oder ein Mantelsack am äußeren Wagen, 2 Schuh lang, 1j Schuh breit, oder über dieses Maß, jedes mit 50 K berechnet. «1 Ist auf einem zweispännigen Wagen für den Postillon kein Sitz vorhanden, so muß, mit Ausnahme im lombardisch-venetianischen Königreiche, ein drittes Pferd zugespannt werden, wie denn auch außerordentliche Elementar - Ereignisse für einzelne Strecken eine Zuspannung nöthig machen können. 10 k) Die Bestellung der Postpferde erfolgt wenigstens zwei Stunden vor der zur Abfahrt bestimmten Zeit 0» dem k. k. Hofpost-Stallamt, Wien, Stadt, Adlergasse Nr. 723), mit Anzeige des Hauses, wohin die verlangte Zahl der Pferde zu stellen ist, und der Stunde der Abfahrt. Eine Stunde vor dieser können jedoch die Pferde auch noch abbestellt werden. Geschieht dies nicht, dann zahlt der Reisende t des RittgeldeS für eine einfache Post, und waren die Pferde bereits zur Wohnung gestellt, auch noch s des gesetzlichen Trinkgeldes. Womit der Reisende bei dieser Bei stellung der Ertrapostpferde sich auszuweisen hat, ist im Artikel von der Rückreise erwähnt. L) Das Umspannen der Pferde muß bei Tage in 1» Minuten, bei Nacht in 15 Minuten, von der Ankunft beim Posthause gerechnet, bewirkt seyn. Das Zeichen zur Abfahrt gibt der Postillon mit dem Posthorn, wiederholt cs nach jeder halben Stunde und darf nach vergeblichem Warten von Einer Stunde im Winter, und von zwei Stunden in anderen Jahreszeiten die Pferde wieder aus- spannen. Für die erste halbe Stunde des Zuwartens von Seite des Postillons hat der Reisende nichts, für jede folgende halbe Stunde aber j des gesetzlichen Ritt-und Trinkgeldes für jedes Pferd und eine einfache Post zu entrichten. Ohne ausdrückliche Billigung des Reisenden darf jedoch kein Postillon Pferdefutter, Sattel u. dgl. aufladen. Das Umspannen und die Abfahrt mehrer bei einer Station angelangten Wägen erfolgt in der Ordnung, wie sie angekommen sind, und ein Borfahren darf nur dann 11 Statt finden, wenn der von der Station früher Abgefahrene auf der Straße halten läßt, oder durch einen Unfall zum Stillhalten genöthigt ist, oder sein Wagen aus irgend einer Ursache langsamer gefahren wird. Kuriermäßig beförderte Reisende sind befugt, andern mit der Post Reisenden vorzufahren. I>) In der Regel wird mit der Extrapost die Meile in f Stunden zurückgelegt. Der Postillon soll indeß kein höheres Trinkgeld ansprechen als das gesetzliche, ohne Beistim« münz der Reisenden unter keinem Vorwände sich vom Wagen entfernen und eben so wenig eine Wechselung der Pferde vornehmen. Im Fall der Reisende aber die Fahrt unterbricht, und aus irgend einem Grunde auf einem gewissen Punkt zu verweilen wünscht, hat auf sein Verlangen der Postillon im Winter Eine Stunde, und in den übrigen Jahreszeiten zwei Stunden zuzuwarten. Endlich können Extrapostpferde für die Reise unter vorhinein mit einem eigenen Pferdebestellungs-Eurrentale versichert werden^ in welchem Fall die Umspannung unverzüglich geschehen muß. (Siche unten bk.) Zur Beschleunigung der Reise selbst, auch wohl zur Bequemlichkeit der Reisenden, sind noch einige andere Anordnungen getroffen, nämlich: a») Die kuriermäßige Beförderung, bei welcher in der Regel die Meile in 35 Minuten zurückgelegt wird, und das Umspannen auf den Stationen bei Tag in 5 Minuten und bei Nacht in 10 Minuten geschieht. Das Ladungsgewicht wird jedoch hier um z geringer an- 12 genommen, als bei der fahrenden Extrapost, auch ist bei dieser Art zu reisen außer dem gesetzlich bestimmten Rittgeld ein Zuschlag von 15 kr. in Galizien, und von 20 kr. in allen übrigen Provinzen für ein Pferd und eine einfache Post, und zu dem gesetzlichen Trinkgeld ein Zuschlag von S kr. C. M. (1839) festgesetzt. kk> Die Benachrichtigung der Postmeister oder Poststallhalter von d er bevorsteh enden Fahrt (das Aviso) für die ganze Reise, oder für einen Theil derselben. Das diesfällige Verlangen kann an jede Poststation mit der schriftlichen Anzeige gestellt werden von der nöthigen Anzahl der Pferde, von dem Tage und der Stunde der Abfahrt, von einem etwaigen Aufenthalt oder Unterbrechung der Reise und an welchem Orte und wie lange. Diese Benachrichtigung kann durch eine Staffrtte, oder mittelst eines Laufzettels (gegen Entrichrung von 24 kr. E. M.) bewirkt werden, welches jedoch wenigstens 12 Stunden vor der Abfahrt des Reisenden mit der Briefpost geschehen muß. Jeder Postmeister hat alsdann zur Zeit des möglichen Eintreffens des Reisenden, und noch zwei Stunden darüber, die bestellten Pferde bereit zu halten. Ist zu solcher Benachrichtigung aber eine Staffelte gewählt, so wird bei der Aufgabe entrichtet 1 fl. 30kr.; an Aufsitzgcld 15 kr.; das Rittgeld für 1 Pferd und eine einfache Post nach dem Extrapost - Tarif bis an den Endpunkt und vom Empfänger an Recepisse- und Zustellungsgebühr 15 kr. C. M. 13 re) Die Reise mit dem Stundenpasse, während welcher der, kuriermäßig oder nicht, Reisende von der Unbequemlichkeit enthoben wird, die Aerarial-, Mauthund Pflastergelder, die Ueberfahrtgebühren, Weg - und Brückengelder selbst zu entrichten, indem er die Vorausbezahlung derselben bei dem Postamte leistet, wo diese Beförderungsweise nachgesucht wird. Es kann solches nur geschehen für Hauptpoststraßen bei den Oberpostämtern in den Hauptstädten, bei Postinspectoraten, Gränzpostäm- tcrn und bei jenen Acmtern, welche dazu die Berechtigung erhalten haben (s. weiter unten) und erhalten werden. Außer dem Gesammtbetrage der Gebühren für die ganze Reise sind noch 10 Procent für Rechnung der Postanstalt, auf der Straße aber nur die anfälligen Privat - und Mauthge- bühren und die für eine außerordentliche Zuspannung zu entrichten. Der ausgefertigte Stundcnpaß wird in der letzten Reisestation an das Postamt abgegeben, Beschwerden der Reisenden aber sind in das s. g. Beschwerdebuch einzutragen , welches in dem zur Aufnahme der Reisenden bestimmten Zimmer von jedem Postmeister oder Poststallhalter bereit gehalten werden muß. Ueber diese Aufnahme der Reisenden zur Beförderung mittelst Stundenpaß, ist zunächst von Seite der k. k. Hofpostverwaltung (Wien, 31. August 18421 beschlossen, »daß von nun an in allen deutsch - erbländischen und italienischen Provinzen der k. k. österreichischen Monarchie, mit Ausnahme von Dalmatien, die Aufnahme der Reisenden zur Beförderung mittelst Stundenpaß entweder mit kuriermä- 14 ßiger, oder mit gewöhnlicher extrapostmäßiger Beförderung, so wie die Abfertigung derselben zu jeder Zeit des Tages, und selbst bei Nacht zu geschehen habe, gleich wie dieses bei Erpedirung der Staffelte vorgeschrieben ist. Es versteht sich hierbei von selbst, daß in jenen Fällen, wo der Reisende plötzlich und unaufgehalten abzufahrcn wünscht, wo also eine vorläufige Avifirung der Postmeister nicht geschehen kann, der Reisende sich den zu der Umspannung bei den Unterwegs > Stationen nöthigen und vorschriftmäßigen Aufenthalt zum Pferdewcchsel gefallen lassen müsse. Diese Anordnung wird auf Routen, wo die Beförderung mit Stundenpaß bereits eingeleitet ist, von denjenigen Aemtern, welche diese Beförderungsweise einzuleiten insbesondere ermächtiget sind, sogleich in Ausführung gebracht. Schließlich wird nur noch bemerkt, daß die Extrapostreise mit dem Stundenpaß und gegen Vorausbezahlung der Gebühren gegenwärtig von Wien aus, auf den Post« straßen zwischen I. Wien und Prag, und zwar: u) über Jglau und b) über Neuhaus; H. Wien und Linz; III. Wien, Brünn, Lemberg und Brody, und zwar ») über Mislenicje; b) über Podgorze und c) über Neu- Sandec und Sambor; IV. Wien und Triest; V. Brünn und Prag, und zwar: s) über Königgratz und Ehlumetz; kj über Königgratz, Chrudim und Ezas- lau; e) über Hohenmauth, Ehrudim und Czaslau; 15 VI. Brünn und Jglau; VII. Prag und den böhmischen Eurorten, als: u) zwischen Prag und Peterswalde, und zwar: 1) über Laun, 2) über Lobositz; b) Prag und Asch; e) Töpliz und Karlsbad; ü) Karlsbad und Marienbad, und «) Asch und Marienbad ; VIII. Wien und Mailand: ul über Bergamo; d) über Chiari; IX. Wien, Innsbruck und Bregenz: u) über Linz, b) über Kleinmünchen; X. Wien und Venedig; XI. Wien und Olbersdorf; XII. Wien und Gratz; XIII. Wien und Laibach; «ingeführt ist, und binnen Kurzem auf mehren anderen Straßenzügen ins Leben treten wird. Zur Einleitung der Reise mit einem Stundenpasse nach §. 53. bis einschließlich 57. der Postordnung für Reifende sind auf den oben benannten Poststraßen und zwar im n. österr. Postbezirk nebst dem k. k. Hofpostamte in Wien, einstweilen bis auf weitere Bestimmung, noch die k. k. Postinspectorate in Wiener-Neustadt und St. Pölten ermächtigt. Reisende, welche auf solche Art befördert zu werden wünschen, haben sich deshalb bei der k, k. Eilpost-Erpedi- tion, am Dominikaner-Platz Nr. 666, zu melden. 3. Die Fahrt auf der Donau, und zwar stromabwärts 16 »1 mit gewöhnlicher Schis fsgelegenheit von Ulm, Lauingen, Stadt am Hof und Regens- burg nach Wien. Für Reisende dieser Art, die seit dem Bestehen der Dampfschiffahrt gewöhnlich nur den unteren Ständen angchören, ist Engelhardszell die k. k. Gränzmauth, woselbst ihnen der Paß abgenommen wird, den sie in Linz von der k. k. Polizei-Direktion zurück erhalten. (Vergl. Paßwcscn.) i»1 Mit den Dampfschiffen von Regensburg nach Linz, und von Linz nach Wien. Dieses treffliche, Zeit und Kosten ersparende Vcrbindungsmittcl besteht seit 1838. Die bairischen Dampfschiffe bringen die Reisenden in Einem Tage von Regensburg nach Linz, von wo sie am nächstfolgenden Tage auf einem Oesterreichischen Dampfschiffe, oft in 8—9 Stunden, nach Wien gelangen. Die Fahrttaxe ist in Beziehung auf Zeitersparung und Bequemlichkeit billig zu nennen, im Vergleich mit jener auf dem Rhein u. a. aber noch immer bedeutend. Von Regensburg nach Linz betrug sie s1842) für eine Person aus dem 1. Platz 14fl. Reichswährung (24 Gulden Fuß); auf dem 2. Platz 9 fl. 30 kr., und für Einen Wagen gO fl.; von Linz aber nach Wien für eine Person auf dem 1. Platz 9 fl., auf dem 2. Platz 6 fl., für die Benützung einer Eabine noch 6 fl., für einen Wagen 20 fl., Pferde 15 fl. und für einen Hund, der auf dem Vorderdecke angebunden bleiben muß, I fl. 30 kr. Reiscwagen in Begleitung von wenigstens 4 Personen, und zweiräderige Wagen zahlen nur z des Tarifpreises; auch genießen Passagiere, die mit 17 Wagen und Pferden reisen, eine Ermäßigung der halben Fracht auf ihre Pferde. Die Fahrtaxe ist aber auch nach den Zwischenstationen bemessen, so daß man die Reisein bestimmten Entfernungen mitmachcn kann. Tarif und öffentliche Blätter zeigen das Nähere darüber an, und auch die Tage der Ankunft und Abfahrt wie der Stunden, die nach der Jahreszeit verschieden sind. Die Bewirthung auf den österreichischen Dampfschiffen ist ganz gut, im Ganzen etwas theuer. Die Herren Capitains pflegten bis 1842 nicht an der endle ck' Iwee zu speisen, ließen sich vielmehr in einer Eabine bedienen und konnten daher nicht bcurtheilen, in wie weit eine Beschwerde des Reisenden rücksichtlich der unzureichenden Bedienung und Bewirthung gegründet war. Die Conducteurs sorgen für das gute Unterbringen des Gepäcks, von welchem jeder Reisende SO Ä frei hat, solches aber mit seiner und der Adresse des Bestimmungsorts versehen und für dessen Wiederabnahme selbst sorgen muß. Ist das Gepäck von Werth, so ist es rathsam, dasselbe zu versichern, denn bei eintretenden Unglücksfällen hat der Reisende hier, wie bei den Dampf» und Eisenbahnfahrten nur auf einen, in der Regel ganz unverhältnißmäßigen Schadenersatz (etwa 1 fl. pr. Pfund) zu rechnen. Kranke Personen sollen auf dem Dampfschiffe nicht ausgenommen werden; Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälfte des Platzpreises. Die mit dem Dampfschiffe von Regensburg kommenden Passagiere werden in Engelhardszcll nicht aufgehalten, vielmehr erfolgt die Verzollung und Paßvisirung Hebenstreit's Reisendtr. 2 18 unmittelbar in Linz. Die zwischen Ulm und RegenS- bürg versuchte Dampfschiffahrt mußte vorläufig, der damit verbundenen Hindernisse wegen, eingestellt werden. ES sollen jedoch im Jahr 1843 regelmäßige Fahrten durch besonders dazu gebaute Boote statt finden. Der mit dem Dampfschiffe von Linz nach Wien reisende Fremde wird in Nußdors auSgeschifft, und kann in einem der dort bereit stehenden Stellwagen unentgeld- lich nach Wien fahren. Sein Gepäck aber muß alsdann in seinem Beiseyn in Nußdorf revidirt werden, worauf es von der DampfschiffahrtS-Behörde nach Wien geschafft und von dort in Empfang genommen wird. Will der Reisende sich jedoch zur Hereinfahrt eines Fiakers bedienen, um sein Gepäck sogleich mitzuführen, so wird letzteres an der Nuß- dorfer Linie untersucht. Die zu solchem Behuf in Nußdorf anwesenden Fiaker haben zwar eine bestimmte Taxe für die Fahrt nach Wien, diese aber, bis auf 3 fl. E. M. und darüber steigend, ist für eine Stunde Weges zu hoch und daher dem Reisenden zu rathen, seine Effekten lieber nach geschehener ohnehin kurzer Revision in Nußdorfi zu lassen, und solche am andern Morgen aus dem Bureau der Dampfschiffahrt in Wien, am Bauernmarkt, Bellegardehof Nr.58L abholcn zu lassen. (Vergl. den Artikel über die Rückreise.f Die Pässe der Reisenden werden bei der Ausschiffung von einem anwesenden Polizeibeamten gegen Bescheinigung in Empfang genommen. Das Verzeichniß der vorzüglicheren Gasthöfe zur Aufnahme der Reisenden in Wien ist sud Nr. IV. mitgetheilt. 19 Zur nähern Kenntniß der Donaufahrt empfehle ich das Reisetaschenbuch von A. I. Groß, Wien 1830. 16. mit einer von Frühwirth lithographirten Stromkarte und fünf Ansichten; — Osrle clu cours 6» vanube üepuis 171m jusgu' ü son einbouoliure 2' Kl. Ifl- kr. >kr. ») Von Prag bis Wien: Non Prag nach Bud- Lohnkutscher und weis täglich. Stellwagen . . i 4 36 — — Non Budweis nach Eisenbahn mit Linz täglich. Pferdezugkraft . i 3 — 2 — Bon Linz nach Wien. Nachtstationen: Bud» Dampfschiff . . i 9 — 6 — weis, Linz, d) Von Wien n. Prag, Wien) rückwärts in umgekehrter Art. c> Non Wien über Linz Dampfschiff, Ei- nach Salzburg. senbahn u. Stell- wagen v. Lambach 2 ä)Bon Salzburg über Linz nach Wien, in umgekehrter Art. Wie o) rückwärts 2 — — — — e)Bon Salzburg über Mit Stellwagen, Ischl nach Wien. Dampfschiff, Eisenbahn u. noch- mahls m. Dampfschiff . . . . 3 k) Bon Wien überJschl nach Salzburg. Wie e) rückwärts 5 — — — — 27 Anmerkung. Lck e. Von Lambach geht in den Sommermonaten nämlich ein Stellwagen mit Ertrapost- bespannung täglich nach Salzburg, für die Person 2 fl. ck und e. Von Salzburg führt ebenfalls ein Stcllwagen nach Ischl, ä2— 3 fl. die Person; von Ischl ein dergl. nach Ebensee, L 30 kr. die Person; von Ebensee nach Gmunden zahlt die Person auf dem 1. Platz des Dampfschiffes 40 kr., auf dem 2. Platz 20 kr. und von Gmunden nach Linz auf der gewöhnlichen Eisenbahn nach Maßgabe des 1. oder 2. Platzes 1 fl. 15 — 20 oder 48 kr. Vergleiche übrigens den Abschnitt »Rückreise." H. Erfordernisse zur Reise nach Wien. Der vorstehende Abschnitt weiset an sich schon auf die Nothwendigkeit hin, die gehörigen Geldmittel zu besitzen, um eine oder die andere Art, nach Wien zu reisen, wählen und ausführen zu können. Zu den X) Geldmitteln werden Ereditbriefe, Wechsel, Banknoten und bares Geld gezählt. Wer Ereditbriefe und Wechsel mit sich führt, wird ohnehin damit zu verfahren wissen. Banknoten gewähren aber den Vortheil, daß sie in Zahlungen überall angenommen, überall nach ihrem vollen Werth gegen Silbcrgeld ausgewechselt werden, und daher eine große Barschaft entbehrlich machen. Wie diese lösen indeß auch Ereditbriefe und Wechsel sich in Barzahlungen auf, und darum ist es zweckmäßig, über die Verhältnisse des Geldwesens Näheres zu bemerken. 28 1. 2n der Regel wird im Österreichischen, in Wien durchgängig, nach dem Zwanzig Gulden Conventionsfuß gerechnet. Die Rechnung nach der Reichswährung, d. i. nachdem Bier und zwanzig Guldenfuß ist nur noch gebräuchlich in einigen Theilen TyrolS, im Salzburgischen und von Salzburg abwärts auf der Herstraße nach Wien bis Lambach in Oberösterreich. Nach dem Zwanzig Guldenfuß enthält der Gulden 60 kr. oder 20 Groschen se 3 kr. Silbermünze, in der Rcichswährung aber 1 fl. 12 kr., mithin stellt sich das Verhältniß gegeneinander wie folgt: 5 kr. C. M. nach d. 20 Guldf. sind gleich 6 kr Reichsw. 10 - D 12 » 20 „ 24 , 50 » » 1 fl- — » Ist- N » 1 , 12 - 2 - D V - , 24 » 3 , V D 3 , 36 , 4 » » » » 4 , 4« , 5 . 6 , — « 1» . » 12 , — » u. 2. Don den Goldmünzen des Österreichische! serstaatcs haben gesetzlichen Werth, in der Regel jedoch mit Agio: Kaiserliche und Kremnitzer Ducaten re 4 fl. 30 kr. Dergleichen doppelte . . re 9 fl. und aus dem Lombardisch-Benctianischen Königreich Sovrana «der 40 Lircstück . re 13 fl. 20 kr. 29 Mezzo Sovrana oder halbe, SO Lire »6 fl. 40 kr. Dergleichen nicht vollwichtige Goldstücke werden in öffentlichen Kassen gar nicht, in Münz - und Einlösungsümtern aber, oder von Privaten, als Material angenommen und behandelt. 3. Von Silbermünzen gelten: Österreichische Conventions-Thaler 2 fl. Dergleichen halbe oder Guldenstücke 1 fl. Zwanziger (Kopfstücke) » 20 kr. Alte Siebenzehner (selten) 15 kr. Zehner (oder halbe Kopfstücke) L 10 kr. Alte Siebener (selten) ä 6 kr. Fünfkreuzer und Groschen nach dem Nennwerthe 5 und 3 kr. Dazu kommen aus dem Lombardisch - Venetianischen Königreich: Scudo oder 6 Lirestück ä 2 fl. detto halber oder 3 Lire L 1 fl. Lire ganze k SO kr.; halbe Lire L 10 kr.; viertel Lire » 5 kr. Durchlöcherte Silbermünzen, die in Tyrol, im Salzburg'schen und im Salzkammergute noch häufig Vorkommen und ohne Anstand gegeben und genommen werden, sind eigentlich schon außer Umlauf gesetzt. 4. Als Zahlungs- oder Ausgleichungsmittel bestehen in einigen Theilen des Österreichischen Staates noch die s. g. Einlösungs- und Anticipations-Scheine, auch schlechthin Wiener-Währung genannt. Diese hat 30 zum Silbergelde einen festbestimmten Kurs, nähmlich den von 250 zu 100, so daß Ein Gulden Wiener-Währung 24 kr. E. M. nach dem 20 Guldenfuße ausmacht, zu welchem Betrage jene Scheine auch von der k. k. Nationalbank eingelöset werden. Außerdem findet Zahlung und Ausgleichung mit denselben nur im Privatverkehr Statt. 5. Bon sonstigen Münzen haben im Kaiserthume Österreich folgende gesetzlichen Umlauf und einen nach dem 20 Guldenfuß gesetzlich bestimmten Werth, ff kr Bair. Schwert- thalcr . . . 2 12 Carolin'dor . 8 52 Doppia. Bolcgnes., ganze 6 28 » halbe 3 14 Genueser ü 60 Lire 29 55 Mailänder . . 7 28 Parmesaner . . 8 12 Piemonteser und Savoyer. . . 10 44 Römische ganze . 6 28 » halbe . 3 14 Ducaten. Bair. und Salzb. 4 28 Bologncs. (Zech.) 4 24 » halber 2 12 fl. kr. Florentiner (Gi' gliato) . . . 4 32 Holländer. . . 4 20 Mailand. Zechino 4 32 Niederländer . . 2 32 Parmesaner . . 1 55? Röm. Zechino 4 24 , halber . 2 12 Süddeutscher ord. 4 18 Benet., Kreuz- thaler . . . 2 33 Franc französisch. - 22'r Francescono (Pisisthaler) Gigliato (Ducaten) Florentiner Giustina (Vene- tianer Münze) . . 2 6 2 14j 31 Kronthaler. Halber.... 1 6 Sliederländer . . 2 12 Laubthal, stanz. 2 12 Laubguld. französischer . . . 1 8 L ira. Ehernal. Lira ital. — 22s; Mailänder alte . — 17 Venetianer alte . — IN Lirazza, Vene- tianer alte . . - 13s Louisd'or, alter doppelter . . 14 24 Einfacher . . . 7 12 sogenannt. Schild- Louisd'or . . 9 12 sogenannter Son- nen-Louisd'or . 8 37 Matte (Säulen- thaler) span. m. Brustbild . . 2 3 span, ohne Brustbild . . . . 2 4 Maxdor . . . 5 54 Petizza, Venet. oder Lirazza . — 13s fl. kr. Pisisthaler s. Francescono 2 6 Rubel, russischer 1 32 Scud o. Bolognes. (Frau- enthaler) . . . 2 4j Bologneser » 10 Paoli.... 2 2t Genueser neuer . 2 31 Mailänder . . 1 45j Modeneser von Franz III. . . 3 v. Herkules Hl. 1782 .... 2 8i Piemont, u. Savoyer .... 2 40 Neuer L 5 Lire s. 1816 .... 1 54; Röm. ü 10 Paoli 2 N Souverarnd'or ganzer .... 13 20 halber .... 6 40 Vierzig Frankenstück . . 15 10 Zechino s. Duca- ten . . . . — Zwanzig Frankenstück . . 7 35 32 Alle nicht vollwichtigen und auch die hier nicht ver- zeichneten Münzen werden in den kaiserl. Kassen nicht als Zahlungen, sondern beiden Gold» und Silber-Einlösungsämtern nur als Waare angenommen. In dem Österreichk, scher, Kaiserstaate werden Münzen geprägt in Wien mit dem Zeichen >, in Krcmnitz mit dem Zeichen L, in Prag mit 6, in Carlsburg mit L, in Nagy-Banya mit k- und in Mailand mit dem Buchstaben »l. So nothwendig nun auch die Geldmittel zu einer Reise überhaupt und insbesondere nach einer Haupt - und Residenzstadt, immer seyn mögen, so reichen sie dennoch für Wien nicht aus, wenn der Reisende nicht mit einem regelmäßigen «) Paß versehen ist. Den Inländern in kleinen Pro- vinzialstädten re. wird derselbe von der Ortsobrigkeit, in den Hauptstädten von der Polizei - Direction erthei'lt, in welchem letzteren Fall auch ein bloßer Passierschein, für die Hin- und Rückreise gültig, ausreicht. Der Paß des Ausländers aber muß nicht nur von seiner Ortsobrigkeit, sondern auch von dem in seinem Vaterlande anwesenden k. k. Gesandten, Geschäftsträger oder Consul unterzeichnet seyn. Ist es dem Reisenden endlich, wie allerdings vorauszusetzen, darum zu thun, in möglich kurzer Zeit auch das gesellige Leben in Wien und überhaupt Wien in allen Richtungen kennen zu lernen, so suche er sich 6) Empfehlungsbriefe an Personen verschiedener Stände zu verschaffen. Er kann in diesem Fall unbedingt einer guten Aufnahme versichert seyn ; denn Gastfreund- schaft, Aufrichtigkeit und Gefälligkeit sind noch immer die Grundzüge im Charakter der Wiener, und sie treten um so gewisser im höheren Grade hervor, wenn der Fremde ihrem Rathe oder ihren sonstigen Eröffnungen Vertrauen und Aufmerksamkeit schenkt. m Die Ankunft des Reisenden in Wien. Hat nun der Fremde, denn von diesem handelt es sich insbesondere, eine von den bereits erwähnten Arten zu reisen gewählt, mit Geldmitteln, mit Paß und Empfehlungsbriefen versehen, sich auf die Reise nach Wien selbst begeben, so erreicht er sein Ziel entweder auf dem Wasseroder auf dem Landwege. Ich muß hier diejenigen, welche über Meer von Venedig, Triest u. s. w. anlangen, unberücksichtigt lassen, und mich vorzugsweise auf jene beschränken, welche mit dem Dampfschiffe von Linz oder mit einer anderen Fahrtgelegenhcit eintrcffen, indem bei der Ankunft in Wien ein fast gleiches Verfahren eintritt; denn, da jeder Reisende, von welcher Seite er auch kommen mag, gewisse Punkte in der Umgränzung Wien's, Linien ge» nannt, nicht umgehen kann, so findet er daselbst zugleich: u) einen aufgestellten Polizei-Posten, und d) ein Personal zur Untersuchung der von ihm mitgeführten Effecten. Der aufgestellte Polizei-Posten dient hauptsächlich dazu, von jedem Ankommenden den Paß oder den Passierschein in Empfang zu nehmen, wie solches bei den mit den Dampfschiffen Reisenden von Regensburg und Linz herab Hkbenstrrit'S Rkisendcr. 3 34 in Nußdorf, als an dem Landungsplätze, geschehen ist. Zur Bescheinigung der geschehenen Paßabgabe wird dem Reisenden eine in deutscher, französischer und italienischer Sprache abgefaßtc Anweisung eingchändigt, sich wahrend der ersten 24 Stunden seiner Anwesenheit in Wien bei der k. k. Polizei-Oberdirektion, Stadt, Spänglergasse Nr. 564 persönlich zu melden. Die bei dieser Gelegenheit von dem Wachtposten an den Fremden gestellte Frage »in welchem Gasthofc oder wo sonst er einkehren werde* wird derselbe in den meisten Fällen wohl zu beantworten wissen; indeß ist er für eine eintretende Veränderung keineswegs verantwortlich. Zur Untersuchung des Gepäcks, welches der Reisende mit sich führt, besteht an jeder Linie Wien's ein Mauth- oder Gefällen-Amt, denn diese Linien werden wie eine Einbruchsstation behandelt. Die selbst an der Gränze des österreichischen Staates empfangenen Bolleten schützen nicht gegen diese Untersuchung, doch wird diese durch ein Vorzeigen derselben erleichtert und beschleunigt. Der Reisende hat daher nichts Zollbares zu verschweigen, zu welchem Ende hier sogleich bemerkt wird »welche Artikel einzuführen erlaubt oder nicht erlaubt ist.* Dem zufolge sind zollfrei: 1) Zeuge und Stoffe aller Art, wenn sie zu Kleidern verarbeitet und bereits getragen sind. Unverarbeitete Stoffe und Zeuge entrichten die im Zolltarif bestimmten Einfuhrgebühren. 3S 2) Altes und neues Hausgeräth, Wäsche und Bettzeug, auch neue zum eigenen, dem Stande der Reisenden angemessenen Gebrauche, wenn sie bei dem betreffenden Zollamte erklärt und mit Freibolleten belegt sind. 31 Gold, Kleinodien, Ringe und Uhren, in so weit sie dem Bedürfniß und dem Range der Reisenden angemessen sind. Ist die Anzeige bei der ersten Einbruchsstation gemacht, dann wird darüber eine Freibollete ertheilt, welche zugleich die zollfreie Ausfuhr sichert. 4) Von ausländischem Tabak kann zwar eine bestimmte Quantität gegen Erlegung des Zolls und der Licenz- gedühr eingeführt werden, allein da diese an sich bedeutend ist, und auch gute Sorten Rauch- und Schnupftabak, in Wien selbst ausländische, gekauft werden können, so ist es rathsam, sich mit jener Einfuhr gar nicht zu befassen. Der nämliche Fall tritt ein 5) bei Büchern, welche ohne Unterschied der Quantität zollbar sind, außerdem bei der Einfuhr obsignirt, und von dem k. k. Central-Büchcr-Revisionsamt in Wien, Stadt Nr. 708, durchgesehen werden, worauf dann der Eigenthümer die erlaubten zurückcmpfängt, die verbotenen aber bis zu seiner Abreise zurücklaffen muß, wenn er deren frühere Verabfolgung von der k. k. Polizei - und Censur-Hofstclle nicht erwirkt hat. 6) Gänzlich verboten ist die Einfuhr hebräischer im Auslande gedruckter Gebet- und Religionsbüchcr, und die Einfuhr derlei polnischer, illyrischer und wallachischcr 3 * S6 Bücher wird nur gegen besonders ertheilte Pässe gestattet. Nach erfolgter Paßgabe und Revision des Gepäckes kann der Reisende, dem keine Privatwohnung zur Aufnahme bereit steht, in einen der nachstehend angeführten Gasthöfe einkehrcn. IV. Gasthöfe in der Stadt Wien selbst, und in den Borstädten. Zu den vorzüglichsten Gasthöfcn gehören: »1 Im Innern der Stadt: Der Gasthof zum römischen Kaiser, auf der Freiung Nr. 138. Zur Kaiserin von Oesterreich, Weihburggasse Nr. 906. Zum Erzherzog Carl, Kärntnerstraße Nr. 968. Zum wilden Mann, Kärntnerstraße Nr. 942. Zum Schwan, Neuer Markt Nr. 1044. Zur Stadt Frankfurt, Scilcrgasse Nr. 1086. Zum Matschakcrhos, Seilergasse Nr. I09l. (Diese sechs letztgenannten liegen fast in der Mitte der Stadt.) Zum ungarischen König, große Schulenstraße Nr. 852. Zur Stadt London, der Hauptmauth und der Haupt- Post-Erpcdition gegenüber, Nr. 684. K) In den Vorstädten: Der Gasthof zum schwarzen Adler, Leopoldstadt, Hauptstraße Nr. 316. Zum weißen Roß, Lecpoldstadt, Hauptstraße Nr. 321. Zum goldenen Lamm, Praterstraße Nr. 321. L7 (Alle drei in sehr bequemer Lage für Ankommende von Prag, Brünn u. s. w.) Der Gasthof zum goldene» Lamm, auf der Wieden, Hauptstraße Nr. 24. Der zum goldenen Kreuz, daselbst Nr. 11. Der große und gut eingerichtete Gasthof zur Stadt Triest, daselbst Nr. 8. (Diese drei sehr bequem für Reisende aus Steiermark, Kärnten u. s. w.) Der Gasthof zu den drei Kronen, daselbst Nr. 21 (vorzugsweise von Italienern besucht). Obgleich die von mir anderweit und zuerst gemachte Bemerkung, daß, wenn der Reisende einen von diesen Gasthöfen bereits im Voraus gewählt hat, er auch darauf beharren müsse, in denselben geführt zu werden, schon mehrmals wiederholt und von Andern nachgeschrieben ist, so füge ich sie dennoch hier wieder bei, weil mehre Klagen dieserhalb laut geworden sind und Kutscher u. dergl. allerdings ein Interesse haben mögen, die Reisenden gewissen Gasthöfen zuzuführen. Insbesondere dürften hierauf diejenigen aufmerksam scyn, welche sich der Extrapost bedienen. Der Eintritt in Wien ist aber nach Beobachtung der bisher erwähnten Förmlichkeiten noch immer nicht geeignet zu einem willkürlichen oder ungestörten Verbleiben des Reisenden. Er bedarf dazu vor allem eines 38 V. Aufenthaltsschein. Um diesen zu erhalten, begibt derselbe sich in Gemäßheit der empfangenen Bescheinigung über die Paßabgabe und in der vorgeschriebenen Zeit zu der k. k. Polizei-Oberdirektion in das Paß-Co nscriptions - und Anzei- geamt (Stadt Nr. 564), von welchem er als Ausländer an die daselbst befindliche Fremden-Commission gewiesen wird. Hat er sich nun hier über den Zweck seiner Reise, über die Dauer seines Aufenthalts und über seine Subsistenzmittel durch Wechsel, Crcditbriefe, Bürgschaft bekannter Häuser u. dergl. gehörig ausgewiesen, so wird ihm ein auf eine bestimmte Zeit lautender Aufenthaltschein ertheilt, dessen Berlängerung nach abgelausener Zeit nachgesucht werden muß. Sein Paß, der von dem Wachtposten an der Linie an die Oberdirektion abgeliefert ist, wird bis zur Abreffe des Fremden ämtlich aufbewahrt und nur die Geschäftszahl desselben dem Aufenthaltscheine bcigefügt. Reisende, welche ihren festen Aufenthalt in den Provinzen des österr. Kaiserstaates haben, unterliegen der Notwendigkeit nicht, sich wie der Ausländer zu erklären, pflegen vielmehr ihren Paß selbst zur Legitimation zurück zu empfangen, oder bedürfen doch des Ausenthaltscheins nicht. IV. Vorläufige Bemerkungen behufs schneller Orientirung des Fremden in Wien. Bekanntlich ist die innere Stadt Wien und auch ein bedeutender Theil der Hauptstraßen in den Borstädten mit 39 einem herrlichen Pflaster und Trottoir versehen, was dem Fußgeher Bequemlichkeit und Sicherheit gewährt. Denn die in steter Bewegung befindlichen Wägen berühren das Trottoir nicht, und der Fremde darf nur an Straßenecken aufmerksam seyn. So lebhaft indeß auch der Verkehr auf den Straßen u. dgl. ist, besteht dennoch keine Regel in Beziehung auf ein Ausweichen. Es erfolgt gleichsam in- stinktmäßig nach einer oder der anderen Seite, weit öfter jedoch nach der linken, und ein unerwartetes Zusammentreffen ist wenigstens unter Einheimischen sehr selten, wird auch weiter nicht beachtet. Der Fremde möge immerhin seinen Weg in gerader Richtung und ohne Schwanken verfolgen. Einige Vorsicht ist an Häusern beim Vorübcrschreitcn nöthig, wenn von dem Dache desselben ein hölzernes Kreuz am Ende eines Seiles herabhängt, indem auf solche Weise ein Ausbessern des Daches, Gesimses u. dgl. angezeigt wird. Daß Tabakrauchen im Inneren der Stadt, wie zuweilen wohl bemerkt wird, gegen Sitte und Anstand sey, darf dem gebildeten Reisenden kaum gesagt werden. Außerdem ist es in der Nähe einer Schildwache, auf Brücken, auf der Bastei und auf stark besuchten Promenaden nicht gestattet. Cavallerie-Posten, an den Hauptcingängen zur k. k. Burg aufgestellt, bezeichnen eine Statt findende Hoffeierlichkeit; an anderen Straßenecken, daß die Durchfahrt 40 für Wägen gesperrt ist. Für Fußgeher haben weder jene noch diese einige Beziehung. Die Lage der Vorstädte lernt der Reisende am besten kennen, theils durch ein Umschreiten der inneren Stadt auf der Bastei, theils durch ein solches auf dem Glacis. Von jener überblickt er die Lage der Vorstädte aus einem erhöhten Standpunkte, auf diesem befindet er sich mit ihnen in gleicher Linie, und diese Doppelansicht erleichtert ihm ungemein die Bekanntschaft mit den Örtlichkeiten. Insbesondere sind von der Bastei aus mehre große Gebäude, worin sich sehenswerthe Anstalten befinden, schon mit freiem Auge zu erkennen. Geht man nämlich vcn der Rückseite der s. g. Hauptmauth aus in der Richtung nach Westen, so erblickt man mehr oder minder deutlich das Jnvalidenhaus, die Kanonenbohrerei, das Thierarznei-Jnstitut, das große Münzgebäudc, den Fürst Schwarzenberg'schen Sommerpallast, hinter demselben das Belvedere, ferner die Carls« kirche, das polytechnische Institut, das Freihaus, das Theater an der Wien, den k. k. Marstall, die Ingenieur-Akademie, den Pallast des Fürsten Auersperg, das Gebäude der Ungarischen Nobelgarde, das neue Criminalgefängniß, die Alserkaserne neben dem Allgemeinen Krankenhause, das rothe Haus, die k. k. Gewehrfabrik, hinter derselben die k. k. Jcsephinische Akademie, welcher der Sommerpallast des Fürsten Dictrichstein gegenüber liegt, zum Theil noch den Sommerpallast des Fürsten Liechtenstein, dann die Badhäuser am Schänzel, am scharfen Eck und das Diana- bad, nebst den unweit davon befindlichen Kaffehhäuscrn an 41 der Fcrdinandsbrücke, über welche der Weg in die Leopoldstadt und in den Prater führt. Der Fremde säume ja nicht, diesen Gang in Begleitung eines Freundes oder Bekannten, allenfalls mit Zuziehung eines Lohnbedienten, der in jedem Gasthofe zu haben ist, zu machen und sich die genannten Gebäude zeigen oder andeuten zu lassen. Er wird alsdann mit Leichtigkeit das, was er näher kennen zu lernen wünscht, nicht nur wählen, sondern das Gewählte auch zweckmäßig zu verbinden wissen. Der Zeitersparung wegen kann er zur Besichtigung entfernt liegender Anstalten sich eines Fiakers bedienen. Wünscht der Reisende aber die Stadt im Ganzen und in ibren einzelnen Theilen aufzufassen und zugleich die Vorstädte zu überblicken, dann besteige derselbe den Stephansthurm bis zur Gallerie und wähle dazu im Sommer die Abendstunde. Die Erlaubniß, den Thurm zu besteigen, wird angesucht im Kirchenmeisteramte zu St. Stephan Nr. 874. Es ist in Wien Sitte, jedem gebildeten Mann das Prädikat »Herr von" und der Gattinn »Frau von" und im vergrößerten Maße »Gnädige Frau" und »Ew. Gnaden" zu geben. Die Tochter des Hauses heißt demnach »Fräulein" »Gnädiges Fräulein." Dieser aus bloßer Bequemlichkeit cingeführten Sitte wird auch der Reisende sich zu fügen wissen. Daß solche bei hohen Staatsbeamten und dem hohen Adel nicht in Anwendung kommt, leuchtet von selbst ein. 42 Da endlich jeder Staat seine eigenthümlichen Einrichtungen hat und haben darf, zu deren richtiger Auffassung und Würdigung eine längere Zeit erfordert wird, als der gewöhnliche Aufenthalt des Reisenden einnimmt, so ist cs wohl der Klugheit gemäß, mit einem Urthcil über jene nicht vorschnell hervorzutreten, vielmehr auch hier erst eine bestimmtere Orientirung abzuwarten. Zweiter Abschnitt. DieStadtWien nach ihrer Beschaffenheit und sonstiger Einrichtung. Wien, mit welchem Namen man die innere Stadt sowohl, wie die Vorstädte zu bezeichnen pflegt, ist die Hauptstadt des Erzherzogthums Oesterreich unter der Enns und des Kaiserthums Oesterreich überhaupt, auch seit Maximilian I. (gest. 1519)diebeständigeResidenzdcrHerr- scher. Rücksichtlich ihrer Beschaffenheit kommt in Erwägung: 1. Die Lage derselben auf einer Anhöhe vom südlichen Donauufer, östlicher Länge im 34. Grade, 2 Minuten, 16 Sekunden, und nördlicher Breite im 48. Grade, 12 Minuten und 22 Sekunden. Nach Blumenbach's (Gemälde der östcrr. Monarchie, Bd. I. S. 242, und dessen: Neueste Landeskunde von Oesterreich unter der Enns, Bd.II. S. 234) auf den Katastral-Plan gestützten Angabe beträgt der Flächeninhalt Wien's, als innere Stadt, etwa 112,000 Luadrat-Klafter. Der Umkreis der Stadt und sämmtlicher Vorstädte beträgt dagegen nach genauer Abmessung 23272 Wiener Klafter oder 5f Oesterr. Postmeilen (5.95 geographische M.), und die gesammte Länge von der St. Marxer- bis zur Nußdorfer Linie hat eine Länge 44 von 2258 Klafter, so wie die gesammte Breite von der Gumpendorfer Linie bis ans Ende der Jägerzeil 2650 Kl. Die innere Stadt kann auf der Bastei in mäßigem Schritt während Einer Stunde umgangen werden. Die Bastei selbst ist zumTheil mit Bäumen bepflanzt, auch mit einfachen Gartcnanlagen und Ruhesitzen versehen, hat nach ihren verschiedenen Bezirken verschiedene Benennungen und ist von dem Glacis durch einen 40 — 60 Fuß hohen Graben geschieden. Letzteres, das Glacis, ist ein über 100—200 Klafter breiter Wiesengrund zwischen der Stadt und den Bcrstäd- ten, an einigen Stellen, wie zwischen dem Kärntner- thore und der Borstadt Wieden, beide enge verbindend, mit Bäumen verschiedener Gattung bepflanzt, nach allen Richtungen von Fuß - und Fahrwegen durchschnitten und während des Abends und eines großen Theils der Nacht vermittelst der Laternen beleuchtet. Zwischen dem Burg - und dem Franzensthor steht eine Säule der Madonna, Eisenguß aus dem Werke zu Mariazell, als Gränzzeichen vom Stifte zu den Schotten errichtet. Zum Überblicken der inneren Stadt ist zwar oft die Terrasse im Garten des obcrn Belvedere empfohlen ; allein die in der Nähe befindlichen Bäume haben bereits die Aussicht beschränkt. Großartiger ist schon der Anblick von dem der Stadt zugewandten Balcvn des Gemäldesaals im Belvedere, und vorzüglicher noch von jenem Punkte des Wienerberges, wo sich die s. g. Spinnerin am Kreuze befindet. Diese Säule ist nach den Forschun- 45 gen von I. E. Schlager von Hanns Purbaum 1451 bis 1452 an die Stelle eines alten verwüsteten Kreuzes erbaut und führt ihren Namen von den Filigran - Steinverzierungen, durch welche sie wie mit Spinnfäden überzogen erscheint. Ihre Spitze ist aber keineswegs, wie oft behauptet, im Niveau jener des Stephansthurms gleich, vielmehr 30 Klafter 1 Fuß 4; Zoll (181.466 Fuß) unter der Spitze dieses Thurms. 2. Das Klima von Wien ist einer oft schnellen Veränderung unterworfen, und dieser unverhoffte Wechsel besonders dem Reisenden sehr empfindlich. Darum möge derselbe auch im Sommer eine zu leichte Kleidung vermeiden. Ein gewöhnlich um Mittag sich erhebender und einige Stunden anhaltender Wind trägt jedoch ungemein viel zur Reinigung des Dunstkreises bei. In der Regel beträgt die größte Sommerwärme 25 — 27«, die größte Kälte selten mehr als 19». 3. Das Trinkwasser ist im Ganzen nicht vorzüglich, am wenigsten in den niedrig gelegenen Stadtthcilen, besonders in der, einer Ueberschwcmmung von der Donau nicht selten ausgesetzten, Leopoldstadt. Nun gibt es zwar einige Brunnen in der Stadt, die ein gutes Trinkwasser liefern, auch eine Wasser - Filtriranstalt; da indeß ein Reisender kaum davon wird Gebrauch machen können, so möge er überhaupt anfänglich das Wasser nur mäßig, oder mit Oesterr. Wein gemischt trinken. 4) Brücken und Kettenstege oder Kettenbrücken über die Donau in Wien. Etwa eine Stunde 46 oberhalb Wien, bei dem Orte Nußdorf, dem Landungsplätze der Dampfschiffe, theilt sich die Donau in zwei Arme, deren einer unmittelbar nach Wien führt und die Leopoldstadt von der übrigen Stadt scheidet. Man nennt diesen Arm, den alle Wien auf- und abwärts berührenden Schiffe zu befahren haben, den Donaukanal, und als Brücken über denselben folgende: a) Die Ferdinandsbrücke (Schlagbrückc) und eigentliche Hauptbrücke zur Verbindung der Leopoldstadt mit der inneren Stadt. Sie wurde 18 l9 erbaut, mit einem Mittelpfeiler aus Quadersteinen in einem Senkkasten, dessen Gewicht 27585 Ztnr. hatte. k) Die neue hölzerne Brücke, welche etwas unterhalb der Schlagbrücke eine Communication zwischen der Leopoldstadt und dem neu zu erbauenden großartigen Mauthgebäude Herstellen soll. e) Die Franzensbrücke, stromabwärts der genannten zunächst gelegen, verbindet die Vorstädte Unter den Weißgärbern und der Leopoldstadt, und hat einen Grundstein von 81 Ztnr. Gewicht, den schwersten vielleicht im deutschen Brückenbau. üj Die hölzerne Brücke, welche stromaufwärts den beiden vorerwähnten Brücken vorliegt, hinter dem s. g. Schänzel zur Verbindung der Stadt durch die Augartengaffe mit der Leopoldstadt. e) Zwei Kettenbrücken, oder eigentlich Kettenstege, weil sie nur für Fußgeher bestimmt sind (1 kr. C. M. für die Person), nämlich die Carls- und die Sophien- 47 brücke. Jene befindet sich vor der Fcrdinandsbrücke zur Erleichterung des Verkehrs zwischen der Stadt und der Leopoldstadt, und ist die erste Stahlkettenbrücke Wien's, erbaut nach der Erfindung des Ferd. Edl. v. Mitis; diese hinter der Franzensbrücke, die Vorstadt Erdberg mit dem Prater verbindend, und mit doppelten Spannketten versehen, ist nach dem Plan des Ritters v. Kudriafsky erbaut, und stark genug, erforderlichen Falls mit Wägen befahren zu werden. 5. Brücken und Stege über den Wiensluß. Wie die Donau die innere Stadt Wien von der Leopoldstadt sondert, so durchschneidet ein an sich unbedeutender, im Wienerwalde entspringender, und wie alle Bergwässer bei starken Regengüssen reissender Bach einige Vorstädte Wien's von Westen nach Norden, nämlich die Wien oder der Wiensluß, unter den Weißgärbern in die Donau einfallend. Seine Ausdünstung war bei niedrigem Wasserstande früher sehr lästig, gegenwärtig aber ist sie durch die an beiden Seiten desselben ausgeführten Abzugs- kanäle zu großem Theil beseitigt. Ueber diesen Wienfluß führen nun verschiedene Brücken und Stege, theils zur Verbindung der Vorstädte mit der innern Stadt, theils zur Verbindung der Vorstädte unter einander. So verbindet a) eine Stein-Brücke die Vorstadt Landstraße und was mit dieser in Verbindung steht mit der Stadt, durch das Stubcnthor; K) eine andere die Vorstadt Wieden mit der Stadt durch das Kärntnerthor. 48 c) In der Nähe des Freihauses auf der Wieden besteht ein etwas schwerfälliger Kettcnsteg über die Wien, erbaut von Joseph Jäckel; 6) eine Kettenbrücke mit Lasten zu befahren zwischen den Vorstädten Laimgrube und Wieden, oder umgekehrt, von Anton Ko Kautsch, und endlich e) eine hübsche Bohlenbrücke bei Gumpendcrf, von Anton Behsel erbaut. Ein Paar hölzerne Stege über den Wienfluß, die noch vorhanden sind, können hier unerwähnt bleiben; doch wäre noch zu bemerken, daß auf der andern Seite der Stadt, nach der Währinger - und Nußdorfer Linie hin, ein hinter Dornbach entspringender Bach, der Alserbach genannt, ebenfalls die dortigen Vorstädte durchfließt und ihnen mit seiner Ausdünstung lästig war, weßhalb öfter schon von einer durch zugelcitetes Wasser zu bewirkenden Reinigung, oder durch ein Uebcrmauern desselben die Rede gewesen, was man im Jahre 1842 thatsächlich auch auszuführen begonnen hat. Ucbrigens fließt dieser Bach gleichfalls in die Donau ab. 6. Der seit 1797 bestehende Neustädter Kanal findet hier in so fern Erwähnung, als er, von der ungarischen Gränze bei Pötsching seinen Anfang nehmend, über Wiener-Neustadt die Umgebung Wien's durchschneidend bei der St. Marrcr Linie das Stadtgebiet berührt, in der Nähe des k, k. Jnvalidenhauses ein großes Bassin bildet, und von dort den Abfluß in den Donaukanal nimmt. Benützt wird derselbe, um der Stadt Holz, Kohlen und Mauerziegel zuzuführen. 4S 7. Das Straßenpflaster im Inneren der Stadt, in einem großen Theil der Borstädte und auf den Fahrwe- gen am Glacis ist, aus einem regelmäßig zugehauenen Granitstein bestehend, vortrefflich. Auch sind hin und wieder Versuche mit der Asphaltpflasterung gemacht. Außerdem erleichtern die unterirdischen Kanäle, welche insbesondere die innere Stadt durchkreuzen und in den Donaukanal einmünden: 8. Die Reinigung der Straßen von dem durch üble Witterung sich anhäufenden Schmutz; denn dieser wird schnell durch eine große Zahl Tagelöhner in die Mitte der Straßen zusammengekehrt, in die dort befindlichen, mit zu öffnenden eisernen Gittern versehenen, Kanalöffnungen eingeschwemmt, oder wenn der Straßenunrath bei trockener Witterung entstanden ist auf zweiräderigen Karren weggeführt. In diesem Fall wird jedesmal vor dem Zusam- menkchrcn das Straßenpflaster mit Wasser angespritzt. Ein solches Anspritzen findet auch regelmäßig und wiederholt täglich in den Sommermonaten Statt bei dem Trottoir der Stadt, den Hauptstraßen der Borstädte und bei der für die Wägen bestimmten Hauptallee des Praters zur Abwendung oder doch Verminderung des Staubes. Endlich wird noch der im Winter stark gefallene Schnee oder das in den Straßen der innern Stadt befindliche, vorher sorgsam aufgehacktc Eis ungesäumt zusammengeschaufelt und aus der Stadt geschafft, was, um die freie Passage nicht zu hindern, in der Regel während der Nacht bei Fackelschein geschieht. 9. Die Beleuchtung der inneren Stadt steht, wie die Besorgung der Pflasterung und Reinigung derselben, Hibenstittl'S Sieistndir. 