Nützliches Mtß-U. MisMH oder Archiv der nöthigsten Kenntnisse vonWien für reisende Fremde und Inländer. Wien, Bey Joseph Gerold, kaif. Rcichshosraths-Buchdrucker, und Buchhändler am Don'n>i^,?^p^^ ^24. »79»» Erster Abschnitt. Beschreibung Wiens, dessen Lage, Umfang, Durchschnitt, Linien, Vorstädte nebst Strassen, Platzen und merkwürdigen Gebäuden. > fes die größte, älteste und volkretcheste Stadt in Deutschlan-d, der beständige Wohnsitz der österreichischen Monarchen, und dermalen die Residenz des Kaisers, liegt im Viertel unter dem Wienerwald von Nieder- Ssterreich am Ufer der Donau > die von West gegen Südost fließt, Uno sich gerade bey der Stadt in mehrere Arme theilt> welche sich in der Entfernung von einer Stunde wieder alle mit dem HauptstroM vereinigen, Und der Stadt beträchtliche Vörtheile verschaff Die Gegend um Wien ist eine weite Ebene, die nur auf der nördlichen und westlichen Seite von einem Amphitheater von Hügeln und Bergen eingeschlossen wird. Auf allen andern Seiten sind weite unübersehbare Ebenen, die nicht nur auf das schönste angebauet, sondern auch dichte mit schöllen Dörfern besetzt find. Die viele» angenehmen mit schmuten Grün bekleidete Hügeln, Vertiefungen, Landhäusser, Gärten, Weinberge, Dörfer und Fluren machen Wiens Gegend äusserst interessant, schön und ergötzend. Will man diese lachende Landschaft mit einem Blicke überschauen: so steige man auf dem Stephansthurm, erklätere den Kalenberg, begebe sich nach dem Landhaus des Fürst Galizin. Von der ersten Anbauung Wiens und von ihrem Ursprung und Entstehung will ich mich in keine weitläufige und müh- lame 2 I. Abschnitt. Beschreibuny Wiens, dessen fame Untersuchung einlassen, weil ohnehin von der Geschichte dieser Stadt von verflossenen Jahrhunderten ihres Daseyns, Beschreibungen genug vorhanden sind. Einige behaupten Wien nannte sich bev den Römern Vmäobons, als die Rügen dasselbe befassen ksvia. nis, in der Roritis Imperii Vmäomsn», beym Iornandes Vtndomina, in dem mittleren Jettalter ?»via 5 nach Otto von Freysingen Vieani», endlich Vienns, deutsch Wene, heute Wien. Einige Geschichte schreibet behaupten die Stadt habe ihrem Namen von dem Flusse Wien, welcher, nachdem er über die Fläche zwischen der Stadt und den Vorstädten geflossen, bey den Wetßgärbern in die Donau fällt. Wieder sagen einige alte Chroniker, die erste Gründung der Stadt schreibe sich von der Zeit her, da Flavianus unter Trojan die römischen Legionen an der Donau tommandirte. Er legte hier eine Schanze an, welche nach dem Namen ihres Erbauers V'IsvisQS genannt wurde. Aus diesem Wort machte man mit der Zeit den verkürzten Namen Visna und endlich Vienn-t, die heute noch übliche Be- nennung unserer Stadt. Wenn es Mit dieser Herleitung seine Richtigkeit hat, so muß der Bach seinen Namen von der Stadt geerbt haben. Ucberhaupt läßt sich von dem Ursprünge unserer Haupt- und Residenzstadt nichts gewisses bestimmen, weil alles, was die Geschichtschrei, her bisher vorgebracht haben, auf blossen Muthmas- sungen beruhet, die von einigen angenommen, und von andern wieversprochen werden. Besonders neuere Schriftsteller lassen sich nicht abhalten von der Entstehung Wien», was ihnen beliebt, zu erzählen. Dem sey, wi> ihm wolle. So viel ist gewiß, das Wien sicher eine von dem herrlichsten, prächtigsten und reichsten Städte Europens, und nach Paris, Moskau und London auch die größte ist. Zwar wenn man es an sich selbst betrachtet, so hat die eigentliche Stadt Wien Lage, Umfans, Durchschnitt, Linien tc. z Wien nur 3966 geometrische Schritte, welches noch keine gemeine deutsche Meile im Umkreise beträgt. Rechnet man hingegen die mit Schanzen und gemauerte» Linien umgebenen Vorstädte hinzu, so beträgt der ganze Umfang dieser Stadt 1656O geometrische Schritte, und folglich über vier und ein Viertel gemeine deutsche Meilen. Zwischen der Stadt ist ein geräumiger unbebauter Ptaz, den man gewöhnlich nur das Glacts nennet. Dieser Raum beträgt ungefähr 67000 Quadratklaftern > und trägt zur Gesundheit der Stadt nicht wenig bey. Auf diesen Glacis verdienen die besonders gemachten Einfassungen, Alleen und Rasenpläze bemerkt zu werden, die das Durcheinanberfahren, so wie die Wolken von Staub verhindern, welche sonst der Bequemlichkeit Und Gesundheit der Einwohner zuwider wärm. Sie Stadt liegt mit ihrem schönen regelmässige» Kortifikazionen im Mittelpunkt ihrer Vorstädte. Ihre Gestalt ist ein Oval und ihr Flächeninhalt beträgt ungefähr 416500 Klafter. Sie ist Mit einem Wahl umgeben , auf dem man sie in einer Stunde gemächlich ganz umgehen kaNn< Die Stadt wird in vier Viertel, das Stuben - Kärntner - Schotten und Wiednerviertel, jedes aber wieder in zwo Abtheilungen, daS alte und junge genannt, gesondert. Die Stadt enthält beyläufig 50000 Einwohner. Die Vorwürfe, welche Man Vor dem der Stadt Wien wegen der Un- reiniHkeit ihrer Strassen gemacht hat, können itzt derselben nicht Mehr zur Last gelegt werden, da man Nicht? sparret, solcher Unsauberkeit abzuhelfen. Das von gros» sen, breiten, größtenthetls ins Viereck gehauenen Steinen bestehende Pflaster widerstehet den größten Lasten, und wird jährlich zu mehrerenmalen erneuert. Nicht nur die Hauptstrassen, sondern auch die meisten Ne- A s den- 4 I. Abschnitt. Beschreibung der öffentlichen bengassen sind mit gewölbten unterirdischen Schläuchen versehen, welche den Anrath aus den Häusern leiten. Auch werden jährlich ansehnliche Summen verwendet; um bey einfallender üblen Witterung die Gassen zu reinigen. * tyien ist zwar nicht hervorstehend schön, aber doch ungleich schöner als man stch's im Auslande vorzustellen pflegt, weil einige Geographen, den Ort als eng, finster und ältlich plump beschrieben. Die Häuser sind im Gegenthetl recht solide gebaut, so das man hier eine Brandkasse gar nicht nöthig hat, wie in andern Städten. Die Keller haben in Manchen Häusern eben so viel Stockwerke unter der Erde, als das Haus ober der Erdfläche hat. Mit einem Wort, Wien könnte mit ungleich wenigeren Schaden, als jede moderne glänzende Stadt das stärkste Bombardement aushalten. Di« Stadt, die sogenannte Glacis, die Vorstädte, werden alle Abend auf ein gegebenes Glockenzeichen mit vielen tausend Laternen beleuchtet. Die Laternen in der Stadt sind wegen ihrer Zierde > ihrer besonders guten Wirkung in Werfung ihrer Lichtstrahlen, und ihrer be- fondern Struktur, bann der Leichtigkeit wegen > mit der solche angezündet werden können > für jeden Fremden besonders merkwürdig. Die merkwürdigsten öffentliche als auch ansehnlichste und vorzüglichste Privatge- bände der Stadt Wien *). Die Zahl der Häuser und Gebäude sind überhapt 1379. ^ro. 1. Die k. 1?. Lury ist unter den Pallästen Wiens eines der merkwürdigsten aber nicht der schönsten Ge-° bäude *) Bey der Etntdeilung der HAuser hat mav sich nach der Ntumtrtrung gehalten. privat - Gebäude der Stadt rvien. 5 däude, und liegt am Ende der Stadt gegen Süd- Westen, und bestehet aus mehreren Gebäuden, die in verschiedenen Zeiten erbauet worden, und deren mithin einige älter, andere neuer sind. Das Gebäude, welches man die alte Vurs nennet, ist gegen Morgen zu Anfange des i zten Jahrhunderts von Leopold III. Herzog von Oesterreich, welcher im I. 1230. gestorben, erbauet, und im I. 1275. durch eine grosse Feuersbrunst wieder in die Asche gelegt worden. Ottokar II. König in Vöhm-n, und damals Herzog von Oesterreich hat sie wieder zu erbauen angefangen, aber nicht vollendet, weil er von R. Rudolph I. im I. t. 77. in einer Schlacht gelöster worden; und sie ist wahrscheinlicher Weise erst nach dem Tode Rudolphs, welcher imI. 1291. erfolgte, von feinem Sohne und Nachfolger Albrecht I. zu Ende gebracht worden. R. ßeroinand I. hat diese Residenz im I. 1536. und 1552. vergrössert und verschönert. R. Leopold hat den ganzen gegen Mittag liegenden Theil der Burg im I. 1660. zu erbauen ange- fangen, und auch vollendet. Der Theil gegen Abend ist gegen das Ende deS sechszehnten Jahrhunderts erbauet worden. Man nennet diesen Theil anheute den Amalien-Hof, weil Amalia von Rraunschweig hintcrlassene Witt- we A. Iosephs I. allda gewohnet hat. Der Theil endlich gegen Norden, und folglich gegen der Stadt ist im I. 1728. unter der Regierung R. Rarlo VI. erbauet worden. Alle diese aneinander hängende verschiedenen Gebäude machen ein ablanges Viereck, und stehen auf dem aus dieser Ursache also genannten Vuryplaze, der 64 Klafter in der Länge, und über Z4 in der Srette hält. A z Das 6 I. Abschnitt. Beschreibung der öffentlichen DaS Vurgthor gehet von der mittägigen Seite der Vorstädte auf diesen Plaz, dessen Gebäude, welches der Sage nach von R. Leopold erbäuet worden, von dieser Seite die ganze Länge von der alten Vurg bis an den Amalien - Hof einnimmt. In diesem Gebäude nun find die grossen Säle, und die Wohnzimmer Ihrer k. ?. Majestäten, welche alle prächtig ausgejtcret und eingerichtet sind. An dem mitternächtigen Ende dieses Theiles der Burg ist eine sehr kühn angebrachte grosse steinerne fliesende Stiege, die nach der Zeichnung des Herrn Jabot errichtet worden. Das gegen der Stadt errichtete, im I. 1728- nach der Zeichnung deS Hrn. Zischers von Krlach aufgeführte Gebäude, welches von dieser Seite auch der ganzen Länge d<6 Plazes von der alten Vurgbis zum Amalien - Hof einnimmt , ist die Reichskanzler. Auf diesem nach einer zierlichen Bauart errichtetem Gebäude sind in der Mitte die Wappen R. Rarls VI. und verschiedene andere Verzierungen aufgestellet; man sieht an jedem Ende desselben einen grossen Schwibbogen, und auf deren jeglicher Seite gegen dem Vurgplaz zu einer Grouppe von kolossalischer Grösse von weissen Steine. Eine stellet den Herkules, alS Ueberwtnder deS Antäus, die andere eben diesen Helden, als Ueberwtnder deS Vusiris vor. In der dritten bändigt er dem Löwen aus dem nemaischen Walde, und in der vierten bezwingt er den «uthenoen Stier, welcher die Insel Kreta verwüstete. Diese vier Grouppen find von dem Herrn Lorenz MaHieU verfertiget worden, und verdienen allerdings betrachtet zu werden. Die alte Vurg macht gleichsam ein Viereck. Sie hat einen besondern Hof, in welchem man vormals von dem grossen Plaze über eine Aufzugbrücke «in- gien- privat - Gebäude der Stadt Wien. 7 gienge, die nun htnweggenommen worden ; der zwey- te Eingang ist gegen der offenen Rettschule, welche aber ttzt aufgehoben, und in den Plaz vor dem R. Büchersaale verändert worden. Die Vvthschafter- stiege ist in diesem Hofe, von welcher man in die grossen Säle kömmt. Der Amalien-Hof bildet auch ein Viereck, wel, cher eben, wie der andere, seinen besonderen inneren Hof hat, in welchen man von der einen Seite von dem grossen Platze, und von der anderen von jenem, welcher der Staatskanzley gegenüber ist, kommen kann. Dieser Theil der Burg, auf welchem ein Thurm mit einem Uhrwerke stehet, ist seit wenigeren Iahren in feinen inneren Theilen , alwo sich anitzt mit gutem Geschmacke, und der größten Zierde angelegte Wohnzimmer befinden, beynahe von neuem erbauet worden , und wohnen allda seiner Majestät der Ratser, Her schöne Audtenzfaal deS Kaisers wird nur bey feyerlichen Gelegenheiten gebraucht, den der österreichische Untcrthan hat immer Erlaubniß zu seinen Monarchen seine Zuflucht zu nehmen, und der gute Monarch Oesterreichs gestattet ihm diese ohne de» lästigen Zwang einer asiatischen Audtenzzeremonte. Wer den Monarchen und seine Familie recht genau sehen will, der kann ihn alle Sonn-und Festtage, wenn er zum Gottesdienste in die Hoftavelle, durch den daran siossenden Saal geht, sehen. Die Anwesenden stellen sich in Reihen, durch welche der Monarch mit der ganzen Familie hindurch geht. Nro. 2. Die Reichskanzl-v eines der schönsten Gebäude WienS, macht mit der Burg wie schon gesagt ein ganzes aus. In diesem Gebäude versammelt fiet der Reichshofrath; eS ist auch die Wohnung de< ReichsvtzekanjlerS, Sr. Fürst!» Gnaden der Durch- « 4 lauch- 8 4 l. Abschnitt« Beschreibung der öffentlichen lauchtig - Hochgebohrne Herr, Herr Franz Gunda- cker, des heil, röm^ Reichs Fürst von und zu Col- loredo - Mannsfeld, Graf zu Waldfee, Vizegraf zu Melß, und Marggraf zu St. Sophia, Herr der Herrschaften Oppotschna, Grünberg , Nepomuck, Pradlo, Dappau , Sachsengrün, Staats, Sieben- hürten, Fölling, Sirndorf und Besten Gräfendorf, Obrist-Erb.-Truchses im Königreich Böheim, des goldenen Vlieses Ritter, Sr. röm. k. k. apost. Maf. wirklicher geheimer Rath, Reichs - Konferenzmini.- sier, Kämmerer, und Reichshof-Viezekanzler :c. !c. und werden allda nicht nur alle Prozeßsachen der Reichsstände, sondern auch andere im Reiche vorfallende Geschäfte abgehandelt. Dieses herrliche Gebäude ist auf gemeine Kosten der Reichsfürsten, durch Borsorge des hochwürdigst hochfürstltchen Herrn Bi- schössen von Bamberg und WÜrzburg Grafen von Schönborn und des heil. röm. Reichs Vizekanzlers im Jahr 1728. zu bauen qngefanqen, und folgends in gehörigen Stand gebracht worden. ^rc> 11. Die geheime k. k. Staatslanzley. In diesem Gebäude wohnen seine Fürstlichen Gnaden Herr Wenzel Anton des h. r« R. Fürst zu Kaunitz« Graf zu Rittberg, Erbherr der frcyen Herrschaft Esens, Stet- tesdorf, Witmund, wie auch der Herrschaften Un- garischbi-od, Austertlttz, Mübrischbruß, groß Or- zehau, Mellrich, Retzrenitz, Wiste und Bragschitz, Ritter des goldenen Vlieses, und des tön. St. Stcphani Ritterordens Großkreuz, Sr. R. K. auch K. K. 3lp. Maj. wirkl. geheimer Rath , Konferenz- und Staatsmintster in Umländischen Geschäften, Haus- Hof- uud Staatskanzler der auswärtigen Geschäften, wie auch jener der Ocsierreichischen Niederlanden und Lombarden, Kanzler des militärischen Marien The- scsienordms.^-Minister seiner Art siebt es wenige» privat - Gebäude der Stadt N>ien. ? Was ftine Einfichtsv öetrift: da ist sein Verdienst längst umvidersprechltch entschieden. Ganz Europa hat diesem Minister seine Achtung und Liebe geschenkt. Allda pflegen sich die geheimen Herrn Konferenz-Minister in den wichtigsten tnn - und auswärtigen Geschäften zu versammeln. An den Plaz stunde vor Zeiten ein Meyerhof, aus welchen täglich für die junge hohe Herrschaften die Milch in fest verschlossenen Stlbergeschteren nach Hofe gebracht ward. Nro. 12. Dao k. k. n. öst. Regierunyshaus. Dieses Gebäude ist sehr weitläufig und schon über zoo Iahr alt. Es befanden sich einsmals allda die R.. ?. Mtnoriten , welche unter Kaiser Josephs des Zwey- ten Regierung in die Alstergassen in das aufgehobene Weispanier - Kloster übersetzt wurden. Pro. iZ. Rarolma Fürstin von Linofski?, in der Schauslergassen, Nro. :6 und 17. Marians Gräfin von Dietrichstem^ in hf? Heprngassen Pro. IY UN0 2O. Z^arl Fürst von Dietrichstein, eben- falls in der Herrngqssen. ^ro. 2z. Das Landhaus der n. Sst. LSbl. Landschaft, ist zwar ein altes und ziemlich weitläufiges Gebäude, in welchen die Herre» Verordneten und die ge- sammten n. öst. Herren Landstände zusammen kommen , und über diese Stelle betreffende Geschäfte unter den Präsidium. Sr. Exzellenz Graf von Kheven- hüller, Erbland-Hofmeister im Erzherzogthum Oe- sterreich unter der Enns, wie auch Erblandstäbel metster im Herzogthum Kärnten, Herr der Herrschaft Ober - und Unterfladnttz, Stürmberg, Wa- renegg, Anger - und Rathmannstorf, dann Zlin und Brzezolupv!c. n. Ritter des goldenen Vließes, Sr. röm. k. t. apost. Maj. wirklicher geheimer Rath, Kämmerer, dann Landmarschall des Erzherzogthums A 7 O ö- lv l. Abschnitt. Beschreibung der öffentlichen Oesterreich unter der Enns :c. zc. sich miteinander berathsch lagen. «Uro. 24. Ferdinand und Philipp Grafen von Rlnody, ebenfalls in der Herrngassen. Uro. 27. Heinrich Fürst von Auerfperg, in der vorder» Schenkenstrasse. Uro. 35. Leopold Graf Clarivon Altringen/ der Minorttenbastey gegenüber. Uro. z/. Aloyf. Fürst von und zu Lichtenstein, ebenfalls der Minorttenbastey gegenüber^ Uro. z8 und 39. Georg Adam Fürst von Ssah- renberg, ebenfalls der Minorttenbastey gegenüber. Uro. 42. Aloyf. Fürst von Ltchtenstein, ebenfalls der Minorttenbastey gegenüber, auf der andern Seite. Uro. 45 und 46. Ioh. Grast, von palfifche tvohs nuny, ebenfalls an der Mtnorttenbastey. Uro. 47. Aarl Ioseph Fürst von Palm, tn her vorder» Schenkenstrasse zurück. Uro. 48, Theresia Fürstin von Valhi>ni, ebenfalls in der vordem Schenkenstrasse zurück. Uro. 49 und 5c». Vi« Röniyliche ungarische Hofkanz- ley , ebenfalls tn der vorder» Schenkenstrasse zurück. Uro. 51. Michael Graf von Nadasti, tn her hintern Schenkenstrasse. Uro. 52. Rarl palfy Graf von Krdödp, ebenfalls tn der hintern Schenkenstrasse. Uro. 5z. Zeno Graf von Montecuculi, ebenfalls in der hintern Schenkenstrasse. Uro. 54. Rudolph Graf von Uuerfperg und Traun, ebenfalls tn der htntern Schenkenstrasse. Uro. 55 und 56. /.udrvig Graf von pathysni, ebenfalls tn der vorder« Schenkenstrasse rechtS, und Uro. 57. in der Herrngassen. Uro. 58. Norbert Graf von Trautmannsborf, ebew- fatts in der Herrngassen» Uro. prtvat - Gebäude der Stsvt Wien. 11 h^ro. 59. A. R. n. öst. Appelation - und L.and? r-chtsb., ebenfalls !n der Herrngassen. t?ro. 60. Rosa Grafin von Rinsky yeb. Gräfin von Harrach, auf der Freyung. Uro. 61. Ioh. Fried. Sürst 0. Lemberg, ebenfalls auf der Freyung. Aro. 64. Leopold Graf von Palfv, in der Thetn- faltstrassen. I^rc». 68. Carolina Grafin v. Rinsky ftel. Exhen, in der Theinfaltstrassen. Z^rci. 7z. Sürst Bathyamfche tvohnunA, an der Baftey, I^ry. 75. Ladislaus Graf vsn Rollonttsch, in der Theinfaltstrassen. ^ro. 76. Rqrl Wezlar Varon von Vlankenstein, in der Theinfaltstrassen» t5rc>. 8c> und 81. Franz Graf von Esterhazy, gegen der Mslkerbasiey. ^ro. 95. Varl wezlar Yaron von plankenstein , zum Schottenthore. ^rc>. 96 97 und 98. Abt zu Mölk, ebenfalls zum Schytteythyree Pxo. lv6 und 107. Rais. Röniyl. Bankodeputa- tipnohaus, auf der Schottenbastey im Bassel, ^ro. 117. Der Schottenhof, nächst dem Schottenthore. Nro. i i 8. Die Normalschule, auf der Freyung, dsro. 119. Anton Graf von Harrach, ebenfalls auf der Freyung. Rro. 120 und i2i. Wenzel Fürst von Rauniz, ebenfalls auf der Freyung. Rro. 122. Franz Abensberg und Traun Graf, in derHerrngassen. d?rv. 128. Ferdinand Graf von Rufsteinische SrSen, tn der Herrngassen. dlrs. 12 I. Abschnitt. Beschreibung ber öffentlichen Aro. 129 iZo izi und lZ2. Aloysius Fürst von Lichtenstein, in der Herrngassen. Rro. 145. Franz Ulrich Fürst von Rinskv, in der Wallnerstrassen. ^rc>. 146« Aloysius Fürst von Lichtenstein, ebenf. in der Wallaerstrassen. ^ro. 154. Rarl Fürst von ^.ichtenstein, ebenfalls in der Wallnerstrassen. Uro. 155. Anton Fürst von Grasalko«iy und Gia- rack, ebenfalls in der Wallnerstrassen- Nro. 156. Ioh. Ios. Fürst von Rhevenhüller, ebenfalls in der Wallnerstrassen. Uro. 164 und 165. Nikolaus Fürst von Ksterhazy, ebenfalls in der Wallnerstrassen. Aro. 167. Joseph Liussi edler von prognanemburg des heil. röm. Reichs Ritter, auf dem Kohlmarkt. Dro. 214. Die pabstliche Nuntiatur auf dem Hof, ein ansehnliches Gebäude, an dessen Fronte z Wappen- Schilde hangey. Dieses ist der Pallast des päpstlichen Nuntius. Seine Bestimmung ist bekannt. Rro. 215. Yinzenz von Suttner, Ritter und Sandmann, ebenfalls auf den Hof. Nro. 217» Luryische Hrben, in der Bognergasse. 5?ro. 2Zo. Ioh. Reich, büryerl. Handelsmann, unter den Tuchlauben. 55rs. 2Z4« R. R. ,roß Hofkriegsraths.- Gebaud,, auf dem Hof und in der Seitzergasse. t^ro. 235. Oktavian Graf von Collaldo, auf dem Iudenplaz. ^kro. 256. GundacVer Graf von Stahremberg,'unter den Tuchlauben. ^ro 290. Die t. k. böhmische und österreichische Hofkanzley in der Wppliugerstrasse und Iudenplaz im Jahr 1754. von weiland Maria Theresia erhauet. Es nimmt einen grossen Umfang ein, und tst privat - Gebttuhe ver Stadt U?Len. i z ist prächtig gebauet. Es bestehet aus drey Stocka werken, und hat ein nach der corintischen Ordnung, mit allerhand Statuen und Figuren geziertes Por-- tat und Vordergiebel, in dessen Mitte die böhmische Wappen, ein aufrecht stehender gekrönter Löwe, und Zn der Höhe abermal ein liegender aus Stein gehauener grosser Löwe zu sehen- Das Dach ist nach italienischer Art platt gebauet, und mit einer /Balustrade umgeben, die ebenfalls mit grossen Statuen und zwey Adlern besetzt ist. Allda wohnt Cr. Exzellenz der Hoch-Und Wohlgebohrne Herr Herr Leopold Krakowsky, des heil. röm. Reichs Graf von Kollowrat, Herr auf Radenin > Hroby, Oblagto- witz. Witschen ttz, 9ohradka, Gvltsch, Ieniküu, Hostaczow/ E»rakowitz> Spittitz, Swietla, Wrbitz, Willimowiß, Nendorf/ Ncadoweßnitz, Wettrup, Phtlippshof irt Böhmen , dann Wetzdorf und Rohr- Vach in Oesterreich jc. Mitter des goldenen VltesseS und des königlichen St. Stephans - Ritterordens Großkreuz, Seiner k. k. aposi. Maj. wirklich geheimer Rath> Kämmerer > königl. böhmischer oberster und österreichischer erster Kanzler ic. :c. In diesem Gebäude pflegen auch die ersten Kanzler und Vizekanzler, und die wirkl. geheimen Hofräthc, worüber die von dieser Instanz abHangende Geschäfte Rath zu haltend 55ro. zo6. lVemeiner Stadt Wien bürserliches?euy2 Haus auf dem Hofe, oder vormals grossen Jesuit terplaze ist ein schönes Gebäude, welches im I» 1723. erbauet worden, und oben auf der Haxa^e mit Statuen und Siegeszeichen, die das ganze Gebäude charakterisiren, gezieret ist. Neben einer ziemlich beträchtlichen Artillerie, und vielen heut zu Tage üblichen Waffen befindet sich allda auch eine Menge alter Waffen, und viele andere ,4 I. Abschnitt. Beschreibung der öffentlichen oere Sache«/ die man »on den Türken, besonders da sie im I. 1683. Von Wien htnweggeschiagen wor- de«, erobert hat. Man zeigt eben in diesem Orte den Kopf deS Rar« Mustafa, welcher damals Großvezier war, und die türkische Armee kommandirte, und im darauf folgenden Jahre zu Belgrad erdrosselt worden, von wannen nachher sein Kopf nach lvien gebracht worden. Es ist auch alhier der halbe Mond und der Stern, als die türkischen Wappen, welche im Jahr 15294 an die Spitze deS St. Stevhsnsthurms, (damit der türkische Kaiser Sülejmann nicht auf diese Kirche seine Stücke spielen Nesse) gefetzt, aber Nach derletz- ten türkischen Belagerung im I. 1683. wieder herunter genommen/ und an deren Statt das Kreuz, welches man Noch itzt auf der Spitze sieht, auf Befehl Leopolds I, hinauf gesetzt worden. tkro. ZO/« Gemein Stade tvien Umerkainmeramt, auf dem Hof. Pro. 309. Ioh. Bapt. edter vonÄoutton Banquier, ebenfalls auf dem Hof. Hro. 346« A. R. Unterarfenal oder kleines Zeughaus , in diesem findet man nichts besonders merkwürdiges. Man kann unterdessen doch den Kanal besehen, durch welchen der General von St. tzilair» tm I. 1619. mit seinem Regimente unvermuthet in die Stadt dem R. Ferdinand II. wider die Unternehmungen der aufrührischen Protestanten zu Hilfe gekommen ist, deren sträfliches Vorhaben er hierdurch glücklich zernichtete. >^ro. Z7Z. Joseph Schwab, Hofjubelirer, gegen der Nenngasse. Aro. 375. Eugenius Graf von Schönhorn, in der Renngasse. Nro. Privat - Gehauve der Stadt Wien. u5 d^ro. 376. Sigismund Domin. Graf von Gonbola.» ebenfalls in der Renngasse. Aro. A79. Abt zu Rlosterneubveg, von der Renn-» gasse bis an die blaue Säule. 5lro. z8o. Theresia Grafin von lVindischgraz, ebenfalls von der Renngasse bis an die blaue Säule. >?ro. z88. Rarl Ltmanuel Graf von Abensperg und Traun, ebenfalls in der Renngasse« Hsro. zyO und ^91. Wber - Arsenal ober grosses Zeughaus auf der hohen Brücke, welches theils vom R. Marimliian II« thets von R. ^.-opolö ertauet worden > kann in dem Stande, in welchem es fich heut zu Tage befindet, von Niemand ohne Bewunderung angesehen werden, wegen der Mengeder Waffen sowohl, als hauptsächlich wegen der bewundernswürdigen Einthetlung / mit welcher alle auf das zierlichste^ vnv in der schönsten Ordnung auf gestellct sind. Man kömmt anfangs in einen geraumen Hofe, welcher auS einem langen und ungleichen Vierecke besteht; und man findet allda zwo sehr grosse türkische Kanonen« Eine, die im Jahr 1516. gegossen, und zu Belgrad im I. 1717. erobert worden, trägt iZovfündige Kugeln, und hält 179 Zentner; die andere, welche im 1.1560. gegossen worden, wiegt 117 Zentner, und trägt 6opfündtge Kugeln. Neben dtefen erstaunlich grossen Stücken find 2 ebenfalls türkische Mörser zum Steinwerfen, deren der eine 409.- und der ander? 24ovfündtge steinerne Kugeln wirft; ein eiserner Mörser von einem außerordentlichen Kaliber, und um und um mit eisernen Ringen umgeben, von zween Zollen in der Dicke, und ein anderer sehr grosser metallener Mörser, auf welchem man diese Worte liefet: LIOILölUKONL /^rckiclux ^ulrrise. Der 6 I. Abschnitt. Beschreibung der Lffemllchen Der Hof ist noch mit verschiedenen andern Kanonen von 70-48- Z6pfündigen Kaliber u. f. w. mit anderen Stücken, Bomben, Kugeln, u. s.w. angefüllt. Er ist von allen Seiten mit einem Gebäude von einem Stockwerke, welches wie das rai? Schilde, Pickelhauben, Harnische u. s» w, in einer schon auf den ersten Blick das Auge bezaubernden, jedoch bey weiterer Untersuchung noch viel Mehr einnehmenden Ordnung aufgestellt« Man sieht alldä runde, gewundene, ausgehöhlte Säulen; vier-und dreyseitige Pfeiler, von welchen das Fußgestell, der Schaft, und das Kapitell von Flinten, Pistolen, Vajoneten u. s. w. zusammengesetzt sind; Pyramiden von Z und 4 Seiten, Festungswerke und Tropheen, die eben auf jene Art gebildet worden: man sieht die Plafonds mit Säbeln , Degen, Bajoneten, Klingen, Lanzen, Pickelhauben, eisernen Handschuhen, Fltntenbeschlägen, Ladstöckenröhrchen, u. s. w. überkleidet, und diese also angebracht, daß das Auge nichts, als sehr ^'sqeführte und hundertfältig abwechselnde Fi- Privat - Gebäude der Stadt Wien. 17 guren und Verzierungen wahrnehmen, und doch nicht unterscheiden kann, aus was für einzelnen Stücken das Ganze zusammengesetzt ist. Man sieht z. B. die Wappen von Oesterreich, von Hungarn, von Lohmen u. s. w. mit den Wappenhältern, den Ordensbändern u. s. w. grosse Adler mit ausgespannten Flügeln und Kronen auf den Häuptern , grosse Schilde, und tausend andere Gegenstände. Einer von den Gängen wird durch einen runden Saal unterbrochen, in welchem man mehrere Bildnisse der Kaiser und Fürsien aus dem Hause Oesterreich in ihren vollkommenen auf das kostbarste und künstlichste gearbeiteten antiken Rüstungen, und den Pickelhauben auf dem Haupte antrift. Das Bruststück aus gelbem Metalle Sr. Durchlaucht des Herrn Ioseph Menzel Fürstens von Lichtenstein, welcher im I. 1772. dieses Zeitliche verlassen, ist auch in diesem grossen Saale, wohin es Ihre Majestäten im I. 1758. haben setzen lasse«, sammt einer lateinischen Inschrift, in welcher diefer Fürst den ansehnlichen Titel: R-ettsuraror rei rormemarig-, führt. An der andern Seite des Saales diesem Bruststücke gegenüber, sieht man die Bruststücke Sr. k. k. Maj. Franz I. glorwürd. Geb. und unserer unsterblichen Monarchin Maria Theresia ebenfalls von gelbem Metalle, welche gesagter Fürst sammt den lateinischen Inschriften, in welchen er seine ehrerbietigste Dankbarkeit gegen seine allerhöchste Herrschaft ausdrücket, errichten lassen zu dürfen, die Erlaubniß erhalten hat. Man findet noch in diesem Zeughause viele andere besondere merkwürdige Sachen, z. B. die Rüstung Gottfrieds von Bouillon, den Koller aus einem Büffelsleder des Königs in Schweden Gustav Adolphs, von einer Kugel durchbohret, die im I. B l6z2. »K I. Abschnitt. Beschreibung ver vornehmsten 1632. diesem kriegerischen Monarchen in der Schlacht bev Lützen in Sachsen seine Tage abgekürzet, und ihn verhindert hat, Lohmen aufs neue zu verheeren. Dieses Zeughaus begreift eine Rüstung für 40000 Mann, ohne daß man aus der schönen Ordnung, von welcher wir zuvor einen leichten Umriß gegeben haben, nur ein einziges Stücke zunehmen genötht- get sey. Wenn man diesen Tempel des Kriegesgottes sehen will, hat man sich an den Herrn Stabsoffizier zu wenden, welcher der Kommandant davon ist. ^ro. 392.8ridr. Graf v. Noßiz, auf der hohen Brücke. 5^0.409. passauer Renthof, nächst Maria Stiegen. Kio. 411. Aloisius Graf von Stahremberg, in der Wippltngerstrasse. Nro. 412 und 41 z. Iof. Graf von Herberstein, k. k. Rämmerer, ebenfalls in der Wippltngerstrasse. Nro. 414« Leopoldina Grafin von Sternberg, in der Wtpplingerstrasse. ^sro. 415. Leonh. Straubtmaver seel. Erben, ebenfalls in der Wippltngerstrasse. Nro. 417 und 418. Gemeiner Stadt Wien Rai h- haus in der Wipplingerstraß, ein nach den Regeln . einer schönen Architektur aufgeführtes Gebäude. Seiner Schönheit wegen verdiente es an einen Plaz zu stehen, wo man es besser betrachten könnte, denn es kann in dieser Gassen das Ansehen nicht machen, das andere Rathhäuser in andern Städten machen. Man hat an demselben die jonische Ordnung beobachtet, und selbes ist mit schönen Statuen geziert. Es hat zwey Stockwerke, und ist mit vielen geräumigen Zimmern versehen, wo Rath gehalten wird, und sich verschiedene Aemter befinden. Wro. 486. Gemeine Stadt Wien Vrunnhaus, auf dem hohen Markt. tlrs privat - Geböude der Stadt Wie». Ars. 527. R. R. Stade - und Landgericht, ebenfalls auf dem bohen Markt. Nro. 5Z?^ Fürstlich Licktenstnnische Majorathaus, von dem Taschengassel bis an das Cchlossergassel. ^lro. 576. Graf von tvissendisch-Stiftung, in der ^panglergassen. ^ro. 577. Andrestsche Brben, ebenfalls tn der Spang- lergassen. ^0.591 59» 59Z 594 595 596. Johann Thom« edler v. Trattnern, k. k. Hofbuchd»uc?er und Vuchhckndler auf dem Graben. Das Gebände ist seiner Population von ungefähr 600 Menschen, hat zwey Höfe, und die jährliche Zinnserträgntß ist übey ZOOOO fl. ^sro. 607« Zranz edler von Ma?, auf dem Graben. Uro. 651. Gemeine Stadt Wien tvaaghauo, am Lugeck. 5?ro. 655. Gemeine Stadt tvlen, bey der goldene» Gans Nro. 722. R. R. neue Hauptmauth, nächst dem Do-> mtnikanerplaz. ^krv. 751. Prokop Graf von Gatterbury, nächst dem alten Fleischmarkt. Nrv. 767. Prälat zum h eiligen Rreuz, tnderfchsi» Laterngassen. ^ro. 778. G»rvesteo Generalseminarium, nunmehr» ?. k. vorhin war es das Kollegium Per ehemaligen Jesuiten, und ist seitdem selbe aufgehoben worden, zum drittenmal verändert, befindet sich auch allda die UniversttSts.-Bibliothek. 55ro. 779. Das Univerfitatohaus tn der Bäckerstraß ein prächtiges und ewiges Denkmal der Achtung Marten Theresens und Franz, für die Künste und Wissenschaften. Es ist ein schönes grosses ganz frey B s sie- 20 I.Abschnitt. Beschreibung der vornehmsten stehendes Gebäude. Es hat drey Eingänge. von welchen der vorderste, gegen den czewesenen Iejui/ tervlaz, auf Heyden Seiten zwo schöne F^cänen hat. Au ebener Erde find Gänge zu einem Epaziergange für die Studenten bestimmt. Es hat geräumige Hörsalle ; einen Vorrats) von physikalischen und mechanischen Instrumenten; eine Sammlung von Naturalien; ein chemisches Laboratorium; ein anatomisches Theater; eine Sternwarte; und eine eigene öffentliche Bibltotheck, welche durch viele andere aufgehobene Btbliothecken der Stiftungen und Klöster ansehnlich vermehrt worden. Sie ist in allen Fächern mit denjenigen Büchern bereichert, welche kehrern und Schüller« , für derer Gebrauch sie eigentlich bestimmet ist, vorzüglich nutzbar. Man kann sie ausser Sonn - und Festlägen täglich besuchen, und hält keine Ferien. dlro. 801. Johann Vaptist Schloisnigg, nächst dem Stubenthor. Pro. Zog. Graf Draokowitzische Erben, in der Wollzeil. dZro. 81?. Ferdinand Graf von Versen, ebenfalls in der Wollzeil. ^ro. 815. Ferdinand Graf von Rinsky, ebenfalls in der Wollzeil. Nro. 818. R. R. Posthaus, ebenfalls in der Wollzeil. Nro. 8zc>. Iosevh von Mannagettsche Orb-n, nächst dem Stubenthor Mo. 8?z. Das Fürst paarisch-Haus bey dem Stubenthor wo vorhin das k.k. Hofpostamt war. Dieses Haus verdienet wegen dem Prachte, mit welchen es in seinen inneren Theiten, unter der Direktion des Baumeisters Herrn Kannevals aus^ezieret worden, und wegen der kostbahren Einrichtung besonders gesehen zu werden, ebenfalls Aro. 8?/. I^ro. privat - Gebäude der Stadt Wien. s R 55ro. 8Z4. Arme Bürger Ladh aus, ebenfalls nächst dem Stubenrhor. Nro. 852. Christoph Fürst Migazzi, Rardinal, in Stephans - Freidhof. ^rc>. 857. Die Chur bey St. Stephan, in der Singerstraß. biro 861. Anton edler von Mafilccioly, sew»ster bürg. Apotheker, nächst St. Stephan. Nro. 865. Das deutsche Haus, in der Singerstrasse. Xro. 882. Trienterhof, in der kleinen Schullerstrasse. Nro. 88Z» Neubery,rhof, ebenfalls von Eck der grossen Schullerstrasse links. Rro. 886. R. R. Bankodeputazion, ebenfalls von Eck der Schullerstrasse links. Nro. 90z. TobaL und SieAelgefall-n, lm Jakobergassel. ^rc> 928« Maria Antonia von pfeffershof-n Frein. in der Cingerstrasse. ^ro. 929. Franz Anton Freyh. von Cternbachische E. 961. Paul Anton vonGundel. Erben, in der Kärntnerstrasse. Aro. 989. R. Rupferamt, von de? Sailerstadt hinauf links. Rro' 99I. R. R. Münzamt, ebenfalls von der Sailerstadt hinauf links. Rro. 997. Dominikus von Rauniz, in der Iohanns- gasse. B ? Rro. »» I. Abschnitt. Beschreibung ver vornehmsten Uro. 999. Franz Wenzel Graf von Sinzendorf, ebenfalls in der Iohannsgasse. Uro. looz und 1004. Herzogliche Savoysche Da- menst ft, ebenfalls in der Iohannsgasse. Uro. loil. R. R. Normalschule bev St. Ann«, ebenfalls in der Iohannsgasse. Uro. Isis. Mariazellerhof, in der Annagasse. Uro. 101A. Gew-stes k. t. verfayamt, ebenfalls in der Annagassen. Nro. 1022. Stift Hexzogenburg, ebenfalls in der Annagassen. Uro. loAz. Rochus Frevherr von Lubresty, in der Kärntnerstrasse. Uro. 1064. R. Romödienhaus, nächst dem Kärnt- nerthor. Uro. »074. Gemeine Stadthaus Mehlgrude, in der Kärntnerftrasse. Uro. IO7A. Das ehemalige Vurgerspital ist daS größte Gebäude, und soll, wenn es ausgebauet ist, über 90000 fl. Zinns abwerfen; bauen läßt es der Stadtmqgistrat: ebenfalls t^ro. 1126. Uro. 1,04. Iohann von Schosarzenberg / des h. röm. Reichs Fürst, auf dem neuen Markt. Uro. 1129. Titl. Graf von Fries, der yesammten Reformirt^n Gemeinde Vethhaus, der augspur- gifche Ronfessiow Verwandte Wohn - und Veth. Haus. Dieses Haus ist das schönste Privathaus in der Stadt, das Gebäu allein kostet über 40000.0 Gulden. Die prächtige Einrichtung nicht mitgerechnet. Uro. lizi undil?2. Ferdinand Philipp Fürst von Lobkorviy, nächst dem Augustinern. Uro. n?8 ?um Rloster der Salesianerinnen am Rennweg gehörig, in der grossen Dorothegasse. Uro 1140. Gabriela Fürstin von Rollored», ebenfalls in der grossen Dorotheegassen. Uro. privat - Gebäude der Stadt tvien. 5?ro. 1141. Aug. Ant. Graf von Athems, ebenfalls in der Dorothegasse. Nro. 1144. Prokopp Graf von Gatterburg, ebenfalls in der grossen Dorothegasse. Aro. 1146 und 1147. Georg Cavalini edler von Ahrenberg, ebenfalls in der grossen Dorothegasse. Ksrv. 1150. Anton Freyherr von Doppelhofen, am Graben nächst der grossen Dorothegassen. Nro. 1153. Ioseph Graf von Rhevenhüller Metsch, in der untern Breunerstrasse. ^rc>. 1156. Ioseph Freyherr von Raiferstein, in der untern Breunerstrasse. Aro. 1165. Ludwig Graf von Cabriani, ebenfalls in der obern Breunerstrasse. 55ro 1166 und 1167. Rudolph Graf von Andler, ebenfalls in der obern Breunerstrasse. Nro. 1168. Gräfliche Trautsonnische Krben, ebenfalls in der obern Breunerstrasse. Nro. 1174. Ios« von Roller, V. 5. Hofrath, auf dem Graben. ^rc». 1178. Jos. Iynaz Freyherr von Brandau, am Kohlmarkt. Nro. 1179. Franz Zreyh. von Brandau, ebenfalls am Kohlmarkt. Rio. 1182. Das alte Michaelerhauo, am Kohlmarkt. Kio. 1183. Das neu« Michaelerhaus, ebenfalls am Kohlmarkt. Nro. 1184 R. Reitschule und Nationaltheater, am Michaelspsaz. ^ro. 1188. Rochus Baron von Lopresti, auf der Augusiinerbastey. Nro. 119Z. Rarl Graf von peleyrini, General - Feldmarschall, ebenfalls auf der Augustinerbastey. ^ro. 1349. MauriyGraf von Fries, am Josephplaz» Mo. IZ50. ebenfalls in der Iosephsgasse. B 4 Die S4 I. Abschnitt. Beschreibung der vornehmsten Um nicht weitläufig zu werden, so bleibe man Vey der Anzahl der vornehmsten Herrschaftlichen Pallä- sten und andern öffentlichen Gebäuden, die der Stadt das größte Ansehen geben, stehen, vbwohlen noch mehreresonderbahr aus den aufgehobenen Klöstern prächtig aufgeführte Gebäude verdienten angemerkt zu werden, besonders die in der Rauhenstein - und Spiegel- gasse. Die meisten schönen Häuser stehen in einer nicht sehr besuchten Gegend der Stadt beysammen. Es ist Schade, daß man sie nicht auf die Hauptplätze ordnen kann. Ein Herrschafthaus kostet ohngefähr lovOOc» bis Gulden, und ein grosses bürgerliches Haus 50 bis Gulden. Es wird auch Derjenige mit Grund ein reicher Mann genannt, der ein grosses schuldenfreies Haus in der Stadt Wien besitzt. Denn die grössern Bürgershäuser, auf dem Graben, Kohlmarkt, Hof, Neuenmarkt, Kärntnerstraß, Stock am Eisen, tragen des Jahrs immer ihre 6v2O bis Gulden. Ein blosses Kaufmannsgewölb auf dem Graben oder Kohlmarkt kostet 602» bis 702 Gulden, auch noch mehr. Eine ordentliche Wohnung für eine Familie, die eine Kutsche mit 2 Pferden hält, kostet im iten oder 2ten Stock 822 bis IQOO Gulden. Die Stadt hat auch schon ihr volles Maß und unüberschreitbares Ziel, daS mag auch die Ursache seyn, warum die Häuser so grossen Werth haben. Ueberhauvt sind in Wien alle Häuser von Stein und Ziegeln gebauet, und nicht einmal in der kleinsten Vorstadt befindet sich ein Haus von Holz aufgezimmert, oder sind mit Holz unterzogene Mauern zu sehen, wie man deren gar viele in Sachsen sogar in den Städten antrift. Die Stadt hat jetzt, da unter Josephs des Aweyten Negierung so viele Klöster anfgehoben, und daraus Häufer gebauet worden, einen grossen Zuwachs an Privat - Gebäude Her Stadt Wien. »S an der Häuserzahl erhalten, dann vor 5 Jahren gien- gen die Numer nur bis IZ45 und jetzt IZ76. Die Anzahl aller Häuser in der Stadt und den Vorstädten belauft sich dermalen auf 6500. Das in 6520 Häuser ein Viertel Milion Menschen wohnen können, scheint vielen unglaublich, der die Wiener - Häuser nicht gesehen ha'. Die Wiener-Häuser haben die meisten alle Höfe, die auch bebaut sind, und es besteht ein Haus manchmal aus drey bis vier Flügeln. Die vordere Seite des Hauses, die auf die Strasse geht, hat eine Einfahrt; diese fuhrt in den Hof, der mit vier Flügeln umschlossen ist. Viele Häuser haben noch mehr als ein oder zwei) Höfe. Als z. B. in der Stadt das Äurgerspi- ral, und vor der Stadt das Etahrenberyische Zrev- hauo. Und so wäre es begreiflich, daß die Häuser in Wien ohne Kasernen zu seyn, so viele Menschen fassen können. Wien ist halb so stark bevölkert als London, denn in London zählt man jährlich 13 bis 20000 Gebohr- ne, und in Wien 10 bis 11000. Nun sind in London wie bekannt 120,000 Häuser. Es sind also 6000 Häuser in Wien eben so viel, als 60,000 in London. Es kommen also auf ein Londner - Haus im Durchschnitt 4 bis 5, und auf ein wienerisches 40 bis 50 Menschen. Die Anzahl der Menschen in Wien sind sicher immer ganz gering auf 2/0,000 zu rechnen, ohngeachtet es viele Schriftsteller nicht zulassen wollen, um ihre Städte in desto besseres Licht zu stellen. Wenn man aber die Menschen Volks, die immer auf und zu strömen betrachtet, so ist nichts gewtssers als das. B 5 Von s6 I. Abschnitt. Beschreibung von hen Platzen Von den Plätzen, Straffen, Gäffen, Basteyen und Stadtthören. Wien ist eine alte Stadt. Dieser Umstand macht, daß die Vortheile und Nachtheile aller Städte ihres gleichen hat, denn ihre Anlage ist unregelmässig, ihre Gassm sind viele sehr enge, ihre meisten Plätze klein, eckig ohne Plan, ohne Perspectiv und Pracht --- Leider, das die Erbauer Vtndobonens nicht vorsehen konnten, das der Ort einst zur Hauptstadt eines der ersten europäischen Staaten werden, daß in den Gassen derselben Tag und Nacht etwelche tausend Wägen hcrumrollen , daß ihre Plätze bey gewissen Anlässen mit Hunderttausenden von Menschen bedeckt feyn würden. Der Hof ist der erste Plaz, welcher allerdings tVien Ehre macht. Er ist der geräumigste von allen, bildet beynahe ein förmliches Viereck, ist ringsherum mit ansehnlichen Gebäuden besetzt, und hat eine Säule von Erz, nebst zwey Brunnen, die größte Zierde geben ihm die Kriegskanzley und das bürgert. Zeughaus. Pabst Pius der VI. gab 1782. am Ostertage von der Altane der hier stehenden Kirche seinen Segen. Dieser Plaz dient zum öffentlichen Spaziergang, wird aber nur in den Sommer-Abenden besucht. Weil gewöhnlich Abends allda auf der Hauptwache eine Stunde lang durch die Regiments- Spielleute türkische Musik gemacht wird. Der zweyte Plaz und der angenehmste ist der Graben. Er wimmelt den ganzen Tag bis in die späte Nacht von Wägen und Menschen. Wer eine überflüf, fi.,e halbe Stunde hat, wo er gerne etwas Bewegung machen möchte, spaziert ein paarmal den Graben auf und nieder. Man stehet hier stets vornehme und schön geputzte Leute beyderley Geschlechts in Wagen, zu Pfer- Strassen, Gassen, Sssteyen und Stadthoren. 27 de und zu Fuß , auch ist man sicher, täglich je bey- nahe stündlich, einige Bekannte zu treffen. Abends ist er der öffentlichen Promenade gewidmet, und der Tu- melplaz der Lustnymphen und Stutzer. Der schon gewohnte allgemeine Zusammenfluß von Menschen auf diesem Plaz macht, das die gutwilligen Mädchen ihn vorzüglich besuchen, um dort ihre Netze auszuwerfen: daher sind die Worte Graben - Nymphe entstanden. In den Sommerabenden ist eine ganze Seite des GrabenS von 8 Uhr Abends bis Mitternacht mit Stühlen be> setzt, worauf man aus den zwey benachbarten Kaffeehäusern mit Gefrornen und andern Erfrischungen bedienet wird. Auch hier ist eine Säule mit zwey Springbrunnen. Der dritte ist der Neuemartt oder sogenannte Mehlmarkt, ist ebenfalls ziemlich geräumig, bildet etu langlichles Viereck, und hat auf einen Röhrbrunnen eine schöne metallene Statuengruppe von Gabriel Donner. Allda wird Mehl, Gries u. s. w. verkauft. Der vierte ist der hohe Markt, ebenfalls ein lauglichtes ziemlich geräumiges Viereck, mit einem steinernen Monument und zwey Springbrunnen. Seine Erb.- fläche ist sehr abhängig. Hier werden neben dem Stadt- gertchtshause die öffentlichen Exekutionen der Justiz, welche nicht das Leben gelten, auf der Schandbühne vollstreckt. Früh wird die grüne Waar allda verkauft. Es sind noch mehrere Plätze vorhanden, welche den Namen eines Plazes führen, verdienen aber, für eine Stadt Wien, eine so ehrenvolle Benennung keineswegs , weil sie sehr unregelmäjstq sind. Es ist fünftens die Freyung, sechstens der Iubenplaz, siebentens der Franziskanerplaz, achtens der Stockimei- senplaz, neuntens der Spitalplaz, zehntens der Uni- versttätsplaz, eilftens der Domrnikanerplaz, zwölftens der Michaelsplaz , dreizehntes der Minoriten- plaz -3 K Abschnitt. Beschreibung Von den Plazen, plaz, vierzehntens der pet«rsplaz, fünfzehntens der Raunitzplaz, sechszehntens der Iosephsplaz vor der k. k. Bibliothek ist noch der regelmässlgste aber nicht sehr groß, siebenzehntens der Luryplaz ebenfalls nicht besonders groß, eigentlich nur eine Gattung von Haushof, zwischen der Burg und der Reichskanzlei). von den Strassen. Man wird nur die schönsten anmerken, die übrtgern kleinern sind ohnehin an den Ecken angeschrieben, und sind meistens finster und enge, wenige breit und gerade. Der Rohlmarkt ist die breiteste und geradeste Strasse Wiens. Nach dteseck folgen die Schenkenstrasse, die wallnerstrasse, die Thein- faltstrasse, die Rckrntnerstrasse, die Rruyerstrasse, die Sinyerstrasse, die Vreunerstrasse, die Vackerstrasse, die Schullerstrasse, die Römerstrasse, die Münzerstrasse, die tVipplingerstrass-, von den Gassen. Die schönsten sind, die Herrn- Sasse, die Annagasse, die weihvuryyasse, die Spang- leryasse, die Vischofgasse, die Vogneryasse, die Do- rothegasse, die Spiegelyasse, die Goldschmidgasse, die Himmelpfortgasse, die Rauhensteinyasse, die Io- hannesgasse, die Schaufleryasse, die prefiyasse, der Fleischmarkt, die tvollzeil, der Haarmarkt, die Tuch» tauben, der Salzyrieß u. f. f. Es giebt auch zwey Gassen übereinander, die eine Gasse die hohe Brücke genannt, läuft quer über die unten liegende Strasse, der tiefe Graben hinweg. Tasteten befinden sich um die Stadt zehn, als die Äioerbastey, die Vurybastey, die Rraunbastsv, die Hollerstaudenbastey, die Rarntnerthorbastey, die Löwelbastey, die Lorenzerbastey, die Mölkerbastey, die neue Lastey, die Masserkunstbastey. Die sogenannte Basten ist ein sehr allgemein beliebter Spazierplaz von Wien, weil man vor Wägen und Pferden und den allen übrigen Strassen der Stadt häufigen Staub sicher ist. Strassen, Gassen/ Basteyen und Stadtchoren. 29 auch immer viel Gesellschaft antrift. Dieser Lieblings.- ort wird niemals mehr als im Frühjahr und Herbst besucht, dann im Sommer ist die Hitze auf dieser unbelaubten Promenade zu groß, daher ist ausser diesen Zeiten nur früh und Abend Gesellschaft anzutreffen. Der größte Sammelplaz ist vom Kärntnerthor bis zum Burgthore, wo der sogenannte Kaffeesieder Milany, ein schönes Zelt aufgeschlagen hat, welches rund um mit ein paar hundert Ctrohsesseln zur Bequemlichkeit der Herren und Damen versehen ist, ustd sie mit allen Gattungen Erfrischungen bedient werden können. Von da kömmt man in das kleine Kaiser - oder Paradies- gärtchen, das vor jedermann offen ist. Auch hat man sogar einen Ausgang durch die Burg auf die Bastey hergestellt, um den Publikum den Weg nach diesen Erfrischungsort zu verkürzen. Stadtchöre giebt es neun, und sind jetzt immer offen, weil Kaiser Joseph der Zweyte, denn wir so viel Gutes zu danken haben, das Speergeld aufgehoben hat, weil es eine Last war, die den ärmsten Theil des wienerischen Publikums betreffend, drückte. Das Burychor, durch welches man in das Reich fährt, das Rarntnerchor führet seinen Namen daher, dteweil man dadurch nach Kärnten fährt, das Stubenchor gehet der Weg nach Ungarn, durch den rochen Thurm nach Böh^ men und Mähren, durch das SHanzelch»r wird nur Salz geführt, das ZLscherchor führet seinen Namen daher, weil es am Fischmarkt ist, wird meist nur Holz geführt, so wie eben auch durch das neue Thor, das Schot- t-nchor fährt man nach Dornbach, Nußdorf, ausser den Thören ist um den Wahl herum, das Mautchor oder vielmehr Brücke, aufdieser kömmt man wie bey allen Thören, allda aber am ruhigsten, nach der sogenannten Esplanade, oder den freyen Raum zwischen der Stadt und den Vorstädten, welcher eine Breite von 200 Klaftern ^ i. Adscbnttt. Vesckreibuny V7iens - Vorstädte tern hat. Er ist seit 1781 mit vielen Alleen von wilden Kastanien - Bäumen besetzt. Die Hauptallee läuft im Zirkel von dem Mautrhore um die ganze Sradt, biS zum n?uen Thor, und ist einer der angenehm; en Spaziergängen um die Etadt. Wiens - Vorstädte^ ihren Ursprung, Grundobrigkeiten, wo sie sich anfangen, und wie viel Häuser selbe enthalten. Zwischen den Bewohyern der Stadt und jenen der Vorstädte ist ein grosser Unterschied. Denn alles was wohlhabend ist, wohnt in der Stadt. Was aber weniger vermögliche Leute sind, als z. B. angehende Künstler, Pensionisten, niedrige Kanzleybeamte, verheura- thete Hauöoffiziere, Hausbediente u.s. f. ziehen in die Vorstädte, (die Herrschaften und andere vermögliche Privatpersonen ausgenommen, welche Häuser und Gärten blos zu ihrer Ergötzung allda haben) weil die Wohnungen um ein Drittel wohlfeiler sind. und auch überhaupt in den Vorstädten der Preiß aller Lebensbedürfnissen niedriger angeschlagen ist. Die schönsten Vorstädte sind die keopoldstadt. Mariahilf, die Landstrasse, die Wieden. Indessen ist keine gepflastert, und die Bauart erhebt sich gewöhnlich nicht über drey Stockwerke. Man rechnet in Wien neun und zwanzig Vorstädte , von welchen kaum die Hälfte diesen Namen verdienen. Man nennt die Vorstädte in Wien auch Gründe, und ihre Vorsteher heissen Grundrtchter. Ein Grundrichter kann entweder nur eine, oder auch mehrere Vorstädte unter sich haben, nachdem diese mehr oder weniger beträchtlich sind. An diese Grundrichter kommen zuerst die Be^ fchwerden, und in Kleinigkeiten spricht er auch das Ur - theil. ihren Ursprung, Grundobrigketten »c. zr Heil. Man kann aber immer an den Magistrat der Stadt appelliren. , Die Vorstädte sind weit schöner als die Stadt; die meisten haben schöne Hauser, weite und lange Gassen. Die Iosephftadt ist ganz regulär gebaut. Die Hauptstrassen in den Vorstädten Landstrasse, Wieden und Mariahilf sind eine starke halbe Stunde lang. Der größte Fehler, bey den erst in diesen Jahrhundert und zu Ende des vorigen, nach der türkischen Belagerung, angelegten Vorstädte, ist der, daß sie nicht Gemeinschaft mit einander haben. Man hat jede Vorstadt als ein selbst bestehendes einzelnes Wesen, und nicht als Theile eines Ganzen betrachtet. Man hat Gassen in entsetzlicher Länge, wie auf der Wieden und Landstrasse angelegt, ohne an NebenstrasseN/welche sie durchschneiden zu denken. Deswegen muß man oft die beschwerlichsten Umwege machen, die man durch eine Quergasse abschneiden könnte. Der Monarch hat dieses wohl eingesehen, und an einigen Orten durchbrechen lassen. So ist jetzt durch einen aufgehobenen Kirchhof, die Land- ' strasse mit der Ungargasse verbunden worden. Und an noch mehrern Orten sieht man schwarze Linien an den s Mauern, die zu einem Zeichen des Durchbruchs daste- ? hen. Ueberall, wo es nöthtg wäre, die Vorstädte durch Settenstrassen mit einander zu verbinden, kann es doch nicht geschehen, weil Häuser eingerissen werden müßten, und dieses zu viele Unkosten verursachen würde. Wer die Schlupfwinkel der sogenannten DurchHäuser weiß, der kann sich eher helfen; aber dieses Hilfsmittel hat ein Fremder in den ersten Wochen seines Aufenthalts kaum in denen Gegenden, wo er bekannt ist, und in andern kann er sie kaum nach Iahren kennen lernen. Die Borstädte haben schöne Paläste, herrliche Gärten, Spaziergänge, lüftige Strassen, grosse angenehme ZK I. Abschnitt« Beschreibung Wiens - Vorstädte- me Pläze, unter welchen sich der auf der Landstrasie> besonders auszeichnet, und öffentliche Orte des Vergnügens genug. Fast jedes Wirthshaus in den Vorstädten hat seinen Garten , in welchen Laubhütten, Alleen , schattigte Bäume, Häuschen, Kegelbahnen stehen f wo sich jeder für wenig oder vieles Geld, wie er will, unterhalten und belustigen kann. Es giebt auch schöne Tanzsäle allda, wo alle Sonntage Musik gegeben wird. Wenn man die ungeheure Ausdehnung der neun und zwanzig Vorstädte betrachtet, so erstaunt man über die unabsehbare Masse von Gebäuden, die erst eigentlich seit einem Jahrhunderte ihr Daseyn haben; denn man weiß, daß im Jahr I68Z. die Vorstädte Wiens beym Anzug des Türkenhecrs von de« Kommandanten Gtahremberg in Brand gesteckt werden, und das die Barbaren vollends verwüsteten, was die Flamme noch einigermassen übergelassen hatte. Seit jener Katastrophe unter Kara Mustava, Großvezter der letzten Belagerung Wiens haben sich die 29 Vorstädte gleichsam aus dem Nichts erhoben. Im Jahr 1866 hatten alle Vorstädte zusammen bereits z 190 Häuser im Jahr 1783 schon 4084. Seitdem ist die Zahl der Gebäude schon auf 6500 angewachsen. Sie folgen also hier in alphabetischer Ordnung: Vorstadt Ilster - nb Wahrinyeryasse. Burgfriedsherr ist der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt fängt an zwischen dem Burg-und Schotten- thor, an der grossen Strasse, hart an der Barriere. Der ihre Lage ist westlich an der Hcrnalserltnte. Von der südlichen Seite wird sie von der Iosephstadt, und von der nördlichen von der Währingergasse begränzt. Sie hat ihren Namen von den Fluß Alß, hält in der Länge 740, und in der Breite i8c>O Schritte. Sie zählt 211 Häuser. Der thren Ursprung, Grundobriyketten :c. ZZ Der Währingergassen- Namen wird hergeleiteten dem nächst ausser den Linien gelegenen Dorf Wähling, so ein mit schönen Lusthäusern und Gärten nicht unangenehmer Ort ist. Diese Vorstadt zählt folgende an- febnltche und prächtige Gebäude als: Aro. 14 »5 und 2!. Eugen Graf von Schsnbor». dsto. 16. Leopold Graf von Dietrichstetn. ^ro. 18 und ty. Joseph Graf von Wtldzek. d^ro. 84 85 86 87 97 und 98. Das allgemeine Krankenspttal. Uro. 99. K. K. Militär Infanterie - Kasserme. Uro. 1Q8. Das Tollhaus oder Narrenthurm. Uro. 109. Das Militär - Spital gegen dem Kothgafch sel an der Hauptstrasse, u. Vorstadt Graf MthtMtscher Grund. Burgch frtedsherr der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Dks« Vorstadt fängt sich hinter derPorzellatnfabrtque, über dm Alsierbach rechts / von dem Donaukanale rechter Hand», an. Es gränzt gegen Westen am kichtenthal, und hat 15 Häufer, die größtenthetlS von Wäschern bewohnt find. In den Sommermonaten sind die Spaziergänge in dieser Gegend an der Donau des Morgens und Abends sehr angenehm. Das schönste Haus allda ist veS Wechs-t ler Bouton feines. III. VorstadtSyrund Krdbery. Dsrfobrlgieit Hr, Jos. Freyherr von Haggenmüller zu Grünberg. Der An» fang dieser Vorstadt ist gegen über denen P. P. AuH gusttnern auf der Landstrasse, und hat zzo Häuser« Es sind da auch Stahlknöpf - Wachsleinwand - und Hleystiftenfabricken. Die Einwohner sind meistens Kü« chengärtner. Das schönste Haus allda ist das Hags genmüllertsche Lustgebäu an der Donau. Bor Alters« Zeiten war Erdberg ein namhafter Ort, weil von Mannswtrth her auS Ungarn die Hauptstrasse burchgeq gangen. Es lsi auch allda der König von Engelany S S^hf Z4 I. Abschnitt. Beschreibung Wien»-Vorstädte Richard, welcher in verstellter Kleidung allda einkehrte, von Herzog Leopold gefangen, und dem Hadmar von Chünring nach Tnernstayn in die Verwahrung übergeben worden. IV. vorstabtsyrund Gumpendorf. Dorfobrigkeit Hr. Grafvon ^lcravi^2. Dieser Grund fanget sich an gegenüber von dem Hundsthurmer Liniethore, nächst dem Wteufluß, und wird von der Wien, dem Magdalenagrund, Mariahilf und der Windmühl begränzt. Der Ort zählt i go Häufer. Es haben sich allda Grab- schriften Hebräische vorgefunden, welche anzeigen, daß die Stadt Vindodona schon lang vor Christi unsers Herrn Ankunft muß gelegen seyn. Die schönsten Häuser find allda: ZKro. l2. Das Herzog von Ahrembergische Gebäu in der Hauptgassett. tsro. so. Joseph Graf von Windischgratz, eben allda. Nto. 25 26 und 27. Fürst von Palm, eben allda. 5lro. Z8. K. K. gewestes Mtlitärspital, gleich im Anfang der Vorstadt. Kro. 55. Die den Dominikanern gehörige Mühle ist mttkwürdjg, weil in selber Noch ein Denkzetchen der türkischen Barbaren vorhanden, nÄmlich «ine zwey Klafter lange Ketten mit lc> daran Hangenden Fußeisen , womit die Türken währender Belagerung die gefangenen Christen zusammengekuppelt, und in dieser Mühle als einen haltbahren Ort versperret haben, um sie nach diesem mit sich in die Dienstbarkeit fort zu schleppen. Allein da sie solche wegen eilfärtiger Flucht mußten zurücklassen, wurden die Armen von den österreichischen Soldaten also gefunden , und ihres Ellendes befreyet. Die Ketten hängen zum ewigen Andenken ziemlich hoch, um das Eck des Gebäu herum, mit einer Inschrift, die aber nicht mehr recht zu lesen ist. Nro. ihren Ursprung, GrunbobrLgkeLtcn »c. zx ösro. 97. Fürst Kaunttzische Gebäu, in der Annagassen. ^rct^ log. Gräfin Khevenhüller, an der Schönbrun- nerstrassen. V. VorstadtSgrunö ^immelporten. Dorfobrigkett die k. k. Kamera!» Admtntstrazlon. Die Vorstadt fängt sich an von der Währingerlinie gegen über, man gehet Hey dem Thuribrückel, längst des Alsterbachs hinauf> und wird begränzt von der Währingerlinie, Lichtenthat und Thury, hat 69 Häuser. VI. Vorstadtsgeund ^undsrhürn. Dorfobrigkett von Stegnerische Herrn Kredttorn. Diese Dorstadt fängt sich unweit des Wtenstusses, gegenüber der Gumven- dorferkirche links an der Hauptgasse dieser Vorstadt, nach der Hundsthurnerlinie zu, an> und liegt südlich an dem östlichen Ufer der Wien, und zählt 91 Häuser. An diesem Orte sind verschiedene Seidenmanufakturen. Das schönste Gebäu allda ist das Herrschaftliche Schloß, wo auch zugleich ein BräuhauS ist. VII. Vorstadtsgrund Hungelvrun. Dorfobrigkett der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Dorstadt fängt sich an von der Wieden, nämlich an der Strasse, wenn man von der alten Wieden gegen derMätzleinstor» ferliuie gehen will, unweit des KreissmtS gegenüber. Der O>rt hat 12 Häuser. Die ansehnlichsten Häuser allda sind des Freyherrn von Waldstetten und des In» genteurbanptmann von Hansi«? seines. VIII. vorstadrsyrund Iagerzeil. Dorfobrigkett Hr. von Zorn. Diese Vorstadt fanget sich an in der Leopoldstadt, zwischen den Donaukanal, rechts von der Hauptstrasse nach dem Prater zu. Der Ort zählt SA Häuser. Am Ende derselben im Anfang? Prater befindet sich des Fürst Galitzin sein Lustgebäu, so sehe schön eingerichtet ist, nebst einen zierlichen Garten. 