4 50 unter Aufsicht des städtischen Unterkammeramtes, erstreckt sich zugleich auf die Bastei, auf Fußwege und Fahrstraßen über das Glacis, und wird ohne Ausnahme das ganze Jahr hindurch mittelst etwa 3500 Laternen verschiedener Art bewirkt. Zwar bleibt in dieser Beziehung noch Manches zu wünschen, allein das Streben nach Verbesserung ist unverkennbar, und die hier bestehende Gesellschaft zur Beleuchtung mit Gas verbreitet allmälig ihre Röhren mit laufendem Gase durch die Stadttheilc, und so ist jetzt auch der Burg-, Michaels- und Josephsplatz, so wie der Graben, StockimEisenplatz und Neumarkt mit Gas beleuchtet. Auch für die Vorstädte, die auf eigene Kosten beleuchten, hat sich 1840 eine Actien - Gesellschaft zur Gasbeleuchtung gebildet. 10. Die Feuerlösch-Anstalt ist ausgezeichnet zu nennen und durch eine A. H. Verordnung vom 31. Decem- ber 1817 festgesetzt, welche Löschgeräthschaften in jedem Hause vorhanden seyn müssen. Auch steht zu jeder Zeit, von Seite des Unterkammeramtes, eine gewisse Zahl von Feuerknechten, Rauchfangkehrern, Pferden zur Bespannung der Spritzen u. s. w. in Bereitschaft, wie denn überhaupt jede Anweisung zum Löschen der Feuersbrunst von dem gedachten Amte ausgeht. Damit aber eine solche vomThurm- wächter bei St. Stephan mit genauer Bestimmung der Gegend angczeigt werden kann, ist seit 1836 auf dem Thurm ein eigenes Instrument, das Toposkop (Ortspäher) angebracht, vermittelst dessen der Wächter sich orientirt und nach der Richtung des entstandenen Feuers am Tage die Feuerfahne und bei Nacht eine Laterne aushängt. E. L. v. Littrow hat dieses Instrument beschrieben. 51 Wien, bei Gerold, 1837, 8. Die zum Löschen aufgewendeten Kosten werden vom Unterkammeramte binnen drei Tagen entrichtet, innerhalb 4 Wochen aber vom Eigen- thümer des durch den Brand beschädigten Hauses (von einer gänzlichen Zerstörung kann kaum die Rede seyn) wieder eingezogen. Diesem dagegen verbleibt der Anspruch an die schuldtragende Partei auf Ersatz. Gegen Brandschaden kann sich jeder Hausbesitzer schützen, denn cs bestehen in Wien 11. Zwei Brandschaden-Versicherungsanstalten, nämlich die erste Oesterrcichische Versicherungsgesellschaft, Dorotheergasse Nr. 1116, und die k. k. priv. wechselseitige, obere Bäckerstraße Nr. 757. Eine Agentschaft in Wien bei D. Zinncr und Comp., Köllnerhofgasse Nr. 739, hat die Triester Versicherungsanstalt gegen Feuerschäden auf Gebäude, Einrichtung, Maaren, Vorräthe, Fahrnisse u. dergl. — Die General-Agentschaft der k. k. priv. Xssicuranionl Aeuerreli ^ostro - lealidie, Schulgasse Nr. 750, besorgt auch Versicherungen auf das Leben der Menschen und auf Leibrenten. 12. Die innere Stadt Wienistin4Polizei- Bezirke c ing eth eilt, nämlich: Schottenviertel, Wimmerviertel, Stubenviertel, Kärntnerviertel, zu deren jedem eine bestimmte Anzahl von Häusern gehören. Die Gcsammtsumme derselben betrug 1840 1218, und die Zahl der Bewohner derselben 52593. Die Vorstädte dagegen sind in acht Polizei-Bezirke eingetheilt, nämlich: 4 * 52 1. Leopoldstadt und Jägerzeil mit 3098S Einwohnern und 735 Häusern; 2. Landstraße, Weißgärbcr und Erdberg; Einwohner 40634, Häuser 1t76; 3. Wieden, Margarethen, Matzleinsdorf, Reinprechtsdorf, Nikolsdorf, Hundsthurm, Hungelbrunn, Laurenzergrund und Schaumburgerhof; Einwohner 65331, Häuser 156l; 4. Mariahilf, Laimgrube, Windmühle, Gumpendorf, Magdalenengrund; Einwohner 42292, Häuser 926; 5. St. Ulrich, Spitlberg, Neubau und Schotten selb; Einwohner 52609, Häuser 1132; 6. Josephstadt, Strozzischer Grund, Altlerchenfeld; Einwohner 23134, Häuser 505; 7. Alservorstadt, Breitenfeld, Michelbeuerngrund; Einwohner 28752, Häuser 461. 8. Rossau, Lichtenthal, Thury, Himmcl- pfortgrund, Althan; Einwohner 23583, Häuser 629. Hiernach beträgt die Gesammtsumme der Einwohner in den acht Polizei-Bezirken der Borstädte 305334, und der Häuser 7125. Rechnet man zu dieser Zahl jene der Einwohner und der Häuser der innern Stadt, so ergibt sich für die Bevölkerung Wien 's überhaupt (nach der Eonscription von 1840) die Summe von 357927, und eine Häuserzahl von 8343. Diese Bevölkerung theilt sich aber zuvörderst in Einheimische 204298, und Fremde 153629 (-^357927), 53 und jene der Einheimischen sodann in folgende Rubriken: Geistliche. 704 Adelige. 3340 Beamte und Honoratioren . . 5453 Gewerbsinhaber und Künstler . 10596 Zu keiner dieser Rubriken gehörig 76254 Individuen weiblichen Geschlechts 107951 — 204298 hiezu Fremd e, männliche . . 76896 » weibliche . . . 76733 -- 153629 357927 -- 357927 Außerdem die der Militär-Jurisdiction unterworfenen Personen etwa 16300. Bon den Wien umgebenden Dorfsch asten gehören: 2 ) Zum Mariahilfer Polizei-Bezirk: Reindorf, Braunhirschengrund, Rustendorf, Fünfhaus und Sechshaus, mit 8953 Einwohnern, und 621 Häusern; b) zum Josephstädter Polizei-Bezirk: Neulerchenfcld mit dem Alser Polizei-Bezirk Hernals und Währing, mit 5474 Einwohn'ern, und 546 Häusern. 13. Wie in allen großen Lurusstädtcn ist auch in Wien die Sterblichkeit sehr bedeutend. Im Durchschnitt ist, besondere Zeitumstände ausgenommen, nachzuweisen, daß jährlich der 26. Mensch stirbt, und von diesen unter 500 der 6. an der Lun gen sucht, welches seinen Grund unter anderen in dem hier häufigen Staube, einer zu leichten Kleidung, und in den Stiegen der hohen Häuser hat. Im. 54 Jahre 1840 starben 16235 Personen, geboren würben 18277, und getraut 3369 Paare. 14. Der Viehstand in der Stadt und den Vorstädten läßt sich bestimmen auf etwa 8000 Pferde, nicht eingerechnet fene des Hofes, der Garden, eines Cavallerie-Regiments und einer Militär-Fuhrwesenß-Division (etwa 2200); dann auf ungefähr 1500 Kühe, 150 Ochsen, und 10 bis 12000 Hunde, da deren bisher übermäßige Zahl durch weise Verordnungen bereits beschränkt ist und noch mehr beschränkt werden dürfte. 15. Die Eonsumtion ist nach ihrem Mehr und Weniger bekanntlich stets abhängig von der Fruchtbarkeit des Bodens, dem Preise der Lebensmittelund dem leichteren oder erschwerten Erwerbe. In aller Beziehung zeigt sie sich in Wien dennoch immer sehr bedeutend. Sie beträgt z. B. gegenwärtig an Wein (in runder Zahl). 240000 Eimer Weinmost und Maisch. 32060 „ Bier, hier erzeugtes. 343000 , » eingeführtes. 587000 , Ochsen, Kühe, Kälber über ein Jahr 96507 Stück Kälber bis zu 1 Jahr. 110500 » Schafe, Widder, Ziegen, Hammel . 35000 » Lämmer und Spanferkel .... 74000 , Schweine von 9 — 35 8 und darüber 90000 » Hasen. 77000 » Hühner und Tauben. 1,800000 „ Eier gegen.56,000000 u. s. w. 55 Vergleicht man hiermit die Konsumtion anderer Städte, namentlich von Paris, so erscheint das Resultat garsehr zum Wortheil der Stadt Wien; denn im Jahre 1838 brauchten in Paris 920000 Einwohner nur 44,776,000 Kilogramme Schlachtfleisch aller Art, was auf die Person täglich etwa 11 Loth ausmacht. Besonders auffallend ist jedoch in einem Wcinlande, wie Österreich, der seit einigen Jahren fortwährend sich mehrende Verbrauch des Biers, derschon jenen des Weins weit übersteigt, obgleich der Preis mancher, und gerade nicht der vorzüglichsten, Biersorten den Preis eines trinkbaren Weines übersteigt, wenigstens demselben gleichkommt. Vielleicht hat die Modcsucht daran weniger Lheil, als das überall verbreitete, unmäßige und im Allgemeinen höchst lästige Tabakrauchen. Die besten einheimischen Wcinsorten sind: Weid- Unger, Klosterneuburger, Grinzinger, Sievcringer, Nußberger, Gumpoldskirchner, Maurer (alter), Brunner, Böslauer, sammtlich mit Wasser zu mischen. Die s. g. Ausbrüche ungarischer Weine dürften dagegen größten- theils Fabrikate seyn. 16. Zwei Hauptmärkte werden jährlich in Wien gehalten; der erste am Montage nach Jubilate, der andere am Tage nach Allerheiligen. Beide haken eine vierwöchentliche Dauer, sind jedoch von keiner eigentlichen Bedeutung. Außerdem haben die Vorstädte keopoldstadt und die Rossau, jede jährlich noch einen Markt, und andere auf 56 Diehfütterung oder Konsumtion bezügliche Märkte werden theils an bestimmten Tagen, theils täglich abgehalten. 17. DieinWienherrschendeSpracheist die deutsche. Fast gleich stark wird neben derselben französich, zunächst italienisch und böhmisch gesprochen. 18 . Die Staatsreligion in den k. k. Staaten ist die römisch-katholische. Bon Religionen männlichen, und 5 weiblichen Klöstern, unter welchen das der Redemtoristinncn (Klosterfrauen vom Orden des heiligsten Erlösers) seit dem 11 . November 1830 l«>c) und das der barmherzigen Schwestern im I. 1832 konstituirt ist. Die Frohnleichnam-Prozession, welche am zweiten Donnerstage nach Pfingsten abgehalten wird, ist die einzige hochfcierliche Kirchcnprozessivn, die seit Ferdinand II. (1622) regelmäßig vom Monarchen oder dessen Stellvertreter begleitet wird. Zwei andere Feierlichkeiten religiöser Art finden indeß noch am k. k. Hofe unmittelbar Statt, nähmlich die öffentliche Fußwaschung, welche 22. MM. Selbst, oder durch Stellvertreter, an 12 armen alten Männern und 12 dergleichen Frauen am Gründonnerstage in dem s. g. Rittersaal verrichten, und die 57 Feier der Auferstehung Christi am Eharsamstage in der k. k. Burgkapelle, mit einer Prozession in Begleitung des A. h. Hofes auf dem inneren Burgplatz. Die Mitglieder oder Anhänger der beiden protestantischen Confessionen haben ihre eigenen Bethäuser, jedoch ohne Thiirme und Glocken, und ihre Zahl übersteigt vielleicht nicht 10000. Dieser Zahl ziemlich nahe mag die der unirten und nicht unirten Griechen kommen, die ebenfalls ihre Kirchen haben, wie die Jsracliten, deren etwa 1600 in Wien ansäßig sind, ihre Synagoge. Die Mu- hamedaner sind noch immer in dem Stadtgewühl einzelne Erscheinungen und verrichten ihren Gottesdienst in ihren Wohnungen. 19. In Beziehung auf die Geistlichkeit bestehen auch drei geistliche Ritterorden: a) Der deutsche Orden, dessen Großmeister ein Erzherzog (jetzt Maximilian von Este) ist; d) der Johanniter- oder Maltheser - Orden, der sein Groß-Priorat in Böhmen, und Balleien und kommenden in Österreich rc. hat; c) der Kreuzherren - Orden vom rothen Stern, zerstreut in deutschen, ungarischen und galizischen Provinzen, mit einem Ordensgeneral und Großmeister in Prag. 20. Der Hofstaat Sr. Majestät des regierenden Kaisers wird gebildet aus den vier obersten Hofämtern, acht Hofdiensten, vier Leibgarden, aus sämmtlichen Orden und 58 Civil-Ehrenkreuzcn, den geheimen Rathen und sämmtlichen Kämmerern, den Truchsessen und den Edelknaben. 1. Die vier obersten oder Oberst-Hofämter (Hof- Stäbe), deren Amts-Lokale sich in der k. k. Burg befindet, sind ihrem Range nach: das Obersthofmeister-Amt, das Oberstkämmercr-Amt, das Obersthofmarschall-Amt, und Oberststallmeister-Amt, mit mehren untergeordneten Hof- Lmtcrn. 2. Hofdienste sind: der Oberstküchenmeister, Oberst- stabelmeister, Oberstjägermeister, General-Hofbau-Direktor, Hofbibliothck-Präfekt, Hofmusikgraf, und Oberster Ccre- monienmeister. 3. Die Leibgarden sind: n) Die deutsche adelige (erste Arcieren-) Leibgarde, die älteste (seit 1760) und im Range die erste, gebildet von gedienten ausgezeichneten Offizieren, überhaupt 70 an der Zahl, deren Gala-Uniform roth mit Kragen und Aufschlag von schwarzem Sammet, reich mit Gold verbrämt ist. — Gardehaus: Rcnnwcg, Nr. 643. k) Die ungarische adelige Leibgarde besteht seit 1764, in gleicher Anzahl, wie die erstgenannte. Allein die Mitglieder derselben dienen nicht wie jene lebenslang oder bis zur etwaigen Pensionirung, sondern treten nach Vollendung einer fünfjährigen Dienstzeit als Offiziere in die Armee, oder zu einer Civilstelle. Ihre Ausbildung zu solchem Behuf erwerben sie sich während der Dienstzeit. Die Farbe ihrer Uniform (ungarisch) ist roth mit Silber, an 59 Galatagen mit einer Tigerhaut P>er die Schulter. Ihr Gardehaus: St. Ulrich, am Glacis Nr-1- v) Die lombardisch - venetianische adelige Leibgarde, seit 1840 organisirt und seit 1841 nach ihrer Bestimmung vollständig, d. i. sie hat 1 Garde - Capitain, 1 Unter-Lieutenant, 1 Premier-Wachtmeister, 3 Secondc- Wachtmeister (3 Stellen waren noch unbesetzt) und 15 Garden, welche jedoch jährlich mit 15 vermehrt werden, so daß in 4 Jahren diese Garde complet ist. Denn nach Verlauf von 4 Jahren treten schon die ersten 15 Garden in die Regimenter ein, oder zum Civildienst über, wie die ungarischen Garden nach fünf Jahren. Ihre kostbare und geschmackvolle Uniform ist hochroth, Epaulcts von Gold, Helme von Silber, weiße Pantalons an Galatagen rc. Gardehaus: Rennwcg, Kaisergarten Nr. 389. ck) Die Trabanten - Leibgarde (ehemalige Schweizer-Garde), errichtet 1767, besetzt die äußeren Posten der Burg, besteht aus lauter gedienten Unter-Offizieren (80) und ihren Vorgesetzten, hat rothe Uniform, Kragen und Aufschläge schwarz, mit Goldborten eingefaßt, dreieckige Hüte mit Goldborten und schwarzen Fedcrbu- schen. Ihr Quartier ist Laimgrub« Nr. 186. Chef und Oberster sämmtlichcr Garden ist der jedcs- mahlige Obersthofmeister Sr. Majestät des regierenden Kaisers. Außerdem besteht noch eine k. k. Hofburgwache, errichtet 1802, und bestimmt in den inneren Gängen der Burg Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu erhalten. Die 60 Gemeinen (250) sind in der Regel schon vor ihrem Eintritt mit der silbernen oder goldenen Medaille geziert gewesen und, in hechtblauen Röcken mit schwarzen Aufschlägen, etwa 40 Mann stark, täglich den Dienst zu versehen beordert. Einzelne Posten dieser Burgwache werden zur Aufrechthaltung der Ordnung auch in dem Augarten, und in den k. k- Gärten zu Schönbrunn und Larenburg verwendet. Ihre Kaserne befindet sich in Wien, Laimgrube Nr. 185. 4. An Ritterorden zählt der Österreichische Kai- scrstaat folgende: a) Der Orden des goldenen Vließes, gestiftet von Phi'lipp dem Guten 1430, und durch Kaiser Maximilian I. an das Erzhaus Österreich gelangt, dessen Herrscher auch der geborne Großmeister desselben ist. Als der erste und ausgezeichnetste Orden des Österr. Staates wird er auch nur selten verliehen, das diesfällige Ordensfest aber alljährig am ersten Sonntage nach Andreas begangen, und der Zutritt dem Anstande gemäß gekleideten Personen gestattet. d) Der militärische Maria-Theresien-Or- den, seit 1757, wird nicht sowohl zur Belohnung persönlicher Tapferkeit u. dgl., als vielmehr »für eine mit Umsicht und Glück ausgeführte glänzende Waffenthat ertheilt, zu welcher keine unmittelbare Verpflichtung vorlag.« Die damit verbundenen Pensionen von jährlich 160—600 fl. für Ritter, von 800 fl. für Commandeurs, und 1200 fl. C. M. für Großkreuze, beziehen nur Offiziere der k. k. Armee, 61 nicht Ausländer, welche zur Anerkennung ihrer militärischen Verdienste wohl auch diesen Orden zu erhalten pflegen. Das Ordensfest wird jährlich am nächsten Sonntage nach Theresia öffentlich in der Burg gefeiert, und der regierende Monarch ist auch der jedesmalige Großmeister des Ordens. e) Der St. Stephans-Orden, gestiftet ebenfalls von Maria Theresia 1764 für Eivilbeamte und Geistliche „für ersprießlich geleistete langjährige Staatsdienste.* Der Leopolds-Orden, gestiftet vom Kaiser Franz 1808 zum Andenken seines Vaters Kaiser Leopold II. „zur öffentlichen Erkenntlichkeit und Belohnung der um den Staat und das Haus Österreich erworbenen Verdienste.* Diese Verdienste können im Militär- und im Civilfach erworben seyn, weßhalb die Ordensverleihung keiner Beschränkung unterliegt. e) Der Ritter-Orden der eisernen Krone, seit 1816 vom Kaiser Franz für einen seiner Hausorden erklärt und zu gleichem Zwecke bestimmt, wie der Leopolds- Orden. Doch darf die Ertheilung desselben nicht angesucht werden. Gestiftet wurde dieser Orden von Napoleon bei seiner Krönung in Mailand. k) Der Sternkreuz-Orden für verheirathete adelige Damen, gestiftet von der Kaiserinn Eicon ora, Gemahlin Kaisers Leopold I. im I. 1668 zur Erinnerung an das Kreuz, an welchem Christus verschied. Höchste Schutzfrau ist I. M. die Kaiserin, jetzt noch die verwittwete Kai- >erin Mutter. 62 x) Die Elisabeth-Theresianische Militärstiftung, sogenannt, weil sie 1750 von der Kaiserin Elisabeth Christine gestiftet und 1771 von Maria Theresia erneuert wurde, für langgedicnte Offiziere (wenigstens Oberste) »die keine Gelegenheit gehabt haben, sich im Felde auszuzeichncn." Die Zahl der Mitglieder ist auf 21 bestimmt, von welchen sechs jährlich 1000 fl., acht 800 fl. und sieben 600 fl. C. M. Pension zu genießen haben. K) Hierher zu rechnen ist endlich noch das Civil-Ehrenkreuz von Gold und Silber, »zur Belohnung ausgezeichneter Verdienste für den direkten Zweck des Krieges 1813—14" gestiftet vom Kaiser Franz 1815, welches jedoch nach Aussterben der damit Betheilten ebenfalls erlöschen dürfte, wenn cs nicht zu einem anderen Behuf in der Folge erneuert wird. 5. Die Zahl der geheimen Rät he beträgt gegenwärtig etwa 250, die der wirklichen Kämmerer 1470, der Truchsesse 60, darunter 14 ungarische, der wirklichen Edelknaben 10 und der supplirenden 8. 21. Außer den höchsten Instanzen, als: die k.k. Staats-Conferenz zur Entscheidung der wichtigsten in - und ausländischen Angelegenheiten; das geheime Cabinet des Kaisers zur Beförderung der Cabinets-Schreiben und anderen Befehle Sr. Majestät an die Stellen, wie auch der Sr. Majestät unmittelbar überreichten Gesuche an die geeigneten Behörden; der k. k. Staats - und Conferenz-Rath für die inländischen Angelegenheiten, und die k. k. geheime Haus- Hof- und Staatskanzlei mit der Leitung der auswärtigen 63 Angelegenheiten beauftragt, sind noch felgende Hofstellen und Landesstellen mit den ihnen untergeordneten Ämtern und Behörden in Thätigkeit. s) Die k. k. vereinigte Hofkanzlei, Wipplin- gerstraße Nr. 384, zur Besorgung aller politischen Geschäfte in den gesammten deutschen, böhmischen, galizischen und italienischen Erblanden. Bon derselben abhängig ist: Die k. k. Nieder-Österreichische Landesregierung, welche die politische Administration von Nieder-Österreich zu besorgen und wieder mehre untergeordnete Zweige hat. Das Gebäude derselben ist aufdem Minoritenplatz Nr. 40. b) Die k. ungarische Hofkanzlei, vordere Schen- kenstraße Nr. 47, ist mit Ausnahme der Militär - Gränz- distrikte, die oberste Instanz für alle Civil- und Justizsachen von Ungarn, Slavonien und Eroatien. ü) Die k. Siebenbürgische Hofkanzlei, Nr. 48 der vorderen Schenkenstraße, besteht in gleicher Eigenschaft für Siebenbürgen. e) Die k. k. Allgemeine Hofkammer zur Verwaltung der Finanzen in der ganzen Monarchie, und die k. k. Hofkammer in Münz- und Bergwesen, beide in der Himmelpfortgasse Nr. 964, und Johannesgaffe Nr. 971, mit mehren untergeordneten Ämtern und Direktionen. y Die k. k. oberste Justizstelle, als oberste In- stanz für alle Justiz-Angelegenheiten für Österreich, Böhmen und Galizien, Löwelbasteistraße Nr. 17, mit verschiedenen untergeordneten Provinzial-Gerichtsstellen, namentlich dem k. k. Appellation- - und Criminal-Obergericht in Österreich, «4 und mit dem k.k. niedcrösterreichischenMerkantil- und Wechselgericht. 8) Die k. k. Polizei- und Eensur-Hofstelle, Herrngasse Nr. 29, welche die Oberaufsicht über die Polizei-Angelegenheiten und das Bücher-Censurwesen in der Monarchie führt. Ihr untergeben ist ss) Die k. k. Bücher-Censur und das k. k. Eentral- Bücher-RevisionSamt. Jene, bestehend aus eigens ange- stellten Sensoren, zu bestimmen »ob ein zum Druck eingereichtes Manuskript dazu geeignet ist, oder nicht« welchem zufolge sodann das »Imprimatur« ertheilt oder versagt wird. Ohne dieses Imprimatur dürfen Werke inländischer Schriftsteller auch nicht im Auslande gedruckt werden. Dem C. B. Revisionsamte aber sind nicht nur alle dergl. Manuskripte einzureichen, sondern cs empfängt auch alle aus dem Auslande eingeschickten Bücher, um im Eensurwege zu veranlassen, ob der öffentliche Verkauf Statt finden kann, oder nicht. bk) Die k. k. Polizei-Oberdirektion, Spänglergasse Nr. 564, für alle gewöhnlichen Lokal-Polizei-Angelegenheiten, in besonderer Beziehung auf Ruhe und Sicherheit. Nach der bereits früher gemachten Bemerkung (S.42)ist die innere Stadt in vier Polizei-Bezirke (Viertel) eingetheilt, und die Vorstädte in acht Bezirke. Einem jeden jener Stadt- Viertel steht nur ein Polizei-Ober-Commiffär vor (Stadt Nr. 564), in den Vorstädten aber hat jeder Bezirk cinePoli- zei-Bezirks-Direktion. co) Die k. k. Militär-Polizei-Wache, bestehend aus 647 Gemeinen zu Fuß, und 36 Mann zu Pferde, zur 65 Aufrechthaltung der Ordnung und Sicherheit auf verschiedenen Plätzen vertheilt, und in steter Thätigkeit, mit Besonnenheit einschreitend, geräuschlos ordnend, überhaupt musterhaft eingerichtet. Außer dieser Militär-Polizei-Wache befindet in den vor- stä'dtischen Polizei-Bezirken sich noch eine Civil-Polizei- Wache von 8 Wachtmeistern und 56 Gemeinen. —Sämmt- liche Polizei-Mannschaft ist in lichtgrauer Uniform mit grünen Ausschlägen gekleidet. Ii) Der k. k. Hofkriegs-Rath, am Hof Nr. 421, zur Anordnung und Verwaltung von Allem, was in jeder Beziehung den Kriegsstand der gesammten Monarchie betrifft, mit zahlreichen untergeordneten Ämtern und Behörden. i) Das k. k. General - Rechnungs - Direktorium, Annagaffe Nr. 984, zur Controll-Führung über die sämmtlichen Staatsausgaben, und demnach die Vorgesetzte Behörde aller Buchhaltungen in der Monarchie. 22. Der Magistrat der Stadt Wien, Wipp- lingerstraße Nr. 385, besteht seit 1199, hat 1 Bürgermeister, 3 Vice-Bürgermeister, und 74 Räthe. Er war früher in 3 Senate gesondert, in den politischen mit der Abtheilung in schweren Polizei-Übertretungen, in den Civil-Justiz-Senat, und in den Criminal-Senat. Vermittelst A. h. Entschließung vom 25. März 1841 wurde jedoch verordnet, daß der bisherige politisch-ökonomische Senat die Benennung: Magistrat der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien; der bisherige Eivil-Senat die Benennung: Civil- gericht, und der Sriminal - Senat den Namen: Cri- Hebenstreu's Reisend». 5 66 minalgericht der Stadt Wien zu führen habe, ohne daß an der Gerichtsbarkeit der beiden Gerichtsabtheilungen etwas abgeändert wird. Der Borstand des Magistrats soll allein den Titel »Bürgermeister« und für immer den Rang eines k. k. Nied. Österr. Regierungsrathes, die Vorstände der beiden städtischen Gerichte aber den Titel »Präses Vice-Bürgermeister«, und den Titel und Rang als k. k. Appcllationsrath führen. Beide letztere rangiren unter sich nach den allgemeinen Vorschriften, haben jedoch den Vorrang vor dem Bice-Bürgermeister des Magistrates der Stadt Wien. Dieser Abänderung zufolge befindet sich der Magistrat und das Civilgericht in dem erwähnten Magistratsgebäude, die Senats-Abtheilung in schweren Polizei-Übertretungen im alten Schrannengcbäude am hohen Markt Nr. 545, und das Criminalgericht in dem neuen Prachtgebäude, Alservor- stadt, Glacis Nr. 2. Die Vorstädte sind, wie oben bemerkt wurde, in acht Polizei-Bezirke eingetheilt (S. 55) und wie jedem derselben eine Polizei-Bezirks-Direktion vorgesetzt ist, so befindet sich auch in jedem eine vom Magistrat der Stadt ausgehende Gerichts Verwaltung, deren mithin acht bestehen, zur Beilegung und Ausgleichung entstandener Rechtsstreitigkeiten ?c. hauptsächlich bestimmt. Uebrigens besitzt der Magistrat das Recht, eine Medaille von Gold, die St. Salvator-Denkmünze, an Bürger und andere um die Stadt wohlverdiente Personen zu vertheilen, und außer ihm sind noch fünf Herrschafts- 67 qerichtein Wien, und zur Besorgung verschiedener Rechtsund Gerichtsangclegenheitcn eine genügende Anzahl von Hof- und Gerichts-Advocaten, k. k. Hof- und Hofkriegsraths-Agenten, Notarien u. s. w. vorhanden. 23. Wien hat drei Gefängnisse: n) Das Militär-Sta bssto ckhaus für Verbrecher aus dem Militärstande, am neuen Thor, Elendbastei Nr. 199. b) Das Criminalgefängniß imEriminalgerichts- hause, Alservorstadt, Glacis Nr. 2, worin Verbrecher ihre Strafzeit zu vollbringen haben, wenn sie zu sechsmonatlichem oder einjährigem schweren Kerker verurtheilt sind. Der durchschnittliche Stand derselben ist 150—160. c) Das Polizeihaus, Stadt, Sterngasse Nr. 453, für Polizeiübcrtreter, böse Schuldner und Bankerotmacher, welche von ihren Gläubigern, und auf deren Kosten, dort in Verwahrung gegeben sind. In Verbindung mit der Polizei- und Criminal-Einrichtung steht: 1. Das Zwangsarbeitshaus oder die k. k. Ar- beits- und Besserungsanstalt, Laimgrube, Windmühlgasse Nr. 17, errichtet 1801. Das Zwangsarbeitshaus befaßt sich durchaus nicht mit Aufnahme von abgeurtheilten Verbrechern u. dgl., sondern beschäftigt nur müßige, bettelnde, arbeitsscheue Menschen, oder auch zeitweise erwerblose Individuen beiderlei Geschlechts aus Niederöstcrreich, so lange, bis jene hinreichend gebessert wieder in die bürger- 5 * 68 liche Gesellschaft zurücktreten können, diese aber einen anderen Erwerb gefunden haben. — In die Besserungsanstalt aber können junge Leute beiderlei Geschlechts, unter Beobachtung der vorgeschri'ebcnen Förmlichkeit, in der Absicht gegeben werden, um sie durch zweckmäßige Mittel von betretenen Abwegen zurückzuführen. 2. Das k. k. Provinzial-Strafhaus (Zuchthaus), Leopoldstadt Nr. 23l, ist eine 167t errichtete Arbeitsanstalt für Personen beiderlei Geschlechts, welche wegen Vergehen oder Verbrechen (nicht zum schweren Kerker) abgeurthcilt sind und ihre Strafzeit hier zu vollbringen haben. Die Sträflinge wurden früher zu Arbeiten aller Art verwendet, um dadurch einen Theil ihrer Verpflegungskosten u. s. w. zu decken. Jetzt aber findet eine öffentliche Versteigerung von 3 zu 3 Jahren Statt, »um die Arbeitskräfte der in den Provinzial - Strafanstalten befindlichen männlichen und weiblichen Sträflinge in Privatunternehmung zu überlassen, und zwar demjenigen, der für die tägliche Verwendung eines Sträflings den höchsten Arbeitslohn anbietet.« Der Ausrufspreis ist auf 4 kr. E. M., die Arbeitszeit auf 8—9 Stunden bestimmt, mit Ausnahme der Sonn-, Feier-, Buß- und Aimmer-Rcinigungstage. Zur Besichtigung dieser Anstalt werden Eintrittskarten angesucht bei der Ober- inspcction derselben im Gebäude der k. k. Polizei-Oberdirektion, Spänglergaffe Nr. 564. 24. In Wien befinden sich nicht nur sehr viele Fabriken und Werkstätte, die in landesbefugte Fabriken, in einfache Fabriksbcfugnisse, und in noch zünftige Meister- 6S rechte unterschieden werden, sondern es gelten außerdem noch die zahlreichen ausschließlich ertheilten Privilegien ebenfalls für Fabriksbefugniffe. Die Zahl der größeren Fabriken und Manufakturen ist etwa 150, und aus den Provinzen haben etwa 130 Fabriken hier rhre Niederlagen. 25. Wien, als der Haupthandelsplatz derOester- reichischen Monarchie, hat Großhandlungen (etwa SO), und Klein- oder Detailhandlungen. Mehre Großhändler sind zugleich Wechsler. Die Zahl sämmtlicher Handlungen in Wien mit Einschluß der vermischten Waarenhandlungen betragt über 800, die der eigentlichen Kramereien mehr als 150, der bürgerlichen Handelsrechte auf einzelne Artikel über 1000, und der darauf Befugten mehr als 3000. Bon lolerirten Handelsleuten (Juden, Türken, Griechen) sind 170 vorhanden. § Zur Beförderung des Handelsverkehrs dient: 26. Die k. k. öffentliche Börse, derzeit am Min o- ritenplatz Nr. 43, täglich geöffnet von 11—1 Uhr, ausgenommen an Sonn - und Feiertagen, am Faschingdinstage und am Gründonnerstage, von Jedem zu besuchen, der nicht ein Eridatarius, erklärter Verschwender oder ein Minderjähriger ist, und bestimmt zur Abschließung jener Geschäfte, bei welchen es auf Kauf, Verkauf und Austausch von Staatspapieren und förmlichen Wechselbriefen ankommt. Der größeren Sicherheit wegen kann man sich an einen der dortigen bestellten Börse-Sensalen wenden. An jedem Nachmittag wird über den Kurs der Staatseffecten ein Kurszettel ausgegeben und am folgenden Lage derselbe 7V auch in der Wienerzeitung mitgetheilt. Eine Art Vor- und Nachbörse wurde von s. g. Geldnegocianten gebildet in und vor dem Kaffchhause in der Grünangergaffe Nr. 834, eine seltsame, oft enggescharte, brummende und summende, sich mehr verwickelnde als entwickelnde Versammlung, die rin witziger Kopf dem Knaul verglichen hat, aus welchem der s. g. Rattenkönig geformt ist, oder seyn soll. In weiterer Beziehung auf den Handelsverkehr steht aber auch: 27. Die k. k. privil. österr. Nationalbank, Herrngasse Nr. 34, errichtet 1816 auf Actien und in so fern als Privat-Institut Eigenthum der Aktionäre. Die Uebertragung der auf bestimmte Namen lautenden Actien geschieht durch Session, und die Umschreibung wird von der Bank besorgt. Die Interessen der Actien (Dividenden) werden jährlich in zwei Raten bezahlt. Durch diese Nationalbank wird zugleich die Einlösung und Vertilgung der noch vorhandenen Wiener-Währung (Einlösungs - und Anticipa- tions-Scheine) bewirkt, und ihre Geschäfte zerfallen überhaupt in sechs Abtheilungen, nämlich in das Escomptc- Geschäft, Giro-Geschäft, in die Ausgabe und Verwechselung der von ihr ausgefertigten Noten, in das Depositen-Ge- schäft, in die Erfolgung von Vorschüssen und Darlehen, und in das Anweisungsgeschäft. Das Nähere hierüber ist in den Statuten enthalten, welche der Bank zugleich mit der Erneuerung ihres Privilegiums vom 15. Julius 1817 Allerhöchsten Orts unterm 1. Julius 1841 auf weitere 25 Jahre, bis zum letzten December 1866 crtheilt sind. 71 Die Zahlungsanweisungen dieser Nationalbank heißen Banknoten. Es gibt deren noch zu 5, 10, 25, 50, 100, 500 und 1000 fl. E. M., in nächster Folge aber nur zu 5, 10, 50,100 und 1000 fl., die im Verkehr überall als bares Geld angenommen oder von der Bank selbst auf jedesmaliges Verlangen nach dem vollen Nominalwerth ausgewechselt, auch gegeneinander, größere Banknoten gegen kleinere und umgekehrt, ausgetauscht werden. Am Schluffe eines Jahres weiset die Bank selbst die Resultate ihrer ausgedehnten Wirksamkeit in öffentlicher Darlegung nach. 28. Die Garnison von Wien möchte imDurchschnitt 14—15000 Mann betragen, indem ihre Zahl von Umständen abhängt, und auch zeitweise die hier anwesenden Truppen nicht in gleicher Zahl durch Truppen aus verschiedenen Provinzen abgelöst werden. Nur das zweite Artillerie Regiment und das Bombardier-Eorps (etwa 1000 Mann), die eigentliche Pflanzschule der Artillerie-Offiziere, sind immer in Wien anwesend. — Die innere Stadt hat keine Militär- Einquartierung zu tragen, weil sie auf eigene Kosten zwei Kasernen erbaut hat, dagegen unterliegen die Vorstädte bei Durchmärschen dieser Verpflichtung. Die geräumigsten Kasernen sind: die große Infanterie-Kaserne, Alservorstadt Nr. 196, mit 3 Stockwerken, 7 Höfen für mehr als 6000 Mann, die des zweiten Artillerie-Regiments und Bombardier-Eorps auf dem Rennwege unweit der St. Marrer-Linie, mit großen Höfen, mehren Unterrichts-SLlen u. dgl., und die neuerbaute Kaserne auf dem Heumarkt Nr. 535 für Infanterie. Zwei Cavallerie- 72 Kasernen sind rcsp. in der Leopoldstadt Nr. 149, und in der Josephstadt Nr. 168. Das Bürger-Militär von Wien versah in den Jahren 1813—14 während des französischen Krieges und 12 Monate hindurch ausschließlich den Garnisonsdienst in Wien. Es bildete sich ursprünglich in der türkischen Belagerung der Stadt 1529, als ordentliches Bürger-Eorps aber erst 1637, und vermehrte sich sodann 1683, hauptsächlich 1797, 1805 und später, bis es jetzt einen Stand von mehr als 12000 Mann erreicht hat, deren Oberst und Kommandant der jedesmalige Bürgermeister der Stadt Wien ist. Dieses Bürger-Militär hat außer der Verpflichtung, Garnisonsdienste in Kriegszeiten zu thun, auch die, bei Feindes- gefahr die Stadt zu vertheidigen. Dritter Abschnitt. Bemerkenswerthe Bauwerke der inneren Stadt Wien. I. T h o r e. Die innere Stadt Wien hat zwölf Thorc: das neue Burgthor, Schottenthor, Neue Thor, Rothenthurmthor, Stubenthor, das alte und das neue Kärntnerthor, das Mauththor, Schanzelthor, Fischerthor, Franzensthor und das Carolinenthor. Letzteres, wie das Schänzel- und Franzens- (auch Joscphstädter-) Thor sind nur für Fußgeher bestimmt. Auch befindet für diese zur Aushilfe sich noch ein Durchgangsthor zur Seite des Rothenthurm-Thors. Das neue Burgthor, am 18. October 1824 eröffnet, erbaut aber nach dem Plan des k. k. Hofbauraths Peter Nobile und, wie bereits anderweit nachgewiesen, keine Nachbildung der Propyläen von Athen, ist ein schönes Bauwerk dorischer Ordnung, mit drei Durchfahrten und 2 Bogen für Fußgeher. Die Mitteldurchfahrt ist dem A. h. Hofe Vorbehalten. Die Länge des Mittelgebäudes ist 14 Klafter, 4 Schuh; die Gesimshöhe 9, die Attika 7 Schuh 7 Zoll. Diesem Thor, aus welchem der Weg nach Oberösterreich, Baiern 74 u. s. w. führt, liegen zunächst die Borstädte Mariahilf, Spitlberg und Josephstadt. Das Schottenthor, auf welchem vor Kurzen noch einige Gebäude standen, ist von denselben befreit, im Jahr 1840 ganz neu erbaut, und mit 3 Durchfahrten und zwei Bogen für Fußgeher, wie das neue Burgthor, doch weniger bequem versehen. Aus demselben gelangt man in die Alservorstadt und in die Rossau. Durch das von Maximilian I. 15l1 erbaute Rothenthurmthor kommt man über die Ferdinandsbrücke durch die Leopoldstadt nach Mähren, Böhmen, Schlesien re. Dies Thor hieß ursprünglich Rottenthurm, weil daselbst sich die Rotten (Compagnien) versammelten. Das s. g. Mauththor besteht nur dem Namen nach und ist eigentlich die Einfahrt zur Hauptmauth für die Wägen, welche über das Glacis kommen. Bor dem alten und neuen Kärntnerthor liegen die Vorstädte Laimgrube und Wieden, durch welche der Weg nach Steiermark, Kärnten und Italien führt. Dagegen gelangt man durch das Stubenthor und durch die Borstadt Landstraße nach Ungarn. II. Straßen und Gassen. In der Stadt Wien sind 130 Straßen und Gaffen, deren Namen an den Ecken derselben bemerkt sind. Ein bestimmter Unterschied zwischen der Benennung Straße und Gaffe, in Beziehung auf Länge oder Breite, besteht hier jedoch nicht, scheint vielmehr willkürlich erfolgt zu seyn. — 75 Die meisten derselben sind allerdings enge, doch ist seit mehren Jahren viel zu ihrer nur immer möglichen Erweiterung geschehen. Ein Straßen v erzeichniß mit den Hausnummern hier mitzutheilen halte ich darum für überfleißig, weil der Reisende sich aus demselben nicht belehren kann, vielmehr ein förmliches topographisches Studium allererst wird anstellen müssen, sich mit ihrer Lage und Verbindung, wegen der oft abspringenden Nummern, bekannt zu machen. Das Selbstanschauen hilft hier am besten durch. — In gleicher Weise ist es auch mit den s. g. Durchhäusern in diesen Straßen und Gassen beschaffen. Es sind dieß nämlich solche Häuser, die an ihrer Rückseite nicht geschloffen, einen Durch« gang aus einer Straße in die andere gestatten, und theils zur Bequemlichkeit, besonders aber zur Abkürzung des Weges dienen, deren Kenntniß jedoch kein Reisender aus einer Angabe oder Beschreibung derselben sich wird aneigncn können. Und wollte er sie ohne Begleitung eines Einheimischen aufsuchen, so würde er mehr Zeit verlieren, als auf dem breiten Wege zur Erreichung seines Ziels. NI. Öffentliche Plätze. Im Inneren der Stadt Wien finden sich 8 große und etwa 10 kleinere öffentliche Plätze. Letztere bieten, den Franziscanerplatz ausgenommen, dem Reisenden nichts Merkwürdiges, der genannte Platz aber (gewöhnlich auch den großen Plätzen beigezählt) enthält über einem Brun- 76 ncn stehend eine schöne Statue aus weichem Metall vom Professor Martin Fischer, darstellend: »Moses Wasser aus dem Felsen schlagend (1798).« Die großen Plätze Wien's dagegen sind folgende: 1. Der Parade- oder äußere Burgplatz, der größte (sie) und regelmäßigste, vor dem alten Burgthor, ;n der Länge von 164 Wiener-Klaftern, in der Breite von 110 Wiener-Klaftern, besetzt mit doppelten Baumreihen und Abends hinreichend beleuchtet. Er hätte künftig das Standbild des verewigten Kaisers Franz I. vom Professor der Bildhauerei in Mailand, Pompes Marchese, enthalten sollen, allein der innere Burgplatz scheint zu diesem Zweck geeigneter befunden worden zu seyn. Sein Flächeninhalt beträgt 18040 Quadrat-Klafter, und an seine Seite zur Linken gränzt der k. k. Hofgarten, zur Rechten aber der Bolks- garten, wenn man nämlich denselben aus der Stadt durch das alte Burgthor schreitend betritt. 2. Der innere Burgplatz, umgeben von der k. k. Burg und der s. g. Reichskanzlei, ist ein längliches SO Klaf» ter langes, 35 Klafter breites Biereck. 3. Der Hof, nach dem äußeren Burgplatz der größte, 71 Wiener-Klafter lang, 30—52 Klafter breit, führt seinen Namen, weil hier Heinrich Jasomirgott seine Hofburg hatte. Die Metall-Säule der heil. Maria in der Mitte des Platzes, mit den Nebenfiguren 205 Etr. schwer, vom Kaiser Leopold I. 1667 gestiftet, wurde von Baltha- sar Herold, die Statuen auf den beiden zur Seite be- findlichen Springbrunnen aber von Martin Fischer 1812 gegossen. 4. Der hohe Markt, 48 W. Kl. lang, 18—24 Kl. breit, ist mit einem marmornen, vom Kaiser Carl VI. 1732 gestifteten, die Vermählung Josephs und Marias im Tempel darstellenden Denkmal versehen. Den Tempel verfertigte Fischer v. Erlach, die Figuren Unton Cora- dini aus Venedig. In die beiden Seitenbrunnen fließt ein vorzüglich gutes Wasser aus dem eine Stunde außerhalb Wien gelegenen Orte Ottakring ein. 5. Der Graben, weniger ein Platz im eigentlichen Sinn, als eine etwa 90 Kl. lange und 16 Kl. breite Straße, ist mit einer Dreifaltigkeitssäule geziert, 66 Fuß hoch aus weißem Salzburger Marmor, gestiftet vom Kaiser Leopold I. 1693 zur Erinnerung an die Befreiung von der 1679 hier herrschenden Pest, und 1822 mit bedeutenden Kosten erneuert. Der gewöhnlichen Ungabe nach besorgte die Zeichnung der Architekt Octavian Burnacini, die Ausführung Fischer v. Erlach, und die trefflichen Gruppen am Fußgcstell verfertigten die Bildhauer Strudel, Fiühwirth und Rauchmüller. Richtiger indeß ist wohl die Ausführung dieser Säule den Brüdern Paul und Dominik Strudel zugeschrieben; denn Rauchmüllcr, der erst 17«0 in Thätigkeit kam, hätte nur Reparaturen bewirken können (Oesterr. Zeitschrift für Geschicht- und Staaskunde, 1835, Nr. 5). Auch würde, meiner Meinung nach, Fischer v. Erlach nicht der Zeichnung eines anderen Architekten bedurft haben. Die Statuen auf den beiden Seitenbrunnen »der heil. Joseph und der 78 heil. Leopold" sind ein Gußwerk vom Professor Martin Fischer aus Bleicomposition (1804). Ungemein verschönert ist der Graben durch das Abbrechen zweier Häuser, welche den Eingang und die Einfahrt auf den Kohlmarkt verengten. Das diesfällige Verdienst gebührt dem Bürgermeister der Stadt, Herrn Rcgicrungsrath v. Czapka. Drei große Kandelaber mit Gaslicht verbreiten über den Platz eine früher nur zu sehr vermißte Helle. 6. Der Neue Markt (Mehlmarkt), 85 Kl. lang, 14—31 Kl. breit, zeigt dem Reisenden einen Springbrunnen, der 1630—31 errichtet, am 4. November 1739 mit einem Bassin von Stein und mit schönen Figuren aus Bleicomposition, von Rafael Donner gegossen, umgeben wurde. In der Mitte steht die sinnbildliche Gestalt der Vorsehung, umgeben von vier, wasserspeiende Fische in den Armen haltenden, Kindern des Danubius, und auf dem Rande des Bassins stellen seit 1801 zwei männliche und zwei weibliche Figuren die vier österr. Flüsse dar: die Enns, Vps, March und die Traun. Auch dieser Platz ist weit günstiger als früher mit Gas beleuchtet. 7. Der Josephsplatz, 43 Kl. lang, 32—45 breit, empfängt eine Hauptzierde durch die Statue Kaisers Joseph II. zu Pferde, gewidmet vom verewigten Kaiser Franzi, dem Andenken seines Oheims: Hui salmi publloae vixit non üiu seil couis. (1806.) So lautet die Inschrift. Statue und Pferd sind vom Prof. Franz v. Zauner, jene 1800, dieses 1803 gegossen. Die 79 Höhe des Pferdes vom vorderen Standfuße bis über die Kopfmähne ist 2 Kl., 1^, 3"; die Länge 2 Kl., 2^, 3" und stehend würde die Figur des Kaisers selbst 13s Fuß hoch seyn. Das Monument, dessen gesammte Höhe 5Kl.,3^, 8" beträgt, wurde am 24. November 1807 aufgestellt und kostete in der damaligen Währung die Summa von 366,000 fl. Bankozettel. Das Fußgestell aus schwarzgrauem Granit, von Mathausen in Ober-Oesterreich, ist an der vorderen und Hinteren Seite mit Inschriften versehen, und an den beiden anderen Seiten mit Basreliefs von Metall, darstellend den Ackerbau und Handel. Sechzehn kleinere Basreliefs, nach Münzen gearbeitet und sich beziehend auf die denkwürdigsten Ereignisse unter Josephs Regierung, erblickt man an den vier Eck - Pilastern. — Gewiß wird jeder Reisende bei diesem Denkmal gern verweilen. Der Platz wird des Abends wie der Michaelsplatz mit Gas beleuchtet. 7. Der Stephansplatz ist eigentlich der die Stephanskirche umgebende freie Raum, vormals ein Friedhof (Kirchhof). Die größte und auch einzige Merkwürdigkeit auf demselben ist die erwähnte Kirche mit ihrem Lhurm (Stephansthurm), ein würdiges Denkmal deutscher Kunst, in ihrer äußeren Gestalt am besten aufzufassen, wenn sie in eifriger Entfernung, neben den ihr gegenüberstehenden Häusern umgangen wird. Unmittelbar an diesen Platz reiht sich an 8. der Stock im Eisenplatz, seinen Namen führend von einem 7 Fuß hohen, mit einem Eisenband an die 80 Mauer des Hauses Nr. 1079 befestigten und mit einem Schlosse versehenen Baumstamme, welches der alten Sage nach ein Schlosserlehrling mit Hilfe des Bösen als nie auf- sperrbar verfertigt haben soll. Dieser Baumstamm, der nebst dem Stephansthurm und dem großen Schlußstein des Neuthors am Salzgries, ein wichtiges Wahrzeichen Wien's ist, zeigt sich durchaus mit Nageln bedeckt, welche wandernde Schlvssergcsellen zum Zeichen ihrer Anwesenheit Hieselbst eingcschlagen haben. Die letzten Nagel in denselben hat angeblich ein im Jahr 1839 neunzigjähriger Schlosser zu Bonn als 16jähriger Schlossergesell, mithin 1765, die Köpfe mit 8 gezeichnet, ganz unter der Straße gleich eingcschlagen. IV. Pallüste und ausgezeichnete Gebäude. 1 . Die am südwestlichen Ende der Stadt befindliche Burg, oder Hofburg, ist seit 1200 die Residenz der österr. Fürsten. Im weitesten Sinn gehörte dazu der Schweijerhof, der Leopoldinentract (das Mittelgebaude gegen Süden) mit dem Rittersaal, der Amalienhof, die Reichskanzlei, das Hoftheater, die Reitschule, die Redou- tensäle, die Stallburg, das Bibliotheksgebäude mit dem Naturalien-Eabinet in der anstoßenden Fronte, das neue Burgthor, die Hofgartengebäude und das Ballhaus. Der Schwcizerhof ist der älteste Theil der Hofburg, sogenannt von der ehemals hier bestandenen Schweizerwache, erbaut von Leopold um 1200, abgebrannt 127r wieder zu erbauen angefangen von Ottakar, König von 81 Böhmen, wahrscheinlich vollendet von Albrecht I., dem Sohne Rudolphs von Habsburg. Vergrößert und verschönert wurde die Residenz von Ferdinand I. 1536—52, von welchem auch das schöne Einfahrtsthor vom Burgplatz mit den Buchstaben V. herrührt. Die schön und kühn gebaute Bothschafter- und die fliegende Stiege nach Jabot's Zeichnung entstanden unter Maria Theresia. Der Leopo ldin entract, erbautvomKaiserLeopold!, seit 1660, wurde 1666 vollendet, brannte 1668 ab, war aber 1670 bereits wieder hergestellt. Eine beim Brande unver» sehrt gebliebene Kreuzpartikcl veranlaßte die Stiftung des adeligen Stcrnkreu zo rd ens (s. v.) für Damen. Zu sehen sind hier noch die Prachtgemächcr mit aller Einrichtung der Kaiserin» Maria Theresia. Dieser Tract ist jetzt die Wohnung des regierenden Kaisers Ferdinand I. Der westliche Theil der Burg, Amalienhof, Amalienburg, entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts und führt den Namen nach der Kaiserin» Amalia, Witwe Kaiser Josephs I. Auf dem Thurme befindet sich eine Uhr rnit einem künstlichen Globus. Der gegen Süden ausspringende Rittersaal ist seit 1805 vom Hofarchitecten Montoy er erbaut. In demselben wird am Gründonnerstage auch die öffentliche Fußwaschung von II. MM. dem Kaiser und der Kaiserin» vorgenommen. Die innere Einrichtung der Burg ist ungemein kost- Hebcnstrrit's Reisender. tz 82 bar. Zur Besichtigung ist eine Anfrage bei dem Burg-Inspektor zu empfehlen. 2. Die ehemalige Reichskanzlei, der Burg gegenüber, ist eines der schönsten Gebäude, errichtet unter Kaiser Carl VI. 1728 nach dem Plane des Architekten Johann Fischer v. Erlach, der bereits 1724 gestorben war. Im ersten Stockwerke ist das geheime Haus-, Hof- und Staatsarchiv, gegründet vom Kaiser Maximilian!., seit 1807 mit einer auserlesenen Bibliothek versehen, im Besitz der herrlichen Sphragidothek (Original-Siegel- und Stampiglien-Sammlung), begonnen von dem gelehrten Paduaner Ursato (gest. 1678), fortgesetzt von Stryker, Geysel, Glafey und seit 1772 von Fr. P. v. Smitmer, über 9000 Stücke. Im großen Saal des zweiten Stockwerkes sieht man drei große enkaustische Gemälde von dem k. k. Gallcrie-Dircctor Peter Kr afft, Scenen aus dem Leben Kaisers Franz I. darstellend. Die steinernen Gruppen an den beiden Thorbogen stellen vier Arbeiten des Herkules vor: den Kampf mit Antheus, mit Busiris, mit dein Ncmäischen Löwen und dem krctensischen Stier, sämmtlich von Lukas Matchielli gearbeitet. 3. Der Pallast des Erzherzogs Carl auf der Bastei Nr. 1160, 'neben und hinter dem Augustiner-Kloster, erbaut vom Hofarchitekten Montoyer. 4. Die Pallästc des Erzherzogs Franz v. Modena, Herrngasse Nr. 27, und gegenüber der des Fürsten Liechtenstein Nr. 251. 5. Das Niederösterreichische Landschafts- 8S gebäude, Herrnqaffe Nr. 30, besteht seit 1513, ist 183S in Fronte und Seitenflügeln prachtvoll neu aufgebaut vom Architekten Pichl, die Attika mit einer Gruppe verziert von Klieber. Der große Saal des alten Gebäudes nach dem Minoritenplatz ist mit schönen Frescogemälden geziert von dem Jesuiten Frater Andreas Pozzo, restaurirt von Anton Pelluzzi (Balluzzi). Die Decke der Rathsstube ist ein Meisterwerk der Holzschnitz - Kunst. Der Besichtigung wegen kann man sich an den Portier wenden. 6. Das Gebäude der k. k. Nationalbank, daselbst Nr. 34, erbaut 1823 vom Architekten Moreau, und der prachtvolle wiederhergestellte Schottenhof (an der Freiung) seit 1831 durch den Architekten Kornhäusel. 7. Das Majoratshaus des Fürsten Liechtenstein, von Dominik Martinelli, durch den Baumeister Aloys Christian aus Innsbruck erbaut, vordere Schenkengaffe Nr. 44. 8. Die k. Siebenbürger, und k. Ungarische Hoskanzlei, daselbst Nr. 47—48. S. Das Gebäude des Hofkriegsraths am Hof, und 10. Das der vereinigtenHofkanzlei, Wipplingerstraße Nr. 384. Der Hofkanzlei gegenüber steht 11. Das Magistrats- Gebäude, in dessen Haupthofe sich ein Springbrunnen mit einer Gruppe aus weichem Metall »Andromache's Befreiung durch Perseus* von Rafael Donner vorfindet. Die Plafondmalerei im Rathssaale ist von Rottmayer, die lebensgroßen Bilder Österr. Regenten sind Werke verschiedener Künstler. 6 * 84 12. Der k. k. Ho fkammer-Palla st in der Him- melpfortgaffe Nr. 946 ist von Fischer v. Erlach erbaut, der zweite Hoskamm cr-Pallast in der Johannesgasse Nr. 97l. Das daselbst Nr. 976 befindliche Herzog!. Savoyen'sche Damenstift zeigt eine Statue der unbefleckten Empsängniß Mariä, und in der Tiefe die Samaritanerin und Christus, von Franz Messcrschmidt u. s. w. 13. Die größten Häuser in der innern Stadt Wien sind wohl noch immer das Bürgerspital und der Tratt- n e rh of. Das Bürgerspital in der Nähe des Kärntnerthortheaters Nr. 1100 hat 10 Höfe, 20 Stiegen, 212 Wohnungen und etwa 1200 Einwohner, mit einem Zinsertrag von 80000 fl. §. M. Der Lrattnerhof am Graben Nr. 618 zählt 5 Stockwerke, 4 Höfe, 59 Wohnungen mit etwa 400 Einwohnern und einem Zinsertrag von 40000 fl., der aber im Jahr 1841 bedeutend gesteigert wurde. Nächst diesen beiden Häusern zeichnen sich durch Größe und guten Styl aus das Gebäude der Österr. Sparkasse am Eck des Grabensund der Spänglcrgasse; der Seitzerhof in der Spänglcrgasse Nr. 427; das Haus des Traiteurs Daum am Peter Nr. 575; der neue Domherrenhof am Stephansplatz, der Be lleg ard ehof, Landskrongasse Nr. 543; das fürstl. Coburg-Kohüry- sche Pracht-Palais am Carolinen - Thor und der s.g. Zwettelhof am Stephansplatz und in der Wollzeile. 14. Das höchste Haus in Wien ist das am Hof 8s Nr. 329 zur großen Weintraube mit 7 Stockwerken nach dem tiefen Graben. V. Kirchen, Klöster, Kapellen, Bethäuser in der Stadt. 1) Die Metropolitankirche zu St. Stephan entstand schon unter Herzog Heinrich ll. (Jasomirgottl 1144, und die Emporkirche bei dem Hauptthor und die beiden vorderen Thürme sind noch Überreste jenes wahrscheinlich durch die Baumeister Octavian Falkner aus Eraccau geleiteten und wohl bereits 1l47 beendigten Bau's. Etwa 800 Jahre später erschien sie in der heutigen Gestalt. Durchaus von Quadersteinen in Form eines lateinischen Kreuzes aufgeführt, ist sie 35 Kl. 3^ lang, und hat in der größten Breite 37 Kl. mit einer äußeren Mauer von 13 Kl. 1^ Höhe, an welcher 3l Glasfcnster jedes mit 192 Glastafeln zu dem Gewölbe sich erheben, dessen Gesims mit jenen bei altdeutschen Bauwerken sehr üblichen Thiergestalten mit seltsamen, selbst menschlichen Köpfen umgeben und mit zwei Riesendächern geziert ist, deren Zimmerwerk 2900 Baumstämme erforderte. Das erste aus der Zeit Rudolsss IV. hat eine Höhe von 17 Kl. 3'6", das zweite unter Kaiser Friedrich IN. vom Meister Erhärt aus Wien gebaut, ist 1l Kl. 1 hoch. Die inneren und äußeren Verzierungen der Kirche besorgten: Heinrich Kumps aus Hessen, und Christoph Horn aus Dün- kelspül. 86 In den Dom selbst führen fünf Eingänge, nämlich das Haupt- oder Riescnthor an der Vorderseite, und vier andere an den Seiten der Kirche. Jenes enthält viele, selbst seltsame, offenbar aber symbolische und daher leicht unrichtig zu deutende, Verzierungen, und am Portal ein Steinbild des Erlösers in einer Eirundung sitzend. Die beiden Lhürme an dieser Seite lHeidenthürmel sind 33 Kl. 4' hoch. Im inneren der Thürme aber hängen 6 Glocken, deren größte, 81 Ecntner schwer, von Franz Sch eichel aus Wien 1772 gegossen ist. An der Aussenseitc der Kirche sind der näheren Beachtung zu empfehlen: unweit vom Eingänge unter dem hohen ausgebautcn Thurm der Grabstein des Riemermeisters Johann Siegen selber von 1517, und deS Kirchenmeisters Johann Straub von 1540, beide den Abschied Jesu von der Mutter darstellend; weiter abwärts in der Richtung nach dem nicht ausgebauten Thurm gegen den Bischofshof die jetzt restaurirte steinerne Kanzel, auf welcher Johann Capistran 1451 predigte, und in der Nähe des Adlerthors das Grabmal des bekannten Gelehrten und Dichters Protucius Celtes (Konrad Pickel) gestorben 1508; ein schönes Eccehomobild neben dem Eingänge in die Halle zunächst der Kreuzkapelle von 1625; ober der Eingangspforte ein ausgezeichnetes Steinbild »der Tod und die Krönung Maria's* und im Inneren der Halle eine Geheimschrift Rudolfs IV. (hier liegt begraben von Gottes Gnaden Herzog Rudolf der Stifter). 87 Das Innere der Kirche ist ganz geeignet, eine feierliche Stimmung anzuregen und besonders in der Weih- vachts - und Charfrcitagsnacht ergreifend. Das Gewölbe bw 19 Kl. 2^ breiten Unterkirche wird von hohen empor- st:ebenden Pfeilern getragen, und von diesen auch das freie 14 Kl. 2' hohe Schiff abgesondert von den 11 Kl. hohen Abseiten. Die Zahl sämmlicher Altäre (ausMarmor) ist 38. Der Hochaltar wurde vom Bildhauer Johann Bock (1640), das Altarblatt von seinem Bruder T o- bial gefertigt. Zur Linken des Hochaltars befindet sich d'e Schatzkammer; die an beiden Seiten des hohen Chors mit künstlichem Schnitzwerk gezierten Chorstühle find vielleicht ein Werk von Jörg Syrlin (Sürlin) gegen Eme des 15. Jahrhunderts. Besonders ausgezeichnet ist der crchitektonische Theil der Hinterwand. Zum Anschauen dw Schatzkammer erhält man Auskunft von dem Kirchenmesteramte Nr. 814. Der Eirl-Borromeo-Altar hat ein Gemälde von Rottmayer (1728); der große Frauen-Altar die Himmelfahrt Mariä von Tobias Bock; der des Anton von Padua ein Gemälde von Mich. Angelo Unterberger, und der Pafsionsatar die Kreuzigung Christivon Sandrart. Vor demselben mblickt man den prachtvollen Sarkophag Kaisers Friedrich IV. gestorben 1493, aus Salzburger Marmor, mit »ehr als 240 Figuren, unter Beihilfe einiger anderer Künstler von Nicolaus Lerch aus Straßburg 1513 meisterhaft gearbeitet. Die gesammte Länge des Denkmals, das »mgebende Marmorgeländer eingerechnet. »4 88 beträgt 19^, 2" und die Breite 11^ (»ic) 2". Die auch hier als Denkspruch Friedrichs erscheinenden Buchstaben L. O. V. haben vielfältige Auslegung gefunden, uid cS ist auch höchst wahrscheinlich, daß Friedrich selbst ncch Maßgabe der Zeitumstände ihnen mehr als eine Bedeutung gegeben habe: z. B. Luseria« Lsl Impersre Orlii Vniverzo, Aguils LIeeen 3usle Omnin Vincet, Ln .Imor LIeeeis Injuseis Oräinse Vleor (8>e b'riüeri^u» exo reKiia men rexo). Wer darüber nähere Auskunft wünscht, mtze die Österr. National - En cyklopädie, Wien, 1835, Heft 1. nachschlagcn und damit einen Aufsatz in demÖsterr. National-Kalender »Austria" 1842. S. 106 ff vergleichen. — Das große Basrelief auf diesem Swkophaz, die Krönung Mariä von der heil. Dreifaltigkeit istbesonderS wegen der im Äußeren ganz gleichen Abbildunoder göttlichen Personen merkwürdig, obgleich eine solche Darstellung als in der Wesenheit und Einheit Gottes begrindet zu betrachten seyn dürfte, übrigens auch an diesen Orte nicht die einzige ist. Mehre Bilder von Rottmaycr, Gries, Unterberger u. a. sind an den Wänden undPfelern der Unterkirche vorhanden, von vorzüglichem Wer.he aber Altomont e's Gemälde in der oberen, und dü Stucco-Ar- beit in der unteren Sakristei. Die herrlich verzierte Steinkanzel >st dem Mittelpfeiler jener Reihe Pfeiler angebaut, welche las Mittelschiff von 89 der linken Abseite sondern. Man erblickt in den Vertiefungen die vier Kirchenlehrer in Lebensgröße, an den schlanken Zwischenpfeilern mehre Bilder der Heiligen, während den schlanken Kanzelfuß kleine Statuen umgeben und in den Abteilungen des spitzig geformten Daches dic7Sacramcnte bildlich dargestellt sind. Dieses Kunstwerk wurde 1430 durch die Steinmetzen Andreas Grabner, und Peter von Nürnberg nebst Ankeren gefertigt und ist 27^, 6" hoch. Das unter der Kanzel befindliche Steinbild hält Tschischka, dem ich hier folge, für das des Hans Puchs bäum (nicht das Anton Pilgram), unter dessen Leitung die Steinkanzel vollendet seyn soll. Im vergrößerten Maßstabe erscheint dieses Brustbild am Fuße des alten Orgelchors bei dem St. Peter und Paulaltar, beide höchst wahrscheinlich vom gedachten Grabner. Von den Kapellen des Doms befinden sich im unteren Kirchcntheil, in dessen Mitte das Riesenthor steht, gleichsam an beiden Seiten desselben die Kreuz- und die Eligiuskapelle. Letztere, ehemals die Taufkapclle genannt, ist mit ihren großen Fensterbogcn und dem s. g. Rosenfenster die schönste. Die Kreuzkapelle enthält die Grabmäler des Prinzen Eugen von Savoyen (gest. 1736) und des G. F. Marschalls Emanuel aus der Familie des Prinzen (gest. 1729). Außerhalb des Kapellengitters ist das Denkmal des Geschichtschreibers Johann Cuspi- nianus (Spießhanner), gest. 1529, und ober dem Riesenthor im Inneren steht der große Musikchor und die 1720 von Georg Neuhauser gestiftete Orgel mit 32 so Registern, von welchem Punkte der Anblick der Kirche'am großartigsten erscheint. Die Orgel auf dem zweiten Musik- chor, dem kaiscrl. Oratorium gegenüber, ist von Ferdinand Römer. Ein treffliches Bild von Alto monte ist das Altarblatt der Barbarakapelle, und jenes in der Katha- rinaka pelle, neben dem ausgebauten Thurm, verfertigte Martin Joachim Schmidt, der Vater. Hier steht auch noch ein treffliches Kunstwerk vom Meister Heinrich aus Wien, 1481, ein äußerlich von den Figuren der Apostel umgebener marmorner Taufstein, in Gestalt eines zwölfeckigen Beckens, 5 Schuh im Durchmesser. Der Aufbau des riesenhaften Thurms, eines der schönsten in Europa, veranlaßte RudolflV. Nach Tschischka entwarf den Plan Meister Wenzla aus Klosterneuburg bei Wien, fing 1359 den Bau an und brachte ihn bis auf z der Höhe. Wenzla starb 1401, dann setzte Meister Peter v. Brachawitz den Bau fort bis 1429, und Hans Puchsbaum (Buchsbaum), sein Polier, vollendete denselben am 4. Tage nach Michael 1433, so daß die ganze Bauzeit 74 Jahre betragen hatte. Dieser Angabe entgegen wurde von I. E. Schlager, (Wiener-Zeitung 1842, Nr. 298, 27. October) bemerkt, daß der Name des kunstsinnigen Meisters, der den Plan zu diesem wunderbaren Thurmbau entwarf, uns nicht aufbewahrt, sogar das Jahr unbekannt sey, in welchem der Bau mit der Grundsteinlegung begann. Jedoch wäre schon im Jahr 1368 der Thurm wirklich im Bau begriffen gewe- 91 sen. Denn die älteste noch unbenutzte Stadtrechnung sage Blatt 3, daß im I. 1368 dem Hobusch »zu den Turn« 15 Pf. und dem Meister Ulrich, dem Zimmermeister »zu den Turn« 10 Pf., gezahlt worden. Daß älteste Wiener Stadtraths-Agendenbuch von 1396 nenne dann den Meister Chunrad (ohne Zweifel Chunrad der Rampersdorfcr) als der Zeit Polier »des Paws dasz fand Stephan zu Wienn« und in dem Stadtraths-Protokoll von 1399,1406, 1409 und 1411 erscheine »Maister Ullrich der Helb- lin g dieczeit Pawmeister dacz sant Stefan«, endlich aber im Jahr 1432, nicht 1429, Meister Hans Puxsbaum der Steinmetz Pawmeister dacz fand Stephan.« Und dieser, nicht Anton Pilgram, sey der Vollender des Thurms, womit auch Lschischka übcreinstimmt. Die Reihe der Werkmeister wäre aber folgende: Hobusch, Helbling, Pux- b a u m. Der hier sich ergebende Widerspruch ist vorläufig nicht auszugleichen, indeß willichnochmalsdaraufhinweisen, daß noch in d. I. 1829—30 an der südlichen Außenseite des Thurms und zwar am Fuße der kleinen Pyramide in der Nähe des ersten Schwibbogenfensters der Katharinenkapelle, fast in gleicher Linie mit deren Gesimse das steinerne Brustbild eines Baumeisters befindlich war, welches aber bei einer Ausbesserung der schadhaften Thurmtheile heruntergeschlagen wurde. Ohne Zweifel ist die bereits 1396 in den Stadturkunden genannte Katharinenkapelle älter als der Thurmbau, da dieser aber in dem genannten Jahre, obiger Angabe, im Zuge war, das erwähnte Steinbild sich auch nur in mäßiger Höhe befand, so könnte es füglich auf 92 den Baumeister Hinweisen, wenn darüber irgendwo noch Auskunft zu finden wäre. Der Durchmesser des Thurms an seinem Fuße ist 7 Kl., 4', 3", und die Dicke des Mauerwerks verhält zu demselben sich wie 1:4. Die Höhe desselben ist aber seit 1832 genau in der Art nachgewiesen, daß die höchste Spitze über dem Kirchenpflaster erhöht stand 71 Kl, 2", 7.104" Wiener Maß, oder 428.592 Wiener Fuß. Durch die Länge der Zeit und äußere Einwirkungen war indeß die Spitze bereits so schadhaft geworden, daß solche mit einem Gerüste umgeben und abgetragen werden mußte. Die Abtragung begann am 19. August 1839, und betrug 11 Klafter, 4 Schuh, 4 Zoll. Die Bauleitung war dem k. k. Architekten Baumgartner aufgctragen und der Plan zur Wiederherstellung von dem k. k. Rath und akadem. Professor Sprenger entworfen. Es wurden nämlich starke eiserne Schienen zu einer Pyramide verbunden, durch dergleichen Reife zusammengehalten, dieses eiserne Gerippe vermittelst angemessen dicker Elsenstangen in den bestehenden Bau gleichsam eingeschäftet und genau nach dem abgetragenen Borbilde mit einer befestigten Stcinum- lagerung in gleicher Höhe, wie früher versehen. Der neue Knopf in birnförmiger Gestalt, wie der alte, hat 3' 10" zur Breite, 4' 9" zur Höhe; der neue Adler ist zwischen seinen äußersten Flügelspitzen 4' 9" breit und 6' 9" hoch; das neue Kreuz ist 18" höher als das alle und vereinigt sich mit dem Adler zu einer Länge von 10' 5", und einem Gewichte von 279>/r Pf., wovon auf das Kreuz 57»/, Pf. . 93 entfallen. Die Einweihung und Aufrichtung des Adlers und Kreuzes erfolgte am 20. Oktober 1842. Die Kosten der Wiederherstellung überhaupt betrugen 132.877 fl. E. M. Die eigentliche Thurmsticge hatte 553 steinerne und 200 hölzerne Stufen. Auf derselben gelangt man aus dem Inneren der Meßnerwohnung bis zur Lhurmuhr, wo sich auch die Wohnung der Thurmwächter befindet, und etwas höher zu einem mit 12 Pyramiden gezierten Gang oder Balcon, von welchem man eine unbeschreiblich schöne und weite Aussicht hat, die von jedem Reisenden leicht zu benützen ist, da die Erlaubniß.zur Besteigung des Thur- mes ohne Schwierigkeit in dem Kirchenmeisteramte, Stadt Nr. 814 ertheilt wird. Die erwähnte Lhurmuhr ist aber 1699 von Jakob Oberkirchner verfertigt; die Höhe ihrer Tafeln beträgt 2 Kl. 5 Zoll, der Stundenzeiger ist 1 Kl. 4 Zoll lang, und die Ziffern haben eine Länge von 2 Schuh und eine Breite von 2 Zoll. Diese Uhr soll künftig während der Nacht vermittelst Gas beleuchtet seyn.— Die größte von den fünf in dem Thurm hängenden Glocken ist jene, welche K. Joseph I. 1711 aus erbeuteten türkischen Kanonen durch Johann Achamer gießen ließ. Mit Inbegriff des Klöppels hat sie ein Gewicht von resp. 35400 Pf. und 1300 Pf. ---- 36700 Pf. oder 367 Centncr. Geläutet wird sie nur bei feierlicher Gelegenheit und ist sodann von ergreifender Wirkung. Der Grundstein zu dem zweiten nicht ausgebautcn Thurm wurde am 13. August 1450 gelegt und der Bau von Hans Buchsbaum, welcher den andern Thurm 94 vollendet hatte, unternommen. Nach seinem Tode 1454 wurde zwar derselbe auch noch von G eorg Bhlaig aus Erfurt, von Anton Pilgram aus Brünn fortgesetzt, jedoch 1516 eingestellt, und erst 1579 mit einem kupfernen Dache versehen. Er ist bis zum Adler 34 Kl. 1^ hoch, und die einzige darin hängende Glocke, die Pummerin, 1588 von Urban Weiß gegossen, mit 6 Heiligenbilder geziert und 20850 Pf. schwer. Sehenswerth sind indeß auch die unterirdischen Räume der Stephanskirche, nämlich die Fürstengruft, und 34 große Gewölbe, jedes 8 Kl. lang, 3 Kl. breit, 2 Kl. hoch. Mehre andere mögen wohl mit Leichen gefüllt bereits verschlossen seyn. Der Eingang ist durch eine kleine Thür im s. g. deutschen Hause, der Wohnung des Meßners am großen Thurm fast gegenüber, und die Erlaubniß zum Eintritt bei der k. k. Hofbaudirection, Kärntncrthorbastei Nr. 1159 anzusuchcn. Die Fürstengruft, mit ihrem äußeren Eingang neben der Steinkanzel Eapistran's, von Rudolph IV. gegründet, war von 1365—1576 ein Familien- begräbnißort der Oesterr. Fürsten. Dann gerieth sie in Vergessenheit, und es war bereits eine neue Fürstengruft der den PP. Kapuzinern erbaut, als jene wieder aufgefunden wurde. Nach der Verordnung Kaisers Ferdinand III. kommen indeß in die Fürstengruft bei St. Stephan die Eingeweide der verstorbenen Glieder des kaiserl. Hauses in kupfernen Urnen verschlossen, während die Leichname in die Gruft bei den PP. Kapuzinern gebracht, und die Herzen in derLorettvkapclle der Augustinerkirche aufbcwahrt werden. 95 2. Die k. k. Burg pfarre, im Schweizerhofe der Burg, als Hofkapelle entstanden 1298, eigentlich aber erst 1148 hergestellt, ein Jahr später eingeweiht und 1748 von der K. Maria Theresia verschönert. Das Kruzifix auf dem Hochaltar ist von Rafael Donner, die SeitengemSlde von Dominik Feti, und von Maurer. Die Musik wird von dem Musikchor der k. k. Hofkapelle (bestehend aus 18 Hoffängern und 28 Hofmusikern) ausgeführt, und in den Wintermonaten ist an Sonn - und Feiertagen um 11 Uhr der Kirchengang der kaiserl. Familie aus ihren Gemächern, zu dessen Anschauen auch wohlgekleidete Personen Einlaß finden. In jenem der Reichskanzlei gegenüber liegenden Thcile der Burg befindet sich die s. g. Kaiserkapelle, welche nur in besonderen Fällen geöffnet, und worin alljährig das heilige Grab zum Besuche des A. h. Hofes am Charfrei- tage aufgestellt wird. Das Hochaltarblatt ist von Carl Maratti, die Gemälde der Seitenaltäre sind von Peter v. Strudel, die der 12 Apostel von Anton Maul- bertsch. Die nachbemerkten Kirchen können füglich in nachfolgender Ordnung besucht werden. 3. Die Kirche der Italiener am Minoritenplatz, worin in der Fastenzeit italienisch gepredigt wird, mit einem Hochaltarblatt von Christoph Unterberger und einer guten Steinmetzarbeit an der Hauptfronte, muthmaß- lich vom Baumeister Sch ein pfeil (1310), wurde 1276 gegründet und 1330 vollendet. 96 4. Die Schottenabtei, und die Kirche auf der Freiung, seit etwa 1158 sogenannt, weil einige aus Schottland eingewanderte Benediktiner-Mönche Kloster und Kirche ursprünglich in Besitz hatten. Seit 1418 aber sind deutsche Benediktiner in ihre Stelle getreten- Das Hochaltarblatt und die Gemälde der Seitenaltäre sind von Sandrart; Maria Himmelfahrt, den heil. Benedikt und Sebastian - malte Tobias Bock; den heil. Gregor Pachmann; die heil. Anna und Barbara Hieronymus Jochmus (1653 — 59). Die schöne Orgel verfertigte Franz Kober 1804. In dieser Kirche befindet sich das Grabmal des Grafen Rüdiger v. Starhembcrg, bekannt als helden- müthiger Vertheidiger Wiens in der letzten türkischen Belagerung. 5. Die Pfarrkirche auf dem Hof, erbaut 1386, mit einem trefflichen durch den Baumeister Silvester Carloni 1662 gefertigten Fronton und mehren guten Gemälden. Das Hochaltarblatt »Maria, Königin der Engel," ist von Joh. Geo. Düringer (1798); die Vermählung Mariä, die Flucht nach Aegypten, die Opferung im Tempel sind von Sandrart; die heil. Jungfrau mit dem Jesuskinde dem heil. Liborius erscheinend, in der Kapelle links von Ludwig Earacci, und die Frescoma- lerei der anderen Kapelle von Maulbertsch. Der Chor der Kirche ist ausgezeichnet. 6. Die Pfarrkirche zu St. Peter auf dem Petersplatz, angeblich schon seit 792, in ihrer jetzigen Gestalt, aber vom K. Leopold l. 1702 gegründet und nach dem Muster 97 der Peterskirche in Rom von Fischer von Erlach er» baut. Die Bleifiguren auf dem Portal sind von Koll; die Frescogemälde an der Kirchenkuppel und den Decken der Kapellen von Rottmayer; die an der Ehordecke von Anton Galli Bibiena; das Hochaltarblatt und die Altarblätter der zwei ersten Kapellen von Altomonte, die der zwei folgenden von Rottmayer und Sconians, und die der zwei letzten von Altomonte und von Reem. Das Grabmal des Geschichtschreibers Wolfgang La- zius erblickt man gleich beim Eintritt links. 7. Die Pfarrkirche der Barnabiten bei St. Michael, am Michaelsplatz, ist 1220 gegründet. Die Gruppe in der Eingangshalle »des Erzengels Michael Sieg über den Drachen« ist ein Werk von Lorenzo Matthielli; das Altarblatt in der Johanneskapellc gemalt von Johann Schindler; die Blätter auf den Altären des heil. Paulus, Earl Borromäus, und Alex. Sauli sind von Ludwig Schnorr v. Karolsfeld, und die Gemälde der anderen Altäre von verschiedenen Meistern. Das neue heil. Grab verfertigte Käsmann. In der Gruft dieser Kirche ruht Metastasio, gest. 1731, und auch die Gemalin Hans v. Liechtenstcin's, die berühmte weiße Frau, gest. 1476, wurde hier begraben. Vergleiche Kirche Maria Stiegen, Nr. 2l. 8. Die Pfarrkirche zu St. Augustin, errichtet 1330—39, in welcher die Trauungen des A. h. HoftS vollzogen werden, und vormals der bekannte Pater Abraham a Sancta Clara tgest. 1. Decbr. 1709) predigte, zeigt Htbcnstreit's Reisender. 7 98 einen gut gearbeiteten Hochaltar aus Marmor von dem Hofarchitekten Joh. Ferd. v. Hohenberg (1784). Das große Frcsco- Gemälde »der heil. Augustin in der Glorie« malte Maulbertsch, das Altarblatt Tobias Bock, die heil. Anna Spielbcrgcr. Das schönste Denkmal dieser Kirche, wohl das erste in Europa, ist daS Grabmal, welches Herzog Albert von Teschcn seiner Gemalin, der Erzherzogin Christin« durch Ea- nova, 1805, errichten ließ. Es kostete 20,000 Dukaten, und die Beschreibung desselben ist in der Kunsthandlung von Artaria ec Comp, zu bekommen. — In der s. g. Maria LorettoKapelle aber, welche Eleonora von Mantua, Kaisers Ferdinand II. Gemalin, 1627 erbauen ließ, werden die Herzen der verstorbenen Glieder der kaiserl. Familie in silbernen Urnen aufbewahrt, und in der Todtenkapelle befinden sich die Grabdenkmale Kaiser Leopold II. von Zauner, und des Feldmarschalls Daun, von Anton Moll. 9. Die Bethäuser der evangelischen Gemeinden Augsburger und Helvetischer Eon fes- sion, in der Dorotheergasse Nr. 1113 und 1114, enthalten zugleich die Wohnungen der Prediger und das Schulhaus. In dem elfteren Bethause ist das Altarblatt von Franz Lindner, die Orgel von Deut sch mann; das Bethaus der helvet. Confeffion wurde vom Hofarchitekten Nigelli erbaut, übrigens jenes 1783 und dieses 1784 eröffnet. 10. Die Kirche der P. P. Kapuziner auf dem 99 neuen (Mehl-) Markte, gegründet 1622, mit drei guten Altarblättern und »Maria Opferung" im Eher von Norbert Baumgartner, einer kaiserl. Kapelle, die einen sehenswerthen Schatz enthält und ein schönes Altarbild von Gabriel Matthäi. In der gegenüberstehenden Kapelle äst das Vesperbild aus weißem Marmor vom Bildhauer Bacazzi, und zwei große für die öffentliche Andacht zu Mariä Verkündigung, und zur Weihnacht-Ausstellung bestimmte Gemälde sind von LudwigSchnorr ausgcführt. Unter der Kirche befindet sich die k. k. Todten- gruft, welche die Kaiserin Anna, Gemalin Kaisers Mathias, in jener Zeit erbauen ließ, als die bei St. Stephan in Vergessenheit gcrathen war. Ihre und ihres Gemals (gest. 16l91 Särge sind die ältesten. Diese Gruft ist unter Leopold I., Maria Theresia, Franz l. und noch in neuester Zeit bedeutend erweitert, und von E. A. Schimmer ausführlich beschrieben (Wien, bei Tendier und Schäfer, 20 kr.). Am 2. Novbr., dem Allerseelentage, jeden Jahres ist sie für Besuchende geöffnet, doch wird auch außer dieser Zeit die Bewilligung zum Eintritt von dem Guardian des Klosters crtheilt. Die Leichname der verstorbenen Glieder ber kaiserl. Familie werden in kupfernen Särgen eingeschloffen hier bcigesetzt. II. Die Kirche zum heil. Johannes in der Kärntnerstraße, worin an Sonn - und Festtagen in ungarischer Sprache gepredigt wird, ist 1209 von den Maltesern erbaut, und hat außer einem Hautrelief von Gips »die Festung Malta" ein Altarblatt von Tobias Bock. 7 » 100 In der nämlichen Straße steht auch; 12. Die Kirche zur heil. Ursula, die 1675 eingeweiht und mit Altargemälden von Spielberger und Wagenschön geschmückt ist. Sehenswerther ist wohl: 13. Die Kirche zu St. Anna, erbaut 1415, worin an Sonntagen in französischer Sprache gepredigt wird, mit ihren schönen Gemälden von Daniel Gran (ein Muttergottesbild und die Kuppel) und von Martin Schmidt (der heil. Ignaz, Joseph, Sebastian) auf drei Nebenaltären. 14. Die Kirche des deutschen Ordens, 1316 von Georg Schiffering aus Nördlingen vollendet, zeigt unter den Grabdenkmälern ein herrliches Haut-Relief »den Abschied Jesu von seiner Mutter- (1524) und ein Altarblatt von Tobias Bock. 15. Die Franciscaner Kirche, am gleichnamigen Platze, gegründet 1603, und von P. Bonaventura Daum 1614 vollendet, hat ein Architekturgemälde am Hochaltar von Andreas Pozzo, dann die Gemälde des heil. Franz und die unbefleckte Empfängniß von Martin Schmidt, ein Crucifix von Carlo Carloni, die Marter des heil. Capistran von Wagenschön, und eine unbefleckte Empfängniß von Rottmayer. 16. Die Universitäts-Kirche, am Universitäts- Platz, wurde 1627 vollendet und hat nur ein einziges auf 16 Marmorsäulen ruhendes Gewölbe. Sämmtliche Altar- ilnd das Kuppelgemälde sind von Andr. Pozzo, in neue- 101 stcr Zeit restaurirt durch den k. k. Galeriedirector Peter trafst. 17. Die Pfarrkirche der P. P. Dominikaner auf dem Dominikanerplatz 1186 für die Templer erbaut, 1226 den Dominikanern eingeräumt, erhielt ihre.jetzige Gestalt 163l, und eine bedeutende Ausbesserung 1836. Das Frcsco-Kuppclgemäldeist von Andr. Pozzo, die Fresco- MedaillonS malte Denzala. Für den Hauptaltar malte <1840) Leopold Kupelwieser „die Einsetzung der Feier des heil. Rosenkranzes« in Öl. Dje übrigen Altarblätter sind von Tobias Bock (der heil. Dominikus, die heil. Dreifaltigkeit, die heil. Jungfrau), von Spielberger (die Anbetung der Hirten, die Marter der heil. Katharina), von Rocttiers (die heil. Katharina von Siena, der heil. Vincenz Ferrarius), und von Pachmann — Ko» Om- 1 l>is j Icko- j ri > ^k-77 v. v. v. viseip. Lfu-> Xeukomm Vinilok. keüux AV660XIV. Seiner Größe wegen beachtenswerth ist aber das fürstl. S tarhembcrg'schc Freihaus (Herrschaft Conradswörth), Wieden Nr. 1, mit 6 Höfen, 3t Stiegen, 301 Wohnungen, Ställen und Schupfen, mit etwa 900 Einwohnern und einem Zinserträge von mehr als 40,000 fl.; das fürstl. Esterhüzysche Gebäude: das rothe Haus, in der Alser- vorstadt Nr. 197, mit 4 Höfen, 20 Stiegen, 150 Wohnungen, 1 Reitschule, mehren Stallungen und Wagenbehält- nissen und einem jährlichen Zinserträge von über 20,000 fl.; der s. g. Traunhof, am Rennweg, Eck der Marokkaner und der jetzigen Lraungasse, und das im Bau begriffene großartige neue Mauthgebäude am Donau-Canal unter den Weißgärbern. Von den eigentlichen Prachtgebäudcn zeichnen sich aus: 1. Das k. k. Lustschloß Belvedere, Rennweg Nr. 642, gegründet 1693 vom Prinzen Eugen von Sa- 113 «oyen, vollendet 1724 nach dem Plan des Hof-Architekten Joh. Luk. v. Hildebrand, seit 1776 die große Gemälde- Gallerie enthaltend. Es theilt sich in das obere und untere Belvedere. Der Haupteingang zum oberen ist durch die Hcugasse, südöstlich unweit vom Liniengraben. Zwischen diesem und dem unteren Belvedere ist ein geräumiger öffentlicher Garten, und im unteren die Ambraser-Sammlung ausgestellt. 2. Das neue Münzgebäude, oder das k. k. Slreckwerk und die Münzscheide auf der Landstraße an der linken Seite des Neustädter-EanalS, erbaut 1836 nach dem Plan des Prof. Paul Sprenger, mit Sculpturen von Klieber und mit einem großen Maschinenhaus, worin 2 Dampfmaschinen zu 14 Pferdekraft, überhaupt mit 192 Gemächern. 3. Der k. k. Marstall, dem neuen Burgthor gegenüber, geräumig für 400 Pferde, mit kostbaren Geschirren in der Jagd- und Sattelkammer. 4. Der Pallast der k. ungarischen Nobelgarde am Glacis zu St. Ulrich Nr. 1, und in der Nähe desselben 5. Der Fürst Auersperg'sche Pallast, am Josephstäd- ter Glacis Nr. 1, beide nach dem Plan Fischer's von Erlach erbaut. 6. Das neue Criminalgefängniß mit einer 120 Klafter langen Hauptfronte und einem Amtslocale von etwa 100 Gemächer, dann in 3 Abtheilungen enthaltend das Jnquifitcn-Spital /- Uhr festgesetzt, welche wohl auch einer Abänderung unterliegen dürfte. Es scheint aber, als wolle man weder an eine bestimmte Stunde und einen bestimmten Preis gebunden, noch in der eigenen Wahl der Speisen beschränkt seyn. Daher 123 besuchen Einheimische, und der Fremde muß dieser Sitte sich sögen, die Speisesäle der Gasthöfe, Mittags von 1—4 Uhr, und Abends von 8—11 Uhr, wählen sich Speisen und Getränke nach den vorhandenen Tarifen, und können hiernach ihre Rechnung beliebig selbst abschließen. — Eine s. g. Restauration findet der Fremde indeß im Innern der Stadt auf dem Neuen Markt im Casino. Außerdem aber kann der Fremde auch in einem der zahlreichen Häuser, welche Gasth äu ser heißen, zu Mittag und Nacht, ebenfalls nach dem Tarif und in den nämlichen Stunden speisen, wie in den Gasthöfen. Denn jene unterscheiden von diesen sich bloß dadurch, daß man in ihnen nicht wohnen kann. Es sind davon zu erwähnen: das Jä- gerhorn in der Stadt, in der Dorotheergasse; zum h. Geist im Bürgerspital; zum Steinl in der Steinlgaffe u. s. w.; in der Vorstadt aber zur O esterr. Kaiserkrone, Leopoldstadt, große Fuhrmannsgasse Nr. 482, zum Sperl in der Sperlgaffe, Leopoldstadt Nr. 210, zur goldenen Birn auf der Landstraße u. s. w. Diese Vorstadt-Gasthäuser sind mit Gärten und Gartensalons versehen und einige derselben, wie das zum Sperl, wohl täglich sehr zahlreich besucht. Einladungen zum Besuch dieser und anderer Gasthäuser mit mancherlei Anpreisungen werden durch große Anschlagzettel bewirkt. 3. Kaffehhäuser, deren die innere Stadt und die Vorstädte mehr als 80 zählen, und in welchen außer Kaffeh, Ehocolade, Lhce, auch wohl Gefrornes zu haben ist, sind 124 mit Billards und mit mehren politischen und schönwissenschaftlichen (erlaubten) Blättern zur Unterhaltung der Gäste versehen. Einige der vorzüglichsten in der Stadt sind: Das zur goldenen Krone am Graben Nr. 6lS, in dessen Einem Zimmer, wie in einem anderen Zimmer in Neune r's Kaffehhause, 1. Stock, Plankengasse Nr. 1063 nicht geraucht wird, C orti's Kaffehhaus am Eck der Kärntner- straße Nr. 1019, und auf der Löwclbastei (in sehr angenehmer Lage und in Verbindung mit dem Volksgarten), das im Bürgerspital Nr. 1100, ganz in der Nähe des Kärntnerthortheaters, Leibenfrost, am Neumarkt, Daum 's Kaffehhaus am Kohlmarkt, Eck derWallnerstraße, F. Sieger auf der Freyung u. s. w. Außerhalb der Stadt werden vorzugsweise besucht die jenseits der Ferdinandsbrücke an der Praterstraße zu Anfänge der Leopoldstadt befindlichen Kaffehhäuscr, die ursprünglich (1703) von Holz erbaut, zu den ältesten in Wien gehören; das Kaffehhaus- (zugleich Gasthaus-) Locale am Hauptstationsplatz derWien-Gloggnitz-Eisenbahn am Belvedere ; das von Motele am Josephstädter Glacis u. a. Den Kaffehhäusern anzuschließen sind füglich: 4. Die Zuckcrbäckcrläden, deren mehre alle Sorten von Gefrornem feilhicten, wie namentlich die Zucker- bäckerei von Dehne am Michaelerplatz nächst der Hofburg; dann die beiden in den Sommermonaten auf dem Graben errichteten s. g. Limonade-Hütten, ausschließlich zum Verkauf vcnGefrornem, und die, im Winter häufig besuchten Mandoletti-Läden, welche Pasteten, 125 Küchengebäck und Liqueurs feil haben. Unter diesen ist der Laden im Bürgerspital am Lobkowitzplatz der bekannteste. Nächstdem besteht noch eine s. g. 5. Erfrischungs-Anstalt, mit einer großen Auswahl von Flüssigkeiten und Bäckereien auf französische und italienische Art, nebst täglich frischer Molke, in der Schulenstraße Nr. 851. 6. Weinhandlungcn und Weinkeller. Eigentliche Weinhandlungen, die im Großen und im Detail verschiedene Weinsorten verkaufen, gibt es nur wenige. Der Einheimische wie der Fremde aber findet jene Sorten in jedem Gasthause, in den Weinschanklocalitäten, wie bei Achaz v. Lenkey (ungarische Weinhandlung) im Liliengassel, und bei einigen Specereihändlern, wie bei den drei Laufern, Michaelerplatz Nr. 258; beim schwarzen Kamehl, Bognergasse Nr. 312; bei den drei Löwen, KLrntncrstraße Nr. 1013 u. a. Bon diesen, wie in den meisten Gasthäusern werden auch ausländische Weinsorten verkauft, und von dev Specereihändlern insbesondere noch alle Arten Käse, Würste, Seefische u. dgl. Zeitungen und Zeitschriften sind hier ebenfalls für Leselustige vorhanden. Die Weinkeller, gegen 70 an der Zahl, sind, mit wenigen Ausnahmen, Ausschankslvkale unter der Erde, zu welchen man einige Klafter hinabstcigen muß, und die nur von der unteren Bolksklasse, hauptsächlich an Sonn- und Feiertagen, besucht werden. Um das charakteristische Treiben derselben kennen zu lernen, möge der Reisende immerhin, jedoch in Begleitung eines Einheimischen, etwa 126 den Türkenkeller am Hcidenschuß Nr. 237, oder den Neu- städterkcller im Ncustädterhof, Preßgasse u. dgl., in Augenschein nehmen. Die größten Weinkeller in Wien waren von jeher der Seitzerkeller in der Spänglergaffe, und der Anna- keller. Johannesgaffe Nr. 980. In jenem konnten 200» Gäste bequem sich bewegen, und oft diente derselbe zu Tanzbelustigungen u. dgl. Diese und der ihm beigclegte Name Elysium sind nun, nachdem er durch den Neubau des Seitzerhofes theils verschüttet, theils anderweit verwendet ist, auf den zwar minder großen, immer aber noch ungemein geräumigen Annakeller übertragen. 7. Die Mineralwasscr-Curanstalt, errichtet 1818, auf dem Glacis, außer dem Carolinenthor, ist mit einigen Gartcnanlagen, vielen Sitzen und einem gutbesorg- tcn Kaffchhaus versehen. Vom Monate Mai bis October werden hier täglich von 6—12 Uhr Vormittags verschiedene in - und ausländische Mineralwässer verabreicht. Die Bereitung künstlicher Mineralwässer ist aber nicht gestattet. In den Abendstunden wird diese Gegend sehr zahlreich besucht und ist mit ein Versammlungsort der s. g. eleganten Welt. 8. Bierhäuser. Der Verbrauch des Bicr's hat seit einigen Jahren sich fast in's Ungeheure gesteigert (vergl. Consumtion). Im Jahr 1526 befand sich in Wien nur Ein Bierhaus, dem Spital zugehörig, und nur die erzhcrzog- lichen Räthe und Diener durften zu ihrem eigenen Gebrauche Bier in die Stadt führen. Jetzt beträgt die Zahl 1S7 der Bierhauser gegen 5tX1, von denen die meisten zugleich Wein ausschenken und Speisen an die Gäste verabreichen. Häufig besucht werben in der inneren Stadt: Das Bierhaus zur Schnecke, Petersplatz Nr. 612, zur großen Tabakspfeife im EiSgrübl Nr. 618, das auf der Brandstadt Nr. 645 u. a., in den Vorstädten am zahlreichsten der Garten des Neulinger Bräuhauses, Landstraße Ungargaffe Nr. 392. Ein Bier-Salon ist außerdem eröffnet im Bräuhause der Borstadt Lichtenthal, und eine Bier- Halle findet man im Bräuhause vor der Mariahilfer Linie für 6 —700 Personen im Inneren, mit Meißnerischer Heizung. 9. Fiaker, deren es eigentlich nur (1841) 656 gibt, find an bestimmten Stellen und Plätzen der Stadt und Borstädte von etwa 8 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends aufgestellt und zum Fahren, auch zu Landpartien, bereit. Ihre Geschicklichkeit und Umsicht im Fahren, wie ihre Lo- calkenntniß sind allbekannt. Ihre größtentheils zierlichen Wägen find numerirt, sie selbst stehen unter einem eigenen Commiffär der k. k. Polizei-Oberdirection, welchem im Fall einer nöthig gewordenen Beschwcrdeführung bloß die Wagennummer zu nennen ist. Dem Fiaker, der mit Du angeredet wird, ist eigentlich keine Taxe vorgeschrieben, doch pflegt man für eine Stunde 48 kr. — 1 fl., für einzelne Fahrten in der Stadt 30 — 48 kr., für einen Tag zu Landpartien 5 — 8 fl. zu zahlen. Für Beköstigung und Fütterung der Pferde sorgt der Fiaker, auch erhält er kein Trinkgeld, doch zahlt man für ihn das Linien- und 128 Weggeld. In jedem Fall muß vor dem Einsteigen mit ihm accordirt werden. 10. Stadtlohnwagen, gegen 300, sind auf halbe und ganze Tage, auf Wochen, Monate und Jahre, zu Landfahrtcn und größeren Reisen zu bedingen. Man hält sie für anständiger als die Fiaker, weil ihre Wägen nicht numerirt und die Kutscher zum Lheil livreeartig gekleidet sind. Die Damen insbesondere pflegen sich ihrer zur Abstattung von Besuchen u. dgl. zu bedienen. Der Preis für den Tag ist 6 — 8 fl. Trinkgeld 1 — 2 fl. Den größten Vorrath an derlei Wagen und Pferden halten die Gebrüder Janschky, Stadt, Judenplatz Nr. 404. 11. Gesellschafts- und Stellwägen, in großer Zahl nach den Umgebungen in allen Richtungen. (Vergleiche Abschnitt Xlll: Die Umgebungen Wien's.) Die Fahrtaxe ist billig, auch sind die Wägen gut und reinlich, werden aber zuweilen, besonders an Sonntagen, dergestalt angefüllt, daß jede Bequemlichkeit schwindet. Leute aus mittleren und minderen Ständen bedienen zu gleichem Zweck sich der außer den Linienthoren ausgestellten s. g. Z eise l- wägen, deren es im Ganzen mehr als 1000 gibt. 12. In der Stadt Wien find auch noch 27 Tragsessel vorhanden, deren Träger an den rothcn Röcken erkannt werden. Sie haben keine Taxe, werden auch nur von kränklichen Personen, oder zur Weiterbeförderung von Damen in der Faschingszeit benutzt. Seit 1703 eingcführt sind sie dennoch mit der Zeit nicht vorgeschritten, sondern 1LS ihrer alten Form treu geblieben. Kranke vermittelst derselben in die Spitäler zu bringen, ist den Trägern untersagt. 13. Bäder. Es gibt deren 14 in den Vorstädten, in der Stadt selbst keines. Unter diesen werden unstreitig am stärksten besucht das Dianabad und das Sophienbad. Das Dianabad, Leopoldstadt Nr. 9, zu ebener Erde und im 1. Stock, mit Abtheilungen für Herren- und Damenbäder, ist auch mit einem geräumigen Garten-Gesellschafts-Saal versehen. Das Wasser läuft kalt und warm aus Pipen ein, und der Badende kann die ihm zusagende Temperatur selbst wählen. Auf Verlangen erhält man gewärmte Wäsche und künstlich zubereitete Bäder. Eine bedeutende Erweiterung hat das Dianabad erhalten durch den im Sommer 1841 begonnenen Bau einer Winterschwimmschule. Die ursprüngliche Idee der architektonischen Ausführung ist von dem verstorbenen Moreau als Skizze entworfen, die näheren Pläne sind vom Architekten Carl Pranter, Modifikationen von L udwig Förster, weitere Verbesserungen vom Architekten E. Etzel, einem gebornen Würtembcrger. Diese Schwimmschule bildet einen einzigen Saal von 168 Fuß Länge, 64 Fuß Breite und 46 Fuß Höhe Wiener Maß. Die durch die Dachflächen selbst gebildete Decke des Saals wird von 16 im Inneren sichtbaren gußeisernen Bögen im vollen Halbzirkel getragen. An die beiden langen Wände des Saals lehnen sich zwei Reihen von Aus- und Ankleidekabinetten; zwei Treppen an beiden Enden führen auf eine ringsumher laufende Gallerte und durch diese zu zwei weiteren über den ersten liegenden Hcbenstreil's Reisender. 9 130 Reihen von Kabinetten Das Bassin, 112Fuß lang, 40 Fuß breit und von ungleicher Tiefe wird mit weißen Fayanzplat- ten bekleidet, der Raum des Saals und die Kabinette mit Dampf geheitzt und Abends beleuchtet, und die Wassermasse des Bassins thcils mit Dampf, theils durch fortwährend zu- strömendes Wasser erwärmt seyn. Das Sophienbad, errichtet von Franz Morawetz, Landstraße, rückwärts des Jnvalidcnhauses, in der Marrergasse Nr. 46, besteht seit 1838 in Reinigungs-, Dunst-, Schwitz-, Dcuchc-, Sturz- und Regenbadern für Herren und Damen in abgescndcrten Gemächern, und in Wannen von Pcrzcllan oder Steingut. Es ist ungemein bequem und elegant eingerichtet, und der scrgfältigcn Bedienung wegen vorzugsweise zu empfehlen. Zur Hinfahrt sind Gcsellschaftswägen, jede Stunde von 7 bis I Uhr, bereit am Steck im Eisenplatz, ü io kr. für die Person hin, und 10 kr. E. M. wieder zurück. Außer diesen beiden Badanstalten werden noch häufig benützt das s. g. Kaiserbad an der Dcnau oberhalb des Schänzels an der Dcnau Nr. 22, und das Schüttelbad unweit der Franzensbrücke Nr. 13; in dessen Nähe das große Gebäude der k. k. privl. Dampfmühlen-Actien-Ge- sellschaft. Das russische Schwitzbad, Gumpendorf, Zwcrg- gassc Nr. 361, wird bewirkt durch Aufgießen von warmem Wasser auf glühenden Kiesstein und hat eine Vorrichtung zum Begießen mit kaltem Wasser. Ein Ertrabad, nach vor- hergegangener Bestellung, kostet 1 fl. (Bormittags), die 131 gemeinschaftlichen Bäder Nachmittags sind s 30 kr. die Person zu benutzen. Eine Fl o ß-S chwim m - und Bad anstalt, genannt Ferdinand - Marienbadanstalt, wurde 1831 errichtet. Sie befindet sich im Rücken des Augartens, zwar schon außer der Laborlinie, wird aber noch den vorstädtischen Bädern beigezählt und ebenfalls häufig benützt. Mit ihr steht «ine Damen-Schwimmschule in Bcrbindung, worin Unterricht gegen einen Betrag von 20—30fl. C. M. crtheilt wird. Gesellschaftsbäder für Männer und Frauen sind von der Person zu 8 — 24 kr. zu benutzen. Wägen zur Hinfahrt stehen am Rothenthurmthor. Unentgeldliche B a d e - An stalt en (Freibäder) sind zwei vorhanden, und zwar ein Freibad bloß für Männer im Donauarm am Praterdamm an einer mit einem Seil umspannten Stelle, und ein Männer- und Frauen- Bad, in zwei geschlossenen Badehäusern von Holz nächst der mittleren Laborbrücke im s. g. Kaiserwaffer. Dort wie hier findet man eine Anstalt zur Aufbewahrung der Kleider und zum Verabreichen der Badcwäsche. In der Nähe des erstgenannten Freibades ist noch ein großes Vollbad errichtet, 1839, von C. Ko uff, die Person zu 20 kr. E. M. Die Wägen zur Hinfahrt stehen ebenfalls am Rothenthurmthor. 14. Stoffe, Leibwäsche, Putzwaaren, Kleidungsstücke u. dgl. Eine große Auswahl der neuesten Stoffe aller Gattung finden die Damen vorzugsweise in den Handlungen, welche ihre glänzenden Auslagen am 9 » 132 Stephans- und Stock im Eisenplatz, und an beiden Seiten des Grabens haben. Da hier eine Handlung gleichsam die andere zu überflügeln sucht, überall aber eine solide Ge- schäftsbchandlung Statt findet, so kann auch keiner im Allgemeinen ein Vorzug zuerkannt werden. In Beziehung auf einzelne Artikel wäre jedoch zu bemerken, daß: s) Seidenstoffe, schwere, den französischen nicht nachstehend, zu haben sind: in den Handlungen Franz Frischlingund Comp., zur Weltkugel, am Graben Nr. 1105, und Leop. Hofzinser, daselbst zum schwarzen Adler Nr. 1094; b) Shawls und Wintertücher, ausgezeichnet, in der Handlung Arthaber, Stephansplatz, Eck der Goldschmidgasse —; ferner bei Pölz und Ham- mcrschmit, am Graben im Lommerschcn Hause Nr. 1095, in der Shawl-Niederlage am Graben Nr. 1144, in der landesbcfugten Fabriks-Stiederlage am hohen Markt Nr. 524, in der Niederlage der Shawls- undScidenzeug-Fabrik der Maria Kolk, Herrngasse Nr.'31, und insbesondere nach türkischen Mustern bei Joseph Bürde, Shawl- Fabrikanten, Gumpendorf, Schmidgasse Nr. 108. Leibwäsche aller Art, bis zur höchsten Feinheit und Zicrlichkeitt, liefert die Leinwaschhandlung Eduard Minichcr, Stock im Eiscnplatz, Anfangs der Kärntnerstraße Nr. 876, auch die Handlungen (ehemals genannt Pfaid- ler) am Graben zur weißen Katze, Nr. 1143, und auf dem Kohlmarkt. 