5 « t». z6 I. Abschnitt. Beschreibung Wiens - Vorstädte IX. Vorstadtsgrund Iosephstadt. Dorfobrigkeit der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt fanget sich an links vom köntgl. ungarische» Leibguard- oder dem Gräfl. Auerspergtschen Pallast. Man rechnet ihre Länge auf zoo, und die Breite mit Inbegriff des Altlerchenfeldes auf 150 Klafter. Diese Vorstadt ist sehr regelmässig angelegt, und hat durchaus lange Gassen. Es werden dermalen 146 Häuser gezählt, die ansehnlichsten sind. dlro. 1. Das Fürst Auerspergische Gebau an der Glacis. Uro. 23. Edler von Natorpische Haus in der Flori- anigasse. d?ro. 37. Das Taronische HauS zur goldenen Schlange in der Kaiserstrasse. Hro. 107. Der goldene Löw, wo die Apothecke am Eck der Klostergassen ist. Z^Iro. ir!. Gräfin von Antler, eben in dieser Gassen. Ars. 116. Kollegium der frommen Schütten. 5?ro. 117. Das Löwenburgische Stift. Z^rc». 145. DaS edle von Trattnerische Gebäu an der Kaiferstrasse. Unter Kaiser Joseph des I. Regierung ist diese Vorstadt angefangen worden, und hat daher ihre Bennenung. X. Vorstadtsgrund ^anöstrasse, Unvargasse unb Rennwey. Burgfriedsherr der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt liegt vor dem Stubenthor an der Ostftite, mithin von Wien westlich , jenseits des WtenflusseS. Sie hat 44Z Häuser. Die Landsirasse wird begränzt von der Donau, dem Grund Erdberg. Uebrlgens befinden sich da verschiedene Leder- fabricken und SeLdenmanufakturen. Durch die Hauptsirasse führet die Landstrasse nach Ungarn, und hat ver- muthlich daher ihren Namen erhalten. Die schönsten GebSu sind allda. dlrs. 1. Der Fürst Schwarjenbergischf PallaK. dk«. chren Ursprung, GrundobrigLeiten:c. 97 d?ro. 2. Das k. k. Belvedere. Mo. 4. Das Selisianerkloster. Z^ro. 29. Joseph Freyherr von Weber. Mo. ZO. Joseph Freyherr von Brandau» Mo. 32. Ernest Graf von Kaunitz. Mo. 34. Freyherr von Doppelhof. Mo. 36. Franz Graf Abensperg und Traun. !>iro. 41. Fürst Karl von Lichtenstein an der Haydv Mo. 42. Ioh. Paul von Wildburg eben allda. Mo. 48. Antonia Freytnn von Harruker in der Rabengassen. t?ro. 5c). Karl Graf Abensperg und Traun eben allda» Mo. 52. Karl Graf von Palfy eben allda. Mo. 54. K. K. Thierqrzneyspital ehen allda. Mo. 69. Joseph Graf von Fuchs, tn der Ungargasie> ^ro. 7z. Joseph Fürst von Lobkowitz eben allda. Mo. 8i. Franz Graf von Esterhajy eben allda. Mo. i^i. Elisabethtnertnnenklpster und HauS. Mo. lO2. Prokob Graf von Gatterburg, Mo. 125. Augusttnerklosier. d^ro. 142. Franz edler von Zwerenz. Mo. 149. Barmherzigen Brüder Aetonvaleszenlen-> Haus, Mo. 246« Wenzel Fürst von Paar, gegen der Donau^ Nro. 261. Anton von Meßmar, in der Rauchfang- kehrergassen. ^ro. 292. Freyherr von -Spielmann. Mo. 299. Peter Klaudtus Passy seel. Witwe. Das Invaliden-Haus und grosse Militär- Monturs- Maqazin. XI. vorstsöcsyrund K.aimyrube und Wien. Burgfriedsherr der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt fanget sich an gegen über dem Burg- thore bey den k. k. Reitställen, und liegt sehr hoch, enthält 158 Häuser, und gegen der Wien, sehr gähe und C z ab- H» I. Zlhfchnit». VefchreLbuyg lpleno- VoMdte abhängig. Den Namen hat sie von dem leimichten pnd ausgehölten Erdreich , dqß vor Erbauung der Häuser dieser Vorstadt sich allda vorgefunden? die vornehmsten Häuser find. Pro. i. Die k. f. Venertestallungen. Z^ro. 12. Dje Artillerie-Kasserne. ^rc>. iz und 14. ^avoische Stiftung. ^ro. ^ z und 24. Gemeiner Stadt Wjen Freyhaus^ ^rc>. 25. Aqssarne der Granadiers. ^ro. Zg. Graf von Harsch. Z^rc>. Zy. Öeckl von Helmberg» ti Haus. Der Ort liegt besonders gegen die Linie sehr hoch , und gehet immer gemach gegen die Linie in die Anhöhe. Rechts liegt das Kollegium der P. P. Piaristen so im Iah? !?54 vyn Gtu»d auf erbauet worden. ihren Ursprung, GrunbobvsskeKen »c, 4» XIX» vorstaötssrunö Neubau, Neustift, Neu- HeyAer-und Schotten untern Guts, St. Ulrich. Dorf- pbrtgkeit daS löbl. Stift Schotten tn Wien. Diese Vorstadt fanget sich «n nächst dem St. Ulrtchplatzel, lin- ter Hand, und zählt zusammen 292 Häuser. Die ganze Gegend hat erst nach der türkischen Belagerung vom Jahr 168Z aus dem Schutt der vorigen Bauern- Hütten einer Stadt zu werden augefangen. Was die Lage dieser Vorstadt anbelanget, ist solche allgemach erhöhet, und ziehet sich in einer Fläche ziemlich weit gegen die Linien hinaus. Die Länge dieser Vorstadt enthält tn sich 709 und die Breite 650 Klafter. Ob sie alten Rechtswegen der berühmten Schottenabtey unterworfen, wird sie nichts desto weniger in mehrere Un- terösterrelchtsche Landgüter verschiedener Nämen abge- lhetlet und unterschieden, die besagter Abtey den jährlichen Grunddtenst entrichten. Sie führet in ihren Grund- infiegel den Hr. Bischof Udalrikum mit der Beyschrift! St. Ulrich unter Schottischen Grunds, XX, v«xst«otsgrundNikelso«,rf. Dorfobrigkeit her Ml, Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt fanget sich qn zwischen der Wieden-und Margarethenvor-' stadt rechts von der Mätzletnstorfer Brunngasse. Der Ort hat 49 Häuser, vor Feiten war im ganzen Bezirk nichts als Weingebürge zu sehen gewesen, woran noch einige Anzeigen vorhanden sind. Ausser dem Franz Graf von Esterhazischen Haus, giebt es weiter keine von Bedeutung. XXI. Vorstadtasrunb Oberneustift oöer Schot, tenfelb. Dorfobrigkett das löbl. Stift Schotten in Wien. Diese Vorstadt fanget an vor demBurgthore links von dem k. k. Reitställen. Die Gegend, die heute irrZg den Namen Platze! führt, hatte im i zten Jahrhundert den Namen Neudeckergrund. Gegen Norden waren Pormals die Gränzen dieser Vorstadt viel erweirett^ C 5 HM 4» I. Abschnitt. Vsfchveibttng Wim» - Vorstabte. heut hingegen dehnen sich solche gegen Südwest wejrer aus. Der Ort enthält Z7Y Häuser. XXII. Stiftsyvund Reinprechtsdorf. Dorfobrigkeit das löbl. Bucgerspital in Wien. Diese Vorstadt fanget sich an zwischen der Margarethenvorstadt unweit des Sonnenhofes und der Vorstadt Hundsthurn, auf der Hauptgasse nach der Hundsthurnerltnie. Ist ein kleiner unbedeutender Freygrund von, 21 Häusern, liegt südlich. Die Einwohner leben von der Viehzucht und dem Gartengrunde. XXIII. Vorstabtsyrunb Rossau. Burgfriedsherr der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Vor, stqdt fanget sich an. vor dem Schottenthor, wenn man vyn selben gegen die Serviten zugehet, Die Länge dieses Orts wird auf 400, und seine Breite auf z/Q Klafter bestimmt. Die ^»drige Lage fetzt denselben öfters Peberschwemmungen aus, diewetl er sehr nahe der Donau gränzt. Uebrigens hat er r zo Häuser. Der Holzhandel sind die wesentlichsten Nahrungszweige dieses Grundes. Ausser den? Fürst Lichteqsteinischen Lustgebäude und der Porze.lqinfabrtk, gieht es keine Gebäu von Ansehen. XXIV. vorstadtoyrunö Spitalbery. Dorfobrig- keit das löbl. Burgerspital in Wien. Diese Vorstadt fanget an gegen über dem Burgthore, liegt sehr hoch, hat 1Z8 Häuser. Die meisten Häuser bestehen in Bier- und Weinschenken. Diese Vorstadt ist nicht sowohl der Grösse als der zahlreichen Einwohner halber namhaft. Inden; dieser Grund schon vor langen Zeiten her von Spital abhieng, hat solcher Berg von Spital und Berg, worauf dieses Gut gelegen, den Namey an sich genommen. Ausser der heil. Dreyfaltigkeits Säulen so gm Plaz stehet, ist da nichts merkwürdiges zu sehen. XXV. Vorstabt Seroyischer GWnö. Dorf- Vbrjgkett der Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt liegt chven Ursprung, Grunbobrhsteiten .c. 4z siegt vor Hey» Schottenthor westySrdltch, und gränzt an die Roffau, an das Ltchtenthal, an den Himmelportgrund, an die Währingergassen und an den Alsterbach. Der Ort zählt 8? Häufer. Von diesem Ort Dt sich nicht piel sagen, Häuser gieht es auch keine, die einen grossen Werth hätten» XXVI. vqrstadtsyrunb Thurx. Dorfobrigkeit der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt liegt vor dem Schvttenthor westnördlich, und gränzt an die Rossau, an dqs Pchtenthql, an den Himmctport, grund an die Währingergqssen und an den Alsterbach. Der Ort zählt dermalen 8v Häufer. Di? Häuser verwehren sich immer, und wird mit dem Bauen auch de? händig fortgefahren. XXVII. Vorstadwyrunb WeifigFrber. Burg-' friedsherr der löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt fanget sich an ausser dem Theresienthor ftn- feits der Wien an dem südlichen Ufer der Donau. Von der Westseite wird sie von Erdberg und Landstrasse de- gränzt. Der Ort zählt 84 Häuser. Die Vorstadt fährt den Namen her von den allda befindlichen Weißgärbern» Allda befindet sich ausser dem Ludwig Graf Wolwadi- fchen Gebäude, wenige Häuser von Ansehen, weil sich bloß allda Einwohner vom Gewerbe und Kuchelgärtner befinde». Gleich Anfangs der Vorstadt ist das Hetzhaus , und viele Magazine fürs Militär. XXVIII. vorstadtsyrund Mieden. Burgfrkeds- Herr deS löbl. Magistrat der Stadt Wien. Diese Vorstadt fanget an links und nächst der Karsli Baromäi- ktrchen, gegen über dem Tanvelmarkte. Der Häuser in dieser Vorstadt find itzt 439. Uebrigens enthält dieser Ort in der Länge 3450, und der Brette z 150 Schritte. Er gränzt mit Inbegriff der Neuwteden, und de» yn der Ostseite des Wienfiusses gelegenen Häufern gegen 44 Abschnitt. Veschreibtms Wien» - Vorstädte. Osten an dem Rennwege, gegen Westen an daS östliche Ufer dieses Flusses, und gegen Süd an Reinbrechtsdorf. Die vornehmsten Häufer allda sind: Nro. i. Ihro Exzel. der Gräfin Loschy von Losimthal. Z^rc». 2. Das Steinbökische beym goldenen Ochsen, Nro. 22. Das Fürst Estarhazische. Z^ro. »z. Die Ingenieur-Akademie, in der Favoritenliniestrasse, vormalige k. k. Theresianum. Mo. zi. Franz Gundacker Graf von Stahremberg. bsro. z». Karolina Gräfin von Althann. Hlro. 35. Graf von Etting, wie auch 321. Nro. z6. Karl Graf von Carmelli. I^ro. 37. Baron von Statner. ^ro. 5l. Franz Graf von Wiltscheck. dsro. 6z. Das Baron Loprestische chauS. Nrc>4 7?» Erasmus Graf von Fürstenbufch. >^ro. 9Q. Georg Adam Fürst von Stahremberg , wy zugleich quch das Schtkanedrische Theater sich befindet. 'd?ro. i2i. Das Franz Anton Bartl« Stegelwachsfa- brikante», Z^ro. 17^. Graf Karl von Erdödi. ^sro. 2»c>. Das Lepperische. t^ro. 22 l. Das Pokalische, Nro. 275. Friedrich Wilhelm Frenherr von Rott, dlro. z!6. Das von Naglische, in der Ptenklergasse», 5lro. Z Z7. Das Einederische zum goldenen Mondschein, wo auch ein öffentlicher Saal ist. VkrQ. AZo. Das sogenannte Paulanerhaus. Ars. zy8. Das Graf Earamelische nächst der Favo- rittenlinie, in der Alleegassen. XXIX. Varstadta-Erzbifchößicher GrundwinH- mühle. Diese Vorstadt grLnzt an die Latmgrube, an Mariahilf und Magdalenqgpund. Die Häuser sind 64 an ds- Zahl. Diese Vorstadt liegt sehr niedrig, die W- sehn- ihren Ursprung, Grundobrigkeiten!c. 45 sehnlichsten Häufer allda sind dlro. 42. DaS von Preß- lertscheHaus. ^ro. 45. DasKnochische, und Kro. 54. Das von Zollnerische. Die Einwohner bestehen meistens aus Professionisten und Gastwirthen. Alle Weitläufigkeit zu vermeiden, hat man sich auf die Anzahl der ihrem Baue nach ansehnliche Gebäude eingeschränkt, obwohlen noch mehre namhaft zu machen wären. Die Vorstädte sind mit Linien umgeben, die vier bis fünf Stunden im Umfang haben. Eil fangen an dem Ufer der Donau bey der Stadt Erobeer an, und ziehen sich um alle Vorstädte, bis wieder an die Donau der Vorstadt Lichtenthal, so daß die Leopolo- stadt, der Prater und Augarten nicht in diese Linien eingeschlossen sind. Sie bestehen auS einem aussen aufgemauerten Walle, der acht bis zehn Fuß hoch mit Ziegeln untermauert ist, und einen Graben. Hin und wieder sind bastionartige Ausfälle, welche die Kourtinen dieser Linie bestreichen. Gegenwärtig dienen die Linien nur zur Aufrechthaltung der Poitzen, und zur Verhüttung der Einfuhr der Kontrebande. Unwiderfprechltch sind sie aber dazu nicht unbestetgltch genug. Man stehet an vielen Orten die ausgebrochene Ziegel, um bequem in den Löchern derselben aufsteigen zu können. Vorzüglich sieht man diese in der Gegend der St. MarLerlinte. Die Thore der Linien bestehen auS zween steinernen Pfeilern mit Gttterthoren, d!e nach zehn Uhr NachtS geschlossen werden. Dieselben sind auch mit Mauthbe- amten und Polizeywache besetzt. Es gtebt noch viele Plätze so die Linie einschlief- sen, welche bestehen in Ackerfeld, Garten, Sandgru« den welche können bebauet werden, und auch nicht z« zweifeln ist, daß diese Plätze nicht lange mehr werden jeer bleiben, Hz die HäuserzahlWten vynJahr zu Jahr so 46 II. Abschnitt. eh«r«5»erWök von Wien, so ausserordentlich zunimmt. Der Durchschnitt der Linien von einem End zum andern ist anderthalb Stunden. So ist die Entfernung von der Nußdorfer bis St. Marxerllnie/ öder vom Ende der Jägerzetl bis an die Mariahilferlinte. Von deck Thor dieser Linie biS an das Ende der Vorstadt Laimgrube ist eine starke halbe Stunde, eben so weit von da btS an die Leopoldstadtbrücke, und von dieser bis ans Ende der Vorstadt Leopoldstadt oder der Jägerzeile eine Viertelstunde. Von der Nußdorfferlinie durch die Vorstädte Lichten- thal und Rossau, durch die Stadt bis an den Anfang der Vorstadt Landstrasse ist eine Stunde, und von da bis an die St. Marrerlinie noch eine halbe Stunde. Es sind um selbe auch die prächtigsten Epazier.qäng?. ^ . ' -----------^ Zweyter Abschnitt. Charakteristick von Wien, als Bevölkerung, Konsumption, Menschengeschlecht, Tags - und Jahrsordnung > wie auch andere Bemerkungen V « v 6 l r e r it n ex< -i^ie Anzahl der Menschen in Wien muß man wenigstens auf »70,000 rechnen. Hr. Nikolai, der fein Berlin aufKosten Wiens in einiges Licht zu stellen sucht, will dieser Stadt nur 206, bis 208,000 Menschen geben« Ich werde erweisen, wie Unrecht er habe, und daß seine Berechnung nicht für die gegenwärtige Zeit tauge. als Bevölkerung, Ronsumption :c. 47 Man kann die Einwohner einer Ctadt, wie Wen, wo immer eine so grosse Menge Volks, selbst Einwohner ab-und ju strömen, wo ein Zusammenfluß von allen nur erdenklichen Nationen. Ein zahlreicher be- gütterter Adel. Eine sehr wohlhabende zahlreiche Bürgerschaft. Eine Menge Beamte, nicht genau nach den Zählungen bestimmen. Die Gebohrnen und Gestorbenen find ein ganz sicherer Maasstab. Hr. Nikolai gründet seine Berechnungen auch darauf. Im Jahr 1787 sind in Wien 11,827 gebohren worden, und 12,724 gestorben. Nun sagt er selbst , es sey eine traurige Wahrheit: in Wien sterbe der zwanzigste Mensch. Diesen Satz angenommen, macht dicß eine Volksmenge von 254,480 Personen aus. Die Gebohrnen sind sicher wenigstens mit 25 zu vermehren, und dann steigt die Anzahl noch höher, und auf 295,675. Wien hat viele ledige Leute bevderlep Geschlechts, die zwar das Ihrige zur Bevölkerung redlich heytragen, doch nicht in dem Masse, daß man eine geringere Zahl als 2 5 Menschen auf eine Geburt annehmen könnte. Nimmt man «in ähnliches Verhältniß zu London, so kommt auf die^ se Stadt eine halbe Million Menschen. Und wahrscheinlich find die höhen Angaben von der Bevölkerung Londons nur Hirngespinste. Sollte denn gerade hier die Natur ihren Lauf geändert haben, oder sollten so entsetzlich viele Menschen in London seyn, die nichts zur Bevölkerung beytragen? In London wurden schon in einem Jahre nur i6,ovo gebohren, und doch soll London 600,000 und mehr Einwohner haben, wo ist das Verhältniß , wenn Wien bey 11,000 Gebohrnen, nur 200,000 Einwohner haben soll? Gewiß hat man in dem gesunden Wien die Anzahl von 20 Lebenden auf einen Todten, nicht mitHr> Nikolai anzunehmen , sondern 23 bis 24^ Die Listen der vorigen Hahre haben zwar weniger Gebohrne und 48 u. Abschnitts CharaktertsilcB von rvien, und Gestorbene, allein bey einer Stadt, die so sehr an Volksmenge und Häusern steigt, kann man nicht viele Jahre zusammen nehmen, und eine Mittelzahl daraus ziehn, wie bey kleinen Städten, die in ihrem Alltagsgeleise fortgehen, und nur ganz unmerklich einen Fortschritt machen. Berlin zählte im Jahre 1786. 477/ Gebohrne, unter welchen allein vom Militär 1321 waren, und 6077 Gestorbene, mithin i Zoo Gestorbene mehr. Wie« hatte in diesem Jahr 9372 Gebohrne und 10,571 Tobte, also nur t 199 Tobte mehr als Gebohrne. ES find demnach verhältnismässig in Berlin weit mehr gestorben als in Wien, ob man gleich den Berlinern, besonders den Soldaten / von welchen 1606 gestorben find, gewiß nicht vorwerfen kann, daß sie sich zu Tode essen, wie es Hr. Nikolai den Wienern vorwarf, und in der Unmässigkeit einen Grund der grössern Sterblichkeit suchte. Berlin ist sammt feiner Soldatenmenge nicht halb so volkreich als Wien — denn wenn man die Gebohtnen vom Militär abzieht, so bleiben für die Stadt Z456 Gebohrne, diese mit 25 vermehrt gtebt 86,400 Einwohner, und von diesen sind 4471 gestorben, also von 19 einer — Berlin hat also in eben dem Jahre zum Verhältnis seiner Grösse, mehr Tode gehabt als Wien, wo die entsetzliche Menge der Fremden und Abtheurer, die auf allen Seiten dieser Stadt zuströmen, die Anzahl der Tobten vermehren hilft, welches bey Berlin der Fall nicht ist. Selbst die unbedeutenden Reichsstädte Frankfurt, Augsburg, Nürnberg, die nicht einmal, oder doch nur höchstens den zehnten Thetl der Gebohrnen Wiens haben, haben gleiches Verhältnis zwischen Kebohrnen und Gestorbenen l wie Wien» als Bevölkerung, Ronsumption4^ Es hat also Wien nicht mehr Tobte als jede andere grosse Stadt, und selbst nicht m-hr als solche Städte, deren zehen nur ein Wien ausmachen würden. Und wenn auch in Wien der zwanzigste Mench stürbe, warum wäre es traurige Wahrheit, ists für das immer mehr aufblühende Wien, oder für das in der Bevölkerung wachsende Oesterreich traurig? Hr. Nikolai hat also offenbahr die Volksmenge von Wien zu niedrig angenommen, daher also seine Berechnung des Verhältnisses zwischen Tobten und Lebenden auch unrichtig ist. Warum ich behaupte das Wien wenigst zrveymalhundert siebenziytausend Menschen zähle , bestehet in folgenden Gründen. Ich rechne nach der Analogie von Paris und Berlin. Nach den ödentlichen Blättern hatten im Jahr 1785« Paris. Wien. Berlin. Gestorbene 20565 1162z 4961 Gebobrne !99l9 »oyhy 4952 Heurachen 52Z4 248s 8b5 Nun setzt man gewöhnlich nach diesen Listen die Menschcnzahl von Paris auf700000 Seelen, und jene von Berlin auf 140000. Offenbar ist, das nach der obigen Tabelle in Wien ungefähr um die Hälfte voeniy^r als in Berlin sterben: so wär denn nach dieser Proportion die Volksmenge ungefähr 300000 Menschen. Ja, sagt man« in Wien ist aber die Sterblichkeit grösser als in Parts und Berlin. Dteß läßt sich nicht ganz läugnen. Aber auch die Geburtsltsten bestärken noch jenen Kalkül. Die 10559 wienerischen Geburten machen zwischen den 19919 Parifischen, und 4952 Berlinischen so ziemlich wieder das Mittel Verhältnis) : wenn man also den Sterblisten nicht trauen will, wie kann man auch die Taufliften umstossen? Ich glaube durch diese Säfte erwiesen zu haben, daß die Einwobnersumme, die ich bey Wien annahm, eine höchst mässtge und geringe Iahl ist. D Ta- Tabelle. In welcher man die beyläufige Anzahl der Einwohner in Wien von 1790 bis 1791 geschwinde übersahen kann, und zwar in alphabetischer Ordnung nach denen Hausfassjonen beschrieben. Namen des Ha- . Archtdekteur«. 1? »7 ArmenÄnstitut Leute. 487Z Uschentrager. 24 24 Äusserer Stadt Mat56 -56 gistrat. B. Vaadmeister an der i» Donau. ia jlöäckenmetster. lZZ -3Z A-änderhändler. 42 26 42 ßkandelkrammer. 26 ßvandelstandweiber. 4S 43 tVatschenmacher. 10 l) Kau -undBrendolj- beslda'er. 4 4 ßöaumeisier. 12 IZ «aumwolldandler. 16 16 Daumwovs-blager. s . D»» 6 Ii Namen des Karakteurs. Decret. jUnburg. so viel. I so viel. Cum«, so viel. ?rzm8porr Baumwollsptnner. Beamte Kaiserliche. Beamte Hers»aftl. Bedient« tnderLt- verey. Weltenmacher. Bettenstandelmäner Bteravtrager. Bierverßlberer. Bierwürthe. Bilderdändler. Btndermeifter. Blätterblnder. Blasedalckmacher. Blattner Bleicher > Kattun o. Leinwand. Wlumelmacher. Wräumeister. Brädrlmacher. Branbtwetvbrenner. Brandtweinschenker. Briefträger. Brodltzer. Wrur-nmeister. Kurbelt olzbSnbler. Bürstenbinder. Buchbinder. Buchdrucker. Buchbändl.r. C. Caffeesieber. Capellen v. Kirch,n- dlener. Eapitaliffen unbNe- gotionten. Capvou^erbändler. EcstanttnhApdser. 5b?colatm"»rvs 14 160 is 14 10 16 s 6 Zo 14 3 8 8 8 24 -9 35 21 35 30 60 yo ic> 14 ic> 14 ig 26 9 -3 36 42 ?6 ö- — - ^ ^ 9 3 -8 ^8 Bürger, j Decret. rakteurs. ! s° vtsl- ! s° v'.l. Unburg. I^Suma. > so viel. 1^ so viel. 1°r»Q!»por» Lolidutlansagert Eraazelmacker. Erepptninacher. — Curremwartnbäodl. D. DafftMmacher. Deckenmacher u.Ko- tz,nmacher. Degcnkuppclmacher. D«gensch«ic»nachec. Dtechelmacher. ' Dinruchmacher. Dosenmacher. Drathzteher. Drechsler. E. Sbelsteinschneiber. Sinschlagmacher. Eisenhändler. eis-nbSndler neue«. Etsenhändler altes. Elfenbeinarbeiter. «nglischeHandschuh- macher. Englische Knöpfma- ^b*r. «rbsen, Linsen, Fis- solenbändler. Effighandler. Esstgmacher. F. «ab?tk«nnbaber. Kärbermetfler, Seiden u. Wolle. Karbenmocher. ^arbenreiber. Faß^ieber geschwor- n< lp«d»rschmuck«r. pederkudldändler. HcllKjndler. ^-gfärder. Itsch - und Haufen- ha 13 3 IZ 2- 6 IZ 3 ic> -8 —'l L0 6 -5 4 II 8 »4 lo 6 ü S »4 13 25 10 8 7 IS IZ . ' - ^U- >-' II z ... 20 I» ,7oW iz ^ 2-2 ...' ?sL4S N .wen des 'Ka- raktcurs. Unburg. ^ Guma. so »t«l. ^ soviel. I'izniiporl: Fischkäusier. Fischhändler. Fischsellger. Flach« ^ und Haarbändler. Flaschner. Flascheniellermacher Fleckelbildermacher. Fleckfleder. Fleischselcher. Fltegenschützen. Flins«rlschlag«r. Flickklampfer. Klvrmacher wollene. Frätschel-Balletten- weiber. Uragner'unb GreiS- ler. Frauen.. Fremde.. Friseur. Freudenmädchen. Porto pisooinacher. G. Gallantertehändler. Gallantertetischler. Gallonmacher. Gänsehaddler. Garderobeschneider. Garnhändler. Garnfärber. Gärtner. Gatterstrtcker. Getgenmacher. Ees-llen von allen Gattungen Handwerk. Germbändler. Gtarntermocher, GtbSmacher. GlbSflgurenbanbler. Glanzschletfer. Slasserer. I>srus 16 9. ?s 9 34 12 W 20 10 ^, ? IVO 6 Zi 3 -5 2 Z4 "3 14 42 23 °" 21 12 142 39 » 18 2 62 3 ^ 6 3 32 8 29 ' ' ^ 452 20 41 ic» 10 i , Z ^ ! D, IZ3IZ4 rakleurS. lrger. vl«l. Oecret. so »iel. Unburg. so viel. Suma. so viel. 12 IZSIZ4 ^> IS 2 — s 4 4 8 — 8 ?6 96 8 z Z Z y 14 ich IS sz 22 ^. 12 N 4 4 34 14c) ^— ° 174 —! ^ lL59 43 43 ?4 —- — 24 7 7 13 — 43 43 ^ — 13 4 4! — 4? Z 5 —. 3 2> 22 — —. —. I36c> 10 2? 3a « ^ 53^ ?r !9 Z5 75 -->- 12 >2 4 3 IS 6 T^- ^ 5 0 3 4 ? 11 3^ !° —' 10 50 A(Z 30 30 I48Z3S l'r^nsparr Slaßhänbler. Slaßmahler. Glaßschneiber. Glockengtesser Goldarbetrer. Gold und Stlberbu- ter. Gold und Gilber- dratbjteber. Goldschlager. Goldspinnert». Grädeltrager. Grannatb u. Steln- HLndler. Graveur». Greibenschnelber. Gretsler und Arag- ner. Griechen. Grießler und Mehl- Händler. Großhändler. Gürtler. Gurkenhänbler, H. Haaberlteferante». Haafnrrmeister. Haarb« udelmacher. Haarstebmacher. Hoasendalkbändler. HanblungSdlener. Häringer. Hausmetsttt tn und vor der Stadl. Hebamen gefchworoe Hechel undMaoSfal lenmacher. Hönighänbler. Hoffoubeltrer. Hollippenbacker. Holzhändler. Holzverfllberer» Holzschrtber. Holtleger. u Seher weiber. I.»tVZ Namen des Ka-j Bürger, raiteurs. l s° ^-l- Decret. j Unburg. so viel, j so viel. l'^nZpore Holzhscker. Hünnertrammer. Huthermeister. Huthstaffirer. I. Jnschllchtdacker. JnstruktoreS allerlev Instrumentmacher mufltalische. Instrumentmacher mathematische. Duden? Ä» Kalkbrenner. Kampilmacher. Äartan 7» L A 8 Z 4 7 3400 ^. i3 13 S 6 11 4 ^» ^4 36 113 -Z4 4 4 H ^ g LA io 4S ?o . ^ ^ 79 " 8 V 15 20 24 ca ^»"i 4" IS ^6 5" 1? d Stocket- schneid er. Larven - und Ma«: ke mach«?. - Laterniuacher. Laternpuher« Lebze tmacher. Lederer und Äuch- tcninacher. ^ Lcderhändler. Lehnkuksch. wie auch dir Flacker. . Lehrjunzen. Letnsteder. Lew ? und Kottun- W«b.r. Leinw^ndbsetcher. Lelnwiinddrucker. Lelnwandgründer u. Wtchser. Leinwandhändler. M. Maalausbrknger. Maaßstal'inacher. Madier. Mandelöhlpresser. Mandilettiback-r. I.»tU5 Surger. so viel. ! Oecret. so Vl«l. Unburq. so vlel. Suma. so viel. 5 lZc? — 12 13 2OI 9 !5b753 12 23 352 9 ' 250 3 — ?l 7? ^ ^ 2M 8 10 8 8 '-3^ ^ 2l » , 9 1? ' .---^ ^1 9 !9 12 33 42 87 ^. > ly? Iy6 24 ^ 24 z 14 4 - ^3 7^ ^ lZ Zoo 14 16 r.3 16 IZ siH ^ 2 2 8^6 4 / iZ l?) ^ 7 K 16AO86 Namen des Ka- j Burger. s Decref. rakteurs. l l° viel, l so vt,l. llndurg. > Sutst«> so viel, l so viel. I'rznsporr Marchand'de Mode. Märinorirer. Marsell- Zeu^ und Moltv7>,nacher. McisstlurbetkertN. Malerialhändler. Maurermeister Medili-n - Prager. Meblmesser. Messerfchmtdtmetstcr Messingrtngclmach. Mlederschneider. Miederstepper. Milchmänner. Miltr-'ir überhaupt, so sich in Wien befindet. Minister». Modelstecher. Mülltpmeistcr. N- Nachtköntqe. N^derinnnacher u. Händler. Pärf^ttamour, ober schmeckende Wässerhändler. Paraplulmacher. Ptttuckenmacher. l.srn; ......^ !' 332 6 ^ r e .__ 8 " ^4 4 7 .1 ^ 4 8 ^ _V ?2 s -- ^ 12 vt^e z ^ 4 30 23 °6 20 4 8« »4 ' ZZ2 6 ^ -.5> 40 3? 14. 2 8 10 -o^ 109 47 ' 17 Z iZ5Zo . 20 s ^ ö 4' ' ^ ' ? 18 2l 12 14 12 -(» - 2Z !0 5 34 2? Z» ic-4 «7-N54 Namen des Ka-I^urser. raktmrs. > l° v-«l. Decret. ^Unburg. sSuina. so viel. I so viel, l so viel. ?r-mspor» Penfiontsten. Pergamentmacher. Perlmutterarbetter. Perln und Granat- häodler,. Peripektivmacher u Händler. Petschterstech-r. Peutschenmacher. Pfannenflicker. Pfädlerschnetder Pferd undRoßhänd ler. Pferdauslelher. Pferbgesch^rhäud- ler. Pflasterer. Ptquet - oder Zeug macher. Ptrsren - und Pen- felbtnder. Polzbüchfenmacher. PorzellanAeschierhl. Porzellanmadler. Posamentirmetster. R, NtamelmaAer. Rauchfangkehrer. R«g«n Händler. Roßkuppler. S. Saamenhänbl-r. I.ÜtU5 — — — 4 2 z — 4 6 -4 9 2.5 12 2l 14 4 io ^ Z 6 4 IQ 34 6 9 3 2 —' 5 — LS lo ?6 8 — l? — 19 H' 2l 4 4 2 3 ^ 4 's 6 Z 5 . 3 20 4 4 4 ii 16 6 l —- l8v8?ö Namen des Ks-!Bürger. > Decret. jllnburg. rakteude". I ^ viel, j so viel. ^ so viel. '5uma. so vlel. ^ranspor» Säckeltrager. Gaffrar! Händler. Sagfeiler. Saifengeistmacher. Gatlermetster. Sattenmacher. Salltterbrenner. Sallqmywurstma- »fr. Salzb^nbler. Salzverstlberer, Sammetmacher. Sattlermeister. Gaurrkräutler. Schaufpiel-ro Schauspielerinnen. Schjffmüller« Gchtlbkrotten und Schneckenhändler. Schlauchmacher. Schletfermeister. Gchloflermelster. Schmeckende Masserbrenner. Schmtdtmeister. Schnallenmacher. Schneidermeister. Schnürmacher. Schönfärber. «chrtftgiesser. Schrootgtesser. Schürzelmacher. Schulmeister. Schustermeister. Schwefeljieher. Schwein-onb Jung- Viehhändler. Schwetnheschauer. Schweinschnetber. Schwerdtfeger. Seldendräher. Seitzenfärber. Seldenhändler. Setdenstrvmpfwir- ker. I-Z»V5 ? 5 ? 4 °4 -9 l 4 r 4 6 21 38o5 2 4 34 -3 V 68 16 ll 34 20 16 16 Z 6 »4 4 lo I?o ^6 25 4 ^ -5 2l >0tt7Q 14 4 lo 16 ? 5 2 4 520 4 Ii 35 44 96 ^ -5 4 16 125 16 16 23 A2O0 1Z I 10 6 3 21 ^ 25 4 v 34 si 18 29 74 IW4° Namen des Ka- rakteurs. ?rznsvl,r» Setdentuchelmacher Sesseltrager» St?binacher. Stllxrbräher. Söhne. Spanisch« Rohr- dandler. «pantsch/ WachS- macher. Gp?zereydänd!er. Gptegelinacher. Spitzelkrämmer. Gpitzklöck«r. Sporer. > i Gpr«»chm«isk — 16 16 6 ^ ^ ^4 14 ^»-. l6 16 2» y ZI — 6400 13 1? — ^. 6 Ü ^ 24 24 24 4^ 64 2 18 20 l3O50 l 4 10 -5 -9 19 10 ic? IS 12 2Z4L08 Namen des W- rakteurs. ?r»N5xoit Tlschlerdolzhindler. Ttschlermelster. Tobackkrammer. Todackpfetfferimach. ?obackverleger. S obren graber. ^. 2odt»ntrog^r. Föchtet. Trager a^f der Hauprmauth. TrotreurS. Tuckdändler. Tuchscherer. u. Uhrbkattsttcher. Ubrniacher gold. u. silberne. Uhrmacher hölzerne. Uhrschellngtelser. V. L?iebhändl«r. Wtebmayer. Vusterschnelber. Vpgelkranimer. " W. Väarerihäudler kurze. Wachsbleicher. Wachskerzengtesser. Machtpousterrr. Wäderlmachcr. Wäscherrtnnen. Wagenschmerbänb- ler Wagnermelster. Waldhornmacher. Wasch meister. L^artenmacher. Wechtler. Wechselsenlalen. Wewbändler. Burger. so viel. ,o 14c» ^4 iz 3 14 8 6 3 l?4 4 18 S5 ? 1? 6 SS 2 b 6 8 ? Den ct. j linburg. j ^ucka. so viel, s so viel, j '0 vlel. . 10 itsc» I/jO 6 23 6 12 Z0 6 40 ^ — — M - H3 so ^ , IQ IZ5 >8 y »4 80 9 8 Lcxx) ^. 9 4 38 14 8 S -5» 30 4 135 IS L? 24 »5 2 I, 9 S Zoos 6 -8 2 '5 10 S 9 «5 Ramen des Karakteurs. Bürger, j Dccret. so viel- > so viel. I'riwspor» Wetnschlauchma- ch«r. Weinwirtbe. Weitgarber. Werkelmacher. Wtldbräthändlet. Wurstmacher. Wurzelgraber. ?. Zahnarzt?. ZUs«lfudrmänn»r. Aelt<»ne«der. Zru^macher wollen. Zeugschmldl. Ziegelbr«nl>er. Ztcgeldckermeister. Atmmermahler. Kimmermetster. ZUMMA Der Kaiser könnte die Volksmenge von ÄZten noch mehr steigend machen, wenn er die Sadt von der Kon- scrip ion befreyen wollte; Der Monarch ist aber weise genug, dieses niemals zu thun, weil eine zu grosse Etadr kein Nutzen für den Staat ist, und die Aufhebung der Konscription Wien allzusehr mit Gesindel üb rladen würde, woran es schon jetzt Ueberfluß hat. Vorzüge Wiens. Wer nicht tn der Stöhrung der öf- fentlick-en Ruhe, in Unansiändtgkeiten feine Freyheit und Verani-gen sucht, kann in Wien so frey leben, wie er will, unh thun, was er wjfl, ohne n«pheyhqchtetju werden. Nie- als Bevölkerung/ Ronsumption tt. 6z Niemand giebt sich damit ab, ihm seine Einkünfte und Ausgaben zu berechnen, er kann in einem Hause wohnen, ohne das jemand so Neben, oben oder unter ihm jsi, sich nach anderer Städte Art UM seinen Staub oder Beschäftigung bekümmert. Cr kleide sich nur anstä dig, und nicht ju abentheuerltch; Hat er Geld ? so sicher im alles zu Diensten, was nur immer seinen Sinnen, fttner Bequemlichkeit und seinen Launen schmeicheln kann. Alle nur erdenkliche Speisen, Getränkt und Unterhaltung stehen auf seinen Wink berettet» Ist er arm? so verbirgt er dieses Ungemach nirgend so leicht wie hier. Ein Kämmerchen der Vorstadt beherberget ihn für 12 fl. das ganze Jahr. Er kann an gewissen Orten für 7 Kreuzer täglich ein Mit- tagsessen haben, und ein Tandler kleidet für zehn, zwölf Gulden einen ganzen Menschen, in der er gehüllt die prächtigsten Palläste^ die schönsten Gärten an der Seite von Generalen und Ministern durchspazteret, und darf versichert ftytt, daß seine Freyhett weder Aufsehen erregen, noch ihm unhöflich werde begegnet werden. Die grosse Frepheit und das Ungezwungene, welches in Wien herrscht, hilft dem Fremden viele Menschenkenntnis erlangen. Und dieses ist doch die erste und wichtigste Absicht eines Reifenden, und der Grund warum er reist? EiniS dir schönsten Schauspiele für die Augen gewährt in Wien, die Mannichfaltigkett der Nattonal- kletdungen auS verschiedenen Ländern. Die Stadt ist nicht in der einförmigen gewöhnlich deutschen Tracht; wie die meisten übrigen europäischen Städte. Man begegnet da häufig dem steif gerape cinhcrschreidenten Ungar , mit dem rauch auegcschlagenen Dollmann, den knapp anliegenden bis an die Knöchel reichenden Hosen, und mächtig langen Zopf« Dem rundtöpfi- gen Pohlen mit seinem mönchischen Haarschnitt, und siieMden Ermeln 5 deM Nationen sind von ihren Stiefeln H4 U Abschnitt. Chara?t»r»M von W »ev, feln unzertrennlich. Die Armenier, Walachen und Moldauer, mit halb orientalischer Gardervbe, sind nicht selten. Die knebelbärtigen Rc.izen. bewohnen eine ganze Strasse; — Die Griechen in ihrer plumpen weiten Kleidung schmauchen truppenweift in den Kosscehäu- fern an der Leopoldsbrücke ihre langrohrigen Pfeifen, lind die bärtigen Muselmänner, mit dem breiten Mordmesser im Gürtel, trappen schwerfällig in gelben Pan^ tofeln, durch die Strassen. — Zum Vögelschröcken prä sentiren sich die ganz schwarz eingehüllten polischen Juden mit verwachsenen Gesicht und klumpenweise zusam- mengeknüpften Haaren: eine lebende Satyre ans ihre eingebildete Auserwahltheit. Böhmische Bauern mit Kovernizen; hungarische und siebcnbürgische Fuhrleute mit mantelförmigen Schaafspelzen; und Kroaten mit schwarzen Kübeln auf dem Köpfen machen endlich dem Beschluß, und formiren im allgemeinen Gewimmel ei. ne angenehme Unterhaltung. Nicht in der Natur, nicht am Klima liegt es, daß man so wenig blühende Menschen hier antrift. Die schlechte Erziehung! der Luxus! die Modesucht hat dafür gesorgt, daß die Zeit der Blüte kurz und die Jugend schon die Stusse des Greises betritt; findet man noch hie und da gesunde und starke Männer, blühende Jünglinge und vollwangigte Mädchens, so sind es bürgerliche oder solche, die erst aus den Provinzen hte- her gezogen. Was die inner unmerkbahr Verschiedenheit der Bewohner Wiens betrift: so ist es wahr, daß keine Familie ihre einheimische Abstammung mehr bis in die dritte Gemerazion hinaufführen kann. Hungarn, Böhmen, Mährer, Siebenbürger, Steyermürkcr, Tyrol- ler, Niederländer, Italiäner, Franzosen, Schwaben ic. wandern unaufhörlich w Menge nach Wien, suchen dort ^ ihr er ?m Iabr s^o-? ^.'>^,'ch Ronsumptionoarcikel r«om füm I^br d Das Register gräflicher und freyherrlicher Häuser, die sich aus der grossen Menge aller hiesigen hervorgedrungen haben , ist zu zahlreich, als daß ich es herfetzen könnte. Das Meiste, was Oestreich, Böhmen und Hungarn, Ansehnliches und Reiches aus dieser Klajst hat, zieht sich in die Residenz: Wenn man in Anschlag bringt, wie leicht und bequem es einem gebohrnen Kavalier gemacht wird, sich zum brauchbaren Mann zu bilden ; wie er Zeit und Geld zu seiner Dispostzion hat; welche Erziehung er genüßt; wie sorgfältig man ihn mit ausgesuchten Lehrern und Büchern versteht, wie man »hm allenthalben Ermunterung, Beyfall, Belohnung zu winkt— Vorthetle, die den bürgerlichen Jüngling so selten zu Thcil werden; — und wenn er bey allen diesem zum Taugenichts aufwächst: so hat man wahrlich das klare Recht, einen solchen Mann zu verachten. Auch scheint dieses das Sentiment der wihren Edeln selbst zu werden. Sie schäzen den bürgLrli6)en Gelehrten, Künstler, Geschäftsmann ungleich mehr, als den unnützen Edelmann. Laßt uns gerecht ftyn. Geist, Witz und Kenntnisse, sind nicht bloß das Erbtheil der Männer allein als Bevölkerung, Rvnsymption:e. 75 kein: Cs giebt unter dem hohen Adel in Wien such Damen, die wahre Schwestern der Musen und Grazien sind. Der zvoeyte Adel ist jener: In diese Klassen gehören die ganz ueuen Baronen, die Diplomatisch erklärten Mtter und Edeln. Seitdem aber der Werth der Diplomen allenthalben etwäs fällt, und ein Ehrenamt und die gute Verwaltung desselben denMann adelt, ist der Kreis dieses Adels erweitert.-! Dies hat man in Wien allgeMeW zur Regel gemacht. Man zählt zu dem zwey'tm Adel diejenigen Personen,' welche man sonst die KlonokStLvres nennt: nämlich die Räche-, Agenten) Doktoren auch BankiSbS und Negozianten. Wien besitzt einen Kern vott-'-GeschöftsmÄK- nern , die den Staatssternen der »ersten Mrössein^dkö Hände arbeiten? uud den Gang der grossen MaMine befördern helfend Patriotismus,' Rechtschaffckrhv»»H Fleiß, SachenkenutNiß, Einsichten und Arbeitsamunkelt, Machen sie ehrwürdig und beliebt. Sic sind Hroß iwtb- ren Handlungen, edel in ihren Gesinnungen , die sich durch ihre Verdienste und rühmlichen Eifer fürs Wohl des Landes auszeichnen. Diese Klasse fängt an, sich unter allen Ständen am meisten aufzuhellen, welches eine trefliche Wirkung thut. Da die Gefellschaften derselben für ander- ehrliche aber ungeadelte Erdenföhne nicht sogar sorgfältig verpallisadirt sind, wie jene der ersten Noblesse: so verbreitet sich durch sie die leichtere Denkart auf mehrere Köpfe und durch diese wieder auf mehrereStände des Publikums. D-r yemeine Mann. So nenne ich, nicht den letzten Pöbel, sondern den Bürger, oder, um es eigentlicher auszudrücken, den Proffesswnisten und Handwerksmann , den Hof, und Herrfchaftsbedtenten von der ?ü 11. Abschnitt. CharakteMuk von Wien, der untern Klasse der Kleinhändler; kurz die gewshn^ ltche Menschengattung zwischen Adel und Domestiken. Der gemeine Mann tn Wien ist bieder, hvfllich offenherzig, dienstfertig, redlich , lenksam, willig, und guter Patriot, man trift bey ihm grosse und edle Denkungsart, Rßchtschaffenheit und Biedersinn, dem bey ihnen herrschen zum Theil noch uralte Tugenden; sie haben noch den Begriff von Tugend und Laster, von Ehre und Schande, den der alte Deutsche hatte; sie sind noch yicht so vom Gift des Auslandes angesteckt, wje^dte Höhere Klasse von Menschen. Sie haben »och ihre alte.« guten Grundsätze, die der Vor- .Kshme als Vorurtheil verachtet, mit einem Wort, sie besitzen noch Religion. Verschlagenheit, feiner Betrug, «ckidrige Gewinnsucht, Geldgterde, Filzigkeitsniß- bsautsche Kälte gegen Fremde, Hochmuth, Eigendünkel und Schmachsucht sind weit voy ihm entfernt. Vvw?iber Ehrlichkeit des gemeines Mannes hat man auffallende Beyspiele. Ich nM nur- eines anführen. Ein Kaufmann hatte eine Menge Bankvzettel zu sich gesteckt, tm Gehen schleuderte er eine Anzahl heraus. Ein armer Bürgersmann hob sie auf , trug sie ihm nach, bis in die dritte Strasse, und es fehlte jhm von der ganzen Summe nichts. Bey aller dieser Ehrlichkeit, wird doch so viel gestohlen und hetrogen, welches bey der grossen Volksmenge und vielerlei Gattungen derselben nicht gerade auf die Rechnung der österreichischen Nation fallen fann» Denn es befindet sich sehr viel lüderltches Gesindel, Diebe, Betrüger und Freudenmädchen welche fast hurchaehends anderer Nation sind. Er ist im Handel und Wandel billig und gewissenhaft, verträglich gegen seinen Nachbar, gegen den Fremden freundlich und gutmüthig. Sein allgemeiner Grundsaj ist, man muß leben und leben lassen. Der als Vevo'lLerUny, Ronsumpttsn :c. 77 Der gemeine Mann in Wien liebt Schmaus, Tanz, Spektakel, Zerstreuung. Er spaziert an Festtagen fieisslg tn ben Prater und Augarten, besucht Hetze und Feuer- werk> fährt auch wohl mit seiner Familie über Land, und bestellt sich allenthalben einen wohlbedeckten Tisch. Diese Sünde, welche gewissen Leuten so himmelschreiend vorkömmt, ist in meinen Augen sehr verzeihlich. Da in Wien bis auf Wohnung und Holz im Verhältniß mit andern Hauptstädten, alles wohlfeil ist, so ist klar, daß der Handwerksmann seine Käufer nicht übersetzt, und da der gemeine Mann im ganzen genommen, sehr selten Bankrot macht, im Gegentheil noch wohlhabend ist, so muß man daraus schlüssen, daß er seine Vergnügen nicht über seine oekonomtsche« Kräfte treibt. Lebensbedürfnisse. Ich versuche es, den Tarif der Lebensbedürfnisse zu entwerfen, so wie sie unge- sähr ein Philosoph fühlet, der im Mittelstand leben, und eigentlich nur den Zuschauer bei der grossen Weltkomödie machen will. Vorausgesetzt, daß ihr keine Familie habt, in keinen öffentlichen Amt stehet, kein Spieler seyd , und keine ordentliche Liebschaft unterhaltet — Dinge, die in mancherley Verbindungen jiehn, gewisse Garderobe- Regeln vorschreiben, und unaufhörlich unordentlichen Geldaufwand fodern — so könnt ihr in Wien für folgende jährliche Summen ziemlich bequem leben, und euch auch in den Zirkeln der ordentlichen Häuser vom Mittelstände vräsentiren. Wohnung - - 60 fl. Kleine Kleidung zo fl. Holz und Licht - 24 — Wäsche.- - - 10 Winterkleid- - 40 — Tisch - - - 180 — Sommerkleid - Zo — Bedienung Frt- Visittnkleid, - 60 ^- feur tc. - - zc> Summa 464 fl. Was 78 Abschnitt. ehgraktertsttc? von Wien, Was ihr für die Spektakel, Lustgesellschafte« und geheimen Vergnügungen ausgeben wollt, das bleibt eurer Fantasie und euren Kräften überlassen» Mit 5Oo oder 550 Gulden lebt ihr so ziemlich bequem. Gastfreiheit. Indessen könnt ihr den Artikel der Tafel, und die Kosten der Lustgesellschaften in Wien sehr leicht vermindern, oder zum Theil gänzlich ersparen; den die Wiener sind ihm hohen Grade gastfrey. Sobald ihr Welt habt, gerecht send. Gelehrter oder Künstler send, euch mit Anstand kleidet, uvo in der Gesellschaft zur Unterhaltung beytragen könnet; braucht ihr nicht viel um eure Tafel zu sorgen. Es sind eine Menge Häuser vom ersten und zweiten Adel, vom Stande der Negozianten und Kaufleute, die sich ein Vergnügen machen, euch bey sich zu haben; all ihre Leckerbissen, und ihre Vergnügen von ganzen Herzen mit euch zu theilen. Die Gastfreiheit. Diese haben noch alle Reisende den Wienern einhellig zuerkannt. Ich weiß nicht einem einzigen Schriftsteller, der von Wien geschrieben , und diesen Zug der hiesigen Einwohner zu läug- nen gesucht hätte. Archenholz gesteht sogar, daß unter allen Italiänern die Mailänder die einzigen sepn, welche Gastfreundschaft ausüben, weil sie dieses unter östreichischer Herrschaft von dem Muster der Wiener gelernt haben. Scherlok, Moore, Core, Wekhrlin, Nic olat zc« tc. rühmen die Wiener einstimmig über die» sne Punkt. Die Gastfreyheit der Wiener, diese edle Tugend ist ihnen in den neuern Zeiten übel vergolten worden. Viele, die sich an ihren Tischen vollgegessen haben, machte» sich nachher darüber lustig. Für einen Fremden ist die Gastfreyhett eines Volks unendlich schätzbar. Er wird mit dem Volke selbst, ihren Gebräuchen, Sitten und Lebensart besser bekannt, und hat manche vergnüg«- te als Bevölkerung, Ronsumption;c. 7? te Stunde weiter. ES ist undankbar, Höflichkeiten von einem Volke gemessen, und dann darüber spotten. Der Herr Nikolai hat es sich an den Tischen der Wiener wohl schmecken lassen, und dann spottete er deS guten Volks, ihrer Gastfreyheit, ihres Essens und Trinkens. Einem Berliner, der aus einem so dürftigen Orte kommt, müssen die wohlbesetzten Tafeln und die guten Gerichte der Wiener freylich auffallen , allein das gute Einkommen der meisten Wiener, ihr Wohlstand, die Wohlfeilheit der Lebensmittel und ihr fruchtbares Land, berechtigen sie besser zu leben als andere, die diese Vorzüge nicht haben. Die Gastfreundschaft der Wiener ist der Ruin der hiesigen Gasthäuser. In der That sind diese für eine solche Stadt gar nicht auszeichnend; aber sie können es nicht seyn. Jeder Fremder von einigen Namen und Stande speiset nicht mehr als am ersten Tag, und wohnt höchstens dren Tage im Gasthof; sobald er nach setner Ankunft seine Besuche in der Stadt macht, bleichen sich ihm die Tafeln seiner Bekanntschaften an, und er verläßt den Gasthof. Moralischer Charakter. Uebrigens ist eS ein gutes Volk um die Wiener. Auch in diesen Punkt stimmen alle Beobachter dieses PlazeS überetn« Der Charakter dieser Stadtbewohner ist sanft, leicht, gutherzig, artig, angenehm, gesellig, beugsam und mitthei- lend. Eine bewunderungswürdige Bonhomie ist ohne Ausnahme über alle Stände und Menfchenklassen ver, breitet; wozu das milde Klima, der allgemeine Wohlstand, die sanfte Regierung, und der nicht schwer zu findende Erwerb für jedermann, gewiß auch das ihrig« Beytragen. Die Güte der Wiener gegen ihre Lanbesleute und gegen Fremde ist ein schöner Zug in ihren Charakter. Sie vergeben Beleidigungen gerne, und zeigen überall chre s« II. Abschnitt, eharakteristice von Wien, ihre freundschaftliche Gesinnungen. Selbst da, wo ihre Güte oft gemißbraucht wird, hört sie doch nicht auf. Wahr ist es, der weiche Karakter der Wiener erzeugt keine heroischen Tugenden. Aber wozu taugt auch Heldengefühl in unfern Tagen, bey unferer Verfassung? Unsere Staatsmaschinen sind so mechanisch aufgezogen; selbst unser bürgerliches und häusliches Leben ist so methodisch eingeleitet, das grosse, ausserordentliche Explosionen des Kopfes und Herzens mehr Verwirrung und Unheil als Nutzen und Segen stiften. Das Volk in Wien ist sehr sinnlich: Ein Karak- terzug, den die Beschaffenheit des fruchtbaren Landes mit sich bringt; so wie sie ihn zu allen Zeiten , und bey allen Völkern hervorbrachte, die unter einen milden Himmel und auf einen freygebigen Boden leben. Es ist eine abgenüzte Sache, das Völker, die in är- mern Weltgegeuden wohnen, den von der Natur begünstigtem Vorwürfe darüber machen, daß sie weichlich leben. Die Wiener halten viel auf gut Essen und Trinken, sie sind deswegen doch nicht unmässig, und es macht sie zu guten sanguinischen Leuten, die zwar selten zu grossen Heldenthaten sich empor schwingen, aber sich auch nicht so leicht zu grossen Lastern erniedrigen! Das Laster der Trunkenheit hat in Wien seinen Sitz nicht, ungeachtet die Weine, besonders die geringem, die der Pöbel trinkt, äusserst wohlfeil sind. Man sieht sehr selten Betrunkene auf der Strassen. Ist nicht auch dieses ein Beweiß der Mässigkcit im Trinken dieses Volks, daß es allgemeine Sitte ist, wenn man, es sey, wo es wolle, eine Flasche Wein verlangt, ungefodert zugleich eine Flasche Wasser mit erhält. Wäre die Nation unmässig im Trinken, so wäre die- fer Gebrauch lächerlich , und würde nie eingeführt worden seyn. Ich habe ihn auch, Oesterreich und Italien aus- als Bevölkerung, Ronsumption tt. 8i ausgenommen, nirgends bemerkt. Die starken italienischen Weine haben eher der Wassers nöthig, als die österreichischen, doch auch selbst bey den wenig geistigen Weinen in Oesterreich wird Wasser gegeben. Die Wiener essen vtelerley Speisen, aber ihre Schüsseln sind klein, und ihre Portionen, die sie von jeder gentessen, sind geringe. Von der Menge ihrer Schüsseln haben die Retsebeschreiber auf einen ganz ausserordentlichen Appetit geschlossen, und die ganze Nation zu Wölfen gemacht. Es ist wahr, wo man sich hinwendet, sieht man essen und trinken , allein ist dieses die Folge, daß die Essenden immer eben dieselbigen Leute seyen, die man schon an andern Orten gesehen hat? Der Wiener liebt das Freye und Ungezwungene, er ißt gern an öffentlichen Orten, bem Prater, Augarten, Schönbrunn und mehr Orten, und dieß macht das Auffallende, welches Gelegenheit zu dem Geschrey gab, das man in Deutschland über den wienerischen Appetit machte. Der Engländer hat einen viel stärkern Appetit, und kann seine zwey Pfunde Ochsenfletsch aufzehren , und von diesem spricht niemand. Die Gewohnheit des Wieners überall zu essen, nimmt seht ab. Man kann es am sichersten auS dem Munde der Wtrthe hören, die ihre Hüten im Prater haben, und über beständige Abnahme ihrer Kundschaft klagen. Die Wiener bestättigen eS auch selbst, daß der Prater der allgemeine Ort des Essens, nicht mehr so häufig von Essenden besucht werde. Die Wiener sind bey Tische auch gegen Fremde und Unbekannte sehr gesprächig. Es ist platte Unwar- heit, wenn der retsende Franzose sagt, man bewege et- ntge Zeit die Hände und Kinnbacken, und niemand spres che ein Wort. Wenn Leute, die sich niemals gesehen haben, bey Tische zusammen kommen, so werden sie gleich gute Freunde, und unterhalten sich. Die ganze S G-, 82 II. Abschnitt. CharakterWck von Wien, Gesellschaft des Tisches nimmt Theil an den Gesprächen. In den grossen Traiteurhäusern wird fast während eines jeden Cssens eine Musik gemacht, die eben nicht elend ist. Dieß verursacht, daß man sich oft lange Zeit bey Tische aufhält, ohne gerade die ganze Zeit über zu essen. Von der Titulatur. Die Hähern Ehrentittcl, wel- che mit einem reellen Rang und Stand verbunden sind, haben ihre gesetzmässige Stabilität. Für die geringer» Klassen ist durch allgemeine stillschweigende Übereinkunft folgende Tarif angenommen. Das gemeinste Weib heißt durchweg Frau; die Weiber der geringer« Professionisten begnügen sich auch noch mit dieser Benennung. Auf die Frau folgt Madam, auf Madame Frau von : diesen beydcn Ti tel werden unter Handelsleuten, den Weibern der niedrigen Kanzelenleute, der Künstler und wohlhabender Professionisten, der Hausoffiziere in Hcrrschaftshäuscrn gehört. Die Frauen aller in höhern öffentlichen AeMtern stehenden Herrn, auch der grossen Kaufleute werden durchweg mit Euer Gnaden beehrt; die Töchter heis- sen Frauleins. Die geringem Bärgermädchen sind noch Jungfern, KamMerjuttgfern, selbst Puzmacherinnen, ja sogar Stubenmädchen lc. haben den Bann ihrer Ungnade ipso faÄo auf diese altvaterische Benennung gelegt: sie sind Mamsells. Die geringsten Bürger :c. sind Herren. Die Bedienten in den Kaufbuden, die Kammerdiener!c. die mittelmässigen Professionisten, sind Monsieur« Alle Leute zwischen den Professionisten und Baronen sind Herrn von. Dieß ist der ausgebreiteste Titel, mit dem man in Wien allenthalben am besten durchkömmt. Ta- als Bevölkerung, Rsnsumption ,c. yz Tagesordnung der Stadt. Ich nehme einen gewöhnlichen Wochentag, aus der Mitte des Frühlings oder Herbstes zur Zergliederung an. Zwischen sechs und halb sieben Uhr Morgens, treppeln die geringen Dienstmädchen aus den Küchen der Herrschaftshäuser, und aus den Zimmern der Bürgerhäuser, im nachlässigen Morgenanzug in die Kirchen. Ihre Liebhaber, die Kutscher, Reitknechte, Hausknechte ermangeln nicht, sich ebenfalls dort einzufinden, und auf diese Art der Religion und ihren Herzensbedürfnissen Genüge zu thun. Auf dem Weg nach Hause wird in einem der geringer» Koffeehäuser ein Frühstück genommen, womit gewöhnlich das Mädchen ihren schmurr- bärtigen Getreuen regalirt. Indessen wird es aufdemHof, der Freyung, dem Wildprätmarkt, dem Fischmarkt, der Sailersiadt, dem Bauernmarkt ziemlich lebhaft. Die Kräuter - Obst- Milch .-Euer - Geflügel-Weiber sind nun daselbst mit ihren Butten angekommen , formiren sich in lange Reihen, und legen ihre Waaren zum Kauf aus. Eben dieß geschieht um die nämliche Zeit in der Hauptgassen aller Vorstädte. Ein ganzer Strom von Köchinnen ergießt sich übet diese Gegenden, und führt eine ganze Schöpfung von Gemüse, Obst, Butter, Eyern, Hühnern, Enten, Kapaunen, Tauben, Fasanen, Haasen, Vögeln ec. mit sich weg. . . . Gegen acht Uhr trippeln die Weiber und Töchter der geringer» Kanzlcybeamten, Künstler, der Herrschasts Offiziere, in ein abgetragene Dormeuse nud Saloppe gehüllt, mit dem Fächer in der Hand, auf eben diese Pläze, und mäkeln mit einer lächerlichen Mischung von Stolz und Knauseren, um die ihnen nöthige Lebensbedürfnisse. .. . Man hört eine spaßhafte Abwechslung von Höflichkeiten und Schimpfreden. Die Stimmen der meisten Marktweiber sind wie halb heisch, und dabei doch äusserst scharf, sie fal- F 2 len 64 II. Abschnitt. Charakteristik von Wien, len mit einer siechenden Heftigkeit auf das Trommelfell; ihre Zunge hat eine Volubilität, welche der geübteste Redner nie erlangt. Das größte Gewirre auf diesen Küchen- Magazinen dauert bis gegen zehn Uhr, ws es dann abnimmt. Bis um neun Uhr sieht man keine Kutschen von Distinktiv» auf den Strassen; nur die Fiaker bringen hie und da eine wohlhabende Bürgerfamilie, oder ei? nen Hausbeamten aus den Vorstädten herein. Dagegen sind die Strassen noch mit Holzwägen, Bterwägen, Fleischwägen, Güterwägen, und anderer oekonomi- fchen Fuhrwerken übersäet. Um halb neun Uhr marschiert eine Armee von ungefähr vierthalb taufend Man aus: es ist die Armee der Dtkasterianten» Die Batalltons derselben sind, daS Batallton der Sekretäre, Registranten, Adjunkten > Konzipisten, Protokolisten, Ingrossisten, Kanzellisien, Akzessisten ?c. :c. ... Nach diesen folgen dreyhundert Wägen, mit Kanzlern, Vicekanzlern, Präsidenten, Vicepräsidenten, Referenten, Archivaren, Räthen / Registratoren ?c. tc. beladen. Alles dieses trabbt nach der Staarskanzeley, Reichskanzeley, Krtegskanzeley, Oesterreichisch - Böhmischen Kanzeley, Ungarisch - Sie- henbürgisch - Illyrischen Kanzeley, Niederländische Kanzeley, auf das Rathhaus, zur obersten Iusiizstelle, Münze , Hof - Rechenkammer , Religionskomission ^ Studienkomission, zur Regierung ic. zc. Gegen zehn Uhr wird es in den Hauptstrassen Äusserst lebhaft. Man fährt zum Frühstück, zu Toilette Visitten. Die Koffeehäuser füllen sich an. Um halb zwölfUhr bis zwölf Uhr geht und fährt die andächtige schöne Welt zur Kirche. Die höhertt Töchter der Freude deren Garderobe Zustand glänzend genug ist, um die Helle des Mittags und dte Lorgne« ten des Lüsternen zu mragen, kommen um diese Stunde als HevMecuny, Ronsumption tc. be ebenfalls in die Kirche. Die Kirchen so am meisten besucht werden, sind St. Stephan, St. Michael, deren Patronanz sie am meisten kultiviren, weil der Weg zu den Tempeln jener Heiligen über den Graben und Kohlmarkt führt, die schon seit langen Zeiten der verjährte Tummelplaz der öffentlichen Galanterie sind. Indessen pflanzen sich die Stuzer- Pflastertretter, und Müssiggänger klumpenweise auf den Graben, und vor das Milanische Koffeehaus. Sie erwarten mit dem Guckglässern in der Hand, das End der Messen, dieser Heyden' Kirchen, und halten dann Musterung über das zurückkommende andächtige Geschlecht. Um zwölf Uhr senden die Dtkasterten ihre subalternen Arbeiter wieder zurück. Diese machen entweder einen kurzen Besuch bei ihrem Liebchen, oder sie gchn eine halbe Stunde spazieren: beydes geschieht um sich vor der Mtttagstaffel eine kleine Bewegung zu geben, und dem Appetit zu schärfen. Zwischen zwölf und ein Uhr sieht man viele Wägen, mit vier und sechspännigen Postzügen, gegen die Leopoldstadt htnrasseln. Es sind die Damen von hohen Adel, die mit ihren Freundinnen oder Kindern eine Spazierfahrt in den Prater machen, um die Frühlingsluft zu genüssen, und daS ewige Sitzen des Tages durch diese Bewegung zu unterbrechen. Die schöne Welt vom Mittelstande nimmt um diese Zeit ihren Zug nach derBastey, welche von halb zwölf bis nach ein Uhr — bei schönem und gelinden Wetter sehr glänzend ist, und die Wachsamkeit mancher Mütter überlistet. Der gemeine Man Heißt um 12 Uhr; der mitt- lere Bürger und der Beamte, welcher um ? Uhr wie, der in der Kanzeiey seyn muß, um 1 Uhr; die Leute von Stande um 2 Uhr; und einige von höchsten Adel Noch später. F 3 Nach 8b II. Abschnitt. ChaeartemM von lyie-,, Nach ein Uhr werden die Fußgänger aufden Straffen ganz dünne ; es rennen aber noch viele Wägen hin vnd her, welche die Räthe aus den Kanzeleyen ab- Hollen, und zur Tafel nach Haufe führen. Um zwey Uhr ist es ganz stille und einsam auf den Strassen. Jedermann sitzt vey Tische, oder schlürft nach schon vollendetem Essen, eine Schaale schwarzen Koffce; oder lehnt sich zur Beförderung der Verdauung, auf das Kanape. Um drey Uhr eilen dieDikasicrianten wieder in ihre Aemter. Gegen halb fünf Uhr erneuert sich die Lebhaftigkeit wieder. Menschen Pferde und Wägen füllen die Strassen an. Die Hälfte eilt zu ihren Arbeiten und Berufs- geschähen, die andere Hälfte zu ihren Vergnügungen. Dieß ist die Zeit der Abend-Promenaden. Man geht, reitet, fahrt, auf die Basten , nach dem Belvedere, in den Augarten, in den Prater, auf das Lusthaus, nach Schönbrunn, Herrnhals, Mehring, Weinhaus tc. :c. Es find die Entschädigten; die Damen mit ihren Hausfreunden; der Mann kömmt etwas später nach. Die Liebhaber und Liebhaberinnen der Spektakel können nach dieser Promenade auch noch das Theater genüssen, welches täglich erst um 7 Uhr anfängt. Nach sechs Uhr wächst der Lärm in den Hauptstrassen der Stadt am heftigsten. Die Kanzeleyen fchlüssen sich; die Arbeiter aus den Vorstädten legen ihre Werkzeuge nieder; die Oeffnung der Spektakel ist nahe; die Stunde der Abendgesellschaften rückt heran; der größte Thil von Handarbelten hört um diefe Stunden auf, viele Waarenstandchen und Buden werden geschlossen. Das H-er der Kanzseymänner ergießt sich wieder über die Gässen, die Vorsiädter drangen sich hastig gegen die Thore ihrer Weltgeqenden; die grosse Welt fliegt tn Kalopp, das die Funken aus den Steinen sprtn- als Sev ölkerung, Ronsumption;c. 8? springen, nach den Komedienhausern, und in die Gefells chafts-Säle, der Bürgersmann trägt seine Per-^ sonal- Maschine in das Bierhaus, oder zu seinem Nachbar; jene unzählbaren Weiber, die in allen Gassen alle Arten von Lebensbedürfnissen zum Verkauf aushängen und herumtragen, tackeln ihre Tagessiandchen ab, und helfen mit ihren Butten auf den Rücken das Gewühl vermehren, und die Passagen verstopfen. Wird ein neues Schauspiel oder eine neue Oper gegeben, so macht das Getöse der Wagenräther, daS Stampfen der Pferde, das Bellen der Kutscher, über den Graben und Kohlmarkt hin, ein ganz hellisches Konzert. Man kömmt nicht ohne Lebensgefahr über den Michaels - Plaz, weil sich dort Wägen von vier Seiten her kreuzen. . . . Auch die Menge der Fußgänger ist in dieser Gegend so groß, daß man keine sehr de- likate Lenden und Nasen haben muß; wenn man sich um diese Stunde Hieher wagt. Dieses Gewühl dauert bis sieben Uhr, darauf folgt eine allgemeine Stille. Nur einige Spaziergänger schleudern wie Verlohrne in den grössern Gassen umher. Sobald die Dämmerung einfällt, erscheinen die gutwilligen Mädchens von der ärmern Sorte, die sich nicht anziehend genug putzen können, um in der Mittagsstunde zu erscheinen. Der gewöhnliche Strich dieser Zugvögel geht meist über den Graben, Kohlmarkt, und Hof: ihre Erscheinung dauert spätestens bis lo Uhr. Diese elenden Geschöpfe, welche von manchen theoretisch strengen Moralisten so schlimm behandelt werden , verdienen im Grunde eben so viel Mitleiden als Verachtung, den ihre Lebensart ist bei allen Anschein von Munterkeit, gewiß eine der armseligsten. ... In Vergleich mit den öffentlichen Mädchen anderer Städte , sind die Wienerischen auch noch nicht so frech und ausgelassen; sie zerren euch nicht beim Arm, laufen F 4 euch tz» II. Ahschnttt. CharMeriM von Wien, euch nicht durch den Koth nach, wie die Mädchen zu Parts, alles was sie thun, um euch zu erhaschen, das ist ein feuriger einladender Blick in Vorbeygehen. Nach 9 Uhr erneuert sich das Getöse. Die Spek- tackel sind zu Ende, die Gesellschaften gehn auseinander, dieser Auftritt dauert aber nicht lange, die Wägen eilen nach Hause; und die Fußgänger zerstreuen sich bald. Um io Uhr werden alle Privathäuser geschlossen. Man sagt dies sey ein Polizey.