133 Einen Damen-Putzwaaren-Salon hält Mad. Amalia Neudeck im Bazar des Seitzerhofes, Spängler- gaffe; der Pu tzw a a re n-V e rla g, die Blumen- und Strohhutfabrik der Frau Magdalena Slama ist in der Stadt, Graben Nr. 1094, Stiege 1., Stock 3, und die bekannte Modistin Madame Langer, die Erfinderin oder Nachbildnerin neuer geschmackvoller Damenhüte, wohnt in der KLrntnerstraße Nr. 1018, 3. Stock. Feine Florentiner Hüte von Anton Bichicrai sind verkäuflich Weihburggasse, Lilienfclderhof Nr. 908, und im hohen Grade ausgezeichnet die nach Florentiner Art gearbeiteten von Wilhelm Zelle, Landstraße Nr. 315 (bis zu 102 Bändern im Schirm ü 300 fl. C. M.) Die Blumcnfabrik der Frau Maria Edlen von Emperger befindet sich auf dem Bauernmarkt Nr. 585, im 2. Stock links, und sehr gesucht werden die Blumen und Schmuckfedern der Anna Schilde, Graben Nr. 1l33, und die der Louise Dellavos, Bauernmarkt Nr. 58S. Handschuhe der feinsten Art werden verfertigt von Franz Jaquemar Wittwe, Mariahilf, Hauptstraße Nr. 37, welche in der Gewerbsausstellung die silberne Medaille erhielten. Man findet sie auch in mehren Modehand- lungcn auf dem Graben vorräthig. Nächst diesen empfehlen sich die von Gustav Autenrieth, am Kohlmarkt Nr. 1150. Mieder zum vollen Anzuge, Morgen- und Nachtmieder, Mieder für Kinder, das Vorbeugen des Körpers 134 zu hindern, und ohne das Maß von fremder Hand am Körper zu nehmen, mit Anwendung des elastischen Gummi bestellt man bei Reithofer, Herrngaffe Nr. 253 zu ebener Erde. Juwelierarbeiten, ihrer schönen Fassung wegen allbekannt, sind in der mannigfaltigsten Gestalt zu haben in den Handlungen am Stock im Eisenplatz, am Graben, am Kchlmarkt, und in der Galantcrie-Waarcnfabrik des Franz Wallnöfer und Söhne, Singerstraße Nr. 896. Ungemein schöne Perlmutter-Arbeiten findet man bei Jakob Schwarz, Mariahilf Nr. 409, und gleich schöne Galanterie-Leder-Waaren bei Friedrich Prützmann, Neubau, Stuckgasse Nr. 158. LlS Verfertiger, wohl auch Erfinder, neuer Damen-Modeanzüge, geben durch mitgetheilte Modenbilder in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theatcr und Mode sich kund: Th. Pctko, Spanglergasse Nr. 426, und I. G. Beer, Dorotheergasse Nr. 1 l 07 , 2. Stock. Vorzüglichen Ruf hat sich erworben wegen Geschmack und Solidität der Arbeit, wegen Verläßlichkeit im Einkäufe, zusagender Wahl der Stoffe aller Art, und der Billigkeit seiner Rechnung, der bürgerliche Damenkleidermacher Friedrich Hesse, Stadt, Riemerstraße Nr. 8l9, 3. Steck. Fertige Damenkleider, Hüte und Putzwaa- rcn aller Art aber bietet die Modewaarenhandlung »Zur schönen Wienerin* am Stock im Eisenplatz. Den Rci- 135 senden männlichen Geschlechts ist die vom Kleidermacher Joseph Ritzenthaler vor mehren Jahren errichtete und in sehr günstigem Fortgange befindliche s.g. Bekleidungsanstalt, Dorotheergafse Nr. 1115, besonders in so fern zu empfehlen, da neue vollständige Männeranzüge, wie einzelne Stücke, leihweise auf einen oder mehre Tage, auch Wochen and Monate verabfolgt werden, worüber beim Unternehmer selbst nähere Auskunft einzuholen ist. Auch können daselbst bereits getragene Kleidungsstücke, ohne Rücksicht, von wem und wo sie verfertigt sind, gegen neue nach eigener Wahl in Stoff und Farbe ausgetauscht werden. Nach dem zu Gruede liegenden Plan aber kann im Abonnementswegc Jedermann sich eine vollständige Sommer - oder Wintcrgardervbe besorgen , wie denn auch bestellte Kleidungsstücke in der kürzesten Zeit verfertigt werden, indem zu diesem Behuf stets ein solides Sortiment von Tuch und anderen Stoffen verräthig ist. Minder begüterte Personen finden endlich hier jederzeit einen Vorrath von abgelegten Kleidern zu billigen Preisen Eine bedeutende Werkstätte und Niederlage bereits verfertigter Kleidungsstücke aller Art und nach der letzten Mode hält der Kleidermacher Joseph Gunkel, am Graben Nr. 1114, 1. Stock, und nächst ihm arbeitet in französischer und englischcr Mode, oder nach dem Wunsche der Besteller Herr Eben st ein, der sich noch immer das Prädikat »Schneidermeister" beilegt, und mit hinreichendem Vorrath an Stoffen -ersehen ist, Kärntnerstraße Nr. 903. 136 Andere Kleidermacher erlassen häufige Ankündigungen in der k. k. priv. Wiener-Zeitung. Reise-Tciletten, englische Keffer, derlei Hutschachteln, Fußreisetaschcn, Wäschsäcke, Sitzpolster u. s. w. findet man in der Fabriks-Niederlage eigener Erzeugnisse vcn Leder- waaren bei Michael Pointer, Kchlmarkt Nr. 278. Die durch Leichtigkeit, Schwärz-, Glanz und Wasserdichte ausgezeichneten Wiener Männcrhüte verkauft Jakob Flebus in der Wollzeil; Johann Muck, mittelst eines Dampfapparats verfertigt, Michaelcrplatz zum Vergißmeinnicht, zu 8 — 5 fl. E. M. Eine treffliche Auswahl hat man auch in der Hatstepperwaarenhand- lung Hartmuth, am Kohlmarkt. Wasserdichte Schuhe und Stiefel werden von mehren Meistern, untern anderen von Nikolaus Steinfclder, Stadt, Krautgaffcl Nr. 1092, unweit vom Graben, und von Johann Kittel, Himmelpfcrt- gasse Nr. 966, verfertigt. Ganz vorzügliche, der englischen fast gleichstehcndc und von Engländern sehr gesuchte, zugleich zierliche Arbeit liefert Franz Thonner, Wieden, Paniglgasse Nr. 16, zum gcldencn Sieb, zu ebener Erde. 15. An Kleiderreinigungs- und s. g. Flcck- ausbringunas-Anstalten bestehen in Wien mehre. So die Allgemeine Reinigungs - und Appreturanstalt am Kohlmarkt M. 262, die von Pötschcr, Spänglergasse Nr. 431, 2. Stock, Eingang von der Ofenlochgasse, u. a. In Beziehung auf Stcffc und Kleider kann man dicserhalb sich auch nur an seinen Kleidermacher wenden. 137 16. Die Kunststopferei hat in Wien einen ziemlichen Grad von Vollkommenheit erreicht. Riffe und Löcher in Stoffen zu Kleidern, Shawls u. dgl. werden trefflich ausgcbessert von Wenzel Michalek, Mariahilf Nr. l5, Hauptstraße zu den 3 goldenen Hirschen, Thür Nr. 4, im Hofe zu ebener Erde; von Wenzel Ehrasny, Spittelberg, Fuhrmannsgaffe Nr. 89, 2. Stock, Thür Nr. 5, und Anton Wichalek, Stadt, Goldschmidgaffe Nr. 593, Stiege 1. - S tock 5, Thür Nr. 5. 17. Mit der Errichtung der k. k. Stadrpost im Jahr 1830 wurde die s g. kleine Pest für die Stadt Wien und die Vorstädte aufgehoben, und dadurch eine Vermehrung der Eorrespondenz-Angelegenheit, eine größere Bequemlichkeit der Aufgabe und eine schnellere Vertheilung der angekommenen Briefe bezweckt. Das S t a d t p o st - O b e r a m t, Wollzeile Nr. 867, steht in täglicher Verbindung mit 5 Filial-Pcstämtcrn durch ab- und zugehendc Karriolwägen, und demnach können die Briefe täglich auch fünfmal ausgetragen werden. Bei diesen fünf Fi.ial Ämtern können aher aufgegeben wkrden: Briefe für das In- und Ausland, Gelder und Packete. Luch kann daselbst auf in- und erlaubte ausländische Zeitungen Vcrausbezahlung geschehen und eine Einschreibung zu Eil- und Postwagenfahrten erfolgen. Außer den Filial-Ämtcrn bestehen in der Stadt 15, in den Vorstädten 50 Briefsammlungen. Die Postgebühr für einen einfachen Brief zur Beförderung im Innern richtet sich, bei dem einfachen Ge- 138 wicht von j Loth, nach der Größe der Entfernung und beträgt nach dem neuesten Portoreglements bis einschließlich 20 Meilen 6 kr., für alle Entfernungen darüber 12 kr. Letzteres ist mithin die höchste Postgebühr für einen solchen Brief, selbst bis an die Gränze des Auslandes, und wenn derselbe recommandirt wird, 6 kr. mehr. Der Betrag der Postgebühr erhöht sich aber mit der vermehrten Schwere » des einfachen Briefes von ,> Loth nach bestimmten im Brief- Porto-Tarif angeführten Sätzen. Die Recommandations-Gebühr von 6 kr. gilt für alle Entfernungen, für das Recepisse wird nichts bezahlt, für ein vom Aufgeber verlangtes Retour-Recepisse aber ist wie bei einem einfachen Briefe nach der Entfernung 6 kr. oder 12 kr. zu entrichten. Dagegen ist die Postgebühr für einen Brief bis einschließlich 4 Loth von einem hiesigen Bewohner an den anderen 2 kr. E. M., und für jeden Brief, der bei einem Filialamt oder bei einer Briefsammlung aufgegeben wird, an Sammelgebühr 1 kr. zu entrichten. Die Bemessung der Gebühren für den Sachen-Trans- port richtet sich nach der Größe der Entfernung, nach dem Gewicht und resp. nach dem Werth, worüber besondere Tarife bestehen; die Zahlung der Gebühren geschieht in Metallmünze nach dem Conventionsfuß. Exemplare des erwähnten Porto-Reglements sind in Wien ü 6 kr. §. M. zu haben im Cours-Bureau der k. k. Hofpostverwaltung. Das Briefaufgabe-Amt, Stadt, Wollzeil I3S Nr. 867, wird um 8 Uhr früh geöffnet, und der Schluß der Aufgabe für alle nicht recommandirten Briefe ist auf 4j Uhr festgesetzt. Der Schluß für die zu recommandirenden Briefe tritt hier um 3 Uhr Nachmittags ein, doch können derlei Briefe von 9 Uhr früh unausgesetzt aufgegeben werden. Nicht zu frankirendc, also inländische Briefe müssen ebenfalls vor 4j Uhr Nachmittags in den dazu bestimmten Briefkasten eingelegt werden, wenn sic an dem nämlichen Tage noch abgehen sollen. Auch ist mit vorläufiger Ausnahme von Hannover und Preußen (1843) der Portozwang mit ganz Deutschland aufgehoben. koste restante Briefe können täglich zwischen 8—10 Uhr Morgens, und auch während der Amtsstunden vom Briefabgabe-Amt in der Stadt abgeholt werden. Bei den fünf Filial-Ämtern sind aber die weiter zu sendenden Briefe spätestens bis 3j Uhr Nachmittags und die recommandirten bis 1 z Uhr aufzugeben. Fahrpostsendungen sind daselbst ebenfalls nur bis 3 j Uhr Nachmittags zu besorgen. Geldbriefe und kleine Fahrpostsendungen bis zum Gewichte von 3 Pf., welche mit den Abends um 7 Uhr abgehenden Briefeilwägen befördert werden sollen, sind spätestens bis 4j Uhr Nachmittags dem Fahrpost- Aufgabe-Amt (Dominikanerplatz Nr. 666) zu übergeben. Für andere Geld- und Frachtstücksendungen und für die Beförderung der Reisenden werden die Anstalten 140 von der k. k. H a u p t - P ostw ag e n -D ire c tio n daselbst getroffen. II. In Beziehung auf einen länger» Aufenthalt des Reisenden. Zu den Anstalten, welche der Reisende bei einem län- gcrn Aufenthalt in Wien in Beziehung auf seine Bedürfnisse und Bequemlichkeit zu beachten hat, dürften mit Recht folgende zu zählen seyn: 1. Die Monatszimmcr. Bcabsichtet der Reisende die zahlreichen Institute für Kunst, Wissenschaft, Wohl- thätigkeit, Sanität u. s. w. näher kennen zu lernen und zu diesem Behufe die Dauer seines Aufenthalts in Wien zu verlängern, dann wird er wohlthun, sein in einem Gast- Hofe genommenes Absteig-Quartier mit einer Privatwohnung zu vertauschen. Denn ein langes Verweilen im Gasthofe bietet zu wenig Bequemlichkeit, bleibt immer geräuschvoll und ist hauptsächlich für Jeden, der keine eigene Bedienung hält, darum auch kostspielig, weil die Reinigung der Kleider u. dergl. und die Besorgung der Gänge und Aufträge durch die dort anwesenden Lohnbcdientcn geschieht, und zwar nach einer im Ganzen bedeutenden Tare. Zur Erleichterung dienen daher die genannten Monatszimmer, d. i. Privatwchnungcn oder Micthzimmer im Inneren der Stadt und in den Vorstädten, die ihren Namen führen, weil stc monatweisc bedungen werden, und stets in großer Zahl von den Inhabern geräumiger Wohnungen zu verlassen, d. i. an Andere zu überlassen oder zu vermiethen 141 sind, was in der Regel durch kleine, den Hausthorcn angeheftete Tafeln angczeigt wird. Man miethet sie gleich mit den nöthigen Möbeln und der Bedienung gegen Barauszahlung des monatlichen Miethbetrags, kündigt sic wieder in der Mitte des Monats, oder entschädigt im Unterlassungsfall den Bermiether durch die Zahlung eines Monat- Micthbetrages. Im Winter dürfte auch die Einbedingung der Zimmerheizung zu empfehlen seyn. Der Preis für dergl. Monatszimmer, deren oft mehre aneinander hängen, und dergestalt eine förmliche Wohnung bilden, richtet sich nach ihrer Lage, ihrer größeren oder minderen Ausstattung, nach den geforderten Bequemlichkeiten der Reisenden u. s. w. Derjenige aber, der ein solches Zimmer bewohnt, heißt Zimmerherr. Ist das Reinigen der Kleidungsstücke u. dergl. nicht mit einbedungen, so besorgt dieses Geschäft ein s. g. Stiefelputzer neben dem Reinigen der Stiefel und Schuhe gegen eine monatliche Bergütigung von 1 fl. 36 kr. u. 2 fl. Ein solcher Geschäftsmann, der auch zur Besorgung kleiner Aufträge zu verwenden ist, findet sich fast in jedem Hause, oder ist doch leicht zu erfragen. Und in gleicher Weise verhält es sich mit den Wäscherinnen, welchen, wenn kein monatliches Uebcreinkommcn Statt findet, das Reinigen der Wäsche Stückweise bezahlt wird. Für die Reinlichkeit und die im Hause eingcführte Ordnung ist in jedem nur irgend bedeutenden Hause der angestcllte Hausmeister zu sorgen verpflichtet. Ihm liegt auch das Leffnen des Hausthors ob, wenn der Einwohner 142 nach dem Thorschluß einlreten will, oder ein Besuchender den Austritt verlangt. Die dafür ihm verabreichte Entschädigung heißt der Sperrgroschen, weil er gewöhnlich in einem Silbergrcschen besteht, und gehört gleichsam zu seiner Besoldung. In der inneren Stadt werden die Hausthore ohne Ausnahme um 10 Uhr Abends, in den Borstädten vom 24. April (Georg) bis 29. September (Michael) um 10 Uhr, in der übrigen Zeit um 9 Uhr geschlossen. 2. Das Allgemeine Anfrage-Auskunfts- Comptoir, Freiung Nr. 137, erthcilt an Wochentagen von 9—12 Uhr Vormittags, von 3—6 Uhr Nachmittags gegen billige Vcrgütigung Auskunft über alle im bürgerlichen Leben und in Geschäftskreisen vorkommenden Angelegenheiten, über vorhandene Natur- und Kunstprodukte für Käufer und Verkäufer u. s. w. 3. Ein Auskunfts - Bureau für theatralische Angelegenheiten überhaupt hält A. Prir an der Wien Nr. 28. 4. Ein Auskunfts-Bureau für musikalische Angelegenheiten jeder Art in Wien, und Theater- Auskunfts-Bureau, errichtet von Franz Glöggl, jetzt im Gebäude der Musikgesellschaft, Tuchlauben Nr. 558, 2. St., bezweckt, sowohl dem Künstler und ausübenden Musiker, als auch dem Publikum Gelegenheit zu geben, ihre Wünsche und Anforderungen leichter befriedigen zu können. 5. Allgemeines technisches und Industrie- Auskunfts-Bureau für die k. k. Haupt- und 143 Residenzstadt Wien und die Provinzen der österreichischenMonarchic; errichtet von I. C. Vernarb und Amadöe Demarteau in Folge der von der hohen Hofkanzlei unterm 15. September 1842 ertheilten Bewilligung, vorläufig im Comptoir der k. k. Wienerzeitung, Rauhensteingasse. Es bezweckt die Erleichterung des Verkehrs zwischen dem Gewerbsmann und den Privaten in allen Industriezweigen und im gesammten Baufach; Ertheilung von Auskunft und Rath dem Ausländer bei beabsichtigter Gründung eines industriellen Geschäfts im Jnlandc und umgekehrt; Bekanntmachung aller Erfindungen, Entdeckungen und Verbesserungen im Jndustriefach des In- und Auslandes; Besorgung der neuesten Muster von den vorzüglichsten Fabrikaten, Zeichnungen moderner Stoffe, Modelle und Maschinen zum Gewerbsbetricbe u. s. w. 6. Das Allgemeine Übersetz-, Copir- und Sch r eib-C o mptoi r, untere Bräunerstraße Nr. 1131, besorgt Übersetzungen aus allen Sprachen, Aufsätze, Druck-Correcturen, Abschriften u. s. w. gegen angemessenes Honorar. 7. Die öffentliche Schreib- und Sprache n- Übersetzanstalt, Kvhlmarkt Nr. 1149 — 50, besorgt auch Conceptsarbeiten zu allen Einschreitungen, Gesuchen und Eingaben an die hohen Behörden, Privat-Ebrrespon- denzen, kalligraphische Arbeiten u. s. w. 8. Eine andere Schreib-, Übersetz - und Copiranstalt hat als neu eröffnet sich angekündigt, Graben Nr. 620. Oft tritt hier aber auch ein Wechsel ein. 144 9. Die Zeichnungs - Copir-Lufnahms - Anstalt, Landstraße, Hauptstraße Nr. 288, besorgt alle möglichen Gegenstände des Zeichnungfaches, Baupläne, Situations-, Dekorations - Entwürfe und dgl. 10. Das Bücher-Auctions-Institut, Bürgerspital Nr. 1100, übernimmt gegen bestimmte Entschädigung zum öffentlichen Verkauf größere und kleinere Bücher- vorräthe, Kupferstiche, Gemälde, Münzen u. dgl. von Privaten, und besorgt alles dazu Gehörige. 11. Politische und periodische Blätter, Zeitungen und Journale. Bon diesen erscheinen in Wien folgende, der leichteren Übersicht wegen und da sie ihrem Inhalt und ihrer Richtung nach streng nicht zu sondern sind, alphabethisch geordnet. Der Adler (herausgegeben vom Dr. I A. Groß- Hoffinger), Welt- und National Chronik, zugleich Unterhaltungsblatt, und auch Literatur- und Kunstzeitung für die österr. Staate», erscheint seit 1840 täglich, Sonntag ausgenommen, im Format der franz. und englischen Tageblätter mit Kunstabbildungen. Das Streben des Herausgebers , seinem Blatte eine immer größere Vollendung und ein höheres Interesse, sogar vermittelst beigcfügter Holzschnitte beizulegcn, ist unverkennbar, auch empfiehlt es sich durch die Wohlfeilheit des Preises, jährlich nach Verschiedenheit des Papiers 16 — 24 fl. Seit dem October 1842 ist cs in den Leopold Grund'schen Büchcrverlag, Stc- phansplatz im Domherrenhofe übcrgegangcn, wird wie früher täglich in einem halben Bogen ausgegeben und liefert am 145 1. eines jeden Mcnats noch ein politisches Blatt von einem ganzen Bogen. Annalen der k. k. Sternwarte in Wien, auf Kosten des Staates herausgegeben vom Director der Anstalt, jährlich 1 Band in Folio, seit 184 l in Quarto. Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte, von einigen Mitgliedern der k. k. Naturalien- Kabinete, erscheinen seit 1847. Archiv, botanisches, der Gartenbaugesellschaft des österr. Kaiserstaates, herausgegeben seit 1837, gr. 8., mit Abbildungen, vom Baron v. Hügel. Bauzeitung, allgemeine, seit 1836, von Ehr. ! Ludw. Förster, mit Abbildungen, für Architekten, Deco- rateurs, Ökonomen u. a., jährlich 12 Hefte (interessant und belehrend). Pränumerations-Preis 16 fl. C. M. Beobachter, Österr., unter der Redaction des Hofsecretärs I. A. v. Pilat, erscheint mit Ausnahme einiger hoher Festtage täglich, und liefert nicht nur die neuesten politischen Nachrichten, besonders aus dem Orient, sondern auch literarische und andere Notizen. Preis vierteljährig 4 fl. 30 kr. L i I> I io lli e g ue instrnccive, s. Journal re. Die Elegante, ein Modeblatt für Damen mir erläuterndem Texte, vom 15. Jänner 1842 in monatlichen Lieferungen, enthaltend die neuesten in- und ausländischen Moden begleitet von den ausführlichsten Erklärungen über Zuschnitt, Form und Aufputz rc. Jährliche Pränumeration Hcbcnstccil's Reisender. 10 146 10 fl. bei dem Herausgeber Franz Kratochwill (Damenklei- dermacher), Stadt, Wipplingerstraße Nr. 392. Humorist, der, herausgezeden und redigirt seit 1837 von M. G. Saphir, der durch schlagfertigen Witz und unverwüstliche Laune sein zahlreiches Lesepublikum sich nicht nur zu sichern, sondern auch zu vermehren strebt. Die hin- und hergemachten Versuche, seine Darstellungsweise nachzuahmen, oder sie gar zu übcrbieten, haben nicht den mindesten Erfolg gehabt, und so begnügt man sich, Bruchstücke von ihm aufzunehmen, oder auch abzuschreiben, in ähnlicher Weise, wie eine über sein Streben von mir früher gemachte Bemerkung (Der Fremde in Wien, Auflage 4. S: 113) ohne Wortvcränderungen von einem Andern als sein eigenes Urtheil ausgcgeben und öffentlich ausgesprochen ist. Wöchentlich erscheinen 5 Bl. gr. 4. Pränumeration in Wien ausschließlich bei der Rcdaction, jährlich 14 fl., seit 1842 mit einer Beilage „der Wiener Volksgarten,* monatlich 1 Heft. Jahrbücher der Literatur, seitl«l8, redigirt vom Regierungsrath L. Deinhardstein, vierteljährlich 1 Bd. gr. 8. Jahrbücher, medizinische, des österr. Kaiserstaates, verbunden mit der Medizin. Wochenschrift, seit 181 l, herausgcgeben vom Hofrathe Dr. I. N. v. Roimann, 12 Monatshefte, und 52 Nummern Wochenschrift, 8. Jährlicher Preis 15 fl. Jahrbücher des k. k. polytechnischen Instituts, enthaltend Nachrichten über neue Erfindungen, 147 Entdeckungen u. s. w. nebst einer fortlaufenden Geschichte der Anstalt, seit 1819; herausgegcben in Verbindung mit den Professoren von dem Director Regierungsrath Joh. Jos. Prechtl, jährlich 1 Bd. in 8. Journal ck« In lilteruturo eirundere, seit 1842 Uilillotliegue 1» » eruotive et reereu- tive, von i84t herausgegeben von Anton Langerhanns, enthalt in franz. Sprache Novellen, Erzählungen, Gedichte, Reise - und Kunstberichte, erscheint in monatlichen Heften von 4 — 5 Bogen, vierteljährig 3 Hefte, 1 fl. 30, für die Provinzen 1 fl. 51 kr. Die Ausgabe erfolgt am letzten Tage des Monats. Der Jurist, eine (schätzbare) Zeitschrift für Theorie und Praxis des gesammten östcrr. Rechts, auch mit Besprechung der ungarischen Gesetze, seit 1839, herausgegeben und redigirt von Dr. Ignaz Wildner v. Maithstein, jährlich 6 Hefte ü 1 fl. Morgenblatt, österreichisches, 1836 gegründet von Nikol. Östcrlein, nach dessen Tode jetzt fortgesetzt von Johann N. Vogl, wissenschaftliche und Kunstnachrichten, Erzählungen, Novellen, Gedichte u.s. w. enthaltend, erscheint wöchentlich 3 mal in 4. Preis jährlich 10 fl. Musikzeitung, Allgemeine Wiener, seit 1841 herausgegebcn von August Schmidt, verdient des gediegenen Inhalts wegen eine möglichst große Thcilnahme unb Verbreitung. Wöchentlich 3 Blätt. in 4. mit Mustkbeilagen. Jährlicher Preis 9 fl. 10 * 148 8nlo» Ileeöruire et narrntik, herausgegeben und rcdi'girt vom Professor I. B. Hofstetter, über Literatur, Kunst, Theater, Mode und Ereignisse, seit 1843 wöchentlich 3 mal ) Bogen 4. Jährlich 12 fl. Pädagogisches Wochenblatt (Österreichisches) zur Beförderung des Erziehungs- und Volksschulwcsens; herausgegeben und redigirt von Jos. Kaiser, seit dem Jänner 1842, wöchentlich 2 mal in 8. bei Tendier und Schäfer. Preis jährlich 4 fl. Sammler, der, ein Unterhaltungsblatt (seit 1809), zum Theil noch Mitthcilungen aus anderen Werken, Journalen u. s. w., mit einem Notizenblatt, in besonderer Beziehung auf Theater; wöchentlich 4 Blatt. 4. Preis jährlich 9 fl. 36 kr. Sonntagsblätter für heimathliche Interessen, redigirt und herausgegeben von Dr. Ludw. August Frankl 1842, wöchentlich an jedem Sonntag ein Bogen gr. 8., und als Beigabe am 1. jeden Monats ein Kunstblatt in stets steigendem Interesse. Halbjährig 5 fl. Theater-Zeitung, Wiener Allgemeine, seit 1807 herausgegeben von Adolf Bäuerle, hat sich durch die unermüdliche Sorgfalt und durch vielfältige Opfer des Gründers zu dem vielgelcsensten und an Notizen vielleicht zu überreichen Blatt erhoben. Es liefert sehr zierliche Mvdebilder, erscheint mit Ausnahme der Feiertage täglich in 4., und kostet im Pränumerations Wege jährlich 20 fl. — Den s. g. Wiener-Sccnen wäre wohl eine bessere Auswahl und weniger Earicatur zu empfehlen. 149 Thusnelda, Zeitschrift für die Jugend, insbesondere für die weibliche, herausgcgeben von H. E. Pöfchl, wöchentlich eine Nummer in gr. 8. Preis jährlich 6 fl. Verhandlungen der k. k. Gartenbau-Gesellschaft in Wien, seit 1839. Verhandlungen des Nieder-Österreichischen Gewcrb-B ereins, auf Kosten des Vereins, in 8. seit 1841. Verhandlungen der k.k. Landwirthscha ft s- Gesellschaft in Wien, vermischten ökonomischen Inhalts. Neue Folge, Hcftweise in 8. Wanderer, ein Bolks-Untcrhaltungsblatt, früherauch politischen Inhalts, unter der Redaction des Jos. Ritter v. Scvfried, besteht seit 1809, und erscheint wöchentlich 6 mal in 4. Preis jährlich 12 fl. Wiener-Musikzeitung, siehe Musikzeitung. Wiener-Zuschauer, siehe Zuschauer. Wiener polytechnisches Journal (allgemeines) Österreichisches Organ zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse im Gebiete der Industrie, der Gewerbe, des Handels, der Manufacturen und der Hauswirthschaft, r herausgegeben und redigirt von Wilh. Schwarz, seit 1842 ^ wöchentlich 3 mal in 4. nebst Beilagen, Lithographien und ! Kupferstichen. Jährlich 10 fl. Zeitschrift, Wiener, für Kunst, Literatur, s Theater un d Mode, seit 1816 (.--io), wöchentlich 4 Bltt. in gr. 8., schön gedruckt, mit hübschen Modebildern (Wiener Moden), und statt anderer Beilagen ausgestattet mit 150 Portraits ausgezeichneter Zeitgenossen in Beziehung auf Kunst und Literatur; unter der umsichtigen Redaktion des Friedr. Witthaucr. Jährl. Preis mit Kupfern 24 fl. E. M. Jndeß ist auch der Text für sich zu beziehen. Zeitschrift, Österr., für den Landwirth, Forstmann und Gärtner, redigirt von C. E. Mayer, wöchentlich 1 V- Bogen in 4., bei Wallishausser. Jährl. Preis 40 fl. §. M. Zeitschrift-, österr., militärische, seit 1812, alle Zweige der Kriegswissenschaft umfassend (sehr geschätzt und weit verbreitet). Redacteur ist der k. k. Major I. B. Ritter von Schels. Monatlich 1 Heft in 8- Jährl. Preis im Buchhandel ö fl. 36 kr. E. M. Zeitschrift für Physik und angewandte Wissenschaften, redigirt und herausgegeben von Dr. Ritter v. Hclger, erscheint seit 1832 in Heften (4 auf 1 Bd. gerechnet und dieser ä 3 fl. 40 kr.). Zeitschrift für österr. Rechtsgelchrsam- keit und politische Gesetzkunde, seit 1825, her- ausgegcben von Dr. Moritz von Stubenrauch und Dr. Joseph Kudlcr, mit trefflichen Aufsätzen, erscheint Heft» weise, zum jährl. Preise von 9 fl. E. M. Zeitung, k. k Wiener, entstand schon im I. 1703 und seit dieser Zeit (140 Jahre) haben auch die Edlen v. Ghelen'schen Erben den Verlag derselben. Sie ist das eigentliche offizielle Blatt, und erscheint seit 1840 täglich mit alleiniger Ausnahme der vier höchsten Festtage. Sie hat unter der jetzigen Redaction des I. C. Bernard 151 ungemein an Interesse gewonnen, und ist durch ihre mannigfaltigen, trefflich gewählten Mittheilungen aller Art, insbesondere im Gebiete der Kunst und Literatur, gleichsam zu dem Range einer tüchtigen Zeitschrift aufgestiegen. Eine dem Einheimischen, mehr noch dem Reisenden erwünschte Zugabe-ist die Anzeige von der Ankunft und dem Abgänge der Eilposten, Packwagen re., und von den öffentlichen Anstalten, welche von Tag zu Tag der Besichtigung offen stehen. Ankündigungen der verschiedensten Art, die dem Beobachter zugleich einen Blick in das stets Bewegliche und Wandelbare der Hauptstadt gestatten, enthält das Jntelligenzblatt dieser Zeitung, deren Preis jährlich 20 fl. E. M. beträgt. Zuschauer, der Wiener, wöchentlich 3 Nummern in 8. mit einer Beilage, vorzugsweise gerichtet auf Vermehrung der Kenntnisse und Bildung der Jugend, redigirt und herausgegeben von I. S. Ebersberg. Nur Unwissenheit, Unfähigkeit und Charakter - Schlechtigkeit kann das verdienstvolle Streben dieses Mannes verkennen, der rastlos und mit stets wachsendem Erfolge seinen Zweck verfolgt und der vollen Anerkennung des von ihm vielseitig geleisteten Guten, Nützlichen und Trefflichen mit Ruhe und Zuversicht entgegen sehen darf. Der außerordentlich billige Pränumerations-Preis ist jährlich S fl. C. M., und das Redactions-Bureau in der Dorothecrgasse Nr. 1111. 12. Leihbibliotheken, öffentliche, sind in Wien drei vorhanden: 152 a) Diebes Buchhändlers Johann Tauer, Schulhof Nr. 413, Eck der Parisergaffe, täglich geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends. Besonders ausgestattet mit Zeitschriften, Taschenbüchern, umsichtig gewählte», erheiternden und belehrenden Werken der neuesten sowohl als früherer Zeiten nach allen Richtungen in den verschiedenen Hauptsprachen Europa's und in einer Auswahl von beinahe 50,000 Bänden, bekannt durch besonders schnelle und sorgfältige Bedienung. Monatliche Lesegebühr 1 fl. 30 kr. C. M., Einlage 3 fl. bl Die von Armbruster's scl, Witwe und Friedrich Gerold, Stadt, Singcrstraße Nr. 878, 1. Stock, geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends. Sie enthält Werke aus der deutschen, französischen, englischen, italienischen und spanischen Literatur bis auf die neuesten Erscheinungen. Der monatliche einfache Abonnements-Preis für deutsche Bücher ist 4 fl. 30 kr. E. M.; Einlage 3 fl.; für Bücher in deutscher Sprache und in fremden Sprachen abwechselnd 1 fl. 45 kr. E. M.; Einlage 4 fl. c) Die (geistliche) derP. P. Mechitaristen, Singerstraße Nr. 896, enthält vorzüglich Erbauungsschriften und Werke im Fache der kathol. Theologie. (Vorläufig geschlossen.) Diesen zur Benützung offen stehenden Leihbibliotheken ist sogleich zweckmäßig anzuschließen: 13) Der kaufmännische Verein, gegründet 1819, eigentlich zur Rücksprache über kaufmännische Geschäfte bestimmt, und um fremden Mitgliedern des Kaufmannsstandes eine gegenseitige Bekanntschaft zu erleichtern. 153 nebenbei aber auch zur anständigen geselligen Unterhaltung, zu welchem Zweck unter anderen auch ein Lese-Ea- binet besteht mit etwa 50 deutschen, französischen, italienischen und englischen Zeitungen und Zeitschriften. Außer den Mitgliedern des Handelsstandcs, deren jedes einen jährl. Beitrag von 30 fl. zahlt, können auch Staatsbeamte, Gelehrte und Künstler vermittelst Ehrenkarten den Zutritt erlangen und Reisende von eigentlichen Mitgliedern eingeführt werden, und dann zu jeder Stunde des Tages zum Lesen jener Blätter eintreten. 14. Eine bisher in Wien noch vermißte Anstalt ist mit dem Beginn des I. i«42 ins Leben getreten, und wird in der Folgezeit wohl eine größere Ausdehnung und Bedeutung erhalten. Es ist dieß der juridisch-politische Lesevercin, begründet durch eine Gesellschaft von Rechtsgelehrten, bestehend aus Mitgliedern, deren icdes 50fl. als Einlage zum Bcreinsvermögen beiträgt und einen all- fälligen Jahresbeitrag nach der Bestimmung der allgemeinen Versammlung leistet, der jedoch niemals den jährlichen Lbcnnentenbetrag von 20 fl. übersteigen darf, und aus Theiln chmern, welche jährlich nur einen Beitrag von 20 fl., für einzelne Monate 3 fl-, zu entrichten haben, übrigens aber gleich den Mitgliedern das unbeschränkte Recht der freien Benutzung sämmtlicher Vereinslckalitäten, Journale und Zeitschriften erlangen. Denn der eigentliche Zweck dieses Vereins ist »durch Auflegung der wichtigsten und interessantesten Journale und Zeitschriften des Jn- und Auslandes in dem Vereinslokale jedem gebildeten Mann eine Gelegenheit zu eröffnen, sich mit den Fortschritten der Literatur in ihrem weitesten Umfange, und auf eine die Geldkräfte des Einzelnen am mindesten in Anspruch nehmende Weise bekannt zu machen, den geistigen Schwingungen nach jeder Richtung hin zu verfolgen, und zugleich durch einen innigeren persönlichen Verkehr den Austausch von Ideen, Ansichten und Erfahrungen zu vermitteln.« Um als Theilnchmer dem Verein beitreten zu können, bedarf es des Vorschlags durch ein Mitglied der Direktion, welche aus einem Director und 6 Direktions-Mitgliedern bestehend, jährlich neu gewählt wird und die laufenden Geschäfte des Vereins besorgt. — Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß es den Mitgliedern und Theilnehmern des Vereins gestattet seyn wird, auch gebildete Reisende einzuführen. Das Lokale seit 1842 von Früh bis Abends geöffnet, befindet sich jetzt in der Bischofgasse Nr. 638, 1. Stock des Ertl'schen Stiftungshauses, mit mehr als 70 Zeitungen und Zeitschriften juridischen, staatswirthschaftlichen, literarisch-kritischen und belletristischen Inhalts u. s. w. in deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache. 15. Musikalien-Leihanstalten bestehen in Wien zwei: u) Die des F. L. Ascher, Bogncrgasse Nr. 316, zugleich Musikalien-Antiquar-Handlung und Musik-Eopir- Anstalt, kauft und verkauft auch alle Gattungen gut und rein erhaltener Musikalien. Monatliches Abonnement 1 fl. 30kr., vierteljährig 4fl., halbjährig 7fl., ganzjährig 12 fl. Einlage 4 fl. 155 d) Die von Franz Mainzer's sel. Witwe, Komö- diengasse Nr. 1040. Monatliches Abonnement 1 fl. 12 kr. 3 Monate 3 fl. 16 kr., für 1 Jahr 10 fl. Einlage 3 fl. 16. M usik-J nstru men t en - L eiha n stalt, die erste öffentliche, gegründet 1838 von Mich. Leitermaycr, jetzt Alservorstadt, Hauptstraße Nr. 124, rechts am Elk der Blumcngasse, leiht gegen Wergütigung und Sicherstellung des Werths auf Lage, Wochen, Monate re. aus: Violine, Viola, Violoncello, Guitarre, Fortepiano und Orgel, jede in 3 Gattungen, verkauft auch und tauscht aus alle derlei Instrumente, und hat außerdem eine Niederlage eröffnet am Graben im Trattnerhofe, zum Ausleihen, Kaufen und Verkaufen der Instrumente (seit Oktober 1842). Eine neu errichtete Musik-Jnstrumenten-Leihan- stalt wurde angekündigt von Johann Hawelka, Wieden, Platzgasse Nr. 344. 17. Blumenliebhaber finden eine große Auswahl in der Blumen-Berkaufsanstalt des Kunstgärtners Joseph Held, Weihburggasse Nr. 921, und können daselbst auch Aufträge ertheilen, ihre Lische, Vasen u. dgl. wöchentlich oder monatlich mit frischen Blumen versehen zu lassen. Eine ähnliche Anstalt hat der Gärtner Martin Gräber im s. g. Bazar des Seitzerhofes in der Spänglcr- gasse errichtet. In beiden Anstalten werden auch Bestellungen auf Bouquets (einige Stunden früher) angenommen. Besonders schöne Exemplare, selbst von abgeschnittenen Blumen, vcr- 156 kauft außerdem die sehenswerthe Pflan ze n-Cu ltur-An« st alt der Garten der freiherrlich Pasqualatischen Häuser Nr. 125 in der Rcssau, in der Nahe des Fürst Liech- tenstein'schen Palais. 18. Eine Beleuchtungs-, Decorirungs- und Lransparenten-Leihanstalt, bei feierlichen Gelegenheiten bequem zu benutzen, ist in der Stadt, Kärntnerstraße Nr. 1075, eine zweite am Kohlmarkt Nr. 260. 19. Bon den Druckwerken, um Wien in allen Einzelheiten und im Zusammenhänge der Behörden, Einrichtungen rc. kennen zu lernen, werden dem Reisenden vorläufig Genüge leisten: Dr. Jos. Kudler's (vortrefflicher) Versuch einer tabellarischen Darstellung des Organismus der österr. Staatsverwaltung, Wien, bei Wolke, I83l. Folio. Hof- und Staats-Schematismus des österr. Kaiserthums, jährlich neu aufgelegt und zu haben in der k. k. Hof- und Staats - Buchdruckerei, Johannesgasse Nr. 980. Der allgemeine Handels-, Gewerbs- und Fab riken-Lima n a ch für den österr. Kaiserstaat, von Fr. Frag (erscheint jährlich). Allgemeiner montanistischer Schematismus des österr. Kaiserstaatcs, von I. B. Kraus; Hof- kammergebäude, Jchannesgaffe Nr. 978. Preis 1 fl. 36 kr. Joh. Pczzl's Beschreibung von Wien, achte Ausgabe, verbessert und vermehrt von Franz Tschischka, Wien, 157 Mayer und C., 1841, 12. (mit einer reichen Literatur über Wien am Schluß), und Die ÖstrrreichischeNational-Encyklopädie, in 6 Bdn. nebst Supplement zur nothwendigen Erläuterung und Vervollständigung der in den vorgenannten Werken wie im Allgemeinen berührten Gegenstände (in allen Buchhandlungen), belehrend und höchst empfehlenswerth. Sechster Abschnitt. Mittel und Anstalten zur Erheiterung, zu in Vergnügen und zur Belustigung. I. Öffentliche Spazier-Plätze. Als solche werden von den Wienern vorzugsweise benutzt: n) Der Graben und der anstoßende Kohlmarkt, hauptsächlich an Sonn- und Festtagen in den Mittagsstunden von 12—2 Uhr, täglich auch in der Mittags- und Dämme- rungsstundc. Der Graben hat in neuester Zeit ungemein gewonnen durch die Niedcrreißung jener beiden Häuser, welche zwischen ihm und dem Kohlmarkt die Passage sehr beengten, sogar gefährlich machten. Hier und weiterhin stehen jetzt 3 bronzirte Säulen mit Gaslaternen und vermehren die Beleuchtung des mit den reichsten Berkaufslä- den der Stadt versehenen Platzes, dem insbesondere eine große Volkszahl in den drei letzten Tagen der Charwochc, im gewähltesten Anzuge, zuströmt, weil alsdann daS heilige Grab in den Kirchen besucht, und (am Charsamstag) die Auferstehung gefeiert wird. b) Auf der Bastei dient hauptsächlich im Frühjahr und Herbst, ebenfalls in den Mittagsstunden, zum Spazier- 159 gange die Strecke zwischen dem Burgthor und dem Earo- linenthor. Ln Sonn- und Festtagen erblickt man hier die größte Eleganz der Kleidung. c) Auf dem Glacis versammelt sich die s. g. schöne Welt außerhalb des Earolinenthores bei der Mineralwasser- Trinkanstalt in den Nachmittags - und Abendstunden. Für Erfrischungen sorgt eine Kassehbude daselbst, und bei gewissen Gelegenheiten finden hier auch s. g. Reunionen gegen Eintrittsgeld Statt. H. Oeffentliche und Privat - Gärten. Nach einer interessanten Mittheilung unseres geschichtskundigen I. P. Kaltenbaeck (Austria 1842, S. 151) zählte man im Jahre 1725 in nerh alb der Linien 1754 Gärten ohne jene zu rechnen, welche Klostergebäude umgaben, die meisten von diesen in der Leopoldstadt, im Lerchenfeld, in der Josephstadt, im Neubau, in St. Ulrich, Mariahilf rc. rc. Die stets steigende Häuserzahl hat in der Folge eine gewaltige Verminderung herbeigeführt, und es kommen jetzt hauptsächlich nur folgende in Beachtung: I. Der Volks garten, in Verbindung mit der Gartenanlage des Kaffehhauses auf der Löwelbastei, von der Stadt aus durch das alte Burgthor an der rechten Seite des neuen Burgplatzes zu jeder Stunde des Tages zu besuchen. Im Vorgrundc findet man einen zierlichen Springbrunnen, zur Seile in einer geschmackvollen Halbrotunde ein Kaffchhaus. Die Bildnisse II. MM. des regierenden Kaisers und der Kaiserin sind von Kupelwieser gemalt (1841), auch findet hier in dem Seitengebäude rechts die 160 Ausstellung der vom Kunstverein erkauften Gemälde Statt. In der Mitte des Gartens und in einem nach dem Entwurf des Hofbauraths Peter Nobile dem antiken Theseus- tempel nachgebildeten Tempel, in der äußeren Länge von 76 Fuß, in der Breite 43 Fuß, mit 10 Säulen dorischer Ordnung an der langen, mit 6 dcrgl. an der kurzen Seite, steht ein von Canova 1819 vollendetes Meisterwerk »der besiegte Centaur" aus carrarischem Marmor 18 Fuß hoch, 12 Fuß breit, vom Kaiser Franz 1. um 80,000 Frcs. erkauft. Die mit mancherlei Alterthümern ausgestatteten Katakomben dieses Tempels find an jedem Freitage von 9j — l Uhr Mittags gecffnct, in den Sommermonaten vom 1. Mai angefangen. Eine Beschreibung des Lhcseums und dessen unterirdischer Halle, ist zu haben in der Buchhandlung Heubncr. Preis 20 kr. Zahlreich besucht wird der Wolksgarten in den Nachmittags- und Abendstunden, in letzteren auch glänzend beleuchtet. Demselben gegenüber befindet sich 2. Der k. k. H o fga r t en mit einemprachtvollcn Gartenhause, 568 Fuß lang, 325 breit, nach dem Plan des k. k. Rathes Ludw. v. Remy, mit Glashäusern, die zu den größten und schönsten von Europa gehören und größ- tcntheils die Cap-Pflanzen und die Vegetation der australischen Inseln in trefflichen Exemplaren enthalten, mit einem durch Blumenreichthum zu jeder Zeit geschmückten Saal in der Mitte und zwei Conversations - Salons in den Endflü- geln des Gebäudes. Durch den zur Linken gelangt man zu 161 den älteren warmen Gewächshäusern auf der Terrasse, angcfüllt mit succulenten und neuholländischcn Pflanzen. Die Statue Kaisers Franz I., Gemahls der Kaiserin Maria Theresia, zu Pferde, von Balthasar Moll aus weichem Metall gegossen und seit 1818 mit einer lateinischen Inschrift versehen, steht in der Mitte des Hofgartens, zu dessen Besichtigung die Erlaubniß von dem im Garten selbst wohnenden k. k. Hofgärtner einzuholcn ist. 3. Der fürstl. Liechtenstein's che Garten und Sommerpalast, Rossau Nr. 130, mit sehr zweckmäßig eingerichteten Glashäusern, sehr vielen Ntuholländer-Pflan- zen und Eamellien. Der s. g. Wintergarten, gleichsam ein Miniaturgemalde englischer, mit einem Teich, Bach, Wasserfall und (auch im Winter) grünenden Rasenstücken versehenen, Anlage macht einen ganz cigcnthümlichcn Eindruck, ist aber ihrer kostspieligen Ausstattung wegen nur gehörig zu würdigen, wenn sie ihrer Bestimmung gemäß im Winter selbst gesehen wird. Der Garten-Eintritt ist frei. Der prachtvolle Palast, der zugleich die fürstliche Gemälde-Galerie enthält, ist, wie das Majoratshaus des Fürsten, nach Dominik Martinelli's Plan vom Baumeister Alex. Christian aus Innsbruck aufgeführt, und hat unstreitig dieschönstc Stiege in Wien. Das Plafond- gemäldc über derselben ist von Bollmayer gemalt. 4. Der fürstl. Schwarzenberg'sehe Garten und Sommerpalast, Rennweg Nr. 644. Elfterer, versehen mit Teichen, Springbrunnen u. dergl. wird seiner Hebenstreit's Reisender. H 162 anmuthigen Lage und schattigen Partien wegen von dem Publikum, hauptsächlich Nachmittags zahlreich besucht. Der im Innern mit Geschmack und Glanz reich ausgcstattete Palast wurde l7S5vcn Joseph Em an u el Fisch er von Erlach (Schn) vollendet, und ist mit seiner Fronte der Stadt zugewendet. 5. DerG arten und die S omm er-Vill a des Fürsten Metternich, Rennweg Nr. 545, ein Muster des feinen Geschmacks und der schönen Landschafts-Gartenkunst, versehen mit den schönsten Rasenplätzen in Wien, und mit Gruppen stets blühender Pflanzen vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Die Sammlungen von Georginien, Ca- mellicn, warmen ausländischen Pflanzen und Pelargonien sind eben so reich als kcflbar, und können bei Gelegenheit einer in diesem Garten stattsindendcn Blumen-Aussteliung in Augenschein genommen werden. Außer dieser Zeit ist der Eintritt besonders anzusuchen. Den Blumen-Salon verbindet mit den Appartements des Fürsten eine von eben erleuchtete Galerie von Statuen, in welche für die Zeit der Besichtigung der Blu- mcn-Ausstellung der Eintritt gestattet zu seyn pflege. Bor Allem fällt hier die herrliche Gruppe Eanov a's: Amor und Psyche in's Auge, und die beiden bekannten Basreliefs von Thorwaldsen »Tag und Nacht.« Den übrigen Raum füllen eine sitzende Psyche von Pietro Tenerani, ein kniendes Kind von L. Pompaloni, Herkules als Kind undHele andere plastische Gegenstände aus Marmor. Kunst und Geschmack sind hier aufs Innigste vereint. 163 6) Der Garten des Herrn Klier, unter den Weißgärbern , nächst der Sophien - Kettenbrücke Nr. 92, enthält gegen 900 Sorten veredelter Pelargonien deutschen Ursprungs in mehr als 4000 Exemplaren symmetrisch und geschmackvoll geordnet. Auch werden daselbst verkauft und ausgetauscht: Rosen im Freien und Heckenrosen, Mutterpflanzen sowohl, als Ausläufer. Der Garten-Eintritt wird gern gestattet. 7. Liebhaber von Tulpen und Aurikeln finden eine der größten Sammlungen derselben in dem Garten des Berlinerblau-Fabrikanten I. Adam, Vorstadt Matzleinsdorf (Siebenbrünner - Wiese) Nr. 105, nämlich über 12000 der schönsten, seltensten, einfachen und gefüllten, monströsen, ein-und mehrfarbigen Tulpen aus wenigstens 1000 Gattungen, und gegen 1000 aus Samen gezogene Aurikeln, letztere ohne Zweifel eine außerordentliche Seltenheit. 8. Eine der trefflichsten Sammlungen von Chrysanthemen, Georginien, nebst anderen ausgezeichneten Gewächsen besitzt Herr I B. Ru pprecht, k.k. Censor rc. re., in seinem Garten, Gumpendorf Nr. 54, dessen Eintritt einem gebildeten Manne gern gestattet ist. Dieser thätige und kenntnißreiche Garteneigenthümer veranstaltet jährliche Ausstellungen von Chrysanthemen und vielen Kartoffelsorten, nicht selten gegen ein Eintrittsgeld zu wohlthatigen Zwecken, weshalb der Garten auch unter dem Namen »Ausstellungsgarten* bekannt ist. Außerdem macht Herr Rupprecht um die Blumen-, Garten- und 11 * 164 Fruchtcultur sich insbesondere dadurch verdient, daß er auf Verlangen bewurzelte Weinreben von mehr als 1200 Sorten, Chrysanthemen, neue englische Erd- und Stachelbeeren, einzelne Kartoffeln von mehr als 400 Sorten, zu sehr mäßigen Preisen käuflich überlaßt und Bestellungen auf, neue Sorten Georginien u. dgl. übernimmt. Bon den bo tonischen Gärten, und von dem der Gartenbau-Gesellschaft wird weiter unten die Rede seyn; hier mag indeß noch bemerkt werden, daß in Wien zwar noch mehre Privatgärten bestehen , jedoch ohne Einlaß, weshalb ihrer auch nicht Erwähnung geschieht. IH. Der Prater» der Augarten und die Brigittenau. L) Der Prater, 1766 vom Kaiser Joseph II. dem Publikum geöffnet, ist ein großer Lustwald, durchaus Laubholz, mit der Vorstadt Jägerzcil in unmittelbarer Verbindung stehend, von vier großen Alleen in verschiedener Richtung durchschnitten. Die beiden links führen zur Mili- tär-Schwimmanstalt, zum Freibade und dem Bahnhof; die dritte zum Feucrwerksplatz und den dort befindlichen Wirthshäusern, mit Ringelspielen, Schaukeln, Kegelbahnen u. dergl. reichlich versehen. Hier im eigcntli- chcn s. g. Wurstlprater, wo der Marionetten - Hanswurst mitunter auch noch sein Spiel treibt, tummelt besonders an Sonn- und Festtagen sich die untere Dolksklaffe mit Vorliebeherum. Die vierte oder Haupt-Allee, mit zwei Seiten-Alleen, ist der Versammlungsort der vornehmen 165 Welt; die breite Mitte für Wägen, die kleine Allee vom Eingänge rechts für Reiter, die zur linken für die Fußgeher bestimmt, die sich vor und um die dort bestehenden Kaffchhäuser zu gruppiren pflegen. Gegenüber ist der Circus für Kunstreiter. Am südlichen Ende liegt das s. g. Lusthaus, ein freistehender Pavillon mit angenehmer Aussicht, bis zu welchem die in den Jahren 1537 —38 nach der Schnur vom Anfänge des Praters gezogene Hauptallee eine Länge von 2315 Klafter hat. Der Prater wird täglich besucht, am stärksten an Sonn- und Festtagen Nachmittags, oft von 10—15000 Fußgehern. Die dahin fahrenden Wägen bilden nicht selten von der Stadt aus einen Zug von zwei Stunden. — In den Gasthäusern zum wilden Mann, und zum Paperl (Papagei) nahe beim Feuerwerksplatz findet man gute Bedienung. 1>1 Der Augarten, am Ende der Leopoldstadt, mit einem Flächeninhalt von 144880 Quadrarklaftcrn, unter dem Kaiser Ferdinand III. 1655 angelegt, später erweitert, wurde von Joseph II. 1775 ebenfalls zu einem öffentlichen Erholungsorte bestimmt, ist einfach aber großartig angelegt, hat ein Gartengebäude mit 2 großen SpeisesLlen, ein Billard- und einige Nebenzimmer. In diesen pflegte ein Hoftraiteur zuweilen auch Tanz- und andere Unterhaltungen zu veranstalten. Am 1. Mai eines jeden Jahres wurde hier aber das Maifest begangen und, theils der Lokalität theils des dann stattfindenden Conccrts wegen, ziemlich zahlreich von Personen höheren Standes besucht. In einer ge- 166 schlossenen Abtheilung des Gartens ist eine Ro senPflanzung von etwa 180 Species, und die stärkste Obsttreiberei in Wien. Bon der Hinteren Terrasse aber hat man eine herrliche Aussicht über Landhäuser, Dörfer und Weinhügel nach dem Kahlenberge. Tritt man aus dem Saal des großen Gebäudes in den Garten, so steht rechts das einfache Haus, welches Kaiser Jcseph II- im Scmmer bewohnte, jetzt noch mit den Meubeln damaliger Zeit ausgestattet, nach Osten mit der Aussicht in die große Prater-Mittel-Allee. Der Eingang ist in der Nähe des Hauptthores am Augarten, und der Besichtigung jenes Hauses wegen wendet man sich an den Aufseher desselben. o) Die Brigitten - Au, und deren niedliche Kapelle führt ihren Namen, weil am Brigittentagc 1615 der Erzherzog Leopold Wilhelm von einer neben ihm niedergefallenen Kanonenkugel nicht verletzt wurde, die aus einer feindlich gcgenüberstchendcn Batterie der Schweden abgc- schossen war. Im Sommer wird dieser hinter dem Augarten liegende Lustwald oft besucht, wozu besonders das dort errichtete s. g. Kolosseum mit Belustigungen aller Art, nicht wenig beitrug. Diese Anstalt wurde jedoch im Herbst 1842 geschlossen und das Ganze theilweise verkauft; wogegen der ehemalige. Besitzer I. Ho er, den Aufbau eines s. g. Universum nächst dem k. k. Augarten unternommen hat. Wenn in dieser Brigittenau das Kirchweihfest begangen wird, welches auf den Sonntag vor oder nach dem 13. Juli fällt, dann versammelt während dessen zwei- 167 tägiger Dauer sich wohl eine Volksmenge von 20—30000 Menschen aus allen Klassen, die sich auf ihre Weise in sehr verschiedener Art vergnügen. Wiederholt mag auch hier die Bemerkung stehen, daß cs ein eigenthümlicher Zug des hiesigen Volks-Charakters ist, selbst beim Vollgenuß der Getränke und in lautjauchzenderLustigkeit zu Zank und Streit, die zu Tätlichkeiten führen, durchaus nicht angeregt zu werden. IV. Die Theater in der Stadt und in den Vorstädten. Im Inneren der Stadt Wien sind zwei, in den Vcrstädten drei Theater. -1) Die in der Stadt führen den Namen k k. Hof- theater nächst der Burg, und k. k. Hoftheater nächst dem Kärntnerthor. 1. Das k. k. Hoftheater nächst der Burg, auch Burgtheater, und National-Theater genannt, weil es ausschließlich dem deutschen Schauspiel gewidmet ist, wurde 174l auf Befehl der Kaiserin Maria Theresia und ihres Gemals Franz I. erbaut, und hat 2 Parterres und 2 Reihen Logen nebst 4 Galerien. Die Courtine ist von Füger und Abel gemalt; eine eiserne Courtine aber, errichtet 1824, hat die Bestimmung, bei entstehender Feuersgefahr die Bsthne von dem Zuschauer - Raum, abzusperren. Das erste deutsche Singspiel, welches auf diesem Theater am 17. Februar 1778 gegeben wurde, waren die Bergknappen, von Umlauf. Die Oberleitung desselben führt der k. k. 168 Oberstkämmerer, dann hat es einen Direktor, mehre Regisseurs und ein sehr zahlreiches Schauspieler-Personal, ist wohl auch noch das erste Theater in Deutschland dem Range nach. Die Vorstellungen nehmen in der Regel ihren Anfang um 7 Uhr Abends, und Männer treten in das Parterre mit abgezogenem Hute ein. Die Eintritts -Preise sind mäßig, und werden auf Verlangen, bevor das Schauspiel seinen Anfang genommen , zurückgezahlt. In Beziehung auf manche vom Allerhöchsten Hofe, besonders den Offizieren der k. k. Armee, beim Eintritte gestatteten Begünstigungen wird zur Besorgung dieses Theaters ein jährlicher Zuschuß von 50000 fl. bewilligt. Eine Loge im 1. und 2. Range kostet 5 fl.; ein Sperrsitz im 1. Parterre 1 fl. 24 kr.; Eintritt in dasselbe 1 fl.; Eintritt in d as 2. Parterre 30 kr.; in den 3. Stock 36kr.; Sperrsitz daselbst 48 kr.; Eintritt in den 4. Stock (Galerie) 20 kr. 2. Das k. k. Hoftheater nächst dem Kärntnerthor, Nr. 1036, wurde in seiner jetzigen Gestalt 1763 erbaut, ist für deutsche und italienische Opern und für Ballets bestimmt, hat 1 Parterre mit erhöhter Abteilung und 5 Stöcke, von welchen die drei ersten zu Logen verwendet sind. Die gewöhnlichen Preise, nämlich bei der deutschen Oper und dem Ballet, sind: Eine Loge im Parterre, 1. und 2. Stock 8 fl.; eine Loge im 3. Stock 6 fl.; 16 S Sperrsitz im 1 . Parterre 1 fl. 24 kr.; detto im 2. Parterre und 3. Stock 1 fl.; detto im 4. Stock 45 kr.; Eintritt ins 1. Parterre 1 fl.; ins 2. Parterre und 3. Stock 40 kr.; in den 4. Stock 24 kr.; in den 5. Stock 45 kr. Letzterer wird bei Opern sogar von angesehenen Musikliebhabern benutzt, weil daselbst die Musik am deutlichsten zu vernehmen ist. Bei italienischen Opernvorstellungen werden die Preise bedeutend erhöht, jedesmal aber auf dem Theaterzettel bekannt gemacht. Zuweilen werden in diesem Theater auch französische Vanüevilles und Lustspiele gegeben. Der Anfang der Vorstellungen ist um 7 Uhr. S. In den Vorstädten befinden sich: t. Das k. k. privil. Theater an der Wien Nr. 26, durch den Baumeister Jäger 1797—1600 aufgeführt, das schönste und größte in Wien, mit einer der breitesten und tiefsten Bühnen in Deutschland, indem sie bei Spcktakelstücken mehr als 500 Personen und über 100 Pferde saßt. Unter dem verstorbenen Grafen Ferdinand von Pälffy hatte eS seine Glanzperiode, dann sank es allmälig, und näherte sich unter der Direktion des Herrn Earl dem Leo- pcldstädtcr Theater, dessen Eigenthümer Herr Earl auch geworden ist. Das Schicksal dieses einst so berühmten, in der Oper und selbst im Ballet höchst ausgezeichnet gewesenen Theaters, die Schule so mancher berühmter Tänzer aus dem hier zuerst entstandenen Kinderballet, ist noch nicht entschieden, da eine öffentliche Versteigerung desselben zwar schon öfter angekündigt gewesen, doch nicht in Ausführung ge- bracht ist. Es hat übrigens 2 Parterres mit acht Logen, 10 Logen im 1. Stock, und 4 Galerien. Die Eintritts - Preise sind: Die große Loge 15 fl., Sperrsitz in derselben 2 fl.; Eine Loge im Parterre und 1. Stock 5 fl.; gesperrter Sitz daselbst 50 kr.; Parterre- Eintritt 36 kr.; Sperrsitz im 2. Parterre und 2. Stock 40 kr.; Eintritt daselbst 24 kr.; in den 3. Stock 18 kr.; in den 4. Stock 10 kr. — Anfang der Borstellungen 7 Uhr. 2. Das k. k. privil. Theater in der Leopoldstadt, Pratcrgasse Nr. 511, wie bereits erwähnt, jetzt Eigenthum des Herrn Carl, und besorgt mit Zuziehung eines Lheils der Gesellschaft des Theaters an der Wien, gab früher komische Bolksspektakclstücke, Parodien, Travestien, Pantomimen u. dergl., hat indeß bereits diese seine eigenrhümliche Physiogncmie eingebüßt, und gibt jetzt mehr geregelte Stücke, die höchstens noch als ein Nachklang jener gelten können. Hoffentlich wird das ihm früher beigelegte Prädikat »zum oder beim Kasperle" (von einem lustigen, oft erschienenen Schildknappen aus der Zeit der Geister- und Rittergeschichten auf dieser Bühne) bald ganz verschwunden seyn. Der Schauplatz besteht aus 1 Parterre und 3 Galerien, deren erste auch Logen hat. Eine Lege kostet 5 fl.; Sperrsitz im Parterre und in der 1. Galerie 48 kr.; Eintritt daselbst 30 kr.; Sperrsitz in der 2. Galerie 36 kr.; Eintritt 20 kr.; dritte Galerie 8 kr. Damen werden wohl thun, Sperrsitze auf der ersten Galerie, oder noch besser Logen zu nehmen. 171 3. D as k. k. priv. Theater in der Josephstadt, Kaiserstraße Nr. 102, eröffnet im Jahre 1788, neu erbaut 1822 durch den Architekten Hildwein, bequem eingerichtet, geschmackvoll verziert, hat in neuester Zeit bedeutend sich gehoben und gibt sogar, von den eigentlichen Stadtbewohnern zahlreich besucht, bedeutende Opern, nebenbei jedoch auch Lokalstücke u. dcrgl. Cs ist indcß bereits den besseren Theatern in jedem Fall beizuzählen und überläßt auch gern seine Bühne zur Benutzung für wohlthätige Zwecke. Die Vorstellungen fangen um 7 Uhr an und die gegenwärtig bestehenden Eintritts - Preise sind: für eine große Loge 6 fl., für eine kleine 4 fl.; Parterre und Galerie-Eintritt 30 kr.; Sperrsitz daselbst 40 kr.; Eintritt zur 2. Galerie 20 kr.; Sperrsitz daselbst 30 kr.; dritte Galerie 8 kr. V- Feuerwerke im Prater. Das erste Feuerwerk wurde am 23. Mai 1777 von dem dazu berechtigten Kunst- und Lustfeuerwcrker Stuwer gegeben, und seit dieser Zeit finden sie vom Monat Mai bis in den September, etwa zu 4 oder 5, Statt. Der dazu im Prater bestimmte Platz heißtder Feuerwerksplatz. Dem Gerüst gegenüber, woran die Dekorationen, gewöhnlich 5, befestigt sind, ist ein Amphitheater für die Zuschauer der höheren Klassen, wogegen den Zwischen- und Seitenraum das sonstige Publikum >1 Tanzsäle. Seit dem Neubau des Seitzerhofes hat auch die Benutzung des dort befindlich gewesenen unterirdischen Lokals zu Tänzen u. dergl. aufgchört, und es ist zu einem Tanzsaal und anderen Belustigungen nur noch derAnnakeller mit seinen großen Räumen verwendet, mitunter zu solchem Be- hufc auch seltsam genug verziert worden. Ausführliche Ankündigungen laden zum Besuche an bestimmten Tagen ein, und es ist schon der Mühe werth, dem Anschauen des Ganzen eine Stunde zu widmen. Man nennt dieses Lokale auch Elysium. Die b erühmtesten Tanzsälefind aber die beim Sperl in der Leopoldstadt, und bei der goldenen Birn auf der Landstraße; letzterer ist jedoch für diesen Augenblick geschlossen , und dürfte jedenfalls seinen ehemaligen Glanz kaum mehr erreichen. Für den Reisenden möchte cs auch nicht uninteressant seyn, einige der geringeren Tanz- sälc zu besuchen, die sich ebenfalls durch anpreisendc Einladungen bemerkbar zu machen streben. c) Die s. g. Reunionen, Conversationen, Soirses entsprechen ihrer eigentlichen Bedeutung sehr wenig. Ihre Benennungen bezeichnen nichts weiter, als daß die Eigenthümer jener Lokalitäten, die derlei Einladungen erlassen, einen zahlreichen Zuspruch der Gäste wünschen, denen dann die Conversation u. s. w. selbst überlassen bleibt. Doch wird bei solcher Gelegenheit immer für eine anziehende Musik gesorgt. 175 830. Der Zweck derselben ist »Kindern von 2—6 Jahren, während die erwerbsbedürftigen Aeltern ihre Arbeit besorgen, sicheren Schutz vor der Gefahr des Verunglückens und der Verwahrlosung zu gewähren, sie durch naturgemäße Entwickelung ihrer Kräfte kindlich- und sittlich froh werden zu lassen, und sie für den eigentlichen Schulunterricht vorzubereiten." Unstreitig verdient der Name des Gründers dieser Anstalt als eines der größten Wohlthäter der Menschheit aufbewahrt zu werden, denn die trefflichen Folgen derselben zeigten sich fast augenblicklich so einleuchtend, daß die größte Theilnahme an dem Zweck selbst angeregt und dadurch es möglich wurde, die Zahl dieser Anstalten in wenigen Jahren auf 7 zu vermehren, so daß sie bereits in folgenden Bezirken bestehen: auf dem Rennweg, am Schaumburgergrund, in Margarethen, Reindorf, Neulerchenfeld, Hernals und Erdberg. Vor allem trug zur Erhöhung dieser Theilnahme der glückliche Umstand bei, daß Ihre Majestät die Kaiserin Mutter, als oberste Schutzfrau an die Spitze des bald nach der ersten Bcwahrungsanstalt entstandenen Hauptvereins für Kinder-Bewahranstalten trat, und der 190 Fürst Erzbischof von Wien das Präsidium desselben übernahm. In diesen Anstalten, deren jede mit einem großen Saale und Garten versehen ist, werden von 7 Uhr Früh bis Mittag, und von 2 Uhr bis Abend etwa lOOtl Kinder im vorbereitenden Unterricht, größtenthcils im Wege der Anschauung , vermittelst Abbildungen von Natur- und technischen Gegenständen u. dergl. zweckmäßig beschäftigt, zu welchem Behuf bei jeder Anstalt ein Lehrer und eine Lehrerin mit Besoldung, angcstellt ist. Viele Kinder verbleiben auch während der Mittagszeit in den Anstalten, und werden von Wohlthätern mit Suppen u. dergl. unterstützt. Sogar bemittelte Aeltern schicken nicht selten ihre Kinder gegen Entrichtung eines Beitrags in dieselben. Eine ö ffen tli ch e Feier in diesen Anstalten, verbunden mit einer Vertheilung von Kleidern, Schuhen, Strümpfen u. s. w. an die dürftigen'Kleinen findet am 4. November eines jeden Jahres, als am Namensfeste Ihrer Majestät der Kaiserin Mutter, obersten Schutzfrau des Hauptvereins, Statt, dessen Stammcapüal sich bereits auf mehr als 36000fl.E.M. erhoben hat. Welche bedeutende Summen von den öffentlichen Humanitäts- und Wohlthätigkeits-Anstalten in Wien zur Unterstützung der Armen und Hilfsbedürftigen jährlich, z. B. 184 l, verwendet werden, ist aus der nachfolgenden Uebcrsicht zu entnehmen, bei welcher die aus den zahlreichen Privatvereinen verabreichten Summen gar nicht in Berechnung gebracht sind. 19t Haupt-Uebersicht übcr alle in »ein ArmlN-Deiirke »er b. k. Haupt- und Hlesidcn^sladt Wien im Militärjahrc 1841 von den ökkrnt- lichen Wohlthätigkrits- und Humanität,-Anstalten unter- slütiten Armen und der hierzu verwendeten Kumme. Zahl der unterstützten Armen. Hierzu verwendete Summen in C. M. Fond zu augenblicklichen Lushülfen und Unterstützungen . - 12118 46352 Fond zu bleibenden täglichen Armenbetheilungen .... 18855 360912 Gemischte iMiscellanien) Wohl- thätigkeits-Stiftungen . . . 229 7460 Die 6 Bersorgunzshäuser und 7 Grundspitäler. 3706 206669 Bürgerspitalsfond, Bürgerlade und Bürgerspital zu St. Marx 2292 75297 Waisenbaus . 3604 139453 Findelhaus. 16145 390474 Taubstummen-Jnstitut . . . 61 10752 Blindenbildungs-Jnstitut . . 45 8282 Allgemeines Krankenhaus, sammt der Gebär-, Irren-Anstalt und Lazarethe. 9288 128545 192 Zahl der unterstützten Armen. Hierzu verwendete Summen in C. M. Freiwillige Arbeits-Anstalt . . 7122 21909 Strafhaus-Betheilungsfond zur ersten Unterstützung der aus dem Provinzial - Strafhause nach vollstreckter Strafe austretenden Armen .... 370 1088 Gesammt-Summe aller unterstützten Personen und der hierzu verwendeten Summen 73905 1397222 Wien am 4. Januar 1843. Bon der k. k. Ni. Oest. Landesregierung. Die größten Unterstützungs-Summen verwenden hiernach die Fonds zu bleibenden täglichen Armenbetheilungen, die Findelanstalt, und die Bersorgungshäuser mit den Grundspitälern, hiernächst das Waisenhaus, das allgemeine Krankenhaus und das Bürgerspital von St. Marx. Achter Abschnitt. Schulen für den Elementar-Unterricht. Wissenschaftliche Bildungs- und Erzic- hungs -Anstalten. In besonderer Beziehung auf die innere Stadt. Die Unterrichts-Anstalten in Wien thcilen sich überhaupt in niedere und in höhere. Zu jenen gehören die Trivial- und Hauptschulen, die Normal- (Muster-) und die Realschulen; zu diesen die Gymnasien und die Universität. Erstere werden zum Schulwesen, letztere zum Studienwesen gerechnet. I. Die Schulen und deren verschiedene Arten. a) Trivialschulen mit zwei Klassen, in welchen bloß Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen, Sprachlehre und das Abfassen gewöhnlicher Aufsätze, gegen ein monatliches Schulgeld von 20 kr. C. M. gelehrt wird. Für Arme ist der Unterricht unentgeldlich. Derlei Schülen bestehen 59; von diesen 2 in der Stadt, 57 in den Vorstädten. In den meisten derselben werden die Mädchen auch zu weiblichen Arbeiten angeleitet. Hebenstreit'S Reisender. 13 194 >,) Hauptschulen mit drei Klassen, deren beide erste« Trivialschulen sind, und die dritte zur Erweiterung des dcrt empfangenen Unterrichts dient. Es bestehen deren gegenwärtig 12, die protestantische Hauptschule mit ihrer Filialschule zu Fünfhaus eingerechnet. Einige derselben crtheilen auch Unterricht in der französischen Sprache, im Zeichnen und im Gesänge, und halten Lehrerinnen für weibliche Arbeiten. e) Hauptschulen mit vier Klassen, mit der Bestimmung, die Schüler für Künste und Gewerbe, zugleich auch für den Eintritt in die Realschule des k. k. polytechnischen Instituts vorzubereiten. Zu diesen gehört na) Die k. k. Normalschule zu St. Anna, Johannesgasse Nr. 980, 1771 von der Kaiserin Maria Theresia gestiftet und so genannt, weil sie allen Schulen in der österr. Monarchie zur Normal- oder Musterschule dienen soll. In dieser Beziehung hat sie zugleich den Berlag und Verschleiß aller No rm alsch ulb üch er für die gesammte Monarchie. Gegenstände des Unterrichts sind, außer jenen in den Hauptschulen sub K., Naturlehre, Naturgeschichte, Erdbeschreibung, Anfangsgründe der geometrischen und freien Handzeichnung, auch der Baukunst. Mit dieser Normalschule steht in Verbindung eine Lehranstalt für Präparanden zum Schulfach, und eine Bildun g sanstalt für Zeichenlehrer. Von letzterer wird bei den Kunstbildungsanstalten die Rede seyn; in jener aber werden Vorlesungen gehalten über Katechetik, Methodik und Pädagogik, dann über physische 195 Erziehung, auch Anweisung gegeben zum Erlernen des Generalbasses und des Orgelspiels. Aehnlich der Normalschule zu St. Anna ist in ihrer Art die Mädchenschule der W. E. Frauen Ursuli- nerinnen, Stadt, Johannesgasse, mit ihren vier Klassen, hauptsächlich aber der Industrieschule wegen, denn diese ist die Muster schule für weibliche Arbeiten und jede Lehrerin dieses Fachs muß vor ihrer Anstellung sich einer Prüfung von Seite der Frau Borsteherin unterziehen. I>I>1 Die Hauptschule der PP. Piaristen in der Jcscphstadt, zugleich auch mit Unterrichtsstunden im Zeichnen, in der Geometrie, Mathematik, Stereometrie und in der Baukunst. Für Lehramts - Candi baten werden hier gleichfalls Vorlesungen über Pädagogik gehalten. Uebcrhaupt aber sind in Wien 75 öffentliche deutsche Schulen vorhanden, in welchen 35—36000 Kinder und Schüler Unterricht empfangen, so daß der zehnte Theil der Bevölkerung bestimmt die Schule besucht. Und außerdem bestehen noch gegen 80, theils ordentliche Mädchen-, theil« weibliche Arbeitsschulen, mit und ohne Unterricht in der französischen und italienischen Sprache, gegen 20 Privatschulen zur Erlernung fremder Sprachen, dannPrivatzeich- vungsschvlen, und wohl über 300 zur Ertheilung des Unterrichts befähigte Privat- oder Hauslehrer. Das gesammte Schulwesen aber wird von einem Domherrn geleitet, der dadurch zugleich die Würde eines Eonsistorialraths und Schulcn-Oberaufsehers erhält. Das Studienwescn steht da- gegen unter Aufsicht der k. k. Studien-Hofcommission. 13 * 196 II. Die Gymnasien. ES gibt deren drei in Wien, nämlich da« Univer- sitäts« (oder akademische) Gymnasium, das bei den Schotten, beide in der Stadt, und das der Piaristen in der Josephstadt. Der Unterricht ist überall in sechs Klassen vertheilt, von welchen die vier unteren Gramms tikal-, die fünfte und sechste Humanitäts-Klassen genannt werden. Die Unterrichts - Gegenstände sind: Religion, lateinische und griechische Sprache, Mathematik, Geographie und Geschichte. Ausgenommen werden Schüler vom zurückgclcgten 9. bis zum 14. Jahre. Jährliches Unter- richtsgeld 12 fl. III. Die Universität. Die k. k. Universität, die, wie sämmtliche höhere Bildungsanstalten der Lsterr. Monarchie, unter der k. k. Studien-Hofcommisfion steht, befindet sich in der Stadt am Universitäts-Platz, entstand 1364 unter RudolfIV. aus der ersten lateinischen, vom Kaiser Friedrich 11. 1237 gegründeten Schule, wurde dann später erweitert, und endlich 1756, in ein neues Gebäude Nr. 756 übertragen und unter der Kaiserin Maria Theresia nach einem durch den Freiherrn van Swieten entworfenen Studienplan eröffnet. Das Gebäude hat 2 Stockwerke, im ersten den schönen großen Bersammlungssaal von 3816 Quadratschuh Bodenfläche, dessen Decke von Gregor Guglielmi gemalt ist, und den Hörsaal für Mechanik mit Instrumenten und Modellen; im zweiten den medizinischen Hörsaal mit der Büste des Freiherrn van Swieten aus Bronze, ein Werk Messer» 197 schmidts, und der später ausgestellten Büste Kaiser Josephs II. Im Erdgeschoß und zwar im Hintergründe der großen Halle ist der in seinen Nebengemächern mit fließendem Wasser versehene Secirsaal. In dem gegen Süden den Universitätsplatz schließenden k. k. Eon viel befinden sich ebenfalls noch Hörsäle und verschiedene Sammlungen, deren bei dem naturhistorischen Museum der Universität Erwähnung geschehen wird. Die Studierenden sind in vier Nationen getheilt: die österreichische, rheinische, ungarische und sächsische. Diese Eintheilung schreibt sich noch aus jener Zeit her, als die Universität vom Kaiser Ferdinand II. den Jesuiten übergeben war (1662). Die Universität selbst aber scheidet sich in die bekannten vier Fakultäten, und die Dauer eines jeden Eurses in denselben ist, wie das Colle- giengeld, festgesetzt. Der theologische Curs dauert 4 Jahre, und ist unentgeldlich; der juridische bei einem Eollegiengelde von 30 fl. eben so lange; der medizinische (30 fl.) fünf Jahre, und der philosophische (18 fl.) zwei Jahre. Zu diesen Vorlesungen ist der Besuch auch Fremden gestattet. DieGesammt- zahl der Studierenden beträgt im Durchschnitt gegen 2600, deren größter Theil in Stipendisten, und von Entrichtung des Collegiengeldcs Befreiten besteht. Das Verzcichniß der Vorlesungen ist an der UniversitLtscasse und beim Portier um >2 kr. E. M. zu haben. Vorlesungen über die spanische Sprache und Literatur hielt im Studienjahre 18^o/,r zum ersten MLl in zwei Kursen Dr. Joseph Charanza, gegen ein monatliches Honorar von 3 fl. 198 In Verbindung mit dem Universitätsgebäude stehen s) Die bereits 1753 errichtete k. k. Sternwarte, versehen mit den trefflichsten Instrumenten: einer Pendeluhr von Graham, einem englischen Chronometer von Arnold, einem Multiplicationskreis von Reichenbach und Ertl u. vielen a. Des Eintritts wegen melde der Reisende sich im s. g. Rcchnungszimmer. I >1 Das k. k. Convict, der Universität gegenüber, vom Haupteingange der Universitätskirche rechts, ist seit 1802 für arme Studierende bestimmt, welche das Universitäts-Gymnasium, dann die philosophischen und juridischen Hörsäle der Universität besuchen, außerdem Unterricht erhalten im Zeichnen, in der Musik, in der französischen und italienischen Sprache, und rücksichtlich der Kost, Wohnung u. s. w. eine ganz gleiche Behandlung genießen. Außer jenen Stiftlingen hat dieses Convict noch einige kaiserliche Kostzöglinge, etwa 70 von den verschiedenen Diöcesen zur Vollendung ihrer Studien hierher geschickte Theologen, und auch Zöglinge, welche für Kost und Unterricht Zahlung leisten. c) Die öffentlichen Vorlesungen, welche über Mechanik für Handwerker der Prof. Andr. v. Ettingshausen alle Sonn- und Feiertage von 11—12 Uhr im alten Universitätsgcbäude, und dergl. über Krankenwärterlehre, die der Dr. Mar. Florian Schmidt im neuen Universitätsgcbäude hält. MDieaußerordentlichenDorlesungenv.L.J. 199 Hülf an d er Universität über die abgekürzteRechuungs- inethodc im Schuljahre 18 ^/»z, befassend das ganze Gebiet der Rechenkunst, und eine größere zeitersparendc Lerläßlichkeit im Rechnen. Für den ganzen Kurs 6 fl., un- ertgcldlich für Convictisten, Stipendisten und für die vom Schulgelde gesetzlich Befreiten. Den vorbenannten Unterrichtsanstaltcn reihen sich mehre andere wissenschaftliche Bildungsanstaltcn in bestimmten Richtungen an, namentlich: IV. Das fürstl. erzbischöfliche Seminarium oder Alumnat. Et befindet sich gegenüber der Kirche zu St. Stephan, westlich, Nr. 874, bestimmt zur kostenfreien Aufnahme und Ausbildung von etwa 60 Clerikcrn, die verpflichtet sind, an der hiesigen Universität die theologischen Vorlesungen zu besuchen. V. Das Pazmäny'scheCollegium, Schönlatern- gaffe Nr. 683, für ungarische zum geistlichen Stande bestimmte Jünclinge. die ihre theologischen Studien ebenfalls an der hiesige» Universität zu machen verpflichtet sind, und Pazmanistcn heißen, weil das Collegium von Peter Pazmüny, Primae von Ungarn, 1625 gestiftet wurde. Sie sind in einen hülblauen Talar gekleidet und ihre Zahl ist auf 65 festgesetzt. VI. Dick.k.höh ere Bildungsanstalt für Weltpriester, Spitclplatz im Klostergebäude der P. P. Augustiner, durch Veranlassung deS ehemaligen Burgpfarrers 3. Frint18I6 auf Kosten des Staates errichtet, und bestimmt rvo zur weiteren Ausbildung junger Theologen nach vollendete» Studien zu Doctoren der Theologie, Direktoren der Semi- narien, Domherren u. dergl. Sie tragen eine Clerike, einm schwarzen schmalen Mantel und eine blaue Leibbinde; ihre Zahl aber übersteigt 200. Außer Kost und Wohnung genießen siebedeutende Stipendien und auch die Erlaubniß, aus der k. k. Universitäts-Bibliothek Bücher zu entnehmen. Außerdem besitzt diese Anstalt bereits eine eigene, gut gewählte Büchersammlung. VII. Die k. k. protestantische theologische Lehranstalt, vordere Schenkenstraße Nr. 43, von Kaiser Franz I. gestiftet, gehörig ausgestattet und 1821 feierlich eröffnet. Sic hat den Zweck: die gesammte theologische Wissenschaft nach den Grundsätzen der Protestantismen Kirche vorzutragen, und die höhere Ausbildung der künftigen Religionslehrer beider Eonfessionen derselben zu bevirken. Die Zöglinge, etwa 60, sind größtentheils aus Ungarn und Siebenbürgen. Die Anstalt selbst ist mit einer trefflichen Bibliothek im kirchengeschichtlichen und im Fache der Ere- gese versehen. VIII. Die k. k. Akademie der morgenländischen Sprachen, Iakoberhof Nr. 799, gestiftet von Maria Theresia 1754 zur Erleichterung des Verkehrs mit der otto- manischen Pforte. Zu diesem Behuf erhalten die Zöglinge hauptsächlich Unterricht in den orientalischen Sprachen und in allen jenen Gegenständen, welche sie z» einem diplomatischen Amte im Orient befähigen. Der Curs dauert fünfJahre. Mit dieser Anstalt ist verbunden eine schätzbare Sammlung 201 orientalischer Handschriften und von Abdrücken türkischer und persischer Siegel und Talismane. IX. Die k. k. Gesellschaft der Aerzte, welche ihre Versammlungen im großen Saale der Universität hält, besteht seit dem 24. März 1838, und läßt von ihrer Wirksamkeit um so wohlthätigere Folgen erwarten, da sie ihren Zweck «ärztliche Kunst und Wissenschaft in angestammter Würde aufrecht zu erhalten und das Wohl der leidenden Menschheit durch vereinte Kräfte vaterländischer Aerzte zu fordern" mit regem Eifer und Ausdauer zu erreichen strebt. Jedes ordentliche Mitglied zahlt einen jährlichen Beitrag von 20 fl. Bibliothek und Lesezimmer im Domherrenhof. Hier wäre auch wohl der Ort, zu bemerken, daß X. Praktischer Unterricht über die Pflege kranker Kinder vom Dr. Ludwig Mauthner unentgeld- lich ertheilt wird für Mütter, Hebammen und Kinderwärterinnen an Sonntagen von 10—11 Uhr im Kinderspital, Schottenfeld, Kaiserstraße Nr. 26 (vergl. Sanitäts-Anstalten), worüber das Nähere auch öffentlich bekannt gemacht wird. XI. Eine Sonntagsschule für Handlungsbeflissene über kaufmännisches Rechnen, kaufmännisches Buchhaltcn u. dergl. wurde vom Jänner bis Juni 1841 zuerst errichtet von Johann Geyer, Stadt Nr. 403, Eckhaus gegen den Judenplatz, und zwar in 2 Abtheilungen, Vor- und Nachmittag, jede zu 2 Stunden, und gegen ein monatliches Honorar von 2 fl., für den ganzen Eure von 8 Monaten 15 fl. Derselbe ertheilt auch Privat-Unterricht in der 202 italienischen doppelten Buchhaltung, in der kaufmännischen höheren Rechenkunst und in der kaufmännischen Corre- spondenz. XII. Privat -Lehr- und Erziehungsanstalten für Knaben und Mädchen bestehen mehre, in welchen die Zöglinge gegen eine Nergütigung von 200fl. bis gegen 500fI.C.M. Kost, Wohnung und Unterricht erhalten in der Religion, in den Normal-Gegenständen, in Musik, im Zeichnen, Tanzen, in fremden Sprachen, die Mädchen auch in feinen weiblichen Arbeiten u. s. w. Diese Anstalten stehen unter öffentlicher Aufsicht und halten halbjährig öffentliche Prüfungen. Endlich bietet in Wien sich vielfältige Gelegenheit dar zur XIII. Erlernung fremder Sprachen, der französischen, italienischen, englischen, spanischen, böhmischen, polnischen, und auch der neugriechischen Sprache. Die zur Ertheilung des Unterrichts berechtigten Lehrer erlassen häufige Anzeigen darüber im JnteUigcnzblattc der k. k. priv. Wiener Zeitung. Die Zahl der Gelehrten und Schriftsteller in Wien beträgt wohl 500. Dem mir früher gemachten Vorwurf „Namen und Wohnort der vorzüglichen derselben nicht angeführt zu haben" begegne ich durch die Bemerkung, daß Gelehrte in der Regel mit Adressen an auswärtige Gelehrte bei ihren Reisen versehen sind, der hiesige Hof- und Staats- Schematismus die Namen und Wohnungen der angestellten Professoren u. s. w. genau angibt, andere Auskünfte leicht 203 in den Buchhandlungen und Redactions-Bureau's zu erhalten, und daß Gelehrte und Schriftsteller an sich doch nicht Gegenstände der Beschauung fürjeden Fremden seyn können , u. s. w. 0. Wissenschaftliche und Erziehungs-Anstalten in den Borstädten. ' I. Für Mädchen. t. Das Pensionat der Salesianer-Nonnen, Borstadt Rennweg Nr. 640, deren Kloster von der Kaiserin Wilhelmine Amaliä 1717 gegründet ist, hat die Bestimmung, Töchtern des höheren Adels Unterricht in weiblichen Arbeiten, in Sprachen u. s. w. zu ertheilen. Es bestehen hier jedoch nur wenige freie Stiftungsplätze, und cs muß daher jährlich eine bestimmte Summe für Kcst und Unterricht gezahlt werden. Uebr'gens können in dieses Pensionat Fräulein katholischer Religion, ohne Unterschied welcher Nation sie angehören, eintreten. 2. Das k. k. E ivil-Mä dche n-P ension at, Stroz- zischer Grund Nr. 26, vom Kaiser Joseph 11. 1786 zur Bildung von Lehrerinnen gestiftet, um die weibliche Erziehung in Schulen und Privathäusern zu verbessern, nämlich durch die hier zu Lehrerinnen in öffentlichen Mädchenschulen oder zu Gouvernanten gebildeten Zöglinge. Zu diesem Behuf sind nicht nur 24 ganz freie Stiftungsplätze vorhanden, sondern es werden auch andere Mädchen gegen Entrichtung eines bestimmten jährlichen Beitrags ausgenommen. Die Eintrittsjahre sind vom 7.—14. Jahre; 204 Unterricht wird ertheilt in der Religion, im Recht- und Schönschreiben, im Rechnen, in der Naturlehre, Naturgeschichte, Geographie, Geschichte, in schriftlichen Aussätzen, in der französischen und italienischen Sprache, auch in der Musik und im Zeichnen. Der gesammte Curs dauert 8 Jahre. 3. Das k. k. Erziehungs-Institut für Offiziers-Töchter, bereits 1775 vom Kaiser Joseph in der Stadt St. Pölten gestiftet, 1786 aber in das damals aufgehobene Paulinerkloster nach Hernals verlegt, hat überhaupt 46 ganz freie StiftungsplStze ausschließlich nur für Offiziers-Töchter, und nimmt daher auch keine Pensionäre an. Die erledigten Stiftungsplätze werden von Seite des k. k. Hofkriegsrathes in Wien besetzt; der Unterricht und die Einrichtung des Instituts aber sind wie im Eivilmädchen- Pensionat. 4. EinePrivat-Bildungsanstalt für Haus- frauen, errichtet in Währing Nr. 59, hat zum Zweck, intellektuelle land- und hauswirthschaftliche Kenntnisse zu verbreiten, und ertheilt auch Unterricht in der Religion, in den Elementargegenständen, im Französischen, Italienischen und Englischen, in der Naturgeschichte und Naturlchre, Technologie, Geographie, Universalgeschichte, Moral, ja sogar, was überflüßig scheint, in der Aesthetik. Diese Anstalt veranstaltet ebenfalls öffentliche Prüfungen, möchte sich jedoch mehr einer weiblichen Unterrichts - und Erziehungs-Anstalt nähern, als ihrem ursprünglichen Zweck entsprechen. Die beiden letzterwähnten Anstalten befinden sich zwar 205 nicht mehr im Bezirk der Vorstädte, aber ganz in deren Nähe, und werden hier auch aus dem Grunde aufgeführt, weil die Ortschaften Hernals und Währing in polizeilicher Hinsicht als noch zu Wien gehörig behandelt sind. II. Für Jünglinge. 1. Die k. k. TheresianischeRitter-Akademie, Wieden, Favoritenstraße Nr. 360, gestiftet von Maria Theresia 1745—46, von Joseph II. 1784 aufgehoben, von Franz I. 1797 wieder errichtet, dem Unterricht und der Erziehung der a d eli g cn Jugend gewidmet. Als Stipen- dicn-Stiftungen bestehen 149 Plätze, indeß beträgt die Zahl der Zöglinge über 200, weil auch andere Zöglinge gegen Entrichtung eines bestimmten Kost- und Unterrichtsgeldes eintrctcn können. Außer den Normalgcgcnständen werden die Humaniora gelehrt wie in den Gymnasien, die philosophischen und juridischen Studien wie an der Universität. Dann erhalten die Zöglinge Unterricht in der französischen, italienischen, englischen und böhmischen Sprache, im Tanzen, Fechten, Reiten und Boltigiren. Auch besteht hier eine Schwimmschule und gegenwärtig wird noch Gymnastik gelehrt von Albert v. Stephani. Als Hilfsmittel zur Bildung besitzt diese Akademie eine große Bibliothek, und eine bedeutende Sammlung von Mineralien, physikalischen Instrumenten, Modellen für Mechanik u.dgl. — In der Hauskapelle ist das Gemälde »der Sturz der Engel* vom Freiherrn v. Strudel. 2. Die k. k. Ingenieur-Akademie, Laimgrube L06 Nr. 186, entstand aus einer 1735 gegründeten Ingenieur» schule, indem diese 1769 zur Akademie erheben und 1797 in das jetzige Gebäude verlegt wurde, welches die Herzogin von Savoyen, Theresia Anna Felicitas 1749 hatte erbauen lassen. Für die eintretenden Jünglinge, die von gesunder, dauerhafter Körperbildung, zwischen 11 und 15 Jahren seyn müssen, bestehen überhaupt 79 Stiftungen, Zöglinge ohne Sriftungsplätze aber zahlen ein bestimmtes Kost - und Unterrichtsgeld. Die Gesammtzahl der Zöglinge ist gegen 300. Der Zweck dieses Instituts ist die Bildung tüchtiger Ingenieur-Offiziere, und der Unterricht, welcher in 6 Klaffen abgetheilt wird, ist dem zufolge, außer den bekannten Gegenständen, insbesondere auch auf das Jngenieurfach gerichtet, nämlich freie Handzcichnung, Situations-, geometrische und Perspectiv - Zeichnung, Aufnehmcn und Ni- velliren auf dem Felde, Geschützwiffenschaft, Befestigungslehre u. dgl., nebst Unterricht im Lateinischen, Französischen, in der Tanz-, Fecht- und Reitkunst und auch in der Gymnastik. Nach abgelegter strenger Prüfung in diesen sechs Klaffen treten vorzüglich fähige Jünglinge zu ihrer weiteren Ausbildung in eine siebente Klasse, werden alsdann Genie-Corps-Cadetten genannt, empfangen aus der Kriegskaffe eine monatliche Besoldung und erhalten nach beendigtem Lehrcurs, der 6 und resp. 8 Jahre währt, eine Anstellung im Ingenieur-Corps, oder in anderen Regimentern. Die Disciplin in diesem Institut ist durchaus militärisch. 207 3. Das Gräflich L öw enb ur gische Eonvict bei den Piaristen, Jcsephstadt Nr. 135, wurde 1732 vom Stifter zur Erziehung adeliger Jünglinge aus Österreich und Ungarn bestimmt, und 1802 vom Kaiser Franz l. erneuert. Es zahlt 50 — 60 Zöglinge, unter diesen vier kaiserliche Kostzöglinge und 16 Stiftlingc, in einem geräumigen mit Garten und sonstigen Bequemlichkeiten versehenen Gebäude. Die Lchrgegcnstände sind die Ncrmalkenntnisse, Humaniora und die philosophischen Studien. Jünglinge, welche die vierte Grammatikalklaffe bereits zurückgelegt haben, sind von der Aufnahme ausgeschlossen, die ohne Stiftungsplatze Eintretenden aber zahlen jährlich für Kost und Unterricht 230 fl. C. M. Letzterer erstreckt sich auch auf die französische und italienische Sprache, auf Zeichnen, Schönschreiben und Tanzen. Die Zöglinge der vcrbcnannten drei Institute tragen vorgcschriebene Uniformen und Degen. 4. Die k. k. medizinisch-chirurgische Josephs-Akademie, Währingergasse Nr. 221, vom Kaiser Joseph II. 1785 gestiftet, hat die Bestimmung »tüchtige Ärzte für die k. k. Armee zu bilden.« Im Jahr 1804 wurde sie mit einem Militär-Operations-Jnstitut versehen, und 1822 neu eingerichtet. Die eintretendcn Zöglinge, deren Anzahl aus 200 berechnet ist, müssen bereits die philosophischen Studien auf einer inländischen Lehranstalt vollendet haben. In dieser großartigen Anstalt wird der Unterricht in der theoretischen und praktischen Medizin und Chirurgie von 14 Professoren in gleicher Art, wie an der L08 Universität ertheilt, doch scheidet der Lehrcurs sich in den höheren, der 5 Jahre, und in den niederen, der 3 Jahre dauert. Nach Beendigung vcn jenem muß das Doc- torat aus der Medizin und Chirurgie, das Magisterium aus der Geburtshilfe und Augenheilkunde abgelegt werden, wodurch man alle Rechte eines an der Universität graduir- ten Doctors erlangt. Der niedere Curs bildet bloß Chirurgen, oder gibt, wenn er um I Jahr verlängert wird, den Magistergrad. Nach Maßgabe der vollendeten Curse treten die Doctoren auf gewisse Jahre als Oberfeldärzte, und die Chirurgen als Ober - oder Unter-Chirurgen in die Armee ein. Diesem Institut steht indeß, wie öffentliche Anzeigen bekunden, eine Umgestaltung bevcr, durch welche es seiner einstigen Bestimmung wieder zugeführt werden soll. Das Akademie-Gebäude ist eines der prachtvollsten in Wien, versehen mit einem anatomischen Theater, botanischen Garten, und einer trefflichen Statue auf dem Brunnen dcs Dorhofes, von Fischer (S.liO). Auch besitzt es eine schätzbare Bibliothek, eine kostbare Sammlung chirurgischer Instrumente und Maschinen, eine dgl. von Conchylicn, Mineralien und zoologischen Produkten, ferner von anatomischen Wachs - Präparaten, in Florenz verfertigt von Fontana und Moscagni (1279 Stücke), angekauft vom Kaiser Joseph II., die vom regierenden Kaiser Ferdinand 1837 dem Institut geschenkte Sammlung von in Wachs präparirten Pflanzen, Obstsorten und Schwämmen, ehemals zu einer Abtheilung der k. k. Naturalien - Cabinette gehörig , und endlich die ausgezeichnete L09 Sammlung von natürlichen anatomisch-pathologischen und physiologischen Präparaten, welche insgesammt (3864 St.1 das anatomisch-pathologische Museum bilden, mit den erwähnten Pflanzen-Präparaten 10 Säle füllt, und jeden Samstag von 11 — i uhr dem Besuche offen zu stehen pflegt, jedoch nur gegen Karten, welche am vorhergehenden Donnerstag von dem Herrn Proseetor der Akademie zu erheben sind. Eine Veränderung in den Eintrittstagen macht die k. k. priv. Wiener Zeitung bekannt. 5. Das k. k. Thierarznei - Institut, Landstraße, Rabengasse Nr. 541, eigentlich schon von Maria Theresia 1767 gestiftet, in das jetzige ansehnliche Gebäude aber vom Kaiser Franz l. 1821 — 22 verlegt, ist die thierärztliche Centrallehr-Anstalt in der österr. Monarchie, verbunden mit einem Thierspital und einer Hufbe« schlags-Schmiede. Dem gemäß betrifft der Unterricht nicht bloß die Naturgeschichte der Hausthicre, ihre Zucht, Wartung, Pflege, Veredlung, sondern auch die Arzneimittellehre, die Veterinär-Chirurgie und Operationslehre, die Seuchenlehre und Veterinär-Polizei im Allgemeinen und in besonderer Beziehung, dann die Theorie und Praxis des Huf,- und Klauenbeschlages. Dieser theoretische und zugleich praktische Unterricht ist für den eigentlichen Lhierarzt, wie für einen Curschmid, auf 2 Jahre, der populäre Unterricht aber über Krankheiten der Hausthiere für Jäger, Schafmeister und Hirten auf 2 Monate bemessen. Ohne hier die Lehre von den Seuchen und Krankheiten des Hornviehs studirt zu haben, kann keinem Arzt Hlbenstttil't S!«isend,r. sia ein öffentliches Physikat erthcilt werden, und kein Schmid kann das Meisterrecht erlangen, wenn er nicht den Lehrcurs über die Thierarzneikunde besucht hat. In das mit der Anstalt verbundene Spital werden gegen Bezahlung des Futters und der Arznei so viele krankeThiere aufgem-mmcn, als der Raum gestattet, und die daselbst seit 1833 bestehende P ferdc - B a d can stalt ist sowohl für kranke als gesunde Pferde zu benutzen. Man kann an- nchmen, daß in diesem Spital jährlich gegen 1600 Thicre behandelt und in der Hufbeschlags-Anstalt jährlich über 4000 Civil-Pferde gegen Entrichtung einer bestimmten Taxe beschlagen werden. Ohne Zweifel ist dieses, der k. k. Universität einverleibte, Institut den ersten dieser Art in Europa bcizuzählen, indem cs außerdem bereits eine ansehnliche Biblicthek, eine Hufeisen - Sammlung nach der Beschlagweise verschiedener Nationen, ein anatomisch-pathologisches Museum und einen kleinen s. g. botanischen Garten besitzt, von welchem, wie von den Sammlungen weiter unten die Rede seyn wird. Der Besichtigung wegen hat man sich an den Aufseher im Gebäude selbst zu wenden. 