- Gesetz. Für eine so grosse Stadt, deren Häufer so weitläufig und so sehr mit Menschen angestopft sind, hat diese Anstalt ohne Zweifel eine sehr gute Seite: ohne dieselbe würde sich eine Menge von lüderlichen Gesindel, Hausdieben, Beutelschneidern , Stänkern !c. in die gcreumige Höfe und Gänge der grössern Gebäude verkriechen, und es der Polizey unentlich schwerer machen, die in der That er- staunenswürdige Ruhe und Sicherheit zu erhatten, wie sie es wirklich thut. Von der ander« Seite aber hat es die Unbequemlichkeit, das jeder Hausbewohner mit dem Schlag io Uhr vor seiner Thüre feyn, oder dem gewöhnlich nicht höflichen Hausmeister die Oeffnung des Hauses mit einem Groschen bezahlen muß. Von halb io Uhr an patrulltrt die Kavalerie in der Stadt und den Vorstädten. Wenn man das Gewimmel und die Menge Menschen, welche sich des Tages über auf den Strassen herumtreibt, gesehen hat: so begreift man kaum, wie es zugeht, daß nach 11 Uhr die Strassen der ganzen Stadt so äusserst still und Menschenleer find. Ihr könnt um Ii Uhr den Durchmesser der ganzen Stadt machen; und es begegnen euch kaum fünfzig Personen, die noch aus einigen Wtrthshäusern und Koffeehäusern Heransschleichen» Um als Bevölkerung, Ronsumptton lc. 89 Um z Uhr Nachts erlöschen die Laternen der Stadt Und 4 Stunden nachher fängt sich der nämliche Zirkel von Lärm und Stille, von Gewimmel und Ruhe wieder an, und er wird dauern, so lange Wien die Hauptstadt eines so grossen und reichen Staates, so lange sie der Sitz eines grossen Fürsten, eines so zahlreichen Adels, und der Wohnpunkt einer solchen Volksmenge ist. Im hohen Sommer und hohen Winter herrsch! eine kleine Abänderung. Der Sommer leert die Pal- läste aus: ihre Bewohner ziehn nach Böhmen, Mähren, Ungarn^ und auf das platte Land von Oestretch. Der Winter sammelt die Zerstreuten wieder, stiftet Bekanntschaften, Liebschaften, Ehen und Freundschaften: er ist die Seele der Städte, und gtebt ihnen neues Leben. Rlima und Jahreszeit. Das Klima in Wien ist höchst unbeständig. Der Ort ist den Nord und Ostwinden ausgesetzt, die Luft ist schr scharf und mehr trocken als feucht. Wenn es die ganze Nacht durch geregnet hat, so steigen doch gegen Mittag die Staubwolken schon wieder empor. Dieser unaufhörliche Staubregen ist in der warmen Iahrszeit eine der größten Plagen von Wien. Zum Glück weht zwischen der Stadt und Vorstädten gewöhnlich ein gelindes Lüftgen, welches zur Reinigung des städtischen Dunstkreises sehr gute Wirkung thut. Wie in Paris die Ausdünstung der Stadt fühlbar ist, so auch hier. Im Winter stehet der Thermo- metter in der Stadt stets um bis 2 Grade höher, als in den Vorstädten und ausser der Linie. Der Thermoterstand ist im hohen Sommer gewöhnlich 25—-7 Grade ober, und in den kältern Winter tragen 10—12 Grade unter dem Etßvunkt. Des Winters, der in Wien gewöhnlich langwie» rig und streng ist, müde und überdrüssig; späht man Mit grosser Sehnsucht den ersten «MtN Sonnenbltcken F 5 und II. Abschnitt. Charakteristik von lvien :c. und dem erquickenden Hauch der lauten Zevhyre, di<- sen Vorläufern des Frühlings entgegen. Kaum sind ein paar heitere Tage auf einander gefolgt, und haben den von geschmolzenen Schnee durchweichten Boden etwas getrocknet; Frisch eilt man auf die Bastey, um sich zu sonnen, und einmal wieder über die Vorstädte weg in das freye Feld und die ländlichen Gegenden des Kahlenberg.es zu sehen. Sobald diese ersten Ausspäher zurück gekommen sind > und in der Stadt erzählt haben, daß die Bastey schon gangbar sey, rüstet sich jung und alt dem Frühlingsgott zu opfern. Die Andächtigen gehen erst in die Kirche, und bann auf die Bastey; die lauen Christen hüpfen die Kirche vorbey, und eilen gerade zu auf den Spaziergang. Zwischen n und l Uhr mittags wird es lebhaft, Kinder und Greife, n > en'e^ waS zwischen diesen zwey Gränzstufen des Y> n^w,l--bms frty athmet, kommt dahin, um auszulüften; der wahre Ausdruck für die ersten Spaziergang? nich dem langen winterlichen Stuben - Arrest. SMinihlia vaqr man sich auch auf die Esplanade; und kau n die Knötchen an den Bäumen hervorzustechen beginnen, fährt man in den Prater und auf das Lust- Haus. . . Die Kräutersuppen zum Frühstück und zu Mittag, und das Trinken der mineralischen Wässer im Augarten gehären unter die vorzüglichen Pflichten beym Gruß des Frühlmqs. Indessen rückt der Sommer an, die Bastey wird wieder leer: dafür besucht man die Gärten in denen Vorstädten, und macht Parthien auf alle schönen Pläze und Gegenden des benachbarten Landes. Unter die besonderen Spektakel des Sommers gehören Stuwers Feuerwerke. — Für die Leckermeilcr reifen schon mancherlei) Früchte; es kommen die guten Krebsen aus Ungarn ; auf den Spazterpläzen und in den Kaffeehäusern werden sie n»5t Gefrornen bedient. Dieß ist eine all- als Bevölkerung Ronftlmption :c. y, allgemeine Lieblinqsnäscherey der Wiener, und noch mehr der Wienerinnen. Man kann rechnen, daß hier jährlich wenigstens für 20000 Gulden Gefrornes genossen wird. Im Herbst, wo Pomona ihr Fühlhorn im vollen Maaß über Oesterreich ausgießt, hat man die Wahl unter hundert Arten von lachenden Obst und erquickenden Früchten. — Die Weinlese auf den benachbarten Anhöhen macht die vornehmste Erg^tzlichkeit aus. — Die Reichen und die Begütterten, welche auf ihrem Schlössern und Landhäusern in den Provinzen den Sommer vertändelten, kehren wieder in die Stadt zurück; und ihnen folgen ganze Labungen von Drosseln, Schnepfen , Nebhühnern, Fasanen, Hassen, Rehen, Hirschen tc. alles Beute ihrer Jagden, mit dennen sie ihr sommerliches Leben beschließen. — Die Weine aus Istrien und Italien kommen tn den spätem Herbsttagen wieder frisch tn Wien an. Gesättiget von den Geschenken der milderen Iahrs- zeiten, und des isolirten Herumschwarmens ausser der Stadt genug habend, ist man endlich auch keineswegs böse darüber, daß der Winter die Zerstreuten wieder sammelt. Er ist bekanntlich die Seele der Städte. Die Erfindungen der Kunst gegen die Plage der Langweile ersetzen nun die Freuden der Natur: man hat Gesellschaften, Pikeniks, Spiel, Konterte, Bälle, Schlittenfahrten , Redouten tc. —. Für die feinen Züngler sind die Seefische, die Fasanen, die Austern !c. das, wornach sie auf den Tafeln am eifrigsten langen. So allgemein im Sommer das Gefrorne gesucht wird, eben so eifrig läuft man im Winter den Austern nach. Um Weihnachten und im Fasching, wenn die Witterung zum Transpore dieses Produkts günstig ist, werden manchmal in einer Woche wohl über 20000 Austern verspeist. Wel.- 9- U. Abschnitt Ghgratteristick von Wien, Welche von den vier Iahrszetten die angenehmste sey, darüber sind die Nennungen sehr getheilt. Jede hat ihre Vorzüge, und darum auch ihre Partisanen. ES geht damit wie mit den Weibern: man kann nicht eigentlich sagen, welche die schönste sey. Meine Stimme ist zu unbedeutend, als daß sie in einer so wichtigen Sache von Gewicht seyn könnte. Aber so lange das Schicksal will, daß ich in Wien lebe, so lange zieh' ich den Winter den übrigen Theilen des Jahrs vor. Gesellschaft und Ronversation. Es giebt viele Häuser die zu gewissen Zeiten Tafeln, Spiel, Konzert, Ball und Gefellschaften geben. Die Gesellschaften gehören hauptsächlich zu dieser Qualifikation. Sie kosten weniger als Tafeln ^ Konzepte und Bälle, machen aber doch immer einigen Auf, wand; denn um sie mit Anstand geben zu können, muß man eine geräumige, ordentlich meublirte Wohnung, und die nöthigen Domestiquen haben, eine gute Beleuchtung halten, und die Gesellschaftsgäste mit etwas bedienen. Diese Gesellschaften werden vom höchsten Adel an, durch alle Klassen herunter, bis zum bemüttelten Bürger gegeben. Sie fangen gewöhnlich im Winter um 7 und im Sommer um 8 Uhr an, und dauern bis io Uhr Abends. In einigen Häufern giebt man sie dreymal die Wochen, in andern zweymal, einmal, anch wohl nur alle 14 Tage einmal; in schr wenigen alle Tage. Die Unterhaltung dabey ist verschieden. In einigen muß alles spielen; in andern spielt wer will, in einigen wird Musik gemacht, in andern getanzt, wieder in andern vertreibt man den Abend bloß mit fteundschaftltchen Gespräche. Alle diese Gesellschaften sind wie billig, gemischt. Es erscheinen Wittwen, Frauen und Mädchen dabey, und von Männern aus allen Ständen, Beamte, Geists liche. als Bevölkerung, Rsnsumption tc. 9 z liche, Gelehrte, Soldaten, Künstler Bürger tc. !c. — Die Gesellschaften vom höhern Adel ausgenommen, wo die Ahnenprobe zum Eintritt nöthig ist. So wie ein Fremder bey diesen Abendgesellschaft ten ein weites und fruchtbahres Feld zu Bemerkungen hat, eben so sind sie ihm auch eine sehr angenehme und nüzltche Aushülfe; nur muß er nicht in solche gerathen, wo man sich blos mit Spielen abgiebt. Er lernt mit einemmale viele Leute und ziemlich genau kennen; denn die Wiener sind im gesellschaftlichen Umgang sehr offenherzig. Er muß sich durch einen schon bekannten Mann darinn aufführen lassen, hat dann für immer den Zutritt, und wird durch diese Gelegenheit auch in mehrere Häuser eingeführt. Rsnv«tsation. Was für ein Abstand zwischen der Konversation in kleinen Landstädten und der Konversation in einer Hauptstadt? ungefähr wie im Mineralreich zwischen Bley und Aueksilber. In kleinen Städten ist man steif, schwerfällig. kleinfügig, pedantisch, zeremontös. Uud so lange eS in diesem Gleise geht, ist der Kleinstädter doch noch erträglich: man verzeiht ihm seine Schildbürger-Manieren , eben weil er Kleinstädter ist. Aber wenn er den Wijkopf, den geschmeidigen Flattergeist, den liebenswürdigen Schwätzer, den angenehmen Anekdoteu- krämer, den überfeinen Gesellschafter machen will, dann wieder unerträglich. . . . Diese Künste verstehet und lernt man nur in der Hauptstadt. Die Konversation in den guten Gesellschaften derselben ist auf den höchsten Grad von Feinheit gebracht. Man muß ein delikates Geiftesorgan besitzen, und Jahre lang den Umgang derselben genossen haben, wenn man es wagen will, mit Bevfall dabey aufzutretten. Sie ist ein seltsames Gemische von gründlichen und seichten Ideen, die aber stets in geschmackvoller Einkleidung er- jclM 94 II. Abschnitt. CharakteriiUck von Wien, scheinen, mit witzigen Einfällen nnd Scherzen verziert werden. . . . Man streitet nicht: man bittet um Be- lehrung. Man behauptet nicht: man vermuthet nur. Mit welcher Leichtigkeit werden bey einer Tafel, in einem Abendkrönzchen die wichtigsten Dinge verhandelt. Während man eine Arttschoke abblättert, wird ein ganzes sehr ernsthaftes Lehrgebäude zertrümmert; bey einem Becher Gefrornem ist ein Staatsgeheimniß enträthselt. Ehe eine Austernschüssel herum ist, sind drey Theaterstücke und zehn neue Schriften abgeurtheilt, und nicht selten besser, als in manchem berühmten Journal. Wie Plötzlich springt matt von einem Gegenstand auf den andern! Welch manchfaltigcn Stoff berührt man in einer einzigen Stunde! . . . Kaum begreift es sich , durch welchen schnellen Uebergang die Rede von einer neuen Oper auf den Türkenkrieg kommt; wie man zugleich von einem Modehut und von Belgrad, vom Feldmarschall Loudon und vom ewigen Frieden spricht. Der Faden des Gespräches scheint abgerissen, aber ein feiner Beobachter sieht, wie eine Idee die andere erzeugt, und das Ganze aneinander kettet. Es mag seltsam scheinen, aber man sieht es öfter mit eigenen Augen, daß mancher Fremde, sehr gründliche und sehr berühmte Gelehrte in einer Konversation zu Wien schon eine sehr traurige Figur spielte. Er kam mit seinen tief hergehohlren Einsichten, mit seinem abgemessenen Ideengang neben den Weibern und Männern von feinem Weltton gar nicht zurechte; hinkte so schwerfällig nebenher, rannte mit ausgedroschenen Sentenzen, mit Alltagsbemerkungen, mit schiefen Rä- sonncments immer so gewaltig an, daß er aus den mitleidsvollen Mienen der Umstehenden endlich bemerkte , er thue besser, ganz ju verstummen. Das als Bevölkerung, Ronsun-ption zc. 9. Das ist auch manclmal die Ursache, warum der-, gleichen Herren Wien nicht gleich gut gefällt, sie müssen sich damit trösten, daß auch sie nicht alle gleich gut gefallen. Man kann ein sehr grosser und gründlicher Gelehrter seyn, aber deswegen nicht immer eben so grosse Welt-und Menschcntenntniß besitzen, nicht das angenehme Talent des gesellschaftlichen Umganges hinreichend in seiner Gewalt haben, welches doch nothwendtg ist, wenn der Retsende guten Eingang findet, und also mit dem Ort seines Aufenthaltes zufrieden seyn soll. Unter einer Menge rühmlicher Zeugnisse über die gute Art, Mit der die Fremden von jeher in Wien a-.f- genommen und behandelt wurden, will ich nur die Worte des bekannten Engländers Sherlok anführen. „Wer in Wien gewesen ist, und darüber schmäht, sagt er> der macht eine Catyre auf sich selbst." Der Ausspruch ist körnigt und nachdrücklich; aber wirklich sprachen bisher fast alle Reisende in gleichem Tone mit Sherlok. Ueberhaupt bemerkt man an den meisten Fremden, daß es ihnen in den ersten Tagen oder Wochen ihres hiesigen Aufenthalts nicht ganz wohl behagen will. Der eine glaubt, man mache nicht genug aus ihm; ein anderer ist Kleinstädter in seinem ganzen Aeusseren, und kann also nicht rechten Umgang finden; ein dritter hat schon Vorurtheile über katholische Geisiesjwsterniß, Intoleranz jt. von aussen mitgebracht, und sieht nun alles bloß von der Schattenseite an; ein vierter kommt mit einer gewissen politischen Stimmung Hieher, und findet darum das Meiste schief und verjähr. Ein fünfter erblickt zu viel Luxus, Schwetgerey, Müssggang und Pracht; ein sechster behauptet, daß er eine viel grössere Idee von allem gehabt habe, was er hier zu treffen hoffte, aber nun beym wirklichen Anblick der Cache .^ü II. Abschnitt. Cbarükterijilck von rvien. Sache sich herunterftimmen müsse; und was dergleichen wunderliche Grillen mehr sind. Eben so allgemein bemerkt man aber auch, daß diese spröden Herten immer mehr mit Wien zufrieden zu werden anfangen, je länger sie hier verweilen» Sie finden ein im Grunde gutes, gesellschaftliches Volk—finden, daß es auch hier Leute von Einsicht und Kenntnissen gebe, so sehr ihnen auch einige Journalisten und Reisebeschretber das Gcgentheil versicherten;^ finden, daß Thorhett und Laster, genau erwogen, hier auch nicht häufiger sind, als sie verhältnißmässig selbst im kleinsten Residenzstädtchen jedes anderen Fürsten herrschen; — finden, daß politische Verhältnisse der Höfe der Freundschaft von Privatleuten nicht im Wege stehen; ^— finden, daß es eben nicht ganz übel gethan sey, in einem fruchtbaren und gesegneten Lande den Körper eben so gut mit Fasanen und Tokaier zu nähren, als den Geist mit den wissenschaftlichen Meisterstücken unserer deutschen Original - Köpfe.--Und am Ende gefällt es ihnen wohl gar so sehr, daß es ihnen ordentliche Anstrengung kostet, ihren Stab weiter zu setzen. Wie oft haben wir schon den lustigen Auftritt gehabt, daß mancher Fremder ein Vierteljahr lang immer Abschiedsvisiten machte, und immer noch hier blieb; daß mancher andrer nur einige Tage oder Wochen hier zu leben vor hatte, und daß aus diesen Tagen und Wo» chen bald Monate und Jahre wurden. Ein paar Männer, welche seit kurzem den Hieher reisenden Fremden grossen Schaden gethan haben, sind Hr. Sander und Hr. Nikolai. Seit ihren Reise» beschreibungen ist man hier, besonders gegen die Fremden aus den nördlichen Deutschland, kälter, gleichgültiger und verschlossener, besonders gegen jene, von welchem es zu vermuthen, das sie Reisebeschreibunge» machen. III. Ab? - x° X - 97 Dritter Abschnitt. Dom k. k. Hofe und der verschiedenen Prinzlichen Hofstaat, den Geburts - und andern Hossesten. vom Hof. 38tr haben wieder eine Zeit, wo ein Kaiser Leopold der II. und eine Kaiserin, und vierzehn Prinzen und Prinzessinen in der Burg wohnen, wie einstens Kaiser Franz der I. und Maria Theresia die Unvergeßliche. Welch ein herzerhebender Anblick für die guten Wiener ist es, sich wieder im Gesichtskreise eines mit vierzehn Sprossen beglückten Kaiserpaares zu sehen! Nun stelle man sich alle zu deren Bedienung gehörigen Leute vor. Die hohen Hofbedienungen bey des Kaisers Majestät, sind: Der Obersthofmeister, Oberstkuchenmeister , Oberst äbelmeist er» Oberstftlberkam- merer, Unterfilberkä'mmerer, Mundschenk, Vor- fchneioer, 45 Truchsessen, Obersthof-und Lano- jayermeister, Oversthoffalkenmeister, Oberstkämmerer, Obersthofmarschall, Oberststastmeister, derer Namen mit der ganzen Titulatur nebst jhren Wohnung, findet man in dem Hof- und Craatssckematismus. Sr. Majestät haben auch eine ArziereN-Leibgarde, welche bestehet in 1 Hauptmann, 1 Rapitainlieutenant, , Oberlieutenant, 1 Unterlieutenant, 1 premierrvacht- meister, 4 Sekonbwachtmeister und Rittmeister, 60 Garden, theils Rapitains, Ober und Unterli-ute- nants, wie auch eine ungarische adeliche Leibgarde: G wel- 98 III. Abschnitt. Vom k. k. Hofe welche bestehet aus i Hauptmann, i Rapikainlieute- nant, I premieurlieutenant, i Sekontlieutenant, 2 premi-rryachtmeister , 4 Sekondwachtmeister und Rittmeister, dann 60 Gardes, dermalen 4 Dber - und die übrigen Unterlieutenants, ebenfalls ein Trabanten Leibgarde, welche bestehet in I Hauptmann , l Rapitaintteutenant, 1 premierlieutenant, 1 premier- rvachtmeister, r Auditor und i Rittmeister, 4 Wachtmeister, 4 Vicervachtmeister uud 80 Garden, und denn ein Garde vom Mayländer Detaschement, welche bestehet in 1 Hauptmann, 1 Rapitainlieuee- nant, 1 Sekondlteutenant, 1 premierrvachtmcister, I Wachtmeister, 4 VLcewachtmeister,und 40 Garden. Der k. k. Obristhofmeisterstaab bestehet, wie schon oben erwähnet, aus 1 (Vbersthofmeister, 1 Ranz» leydirektor 4 wirkl. Hofsekretaren, 1 Reyistrators- Adjunkten, 2 Hofkanzelisten, 1 Rathsthürhütter und Haiyer. Die Hofkappelle bestehet aus 2 Hofpreöiyern, aus 1 Lurtzpfarrer und io Hofkaplanen, iClericus, und 6 Äappellendienern« Die t. k. Hosbibliothek bestehet aus 1 Präses, 4 Vibliothekkußoden, 4 Seriptor, z VibliothekdLenern. Das k. k. HofkoNtroWramt bestehet aus 1 Hofkomrolor, 1 Vicekontrolor, 1 Hofkuchenkassier, 1 Hofkonrrolorfchreiber, 1 Ruchenkassiersschreiber und Amtsdiener. Die k. k.Hofwirthschafts -Rechnungs Re- visionsbuchbalterey bestehet aus I Hofwirchfchafts- rath, z Raitoffizier, 1 Ingrossisten, 4 Hoszöhrgard- ner, 2 Hof-inkaufer. Die k. k. HofsilberkaMMer bestehet wie schon oben erwähnet aus dem Gderst - und Unterfilberkam- merer, 2 Silberdiener und z Sommeliero. Das prächtige k. k. goldene Tischgeschirr, worauf bey grossen Festen und der verschiedenen prinzlichen Hofstaat !t. 99 sien darauf gespeiset wird, wird nicht in den Stlber- kammern, sondern in der Schatzkammer verwahret. Der k. k. Hofkeller bestehet aus l Hausauo- speist - und Gpezialk-llermeister, Kellergegenschrei- ber und 4 Kellerbindern. Raiser Joseph II. als er Befehl gab, keine Ausländerwetne mehr einzuführen, war er der erste der das Gebot hielt, und schickte alle seine Weine aus dem Hofkeller in die Spitäler zu Erquickung der Kranken und Genesenden. Die k. k. Hoflichtkammer bestehet in I Licht.- ka'mmerer, 1 L.ichtkammerschreiber und Hof.Vurg- laternbeleuchtunysinspektor. Die k. k. Hofzuckerbäckerey bestehet in I Ober- hofzuckerbacker, 7 Hofzuckerbacker, 1 Hofzuckerba» Kerschreiver, 2 Ts sc ld? Sern. Die k. ^ Hofkuchenparthey bestehet in 4 Ku- cheninfpektor-n, 7 Mundköchen, z VaSereyköchen, 2 Vrattmeister, io Hofköchrn, 1 Mundköchin Un5 A Mund-Tafel» rvie auchHosküchen.- tvascherinnen^ Das k.k. Oberstdof-und Landjägermeisteramt bestehet in 1 «Vbersihof - und L-andjägermeister, 1 Umtssekretarius, 1 Oberamtökontroloc, 1 Kon- Zip'st, 1 protokoll-st, 1 Reyistrator, , Kanzellist, 1 Kassier, 1 Hauptkassakontrvlor und Iayereyrech- nunysführer , 4 Rechnunsokonfizienten, 2 Zikzessi» st n, 2 Praktikanten, t Kanzleydiener, A Forstmeister, 1 IaHerey ? Zeldchyrurguo, 6 reitende Hofjage 20 junye Iayer, 2 ^asanjayer, 4 Gehög- bereiter und 1 Gehöyaufseher, 27 Zorstjag.r, 1 Ge- schirrme ster und 10 plahenknecht. Das k. k. Oberforst - und Grundbuchsamt bestehet aus 1 GrundbucKshandler und «pberbeam- ter, 1 Unt^rwalemeister und Vberbeamter, 1 Grund- buchskontrolor, 2 Amtsschreiber, 1 Ztccessist, 1 Ranzleydiener^ G s Das loo III. Abschnitt, vom k. k. Hofe Das k. k. WaldamtliSe Holzverschleißamt bestehet in i Inspektor, i Rontrolor , i Holzschreiber, i Ueberyeher, z Holzrvachter. Der k. k. Holzrechen nächst Möliersdorf bestehet in I Holzversilberer , I konrrolirenöer Amts- fchreiber, 2 Holzwachter, 1 Rlaus-und Rechenknecht, 6 rvaldbereiter, z 1 lValdbereitunys-Bezirk- Förster sammt 8 Maldübergeher und z Meisterkn-chr, 6 U?ald - Mautheinnehmer, z Mauthaufseher, 1 Stadltnecht, 1 Schloßthorwart, 1 Landgerichts- diener. D«s k. e. Obersthoffalkenmeisteramt bestehet in I Uhr des Morgens ziehen die deutsche und die ungarische Nobelgarden in ihrer Puzrüstung nach Hofe, Darauf kommen der Obersthofmarschall, Oberststallmeister , Oberstjägermeister zu Pferd, mit dem zu ihren Stellen gehörigen Gefolge, ebenfalls dahin der ganze hohe Adel beyderley Geschlechts und alle auswärtige Minister, die Präsidenten aller Hofstellen erscheinen in grossen Schmuck in den kaiserl. Ammern, und machen erst dem Monarchen, dann den ubriaen Personen vom regierenden Hause, die Aufwartung. Es ist grosser Cercle, und gegen 1 Uhr geht man wieder auseinander. Wenn man die prächtigen Wägen, Pferde, Pferdgeschiere nnd Livreen von Wien sehen will, so muß man sich an diesem Tag auf dem Burgplatz stellen. Das Fest des militärischen Theresten.- Vrdens wird jedesmal am ersten Sonntag nach St. Thereftns- Tag gefeiert. Der Zeitpunkt der Stiftung dieses Ordens bestimmt seine ganze Würde. Nach der gewonnenen Schlacht bey Kolltn wurde er von der Kaiserin Maria Theresia am 18. Junius 1757 gestiftet: die Helden wurden gleichsam auf der That belohnt, und die Ordenszeichen über ihre noch blutende Wunden gehangen. ... Er ist der Lohn eines jeden, der sich im Kriege durch eine besondere That auszeichnet. Der Krie- ,o8 IN. Abschnitt, vom k. k. Hofe Krieger, dessen Vater pflüget, oder dessen Güter hunderte pflügen, kann ihn ohne Unterschied erhalten; doch nur in der praktischen Ausübung seiner kriegerischen Talente. Für den Mann, welcher sich in den Tagen des Friedens durch weise Anordnungen und Verbesserungen bey dem Kriegswesen auszeichnet, ist, wie für jeden verdienstvollen Staatsbeamten, der Stephans- Orden bestimmt. Mehrere Generale haben sich denselben erworben. Die Art und Ordnung dieses Festes ist folgende: Um zehn Uhr Morgens versammeln sich die Großkreuze, Kommandeurs, und Ritter in der Rathsstube in der Burg, ziehen dann durch den grossen Saal, das erste Vorzimmer und die Ritterstube, unter dem Vortritt der Hof-und Kammer-Fourriers, der Edelknaben, der Truchsesse, Kammerherren und geheimen Räthe, wie auch der Ordensbeamten, in die Hofkapelle, und wohnen den gesungenen Hochamte bey. Der Rückweg geht in der nämlichen Ordnung in den grossen Saal zurück, wo für Seine Majestät und wenn ein Prinz vom regierenden Haufe zugegen wäre, auch für denselben— unter dem Baldachin die Tafel bereitet ist. Die Großkreuze speisen einige Schritte abwärts; und die Kommandeurs und Ritter werden in der Ritterstube bewirthet. Es ist ein herzerhebender Anblick, Seine Majestät von den Feldmarschällen umgeben, nach der Kirche ziehn, und vor denselbe» eine Reihe verdienter Generale und Stabsoffiziere einher gehn zu sehn. Much und Klugheit, nicht aber Tollkühnheit und Zufall werden so belohnt. Das Ordensfest des apostolischen Rönigs Stephan, «nd des goldenen Vliesses, werden an den ersten Sonntagen nach Emeritus und Andreas gehalten. Die Art und die Feyerlichkeiten sind die nämlichen, wie Ihr sie oben gehört habt. Der Unterschied ist, daß am und der verschiedenen prinzlichen Hofstaats. 169 am ThercstenordenS - Feste die Ritter in der ihrer militärischen Würde angemessenen Kleidung erscheinen, und die ihnen zukommenden Ordenszeichens an dem weissen Bande mit rothem Rande, und Sterne über' der Uniform tragen. Die Ritter des Stephans-Ordens und des goldenen Vliesses hingegen haben eine Gattung feverlicher Kleidung. . . . Die erstern tragen ein Karmesinfarbiges Unterkleid , welches ohne Oeffnung vorn bis an die Füsse herablanget, und bey den Großkrcu- zcn mit zerstreuten Etchenblättern durchaus gestickt ist, die darum gewählt wurden, weil die Bürgerkrone der Römer aus solchen bestand. Daruber ist ein grün- samettenes weites auch mit Eichenblättern am Rande gesticktes Oberkleid, mit langen offenen Aermeln. Um den Hals ist ein breiter Kragen, worauf die Sterne der Großkreuze in der Mitte der Brust angebracht sind. Die Ritter des goldenen Vliesses haben eine ziemlich ähnliche Kleidung, nur find das Unter-und Oberkleid von karmesinfärbigem Eammet. . . . Die Ritter des Stephansordens tragen eine hohe hungarische Mütze, mit einem Reigerbuschen gezieret, und, wiedasOber^ kleid und der Kragen, mit Hermelin ausgeschlagen. Die Ritter des goldenen VltesseS tragen eine besondere gestickte Mütze. Die Ordenszeichen werden von den Rittern des goldenen Vliesses, und von den Großkreuzen des Stephansordens an goldenen über die Schulter Hangenden Ketten, von den Kommandeurs des letzten Ordens an einem breiten Bande, und von den Rittern mit einer Bandschleife angeheftet, vorn über die Brust getragen. Diese Kleidung läßt besonders einem groß, gebauten Ritter sehr gut. Da bloß eine Klasse der Ritter bey dem Orden des goldenen vliesses bestehet, so ist beym Fest dieses Ordens nur eine Tafel am Fuß des ThroneS. Sie wirb gehalten alljährlich am Sonntage nach dem Andreastage. Ueber-' ,10 III. Abschnitt. v auf was für einen Plaj oder Gassen, auch in welche« Hause sich selbe befinden, und wie stark das Personale ist: *) Mvokaten Hey dem k. k. ^vskriegsrath sind z». — bey dem tVechselgericht find i z. Hey den N. u. V. Oest. Appelazionsgerlcht find 9z. 7— — bey der Unwersttike sind tz5. Agenten bey der k. k. böhmischen und 5sterreich!schen ^ofkanzley sind 45. — — bey der k. k. obersten Iufiiysielle find 40. Hey der k. k. Hofkammer in Münz und ZZ) Die Nomen Nflh Wphmngen swdtt man m htm H»f- sch»m«t 5 Ralkyllanten, ,» Lrpedienten, I O Re» »iforen, iz Rollektanten, K Amtsoffziers, 5 Msyazinsoffizianten, 96 Einnehmer, 74 , Veyenhandlern, z Inspektoren, zo lvaa» »enbefchauern, 8 Aceeffisten,» Ranzleydie. nern, 7 Amtsdienern, izo Aufsehern, 8 tvaagbeamten, 6 Sierfchretbern, 44Ame»- schreibern. Bankalgefällendirektio» k. t. ist am alten Fleisch- marke tlro. 705. und bestehet aus 6 Direktoren, K S,kret6ren, 5 Ronzipisten, z Asthsprotokolisten, l Regtstraeor, 2 Lx- ? 8 pe- ,Z4 IV. Abschnitt, von dem k. r. Hofstellen, peditoren, Ii Ranzellisten, 2 Rechnung»- offkzianten, 1 Inyrossisten, Z Accessisten, z Ranzley^jenern. Vankohofbuchdalterey ist auf dem Universitätsplaj ^iro. 778. und bestehet aus 1 Hofbuchhalter, s vizebuchhaltern, 11 Raitrathen, 6l Raitoffizieren, l Lxvebitor, 2 Reyistrato- ren, 1» Ingrossisten, n Ziccessisten, 1 Haizer. Bankohauptkassa-Personale ist auf dem Unlver- sitätsplaz ^lro. 7/8. und bestehet in I Obereinnehmer, 1 Gegenhandler, 1 ttnrizipa- tionsliquchator, 4 Rassiern, 11 Rassavffi- zieren und 1 Haizer. Vankozettelhauptkassi ist eben allda, und bestehet aus 1 Zahlmeister, 1 Rontrolor, i Rasster, 2 Rassaoffizieren, l Praktikanten, 1 Rassa- Hiener. Bergwerks - Produkte!! - Verschleiß - Direktion ist in der Himmelpfongassen Nro. 989. und bestehet ans 1 Buchhalter, z Scripturalen, I prorokollisten, 4 Access'sten. Böhmisch und österreichische Hofkanzley k. k. ist in der Wippiingerstrasse d^ro. 290. und bestehet in 1 obersten Kanzler, 1 Kanzler, Ii Hofrathen, 14 Hofsekretaren, 27 Hofkon- ztpiften. Das Exhibltenprotokoll ist eben allda, und be.- bestchet in 2 Direktores, 25 Hofkonzipisten. Die Registratur ist eben allda, und bestehet in 1 Direktor, 7 Registratursadjunkten, 10 Registranten. Die Eppedit ist eben allda, und bestehet in 1 Direktor, 2 Krpeditors - Adjunkten, 2g Kanzellisten, 16 Accessisten/z Rathöthür- hüt- Instanzien und Aemtern ihrenStandort zc. i zZ hüttern, Z Kanzleydienern, 2 Haizern, ic> Kanzleybochen. Das Archiv ist eben allda, und bestehet in i Hof.- VanzlevarchivDirektor, 2 Reyistranten. Die geistliche Hofk0MMisst0N iK eben allda, und bestehet in 1 prajes, 8 Hofrache, 2 Hofsekretaren, 4 Hofkonzipisten. Börse privtlegirte k. k. ist auf dem Kohlmarkt bey dem goldenen Fasset, und bestehet in 1 Ko- missarius, 4 Wechsel und Lörsesensalen, l A^mtsdiener. Brucken und Wasserbauamt k. k. ist in der Leo, poldstadt Uro. Z90. und bestehet in 1 Vorsteher, 1 Kassier, 1 Materialverroalter, i Amts!ngenieur, l Kasseschreiher, 1 AmtS- schreiber, 1 Rruckenmeister, 1 Zimmer- und Brüchenpollier, z Ueberyeher, 1 Amts- zeugnachseher, 1 Amtsboch. Censurs - Hofkommissiou k. k. ist auf der Haupt.- mauth Uro. 722. und bestehet in 1 Präses ,4 Aktuarien, 7 Censoren, 1 Revisor, 1 Konzipist , 1 Kanzlist, 1 Zlmtsdiener. Conscriptiovs und Äundschafts- Coroborirungs- ÄMt ist in dcr Wipplingerstraß Uro. 417. und bestehet in 1 Conserivtionskommissar, 1 (ton- scrivnons ' Cummarist, z Amtsschreibern, I Zimtsdiener. Consistorium ei zbischöflich - wienerisches ist im Erzbischofhoffe Uro. 852. und bestehet in 1 Vf. sizial, 62 geistlichen Rathen, 6 weltlichen Rathen, 1 Sekretär, 1 Reyistrator, 2 Ranz- listen, 1 Rursor. ^. der augspurgischen Confession k. k. ist in der Dorothegassen im Friesisci cn Haus, und bestehet in i prasidcnt, z Rachen, i Sekretär, 1 RanzUst. I 4 Eon- iz6 IV. Abschnitt. Poy Hey ?. V. Hsfstell«»I, Conflstoeium der helvetischen Coüfegion e. k. iß in der Borotheqassen im Friesischen HauS und bestehet in l prafidem, A Rachen, 2 ausserordentlich- Mitgliedern, l Sekretär. Depofltenamt der Gtadt Wien, ist in der Wtpplw- gerstraß 417. u-,d bestehet in l Rommiss» «itionckren. FoxtifikatWN wienerische ist auf der Schottenbastey ^rc>. l-82. u»d bestehet in ! Vb/rstmacht- meister , i Zortifikattonsrechnungvführer ^ » zoniffkatlsn» » Direktioysfouriern, ^ Schanzkopurqstey, Oe- Instant,» und Aenttern chren St«»bon?e. »z? Genergldirektorivm k. t. ist auf derWasserknnstbae stey t'isrO. ,119z. und bestehet in 5 Präses, , A^tsrath, i Reyistraeor, i Z^egisrane, 4 RanzeMsten, i Haizer. General-Hoftax-und Expeditsdirektioq ist in her Wipplingerstrasse ^rc>. 290. und beste-- het in l Direktor, Z Hofearatorev und erstem Adjunkten,! Gener«lta?einnehmer, 1 Aon» trolor, 1 Rontrolorabjunkt, 11 ^of- Tai?, smt» Virections ffiz!eren. Grundbuch der Stadt Wie« ist in der Wtpplin- gerstrqssen ^ro. 417. und bestehet in l Re- gisirator, z Prundbuchsha'nhlern, 4 Grund» schreibe?«, 1 ?kzessist. Gttterbestcktteramt ist auf der Domwikanerbüstey ^kro 1215. und bestehet in » Gü'tterd-statter, s Adjunkten,» Akzeffisten, l 2 Srieftrb- slgnirer, 5 Mün?amtspraktikanten. Das Münz - und Medatlieugraveur - Personale ist eben allda, und bestehet in 1 Rammer - Medailleur ,und Ober - Müm - und Medaillen- Graveur, 1 MsnFyraveur, 4 Mün;«und Medaillenyraveuradjunkten, 4 werVsbergeher und MedaiUenpraser, l Amrsdiener, l Amtsdieneradjunrt, »Prab- punxenschlayer, 4 Münzarbeiter. Haupt? !Z8 IV. Abschnitt, von dem k. k. Hofstellen, Hauptverpflegsamt militärisches k. k. ist auf dem Hof Äro. 2^4. und bestehet in 1 Ober.ver- pfleysmspektor, 1 vi>evecpfleysinspektor, » Amtsrathen, 1 Amtsfi??retar, z Ron;tpisten. Die Registratur und Kanzley ist eben allda, und bestehet in l Registratur, 1 R-yistrators- aö/unkk,z VcrpflegsoMieren, z Ranzellisten, 1 Zldmnkt, i Amtschreiber. Hofknegsrath m piiblicis «conomicis et julti- cialibus P cbcn allda, und bestehet in 4 Hof- krieyölathen und Generalen, 8 Hofrathen, 12 HofkrieFöftkretarien. 16 Hofkriegskonzi? p?sten, 9 R.v-,zipistens -Accessisten. Das Protokoll, Registratur, Expedit, Kanzley ist ebni a Ida, und bestehet ini Hofkrieys- fekcetä'r, 6 protokollisten, 17 protokollisiens- Aoj lnkten, r ^^gistrator, 8 R^yistrators^do junkten, F j Reyiliranteu, 1 Lrpedltor, l Expeditorsabjunkt, s Erpedits - Protokoll listens>;ojunct^n, sS Ran^ellisten, 8 ?^ccesfi- sten, 1 Rathschürhütter, 4 Ranzele^die- «ern, 2 Ranzleyhelyern. Das Nöst. Milttärverpflegsamt ist eben allda, und bestehet in 1 Direktor, 1 Oberverpflegs- Verwalter, l Rassa - uns Liquivations- Rechnunysführer, 1 Ron;iplst, 1 verpflege- tanielllst , ! Ran?ellist, 2 verpflegoadjunk- ten, 2 Verpfleysamtsschreiber, 1 Ran;lcy- heiyer. Das Wiener - Garnisons - VerpflegS - Magann ist eben allda, und bestehet in 1 Militär - verpflege- verrohter und Hauptrech.- nunFsfuhrsr, 5 verpfleyso-ffiziern, 1 Ver- vflegsamtschreiber. Das Instanten und Aemtetn t'hre» Standort tc. 159 Das Wiener Militär Better - Magazin ist vor dem Schottenthor, und bestehet tn 1 ver- pflegsoffizier und Hauptrechnungsführer, l Verpfleysoffizier, r verpfleysadjunkt. Das Hauptbuch ist auf dem Hof Nro. 234. und bestehet in 1 verpfleysverwalter, 2 Vex- pfleysoffizier, z verpfleysaoj unkten, » Amtschreibern. HofbaubUchhalttrey k. k. ist auf dem Josephsplaz t^ro. 1Z5O. und bestehet tn Z Af-ssoren, 2 Raitrathen, 6 Raitoffiziern, 2 Inyeniiurs, 2 Inyrossisten, 1 Akzessist, 1 Vuchhalte- reybtener. Hoffammer - Ministerial- Bänkohofdeputation UNd Komerzhvfstelle ist tn der Singerstrasse dsro. 886. und bestehet in 1 prästoenten, I Vizepräsidenten, 11 Hosrathen, 14 Hofsekretaren, 12 Hofkonzipisten. Die Registratur ist eben allda, und bestehet in 1 Reyistratursoirektor, A Registraturoad- junkten, lo Rtyistranten. Das Expedit ist eben allda, und bestehet tn ! Direktor, 1 Vrpeditor, 17 RanzUsten, 2z Accessisten, i Rathsthürhütter, 1 Ranzley- diener, 1 Haizer, 1 Ranzleybothen. Das Archiv ist eben allda, und bestehet tn I Ar- chivdirektsr, 2 Adjunkten, z Registranten, 2 Accessisten, 1 Haizer. Hofkammer tn Münz - und Bergwesen ist in der Himmelpfortgassen Nro. 990. und bestehet in 1 Vizepräsident, 5 Hofrathen, 5 Hofsekretarien, A Hofkonzipisten, l Rathothürhütter. Hofreglstratur und Kanzley ist eben allda, und bestehet in l Hofsekretar, 7 RanzeUisten, 8 Acces.- ftsten, 1 Haizer, I Ranzleyboth. Hof- ,4« N?. Abschnitt. Vs« dem «. k. Hofstell-«. HoftechNUltgSkaMA-r ist auf dem UniverfitStSplaK ^ro. 77z. und bestehet in ? Präsident, 5? ^»frckthen, z ^ofsekretavten, ^ Hofkonzi» pist^n. Hofregisteatur und Kanzley ist eben allo«, unh bestehet in ! Registrator und Kxp-ditsöi« rekeor, 5 Ranzlifte»!, r Rsthvthßrhütter, I Ranzl-ybien«r, l ^aizee. Hof - !Md Staatskanjley ist in der Eckauflergasse dlro. 11. und bestehet in I Vanzler , Vi; ?.mzler, ! yeheimen ^of unö SeaatSre- ferendarms 6 wirklichen Hofräthenund ge» Heimen Staatsoffizialen, 5 Hofsekretarien, t Elpeditor, 1 Reylsirator, 7 OOxmlcn, z Thürhüttern und Ran,leydienern. Zllitische Hyfkanjley ist am Universttätsplaj ^ro. 773. und bestehet in ! ^ofkanzler, ? Hof- Räthen,4 Hofsefrttarien, 6 -Hofkon-lipisten, » protokoMst,» Regisirator und Expeditor, » proeokollsad/unkt, »Reyistrator, 4 Ran- Misten / 4Accefsisten, l H^yee, 1 leyboth. Javaltden- Hauptkassa ist auf dem Hofdlro. 2Z4. und bestehet in I Aaffier, 1 Rontrolor. l Rase faoffizier, 1 Rassakanzellist, z Zeldtrieyskom^ mrssarius, 1 Rriegskommissariatoofftzier. Iu6ic!um Oelezamm ^liUrsre Mxmm in Oesterreich ob und unter der Enns ist auf dem Hof Uro. 2Z4. und bestehet tn 6 Präses, l Ts- rator, i Aktuarius. Kameralhaupthuchhalterey ist auf dem univ-rfi- tätsplaz dkro.778. und bestehet tn 1 Mösbuch» haHer, »1 Raitrmhett/ 37 Rgftoffizieren. DK Instanten »nd Aemtern ihren S»gndorr:e. »4> Die Registratur und Expedit ist eben aNdn, und bestehet tn l Ztevistrator und ßtrpsöitor, t RegistratorundErpeditorsadjunkt, 15 In- grvssisten, 1» ZlccesitsteNf z Haiiern^ KameralzahlüMt ist eben allda, und bestehet in » Zahlmeister, i Rontrolor, z Rassieren, » Liquidator, 8 Rassaoffizieren, l Haider. KaMMerprvkUratUr ist in der Herrugasse Kro. K9. und bestehet in 1 Proturaesr, z Adjunkten» Kaste« - und Proviantamt iß in der Wippsingerstrasse «ro. 417. und bestehet tn r Rastner, i GeHenhandler. Kriegszahlamt ist auf dem Hof Nro. und bestehet tn 1 Rrieyozahlmeister, l Rrieyokassa- Verwalter, 4Dssiziere», 6 Ranzevisten, 1 Haizer. Kriegsduchbalterey' ist eben avba, und bestehet in 7 jof»und Vtzeduchhaltern, Z4 Raitrathen, j?4 I^aitossizieren Hie Registratur und Expedit ist eben allda, und bestehet tn 2 Registratoren, l Regis stratorsadjunkt, 2 Reyistramen, 19 In« «rossisten, 20 Äccessisten, z Harzern. Kupfer Quecksilber und Bergwerköadmwjstra» tivnS - Hauptkassa ist in der Johannsgasse diro. 1009. und bestehet in I Obereinneh- m-r, 1 Ronrrotor, zRassaossizieren, l Kmt«- diener, l ^aizer. ^ —--undVerschleißmagazivistnöchfl den rothen Thurm 5kro. 688. und bestehet in 1 Zaktor, 1 Saktorskonrrolsr, 1 Zakeors- Assistent, l tVaavmeisier, 4 Magazin«? Handlangern. Kupfertahlungs - Hauptkassa ist avf dem Vniver- fitütsr.latdko. 77«. und hestehet j» l Vbe«. sM« 142 IV. Abschnitt. Von dem k. k. Hofstellen, einnehmer, i Rontrolor, i Vbligations!- verrechner, i Rassier, i ^.iquidatursad- junkt, 4 Rassaoffizier, i Rassadiener. Landesregierungs-Buchhalterey ist auf dem Kau- nitzplaz in den vormaligen Minoritenkloster, und bestehet in ? Hauptbuchhalter, i vize- bvchhalter, 2Raitrathen, 8 Raitoffiziern, y Inyrossisten, Ii Ztcc-ssist'N, i Haizer. Landrecht Nied. oft. ist in der Herrngasscn I^lro. 2Z. und bestehet in I obersten L-andtlchter, I Vizepräsident, 16 Landra then, 4Auvkuls eanten, 8 F-andrechtssekrerarien, zRatho- protokollisten. — — Depositenamt ist eben allda, und bestchet in z Rechnunysostizieren, 1 ErHibiten- pro, tokollist, t Registratur, 5 Reyistranren, l Grptditor, 19 Ranzellisten, 12 Gerichts- dienern. — — Buchhülterey ist eben allda, und bestehet in 1 Rechnungs- Buchhalter, Z Rechnung«- ostizianten. Landschaft Nied. öst. ist eben avdn, und bestehet in 1 Lanomarschall, 1 Lanöuntermarstball, 12 Herrn Auss<^üfien bey dem standischen Rolleyium, 6 Herrn Verordneten, 1 Syndikus, Z Sekretarien. ^. — Phystci bestehet in 1 Protomedikus, 0 Me- dizi, 8 Apothekern, 5 Chyruryen, 4 Lano- schaftsbothen, 2 Iungbothen, 2 Portieren, 1 Harzer, 1 Stadlhütter, 1 Hausknecht. Landtafel Nied, öst. ist in der Herrngassen ^ro. 2Z. und bestehet in 1 Registrator, 1 vizereyistra- eor, 2 Kanzellisten. Magistrat der k. k. Haupt - und Residenzstadt WtM ist in der Wipplingerstrasse Nro. 417. unb Instanten und Aemrern ihren Standort zc. 145 und bestehet in 1 RürIermeistrr, 2 Viztbür- xermeiftetn, Mcylsiratoräthen^. i e Matz .siratssckretä'ren, 7 Rathsprotokolllsten, 16 Magistratur - Raeds - Auskultanten , 1 Registracor, 14 Reyistranten, 1 protokol, Wen, 7 Protokollistensadjuukten, 1 Crpe- ditor, 2 Erpeditorsadjunkten, 56 ^an?li- sien,2z Gerichtödiener, 2 geschrvornen V)ein- visircrn, z prätiosen Schatzmeistern, 2 Bücher-Schatzmeistern, i Vilverschaymeister, 5 MobiUen - Scharzmetstern, i Mobiltcn- Schaymeisteradjunkt. Der innere Stadtrath besieht in l Rath, 2 Beisitzern, 1 Titularrath, 1 pupillenrait- handler. Magistrat - Taxamt ist eben allda, und bestehet in I Tarator, I Rontrolor, 2 Ranzellisten; 2Accesslften, l Amtodicner. — Einnehmer hinter Et. Lorenz Nro. 71z. und bestehet in 1 Einnehmer, 1 Geyerihand? lex, 1 Aufseher, 1 Rollektant, HMautnern. Messiogverschleißmcgazin ist näcl.st dem rorben Thurm ^ro. 688« und bestehet in 1 Faktor, I Mayazinsgehilf. Metzenleiheramt ist in der Körtnerstrasse ^ro. 1074. und bestehet in I Meyenleiher, 2 Geyen- handler. MtlitäriNvalidenaMt bestehet in i Präses, i Amts.- rath, 2 Sekretarien, 2 Ro»nipisten, 1 Re- yistrator, 1 Adjunkt, 6 Kanzellisten, 1 Kanzleyhaizer. Militär - und Civilkommission k. k. ist bc») dem neuen Thor l^ro. und bestehet in 1 Präses , 2 Rommlssions . V-ysitzer, l MUi- 544 IV» Abschnitt. Von dem t. k. Hofstellen, tFrstabeprofoß, i Militär-Stabs - Stocka ha^sordmanz, i polizepsvachtmeister, i Regi-rUngsbothen. Mlsik- Jmpostamt ist in der Wipplingerflmssen kirc). ^17« und besteht in 1 Collettant, 1 Journalist , 1 Umtfchreiber, 5 Uebervchern. Niederländisches Departement ist w der Herrn- gasse Nro. 22. und bestehet tn l Dffiziales, Major, 2 ^ofsekretarien, i Lrptditor, 7 Offiziales, 1 Zahlmeister/ i Amesveven- h«f,d!er, z ThiZrhüetern» Oberbaudirettion ist tn der Leopoldstadt^-ö. äoo. und besteh t in 1 Vberbaudirektor, l Architekt, » Ingenieur, » Renzellist, tAmts- schreiber, 2 Rreisingenienrm, t Aametsl- Lnyenieur. Odereivnehmeramt ist eben allda, und bestehet tn t Gbereinnehmer, 1 Konerolor,i Oblisaeions- verrechne?, io Kassieren, 1 Amtobiener. Die Registratur bestehet tn ! Resistraror, 9 Rey'stranten. Die Kanzley bestehet t» ! «rpebitor, Z Ranz- listen, 1 Thürhntter und Vauschreiv-r ^ t Zürditter. Oberkammeramt ist in der Mippltngerstrosse ^rc». 417. und bestehet tn 1 lpbereinnehmer, 1 Konerolor, 1 Liquidator, 1 Kreditskassier, 1 ^ai vtrechnunys - Journalist, 1 Kredits- rechnunyo- Journalist, 2 Rassaoffizieren, t RasssoKner. Obersteueramt ist eben «llda, UV bestebet i» t Steuer - Amts 5 Verwalter, l Rassier, r Ronerolor, 4 Liquidatoren, 4 Manivu- lant-n, i Journalist, 2 Ueceffisten, 2 Ju vi- Instanzien und Aemrern ihren Standort zc. 145 bilirten, 1 Penstonist, 1 Nahrungssteuer- Nollektanten, 4 Stadtsequeßern. Oberzeugamt ist auf der Sailersiadt, und bestehet in 1 Distriktokommandane, 2 Hauptleuten, 1 R«- pitain - Lieutenant, 1 Vberlieutenant, Z Unterlieutenants, z Feuerwerkern,! Zeld- vsäbel, 4 Gberzeuyrvartern, 2 Unterzeug- voartern, 16 Munitionairen, 1 Amtsmfpek- ror, 1 Gußotrektor, 1 Stuckgießer, 2 Lehrlinge, 1 Salniter- Verwalter, 2 Pulveruno Salniter - Beamten, 1 Pulver-und Salniter - Inspektor, 1 Beamter. Oberst- Justjtzstelle ist in der Himmelpfortgassen Nro. 992. und bestehet in Z Präfidenten, 16 Hof- ra'then, 6 Hofsekretarien, z Rathsproto- kollisten, 2 Rathoprotokollistenadjunkten, 2 Hefkonzipisten. — — Registratur, Expedit und Kanzlev ist eben allda / und bestehet in 2 Reyistratoren, 1 Lrpeditor, io Registratorsadjunkten, 1 Oinreichunysvrotokovist, 19 Ranzellisten, 4 Rathsthürhüttern, 1 Haizer. Polizey - Oberdirektion ist am alten Fteifchmarkt ^ro. 705. und bestehet in » Polizeydirekto- ren, 2 Amtssetretären, iQ polizevkommissa- r»n, r polizeywachthauptmann, 2 6 Ron- dukteurenaushelfern/ 2 Packern. Professores der Theologie sind ihrer 6. — — Juris sind ihrer 7. — — der Arzney und WUttdarzney Wissen^ schüft sind ihrer 6» — — der Philosophie find ihrer 14, — — der fünf humanistischen Schulen find ih. rer is Regierung Nied. öst. ist auf dem Mtnoritenplaz ^rc,. 12. und bestehet ins Präsidenten, n wirkt. Reyierüngvräthen, 15 wirkt. Regierungsfe- kretaren, 1 prasldialkvnzipistp Das Protokoll ist eben allda, und bestehet in 1 protokollsdirektor, iz Ronztpisien, 1 Adjunkt, , Ranzellift. Die Instanten und Zlemtetn ihren Standort !c. »47 Regierungs - Registratur tst eben allda, und bestehet in 1 Direktor, 7 Reyistranten. — —. Expedit ist eben allda, und bestehet tu I Direktor, 1 Virektorosdjunkt / 2» Kanzellisten, 4 Thürhüttern, l Haizer, i Regitrunss- ingenieur, 1 Reyierunysbaumeister. — — kandesfürstliche Leheustube ist eben allda, und bestehet in I Lehensrath, I Registrant» ^. — geistliche Kommission ist eben ellda, und bestet in 2 Präsidenten, 5 Rathen, Z Sekretären, 2. Ronzipisten. — — weltliche 'StiftungstommWon ist eben allda > und bestehet in 2 Präsidenten, 4 Ra-. then, 2 Sekretaren, 2 Konzipisten. — — Kameraltaxamt ist eben allda, und bestehet in 1 Tsrator, l Rontrolor, l Zlmts- pffizier , t Amtsdiener, t Zlmtsboth. Galzbersilberuttg ist auf dem Saszqries Nro. 447. Und bestehet in t Salzversilberer, 1 Gegen- handler, l Amtsoffizier, 1 Amtschreiber, g 5alzmagazin - Offizianten, i Amtsdiener, I berittenen Aufleh 12 Handlangern. Aiebenbürgische Hofbuchhalterey ist in der Schen- kcnsirasse ^lro. 49. und bcschet in I Hof- bttckihaltcr, 4Raiträrhen, 1 Raitra:hs- Adjunkt. 1 R^yistrator und Lrpsditor, ,1 Raitofflz eren, 7 Inxrossisten, 6 Attessi- sten, 1 Haizer. — — Karnltl) ist eben a.7da, und bestehet in 1 Präsident, 4 Hofrathen, 4 Cekrerarien, 6 Ronz.pisten. Die Registratur und Archiv ist eben allda, und!'.', eyetitt 2R g!ft a:orn,2 Rcyisiranten. Das Erpedit ist eben all^a , und b-he? in I Ex_- peditor, 6 Kanzellisten, 2 Accesslsten. K 2 DaS ,48 IV. Abschnitt, von dem k. k. Hofstellen, Das Protokoll ist eben allda, und bestehet in . 2 protokollisten, l Thürhütter, i Haizer, l Ranzleyoiener, 2 Kanzl^ybothen. Stempelamt ist in der Römerfirasse ^ro. 90Z. und bestehet in 1 Administrator, 4 Gberaöministra- zions- Veysiyern , 1 Rassier, 1 Rassakon- trolor, 1 Aktuarius, 1 ReVisirator unoOx- peditor, 1 Ranzlist, 5 Signatox-n. Staatsrath in inländischen Geschäften ist w der k. k- Burg 1. und bestehet in 5 Staats- rpedi»oroad- junkten, 6RanzeMsten,2 Kanzleydienern. StaatsschUldenkassa ist am Universitätsplaz I^ro. 886. und bestehet in 1 Obereinnehmer, 1 Rontrolor, 1 Liquidator, 2 Kassieren, 5 RassaoffizLr«n, 1 Haizer. Staats-GÜterbUchhalterey ist in der Römerstraß Nro. 9OZ. und bestehet in 2 Raitrathen, 2 Raitoffiziern, z Inyrossisten, z Accessisten. Staatsgüter -Administrazion ist in dem Iakober- gäßl !>sro. 1A62. und bestehet in 2 Administratoren , ! Sekretarius, 1 Reyistrat und Vxpeditor, 4 Kanzelltsten, 2 Kanzleyoie- ner, 1 Haizer. Stadthauptmann ist auf dem Minoritenplaz tsrc). 12. und bestehet in 1 Sekretär, 1 Ronzipist, 1 Registrant, 2 Ranzlisten. Stadtwienerische Buchhaltern ist in der Mld- werkerstrasse Nro. 417« und bestehet in 2 Buchhaltern, 1 Raitrath, 2 Raitoffiziern. Tabackgefälls-Kameralbuchhalterey ist w derRö- merstrasse ^ro. 90z. «nd bestehet in Z Rait- ra- Instanten und Aemteen lhren Standort zc. 149 räthen, i r Raitoffizsro. 882. und bestehet in Z Zehenhhanblern, 5 ^emanen? zer, l Amtschreiber. Fünfter Abschnitt. Von Entstehung der Kjrchen und Klöster, Ordnung des Eoltesdimstch der hcstchen^ den Pfarren in der StM und in defl Vorstädteps. Rirchen in der Stadt. W »^och vor kurzer Seit waren unsere Kirchen mit vielen iZbersi-'ssigen, zum Thcil auch unanständigen und läp^ ; sdni V erzierungen, Vilvermcrk, Opfern u. s. w. »Iber- laden und b hangen, so, das sie einen förmlichen Trö? tclgram o^er Glückshafen, als einem Tempel Gottes ähnlich sahen. Wo immer ein leerer Winkel übrig war, stcltte man einen gcschnizten Heiligen, ein Bild :c. ?c. hin« Man fezte ihnen auch Kronen auf, zog ihnen Kleiner an, und hänkte ihnen sogar Mäntel um. Alles dicses sollte — nach dem Etnn blöder Menschen — eine Verherrlichung der Kirche auferbaulicher Beylrag zur grösserer Anflammung der christlichen Frömigkcit scyn. Seit einigen Iahren herrscht mehr Anständigkeit^ Majestät, Ernst, Ruhe und Ordnung in den Wieners schen vnd Rlöster, Ordnung des Gottesdienstes tc. 15» schrn Kirchen. Denen verkleideten Heiligen hat man ihre Kronen, Kleider und Mäntel abgenommen; statt dem profanen Gelndle, das oft einen Chor aus einer Opera Buffa in ein 82NÄU8 verwandelt, und es während den heiligsten Religionshandlungen gar süsse heruntergekräht hatte, ist der populäre deutsche Kirchengesang eingeführt. Mit den Messen, als dem wesentlichsten Stück des katholischen Gottesdienstes ist die Ordnung getroffen, daß von halbe Stunde zu halbe Stunde immer nur eine, und diese auf dem Hauptaltar der Kirche gelesen werde; die übrigen Altäre fiehn gegenwärtig ungebraucht da, und werden nur nicht weggerissen, um keine unsymetrische Lücken in die Kirchen zu machen. Bloß in einigen der größten Hauptkirchen ist es erlaubt, neben der hohen Messe noch ein paar stille zu lesen, um gewissen Klassen von beschäftigten Heuten ein Genüge zu leisten. So sehr auch einige eigennützige Priester gegen diese Einrichtung aufgebracht seyn mögen, so gewiß ist eS doch, daß die Kirchen nach ihrer wesentlichen Bestimmung dadurch sehr gewonnen haben. Der vernünftige Christ besucht ste jetzt mit mehr Auferbauung und mehr gerührtem Herjen, bettet vielleicht etwas weniger, klopft Minder oft an sein Herz, hört wenigere Messen; verrichtet aber seine Andacht mit mehr Ruhe, Salbung und Würde. I. Die Hauptkirche Wiens ist die Domkirche zu St. Stephan. Diese schwarze und gothische, aber ehrwürdige und majestätische Gebäude ist nach dem Denkmal der alten deutschen soliden Bauart. Die erste Gründung dieser Kirche fallt ins zwölfte Jahrhundert zurück. Co wie sie da steht, ist sie im vierzehnten Jahrhundert gebaut worden. Ste ist auS grossen schSn gehauenen und gut zusammen gefügten Quadersteinen aufgcmauert, und überall sind gothische Zierden und Bildhaucrarbci- K 4 15- V. Avfchttitl. von Entstehung der Rirchen ten die künstlich gearbeitet sind, angebracht. Ihre Fenster , Thüren, Pfeiler und Thürme, sind ganz mit diesem gothischen Pracht beladen. Sie hat vier ThürMe, einen ganzen, einen nicht halb vollendeten, und zween kleine. Das Dach ist mit verglaßten Ziegeln, von mancherley Farben, die in verschiedene Figuren gedrängt sind, gedeckt. Dieß scheint ist er zu bauen angefangen, und im Jahr 1433. vollendet worden. Der obere Theil seiner Figur ist pyramtdaltsch, und zeigt sich vorzüglich in der Entfernung schön. Um ihn besteigen zu dürfen, muß man einen Pas- sierzettel von dem Kirchenvorsteher haben, der aber leicht ertheilt wird. Man hat über siebenhundert Stufen zu steigen, bis man die enge Spitze erreicht, in welcher noch einige Leitern angelegt sind, die bis in die höchste innere Höhe führen. Man zeigt noch die Maschine und das sehr dicke Seil, an welchem die berühmte grosse Glocke dieses Thurms hinauf gezogen worden ist. Diese Glocke ist K 5 die -54 V. Abschnitt, von Vntstehuns der Riechen die größte w Deutschland, und wiegt 354 Zentner c,m Gewicht, und hat ic> Fuß in der Höhe. Ihr Schwengel, der ausser dem Knopf, welcher anschlägt, noch unten eine herzförmige, ungeheure angegossenen Masse Eisens hat, um ihn unnöthtg schwer zu machen, wiegt iz Zentner« Kaiser Joseph I. hat diese ungeheure Glocke die 32 Fuß im Umfang hat, aus erobertem Geschütze, das den Türken abgenommen worden ist, Stessen lassen, und zwar wie die Aufschrift lehret: Aus Dank gegen Gott wegen der erhaltenen Siege. Wenn man die Hälfte des Thurms bestiegen hat, so kommt man zu der hellen und artigen Wohnung der Wächter und der Uhr^ Bisher hat man sich durch Nacht und Dunkel durchgearbeitet, nun hat man bis in die Spitze Des Thurms Helle. Bey der Uhr zeigt man eine 24- pfundige Kanonkugel, die bey der letztern türkischen Belagerung in den Thurmgefallen ist, Eine andere ^pfundige steckt noch in der Mauer der Thurmspitze. Von hier kommt man in die immer mehr abnehmende Spitze des Thurms, die sich schon lqnge gegen Mitternacht gesenkt hat» Man traut der so gerühmten Festigkeit dieses Thurms nicht viel, denn seine Spitze lst überall mit sehr starken eisernen Stqngen und Klammern zusammen geflickt. Auf der andern Seite der Stephanskirche gegey Mitternacht steht ein angefangener ähnlicher Thurm, der dem vollendeten ganz gleich hätte geHaut werden sollen, aber nur bis zu einer Höhe von 150 Fuß gebracht worden ist. Auf dieses unvollendete Gebäude ist im Jahr 157t). eine Kuppel gesetzt wyrden. In diesem Thurme ist eine Glocke die 288 Zentner schwer ist. Unter diesen zween Thürmen sind die Haupteingänge in pie Kirche. Die Frühpredigt ist um halb 7 Uhr. Zweyte Predigt um 8. Hochamt um 9. Segenmeß um 12. Kate- che- und Alöstev, Ordnung des Gottesdienstes X. IFA chetischer Unterricht nach Mittag um halb z. Allerheiligen Litaney und Segen täglich mit dem Eiborio um 5, Fastenpredtgten am Mittwoch und Freytag um 8 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Joseph Ogesser. II. Die Kirche der Barnabltell, welche dem Erzengel Michael gewidmet ist, stehet auf dem von ihr berannten Michaelerplaz. Sie ist durch zwo Seilenreihen in drey Theile gethetlt. Man weiß das Jahr ihrer er? sien Erbauung eben nicht genau; sie war jedoch schou im I. 1276. eine Pfarrkirche, die erste Etifterin war^ den alten Urkunden gemäß, eine fromme Wittwe. Im gesagten I. 1276. ist sie ganz abgcbronnen, einige Zeit nachher aber wieder erbauet, im Iühre i?AO. vom Auöolph und Gttc», den Herzogen von Oesterreich , vepgrössept, und endlich im I» 1416. vom R. Abbrecht V- in den Stand, wie man sie itzt sieht, gesetzt norden. R. Ferdinand II. hat sie im I. 1626. samntt dem Kollegium den regulirten Geistlichen von der Kongregation des H. Paulus, insgemein Vstrngbtzen genannt, eingeräumet. Die Kirche ist schön, und groß; sie besteht auS dem Schiffe und zweyen Seitengewölben: der Hochaltar ist von Gips, und stellt in halberhabener Arbeit den Sturz des Teufels durch den Erzengel Michael vor. Voran am Altar sind zu beyden Seiten zinnerne Platten , welche Figuren in halberhabener Arheit zeigen. Die Figuren des Hochaltars selbst« ziehen sich bis an die hohe Decke des Chors, in welchen der Altar steht, hinauf. Alles dieses ist erst vor wenigen Jahren von Hr. Meroille einen gebohrnen Wirtembcrger gemacht worden. Im Chor sieht man Denkmäler der Tramsohni- schen Familie, welche verdienen betrachtet zu werden» Ueber dem Haupteingange der Kirche, auf dem sogenannten Michaelerplaze, stehet eine Gruppe, dj? de? 156 V. Abschnitt, von Butstehung der Rirchen den heil. Erzengel Michael, den überwundenen Drachen unter die Füsse trettend; dann einen Schuzengel, der ein Kind bey der Hände hält, und einen andern Engel, welcher eine Lilie hält, vorstellet. Diese Statuen sind vom Lorenz Matthielt, und werden sammt dem ganzen Psrtaile von dorischer Ordnung sehr geschätzt. Das Kollegium ist nach neuerer Bauart, und sehr groß : besonders, wenn man die zwey daranstossenden und auch dazu gehörigen Häuser (das alte und neue Michaelerhaus) mitrechnet. Die Frühpredigt ist um halb 7 Uhr. Zweyte Predigt um 9. Hochamt um io. Segenmeß um 7. Katechetischer Unterricht um halb z. Allerheiligen Litaney und Segen tägl. «it dem Ciborio um halb 6. Fasten- predigten am Sonntag, Mittwoch und Freytag nachmittag um halb 5 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Augustin Striech. III. Die SchvtteZtkirche bey dem Schottenthore ist eine der Pfarrkirchen bey der Stadt. Man nennet diese Benediktinermonche gemeiniglich die Schotten, weil Heinrich I. Herzog von Oesterreich, welcher diese Kirche sammt dem Kloster um das I. 1155. zu bauen angefangen, beyde im I. 1158. den Benediktinern aus Schottland geschenket, und ihnen die Pfarrvertchtun- gen ausgewirkt hat, welche damals verschiedene Häuser in Deutschland hatten, und in ziemliche Rufe waren. Im I. 1418. find ihnen deutsche Benediktinermönche im Besitze der Kirche und des Klosters gefolgt. Schon vom Anfange ihrer ersten Errichtung scheinen diese Gebäude zu mehrmaligen Feuerbrünsten bestimmt gewesen zu seyn. Im I. 1275. ist das Kloster sammt der Kirche, und dem ganzen Schottenviertel; im I. 1488. sind die Thürme dieser Kirche, und die größte Glocke mit noch 5 anderen; im I. 1635. ist wieder der Kirchthurm, und im I. 168z. die Kirche, der und Rlöfler, Ordnung des Gottesdienstes!c. 157 der Thurm, das Kloster, und alle ansiossende Gebäude durchs Feuer verzehret worden. Im 1.1529. wurde das Kloster von der eingelegten Miliz sehr mißhandelt, und die Bibliothek verheeret. Die itztge Kirche, welche nach dem im I. 159O« gemachten Plan zu erbauen angefangen worden, ^) ist ziemlich groß, und wohl geziert , sie wird auch immer sehr reinlich gehalten, welches gewiß sehr viel zur Schönheit eines Gotteshauses beyträgt. Unter mehreren andern Grabmälern sieht man auch alhier jenes des berühmten Feldmarschalls Herrn Grafen Rhevenhüller, welcher durch die in Gberoßer- reich und Layern erfochtenen herrlichen Siege mit Lorbern gekrönet, zu Anfange des I. 1744- verstorben ist. Herzog Heinrich, welcher im I. 1177. verblieben , hat in der ersten Kirche dieser Abten, die er erbauet, sein Begräbnrß gewählet, und einen IahrtaK gestiftet, welcher alle Jahre den iz. Jäner gehalten, und darunter den Armen Brod und Wein ausgespendet wird. Die Abtey nimmt einen sehr grossen Plaz ein, weil mehrere andere Gebäude dazu gehören , worunter das ansehnlichste der sehr grosse und weitläufige Schot- tenhof ist: in welchem eine Menge grosse und schöne Wohnungen sind, die verschiedenen Privatpersonen im Zinse verlassen werden. Im Kreuzgange, in welchen man Von der Kirche kocken kann, ist eine grosse Anzahl sehr alter Leichensieine. Die Frühpredigt ist um 7 Uhr. Zweyte Predigt um 10. Hochamt um n. Segenmeß um 12. Katechetischer Unterricht nach Mittag um z. Allerheiligen Li- taney und Segen tägl. mit dem Ciborio um 6. Fasten- *) Well aber diese Kirche tm I. 168Z. baS Feuer wtebee verzehret bat, versteht sichs, baß die itztse Kirche nur nach dem vorigen Plane (nach der Feuersbrunst) wieder erbauet worden, und daß man also da« Alter dttftldtN Vicht bt« «uf< I. 159s. btnapssetzen könne» 158 V. Abschnitt, von Bntstehuns der Rirchen stenpredigten am Mittwoch und Freytag Vormittag um IO Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Bonifazius Gretsch. IV. Die Peterskirche, welche mitten in der Stadt stehet/ ist von einer herrlichen schönen italiänischen Bauart , und schon von R. Aar! dem Grossen, um das I. 7Y2. erbauet worden. Jedoch von diesem ersten Gebäude ist heut zit Tage nichts mehr übrig; obwohlen diese Kirche schön iM I. t?./6. zur Pfarrkirche gemacht worden, war sie döch sehr klein, dunkel/ und wurde endlich durchaus baufällig- Zu Anfange dieses Jahrhunderts ist sie wieder von üeuent erbanet worden; R. Leopold hat im 1.1702» den ersten Stein zum Grunde gelegt« Diese Kirche ist anitzt eine Kollegiätkirche, sie Hai einen Dechant, und mehrere Weltgeistliche, welche feit einigen Iahren durch den verstorbenen Herrn Joachim von Schwandn.rn, I. k k. ap. Maj. Rath, gestiftet worden, dessen marmorsteinernes Grabnlal Man auch in dem Sanktuarium allda stehet. Sie ist übrigens eine unter den schönsten wienerischen Kirchen, und ovalrund; oben auf ist eine mit Kupfer gedeckte, und in der Höhe mit einer Laterne versehene Kuppel. Alle innere Wände sind marmorirt, und in Glanz geschliffen. In dieser Kirche sind (den Hochaltar, welcher sehr schön ist, und erst im I« 1729» fertig geworden, mitgerechnet) 8 Altäre. Im I. 1756. ist der Eingang mit einem prächtigen Portaile aus grauem Marmor verherrlichet worden ; die darauf stehende zierliche Statuen sind vom Hrn. Roll verfertiget worden- Herr von Schrvandner hat diese neue Zierde in seinem letzten Willen angeordnet. Die Frühpredigt ist um 7 Uhr. Zweyte Predigt um rc>. Hochamt um i l. Segenmeß um 12. Katechetischer Unterricht nach Mittag um z. Allerheiligen Litaney und Segen täglich mit dem Ciborio um 4. Die »ndRlöster, Ordnung veo Gottesdienstes zc. 15^ Fastenpredigten am Mittwoch und Freytag um io Uhr vor Mittag. Pfarrer allda ist Hr. Anton Ruschitzka. V. Die Kirche St. Maria am Hof und das Hofkriessrathsyebau allda. Das gewesene profeß, Haus der Iesunen, die nunmehrige Kriegskanzley war tn den vorigen Jahrhunderten die Residenz der österreichischen Lanöesfürsten: eben aus dieser Ursache wird der grosse Plaz vot diesem Gebäude der Hof genannt. Jm I. 1276. ist diese Residenz beynahe ganz vom ^euer verzehret worden. Ä. Vttokar liesse sie wieder erbauen; bewohnte sie aöer nicht: sie wurde zum Münzhause/ im I. izz6. über zumKlöster der Rarmelit-n gewidmet, endlich tM I. 1554. durch R. Ferdinand I. den Ielmten geschenkt. Im I. 1625. machte R. Ferdinand II. das profeßhaus daraus. Dett Borschopf der Kitche, welcher vor Alter baufällig gewörden, hat die R. Meonora von Mantua, R. Ferdinands II. rückgelassene Wittwe, mit kaiserlicher Freygebtgkeit neu errichten und zieren lassen: dieS Werk ist nach ihrem Hinscheiden im I. 1660. angefan-- gen, und im I. 16635 vollendet worden. Die Kir^e ist groß, hell, schön, und mit vielen Altären und reichen Kirchenornaten versehen. Der neue Chor und das rasche wohlklingende Orgelwerk verdienen besehen zu werden. Nach Aufhebung des Iesuiterordens im I. 177». ist das vormals auf diesem Plaze gestandene Profeß- haus in die k. k. Kriegskanzley verwandelt worden. Ausser der grossen Bequemlichkeit, daß nun alle Kriegsdepartements in einem Haus beysammen sind, hat auch der Plaz selbst durch dieses Gebäude an Schönheit und Regelmässigkeit gewonnen. Die Frühpredigt ist um 6. Zwente Predigt um 9. Hochamt um ic). Segenmeß um 8. KatHchetischer Unterricht »ach Mittag um halb z, Allerheiligen Litaney «nd i6o V. Abschnitt. Von Bntstehung der Rirchen und Segen täglich mit dem Ciborto um halb 6. Fasten- predigten am Sonntag/ Mittwoch und Freptag nach Mittag um halb 5. Pfarrer allda ist Hr. Georg von Maisiem. vi. Die Dominikanerkirche und Kloster wurde anfänglich im I. 1186. für die Tempelherren erbauet. Im I. 1226. schenkte es R. Leopold, der Glorreiche den Dominikanern oder Predigermönchen, die er aus Ungarn nach Wien kommen ließ. Im I. 15255 wurde es von den Türken ganz verstöret; R. Ferdinand I. bauete es wieder auf, und R. Ferdinand II. hat noch vieles zur Vergrößerung beygetragen. Die damalige Kirche, welche auf ihrem Giebel mit mehreren Bildsäulen geziert ist, hat R. Feroina- nano III. im I. 1631. erbauet. Siehst ziemlich groß und nett; und mit mehreren schönen Altären »ersehen. Die äussere Inschrift der Kirche ist folgende: VL0. Kl^Q.no. Kl^Q. nse. Kl^l'. ri. K08.rii. t^^KI^V. O.O. VO^lM.co. e^l'H^K.. tcn. 01^^ L8. L?. lum. doc. LX^I^Äum. VIII. K5. I^LKV. II Imp. ?L.rcl. III. Xi^. evL.bu«. Rlaudia Felicitas von Oesterreich, die jwcyts Gemahlin R. Leopolds, welche im I. 1676. verstorben ist, ruhet in dieser Kirche, wo man ihr Grabmal bey dem Altar des heil. Dominikus sehen kann. Die Frühpredtgt ist um 6. Zweyte Predigt um y. Hochamt um 10. Segenmcß um 6. Katechetischer Unterricht nach Mittag um halb z. Allerheiligen Litaney und Segen tägl. mit dem Ciborio um halb 5. Fasten- predigten am. Sonntag, Mittwoch und Frevtag nach Mtag «m 4 Uhr. vnd Rlöster, Ordnung des Gottesdienstes tc. l6l VII. Die Augustinerkirche bey dem Auyusti.