6. Das k. k. polytechnische Institut, und die Realschule, Wieden Nr. 28, gegründet vom Kaiser Franz l. am 14. Oelobcr 1816, und ausgeführt nach dem Plane des k. k. Hofbau-Dircctvrs Joseph Schemerl von Leytenbach, mit einer Figuren - Gruppe und mit Basreliefs in der Fronte von Joseph Klieber. Der vollständige Ausbau dieses Instituts wurde aber auf Befehl 211 Sr. Maj. K. Ferdinand 1836 bewirkt, wodurch zur ebenen Erde weitläufige Säle und Magazine zur Aufstellung großer Maschinen und bedeutender Gegenstände, und im ersten Stock 25 Säle und drei gut erleuchtete GaUcrien, im zweiten Stock aber mebre Säle hergerichtet sind. Diese Lokalitäten werden nun nicht bloß für die Gcwerbaus- stellung, sondern seit 1840 auch für die Gemälde- Ausstellung (s. dd.) benutzt. Seit dem 19. April 1842 befindet sich hier auch die kolossale Statue weiland Sr. M. Kaisers Franz I. aus cararischem Marmor, gearbeitet von Joseph Klieber, Direktor der Graveur- und Medailleur-Schule in Wien. Als eine für Gewerbe und Handel bestimmte Bildungs- Anstalt hat das polytechnische Institut zwei Abteilungen, die technische und kommerzielle, zu welchen die Bor- kenntnisse durch einen zweijährigen Lehrcurs in der mit dem Institut vereinten Realschule zu erwerben sind. Zugleich wird in dieser Schule außer der französischen und italienischen Sprache, von drei außerordentlich angcstellten Meistern, auch die englische, böhmische und lateinische Sprache gelehrt. Nach den bemerkten beiden Abtheilungen sind nun auch die Lehrfächer verschieden. In der technischen Abtheilung werden vorgetragen: Chemie, Physik, Mathematik, Maschinenlehre, praktische Geometrie, Baukunst und Technologie; in der commerzielken: Gcschäftsstyl, Handlungs- Wissenschaft, Handels - und Wechselrecht, Mercantil-Rech- 14 * ri2 nungskunst, kaufmännische Buchhaltung, Handels-Geographie und Waarenkunde. Der gesammteEurS dauert drei Jahre. Die Vorlesungen beginnen am 1. Novbr. und werden unentgeldlich gehalten. Man bezahlt nur eineJmmatrikulirungs-Gebühr. Auch sind Vorträge über einzelne Wissenschaften zu benützen. Außer einer zahlreichen Bibliothek aus allen Fächern der chemischen, mathematischen, physischen, technologischen und commerzicllen Wissenschaften, besitzt dieses Institut mehre höchst schätzbare, weiter unten zu erwähnende Sammlungen, welche an jedem Samstage von Ostern bis zum Ende des Schuljahres von 8 — 1 Uhr besichtigt werden können, dem Reisenden aber täglich, nach Anmeldung in der Kanzlei, offen stehen. Siehe den folgenden Abschnitts. V. Nr.2. Neunter Abschnitt. Hülfs- und Beförderungs-Mittel der im vorigen Abschnitte erwähnten wessen schaft- lichen Bildung»- und Erziehungs-Anstalten in der Stadt Wien und in den Vorstädten. I- Die Buchdruckereien. Der Buchdrucker in Wien übt ein freies, in der Regel persönliches Gewerbe aus, welches den Polizei- und Censur-Gesetzen unterliegt, und nach dem Tode des Besitzers auf die Witwe, unter gewissen Verhältnissen wohl auf den Sohn übergeht. Jedes zu druckende Manuskript eines Buches , ohne Rücksicht auf die größere oder mindere Bogenzahl, wie jede Abhandlung, Schrift u. s. w. muß zur Censur eingereicht werden und, wenn diese keinen Anstand gefunden , mit dem Imprimatur von Seite des k. k. Central-Bücher-Revisions-Amtes versehen seyn, welches Imprimatur sodann gegen alle Verantwortlichkeit rücksichtlich des Inhalts schützt. Auch steht es dem Buchdrucker frei, Bücher und Schriften, die er mit eigenen Pressen und für eigene Rechnung gedruckt hat, jedoch keine anderen, 214 in einem Berschleißgewölbe (Bücherverlag) feil zu haben. Mit Einschluß der k. k. Aerarial-Staasdruckerei, Sin- gersiraße Nr. 913, der Mechitaristen-Congregation, St. Ulrich Nr. 2, und der k. k. priv. ersten typometrischen Polyglotten-Druckerei des Franz Raffelspcrger, bestehen in Wien jetzt 23 Druckereien. Erstere, die k. k. Staatsdruckerei, besorgt alle Druckarbeiten in den verschiedenen Zweigen der Staatsverwaltung, ist^mit einer Schriftgießerei verbunden und besitzt neben 20 gewöhnlichen auch 2 Schnellpressen, die durch Dampf betrieben werden. Die Mechitaristen-Congre- gation aber besitzt seit dem 3l. Jänner 1824 auch noch das ausschlicßcnde Privilegium, für den ganzen Umfang der Monarchie, das Königreich Ungarn ausgenommen, lateinische Breviere und Missalien zu drucken. Die typographische Polyglotten-Druckerei, oder die erste k. k. priv. Typographie für Darstellung und Bervielfältigung geographischer, mathematischer und natur- historischer Gegenstände, ist seit dem 1. Mär; 1840 in Wirksamkeit, und druckt nicht nur Landkarten und farbige Linearzeichnungen jeder Art, für alle Wissenschaften, Künste und Gewerbe in jeder Sprache, sondern auch jedes Werk mit Hieroglyphen, dann in chinesischer, und in jeder anderen hinterasiatischen Schriftsprache, ohne, oder mit beliebigem europäischen Texte dazwischen, in allen Sctterngrö- Ken, und in beliebiger Formen-Eleganz. Diese in ihrer Art unstreitig einzige Kunstdruckerei 215 übernimmt alle typographischer! Arbeiten, welche bisher in der Buchdruckerwelt für sehr schwierig, für sehr kostspielig, oder unausführbar gehalten wurden, und liefert solche deutlicher, als es in Kupfer oder Stein möglich ist, in kurzer Zeit rein und pünktlich, in beliebigen Sprachen, farbig gedruckt, und vcrhältnißmäßig billig im Preise. Ein aus dieser Kunstdruckerei bereits hervorgegangenes, eben so anziehend und unterhaltend, als belehrend gcschriebenesWerkchen von unserem Emil ** »See- und Alpenbesuchc in den Umgebungen Jschl's" mit geographischen Vignetten und einer Übersichtskarte vom Lande ob der Enns, von Fr. Raffelsperger lin Commission bei Fr. Beck, Nr. 638, Eck vom Lichtensteg) kann den zahlreichen Besuchern des reizenden Salzkammerguts, und den Badegästen Jschl's mit vollem Rechte empfohlen werden. In Verbindung mit der bemerkten Typographie, Leopoldstadt, Jägerzeile, Donauseite Nr. 638, nächst der Ferdinandsbrücke, steht das rypometrische Landkar- ten-Jnstitut, von welchem später die Rede seyn wird. Die übrigen Buchdruckercien mögen wohl gegen 200 Pressen und 500 Arbeiter beschäftigen, und, ohne einer oder den anderen ihre Verdienste zu schmälern, als einige der vorzüglichsten auch in Beziehung auf corrccten Druck zu nennen seyn: Herr Carl Gerold, Dominikaner-Platz Nr. 667. Die Edlen v. Ghelenschen Erben, Rennweg, gräfl. Traun'sches Haus Nr. 5l7 , Eck der Marocaner- und Lraungaffe. L16 Herr Anton Mausberger, Landstraße, Rauchfangkehrergaffe. Anton Pichler's sel. Witwe, Margarethen Nr. 30. Herr Franz Edler v. Schinid u. I. I. Busch, Alser- vorstadt Nr. 267 —26s (in orientalischen Sprachen). Den besonders an (über 200) hebräischen Werken reichhaltigen Verlag ihrer Buchdrmkerci haben sie in der Seitcnstetten- gasse Nr. 495. Herr Johann Paul Sollinger, an der Wien Nr. 24. Herr Joseph Stockhölzer v. Hirschfeld, Jägerzcil, Donaustraße Nr. 656. Anton Strauß's sel. Witwe und Sommer, Alsergasse Nr. 143. Herr Carl Überreuter, Alservorstadt Nr. 146. I. B. Wallishausser's sel. Witwe, Josephstädter Gla- eis Nr. 47—48. Angekündigt und empfohlen hat sich (im Julius 1841) die neu errichtete mit den vorzüglichsten Prachtlettern versehene privil. Kunstbuchdruckerei für Congreve- und ausführlichen Farbendruck, Stereotype n- Gießerei und xylographische Anstalt des Blasius Höfel, in Verbindung mit der privil. Buchdruckerei des Joh. Nep. Fridrich, Mariahilfer Hauptstraße Nr. 40Z, Eck der Schmalzhofgasse, aus welcher dann auch die den vorhergegangenen öfteren Ankündigungen nach dem Institut der barmherzigen Schwestern zum Geschenk bestimmten Legenden des Erzbischofes L. v. Pyrker in einer illu- strikten Ausgabe ans Licht getreten sind. Die hier gelieferten Holzschnitte lassen indeß gar Manches vermissen. 217 H. Buchhandlungen. Das Recht, mit allen Gattungen gedruckter Bücher und Schriften, welche von der k. k. Censur-Behörde nicht verboten sind, Handel zu treiben, ist ein persönliches Recht, welches unter besonderen Umständen doch auch auf die Witwe, oder einen dazu geeigneten Sohn übertragen wird. Übrigens bilden die den Censurgcsetzen und dem Buchhändler-Patent vom 18. März 1806 unterworfenen Buchhändler ein Gremium, dessen Rechte von zwei gewählten Borstehern vertreten werden. Ihre Handlungen theilen sich in re) moderne Buchhandlungen, mit der Befug« niß, Verlag und Sortiment führen, und zugleich antiquarische Geschäfte betreiben zu können. Als solche bestehen gegenwärtig 25: Jacob Bader, Strobelgasse Nr. 864 (bisher nur Antiquar-Artikel). B. PH. Bauer und Dirnböck, Herrcngasse Nr. 25. Fr. Beck's Universitätsbuchhandlung, Bischofgaffe, am Lichtenstcg Nr. 638. (Bedeutender Verlag.) Wilh. Braumüller und Seidel, am Graben, Spar- kassen-Gebäude Nr. 592. (Sortiment.) Carl Doll, am Stephansplatz'Nr. 879. C. Gerold, Stephansplatz, Eck der Goldschmidgasse Nr. 625. Großes Sortiment, auch in französischer und englischer Sprache, bedeutender Verlag. C. Haas sel. Witwe, Singerstraße, zum rothen Apfel Nr. 878. I. Gotth. Hcubner, Bauernmarkt Nr. 590. (Verlag in Beziehung auf FacullätS-Wissenschaften.) LI8 Jasper, Sortiment und Verlag, Herrengasse, fürstl. Lichtenstein'schcs Palais. Kaulfuß sel. Witwe, Prandel u. Comp, auf dem Kohlmarkt, mit einem Cabinet zur Ansicht literarischer Neuigkeiten. Ignaz Klang, Dorctheergaffc Nr. 1105. (Verlag und großes Antiquar-Lager, auch von sehr kostbaren und trefflichen Werken.) Michael Lcchner, Effiggaffe Nr. 764. Alex. Ludw. Mayer K Comp., Singerstraßc Nr. 879. (Verlag re.) Mcchitaristen-Congregations-Buchhandlung, Singerstraße Nr. 896. (Theologie.) C. F. Mörschncr, Kchlmarkt Nr. 257. (Sortiment, Commission.) Pfautsch und C., Seitzergaffe Nr. 423. (Verlag von Taschenbüchern u. dgl.) Pet. Rohrmann, k. k. Hofbuchhändler, Wallncrstraßc Nr. 265, (sic); franz., ital., englisches Sortiment. Rudolf Srmmer, Karntnerstraße Nr. 1019. (Verlag von Wörterbüchern re. und bedeutendes Lntiquarlager.) Fried. Schaumburg und C-, Wollzeile Nr. 775, (schönes Lokale, Sortiment? besonders engl, und franz.) Franz Edler». Schmid und I. I. Busch, Scitenstetten- gaffe Nr. 495, handeln eigentlich nur mit ihrem eigenen Verlage und mit dem ausschließlich an sie übergegangenen großen hebräischen Verlag des Herrn Anton Edlen von Schmid. Die Einfuhr hebräischer im Auslände gedruckter Bücher ist nämlich gänzlich verboten. 21S Johann Singer und GSring, Wollzeil Nr. 86S. Johann Tauerund Sohn, Schulhof Nr. 413, früher Antiquar, jetzt besonders Verlag und Sortiment, hat in neuester Zeit einen bedeutenden Aufschwung genommen. Herr Tauer Vater ist auch Besitzer einer großartigen Leihbibliothek. Franz Tendier und Schäfer, am Graben, Trattner- hof Nr. 618. (Verlag und Sortiment, mit einem Filiale in Mailand.) Friedrich Bolkc's scl. Witwe, Stock im Eisen-Platz Nr. 875. -Deutsches, stanz., engl., hauptsächlich italienisches Sortiment.) I. B. Wallishauffer's sei. Witwe, am hohen Markt Nr. 541. (Verlag und Sortiment.) I. Wcnedikt's sel. Witwe, am Spitalplatz Nr. 1100. (Slavische Literatur.) Franz Wimmer's sel. Witwe, Dorotheergaffc Nr. 1107. (Theologie.) >>) Antiquar-Buchhandlungen, deren Befug- niß darin besteht, bereits gebrauchte Druckwerke aller Art, typographische Seltenheiten, dcrgl. Manuskripte u. s. w. von Privaten und in öffentlichen Versteigerungen kaufen und wieder verkaufen zu dürfen, ein Geschäft, zu dessen ordnungsmäßigen Ausübung überhaupt schon mannigfaltige Kenntnisse nöthig sind. ES sind jetzt 4 solche Handlungen in Wien. 1. Franz Gräffer, Rauhcnsteingaffe Nr. S48, ein ausgezeichneter Bücherkenner in allen Literaturzweigen, auch bibliographischer Schriftsteller, sammelt vor- 220 zugsweise österreichische, oft sehr seltene und kostbare Ge- schichtLwerke, übernimmt auch die Besorgung dieser und anderer großer Werke, zu welchem Zwecke er die empfangenen Aufträge um so zuverläßiger erfüllen kann, da ihm die Kennzeichen der echten Ausgaben Ollieione,, ^enniiine) und aller jener Einzelheiten, worauf Bücherliebhaber einen hohen Werth legen, ebenfalls genau bekannt sind. 2. Matthäus Kuppitsch, Augustinergaffe Nr. 1157, besitzt eine höchst ausgcbreitcte Kenntniß der altdeutschen Literatur, und eine der größten Privatsammlungen in dieser Beziehung, ausgezeichnet durch Wahl, Seltenheit und kunstreiche Ausstattung, außerdem ein reiches Antiquarlager. 3. Markus Greif, Wollzeile Nr. 859, (besonders katholisch-theologische Werke). 4. Zehctmayer's sel.Witwe, Effiggasse unweit der Briefpost, seit dem Ende 184l wieder eröffnet. III. Wissenschaftliche Sammlungen, und zwar: 1. Öffentliche Bibliotheken. a) Die k. k. Hofbibliothek, deren großartiges Gebäude die ganze Fronte des Jcsephplatzes einnimmt. ES ist ein Werk Fischer's v. Erlach, der 1724 starb, vollendet von dessen Sohn Joseph Emanuel, errichtet auf Befehl Carl VI, dessen Statue in der Mitte des großen Saales steht, verfertigt wohl von Ant. Coradini, wogegen die der österreichischen Regenten von Paul und Dominik Strudel sind. Dieser prachtvolle 246'lange, 45' breite, 62' hohe Büchersual, ist mit einer auf acht Säu- L21 len ruhenden Kuppel versehen, und die Decke rc. re. desselben von Daniel Gran trefflich gemalt. Einiges aber später durch Lnt. Maulbcrtsch restaurirt. Der eigentliche Gründer einer Hofbibliothek ist Kaiser Maximilian l., der seines Vaters Friedrich Vorgefundene Büchersammlung 1493 ordnen ließ und zum ersten Vorsteher derselben Eonrad Eeltes (gest. 1508) ernannte. Der Titel eines kaiserl. Bibliothekars wurde aber zuerst durch ein Decret Marimilian's Ik. vom 15. Juni 1575 dem Hugo Blotius (Blotzl verliehen und die fortwährend vermehrte Bibliothek unter Kaiser Earl VI. zu einem öffentlich e n Institut erhoben. Die letzten Erwerbungen erhielt sie noch von weil. Kaiser Franz I. und fortwährend ist von Seite des A. h. Hofes eine jährliche Summe von 19000 fl. zum Ankäufe neuer Werke angewiesen. Die Zahl der seit 1500 gedruckten Bücher in dieser Sammlung beträgt wohl bereits über 285000 Bände. Die Handschriften sind geordnet theils nach der Zeit ihrer Entstehung, theils nach dem Material (Pergament oder Papier), theils nach Inhalt und Sprache, nämlich: Griechische Handschriften . . 935 Occidentalische auf Pergament . 2789 Chinesische und indische. . . 60 — 16076 Die Zahl der Inkunabeln beträgt beinahe eben so viele Bände (vergl. darüber und über die vorhandenen rylograph. auf Papier 11157 85 1000 Hebräische . Orientalische !22 Seltenheiten re. von Mosel, Beschreibung der k. k. Hof« bibliothck, Wien, Fr. Beck, 1X34, gr. 8. Eine der größten Merkwürdigkeiten dieses Bücherschatzes ist Ein Exemplar von bervet, 6>>ri«e>s»i.«ini restieueio, ohne Namen des Verfassers und des Druckcrts l> ien»e in der I>uup>,,»e) S. 734, 1 Blatt Druckfehler, Mittelb.), vortrefflich erhalten. Das zweite, jedoch bei weitem nicht so gut erhaltene Exemplar dieses Werks findet sich vor in der Pariser königl. Bibliothck. Ln der Mittagsseite des Saales steht die Büste des Freiherrn Gerhard van Swicten aus weißem Marmor, auf Befehl der Kaiserin Maria Theresia errichtdt, früher in der s. g. Todtenkapelle der Lugustinerkirche, hierher versetzt seit dem 14. November 1833. Das für diese Anstalt wohl zu beschränkte Leseka- binet enthält etwa 40 Platze, und die Eintrittsstunden sind, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, und der Ferial- zeiten von 9—2 Uhr bestimmt. Wegen gewünschter Besichtigung der Bibliothek selbst meldet man sich im Lesecabinet. Der in dem Büchersaal enthaltenen musikalischen und der Sammlungen von Holzschnitten, Kupfcrwerken undMi- niaturgemäldcn wird in der Rubrik »Kunstsammlungen" Erwähnung geschehen. I>) Dle k. k. Universitäts-Bibliothek, Dominikanerplatz Nr. 672, meinem unter der Regierung Kaiser Franz I. geschmackvoll errichteten Gebäude, ist vorzugsweise zum Gebrauche der Studierenden bestimmt, von welchen sie 223 auch zahlreich besucht wird, und wohl noch zahlreicher besucht werden möchte, wären die Eintrittsstunden nicht im Sommer nur von 8—1 Uhr, und im Winter nur von S—1 Uhr bestimmt, oder überhaupt, wenn eine insbesondere für sie bequemere Stundeneinthei'lung zu treffen seyn könnte. Sie ist im Besitz seltener und kostbarer Werke aus allen Fächern, zählt in ihrer Sammlung etwa 110,600 Bände, und hat zur Anschaffung neuer Werke jährlich die Summe von 2500 fl. zu verwenden. Ihr Ursprung schreibt sich nicht aus der alten akademischen Bibliothek her, denn diese wurde vor 200 Jahren mit der kaiserlichen Bibliothek vereinigt, vielmehr ist sie die der vormals hier bestandenen Jesuiten, mit den späteren Erwerbungen. Die eben bemerkten Eintrittsstundcn finden an Sonn- und Feiertagen und in der Ferialzeit nicht Statt. 2. Privat-Bibliotheken. Unter den vielen und bedeutenden Privat-Bibliotheken Wiens steht gegenwärtig im eigentlichen Sinne keine einzige der öffentlichen Benützung offen, denn die zuweilen noch aufgeführte des Grafen Appony, hohe Brücke Nr. 143, ist seit bereits 15 Jahren nach Preßburg, und die des Fürsten v. Schwarzenberg, Neumarkt Nr. 1054, in neuester Zeit größtentheils auf die Familienherrschast Krum- mau in Böhmen gebracht. In Beziehung aber auf Zahl der Bände, auf treffliche Auswahl und Kostbarkeit sind hier anzuführen: »1 Die Handbibliothek Sr. Majestät weil. Kaiser Franz I., vereinigt mit der des regierenden Kaisers Ferdinand I. Majestät: klassische Literatur, Geschichte, Naturgeschichte, Technologie, juridische Werke u. dergl. mehr als 50000 Bände, Inkunabeln, Manuskripte und andere dergl. Seltenheiten. Zugleich bewahrt sie eine reiche Sammlung von Kupferstichen, Handzeichnungen, Porträts und Landkarten (vergl. Kunstsammlungen), ist jetzt eine k. k. Fideicommiß-Bibliothek, und aufgestellt in der Burg Nr. 1. Ohne besondere Erlaubniß kein Eintritt. d) Die Bibliothek Sr. k. k. Hoheit des Erzherzogs Carl, Augustiner-Bastei Nr. 1160, zählt etwa 30000 Bände von Werken für Geschichte, Naturgeschichte, Kriegskunst, Staatswissenschaft, klassische Literatur und Kunst. Dazu eine sehr große Sammlung von Plänen und Landkarten. Mit dieser Bibliothek ist auch eine kostbare Kupferstichsammlung verbunden, zu deren Besichtigung am Montag und Donnerstag die Stunden von 9—12 Uhr bestimmt sind, bei welcher Gelegenheit auch die Bibliothek in Augenschein zu nehmen ist. v) Die Bibliothek des FürstenStaatsk anz- lers von Metternich, Ballhausplatz Nr. 19, über 20000 Bände mit Geschmack und reicher Kenntniß gewählter Werke der klassischen Literatur, Reisebeschreibungen der Engländer und Franzosen, Prachtausgaben u. s. w. Ohne besondere Erlaubniß ist der Eintritt nicht gestattet. M Die des Fürsten Liechtenstein, Herrngasse Nr. 251, etwa 40000 Bände klassischer Literatur, Prachtausgaben u. s. w., zu welcher der Eintritt auch in jedem einzelnen Fall anzusuchen ist. e) Die des Fürsten Esterhäzy, Alservorstadt, 225 röthes Haus Nr. 197, über 36000 Bände; unter diesen die Prachtausgaben von Bodoni und Didct, der lateinischen, italienischen, englischen, französischen Klassiker, naturhistorische Prachtwerke, pittoreske Reisen, überhaupt ausgezeichnet in jeder Richtung, jedoch ohne unmittelbare Er- laubniß kein Eintritt. k) Merkwürdig in spezieller Beziehung sind noch vier Bibliotheken; die des k. k. Hos- rathes Joseph Freiherrn von Hammer-Purg- stall, mit etwa 8000 Bänden orientalischer Werke, handschriftlich und gedruckt u. s. w. (KLrntncrstraße Nr. 943). Die des Herrn Joh. P. Kaltenbaeck, mit 10000 Bänden von 4000 Werken, theils österreichischen, theils in Beziehung auf Oesterreich (Krugerstraße Nr. 1016 ). Die des k. k. H ofbiblioth ek - Anti qu ar - B uch- händlers Matthäus Kuppitsch, Augustincrgasse Nr. 1157, von Jncunabeln, Pergament-Abdrücken, altdeutscher Dichtkunst, Manuscripten und bergt, mit Miniaturgemälden u. s. w. (ungemein interessant). Die des n. ö. Landständ. Secrctärs Hrn. I. F. Castelli Graben Nr.618, mit mehr als 10000 dramatischen Werken, dann (als Curicsum) mit einer außergewöhnlich großen Sammlung von Komödienzetteln aller Art, mit etwa 800 Bildnissen von Theaterpersonen und Theaterdichtern u.s. w. 3. Bibliotheken wissenschaftlicher und Kunst-Anstalten. Dahin wären folgende zu zählen: DieBibliothekderk.k. vereinigtenHof-NatU- Hibinstreit'e Rciskndkr. 15 226 ralien-Cabinete, angelegt seit 1806, mit den besten und kcstbarsten Werken aus dem gesammtcn Gebiete der Naturkunde, 4000 Werke in 9000 Bänden, geziert mit der Büste K. Franz l. aus carrarischem Marmcr vcn Zauner. Die Bibliothek des k, k. Antiken- und Münz- Cabinets, besonders mit Werken für Münz- und Alterthumskunde und die damit verwandten Wissenschaften. Die Bibliothek der Akademie der bildenden Künste, mit Werken aus dem Kunstfach, Kupferstichen, Handzeichnungenu. dgl. Sie wurdcl»>00von Rudolf Fueßli angelegt und durch Beiträge aller Art vermehrt. Die Bibliothek der Ambraser-Sammlung mit seltenen Druckwerken, Waffen-, Kampf- und Turnier- büchcrn, Handschriften mit Miniaturen. Die Bibliothek dcrTheresianischen Ritter- Akademie, 40,000 Bände in allen Fächern, darunter etwa 300 Jncunabcln, 128 Manuskripte. Die Bibliothek der Akademie der morgenländischen Sprachen, mit etwa 2000 Bänden aus verschiedenen Fächern, 800 orientalische Werke, über 400 Original-Manuskripte, etwa 100 Kopien in der Akademie selbst verfertigt u. s. w. ssehr interessant für Fachgelehrte). Die Bibliothek der medizinisch -chirurgischen Josephs-Akademie, mit mehr als 6000 Bänden vorzüglicher Werke über Botanik, Anatomie u. dergl. Die Bibliothek des k. k. polytechnischen Instituts, gegen 14000 Bände wissenschaftlichen, technischen, kommerziellen Inhalts. 227 Die Bibliothek der k. k. Ingenieur-Akademie, mehre tausend Bände, besonders im Kricgsfach. Die Bibliothek des k. k. H o fkri e g s r ath s , über 22000 Bände, zugleich mit einer Sammlung von etwa 3000 Karten, und einer bedeutenden Zahl gezeichneter Karten, dann mit mehr als 70 Atlanten, welche insgesammt von allen k. k Offizieren und Militär-Beamten zu benutzen sind. Gelehrte aus dem Eivil aber bedürfen zu solchem Behuf einer besonderen Erlaubniß des Generalstabs. Die Bibliothek der nieder - österr. Herren Stände, gegen 3000 Bände genealogischen und topographischen Inhalts über Oesterreich unter der Enns. Die Bibliothek der k. k. Landwirthschasts- Gesellschaft, mehr als 2000 Bände von Werken in Betreff der Landwirthschaft, der Garten- und Waldkultur, der Viehzucht u. s. w. Die Bibliothek der Gesellschaft derMusik- freunde (s. Museum derselben). Die Bibliothek der Bencdictiner bei den Schotten, wohl 12000 Bände, besonders in der Literatur-Geschichte, im Bibelfach u. dergl. Der Reisende wird Gelegenheit finden, einige der vorstehend erwähnten Bibliotheken, wenn es in seinem Interesse liegt, schon bei dem Besuche der Anstalten, welchen sie beigegeben sind, kennen zu lernen, in jedem anderen Fall wird er an den Vorsteher derselben unmittelbar sich zu wenden haben. 15 » 228 IV. Naturalien-, Präparaten- und ethnographische Sammlungen. 1. Die vereinigten k. k. Hof-Naturalien. Eabinete (auch genannt das k. k. Naturhistcrische Museum) scheiden sich in drei Abteilungen, in das zoologische, botanische, und in das mineralogische Museum. Die beiden ersten befinden sich im rechten Flügel des k. k. Hofbibliothek-Gebäudes, das letztere im s. g. Augustiner- Gange der k. k. Burg. Diese in Rücksicht ihres Reichthums nur von dem Pariser Museum übertroffene Anstalt, 1748 unter Kaiser Franz I., Gemahl der K. Maria Theresia, gegründet, 1796 durch die Anlegung eines zoologischen Museums vermehrt, erhielt 1806 eine naturhistorische Bibliothek^ und wurde 1810 durch Gründung eines eigenen botanischen Museums auf alle Zweige der Naturkunde ausgedehnt, endlich auch das 1821 errichtete brasilianische Museum im Jahre 1835 mit dieser Anstalt vereinigt. Die Sammlungen selbst sind nach den neuesten Forderungen der Wissenschaft streng systematisch, möglichst zweckmäßig, und nach Maßgabe des allerdings beschrankten Raums sogar zierlich aufgestellt. n) Das zoologische Museum füllt überhaupt 21 Säle und Zimmer, theils im Erdgeschoß, theils im 1. und 2. Stockwerke. Den größten Raum nehmen die Sammlungen der Säugcthierc und der Vögel ein; am reichsten aber sind die der Vögel, Amphibien, Mollusken, Zoophy- 22S len und Würmer. Die mit dieser Abtheilung vereinigte Sammlung von Skeleten, Geweihen, Hörnern, Eiern und Nestern kann wegen Mangel an Raum nur theilweise vorge- zeigt werden. Das zoolcgische Museum enthielt (1840) Säugethiere 500; Vögel 2300; Amphibien 600; Fische 600; Mollusken 4000; Erustaceen 500; Arachniden und Insecten über 26000; Entozoen 800 ; Zoöphyten 500. — Eintritt an jedem Donnerstag von 9—1 Uhr Vormittags gegen vorläufiger Behebung der Karten beim Portier. I>) Das botanische Museum nimmt ein großes Zimmer und 3 kleinere im dritten Stockwerk ein. Die hier befindliche Sammlung (Pflanzen über 25000 Arten) ist unstreitig auch eine der vollständigsten in Europa und enthält außer einem überreichen Herbarium von Phanerogamen und Kryptogamen aus allen Wcltgcgenden, eine Sammlung von Früchten und Samen, und viele naturgetreue Nachbildungen in Wachs von Schwämmen und Obstsorten. Die früher hier vorhandene Sammlung von Saft- und Fettpflanzen, aus Wachs geformt, wurde 1837 an die k. k. Josephinische Akademie abgegeben. Der öffentliche Eintritt in diese Abtheilung ist wegen des beschränkten Raums nicht gestattet. Kleine Gesellschaften, Sachverständige u, dergl. haben jedoch sich dieser- halb nur an den Herrn Direktor und Eustos zu wenden. c) Das mineralogische Museum, ein Denkmal der Kaiserin Maria Theresia und ihres Gemals Franz I-, im Augustinergange der k. k. Burg, füllt 4 große Säle und 230 ist ebenfalls eine der ersten Anstalten dieser Art, mit welcher im Jahre 1327 auch die berühmte Van der Nüll- sche Sammlung vereinigt wurde. Zu gleicher Zeit wurde die Einrichtung und Aufstellung der aus mehr als 100,000 Nummern bestehenden Mineralien, worunter gegen 6000 prachtvolle Schaustücke, durch den Professor Mohs vollendet. Für die oryktognostische Sammlung sind drei Säle verwendet und für die geogncstifche Sammlung und die Patrefacten ist der vierte Saal bestimmt; beide Sammlungen in Wandschränken. In Qucrschränken unter Glaspultcn befinden dagegen sich eine Sammlung zur Erläuterung der mineralogischen Kennzeichen; eine mineralogisch - technische; eine Sammlung österreichischer Gebirgsarten; eine wahrhaft auserlesene Sammlung von rohen und geschnittenen Edelsteinen, unter diesen der kostbare aus Edelsteinen aller Art gebildete, von der Kaiserin Maria Theresia ihrem Gemahl Kaiser Franz I. für dieses Eabinet überreichte Blumenstrauß und der käst unschätzbare 34 Loth wiegende Edel-Opal, ohne Muttergestein 4»/-, Zoll lang, 2 . 4. Die Naturalien-, Instrumenten- und Präparaten-Sammlungen der k. k. Josephs- Akademie, WLHringergasse Nr. 221, sind eben svjahl- rcich, als von großer Bedeutung und Seltenheit. Sie bestehen nämlich in einer Sammlung von etwa 300) Minerallen; einer Conchylien-Sammlung von 5300 Eempla- ren; einer zoologischen von 8000 Eremplaren, nbst vielen Skeleten und mehren Sammlungen von ZSnen der Säugethierc; einer Sammlung physikalischer undhemischer Apparate; Sammlungen von Heilmitteln, untvon Giftpflanzen aus deutschen Ländern ; über 400 matomisch- pathologische Präparate; einer Sammlung chirurgischer Instrumente, Maschinen und über 2000Bckdagen aller Art zu chirurgischen Operationen; einer wichigen pathologischen Knochensammlung, dann von Skcleen des natürlichen und monströsen Foetus nach allen Zedungsperioden, Gehör-Präparate des Menschen von D- Georg Jlg, 233 der Vögel und Fische von Dr. Hermann, die anatomischpathologischen Wachs - Präparate im Erdgeschoß von Dr. Hundzofsky, und in 7 Sälen des zweiten Stockwerkes jene Meisterwerke des Kunstfleißes von den Florentinern Fontana und Moscagni, die anatomischen Wachs-Präparate. — Der Sammlung von Fett - und Saftpflanzcn aus Wachs, welche 1837 von der botanischen Abtheilung der k. k. vereinigten Naturalien - Eabinete an die Akademie abgegeben worden sind, kann hier nur beiläufig Erwähnung geschehen. Zu sehen find diese Museen im Sommer am Samstage von 11 — 1 Uhr, im Winter nur alle 14 Tage; die Eintrittskarten müssen aber am Donnerstage vorher von 11 —12 Uhr beim akademischen Prosector erhoben werden. Damen und Kinder finden keinen Einlaß. 5. Das k. k. anatomisch-pathologische Museum im allgemeinen Krankenhause, Alservor- stadt Nr. 195, enthält in 3 Zimmern des ersten Stockwerks die trockenen Präparate, in einem Saal und Zimmer des zweiten aber die in Weingeist aufbewahrten, überhaupt gegen 4000 Stücke. Die der Herz - und Gefäßkrankhciten möchten am vollständigsten hier vorhanden seyn. Der Eintritt, in der Regel Samstag von 10 —12 Uhr, ist bei dem jedesmaligen Vorsteher anzusuchen, bei welcher Gelegenheitin dem Museum wissenschaftlich gebildeten Männern auch vorgezeigt werden: Die Prohaska'schen mikroskopischen Einspritzungen, und die Sammlung chirurgischer 234 Instrumente, Derbandstücke und Maschinen. Die Instrumente über 2000, darunter 130 von Silber, werden in 40 Etuis, die Verbandstücke und Maschinen, mit 160 Nummern, in 14 Kasten, und noch in 3 Kasten Verbandstücke mit einigen 60 Nummern aufbcwahrt. 6. Das ophthalmologische Museum in der Augenklinik des allgemeinen Krankenhauses, Hof 3, bewahrt außer einer zweckmäßig gewählten Bibliothek für Augenheilkunde u. dgl. Zeichnungen merkwürdiger, größ- tenthcils hier behandelter Augenkrankheiten, Präparate für die vergleichende Anatomie, anatomisch-pathologische Präparate des Auges (trockene und in Weingeist aufbewahrte), unter diesen auch Nerven - Präparate und Einspritzungen von Dr. Hyrtl, eine Sammlung sehr schöner Wachs-Präparate (30) von Hofmayr, eine vollständige Sammlung von Augengläsern, Augcnschirmcn, Lugcn- Dampfmaschincn u. dgl., und eine Sammlung geschichtlich merkwürdiger, wie auch der jetzt gebräuchlichen Lperations- Jnstrumentc, verfertigt von Maillard und Schleifert in Wien. Die Benützung der erwähnten Bibliothek steht gegen Entrichtung eines kleinen Beitrages jedem Arzte frei, und der Eintritt in das Museum ist bei dem Herrn Assistenten desselben anzusuchen. 7. Die Sammlungen des k. k. Thicr-Arz- n ei-Jnstituts, Landstraße, Rabengasse Nr. 541, bestehen in der Sammlung anatomisch-physiologischer und 235 pathologischer Präparate, etwa 3000 in vier Sälen, in einem zoologischen Cabinet, jedoch bloß zum Unterricht zu benutzen, in einer Sammlung von Arzneimitteln, einem reichhaltigen Herbarium, und in einer ausgezeichneten Sammlung veterinär-chirurgischer Instrumente. Der Eintritt steht täglich offen. 8. Die Naturalien-Sammlung der k. k. Thcresianischen Ritter-Akademie, im linken Flügel des Gebäudes, Favrritenstraße Nr. 306, besteht aus etwa 7000 Mineralien, verbunden mit der Sammlung von Krystall - Modellen in Alabaster, einer Sammlung von Conchylien, Insekten und Holzarten, zu deren Besichtigung der Eintritt auf Ansuchen gestattet wird. 9. Das k. k. ethnographische Museum, Rennweg, Ungargasse Nr. 389, 1805 gegründet, dann mit der Ambraser-Sammlung vereinigt gewesen, seit 1838 aber eine selbstständige, der Direktion der k. k. Hof-Natu- ralien-Cabinete untergeordnete Anstalt. Der größte Reichthum des Museums besteht in Geräthschaftcn, Waffen, Kleidungsstücken, Götzenbildern, Musikinstrumenten u. dgl. von 68 verschiedenen Völkerschaften aus Brasilien, theils von Pohl und Schott, vorzüglich aber von Nat te rer gesammelt. Diese Sammlung füllt vier Säle und die Hälfte des fünften Saales, in dessen zweiter Hälfte die ethnographischen Sammlungen des Prof. Gieseke aus Grönland, und eine ähnliche aus Nordamerika von den Chippe- ways aufgestellt sind. Letztere ist ein Geschenk des Herrn 236 Klinger aus Görz. Außerdem werden noch zwei Zimmer aufnehmen die von Cook in Neuholland, Neuseeland, auf den Freundschafts- und Sandwichsinseln gesammelten Gegenstände, und die Sammlungen des Freiherrn v. Hügel in Ägypten, Ostindien, China, Ncuholland und in Neuseeland. Letztere bestehen in 24 Abthcilungen von 924 Stücken, darunter 63 Idole und TempelgerZtbe von Silber, Bronze, Elfenbein, 40 musikalische Instrumente, 171 Waffen, 49 Stück« indische, Kaschemire- und chinesische Stoffe, 168 Stücke indischen und chinesischen Schmucks, zum Theil in Juwelen, und 433 Gegenstände aus Ägypten. Bis zur vollendeten Einrichtung dieser Anstalt ist ein öffentlicher Eintritt nicht gestattet, doch erlangen Reisende und kleine Gesellschaften denselben nach genommener Rücksprache mit dem Herrn Custos Natterer im Natu- ralicn-Cabinet. 10. Die Sammlung ökonomischer Pflanzen der k. k. L and wir th sch aste - G esellschaft, Hcili- genkreuzerhof Nr. 676, enthält alle Arten und Abarten von Ceralien, Hülsenfrüchlen, Gartengewächsen, Fütterungs-Pflanzen u. dgl., eine Sammlung inländischer Holzarten, ein treffliches Forstherbarium, verschiedene Sorten von Stein- und Kernobst in Wachs, und eine bedeutende Sammlung von Mineralien. Das Ganze ist besonders zur Beachtung den Landwirthen zu empfehlen. Der Eintritt wird in der dortigen Gesellschäftskanzlei angcsucht. 237 V. Physikalische, mathematische und technische Sammlungen. Vcfkenlliche, und zu öLcnllichcn Anstalten gehörige Sammlungen. 1. Das k. k. technische Cabinet, im polytechnischen Institut Nr. 28, Hof 1, Direktions-Stiege, im 1. Stock, füllt sieben geräumige Säle und besteht: n) Aus der eigentlich technischenSammlung. Diese enthält in der ersten Abtheilung: alle ganz rohen oder zum Tbcil bearbeiteten Stoffe, welche in den Fabriken und Manufakturen des österreichischen Staates verwendet werden, nach den drei Reichen der Natur geordnet, mit besonderer Rücksicht auf die vorzüglichsten Formen, unter welchen sic angewendet werden, und auf ihre physischen und technischen Merkmale und Eigenschaften, in runder Summe 4200. Inder zweiten Abtheilung findet sich eine systematisch geordnete Sammlung der Gewerbserzeugnissc und Fabrikate aus sämmtlichen Provinzen der österr. Monarchie, wobei der Überblick durch eine sinnreiche Anwendung in verjüngtem Maßstabe erleichtert und die Sammlung dadurch ungemein lehrreich wird, daß nicht nur die vollendeten Fabrikate, sondern bei den meisten auch das gewerb- und kunstmäßige Bereitungsverfahren in trefflich gewählten Proben gezeigt ist. So läßt sich leicht beurthcilen, wie weit Gewerbe und Kunstfleiß in einzelnen Theilen der Monarchie oder in den Fabriken selbst fortgeschritten sind. 238 Diese Abtheilung ist ungemein zahlreich und enthält bereits in runder Zahl 44020 Gegenstände. Eine dritte Abtheilung ist die der Modelle, Maschinen und Werkzeuge, etwa 270. Sämmtlich, Maschinen und Bestandtheile derselben sind nach einem bestimmten Maßstabc und aus dem nämlichen Material gearbeitet, wie im Grcßen, als: Maschinen und Vorkehrungen zur Sicherheit und Bequemlichkeit des Menschen, landwirthschaftliche Geräthe, Vorrichtungen und Maschinen, Maschinen und Vorrichtungen für den Bergbau, technische Maschinen, dgl. betreffend den Civil- und Wasserbau u. s. w. k) Die technische Sammlung der militärischen Gegenstände, umfassend sämmtliche Waffen - und Geschützgattungen, Munition, Werkzeuge der verschiedenen Militär-Branchen, Fuhrwerke, Schiffsbrücken, Schiffe u. dgl., durchaus in genau gearbeiteten Modellen, bis jetzt über 400. Dieses ausgezeichnete, von Sr. Maj Ferdinand I. im Jahre 181!) als Kronprinz angelegte und später der öffentlichen Benützung gewidmete Eabinet steht unter der Leitung des kenntnisreichen Custcs Herrn W. E. Wabruschek- Blumenbach, und ist jeden Mittwoch um 10 Uhr für das Publikum geöffnet. Die Eintrittskarten werden Montag und Dinstag im Cabinetslckale ausgegebcn. — Einen anziehenden Aufsatz über dasselbe lieferte die Wiener Thea- terzcitung in Nr. 4 und 5, 1843. 2. Die Sammlungen des k. k. polytechnischen Instituts, Wieden Nr. 28. 239 »1 Das National-Fabriks-Produkten-Ga- binet, bezweckt durch Aufstellung charakteristischer Muster in möglicher Wollkcmmcnheit, über 24000 Stück in vier Sälen, den Standpunkt der inländischen Industrie zu bezeichnen. Zn Verbindung mit demselben: I>) Die Sammlung von etwa 6000 Musterwerkzeugen für verschiedene Gewerbe, darunter viele englische als Muster für inländische. o) Die Sammlung für die kommerzielle Waa- renkunde in charakteristischem Zustande, etwa 2500 St., und eine Sammlung chemischer Präparate und Fabrikate, wie sie im Handel verkommen. «I) Die Sammlung der Modelle für pr aktische Maschinenlehre, Land-, Wasser- und Brückenbau k u n st, etwa 500. c) Das physikalische und mathematische Gabinet in fünf Sälen. Das erste gegen 800 Apparate, letzteres die mathematischen und geodätischen Instrumente zur praktischen Gecmetrie enthaltend. k) Die Sammlung von mehr als 800 Original- Zeichnungen und Planen für den Unterricht in der Mechanik, praktischen Geometrie und in der Baukunst. Öffentlicher Eintritt Samstag von 9 — 1 Uhr, für Reisende täglich nach geschehener Meldung in der Kanzlei. 3. Die physikalische und mechanische Maschinen-, Instrumenten - und Modellen- Sammlung der k. k. Universität, im neuen Universitäts-Gebäude Nr. 756, theils.frei, theils in Glas- S40 schränken, bestimmt, bei wissenschaftlichen Vorträgen benützt zu werden. 4. Die Sammlung physikalischer und mathematischer Instrumente der k. k. Theresianischen - Ritter-Akademie enthält das Vorzüglichste aus dem Gebiete der Geometrie, Physik, Mechanik, Hydraulik rc. in zwei Sälen aufgestellt. 5. Das 'physikalische und mathematische Museum dcsgräfl. LöwenburgischcnConvikts, Josephstadt Nr. 135, enthält Instrumente, Maschinen, Modelle rc. für den Unterricht bestimmt, doch auch zur Besichtigung für Fremde. S. Prival-Sammlungen. 1. Das k. k. physikalisch-astronomische Gabinet, im Schweizerhcfe der Burg, zum Gebrauche des A. h. Hofes, enthält in Beziehung auf Physik und Mechanik Modelle und Maschinen, und auf Astronomie optische Instrumente, treffliche Fernrohren von Dollond und Rams- den, ein Teleskop von Herschel u. s. w. — Sehenswerth ist auch daselbst die Tastenharmonika von Franz Bartl, Professor der Mathematik zu Olmütz und eine Lumei-a. oksours. Custos: Herr Johann Jacks; Vorsteher Professor Hoffcr. 2. Die Sammlung der landwirthschaftli- chen Modelle der k. k. Landwirthschafts-Ge- sellschaft, Heiligenkreuzerhof Nr. 676. Sie istsehr bedeutend in Land- und Wirthschafrsgeräthen, Ackerwerk- 241 zeugen und Maschinen des In-und Auslandes. Den größten Theil derselben hat der Abbe Harder selbst verfertigt oder doch nach seiner Angabe fertigen lassen. Der Besichtigung wegen möge man in der Gesellschaftstanzlei daselbst Erkundigung einzichen. VI. Botanische Gärten. 1. Der botanische Garten der k. k. Universität, Rennweg Nr. 628, gegründet unter Maria Theresia 1756, in der Folge ungemein erweitert und daher nach den Angaben Einiger in die ältere und neuere Abtheilung geschieden, ist dennoch nur als Ein Ganzes zu betrachten, das stets größerer Vervollkommnung entgegengeführt wird. Betrachtet man indeß die erste Abtheilung als den kleinen Garten, so bemerkt man in demselben zuförderst einen Wärmemesser, und einen Regenmesser (Oinki-oineesr), welcher letzterer, von Horner verfertigt und vom l. Jänner 1822 an gerichtet, die Regenmenge eines jeden Monats anzeigt. Einen besonderen Raum nehmen dann die ökonomischen, die medizinischen und die Alpenpflanzen ein, welchen sich in der unmittelbar anstoßenden größeren Abtheilung die nach Linne's System geordneten einjährigen und perennirenden Pflanzen und die in mehren Bassins vertheilten Wasserpflanzen anschließen. Die Hauptgänge insbesondere sind mit Bäumen und Sträuchen eingefaßt und diese, wie jene Pflanzen sämmtlich mit dem botanischen Namen bezeichnet. Htbenstreil's Reisender. 16 242 Gegenwärtig dürfte der botanische Reichthum ohne Zweifel schon meine vor 3 Jahren angegebenen Zahlen übersteigen, nämlich: 1700 einjährige Pflanzen; 9000 perennirende, die Alpenpflanzen eingerechnet; 220 Wasserpflanzen; 1750 Gehölz; 4900 Glashauspflanzen. Non der sind etwa 350, und von der !«alix etwa 100 Specics vorhanden, deren größter Theil sehr zweckmäßig in einer halbrunden Erdvertiefung im Hintergründe des Gartens angcpflanzt ist. Non den vier Gewächshäusern steht vom Gar- tcncinganz links das s. g. Caphaus, neben an mit der Fronte nach Südwest das kalte Haus, am Ende von diesen nach Süden das eigentlich warme Haus. Zwischen diesem und dem Eaphause ist ein kleineres Glashaus für Zwiebelgewächse, Stapelien u. dgl- mit einer Hcitzung durchwärmen Wasserdunst versehen. Auch dürfte sich hier wohl die vollständigste Sammlung der s:ceule: Un Pflanzen, der Speeicszahl nach, in Wien vorsiudcn. In diesem, dem täglichen Besuche offen stehenden Garten werden die Vorlesungen über die Botanik für die Studircndcn an der Universität gehalten, welchen jedoch auch andere Personen beiwohnen können. Der gegenwärtige Direktor ist Herr Professor Endlicher, durchseine Leistungen im botanischen Fache bereits höchst ausgezeichnet. 243 Verfügt der Reisende sich, wenn er den k. k. botanischen Garten verläßt, durch den Garten des Belvedere nach dem Borhofe desselben, so gelangter: 2. zu dem k. k. botanischen Garten für die österreichische Flora, im oberen Belvedere Nr. 642, auf Befehl weil. Kaiser Franz 1. von Dr. Host angelegt, der über die in Österreich wild wachsenden Pflanzen auch ein eigenes Werk geschrieben hat. Der größte Theil dieser beschriebenen Pflanzen, 576 Geschlechter, 2322 Specics, findet sich in diesem Garten lebend vor, und in solcher Beziehung dürfte er eine in ihrer Art einzige Anstalt seyn. Er steht mit unter Aufsicht des Direktors des botanischen Gartens der Universität, an welchen man sich auch des Eintrittes wegen zu wenden hat. 3. Der botanische Garten der k. k. Josephs- Akademie, Währingergaffe, Nr. 121, auf Befehl Kaisers Joseph ll. angelegt, ist trefflich eingctheilt und reich an Pflanzen und Gewächsen mancher Art, die einjährigen und perennirendcn Pflanzen nach Linne's System geordnet, Alpenpflanzen in besonderen Räumen, Wasserpflanzen in Bassins, Bäume und Gesträuche in englischen Partien u. s. w. Der Garten ist eigentlich für die an der Akademie Studirenden bestimmt, verdient aber glle Aufmerksamkeit. Der Eintritt ist im Jnstitutsgebäude anzusuchcn. 4. Der f. g. botanische Garten an dem k. k. Theresianum ist lediglich auf den Unterricht der Zöglinge berechnet, und jener im Thicrarznei-Jnstitut 16 » 244 enthält auf einem kleinen Raum auch nur eine unbedeutende Pflanzen - Sammlung. Zu den Hülfs- und Beförderungsmitteln der wissenschaftlichen Bildung in praktischer Beziehung überhaupt, wenn auch nicht der wissenschaftlichen Anstalten insbesondere, wären hierher wohl noch anzureihen: VII. Die k. k. Landwirkhschafts - und die k. k. Gartenbau-Gesellschaft. s) Die k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft, Heiligenkreuzerhof Nr. 676, eigentlich schon von der Kaiserin Maria Theresia 1769 gestiftet, konnte wegen ungünstiger Verhältnisse erst seit 1812 in Thätigkeit treten und ihrem Zweck entsprechen: ,mit vereinter Kraft auf die Verbesserung der Landwirthschaft einzuwirkcn.« Sie hält zu solchem Behuf jährlich einige Versammlungen, gibt auf ihre Kosten die Verhandlungen der Gesellschaft im Druck heraus, und veranstaltet jährlich Anfangs Mai eine öffentliche Ausstellung von veredeltem Horn- und Schafvieh. Diese findet im großen Norhofe des k. k. Augartens Statt und dauert 2 Tage. Außer der Gesellschaft-Medaille von Silber und Bronze, werden alsdann auch noch Geldpreise vertheilt und in den Sälen des Gartengebäudes eine Sammlung landwirthschaftlicher Maschinen und Modelle zur öffentlichen Besichtigung aufgestellt. Eintrittskarten erhält man in der Gesellschaftskanzlei. k) Die k. k. Gartenbau-Gesellschaft, deren Statuten und Reglement in F.Beck's Buchhandlung, Wien, 245 gr. 8., 20 kr., zu haben sind, entstand 1838 durch Einlags- summcn und jährliche Beitrage. Ihr Zweck ist »die Beförderung und Veredlung der Pflanzen Blumen - und Obst- cultur^ und dieserhalb vertheilt sie unter ihre Mitglieder Pfropfreiser, frischen selbsterzeugten Samen von vielen neuen aus England, Holland, Belgien erhaltenen Samen von Gemüsen und eßbaren Gartengewächsen, veranstaltet jährlich auch einige Ausstellungen von Pflanzen, Blumen, Obstsorten, mit Preisen, bestehend in der kleinen und großen goldenen, in der kleinen und großen silbernen Gescllschaftsmedaille, dann in Gold von 30, 25, 10 Dukaten für ausgezeichnete von der Gesellschaft bestimmte Blumen u. a. m., worüber die der Ausstellung vorhergehenden Programme das Nähere enthalten. Seit 1810 finden bei diesen Ausstellungen auch Pflanzenverlosungen für ihre Mitglieder und für Fremde Statt gegen Aktien s. 3 fl., deren jede einen Preis gewinnen muß, wozu indeß nur Pflanzen angekauft werden, welche Handelsgärtnern gehören. Wie groß dieTheilnahmc an dieser Gesellschaft und an dem Kreise ihrer Wirksamkeit ist, beweist unter anderen der Umstand, daßschcnim Jahr 1841,fünf Privat-Blu- men-Ausstellungen gegen ein Eintrittsgeld zu Gunsten der Gartcnbaugesellschaft veranstaltet wurden, nämlich in der Villa Metternich, am Rennwcg, vom Handelsgärtner Held daselbst, vom Freiherrn v. Hügel in Hietzing, vom Hofbraumeister Johann Gierster in Gaudenzdorf, und vom Kaufmann Rud.v. Arthaber imTulnerhof zu Döbling. 246 Das Lokale der Gesellschaft ist in der Haltergasse Nr. 256, und die Einfahrt zu dem daselbst bestehenden großen Garten (ehemals Privat-Garten weil. Kaiser Franz I.) von der Landstraße, Hähnelgassc, nächst der Haltcrgassc. Schon gegenwärtig (1842) sind in diesem Garten vorhanden bei öOÜO veredelte Obstbäume in 200 vorzüglichen Obstsorten, welche in 3 — 4 Jahren zur Abgabe herangewachsen seyn werden. Die Reben - und Maulbeerschule hält damit verhältnißmäßig Schritt und aus letzterer werden schon vierjährige Stämme abgelassen werden können. Zehnter Abschnitt. Anstalten für Kunsterzengnisse und für selch«, die das Kunstfach fast unmittelbar berühren. ^ Für Kunsterzeugnisfe unmittelbar. 1. Die k. k. Akademie der vereinigten bildenden Künste, Annagasse Nr. 980, gegründet vom Kaiser Leopcld I. 1704, eröffnet von Joseph l. Unter den beiden ersten Direktoren derselben. Peter Freih. v. Strudel sgest. 1717) und Jaccb van Schuppen (gest. 1751), bestand bloß ein« Maler - und Bildhauerschule. Doch veran- laßte Letzterer schon die Errichtung einer Architekturschule, Jacob Schmutzir 1766 eine Kupferstecherschule, welcher 1767 unter Mari- Theresia die Bossir- und Gravcurschule zugefügt und den Ganzen die Benennung »k. k. Akademie der vereinigten bildenden Künste" beigelegt wurde. Bom Kaiser Joseph 11.1786 in das jetzige Lokale verlegt, erhielt sie unter weiland Kaiser Franz I. durch neue Statuten eine feste Begründung. Als Kunstschule besteht die Akademie aus vier Abtheilungen, deren jede einen Direktor hat, nämlich aus 248 ul der Schule der Maler, Bildhauer, Kupferstecher und der Mosaik. Die Lehrgcgenstinde derselben sind: Anfangsgründe der historischen Zeichiung nach Original-Zeichnungen, Zeichnung und Modellicung nach vorzüglichen Büsten und Statuen des Altertkums, Knochen - und Muskellehre nach dem Skelet, nach «nato- mischen Abbildungen und Präparaten; Zeichnurg und Modellirung des menschlichen Körpers nach der Naiur und mit dem Wurfe der Gewänder, Landschaftszeichnung nach Original-Zeichnungen unk nach der Natur; Laidschafts- malerei: Blumen-, Früchte- und Thiermalerei; die Bildhauerei in Allem, was der Bildner als Stoff bearbeitet, alle Arten der Kupferstecherei, und die Mosaik. Mit dieser, wie leicht zu bemerken, von dem Leichteren zun Schwereren aufsteigenden Abtheilung ist die eigentliche Medaillcur- und Schneidekunstschule vereinigt. >>) Die Schule der Baukunst im weitesten Sinn, von den Anfangsgründen fortschreitend bis zur höheren Baukunst. Als Bvrkcnntnisse werden gelehrt: Arithmetik, Geometrie, Perspective, Mechanik und Hydraulik. e) Die der Gravirkunst, mit der Anweisung zum Stahl- und Edelsteinschneiden in erhabener und vertiefter Manier, und zur Behandlung oer Metalle, um solche zu formen. Als Originalien dienm hier 88 Gipsabdrücke der vom Kammer-Medailleur Fr. L. Würth in Wien, während seines Aufenthalts in Italien, nach den in den Gallerien zu Rom und Neapel befindlichen Originalbüsten und Statuen kopirten und in Messing geschnittenen 249 Abbildungen der berühmtesten Gottheiten und Personen des alten Griechenlands und Roms. 6) Die Zeichnungsschule für Manufaktur, d. i. Zeichnung und Malerei in Anwendung auf verschiedene Zweige des Kunstfleißes, besonders der Kunstweberei und des feinen Kattundrucks. Diese und die Schule der Gravirkunst befinden sich im k. k. polytechnischen Institute, woselbst in erwähnter Beziehung an Sonn- und Feiertagen für Gesellen und Lehrlinge einige Unterrichtsstunden gegeben werden. Der große akademische Versammlungssaal ist seit der Stiftung mit den Porträts der Monarchen, und mit Kunstwerken akademischer Mitglieder geziert. Vier andere Säle enthalten abgeformte Meisterstücke der alten Kunst, antike und moderne Büsten, Modelle und Statuen. Außerdem besitzt die Akademie eine ansehnliche Bibliothek und eine treffliche Kupferstichsammlung, welche beide täglich Vormittags und Abends zu sehen sind. Die Antiken- und Modell-Säle werden mit Gas beleuchtet. Die Akademie hat einen Curator (jetzt Fürst Metternich) 1 Präses, 1 beständigen Secretär, S außerordentliche, 10 ordentliche Räthe, 4 Direktoren (nach den oben bemerkten Schulen), und eine unbeschränkte, dem Bedürfniß entsprechende Zahl von Professoren und Correctoren. Der Unterricht wird das ganze Jahr hindurch ertheilt, mit Ausnahme in den Monaten September und October, durchaus unentgeldlich. Die Zahl der Schüler beträgt 1000 und mehr. Für die besten Arbeiten bestehen Preise, theils in 250 goldenen und silbernen Medaillen, thcils in Geldsummen, und für die Schulen der Malerei, Architektur, Bildhauerei und Gravirkunst noch vier Pensionen von 800 fl. jährlich, nebst Reisegeld, zum Aufenthalt in Rom Behufs weiterer Ausbildung. Vorlesungen über Geschichte und Theorie der bildenden Künste werden von dem akademischen Bibliothekar Professcr Tr ost gehalten. Die Bewilligung zur Besichtigung dieser Akademie er- theilt der beständige Secrctär derselben. 3. Die Gesellschaft der Musikfreunde im österreichischen Kaiserstaate, errichtet 1813, hat zum Zweck die Ausbildung der Musik in allen Zweigen, und ist zusammengesetzt aus mitwirkenden, unterstützenden und Ehrenmitgliedern. Sie thcilt sich in das Co mits des Musik - Eonservatoriums, und in das Comite der Gesellschafts-Eoncerte. Jenes leitet die hier bestehenden 18 Schulen, in welcher SO Professoren einer Zahl von mehr als 360 Vereins - Zöglingen Unterricht in Musik und Gesang ertheilcn, und zwar unentgeltlich. Die Prüfungen sind öffentlich , jährlich einmal; der Lehrcurs dauert 6 Jahre. Das Comitö der Gescllschafts - Concerte veranstaltet jährlich vier Eoncerte im k. k. Redoutensaale, und in der Fastenzeit vier dergleichen gegen Abonnement, bringt auch in der k. k. Winter-Reitschule klassische Musikwerke berühmter Meister unter Mitwirkung von mehr als 1000 Musi-. 251 kern und Sängern zur Aufführung. Seit dem Jahre 1840 ist auch eine Männcr-Gesangschule eröffnet. Die Gesellschaft hat in ihrem Lokale unter den Luchlauben Nr. 558 einen eigenen Eoncert-Saal, der zugleich von fremden Tonkünstlern benutzt wird, ausgeführt nach dem Entwurf des Architekten Franz Lößl, die Malerei von Gcyling, die Sculptur von Erbet. Der jährliche Beitrag eines unterstützenden Mitgliedes» das einige besondere Begünstigungen genießt» ist nur 5 fl. Um die Anstalt selbst näher in Augenschein zu nehmen, wende man sich an den Archivar Herrn Fr. Glöggl im Gebäude selbst. Bon den Sammlungen der Gesellschaft ist weiter unten die Rede. 2. Eine öffentliche Zeichnungsschule für j Zim m erleute hatvor einigen Jahren errichtctJ. Gierth i in der Jägcrzeil» nächst der Franzensbrücke Nr. 22. 4. Der Privatverein zur Beförderung echter Kirchenmusik auf dem Lande» entstanden schon 1827 » neu organisirt durch die Statuten vom i>. Jänner 1840, hat zum Zweck »die Kirchenmusik vorzugsweise auf dem Lande nach ihrer reinen, ursprünglichen Würde zu befördern" und ist zugleich eine Ausbildungs - Anstalt für Lehramts-Eandidatcn in Landschulen zu tauglichen Chorregenten. Diese Einübung erfolgt gleichzeitig mit dem pädagogischen Curse der Präparandcn (bei St. Anna). Die Ausgaben werden durch festgesetzte Beiträge der Mitglieder (über 600) bestritten. Der Unterricht wird unentgeldlich 252 ertheilt im Lesen und Berstehen des Kirchen-Direktoriums, im Lesen des lateinischen Kirchentertes mit deutlicher Ueber- setzung, im Choral-, und im figurirten Gesänge, imOrgel- und Violinspiel, und im Generalbaß. Auch hält dieser Musikverein eine Singschule für fähige, aber arme Sängcrknaben zur Ausbildung für Kirchenmusiken, und um die Lehramts-Candidaten anzuleiten, ebenfalls sich die Fähigkeit anzueigncn, einen solchen Unterricht zu ertheilen. Endlich sendet der Verein, zur Verbesserung des Bolksgesanges auf dem Lande, einzelne Musikstücke, Kirchenlieder und Meßgesänge an Kirchenvorsteher und Schullehrer, und versäumtjkein Mittel zur Erreichung seines eigensten Zweckes. Es werden jetzt gegen 30 Schüler und mehr als 40 Lehramts-Candidaten unterrichtet. Das Bereins-Lokale ist in der Augustincrgaffe Nr. l l57. 5. Die s. g. Ooiivere.« «pirieuels, zur Beförderung k l a ssisch e r Musik, werden von einem Verein Künstler und Dilettanten in der Fastenzeit gegeben, gewöhnlich deren vier, und gewöhnlich auch im nied. österr. Landhaussaale. Man abonnirt auf dieselben und der Ertrag wird zur Anschaffung neuer oder seltener Musikstücke verwendet. Der Stifter dieser ehrenwerthen Anstalt, die übrigens für sich und nicht in Verbindung mit der Gesellschaft der Musikfreunde «»>> 3. besteht, war auch ein Ehrenmann Franz Lav. Geb au er im Jahre 1819. 6) Philharmonische Akademien oder Con- certc. Unter dieser Benennung veranstaltet seit März 1842 das Orchester-Personale des k. k. Hvf-Opern-Theaters sehr 253 besuchte Aufführungen klassischer Tonwerkc, deren Leitung im großen Redoutensaale der umsichtsvolle Kapellmeister Otto Nikolai übernommen hat. 7. Kirchenmusik - Vereine bestehen übrigens in den meisten Vorstädten; eben so gibt es eine Menge ent- geldlicher Musik- und Singschulen, unter welchen die jüngst errichtete ist: die öffentliche Musikschule für Knaben, im Singen und Biolinspielen, monatlich 1 fl. 12 kr., von August Leitermayer, Bürgerspital Nr. 1100, Hof 10, Stiege 11, Stock 3. Von anderen solchen Schulen gibt das Jntelligenzblatt der k. k. priv. Wiener-Zeitung öftere Auskunft, und fast täglich empfehlen in demselben sich auch Privatlehrer für Musik und Gesang zur Ertheilung von Unterricht. In und um Wien leben etwa 800 Tonkünstler. Die Namen der bekanntesten erfährt man in den Musikhandlungen, besonders im musikalischen Auskunfts-Bureau des Herrn Glöggl, Tuchlauben Nr. 558. S. Anstalten für Erzeugnisse fast in unmittelbarer Berührung mit dem Kunstfach. 1 . Die k. k. Porzellan-Manufaktur, Rossau 1 Nr. 137, war im Jahre 1718 ein Privat - Unternehmen, r und kam 1744 in den Besitz des Aerariums. Die Fabrik hat ^ 42 liegende und 2 runde Starkbrennöfen, 2 große Vcrglüh- und 8 Emailöfen; eine Dampfmaschine von 8 Pferdekraft zum Zerstoßen der Porzellan-Erde, des stark gebrannten Thons, des Kieses und zum Fcinmahlen des Flußspat's u.s.w. 254 und etwa 300 Arbeiter beschäftigen sich mit Weißdrcherei, Bildncrei und Malerei. Besonders sehcnswerth ist noch die Röhrenbeheizung der zu ebener Erde befindlichen Weißdre- hcrei und der Malerei im ersten Stock, wobei der von der Maschine abgehcndc Dampf als Wärmemittel benutzt wird. Die Vorzüge des Wiener Porzellans sind neben der Dauer, Weiße, Schönheit der Form, die Malerei und Vergcldung, Zur Bereitung der schönen grünen Emailfarbe dient als Material das Ehrcmerz aus Steiermark, und zur Anfertigung der Geschirre sind die bei Znaim in Mähren befindlichen Erdlager eben so gut geeignet, wie die Passaucr-Erde. Die Erlaubniß zum Eintritt in die vielen Werkstätten dieser Manufaktur wird ven der Direkticnim Gebäude selbst ertheilt. Vereinigt mit der Direktion der Manufaktur ist die derk. k. Sp ieg e lfa bri k in der Schlägclmühle bei Gloggnitz hinter Neunkirchen, welche Spiegel erzeugt von 60 Zoll Höhe, 30 Zoll Breite und darüber. Das hiezu verwendete Spiegelglas wird gegossen, geschliffen und mit Folie belegt. Diese Polirung und Belegung der gegossenen Gläser findet seit 1829 in der Porzellan-Manufaktur zu Wien Statt. Das große und prachtvolle Verkaufs - Magazin der Porzellangcfäße und der Gußspiegel wird zu Anfang der Schauflergasse, links vom Eingänge aus der Herrngasse gccffnet und zu besuchen seyn von 8—12 Uhr Morgens, von 2—6 Uhr Nachmittags. Daselbst befindet sich auch die Niederlage der Linzer Teppich-Fabrikation. 255 2. Die k. k. Kanonengießerei, Wieden, Favoritenstraße Nr. 3t7, gegründet von der Kaiserin Maria Theresia 1750, und der Aufsicht mehrer Artillerie-Offiziere übergeben. Mit ihr ist eine chemische Lehrschule verbunden, worin alles, was auf das Schmelzen der Metalle Bezug hat, vorgetragen wird. Auch sind in einem großen Folianten alle zur Stückgicßerei nölhigen Werkzeuge und Maschinen abgezcichnet. — Der Eintritt ist bei einem der dortigen Herren Offiziere anzusuchen. 3. Die Kano ncnb o hr erci. Nach vollendetem Guße erfolgt die Bohrung der Kanonen. Die neue Bohrmaschine ist auf der Landstraße, Rabengasse Nr. 486, ganz in der Nähe des Neustädter Kanals aufgerichtet. Die Bohrer liegen nicht vertikal, sondern horizontal, und die Kanonen drehen um solche sich vermöge einer eigenen mechanischen Vorrichtung herum. Der Bau selbst ist ein Meisterwerk des berühmten Reichenbaeh aus München. Der Eintritt ist in diese Anstalt nicht gestattet. In ganz besonderen Fällen ertheilt die Erlaubniß dazu der k. k. Hofkriegsrath (General-Artillerie-Directionskanzlei im Hof- kriegsraths-Gebaude, Stocks). 4. Die k. k. Gewehr-Fabrik, Währingergasse Nr. 20t, gegründet unter Joseph ll. 1785, verfertigt den größten Theil der Schießgewehre für die österr. Armee und für die Zeughäuser. Sie ist in neuerer Zeit mit einem auf 60 Individuen berechneten Büchsenmacher - Lehr-Jnsti- tut vereinigt, bestehend aus tüchtigen Zeugschmid- und Schlossergesellen, welche für die Artillerie auf die gewöhnliche 256 Eapitulationszeit ausgehoben sind. Die Arbeiten werden gefördert vermittelst mancherlei künstlicher Instrumente und Maschinen, unter welchen die Bohrmaschine für Gewehrläufe wohl die merkwürdigste ist. Der Eintritt ist in der Direktionskanzlei des Gebäudes anzusuchen. 5. Das k. k. Münzamt, Landstraße, an dem Neu- städter-Kanal, mit der Aufschrift : lteiHoneeariae, besorgt den technischen Geschäftsbetrieb, und hat bei einer Hauptfronte von 4l Klafter 5 Schuh Länge, 9 Klafter 5 Schuh Höhe, zwei Stockwerke. Zu ebener Erde sind die Lokalitäten zur Einlösung, die Probierwage, die Schmelzen, ein großer Prägesaal mit Spindelprägstöcken u. s. w.; im ersten Stockwerk: das Laboratorium, der Gvlddrahtzug und das Goldauflegzimmer, der Prägesaal mit den Ulforn'schen Maschinen, das Stämpel-Eabinet, das Graveur-Lokale u.s. w.; im zweiten Stockwerke die Mineralien - Sammlung u. a. In dem anstoßenden, 28 Klafter langen Maschinenhause dienen zum Betrieb der Walzwerke und Amalgamir-Mühlen 2 Dampfmaschinen von 14 Pserdekraft. In diesem Gebäude befindetsich auch die Hofmedaillen-Prägestämpel-Sammlung. Bon Privat - Etablissements dürften hier noch zu bemerken seyn: 6. DieBronzewaarcn-Fabriken des Jacob Weiß, Alservorstadt, Florianigasse Nr. 86, und des John > Morton, deren Niederlage in der Stadt, Luchlauben > Nr. 435 sich befindet. Beide liefern treffliche Erzeugnisse, 257 und letztere insbesondere Ketten, Schmucksachen re. rc. den besten und feinsten Goldarbeiten ähnlich. 7. Die k. k. Bronze- und Eisengießerei des s Joseph Glanz, Wieden, Hechtengaffe Nr. 508, errichtet I83l, liefert alle großen und kleineren Gegenstände in Bronze und Eisenguß, nämlich Armbänder, Colliers, Da- menschmuck, Schmuckträgcr, Schreibzeuge, Papierbcschwe- rer. Rüsten u. s. w., macht auch große Versendungen ins Ausland. — Fabriks-Niederlage: Kohlmarkt, dem Graben gegenüber, Nr. 282. 8. Die galvanoplastisch-artistische Anstalt der Herren Theyer und Waidelx, Josephstadt Nr. 215, seit l842, zur Verwendung der Galvanoplastik im Großen mit aller Sicherheit des.Verfahrens durch Erzeugung von glatten Platten für Kupferstiche jeder Art; durch Vervielfältigung von gestochenen Original-Kupferplatten von jeder beliebigen Manier des Stichs u. s. w., durch Verbesserung der vom Professor von Ko bell in München erfundenen Galvanographie. Diese Anstalt hat den glücklichsten Erfolg. Hebenstrc-t's Reisender. 17 Eilfter Abschnitt. I. Beförderungsmittel der Kunstbildungs- und damit verwandter Anstalten überhaupt. 1. Die Kunst-, Musikalicn- und Landkarten - H andlun g cn (13) verkaufen Zeichnungen, Kupferstiche, Lithographien, Gemälde, Büsten, Cameen, Basen, Musikalicn, Landkarten, Farben, Strick - und Stickmuster, Bücher, deren Hauptbestandthcile Kupfer sind, mathematische und cptische Instrumente. Die Kunsthändler bilden ebenfalls ein Gremium, und sind felgende in alphabetischer Ordnung: Dem. Artaria und Comp., Kohlmarkt Nr. 1l51 (viele Gemälde und Handzeichnungen). Math. Artaria's sel. Witwe und Comp., Spängler- gasse Nr. 569. Iercm. Bermann und Sohn, am Graben Nr. 6l9. Stgm. Bermann, Himmelpfortgasse Nr. 9l8 (großes Lager von alten Kupferstichen, Zeichnungen und Gemälden). Ant. Diabelli und Comp., am Graben Nr. 1l33. Lob. Haslinger, Kohlmarkt Nr. 28l, dem Graben gegenüber, k. k. Hof- und priv. Kunst- und Musikalien- 259 Händler, besitzt das größte Lager von Musikalien von etwa 10000 Artikeln der berühmtesten Tonsctzer, und eine Verlags-Expedition in Leipzig. Nach dem am 18. Juni 1842 erfolgten Lode des Inhabers dieser Handlung wird solche von der Witwe und dem Sohne.fortgesetzt. Franz Hasch, Bognergasse Nr. 424. Peter Mechetti, Michaclerplatz Nr. 1153 (Cameen, Bildhauerarbeiten, Gemälde). Eduard Mollo, Hauptverschleiß des I. Trentsensky, (Lithographien), jetzt unter der Firma E. Mollo und A. O. Witzcndorf, auf dem Graben Nr. 1144. Heinr. Friedr. Mä ler, Kohlmarkt Nr. 1148, (Kunst- bülcts, Stickmuster, Bilderbücher u. dgl.) L. T. Neumann, Kohlmarkt Nr. 257 (Lithographien). Ant. Paterno's sel. Witwe, Neumarkt Nr. 1064, (Lithographien, Kupferstiche u. dgl.) Dav. Weber, Antiquar-Kunsthändler, obere Bräu- nerstraßc Nr. 1,37 (ältere Gemälde, Kupferstiche). 2. Antiquitäten- und Gemälde-Handlungen. Mit diesen treibt Handel Joseph Giacomini, Herrn- gassc Nr. 252; dann befindet sich ein Lager von Ölgemälden alter und neuer Meister in bedeutender Auswahl u. dgl. in der Gemäldehandlung. Stadt, Krautgaffe Nr. 1093, nächst der Modewaarenhandlung zum Amor, und ein Verschleißgewölbe für Armaturgegenstände, von Münzen und Antiken hält Franz Hießmann, Jägerzcil Nr. 59. 17 » 260 3. Lithographische Anstalten sind gegenwärtig in Wien 16, und einige der vorzüglicheren: Die des Carl Gerold, Laimgrube an der Wien Nr. 31. Ludw. Förster, Leopoldstadt, Laborstraße Nr. 367, Bureau in der Wollzeil Nr. 869. Leykum und Höselich, an der Wien zum Kegel Nr. 37. Häußle's lithographische und ektypographische Anstalt, Teinfaltstraße Nr. 74. Joh. Rauh, Jägerzeil Nr. 57. Bestellungen auf lithogr. Kunstarbciten, besonders in Farbendruck übernimmt die Kunsthandlung L. T. Neumann, Kohlmarkt Nr. 257. Math. Rud. Tema, alte Wieden Nr. 462 (Stadt, Tuchlauben Nr. 399). 4. Das topographische Bureau des k. k. Ge- neral-Quartier-Meister-Stabes, oder das k. k. militärische geographische Institut, Hofkriegsrathsgebäude am Hof Nr. 422, besorgt die Herausgabe von Landkarten, welche sich auf eine genaue trigonometrische Vermessung gründen, besonders von den speciellen Karten des Österr. Kaiserstaatcs. Das Lerzrichniß der bereits erschienenen Karten ist im Bcrkaufsorte daselbst (zur ebenen Erde, rückwärts gegen die Seitzergasse) cinzusehen, und dort auch die Sammlung der vom geographischen Institut zu Mailand hcrausgegebenen Karten zu haben. Die mit diesem Bureau verbundene lithographische Anstalt liefert treffliche Straßen - und Culturkarten. 5. Das typometrische Landkarten -Institut des Franz R a fsel sperg er, Jägerzeil, nächst der L6L Ferdinandsbrücke Nr. 638 (vergl. oben neunter Abschnitt), beschäftigt vorläufig sich mit der Herausgabe eines Atlas in zwei Abtheilungen, deren erste den österreichischen Kaiser» staat in 15 topographischen Provinzkarten, und die zweite Europa mit Vorder-Asien und den Nordküsten Afrika's in 24 großen Medianblättern enthalten wird. Auf diesen sämmtlichen Karten sind die Gewässer blau, die Gebirge grau oder grün, die Eisenbahnen, Straßen, Ortszeichen und Gränzen braun, die Schrift mit geographischen Lettern schwarz dargestellt und die braunen Gränzen mit mehren Farben gedruckt. Durch diese mehrfarbige Darstellung der verschiedenen Gegenstände wird jeder Verwirrung vorgebeugt, und Klarheit und Deutlichkeit befördert. Dann sind derlei Landkarten gleichsam in das Papier hineingedruckt und daher kann die Schrift sich nie verwischen; auch liegen jihnen die vortrefflichen Karten des k.k. Gencral-Ouartiermeistcr-Stabes zu Grunde mit Anzeige der Grade und Minuten, und mit beigefügtcm Maßstabe, und endlich sind die Staats-Provinz- und Kreisgränzen nichts mit der Hand illuminirt, sondern mittelst eigener Vorrichtungen gedruckt. Dieses in seiner Art einzig« Institut wird auf die Verbreitung geographischer Kcnntniß unfehlbar von entschiedener Einwirkung'seyn. 6. Der Privatverein zur Beförderung der bildenden Künste, entstand 1830 und hat den Zweck »durch Ankäufe gelungener Werke lebender vaterländischer Künstler die Thatigkeit derselben anzuregen, und die Theil- L62 nähme für die bildende Kunst im Publikum zu verbreiten." Der Fond wird durch jährliche Beiträge, ü 5 fl. jede Actie, gebildet und nach Maßgabe desselben aus der Kunstausstellung jährlich eine Anzahl Gemälde l50—60) angekauft, solche nämlich, welche der erwählte Vereins-Ausschuß zum Ankauf geeignet findet. Die angekauften Gemälde werden sodann unter den Actien-Bcsitzcrn verloset, eines der Hauptgemäldc aber von einem tüchtigen Künstler in Kupfer gestochen, und jedem Actien-Znhaber ein Abdruck zugestellt. Das Resultat der Verlosung, wie der Stand des Vereins in Beziehung auf Einnahme und Ausgabe, und überhaupt auf die Wirksamkeit desselben wird jährlich öffentlich bekannt gemacht. Die gedruckten Statuten des Vereins sind zu haben in Müllers Kunsthandlung, Kohlmarkt 11,7 (unentgeldlich), und ebendaselbst, oder bei der ersten österr. Sparkasse die Einlagen L 5 fl. zu machen. 7. Die öffentliche Kunstausstellung in den Sälen des k.k. polytechnischen Instituts, entstanden 1816, wird seit 1835 alljährig im Monat April veranstaltet und dauert mehre Wochen. Als Vorgängerin des eben erwähnten Kunstvercins hak'te sic fast den nämlichen Zweck »die öffentliche Theilnahme für die bildende Kunst anzuregen und zu fordern, das Publikum mit den Fortschritten der Künstler bekannt zu machen und diesen zugleich dadurch einen Absatzweg für ihre Erzeugnisse der Kunst zu eröffnen." Bis zum Jahr 1839 blieb diese Kunstausstellung nur aufWerke hiesiger akademischer Künstler 263 beschränkt, dann aber wurde auch die Aufnahme der Kunstwerke von lebenden Künstlern des Auslandes gestattet. Der Besuch derselben findet gegen Eintrittsgeld letwa 10 kr. die Person) Statt, wird in der letzten Woche aber auch unentgeldlich gestattet. Ein gedruckter Satalog weiset die Anzahl und die Gegenstände der Kunstwerke (Zeichnungen, Lithographien, Kupferstiche, Pastell - und Ölgemälde, plastische Arbeiten rc.) nach. 8. Die Gewerbs -Produkten- Ausstellung, odir die Ausstellung von Meisterwerken der Erzeugnisse ? aller Fabriks > Manufaktur - Gewerbszweige der gesammten Monarchie. Sie wurde von der k. k. Regierung angeordnet und die erste im September 1835 veranstaltet. Die folgende wurde <1>>3!)) in den von Sr. Majestät Ferdinand I. dazu bestimmten Sälen im k. k. polytechnischen Institut abgehattcn und gewährte thatsächlich ein gleich mannigfaltiges und großartiges Schauspiel. Zur größeren Belebung des Kunst- und Jndustriefleißes ist von Sr. Majestät dem Kaiser auch eine feierliche Vertbcilung goldener, silberner und bronzener Ehrenmcdaillen für die von der dazu bestellten Commissicn anerkannten ausgezeichnetsten Fabrikate bewilligt. Um der inländischen Industrie alle Vortheile zuzuwenden, welche die neuesten Erfindungen und Verbesserungen im Gebiete der Technik und verwandten Wissenschaften an die Hand geben, beabsichtigt unsere Staatsverwaltung 16 Individuen aus dem Gewerbstande in Europa und Amerika reisen zu lassen, und die namhaften Kosten für diese Reisen 264 aus der Staatskasse zu bestreiten. Die Reisenden, welche die Direktion des polytechnischen Instituts verschlagen und die k. k. Hofkammer wählen wird, sollen durch diese Maßregel in den Stand gesetzt werden, ein jeder in seinem erlernten und im Jnlande ausgeübten Fach durch eigene Anschauung des anderwärts bestehenden Betriebs alle zu dessen Vervollkommnung geeigneten Erfahrungen zu sammeln. Die Ausführung dieser großartigen Idee muß auf die Erhebung der Industrie von den wohlthätigsten Folgen seyn. 9. Der Nied. Österr. Gewcrbs-Verein bildete sich in Folge der ersten österr. Gewerks-Produkten- Ausstellung (1835) im Jahre 1840 zur Beförderung des Aufschwungs der Industrie und des Handels. Er verbreitet sich demnach über das ganze Gebiet der Gewerbs-Jndustrie und scheidet sich in 6 Abteilungen, nämlich für Chemie und Physik, für den Handel, für Mechanik, für die schönen Künste, für Naturgeschichte und Material-Kenntniß, und für Manufakturzcichnung. Außer den monatlichen Versammlungen finden auch außergewöhnliche Statt, um durch wechselseitige Rücksprache, durch Anschauung und Forschung, Prüfung neuer Erfindungen, Preisaufgaben u. s. w. auf. das gesammte Gewcrbswesen ermunternd und fördernd einzuwirken. Der Verein ist durch ein Stammcapital und durch jährliche Beiträge der Mitglieder, jetzt bereits über ?00, gegründet. Das Lokale desselben ist in der Himmel- pfortgasse Nr. 965. Auch ist zur Benutzung für die Vereinsmitglieder eine Bibliothek von etwa 600 Bänden, mit mehren hundert Tabellen, Karten und Kunstblättern aufge- 265 stellt, und in einem Lesezimmer sind 50 periodische Werke (2 ital., 8 englische, 10 franz. und 30 deutsche) vorhanden. Das jährliche Einkommen des Vereins beträgt nämlich schon gegen 1300 fl. C.M. und außerdem haben die Vereinsmitglie- der das Recht, Fremde einzuführen. 10. Die Gesellschaft zur Beförderung der Manufakturzeichnung unter Autorität der k. k. Akademie der bildenden Künste, ist im Jahr 1841 'zusammengetreten, und hatte im Betrage von 1720 fl. gegen 20 Prämien ausgcsctzt für Zeichnungen in der Shawlweberei, Seiden-, Wolldruckcrei, Baumwoll- und Teppichweberei, außerdem 300 fl. zum Ankauf geeigneter Zeichnungen. 11 . Eine öffentliche Manufaktur-Z eichnungs-f schule wurde bereits vor mehren Jahren von Joseph , Georg Bartsch errichtet, Kaiscrstraße Nr. 116 nächst ' der Mariahilfer Linie, in derselben an Sonntagen in der Weberei überhaupt, und in der Kunstweberei insbesondere Unterricht ertheilt und dadurch auf diesen wichtigen Manu- saklurzweig ebenfalls zweckmäßig eingewirkt; gegenwärtig (1842) hat Johann Krzapila auf der Windmühl, kleine Stcingafle Nr. 84 (seit dem 1. März 1842) eine Manufakturzcichnungsschule errichtet, worin Manufakturzeichnung jeder Art, Vorrichtung der Stühle für Ganzseiden-, Shawl- und Baumwoll-Artikel gelehrt wird. 12. Eine Kunststickerei-Bildungsanstalt, die erste und bis jetzt einzige dieser Art von der k. k. Kunst- stickcrin Marie Benkowitz, besteht in der Stadt, Bürgerspital Nr. 1100, 5. Hof, 9. Stiege, 3. Stock, und hat 266 zum Zweck, Unterricht in geschmackvollen und elegante» Daincnarbciten, vorzugsweise in der höhern Kunststickerei zu ertheilen. II.^Sammlungen zu den Kunstbildungs- und den verwandten Anstalten gehörig. Sammlungen von Alterthümern der Kunst und Technik, Münzkabinette, Zeughäuser, diplomatisch - heraldische Sammlungen. V e llc nt l i ch c. 1. Die k. k. Schatzkammer, im Schweizerhofe der Burg, füllt eine GaUeric und vier Zimmer, und enthält außer den kaiserlichen Kleinodien eine große Zahl durch Stoff, Kunst und historische Bedeutung höchst kostbarer und ausgezeichneter Gegenstände. Unter diesen: die berühmte runde Schüssel aus Einem Stück Achat, im Durchmesser 27 Zoll; das gleichfalls berühmte Trinkgcfäß aus Einem Stück Smaragd, im Gewicht 2532 Karat, und dessen Deckel 448 Karat; der Talisman Wallenstein's aus Krysiall mit dem Zeichen des Löwen; die heiligen drei Könige und die Kreuzes-Abnahme Christi in Holz geschnitten von Albr. Dürer; ein mit Miniaturgemälden geschmücktes Buch vom Kaiser Rudolf in Jaspis gebunden; eine große Stockuhr mit herrlich getriebener Silberarbeit (500 Mark), Geschenk an Maria Theresia vom Landgrafen Hessen - Darmstadt; eine goldene Schale <642 Dukaten schwer) von dem Großfürsten Michael Fedorowitsch; ein 267 Lavoir von Silber und ein Crucifix von Elfenbein, Werke Benvenuto Cellini's; die Metallbüsten von Kaiser Franz und Maria Theresia auf einem Gestell von weißem Marmor, einige der berühmten Pcrzellangemälde Rafaels und Giulio Romano's; die Wiege des s. g. Königs von Rom aus vergoldetem Silber von Prüdhon, Regnet, Thomire und Odiot in Paris verfertigt; Timur's Säbel, den der persische Bcthschafter Mirza Abul Hassan Ehan bei seiner Sendung nach Wien I8l9 dem Kaiser Franz I. als ein Geschenk seines Gebieters überbrachte; dann der berühmte Florentinische Diamant, 433 Karat, '/-Gran oder 532 V- Gran schwer, vor etwa 70 Jahren geschätzt auf 4,043.3l4fl., ein sehr großer Diamant in Form eines Hutknopfcs; eine Garnitur Diamantknöfe (300.000 fl.); der reiche Familienschmuck des kaiserl. Hauses, und das Taufzeug desselben. Bon den hier aufbewahrtcn Reliquien des ehemaligen h. römischen Reichs wären zu erwähnen: der Speer mit dem Nagel vom Kreuze Christi, ein Stück des heil. Kreuzes, ein Stück der Schürze Christi, ein Stück der Krippe, ein Stück des Tischtuches von heil. Abcndmal, drei eiserne Glieder und Ringe von den Ketten des heil. Petrus, Paulus und Johannes u. s. w. Zu den kaiserl. Kleinodien gehören die Insignien des weil. heil, römischen Reichs, nämlich der Kaiser-Ornat Karls des Gr., Krone, Zepter, Reichsapfel, Dalmatika, Alba, Stola, Mantel, Handschuhe, Strümpfe, Gürtel und Schwert. Auf dem Knopfe des letzteren ist der kaiserliche Adler und hinter demselben der königlich böhmische 268 Löwe. Ferner die ehemalige Hauskrone, Zepter und Reichsapfel, unter Kaiser Rudolf II. in Prag verfertiget, dann seit Annahme der erbländ. Lsterr. Kaiserwürde zu den kaiserlich österreich. Insignien bestimmt, sind mit Diamanten, Rubinen, Saphiren, Perlen und ungemein schöner Emailarbeit geziert. Die Krone hat an Gold 1189 Gran, der Zepter die Schwere von 194 Dukaten, und der Reichsapfel von 484 Duk. Hiezu kommen noch die beiden Kronen II. MM. des Kaisers und der Kaiserin, welche zur Krönung in Prag 1837 angefertigt sind. Jene, welcher die von Rudolf II. zürn Muster diente, enthält 20 große, 2 rosen- farbene, 504 kleinere weiße Solitärs, 8 Tropfen, 122 große, 246 kleinere Perlen; die der Kaiserin ebenfalls 20 große und 2 rcsenfarbcne, dann 23 kleinere weiße Solitärs, 28 Brillantrosen, 304 Brillanten, 8 Tropfen, 122 große runde, und 246 kleinere Perlen. — Außerdem zeichnen sich durch gediegenen Werth aus: die Maria Theresien-Ordens- Maschc mit 548 Brillanten, die Toison's für weil. Kaiser Franz I. und Se. regierende Majestät, die Sterne der k. k. Orden u. a. m. In der Schatzkammer werden auch aufbewahrt die Schlüssel zu den Särgen in der Kaiscrgruft bei den Kapuzinern. Eintrittskarten werden nach geschehener Anmeldung an einem Montage im Schatz - Meister - Amte in der Burg, Schweizerhvf, am darauf folgenden Donnerstag entweder für den nächsten Tag, Freitag oder für Samstag um 10 Uhr ertheilt. Bei der Anmeldung muß auf einem 269 Blatt der Name, Stand und die Zahl der Personen bemerkt seyn, welche den Eintritt wünschen. 2. Das k. k. Münz- u. Antikcn-Cabinet, im Augustinergange der Burg, ist eine der reichsten und kostbarsten Sammlungen von Alterthümern der Kunst in Europa, unter der Oberleitung Sr. Erc. des Grafen Mcriz von Dietrichstein, in 5 Zimmern aufgestellt. Im Eingangssaale, Bronzensaal, findet man sämmtliche Monumente in Bronze, nämlich Idole, Hausgcräthe, Gefäße, Helme, Lampen, kleine Bildwerke u. dgl., etwa 2600 Stück. Unter diesen zeichnen sich aus: der Bierfuß, Hektar, die in Steiermark gefundenen Helme, die klassenmäßig geordneten Anticaglien, mehrere indische Sculpturen, christlich byzantinische Bildwerke und Einquecento-Bronzen, zum Thcil nach berühmten Antiken. Die unteren Fächer der Kästen, worin die bemerkten Bronzen größtenthcils aufbewahrt sind, enthalten außer zahlreichen Kupferstichen von Alterthümern dieser Sammlung und über 2500 Handzeichnungen des k. k. Ca- binetzeichncrs P e tcr F.endi 8000, an Dukaten und Groschen gegen 20000, und in Bronze beinahe 4000; das zweite (Eabinet der antiken Münzen), mit einer Kopie der Hauptseite des s. g. Fugger'schen Sarkophags, nebst Abbildungen anderer antiker Monumente von Fendi, in der Reihe das vierte Zimmer enthält aber in 8 Kasten die griechischen Münzen, etwa 25000, und die römischen und byzantinischen Münzen bis zum Mittelalter 34000 Stück. Die Büste weil. Kaisers Franzi, an der Wand dieses Zimmers ist von Canova, jene Kaisers Josephll. von Mcsserschmidt. 271 Das fünfte Zimmer endlich bewahrt die kostbarste, rinschützbare Sammlung geschnittener Steine in 6 Wandkasten, zum Tdeil unter Glas, nämlich 1207 antike, 6>!) moderne Eameen und Jntaglien, 509 antike Posten, und 79 Gefäße, Figürchen u. dgl. aus edlen Steinen. Zu den Antiken gehören unter anderen die st g. Apothecse August's, vomKaiser Rudolfll, um l2000Dukatcnerkauft, das vollkommenste Meisterwerk dieser Art, eine Onyrplatte von 83/, Zoll im Durchmesser mit 20 menschlichen Figuren in den schönsten Stellungen und in harmonischer Bewegung; dann Ptolemaus Philadelphus mit seiner Gemalin Arssnoe; Jupiter auf dem Viergespann, Augustus und Roma u. A. Außer diesen Gegenständen enthalten die Wandschränke die berühmte Onyrschalc von 2x>L Zoll Durchmesser mir Handhaben, aus dem Brautschatz Maria's von Burgund, und von unschätzbarem Werth, ein Seitenstück jener berühmten Achatschüssel von 27 Zoll Durchmesser in der k. k. Schatzkammer; zehn Gefäße und Schmuckkctten mit Edelsteinen, worunter eine Kette mit 49 aus Muscheln erhoben geschnittenen Brustbildern Lsterr. Regenten vom Kaiser Rudolf I- bis auf Ferdinand's III. Bruder, Leopold Wilhelm, geschmückt mit 4x8 Rubinen, und eine andere silberne vergoldete Schale, angeblich einst als Prachtgcfäß bei Kaiserkrönungen gebraucht, mit 241 geschnittenen (3 antiken) Steinen. In zwei andern Kasten befinden sich die antiken Schätzein edlen Metallen, und zwar 277 aus Gold, nämlich Gefäße lin Ungarn und Siebenbürgen gefunden), Fi- gürchcn, Gcrathschaftcn, Kettchen, Agraffen, Ringe, darunter eine goldene Kette mit den verschiedenartigsten Werkzeugen der menschlichen Industrie; dann 213 verschiedene Kunstwerke aus Silber, unter diesen eine sehr schöne Schale aus Aquilcja, darstellend ,daS vom Germanicus, als Triptolemus, der Ceres dargebrachte Opfer.« Mehre Büsten, unter diesen bieder Gründer und ersten Sammler dieses Cabincts, stehen zwischen den Kästen, nämlich Carl V., Rudolf II. (beide vcn Adam Frics von Leyden), Franz I., Gemal der Kaiserin Maria Theresia (von Moll) und Franzi., als östcrreichischerKaiser (von Z a un c r). Zu beiden Seiten des Einqangs zu diesem Cabinet im Augustinergang sind verschiedene römische Denksteine undMeilen- zeigcr, dann auch einige ägyptische Llterthümer zu bemerken, namentlich der Sarkophag des ägyptischen Helden Catamasi mit vielen tausend Hieroglyphen aus Einem Stück grauen Marmors; 2 sitzende weibliche Figuren mit Löwcnköpfen (vcn Bclzoni aus den Ruinen vcn Theben gebracht) aus Granit und uralt, und ein großer Mumien-Sarkophagdeckel eines der Pharaonen, mit Hieroglyphen, aus Granit. Die ehemals im Cabinet befindlich gewesenen Alterthü- mer von Marmor sind jetzt mit der Ambraser-Sammlung Erlaubniß zum Eintritt wird ausschließlich von der Ober-Direktion des allgemeinen Krankenhauses rrtheilt. LSS I >1 Die Kliniken der k. k. Universität, im Lokale des allgemeinen Krankenhauses, an dessen Verwaltung die Universität jährlich eine Summe von 18000 fl. entrichtet, und worin die aus allen Abtheilungen des Krankenhauses gewählten Kranken nach Maßgabe der zweiten Klasse verpflegt werden. Diese Kliniken scheiden sich in: «) die medizinische für Ärzte, wcrin 28 Betten für Männer und Frauen, im freistehenden Gebäude des Hofes Nr. 1 ; /j) die medizinische für Wundärzte mit 12 Betten, im linken Flügel des Hofes Nr. 1 ; 7 ) die chirurgische, oder das chirurgische Operations- Institut, gegründet 1807 vom Ritter v. Kern, mit 27 Betten, links vom Eingänge in den Hof; S) das Institut für Augenkranke, oder die oculistische Klinik, im Hof Nr. 3, mit 2 Sälen und 20 Betten, und einem Hör - (zugleich Ordinations- und Operations-» Saal, sämmtlich grün gemalt und mit grünen Vorhängen versehen. Die Ordination an ambulirende Kranke erfolgt um 10 Uhr Vormittags uncntgeldlich. Die Zahl derselben steigt jährlich auf etwa 1000 . r) Die geburtshilfliche Klinik, seit 1833 aus zwei Abtheilungen bestehend, mit rcsp. 100, und 80 Betten, zur unentgeldlichen Aufnahme, zählt mit der k. k. Gebäranstalt jährlich über 4000 Geburten. 6 . Das k. k. MilitLr-Garnisons-Hauptspi- t al, hinter dem Jcsephinum Nr. 219, enthält zugleich 299 die verschiedenen Kliniken der Joseph - Akademie und in einem Nebengebäude den Sectionssaal nebst der Todten- kammer. Das Spital hat vier Abtheilungen für die verschiedenen Krankheitsklaffen und ist auf mehr als 900 Kranke berechnet, obgleich in der Regel nur gegen 800 Betten besetzt sind. 7. Das Handlungs - Kranken - und Ber- pflegs-Jnstitut, Alservorstadt Nr. 280, wovon crste- res seit 1745, das zweite seit 1795 besteht. Das Kranken- Jnstitut hat die Bestimmung »kranke und dürftige Mitglieder des Handelsstandes aufzunehmen,« und das Verpflcgs- Jnstitut: »die ihres Alters und körperlicher Gebrechen wegen zum Erwerbe unfähig gewordenen Mitglieder zu versorgen.« Das Institut befindet sich in einem schönen Gebäude, hat eine gute Handbibliothek von Erbauungsbüchern, einen geräumigen Garte», eine eigene vom Architekten I. Schaden erbaute Kapelle, mit einem Altar, gefertigt von Rös- ner, und einem Altarblatt von Leop. Kupelwieser. Die Kranken-Anstalt enthalt in 5 Zimmern 22 Betten, das dabei angestellte ärztliche und wundärztliche Personale ist dem Bedürfnisse vollkommen entsprechend, und die Zahl der jährlich hier behandelten Kranken beträgt gegen 120. Zu dem Kranken-Institut zahlen etwa 1000 Lereins- Mitglicder jährlich einen Beitrag jedes von 2 fl., und die gleiche Summe zur Bcrpflegs- oder Pensions-Anstalt, aus welcher ein dürftiges und erwerbunsähiges Mitglied des Handelstandes jährlich die Summe von 120 fl. bezieht. 300 Gegenwärtig werden deren 2t betheilt. Außer diesen Beiträgen besitzt das Kranken-Jnstitut einen Fonds von etwa 100,000fl., und das Verpflegs-Jnstitut von etwa 600,OOOfl. 8. Das Jnquisiten-Spital, im neuen Eriminal- Gefangenhause, Alscrvorstadt, am Glacis, ein vier Stockwerk hohes Gebäude, mit 30 Krankenzimmern, abgctheilt für Männer und Weiber, mit 169 Betten und 50 Wärter, zur ebenen Erde eine Badstube mit 14 Wannen und überhaupt mit Meißner'scher Heitzung. Durchschnittlich werden hier jährlich 1200 Kranke behandelt. 9 . Das Provinzial - Strafhaus - Spital, Leopoldstadt Nr. 231, ist von dem Provinzial-Strafhause gesondert, und dient zur Aufnahme kranker Züchtlinge und Arrestanten, mit Ausnahme derer, welche wegen Schulden verhaftet sind. Zwei Ärzte und zwei Wundärzte besorgen die Kranken, deren im Durchschnitt etwa 80 vorhanden sind. 10. Das Spital der Israeliten in der Roffau Nr. 50, gestiftet 1698 von Samuel Oppenheimer, vor etwa 50 Jahren von der Wiener jüdischen Gemeinde angekauft, fast ausschließlich für fremde, insbesondev für zufällig hier anwesende Erkrankte bestimmt, so daß'die Behandlung sich auch auf veraltete Übel erstreckt. Das Institut enthält in 6 Zimmern 40 Krankenbetten, behandelt jährlich im Durchschnitt etwa 200 Arme, ertheilt Rath, Arzneien und Unterstützung jährlich an 600 — 800 Hilfesuchender, behandelt Kranke in ihren eigenen Wohnungen, und nimmt selbst plötzlich Ncrunglückte anderen 301 Glaubens auf. Bei dieser Anstalt finden sich eine Haus- Synagoge, ein Badhaus und ein Garten für Genesende. 11 . Das Spital der barmherzigen Brüder, Leopoldstadt Nr. 325, und deren Reconvalescentenhaus, Landstraße Nr. 270. Zenes ist seit 1839 bedeutend erweitert und auf 180 Krankenbetten eingerichtet, so daß im Ganzen jährlich hier mehr als 4000 Kranke, ohne Unterschied der Religion, ausgenommen und unentgeldlich behandelt werden, da der größte Theil aus armen reisenden Handwerksburschen und Leuten aus der dienenden Klasse u. dgl. besteht und nur wenige Stiftungsplätze für gewisse Handwerke und Innungen vorhanden find. Hier finden auch wahnsinnig gewordene Geistliche ihre Versorgung. Das Reconvalescentenhaus ist bereits 1756 gegründet und gleich darauf erweitert (überhaupt 16 Betten). Es geschah dieses durch die Herzogin von Savoyen und Piemont, Maria Theresia, und durch die Kaiserin Maria Theresia. Die Lage desselben ist ungemein günstig, das Gebäude mit einem freien Gartenplatz umgeben und zur Aufnahme der Genesenden aus dem vorbemerkten Spi- tale ganz geeignet. Der Eintritt ist erlaubt, und auch das Kranken-Jnstitut kann von 2 — 4 Uhr Nachmittags in Augenschein genommen werden. 12. Das Krankenhaus der Elisabethiner- Ronnen, Landstraße Nr. 356, hat seit einigen Jahren eine bedeutende Erweiterung erhalten, wozu die Vermächtnisse des Grafen v. Harr ach mit 17000 fl. und des Dr. Joseph Zimmer mann mit 10000 fl. bestimmt waren. 302 Es bestehen gegenwärtig St Krankenbetten für arme Personen weiblichen Geschlechts, ^dic hier ärztliche Hilfe und Verpflegung finden und deren jährlich gegen 800 ausgenommen werden. Die Besichtigung dieser Anstalt ist von 2 — 4 Uhr Nachmittags gestattet. 13. Das Krankenhaus der barmherzigen Schwestern, Gumpendcrf Nr. 195, errichtet am 12. November 1831 zu dem Zweck ,Kranke beiderlei Geschlechts ohne Rücksicht auf Religion und Vaterland, in und außerhalb des Instituts zu warten, in der Folge auch der weiblichen Jugend unentgeldlichen Unterricht zu erthcilcn.* Die ersten Novizen wurden am 12. Juli 1833 eingcklcidet und ihre Zahl übersteigt bereits 80. Die Zahl der jährlich verpflegten Kranken aber beträgt gegen 800. Außer zwei Kranken-Sälen, einer für die Kranken weiblichen, der andere für die männlichen Geschlechts, jeder mit 15 Betten, sind 1839 auf Kosten des Erzherzogs Maximilian d'Este noch 2 Zimmer mit 24 Betten, eine Bade- Anstalt u. s. w. eingerichtet. Den Krankendienst außer dem Institut besorgten 18 Schwestern. Alsein Filiale ist das Earmeliter-Kloster in der Leopoldstadt seit dem 8. Februar 1841 bestimmt und zum Thcil schon eingerichtet. 14. Das Priester-Krankenhaus, Landstraße, Ungergaffe Nr. 433, errichtet 1780 durch freiwillig« Beiträge, zur Verpflegung kranker Geistlichen theils im Gebäude selbst mit Wohnung, Kost, Bett, Wäsche, War- 303 tung, mit Arznei und ärztlicher Hilst, theilS mit Arzneien und ärztlicher Hilfe in der eigenen Wohnung der Kranken. 15. Das erste öffentliche Kranken- und Impfungs-Institut für arme Kinder, eine Privat- Anstalt, gegründet 1787, Spänglergaffe Nr. 426, unter der Oberleitung des vr. Löblsch. Für kranke Kinder, deren Mütter gehörige Armuthszeugnisse beibringen, geschieht die Ordination und Verthcilung der Medizinen un- entgeldlich, eben so für alle Findlinge gegen Vorzeigung der Findelhaus-Urkunde. Behandelt werden jährlich etwa 1400 Kinder. Die Schutzpocken-Jmpfung findet jeden Montag von 8 — 4 Uhr Statt. Eine ähnliche Anstalt unterhält Dr. Goetz, Wollzeil Nr. 779. 16. Das Kinder-Spital, oder die Privat- Heilanstalt für arme Kinder, Schvttenfeld, Kaiserstraße Nr. 27, errichtet auf eigene Kosten vom Doctor Sudw. Wilh. Mauthner, eröffnet am 26.August1837, und seit 1840 unter dem Protektorate Z. M. der Kaiserin Maria Anna, Allerhöchst welche bereits 6 Betten gestiftet hat, welchen von der Fürstin Souisc Schönburg das 7. beigefügt ist. Das mit einem Garten versehene Gebäude enthält in einem geräumigen Saale 12 Betten zur Aufnahme und unentgeldlichen Verpflegung armer Kinder, die besonders an hitzigen und schnellvcrlaufenden Krankheiten leiden. Auch wird von 3—4 Uhr Nachmittags für kranke Kinder Ordination ertheilt. Die ursprünglich nur für kranke Kinder armer Altern gegründete, nunmehr durch einen Verein sestbegründete Anstalt hat auch die Erlaubniß, kranke und 304 pflegbedürftige Kinder von 14 Tagen bis 12 Jahren ohne Unterschied gegen eine Vcrpflegungsgebühr von io bis 20kr. täglich, für einen Monat vorhinein zu entrichten, aufnehmen und ärztlich behandeln zu dürfen, in welcher Beziehung die ärztliche und ökonomische Leitung der Anstalt unmittelbar von vr. Maulhner, unter Mitwirkung eines Assistenten ausgeht. Bon dem Unterrichte, der hier über Pflege und Heilung kranker Kinder ertheilt wird, ist bereits Abschnitt VIII. Seite 201 die Siede gewesen. 17. Die Privatheilanstalt für Gemüths- kranke, gegründet von l»r. Bruno Goergen, Oberdöbling Nr. 168 (früher in Wien), jetzt fortgesetzt von dem Sohne des Gründers, mit einer eben so sorgfältigen als zweckmäßigen Behandlung der Kranken, die nach drei Klassen, täglich zu 3, 4 und 5 fl. Verpflegung u. s. w. erhalten. Mit weniger bemittelten Personen wird auch ein möglich billiges Uebereinkommen getroffen. Der jährliche Krankenzustand dürfte 20— 30 seyn. 18. Die Privat-Heil- und Verpflegs-An- stalt des Franz Pelze l, Wund- und Geburtsarztes, Alservorstadt, Hauptstraße Nr. 126, in sehr geräumigen Commun-Zimmern täglich zu Ifl. 30kr., und in schönen Scparatzimmern ü2fl., gegen I4tägige Vorausbezahlung und Kostenersatz für Arznei, Mineralwässer u. a. dergl. Hilfsmittel. Diese Anstalt entstand 1838, ist auch für stille Geisteskranke und Blöde eingerichtet in abgesonderten Lokalitäten, ohne Berührung mit den übrigen Kranken, Md nimmt endlich insbesondere Fremde auf. 308 die einer besonderen Krankheit wegen zur Heilung nach Wien kommen oder einer Operation sich unterziehen wollen , gegen ein billig zu treffendes Uebereinkommen. Eine ausführliche Schilderung dieser den »laisons cks 8a»lö in Paris nachgebildeten Anstalt enthält vr. H. Beer's Gesundheitszeitung, Jahrgang 1838, und im Jahre 1811 bis Ende Novembers wurde diese Anstalt von 6S Individuen benützt. , 19. Die Heilanstalt für Gemüthskra nke. Irrsinnige und Halbnarren der Witwe des vr. »l. Pabst, Stadt, Tejpfaltstraße Nr. 47, vorzüglich für dergleichen Kranke weiblichen Geschlechts gegen eine tägliche Vergütung von 1 — 6 fl. Die Behandlung derselben entspricht genau ihrer Individualität und entfernt alles, was an ihren Zustand erinnert. Die Kranken sind von einander getrennt, die Genesenden werden jedoch vorzugsweise Mm Familientisch gezogen u. s. w. Die Bedienung im Hause ist ganz weiblich. 