- Nerklosier ist die Hofkirche, und durch den Augustiner- gang mit der Vurg verbunden« R. Friedrich der Schöne sammt seinen Gebrt'dern Albrecht Ii. und Otto, Herzog von Oesterteich hat die Kirche sainmt dem Kloster für die Brennten oev heil» Augustms UM das Jahr 1227. gestiftet. Im I. 16ZO. hat sie R. Ferdinand II. de» reformirtett oder barfüffigen Auglistinermönchen Übergeben, Und ihre Kirche zur Hofkirche gemacht: von dieser Zeit an werden alle Vermählungszeremonien der Personen von der R. Fawilie, wie auch die Leichen- zereMdnien U. f. w« in dieser Kirche gehalten. Das Gewölbe der Kirche wird durch 8 sehr grosse Gäulen unterstützt: das Schiff der Kirche hält iz» Schuh in der Länge, 90 in der Breite, Und 6i in der Höhe. Der Raum des Chors ist 136 Ech. lang, 54 Sch. breit, und 80 Sch. hoch. Das Auyustinerttoster ist sehr weitläuftig, Und Wohl geoaUet: es erstrecket sich von der Gasse gleiches Hamens bis üuf die Paste,). Von der Kirche kömmt man in eine angebaute ziemlich grosse Kapelle, die Otto, Herzog von Oesterreich um das Jahr 17Z7. zu Ehren des heil. Geor- tzms, und für die Ritter des Georgmoordens hat erbauen lassen. Raiser Ferdinand II. hat diese Kapelle nachher im 1.1634. der TodtenörUderschaft überlassen: von weichet Zeit an sie auch den Namen der Todtenka- petle erhalten. In diesem Orte ruhen die körperliche» Bestandthetle vieler grosser Männer. Diese Kirche hat unter Kaiser Josephs Regierung eine ganz neue Gestalt bekommen. Die Frühpredigt ist um halb 7. Zwcyte Predigt um to. Hochamt um 11. Segenmeß um 9. Katechettscher Unterricht nach Mittag um 3. Allerheiligen Liraney und Segen täglich Mit dem Ciborio um 5. Fastenvredjgte» L um -62 V. Abschnitt. Von Entstehung der Rirchen am Sonntag, Mittwoch und Freytag um halb 6 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Joseph v. Canal auf Ehrenberg. VIII. Die Kirche und das Kloster der Franztska- yer. Zur Kirchen ward den 14« April im I. i6o?.der erste Grundstein gelegt, und den uten Dezember im I. 1711. vom Kardinal und Bischof von Ollmütz Fürst von Dietrichstein mit gewöhnlicher Sollenität zur Ehre des H. Kirchenlehrers Hieronimo eingeweihct. Am St. Michaeltsabend 1614. ist sie ganz fertig worden. Nach vollendetem Kirchenbau fieng P.D iun als Baumeister den Thurm aus Quadrarstcinen zu bauen an, legte auch zugleich in eben den 1614. I..hr am Festtag St. Clara den ersten Stein zum Kloster, wozu mehrere Häuser theils geschenkt, theils gekauft worden. Es ist sehr geräumig. Die Kirche enthaltet in der Länge 29, in der Breite aber 9 Klafter, ist durchaus zierlich. Der Hochaltar ist 1706. errichtet worden, ein bewundernswürdiges Kunststück des berühm- sen Mahlers Andreas Pozzo. Er stellet vor ein Per- spektiv nach lebendiger Marmorart gemachte Architektur mit einer hohen Kuppel, worunter der himmlische Natter tn Wolken gemacht; Christus aber am Kreuz von Btldhauerarbett, gleichsam tn Lüften schwebend zu sehen. Anstatt des Altarblatts ist ausgesetzt ein geschnitztes Marianisches Bildniß mit dem Iesukindlein auf dem Arm. Zu Erbauung der Kirchen und des Klosters haben besonders der A. Rudolph II. und dessen Herr Gruder Mathias und Anna des letztern Gemahlin, und hauptsächlich 8-rdinand II. bengetragen. Die Frühpredigt ist um halb 7. Zweyte Predigt um lO. Hochamt um 9. Segenmeß um 11. Katechetischer Unterricht nach Mittag um z. Allerheiligen Li- taney und Segen täglich mit dem Ciborio um 4. Fastenpredigten am Sonntag, Mittwoch und Freytag um Halb 6 Uhr, Pfarrer allda ist Hr,Ioseph Taschvökgruber, und Rlöster, Ordnung des Gottesdienstes!c. 163 IX. Die Kirche und das vormalige Kollegium der unteren Jesuiten bey der hohen Schule. Im I. 1620. haben die Jesuiten angefangen in diesem Kollegium ihre Schulen zuhalten, welches vorhin die Wohnung der Tempelherren gewesen, und vom Albr^cht III. der wienerischen hohen Schule, die dieser Fürst im I. 136z. wieder erhoben hat, geschenkt worden. K. Ferd. II. hat das Gebäude davon vergrössert: und weil das Kollegium auf dem Hofe, wie wir oben gesagt haben, im I. 1625. zum Profeßhause gemacht worden, wurde dieses von den Jesuiten, die ihre letzte Gelübde noch nicht abgelegt hatten, und aus dem oberen ausziehen mußten, um den Professen Plaz zu machen, besetzt. Es ist ein sehr grosses und ziemlich schönes Gebäude, sind nunmehro k. Aemter und Kassen darin befindlich. R. Ferdinand II. hat auch die schöne bey diesem Gebäude befindliche Kirche im I. 1627, zu erbauen angefangen. Der Bau wurde im I. 1631. beschlossen. Die vollkommene Ausfertigung desselben geschähe aber nur erst zu Anfange dieses Jahrhunderts. Diese Kirche ist von einer zierlichen und kühnen Bauart: das Gewölbe ruhet auf grossen gewundenen marmorirten Säulen, die ganze Kirche sammt den zwo Reihen Kapellen und allen übrigen Zierathen sind durchaus marmorirr. Alle Altarblätter, und die besonders anzumerkende, in einem sehr künstlichen Perspektiv gemahlte Kuppel sind von dem berühmten Baumeister und Mahler Frater pezzo, aus der G. I. X. Die vormalige Kirche und Noviztsthaus der Er- jesuiten bey St. ANNS. Diese Kirche ist zwar eben nicht groß, sie verdienet aber doch wegen ihren mar^ morirten und vergoldeten Verzierungen gesehen zu werden. Das Gebäude, welches nun der Normqrschule und der Akademie der bildenden Künste bestimmt ist, ist groß und schön, obwohlen die Bauart nur sehr gtmein« L s Die- FÜ4 V. Abschnitt. Von Entstehung der Riechen, Dieses Haus war vom I. 1320 bis 1552. zu einen Hospital für die Pilgrimme bestimmet, hierauf nahmen die Ritter des H. Stephans davon Besitze, Endlich schenkte es K. Rudolph II. im I. 1582. den Jesuiten, und K. Ferdinand II. verordnete es im I. 1627. zum Noviziathause. In dieser Kirche wird die rechte Hand der h« Anna aufbewahrt und verehrt. Die an die Kirche angebaute Kapelle dcsh, Franziskus Xav. ist sehenswerth. Man steht alhier das Grab dieses Heiligen, welches nach dem wahren in Goa befindlichen genau nachgeahmet ist« XI. Die Kirche und das Kloster der KaMztlttr« Diese Kirche und das Kloster, welches K. Mathias, und seine Gemahlin Anna von Oesterreich gestiftet haben, konnten, wegen dem zu frühzeitigen Hinscheiden der Durchlauchtigsten Stifter bey ihrem Lebzeiten nicht mehr erbauet werden: dieses geschähe nur erst im I. 1622. durch K. Ferdinand II. Sie sind Mit dem Kapuzinerkirchen und Klöstern durchaus gewöhnlichen Einfalt bezeichnet; eine Kapelle ausgenommen, die von der übrigen Kirche nur durch ein einfaches Gegltter abgesondert ist, und ebenfalls durch die K. Anna gestiftet worden; diese Kapelle hat einen ziemlich beträchtlichen in die schönste Ordnung etngethetlten Schatz; den Man nicht ungesehen lassen muß: er ist größtentheils von der k. Stiftertn der Kapelle geschenkt, von der K« Marut Theresia aber mit einer Menge Kostbarkeiten, die vorhin in der kais. Schatzkammer tn der Burg waren, berekhert worden. Bey den Kapuzinern ist auch in emen weitläufti- gen unterirrdtschen Gewölbe die Gruft der Fürsten aus dem Hause von Oesterreich, vom R. Mathias anzufangen. Bon und Moster, Ordnung des Gottesdienstes zc. 165 Von dieser Zeit an sind 5z Körper der nachfolgenden Kaiser, Kaiserinnen, Prinzen und Prinzessinen alhier beygefttzt worden. Man sieht hier ihre prächtige , metallene und vergoldete, marmorsteinerne tc. Grabmäler: besonders unterscheiden sich die des K. Leopolds , des K. Iofevhs I. und des K. Karls VI. Das Grabmal der Bleonora von Neuburg, der dritten Gemahlin K. Leopolds ist wegen seiner besonderen Einfalt merkwürdig. Diese tugendvolle Prinzessin wollte für ihr ganzes Grabmal nur einen hölzernen Sarg/ mit diesen Worten anstatt der Grabschrift: Kleonorq Maydalesa Theresia, arme Sünderin» s. so, Iüner 5725. Jm I. 5703. vergrösserte K. Leopold I. den Be- gräbntßort der Fürsten aus seinem kats. Hause mit einer neuen Kapeye; *) und ljcsse einen Altar nach der römischen Bauart mit 6 Statuen von weissem Marmor Hinemsetzen. Der Freyherr Peter von Strudel warder Meister dieser Htatuen; unter welchen die Hauptfigur hie seligste Jungfrau in ihrem Schmerze am Kreuze sitzend, und den Leichnam ihres göttlichen Sohnes auf Pen Knien haltend, vorstellt, Ein wenig hinter diesem Altare erblickt man das prächtige Grabmal, aus einer Komposition von Zinn, Welches die Kaiserin» Köniyinn Maj. für sich und ihren Gemahl schon im I. 174Z. hat verfertigen lassen. Das ganze Grabmal ruhet auf z marmorsteinernen Stuffen, und stellt einen grossen viereckigten Sarg por, auf dessen Deckel die halbllegende Bildnisse K. ? z 8»an5 Dt« K. Maria Theresia bat im I. I??Z. «in neue« Mausoleum , weil da» vorige schon angefüllt war, erbauen lassen. Die gewölbte Decke hat Herr Jgna» Müllborfer ge- inablt: va< Grabmal aber nebst mehr»r«ax»nb«ren kleineren und grössern, in welcher die au« der k. Familie verdorbene Personen ruhen, der Herr Balthasar Moll verfertigt ,66 V. Abschnitt. Von Entstehung ver Rtrchen, Kranz I. und der Raisermn Roniyinn Maj. ruhen, und von einem Stnngeiste mit der Krone der Unsterblichkeit gekrvnet werden. Das römische Reich, das Röniyreich Jerusalem") und die Ronigreiche Hungarn und Böheim sind m Gestalt trauervoller Personen an den 4 Ecken des Sarges. Weil t»i dieser unterirrdischen Kirche alle Tage mehrere Messen gelesen werden, kann man auch alle Tage hinunter gehen: es führt aber der P. Kapuziner, dem die Besorgung der Grabmäler anvertrauet ist, die Fremde und andere Personen, welche es verlangen, auch zu anderen Stunden des Tages in dieses herrliche Mau- foläum. XII. Die Kirche und das Kloster der Mitwri- ten, nunmehro ttaliänische Kirche und Regierung. Die Kirche und das Kloster sind im 1.1224. von Herzog Leopold dem Glorreichen gestiftet worden. Der H. seraphinische Franziskus, welcher damals noch lebte, sendete eine geringe Anzahl Geistliche Hieher, vom Kloster und der Kirche Besitz zu nehmen. Die Gebäude, welche Anfangs nur sehr klein waren, brannten imI, 1275. ab, und wurden vom R. Ottokav wieder neu erbauet, welcher auch schon damals den Anfang zur Gnmdfeste der itzigen Kirche, wie man sie heut zu Tage sieht, hat machen lassen; sie wurde jedoch nur erst zum Anfange des vierzehnten Jahrhunderts durch Rlanka aus Frankreich, die Gemahlin Rudolphs III. Herzogs in Oesterreich: und Königs in Böhmen fortgesetzt, und nach dem imI. 1305. erfolgten Hinscheiden dieser Prinzessin (welche auch allda begraben worden, und zur weiteren Fortsetzung des Baues ivoo Pfunde in ihrem letzten Willen verordnet hat) durch Isabella von Arragonien, die Gemahlin R. Zritörichs III. vollendet. Z^ZzH-f..' z B5D '«H5'^;«-A l?iK ,-»5',H,4VH'. ^0ch<5^HK5'<ÄM. Diese und Rlöstes, Ordnung des Gottesdienstes tc. 167 Diese Kirche isi eine von den größten in Wien, und mit ic> Altären verfemen: es sind hier nebft der eben vorhergesagten R. Blanka, der R. Isabella, und der letzten Gräfin von Tyroll, Magaretha, sehr viele vornehme Personen begraben. Im I. ! 56y. hat ein protestantischer Prediger die Kirche, sammt einem Theile des Klosters in Besitz genommen, und die Minoriten haben nur noch den Chor, und oieKatharinakapelle übrig behalten; bis die Protestanten im I. 1622. wieder ausgetrieben worden. Das Kloster, welches vom Alter baufällig wurde, ist im I. 1748. vom R. Franz I. glorw. Geb. und der frömmsten Monarch in Maria Theresia wieder neu erbauet worden. Unter Iosephs Regierung sind die Minoriten in das Weisspanier Kloster tn die Alstergasse versetzt, und das Gebäu zur Regierungskanzleven verwendet worden. Die Kirche erhielt die italienische National-Versammlung. MI. Die Kirche Maria Stiegen ist im I. ZI54 von einem Bischof zu Passau erbauet worden, welcher als Bischof nach Salzburg übersetzt ward. Anfangs war eF nur eine Kapelle, nach der Zeit aber als diese Kapelle an das hohe Domstift Passsu zurückgekommen, wurde solche alsdann von denen Herrn Bischöfen viel grösser und herrlicher erbauet, und in diejenige Form hergestellet, in welcher sie der Zeit noch zu sehen. Sie ist sammt den künstlichen Thurm nach alter Art und Weise, fast wie die St. Stephans Kirche , aus lauter Quadersteinen erbauet, nicht gar zu groß. Da ist auf dem hohen Altar zur öffentlichen Verehrung das Bildniß unsers gekreuzigten Heilands. XIV. Die Kirche bey St. Ruprecht- Diese Kirche ist die älteste in Wien. Sie soll um das I.740. erbauet worden seyn, wie folgende am Bogen des Gewölbes befindliche Inschrift will: L 4 Hoc. l6S V. Abschnitt. Von Entstehung der Rirchen, Hoc, Sscellum. 8anÄo. R.uperro. 8anÄi. dunalcius. L?. (?ifs1ricu«. ^varum. LoaverKom', Oeltmati. ^pokoli. ercxerunt. ^nno. oec^xQ. Als sie endlich baufällig geworden, ist sie durch hie Freygebigkeit Georgs v. Aueroberg wieder vom Grunde auf im I. 1436. neu erbauet worden. Dteß bezeugt folgende an die eine Seite des Bogens gehäftet? Inschrift: (5eor^iu8 ab ^uersber^ ^ooilis Oarniolanu» pene collaptam reltauravie ^leeoexxxvi. Auf der andern Seite hes Bogens liefet man z (ZeorAiuy ^sexl (?«5. OKcu LsUli?.ris frsefeÄus, Vuorumciam l^ilzerslirste schuws, iterum R.uinc»läm rekauravir, ^iino ^DLXXII. Noch auf einer andern Seite des nämlichen Bo- genS stehet folgendes; I0^^«5 v^-r. v^^?0I.0'ri'I 1.1^. L^K0 a Lac. (?g-f. Mzj. Lupr. R.e»immi8 ^ukrise (üon? Marius, Ibi6em^ue R.c6ituum 8z1i8 V rsfeÄus, äenuo ornavit, Lc repsrsvir. ^nno 55O(M1I, XV. Die Kirche der heil. Uvsttl« fammt den Klo- fierfviuen gleichen Samens, hat die K. Maria ^leono- und Rlöster, Ordnung veo Gottesdienstes tc. 169 ra, K. Ferdinand des III. Wittwe im I. 1660. gestiftet, nachdem sie einige Klosterfrauen aus Lüttich hteher kommen lassen. Vor derselben Einführung ins neu erbaute Kloster, hewohneten sie einige Jahre lang ein Haus in der Dorothcgassen. Nach diesen ward ihnen ejn eigenes Kloster und Kirche in der Johannes- Sassen erbauet Md 1675. bezohen sie ftlbes den Zten September dieses Jahres, und ward zu Ehren der heil. Ursula eingew ihet, ES ist sowohl Kirche als Kloster nett untz sauber eingerichtet, hat einen nach neuer Baukunst aufgeführten Pordergtcbel, der die Kirche stattlich zieret. Dje Klosterfrauen halten öffentlich? Schule für die Bürgermädchen. XVI. Die Kirche St. JohüNNes in der Kärntnerstrasse ist unter der Regierung Leopold des glorreichen sammt. einen Hospital erbauet worden, wovon zum De..kzcichen noch jetzo das bekannte Ptlgram-Haus oder Iohanncshof hm Namen führet. Die Kirche der grossen Kommenthur des htUj> schtN Ordens, im sogenannten deutschen Hause. Die deutschen Ordensritter sinh um das I, 1200. nach Wien gekommen, und hohen zu ihrer Kommenthur sine Kapelle gcbauet. Die. itzige, der heil. Elisabeth gewidmete Kirche ist, wie im Anhange zum Kodex Au- strjgkus zu lesen, im I. izi6. vom Georg Cchiffe- ring, einem Eteinmetze von Röcklingen erbauet wor^ den. Ee, Exzellenz der Peneralfeldmarschall Et. Guido von Stahrewbery hat sie wieder erneuern, und auszieren lassen, Dieser Herr, welcher im I« 1737. verstorben ist, hat auch allhier seine Ruhestätte er wählet, und nur diese Worte: Miserere mei Ocu?, zur Inschrift auf das Grabmal zu setzen verordnet. Man sieht auch allda mehrere merkwürdige GrabmÄer her Groskommendeurm des deutschen Ordens. L 5 Kir- K?s V. Abschnitt, von Entstehung her Rirchen, Rirchen in den Vorstädten. XVII. Die Kirche des h.Leopolden der Leopold-- stadt war im Jahr 1420 eine Juden - Synagog, und bestand bis 1670, wo selbe den 4ten Februar aufgehoben, und alle Juden abgeschaftworden. Den igten August des 1670 Jahrs ward von Ihro röm. kais. Majestät Leopold I. der erste Grundstein gelegt. Nachdem aber diese zu Ehrsen des heil. Leopold erbaute Kirche, der sehr anwachsenden Leopoldstädter Christen, Gemeinde viel zu klein wurde, hat solche der Lobl. Stadt Magistrat von Wien 172z nicht allein von Grund auf neu erbauet, sondern um ein vieles vergrössert, und in prächtiges Ansehen hergestellet. Die Kirche ist nach des Herrn Jos). Ospels Entwurf gebauet worden. Sowohl die innerliche als äusserliche Struktur der Kirchen , als des hohen ansehnlichen Thurms haben leine Ausstellung, alles ist nach den Bauregeln verfertiget. Die Frühpredigt um 6. Zweyte Predigt um 9. Hochamt um io. Segenmeß um lo. Katechetischer Unterricht um 2. Allerheiligen Ataney und Segen tägl. mit dem Ciborio, im Sommer UM 6 im Winter um 5. Fastenpredigten am Gonntag und Mittwoch Mchm, um 4. Pfarrer allda ist Hr. Jos. Anton Kratze^ XVIII. Die Kirche der Karmeliter St» Theresia in der Leopoldstadt hat her R. Ferdinand II. ,620 erbauenlassen. Im Jahre 1659 den I5ten Hct., daß ist am Festtag Theresiens ist diese neu erbaute Kirche von Ihro fürstlichen Gnaden Herrn Phillipp Friedrich Brenner, Bischoffen zu Wien solemnitex eingeweihet worden. Das ganze Gebäu, ob es schon im Jahr l68z von denen Türken bey der Belagerung von Wien grossen Schaden gelitten, doch hernach wiederum in guten Stand hergestellet. Den Hochaltar hat der R. Leopold I. verfertigen lassen. Die und Rldster, Ordnung des Gottesdienstes :c. 171 Die Frühpredigt ist um halb 7. Zweyte Predigt um 10. Hochamt um 9. Segenmeß um 7. Katechcti- scher Unterricht um halb 2. Allerheiligen Litaney sammt Seegen tägl» mit dem Civorio, im Son.mcr um 5. im Winter um 4. Fastenpredigten am Sonntag und Mtttwsch nachmittag um z Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Anton Pachner. XIX. Die Kirche St. Joh Baptist sammt den Klo stcr in der Leopoldstadt ist im I» 1674. von R. Mathias erbauet worden. R. Ferdinand II. gab den Orden viele Privilegien, und erweiterte unb vergrößerte das Geväu 16IY. Kaum war aber dieser Bau hergestellt, so kam im Jahr 1655 in dem nächst der Or- deriökjrche gelegene Haus aus Unvorsichttgteit Feuer aus, wodurch nicht nur allein die benachbarten Häufte sondern auch dieses K oster sammt den Spital in die Asche gelegt worden. Durch Hülfe frommer Wohl» thäter ward diese? namhafte Schaden wieder ersetzet, und innerhalb wenig Iahren ist das Svi.algebäude wieder hergestellt worden, das die Kranken abermal untergebracht und verpfleDt werden konnten, In dieser reparirten Brandstadt hat die Verpflegung der Kranken bis auf das Jahr 1675 gedauert. Nach diesem wurde das Spital vergrößert, und 1680 gänzlich zu Stand gebracht. Im Jahr 168z wurde es aber durch die Türken als sie Wien belagerten, gänzlich ruinirt. Im Jahr 1697 wurden die Ruinen durch die milde Freygebtgkett der Wohlthäter wieder verbessert, und ist bis 1722 in einem ziemlich guten Stande verblieben. Im Jahr i?zz wurde der Grundstein zur Kirche gelegt, und solche im Jahr 1736 kurz vor dem Fest St. Joh. Baptist zu Stande gebracht. Der Thurm aber so mit Kupfer gedeckt, ist erst 1749 ganz neu erbauet worden. Die ^ 172 V* Abschnitt. Von Entstehung der Rirchen, XX. Die Kirche St. Joh. V0N NepVMttck in der Iägerzeil war vorhin nur eine Kapelle, ist aber im Jahr 1780 auf Befehl Gr. rsm kaisert. königl. apost. Majestät Joseph II. und der verwittib. R. Maria Theresia also gleich abgebrochen worden, und davor zu Erkaufung eines anderweitigen Grundes und Wiedererbauung derselben zooo fl. ausgeworfen, Zu dem Ende erkaufte die Gemeinde Jägerzeil auf dem gegenüber liegenden Leopoldstädtergrund ein Haus und einem Theil von einem Garten pr. 1200 Gulden, und auf solche Art wurde den iten August 178^ von besagter Gemeinde unter den dermqligenMrundherrn edlen von Zorn und des Grundrtchters und Bauführers Hr. Leichnqmsschneider zugleich bürgert, Koffeesieders in der Leopoldstadt zum neuen Bau de? Anfang gemacht» Heu 2?ten Septemb» darauf wurde von Titl. Gr. Exzellenz Herrn Joseph Reichsgrafen von Her- berstetn in Namen Jhro tais. königl, apost. Majestät Maria Tsterefta der Grundstein Mit gewöhnlicher Ce» remoniL gelegt, Die Kirchs ist von Titl Herrr Edmund Maria, des H, R^Orqfm von Arzt und Vaseg Bischof zu Teja eingeweiht worden, Die Frühpredigt ist im Sommer und Winter um 7- Zweyte Predigt um 9, Hochamt um io, Segenmeß im Winter und Sommer um Kqtechetifcher Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney an Sonn - Feyer- und Werktägeit um halb 5 im Winter und Sommer. Fastenpredigten am Sonntag u, Mittwoch Nachmittag UM 4 Uhr. Pfarrer alldq ist Hr. Zacharias Brand» XXI. Die Kirche der PP, SerVittN nebst den Kloster in der Rossau ist unter R. Ferdinand III im Jahr 1651 zu Ehren der Verkündigung Maria zu Hauen angefangen worden, und im Jahr 1670 ist selbe von Jhro fürstlichen Gnaden Herrn v. Wallendorf Bi- ^ und Rlöster, Ordnung des Gottesdienstes:c. 17Z Bischof zu Wien eingeweihet worden. Bey der türkischen Belagerung als die Rossau gleich andern Vorstädten zerstöret wurde, ward doch die Servitenkir- chen mit dem Kloster verschonet, weil die Türken die Bildnisse der Propheten mit langen Bärteu mit Tur- banten und übrigens fast nach türkischer Art gekleidet, für die ihrigen ansahen, und aus Achtung gegen dieselbe die Kirche stehen liessen > das Kloster aber wurde nicht geplündert, weil allda ein ihriger Sultan das Quatiet Hütte. Nach der türkischen Belagerung ist das Kloster erst erweitert und verschönert worden. Es machet sammt der Kirche und denen 2 Lhürmern der Vorstadt ein Ansehen. ÜebrigenS pranget diese Kirche mit einer schönen Kapeln (die zu Ehren des heil. Pe- regrini eines Priesters dieses Ordens, welcher im Jahr 172H tri die Zahl der Heiligen einverleibet worden) ist erbauet wördet!» Die Frühpredigt ist UM 6. Zweyte Predigt um 9» Hochamt UM lo. Cegenmeß um halb 7. Katechetischer Unterricht um halb z. Allerheiligen Lttaney und Segen mit dem Ciborto täglich um halb 5. Fasten- predigten ant Sonntag und Mittwoch Nachmittag UM 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Joseph Engsiler. XXII. Die Kirche zum 14 NothhtlfetU im Lichtental. Den ersten Grundstein legte Ihro Majestät R. Rarl VI. den 2Oten November im Jahr 1712 in darauf folgenden 1714 Jahr den 2ten April hat der hochwürdige Herr Georg v. Beyer, Domherr bey Et. Stephan das erste gesungene Amt gehalten. Eingeweihet ist selbe worden von Herrn Joseph v. Brai- tenbucher , wienerischen Weichbischof. Die Kirche ist schön und sauber eingerichtet, und mit schönen Altä- Nn versehen, B!5 -74 V. Abschnitt. Von Entstehung der Rirchen, Die Frühpredigt ist im Sommer um halb 6. im Winter um 6. Zweyte Predigt um 9. Hochamt um io. Segenmeß um 6. tägl. im Winter an Sonn-u. Feyer- tägcn um halb 7. Katechetis6)cr Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney und Segen tägl. mit dm: Clvorio an Sonn-und Feyertäqen um z. an Werklägen im Sommer um Z. im Winter um 4. Fastcnvredigten, am Sonntag und Mittwoch Nachmittag um 4 Uhr. Pfarrer al?da ist Hr. Jakob Zanna. XXIII. Die Johanneskirche im gewesten Laza- reth in der Währingergasie, diese Kirche hat der wienerische Stadtmagistrat mit Genehmhaltung des Königs Ferdinand I. im Jahr 1540 im igten Dezember an- geleget. Es war zugleich allda ein Lazarett) für die mit der Pestilenzischen Seuche angesteckten Kranken welchen Namen es noch führet. Denn, als im Jahr »740 wegen übler Luft gefährliche Krankheiten sich hervor thaten, die folgendes Jahr darauf in eine grausame Pest ausbrachen, die bis Maria Lichtmeß 1542 fort dauerte, und in Wien den dritten Theil der Menschen hingerissen hat. Die Kirche wurde nach der Zeit bau- fällig,ward aber wieder reparirt,und in die Form gebracht wie sie dermalen ist hergestellet, und ist im JaKr 1579 den 22ten Iuny von Wienerischen Herrn Ordtna.io und Bischof Johann Kasper Neubek eiligeweihet worden. XXIV. Die Kirche St. Maria de Mercede und das aeweste spanische Spital hat ihre Entstehung dem R. Rarl VI. ebenfalls zu danken. Im 1.1718 den l2ten Februar als am Festtag der spanischen H. Jungfrau Eulalia ward zur Erbauung des Spitals der Anfang gemacht. Im Jahr 1722 den 2ten August haben Jhro Majestät der Kaiser in Begleitung des ganzen Hofstaats den ersten Stein gelegt, und im Jahr 172z den 2zten Dezember, als dieses Gotteshaus bereits bis auf die jween Thürme, die sammt der Fac- cla- und Rlösier, Ordnung des Gottesdienstes :c. »75 ciata noch nicht verputzet und gänzlich ausgebauet, fertig ward, ist sie am Festen Maria de Mcrcede unter diesem Titel der Mutter Gottes zu Ehren von Ihro Fürstl. Eminenz Herrn Kardinal und Erzbischof von Wien Sigismund Grafen von Kollonitz mit aller Fcyer- lichkeit eingeweihet worden. XXV. Die Kirche zur allerheillgsttt! Drey- faltigkeit in der Alstergassen, llunmehro befinden sich allda Minoriten, welche R. Joseph II. aus der Stadt in die Vorstadt versetzte, indem er die vorhin allda befindlichen Wetßspanier aufhob. Im Jahr 1690 den 24ten May legte der hochfürstl. Bischof von Wien Hr. Graf von Trauthson zu den Kloster den ersten Stein» Die Kirche aber erbaute Ihro Majestät der R. Leopold I» und legte den Grund am iZten April 1695. Sowohl die Kirche als das Kloster ist durch Beyträ- ge vieler Gutthäter nach und nach in denjenigen Stand gekommen, in welchen man eS anjetzo findet, und zwar die Kirche mit zwey prächtigen mit Kupfer gedeckten und wohl proportionirten Thermen. Die Kirche pranget mit einer vollkommenen schönen Faccia- ta, und inwendig ist selbe schön mit einem prächtigen Hochaltar gezieret. Das Kloster nimmt einen grossen Raum ein, und hat eine herrliche Lage. Die Frühpredigt ist um 6. Zweyte Predigt um 9. Hochamt um iO. Segenmeß um 11 Katechetifcher Unterricht um halb 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ciborio tägl. um 5. Fastenpredigten am Sonntag und Mittwoch Nachmittag um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Karl Exner. XX VI. Die Kirche Maria TttU und das Kollegium der PP. Ptaristen in der Iosephstadt. Im I. 1698. den 2ten September wurde dieses Gebäude auf Befehl des R. Leopolo I. zu bauen angefangen. Im Jahr 1716 ist selbe zu Ehren der Mutter Gottes unter ,76 V. Abschnitt. Von Entstehung der Rirchen, ter dem Titel Maria Treu eingeweihet worden. Das dritte Jahr darauf nämlich 1719 ist dieses Gotteshaus zur Pfarrkirche dieser Vorstadt erhoben worden. Es ist diese eine der schönsten Kirchen in Wien, es fallt sowohl in - als auswendig herrlich in die Augen , die Kirche ist mit 2 Thürmen versehen, und nach italienischer Art erbauet. Die Decke des Schifs Und deS Sanctuarii sind in Fresko gemahlen. Und die Altäre prächtig geziert. Gleich neben an ist das Kollegium der Ordensgeistlichen und gegenüber das Löwenburgi- fche Kollegium, oder Akademie der adelichen Jugend angelegt, und formirett die zwey Kollegiä die Flügel von der Kirche, wo inzwischen ein geräumiget schöner Platz mit einer ansehnlichen steinernen Säulen der unbefleckten Mutter Gottes zu sehe«. Die Frühpredigt ist um halb 7. Zweyte Predigt UM 9. Hochamt UM io< Segenmeß an Sonn-und Fenee- tägen UM tö. an Verträgen UM 11. Katechetischer Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ctborio tägl. im Sommer um 6. im Winter unt A. Fastenpredigten am Sonntag und Mittwoch Nachmittag um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Achaz Sttecker. XXVII. Die Kirche St. Ulrich Maria Trost genannt soll 1474. an St. Peter und Paulus Tag zur Vesper durch einen Sturmwind niedergerissen Und eingefallen seyn, soll auch den Pfarrer, Kaplan Und Zö Personen erschlagen haben. Im I. 1721 ist vom Hochwürdigen Herrn Prälaten zum Schotten Karl Fetzer der erste Stein mit gewöhnlichen Kirchen Ceremonten gelegt worden. Sie pranget mit schönen Altären Und kostbaren Altarblättern von besten Meistern neuer Leiten. Auf dem Hochaltar ist ein Marianisches Btldntß mit dem Iesuktndlein auf dem linken Arm unter der Benennung MaM Trost, ausgesetzt. Die und Rlöster, Ordnung des GottesdiensieS je- 177 Die Frühpredtgt ist um halb 7. Zweyte Predigt um 9. Hochamt um iL». Segcnmeß um io. Katcche- tischer Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ciborio tägl. mn 4. Fastenpredigten am Sonntag und Mittwoch Nachmittag um Z Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Augustin Köster. XXVIll. Die Kirche der PP. Kapuziner bey Ct. Ulrich. Zu diesem Gebäude ward im Jahr 1600 unter der Regierung R. Rudolphs der Anfang gemacht. Herd Baron von Molard erkaufte mit allerhöchster Erlaub- niß so viel Grund des Erdreichs bey Et. Ulrich zusammen, als er nöthig hatte, zu Erbauung einer Kirche und Klosters, und legte tn Abwesenheit des Kaisers in Beyseyn des Erzherzogs Mathias und des Herrn. Bischof Franz Forgatsch von Neutra den Grundstein» und wurde bald darauf fertig. Jedoch im Jahr i6ZK hatte die Kirche und das Kloster gleiches Schicksal Mit andern Gebäuden dieser und der übrigen Vorstädte, daß sie von den Türken verheert wurden. Doch ward sowohl die Kirche unddaS Kloster von dem kats. Feldmarschall Herrn Grafen Karl Sereni wiederum herge- stellet, welcher allda für sich und seine Nachkömlinge die Grabstadt auserwählei. XXIX. Die Kirche St. kvtenz auf dem Schot, tenfeld ist auf Befehl Sr. Majestät R. Joseph II. tm I. i?8Z. aufKosten der Schotten-Prälatur prächtig herze, stellet worden. Sie ist eine der schönsten Kirchen in Wien, nach ganz neuer Art gebauet, und im Jahr l?86 am St. Michaels Tag von Hrn. Bischof Edmund Maria Grafen von Artz und Vasseck eingeweihet worden. Das schöne Altarblatt sammt den Hochaltar ist aus dem aufgehobenen Lorenzer Frauenkloster, so auf dem alte» Fleifchmarkt war. Die Frühpredigt ist sm Sommer um 6. lm Winter um halb 7. Zwevte Predigt um 9. Hochamt M !O, 178 V. Abschnitt, von Entstehung der Airchen, ic>. Segenmeß um ic>. Katechetischer Unterricht um 2. Allerheiligen Liraney und Segen mit dem Ciborio, tägl. um 4. Fastenpredigten am Sonntag und Mittwoch Nachmittag um Z Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Heinrich Schuller. XXX. Die Kirche Et. Joseph und Kloster der PP. Karmeliter auf der Laimgruben. Diefe Geistliche haben schon 1661 den Grund mit Konsens des R. Leopolds I. an sich gebracht, um sich allda eine Kirche und Kloster anzulegen. Die Erbauung aber geschah erst im Jahr 1687. am 22ten August legte der Erzherzog Joseph den ersten Grundstein, den der hochfürstl. Herr Bischof von Wien Ernest Graf von Trausohn gewei- het. Die Kirche hat den Namen zum heil. Joseph Nährvater Christi erhalten, selbe ist mit zwey Lhür.- men versehen, und von Grund auf neu gebauet. DaS Kloster ist weitläufig, wohl eingerichtet, und hat, weil es auf einer Anhöhe liegt , rückwärts einen unvergleichlichen Prospekt. Es mangelt selben nichts an Zierde. Auf dem Hochaltar der diesem Gotteshaus ein besonders Ansehen giebt, ist das Bildniß Maria Major ausgesetzt. Die Frühpredigt ist um 6. Fweyte Predigt um 10. Hochamt um 9. Segenmeß um 9. Katechetischer Unterricht um halb 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ciborio tägl. um halb '5. Fastenpredigten am Sonntag und Mittwoch nachmittag um halb 5 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Lorenz Altingen. XXXI. Die Kirche Mariahilf entstand auf folgende Art. An dem Ort wo anjetzo die Kirche stehet, errichtete 1660 etn Barnabit mit Namen Cölestin Ioanelli eine kleine Kapelle von blossen Holzwerk, setzte die Bildniß Maria Hilf zur blossen Verehrung hinein, und gab Anlaß die göttliche Mutter Gottes zu verehren. E« währte nicht lange, so wurde mit hoher Erlaub- »nt Rlöster, Ordnung des Gottesdienstes tc. >7A nlß ein Altar dabey aufgerichtet, und der öffentliche Gottesdienst an Sonn-und Fevertagen dabey gehalten. Nach der Zeit fügten die PP. Barnabtten eine kleine Wohnung bey. Diese sammt der Kirche wurde aber im I. 168Z bey der Belagerung von Wien von den Türken in Asche gelegt. Das Bildntß aberbrachte der Meßner Erhart Lampel bevor die Vorstädte in Rauch aufgiengen ju den PP. Mtchaelernin die Stadt, welche selbes in dem Oratorio zur Verehrung so lang aussetzen, bis im Jahr 1689 durch Mtlthätigkeit des Herrn Fürsten Paul Esterhazy ein aus Stein aufgebaute Kapelle mit zwey Seitenaltären zu Stande gekommen, wornach es den i4ten August als am Vorabend des Maria Himmelfahrtsfest in Begleitung eine Menge Volks eines hohen Adels und des Hochfürstl. WohlthAterS an seine vorige Stelle wieder übertragen worden. Zuerst bemeldter steinernen Itapelle und folglich zu der heutigen Kirche ward schon im Jahr »686. der erste Grundstein gelegt. Im Jahr 175z erreichte selbe von den reichlich eingegangenen Opfern erst ihre gänzliche Vollkommenheit, in welcher man sie nun stehet. Die Frühpredigt ist um halb 7. Zweyte Predigt um 9. Hochamt um is. Segenmeß um 7. Katechettscher Unterricht um halb 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ctborio, am Sonn-und Feyerräge« um z. an Werktägen im Sommer um 5. tm Winter um 4. Fastenptedigten am Sonntag und Mittwoch nachmittag um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Adalbert Ctrobel. XXXlI. Die Kirche St. EgidL zu «umpendorf die einstmal von der Schotten-Abtey in der Stadt ab- hieng, und von einem religiösen Benediktiner Ordens- Priester als Pfarrer versehen ward, war ficher eine der ältesten Kirchen in denen Vorstädten. Die Kirche aber fammt der Eeelsorge ward im Jahr lZ6o von Eber» M » hart» ,.80 V. Abschnitt. Von Entstehung Her Rirchen, Harb und Johann von Capellen denen Cisterzienser Religiösen von Baumgartenberg in Oberösterreich übergeben. Von diesen aber, weil sie zu weit entlegen, ward, es der Verwaltung deren PP. Benediktiner zum Schotten im Jahr 1571 überlassen. Darauf aber im Jahr 1673 gänzlich eingeräumet. Nunmehro ist eS eine Pfarr für sich. Die Frühpredigt ist um halb 7. Zweyte Predigt um 10. Hochamt um 9. Segenmeß um 6. Katecheti- scher Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ciborio, am Conn-und Feyertägen um z. an Werktägen um 4. Fasienprediqten am Sonntag und Mittwoch nachmittag um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Leonard Jan. XXXM.Die Kirche St. Florian zu Mazelstorf, so mitten auf der Wiedner Hauptstrasse lieget, und bey- derseits die Passage vorbey gehet, ward anfänglich im Jahr 1709 als eine kleine Kapelle zu Ehren der Vermählung Mariä und Joseph: nachmals aber zu Ehren des Heil. Matyrers Florian» eine förmliche Kirche, meist durch Beyträge der Nachbarschaft und anderer Gutthä'er im Jahr 1725 zu bauen angefangen, und !ß nach mehreren Jahren zu Stand gebracht worden. Die Frühpredigt ist im Sommer um halb 6. im Winter um halb 7. Zweyte Predigt um 9. Hochamt um l?. Segenmeß im Sommer um 6. im Winter um 7. Katechetischer Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ciborio, an Sonn-und Keyertägen um z. an Werktägen im Sommer um 6. im Winter um 5. Fastenpredtgten am Sonntag und Mittwoch nachmittag um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. ^t. ^fl">»be. XXXlV Die Kirche der tz. Thekla liegt ebenfalls a»fder Wieden rechter Hand an der Hauptstrasse hinaus, tst «nd Alöstör, Ordnung des Gottesdienstes ?c. I?r ist sammt den Kollegto der PP. Piartsten tm Jahr 1754 erbauet worden. Das Gotteshaus ist schön und nett eingerichtet, hat unter andern fürtrefitche Altarblätter. Das anliegende Gcbäu ist das Noviziathau« der PP. Piaristen. XXXV. Die Kirche Maria Heimsuchung bey den Klagbaum genannt, stiftete zum ersten Herr Gebhard Pfarrer bey St. Stephan im I. 1267. und der ehrwürdige Bischof von Passau Herr Peter hat selbe tn Gegenwart des Herrn Kardinals Qmdo eingewcthet. Nachdem sie aber im Jahr 1529 der) der ersten türkischen Belagerung ju Grund gegangen, hat die Gläfm von St. Georgen und Pasing im Jahr 158' dieselbe wiederum neu und grösser erbauen lassen. Im Iabr 168Z ward sie abermal durch die zweyre türkische Be, lagerung ju Grund gerichtet. Ist aber zum dritten? mal auf Kosten des Bürgerspitals, wie sie sich heut zu Taqe befindet, hergestellt worden. XXXVI. Die Kirche der h. Schutzengel und Kloster der PP. Paulaner auf der Wiedens Ihr Stifter ist der heil. Franziskus de Paula, selber sandte noch bey seinen Lebszeiten einige seiner Mitbrüder nach'Deutschland , die auch in Oberösterreich zu Thalheim einen Ort erhielten, allwo denenselben im Jahr 1497 Herr Wolfgang von Polheim und Wartenberg ein Kloster stiftete. Allein nach Wien gelangten sie erst tm Jahr 1624. unter R. Zerbinand II. erhielten sie die Er- laubniß ein Kloster zu bauen. Es ward daher auf der Wieden ein Platz ausersehen. Im Jahr 1627 legten Jhro Majestät der Kaiser zu der Kirche, und dessen Prinz Ferdinand zum Kloster den ersten Stet». Es begnädigte der Kaiser das Kloster mit grossen Frey- heiten, besonders befreyte er solches von allen Grundanlagen. Die Kirche ist schön und durchaus gut ein- M Z ge-' 8» V. Abschnitt. Von Entstehung der Rirchen, gerichtet. De? Hochaltar ist im Jahr 1718 ganz nett perfertiget worden. Die Frühpredigt ist im Sommer um 6. Im Winter um halb 7, Zweyte Predigt um 9« Hochamt um halb 9. Segenmeß um 10. Katechetischer Unterricht um halb 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ciborio, tägl. um 4, Fastenpredtgten am Sonntag und Mittwoch nachmittag um 3 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Franz Cantes. XXX VII. Die Karls Kirche am Rennweg ist UN» streitig die schönste und prächtigste von allen Kirchen in- und vor der Stadt. R. Rarl IV. hat zur Pestzeit im Jahr 171 z Gott zu Lob und dem H. Karoli Boromär zu Ehren sie zu erbauen verlobet, und im Jahr 1716 den Grundstein den 4ten Februar dazu gelegt. Der Kirchenbau wurde mit allem Ernste betrieben, unter der Aufsicht des Hofbaumeisters Hr. Ioh. Bernhard Fischer von Erlachen im Jahr 17z? den 28ten Oktob. am Festag. der heil. Aposteln Simon und IM , hat sie der hochfurstl. Herr Erzbischyf und Kardinal von Kollonitz nach gewöhnlichen Ktrchengebrauch feyer- lichst eingeweihet. Es liegt diese prächtige Kirche aus? ser dem Kärntnerthor« jenseits des Wienflusses auf einer kleinen Anhöhe, und stehet mit der Fronte gegen der Stadt. Sie bestehet aus einem grossen viereckige ten Gebäude, in. dessen Mitte ein inwendig 15 Klafter hohe und ,0. Klafter breite, aussen aber Z8 Klafter hohe mit Kupfer gedeckte Kuppel zu sehen. Der bedeckte »Eingang, worzu ein Treppe von 11 Staffelft führet, wird mit 6 Säulen Corinthischer Ordnung unterstützet« Zu beyden Seiten des Portails stehen 2 vorspringende Säule, dorischer Ordnung, die in ih? rem Durchschnitt rz Schuh halten, und beynahe so hoch als die Kuppel sind, ganz gleich denen verwun- derungswürhtgen Säulen der R. Trajani und Anto- und Rlöster, Ordnung des Gottesdienstes tt. I8z nini in der Stadt Rom, derer die erste zum Andenken des eroberten Daciens oder Siebenbürgen; und die andere zum Zeichen, der von Marco AntoninoaV- hier in Panonien, wieder die Markmänner verrichteten Heldenthaten erbauet worden, und heutiges Tages zur Ehre der hiesigen Provinzen noch zu sehen seyn. Cs sind die hiesigen wie die Romanischen inwendig hohl; haben Schneckenstiegen, die zu oberst derselben hinauf führen. Auf einer der hiesigen ist auswendig geschlungen, nach der Ordnung hinauf in weissen Marmor aus erhabener Arbeit ausgehauen, daß Leben und Absterben des heil. Karoli, auf der andern aber desselben Wunderthaten nach den Tod. Auf beyder Säulen Capttuler 4 Ecken sitzen so viel aus ciprischen Erz gegossene und in Fcuer vergoldte Adle5, die mit den Flügeln zusammenstoßend gleichsam eine Altane formi- ren, und dem Heruntersehenden anstatt der Schranken dienen. Auf den vorderen Ecke des Gebäudes stehen zwey niedrige Glockenthürme, mit wohlgesttmmten grossen Geläut, und die Hinteren zwey Ecke zieren zwey kleine: und daß in der Mitten liegende Sanktuarium eine grössere Kuppel. Der Giebel stellet in weissen Marmor von gleichmäßig erhabener Bildhauerarbett künstlich vor, wie nach aufgehörter Pest, die Stadt Wien sich wiederum zu erhohlen anfängt. Da ist anbey zu lesen der 26. Vers aus dem 21. Psalm. Vom mea reclciam m (?onspeQu l'imenrmm Oeum. ?5. XXI. „ Ich will mein Gelübde bezahlen für dem Stn, „ gesicht derjenigen, die Gott fSrchten. " Wovon die 18 Zollhohen Buchstaben aus gegossenen und in Feuer vergoldten Erz bestehen. Der höch, ste Theil der I^cciata wird geendet und gezieret mit der Statue des heil. Karoli Boromäi; mit ausgestreck- M 4 te» 184 V. Abschnitt. Von Kmstehuny der Rirchen, ten Armen, und mit gegen Himmel erhobenen Augen knieender auf einer Wolken: umgeben mit denen 4 Tugenden, nämlich der Religion , mit dem Fleiß im Gehet, der Barmherzigkeit gegen die Armen, und der Büß, die ihn in seinem Leben stäts hegleiteten. Die zwey vorderen Thürme verstatten eine Durchfahrt, all- wo man ausser der Hauptporten mit Pferd und Wagen zu den zwey Seitenthüren der Kirche gelanget. Nachdem wir diesen herrlichen Bau von aussen besehen, wollen wir denselben nun auch innwendig oe? trachten. Ben den Eingang der Hauptporten unter de? Columnata fallet zu Ende der Kirche der prächtige Hochaltar am erjl in die Augen, welcher sammt dem übrigen , so sich beyderseits präsentiret, die erste Verwunderung machet» Wenn man sich weiter fort be, a.jebt, und mit Aufmerksamkeit herum siehet, wird ein Kenner des Bauwesens und der Mqlerey gehalten zu bekennen, daß Kunst, Witz und Verstand sich ha vergesellschaftet, und Hand zugleich an daß Werk geleget haben. Ts scheinet , als ob Appelles alle seine Künsten zusammengenommen, und sie allda erschöpfet hätte. Alles ist sptegel licht , weil durch 16, daß ist 8 grosse und 8 kleinere in schönster Ordnung rangierte Fenster alles überflüssig bleichtet wird. In der Kuppel, die sich mit Herrn Rothmayers Penfel gezieret siehet, wird fürgestellet, welcher Massen die Mutter Gottes den heil Karolt Boromäi der Allerheiligsten Dreyeiniggen Gottheit in der himmlischen Glorie darstellet. Auf dem hohen Altar ist ebenfalls Karolus in einer grossen weissen Marmorsteinernen Statuen auf denen Wolken knieend zu sehen, in der Positur wie er Mit ausgestreckten Armen in die himmlische Freuden aufgenommen wird. Der Seiten-Altären werden 6 gezählet, worunter deren zwey grösseren Blätter der HDrm-lfahr: MariL, und der heil. Elisabeth, Namens- Mb Rltzster, Ordnung des Gottesdienstes »8s menspgtronin der damals regierenden R. Llisabeth der kunstreiche Herr Daniel Gran und Ricci gemalct, die ührigen der van Scippen, Pelegrin und andere. Die ganze inwendige Verkleidung bestehet aus weissen und punten theils veritabeln, theils fingirten Marmor und Gold, alles ansehnlich und kostbar ausze- schmücket, also daß von dieser Basilik mit ganzen Recht kann gesagt werden, was ehemals Prokovius v»m Tempel Sophiä zu Canstanttnopel geschrieben: 1^ mole, sagt er, mqAniücum est, Lc propOrtione sc menturD narmonia ninil nimium Kadens aar 6imi6isturn. ^/lirara opera sua superar ms^niH- cenriz»A c^uL immoäerÄra sunt, tua plsne vin- cic MO^eitls I^u-m'nis 8c lolis splenäore miruly in moäum 2r,nn6ac. Dica», non cjeforis illultrsri sole locuni, tect splenäorem in ipso nzsci. „ Daß „ Gebüu in sich selbst ist manifik, und hat in Uebercin- „ sti'mmmg der Proportjon und Maaß, nichts zuviel, „ nichts zu wenig. Die gewöhnliche Arbeit ist vortref? „ ltch und prächtig, und was übermässig ist, daß „ überwindet sein gänzliche Bescheidenheit. Auf ein wun- „ derbare Art befindet sich da überflüssiger Glanz des „ Lichts und der Sonne. Sage, der Ort wird nicht ,, von aussen durch die Sonne erleuÄM, sondernder „ Glanz entspringt inwendig in demselben selbsten» " Die Verwaltung dieses so schönen Gotteshauses haben Ihro Maj. der Allerdurchlauchtigste Stifter R. Rarl VI. im Jahr 1736 denen Kreuzherrn mit den rothen Stern anvertrauet, welche auch allda ein Kollegium haben. Die Frühpredtgt ist nm?. Zweyte Predigt um lc». Hochamt um i l. Segenmeß um halb io, Katecheti, scher Unterricht um halb z. Allerheiligen Lttaney und Segen mit dem Ciborio, tägl. in Sommer um 5. im Winter um halb 5. Fastenvredtgten, am Sonntag M 5 und »Z6 V» Abschnitt.Von Entstehung der Riechen zc. vnd Mittwoch nachmittag um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Anton Gräbner. XXX VIII. Die Kirche der Selesianeritttten auf !ben Rennweg, so ebenfalls eine der vornehmsten nach der Karlskirche ist, sie ist nach derselben Art mit einer Kuppel gebauet. Selbe haben die verwittibte röm. R. Ama- Zlia Wilhelmina auf ihre eigene Unkosten herstellen kassen, legten auch in eigener Person im izten May 1717 den ersten Stein hiezu, wurde auch im Bau esntinuirlich damit fortgefahren, so zwar, daß sie im Iabr 1719 schon konnte eingeweihet werden. Die von Iyro Majestät aus den kaiserl. Niederlanden Hieher berufene Klosterfrauen , insgemein Selesianerinnen genannt, deren Ordensstifter der heil. Franziskus Sale- sins gewesen, wurden in erst besagten Jahr, Höchst gedachter Stifterm persönlich Und -prözessionaliter ein- gefuhret. Das Kloster bestehet aus zwey vorragenden Mügeln, zwischen welchen die Kirche stehet. Die Fac- eiatg besteh t aus ber Kortntischen Ordnuna, tmd pranget mit sechs schönen Statuen. Die kunstliche Mah- lerey der Kuppel mit der Vorstellung Maria Himmelfahrt .hat Hr. Pelegrini von Venedig verfertiget, und ko5ete isoIO Gulden. So lang die kais. Stifterin gelebt, wohnte Sie tu einem Flügel dieses Klosters, und in dem andern viex Klosterfrauen. Selbe beschäftigen sich mit der Erziehung adelicher Frauenzimmer, und ist derowegen merkwürdig , weil eS der gewöhnliche Sommeraufenthalt der verstorbenen Frau Erzherzogin Elisabeth war. XXXIX. Die h. Kreuzkirche ebenfalls auf dem Rennweg, selbe ist im 1.1755. zu Ehren des getreu? zigten Heitands erbauet, und im I. 176z. den iten Nov. in höchster Gegenwart ihrer Majestät der Kaiserin Königin Maria Theresia von dem hochfürstl. Herrn Erz- bi- nnd Rlöstev, Ordnung öe» Gottesöienskes!c. 187 bischof und Kardinal Herrn Christoph Grafen vonMi- yazzi etnqeweihet worden. xxxx Die Kirchen unser lieben Frauen Maria Heimsuchung auf dem Rennweg, vormals das sogenannte Parhamerische Waisenhaus stunde unter diesem Titel als eine Kapelle schon im I. 1745. allein zu Erbauung einer grössern und förmlichen Kirchen hat der hochwürdize Herr Anton Xaverius Marxer der wienerische Weichbischofden 2»tett Oktober im Jahr 1762 den ersten Grundstein gelegt. Im folgenden 176z. Jahr ward sie ausgebauet,uno erreichte ihre Vollkommenheit. ' . Die Frühpredigt ist um 6« Aweyte Predigt um 9: Hochamt um 50. Segenmeß um 5. Katechettscher Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ciborio tägt. um 5. Fastenpredigten am Sonntag und Mittwoch um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Fr. Aw. Vinaz.-r. XXXXI. Dle Kirche der h. Sebastian und Rochus nebst dem Kloster der PP. Augustiner auf der Landstrasse hat der R. Ferdinand III, im I. 1642. eineS gemachten Gelübds wegen zu Ehren erstgedachter Heills gen zu bauen angefangen. Im 1.1656. ist in einer er- schröcklichen Feuersbrunst fast das ganze Gebäu in Rauch aufgegangen. Kmim aber ward alles wieder hergestellt, so ist alles im Jahr 1683 durch die Türken wieder ruinirt worden. Durch unverdrossenen Fleiß und Sorgfalt des K.. ?. Ferdinand Hanisch, Prior dieses Klosters, ist das ganze Gebäu wider in guten Stand gebracht und verherrlichet worden. Die mit Kupfer gedeckte zwey Thürme geben der Kirche ein prächtiges Ansehen. Auch inwendig pranget dieses Gotteshaus mit schönen Altären. Die Frühpredigt ist um halb 7. Fweyte Predigt UM io. Hochamt um 9. Segenmeß um 6. Kateche- ti- l88 VI. Abschnitt. Von Entstehung ^er ÄK'rchrn, tischet Unterricht AM halb z. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ciborio tägl. im Sommer um 5. im Winter um 4. Fastenpredigten am Sonntag und Mittwoch Nachmittag um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Sebastian Schlager. XXXXIl. Die Kirche der H.Elisabeth: ebenfalls auf der Landstraß. Die Kirchen und Kloster haben Iheo Majestät die verwittibte A. Gleonora Maydalena und derftlbeN Durchlauchtigste Prinzessin Tochter Misab-»h, die als GouvernaNtin det spanischen Nrederlanden aufbauen lassn Sie verschiften auch denen Schwestern die nächige Unterhaltung, und stifteten htezu das jährlich^ Einkommens Zm Iaht 1709 wurden unter R. Jose -d- I. ans Verlangen der R. Gleonora fünfKlo- fierfrauen zu Besorgung kranker Personal' weiblichen Geschl-chts Elisabethinerinnen des^ dritten Ordens St. Sr^nziozi -aus Gratz anh.'r beruffen. Nachdem im J.ihr 174z Kirche mld Kloster allda durch Ueberschw.m- nm tg Schaden gelitten, ist alles bald wiederum durch die Freigebigkeit einiger' Gutthäter von Neuem in noch bessern Stande als es vorhin gewesen, hergestellet worden. Die Kirche ist nicht groß aber ganz niedlich. XXXXIII. Die Kirche zu Gt. Marx auf der Landstraß nahe an der Linie ist die Pfarr des allda befindlichen Burgerspitals. Die Kirche soll schon vom I. 1410. ihr Aufkommen her haben, als wovon auch die alt gothische Bauart den Beweiß machet. Der Kirch, thum ist aber nicht so alt, als er aussteht. Die Inschrift so an demselben eingemauert zu lesen, im Iahe 1626 als Michael Peckh von Amberg aus den Eichstätter Bistthum gebürtig, äusserer Rath in Wien und Obervater gemessen, ist dieser Thurm von Grund auf erbauet wor^e??. xxxxrv. Die Kirche der h. Jungfrau und Mar- tyrin Macgareth unter den Weißgärbern ward im I. ,67 z twd Rlöster, wrdnvvg des Gottesdienstes »c. 189 167? von der kandstrassen-Gemeinde gleich ausser dee Sradt näcist am Stadtgraben erbauet, welche der R. ^copcld t. und Margaretha tcsen ^(N.ahlin, Infantin aus Spanien gestiftet. Nachdem sie aber nach zehn Jahren darauf bey der türkischen Belagerung rni- mrt worden, ward anstatt solcher nun diese am heutigen Platz unter den Weißxärbcrn angeleget, worzu höchst gedachter R. Leopold im Jahr 1690 den ersten Stein geleget. Früh um 5. eine H. Meß und Auslegung des Evangelti. Cegenmeß um iv. Katechettscher Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney und Segen mit dem Ci- borio um z. Fastenpredtgt am Freytag um 4 Uhr. Pfarrer allda ist Hr. Daniel Wagner. XXXXV. Die Kirche der h. Aposteln Pctti u. PcIUlt zu Erdberg liegt auf einem Hügel, und ward nach der letzten türkischen Belagerung von denen dasigen Einwohnern auf eigene Kosten in dm heutigen Stand gebracht. Die Frühpredigt ist tm Sommer um halb 6. im Winter um 6. Zweyte Predigt um 9. Hochamt um i o. Segenmeß im Sommer um 5. im Winter um halb 6« Katechetischer Unterricht um 2. Allerheiligen Litaney fammt Segen mit dem Ciborto an Sonn, und Feycr- tägen um z. an Werktägen im Sommer um 5. im Winter um 4. Fastenpredigten, am Sonntag und Mittwoch um z Uhr Nachmittag. Pfarrer allda ist H?. Joseph Slmbs. ^ e«»- ,9v —)(oX-- Sechster Abschnitt. Von den Akademien/ Schulen, Instituten/ Spitälern und andern nützlichen Anstatten zum Besten des Staats- Akademien. I. Die Iosepbinisch--medizinisch-ckvrurgMe Militär - Akademie in der Währingergasse. Sie ward 1785 von R. Iofeph II. gestiftet. Diese Akademie ist ein ganz für sich allein bestehendes Institut, das weder von der Universität, noch von der medizinischen Fakultät abhängt. Es hat seine eigene Professoren, besitzt eine eigene Bibliothek, einen botanischen Garten, eine Sammlung von geometrischen und physikalischen Instrumenten, eine Sammlung von anatomischen und pathologischen Wachspreparaten, eine Sammlung von Bandagen, und eine Naturalienfammlung. Diese Gegenstände sind alle Donnerstag Morgens um lo Uhr zu sehen; doch muß man dazu ein Eintrittsbillet vom Direktor Hrn. von Brambilla haben. Die Professoren sind sechs an der Zahl. Die Akademie macht Dok, toren und Magisters der Chyrurgie, und theilt jährlich Preise aus. Ihre Schäler sind «so Chyrurgie, welche in daranftossenden Mtlttärspital wohnen, mili- -tKz^che Uniform hellblau mit schwarzen Kragen und AufMägen, dazu rothe Westen und Hosen, Stiefel und Milttärhut tragen, und zum Dienst der kaiserlichen Armeen bestimmt sind. Doch haben auch studi» rende Mediziner, und Fremde die Frepheit, die Kollegien dieser Akademien zu besuchen. Der Lehrkurs dauert » Jahre. Um sich sogleich praktisch zu übe»/ ist Instituten, Spitälern u. andern Anstalten ic. ^ 9» ist mit der Akademie das Milttärspltal verbünd«?». Dort werden die Kranken besucht , Operationen gemacht, verordnet und überhaupt unter der Aufsi-cht der Lehrer alles das gethan, was sie einst allein nls Feldchyrurgen thun werde«. Die Direktion über d as ganze Institut führt Hr. von Brambilla. II. Die Akademie der bildenden Künste. S» on R. Leopold der I. entwarf im Jahr 1704 den Grnnd zu einer Kunstakademie , ließ die unentbehrlichsten Erfordernisse zu einer solchen Anstalt, die Muster d/r hohen griechischen Kunst, eines Laokon,etne Medial sche NenuS, einen vatikanischen Apoll, den BorgMhen Fechter tt4 in Rom abformen, und hteher bringen, förmlich wurdesieim Jahre 1705 eröffnet,unter .Farl VI. erweitert, und 1785. in das dritte Stockwerk des ehemaligen Jesuiten - Noviziats bey St. A!nna m der Annagasse Nro. ioii. versetzt. Sie begeht aus sechs Klassen: der Geschichtmahlerey , Bildhau er, Architektur, Landschaftmahlerey, Erzverschnetderey, ^Ku- pferstecherey. Sie hat gute Abgüsse der berühmte sten antiken Kunstwerke, eine schöne Sammlung von 5üuf- nahmsstücken ihrer Mitglieder, und Modellzeichtuun- gen für die Schüler. Jährlich thetltsieandte geschicktesten Schüler Preise aus, und von Zeit zu Zeit vieran- staltet sie öffentliche Ausstellungen von Kunstwerken aus allen Klassen, worüber jedesmal ein Kataloge gedruckt wird. Diese Kunst zählt feit langer Zeit her grosse und erhabene Gönner und Liebhaber. DtlS dazu gehörige Personale findet man im Hof-und Staatsschematismus. III. Die orientalische Akademie ist bestimn u Leute herzustellen, welche in den mahometanischen Preivinzen als Gesandte, Konsuls und Dollmetscher gebraucht werde». Sie ist in der Annagasse.N. ioi l. Die Zöglinge erhalten vorzüglich Unterricht in den orient alische» Kipra? »92 VI. Abschnitt. Von den Akademien, Schulen, Sprachen, auch in den gangbaresten europäischen, und in den Leibesübungen. Der österreichische Staat hat, vermöge setner unmittelbaren Nachbarschaft, mit der Pforte schon seit mehrern Jahrhunderten, unb in den neuern Zeiten auch mit den mahomcdanischen Räuber- staaten und mit Marokko, mancherley friedliche und unfrtedliche Geschäfte abzuthun. Auch für ihn ward es also ein Bedürfniß, eigne Leute zu haben, welche jener Sprachen mächtig sind. Die immerwährende Gesandtschaft in Konsianlinopel gab zwar Gelegenheit, das Türkische und Arabische zu lernen; aber eine" besondere ordentliche Ansialt dazu war nicht vorhanden. Unter der Regierung Marien Theresens ward dieses ausgeführt. Der Jesuit Franz, welcher sich lange in den türkischen Provinzen aufgehalten, und jene Sprachen sich eigen gemacht hatte, bekam die Aufsicht über diese neu errichtete orientalische Akademie, welche unter der Direktion der Staatckanzley sieht, weil die Zöglinge der Natur ihres Berufes nach bloß für die auswärtigen Geschäfte bestimmt sind«... Die Zahl dieser Akademisten beläuft sich gewöhnlich auf jwölf. Wenn sie ihren Lchrkurs hier vollendet haben, dann schickt man sie unter dem Namen der Gvrachkna- ben nach Konstantinopel, wo sie bey der Gesandt, schaft anfangen, Geschäfte mit zu Machen, und sich praktisch tn den Sprachen zu üben, wovon sie in der Akademie die Grundsätze gelernt haben. Bey Gcle^ Henheit gehn sie dann wieder in die Staatskanzley zurück, um in orientalischen Geschäften zu arbeiten ; oder sie gehn als Konsuls in die Moldau, Wallachen, nach den Höfen und Inseln im Archipel; nach den Rauberstaaten, Im Kriege gegen die Pforte, als Dollmetscher zu den Armeen des Kaisers. Sie giebt das grosse meninskische arabisch-türkisch - persisch-italienisch lateinische Wörterbuch neu »ermehrt und verbessert heraus. Von der alten Auflas Instituten, Spitälern n. andern Anstalten tc. 19z läge find bis itzt 2 Bände in der Geroldischen Buchhandlung für z fl. in Folio und Quart zu haben. Von der neuen Auflag find ebenfalls nicht mehr als 2 Bände tn Folio fertig, welche 10 fl. kosten. IV. Die Realakademie ist in der Annagasse, wo die Akademie der bildenden Künste ist. Die Absicht dieser im Jahre 1770. errichteten Lehranstalt gehet dahin , jene zusammenstimmige Vor-und Htlfskenntnisse neben und nach einander zu lehren, die zur vortheil- haften Betreibung der ökonomischen Handlungs-und Manufakturgeschäfte dienlich sind. Eine beträchtliche ?ahl von Zöglingen, welche seither ihre systematische Vorbereitung daselbst erhalten haben, erscheinen bereits theils als geschickte Handlungsprinzipalen, theils, als Haupthilfspersonen tn den Schreibstuben der Großhändler, Wechsle und Fabrikanten, theils als sehr brauchbare staatswirthschaftliche Beamte, in allen Klassen der k. k. Buchhalterepen und in ökonomischen Aem- tern vieler Herrschaften. Die Lehrgegenstände dieses Instituts sind: Die Rechenkunst mit Innbegrisse der ganzen Merkantil und Wechselrechnung; die Buchhaltungswissenschaft; die Regeln von der Reinigkeit der deutschen Sprache, nebst den Regeln des Stils oder sogenannten Konzeptes, mit der Anwendung auf die Verfassung guter Briefe und anderer gemeinnütziger Aufsätze; die französische und wälsche Sprache; die Schönschreibkunst; die Geometrie, Trigonometrie und Mechanik; die Erdebeschretbung; die Handlungs-und Naturgeschichte; die Grundsätze der Handlungswissen- schaft und des Wechselrechtes; die Blumenzeichnung nebst dem Manufaiturdessetn; die geometrische und Maschtnenzeichnung. Der Unterricht aller dieser Materien ist unter zehn verschiedene Lehrer vertheilet, welche dieselben tn-< ieryalb zwey Iahren neben und nacheinander tn verje- N m- !94 VI» Abschnitt. Von den Akademien, Schulen, nigen Ordnung zu lehren haben, wie es ihre wesentliche Verwandtschaft erfodert. Die zweijährige Laufbahne beruhet aus zwey nebeneinander bestehende Klassen, in deren erste alle Jahre eine Aufnahme von neuen Zöglingen gemacht wird, weil die von der ersten Klaffe in die zweyte übergehen, und die von der zweyten Klasse, ausser denen die eine Wiederholung nöthig finden, am Ende ernes jedeS Schuljahres austretten, und ihre erhaltene Vorbereitung anzuwenden suchen« In dem ersten Jahre, oder in der ersten Klasse haben die Schüler fünf , und im zweyten Jahre, oder in der zweyten Klasse täglich sechs Unterrichtsstunden. deren jede zu einer andern Materie angewendet wird. Damit alle Zöglinge eines gleichförmigen Unterrichts fähig seyn mögen, so wird von jedem, der sich dieser Anstalt theilhaftig machen will, verlanget, daß er das fünfzehnte Jahr zurückgeleget, und wenigstens so viele Vorbereitung habe, als man in jeder guten deutschen Schule erhalten kann. Jedoch wird bey jedesmaliger neuen Aufnahme jenen der Vorzug gestattet, welche die meiste Vorbereitung aus andern Schulen nebst guten Zeugnissen mitbringen. Alle Jahre werden so viele neue Zöglinge aufgenommen, daß man jedem einen zu allen Uebungen bequemen Plaz verschaffen kann. Im Jahre 1775. wurde zu diesem'Institute eine besondere Lehrbequcmlichkeit in dem St. Annahause tn der Iohannesgasse gewidmet. Diejenigen , welche in diese Akademie aufgenommen zu werden verlangen / haben sich alle Jahre ml Mo »ate August bey dem Direktor Hrg. Wolf derselben zu Melden« V.Die theresiamsche Akabemie aufdemDominl- kanerplatz 5?. 72g. In diesem Gebäude erhalten die Eleven der ehemaligen Theresianischen und Savoyschen Rit, Instituten, SviMe5n u. andern Anstalten tc. 195 Nitterakademie Unterricht in denHumanioren, in Sprachen, Fechten und Tanzen. Auch werden hier mit denjenigen, die den Vorlesungen der Universität Hey? wohnen, die höheren Wissenschaften durch eigene besoldete Correpetttores widerholt. Die Aufsicht über dieses Haus führt der Freyherr von Stillfried, und die Leitung der Studien besorgt die Studienhofkom- misston. Die Stiftungsplätze, welche sich vormals in den erwähnten Rttterakademien befanden, sind in drey Klassen getheilet worden, in welchen nach den Stufen des Fleißes Die erste Klasse — zoo fl. — 52 Stipendisten. zweyte —> — 250 — 24 do. — dritte ——2Oo — 128 do. jährlich empfängt. Es hängt von der Verwendung eines jeden Stipendiaten ab , welcher Klasse der Stipendien er sich für jedes Jahr würdig macht. Eltern oder Vormünder, welche für ihre Söhne oder Mündel ein Stipendium zu erhalten wünschen, haben ihren Bittschriften, die sie überreichen, das Taufzeugniß, das Zeugniß des Arztes über den Gesundheitsstand des Jünglings, und das Zeugniß des öffentlichen Lehrers über seine Ver- Wendung beyzulegen. Die Gesuche sind unmittelbar an die k. k. vereinigte Hofstelle, oder an die Behörde, oder Personen zu richten, von welchen die Vergebung abhängt, oder der Vorschlag zu machen ist, z. B. An die k. ungarisch oder siebenbürgische Hofksnz- ley haben sich die Kanditaten zur Vattaozet«r Stiftung zu wenden. An das Landesgubernium zu Grätz zur Besetzung der Sellenbergischen Stiftung. An die Landrechte in Wien zur Besetzung der freyherrlichen Rirchveryischen Stiftung. An lHÜ VI. Abschnitt. Von den Akademien, Schulen, An den Regiere? des Fürstlichen^Hauses von Lichtenstein, welcher die Stiftungsplätze der sel. Herzoginn von Savoyen, gebohrne Fürstin Lichtenstein,Stifterin der herzoglich - savoyischen Ritterakademie zu vergeben hat. An die Unterensische Landstände M Besetzung der. ständischen Stiftungsplätze. Jedem Stipendiaten steht frey , entweder zu Wien ober in einer Provinz seine Studien öffentlich fortzusetzen« Nur haben die Eltern oder Vormünder der Akademiedirektion den Studienort anzuzeigen. Das Stipendium für jeden Stipendiaten wird in Wien bey dem k. k. Universalkammerzahlamte, und in den Provinzen bey den dortigen Länderkassen gegen die Quittung der Vaters, Vormünders, oder Curators vierteljährig vorhinein bezahlt. Ausser dem bereits erwähnten Unterricht, den die Eleven im akademischen Gebäude erhalten, steht ihnen die Bibliothek, das Naturalien und Muuzkabinet bey Hof, wie auch der botanische Garten am Rennwege offen. Auf der kai- serl. Neitschul am Iosephövlatz sind zu ihrem Hiter- richtc in der Reitkunst eigene vierzig Schulpferde sammt den nöthigen ober und unter Bereitern bestimmt. Morgens um 8 Uhr erscheint jeder Stipendiat entweder auf der Universität oder im Akademiehaus. Diejenigen, welche die Universität besuchen, haben nach der Vol-' lendung der Vorlesung zur Repetition und andern Ue- bungen sich im akademischen Gebäude einzufinden. Um !2 Uhr begiebt sich jeder nach seiner Wohnung zurück, um z Uhr kehrt er auf die Universität, oder in die Akademie zurück, wo er bis ? Uhr Abends zu ver» bleiben hat. Um die Anstalten des Akademiehauses gemeinnütziger zu machen, gaben Sr. Majestät die Erlaubntß, daß auch Jünglinge, welche nicht in Stipendien stehen, nachdem sie die philosophischen Studien angefangen haben, den Unterricht in Sprachen, Lei- Instituten Spitälern u. andern Anstalten ?c 197 Leibesübungen, den philosophischen und juridischen Correpetitionen tn diesem Hause gegen jährliche hundert Gulden gemeinschaftlich mit den Akademisten er, halten, auch auf sie bey guter Auszeichnung , wenn Umstände eine Unterstützung nothwcndig machen, bey Verleihung eines Stipendiums vorzüglicher Bedacht genommen werde. Diese Verfassung besteht seit dem August 1784. Schulen, r. Die hohe Schule oder Uttiversttät erhielt im Jahre 1756 unter van Swietens Leitung, schsn eine bessere Gestalt. Im Jahr 1784 fieng man an, alle Vorlesungen (bis auf jene, der Theologie und des kanonischen Rechtes) in deutscher Sprache zu geben. Die Universität besteht nach der gewöhnlichen alten Einrichtung aus 4 Fakultäten, und hat ?3 Professoren. Ehedem wurden alle Kollegien auf den österreichischen Universitäten frey gegeben. Seit z Jahren aber sind auch hier Kollegiengelder eingeführt. Dieß ist die letzte Veränderung, welche hierin gemacht wurde. Beklagen kann sich das Publikum mit Grunde nicht, über diese Einrichtung; denn auf allen Universitäten, besonders im nördlichen Deutschland, wird schon seit jeher für die Lehrkurse bezahlt. Zudem ist das Unter-- rtchtsgeld sehr mässtg: bey den Gymnasien beträgt es l2 fl. jährlich, bey der Universität für das philosophische Studium 18 fl. für das juridische und medizinische ?o fl. daS Theologische und der Unterricht für Wundärzte, sind frcy. Dieses Geld kommt aber nicht m die Hände der Professoren, wie in andern Ländern, sondern wird wieder zum Nutzen des Publikums verwendet, indem daraus Stipendien für Unvermögende, aber durch Fähigkeiten und FleH verdiente Jünglinge gegeben worden, welche alsdann auch, so wie alle N z übri- »98 VI. Abschnitt, von den Akademien, Schulen, übrigen Stipendisten, von Bezahlung des Unterrichts- gelbes befreyet sind. Theologische Vorlesungen, Im iten Jahre. Die christliche Kirchengeschichte mit Rücksicht aufvdie Patrologie und theologische Lit- terärgeschtchte täglich Vormittag von 8 bis 10 — Nachmittag von z bis 4 Uhr vom Herrn Professor Dan- nenmayer nach seinem eigenen Lehrbuche. Die Hebräische Sprache sammt den Dialekten nach Schröder und Michaelis, die Hebräischen Alterthü- wer nach Faber, und Einleitung in die Bücher des alten Testaments täglich Vormittag von io bis Ii— und Nachmittag am Montag, Mittwoch, und Freytag von 4 bis 5 Uhr vom Herrn Professor Jahn. Im stcn Jahre. Die griechische Sprache, Einleitung in die Bücher des neuen Testaments, biblische Äluslegunaskunft, und exegttische Vorlesungen über die heilige Schrift täglich vormittag von K bis 9 —^ nachmittag am Montag, Mittwoch und Freytag von z bis 4 Uhr vom Herrn Professor Mayer nach Tren- öelenbury und feinem eigenen Lehrbuche. Die ^us eccleliatticum publicum täglich Nachmittag von 4 bis 5 Uhr vom Herrn Professor pehem nach seinem eigenem kehrbuche. Im zten Jahre. Dogmatik nach Rlüpfel täglich Vormittag von 9 bis 10 — Nachmittag von z bis 4 Uhr vom Herrn Professor Tobenz. Das Privatkirchenrecht täglich Vormittag von 8 bis? Uhr vom Herrn Professor pehem nachseinem eigenen Lehrbuche. Im 4ten Jahre. Die Moralttheologie nach Gchsnza täglich Vormittag von 8 bis 9 — Nachmittag von z bis 4^ Uhr vom Herrn Professor Reyberyer. Die Instituten,Spitälern u. andern Anstalten lc. 19) Die Pastoraltheologie nach Giftschütz , und die Katcchetik nach Schmidt täglich Vormittag von 9 bis lo — Nachmittag «,m Montag, Mittwoch und Freytag von 4 bis 5 Uhr vom Herrn Professor tVieser. Juridisch- Vorlesungen. Im ersten Jahre. Das Naturr-cht, allgemeine Staats und Völkerrecht über den Lehrbegriff des Freyherrn von Martini, in lateinischer Auflage; dann das peinliche Recht über das deutsche Gesetzbuch von 9 bis 10 Uhi-Vormittags, von-4 bis 5 Uhr Nachmittags vom Herrn Professor Zeiller. Die deutsche Reichsgeschichte , über Pütters Grundriß von 8 bis 9 Uhr Vormittags vom Herrn Professor Msch. Im zten Jahre. Die Geschichte des römischem Reichs, Nach Freyherr von Martini oräo KiKoriD juris civülis. Die Instituten, und dann die Digesten dcs röm. bürgert. Rechts nach Heineccius lateinisch von 9 bis ic> Uhr Vormittags, und von Z bis 4 Uhr Nachmir, tags vom Herrn Regiermigsrath und Professor Hub?a. Das öffentliche Rirchenrecht nach Herrn Re- Zierungsrath und Professor pehem Lchrvuch in Latein, von 4 bis 5 Uhr Nachmittags von eben demselben. Im Zten Jahre. Das privntkirchenrecht nach pchem, von demselben, lateinisch von 8 bis 9 Uhr Vormittags. Das -L-ehenrechr nach Böhmer das deutsche Staats - recht nach Pütter , beyde in deutscher Sprache von A bis 4 Uhr Nachmittags vom Herrn Professor Zölsch. Das österreichische privatrecht über Gesetzbuch und die Prozeßordnung von 4 bis 5 Uhr Nachmittags vom Herrn Professor Scheidlein. N 5 soo Vl. Abschnitt, von den Akademien, schulen, Im 4ten Jahre. Die politischen Wissenschaften über Polizey, Handlung und Finanzen, nebft dem praktischen Geschäftskenntnisse, von 8 bis 9 Uhr vormittags vom Herrn Professor Wacheroth. Vorlesungen über den Geschäftsstil von eben demselben. Von Ostern und bis zu Ende des Jahrganges wöchentlich dreymal, Montags, Freytags und Samstags von 7 bis 8 Uhr des Morgens. Die allgemeine Gerreichische Statistik von 4 bis 5 Uhr nachmittags über Achemvalls Grundriß und schriftliche Nachrichten von Oesterreich vom ebendemselben. Ausserordentliche öffentlich- Vorlesungen. Die Praxis der höchsten Reichsgerichte, sammt Anleitung zu praktischen Ausarbeitungen, Montags, Mittwochs und Freytass, dann: Das deutsche privatrecht, Dienstags, Donnerstags und Samstags früh von 8 bis 9 Uhr von dem ordentlichen Lehrer Herrn Vraindl über seine eige^ nen Werke. Die juridisch politische Vekonomie, am Montag, Mittwoch und Freytag von 12 bis 1 Uhr, yom Hrn. Vbe nach seinem eigenen Lehrbegriffe. Die Staatsrechnunysrvissenschaft täglich von halb li bis halb 12 Uhr die praktischen, und von halb 12 bis halb l Uhr die theoretischen, Donnerstag ausgenommen, von dem Professor Gottfried Vrano. Auf Verlangen der Studirenden werden noch andere Privatvorlesungen veranstaltet. Medizinisch - chyrurgifche Vorlesungen. Auf der Universttat in verschiedenen Hörsälen. Vormittag. Von 3 — 9 Pathologie P. Collin Lateinisch. 9 — ls Spezielle Naturgeschichte P. Iordan. Von is Instituten, Spitälern u. andern Anstalten ie. s«l Von ic> — il Chemie - - -> - P. von Zaquin. Ii — i2 Phisiologie verewiget mit der höheren Anatomie P. Barth, lo— li Geburtshülfe - - - P. v. Lebmacher Nachmittag. Von 2 — z Allgemeine Anatomie Prospekt, p. Barth. A — 4 Chyrurgtc - - - -> P.v> Leber. z—4 Materta medika P. Tollin. Lateinisch. 4^-5 Theoretisch-medizinischer Unterricht für Civil und Landwundärzte P. Langmayer. Philosophische Vorlesungen. Am iten Zahre. Die Logik mit empirischer Psychologie , und aus der Metaphysik die Onkologie mit der Geisterlehre, täglich von 8 bis 9 Uhr, über Feder, von Herrn Professor Rarpe. Die Elementar-Mathematik, täglich von y bis i o Uhr, von dem Professor Herrn Baron v. Mezburs, über sein eigenes Lehrbuch. Die zur Spekulation Philosophie gehörenden Werke des Cicero nach jedesmaliger vorläufiger deutscher Ue- Versetzung in lateinischer Sprache, erklärt mitVerglet- chung der Lehrsätze und Metnungen der Alten mit den Lehrsätzen und Meinungen der Neuern täglich von 4 biS 5 Uhr vom Herrn Professor Hammer. Die allgemeine Naturgeschichte Montags, Mittwochs und Samstags von ? bis 4 Uhr, über Ergeben vom Herrn Professor Mayer. Im 2ten Jahre. Die Physik mit Versuchen indessen über Stgeand la Fond, täglich vormittags von 9 bis lo Uhr, vom Herrn Professor Ambschel. Die zur praktischen Philosophie gehörenden Werke des Cicero nach jedesmaliger vorläufiger deutscher Ue- N 5 ber- 2 bis 11 Uhr, vom Herrn Professor Lauer. Die höhere Mathematik wird nach Kärstens Lehrbegriffe der gesammten Mathemathtk in einen drcyjäh- rigen Kurse Vormittag von 11 bis »2 Uhr, vom Hrn. Professor v. Resser für diejenigen vorgetragen, welche nach zurückgelegten philosophischen Studien sich ferner dieser Wissenschaft zu widmen gedenken. Die physikalische Sternkunde wird.vom H>irrn Professor der Physik, die theoretische hingegen vom Herrn Professor der höhern Mathematik im Schulkursc gelesen. . Die praktische Astronomie in ihrem ganzen Umfaa- ge, die in der Art der Beobachtungen und Berechnungen aller himmlifchen Erscheinungen besteht, wird vom Herrn Professor Hell k. k. Astronom und Vorsieher der k» k. Sternwarte, im neuen Universitäts - Gebäude jenen beygebracht, die nach g^endigter Physik und HS- Hern Mathematik Willens such, hierüber den Unterricht zu enpfangen. Diejenigen, welche nach'geendtgter Physik und Mathematik, die nöthigen praktischen Begriffe, Berechnungen , und Beobachtungen erlernen wollen, die zur Schiffarth, Geographie, Chronologie u. s. w. erforderlich sind/ erhalten die Anleitung hiezu von Herrn Trleo- sc>4 Vl. Abschnitt. Von den Akademien, Schulen, CriesneSer, Adjunkten in der k. k. Sternwarte; unter der Direktion des Herrn Hells. Wer immer von den Studirenden wünschen dürfte, die himmlischen Körper optisch zu betrachten; als da find die Planeten sammt ihren Satelliten, die Veränderung ihrer Gestalt, die Sonnen-und Mondcsma- ekeln u. d. m. werden untct der Direktion des Herrn Hells, von dem astronomischen Adjunktcu, mit den auf der Sternwarte sich befindenden Instrumenten bedient werden. Einzelne Beobachtungen und Erscheinungen, als: Sonnnnd Mondesfinsternisse, Bedeckungen der Sterne oder Planeten durch den Msnd , sonderbare Zusammenkünfte der Planeten u. d. m. werden durch eine auf das Hauptthor des neuen Universitätsgebäu- des angeschlagene Zeichnung und Beschreibung einen Tag voraus angekünhtgct, und jenen, die ein Belieben tragen, diesen Beobachtungen beyzuwohnen; ein anständiger Ort mit Instrumenten in der Sternwarte angewiesen werden. Vorlesungen über den deutschen Still Montags, Mittwochs, FreytagS und Samstags vormittag von lo bis i i Uhr. Dienstags und Donnerstags nachmittag von z bis 4 Uhr praktische Vorlesungen über alle Arten der mündlichen und schriftlichen Denk-und 'Sprachübungen vom Herrn Professor Hofmann. Die Einleitung zur böhmischen Sprache nach Tom- fas böhmischer Sprachlehre; und zur böhm. Littera- tur nach Lslbins LoKemia 6oÄa eckt I/nxer V ontags und Sonnabends von 2 bis ? Uhr vom Herrn Professor Zlobiyky, Dienstags und Donnerstags um eben dieselbe Stunde wird er in seiner Wohnung seinen Zuhörern die Werke der besten böhmischen Schriftsteller in die Hand geben, u«d die wichtigsten Stellen herausheben, auch tn der Lesung des Kyrillismus, und Gla- I"tUtmen, SpitäKrn u. «nbern Anstalten. j,c, Glagolitismus, sammt den Abweichungen der übrige? flämischen Dialekte, nach Fritschens Ori^incs äisleÄ LIav. und die Kenntnisse der dazu gehöriger Sprach.- bucher Unterricht geben. Ii.Die medizinisch-praktische Lehrschule ist im allgemeinen Krantenhause, in der Alstergasse. Das im ersten Hof des Spitals frepstchende Haus, ist derselben gewidmet. Sie ist auf 12 männliche, und 12- weibliche Kranke eingerichtet, die. nach der Ordnung der Lehrmaterien des Pressors aus dem Spital dahin geliefert werden. Der Unterricht wird praktisch am Bette des Kranken gegeben, und die Schüler in Beobachtung der Krankheiten, Verschreibung der Arzneyen tc. geübt. Es sind für Mediziner und für Chyrurgen besondere Kollegien, nebst diesen ist noch eine eigene chy- rurgisch .- praktische Lehrschule auch in dem Krankenhaufe. Die Professoren sind Herr Reinlein und Steibele. In der praktischen Lehrfchule am Rrsnkenbette. Vormittag. Von 8—9 praktischer Unterricht für Schüler der Arznei) und hiZhern Wnndarzneykunde P. Reinlein. Lateinisch. 10 medizinisch-praktischer Unterricht für Civil-und Landwundärzte ebenderselbe. 9 — lo Mittwoch und Samstag praktischer Unterricht für Hebammen und Geburtshelfer P. Roer, lo— Ii Montag, Dienstag, Donnerstag, Freytag, chyrurgisch-praktischer Unterricht P Steidele. III Die botanische Gartenschule liegt am Reitwege ausser dem Belvedere Aro. 7. Er ist zum Untere richt für die Universträ'sschüler bestimmt. Unter der Aufsicht des berühmten Iaeqmn, (welcher zu Maria The- so6 VI. Abschnitt, von den Akademien, Schulen, Thereflens Zeiten eine Reise in Westindien machte, und hernach ein botanisches Werk herausgab) ist einer der Besten in Deutschland geworden. Die Zahl der aus» ländtschen Gewächse beläuft sich auf einige hunderte, und wird stets vermehrt. Die botanischen Kollegien sind in dem Monat May und Iunius. In diesem Garten macht auch der unermüdete Inyenhouß sej»,kn scharfsinnigen Versuche über die Wirkungen der Elektrizität, die verschiedenen Luftarten ,auch diePflanzen u. d. m. I»» dem potanifchen Garten im Sommer. Vormittag. Von halb 7 bis halb 8 Kräuterkunde P. v.Iacquin. Lateinisch. Die Ausübung der Geburtshülfe wird in dem allgemeinen Gebährhause erlernet. ' Auch können Aerze und Wundärzte, nach vollendetem Studium in dem allgemeinen Krankenhause sich in der Ausübung noch mehrere Erfahrung und Kenntnisse erwerben, wenn sie vorläufig von dem Herrn Direktor dieses Krankenhauses die erforderliche Erlaub- niß und Anweisung erHMen. IV. DieVieharHneyschule und das dabey angelegte TKterspital, sind auf der Landsirasse in der Rabengasse Nro. 54. Der Direktor n/id Professor tvolstein lehrt mit ? Adjunkten alle M) auf die Hausthiere beziehende Wissenschaften: Naturgeschichte; die Lehre von der Kenntnijz und Auswahl der Pferde, zu den verschiedenen Geschäften ; die Lehre von Hufbeschlage, theoretisch und praktisch; die Lehre von den Krankheiten uud Seuchen der Pferde, des Hornviehes, der Schaafe und Schweine ; Arzneymittellehrc, und die Kunst, sie zu bereiten; Anatomie uud Physiologie der Thiere. — Kranke Pferde werden immer unterhalten; anderes Vieh aber nur bey einer ausbrechenden Seuche. Der ganze Lehrkurs dauert etwas über 2 Jahre, Instituten, Spitälern n. andern Anstalten:e. 207 die Lehre von den Seuchen und Krankheiten des Hornviehes aber wird alljahrUch vom Dezember bis znm May gegeben. Die Ordnung in diesem HauH. ist folgende: Morgens von 7 bis halb 9 Uhr versammeln sich die Schüler mit Professor wollstein, betrachten mit ihm die kranken Pferde, wohnen den Verordnungen und Operationen bey, die täglich zu verrichten sind. Von y bis 10 Uhr werden die Vorlesungen gehalten; und von 10 bis 11 Uhr beschäftigen sich die Schüler mit eigenen Bemerkungen. Für diejenigen, welche weder im Spital, weder in der Anatomie, Apothccke noch Schmiede die Inspektion haben, .sind die Stunden von 2 bis z Uhr Nachmittags frey. Die Repetitionen und Prüfungen, die, ausser Mittwoch und Donnerstag, täglich öffentlich geschehen, werden von-z bis 5 Uhr im Hörsaale gehalten. Die Zahl der kranken Pferde beläuft sich gewöhnlich von 20 bis auf zo Stücke; die größte Anzahl von 40 bis 5Q. Jedermann kann kranke Thiers gegen Bezahlung des Futters und der Arzney in das Spital geben; es werden immer so viele angenommen, als Raum dafür vorhanden ist. Kranke Schaafe oder Hornvieh werden nur dann an- genommen, wenn um Wien sich eine Viehseuche äussert. Die Schüler bestehen aus Inländern und Frem- den. Nicht bloß angehende Aerzte und Wundärzte, sondern auch bürgerliche und Militär-Schmiede, Bereiter und Oekonomen besuchen das Spital und die Schule. . . . Im I. ,777. wurde verordnet, daß keinem Schmiede das Meisterrecht soll crtheilt werden, der nicht durch Zeugnisse darthun kann, daß er den Lehrkurs der Thierarzncy zurückgelegt hat. Durch eine andere Verordnung vom I. 1780. kann kein Arzt zu einem Physikat gelangen, der nicht die Lehre von den Seuchen und Krankheiten des Hornviehes vollendet hat. Dieser Theil der Thierapznep wird alljähr^ lich »öS VI. Abschnitt, von den Akademien, Schulen, tich gegeben, und dauert der Unterricht tn demselben sechs Monate. . . . Seit dem I« i/8o. wird die Thierarzney auch an den Universitäten zu Prag, Pest, Lemberg, Freyburg und Gräz von Lehrern vorgetra- gen, diö in der hiesigen Wolstetnischen Schule ihre Bildung erhalten haben. " Die jungen Mediziner vom Auslande besuchen diese Schule sehr fleissig; auch haben einige deutsche Fürsten schon eigenes Zöglinge in dieses Institut hicher geschickt; daß also vermuthlich bald ähnliche Schule» nach dem Muster desselben in mehrern deutschen Provinzen entstehen werden. v. Die Ingenieur und Kadettenschule ist auf der ÄZieden, in de^ Favorittengasse, im ehemaligen The- resianum. Die Oberaufsicht darüber führt der Herr General Felomarfchatl pellegrini. Die untere Klasse, oder die Kadetten tragen weisse Uniform, erhalten Unterricht in der Schretbkunst, in den Leibesübungen, Sprachen, in der Geschichte, Philosophie, Krtegsbau- kunst und Mathematik. Sie rretten nach vollendeten kehrturs als Kadetten und Offiziers bey den Regimentern ein. Die obere Klasse, oder die eigentlichen Zöglinge des Geniekorps tragen die dunkelblaue Uniform, jenes Korps, werden vollkommen in allen Zweigen der Ingenienrkuust gebildet, und gehen dann als Ingenieurs an ihre Bestimmung. Die Zahl der Zöglinge in diesem Stift ist gewöhnlich gegen Hundert. Vl. Die fünf untern Schulen für die niedrigen wissenschaftlichen Klassen , oder die sogenannten Studia Humantora, sind drey Gymnasi«,, bey St. Anna , in der Schullgasse, und bey den Ptaristen tn der Io- sepbstadt. Jedes derselben hat 5 Klassen, uud eben so viele Lehrer, allda wird gelehrt: Rechnen, Religion, biblische Geschichte, Erklärung des neuen Testaments, lateinisch, und die griechische Sprache, Geographie, Naturlehre. Instituten, Spitalern v. andern Answlt>n?c. ?oy VII. Die Normalschulen befinden sich in verschiedenen Orten. DieNormalhauptschule ist inderIo- hannsgassen, nnd wird allda gelehret: Lesen, Schreiben, Rechnen, schriftliche Aufsätze, deutsche Sprachlehre, Religion, Sittenlehre, biblische Geschichte, Erklärung des neuen Testaments, lateinische Anfangsgründe, Geographie, Naturgeschichte, Naturlehre, Meßkunst, Mechanik, Baukunst, Zeichnungskunst. Nach dem Muster derselben: find alle Normalschulen in den deutschen und ungarischen Erbländern eingerichtet. Der Oberaufseher derselben ist Hr. Dommherr Svenda«. In selber erhalten junge Leute von allen Ständen nützliche Kenntntsse, und werden zu brauchbaren Bürgern des Staats gebildet. Die Zeiten find vorbey, wo derjenige vom Galgen loß gesprochen wurde, der 2 Zeilen lesen konnte; und wo derjenige des Priesterstandes würdig gefchözt ward, der einen Psalm fingen konnte. Dte Barbarey der vorigen Jahrhunderte hat ein Ende. Diese Barbarep hatte die unselige Folge, daß man die Erziehung des Menschengeschlechts ganz und gar vernachlässigte. VIII. Die Piaristenschult in der Iosephstadt ist für junge Edelleute. Sie werde« daselbst in Leibesübungen, Sprachen und Wissenschaften unterrichtet. Die Aufficht darüber haben diePtaristen, und ist eine Hervel- treulichsten Erziehungsanstalt für Söhne vom Stande, welche vom 5ten bis in das i6te Jahr hier unterrichte werden. Man kann auch die öffentlichen Prüfungen mit anhören, und Augenzeuge der schönen und solide-; Kenntntsse seyn, welche die Schüler zeigen. Selbe und in vier Klassen eingethetlt. Die erste Klasse enthält Schüler von fünf bis zehn Iahren. Diese werden in der Religion, Buch» stabiren «nd Schönschreiben unterrichtet. Die »IS VI. Abschnitt. Von den Akademien, Schulen Die zweyte Klasse enthält Schüler von sieben bis zwölf Jahren, welchen die Religion, die Pflichten der Unterthanen gegen ihren Monarchen, das Lesen im Deutschgeschricbenen, das Rechtschreiben, das Schreiben durchs Dtktiren, die vier Rechnungsarten tn ungenannten Zahlen, und das Schönschreiben gelehrt wird. Die dritte Klasse enthält Schüler von nenn bis dierzehen Iahren, welche in der Religion, in der Erläuterung der Evangelien, der christliche» Sittenlehre, in der deutschen Wortfügung, in der lateinischen Sprache, im Lateinschreiben durchs Diktiren, im Rechnen und Schreiben Unterricht erhalten. Die vierte Klasse bestehet aus Schüler von eilf bis fechszehen Iahren, welchen die Religion, das Rechnen, die Geometrie, Mechanik, Erdbeschreibung, Universalgeschichte, Baukunst, der Briefstil und das Schönschreiben gelehrt wird. Den 2o. und 2i. Iul. werben alle Jahr die öffentlichen Prüfungen mit diesen Schülern vorgenommen, und dazu eine Einladung gedruckt und ausgetheilt. Es sind die Vorsteher nicht allein und ausschließungsweise, die Examinatoren, sondern sie fordern die Zuhörer, die Fremden auf, den Schülern Fragen vorzulege«, welches auch geschieht. Man hört selbst Frauenzimmer, einige Damm, die zu gegen find, Fragen vorlegen, die von den Schülern auf das pünktlichste, und mit der anständigsten Freymüthtgkeit beantwortet werden. Sie setzen zierliche Briefe auf, rügen die Sprachfehler und falschen Worte ihrer tsierreichschen Muttersprache, und führen sie nebst den dafür zu setzenden bessern Worten selbst an. Ihre Kenntnisse w der Geschichte und Erdbeschreibung übertreffen alle Erwartung. Sie wissen nicht allein die Bewegung und Einteilung unserer Erde, und die Instituten, Spitälern o. andern Anstalten te. 21» die Einteilung der Länder in Provinzen und Kreise, sondern von jedem auch unbedeutenden einzelnen Orte, seine Lage und Merkwürdigkeit anzugeben. Instituten. l. Unter die wohlthätigen Anstalten !n Wien,ws- mit Joseph II. die leidende Menschheit unterstützte,ist daS Taubstummeninstttut eines der schönsten, wenn sie gleich nicht von so weitem Umfang ist als andere grössere Anstalten. Joseph II. sah auf seiner Reise nach Frankreich 1778. eine ähnliche Anstalt tn Paris. Nach seiner Zu- rücktunft errichtete er das hiesige Institut, und schickte den Herrn Abbee Stork, der demselben noch vorsteht, nach Paris, um die Einrichtung desselben und den Unterricht der Taubstummen zu sehen« Mir glücklichem Erfolg ist nun das hiesige Institut im Flor, das eine Anzahl unglücklicher Menschen, die man vorher für nicht viel besser als das Vieh hielt, und sie zu nichts zu gebrauchen wußte, jetzt zu nütz- Nchen Menschen macht, die Gesellschaft mit brauchbaren Gliedern vermehrt,,auch diese unglücklichen. Geschöpfe selbst aus ihrer Unwissenheit herausreißt, und ihnen ihren elenden Austand erleichtert. Sie können sich untereinander verstehen, und auch andern sich verständlich machen. Einer dieser Unglücklichen hat es so weit gebracht, daß er im Jahre 1786. in der k. k. böhmischen Hofkanzley angesiellt wurde. Der Herr Abbee Stork, hat drcperlcp Mittel sich seinen Taubstummen verständlich zu machen, das Deuten , das Schreiben, und die Bewegung des Mundes. Das letztere ist freyltch fürchterlich anzusehen, wie er den Mund so gewaltig aufreißt und Zuckungen macht, welche die Zuschauer in Furcht und Schrecken setzen. Seine Zöglinge verstehen ihn gut. O » Ls »12 VI. Abschnitt. Von den Akademien , Scholen Es sind Jünglinge und Mädchen im Institute, und werden nach ihrem Geschlecht in zwey Klassen ab- getheilt. Die Mädchen, deren achtzehen, sind grün gekleidet. Die Zöglinge männlichen Geschlechts geben dunkelbraun, und sind ihrer zwanzig stark. Die Mädchen sind abgesondert, und verrichten weibliche Arbeiten. Die Knaben arbeiten in einer Seidenbandfabrik, die im Hause ist, und die ältern in einer Druckerey^ wo sie deutsch, ungarisch und französisch drucken. Die Schlafsäle sind sehr reinlich und niedlich aufgeputzt. An jedem Samstag Vormittag ist in diesem Institute, das in der Schönlaterngasse, nahe beym Fleischmarkte stehet, öffentliche Prüfung, die in der Schule gehalten wird, und von 9 bis 12 Uhr dauert, nach welcher Zeit die Zöglinge speisen. Diese werden in der Religion, Schreiben, Rechnen und Verstehen der gegebenen Zeichen oder geschriebenen Figuren ge» prüft. Ihre Fertigkeit in den Antworten, schöne Handschriften und Geschwindigkeit im Rechnen, muß daS Vergnügen der Zuschauer erregen. Einer der Zögling« sticht in Kupfer, da er aber noch ein Anfänger ist, s» muß man mit seinen Arbeiten Nachsicht haben. Will jemand einem umständlichen Begriff von ihren Lehrunterrichte haben, der faufe sich in ihrer Buch- druckerey auf dem alten Flcischmarkt Nro. 730. folgendes Buch, so gegenwärtigen Titel hat, als: Anleitung zum Unterricht- für Taubstumme, nebst einer Nachricht von dem?. k. Taubstummeninstitute in tvien, gr. 8 mir einem Rupfer. II. Das MädcheNMstitUt ward von Joseph II. im I. 1787. gestiftet. Es befindet sich in der Anna- g asse, in einem Flügel des Ursalinerklosters , mit dem es aber keine Verbindung hat. Der Zweck desselben iß Lehrerinnen für die Mädchenschulen zu bilden. Gegen- wär- Institutn, Spitälern u. andern 2lnstg!ten c. 21z wärttg besieht es aus 24 Mädchen. Man lehrt sie Religion, Rechtschreibung, Schönschreibkunst, Rechenkunst, Zeichnung, Naturlebre, Naturgeschichte, Geographie, Historie, schriftliche Aufsätze, deutsche und französische Sprache, und die gewöhnlichen weiblichen Arbeiten. Am ersten Sonntage jedes Monats steht der Eintritt jedermann offen. ^— Eine beynahe ähnliche Stiftung ist auch in Herrnals für arme Offizierstöchter, die daselbst ebenfalls eine ihrem Stande angemessene Erziehung Unterricht in denen ihnen nöthigen Wissenschaften und Arbeiten erhalten. Nach einiger Zeit werden allemal neue Zöglinge angenommen, welche von den äl- lern, die den Lehrkurs schon vollendet haben, unter der Leitung der Lehrer unterrichtet werden. So habe» diese Gelegenheit, sich schon im Institute selbst in ihren Berufte praktisch vorzuüben. Man sieht gegenwärtige Mädchenschullen als ein wahre Bedürfnisse an, das der Nauon wesentliche Vorthetle bringt und errichtet, daher schon an verschiedenen Orten einige derselben, um darinn aus aufkeimenden Mädchen, gute Hauswirthi- neu, unterrichte Mütter, nützliche Gattinnen und angenehme Gesellschafterinnen herzustellen, Spitäler, I. Das allgemeine Gpital in der Alstergassen ist die weitumfassendste Anstalt in Wien. Joseph II. hob alle die grossen und kleinen Krankenanstalten in Wien auf, und vereinigte sie in diesem Hause, Er ließ nur dl? Barmherzigen in der Leopoldstadt und die Eltsabetht- ner-Nonnen auf der Landstrasse in ihrer alten Wirkung. Um eine allgemeine gute Aufsicht halten zu können, ist eine grosse Anstalt viel besser als viele kleine, die oft Stunden weit auseinander liegen. Das sehr grosse von Ziegeln erbaute Gebäude deS Spitals, ist m den Jahren 178z und 84 erbauet worden. Es liest O A hoch »?4 ^.Abschnitt, von den Akademien, Schulen Koch, frey, und zieht sich bis in die Währingergasse. Seine Figur ist ein länqlichtes Viereck, das sich innen mit Flügeln durchschneidet, und 7 Höfe macht. Alle diese Flügel sind tn kleine Säle eingetheilt. Wenn man in den ersten Hof tritt, so zeigen sich die artigen neu angelegten Alleen und die Kapelle. Zur rechten Hand ist die Kanzley des Spitals« Um alle diese sehr schöne Anstalten des Spitals zu sehen , wird ein Erlauvnißbillet, das man in der Kanzley abgiebt/ erfordert. In der Kanzley des Spitals wird das Erlauvnißbillet abgegeben, ein Sekretär begleitet die Fremden, und' zeigt die Anstalt in ihrem ganzen Umfang. In eben diesem Flügel ist die ungemein schöne Apothecke, und die Wohnung der Aerzte und Wundärzte. Die Kranken sind in Sälen, so viel möglich nach ihren Krankheiten rangirt, und die gleichen zusammen eingetheilt. Die männlichen und weiblichen Kranken find abgesondert. Die Anzahl dieser Säle ist 86, jeder ist numerirt, und enthält 20 bis 25 Betten. Jeder Kranke schläft allein, und ist durch einen geräumigen Plaz von seinem Nachbar abgesondert. Die Säle haben auf beyden Seiten Fenster tn der Höhe, Ventilators, und über dieses noch besondere Zuglöcher in der Mauer, die wie Kamine aussehn. Die Reinlichkeit der Betten, der Kleider, welche vom Spital angeschaft werden, der Tische, des Zinngeschiers, des Fußbodens, ist mit der reinen gesunden Luft, die durchgehends in diesen Sälen herrscht, Zeuge, von der ins Ganze sich erstreckenden Pünktlichkeit dieser Anstalt. Neben jedem Bette hängt eine Tafel, auf welcher die Nummer des Bettes, der Name deS Kranken, die Seit seiner Krankheit, die Arzneyen, die ihm verordnet worden, die Stunde, wenn er sie einzunehmen hat, und die besonders merkwürdige« Zufälle seiner Krankheit Instituten, Splraternu. andern Anstalten »c. »15 hett stehm. Die schöne Ordnung verhindert alle mögliche Konfusion und falsche Behandlung der Kranken. Nicht allein aus dieser Ursache sondern auch wegen der jungen Aerzte, welche die Kranken besuchen, und auS ihrer Behandlung ihren künftigen Beruf lernen, ist diese schöne Ordnung eingeführt. Der junge Mediziner darf also hier nicht, wie eS leider an vielen Orten, besonders in Frankreich geschieht, auf Kosten des Kranken lernen, und an ihm sein Heil versuchen; sondern erprobte, erfahrne Aerzte verschreiben die Medizin, und von diesen und ihrer Behandlungsart lernen die Studirenden. Im ganzen Spital sind »Iber 1400 Betten, sie können aber bis auf2000 vermehrt werden. Die Kranken sind in drey Klassen getheilt. Die erste zahlt täg» ltch einen Gulden, und hat alles frey, die Krankheit mag seyn w?lche sie will, und noch so viele Medizin, Wartung und besondere Speisen erfordern, so wird nicht mehr bezahlt. Diese Klasse hat ein eigenes Zimmer, Kleidung, WZsche, Kost, Arzt, Arzney, Wartung und Bedienung. Die zweyte Klasse zahlt einen Halben Gulden; die Kranken haben aber keine eigenen Zimmer und geringere Kost. Die dritte Klasse wird für zehn Kreuzer täglich, oder für ihre aus einem andern Spital zu beziehende Stiftung aufgenommen. Ganz Arme werden hier ohne allen Unterschied der Religion oder des Landes, aus welchem sie gebürtig sind, aufgenommen, und bis zu ihrer Wiedergencsung verpflegt. Die venerischen Kranken sind in zwey Sälen einqua- ttrt, welche die größten des Spitals sind, der eine enthält 9?, der andere einige neunzig Betten. Diese Säle dürfen nicht besucht und nicht gezeigt werden, und gerade diese sollten wegen deS Exempels, besonders Ken» Jüngling und dem Mädchen gezeigt werden! — H,s VI. Abschnitt. Von den Akademien, Schulen II. Das Kaufmannsspital ist ausschliessungs- weise der Kaufmannschaft gewidmet. Es sind in jedem Jimmer nur einige Betten, dir von schönen braunen Holze gearbeitet sind, und Vorhänge haben. Zwey Zimmer sind für vis Venerischen, welche ein drittel Betten mehr haben, als die übrigen Kranken zusammen. Isis Vorsicht oder Erfahrung, daß diese so stark sind ? Unter dem Vorsteher dieser Anstalt stehen 4 Aerz- te, von welchen s im Spttale wohnen, und ihre Kranken täglich zweymal besuchen müssen. Für die äusseren Wunden sind 5 Wundärzte aufgestellt. Die praktische Schule ist für lernende Mediziner »on Wichtigkeit und grossem Nutzen. Diese werden von den Aerzten vor die Betten der Kranken geführt, und ihre Krankheiten erklärt. Sie verschreiben Rezepte, welche die Aerzte alsdann verbessern, und fo lernen sie ihren Beruf, ohne daß sie nöthig haben, ihre Kunst an den armen Kranken zu versuchen, an ihren Körpern zu flicken, und mit ihrem Leben zu spielen. III. Hinter dem Spital steht an dem Rande einer Anhöhe der NarrettthurM. Dieses grosse Rondel ist 178z gebaut worden. Es ist 5 Stockwerke hoch, und hat in jedem 23 also überhaupt 139 Behältnisse, denn der Eingang nimmt das i4oste hinweg. Es sind zwar viele dieser Behältnisse leer, dagegen sind aber in manchem derselben zwey solcher unglücklichen Menschen eingeschlossen, in den meisten ist aber nur einer. Die Aufseher wohnen in einem den Thurm mitten durchschneidenden Gebäude. Ein Gang an den innern kränzen des Thurms führt an diesen Behältnissen des Unglücks vorbey, in welche man durch die vergit. terten Eisenthüren hineinsehen kann. So sehr auch die Seele deS Menschenfreundes bey Erblickung so vieler unglücklichen Menschen, zur Ernsthaftigkeit, zum Mitleiden, und zur Theilnehmung gestimmt Instituten, Spitälern », andern Anstalten tc. 217- stimmt ist, so wenig kann man sich doch des LachenS enthalten, wenn man hier einen Sekretär mit der grtß» tcn Ernsthaftigkeit und Ansehen, kaiserliche Befehle pub» liziren, und dort einen Professor grundgelehrt demon- siriren hört. Ein grosser Theil der Unglücklichen hier eingesperrten sind Soldaten. Viele sind nicht in die Behältnisse eingekerkert, sondern sitzen und laufen in den Gängen umher. Manche liegen an Jetten in ihren Kerkern, und sind an die Wände geschlossen. Manche heulen, andere lachen immer. Einige halten Gespräche mit sich selbst, andere singen. IV. Das Gebahrhaus ist in eben diesem Ge. bäude des Spitals, und für Wien höchst interessant und vortrefitch eingerichtet. Man ist endlich von dem unsinnigen Vorurtheil zurück gekommen, ein Mädchen — das im Taumel der süssesten Leidenschaft eine Schwachheit begeht, aber sie eben dadurch wieder vergütte-t, daß sie dem Staat einen Bürger giebt — ein solches Mädchen öffentlich zu beschimpfen, und sie Hülflos leiden und verzweifeln lassen. Die Schönen scheinen sich dieses Haus auch wohl zu Nutzen zu machen. Merkwürdig sind die 12 Zimmer, welche für die vornehmern Schönen gebaut sind, und die Guldenzimmer heissen, weil täglich 1 Gulden für ein solches Zimmer bezahlt werden muß. Um dieses Geld erhält eime Schöne ein möblirtes Zimmer, Kost für sich und daS Kind, Bedienung vom H«use und Medizin. Diese Zimmer sind recht artig, und mit allem erdenklich Nöthigem verschen. Für die Demoiselle Mamma ist ein schönes Bette, für das Kind ein kleines Vettchen, und für eine Aufwärterin ein in einem Tische verborgenes Bette da. Eine Kommode mit weissem Leinnengeräthe und Kleidern angefüllt, ein niedliches KaffeeserviS, Spiegel, Stühle, eine Toilette mit Kämmen und Puder, kurz alles mögliche zur Noth und Bequemlichkeit ist in diesen Zimmern zu finde». 218 VI. Abfchm'tt. von den Akademien, Schulen Ist ein solches Zimmer befttzt, so darf es von niemand, als wenn das Frauenzimmer zu sprechen verlangt, geöfnet und besucht werden. Kommt eine Schöne in den Zustand, sich in diesem Hause Erleichterung verschaffen zu müssen, so setzt sie sich bey der Nacht in einen Fiaker, fährt hinaus, verschleyert sich, läßt sich ein Zimmer öffnen, und bezahlt täglich ihren Gulden. Sie darf ihren Namen nicht sagen, sich nicht sehen lassen, wenn sie nicht will, und kann auf diese Art das Haus wieder verlassen, ohne baß eine Seele weiß, wer sie gewesen sey? Sollte sie auch eine der Aufseherinnen oder Wärterinnen unversehens sehen und kennen/ so würde eS doch von diesen keine wagen, etwaS auszuplaudern. Zur Sicherheit nehmen sie aber ihre eigenen Wärterinnen mit, wofür sie etwas Besonderes bezahlen müssen. Für die zweyte Klasse, die einen halben Gulden täglich bezahlt, sind 16 Better in 6 Zimmern. Für die, welche lo Kreuzer täglich geben, sind 24 Betten, und für die Armen , die alleS umsonst gentessen, Zoo Betten in dem Institute. V. Das FiudelhaUs ist nicht im Unfang dieser Gebäude, sondern steht in der Nähe des Milttärspttals in einer Settenstrasse der Währingergasse. AnfetuEin- trittsbillet, das man in der Kanzle» abhollt, wird daS Ftndelhaus gezeigt. Die Kinder sind mit ihren Amme» in grossen Zimmern, und haben keine Wiegen, wies» andern Orten, um ihnen das Gehirn und Geblüt untereinander zu schaukeln, sondern kleine Bettstellen mit vier Füssen. Es werden jährlich izoo Kinder eingebracht, die aber nur eine kurze Zeit im Hause bleiben, und dann auf das Land zur Erziehung gegeben werden. Die Frauenzimmer, die aus dem Gebährhaus ihre Kinder hieher geben wollen, zahlen für die Aufnahme in ber ersten Klasse, Hie dort l Gulden täglich bezahlt. Instituten, Spitälern u. andern Anstalten te. 2ZA hier »4 Gulden. Die Gemeinen in der zwoten Klasse, die einen halben Gulden täglich bezahlen, zahlen für die Aufnahme ihres Kindes ins Findelhaus 12 Gulden , und die in der dritten Klasse zahlen 6 Guldens Sie erhalten dafür einen besonders kennbares Zettel, und können gegen Vorweisung desselben ihr Kind^wte- der zurück fordern, wenn es ihnen beliebt. Der Tauf, name des Kindes wird protokolirt, Stand und Familienname bleibt ein Geheimniß der Mutter. Die Kin, der derjenigen Mädchen, welche im Geburtshause Ammen abgeben, werden unentgeltlich in das FindelhauS genommen. Für die Kinder, welche auf öffentlicher Strasse öder in den Häusern niedergelegt werden, bezahlt die Grundobrigkett des Plazes, wo sie gefunden werden, 12 Gulden an daS Findelhaus. Durch diese Vertheilung der Kinder unter die Landleute und Handwerker gewinnt der Staat ohne Zweifel. Die vaterlosen Geschöpfe werden ehrliche, arbeitsame Bauern oder nützliche Handarbeiter. Wachsen sie in einer tauglichen Gestalt heran, so kommen sie auf die militärischen Conscriptionsliflen, und werden im Norh- fall gemeine Soldaten. In dieser Rücksicht sind sie nicht übler daran, als die ehelichen Kinder auch ; weil diese eben so unausbleiblich auf die Regimentsltste des Kan- lons geschrieben werden, wie jene. VI. Für die Kranken des Militär? ist das Mt^ litärspital, das feine Fronte und seinen Eingang in die Währingergasse hat. Eben die schöne Einrichtung herrscht auch hier, wie in dem allgemeinen Spital, und der Monarch hat sein besonderes Augenmerk auf dieses Institut gerichtet. Die Venerischen sind auch abgesondert. Dieses Gebäude, dessen Vorderseite eher einer Fürstenwohnung als einem Spital gleicht. Die Fronte hat die Aufschrift mit goldenen Buchstaben: ?roui. 6enria er snipicii» imp. <ÜLes. ^olcpki jl. LcKoK S20 VL. Absch»»itc. Van den Aksbemten, Schulen, 2nstom!co mecjico ctiirur^ics militum vulneribug er morbis cursnäig tsnanälLque inliicuts omni tu^ peIIe geborgt. Jeder der Geld braucht, und eben keine bessc-e Gelegenheit weiß, bedient sich dieser Anstalt, und versetzt Schmuck, Kostbarkeiten, Kleider, Wäsch. Niemand erfährt, wem die Pfänder angehören. Wenn sie zu der bestimmten Zeit nicht gelöset werden, so werden in den Zeitungen mit Numern und Anzeige der dargeborgten Summe bekannt gemacht, und ein Tag zu ihrer öffentlichen Versteigerung angesetzt. Werden sie !n dieser Zeit noch nicht eingelöst, so verkauft sie das Versatzamt durch eine öffentliche Auktion an den Meistbietenden. Lustig sind die mancherley Artikel, die zum Verkauf ausgesetzt sind, in der Zeitung zu lesen, und noch lustiger ist der Verkauf selbst. . V. Das Armeuinstitut ist eine neuere Anstalt, welche aus den Opfern in den Kirchen, und manchen zufälligen Gaben bestehet. In allen Kirchen sind blecherne Büchsen aufgehängt, welche die Aufschrift haben : für das Aemeninstitut. Es werden den Hausarmen von diesem Institute Portionen angewiesen. P s DaS 2»s VI. Abschnitt. Von den Akademien, Schulen, Daß die guten Wiener nicht nur für fich selbst sorgen, alles auf Essen und Trinken wenden, wie man ihnen vorwarf, sondern wohlthatig seyen, zeigen die reichlichen freywilligen Benträge für dieses Armeninstitut. Der reisende Franzose sagt: er zweifle ob eine Kollekte hier von io,ovO Gulden gemacht werden könnte? Jeden Monat hat das Armentnstitut i2,ooO Gulden Einkünfte, und 6 stern ,. wo eilt jeder Brief, Paquet u. f. w. mit Namen und Ort eingeschrieben ist, und mit den von l.k. Oberhoft)ostamt empfangenen Recepissen auS. Hieraus ist leicht abzunehmen, daß man einen Brief auf die Post weit sicherer durch diese Anstalt, als durch bediente befördern könne, von deten Treue man nicht tmwer juvsrläjsige Proben hat. 3» Instituten / Spitälern u. andern Anstalten zc. 129 In der Stadt selbst gehen täglich drey Briefträ- Her !n gelb, schwarz ausgeschlagen?« Uniform mtttais. Adler an dem Arme, die eine Kapsel mit ^rc>. a. z. und 4. bezeichnet auf dem Rücken tragen, von Früh bis ft>ät Abends auf den Gassen mit einer eigends da- zu eingerichteten Klapper herum, um dasjenige einzusammeln, was ihnen anvertraut wird. In den Vorstädten gehen solcyer Briefträger 14. und zwar zu Ma- rtahilf I^ro. Z». auf den Spitalberg Klro. in de» Iofephstadt I^ro. 7« in der Alstergassen Aro. 8« in der Rossau Xrc>. 9. in der Leopoldstadt Rro. io. auf der Landstrassen ^ro. Ii und 12. auf der Wieden. Dann gehen ausserhalb den Linien die sogenannten Land- Kothen, und zwar Klro. iz. nach Penzig t^ro. 14. nach Pertolsdorf dkra. ,5. nach Midling Klro. 16. nach Himberg ^ro. 17. nach Schwechat d^ro. 18. ausserhalb den Brücken 55ro. zy. nach Klosterneuburg d^ro. 20. nach Währing und Döbltng tc. Und damit sowohl ein gesammtes.Publikum gesichert, und das Oberamt der 5 k. Briefpost für alle demselben eingelieferte Briefe und Sachen gutstehen könne; so wird keiner von den erwähnten Postbothen, ohne vorher von ihnen bestellte tüchtige Caution angenommen, damit man sich entstehendenfallS an derselben schadlos halten kann. In der Stadt und in den Vorstädten werden die eingesammelten Briefe, Packete:c. viermal des TageS, nachdem solche vorher gehörig einregtstrtrt worden, an die betreffende Oerter erpedirt. Für jeden solchen Brief in der Stadt und in die Vorstädte zahlet man für die Besorgung 2 kr. für Packete und Gelder nach Proportion. Für Briefe auf das Land anßcrhalb de« Linie» 5 kr. Folgende Oerter zahlen 5 kr. Gumpoltskirchen, Guntramftvrf, Sparbach, Priel hinter MSdling, Kieling hinter Klosterneuburg, Breitensee, Ottakrin, Levpoldsdorf, Himberg, Mariabrunn , Auhof, Kle- Pz der- «zo VI. Abschnitt. Von den Akademien, Schuten, derling, Delling, Hefiing, Prater, Stadtgut, dann alleo, was über die Brücken gehet. Folgende zahlen rQ kr. Patzleinsdorf, Neusttft tm Wald > Weidlingau, Hadersdorf, Mauerbach, Kalten leutgeb. Lab tm Wald, Dornbach und tm Prater bis zum k. k. Lusthaufe. Nach Braitenfurt werden 20 kr. bezahlt. Die erste Expedition ist des Morgens um 9 Uhr, die zweyte um Mittag, die Hritte-Nachmtttags um halb z Uhr, und die letzte im. Winter Abends um 5 Uhr, tm Sommer aber LlbendS um 6 Uhr. Auf daS Land werden Briefe und Packete täglich nur einmal und zwar im Winter um halb z Uhr, im Sommer aber um z Uhr Nachmittag expedirt. Briefe, die mit Geldern, Bankozetteln und Pretiosen beschwert find, zahlen vom Dukaten l kr. hingegen stehet, wie bereits gesagt, das Oberamt der k. k, Briefpost für alles gut, und wird darüber sowohl ein Rezipisse geben, als auch ein ähnliches von dem Empfänger beygebracht. Das Oberamt dieser k« k. kleinen Post tst im k.k. Posthause. Dann sind in verschiedenen Orten sowohl in der Stadt, als in den Vorstädten Collekturen angelegt , wo man feine Briefe und Packete eben so sicher und richtig bestellen lassen kann, als auf den Oberamt, welches für jede Veruntreuung ihrer Leute gegen vor- Her abgeforderten Rezepjsse gut stehet. Bey der Einrichtung der Post herrscht eine Ge- z»au!gke»t, die man sonst nirgends beobachtete. Auf jeden Brief muß der Tag, wenn er angekommen ist, und eine Nummer gesetzt werden. Briefe, welche nicht genau genug, oder an unbekannte Leute überschrieben sind, daß sie nicht überliefert werden können, werden öffent- lich^vetannt gemacht. Jeden Monat wird an der Post en Börselaurern und andern Geldmäklern wiLen zu lassen, ,ob er diese oder jene Obligatio» verkauft, verfetzt, oder sonst zu einem Geschäft gebraucht hat. Die Aufkündigung der Kapitalen muß vier oder sechs Wochen, auch wohl ein Vierteljahr vor der verlangten Bezahlung geschehen, je nachdem die Summe kleiner oder grösser ist. Die Aufkündungsjeit ist in jeder Obligation von selbst bestimmt. Wenn der Staat tn einem Krieg verwickelt ist, so werden keine Kavttal- gelder herausbezahlt, die Interessen aber laufen t» Arer Ordnung fort. Das Hof-Kupfer, Amt und Oberkammeramt der Stadt Wien nimmt ebenfalls Kapitalien an, und stellt Obligationen darüber aus, seit mehreren Iahren auch, wie die Bank. Diese Papiere haben gewöhnlich bey- nahe eben den Werth, wie die Bankscheine, doch sind sie etwas mehr dem Steigen und Fallen unterworfen. Um die Negoziationen und den Umlauf dieser^ öffentlichen Staatspapiere mehr zu befördern, und in der Ordnung zu erhalten, ist die Börse vorhanden. Sie stehet Vormittags von r i bis i Uhr, und Nachmittags von z biS 5 Uhr offen, und ist auf dem Kohlmartt, beim grünen Fäßchen, im ersten Stokwerk. Hier werden alle Geldgeschäfte, bei denen es auf den Verkauf, die Verwechslung der Etaatspaptere und förmlicher Wechselbrtefe ankommt, geschloffen, oder wird bte Av- schliessung angezeigt. Die öffentlichen Papiere, welche jemand feinem Gläubiger für baare Bezahlung überläßt, oder mit welchen der Kauf von Realitäten, Häusern te. ver- Vl. Abschnitt. Von den Aßadenue»,, Schulen, vergüttet wird, gehören nicht in daS Forum der Börse. Zur Verhandlung der Wechselbriefe ist es genug. wenn solche auf der Börse geschaht , oder auch ausser derselben jedoch mit Beziehung eines Sensalen, wei- cher das Geschäft in das Tagebuche der Börse einträgt. Weibe- , Bankrottmacher, Minderjährige und als Ver. schwender erklärte, sind von dem Eintritt der Börse ausgeschlossen. Es find Geldstraffen und die Ausfchliej- fung vom Eintritt in die Börse für diejenigen ausgesetzt, welche Staatspapiere und Wechsel ohne Anzeige bei der BHrse verhandeln; welche in ihren Wohnungen Zusammenkünfte dulden, deren Gegenstand auf die Börse gehört; welche auS Wuchergeist, um die Papiere fal- lcn zu machen, den Werth derselben verrathen. Diese Absichten und Anordnungen sind zum Wohl des Publikums weise und gedeihlich entworfen. Indessen behauptet man, daß beschnittene und unbeschnit- tene Juden, samt einem feilen Troß von Unterhändlern, die Börse häufig umlagern, und manchmal die guten Anstalten derselben vereiteln. IX. Die Pensionen. Unter zehn Jahre Dienstzeit wird keine Pension erthetlt. Mit zehn Iahren er, hält der unbrauchbar gewordene Mann den dritten Thetl seines Gehalts; mit »5 Jahren die Hälfte z mit zo zwey Drttrheile; mit 40 den ganzen Gehalt. ... Für die Wittwcn und Kinder sind keine Stufenjahre bestimmt', sond rn die Pensionen werden ihnen nach dem Ra»H threö verstorbenen Gemahls und Vaters zuge- theilt« So hat z. B. die Wittwe eineS Hofraths, die Wittwe eineS Generals, 60s fl. Pension. Doch muß eine Wittwe um Penston zu erhalten, wenigst 4 Jahr mit ihre« Manne verheurathet gewesen seyn. Sonderbar! die Profissoren bei den Universitäten und andern Lehranstalten, waren ehedem fammt ihren Familien von den Pensionen ausgeschlossen. Erst fett kur- Instituten, Spitälern u. andern 2lnstt:lten:c. 2?. kurzem sind sie nach d^m System aller übrigen Staats, beamten zu Pensionen berechtiget. .. .Eben so sind auch die Schauspieler des Nationaltheaters in das Pensions- syftem eingerückt worden. Ben der Armee geht eS etwas strenger. Die subalternen Offiziers, welche sich derheurathen wollen, müssen entweder etn Kapttq! nlS Kaution für dtePe» flo» ihrer Wtttwen anweisen, oder ihre Frauen müssen Reversalien von sich geben, daß sie auf keine Pension Anspruch machen wollen. . . . Vcv einem Kriege machen hierin« Sr. Majestät eine Ausnahm. Um die tm Felde stehende Offiziers über das Schicksal ihrer Frauen und Kinder zu beruhigen, wird tm Lager und tm ganzen Lande publiztrt: „da? die Familien aller jener Offiziers, welche im Kriege bleiben würden, Pensionen haben sollten, wenn auch schon die Frauen bey ihrer Heurath feyerltch Verzicht darauf gcthqn haben." Dem B?vspiel des Hofes haben auch die edeln Familien Wiens von jeher gefolgt. Sie versorgten ihre veralteten Diener und deren Familien großmüthtg. Bep deM Tode eineS vermöglichen Majorat - Herrns, einer Oqine ic wurde gewöhnlich jedermann, der um dte Person derselben Dienste zu verrichten gehabt, mit an» ständiger Pension in Ruhe gesetzt. Diese großmüthi- gen Belohnungen werden zwar auS bekannten Ursachen allmählig etwas seltner; aber es gicbt troz der letcht- fertigen Denkart manches junge» Nachwuchses noch Männer von grossem Herzen. Sie- 2Z8 -Xo)(- Siebenter Abschnitt. Don BibltothekM/ Kabinetten / Bilder- gallerten/ Kunstsachm, Seltenheiten und andern Sehenswürdigkeiten. Bibliotheken. I. 5)ie r. k. Hofblbliothek aufdemIosephsplaH. Der Saal ist äusserst prächtig, und auch als ein Wert der Baukunst und Malerey merkwürdig; er ist Z40 Fuß lang, 54 breit, proportiontrr hoch, ein länglichtes Viereck, in dessen Mitte eine ovalrunde Kuppel ist, von 8 Säulen gestützt; in deren Mitte die Statue R. Rarls VI. tn Lebensgröße aus weissen Marmor, und ringsum 1» andere ähnliche Statuen stehen. In einer mäffigen Höhe läuft eine Gallerie ringK um den ganzen Saal, die eben so viel Bücherkästen enthält, als die untere Wandfläche. — Das Gebäude ist von Fischer von Erlach, die Malerey von Daniel Gran. — Die sehenswürdigsten Stücke der Bibliothek find: die Sammlung der ersten 'gedruckten Bücher bis auf daS I. 1500. ungefähr 6000. die peutingerisck^e Karte; mexikanische Schriften aus lauter Symbolen und Figuren bestehend , welche Robertson in setner Geschichte von Amerika hat abzeichnen lassen. Blätter aus dem Koran mit russischer Schrjst, aus dem neunten Jahrhundert eine Handschrift von Dioskorides mit gemahlten Pflanzen aus dem sechsten Jahrhundert, Stück von der ägyptischen Papyrstaude; ein Purpurkodex, die Kuvfersttchsammluug von einigen hundert Bänden, 20O Vilderyallerien, Runstfachen, Seltenheiten:e» szK 200 Bände Portraits, der blauesche Atlas, und die sioschische Landkartensammlung. — Die Bibliothek ist im Sommer von 8 bis i2Uhr, im Winter von y biS -2 Uhr ossen. Geschlossen ist sie im ganzen Monat Oktober, einige Tage zu Weyhnachten, im Karneval, und in der Charwoche. Hier findet man eine lange Tafel für ungefähr 40 Personen und noch einige Nebentische. Jedermann ist es frey ein Buch nach Belieben zu begehren, es in diesem Zimmer zu lesen, auch sich Notate und Auszüge daraus zu machen, zu welchem Gebrauch die nöthtgen Tintenfässer in Bereitschaft stehen. In diesem Zimmer wird tiefes Stillschweigen beobachtet, um die nach Kenntnissen und Wahrheit Dürstenden nicht in ihrer Aufmerksamkeit zu stören. In dem Bibliotheksaal selbst wird ohne Begleitung eines Beamten Niemand eingelassen. II. Die Universitätsbibliothek. Sie ist in einer eigenen Abtheilung des ehemaligen Iesuttentollegium, wo sich dermalen die meisten k. k. Kassen befinden. Der Eingang ist auf den Dominikanerplatz neben den Taub? stumeninsiitut. Sie besteht aus zwey grossen Sälen, einen zu ebner Erde, nnd dem zwevten im ersten Stockwerke. Die Zahl der Bücher ist sehr ansehnlich, und wird noch täglich mit den neuesten und brauchbarsten vermehrt. Besonders ist daS Fach der Phylologie, und jenes der Naturgeschichte seh? vollständig, und dieses letztere mit den prächtigsten Werken besetzt. Der Endzweck den dieser Bibliothek ist hauptsächlich, alle jene Werke herzustellen, welche den studierenden Jünglingen zum wissenschaftlichen Gebrauch dienen. Neben den Büchersälen ist ein Lesezimmer mit z langen Tafeln auf 72 Leser eingerichtet. Die Bibliothek hat ausser den Sonn - und Feyertögen keine Ferien, »no ist Früh von ls bis 12 Uhr, Nachmittag von A bis 5 Uhr offen. 