20. Die Heilanstalt für Brustkranke in Ober- Sanct-Veit, von einigen Wiener-Aerzten errichtet, steht unter der Direktion des vr. Mathias Erbes, (Tuchlauben Nr. 553, Stock 1). Die an Brustübel, Husten mit Fieber, Bluthusten u. dgl. leidenden Kranken erhalten hier in eigenen Zimmern Verpflegung und ärztliche Hilfe, zu deren Beförderung die gesunde und reizende Ortslage mitwirkt, gegen billige Bedingungen. 21. Die Heilanstalt für Bruch-Patienten des vr.Carl Lu dw ig Knoth, Blutgaffe Nr. «47. Die Hibinstrnt'« Sikisknd». 20 306 Dauer der Cur ist nach Verschiedenheit der Umstände auch sehr verschieden, von 6 Wochen bis 2—3 Monate, selten länger. Gewöhnlich kommt man täglich auf 2 Stunden zur Behandlung in dieAnstalt, und zahlt für die Benutzung der- elben sammt allen zugehörigen Apparaten, für die Bedienung, für nöthige Heilmittel und sonstige Requisiten wöchentlich 5 fl.^C. M. Das ärztliche Honorar ist dem Gut« befinden der Hergcstellten überlassen. Arme werden kostenfrei behandelt. Nur die Bandagen und etwa nothwcndige besondere mechanische Vorrichtungen werden zu billigen Preisen eigen« gerechnet, dergleichen auch für Jene, welche die Kenntnisse des Gründers dieser Anstalt in Anspruch nehmen, nach seiner eigenen Angabe gefertigt, und das vor- theilhafte Anlegen und Tragen de« Bruchbandes, so wie die zweckmäßige Anwendung mancher vielleicht hiezu erforderlichen Beimitteln wird Jedem nach Bedarf insbesondere angegeben. Die Ordinationsstunde ist täglich von 8 — S Uhr Vormittags. 22. Der Sanitäts-Verein für den Mariahilfer Polizeibezirk inner den Linien Wiens, errichtet 184t, in welchem jedem beigetretenea Mitglied gegen Leistung einer geringfügigen monatlichen Einlage in vorkommenden Krankheitsfällen für sich und seine Angehörigen die ordentliche ärztliche Behandlung und die Beziehung der Arzneien aus der Lereinsapotheke unentgeldlich zu Theil wird. Die Doctorcn NeSper, Mariahilf Nr. 22, und Preleuthner, Laimgrube Nr. 99, haben der weiteren Einleitung sich unterzogen, und es ist diesem Verein nicht 307 nur ein segenreichcr Erfolg, sondern insbesondere auch zu wünschen, daß dergleichen Vereine sich über alle Polizei- Bezirke Wiens verbreiten möchten. 23. Das Bezirks-Krankenspital auf der Wieden, im chem. GrafKarvly'schen Palais, Favoriten- straße Nr. 302, ist am 6. Dezember I84l feierlich eröffnet worden. Es wurde durch den k. k. Regierungsrath Proto- medikus Joseph Knolz veranlaßt und durch Beiträge gegründet. Bestimmt ist es für die Vorstädte Wieden, Schaumburgergrund, Matzleinsdorf, Nikolsdorf und Hundsthurm, und steht unter dem Pkotectorate Sr. k. k. Hoheit des Erzherzogs Franz Carl. Dem Krankendienste in diesem Spi- tale widmet sich eine Anzahl der barmherzigen Schwestern. 24. Das Klein-Kindcrspital für den Polizei- Bezirk Wieden, eine unentgeldliche Anstalt, eröffnet am 19. März 1842 durch einen aus Statuten gegründeten, von der k. k. niederösterr. Landesregierung genehmigten Verein, auf dem Schaumburgergrund, Linicngaffe Nr. 28 und 29, mit Belegraum für 20 Kranke der ärmsten und hilflosesten Menschenklaffe vom zartesten Alter bis zum fünften Lebensjahre auf die Dauer der Krankheit. 25. EinKrankenhaus für die Vorstadt Rossau soll ebenfalls unter dem Protectorate Sr. k.k. Hoheit des Erzherzogs Franz Carl begründet werden. 26. Die k. k. Rettungsanstalt für Schein- todte, errichtet 1803 und auf Kosten der k. k. nieder- österreichischen Regierung für die Stadt Wien und den Be- 20 * 308 zirk inner den Linien besorgt. Sic bezweckt, wie schon die Benennung andeutct, die Rettung aller jener, die durch irgend einen Unglücksfall getödtet zu seyn scheinen, zu welchem Behuf Professoren der Arznei und Wundarznei nicht nur für die Doktoranden Vorlesungen halten, über deren Besuch diese sich ausweisen müssen, sondern auch die Gehilfen und Lehrlinge der Wundärzte, die Fischer und Schiffer verpflichtet sind, sich in jenem Rettungsgeschäst unterweisen zu lassen. Zur möglich schnellen Wiederbelebung solcher Scheintodtcn sind mehre s. g. Nothkasten, versehen mit Rettungsapparaten und Arzneieil vorhanden in der Stadt bei der k. k. Polizei-Ober-Direktion, bei den Wundärzten in den Vorstädten, bei jedem Richter und Polizei-Bezirks- Direktor, und an verschiedenen Uferplätzen der Donau. Wenn alle Sanitätsanstalten wirkungslos sind und der Tod erfolgt, dann ordnet 27. Das Todtenbeschreibungs-Amt, Stadt, Zeughausgasse Nr. 177, zur Besichtigung eines Verstorbenen den Todtcnbeschaucr ab, sobald es vom Arzte desselben eine Anzeige über seinen Tauf- und Fainilien- Namen, über das Alter und die Krankheit, welche den Tod nach sich gezogen, empfangen hat. DieseTodten besch au muß einem jeden Begräbniß vcrhergehen, indem sie einen doppelten Zweck hat, theils zu ermitteln, ob der Tod in gewöhnlicher und nicht eiwa in gewaltsamer Weise erfolgt, theils ob irgend eine Besorgniß wegen ansteckender Krankheit vorhanden sey. Das Verzeichniß der täglich in Wien und den Vor- 309 städten Verstorbenen theilt nicht nur die k. k. priv. Wiener- Zeitung mit, sondern es erscheintauch in einem besonder» Blatte, dem s. g. Todtenzettel. Die Beerdigung der Tobten erfolgt auf den 28. Kirchhöfen, welche auf Befehl K. Jcseph's II. seit dem 1. Jänner 1785 in beträchtlicher Entfernung von der Stadt auf offenem freien Felde angelegt wurden. ES gibt deren 5 vor den Linien Mariahilf, Hundsthurm, Matzleinsdorf, Sanct Marx und Währing. Sie sind sammtlich mit Mauern umschloffen, dürfen keine Kapellen haben, und die Grabmäler nicht unmittelbar auf den Gräbern, sondern an den Mauern der Kirchhöfe, oder doch in deren Nähe errichtet werden. Durch diese weise Unordnungen sollte dem verderblichen Luxus bei Leichenbegängnissen vorgebeugt werden, deren Kosten jedoch noch immer nicht unbedeutend sind. Jedem der genannten Kirchhöfe sind gewisse Pfarren in der Stadt und in den Vorstädten zur Beerdigung ihrer Tobten zugctheilt. Die Kirchendiener dieser Pfarren, oder die s. g. Lei ch en-C ondu c t-Un sa ge r (Trienterhof in der kleinen Schulenstraße Nr. 846 zu ebener Erde) übernehmen auch die Besorgung der Begräbnisse, deren Kostenbetrag nach drei Klaffen verschieden ist. Mozart's Gebeine (gest. 1791) ruhen oder ruhten vielmehr auf dem Kirchhofe zu Sanct Marx in einer der allgemeinen Gruben, in welche gewöhnlich 15 —20 Särge gelegt wurden, und die alle 10 Jahre neu aufgegraben und wieder besetzt werden, es mithin unmöglich machen, seine irdischen Ueberreste wieder auszufinden. Un 310 seinem Begräbnißtagr verhinderte eine höchst ungünstige Witterung die Begleitung seiner Freunde; seine Gattin war unwohl und späterhin vielleicht auch verhindert, die Grabstätte auszusuchcn und zu bezeichnen, was für die Folge der Zeit bei einer s. g. allgemeinen Grube ohnehin unnütz gewesen seyn mochte. Ihm ein eigenes Grab bereiten zu lassen — fehlten die Geldmittel bei seinem Lode. Christoph Ritter v. Gluck, welcher am 15-Nov. 1787 auf der Wieden starb, wurde auf dem Kirchhofe vor der Matzleinsdorfer Linie; Joseph Haydn, gest. 1809, auf dem vor der Hundsthurmcr Linie begraben (s Abschn. IV.), und auf dem Währinger Kirchhofe ruhen die Gebeine Beethove n's und Schuber t's. Einem alten frommen Gebrauch zufolge werden die Kirchhöfe am 2. November, am Allerseelentage, sehr zahlreich besucht, um an den Gräbern der Verwandten», s. w. für das Heil der Verstorbenen zu beten. Ueber die Humanitäts- und Heil-Anstalten im Erz- hcrzogthum Niederösterreich erschien eine umfassende Darstellung von Johann Joseph Kndlz (Protomedikus), Wien, bei den Mechitaristen, 1840. gr. 8. S. 322. Dreizehnter Abschnitt. Die Umgebungen von Wien. Die Umgebungen von Wien sind ausführlich und verläßlich von Weidmann beschrieben und jedem Reisenden zu empfehlen, der jene bei einem längeren Aufenthalt in der Residenz näher kennen zu lernen wünscht. Bei der Leichtigkeit theils durch die Dampfwagenfahrt nach Baden und Gloggnitz mehre der reizendsten Ortschaften besuchen, theils zu entfernteren oder zu anderen vermittelst der Stell- und Gesellschaftswägen hingelangen zu können, beschränke ich mich darauf, dasjenige bemerkbar zu machen, was einer besonderen Beachtung an einem und dem anderen Orte werth ist. Die Standorte der Stell- und Gesellschaftswägen anzugebcn, halte ich für überflüssig, theils weil solche wechseln, theils auch in Gast- und Kaffeehäusern unschwer zu erfahren sind. Colorirte Ansichten von den Umgebungen Wiens werden aber von verschiedenen Kunsthandlungen feil- geboten. 1. Baden, landcsfürstl. Stadt, 2 Posten von Wien, ist jetzt in der kürzesten Seit vermittelst der Dampfwagen- fahrt auf der Wien-Gloggnitzerbahn zu erreichen. Zu bemerken find daselbst die Bäder, besonders der Ursprung; 3IS der hauptsächlich im Juli und August von glänzenden Gesellschaften besuchte Park; die verschiedenen Anlagen neben demselben; das Helenenthal und beim Eingang in dasselbe das Schloß des Erzherzogs Earl, die vom Architekten Jcseph Kvrnhäusel erbaute Weildurg, mit einer engl. Garcen- Anlage, welche mehr als 1800 Spezies Rosa, mithin die größte Rosenflora in ganz Deutschland enthält. In der Nähe find die Ruinen von Rauhen eck mit dem Wartthurm, der eine Ausficht über etwa SODorfschaften gewährt; ^ das Felsenthor am Urtheilstein und die Burg Rauhenstein ebenfalls mit einer köstlichen Fcrnficht. 2. Dornbach, mit dem Schlosse Neuwaldeck, erreicht man über Hernals. Der vom Grafen Lacy angelegte große Park um das Schloß beträgt wohl eine deutsche Meile Des Stifters Grabmal und nebenbei das des Grafen Browne befinden sich an der Stelle, die Morizruhe genannt ist. Eine der reizendsten Partien bildet das Gebiet des Spiegelteiches, mit einer Statue des sterbenden Fechters. Den eigentlichen Punkt großartiger Lusficht aber gewährt das s. g. Marschallszimmer im holländischen Dörfchen an der Rückseite des Gartens. Die Malerei in jenem Zimmer ist von Eichinger. 3. Hietzing, außerhalb der Mariahilfer Linie, neben dem Schönbrunner Garten, wird von den Wienern mit Borliebe besucht. Die Gemälde auf den Seitenaltären der Kirche find von Rottmayer; auf dem Kirchhofe ruht Ludwig XVI. letzter Diener Clary. Ausgezeichnet in jeder Beziehung ist der Garten des Freiherrn von 313 Hügel, und das Casino Dommayer's, der Versamm- lungsort der schönen Welt. Nördlich von Hietzing gelangt man nach Penzing. In der urälten Jakobskirche daselbst ist das sinnig entworfene und kühn ausgeführte Grabmal einer Frau v. Rottmann »«bezweifelt von Antonio Finella aus Florenz. 4. Hütteldorf, mit dem von den Wienern stark besuchten Brauhause. Beachtenswerth sind hier das Grabmal des Dichters Denis, und die Gärten der Fürstinnen Liechtenstein und Paar, in dem letzten besonders das blaue Haus mit der reizendsten Aussicht über die ganze Umgebung. Von Hütteldorf gelangt man auch nach dem abgeschiedenen Haimbach und Steinbach, und durch den Wald nach Mauerbach, von dessen Leichenhofe (Karthäusergang) ein herrliches Thal zu überblicken ist. 5. Der Kahlenberg, eigentlich Josephsberg, gewährt an sich schon eine schöne Aussicht, indem er 1060 Fuß über den Donauspiegel erhoben ist. Bon zwei auf demselben befindlichen Brunnen ist der eine 76 Fuß, vor dem ehemaligen Kamaldulenfer-Kloster, und der andere beim Gasthause 108 Fuß tief. In dem an den Sommersaal dieses Hauses stoßenden Cabinet soll Mozart die Aau- berflöte componirt haben. Mit dem Kahlenberge hängt gleichsam zusammen 6. Der Leopoldsberg, in dessen Kirche zum heil. Leopold das Hcchaltarblatt von Christian Sembach, die anderen Gemälde von Jcensius und Larey sind. 314 In dem kleinen Gebäude am Berge befand sich eine kleine aber sehr anziehende Gemälde-Sammlung. 7. Klosterneuburg über Nußdorf, wo Kirch- lehner's ausgezeichnete Gemälde-Gallerie in der k. k. priv. Lederfabrik nicht zu übersehen ist, bietet viel Bemer- kcnswerthes dar. Unter diesen der k. k. Schiffbauhof (Pon- tonstadl), das Stift und gleich ober dem Eingänge zum Kirchhofe die Steingruxpe von Rafael Donner »die schmerzhafte Mutter Gottes« deren Modell sich in dem Kreuzgange des Stiftes befindet, mit 2 merkwürdigen Wandbildern aus Stein vom I. 1519, und einem großen uralten, aus Holz geschnitzten Ehristusbilde in einer Kapelle daselbst. Die Schatzkammer oder die Leopoldskapelle enthält außer vielen Kostbarkeiten die irdischen Überreste des heil. Leopold, gest. >136; den kleinen Reisealtar desselben ; einen Lhcil des Schleiers seiner Gemalin Agnes, welchen der Wind entführte, als beide am 8. Mai 1106 unter dem Bogen des Lecpoldbergerschlosses über die Stiftung eines Klosters sich beriethen, welches dann später auch an dem Orte des gefundenen Schleiers (als Klosterneuburg) erbaut ist; der Herzogshut und der als Kunstwerk außerordentlich merkwürdige Altar von Berdun, den Probst Wernher verfertigen ließ, und 1181 der Jungfrau Maria weihte. Unter den Merkwürdigkeiten der Stiftskirche treten hervor die schön geschnitzten Ehcrstühle, das Hochaltarblatt »Maria Geburt« von Leop. Kupelwieser, und der heil. Leopold gemalt von Drexler. Bier von den acht 3l5 anderen Altarbildern find von Pelluzzi, die übrigen von Pet. v. Strudel. Das Deckengemälde fertigte Domenico, die große Orgel mit Zinnpfeifen Freund auS Passau. Die Stiftsbibliothek im Neugebäude bewahrt außer 30000 Bände etwa «000 Handschriften, unter diesen das Psalterium des heil. Leopold, dann den Stammbaum der Babenberger und 7 Fenster mit Glasgemälden, bestimmt wohl aus dem 14. Jahrhundert. — Im ersten Stockwerke sind noch die s. g. Kaiserzimmer mit prachtvollen Gobelins, und im großen Saale ein schönes Deckengemälde von Daniel Gran. Den zur Erweiterung des Stifts unternommenen und durch den geschickten Architekten Kornhäusel geleiteten Neubau verdankt man mit allen Verbesserungen und Verschönerungen dem jetzigen würdigen und gelehrten Prälaten Ruttenstock, der noch am Schluß des Jahrs 1842 die Kunstschätze des Stifts mit einem Gemälde von Ludwig Schnorr v. Karolsfeld vermehrte, dessen Gegenstand jene Sage von der Auffindung des Schleiers ist, mit welcher die Gründung des Stiftes Klosterneuburg in Verbindung steht. 8. Lachsenburg, Larenburg, k. k. Lustschloß, ist reich an Merkwürdigkeiten aller Art. Im Bibliothekzimmer I. M. der Kaiserin (Neuschloß) sind 6 herrliche Gemälde von Anton Eanaletto; Meleager'S Statue aus carra- rischem Marmor von I. Fr. Wilh. Beyer; in der Pfarrkirche der schöne Hochaltar von Johann Zobel, 3!K das Altarblatt links von Ludw. Kohl, jenes zur Rechten von Ant. van Dyk und Seghers. Am östlichen Ende des Parks steht die Franzens» (Ritter-) Burg, ausgcstattet mit Kunstwerken des Mittelalters, mit uralten prächtigen Malereien im Empfangssaal; mit Glasgcmäldcn von Gottl. Mohn. Indem nach mittelaltcrigen Style ausgeführten Zubau: der Waffensaal, der ungarische Krönungs - und Habsburgersaal mit Marmorstatuen der Stammherren; der Lotbrin- gcrsaal u. s- w., das ungemein charakteristisch ausgefübrte Porträt weil. Kaiser Franz I. von Friedr. Amerling. Auch befindet sich hier der von den Loiger Feldern bei Salzburg ausgehobene schöne Mcsaikboden „Theseus und Ariadne." Im Park: der große Teich von 72000 Quadr. Klf., die alte Rittersäule (über 600 Jahre) und der Turnierplatz, die Meierei, die Rittergruft mit altdeutschen Gemälden und im Hintergründe ^mit einem Glasgcmälde, der Dianatempel (grünes Lusthaus) mit einem Kuppelqe- mälde von BincenzFischer, die reizende Anlage des Fifcherdörfchens und der großen Fischerhütte, das schöne Lusthaus im Eichenhain, vormals das Haus der Laune, der Tempel der Eintracht, gebaut von Muratti, mit Stuccoarbeit von Köhler, die Brücke mit den beiden Löwenbildern von Beyer u. s. w., dann der s. g. Kaisergarten mit ausländischem Gehölz/ erotischen Sträuchern, einer Rosenanlage von mehr als 4M Arten, und der Obstgarten Sr. M. des Kaisers. 317 Der Garteneintritt ist täglich gestattet. Die Franzens- «der Ritterburg mit allen Einzelheiten wird den Fremden vom dortigen Aufseher gezeigt. 9. Mödling, Medling, eine reizende Schweizergegend, hauptsächlich in Verbindung mit der unmittelbar anstoßenden Briel. Das älteste Baudenkmal in Mödling ist die Ägidi- oder Spitalkirche; in der Pfarrkirche zum heil. Othmar sehenswerth der Dachstuhl in mehren Stockwerken , von dem berühmten Schiffsbaumeister Davson aus London für das größte Meisterwerk der Zimmerbaukunst erklärt, und die unterirdischen Gewölbe. Durch einen alten Thorbogcn tritt man in die Schlucht und das Dorf Klausen zwischen zwei Steingebirgcn mit reizenden Anlagen des Fürsten Liechtenstein. Daran schließt sich die vordere Briel mit den Ruinen der Burg Mödling, dem s. g. Tempel des Ruhms, ein Schlachtmonument zum Andenken der vier Schlachttage von Aspern und Wagram und der darin gefallenen Krieger, in dessen Gruft sich einige Skelete derselben, jedoch ohne alle Beziehung auf den Fürsten, befinden; die Earlsburg, das Kienthal mit seinen herrlichen Eichcnbäumen, und dann die Hintere Briel. In dieser gelangt man bald zur s. g. Ruine und von derselben aufwärts zu dem Hundskogel „In der Mappe ist es so genannt,« Fuß lange, die Orangerien enthaltende Gebäude mit einer anmu- thigen Gartenanlage. Der Schloß - und der botanische Garten ist dem Publikum täglich geöffnet, das Innere des Lustschlosses mit Bewilligung des Schloßhauptmanns in Augenschein zu nehmen, und wegen näherer Besichtigung der Glashäuser wende man sich an einen der dortigen Zartcngchilsen. Vierzehnter Abschnitt. Schlußbemerkungen, die Abreise von Wien betreffend. Was über die Art und Weise der Herreise nach Wien im ersten Abschnitt dieses Büchleins bemerkt ist, findet im Ganzen auch bei der Rückreise Anwendung; nur find noch einige besondere Umstande näher zu erwähnen. 1. Der Fremde, welcher von Wien abreisen will, hat bei dem Gesandten oder Geschäftsträger seines Hofes, dessen Wohnung ihm ohnehin schon bekannt seyn wird, die Verlängerung seines Passes anzusuchen, gegen deren Vorzeigung ihm von der k. k. Polizei-Oberdirektion das Visa auf seinem Passe und mit demselben ein auf drei Tage gültiger Passierschein eingehändigt wird, der bei erfolgender Abreise entweder dem an der Linie aufgestellten Polizeiposten, oder bei Eilfahrten dem Conducteur zu übergeben ist. 2. Verzögert sich die Abreise des Fremden in der Art, daß diese dreitägige Frist bereits abgelaufen ist, so hat derselbe sich gegenRückgabe des alten Passirscheinesum dieEr- theilung eines neuen im Paßamte der Polizei-Oberdirektion zu melden. 3. Fremde, welche sich der Extrapost bedienen wollen, haben aber mit dem polizeilichen Passierschein sich noch um eine besondere Anweisung auf Verabfolgung von Postpfcr- den bei der k. k. Hvf- und Staatskanzlei (Ballplatz Nr. IS) Hibknftreü'S Slkismd». 2« 322 zu bewerben, ohne welche dem Reisenden weder in der Residenz noch im Umkreise von 6 Poststationen Extrapostpferde verabfolgt werden sollen. 4. Vermittelst dieses Erlaubnißzettels wird im k. k. Hof-Poststall-Amt, Ldlergasse, beim Kiiß-den-Pfenning Nr. 723, die erforderliche Anzahl Pferde bestellt mit Angabe des Orts und der Stunde der Abfahrt. Dicserhalb und wegen der verschiedenen Vorkehrungen zur Beschleunigung der Reise finden sämmtliche im ersten Abschnitte erwähnten Anordnungen genaue Anwendung. 5. Wenn ein mit der Post Reisender wahrend der Reise die Post-Anstalt verläßt und sich vor ein em Aufenthalt von 48 Stunden zur unmittelbaren Fortsetzung der Reise anderer Transportmittel bedient, oder ein mit anderer Fahrgelegenheit Reisender sich während der Reise vor Ablauf der obgedachten Frist der Postanstalt zuwendet, so findet in keinem dieser beiden Fälle eine Post- gefällen-Uebertretung Statt. (Hofk.Decret v. 7.April 184t.) 6. Will der Fremde hier erkaufte Maaren mitnehmen, so wird er der etwa nöthigcn Freibollete wegen auf der k. k. Hauptmauth genügende Auskunft erhalten. Außerdem aber besorgen die im Gebäude der Hauptmauth an Wochentagen von 9—12 Uhr anwesenden Commerzial-Brief- träger eine dergleichen Verzollung für den Fremden, und insbesondere übernimmt der Handelsmann CarlDraudt, Stadt Nr. 660 nächst der Hauptmauth zu jeder Stunde Pakete vom geringsten Werth und Gewicht bis zu dem höchsten zur Verpackung, Beförderung und Wermauthung billigst. Die hauptsächlichsten Fahrgelegenheiten, deren 323 man sich zur Rückreise von Wien bediene, sind unstreitig die Eilposten, die Dampfschifffahrt, und die Dampfwagenfahrt, nach Umständen auch in gegenseitiger Verbindung. In Beziehung auf die Eil- und Separatwagen wird folgende Uebersicht der Passagier-Gebühren im Durchschnitt (wenn solche auch einem Wechsel unterliegt) nicht unerwünscht seyn. Von Wien nach Brief- Ellwagen. Personen- Eilwagen. Separat- fahrten. fl- kr.,, fl. ,kr.^ fl. kr. Braunau. — 18 38 21 58 Brünn. 7 36 6 58 9 6 Gratz. 11 — 10 — 11 — Innsbruck. 26 54 — — 31 17 Lemberg. — — 40 12 43 48 Linz. 10 18 — — 12 7 Mailand. — — 48 10 58 25 Ofen. — — 14 54 — — Passau. — — 14 29 16 21 Podgorze. — — 24 2 27 38 Prag. 16 30 15 8 20 12 Preßburg. — — 2 15 — — Triest. 28 48 26 24 33 29 Lroppau. — j — 13 — 17 44 Venedig. I > — 34 29 § 44 10 Tie Pcrsonm-eilfahrlen von Wien nach Linz sind im Mai isir vorläufig eingcfiellt. (S. den ersten Abschnitt.) 21 * 324 . Die österreichische D ampfschiffahrts-Ge- sellschaft befördert Reisende und Maaren, die Donau aufwärts bis Linz, und steht dort in Verbindung mit der Bayerisch-Würtemberg'schen Dampfschiffs-Gesellschaft, oder die Donau abwärts nach Konstantinopel. 1. Preise der Plätze aufwärts von Wien nach Regensburg. Von Wien nach Platz Slcisewagcii. I » ll. fl- kr-»fl-! kr.j! fl. Greifenstein . 1 40 Stein . 1 30 1 — Melk. 2 50 1 50 2>ps. 3 30 2 20 /tz-- Grein . 4 30 3 — Linz. 6 20 4 10 20 / Non Linz nach Passau. 4 27 3 — ir» Straubing. 39 5 40 i«- Regensburg. 10 6 36 30 325 2. Preise der Plätze abwärts von Wien nach Konstantinopel. Von Wien nach I Platz II. Aeife- wagen. fl. jkr.jjfl. kr.j fl. Preßburg. 3 — 2 — 14 Comorn. 7 — 4 30 Gran. 8 — 5 40 Pesth. 10 — 6 40 30 i Mohacs. 17 20 11 30 Semlin. 24 — 16 — 461 . Moldava. 29 — 19 20 rr Orsova. 37 — 24 40 56 Widdin.. 48 — 32 10 D Rustzuk, Ginrgewo . . . 62 — 42 —! 7oi Silistria ...... 67 — 45 30 Galatz, Braila. 77 — 52 30 ^ 80' Varna. 111 — 76 30 * Konstantinopel. 12^ 85 -! 120/ Unmerkungen. Die Stunden der Abfahrt der Dampfschiffe sind nach der Jahreszeit verschieden, werden aber jedesmal öffentlich- bekannt gemacht. Der Reisende, welcher sein Gepäck nicht selbst auf's Dampfschiff bringen will, hat solches in daS Dampfschiffahrts-Magazin, Stadt Nr. 582, gegen Vor» Hebenstreit'ö Reisender. 22 3L6 Weisung seines Fahrbillets abzugeben, im Sommer den Tag ^ vor der Abreise, im Frühling und Herbst vier Stunden vor der Abfahrt. Die Besorgung des Gepäcks auf daL Schiff vom Magazin aus übernimmt die Gesellschaft auf eigene Kosten. Die nach Linz aufwärts gehenden Schiffe haben ihren Stationsplatz in Nußdors, die abwärts nach Preßb urg u. w. bestimmten im Prater unweit der Kaisermühlen oder an einem andern bekannt gemachten Platz, wohin die Reisenden in Gesellschaftswägen gelangen können, welche zwei Stunden vor Abgang des Schiffes am Judenplatz abfahren. Anweisung auf einen Platz (L 30kr. Conv. M.) erhält man im Aufnahms-Bureau Nr. 582. Die Fahrt von Wien nach Linz währt gegen 2 Tage. Reisende, insbesondere Damen, werden wohl thun den erstenPlatz zu wählen. Für die Fahrten auf- und abwärts bis Linz und auf- und abwärts bis Konstantincpel können auch Cabinen gegen besondere, auf dem Tarif bemerkte Vergütigung benützt werden. Auf allen ersten Plätzen aber der zwäschen Pesth undKonstantinopel fahrenden Schiffe befinden sich numerirte Schlafstellen mit Matratzen, Kopfkissen und Decken, von welchen, so lange ihre Anzahl hinreicht, jedem Reisenden eine Nummer für die ganze Reisedauer zugewiesen wird. Diese Bequemlichkeit haben nicht die von Wien nach Linz Rei enden. Jeder Reisende hat hier öO Pf. W. Gew. 387 Gepäcke frei, auf Reifen aber von Wien oder Pesth nach Konstantinopel oder zurück 100 Pf. Die k. k. priv. Wien-Raaber, jetzt genannt Wien - G loggnitzer Eisenbahn hat bisher^ ihre Fahrten nur bis Neustadt und Gloggnitz gegen Schott- wicn ausgedehnt, und ist daher von eigentlichen Reisenden noch wenig zu benutzen. Ueber die auf derselben Statt findenden Fahrten ist auch das Nöthige bereits Abschn. 1. gesagt, und Näheres ergeben die Ankündigungen der Gesellschaft selbst. Die Fortsetzung derselben über Gratz nach Triest erfolgt aus Staatskosten. Ein Gleiches gilt auch von der Kaiser Ferdinands Nordbahn, welche die Bahnstrecken von Wien nach Brünn, und von Lunden- burg nach Olmütz nach drei Klassen befährt. Bon Wien bis Brünn, 20 Meilen, zahlt die Person I. Klasse C. M. 8 fl. II. , - 5 fl. III. , , 3 fl. 20 kr. Don Lundcnburg bis Olmütz, 17 Meilen, aber I. Klasse C. M. 6 fl. 48 kr. II. , ,4 fl. 15 kr. III. , , 2 fl. 50 kr. ' welche Preise indeß auch einigem Wechsel unterliegen. 22 » 326 Auf drr Seitenbahn bis Stockerau, 3 Meilen von Wien, ist der Betrag der Personcnfahrt folgender Floris- gedlersee ! Snzers- Korn- Slo- Von dorf dorf ^neuburg ckerau Wien 1 Meile 1»/L M. t e/, M, r Meil. Z Meil. fl. >kr.» fl. >kr.»fl. >kr.»fl. >kr.»tt. ,kr. I. Klaffe — 24 — 30 — 36! — 48 1 12 n. , --- 15 — 18 — 24 — 30 — 4L NI. , 10 — 12 — 15 — 20 — 30 Der Dampfwagenfahrt in dem Kaiserthum Oesterreich steht indeß eine außerordentliche Erweiterung bevor; denn durch das Handbillet Sr. Maj. Kaiser Ferdinands l. vom IO.Decemb.1841 sind für Staats-Unternehmungen erklärt: Die Linie von Wien nach Triest, sich vielleicht anschließend an den Schottwiener Flügel der Wien-Glogg» nitzer Bahn; Die Linie von Wien über Linz nach Baiern, vielleicht als Fortsetzung des Stockerauer Flügels der Kaiser Ferdinands Nordbahn; Die Linie von Wien über Ollmütz und Prag nach Dres. den, und eine Linie durch das lombardisch-venetia- nische Königreich, zu deren Ausführung schon im Frühjahr 1842 mit entschie» dcner Thätigkeit geschritten ist. Daß der Fremde aber auch andere Fahrgelegenheiten benützen kann, ist bereits früher bemerkt, und wie die k. k. Postwagen-Anstalt durch die Eilpost-Expedition, Stadt 32S Nr. 666, die Beförderung der Reisenden vermittelst der Nordbahn nach Brünn oder Ollmütz und weiterhin mit Extrapostpferden übernimmt, so stehen dem Reisenden zur Rückreise auch noch einige andere Berbindungswege offen, nämlich: 1 ) BonWien ü b er Lin z n a ch S alzb ur g, und zwar »1 von Wien nach Linz mit dem Dampfschiff (Nacht» station auf dem Dampfschiff und in Linz); 6 fl. 20kr. Conv. M. 1. Platz. von Linz auf der Eisenbahn nach Lambach 50kr., desgleichen; von Lambach bis Salzburg mit Ertrapostbe- spannung im Stellwagen (in einem Sommertage von Linz) 2 fl. C. M. d) von Wien nach Linz mit dem Dampfschiff 6 fl. 20 kr. E. M. von Linz auf der Eisenbahn nach Lambach 50kr. von Lambach a. der Eisenb. nach Gmunden 30 kr. von Gmunden nach Ebensee mit dem Dampfboot 40 kr. von Ebenste nach Ischl mit dem Gesellschaftswagen 40 kr. und von Ischl nach Salzburg eben so zu 2—3 fl. Die Fahrt von Linz bis Ischl ist in Einem Sommertage zu machen. 330 2) Bon Wien über Linz nach Prag, Karlsbad und Teplitz: Beförderungsart und von welchem Orte. Dauer der Fahrt. Gebühr für eine ! Person. ^ I. Klaffe !ll. Klaffe Entfernung nach Meilen. ' Tage l, fl. kr.j fl. kr-!, , Von Wien nach Linz Dampfboot 2 6 20 4 10 Bon Linz bis Budweis täglich Eisenbahn 3 _ 2 17 Von Budweis bis Prag täglich Stellwagen i 4 36 20 Don Prag bis Earlsbad täglich Stellwagen i 3 30 16'/h Von Prag bis Teplitz täglich Stellwagen i > 3 30 12 Zn Prag greift zur Weiterbeförderung der Reisenden vorläufig ein die k. k. priv. Elbe-Dampfschifffahrt zwischen Prag und Dresden. ^ Die Preise in C. M. mit 40 Pf. Gepäcke frei. 331 3) Dampfschiffahrt zwischen Prag u. Dresden. Ab wärts I. Platz II. Platz fl- I kr. »fl. > kr. Don Prag nach Dresden. S — 6 — Von Melnik oder Obrzistwy nach Dresden 8 — 5 40 Don Prag nach Leitmeritz .... 3 15 2 10 , Aussig . 4 30 3 — » Letschen .... 6 30 4 20 Von Letschen nach Schandau . . . 1 — 1 — , Königstein 1 15 1 15 » Pirna . . 2 — 2 — » Dresden . . . nebst vielen Nebenstationen. 2 30 2 30 Die Abfahrtsstunde ist in Prag 4 Uhr früh, von Obrzistwy 7 Uhr. Wenn nämlich der Wasserstand der Moldau nicht erlaubt, Prag zu erreichen, so wird die Abfahrt von Obrzistwy an der Elbe Statt finden und die Verbindung zwischen diesem Orte und Prag vermittelst Stellwägen u. dgl. hergestellt. Für Reisende stehen auch Separat-Kaleschen von Prag nach Obrzistwy zur Verfügung. Von vier Personen in solchen zahlt jede 15 kr., von 3 Personen jede 30kr. ' 2 Personen zahlen 1 fl. 15 kr. mehr als den ersten Platzpreis. Stellfuhrrn und Kaleschen unterhalten die Verbindung zwischen Aussig und Teplitz. 332 Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälfte; das Extra- Gewicht von Prag nach Dresden beträgt per Pfund 2 kr., bis Aussig 1 kr. Die Reisenden müssen mit gehörigen Pässen versehen seyn. Die Verhaltungsrcgeln auf dem Dampfboot sind übrigens jenen auf andern Dampfschiffen ganz gleich, hauptsächlich aber sind die Reisenden gewarnt, Waaren oder etwas Mauthbares über die sächsische Gränze mitzuneimen. Daß ein Tarif der Speisen und Getränke in jeder Ea- jüte vorliegen soll, ist eine lobenswerthe Einrichtung, die auf der Fahrt von Wien nach Linz und Lurück noch immer vermißt wird. X Seite A. Abendgesellschaften . . . Abreise von Wien . . . Adler, der, Zeitschrift . . Aegpptischer Alterthümer, Kabinet das, .... Akademie der Morgenland. Sprachen. Akademie der vereinigte» bildenden Künste . . . . Albertinische Wasserleitung . Allgem. Anfrage- und Auskunft; - Comptoir . » Auskunft; - Bureau » Krankenhaus . . » Übersetz«, Copier- u. Schreib Comptoir . » Technisches und Industrie- AuSkunftS- Comptoir . . . Alserbach, der .... Alumnat, daS fürsterzbischos- liche. Ambraser-Sammlung, k. k, (DinStag u. Freitag) . . 27» Anatom. Präparaten-Samm- lung der k. k. Universität 232 Anatomisch - pathologisches Museum des allg. Krankenhauses .233 Annakeller, der ... . 126 Annalen der k. k. Sternwarte 145 » d. Wienrr-MuseumS der Naturgeschichte 115 Ansichten von Plätzen, Pallästen ec. 121 Anstalten, lithographische . 260 „ der Humanität u. Wohlthätigkeit . 176 .Anstalt zur Unterstützung angehender mittelloser Advokaten .17S Antiken- und Münz-Cabinet, k. k.,. 26 ». Antiquar-Buchhandlungen . Lt» Seite 175 Z21 141 272 20U 247 105 142 112 296 14 » 142 48 1S9 334 Antiquitäten- u. Gcmähldc- handlung . Archiv, botanisches . . . Armatur-und Antiquitäten- gegenstände, Verkauf der Armen-Institut . . . . Artesischer Brunnen . . - AufenlhaltSschein, der . . Augarten, der . . . . AuSkunftS-Burecu f, musikalische Angelegenheiten AuSkunftS-Bureau f. theatralische Angelegenheiten Ausländische Münzen, deren Werth. AuSstellungSgarten, der. . Ausstellung von Blumen, Pflanzen ic. Ausstellung von veredeltem Horn- und Schasvieh . . Ausstellung weiblicher Handarbeiten . B. Bäder, die . . . 129— Bauleitung, allgemeine . . Banknoten, verschiedene Barnch. Bruder Spital - . Barnih. Schwestern Krankenhaus . Seite Bastei, die . . 40. «4. ISS BekleidungSanstalt, Siitzen- thalerS. irs Beleuchtung der Stadt . - . 4» BeschoftigungSanstolt für erwachsene Blinde . . . ISS Belvedere, k k. Lustschloß . 112 Beobachter, Dsterreichischer iis Bevölkerung Wiens . . L2 Bezirks > Kranken- Spital auf der Wieden.307 Bibliotheken, öffentliche . . 22» » wiffcnschaftl. u. Kunstanstalten 22L Zeitschrift . . . ^ . t4L Bierhäuser, Bierhalle, Dier- salon.126 Bierverbrauch.LS Bildungsanstalt, höhere, für Weltpriester .... ISS BildungSanstall, Privat-, für Hausfrauen.2»4 Bildungsanstalt, sürZeichen- lchrer.194 Blinden-Institut . . . . l83 BlumenauSstellungcn . . L4s Blumenfabrik.133 Blumenverkauf . . . .ISS Bombardier-CorpS ... 71 Seite 259 I4L 2S9 184 110 38 165 142 142 30 163 24» 244 180 -131 145 71 SOI 302 Seite Börse, di« k. k.69 Botanischer Garten der Universität, der FosephS-Aka- dcmic u. des Thierarznei- JnsiitutS .... 241—43 Botanisches Museum . . 229 Brandschaden-Versicherungen Li Briefpost. 12 L Brigittenau, Brigittenfest . iss Bronze - Waarenfabriken u. Niederlagen .... 2L6 Brucken Uber die Donau und die Wien . . . 4L — 47 Brunnen.107 Bücher-AuctionS-Jnstitut . 144 Bücher - Censur- und Re- visionSamt.84 Buchdruckereien .... 2 is Buchhandlungen, moderne . 217 Büchsenmacher-Lehranstalt . 2LL Burg, die k. k.So Bürger-Militär .... 72 BUracr-Spital St. Marx . 18 S Bürger-DersorgungSH. neues 187 Burgplatz, der ... 7S C. Cabinet, physikal.-astronom., z. Gebrauch dcS a. h. HofeS 240 Cabinet ägppt. Alterthümer 272 33Ü Seite Cabinct der Münzen u. Antiken rc.2SS Capital- ».Renten-Versicherung; - Anstalt .... 177 Casino, daS.123 Cavaücrie-Posten in d.Stadt, deren Bedeutung ... 39 Centaur, der besiegte, von Sanova.ISO Chirurg SpcrationS-Jnstilut 298 Circus für Kunstreiter . . 1 SL Civil-Ehrenkreuz .... «2 Civil-Mädchen-Pensionat . 203 Coinmerzial-Brieftrager . 322 Soncerte, philharmonische . 2S2 Concertsaal der Gesellschaft d. Musikfreunde .... 2L1 doncerts spirituels . . 2L2 Consnmtion in Wien . . . LL Conversationen .... 174 Criminalgcfängniß . 67. 113 D. Damen - Kleidcrmacher, berühmte .134 Damcn-Modeanzüge. . . 134 Damen-Putzwaarenverlag . 133 Damen-Schwimmschulc . 131 Dampfschifffahrt aufd.Donau 17. 324 ff. 330 ff. 336 Seite Dampfschifffahrt auf der Elbe 331 Dampfwagenfahrt. . IS. 326 Dianabad, daS .... irs Diplom.-Heraldische Samm- - lung Sr. M. des Kaisers . 280 Donaufahrt, die .... 16 Druckwerke, hauptsächliche, über Wien.156 Durchhäuser, die, in Wien 71 E. Silposten und deren Richtung 2 Einfuhrartikel, erlaubte und nicht erlaubte .... 31 Einlösungsscheine . . . . 2 S Einquartirung, militärisch^ 71 Eintheilung der Stadt und Vorstädte nach Polizeibc- zirken.51 EintrittSpreise in die Theater 16S Elegante, die, Zeitschrift . 115 Elisabethincr Krankenhaus . 301 Elysium, daS.126 Emilie See- und Alpenbesuche in den Umgebungen Jschl'S.215 Empfehlungsbriefe . . . 132 Erfordernisse zur Reise nach Wien .27 Erfrischungsanstalt . . . 125 Seile Erziehungsanstalt für Dffi- zierStöchter.204 Extrapost und deren Bedingungen .7 Ethnographisches Museum . 235 F. Fabriken.6S Fahrgelegenheiten n. Wien . 1 Fahrpostsendungen . . . 138 Ferdinands-, Kaiser-, Nordbahn .19 Ferdinands-, Kaiser-, Wasserleitung .107 Feuerlöschanstalten ... SO Feuerwerke .171 Fiaker.127 Filial-FnvalibenhauS . . 181 FindelhauS. 181 Florentincrhüte .... 133 Flussschwimm- und Badeanstalt .131 Freibad.131 FrcihauS, daS.112 Fremden Sprachen, Erlernen der. 202 FrohnleichnamS-Prozcffion . 56 Fürstcngruft bei St. Stephan S1 Fürstengruft bei den P P. Kapuzinern . . . . Sl. SS 337 G. Gallerie der Hofschausviele«! Galvanoplastische Anstalt . Garnison v. Wien, Starke der Gartenbaugcsellschast, deren Blumenausstellung, Obstbaumzucht und Pflanzenverlosung . Garten, botanische . . . Garten, offen«, und Privat- Gasbcleuchtung, die . . Gasthose in der Stadt und in den Vorstädten. . . . Gasthauser. Gebahrhaus, k. k. . . . Gefängnisse. Geistliche Ritterorden . . Geistlichkeit, die, in Wien . Geld - und Münzwesen im osterr. Staate . . . . Geld- u. ObligationS-Ber- ivechselungS-öomptoir Gcldbriefe. Gelehrte und Schriftsteller . Gemälde- u. Antiquitäten- handel ...... Gemäldc-Gallericn,verschied. Gesellschaft der adel. Frauen Gesellschaft der Arzte . . Gesellschaft zur Beförderung der Manufakturzcichnung Seite Gesellschaft der Musikfreunde 2 L 0 Deren Museum v. Kunst- gegenständen . . . .279 Gesellschaftswägen . . . 128 Gewehrfabrik, k. k. . . . 255 Gewerbs - Produkten - Ausstellung . 2 «, GewerbSocrein, N. Osterr. . 284 Gewölbe, unterirdische bei St. Stevhan .... 94 Glacis, das . . 40. 44. 159 Goldhan, Sammlung von Kunstgegenständen, des . 281 Graben, der . . . 77. 158 Grundriß von der Stadt u. von den Vorstädten . . 121 Gunkel, Fos., dessen Niederlage fertiger Kleidungsstücke 1Z5 Gymnasien, die . . . . ISS Gymnastische Lehranstalten . 2S5 * H. ^ Handlungen,Groß-,u.Detail- SS Handlungs-Kranken- u. Der- pflegs-Institut 187. 29S Handschuhe, feine . . . 1 SZ Handzeichnungen des Erzherzogs Earl, Fürsten Esterhazy und Liechtenstein . 28S Haupt-Postwagen-Direktion 140 292 257 71 245 241 159 50 36 123 185 67 57 56 28 122 139 202 259 231 179 201 265 338 Seite Hauptschule der Piaristen . ISS Hauptschulen Mit 3 und 1 El. 194 Hauser, die größten . . . 84 Hausmeister, die ... . 141 Haydn s Haus und Haydn's Grabstein. 111 Heilanstalt für Bruch-Pa- tlenten. 305 Heilanstalt für Brustkranke . 305 Heilanstalt f.GemüthSkrankc und Halbnarren . . . — Hesse,Friedrich,Damen-Klei- dermacher. 134 Hof, der Platz .... 76 Hofämter, die obersten . . 58 Hosbibliolhek, die k. k. . . 220 Deren Mustkalien - und Autographen-Sammlung. 278 die Kupferstich-Sammlung 286 Hosburgwache, die . . . 59 Hofdienste» die . . . . 58 Hofgarten. 160 HofkriegSrath, der . . . 65 Hof - Medaillen-, Prag- und Stampel - Sammlung 278 Hof-Post-Stallamt . . 322 Hofschauspieler - Gallerte 292 Hof- und SlaatSkanzlei. 321 Hofstaat Sr. Majestät . 57 Hofstellen, die . . . . 63 Seite Hvfthcater, die . . 167. 183 Hohe Markt, der ... 77 Humanitäts-Anstalten . . 176 Humorist, der, Zeitschrift - 116 I. Jahrbücher der Literatur . 118 Jahrbücher, medizinische . — Jahrbücher des polytechnischen Institutes ... — JmpsungS-Fnstitut, k. k. . 18S Impfungs-Institut für kranke Kinder ..SOZ Industrie-Musterschul« . . 1SL Ingenieur-Akademie, k. k. . 20L Jnquisiten-Spital . . . 300 Instanzen, die höchsten . . 62 Institut für Augenkranke . SS8 Invalidenhaus, k. k-, Bibliothek, Kapelle, Gemälde . 130 Josephsplatz, der .... 73 Joseph-Akademie, k. k. mc- medizinisch-chirurgische . 207 Die Sammlungen derselben . 207. 232 Irrenanstalt, k. k. (Irrenhaus) .297 Israeliten-Spital . . . 300 Jurist, der, Zeitschrift . . 117 Juwelier-Arbeiten . . . iBt ' 339 Ä» Seile! Kaffehhäuser.IS3 , Kanonen-Bohrerei . . . 255 Kanonengießerci . . . . — Kapellen, Kirchen, Klöster in der Stadt.85 In den Vorstädten . .114 Kasernen, die.7t Katakomben im VolkSgarlen 160 Kaufmännischer Verein . . 152 Kettenbrücken, Kettenstege . 4L Kiuderspital am Schottenfeld 303 Kirchen, Klöster, Kapellen 85. 114 Kirchenmusik, Verein zur Beförderung der . . . 251 Kirchenmusik-Vereine . . 253 Kirchhöfe, die . . . . 309 KleiderreinigungS-Anstalten 136 Kleidungsstücke für Herren u. Damen ...... 134 Kleinkinder Bewahranstalten 189 Kleinkinder-Spital auf der Wieden.307 Klier'S Pelargonien - Sammlung .163 Klima von Wien .... 45 Kliniken, verschiedene . . 298 Köhlmarkt, der . . . .158 KollmannS Stiftung f. arme Personen.188 Krankenhaus, k. k. allgem. 29s Seite Krankenhaus der barmherzigen Schwestern . . . 302 Krankenhaus der Elisabcthi- ner-Nonnen .... 301 Krankenhaus f. die Vorstadt Roffau.367 Kranken- und ImpfungS-Jn- stitut für arme Kinder . 303 Kunstausstellung, öffentliche 262 Kunstgegenstände, Sammlungen der Herren I. D. Böhm und Goldhan 280. 28t Kunsthandlungen .... 258 Kunststickerei - BildunzS-An- stall.265 Kunststopperci.137 Kupferstich - Sammlung der k. k. Hofbibliolhek . - .286 Kupferstich - Sammlung deS Erzherzogs Carl . . . 288 L. Lage, die, von Wien . . 43 Landkarten- und Musikalienhandlungen . . . , - 258 LandwirthschaftS-Descllschaft 244 Lehranstalt für Präparandcn zum Schulfach . . . 194 Lehranstalt, protestantischtheologische .26» 4 340 Seit, Lehr-und Erziehungsanstalten, Privat- .... 202 Leibgarden, k. k.58 Leibwäsche, DcrkausSort der 132 Lcihanstalt v. BeleuchtungS- und DekorirungSgegenstän- den.156 Leihbibliotheken .... 151 Leihhaus, k. k.176 Leopoldinentrakt d. Hofburg 81 Lese-Verein, der juridisch- politische .153 Liechtenstein'; (Fürst) Garten und Pallast. 161 Limonaden - Hütten . . . 125 Lithographische Anstalten . 260 LusthauS im Prater . . .165 M. Magistrat der Stadt Wien u. dessen Ablheilung ... 65 Maifest im Augarten . . 165 Mandolcttenläden . . .124 Männerhute.136 Manufakturzeichnung, Gesellschaft z.Deforderung der 265 Manufakturzeichnuogsschule 265 Märkte, verschiedene . . 55 Marmor-Monumente der Ambraser-Sammlung. . 274 Seite Marstall, der k. k. . . . 113 Metropolitan-Kirche zu St. Stephan .85 Metternich (Fürst) Garten u. Sommer-Villa . . . 162 Mieder für Damen . . .133 Militär-Garnison;-Spital 2S8 Militär, geograph. Institut . 26» Militär-Polizeiwache ... 64 Mineralien - Cabinet ober Museum .22S Monatzimmer.14» Mosaikbild von Rafaelli . . 275 MUnzamt, k. k.256 Münz - und Antiken-Cabinet, k. k. 26 » Miinzgebäüde, das neue . 113 Museum v. Kunstgeg-nstän- den deS Freih. v. Dietrich 23» Museum v. Kunstgcgcnstän- dcn der Gesellschaft der Musikfreunde .... 27» Museum, naturhistorischrS, der k. k. Universität . . 231 Museum der Iosephinischen Akademie.232 Museum, physikalisch-mathematisches, des Lowen- burg'schen ConvictS . . 24» Musikalienhandlungen . . 25» 341 Stil« Musikalien-Leihanstalten . 154 Musikalicn - Sammlung der Hofbibliothek .... 278 Musik-Conferoatorium . . 2zo Musik-Sonzertsaal . . . 25t Musikfreunde,Gesellschaft der 250 Musik Instrumenten - Leihanstalten .154 Musikjeitung, allg. Wiener- 147 sr. Narrenthurm (Irrenhaus) . 2S7 Nationalbank, k. k. priv. 70. 83 National - Sncyklopädie, Österr. fsebr empfchlcnS- werth).151 Naturalien-Cabincte, k. k. vereinigte ..... 228 Naturalien-, Jnstrumentcn- u. Präparolen-Sammlun- gen der JosephL-Akademic 232 Naturalien - Sauimlung der Theres. Ritter-Akademie . 235 Neue (Mehl-) Markt, der 78 Neustädler Kanal. ... «8 Nieder-Österreichischer Gc- werboercin.2S4 Normalschulc z» St. Anna 184 Normal-Schulbiicher-Berlag und Verschleiß . . . 194 Hebenstreit's Reisender. Seite Obcrsthofämter, die. . . 58 Obsttreiberei, die stärkste in Wien.ik« Okulistischc Klinik . . . 288 Operation; Institut, chir. . 288 Opernoorstküungen . 168. 189 OphlalmologischcS Museum 234 Orden, geistliche ... «7 „ Rilter- .... so Orthopädisches Institut . . 295 P. Pädagogisches Wochenblatt 147 Palläste in Wien .... 80 Pab, der ... . 32. 321 Passierschein . . 4. 33. 321 PaznianischeS Collegium . 199 Pensionat der Salesiane- rinnen.203 PcnsionS-Jnstilute . . .178 Periodische und politische Blätter.144 Perlmutter-Arbeiten . .134 Pflanzen - Cultur - Anstalt . 156 Pferde-Wettrennen . . . 172 Philharmonische Conccrte . 252 Plätze, öffentliche, Zahl und Benennung.75 Polizei-Bezirke der Stadt und Vorstädte . . . . 50 23 342 * Seit« Polizeihaus, daS k. k. . . 67 Polizci-Lberdireklion . 38. 64 Polytechnisches Institut. . 210 Porzellan-Manufaktur, k. k. 253 koste - restante - Briefe . 139 Postgebühr für Briefe u.s.w. 137 Postrserde, Anweisung auf 321 Prachtgebäude in den Vorstädten .Hl Prämien für Dienstboten . 177 Prater, der.164 Priester-Krankenhaus . . 302 Privat-Bibliotheken . . . 223 Privat-Heilanstalt für arme Kinder ...... 303 Privat-Heilanstalt für Ge- müthSkranke .... 304 Privat-Heil- und VerpflegS- anstalt deS Franz Pclzel . 304 Privat - Lehr - und Erziehungsanstalten .... 20« Privalverein zur Beförderung der bildenden Künste . . 261 Privatvcrcin zur Beförderung der Kirchenmusik auf dem Lande.251 Protestantische theologische Lehranstalt.2»o Provinzial Strafhaus-Spital 3vEr«^-r /»ÄkLr ,H»> ', -.^ Vx,^ M^/7 I-I..VX «fl ,^S1! Verl»zs SL-r' ^5«