240 VIl. Mfchnitt. von Bibliotheken Kabinetten, RabinetKe. l. Das Naturalienkabinet bey Hofe, »st auf dem Augustinergang. Es enthält nur die Mineralien, Seegewächse und Muscheln; darinn ist c6 aber eines der vollständigsten. Der Vorrath ist aus den an Mineralien so reichen österreichischen Erblanden, auS Sachsen, aus Sibirien, Amerika :c. Man fieht^ hier puren Schwefel, von Natur, gediegenes Gold und Eisen. Die Sammlung von Edelsteinen ist sehr kom- plet und kostbar. Noch sind einige schöne C rücke von fiorenttnischer Narkotertearbeit darin». Unter andern Seltenheiten aus dem Reiche der Steine sind mancherley Tobacksdofen vorhanden, darunter eine von der artigsten Erfindung. Sie ist rund, und ziemlich groß. Ihre äusseren Wände sind mit allen Gattungen von Steinen bekleidet, welche man in Sachsen findet. Jedes Stückchen hat seine auf der silbernen, rings herum taufenden Einfassung gestochene Numer. Unten ist eine heimliche Cpringfeder angebracht: man drückt darauf, der Boden öffnet sich, und giebt ein kleines Schublädchen von sich, worin» ein gefchriebner Katalog von allen an der Dose befindlichen Steinen mit den unterscheidenden Numern liegt. Man macht in Sachsen mehr ähnliche Dosen, deren Erfindung mir sehr wohl ausgedacht dünkt. Im letzten Zimmer deS KabwetS sind einige andere sehenswürdige Dinge. Ein BaS Relief in Mosaik, welches der König von Neapel geschenkt hat. Viele Stücke von Florentinischer Marketertearbett. Die vier Welttheile sind hervorstechend schön; auch hängen einige bewunderungswürdige Perspektivstücke darunter. Das kostbarste Stück dieses ZtmmerS ist ein Blumenstrauß ; aber ein Blumenstrauß von «L-n Sbel stet. Bildergalerien, Runstsachey, Seltenheiten?c. »4« steinen, aus denen die mit ihren natürlichen Farben übereinstimmenden Blumen geschnitten find. Auf den Blumen kriechen einige Insekten, ebenfalls aus Edelsteinen in ihrer natürlichen Gestalt dargestellt. Das ganze ist ein entzückender Anblick, Se. Majestät dteR. Maria Theresia ließ solchen verfertigen. Dieses Ka- binet ist alle Montage für jedermann offen. II. Das NatUraltenkabinet aufder Universität, hat einen schönen Vorrath aus allen vre») Reichen der Natur, wohl ausgestopfte Thiere, als einen sehr grossen Büffelochsen, zwey Löwen, einen Elephanten einige andere vierfüsslge Thiers, wie auch Schlangen, Vögeln u. s. w« Eine schöne Sammlung, welche Herr v. Iaquin aus Amerika mitgebracht, wo er auch in einem daranstossenden Saale Vorlesungen über die Naturhistorie hält. Verschiedene andere physikalische Seltenkeiten. Iii. Das physische u. mechanische Kabinet ist in eben diesem Gebäude, in einem Saale. Die schönen Werkzeuge sind an den Wänden in Glaskästen aufgestellt, und werden zu jeder Zeit den Liebhabern auf ihr Verlangen einzeln herausgenommen, gezeigt, und ihr Gebrauch erklärt. Das mechanische Kabinet enthält genaue Modelle von Mühlen, hydraulische, hydrostatische Maschinen, Hebeln , Modelle einer Dreschmaschine und anderer Haushaltungsmaschtnen, Pflüge, unter welchen einer ist, wie er in Steyermark gebräuchlich ist, und einer der zugleich pflüget, säe^, und den Samen durch einen hinten angebrachten Rechen mit Erde bedeckt. Eines der nützlichsten Modelle ist das, wodurch das Wasser aus der Tiefe der Bergwerke herausgeschaft wird. Es besteht aus einer Anzahl Pumpen, deren jede ihr Wasser in ein Bassin ausgießt, welches wieder von einer andern Pumpe aufgenommen wird. Die Q Werk- «42 VII. Abschmt». Von AtbliKcheken, Rsbmettett, Werkzeuge der Experimentalphysik, dioptrische, katop- irische, elektrische Instrumente sind hier tn der größten Vollständigkeit beysamntttt. Der Saal wo diese Maschinen aufbewahrt werden, ist zugleich der Lehrsaal, wo ihre Brauchbarkeit und ihr Endzweck erklärt wird. Ausser den täglichen Stunden wird noch alle Sonntage Vormittag ein Kollegium über die Mechanik unentgeltlich gelesen, wo die Maschmen gezeigt und erklärt werden. Die vorzügliche Absicht dieses Kollegiums ist: den Handwerkern einige Begriffe der Mechanik bepzubringen, wodurch ihnen vieles in ihrem Berufe erleichtert werden kann, »lud sie zu Einsichten gelangen können, die sie sonst nirgends erlangen würden. I V. Das Kunstkabmet, welches auch in der Burg aufgestellt ist, hat für Gelehrte und Ungelehrte viele, aller Aufmerksamkeit würdige Gegenstände. Unter die vorzüglichsten Stücke, die das Runst- ?abinet enthält, gehören einige Uhren; eine mtchanijA) astronomische Uhr, die ein Tyroler-Pfarrer erfand; eine Uhr, die ein Perpetuum mobile ist, welche der Wind aufzieht, und das Werk eines tyrolischen Bauers ist. Eine eiserne Stange reicht bis auf das Dach, und hat oben eine Fahne, durch deren Bewegung die Uhr wieder aufgezogen wird« Wenn nur in vier Tagen der Wind ein paar Minuten wehet, so kann diese Uhc niemals ablaufen. Eine andere Uhr spielt ein Stückchen, wenn eine Mondfinsterniß ist. Eine Schreibmaschine , wo man drep Zeichnungen auf einmal entwerfen, oder drcy Briefe zu gleicher Zeit schreiben kann; ist von der Erfindung des Herrn von Rnaus. Sie besteht aus vre» Federn,die «n drey hölzernen Linealen befestigt sind, und alle Belegungen nachmachen, welche man dem Mittlern Li Mit frey herumlaufenden Gallerten. Der Eintritt ist frey > die Aussicht ist schön , die daneben angelegten Spaziergange ängenehm,und aus deM Nebenstehenden WirthshaUse wird man mit Erfrischungen bedient. Man fährt oder reitet gewöhnlich dahin, weil der Weg zu Fuß eins kleine Stunde beträgt. AM häufigsten wird er in dem ersten Krühlingswochen besuchte Die Brigitau ist ohnweit des Augarten, es befindet sich allda auch ein englischer Garten des Titl. Grafen von Chotek ist eine der herrlichsten Lustfahrten' Man kann links an eiNeMArM der Donau hinauf fahren u. rechts wieder an einem andern Arm derselben herunter. Schauspiele in und vor der Stadt- I. Das kaiserl. köntgl. Nationalhoftheattr ist in einem Flügel der Burg. Nätionaldühne heißt Man es der Ursache, weil sie tN der Spräche ihrer Nazion spielt, deren Stücke' so viel möglich die Nazionalsttten schildern^ und für den Genius und das Interesse der sie besuchenden Nazion angemessen sind. Dieses hat man endlich auch iM übrigen Deutschland eingesehn > und statt der hiesigen Bühne noch länger ihren Titel streitig zu Machen> hat Man denselben nnn in Berlin, Manheim, München :c. nachgeahmt, und die dorti.- gen Bühnen ebenfalls Nazionaltheater genannt. Es ist ein Vergnügen , im Parterre zu siyen, auch Noch ehe die Korttne gezogen wird. Die schöne Welt R in O-5Z VIII. Abschnitt. Von Gärten, Sps-Lsryangen, in ihrem Putz, mit der Miene des Vergnügens und der Gefälligkeit. Ringsherum eine Reihe merkwürdiger Männer": Minister, deren Mienen hohe Plane sprechen , Generale mit Narben im Kampf fürs Vaterland gezeichnet. — Diese, und überhaupt alles, was sonst immer die ernste Miene der Geschäftigkeit trägt, hier in dem Mittelpunkt der Zerstreuung, des Scherzes, und der traulichen Geselligkeit versammelt, lachen, scherzen, liebeln, tändeln zu sehen: O! es ist ein Ane blick, der oft eben so viel gilt, als das wirkliche Schaufel auf der Bühne. Es war darinnen bisher immer einen Tag welsche Oper, und dem andern deutsches Schauspiele, wozu nun auch Opera lcria und Ballet kommet. Der Anfang ist von Michaeli bis St. Georgt um halb 7 Uhr, von Georgl bis Michaeli um 7 Uhr, und das Spektakel dauert gewöhnlich biS 10 Uhr. Eine Loge im iten Stock koster jährlich 8oc> fl. im 2ten Stock 400 fl. Eine Loge im 2ten Stock für ein Spektakel 1 Dukaten ; der Eintritt ins Parterre noble 1 fl. ein gesper- ter Sitz 1 fl. 20 kr. im Zten Stock ein gesperter Sitz 40 kr. der Eintritt im Zten Stock zo kr. auf das zweyte Parterre 24 kr.; auf die oberste Gallerte 17 kr. — In der Fasten werden blos deutsche Schauspiele gegeben, die Woche 4m«!, und in den Monaten Julius und August blos italienische Singspiele, die Woche Zinal. Uebrigens ist das Theater nur in der Char- woche, am Namens - und Sterbetag Theresiens, Fran- zens, und Josephs verschlossen. personale. Die Hr. Schauspieler de» Die Schauspielerinen des Nationaltheater. Nationaltheaters. Hr. Brokmann Keßisseur. Mab« Adamberger. — Terggopzomer, — Brokmann. — Dau- Luftfahrten, Schauspielen u. Unterhaltungen. 259 Hr. Dauer. Mad. Dauer. — Gottlieb. — Dobler. — Iacquet. — Fügergebohrne Müller. — Iauz. — Gottlieb. — Kltngmann. — Nousseul. — Kopfmüller. Rivolla, gebohr. Dorn. — Lan. — Sacco. — Mayer. — Schütz. — Saal. — Stephanie. — Müller, der Vater. — Stierle. — Müller, der Sohn. — Weidner. — Retttg. — Weißenthurn, gebohr- — Sannens. ne Grünberg. — Stephanie der ältere. — Iauz. Stephanie der jüngere. — Weidmann. — Ztegler. Theaterdichter Hr. Iünyer. Ii. Das Theater am Kärntnerthore ist den 16. Nov. zum erstenmal wieder eröffnet worden, und sollen die nämlichen Vorstellungen, welche im Burgtheatee sind, wechselweise auch hier gegeben werden. III. Das Theater aufder Wieden im hochfürstl. Schwarzenbergischen Freyhaus, besteht dermalen unter der Direktion des Herrn Emanuel Schikaneder. Hier werden die besten Schauspiele und deutsche Opern gegeben, wovon die meisten von Herrn Direktem selbst verfaßt sind, dieses Theater ist an allen jenen Tagen offen, wie das Nattonaltheater. Die Preise sind^ für eine grosse Loge auf 8 Personen 5 fl. des Tags: für eine kleine auf 4 Person 2 fl. ?o kr. auf dem Parterre Noble und ersten Gallerte die Person ?4 kr. auf dem sten Parterre 17 kr. und auf der letzten Gallerte 7 kr. Der Anfang ist wie in den k. k. Nationaltheater, und dauert gewöhnlich bis halb lo Uhr. A s Per- «6o VIII. Abschnitt, von Garten, Spn'tersänge,,. Personale. Unternehmer. Hr. Joseph edler von Bauernfeld. Hr. Emanuel Schikaneder, der jüngere« Schauspieler Und Operisten. Hr. Arndrasch. — Nouftul. — Brenner. '— Rotter — Frasel, der jüngere. — Schack. — Geisler. -— Schikaneder, der ältere. — Gers. -— Schlanderer. — Gieseke. .— Starke. — Helmböck; Vater zu-— Elias Trittenwein. gleich Theatermeister. — Simon Trittenwein. — Helmböck, Sohn. - — Wallerschenk. — Hock< > — Weis. — Kistler. > — Winter. Frauenzimnter zum Schauspiel und Opera. Mao. Deavis. Mlle. Forst. — Gerl. — Gottlieb. — Hofer. - — Hoffmann« — Mischel. - — Helmböck. — Schack. ' — Klepfer. — Suche. — Lichthammer. — Schikaneder Direktrice. Kapellmeister Hr. Henneberg« Cassier Hr. Schenk. . Souffleurs. Hr. Biedermann, u. Hr. Schranzan. ' Cheatermahler Hr. Gayl. . Dekorateur Hr. Neßtthaler. Controlor Hr. Angerer. ^ozenmeister Hr. Hartmann. iv. Das Theater in der Leopoldstadt, ist ein Eigenthum des Direktcurs MarineM. Hier werden Volksstücke und deutsche komische Singspiele gegeben, wo- Lustfahrten, Schauspielern u. Unterhaltungen. 24- wobey der sogenannte Rasperl meistens die Hauptroll? spielt. UibrigcnS ist die Einrichtung und Preise wie Hey dem Wiednertheater. per sona l e. Unternehmer Hr. Karl Marinelli. Schauspieler und Operisten. Hr. Anton Baumann. -Hr. Pfeiffer. — Friedrich Baumann. -—- Reisenhuber. Bondra. --Richter» — Donst. --Ignaz Satori. — Habel. --Johann Satort. — Hasenhut. —> Anton Satori. — Hollitzeck. — See, zugleich Quarberob. —- Laroche. --Schretter, zugleich Thea- — Marinelli. termetster. Frauenzimmer zum Schauspiel und Opera. Mao. Baumann. Mao. Sieber. — Hensler. — Bullinger. — Kiendl. -— Sartori. — Martineau. '— Schmidt. — Müller. ' — Trauttmann. — Richter. - — See» — Satori. Mr. Buchanowaitz. Mr. Marinelli. '— Georg Gruber. — Pörschl. — Sebast. Gruber. — Reisenhuber. — Johann Händel. . — Karl See. — Joseph Händel. - — Joseph See. Dem. Buchanowitz. Dem. Pörschl. R n a d « n. M 6 d ch - n. Kiendl. — Marinelli. Schmierer, R z Er-- Z62 VlII, Abschnitt. Von Gärten, Spazicrgänsen, Lrst^r Schauspieldichter Hr. Karl Friedr. Hensler. Zw?yter Cchauspieldicht'er Hr. Johann PerinetK zugleich Schauspieler. Rapellmeister. Hr. Wenzel Müller. Musikdirektor und Lehrer der Sinyschule« > Hr. Ferdinand Kauer. Theatermaler und Theatermeister» > Hr. Johann Swiettll. .Rsssie?. Hr. Joseph Freund. LoZcnmeister. Hr. Johann Ktrchstädter. Eoufflcurs. Hr. Joseph Vcrdl. V. Das Theater m der Zoseptstadt in der Kai- sergasse. Dirckteur ist Herr Mayer. Hier werden Schauspiele und Pallete gegeben, wovon letztere Vorstellungen , mit aller Pracht und Tanzkunst aufgeführt werden. Logen sind ä 5fl« u. 22 fl. ^okr. das Parterre noble Zv kr. Das zfe Parterre ec? kr. Die ste Gallerte 14 kr. und die letzte 7 kr. Die Ordnung ist wie bey denen vorerwähnten Theatern. personale. Unternehmer. Hr. Karl. Mayer. Schauspieler. Hr. Basili. >Hr. L-.nutti. — Beinholz. > — Mayer Balletmeifter» — Hesse. — Retnisch. — Holzmann. - — Retsinger« '— Hornung,der ältere.— Renth. Hornung, der jüngere. -^- Schabes. — Huber. — Schletter. — Käß. > Schrott. Kronberg Coussl — Weiß. Echauspielerinen. Mad. Freudenber. ^ Dem. Groß. Huber. — Jeanette» — Htf- Lustfahrten, Schauspielen u. Unterhaltungen, »öz Mab. Hesse. — Lanutti. >— Mayer, Direktrice. — Mayer. — Rosenheim. Mr. Kleinber. — Mayer. Musikdirektor. Theatermahler. Loyenmeister. — Czetltsky. R 4 264 ^'UI. Abschnitt, Von Gärm,, Spaziergängen, Mad, Huber, Dem. Schwäger, ältere. — Klamich, Schwäger, jüngere. Es befinden sich das ganze Jahr hindurch in verschiedenen Vorstädten und während der Jahrmärkte, auf dem Neuenmarlt manchcrlcy Komödiflxitenttuppen^ welche gemeine Posscnspiele aufführen, Unterhaltungsörter. Die RedvUte. Sie ist die Hauptbelusiigung dfx Fastnachtszeit, für das bessere Publikum. In einem Flügel der kaiserlichen Burg sind zwey ungeheure Säle, dem Conu?s und Bachus geweiht, Sie sichn vom 7tcn Januar bis zum sichten Aschermittwoch offen; anfangs alle Wochen, einmal, später hin jede Woche 2mal, und die drey Fastnachtstage alle Tag. Man sieigt an einem eisernen Gatter ab, gehet durch eine Re.ihe von fünfzig schnurbärtigen Grenadiers, die mit ihren rauhen Bärnmüzen unh Banjynettengeklirre das scheue Mädchen bebend machen, welches zum erstenmal mit hochflopftndcn Herzen am Arm ihres Ge.' liebten die berühmte Redoute besucht. Wenn man hurch diese Halle des Mavors gedrungen, unh einige Etu? ftn hinangestiegen ist, öffnet sich plötzlich der grosse Aaubersaal, Viele tausend Wachskerzen auf grosse« rvtederscheinenden kristallnen Lüstern und piramidenför- mtgen Leuchtgestcllen symmetrisch gercihet, blenden das Aug , und Pauken-7 und Trompcttenschatl, mit den sanfteren Tönen von hundert musikalischen Werkzeugen vermengt, rühren das entzückte Ohr, und heben un- Willkührlich den jugendlichen Fuß zum fröhlichen Tanz, . , Die Lustbarkeit dauert von io llhr Abends, bis um 6 Uhr des kommenden Morgens, Ben der ersten Einrichtung der Re dnte wurde sie häufiger besucht, Seit einigen Iahren thun ihr die ^älle unh Pikentks in den Prtvalhäusern nmkttchkn PH Lustfahrten, Schauspielen u. Unterhaltungen. 265 Abbruch, Es giebt gewisse zimperliche Halbdamen, deren Eitelkeit mehr geschmeichelt ist, wenn sie auf ihrem langweiligen Häusballe als vermeintliche Ball- Königinen gebieten können, als wenn sie auf dem grossen Eammelvlaz her Freude, ohne Bewunderer und Anbeter erscheinen sollen. . . « Dem ungeachtet ist die Redoute noch immer glänzend genug, besonders in den letztern Wochen. Wenn nur tausend Personen dasind, ist es zu einsam. Anderthalbtausend Köpfe machen eine bequeme Nedoute, in diesem Fall ist eben noch Raum genug zum tanzen. Zweytausend verstellen den Tänzern schon den nöthigen Plaz, In den letzten Tagen, wenn sich die Freudenjäger bis gegen dreytausend einfinden, dann ist man in der Presse. Vergebens schneidet das Orchester seine Menuets und deutsche Tänze herunter: man kann nicht drey förmliche Schritte machen; alles drängt einander zum ersticken; es ist eine unbehilfliche Menschenfluth, die nur eine langsame wellenförmige Bewegung hat. Ehedem hielt man viel auf sehr auszeichnende, zum Theil sehr kostbare Masken, die oft eine grosse Gesellschaft zusammen auf die Redoute brachte. Dieser Geschmack ist gänzlich gefallen : man achtet einen solchen kurzen Epaß nicht mehr, der vielen Unkosten Werth. Die meisten jetzt erscheinenden Masken sind Domino und Venezianer - Mäntel, Frauenzimnur zehn häufig in jhrer gewöhnlichen Puzklcidung. Niemand, der nicht aus besonder» Ursachen unerkannt seyn will, trägt die Maske vorm Gesichte. Manche gehn in ihren ganz gewöhnlichen Kleidern, und stecken bloß eine Larve auf den Hut, um dem Gesetz, maskirt zu erscheinen, wenigst im weitesten Verstand genug zu thun. Die Redoute ist zum Vortheil der Armen angelegt: her Uiberschuß von den nöthigen Ausgaben fließt in die KM der Dürftigkeit. Dieß ist der beste Zoll, dm R A man / st>6 VIII. Abschnitt. V«n Garten, Spaziergängen, man der Armuth entrichten kann: es ist billig, daß der Hilflose von unfern Vergnügungen Unterstützung schöpft; auch wendet kein Mensch gegen diese Taxe das mindeste ein. . . . Man bezahlt für den Eintritt jeder Person zwey Gulden. Erfrischungen und Tafel sind in Nebenzimmern für bestimmte Preise zu haben. Ballhaus. Ohnweit der Burg auf dem Kaunitzplaz ist das Ballhaus Nro. 14. wo sich Personen vom Stande das ganze Jahr hindurch, zu allen Stunden des Tages mit Ballspiel, Billard und andern Spielen un- rerhalten. T a n 5 s ä l e. In der Stadt ist nur ein einziger TattZsüal auf der Mehlgrube auf dem neuen Markt; beym Eintritt bezahlt man 20 kr. die man aber nach Belieben verzehren kann. Ausser diesen sind in den Vorstädten einige schöne Lanzsals, unter welchen sich der im Mondschein auf der Wieden, wegen seiner Höhe und schönen Beleuchtung auszeichnet. In diesen Sälen sind erhöhte Sitze für die Musik. Die Gesellschaft, die in diesen Sälen tanzt, ist freylich nicht die beste, so glänzend sie den Kleidern nach scheint. Auf der Wieden bey dem VoL. Au Mariahilf bey die 2 grünen Lampeln. In der Rossau zum grünen Thor. In der Leopoldstadt zum Sperl, ebenfalls dem Augarten gegenüber zum goldenen Mephanten. Unter den Weißgärbern zum Regel. Auf der Landstraß, zur grünen Säulen. Ebenfalls iu die drey Röntge. Fe»- Luftfahrten, Schauspielen u. Unterhaltungen. 267 Feue rwer k. Die Feuerwerke des Hrn.GtuwersimPra- ter. Sie werden das Jähr 4 bis smal gegeben, von May bis zum September. Neben der Mittelallee links ist der Feuerwerks- Plaz. Das grosse Gerüste zu diesem Schauspiel bleibt das ganze Inhr stehn. Herr Stuwer, aus Ingolstadt in Bayern, ward nach verschiedenen Schicksalen zum Feuerwerker. Man'muß gestehn, daß er feiner Kunst Ehre macht. Die Feuerwerkstage sind die schönsten Tage des Prärers. Der Eintritt kostet 20 kr. dieß macht, daß bey diesem Schauspiel der geringe Pöbel wegbleibt: und dann nur das bessere Publikum erscheint. . . . Gegen 5 Uhr Abends fängt der Zug dahin an. Alle Eingänge sind mit KuirassierS besetzt, die mit blankem Säbel Ordnung halten. Man macht erst eine kleine Spazierfahrt im Walde, oder bestellt sich nach Wienersitte eine Jansen unter den Bäumen. '— Die Dämmerung beginnt; eine Kanone kracht? dieß ist das erste Signal. Die entferntem Spazier gänger nähern sich; wer bey Tische sitzt, frägt um seine Zeche, und bereitet sich , dem Schauplaz nahe zu kommen. Eine halbe Stunde verfliegt: ein neuer Kanonenknall, uud eine himmelaufsteigenbe Rakete rufen die Zerstreuten zum Mittelpunkt. Nun strömmt alles herzu. Die Damen besteigen das dem Gerüste gegenüberstehende Amphitheater; die Kavalliers stehen ihnen zur Seite. Der größte Haufe von Zusichern stellt sich «uf den ebenen Rasen zwischen deyden Gerüsten. Indessen ist es Nacht geworden. Noch ein dritter Donnerschlag, und nun führt eine Raketenreihe pfeifend in die Luft, und macht dem Schauspiel den Anfang. Es dauert gewöhnlich drey Viertelstunden: die Erde zittert, der Wald widerhallt von betäubenden Donner. »68 VIII. Abschnitt. Von Garten, Spaiieryängen, nergeknalle; es erscheinen den Städte, Pallaste, Festungen, Gärten, Tempel, Brunnen 2c. alles im abwechselnden vielsärbigen Feuer,,welches die ganze Geigend herum erleuchtet, daß man dabey lesen könnte. Der Schluß macht allemal eine schröckliche Kanonade, wie sie einst von Kollins Höhen herunter gedonnert haben mag. Wenn die Witterung gut ist, nimmt Hr. Stuwer z bis 4000 Gulden ein. T h j e r h e y Am Samstag reitet ein Mann in eleganter Jagd? kteidung, mit dem Hirschfänger an der Seite, durch die Stadt und alle Vorstädte. Zwen bürgerliche Trommelschläger trommeln vor dem Pferde her, und hinten folgen z -^4 Kerle, ganz w gelbes Leder gekleidet), mit der Miene Huronischer Stalvirer, und Heilen links und rechts Zettel aus. Sonn - oder Feyertags am frühesten Morgen wird auf den in der Mitte des Hetzamphitheater stehenden Steigbaum eine schwarz - und gelbe Flacke aufgesteckt , und an die Ecken allen Gassen Zetteln geklebt. Nachmittag um 2 Uhr zieht die Wache an das Hetzhaus; und eine Banda Tambours und Pfeiffer von den garnisonirenden Regimentern lagert sich auf den Balkon des Amphitheaters, wo sie um 3 Uhr die Musik anhebt. Nach z Uhr gehen schon dichte Haufen Neugieriger zum Stubenthor, über die Mauthbrücke, und zum Theresienthor hinaus. Ihnen folgen eine Stunde später viele Fiaker, theils mit Bürger-Familien; theils mit zärtlichen Hausknechten, und Handwerksburschen nebst ihren Schönen beladen. Noch eine halbe Stunde später stiegt manches vergoldete Ptrutsch, ein paar halb oder ganz adeliche Geschöpfe wiegend, zum thie. tischen Kampfplatz. So- Lustfahrten, Schauspielen u. Unterhaltungen. 269 Sobald man über die Fortifikazion hinaus ist, hsrt man die kriegerische Musik» Wenn man auf etwa Zoo Schritte sich genaht hat, wird man durch ein wüthendes Gebell von hundert grimmigen Hunden erschüttert und betäubt. Befindet man sich am Eintritte des Hetzhauses: so sirozt schon alles von unten bis oben von einigen tausend Dilettanten jedes Geschlechts, Alters, Standes und Ranges. Man sieht in den Logen Grafen und Gräfinnen; auf den ersten Gallerien Kammerherren, Ritter, Räthe, Negozianten, Kaufleute, Offiziere, Gardisten, Stallmeister, Kammerdiener :c. mit Frauen, Töchtern, Liebhaberinnen, jungen Wittwen, Kammerfungfern vermischt; im 2ten Stock Dikasterianten, Mönche, Bürger, Friseurs, Studenten, Ladendiener, Stubenmädchen, Putzmacherinnen ,tzleischhakersweiber mit ihren Kindern :c. im Z. Stock Kutscher, Lakayen, Hausknechte, Handwerks- pursche, Köchinnen, Kuchelmenscher, Wäscherinnen -c. Eine scharfe Hetze, eine blutige Hetze, eine sehr blutige Hetze, eine sehr scharfe kämpfende Hetze, eine Hetze auf Mord und Tod, ein starker herrlicher Thier- kämpf, eine schöne Osterhetze:c. Dicß ist die gemeine Fraseolv^te.^ Es tzssnet sich ein Thor. Der Hetzmc ister tritt auf den Kampfplaz, thut mit der Hetzpeitsche ein.n Klatsch: und augenblicklich schweigt Mus/k und Lärm. Alles ist in stiller Erwartung« Noch ein Peitschenknall! ein wilder Ochs stoßt ein anderes Thor auf; der HetzMeister retirirt sich« Man läßt anfangs einige Lettfcigen von Hunten los, um das Thier bloß zu neken; und hitziger zu machen; endlieb kommen ein paar Veteranen des Hunds- zwingers; der Ochs hält ihnen die Horner dicht am Boden entgegen, aber eben dadurch gicvt er auch seine Ohren pr.eis. Sie packen ihn an bey^il Seiten bey --M."' . die- »7o Vlll. Abschnitt. Von Garten, Spa^ergattHen, dtesenExtremitäten, unb halten ihn stocksiill. Im Augenblick dieser Heldenthat fallen Pauken und Trompeten ein; ein Huzza des Pöbels, das Stampfen und Händeklatschen der H. H. Hetzliebhabcr attompagnirt dazu, und auf einen Wink des Meisters führen die tapfern Hunde den überwundenen Ochsen vom Plaz. Der nämliche Auftritt wiederhollt sich mit einigen Bären, Hirschen, Wölfen, Wildschweinen. Es ist gegenwärtig auch ein Löwe, eine Löwin, eine Hyäne, ein Leopard, Luchse, sie scheinen aber allemal etwas mit Opium betäubt zu seyn; denn ihre Tapferkeit ist eben nicht die größte. Den Beschluß macht gewöhnlich ein Feuerbär, der trotz des ihn umgebenden Feuerwerks leinen Raub holt und verzehrt. Die Thierhche ist i»? dem etgends dazu erbau-- ten hölzernen Amphitheater in der Vorstadt unter den Weißgärbern. Sie wird vom Monat März, bis zum November, auch manchmal mitten im Winter, alle Sonn - und Feyertage gegeben. Es dauert gewöhnlich über anderthalb Stunden. Der Anfang ist nach Verschiedenheit der Iahrszeit verschieden, und immer so, daß es mit Anfang der Nacht endiget. Die Preise sind für eine Loge i Dukaten; auf der Iten Gallerte links 4O kr. rechts mit gcsperren Sitz i fl. so kr. ohne gesperten Sitz i fi,; in dem 2ten Stock so kr, indem zten io kr. Neun- X——X 27^ Neunter Abschnitt. Von denen nahe um Wien liegenden Städten, Markflecken, Dörfern, und Lustschlössern, welche wegen ihrer schönen Gegend verdienen besucht zu werden. I. Annaberg, ein hoher Berg, 16 Meilen wcst- südlich von Wien, hinter Ltnienfeld und Dömitz, an der Poststrasse nach Mariazell, im St. Pöltner-Distrikt, im Landgericht Lilienfeld. Eine Stunde von hier ist das bekannte Silberbergwerk, welches im Jahr 1754. durch den Wirth am Annaberg entdeckt worden ist. In dieser Gegend siudet sich auch schwarzgrauer Marmor , Galmey:c. II. Altenburg, ein Pfarrdorf, Iv Meilen nordwärts von Wien südwestlich von Horn gegen das westliche Ufer der Kamp im Hornerdistnkt. Hier ist ein Benediktiner-Stift, welches die hier gelegene Pfarre zu versehen hat. Gegen die südliche Gegend von Altenburg findet man den grünen Mehlsand häufig. III. Aspern, an der Zenn, ein Markt mit einer Pfarr, westwärts an der Posisirasse nach Poysdorf im Aisserdorferdistrikt. Die Herrschaft hat ihr eigenes Landgericht. . I. BaadM . eine Stadt mtt einer Pfarre, und Dechanten Z Meilen von Wien, die hier gelegene Aä- der, die häufig besucht werden, geben dem Orte den Namen. Es ist allda eintCasino, und man tonn sich gut unterhalten. das ist: vom Ende des Möblinget Gebieths/ bis in den Brühl/ gerade zum Gasthöf angelegt ist, woraus der doppelte Vortheil erwächst, daß Man nicht nur den auf der Fahrsirassen unangenehmen Staub, und die heftige Sonnenhitze vermeidet« VII. BrUNU, ein Markt/ t Weilen von Wien tn Badnerdistrikt. In dieser Gegend wächst vsrtrefii- cher Wein« VIII. BMkerstorf, eine landesfürstltche Herrschaft mit einen Landgerichte, 2 Meilen von Wien« Hiet ist der erste Postwechsel ins Reich« I^t. Codenzel, liegt in de? Nähe des Kahlenbergs/ hat einen niedlichen Garten in wahren ländlichen Geschmack, darinnen auch seltenes Geflügel, Fi.- sche/ Grotten u. s. f. sind. Man muß ein Bittet aus dem Städten, MarktfleLen, Dörfern. Lustschlössern ic. -73 dem gräfl. Haus mit sich bringen, wenn man alles sehen will. I. Döblittg, ein Dorf ^ Meilen vSN Wien, zur Zeit der Weinlese ist der Ort sehr lebhaft. II. Dörnbach, nahe an dem Flecken Dornbach liegt diese schöne Villa. Das Lustschloß ist niedlich und hat eine reitzende Aussicht, besonders ist der allda sich befindende Garten herrlich. Einige für jedermann offene Alleen machen den Eingang des Gartens aus. In einer dieser Alleen sind zwey Maschinen zum Schaukeln. Die eine ist in ein Säulen hängender Stuhl; aber die andere ist von einer eigenen Art. Sie besteht aus et- Wallbaum, an dessen jedem Ende zwey sich durchkreuzende Hölzer sind. In diesen hängen 4 bewegliche Stuhle, die bey der Umdrehung des Baumes übereinander laufe«. In diese Stühle setzen sich 4 Personen, um das Gleichgewicht zu erhalten , und ein Mann setzt die Maschine in Bewegung. Die Abwechslung und das Ungezwungene in der Anlage dieser Villa , ist das Anziehendste und reitzendsie. Man kommt durch eine auf englische Art angelegten schöne« Garten, dessen Abwechslungen für das Aug unermüdend sind, in einen schönen Wald, der mit einer zahllosen Menge ganz natürlich angelegter Gänge durchschnitten ist , bald den Hügel hinauf, bald hinab. Nun öffnete sich die Aussicht in ein kleines romantisches Wiesenthal, das mit waltigen Hügeln umgeben ist. Zabme Hirsche, die sich gleich um den Menschen versammein laufen in diesem schönen Thale umher. Auf einer Anhöhe steht ein Dianentempel, aus welchem man cinc reitzende Aussicht über einen Theil dieser Anlage, de? Stadt Wien und ihrer Gegend hat. Dieser Thal ist von einen klaren Bache durchflössen, an welchen eine Menge kleiner Wasserfälle angebracht sind, die durch ihr sanftes Rieseln, die Stille dieses rom-^tisck er. S ?ha^ 274IX. Abschnitt, vsn denen nahe um Wien liegenden Thals etwas unterbrechen. Eine Anzahl schöner Brucken ist über diesen Bach gebauet. Am Ende des Thals, wo die Berge zusammenflössen, ist eine schauervolle, wilde rauhe Gegend, und ein Wasserfall, der über die stusfenweis hingesetzte Bretter, den gähen hohen Berg Herabrollt. Er ist nur zur Zeiten tn seiner ganzen Grösse zu sehen, wenn das oben gesammelte Wasser den Berg auf einmal hinab strommt. Unter die angenehmen Gegenstände des Gartens gehören eine Einsiedeley, die aussen ganz mit Baum- rtnte überzogen ist, und einige schöne Bassins Mit zahmen Cchwannen und Fischen. In einigen sind kleine Hochrothe auch rosenfarbige und blaue Fische. Kömmt man zu einem dieser Teiche, so rudern die Schwanen gleich herbey, und warten auf etwas Brod; die Fische versammeln sich in dichter Menge auf der Oberfläche deS Wassers, und geben durch ihre vermischte bunte Farben einen herrlichen Anblick. Schöne Gold-Silber- Fasanen und fremde Enten die hier sind, sind eben so zahm, wie die übrigen Thiere. Das gute Zutrauen, das hier 6ie Thiere so mancherley Art vierfüssige Thiers , Fische und Vögel, zu dem Menschen haben, ist ein Beweis des gvldnen Zeitalters, das in dieses Eli- sium zurückgerufen worden ist. Am höchsten Orte dieser Anlage sieht ein im chinesischen Geschmack gebautes kleines Lusihaus, um welches herum aussen eine Gallerte gehet. III. Drösitlg, ein Mark mit einer Pfarr, nordöstlich ckm Marchfluß, an der ungarischen Gränze, im Zissersdorferdistritt. IV. Dürrenstein, eine Stadt, Landgericht, am nordlichen Ufer der Donau, westwärts von Stein im Hornerdistrikt. Das in dem sogenannten Schwarzenberg gelegene Blepwerk ist bekannt. I. Eber- Städten/ Marktflecken, Dörfern, Lustschlössern tc. -7L I. EbergaßlMg ein Dorf, gehört dem edlen Herrn von Trattner k. k. Hofbuchdrucker und Buchhändler ist besonders wegen der Papiermühl sehenswürdig, . II. Cbersdvrf, einige Mellen von Wien, an der Donau, ein Dorf mit einem Schlosse, in welchem einige Kompagnien Artillerie liegt. Das Schloß de< Herrn Grafen Veterani, und der im engländischen Geschmack angelegte Garten, find sehenswürdig. Gleich beim Eingang des Gartens zeigt sich eine freystchWde grosse Sonnenuhr , deren Zahlen aus farbigen gläsernen Kugeln zusammengefetzt find, und wegen des sonderbaren, eine gute Wirkung thun. Der englische Garten ist einer der schönsten Anlage in und um Wien. Die grosse Mannigfaltigkeit der verschiedenen Gegenständen, die Abwechslung und Ueberraschung, die Gebüsche , schattige Gänge, Ruinen, Wasserfälle, Grotten, Eremitagen, sind sehr unterhaltend. Man kommt an einen alten verdorrten Baum, er öffnet sich, und es ist eine niedliche Einsiedeley. Man trtft dergleichen Cinsiedeleyen viele, nnd in Mancherley Geschmack angelegt an. Die Ruhebänke in diesen artigen Eremitagen find von Baumrinden und mit Mooß belegt. Ein sich schlängelndes Wasser, über welches kleine artige Brücken geschlagen sind, führt zu einer Wasseruhr, die ein kleiner durchfliessenber Bach in Bewegung setzt. Alles was man hier sieht, ist so artig, mit einem so mänllchen Geschmack angelegt, und so einfach natürlich, daß es gefallen muß. m. Ekartsau, ein Markt mit einet Pfarr, zwisen der Donau und denn Rußbach im Korneu- burgerchdistrikt. Die Herrschaft hat ihr eigenes Landgericht. IV. Ens, eine landes fürstl. Stadt, am Flusse gleichen Namens auf einem hohen Berg gelegen. Die hier befindliche Kirche zu Maria Schnee wurde erst im G » Jahr 276IX. Abschnitt. Von denen Nühe um vl?ten liegenden Zabr 155z zu einer Pfarr erhoben. Mit der Pfarr ist die Dechantey beständig verbunden. Diese Stadt hat ansehnliche Häuser. V. Enzerstorf an der Fischa ein Dorf. Bnzer- storf am Gebürge ebenfalls eines. Krlau ein prächtig ges Schloß und Garten den Fürst Schwarzenburg zugehörig. . VI. Erlau, ein Lustschloß und Garten des Für- sten von Stahrcmberg, anderthalb Stunden von der Stadt in einer ebenen Gegend. Der Garten ist sehr schön und geschmackvoll angelegt. Um ihn besehen zu können , muß man ein Erlaubnißbillet aus dem fürstl» Hause mitbringen. - VII. CrnstbrUNtt, ein Markt und Schloß dem Titl Hrn. Grafen Prosper Sinzendorf gehörig, hat eine prächtige Lage , allda befindet sich auch ein Obe^ lisk den Feldmarschall London zu Ehren errichtet. Es sind allda viele Merkwürdigketten. I. Feldsperg, eine Stadt, Landgericht und Pfarr, nordwärts an der Gränze gegen Mähren , im Ztssers- dorferdssrtkt, ist merkwürdig in Betref deS Schlosses und Garten. II. Feßelau> ein Schloß und Landgut des Grafen von Frieß hinter Baaden. III. Fischament, et« Markt 4 Meilen von Wien/ liegt gegen Preßburg. IV. Friedall, ein Schloß mit einem Landgericht , 9 Meilen von Wien > südlich von St. Pölten/ am östlichen Ufer der Bielach. Den Ort macht die hier gelegene bekannte Baron Grechtlertschc KattunMa- nufaktur merkwürdig. I. Äalitzill oder der Predigtstuhl genannt, liegt auf einer Anhöhe, ist niedlich gebauet, und hat eine prächtige Aussicht über die Stadt und umliegenden Gr-aenden. il. Ga- Städten, Marktfle.i'en, Dörfern, Lustschlössern:c. 277 -II. GüMMg, ein Markt tm Landgericht westwärts von Wien, südwestwärts von Melk, gegen die Gränze von Steyermark im St. Pöltnerdistrikt. Die hier gelegene ansehnliche Karthaus ist im Jahr 1782. in einem Alter von 45a Iahren erloschen. Aus dieser Gegend wird viel Holz auf der ErlafnachWien geflösset. Ben Gaming ist eine Quelle von einem sehr ergiebigen flüggen Bergöhl. Im sogenannten Ga- mtngerdistrikt werden 276 Häuser gezählt. III. Gersthof, eine Lokalkapelaney tm Landgericht Schwadorf hinter Weinhauß. IV. GlßhÜdel, eine Lokalkapel«ney im Landgericht Schönau, ohnweit Brühl. V. Göttweih ein ansehnliches Bergfchloß mit einem sehenswürdigen Bencdiktinerstift, io Meilen westwärts vom Wien; gegen Mautern im Tulnerdistrikt, z Meilen von Gottwick gegen Gerhof findet man Granat- stetne und Quarz. DasStift hat ihr eigenes Landgericht. VI. Grinzjng, ein Dorf nahe am Kahlenberg im Bruckerdistrtkt, tm Landgericht Klosterneuburg. VII. GUtenbrUNY, ein Markt mit einer Pfarr in der Eiscnwurzen, südlich am Etrengberg, in Ipserdisirikte, im Landgericht Salaberg. I. Haderstorf, ein Dorf mit einen Schloß, mit Weidling und Maria Brunn vereiniget. Allda ist das Monument des berühmten Feldmarschall Loudon. II. Heiligenkreuz , ein Dorf mit einen ansehnlichen Cisterzienftrstift, man fährt durch den Brühl tn der schönsten Gegend. III. Hamburg, eine Stadt an der Gränze gegen Ungarn tm Bruckerdistrikt. Der Ort hat eine beträchtliche Tabackfabrik. IV. Herrnals, ein Dorf gleich ausser der Linie wästl-ch von Wien b-finden sich, allda verschiedene Fabriken, wie auch ein Früulcjnstift. S ? V. S7SI X. Abschnitt, von denen nahe um Wien liegenden V. Herzogbmg, ein Markt, Landgericht und Pfarr am westlichen Ufer der Trafen im St. Pöltner- disirikt. Hier ist ein bekanntes larerqnensches Ehor- herrenstift, welches am gegenwärtigen Orte schon übep 521 Jahr steht. In dieser Gegend ist der Gedraite- bau sehr beträchtlich. VI. Hetzendorf, ein landesfürstl. Landgut mit «wem Schlosse und schönen Garten ohnweit Schönbrunn. VII. Hittberg, ein Markt an der Strasse von Lachfenburg, allda ist die Buwardtsche Kattonfabrik. VIII. Httzitch, ein Kirchhof, der Ort ist wegen des in dortiger Kirche vorhandenen Marienhilds, zu welchem vorzüglich in den Sommermonaten Wallfahrten geschehen, bekannt. Hjer sind auch verschiedene Fabriken. IS. Hvllitsch, ein schöner und nahrhafter Marktflecken, darinn befindet sich ein kaiftrl. Luftschloß, das ein Liebltngsaufenthalt des M. Apanz war, nebst einer wohl eingerichteten Fayancefabrtck. I. Jnzerdorf, ein Pfarrdorf, im Landgericht Wiens. I!. Jps, eine landesfärstliche Stadt mit einem Landgericht in der Eisenwurzen, am Flusse gleiches Namens, gegen das südliche Ufer der Donau. Hier ist ein Siechenhaus, in welchem Arme von Wien ihre Verpflegung erhalten. III. Judeuau, eine Lokalkapellaney, ohnweit der Tuln, mit einem Schlosse und Landgericht. I. Kahlenberg. Die Aussicht von diesem Berge ist sehr reitzend ^ man sieht nicht nur die Stadt Wien Mit ihrer ganzen Gegend, sondern bis in Ungarn und Mähren hinein, wo sich die Gebürge in blauer Entfernung jeigen! Die eine kleine Meile entfernte Stadt Wjen erscheint mit jhrem Staubwolken zu Yen Fussen des Stavten/Makktfiecken, Dörfern, ^nstschlössrrnzc. 2^9 des Beobachtenden , und die blaue Donau durchströmmt in unregelmässigcn Figuren, die grünen Auen, und bildet manche schöne Insel. An den Sonntagen hat man oft Gesellschaft auf diesen Berge, und ein Trak- teur ist mit Speisen, Wein und zwey schöne Sälen, deren einer mit gewirkten Tapeten ausgeztert ist, versehen. Ein naher Wald, und einige schattige Bäume, unter welchen Tische gestellt sind, nehmen die, die Natur liebende Fremden auf. Auf der Mitte des Bergs ist ein Brunn, der sehr gntes Wasser hat. Auf einer gegenüber stehenden Spitze des Gebirges auf der ussersten Ecken stehet der Leopoldsberg. Dieser ist noch höher als der Kahlenberg, und also seine Aussicht auch schöner, besonders da diese auch zurück gegen das Kloster Neuburg und die Donau hinaufgehet. In dem Rechten der alten Mauern, die Donau, eine so grosse Menge von artigen Dörfern, und eine so weite Gegend, welche Gebirge, wie Wolken schlüssen zu sehen, ist herrlich. Den Leopoldsberg trennt eine kleine waldigte Vertiefung von dem Kahlenberge, und man braucht eine starke halbe Stunde, um von einem auf den andern zu kommen, obgleich die Entfernung zwischen beyden nicht weit scheint. II. Kalspurg, eine Lokalkapellaney im Landgericht Mauer. Ist wegen seiner schönen Lage der MüV he werth zu besuchen. Der Hofjubelier edler von Mak hat allda ein artiges Gebäude. Hl. KarnabrUNN, ein Pfarrdorf, Die Herrschaft hat ihr eigenes Landgericht, und gehört dem Freyherrn von Haque. Hat besonders schöne Waldungen. IV. Kirchhof, ein Markt mit 157 Häusern, und Pfarr im Dccanat Spierol am Pinn, und unter der Vogtcy des Cisterzieuserstift Schlierbach gelegen. Dieser Ort ist wegen seines beträchtlichen Eisen- waarenhandels bekannt. S 4 DaS «8o IX. Abschnitt. Von denen nahe um Wien liegenden Das hier prachtvoll gelegene Benediktinerstift wurde im zten Jahrhundert errichtet. Hier ist ein Gymnasium, Lycäum, und eine Hauptschule; die hier gelegene adeliche Ritterakademie ist erloschen. Das Stiftgebäude hat eine angenehme Lage, ist von sehr grossen Umfange, und schön meublirt. Die Bibliothek, das Naturalien - und Kunstkabinet sind sehenswürdige Gegenstände, vorzüglich die Sternwarte. Der Markt hat gegen 102 Häuser , und befinden sich allda hübsche Gebäude. Die Einwohner leben von Feldbau^ und von den hier befindlichen Studierenden. Das Stift gehörte unter die in deutschen Erblanden gelegenen Stiften unstreitig zu den reichesten; da sein Vermögen an Geld- u. Geldeswerth sich auf vier Millionen bcläuft. Im Jahr 1785 haben zu dem Stifte 1? Pfarren, welche 157 Dörfer in sich begriffen haben» gehört. Man muß dem Stifte die Gerechtigkeit geben, daß in demselben die Wisscnfchften sehr ämfig getrieben wird; dasselbe hatte noch im gegenwärtigen Iahrszehent unter den tn den fammtlichen deutschen Erblanden befindlichen Stiftgeistlichen die meisten Schriftsteller, darunter Fixmüller, Grafer und Schir- man auch tn Auslanden mit Ruhm bekannt sind. . V. Klosternettburg, eine Stadt mit einem Landgericht 1^ Stund von Wien. Der Ort ist merkwürdig wegen des hier gelegenen anfehnlichcn latera- nensi. Chorherrnstifts, welches von der Eitelkeit feiner stolzen Baumeister einen Beweis giebt. Allda befinden sich grosse Schätze, eine Bibliothek und andere Seltenheiten. Unter andern befindet sich auch allda eine Zuckerrafftnerie. Zu den Lustreisen und Spazierfahrten um Wien gehört vorzüglich Klosterneuburg, dahin ist der anmnthigste Weg von der Welt, weil man nahe an der Donau die schönste Gegenden entde- ßklt, In Pen Sommertagen ist ejn Nachmittag zurci- Stödten, Marktflecken, Dörfern. Lustschlössern ^ »8r chend, sich dieses Vergnügen zu machen; der Nachmittag ist dazu desto bequemer, weil man wegen der hohen Berge, die sich an einer Seite befinden, im beständigen Schatten fährt. " VI. Krems, eine wohlgebaute Stadt unweit der Donau, in welche unterhalb der Stadt der Fluß Krems fällt. Sie nennt sich eine kaiserl. Kreisstadt, weil das Kreisamt hier seinen Sitz hat. In dieser Gegend wird die Farbenerde gegraben, aus der das sogenannte Kremserweiß verfertiget wird. Diese Stadt war in Abfall gerathen; um ihr wieder auszuhelfen, ist 1768 eine grosse Sammetmanufaktur errichtet worden. VII. Kremsmünfter, am westliclen Ufer der Krems, ein Markt und Dikariat im Decanat Thalheim. VII. Korneuburg, eine landesfürstl. Stadt mit einer Pfarr, am nordlichen Ufer der Donau an der Poststrasse nach Stockerau. Hier ist der Eitz des Kreis- amts von dem Viertel unter den Mannhartsvergj auch ist hier seit 1788 eine Hauptfchule. I. Laad, ein Dorf mit einen Gesundbrunnen, füdwestwärts von Wien an der Strasse über Atzgerstorf, im Baadnerdistrikt. II. Lachsenburg, ein Markt, 2 Meilen LLN Wien an der Poststrassc nach Oedenburg im Bruclei- disirikt. Allda befindet sick das kaiferl. Lustschloß und englische Garten. Wenn sich der Hof da befindet, wird es sehr stark besucht. Gehet auch eine Allee dahin. III. Langlvis, ein landcsfürsiliöer Markt, 2 Meilen nordwärts von Krems. In diesen-Gegend wird viel Wein gebauet, der ebenfalls zu Mittlern Gattung gehört; auch wird in dieser Gegend viel Obst auf der Donau jährlich nach Wien geführt. Auf den sogenannten Laserbcrg findet man braune Märgel, Schiefer, schwarze Hornblende, Glienmer. Der Markt liegt im Kremserdistl itr, im Landgericht Krems. S 5 iV. Lan- »82IX Abschnitt. Von denen nahe vm Wien liegenden IV. Lanzendorf, an der Strasse nach Webling , es befindet sich allda ein Franztstanerkloster, und wird dahin stark gewallfahrtet. V. Leopoldan , im gemeinen Leben Eypeldau, eine Pfarr südlich von Korneuburg am nordlichen pfer der Donau, im Korneuburgerdistrikt. Von dieser Gegend kömmt wöchentlich sehr diel Federvieh, als: Gänse, Enten ze. nach Wien zum Verkaufe, - VI. Liestttg, gehört dem edlen Herrn von Kurz- Heck k. k. Hofbuchdruckei-, Groß - und Buchhändler ist wegen seiner schönen Lage besonders merkwürdig, und das Schloß verdient wegen fetner geschmackvollen Einrichtung in Augenschein genommen zu werden. t VII. Allenfeld, ein Markt, mit einer Pfarr, am östlichen Ufer der Trafen, 12 Meilen westsüdltch Kon Wien. Hier ist der Postwechsel zwischen St. Pölten und Dürrnitz. Die Abtey des hier gelegenen ansehnlichen Cisterzienserstift hat ihren eigenen PrHlaten. Die Kirche ist eine der prächtigsten in ganz Oesterreich. Die AltHre sind von schwarzen Marmor, der nahe bey diesen Art gebrochen wird. Die Herrschaft hat ihr eigenes Landgericht. Die Walbungen sind in dtefer Gegend ungemein beträchtlich, und liefern jährlich viel tausend Klafter Brennholz. VIII. LoSdorf, ein Markt, mit einer Pfarr an der Poststrasse nach Mölk, im St. Pöltnerdistritt, im Landgericht Salaberg. Dieser Ort ist durch das protestantische Gymnasium merkwürdig, welches der f. k, Areierhauptmann Christoph Herr von Losenstein auf Gchalaburg und Weiffenburg, im iHten Jahrhundert gestiftet hat, von dessen Sohn aber im Jahr 1524 zu» Gange gebracht worden ist. Die Schutte hatte ^ Klassen. IS. kofenstein , ein Pfarrdorf, Dekanat Steyer untcr der Vögten des erloschenen Benedittinersttfts zu Gar- Städten, Marktflecken, Dörfern, Lustschlössern/.?. 28z Garsten. In dieser Pfarr belaufen sich die Cismars better über I2OO Köpfe. I. Mannersdyrf, wird wegen der Schwarzleitnerische Lionischen Wagrenfabrik stark besucht. II. Marbach / ein Markt und eine Pfarr am nordlichen Ufer der Donau, am Flusse des Marien- taferlberg, westlich van Stein im Kremserdistrtkt, im Landgericht Weissenberg. Hier wird viel Wein gebauet, III. Mariabrunn, ein Ort , welcher verdienet von jedem Fremden wegen seiner vortreflichen Lage in Augenschein genommen zu werden. IV. Marjataferl, ein auf einen hohen Berge hinter Marbach gelegenes sehr bekannter Wallfahrtsort, der vorzüglich in dem Sommermonaten sowohl von den Böhmen und Mähren als Ob-und Unteren- fern häufig besucht wird. Der Oxt liegt im Kremser- dtstrikt. V. Mariazell, darinnen ist die prächtige, vor einigen Jahren aufgehobene Benediktinerabtey. Die berühmte Klosterkirche, welche die größte in Oesterreich ist, worinnen das allgemein bekannte wunderthä- tige Marienbild aufbewahret steht, zu welchem stark gewallfahrtet wird. Den in der Mitte der Kirche angebrachten Gnadenaltar umgiebt ein Gitter von einem Silber. Maria Theresia beschenkte diese Kirche mit einem Altarblatt von Silber, das auf dem Altare der Schatzkammer zu sehen ist, und zoo Mark wiegt. Die hiesige Schatzkammer ist übrigens in Rücksicht auf ihr? Kostbarkeiten merkwürdig. Ausser dem enthält de? Flecken ein Hospital; ein berühmtes Eifcngußwerk zu Kanonen, Kugeln , Oefen u. d, gl, einen Eisenhammer und mehrere Schmieden. In der umliegenden Gegend werden Torf, Kalk und Marmor gegraben, auch viel? Hammerwerke betrieben. Die dcyden Hauptstrassen Kon Wim und von Gratz nach Marxzell, sind stations- Mi- S84IX' Abschnitt. Von betten nahe um Wien li egenden wejft mit reichen und wohlgebauten Klöstern und Ab- tenin besetzt, vorzüglich die Wienerstrasse. Hierfindcc man in den Abteyen kostbare Zimmer, zum Gebrauck des kaiserlichen Hofes, auf feinen Wallfahrten nach Marxzell eingerichtet. Auf dieser Strasse, 4 Stun.- den nördlich von Mariazell, vor dem berühmten Wallfahrtsorte St. Annaberg vorbey. Unweit desselben, liegt das ttzt nicht mehr eintragliche Annaberger Eil,- bcrbergwerk, auf dessen Seigerhütte viel ungarisches Kupfer gefetgert und dann vermünzt wird. VI. Mauer, ein Dorf im Baadnerdistrikt. Der Ort hat zwey Kasernen, von welchen sich eine herrliche Ausstckt in die südlichen Gegenden zeigt. VII. Mauerbach, ein Dorf, 2 Meilen von Wien am Flusse gleiches Namens im Walde, eS befindet sich allda ein Stechenhaus für Arme. VIII. Medling, ein Markt mit einen Landgericht 2 Meilen von Wien, im Baadnerdistrikt. DerOrthqt ansehnliche Häuser, und liegt in einer reihenden Gegend. IX. MeidliNg, ein Dorf ohnweit Echönbrun mit einem Gesundbrunnen, bey welchen sich ein schönes Gebäude befindet. X. MeißaU, ein Städtchen mit einer Pfarr« am Flusse des Maunhartsberg, nordwärts gegen Bülkau , im Korneuburgerdistrikt. XI. Melk, ein Marktflecken, am Flusse gleiches Namens, l i Meilen westwärrs von Wien, mit einen Postwechsel zwischen St. Pölten und Kem- Melbach im St. Pöltnerdistrikt, war vormals eine Stadt. Den Ort macht das allda befindliche Benedttttnerstift merkwürdig, es zählt bereits ein Alter von 699 Jahren. Die Abtey tst besonders merkwürdig wegen ihrer Bibliothek, die sehr reich an Manuscrtpten tst, Es hat einen eigenen Prälaten. Das Stift liegt auf ei- ktzMMi > NM- p^adten, Marktflecken/ Dörfern, Lustschlössern!c.28L nciu hohen Felsen am südlichen Ufer der Donau. Vor Alters stand an dessen Platz ein Schloß, das die Nö- mcr (?sttrum terreutA nannten. .Die Herrschaft hat ihr eigenes Landgericht. XII. Misttlbach, ein Markt mit einer Pfarr, an der Zcya an der Strasse nach Poysdorf, im Zt- stersdorferdistrikt. XHI. Mönchendorf, ohnweit Laxenburg, allda ist zu Fricdcnszcitcn im Monat August gewöhnlich ein Lager von 12 bis i4,c>Oc> Mann, welches einige Tage lang in der umliegenden Gegend seine Manövres macht» Wührenb dieser Zeit wird der Ort stark besucht. I. Nadeldurg , südwärts von Wien bey Neustadt im Distrikt gleiches Namens. Der Ort hat seinen Namen von der hier befindlichen Messwgwaa- 5enfabrik, die jetzt Graf Theodor Bathyany besitzt. II. Neudorf, ein Pfarrdorf mit einem Schloß und Bräuhause, südostwärts von Wien an der Poststrasse nach Baaden mit einem Postwechsel. III. Neuhaus, ein Bergschloß mit einer ansehnlichen landesfürstl. Cpiegelfabrtk, südwärts von Wien an der Strasse nach Baaden, im Distrikte gleiches Na^ mens und tokalkavellsney. IV Neustadt, eine hübsche, aber nicht zu volkreiche Stadt, hat eine vortrefliche Militärakademie/ liegt am Zusammenfluß der kleinen Fischa und des Kehrbaches. Es hat 6 Klöster und ein Komthurey- haus des deutschen Ordens. V. Nußdorf, ein Pfatrdorf westlich von Wien an der Donau im Landgericht Klosterneuburg, allda befinden sich schöne Gebäude, und besonders i«r Herbst- jeit wird es statt besucht. i. ort. sLü IX. Abschnitt. Von denen nahe um lvien liegenden I. Oedenburg, eine köntgl. Freystadt, liegt ausserhalb des Raabflusses. Sie leitet ihren Ursprung von den Römern, und war der Standort der 15 Legionen. Menschen befinden sich allda gegen novo. Die Bürger sind meistens deutsche, treiben starken Handel, und nähren sich größtentheilö vom Tuchmachen, das sie nach Slavonien und Kroatien führen. Alle Freytage wird hier ein grosser Viehmarkt gehalten. Die Stadt hat ein Domkapitel und verschiedene schöne Kirchen. Der StadtthurM ist sehenswürdig, er ist der höchste in Ungarn. II. Ort / ein Markt, Landgericht und Pfarr, am nordostlichen Ufer der Donau bey Ertardsau, imKor- neuburgerdistrikt. In dieser Gegend sind beträchtliche Walldungen, welche zu den lanvesfürstl. Forstamt tn Wolkersdorf gehören. III. Ottagring, ein Pfarrdorf in Landgertche Wiens j Meilen westlich von Wien an Kahlenberg. Die Gegend hat gute Wetngewächfe. I. Penzing, ein Pfarrdorf t Meilen südwärts von Wien an der Strasse nach Burkersdorf, im Baadnerdistrikt , im Landgericht St. Veit. Hier ist eine beträchtliche Seidenbandmanufaktur. II. Pertholsdorf, ein bekannter Marktflecken wo guter Wein wächst, allda befinden sich viele Fabriken, der Ort ist hübsch. Zur Sommerszeit wohnen viele Wiener da, und ist wegen seiner schönen Lage besonders sehenswürdig. Die Kirche so sich allba befindetest eine der ältesten in ganz Oesterreich. III. Pirawart, eine Pfarrdorf, ostwärts der Poststrasse nach Gaunersdorf, im Ztstersdorferdtstrikt. Der hier gelegene Gesundhettsbrunnen ist bekannt. IV. Gr. Pölten, liegt am Fluß Trafa, «nd ist eine wohlgebaute und ziemlich lebhafte Stadt. In tiefer Gegen» wächst Pixler »nd guter Safran. Städten, Marktflecken/ Dörfern, Luftschlössern:c. -8? V. Pötzelstorf , eine Lokalkapellaney hinter den Gersthof. VI. Potkenbrunn, ein Pfarrborf, Schloß und Landgericht am östlichen Ufer der Trafen 7 Meilen von Wien, zwischen Bärsch'ling und Sr> Pölten. Hier ist ein beträchtlicher Schafhof. Vit. PreKballM, ein Mardorf, hinter Burkersdorf. VIII. Preßburg, liegt an dem nördlichen Ufer der Donau. Gegen Morgen, Mittag Und Nordost hat es eine Ebene auf viele Meilen ; gegen Abend und Norden wird es von dem daran siosscnden Gebürge, daS mit Wein bepflanzet ist, bedecket. Cie ist eine königl. Freysiadt, die Hauptstadt des Landes, und zugleich der Krönungsort. Ihre Lage ist sehr gesund; und sie hat einen Ueoerfluß au Bergquellen und guten Trinkwasser. Die Volksmenge beläuft sich auf iZvoc) Seelen z ovschon seit Verlegung der Statthalterey nach Ofen die Bevölkerung stark abgenommen hat. Sie hat ein Domkapitel mit 12 Kapttularen, denen ein Probst vorsteht, und zwey Gymnasien. Der Stadtmagistrat besteht aus iZ, sowohl katholischen als evangelisch-lutherischen Gliedern, aus denen alle 2 Jahre der Richter , Bürgermeister , und Hauptmann, und zwar auS beyden Religionen gewählt wird. Die Meisten Bürger sind deutsch, die sich von Handlung, Künsten, und Handwerken, zum Thetl auch von Weinbau nähren. Auf dem Hauptaltar der Pfarrkirche steht das von Bley gegossene Bild des heiligen Martins, ein Werk deS unsterblichen Donnero. Preßburg hat 9 Kirchen, s protestantische Bethäuser , und mehrere Kapellen. Unter den weltlichen Gebäuden zeichnen sich das Haus der königl. Statthalterey, die königliche Hofkammer, das Gcneralkom- mandvhaus / «nd mehrere PalWe ans. Vor dem ehe- ma- s88 IX. Abschnitt. Von denen nahe um Wien liegenden maligen Theresienthor steht ein artiges und geräumiges Schauspielhaus, und daran der königl. Kornspeicher. In dieser Gegend befindet sich rechts abwärts eine kostbare Mililörkaftrne. Gleich daneben ist die gewöhnliche Ueberfahrt vermittelst einer fliegenden Brücke , und jenseits des Ufers eine Au mit reizenden Spaziergängen. Das sehenswürdige königl. Schloß liegt ungefähr 500 Schritte von der Stadt westwärts auf einem überaus lustigen Hügel mit einer reizenden Aussicht. Au diesem Schloß gehört der sogenannte Schloßgrund, der aus dem Schloßberg und dem berüchtigten Zuckermantel besteht« Einer der angenehmsten Spaziergänge ist über das Gebürg weg nach den Mühlen hinaus, wo man verschiedene Erfrischungen und guten Erlauer Wein findett I. Rabensspurg, -in Bergschloß, Landgericht und Psarr an der Theya,wo dieselbe fich mit der March vereinigt. Ii. Ranna, 6M Flüßchen gleiches Namens, welches sich bcy Spitz in die Donau ergießt, im KreM- serdtstrikt. Das hier gelegene St4 Pauls EremitenkloF sier ist erloschen. III. Raps, ein Markt mit einer Pfarrdekanat am östlichen Ufer der Theva im Hornerdistrikt. IV. Rauhenstem, ein Landgut mit einem Schloß und Landgericht > dicht an der Stadt Baden«, im Distrikte gleiches Namens. Der Besitzer dieser Herrschaft ist Baron von Dolbhoff. In dieser Gegend bricht Matt schönen Marmor. V. Rodau», ein Dorf mit einem Schloß / wovon GrafFuchs Besitzer ist, 1 Meile westlich von Wien «m GebKge, zwischen Bertholdsdorf und Kalkfpurg am Badnerbistrikt im Landgericht Bertholdsdorf. Der Ort hat einen Gesundbrunnen, der häufig besucht wird; seit Städten, Marktflecken, Dörfern, Lustschlössern!c. 289 fett kurzem ist eine Salmiakfabrik daselbst angelegt worden. In dem da gelegenen Gebirge findet man Marmor. VI. Roschütz, ein Markt, Landgericht und Pfarr am südlichen Ufer der Bulka, und westwärts an dem Mannhartsbera im Rötzerdistrtkt. VII. Rötz, eine'Landesfürstliche Stadt an der Notzach, Landgericht und Pfarr, westnördlich an der Gränze gegen Mähren. In dieser Gegend wird gurer Wein gebauet. I. Säusenftein, ein Cisterztenserstift am West- nördlichen Ufer der Donau. II. Sch!vßhvf, das Schloß kam von den Erben des Prinzen Eugen an den Kaiser Franz durch Kauf. In demselben gteng am 8ten April 766. die Trauung I. K. Hochheit der Prinzessin Christine mit dem Herzog Albert von Pohlen und Sachsen vor sich. III. Schönborn liegt hinter Stockerau, der Besitzer davon ist der Graf Schönborn, allda befindet sich ein prächtiges Schloß und schöner Garten. IV. Gchönbrunn, das berühmteste kaiserliche Lustschloß li gt eine kleine Stunde von den Linien Wiens entfernt, und ist einer der vornehmsten Orte des Vergnügens der Wiener, der besonders des Sonntags glänzend ist. Das Schloß ist weitläufig und prächtig möblier. Es wird zu allen Zeiten den Fremden gezeigt, hat aber mit aller seiner Pracht nicht so viel anziehendes als der schöne Garten, der jedermann offen steht. Zur linken Seite ist ein schöner kleiner Garten mit bedeckten Gängen und Häuschen. Der grosse Garten hat reLelmässig gepflanzte, gedeckte und offene Alleen, mit Buschwerk Statuen, Fontänen, Grotten, Ruinen, Terassen, Irrgärten. Das Ende des Garten hinter dem Schlosse erhebt sich mit einem waltigen Hügel, dessen Mitte ausgehauen ist, und durch Terassen, auf welchen Bassms angebracht sind, sich nach und nach T er- i«9v IX. Abschnitt, von denen nahe um Wien liegenden erhebt. In diesen Bassins sammelt sich das Wasser, und thcilte es den untern Fontänen mit, die sehr hoch springen. Auf der Spitze des Hügels steht eine Gloriette, sn welcher Trophäen angebracht sind. Diese Gloriette beherrscht eine sehr schöne Aussicht über den Garten, die Stadt Wien, und die umher liegende weite Gegend Wiens. Zu beyden Seiten ist Wald, durch welchen krumme sich schlängelnde Gänge, Rasenbänke, steinerne Tische und Bänke angebracht sind. In diesen schattigen Hain entspringt auch das schöne krysiallklare kalte Wasser, welches Schönbrunn den Namen giebt. Dieses Wasser ist vortreflich. Die gedeckten Alleen und die vielen springenden Wässer mässtgen die Sommerhitze etwas, so, daß man auch in den heisscn Tagen des Sommers mit Vergnügen spazieren kann. Oft hat man an den Fontänen ein reizendes Schauspiel. Wenn neben den Sonnenscheine ein Wind wähet, so treibt dieser das fallende Wasser in kleine Thetle aus einander, und die Sonnenstrahlen bilden aufjhm einen natürlichen Regenbogen. Auf der rechten Seiten des Gartens ist der Thiergarten, dessen Eingang mit eisernen Gütter verschlossen ist, aber des Sonntags für Jedermann ge- öfnet w,rd. Der Thiergarten hat für sich durchkreuzende Zugänge, zwischen welchen die Behältnisse der Thiere in einer Rundung herumlaufen. In der Mitte steht ein kleines achteckiges Gebäude. Diese Behältnisse sind durch Mauern von einander abgesondert, und an der Vorderseite mit eisernen Stäben vergittert. Im Hintergrund ficht ein kleiner Pavillon, der zur Wohnung der Thiere dient« In der Mitte ist eine Fontune, und. zu beyden Seiten an den Wänden sind Bäume. Die Thiere die noch hier sind, sind türkische Schaafe, Böcke , getiegcrte Reh, Fischreiger', Kropfgänse, Echwg, neu, Adler, indianische Raben, Papagenen, fremde Katzen« Auf der linken Seite des Gartens Her, vom Ein- Staöten, MarktfleSen, Dörfern, L.ustschlöisern)(. 29s Eingang des Schlosses, an der Gränze des anstos- senden Waldes steht auf einem erhöhten Grotten, werk ein hoher Obelisk mit einer Innschrift, daß ihn Maria Theresia und Joseph hat erbauen lassen. V. Schwächst, ein Markt mit einer Pfarr, östlich 2 Meilen von Wien an der Strasse nach Ungarn mit einem Postwechsel, im Bruckerdistrikt, im Landgerichte Ebersdorf. Allda befinden sich verschiedene Mc- nufakturen, besonders ist sehenswürdig die von Ba- benthalische Kottunfabrik. VI. SeitenstätteN, ein Benediktinerstift, am westlichen Ufer derIps, westlich gegen Steyer tmIpser- distrikt. In diesem Stift ist eine sehenswürdige Bibliothek. Das Stift zählt bereits ein Alter von 67z Iahren. VII. Sieghartskirche, im gemeinen Leben Si- tzcrskirche, ein Markt mit einer Pfarr, 4 Meilen westwärts von Wien, mit einem Postwechsel zwischen Burkersdorf und Bärschltng tm Landgericht Neulengbach. VIII. Simeriug, ein Pfarrdorf, ostlich 5 Meile von Wien, an der Poststrasse nach Schwechat. Hier ist eine Bierbräuerey. IX. Sonntagsberg, ein Pfarrdorf mit einem bekannten Wallfahrtsort, gegen das ostliche Ufer der Ips. Die Kirche ist sehenswürdig, der dieselbe Gran gemahlt hat. Das hier gelegene Amt gehört zur Herrschaft Seitenstätten. X. Spls, ein Markt mit 178 Häusern, Landgericht und Pfarr am nördlichen Ufer der Donau im Kremserdtstrikt. Hier ist ein Siechenhaus, in welchen ein Theil der Armen von Wien ihre Verpflegung erhalten. In dieser Gegend findet man Glimmer, mit einer Art weiß grauer marmorirten Seifenstein vermischt, Marktstein, braunes Kupferpecherz, Hornble»? de, leberrochen Bolus. Die hier gelegene Kupfervitriol-Siedercy wird nun wieder betrieben» T- XI. 292IX. Abschnitt. Von denen nahe um Wien hegenden XI. Stammersdorf, ein Pfarrdorf, 2 Met. len nordwärts von Wien mit einem Postwechsel im Kor- neuburgerdtsirikt. Von hier führt die Poststrasse ost- nordltch nach ins Mähren, und befindet sich ein schönes Posthaus allda. - XII. StelN, eine Landesfürstliche Stadt mit l8- Häusern am nördlichen Ufer der Donau, oberhalb Krems. Die vielen Schiffe, die hier gewöhnlich anländen, machen den Ort sehr lebhaft, vorzüglich zur Jett der Weinlese, um welche Zeit sich viel Wirthe, vorzüglich vom Lande ob der Enns zum Einkauf des Weins einfinden. Die sogenannte Linzer - Ordtnart hält hier gewöhnlich Nachtquatter. Die hiesigen Weingewächse gehören zur mittern Gattung, halten sich aber lang. Die Stadt ist mit Krems vereint. ' XIII. Steyer hat 365 Häuser und 1704 Einwohner. Sehenswürdig ist: die Fürstlich Lambergisch- Burg , der Schloßhof genannt, auf einem steifen Fel- sen an der Spitze, wo sich der Steyerfluß in die Ens ergießt. DaS ehemalige Iesuttenkollegium mit einer schönen Kirche. Das Urselinerkloster, welches allein von den z vor 1782 hier blühenden Klöstern übrig geblieben ist. — Das Hospital. — Steyer war ehemals wegen setner trcfitchen Stahlfabriken durch ganz Deutschland berühmt,' und noch ttzt beschäftigen sich die Bürger mit Stahl - und Eisenarbeit. Dennoch findet man itzt kaum den Schatten des ehemaligen Flores. Das Eisen wird von den innerbergifchen Eisenwerken, deren Nerlagsstadt Steyer ist, theilS auf der grossen ic> Meilen langen Kommerzialstrasse theils auf der Enns htc- her gebracht, und verarbeitet« XIV. Stvckerau,ein Landesfürstlicher Markt, mit 215 Häusern und einer Pfarr im Korneuburgerdi- sinkt, im Landgericht Kreuzensietn. Von hier führt die Strasse nach Böhmen. Stockerau hält beträchtlich Korn^ märt- Städten, Marktflecken, Dörfern, L.ustschlössern!e. 29 Z Märkte. Die hier gelegene Miliz-OekonomiekommWon tft nach Wien verlegt worden. XV. Stoß, ein Markt mit 158 Häusern und einer Pfarre, an de? Gränze des Obermnahartsberg im Korneuburgerdisirikt, im Landgericht Grafeneck. I. Thalheim, ein Pfarrdorf, jensett der Traun auf einem hohen Berg, von welchem man doch die herrlichste Aussicht hat, gelegen; die Pfarr liegt in Dekanat gleiches Namens, und ist ein Eigenthum des Benediktinerstifts zu Kremsmünster. II. Traskirchen, auch Draßkirchen ein Markt, Landgericht und Pfarr, 2 Meilen südwärts von Wien. Hier ist der Sitz des Kreisamts des Viertels unter den Wienerwald. Der Fürst von Auersperg unterhält hier eine ansehnliche Saidenflor-Manufaktur. III. Trasmauer, ein Markt mit einem Schlosse, Landgericht und Pfarr, am östlichen Ufer der Trafen gegen die Donau im Tulnerdistrtkte, im Landgericht Königsstätten. I V. Trauneck, ein jenfeit der Traun, auf einem hohen Berg in der Pfarr Thalheim gelegenes Schloß. Nach der Fischerifchen Charte liegt auch ein Dorfglei- ches Namens am Hallstattersee, aus welchen die Trau» hervorquillt, und ihren Lauf weiter nimmt. V. Trautmannsdorf, ein Markt und Pfarr Z Meilen ostfüdwärts von Wien, an der Poststrasse nach Ungar« im Brucknerdistrttt. Die Herrschaft ein Eigen, thum des Fürsten Bathyany, hat ihr eigenes Landgericht. VI. TUlN, eine kandesfürstliche Stadt mit einem Landgericht, 4 Meilen westlich von Wien 'am, Flusse gleiches Namens, am südlichen Ufer der Donau. Hier ist eine Wollenbandmanufaktur. T z I -94 lX. Abschnitt, von denn»;heum Wien liegenden I. St. Veit, ein Pfarrdorf mit einem ansehnlichen Bergschloß und Landgericht an der Wien hinter Hietzing. II. Vöglbruck, eine Landesfürstliche Stadt mit einer Pfarr, am Flusse gleiches NamenS, im Decanat Wels. Hier ist der Posiwechsel zwischen Lambach und Haag. III. Vösendorf, ein Markt mit einer Pfarr an der Donau, unterhalb Spitz, im Landgericht Dürenstein. I. WähriNg, gleich ausser der Linie gleiches Na, mens. Allda haben viele Wiener sehr schöne Sommer- gebäude und Gärten. Besonders im Herbst trist man da immer grosse Gesellschaft auf dem Saal zum Bier- sack genannt. . II. Waidhofen, eine Stadt, hat?48 Häuser, worunter 90 Schmieden. Sehenswürdig ist allda : das Bischöflich Freysingsche Schloß. — Die ansehnliche Pfarrkirche. ^- Das Kapuzinerkloster, das Armenhaus, das Vurgerhospital mit seiner Kirche, die Schleifmühle an der Jps, die berühmten Eisen und Stahlfabriken jn der Stadt und der umliegenden Gegend. Ausser diesen Schmieden giebt es in Waidhofen und Zell noch gegen tZo Gschmeidlermeisier, das sind solche, die kleine Eisenwaare, als: Messer, Feilen u.'d. gl.>erferti- gett. Waidhofen, zum Unterschiede der gleichnamigen nördlich von der Donau gelegenen Stadt., Bayrisch Waidhofen genannt, gehört dem Bischofs von Frey- singen, und hängt durch dteIpsbrücke mit dem Markte Zell zusammen. . III. WeidliNgSU liegt zwischen Mariabrunn und Vutkerstorf. Allda ist eine herrliche Gegend und schönes Schloß. Sommerszeit wird dieser Ort stark bb- sucht. ES ist allda ein grosses WirthshauS mit einem niedlichen Saal. IV Städten, Marktflecken, Dorfern, Lustschlössern!c.«95 I V. Weikersdorf, ein Markt mit einer Pfarr, wcfinordlich von Wien, im Aistersdorferdistrikt. Hier ist der Postwechsel zwischen Stockerau und Meißail. V. Wejssentirche, ein Markt und Pfarr am nördlichen Ufer der Donau, hinter Dürenstetn, im Kremserdistrikt, im Landgericht Dürrenstein. VI. Wels, eine Landesfürstliche Stadt an der Traun, sie wird in zwey Pfarren abgetheilt, in die Stadt-und Norstadtpfarre. Die Stadtpfarrr ist mit dem Decanat verbunden. Hier ist der Postwechsel zwischen Neubau und Lambach. VII. Wilhelmsburg, ein Markt mit einer Pfarr, am westlichen Ufer der Trafen, südlich von St. Pölten, io Meilen westlich von Wien, zwischen St. Pölten unk Lilienfeld, an welchen letztern Ort der Markt gehört. VIII. WilheriNg, ein Vtcariat, im Decanat Weizenktrche. Mit dem hier gelegenen Cistercienserstift wurde das in Engelszell gelegene Stift gleiches Namens vereinigt. IX. Wmdischgärsten, eine Marktpfarr, im Decanat Steyer, unter der Vogtey des Kollegiatstifts zu Spital am Pirn. Hier waren vormals Wenden ans gesessen. I. Zeiselmauer, ein Markt mit einer Pfarr, am südlichen Ufer der Donau, an der Gränze des Unterwienerwaldes im Tulnerdistrikt, im Landgericht Kö- niqstätten. II. Zell ob der Jps, ein Markt mit einer Pfarr im Landgerichte Gleiß. In diesem Orte befinden sich viele Eisenschmiede, welche unter andern sehr feine Angeln um Forellenfang verfertigen. III. Ziestersdorf, eine Stadt, Landgericht und Pfarr, otinärts von Gaunersdorf. T 4 IV. 29b X. Abschnitt. Nachrichre?! von den verschobenen * IV. ZtMiM, eine Stadt darinnen ist besonders merkwürdig, das Schloß in dem man noch eine alte heydnische Kapelle zeigt. Das Rathhaus und 4 Klöster, von welchen die Karthause das Bemerkungswer- thesie tst. Die Lederfabrik, die trefiiches Leder verfertiget. Ausserhalb der EtSbt an der Taya, die aufgehobene Prämonstratenserabthey Brück oder Luka. Das Kloster der Kreuzherrn mit dem rochen Stern, dicht bey der Stadt auf einem hohen Felsen. V. Zwettel, eine landesfärstl. Stadt mit einem Landgericht und Prälatur Pfarr, am Flusse gleiches Namens, westwärts von Wien, westnordwärts gegen die Gräuje von Böhmen und westwärts gegen das Land ob der Ens. Zehnter Abschnitt. Nachrichten von den verschiedenen Diw gen, die besonders einem Fremden tnteres- siren, und zu wissen nothwendig und auch nützlich sind. Abschnitt enthält einzelne Nachrichten von allerhand Art, die ich in keine weitere Ordnung zu bringen weiß, als daß ich zusammensetze; was einem Fremden bey seiner Ankunft, beym Aufenhalte und bey der Abreife ungefähr zu wissen nöhtg seyn kann. Einige Anmerkungen dürften manchen Leser unnöthtg oder zu wenig beträchtlich scheinen, man bedenkt aber nicht, wie vielen Verlegenheiten ein Fremder ausgeätzt ist, wenn er in einer grossen Stadt ganz unbekannt Dingen, die vesond. einem Fremden lmeresstten ze. »97 kannt und von gewissen Kleinigkeiten nicht unterrichtet ist, ja vielleicht niemand bey der Hand hat, der ihm zuverlässige Nachrichten geben kann. Bey der Ankunft auf der Gränze der k. k. Erblande werden die Koffer der Fremden, die mit Extrapost oder eigenen Pferden ankommen, von den Accisse- beamten mit Bley versiegelt oder plombiret. Die Anordnung hat zur Absicht, die Contrebante und sonstige Defraudationen der Accise zu verhüten. Wer seinen Koffee an der Gränze nicht plombtrt haben will, muß sich daselbst Visitiren lassen, worüber ihm Zsug- niß gegeben wird« Wer nichts oder sehr wenig accis- bares und keine plombirte Koffer hat, kann sich in Wien bey der Linie Visitiren lassen, und kann denn nach Hause fahren« Wer aber accisbare Maaren hat, oder dessen Koffer plombirt ist, muß auf die Hauptmauth fahren, wo ihm allezeit eine Poltzeywache mit gegeben wird, die ihm bis dahin begleitet, wo die Visitation geschieht. Fürnämlich muß sich ein Fremder hüten, sür Schnupf-und Rauchtoback. Uebrigens sind auch alle fremde Waaren und Sachen verbothen, die im k. k. Landen vom innländischen Manufakturen und Fabriken verfertiget werden, und da fast alle Waaren im Lande verfertiget werden, so erstreckt sich auch das Verboth, wenig ausgenommen, auf alle durch Kunst und Fleiß gemachte Waaren, besonders aber, auf alle wollene, leinene, seidene, Eisenstahl und Lederwaaren, wozu die erste Materie in k. k. Landen gefunden wird. Indessen kann ein Fremder, allen Verdrießlichkeiten, die er vielleicht unwissender weisesich zu zuziehen könnte, wenn man bey ihm Kontrabande, oder auch unange- zeigte accisbare Waaren fände, leicht vorbeugen , wenn er alle waaren, die er ausser seiner Kleidung, Wäsche oder andern schon gebrauchten Waaren, bey sich führet, den Acejsbeamten oder Veschauer, der ihn T 5 vi. »98 X. Abschnitt. Nachrichten von den vetischiedenen vifitiret, treulich anzeiget. Man wird ihm alsdenn von den accisbaren Waaren die tarifmässige Accife abfordern, die Kontrebande Waaren aber bis zu seiner Abreise versiegeln, oder sonst dieselben aus dem Lande zu schicken nöthigen, niemals aber dieselben konfiscr- ren und ihn deßhalb straffen. Man hat gefunden, daß ewige Fremde, von der hiesigen Mautheinrichtung und der Art, wie den Fremden den der Visttirung begegnet würde, sehr falsche Begriffe beygebrachr worden, es wird also nicht unnö- thtg seyn, diesen falschen Vorstellungen zu wiederspre- cheu, und die ganz ungegründete Furcht für Placke- reyen zu benehmen. Vernünftige Reisende werden sich selbst bescheiden, daß die Anstalten , die zu Entdeckung der Kontrebanden oder verschwiegenen accisbaren Waaren gemacht worden, an sich sehr nothwendig sind, und daß auch ein Reisender sich den Gesetzen des Landes, wo er sich befindet, unterwerfen müsse. Es ist auch sehr begreiflich, daß derjenige, der, was er b-cy sich führet, nicht richtig angiebt, oder sich gar verweigert, seine Sachen Visitiren zu lassen, sich verdächtig machen müsse. Man kann aber die Wahrheit gemäß versichern, daß einem Fremden, der, was er bey sich führt, richtig angiebt, niemals werde Verdrüßlich- keit gemacht werden Die Beschauers begegnen ohne Ursache zu haben gewiß, niemand ungebührlich; daher erfordert es auch die Billigkeit, daß ein Fremderauch ihnen nicht unhöflich begegne, denn so wie allenthalben, so auch hier findet ein gutes wort eine yute Stadt. Manchen Reisenden giebt die blosse Erblickung eines Mauthbeamten eine üble Laune, sie nennen ungebührliche Begegnung was des Beschauer seine Schuldigkeit ist, und dabcy auf alle Weise gebührlich begegnet wird. Auweiler auch, wenn sie wirklich über tl^ige Unfreundlichkeit zu klagen Ursach hätten, möchten Dingen, bt'e vesond. einen Fremden imereffiren lc. 299 ten sie nur wohl untersuchen, ob sie nicht durch die tro- zige und unfreundliche Art, mit der sie Beschauer, wenn sie ihr Amt verrichten wollen, angefahren haben, sich selbst alleren Ungelegenheiten zu gezogen haben möchten. Dem Postwagen wird an der Linie allezeit eine Polizeywache mitgegeben, welche selben allezeit nach der HauptMauth begleitet, hier werden die Koffer und das übrige Gepäcke der Reifenden in die Postwagens- kanzle» bey der Einfahrt rechter Hand gebracht, daselbst von den Beschauern vtsittrt, in der Mauth, wofern accisbare Sache vorhanden find, das gehörige bezahlt, alsdenn bringen die Träger das Pepäcke, wohin es der Fremde verlangt. Das erste, wornach ein Fremder fragen thut, ist wohl ein gutes Wirthshaus. Nur Schade, das unsere Wirthshäuser oder Gasthöfe in Wien für unsere Zeiten nicht mehr Eleganz und Bequemlichkeit haben, wie in andern grossen Städten, im Reich, in der Scl.wfiz, in Frankreich, in Sachsen u. f. f. Ein Reisender, welcher in Augspurg, Basel, Paris und Dresden gewesen, wird einen merklichen Unterschied finden, daselbst gieot es Gasthöfe, die auf den hübschesten Strassen und Plätzen liegen, welche bequeme Einfahrt, lichte Treppen, und schön eingertchte Zimmer haben. Er findet einen Wirth, der seine Sprachen spricht. Seine Gehilfen die Kellner, sind hübsche Bursche, in modischen Frisuren, die ebenfalls fremde Sprachen reden, und ihren Gästen sehr artig begegnen. Wir wollen daher die bekanntesten hiesigen öffentlichen Wtrthshäusser hiehes fetzen, und in 2 Klassen theilen, die ite Klasse enthalt Wirthshöusser, wo man mit Pferd und Wage» einkehren, und auch Zimmer, Cpeiß und Trank haben kann, die 2te Klaß, wo man zu Mittag und Abends mit Essen und Trinken bewirthet wird. In joo X. Abschnitt. Nachrichten von den verschiedenen In der Stadt. Ite Rlaß, lvirthohauser, roc. man mit pferö und wägen einkehren, und auch Zimmer, Speiß uny Trank haben kann. Zeichen oder Schild. Namen der Strassen. Hamen - des Wirth-. Weisse Ochs. Weisse Wolf. Braune Hirsch. Heilige Dreyfal- tigkeit. Weisse Löw. Drey Hacken. Goldene Ochs. Matschacterhof. Weisse Schwanne. Golden? Greiff. Auf dem alten Fleischmarkt. Ebenfalls allda ist die Ofner und Rsabereinkehr. Ohnweit dem rochen Thurm, allda ist die Preßburger-- eintehr. Auf dem Katzen- steig, allda ist Lin-- zer, Kremser und Waidhofereinkehr Auf dem Salz-- grieß, allda ist die Brünnereinkehr. Auf der Freyung. Im Krautgäßl. Ebenfalls allda ist dieOedenburgund S.Pöltnereinkehr. Auf dem neuen Markt. In der Kärntner.- ftraß, allda ist die Neustädte? und Badneretnkehr. Johann Königs- hueber. Andre Fink. Peter Rist. Mich, Luherger. Franz Ullertch. Franz Göringer. Michael Burus. Jos. Haradauer. Anton Marschall. Philipp Roßncr. Wil- Duigen, die besond. einen Fremden intersssiren tc. Zvr Zeichen oder Schild. Namen der Strassen. Namen des Wirths. ^.ltvc MuttN. Ungarische Krön. Ebenfalls. In der Himmel- Pfortgassen. Karl Grienwalv, Peter Forster. ZIte Rlasse , wirthohavfer, rvo man zu Mittag und Abends mit Essen unö Trinken bedienet «oirb. Zeichen Namen Namen oder Schild. j der Gassen. j her Wirthe. . Goldene Jäger- 'cv . ^> , In der ^Oorotye- Horn. gössen. . ^)vh. Leidenfrosr. goldene Strauß» Auf der Arenung. Peter Albert.^! Goldene Kugel. Auf dem Hof. Karl Dormann. goldene Aenten. In der Schüller? strasse. Mathias 5aufcher Goldene Löw. In der Kruger- strasse. Michael Ztegler. Goldene Lamm« In der Naglcr- gössen. Leopold Mangl. Steinl. Im Steinlgäßl. Mathias Rettter. Dämpfingerhof. Auf dem Katzen- steig. Philipp MSraus. Pilati. Auf dem Graben. Ant. Zahlbrukncr. Fischhof. Auf dem hohen Neue Welt. Markt. Ioh. Fletschhaker. I» der Kumpf- Biber. gassen. Karl Hatzenberger An der Btberba- stey. I Philipp Pacher. Iu ZV» X. Abschnitt. Nachrichten von den verschiedenen In den Vorstädten. Ite Rlast, IVirthvhaufer, rvo man mit Pferd und tVagen einkehren, und auch Zimmer, Speist und Trank haben kann. Zeichen oder Schild. Namen der Vorstadt. Namen der Wirrhe. Schwarze Adler. Goldene Kögel. Goldenene Birn. Schwarze Ochs. Mondschein. Kohlkreinzen. Drey Hufeisen. Goldene Metzen. Käß den Pfenning Goldene Hirsch Weisse Hahn. In der Leopoldstadt, allda ist die Ollmützer, Mauer und Prageretn- kehr. Unter den Weißgärbern. Auf der Landstraß. In der Hungar- gassen. Am Rennweg. Auf der Wieden, allda ist die von Graz, Ftume, Triest, Görz und Laibachereinkehr. Auf der Wien. Auf der Laimgruben. Zu Martahtlf. Ind.Iosephstadt In der Rossau. Karl Brunnbauer» Andre Detter. Johann Settele. Jos. Mittenzwey. Christoph Schädl. Anton Fuhrmann. Math. Wittmann Andr. Krammer. Dominik Weigel» Franz Nag?l. Joseph Prak. Goldene Hirsch. In d. Iosephstadt. Franz Nagel. Weisse Hahn. In der Rossau. jIoseph Prak. Die 2te Klaß in den Vorstädten hat man gänzlich ausgelassen, weil deren Zahl zu stark ist, und m«n ste ohnehin leicht findet, und zu erfragen find. Die Dinge«, Die vesonb. einen Fremden Lnteressir«n ic. zo? Die sogenannte» Wirth tafeln oder Tafelrond, welche in verschiedenen Provinzen in und ausser Deutschland üblich sind , findet man in Wien m den Wirtshäusern bennahe gar nicht. Coudern in denselben wird jeden besonders ausgetischt, und man kann zu verschiedenen Stunden speisen, so viel oder wenig einem beliebt, jede einzelne Speise hat ihren gesetzten Preiß, uud die Speißzcrtel davon liegen auf dem Tisch > wo keine sich auf den Tisch befinden, kann man darnach fragen, ehe man sie bringen läßt. Inländer haben es im Auslande und Ausländer bey uns gefunden, daß die wienerische Küche die beste, die nahrhafteste und auch die wohlfeilste fty. Gewürzladen und Weinschenken. Die wienerischen Eßgelagen wären unvollkommen, wenn nicht gute Weine den Kitzel Hes Gaumens vermehren, und die Verdauung der Mittagstafel für das Nachtinahl befördern helfen. Abends wenn die Dämmerung einbricht, so werden auch neben den gewöhnlichen Wirthshäusern gewisse Weinschenken und Gewürzläden besucht. Als z. B. Himli und Engelroth im Trattnerhof, Hammer zum rothen Igel, Patuzi auf dem Graben zur weisse« Rosen, Cpör! auf dem Kohlmarkt zum goldenen Fasset , Kapvler in der Bogneraassen zum Kamel, allwo folgende Weine w grossen und kleinen zu haben , als : Inn-und Erbländifthe Weine. Florentiner, Meanco. K5Onrepu1cl2no roth oder weiß. , . » KloscscjeUo ä! Qaüelw. . . , . . ^ckciL«. . ...... ^ ,. , . Flasche tr. Ac- 8 5-15 lizv Hun. Dmgen, die besond. einen Zremden mteresstren zc. z«L lMaaß. Menischer........... Szexarder. .......... Wihlaner. .......... verschiedene GattunAen süsser weine. Kwrsimm. ......... ^luscac.....4 .... . R.elolco. .......... Tyroller roth oder weiß. . . . Vir» 6i Orsßa......... 8a murin........... 8am08. .......... Vmo 6'Iücra......... Ausbruch in Großseitel.-VouteMen. Georger. . . . » Tokayer erste Gattung. . cletto zweyte ctotto. äerco drttte äerro. .... Menischer. ........ ... Ausländische Weine. Burgunder. (ÜKsmbertin. ......... ^ui». ........... Lomar6........... Volna^.......... . fl. kr. 48 Z6 Z6 MaaA. "ttl 48 4» A6 A6 48 4» Louc. fl. 3 2 I I kr. 42 Z<> 2S Lout. fl. kr. 2 I Zo l ?5 l Lbs^ Liquors und Rosoli, ^.rr^Qk. » . k(.um. ......... ^larasckino Valuta. . ^ . » . ^nnanas. . . . « . Leäraco. . ^...... Triester von verschiedener Gattung. . zoS X. Abschnitt. Nachrichten von den verschiedene cAan/xU»^, Weiß moussirender erste Gattung. . 6er.ro cterro zweyte 6erro. . Oei! ciu ?er6rix mouMren6. . Rochen 6eno 6ecco. . . äercc» nicht moulürenci. .... Rhein - wein. Iohannisberger von Jahr 1748. . . Hochheimer. ...... » . Nierstciner. ...... . . . -« Moöler. .«....-. Spanische und französische weine. ^Ilcanrc. . ........ HlsllsAa. . ^ °. °. . . . - ^Atiera. . . ....... ?accsrcrt. «...-»». V'toiiZriniac......... d^narien 9cct. « ^ . . ... 1?Ä!m 8ecr. , . . . . . . ^lu^cac I^unel. , . . . ^ . . Vinc» äi (^ipr?» . . ^ » » . . ^uscar 6i Qevame...... Diese Dingen, die besond. emcn Zremden interessiren:c. 507 Diese führen auch süsse Weine aus Friaul,Jstrien, der Lombarden und Toskana. Am meisten wird aber Österreicher getrunken. Der patriotisch gesinnte Trinker schäzt seinen alten Landsmann mehr als alle jene Weine. Der Grtnzinger, Nußdorfer, Bosamberger, Brunner, Gumpelskirchner wird am meisten verlangt, uno warum svllte der gastfreye Deutsche nicht mit einem Glaß alten Wein unter freundschaftlichen Gespräche sich guten Much und gutes Blut schaffen. Ein Fremder wundere sich daher nicht, wenn er biedere Wiener in einer Schenie bey einer Flasche mit xuten Qestreicher gefüllt bensammen sieht. Die Verschiedenheit der Stände verursacht auch die Verschiedenheit des Getränks. Der Adel, der Burger. der Beamte, der gemeine Mann trinkt ungleich Weine, und in ungleichen Masse. Der hohe Adel trinkt zu Hause, oder bey deren, mit Welmen ihm sein Wappen umzugehen erlaubt. Der Beamte und Bürger begnügt sich mit Wein zu 16 und 24 Kreuzer. Der gemeine Mann steigt in die unterirrdt- sch8 X. Abschnitt. Nachrichten Von den verschiedenen tn den sogenannten Extrazimmern, in der Ordinale Gassenschenken befinden sich aber Lakeyen, Kutscher, Hausknechte, Handwerksburschen und Trager. Einige sind sehr gut eingerichtet. Die Zahl dieser Häuser beläuft Ach über 500. Man sagt daher nur die bekanntesten an. Zeichen oder Schild. Namen der Strassen. Namen der Wirthe. Grünen Than. Lothringen. Grünen Baum. Winter. Blauen Hosen. Weisse Lamm. Kl. Weintrauben. Michaelcrhaus. Wetnstock. Depaulifch.Haus. Todtenkopf. Wnndsams.Haus. Ewiges Licht. Goldene Schlüssel Drey Engeln. Schlange. Z»r GanS, In der Schaufier- gössen. Am Kohlmarkt. In der Schuller-- sirass-. In der Münzerstrasse. In der Wollzeil. In der Kärntnerstrasse. Auf d^m Hof. Auf dm Michae- lerplay. InderWeihburg- gasse. In der Wollzeil. In der Bognergasse. BeymStubenthor In Komediengäßl Im Schlosscrgäßl In der Wipplin- gerstrassen. In der Kärntner- strasse. Am Habenmarkt. Ioh. Brandter. Thad. Ebentner« Joseph Finkstein. Joseph Geiger. Ignaz Göschl. Christian Haaff. Mathias Köntgs- hofer. Philipp Meka. Johann Mayer. Karl Neubauer. Franz Reichel. Ioh. RetvinSr. Franz Riedl. Joseph Schmidt. Peter Starz!. Georg Wagner. Jakob Wildgans. Tri?- Dmyen, die besond. einen Frensöen intereffjren!t. Zoy Trakteurshäuser, wo man zu Mittag essen, yber die Speisen Hollen lassen kann- Diese Tafeln bey die Trakteurs haben die Bequemlichkeit, daß man dabey in Gesellschaft miteinander spetßt; daß sie einen gesetzten Preis haben; daß auf eine Gemeintafel ansehnlichere Stucke als in zerstreutem Abtheilungen, und doch für das nämliche Geld können geliefert werden. Dagegen führen sie das Unangenehme mit sich, daß man zur gefetzten Stunde essen muß; daß derjenige, welcher am meisten Lebensart besitzt, bey einer Tafelrond gewöhnlich am schlimmsten daran ist, denn es giebt unartige Leute und hungrige Schlucker, welche mit der ungezogensten Art am ersten in die Schüsseln eilen, und links und rechts ihren Nachbarn biß größten und besten Bissen ohne Blödigkeit und Komplimente vor der Nase wegnehmen. Der gemächliche und höfliche Mann ist an einer Tafelrond der betrogene; man ißt wie auf der Flucht: im Nu sind die Schüsseln ausgeleert, und er steht mit leerem Magen auf« Man fpeißt von halb i l Uhr Morgens biS halb z Uhr Nachmittags zu jeder beliebigen Minute. Die Preise sind sehr verschieden, je nachdem man was zu essen verlanget. Der höchste gewöhnliche Preis für ein Mittagscssen ohne Trunk ist ein Gulden; der geringste zu 5, zu 8, zu lo, zu 12, zu 15, zu 24, zu zo, zu 45 , »u 48 Kreuzer, . Namen des Trakteurs. Namen der Strassen und Gassen. Hr. Peter Eder. — Franz Gehhart. ^- Franz Heisstg. jAm neuen Marft 1106. Am Graben 1121. sIm Burgerspital 1126. U 5 Na- Z ic, X. Abschnitt» Nachrichten von den verschiedenen Name n Namen der des Trakteurs. O-assen und Gassen. — Ignaz Jahn. In der Hunmelpfortgassen 99 ^« — Karl Kreuz. Im Rothgäßl 514. — Peter Koch. Inder Spiegelgassen iz68« — Joseph Ri»ter. In der Wipplingerstrassen 419. Mab» Theresia Vtllar. Am Graben 1175. Bey dem Trakteur im Schwarzspanierhaus ausser dem Schottenthor speißt man vor 18 Kreu/zer mit der Tafelrond, und hat fünf gute Speisen ohne Brod. Will man aber allein speisen, so bezahlt man zo Kreuzer, und bekommt ein Deseurt. Allda finden sich meistens Offizier und Beamte ein. Ca si n e n Eine italtänische Anstalt,auf deutschen Boden verpflanzt« Es sind mehrere in verschiedenen Häusern angelegt. Sie find ein Mittelding zwischen Wirrshaus, Trakteurhaus und Kaffeehaus, und dienen zur Unterhaltung und Bequemlichkeit für den Adel, für Fremde , für Offiziers, Beamte, Negozianten, Doktoren, Geistliche, kurz, für jedermann, der Erziehung und Lebensart hat. Das Cafino wird um 8 Uhr Morgens geöffnet, bleibt den ganzen Tag über, und so lange in der Nacht offen, als sich Gesellschaft dort einsindet. Man kann daselbst frühstücken, zu Mittag und zu Nacht an Runder - Tafel zur gesetzten Stunde und um gesetzten Preiß speisen. Zum Zettvertreib sind Zeitungen, musikalische Instrumente und Musikalien, auch die erlaubten Spiele aller Art vorhanden. In den kälteren Monaten wird von Woche zu Woche Val! darin gegeben. Wenn ^.ngen, die besonb. einen Fremden inreresslren ic. 31» Wenn es geschlossenen Gesellschaften beliebt, auf ib,e eigne Rechnung, Ball, Musik, Pikcnit, Spiel- gtscllschaft, Tafel ic. zugeben, so finden sie dazu im Castno, nach vorher gemachter Ankündigung, Zeit, Raum, und die nöthigen Bequemlichkeiten. Die größte iji die Ottische in der Spiegelgassen im Puetztschen HauS. Kaffeehäuser. Gegenwärtig sind Kaffechäuser eines der unentbehrlichsten Bedurfnisse jeder grossen Stadt. Wie würden so manche Müssiggäuger ihre Stunden alle aufreiben; wie würde sich mancher kleinbemittelter unverheurathe- ter Mensch in der Eile sein Frühstück verschaffen; wie würde mancher Abentheuer sein Kostgeld erwerben; wie würde mancher arme Schlüter im Winter umsonst sich wärmen können, wenn es keine Kaffeehäuser gäbe? Die Bestimmung dieser Häuser hat sich seit ihrer ersten Entstehung unendlich weiter ausgedehnt« Man trinkt nicht bloß Kaffee darin; man nimmt Thee, Cho- kolade, Punsch, Limonade, Mandelmilch, Brautsuppe, Nosoglio, G frornes?c. — lauter Dinge, die man vor ein paar Jahrhunderten in Deutschland noch nicht dem Namen nach kannte. Man studirt, man spielt. Man plaudert, schläft, negozirt, kannegießert, schachert, wirbt, entwirft Intrigen, Komplotte, Lustpartien; liest Zeitungen und Journale in den heutigen Kaffeehäusern . in einigen fängt man auch an Tobak zu rauchen. Kaffeehäuser in der Gtadt. Am Hof zum 2 Näseln. In der Wollzeil 805. Beym rothen Thurm 677. Am Bauernmarkt 530. Beym Schabenrössel 674. In der Singersiraß am Eck. U 4 Frau Hr. Franz Angerholzer. — Bernha d Ball. — Franz Bärnkopf. — Cassatifche Erben. ^ Ivh. Dukati der ältere Jos. Dukati dcrjuuqer?. Al2 X. Abschnitt. Nachrichten von ven verschiedenen jtz^ ^' - Frau Elisabeth Geyerin. Hr. Philipp Haas. — Johann Michael Hertel. Frau Barbara Hollin. — Holztngerin, Wtttwe. Hr. Wilhelm Hoppe. Joseph Kabaß. — Anton Lenz. — Andreas Loser, .— Anton Matsano. — Klaudius Marain. — Ioh. Evang. Milani. — Chr. MGer seel. Erben. — Philipp Nappenbach. — Joseph Penks. — Anton Reichel. — Kaspar Reimann. — Sebastian Reindl« — Ioh. Pcter Scherer. — Anton Schnürer. — Ignaj Schöner. — Franz Schönbauer seel. Erben. ^- Peter Schweighofen — Ioh. Seidel. — Bernhard Philipp und Mariana Taufenstein. — Johann Trapp. — Philipp Wiest. Martin Wigant. — Anton Ignaz Aech, Im Kurentgäßl 24Y. Auf der Satlerstadt ^46. Im Schlossergäßl 605. Am neuen Markt 184. Beym Burgthor 4. In der Himmelpfortgassen -356. In der Horothegasse I iz6. Beym Etubenthor 884. Am alten Fletschmarkt 729» In der Kärntnersiraß 1009. Am Kienmarft 470. Am Kohlmqrkt 167. Im Krautgäßl 1086. Rück'värts der Kapuziner, Auf der Brandstayr 616. In der Bognergassen 222, Äsn Calzgries 40z. Beym Echottcnthor 95. In d. Wipplingerstraß 288. Am Peter 577. In der ^oldschmldgassen zum Rebhund. Unter den Tuchlauben 578. Auf der hohen Brücke ZZ8» Am Katzcnsteig 645. In der Singerstrasse 874. In hex Bäckerstrasse 784« In der Kärntnerstraß 1082. Auf der Kärntnerthorbastcy 1053. Am hohen Markt im Sal- vatorgäßl 458. Kaffee- Dingen, dle vesonb. einen Fremden interessiren.'f. glz Kaffeehäuser in den Vorstädten. Alstersasse. Hr. Joseph Reichel 4. — Mathias Seid! 49. Grober?. — Peter Nimet 28. Gumpenöorf. Frau Magdalena Heben, streit. IsgerFeil. Hr. Anton Fillis l. Iosephstadr. — Georg Kurzmann 142. Joseph Seidl 46. — Fidel Stingler^ auf der Glacis. ^.aimgruben ^- Ferdinand Linderer sz. -L-andstrasse. ^- Wenzel Ham, am An- gustinergarten. Franz Lechner 304. — Joseph Woller secltge Wittib 114. Leopolbstaöt« Franz Bauer, zum goldenen Hirsch 217. Andre Grossinger Z96. — Philipp Huber, am Karmeliter - Garten. — Franz Hugelnlann Z97. Jos. Leichnahmschnei der i. Hr. Ioh. Jüngling Z95. Ferdinand Schabauer, pr. Baron Ecker. ^- Thah. Schallinger ,6^. Joseph Seethallcr 2. ^- Johann Tschermackhz. Magarethen. Joseph Hillebrand« Mariahilf. Joseph Lytrof 12. —- Jos. Echlegclhofer i»z. Neue Schottenyasse. Frau Bab Neumayrin 104, Neue Wien. Hr. Franz Nowackh, zur Stadt Kölln 62. Frau Katharina Schwindlerin A9- Plazel. Hr. Johann Brunncr am Kapnziuergarten. Rennvoey. Frau Theresia Roß von Thurnthurn. Rossau. Hr. Michael Resch 19. -— Willib. Thumann lil. Schottenfels. .— Georg Penninger. Epitslbery. Hr. Hoseph Heiderer 50, Franz Hofbauer 99. U 5 St. z»4 X. Abschnitt. Nachrichten von den verschiedenen St. Ulrich. — Adam Harätauer. — Ioh. Georg Lutz 35. Serozifcher Grund. Hr. Johann Lang 6. lvahringersasse. Hr. Johann Solterer. tV-isgarber» Hr. Franz Becher. Wieden. Hr. Anton Artmi 4. — Anton Parts 12?. — Ioh. Baptist Rafler. — Karl Weichart 59. Windmüh l. — Ioh. Georg Keil 14. Preiß der Getränke Kt Kaffeehäusern, alS: tr Eine Portion Obers - Kaffee. 4 ^ — äerro mit Milch. — z — 6et.ro schwarz. — — z — äerro Doppelkaffee mitOberS. I» — äerro schwarz. — — »»^ 6 — äerro Thee mit Obers. — 7 7— äerro mit Milch. — — 6 — äerro mit Wasser. — 4 — äerro BecherlChokolade mit OberS. ic> — 6er.ro mit Wasser. — 9 — äerro Gefrornes. !2 — äerro Glaß Puntsch. — 2? — äerro Barbarois mit Limonte. 9 — äerro mit Ohers, 10 — äerro mit Milch. — 8 — äerro mit Wasser. 7 — äerro Limonade. — > Ecker. Jakob Fastenberger. Ioha»n Germanie. Joseph Hilnbauer. c eorg Hofer. Johann Hofer. ^ Joseph Iantschkt. Isseph Jltschinzki. Andreas Kern. Mathias Lisch. Andreas Ostermayr. Joseph Pcrenr. Joseph Recht: ger« Georg Weiß. Karl Wolf. Mathäus Woratscheck. Auf dem hohen Ma tt 251- Auf den neuen Markt i i lg. In her Raühensteil.gasse 986. Am hohen Markt 462. In der Körntnersiraß 99s. Auf der Freyung bey die A Hacken, In der Himmelpfortgassen 986. In der Körntnersiraß 994. Unter den Tuchlauben 281. In der untern Täöersltaß 760. Auf den Zudenplazi/o. In der Iohannsgasse 996. Bey dem grossen Christoph« In der Wipplingersirasse »88. Am hohen Markt 456. In der Sattergasse. In der Wethburggasse^F. AufderM6lterbastey89. Auf der hohen Brücke 39z. In der Wollzeil 822. Namen Namen der der Landkutscher. Strassen und Gassen. Elisabeth Dtetrichtn. Zu Mätzlewstorf 16. Konrad Flcischmann. Auf der Wieden 6^. Joseph Flcischmann. Zu Martahul 25. Na- Z2v X. Abschnitt. Nachrichten von den verschiedenen Namen j Namen der der Landkutscher. I Strassen nnd Gassen. Franz Grudina. Joseph Leitgeb. Johann Leitgeb. Joseph Neumann. Joseph Oeller. Johann Rueß. Franz Aeimann. Konrad Wagner. Mathias Walan. Auf der Wien 37. Zu Mariahilf24. In der Leopoldstadt 4. Auf der Wieden 99. Eben allda 75. In der Weihburggasse 956. Auf der Wieden 70. Eben allda 66. Im Salvatorgäßl 429. Man bestelle den Wagen allezeit um eine Stunde früher, als man abfährt, und bestimme allezeit genau den Ort, wo man hinfährt, um allen Verdrüßlichkeiten auszuweichen. Wer einen Stadtlehenkutscher auf ein ganzes Monat behält, wird um 50 bis 6o Gulden bedungen. Täglich zahlt man gewöhnlich z bis 4 Gulden. Manchmal ist es sehr gut, sich bald nach setner Ankunft die Ader öfnen zu lassen. Die österreichischen Weine machen wegen ihrer innerlichen Beschaffenheit besonders vollblütigen jungen Leuten solches nothwen- dig; man bezahlet den Wundarzt gewöhnlich 1 Gulden oder 4 Stebenzehner« Es giebt eine gewisse Gattung Papiere in Wien fo man Bankozettel nennt. Jeder Fremde kann solche annehmen, sie sind für ihm besonders bequem, dte- wetl er selbe desto leichter verbergen kann, man nimmt sie so überall gern als Gold, und Silbergeld. Die geringsten dieser Zettel sind zu 5 fl. dann steigen sie auf 10, »5, 50, 100, 500 und ioc>o, welche zwey letztern Gattungen etwaS grösser, und ihr höchster Werth tst. Sie sind nur in den deutschen Erbländern, in Huagarn, Böheim, Galltzien und der Lombarden in Dingen, die besond. einen Zremden Lnteressiren ^c. zs i in Kours. Im Ausland nimmt man sie als Wechselbriefe an. Zur Bedienung der Fremden giebt es Lehnlakeyen die häufig in den Gasthäusern sitzen auf die Ankunft der Fremden harrend. Man zahlt ihnen des TagS anstipulirter Taxe ?4 kr. Will man aber recht .qut bedient werden, fo giebt man ihnen etwas mehr und zwar 45 kr. Die Mtenerzeitung kostet jährlich 12 fl. und er.- scheint alle Wochen zweymal, es ist mit derselben eine Art Intelltgenzblatt, verbunden. Man pränumerirt vierteljährig darauf. Neben dieser erscheine« auch eine französische, lateinische , italienische, ungarisch, eine literarische, ökonomische Zeitungen und Auszüge aller europäischen Zettung , das Wienerblättchen, der Miene rboth , welche-täglich das Stuck 1 kr. kosten. Von andern werden am meisten gelesen, die Brüner, Erlanger, Hamburger, Frankfurter, Augspurger, Regen- fpurger, die französische von Kölln, dte Lsidner, (Courier Z»7^ HS , Ktt^ >?s 7>»N Von 8 fl- Tuch mit Kroisefutter. . . . Von 7 fl. Tuch. ........ Von 6 fl. Tuch, oder Z- breiten 2 fl. zo kr. Halbtuch. ....... . . Von j breiten 4 fl. Tuch. ..... Von 4 Ellen breiten z fl. Halbtuch. . . Roche von Tuch. Von 8 fl. Tuch mit Kroisefutter. . . . Von 7 fl. Tuch. ........ Von 6 fl. Tuch, oder breiten 2 fl. zv kr. Halbtuch.......... Von H breiten 4 fl. Halbtuch..... Von 2 Ellen breiten z fl. Halbtuch. . . Rttvutröcke nach derjenigen neuesten Mode. Von 8fl. Tuch mit Kroisefutter und gleich überzogenen Knöpfen....... Von 7 fl. Tuch....../ . . Von 6 fl. Tuch......< . . Von j breiten 4 fl. Tuch. ..... Z2 30' 26 2Z !7 24 20 19 14 ?6 ZZ ?O 26 X2 Von Z«4 X. Abschnitt. Nachrichten von den verschiedenen Von 4 fi. Zv kr. Tuch mit feinen Kanefas- futtep, und glichen Knöpfen von Tuch. Von 2 fl. Tuch....... . . ^L. Alle obige Gattungen der Kle^ee und Kaputröcke mit Damis, Schalen, oder Kot- tunfutter sind um z fl. wohlfeiler, als mit Kroife, mit Kanefas aber um 5 fl. Mantel im Rad. Ein Mantel von 4 fl. Tuch, der Kragen und die Vordertheile mit gleichem Tuch gefüttert. Von 2 fl. ?o kr. Tuch. ...... Von 2 fl. Tuch. Schmiße. Ein Schmiß von 4 fl. Tuch, ein Streif vom Vorderthetl mit feinem Kanefas gefüttert, und gleichen Knüpfen von Tuch. . . . Von 2 fl. zo kr. Tuch«...... Von 2 fl. Tuch ........ Lwrevkleider. Ein ganzes kivrenkleid von S fl. ?o kr. Tuch, mit Halbkasior gefüttert, weisse oder gelbe , Knöpfe, ohne Wefteermel 21 fl. mit Wefteermel..........« Von 2 fi.Tuch ohne Wefteermel 18 fl. 30 kr. mit Ermel. . «.....« . Von 1 fl. zo kr. Tuch ohne Wefteermel 16 fl. mit Ermel.......... Von 1 fl. 18 tr. Tnch ohne Wefteermel 14 fl. zc> kr. mit Ermel........ Sollten Westen und Beinleider von ! > . ^ivreyfchmiße. Von 1 fl. z6 ir. Tuch...... « l, Von 1 fl. 15 kr. Tuch...... . 9 Ein Kutscherschmiß von 1 fl. Zv kr. Tuch. lz Von 1 fl. 15 kr. Tuch. ...... 11 Rutscherbesesch ohne pelz. Von 2 fl. zo tr. Tuch mit kameelhaarenen Äördeln und Schlingeln. ..... 21 Von 2 fl. Tuch......., . 13 Zs Von i fl. zo kr. Tuch. ...... 16 Von 1 fl. 15 kr. Tuch....... 1^4 3^ Wenn es Jemand beliebt, selbst Tuch und Futter zu liefern, wird für die übrige Zugehör nur 6 fl. bezahlt, woben noch rauher Barchet mit verstanden ist; wird aber Leinwand verlangt, so ist etwaS weniger dafür. Ben Livreyen werden die Knöpfe mitgerechnet. Grosse und dicke Personen beachten etwaS uichr als kleine. In Wien ist es vorzüglich nöthig seinen Leib manchmal ins Waffer zu tauchen, weil der beständige x? Staub zo ?o 12 »5 IO ^26 X. Abschnitt. Nachrichten von öen verschiedenen Staub und der schwere dampfige Dunstgreiß dieser Stadt ihre Bewohner auch vorzüglich beschmutzen. Es befinden sich sechs Vadhäuser an der Donau, man bezahlt für eine Wanne auf eine Person im iten Stock Z4 kr. zu ebener Erde 17 kr« Läßt man sich aber das Bad ins Haus führen, kostet es 1 fl. Unter andern sind auch auf der Donau dicht am Augarten einige kalte Bäder angelegt. Sie liegen auf grossen Kähnen: man befindet sich vermög eines Gitterwerks in dem natürlichen,, lebendigen Strohm. der Donau« Sie sind auch zum Spritzen eingerichtet, daß man sich im nämlichen Augenblick am ganzen Leib begüssen kann, weil djeEmpfindlicher» sich beklagten, daß ihnenbeym Einsteigen in das kalte Wasser das Geblüt alles in den Kopf getrieben werde. Die Kabinetchen in diesem Bade'find mit Sopha , Spiegeln und allen Bequemlichkeiten versehen. Ein einzelnes Bad kostet 40 kr. wer sich eine bestimmte Zeit hindurch regelmässig badet, hat es um etwas geringer» Preiß. Wenn ein Fremder Sachen mit Fuhrleuten oder Schiffern versenden will, muß er sich bey die Brief, trager auf der Hauptmauth erkundigen, wird hernach wegen der Fracht mit ihnen einig, und schickt die Sachen nach der Mauth, wo sie, nachdem sie besichtiget und plombiret worden, den Fuhrleuten oder Schiffern übergeben werden. Woben noch zu erinnern ist, das Fuhrleute und Schiffer keine versiegelte Pakccke unter 40 Pf. mitnehmen. preise von Lebens - und andern Bedürfnissen. Baumöhl, das Pfund 24 kr. — Kaffee das Pf. . 42 kr. — Zucker, das Pf. 48 kr. — Chokolade, das Pf. 45 kr. bis 2 fl. — Weine der geringe Oesterreich« Dingen, die besond. einen Fremden interessiren ?c 327 Ä?er 8, auch 12, und l6 kr. der bessere 24 auch 56 und 48 kr. —Holz, die Klafter hartes mit allen Nebenkosten, als Fuhrlohn, Spalten?c. io auch,2 fl. Die Klafter weiches 6 auch 8 fl. — Lohn der Ve^ dienten, nebst Livrcy , monatlich io— 12 und 14 fl. — Friseur, ohne Puder und Pomade 2 fl. kr. — Wäsche, für eine Mannsperson, monatlich 1 fl. i K t'r. Wachskerzen, das Pf. 1 fl. 15 kr. — Unschlichtkcr- zen, gegossene 16 kr. ordinär» 15 kr. — Ein paar Männerschuh ! fl. 50 kr. — Stiefel 6 bis 9 fl. Ein paar seidene Strtmpf4 bis 6 fi. — Ein paar Handschuh 24 bis zo kr. — Ein glatter feiner Männerhut 4 fl. auch 4 fl. ZO kr. — Ein spanisches Rohr 4 bis 2O fl. — Ein Uhrband 12 bis kr. _ . Eilfter Abschnitt. Allgemeine Anmerkungen und Erinnerun, gen für Reisende ^ welche sich einige Zeit in Städten aufhalten. k. s»5NÄf^ ^Mj^tz ^ I. Man verabsäume nicht, sich auf der Reise mit nvthigen und gültigen Pässen zn versehen, und einen Postzettel in der Staatskanzley zu bekommen. Vor der Abreise nehme man mit den Angehörigen genaue Abrede, an welchen Orte ihre Brlefe sollen erwartet werden, und von welchen Oertern sie wiederum neuen Zuschriften entgegen sehen sotten. II. Z2Z XI. Abschmtt. Allgemeine Anmerkungen II. Eines der wichtigsten Erfordernisse zu einer angenehmen Reise, ist unstreitig ein guter und bequemer Reisewagcn. Er überhebt uns tausend kleiner Unannehmlichkeiten, welche uns sonst in jedem Genüsse zu stöhren drohen, versüßt uns jedes Vergnügen, und ersparet uns in der That auch ansehnliche Unkosten, die wir bey einem schlechten, unförmlichen Wagen, an öftere Reparaturen, und an ein Pferd auf jeder Station mehr, wenden müßten. Auf ihn sollte deß- wegen billig die erste Ssrge fedes Reisenden gerichtet seyn, in dessen Willkühr es steht, sich fein Fuhrwerk selbst zu wählen. Ein dauerhaftes aber leichtes Gestell, hohe Vorderräder, ein gutes Verhältniß der Länge des Wagens zu feiner Breite, und auf den Achsen Raum genug, um das Geleise am Wagen, nachdem in jedem Lande gewöhnlichen Geleise des Weges abändern zu können; — dieß sind die vornehmsten Eigenschaften, welches ein guter Reisewagen fordert. Und diese lassen sich nach ihm ohne sehr beträchtliche Unkosten, bey keinen andern, als bey den halbbedeckten Wiener-Wagen vereinigen, die gar nicht viel stossen, weil sie hinten und vorne in eisernen Federn mit Riemen hängen. Obgleich sie eigentlich nur halb bedeckt sind, so können sie doch durch einen einfachen Mechanismus in kurzer Zeit so verändert werden, daß sie vier Personen bey schlechter Witterung vollkommen schützen. Zwey Personen brauchen in diesen Wiener-Chaisen keinen Koffer, da sie in den sehr geräumigen Citzkasten Platz genug für eine Menge Sachen finden. Ueberdem gereichen ihnen noch verschiedene im Wagen angebrachte Taschen, Pistolen- Halfter, u. f. w. so wie die Magazine unter dem Kasten zu einer grossen Bequemlichkeit. Bey dem allen ist die Chaise doch so leicht, daß zwey Personen in ihr überall (ausser in gar ju elenden Wägen) sehr bequem von unö Erinnerungen für Reisende. Z»A von zwey Pferden können fortgezogen werden. — Em solcher Wienerwagen kostet mit allen Nebenbedürfnissen z. B. Winde, Radschu, Sperriem, in Wien nicht völlig i-so Dukaten. III. In manchen Gegenden und besonders im Reiche, ist es vorteilhafter und gehet dennoch eben so schnell (besonders wenn man nur wenige Tage Reisen macht, bevor man sich in einer Stadt verweilt) sich durch sogenannte Hauderer oder Miethkutscher fahren zu lassen; in andern hingegM kömmt man am besten mit Postpferden fort. Im ersten Falle ist es nicht gut einen eigenen Wagen zu haben, wenigstens ist dann selten Vortheil dabey. Es giebt aber auch Landschaften , in welchen man am bequemsten und nützlichsten zu Pferde reist. IV. Leute von gewissen Stande pflegen Tag und Nacht fortzurollen, ohne sich unterwegens aufzuhalten. Dieß mag recht gut seyn> wenn man die theu? reu Zehrungen in den Wirthshäusern ersparen will, wenn man eilig ist, um den Ort seiner Bestimmung zu erreichen, oder wenn man mit den Gegenden, welche man durchreißt, schon so ist bekannt geworden, daß man nichts mehr schentann, das unserer Beobachtung werth wäre. Ausser dem aber rathe ich, lieber kleine Reifen aufmerksam zu unternehmen, als grosse, auf denen man bis in hie Hauptstädte hinein nur Postmeister und Postknechte kennen lernt. V. Ein Reisender mische sich, wenn es ihm an» bers Ernst ist, Menschen und Länderkenntniß zu erlangen , unter Personen von allerley Ständen. Die Leute von guten Tone sehen einander in allen euror päischen Staaten und Residenzen ähnlich, aber das eigentliche Volk, oder noch mehr der. Mittelstand trägt das Gepräge der Sitten des Landes. Nach ihnen V 5 muß IgS XI. Abschnitt. ASgememe Anmerkunyen muß man den Grad der Eultur und Aufklärung be- urthetlen. VI. Nicht in allen Provinzen von Deutschland find Wege und Postansialten gleich gut. Man muß dich in genaue Erwegung ztehn, und darnach seine Perfügung treffen - besonders wenn uns daran gelegen ist, schnek fort zu kommen. Da'? Reisen macht gefällig, man wird da mit Menschen bekannt, und auf eine gewisse Weise vertraut, dte wi?r. ausserdem schwerlich zu Gesellschaftern wählen wurden; daß ist auch/weiter von keinen Folgen, und ich brauche wohl übrigens nicht zu erinnern, das man sieb Hütten müsse ^ in der Vertraulichkeit gegen Fremde, die man unterwegens antritt, zu weit zu gehn, und dadurch Abentheuern und Spitzbuben in die Hände zu fallen. ^ ^ VII. Daß die Sperriemen und Nadschuhe in bür- sichren Gegenden ein sehr nothwendiges Geräth seyen, w,rd für einen Reisenden aus ebenen Ländern, keine ganz überflüssige Bemerkung seyn. Einem Reisenden unentbehrlicher Gcräthschaften sind: ein festes Schraubschloff , und eine gute Chatoulle. Von allen Cyatoul- len verdienen die englischen von Mahoganiholz den Vorzug , da sie sich überall fest aufschrauben lassen, so daß es nicht möglich ist, sie abzuschrauben, und wegzunehmen , ohne zuvor die Schlösser gesprengt zu haben. Einige derselben enthalten ausser den verschiedenen fächern, und dem Schretbzeuge noch eine Thee-Kaffce und Milchkanne, Teller, Rasierzeug, u. s. w. Andere bilden beym Aufschlagen ein Schretbepult u. d. m. VIII. Manche Leute suchen etwas darinn, auf Reisen zu vrahlen, viel Geld zu verzehren, glänzen zu wollen, und prächtig gekleidet zu seyn. Das ist eine thorlchte Eitelkeit, die sie in den Wirthshäuscrn theurer büffcn müssen, ohne für ihr Geld mehr zu e? hal. und Ertnnerunyen für Reifende. ZZl, halten als der tinfache Reisende. Niemand erinnert sich weiter des Fremden, der so viel Aufwand gemacht hat, wenn dieser weiter gereist, und nichts mehr von ihm zü ziehen ist. Doch ist es der Klugheit gemäß, anständig und reinlich in seinem Aufzuge zu seyn, sich nicht zu vornehm, und nicht zu dcmüthig, nicht zu lieich , und nicht zu arm zu stellen, weil man sonst, in bey den Extremitäten, leicht entweder für einen unwissenden Pinsel, dessen erste Ausflucht dieses ist, und den man also nach Gefallen prellen kann, oder für einen gewaltig vornehmen Herrn, von dem etwas zu ziehen ist, oder für einen Avanturier angesehen wird , den man aus dem Wege gehen, und der mit schlechter Bewirthung vorlirb nehmen muß. IX. Man kleide sich bequem! Ein ungemächlt- cher Anzug macht verdrüßlich, ungeduldig und müde. Gutes feines Letmgeräthe machet auf Reisen mehr Ehre als prächtige Kleidung. X. Ein Taschenbuch, und eine englische Brieftasche mit ihrem Geräthe kann ein Reisender nicht wohl entbehren. Eben so wenig ein gutes Fernglas oder Perspektiv. Auch möchte ich eine Art von Schreibfedern , zu den nothwcudigen Reisegeräthen rechnen- Die in einer Kapsel befindlicher Feder sammt Dinte, stießt beym Schreiben von selbst zu, und kann so fest verschlossen werden, daß man die Feder stets ohne Be- sorgniß bey sich tragen darf. Selbst während des Fahrens läßt es sich beqeum mit ihr schreiben,, ein wichtiger Vorthcil für den Reisenden, der in den Städten sich aufhält, nicht immer Zeit genug findet, sein Tagebuch in Ordnung zu halten. Zwar leistet ein Blcy- stift die nämlichen Dienste, doch ist er wegen der so' leichten Verlöschbarkeit seiner Schrift anf Reisen unbrauchbar. Jeder Mechanikus kann jene Feder von Horn sehr leicht verfertigen. XI. Abschnitt. Allgemeine Anmerkungen XI. Ein vermögender Mann sollte auch nie ohne -uznes Bettzeug reisen. Kann er dieses indessen nicht mit fsrtbringen, so sollte er doch wenigstens ein Bettuch , und Küssenzüge von Hirschleder mit sich führen, vermöge derer er sich der Betten in den Wirthshäu- sern ohne Gefahr bedienen kann. XII. Wie vortheilhaft und wie Zeit ersparrend es für einen Reisenden ist, ehe er die Reise antritt, oder wenigstens bevor er in einer fremde« Stadt an, langt, sich einen Plan zu unterwerfen , wenn er daselbst seyn will. Es ist möglich, in einer Zeit von sieben Monaten, fast alle Merkwürdigkeiten im größten Theile Deutschlands zu sehen. , Die Art wie eS möglich ist, will ich hier in Kürze anführen. Man bestimme den Weg den man nehmen will, und die Zeit, welche zur eigentlichen Reise nöthtg ist, fest, alsdann berechne man die Zeit seines Aufenthalts an jedem Orte, machet sich ein Verzeichntß aller derjenigen Personen, die man besuchen will; und zeichnet sich zugleich die Sehenswürdigketten auf, welche einem Zwecke nach,die nothwendtgstenglaubt, und man sonst an jedemOrt verrichten , oder wornach man sich erkundigen will. XIII. Man bediene sich nicht der gewöhnlichen Handbücher in diesem Fach; sondern frage einige seiner Freunde die schon gereist sind , und trage sichs aus vielen Sammlungen und Büchern allerhand Art, viele Nachrichten von neueren Veränderungen und Anstalten in verschiedenen Städten und Ländern zusammen, vnd citire die Bücher, wo sie angezeigt find, so daß er in Nothfall an Ort und Stelle weiter nachschlagen kann. Sehe auch handschriftliche Anmerkungen über verschiedene beträchtliche Städte und Länder zu erhalten, und befrage sich mündlich über verschiedene Preise und Geldüusgaben, damtt er weniger betrogen werde , noch in Verlegenheit Mathe, noch etwas zu se- und Erwmrungen^ für Reisende, z^z sehen versäume , daß der Aufmerksamkeit Werth scheint. XIV. Ein Reisender thut sehr wohl, vor seiner Abreise Grundrisse der Städte zu sammeln, in denen er sich aufhalten will. Ohne Grundriß kann ein Fremder unmöglich einen deutlichen Begriff von «iner Stadt bekommen. — Gute Beschreibungen von Städten sind selten, und da ein Reisender unmöglich viele Bücher mit sich fuhren kann, so kann man sie vorher nicht wohl anschaffen. Man findet solche Beschreibungen ohnehin in den Buchhandlungen einer jeden Stadt. Sobald du in eine Stadt kommst, so sey gleich deine erste Frage nach den vorhandenen Beschreibungen, Grundrissen, Prospekten, Zeitungen, Intelltgenzblättern, und allerhand die Stadt betreffenden Blätter, Anzeigen, Taxen v. s. w. Man kann sich durch Betrachtung aller dieser Sachen am besten eine Kenntniß der Stadt erwerben« XV. Wenn ein Gastwirth übermässig viel für die Zehrung fordert, und sich nicht auf einen starken Abzug einlassen will, f» thut man doch nicht woht, ihm schriftliche Rechnung und genaue Spectfikation'je- des einzelnen Punkts abzufordern, es müsse denn der Mühe werth seyn, ihn bey der Polizey zu belangen. Fangt er an aufzuschreiben, so rechnet er immer noch mehr heraus, als er Anfangs gefordert hatte — und wer kann denn mit einem solchen Schlingel über die Preise der Lebensmitteln sich herumzanken? InWtrths- Häusern wo Wein zu haben ist, wird der Wirth, wenn man Bier fordert, immer versichern, das Bier sey sehr schlecht. Hier ist der beste Rath, nur gleich Wein zu bestellen, und (wenn uns daran gelegen ist, Bier zu trinken) dieß hinterher zu verlangen^ XVI. In de» mehresten schlechten Wirtshäusern rauchen die Qefen und werden nicht geschmiert^ damit der Gast bestelle ^ das mau das.' Holz wieder her.- ZZ4 XI. Abschnitt. Allgemeine Anmerkungen herausnehmen soll, und dennoch bezahlen müsse. Dl» Betten sind »mistens zu kurz, die Küssen mit blauen Ueberzügen versehen, damit man den Schmuz nicht wahrnehme. Gegen die erste Ungemächlichkeit ist kein Mittel zu finden, als gar nicht einheitzcn zu lassen. Die andern kann man heben, wenn man auf der Erde auf Stroh seine eigenen mitgenommenen Betten und Bettücher legen läßt. XVII. Es giebt einige Postmeister, die zugleich Gastwirthe sind, und brauchen folgenden Kunstgriffzu ihrem ökonomischen Vorthetle: Wenn man Pferde wechselt, und tndeß eine kleine Mahlzeit bestellt; so dauert es ungebührlich lange, ehe diese fertig wird. Jndeß werden die Pferde gefüttert, und angeschirrt. Kaum aber stehet unser Essen aufdem Tische; so meldet schon der Postilion mit dem Horn, das er fertig sey, und fort wolle. Man soll also in Eil wenig Essen, und dennoch eine ganze Mahlzeit bezahlen. Ich rathe aber, wenn man nicht sehr eilig ist, sich nicht irre machen zu lassen; sondern mit voller Muse zu speisen. XVIII. Wer zu Pferde reiset, es sey nun mit . oder ohne Rettknecht, der darf sich nicht auf dte Leutt in den Wirthshäusern in Ansehung der Verpflegung seiner Kavalerie verlassen, sondern muß selbst besorgt seyn, oder seine Bedienten dazu anhalten, dvß die Pferde in einem guten, reinen und gesunden Stalle, von fremden Gäulen getrennt, gehörig gewartet und gefüttert werden. " XIX. Man unternehme keine weite Reise auf Miethkleppern, wenn man nicht zuverlässig weiß, daß dte Pferde gesund und gut sind, ein paar Tage vorher geruhet haben, und frisch fortgehen; denn, wenn gleich die Pferdeverlciher sehr ernsthaft zu bitten pflegen: man möge ja dem Gaule mit den Eporren nicht zu nahe kommen; er sey gewaltig feurig; so sind doch und Erinnerungen für Reisende. 335 vie feurigen Bucevhalen oft mit Sporren , Peitschen und Verwünschungen ntcht aus der Stelle zu bringen. XX. Ich räche sehr ab mit Fuhrleuten und Landkutschen eine Reise zu bedingen: sie werden sich schon für Schaden Hütten; aber der Reisende wird oft Gelegenheit haben, es zu bereuen, bald durch die Grobheit und Verzögerung des Fuhrknechts; man fahre immer lieber mit Postpferden. Das was sie mehr kosten, kommt man geschwinder fort, und verzehrt nicht so viel. XXI. Wer mit Extrapost reifen will, bekümmere sich genau um die festgesetzte Posttaxe der Länder, die er berührt. Einige Verordnungen sind sehr drückend, und können einen Reisenden, der sie nicht vorher weiß, in unangenehme Verlegenheit setzen. Man sparre daher nicht am unrechten Orte! und gebe daher dem Postillions zwar nicht übertriebene, aber doch nach den iUmständen reichliche Trinkgelder. Sie sagen sich das Einer dem Andern auf den Stationen wieder; man kömmt dann schneller fort, und hat manche Vortheile davon. Ueberhaupt darf ein Reisender nicht zu karg seyu. Bey den niedrigen Leuten, deren Hülfe man auf Reisen braucht, thut das Geld das meiste, und man kann bey ihnen mit Wenigen oft viel ausrichten- XXII. Cs ist eine Gewohnheit der Postillions, in allen Stödten rasch zu fahren, eine Gewohnheit, die ihren Nutzen hat, und gegen die man nicht eifern muß. Ist an der Kutsche etwas zerbrechlich; so würde eS besser ftyn, wenn es da vollends bräche, und risse, wo die Hülfe nahe ist, als auf offner Erraffe. Hält aber das Fuhrwerk die Probe des Rasseln auf dem Steinpflaster aus, so kann man hoffen, damit an Ort und Stelle zu kommen. — Zerbricht etwas am Wa» gen, so pflegen in den Städten die Handwerker gleich bev zz6 XI. Abschnitt. Avsemelne Anmertunsen Hey der Hand KU seyn, sich auch wohl mit dem ZPo- siillton zu verstehe, um den Schaden für vtel grösser auszugeben, als ee ist, um desto mehr Geld von dem Reisenden zu ziehn. Man muß daher bey solchen Gelegenheiten alles selbst untersuchen, oder durch treue Bedienten untersuchen lassen, ehe man zur Ausbesserung schreitet, und datin zuvor alles aufs genaueste accoedtren. — XXIll. Ist irgendwo etwas merkwürdiges zu sehen, so spare man kein Geld. Ein gesticktes Kleid und eine edle Dreistigkeit machet einen freyen Zutritt, und zeiget Lebensart. Man bekümmere sich dahero jedesmal um hie sogenannte Etiquette. Und bekömmt man prächtige und seltene Dinge zu sehen, so Hütte man sich, Käß mau nicht durch übertriebene Lobsprüche und unmässige Bewunderung in den Verdacht eines Merfabrnen gerathe« XXI V. Man reise, in welcher Absicht man wolle, so gehört Geduld, Mvth, guter Humor, Vergessen» hett aller Häuslichem Sorgen, und das man sich durch kleine wiedrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost, und dergleichen nicht niederschlagen lasse. Dteß ist doppelt zu empfehlen, wenn man eine» Gesellschafter bey sich hat; denn nichts ist langwieriger und verdrüßlicher, als mit einem Manne zu ret» fen, und in einem Kasten eingespert zu sitzen , der stumm und mürischer Laune ist, bey der geringsten u»«? angenehmen Begebenheit aus der Haut fahren will, i!ber Dinge jammert, die nicht zu ändern find, und in jedem kleinen Wtrthshaus so viel Gemächlichkeit, Wohlleben und Ruhe fordert, als er zu Hause hat. Man darf sich in unfern Zeiten die Sitten alter Zelt nicht mehr versprechen, in der es eine Empfehlung zum Wohlwollen, und zur Gastfremldschaft war, wenn man als ein Fremder erschien. Jetzt wird et» Frem. und Erinnerungen für Relsende. Fremder fast überall nur von der Seite angefehn, daß man von ihm gewinnen will. Die Postm ister, Po, stillione und Wirthe haben sehr unbestimmte Recht« gegen die Reifenden. In einem fehr grossem Theile von Deutschland, und fast in allen anderen Staaten, sind die Zoll-und Accisbedienten dem Reisenden äusserst lästig. Hierwieder ist k.ine andere Hülfe, als Gelassenheit, und Aufopferung von einigen Gclde. Man mnß insonderheit desto mehr stch zu zeigen suchen, je entschlossener man die Leute findet, ungerecht und grob gegen einem zu seyn. Soltte jemand aus Unverstand von dem Pöbel bel idiqet werden; so gebrauche er das Mittel dagegen , welches man gegen das Bellen der Hunde gebrauchet, dwird es ihm leichter ihre allgemeine Topographie zu fassen, und er lernt sich dadurch oricntiren. Hierauf sollte er mit seinem Führer die Strassen durchwanden, die öffentlichen Plätze besehen , und nur dann erst sich in die Besichtigung einzelner Merkwürdig' feiten einlassen ^ wenn er auf diese Art die Topogra- und LLcinnelUNFen füc weisend». A4Z phie, und das Äussere der Stadt völlig kennen ablernt hat. XXXXI. Man unterrichte sich genau und so viel es möglich ist, von des Landes - Staatsverfassung, Handl«ng, Vorthetlen und Fabriken, vornämlich auch nach den Polizeyverfassungen berühmter Städte. XXXXIl Die wichtigste und unembehrlichste Vorbereitung zu einer Reise besieht unstreitig in der Reberschlagung der nöthigen Reisekosten, eine Rechnung, die weNn sie falsch angelegt ist, uns in die größte Verlegenheit stürzen kann. Wie leicht kann man sich in den Ueberschlägen verrechnen, denn viele hundert Kleinigkeiten, an die man zu Hause gar nicht denkt, pflegt man in seinem Überschlage nichts auszuwerfen , und daher am Ende um eine beträchtliche Summe zu kurz zu kommen. Ich rathe daher nicht nur nach gemachten Anschlage, sich immer etwa auf ein drittel mehr gefast zu machen , als die gezogene Summe beträgt, sondern auch besorgt zu seyn, daß man in den Hauptörtern, durch welche man kommt, an sichere Männer addresirt sey , oder sonst Mittel habe, im Fall ungesehene Umstände etntretten, sich aus der Verlegenheit zu reisten. Daher versehe man sich mit Wechfelbriefen, und nehme lieber zwey, danA man im Fall einer Verlohren gieng, den andern aufzuweisen habe. Besonders nehme man auf der Reise nicht viel baares Geld , und andere Pretiosen als goldene Uhren, Dosen, Etvt u. s. w. mit sich. Allenfalls folgende Sachen sind nothwendig mit sich zu führen,' als: Geschier um Speise Hollen lassen zu können, wie auch Eß- Barbter- Friseur.- Nacht -- und Schccibzenge, Pistollen, eine Goldwage und kleine Apothckevon Geistern, Pflastern und Pulvern. So ebenfalls Chokolade, Kaffee, Rosolto, Zucker, Zwtback, und verschiedene ander- N 4 Klei-- 544 XI. Abschnitt. Allgemeine Anmerkungen Kleinigkeiten, die jedweder nach Belieben mit sich nehmen kann. XXXXlll. Die Kaufleute haben an ihren Posttagen ihre Geschäfte lieber als den Besuch eines Reisenden, entweder beobachte man dieses, oder man lasse sich keine unfreundliche Begegnung befremden. XXXXIV. Solltest du in Gefahr gerathen umgeworfen zu werden, über eine grosse Anhöhe oder gar in das Wasser, wo du dein Leben verlieren kannst; zu fallen; so ist hauptsächlich Gegenwart des Geistes noth- wendtg. Denn die ganze Rettung in kritischen Augenblicken hängt zuweilen von einem raschen Entschlüsse ab. Halte dich daher nicht mtt Gcschwäzen auf, wo es Noch ist zu handeln! Unterdrücke dein zu zartes Gefühl, und winsle nicht, wo du zugrciffen sollst. Steige allenfalls wo es nothwendtg ist ai und hilf den Wagen halten, am besten rhut man aber, man geht gar dergleichen gefährliche Wege zu Fuß, denn durch das Jammern macht man den Postillion oder Kutscher nur furchtsam und verzagt. Sollte man aber gar unerwartet von Dieben oder Mördern angegriffen werden, so ist eben die Gegenwart des Gastes und Kaltblütigkeit nothwendtg, und man muß sich durch Cchröckcn njcht aus der Fassung bringe« lassen. Räuber und Diebe find fast immer entweder furchtsam, oder wenn Verzweiflung sie berauscht, nicht genug auf ihrer Hut, auf ernsthaften förmlichen Widerstand nicht vorbereitet. Ein entschlossener kaltblütiger Mann ist da stärker, als zehn solcher Elenden, die ihn angrctffen. Hier muß aber wohl überlegt werden, ob eo Schaden oder Nutzen stiften könne, sich mit Schieß, oder andern Gewehre zu vertheidigen, oder nicht; ob es gerathner sey,Lerm zu machen, oder sich in seyn Schicksal zu finden, der Uebcrmacht zu weichen, und mit Hingebung feines Mammons seyn Leben zu erkaufen. Es lassen snd Erinnerungen für Reisveue, 445 sich darüber unmöglich allgemeine Regeln geben. Um aber auf jeden dieser Fälle sich gcfast zu halten, rathe ich, bey kaltem Blute sich in dergleichen Lagen hineinzudenken, und sich dann dienliche Maaßregeln vor- zujchreiben. XXXXV. Man unterrichte sich wohl von dem Ruf der Häuser und Geschlechter, deren Bekanntschaft zu erhallen man Gelegenheit t>r, um sich nicht ohne Verschulden m llblen Ruf zu bringen. XXXXVI. Wenn man aufReiscn nicht von Zeit zu Zeit Pause» macht, so bringt die unaufhörliche Bewegung, und Zerstreuung, zuletzt eine Art Schwindel herror, und was man gifthn und geHort hat, dreht sich im Kopfe reissenden Wirbeln herum, in welchem alles aus setner Stelle verruckt, und verstümmelt wird. Einige Köpfe tonnen zwar mehrere manigfaltige Gegenstände ertragen und behalten, als andere; allein den- och ist jedem Reisenden zu rathen, daß er täglich das E sebene tind Beurthiilfe aufzeichne, damit er nicht ganz verschiedene gegenstände verwechsle, und andere vergesse. Dieses ist sonst unvermeidlich. Ist einmal ein Reisender in seinem Journale etliche Tage zurück, so ist es fast unmöglich wieder in Ordnung zu kommen. Ich rathe daher jeden Reisenden während des Fahrens mit an seinem Tagcbuche zu schreiben. Durch eine simple Einrichtung kann man im Wagen ein ganz bequemes Schreibepult errichten , und sich so mancknwl ei'ien langweiligen Weg angenehm verkürzen. XXXXVII. Wenn man in den Gebürgen reiset und steille Wege bemerkt, so setze man sich durch seine Bequemlichkeit nicht in Lebensgefahr; sondern man sieige vom Wagen, und gehe zu Fusse, ohngehindert aller Einnendunaen des Postilltons. XXXXVIII. Jeder Reisender sollte, ehe er die Reise, antritt, den Zweck derselben wohl überlegen, Y A und A46 XI. Abschnitt. Allgemeine Vorschriften und genau bestimmen; denn wer alles sehen und thun will, steht und thut gemeiniglich nichts. Freylich kann alles für einen denkenden Mann sehenswürdig seyn. Aber wenn er sich nicht zu sehr zerstreuen, und eine beschränkte Zeit gut eintheilen will; so muß er, was ihm nicht dient, lieber ganz weg lassen, und sich auf das Einschränken , was feinem Zwecke gemäß ist. Wenn derjenige, welcher reifen will, um Acker und Manufakturen kennen zu lernen , Gemäldesammlungen siehtf wovon er vorhero keine Kenntniß hatte; wenn der Mahler und Kunstliebhaber Naturalienkabtnette besieht ohne die Naturhistorie zu verstehen ; und wenn der Kenner der Naturgeschichte zu Soldätenmanövern reitet, ohne zu wissen, was Taktik ist , so können alle diese Reisende wohl mit Dingen solcher Art ihre Zeit ganz angenehm hinbringen, werden aber keinen Nutzen, von solchen Angaffen haben, und vielmehr, wenn ihnen nicht etwa sehr viel Zeit zu ihrer Reise übrig ist, dadurch abgehalten werden, Dinge zu beobachten, die ihnen wirklich nützlich gewesen seyn würden. XXXXIX. Bevor man den Wagen betritt, so untersuche man nochmals, ob man vielleicht nicht etwas von feinen Reifefachen in der Herberge zurückgelassen habe. Das was man also angeführt hat, ist so ziemlich alles, worauf ein Reifender, bevor er seine Reise antritt, zu denken hat, und man findet es überflüssig mehrerest zu erwähnen. Man Hosset keine undankbare Artbeit zu unternehmen, wenn man einige wichtige Gesundhetts- regeln , so weit sie für Reisenden hicher gehörig ausziehet. Allgemeine Vorschriften, wie sich Reisen- öe in Rücksicht ihrer Gesundheit verhalten sollen. I. Schnelle Abwechselung der Witterung, verdorbene. Luft, bey Morästen, oder in siarkbesetzten verschloß in Rücksicht der Gesundheit für Reiftnde. Z45 fchlossenen Postwägen ; das Fahren und Reifen bep der Nacht, Unvorsichtigkeit in Auswahl der Wirths- häliser, besonders der Schlafzimmer und Betten, Ver-- fälschung des Weins, Unmässigkeit uud Ausschweiffungen sind die vornehmsten Ursachen, welche die Gesundheit der Reisenden zu untergraben pflegen. II. Der Reisende bewahre sich sorgfältig durch gute Kleidung gegen die üblen Wirkungen einer gar zu schnellen Abwectslung der Witterung, besonders ziehe er sich im Herbst, und im Frühjahre nie zu leicht an, und fliehe nasse Kleidung, und Zugluft. Hat er sich dennoch erkältet ; so reib? er sich des Abends, wenn er zu Bette geht, den ganzen Leib mit einem trocknen Flanell, und trinke einige Schaaken Kräuter« oder gemeinen Thee. Ein gelinder Schweiß wird ihn dann für alle üble Folgen sichern. Eben so schädlich als Erkältungen sind auch zu starke Erhitzungen. Am pathsamfien ist es in solchen Fällen, das in Wallung gebrachte Blut durch ein niederschlagendes Pulver in Hiuhe ;u bringen. III. Ein Retsender, der feine Gesundheit liebt, Hütte sich ferner, viele Nächte hintereinander durch zu reise >. Theils ist die Rachtluft , besonders tü den sogenannten schönen Sommernächten schädlich theils benimmt der Naub des Schlafs, und der gewohnten Ruhe, dem Geiste des Tags über, die sv nöthige Heiterkeit. — Gleich nach dem Essen stark zu Achn , oder zu reiten ist höchst ungesund. Eben so wenig zuträglich ist es, den ganzen Tag über tm Wagen fitzen zu bleiben, ohne irgend einmal auszusteigen, und eine kleine Strecke zu gehn. — Daß bey heftigen Gewittern der Aufenthalt in Waldern, und unter Käumen, und das starke Reiten und Fahren, wodurch die Pferde in Schweiß gerathen, sehr gefährlich sind, ist eine allgemein bekannte Wahrheit. Z48 XI. Abschnitt. Allgemeine Vorschriften IV. In den Gasthöfen wähle der Reifende geräumige Zimmer, und lasse sie wohl durchlüften , und durchräuchern. Ist es dem Reisenden überlassen, sich nach eigener Willkühr ein Zimmer zu wählen, so nehme er ein solches, welches von der Sonnt beschienen wird, welches der Nord - und Ostwind durchziehen kann, und welches nicht von feuchten Dünsten angefüllt wird. Zimmer deren Fenster auf den Hof gehen , oder wo in der Nähe Mist liegt, schwängern die Luft mit schädlichen Dünsten , und machen den Aufenthalt derselben ungesund. In heisscn fremden und ungewohnten Ländern sind vornämlich bey der Nacht die Fenster fleisstg zu zuhalten, damit man sich nicht verschiedenen Unbequemlichkeiten die von der Luft entstehen aussetze. V. Eine strenge Auswahl der Speisen jst dem. Reisenden im hetjsen Sommer sehr zu rathen. Am sichersten fährt er, wenn er feine andern Fleischspeisen ißt, als die vom frischen Fleische gemacht sind. Ragouts muß er daher ganz vermeiden, und eben so alles Wildprät, daß sich wegen Fäulung verdächtig macht. Diese Aufmerksamkeit jst durchaus nöthig, da ihr Mangel schlimmer Krankheiten nach sich ziehen kann. Scharfe Gewürze sind so schädlich, wie hitzige Getränke auf Reisen, wo das Blut ohnedem schon sehr in Willung ist. Zuförderst muß man seine Le- bcnSart nach der Natur der Himmelsgegend, wo man sich aufhält, verschiedentlich einrichten. Um dieses bewerkstelligen zu können, so ist nöthig, daß man die Natur des OrtS, wo man sich aufhaltet, kenne, daß man sich nach der Beschaffenheit des Orts, wohin man reisen will, sich erkundige, und nach Beschaffenheit der Luft die gehörigen Maaßregeln ergreiffe. Manche Himmelsgegenden verstatten es, daß man stärkere und festere Nahrungsmittel, als man sonst gewohnt gcwe? Lit Rücksicht her Gesundheit für Reisende. 249 sen, zu sich nehmen kann, weil die Luft daselbst von anderer Beschaffenheit ist, und mehr zehrt. Jedoch die Mässigkeit Muß auch hier die gehörigen Gränzen setzen. VI. Besonders Hütte sich der Reisende , sich in Wirthshöusern ausgekleidet ohne alle Vorsicht in die Betten zu legen. Federbetten, die nicht frisch überzogen worden, sind immer verdächtig, da sich durch sie leicht schlimme Krankheiten mittheilen. Lieber bedecke er sich mit seinem Reisemantel, als mit einem schweren Federbette. Eine Bettdecke, und Küssenzüge von Hirschleder, die er unter seinem Retsege- räthe wie schon gesagt, führt,können ihm jedoch dieser Besorgnisse ganz überheben« Eben so sehr vermeide mün mit einem Reisegesellschafter in Ermanglung der Betten gemeinschaftlich in einem Bette zu schlaffen. Gefetzt auch, daß sie alle beyde gesunde Säfte zu haben scheinen, so ist es doch schädlich, weil die bey der vermehrten Ausdünstung durch den Schweiß heraus getriebenen Unreinigkeiten in deck andern Körper überzugehen , und Unbequemlichkeiten zu erzeugen pflegen. Vtl. Das fürchterlichste Uebel, das der Gesundheit eines Reisenden droht, ist die Verfälschung der VZeine mttBleyzucker. Gewinnsichtige Wetnhändler setzen den sauer gewordenen, oder den schlechten von Natur zu sauern Weinen , verschiedene Arten von Bleykalchen zu» Diese haben die Eigenschaft, leicht von der Säure aufgelöst zu werden, sie abzustumpfen, und dem Wein einen süßlichen Geschmack zu geben. Für den menschlichen Körper sind die Bleykalche aber äusserst zerrüttend , und man trinkt mit jenen Weinen, ein wahres Gift. Die mit Bleyzucker verfälschten Weine ver- rathen sich theils durch ihren etwas füßlichen aber zusammenziehenden Geschmack. Daher soll ein Reisender dergleichen Weine stehen lassen, die jenen verdächtigen Geschmack haben, und lieber einige Groschen weg- z5<- XI. Abschnitt, ^llyememe Vorschriften wegwerfen, als seine Gesundheit so sehr in Gefahr setzen Ueberhaupt ist das Uebermaaß von hitzigen Getränken einem Retftnden äusse.fl schädlich. Mithin sehr nöthig die verschiedenen Getränke, Weine und Bicre sehr mässig zu gebrauchen, und darauf Achtung zu geben, ob sie ihren Kräfte« und Wirkungen nach seiner Natur gemäß, ob sie den Kopf einnehmen, Wal- tung im Blut verursachen, den Magen schwächen», d. gl. Viele die nach Frankreich, Italien, Spanien und Ungarn geretfet, haben in den Getränken ihr Grabmal gefunden. VIII. Ein Reisender fährt besser, wenn er mit unter Mandelmilch, Limonade oder Wasser trinkt. I« Sommer ist besonders Limonade, oder Wasser mit Him- ber und Weinessig vermischt ein sehr gesundes und kühlendes Getränk. Doch sehe sich der Reisende vor, Wasser zu trinken, daß in ber Nähe von Mistlacken geschöpft ist, oder 5n dem er Würmer gewahr wird. Warme Getränke sind nur dem weniger schädlich, der sich an sie gewöhnt hat. Im Sommer sollte jeder Reifende Citronen, oder Limonadepulver, oder eine Flasche voll Himbeeressig bey sich führen. Man stille seinen Durst auf den Postwagen lieber mit Wasser oder erst besagten Getränken, als das man den Magen mit allem fremden Bier und Weine beschwere. Es mächte einen sonst leichtlich eine unbequeme Leibeskrankheit überfallen. IX. Ueberhaupt muß jeder Reisende sich derMäs- sigkeit im Essen, Trinken, Schlaffen, Bewegung und dergleichen befleißigen, und nicht die Gesundhettsge- setze überschreitten, vornämlich muß man sich nach feiner Letbeskonstttutton und nach dem aus eigner lan^- ger Erfahrung gesammelten Regeln richten, was hauptsächlich setner Gesundheit zuträglich oder schädlich sey. X. m Rücksicht Her-Gesundheit für Reifende. ZHI X. Gleiche Vorsichtigkeit wird bey dem Genüß der in jedem Lande gewöhnlichen und ihm eigenthüm- ltchen Früchten und Delikatessen erfordert. Man macht gemeiniglich von denselben die Anmerkung, daß so gesund sie den Ein> ohnern senn können, so schädlich werden sie für die Ausländer. Man kann sie zw^r essen, aber man gentesse sie nurmässig, uyd erkundige sich vorher wohl nach ihrer Beschaffenheit. Die dnrch die Kunst zu bereiteten Speisen und Delikatessen müssen nicht bloß auf dem Propiersteitt des Geschmacks, wö sie gemeiniglich guten Strich halten, sondern nach ihren Kräften und Wirkungen geprüft wenden. Man darf nur Acht auf sich haben , wie dir Verdauung, der Stuhlgang, und überhaupt der Körper sich darnach befinde. Merket man, daß ihr Genuß auch nur die geringste Unbequemlichkeit verursache, so ist es ein sicheres Kennzeichen, daß sie der Gesundheit nachtheilig sind. XI. Enthaltsamkeit in Ansehung der Llebeswerfe Müssen wir den Reisenden vorzüglich anpreisen, iwenn sie sich bey guter Gesundheit und Kräften erhalten wollen, um ihre Reise ungehindert fortsetzen zu können. Die Lteveswerke sind den Reisenden vorzüglich schädlich , weil sie einen grossen Verlust der Kräfte leiden, die sie doch zu ihrer Reise überaus nöthig haben, weil die Heftigkeit der Gemütsbewegungen und die Unmässig- keit in der Liebe das Gehirn, die Nerven, den Magen, und alle natürliche Verrichtungen schwächen, viele schwere Krankheiten verursachen, und selbst Krankheiten, die an und vor sich nicht schwer zu heben sind, bösartig und höchst gefährlich machen. Die Früchte, welche auf solche verbotene Liebe folgen, sind viel zu Unangenehm, als das man sich den Avp-etit ankommen lassen sollte, das Voressen, daß so reitzend ist, davon zu gentessen. Zwölf- ^ Nachricht In Deutschland hat man mehr, als in andere»» Ländern Urfach, wegen des sehr verschiedenen Münzfußes sich beym Geldwechseln in Acht zu neh- wen, und es ist etwas sehr Gewöhnliches, das schelmische Gastwirthe den Fremden dabey hintergehen, und^m auf Goldmünze herausgeben, die er auf der nächsten Post nicht brauchen kanx. Doch dieses ist noch eine der geringsten Unannehmlichkeiten, welche für einen Reisenden aus der Urkunde des deutschen Münzwesens zu entspringen pflegen« So oft er bey Bezahlungen, oder beym Geldwechseln seine Unwissenheit hierin« verräth, setzt er sich der Gefahr aus, betrogen Zu werden, und entweder mehr zu bezahlen, als Anfangs von ihm gefordert wurde, ober beym Einwechseln beträchtlich einzubüssen. Und wie ansehnlich wird nicht sein Verlust, wenn er auf diese Art täglich auch nur einige Groschen einbüssen sollte. — Dieses hat mich bewogen, von dem Werth der gangbarsten Gold-Silber, und Kupfermünzen mitdemWie- nerkurrent verglichen, in dem danebenstehenden Abschnitt so ausführlich als möglich zu handeln, daß ich hoffen darf, meine Leser die sich mit dem erst gesagten zwölften Abschnitt genauer bekannt machen werden, hinlänglich mit selben zufrieden sepn sollen. Zwölf- -x°)(- 353 Zwölfter Abschnitt. Verth der gangbarsten Gold/Silbers und Kupfermünzen, mit dem Wienerkur^ rent verglichen. Namen der Münzen. Länder und Städte. Werth nach Wie- nerkurrent. N< I > ^r- l t>, f ^p^«. Holland. S i s. ler ö Min. jRußland. ? Afper, Türkey. —- 2i Batzen- DeutscheO!etch. 4 Carlinö. ; Neapel. 9 2 detto. ' Sictlien. 4 3 Carltnd'or» Baiern, Pfalz. Würtemberg. 8 52 Carolin. Schweden« 35 Copek, «Rußland. l ^° Crusado. Portugal. i Daler. Holland. 2 26 Droba/ Portugat. Z2 Doplon Cen- cills. 'Spanten. 7 17 s Doppie. Genua. 7 28 detto. Mailand. 7 l z detto. Savoyen. IO "7- hetto. Venedig. 7 ZO Z Vtl-- ?54 XU. Abschnitt. Werth bec gangbarsten Gold, Namen der Münzq^ Lünder . und Städte. Werth nach Wic- nerkurrent. Ducato dl . Regno. dettv S. oder Piastra. Ducato cor- r reizte. detto die Ban- kv. detto de Cam bjo. Ducatone. , detto.' Ducaton. detto. " Dukaten kaiserliche. Dukaten vom! deutschen Reich. detto holländische. Dukattn. Escudo d'O- ro. Gigliato. Goldgulden. oetto. Auinee. »Äulden. iZ^e a p^. , Toskana. Venedig. detto/ Spanien Mailand. .5nH<;'.'2 Venedig. Niederlande," Holland. K. K- Staaten. Deutschland. Holland. Oänncmarkj Spanien. Florenz. Lüneburg, Hannover. Nürnberg. Britannien« Antwerven. Fi. I Kr. j Pf. i ' 2 I l Z6 »8 ZZ 55 1 ' 5 i<; 12 32 34 ._' . Zv — 28 ''^-su .'^ 2v" - Z8 22 4 16 2 42 Gnk Silber - und Rupfermün)en te. <«_^l ^camen Lauoer Werch nach Ad»c- der Münzen. md Städte. j nerturrent. '>!. I ^r. 1 — detto. Prtussen. -— 28 — detto. Deutsches Reich — 50 —. Imperiale. Rußland. 18 20 — Kopfstuck. Deutsches Reich — 2O — England» 2 I» 2 Aronthaler. Niederlande. 2 16 — Krongulden oetto. 1 8 ,— Kupferthaler Schweden. — 12 2 Laubthaler. Frankreich. 2 16 Laubgulden. detto. l 8 — Lira. Florenz, Li- — 19 — vorno. detw. Mailand. — i7 — bctto. Triest. — 11 -? köwenthaler. Holland. 1 42 Louis blanc Frankreich. 2 — —- Livre. detto. — 2Z —- Livornina. Toskana. s 4 — Mariengro- Hannover. — 2 s s6)en. Mark Banko. Hamburg. 4? l^etto Current. detto. 34 detto Silber- ^< hweden. 9 -z ^nuZnze. dctto Kupfer detto. ? nulnze. Maxd'or. « > .« t Bäiern. > 54 ? - Pa- zz6 XII. Zlbschnitt. Werth der yanybarsien Gold- Namen Lanoer s Werl!) nachMie.-Z der Münzen, s und Städte. nerkurrent. cvl I Fl. I t?^. i Rr. j Pf^ Pagodt )stindien. ? Z2 Paolo ^em — 12 — Pezza Toskana i 49 — Pfund flüm l«u Holland 4 52 — detto Srabant und Flandern 4 I 2 —. ^ Pfund E?terl Nlg England 9 - >— Piastra Toskana » 28 — Piaster Türkey i 6 Piasieino Toskana — -7 1 Polcrak jPolen — i 5- Poltura Mgar« — i » Poltin, Pol« Rußland — 55 tinik Real de Pla to Spanien — 12 Neal de Vcloln detto — 6 — Rcichschaler Antwerpen i 4i —» Current Reichsthalee Hamburg 2 9 Banco Reichsthaler detto I 40 Curtcnt Reichsthaler Sachsen. I Zo — Rubel alter Rußland 2 4 detto neuer detto l 50 Rupie in E old Surate 15 detto in Silbe. detto i Nnyder Holland N 22 Schilling flä Holland und Misch j Niederland I» -t dett» Silber,-unv Rupf-rmünzen zc. K-Z/ Namen Länder Werth nach Wie- der Münzen. 1 und Städte. nerkurrent. Fl. Kr. > Pf iss lD^^^sdn/» VlDlU. v^r^rtmg i? s ^ ? . 26 2 tD^tsK. Vu)Nv - ^.VUtv- r i ^ 9 12 tx'nv o or Scudo d oro ^lorenj 2 22 detto d or Mat3 so che detto d'argeu.- detto i s ^.2 4" 2, to detto dl EaM" . tt I Z5 b > 0 detto di Stam- Rom ^ ^ s pa d'oro detto romano detto 2 detto Hella Cro- Venedig 2 28 3? le Eoldo , Matland ?5 s 5 (^ouoeränd^or ^5 Etaaren lZ 2O Goldo Aoö^ana. detto Triest s detto Venedig . ^ 2^ Frankreich 8 24 d^or Sou6 detto — r ? Stück von AchSpanien A z ten Stuvcr f. N K 2 Thaler Polen" l 4 2 dccco Preussen I 24 Zechino Venedig 4 22 detto Rom 4 18 5 .3 Ge- 15Z XII. Abschnitt. Lintheiluny des Gewicht» P G e rv L ch t s o r t e n, Gold-und Stlbergewicht. 72 — — — — Stein — — — — Mark — — — — — ^ de to — — — — — ^ Pfund — — — — ^ dttto — ^- — — — ^ detto — — — — Pfunde — — — — oder — — oder — , — — Pfenninge Gewicht — — — .Gran. — — — — 75 Pfund. 50-- 25--- 1-: — SO —»—' 5 — Z2 Loch. 24--' 16 —- 8-- 16 Unzen. 128 Quintel» 512 Pf. Gewicht 12 Loch. 4 Quintel. '-4 Pf. Gewicht 15 Gran .3 Gran. Verschiedene Gewicht und Zahlarten. Ein Tonne hat — — — Schiffpfund — — und — — ^- Karch. — — — — Last Höring. — — — Roll, oder Krippen. — Zahl Plateis — — — Barkel. — — — — Saum. — — — — Zimmer. ' —- — Techet, — — A 34 20 Zentner. 286 Pfund in Wien. Zoo Pfund zur Ladung zahlbahr. 400 Pfund. ^2 Tonnen. 180 Fisch. HO Fisch. 45 Barchante. 22 Tuch. 40 Balg oder Fell, lo Fel/. Em Mo. ?(U. Ahscht^ftt. Emcheilmtg de» Gewichts!c. Ein Dutzend, was es-im-- mer ist. — —> — Mandel, Desgleichen — Schilling Kraut, und dergleichen. — — Schock Schab, Krebse oder dergleichen. — Pfund Latten, Laden odee Bretter tc. — Ballen Papier. ode -— — und das Buch zu 24 Bogen--- — Riß — — ober das Buch zu 24. Bogen. ^- Buch. —. — - 12 Stilck. -l5-^—<" ZV Ho ^—- '. S4O--- -O Riß. 2OV Buch. 480O Vogen. 20 Buch. 48s Bogen. 24 Bogen. 5 ^ r ' H ' ,5 weite der Wagenspur oder des Geleit ses in den österreichischen Ländern. Rhein M. Schuh. Zoll. Böhmen. . . Z 6 Mähren ........ ? 6 3 6 Oesterreich. ...... ? 6 Polen. ........ Z 6 Im Reich. . . . . » . . 4 45 Ungarn. . . , . . . S 6 -)(°)(^ 361 dem vOienergewlcht. IVO Pfund in . . . . thun in Wie, 1^ Pfd.j Loth. -— — <»leona .....l 86 '— — Amberg. ..... lO8 '— Amsterdam. . . . . . 88 — — Anko.na. ... . . 60 — — ^ Anspach....., yl — — 83 45 >— ' Augsburg (schwer Gewicht). « . . . . 87 16 '—- detto — (leicht Gewicht). 84 '— -—' Bamberg. . . . . . 86 Barcelona...... 54 — — Basel. ...... 87 7—" — — Bauzen....... 77 ^- ——' Bayreuth...... 92 — Verlin. . . « . . . 8? . i lof '— jBern....... 92 ^ —- 64 , .16 Lotzen....... 90 , I Braunschweig. . . . . 83 10, ^- Bremen. ..... . 88 Breslau. .... 72 > Brüssel. ... ... 83 ^! 83 >?t Calais (schwer Gewicht) 9- detto — (leicht Gewicht) 75 Carthagena. . . . . 82 Cassel. ...... 57 Olf Constantinopel. . . . . 225 Därmemark und Norwegen. l> 89 Dan. <6L XII. Abschnitt. Veryleichuns ^M) Pfund in . ^7 . . . thun in WienII rf. j Lot^ — — s-Danztg. ...... s'Dresden. . . . . . - Dünkirchen. . « . . 84 83- >—> 10^ . -— ^llS 78 -— — ^ — ' England (Handgewicht) 8l -— j — , Erfurt. ...... 84 ^ — ' Florenz. ... - . . 62 iH >— Frankfurt am Main. . . 90 I —- detto — (Pfundgewicht) 8? -°i ! —' Fränkfurt'an der Ooder. . 83 ^! .j — Genf (aroß Gewicht) > 98 _i > detto — (kmn Gewicht ) 82 — ^— Rot. Genua (Aollgewicht) . . 97 — -— z — detto-^-(Kassagewicht) 88 — i Pf. Gibraltar. .... 82 — ^— — Glotz. ...... 9o —— ' — Gratz...... ! 0V ! — Haag, und ganz Holland. 88 86 — i' — i Hamburg. ..... —' ? < —, Hauau. .... 86 —' — Hannover...... 86 —' — Heidelberg. ..... 9« — 100 -i» ^ - Kiel........ 85 — 8Z ,os . — 'Königsberg. . . . . « 83 — Koppcnhaggen..... 89 — Krakau....... 72 I IO? l lO« 83 84 Linz. ...... lOO Liou' (Stadtgewicht). . ^ detto — (Eeitengewicht) > 75 8? i'.ft des Ausländergewichw l B^Ä IOO Pfund in . . . » tyun M Äölci jj Ps. l l). I^r ^ — ...i Lissabon; ... - - Livorno. . . . . « iLondvn. .'.-.» . > P^cern. . . * * - Lübeck. .... . . Lüneburg. ...... Lüttrch. . » - * ' - Ä>5ad'rit. Magdeburg . 4. ^ » » Mailand (pesso' LlöM)) detto — (pello toMv) Mainz. . . . . « Mannheim. . Mantua. « « Mecheln. . . Memeln. . - * > « - ' Mefftna 1 Cant, oder ^ ldo Rot 2 12. . . Mod'ena. . » « Moskaü. München. . . « Münster. . . Neapel. . . Nürnberg. < Osnabrück. . Ostende. . « Paderborn. . . . . . Passau. ...... Parts. Parma. ..... . Pohlen. (Krakauer) . « Prag (schwer Gewicht) « Prag —(leicht Gewicht) . 81 62 8l 8? 86 86 84 8? 55- iZ6 ! 58 9^. 38 58 83 83 ^ 16 10-5 56 58 72 lVQ 85 57 90 88 8Z 85 85 60 85 72 95 9^ Pres« 16 1^ ze^XII.Mschnitt.pergl. des Auölä'nbergervtchts. loo Pfund tu thun iu Wien^Pf. j ^oth. Prcvburg. . « . Regensburg. » . . Riga» » . . ... Rom '(p?lio ^rolso). detto — (pesso sornüo) Rostock...... Rotterdam. .... -Rußland. ..... Salzburg...... Dt. Gall (^schwer Gewicht ) detto—(leicht Gewicht), . Schweden (schwer Gewicht' dettö— (leicht Gewic"' Stettin.' / Stralsund. . Straßbürg (schwer Gewicht) detto (leicht Gewicht). Toulon.^. ... . ^ . ^ Trient. ..... Turin. . . UlM. . 4° . Venedig (groß Gewicht), detto — (klein Gewicht) .„ö>?" * '"-z Wismar. Würzburi detto — Zelle. Zittau. Aürch. (leicht Gewicht) lOO I IQO ' 74 16 65 ! 62 16 91 > 88 7» . 10 .100 104 82 iv -75 64 . ' 8^ 10-;- ' L6 ' — ! SS t sv ! 8z ,<^> r lv^ 76 ,100 66 8Z ^ 85 45 >^ 88 — 60 58 <^ . e»7 . 86 i y! . 85 . 8Z . 94 Mas. m « f s^e reL e'^'--'. - ^ .-^m ässe r-e, e W><. -.^:^ WeinMß. ' ^W FMr hat — — — — — Eimer. — Dreyltng — — —- — — ZZ detto. — Eimer — — — — — -- 4 Viertel. o^er —^ ^- — —'4oMaa?" '' ghxx ^ — ' 40 AchterMg —^Wjertel — ^ ^. io Maass^ -2 Metzes Metzen ^-.i — 4 Viertele. — Viertel — ^—. —. — 2 Achtel — Achtet — ^ -Masses Wertmaaß. »7,^ ! . ' , ' ,I . ,l , »VH^MÜ?.s«»^1Zs, -U»» - Ein Klafter hat- — — — — 6 Schuh. —- Schuh — — — — —— 12 )oll. — Zoll — — — —« — — i Daum. Geometrisches Maaß. Eine geometrische Klafter hat — — 10 Schuh. — Schuh — — — — — io Zoll. — Holl — — —. — Linien. — Linie — —. — — — Punkten. < o Ver ^« zS6 VergleiHuny Her Auslan^erelle», vergleichutW der Auslanderellen mit der Vvienerellen. loo Llleu in ^ . . . . thun in Wie, j Weit ^ ^ — — ^7. -— A 'bchen, Altona^... . ^ . . . . . Ambcrg... . ..... Amsterdam, Flamische Ellen. Brabantcr.detto. . An/pack^. . — Antwerpen, Brabantc.r. . . Augsburger grosse Ellen. . ^ . . ^ kleine detto. . . Cann AvWon. . . . . /. .Ellen Baiern durchs, ganze Land. . . ^ jBalnberg . „, .... « » KM^^lloyL. ^ .^i^^^^ ' Aune Basel. . ..^ ^ " ' Ellen detto kleine Ellen. .... Bcwzen. -. « > ^ * ' ' Bayreuth. ^> . « « Bergopzoom« ... . « « ' Verlin. . « » « » ' ' Bern in der Schweiz. . . . Traci Bologna ^ in V7olle. . . . in Ecide. . . . Ellen Bötzen. . ^ . . Braband durchs ganze Land. . Braunschwcig. . . - » Bremen. . . . ' Breslau. L5j 152 ^ . 89 79 89 73 Aune Budißtn. . Calais. ° 2.0- .^7 .94 ^SO» 15» 70 95 8? 86. 7- > 82 ?6t 1O2 89 7?i 8- 5 665 . . 74 ,5- »OS mit der wienerellen. Ivo Ellen in ..... thun in Wien s Ellen Elle^i «Cassel. . ' . . . 72 Celle...... ... 75 Vit Constanttnopcl, grosse. 86 kleine. 82' ? Ellen Consianz, grosse. . . y(> 8y Oannemark, im ganzen Land. 8<^ Oanzig...... 7?^ c^z ._ Oresden. .... 72^ »' 2 Düsseldorf. .... 69 ^mbden..... » » . 86 V . 1 17 tn Leinwand. lU-T' ^ n^/ in Boi und Frais. . Ellen Erfurt, grosse. . . . 70^ < ? kleine. . . . ... 5^ Erlang...... 85 Braci Ferrara, in Wolle. ... 86 tn Seide. 8i 76 in Seide. . » ' 75 _ Ellen 69 Frankfurt an der Oder. 85 - _ 85 w»». Anne 147 Camö Genua, ä lo Palmi. . detto a 2^ Palmi. » » » ?2Z .— Braei 75 Ellen ... 7- Güttingen. ...» 75 Haag. ..... 88 Hamburg. . » . . 73^ 75 72 A a ü«nt Vergleichuny der AuslKnderellen ioO Ellen in. thnn in Wien l Ellen Ivrd Ganz Irland. . . Ellen Koblenz. . « . Köln, Brabander. Königsberg- . . Krakau, ueue. . . Leipzig. . . . Vara Lissabon. . . . PalnU detto lange. « . — detto kurze. . . Braci Livvrno, in Wolle. in Seide. Iard London. . . « Ellen Lübeck. . ^« . Vara Madrtt. . . . Ellen Magdeburg. <» . — Mainz. . i . — Mannheim. . . Braci Mantua. . . . — Modena. . . . Arsch. Moskau. . . Ellen München..... — Münster. . . . , Cann Neapel. . . . Palm detto. «... Ellen Norwegen, im ganzen Nürnberg. . . . Osnabrück . . . Ostende. « . . Paderborn. ^ . Stao^Paris. .... Braci PaMa. ... .Ellen Pal^w. « . . I -— Pohlen, neue. . , Land »17 72 0? 74 75 72^ ^ ? 141 2ll 2tt 76 75 l 17 74 i^>^ 86 71 / 72 6^, 82 92 12/ 104 27l 8^" 85 75 90 69 150 7c» 99 79 Prag. mit der rvienerellen. 37» Wien Elten — Elton P.ag. ...... ^7 < / V — — Negensburg. . . . . Braci Rimtni....... ' S^>^ V2 , n Rom, in Leinwand. . . . kaufmännisch. . . ZI 199 —». Ellen Rotterdam, Brabander. 89 — — Roveredo. ..... . 96 — Arsch. Rußland, im ganzen Reich. ' v» — Ellen Salzburg, in Seide. . . in Leinwand. ^ . IOZ l I(Z — ->— St. Gall, in Wolle. . ' in Seide. . . « 79 IOZ '— Arsch. St. Petersburg. . . . 02 ^ l 7< 8» kleine » . . . 0?^- sZ? Rast Turin» . ' . . « 77-» 55 ls^,^ <.ucn Ulm. . » . , * . . « 7Z Äraci Venedig, tn Wolle. . < » s< so » tn Seide» « . . VO, Ellen Warschau, neue. 79^ Würzburg. . . . . ^ 74^ Zelle. .... 7Z! Fittau. . . . 75 Furch. . . . 77 Meilenberechn ung. Vergleichung verschiedener FeldmesserS- Rechnung. Deutschland rechnet man 15 gemeine, oder 18 kleine Meilen auf einen Grad; und nach dem geometrischen Fuß hat Susi eine schwedische Meile — — — — 576l — schweizerische — — '— — 4512 — dänische — — — — — 4^71 — gemeine deutsche — — — — 4000 — holländische — — — — 3158 — französische ^- — — — —> spanische — — «---- — — 2286 — schottische — — — — — l5^>9 — italienische — — — — 1000 !— englische — — — — 868 — russische Werste —. — — — 575 ^u- Meilenberechnvny. z?z Zufolge der letzteren Ausmessungen ist der mit- tSgttche Grad gegen Paris 5718c» Klafter, oder 243080 französische Schuhe. Wenn man diesen Grad für den mittern Grad von Europa annimmt, so kommen ?8l2 Klafter, oder 2287» Schuhe auf eine deutsche Meile. Macht also nach obiger Meileumessung franz. Schuh ttne gemeine deutsche Meile — — — 22872 — kleine detto — -»-- — — — 1906-) >— schwabische — — — — 4I885 '— ungarische oder dänische —> — — -—gemeine spanische — — — — 2018! — kleine detto — »— — — — 17154 gemeine französische — —. — — IZ?2Z kleine detto — — — — n-- H4Z6 — grosse detto — — — <— —' 17154 >>— eine italiänische— — — — — 5718 — kleine detto — >— — — — 4574 — englische — — — russische Werste— — — — — Vergleichung der ausländischen Meileq Ht den deutschen. deutsche Meil 4 italiänische Meilen betragen— — — 1 7 spanische — _ — — — 6 5 französische ^_ ^_ — — — z Ii englische _ ^ _ —. z 8 schottische ^ — — — z 19 holländische _ _ — -— — 15 4 ungarische oder schweizerische— — — 5 2 schwedische — _ — _ z SO russische Werste — — — — z Aaz MÜN! Z74 M Ü n 5 s o r t e n. Münzsorten, die in den österreichischen Staaten, als: Ungarn, Böhmen, in ganz Oesterreich, Tyrol, und den An- theil von Schlesien, gangbar sind. Kupfermünzen. Pfenning , ^ Kreuzer, ganze Kreuzer, und 6 Pfennige oder Kreuzerstuck. Im Königreich Ungarn giebt es auch Ungarisch, wovon fünf z Kreuzen machen ; und in Böhmen und Mähren ? Pfennigstücke, oder nach dem Landesnamen Gröschel, 4 betragen z Kreuzer. Im Herzogthum Krain , Görz, in der windischen Mark, und tm österreichischen Istrien giebt es Solde, davon zcz auf 17 Kreuzer kommen, dann ^ Solde. Dieses ist der einziges Artikel in Geld, welches sich in diesen Staaten unterscheidet. Silbermünzen. Groschen, oder.z Kreuzerstücke; 5 Kreuzerstucke; 7 Kreuzerstücke; IQ Kreuzerstücke; 17 Krcuzcr- ^üc»e - 22 Kreuzerstücke; halbe Gulden, oder zvKreu- zMücke; Gulden, welche 6s Kreuzer , oder 20 Groschen macht; dann Thaler, oder 2 Guldenstücke. Goldmünzen» Souveränd'or ganze zu iz Fl. 2O Kr. halbe — 6 — 4s — Kaiserliche Dukaten — 4 — zo — Doppelte — — — 9 — — — Holländische--4 — 23 Anhang. P o st l a ll f, welchen die von Wien abfahrenden Posten zu nehmen pflegen; nebst bcygefügter Anzeige der Stationen und de» Meilen, wie weit selbige von einander entfernt sind, wie auch andern nüHlichen Post Nachrichten. Richtiger Wegweiser durch alle Lander, Städte, Marktflecken und Dörfer, welcher anzeiget Ven Lauf der von Wien aus abfahrenden Posten, nebst beygefügten Stazionen und Meilen wie weit selbige von einander entfernt sind, wie auch andern nützlichen Postnachrichten. Alles auf das Z iverlaßigste für In-und Ausländer zusammengetragen. w i e n, zu finden in der Geroldischen Buchhandlung auf dem DomtntkanerplajlW^' 1/88. Unterricht über das Postwesen in den k. k. Staaten, fammt der Taxordnung der Briefe und Frachtstücke. Postbericht, wie die reitenden und fahrenden Posten in der k. k. Haupt-und Residenzstadt Wien abgehen, und wieder ankommen. Nachricht. ie Zerschiedenheit der Ortschaften, nach welchen die Briefe abgehen, und von daher wieder ankommen, haben auch zcrschiedene festgesetzte Posttage ihrer Auf-und Abnahme, welche nachstehender alltäglicher Postbericht klar zeiget. Obwohlen die Iournalpoft nach Linz, die böhmische nach Ig- lau bis Prag, die mahrische nach Brünn bis Oll- mütz, die steyrische nach Pruck an der Muhr vi6 Gratz, und die hungarische nach Preßburg, dann über Raab, Komorn bis Ofen alltäglich ablaufen vnd Netour kommen so Muß unerachtet dessen eben so nach diesen Journalen, wieauch nach den ordinären Postlaufen dle Aufgabe der Vriefe außer a » den Unterricht über das Postwesen. den Hauptposttägen, Sommers und Winterszert längstens Abends bis um 8 Uhr, hingegen in den Hauptpofttägen um HM 9 Uhr zu geschehen. Die Ausgabe der mit Geld, Wechseln, Bankozctteln, und mit übrigen baares Geld vorstellenden Schreiben werden innerhalb des k. k. Hofpostamts, nach Hungarn, Siebenbürgen, Tyrol, Vorderösterreich, und zwar nur nach jenigen dortländigen Ortschaften , wohin entweder keine, oder monatlich nur einmal die Postwagen abgehen, nachmittag von 4 bis 7 Uhr angenommen, unter welchem Zeitraum auch andere zu recommcmdirende Briefschaften aufgegeben werden müße». Die türkische Ordinaripost nimmt ihren Lauf zweymal, und zwar dem ersten Dienst - und Freytag mit Anfang jeden Monats , und sowohl eben dem, nach dem 15 Monatstag folgenden Dienst-und Freytage nach Constan- tinopel. Die Ankunft derselben geschieht nach dem K und 17 Tage jeden Monats. Von übrigen ankommenden Posten wird die Abgabe der Briefe das ganze Jahr hindurch von Frühmorgen ic>Uhr, bis Abends 7 Uhr taglich angenommen. Uiber oben angesehte Zeit können Briese weder angenommen, noch abgegeben werden , weil das lobl. k. k. O. Hofpoftamts Individunm die vorgeschriebene posttägliche Ordnung, welche sich auf die hierüber allerhöchstbestehende Einleitung gründen, nicht überschreiten kann. Abgehende Dlliyencewayen. Alle Tage früh um 8 Uhr nach Presburg. Son- tay früh um 8 Uhr, nach ^inz, Negensvurg, Brüssel, Ostende, Paris, Lyon; und alle 14 Tage nach Unterricht über das PoAwesen. «ach Salzburg, Inspruck, ferner nach Mantua, Venedig und Mayland. Von EnnS wöchentlich fahrend nach Steyr, von Lambach alle 14 Tage nach Gmunden. Montag früh um halb 8 Uhr: nach Klagenfurt, und alle 14 Tage nach Mantua und Venedig. Um halb 8 Uhr nach Oedenburg, Günß , Stein am Anger. Um 9 Uhr nach Ofen; alle 14 Tage nach Temeswar, und a!!e 4 Wochen nach Hermanstadt. Dienstag früh um halb 8 Uhr nach Prag, Königgrätz und Dresden. Mittrroch früh um 8 Uhr nach München, Augsburg, Paris, Lyon. Donnerstag früh um halb 9 Uhr nach Grätz, Trieft und Fiume. Zreytay nach Presburg. Samstag früh um 8 Uhr nach Trovpau, Breßlau, und alle 14 Tage nach Lemberg, in der Teschnermesse alle Wochen. Rommen an: Alle Tage Abends um 6 Uhr von Presburg. Sontay von Mantua, Inspruck, Salzburg und Linz. Dienstag Vormittag von Ofen, und alle 14 Tage von Temeswar, auch alle 4 Wochen von Her.- manstadt. Mittwoch früh von Breßlau und Trovpau , und alle 14 Tage von Lemberg. Donnerstag Nachmittag von Gral; und Trieft, Abends von Oedenburg, Günß, Stein am Anger, ungleichen von Klagenfurt. Zreytay Vormittag von Dresden und Prag , und alle 14 Tage von Königgralj. Samstag Abends von Negenspurg, Salzburg, Inspruck und Linz ; und alle 14 Tage über Klagensun von Mantua, Abgehende reitende Post. Sontag Abends um 8 Uhr, und alle Tage in a z der Unterricht über das Postwesen. der Woche die 7 Journale, als nach Linz undRe- genspurg, Preßburg, Ofen und Ollmütz, imgleichen nach Oedenburg, Günß bis Stein am Anger, Lemberg. Montag nach Klagenfurt und Italien, Braunschweig und Hamburg. Dienstag nach ganz Ungarn, Kroatien, Sklavonien, Siebenbürgen und Bannat. Mittwoch um halb 9 Uhr nach ganz Böhmen, Sachsen, Schlesien, Galizjen und Lodo- merien, Pohlen, Rußland, Trieft, Fiume, vene- tianische Dalmatien, Linz , und in das ganze h.r. Reich; von St. Pölten nach Stein und Krems, nach Mariazell, von Ens nach Steyr, Salzburg,. Jnspruck, München und in alle Haupt-und Han- delstadte von. Europa.. Donnerstag um 8 Uhr nach Klagenfurt und Italien, wie Montag, nach Braun- schweig und Hamburg. Freytag nach Ungarn, Lemberg, Kroatien^ Sklavonien, wie Dienstag, Braunschweig und Hamburg. Samstag Abends um halb 9 Uhr alle abgehende reitende Posten wie Mittwoch.. Rommd an 5 Sonntag früh die 7 Journale, imgleichen aus Kroatien nnd Sklavonien. Montag früh aus Schlesien, Lemberg, Galizien und Lodomerien, Pohlen, Nußland, Kroatien und Sklavonien, aus Klagenfurt und Italien, aus Salzburg , Jnspruck, München, und dem ganzen h. r. Reich ^ Krems, Stein und Mariazell, St. Pölten, Steyr und Enns. Dienstag früh aus Sachsen, Königgrätz, imgleichen aus Braunschweig. Mittwoch früh aus Pilsen und Eger, Trieft, Fiume, aus dem Venetia- yischen und Dalmatischen, aus ganz Ungarn, Te- mes- Unterricht über das Postwesen. meswar und Hermanftadt. Donnerstag früh aus Klagenfurt und Italien. Freytay aus Schlesien, Lemberg, Galijien, Lodomerien, Pohlen, Nußland, Sklavonien und Kroatlen, Salzburg, Inspruck, München, und dem ganzen h. r. R. wie Montags. Samstag früh aus Königgralz und Chrudim, aus Sachsen, Pilsen und Egerischen, Trieft und Ve- netianischen , aus ganz Ungarn, Temeswar und Hermanstqdt. Anmerkungen zur Aufgabe der Briefe. 1. Ein jeder inlandischer Brief zahlt 4 kr. ein dop-, pelter 8. kr. ins Ausland ein einfacher 6. kr. nn doppelter 12 kr. die starkern Brief- und Aktcnpa- ketc werden nach den in k. k. Postamt angeschlagenen Tariffen nach den .Loch bezahlt. 2. Muß auf jeder Adresse der Name des Lto. in baaren p.) Ltn. Tax , ohne^ Unterschied des Bestell, lungSortes - Tax für die- ^ ^ sen W»rtK ^» «V für für » s. kapier baare» st. tl. kr. fl. kr. 5^ 6 12 ILO 10 2c? IVO 12 ^ IAO IA 26 140 14 23 IZQ »5 3Q l6O 16 32 I?O ^_ 34 I8L 8 ?6 19c ? 2Q 40 ZQO ZV I 4OQ 40 1 2S zc kr. Patzleinsdorf/ Neustift im Wald, Wetdlingau, Hadersdorf, Mauerbach, Kaltenleutgeb, Lab im Wald, Dornbach, und im Prater bis zumk. k. Lusthause. Nach Braitenfure werden 20 kr. bezahlt. Die erste Expedition ist des Morgens um y Uhr, die zweyte um Mtttag, die dritte Nachmittags um halb z Uhr, und die letzte im Winter Abends um 5 Uhr, im Sommer aber Abends um 6 Uhr. Auf das Land werden Briefe und Pakete taglich nur einmal und »war im Winter um halber z Uhr, im Sommer Unterricht über das Postwesett. iner aber um Z Uhr Nachmittags exvedirt. Briefe , die mit Geldern , Bankozetteln und Pretiosen beschwert sind, zahlen vom Dukaten i kr. hingegen stehet, wie bereits gesagt, das Oberamt der k. k. Briefpost für alles gut, und wird darüber sowohl ein Neccpisse geben> als auch ein ähnliche? von dem Empfänger beygebracht. Das Oberamt dieser k. k. kleinen Post ist im k. k. Posthause. Dann sind in verschiedenen Orten sowohl in der Stadt, als in den Vorstädten. Collecturen angelegt, wo man seine Briese und Pakete eben so sicher und richtig bestellen lassen, kann, als auf den Oberamt welches für jede Veruntreuung ihrer Leute, gegen vorher abgeforderte« Necepisse, gut stehet- Wer nicht die gewöhnlichen Expeditionen erwarten will, kann seinen Brief oder Paket auch durch die Expressen dieser k. k. kleinen Post besorgen lassen, welcher zu jeder Minute des Ta^es um folgende Preise bereit stehen. In die Stadt ----- 5 fr. --Vorstädte bis zur Linie - io kr. Auf das Land, in die nächste Omer vor der Linie - - - 24 kr. An die etwas weitere - - - z6 kr. Und an die weiteste Oerter, so in unsere angewiesene Staitones gehörig. - - 5l kr. Vey der Nacht aber zahlt man doppelt. Die Collecturen in der Stadt und in de^ Vorstädten sind folgende: I" Unterricht über das Postwesen.' In der Stadt. Hr. Johann Neihold, Kollektor indem Krautgasseh IO82. ^— Friedrich Fliedl, Kollektor beym Schottenthor, 112. — Adam Meisriemer/ Kollektor im tiefen Gräben, Z58- — Christoph Gehrold, Kollektor auf dem Juden- plalz, 269. — Adam Mayerhofer, Kollektor im Wintergas- ftl und Bauernmarkt, 562. Vor der Stadt. Hr. Johann Georg Griensteidl, Brandweiner zu Mariahilf. —' Jakob Steurer, bürgerlicher Handelsmann auf dem Spitalberg zum goldenen Hirschen, 5o6.' ^- Valentin Wagner, Kollektor in der Josephstadt, 68. — Jakob Rede! , Kollektor in der ÄlstttMe, Z4. ^- Franz Beckers, Tobackstraffikant in der Leopoldstadt bey der Schwanen > 224. — Ignatz Lehrle, Kollektor auf der Landstrasse, iv6. — Franz Kurzweil, Kollektor dey der Karolus- kirche, 334. Joseph Gronenbütter, Salzversitberer bey den Paulanern auf der Wieden , 59. — Johann Georg Grünwald, Tobackstraffikattt auf der neuen Wien, 63« Zu- V >o( ^ Zuverläßigrr P o st l a u f welchen die von Wie« avfahendm Posten ^u nehmen pflegen; nebst beygefügter Anzeige dee Stationen und Meilen, wie weit selbige von einander entfernt sind. ^ Staklonen Postett ^ ^ Ober-Augetd i V.WiMÜ.BrÜM, Weiskirchen !^ Ollmütz, Friedeck Neütitschein I Lemberg. Treyberg I Gtättonett Posten Schlesien^ Unter Oesterreich. Fried eck l ^tammtrsdorf i Teschen Wolkersdorf i Bogorsch i Gaunersdorf i Bielitz i Wülfersdorf i GaMziett. Mahrett. Kenty i PoMorf i Waydowice iL Nikolsburg i Jzdebnik i Maria-Hilf l Mislenicze l Laatz l Gdow iL Brünn i Bochnia l Posorsitz l Przesko r Wischau i Woynicjt i Prosnitz Tornow i Ollmütz i Pilsno iz. P o st l a u f. Posten r ^ 2 !^ ^2 ^ I l I I I I I ?^ ^2 Gtationm Dembitze Sendictvv Reszow Lancut Przeworsko Jaroslau Radimno Zaleska Vola Krakoviece Jaworow Szklo Aänow Lemberg zusamm 49 oder Meil'yZ l^K.Wer üb.Troppau reisen null, gehet von Ollmüh nach Sternberg i Hof Qorfteschen i Troppa» i Groß Pohlsm : Mähris. Ostrau i Nieder-Bludowitz i T eschen l Von da weiter wie vor. Wer noch Cracau reifes gehet den nämUch.Weg bis J-debnick. Kann Mogilany i Bodgoreze i Krakau 5 Stationen Post«» Nro. 2. V. Wien über Eperies . nach Lemberg. Gesterreich. Schwechar i Fifchament r Riegelsbrunri i Dentschaltenburg r Hungarn. Presburg CsekleS Sarsö Türnau Frcystadtl Nippin Nitra Tapolcsan Nitra Sombokret Vustenics BaymocS 3wdna Thurocz-Sawbokret Nolscova N'osenberg Pentendorf Okolicsna Mhodna Lucsivna Horka Leutschau Bwctovecz Bev- P o st l a u f. iZ i ! ^ 1^ ^^2 Gtai Nro. 7. . V Wen üb. Oeden- durg,Münsn.^sscg. Hunyarn. Laxemburg 1 Stationen Posten Wimpaßing 1 Großhöstein 1 Oedenburg z Warasdorf 1 Göns 1 Stein am Anger 1 Körmend ir. Börend 1^ Szala Egecheg i Hochöd II. Groß Kanisa Jharos 1 Brzesnicza r Babocsa 1^ Jstvandi 1^ Groß Szigeth 1 Czent Lorenz 1 Fünskirchen 1 Siklos 1^ oder auf Numio 1 Baronyovar iid — Mohacs 1 Baronyovar » Laskafield 1 Eszegg r zusamm 26^ oder 27^ oder Meil 5z — 55 Nro. P o st l a u f. Stationen Posten Nro. 8- V-Wien üb. Güns, Karlsstadt nachFiu- me, Z?ng, undKar- lopago. Hunyarn. V. Wienb.Äörmend 8^ siehr N. 7. 5övö Bacsa Lendova Csakathurn Rroatien, WaraZdm Ostric; Heil, z König Bellovar Agram Siakovpatak Iaska Karlstadt Novigrod Bozilievo Verbocza Ravagnora Merkopail Fusine Piket Livorno. Fiume 1 b Stationen Post,» zufamm 29z. oder Meil Bis Karlstadt sind 21^ Rroatien. Generalsky Stoll 1^ Iosephsthall 15 Ieszerana 1^ Dalmatien. Vratnck 15 Zeng 1 zufamm 25^ oder Meil z/ Uiber Karlftadtbis Ieszerana sind 26 Ottochacz 2 Perußich 2 Gospich 1 Ostaria 1 Karlobago 1 zufamm 2z oder Meil 66 N 0 9. V Wen üb. Graz u Lavbach u. Flume. Oesterreich. Neudorf 1 Günselsdorf l Neustadt i Neunkirchen l Schottwein 1 z Stey- P o st ! a u f. Stationen Posten Stationen Posten Steyermark» Mörzzuschlag Krieglach Mörzhofen Bruck an der Muhr Rettelstein Peggau Grätz Kalsdors Lebring Ehrenhause« Mahrburg Feiftritz ' Ganowitz Lilly Franz Rrain. St. Oswald Potpetsch Laybach Oberlaybach Lassc Adelsberg Saguria Lipp« Ziume in Kroatien zusamm Z2^ oder Meil 65 Nro. 10. V.Wien ü. Laybach nach Trieft. Ärain. Von Wien bis Adelsberg 29 siehe N. y. V. da bis Prawald i IMr. Sessana r Trieft r zusamm Z2 oder Meil 64 Nro 11. VWLenüb.^aybach nach Görz. Rrain. V.Wien b.Adelsberg 2) siehe N. 9. Von da bis Präwald 1 Wippach l 4itor. Czernicza 1 Gör; i zusamm zz »der Meil 66 Nro. P o st l a u f. Stationen Posten Nro. 12. V. Wie« nach Linz. Niederösterreich. Burgersdorf i Sieghartskirchen i Perschling i St. Pölten l Mölk Kemmelbach Amtstadten i Ctrengberg Ober Oesterreich. Enns i Linz ij- zusamm 12 oder Meil 24 Nro. i z. V- Wien n. Passau. Von Wien bis Linz 12 siehe N. 12. Ober Oesterreich Efferding 1^ Payerbach 1^ Siegharding 1 Passau i zusamm 17 oder Meil Z4 b Stationen «Posten Nro. 14. V. Wien n.Maria- Zell. Oesterreich. V.Wien n.Ct.Pölten 4 siehe N. 12. Allenfeld 2 Tyrnitz 1 Annaberg 1 Maria-Zell inSteyer- mark i^- zusamm 5^ oder Meil Nro. 15. V Wien üb Jglau nach Prag. Niederösterreich. Enzcrsdors Stockerau Mallebern Hollabrun Jezelsdorf Mahren. Znaym Freyuersdorf Budwitz Schelietau Stannern Jglau Stecken 4 Böh- P o st l a u f. Stationen Posten Böhmen. Teutschbrod Smnsdorf Ienikau Czaslau Kollin Planian Böhmischbrob Biechoroitz Prag jvsamm oder Meil 42 Nro. 16. V.Wien ü.Wittin gau nach Prag. Oesterreich. Langenenzersdorf Ctockerau Weikersdorf Mayssau Horn Göfritz Schwarzenan Schrems Schwarzbach Böhmen. Wittin gau Wessely Koschütz Tabor Stationen Poster» Sudomirschüz Wottitz Bistritz Dnesbeck Jesseniß Prag zusamm 2 s oder Meil 44 Nro. 17. Von Wien n. Kla- genfurt. Von Wien bis Bruck an der Muhr 9^ siehe N. 9. Steyermark. Leoben Kraubach Knitielfeld Iudenburg Unjmarkt Rarnten. Neumarkt Friesach St. Veit Klagenfurt zusamm 19; oder Meil zy Nro. P o st l a u f. Stationen Posten Nro. 18. Von Wien n. Baa- den. Gesterreich. Neudorf i Baaden i zusamm 2 oder Meil 4 NrS. 19. V. Wien über Linz nach Regens bürg. Von Wien b. Passau 17 siehe N. iz. Bayern. Dilshofen 2 Plattling 2 Straubing 2 Pfader i; Regensburg 1; zusamm 26 oder Meil 52 Nro. 20. V Wienü Negens- burg, Nürnberg, Würzburq., Frankfurt a.Mayn, Kölln, nach Brüssel. Von Wien n. Regensburg 26 siehe N. 19. b Stationen PoLg», Pfalz. Schambach iL Teiswang 1 Theining 1 Postbauer 1 Franken. Feucht 1 Nürnberg 1 zusamm Farnbach 5 Emskirchen 1 Langenfeld l Bosenheim l Kitzing 1 Würzburg 1 zusamm A8i- Remlingen 1 Esselbach . 1 Ober Rhein. Nohrbrunnn » Bcsenbach r Dettingen 1^ Nieder Rhein. Hanau 1 Frankfurt am Main l zusamm 47. Königstein r Würges 1^ Limburg Walnerod 1 - Freys P o st l a u f.' Stationen Posten Freylingen Gulroth Rhein. Weyerbusch Ukerot Siegburg Kölln zusamm 58^ Bergen Linnig Niederlanö. Gangelt Necken, Tongern St. Trond, oder St. Truno Tirlemont Löwen Counenberg Brüssel 2' zusamm 74^ oderMeil 148^ Nro. 2». BWienüRegenS- burg, Augsburg, Gtraßburgu.Paris. V.Wienb. Negensb.26 siehe N. 19. Bauern. Saal 1^ ^2 Statkonen Pc>!^n Neustadt 1^ Geisenfeld 1^ Weidhofen 1^ Aichach 1^ Schwaben. Augsburg 1^ zusamm zZ Memmingen 4^ OchsenhausM 1 Biberach 1 Sulgau 1^ Mengen 1 Möskirch l Düttlingen 1 Donaueschingen Villinge» 1^ Schiltach H Hurnberg ^ Haßlach i Gengenbach 1 Offenburg Blsap. Straßburg 1^ zusamm AZ^ Stissen Willem od. Villedon 1 Elsaß-Zabern ij. Lothringen. Pfalzburg Homanin l Sareburg 1 He- Postlau f. Stationen Posten Stationen Pvste« Heining I Dormans i Azonvande ,^ I, Paroy , r Bourdonaye I Chateau ^blery i Vic 2 Vivray i Delme 2 Montreuil i Solgne ,5 5a Ferte ,^ Horgne I Ei. Jeau i SistumMey n« Veröun Meaux i Metz vonStraßburg n. Metz Claye 2 Vertgalant « z8 französisch. Meil. Vondy I Gravellotte 1^ * 2 Paris I Mars la Tour Harville Manheule Verdun Dombale Clermont Frankreich. Islettes i St. Menehoulo i Orbeval i Beglay NotreDamel'Epine Lhalons a« d. Marne i Mastogtie i Lhalons i Plivaur i Epernay i La Cave i Binson r ^ i 2 -5 von Metz nach Paris 7Z französische Meil. zusamm 111 oder Meil 222 Nro. 2!. V-Wien ü Regens- burg nach München. Vaiern. Von Wien b. Regensburg 26 siehe N. 19. Saal 1^ Reustadt 1^ Geisenfelv 1^ Pfaffenhofe» Ii- Unterbruck 1^ München 2 zusamm 35^ oder Mrit 71 Nro. P o st l a u f. Stationen Posten Nr». 2). V-Wlen üb. Bruck ander Muhr, Klagenfurt, Brüxen, Tnenr, Manma, Modena, Bologna, Florenz, Rom, Neapel, Messma, nach Palermo. V. Wien ü.Bruck bis Klagenfurt 19^ siehe N. 17. Rrain. Velde» Villach Paternion Spitttal Rarnten. Sachsenburz Greiffenburg Obertraburg Tyrol. 5ien; Mitterwald imPuster thal Sillian Niederndorf Bruneggen Windel Brüxen Kollmann Stationen Posten Deutschen 1 Bötzen 1 Branzoll 1 Neumarkt 1 Saturn 1^ Lavis il Trient Aquaviva 1 Noveredo 1 Ala i venet. Per» 1 Volargne 1 Castelnuovo s RoverbeUa r Mantua 1 St. Benedetto 1^ Concordia 1 Moden«. Mirandola s Buonporta l Modena 1^ Kirchenstaat. Samoggio 1^ Bologna 1^ zusamm 61^ von Mantua nach Bologna Zo wal- fche Meilen. Pianoro Boiano Tos- P o st l a u s. Stationen Posten Toskana. Figliara i Covigilago i Monte Carello i Caffagiolo i Fönte Buono i Frorenz i jusamm 7i Haag P o st l a u f. Gtatto-nen Posten Stationen Poste» Haag 1 d'Elle 1 Hohenlinden 1 Befort 2 Porschdorf 1 Frayet 1 München 1 Romhamps '5 zusamm 27^ Lure I Schwabhausen i5 Calmontier 2 Adelshausen 't Vesoul 's Schwaben. Sortfür Vaone 1^ Augsburg -5 Cumbeau Fontaine 1^ zusamm zs Santreyt 2 ^ Susmarshausen ^ Faybillot 1^ Günzburg ^ Griffonotis 1 Ulm Langres zusamm z6^ Vesigne ^ Echingen 15 Chaumont If 4 Riedlingen 15 Suzatnecourt Mengen I Bar für Aube 25 Mößkirchen I Vandouvre 2 Stockach I Montierame li- Singen I Froyes 2 Schafhausen in der Gres 2 Schweiz I Cranges 15 zusamm 445 Noyen s. Seine 2 Waldshut 2 Provins 2K Mumpf, beede Ii Maison rouge I in Schwarza». Nangis I» Basel, Schweiz 15 MormanS lr zusamm 49 Guignes ^ Frankreich. Brie Eomte RabM 2 Maison Rouge l Grosbois I Seppois I Charenton !5 Pa- P o st l a u f. Stationen Posten Paris i zusamm ioi oder Meil 202 Nro: 26. V-Wienüber Salzburg , Jnsbruck n. Basel u. Paris. Von Wiek bis Linz 12 siehe N. 12. Ober Oesterreich Wells Lambach Vöklabruck Frankenmarkt Neumarkt Salzburg TyroU Unken Waidringen St. Johann Ellmaü Wörgel Rattenberg Schwaz VolterS Jnsbruck Dürsenbach Barbis Nassereit Lermos Heiterwang Station««, Polle» Schwaben. Füssen 1 Weischbach Kempterwalb Kempten Kunratshofen Leütkirch vorberösterreich. Bergetreit r Altdorf. r Dürnast » Markdorf 1 Luegen 1. Stockach t Smgen » Oberläüchingeti r Waldshut Ä Läufenburg 1 Mümpf 1 Rheinftlben 1 Pasel t v. Basel b.PariS A» siehe N. 25 zusamm 108^ oder Meil 217 Nro: 27. Von Wien n. Jnsbruck^ Von Wien b.Klagen- surt l9j siehe 17« Krai^ 5 P o st ! a u f. Stationen Posten Rrain. Velde« i Villach i Paternion Spittal i R^rneen. Sachsenburg i Greiffenburg i Obertraburg i Tyrol. Lienz l Mitterwald im Pusterthal i Eillian i Niederndorf i Bruneggen i Windel l Mittewald beiBrüxeni Cterzingen i Brenner i Cteinach i Schönberg i Insbruck i zusamm Z9 oder Meil 78 Nro. 28. V.Wien ü.Insbruck nach Freyburg in Breisgau. Von Wien bis Linz 12 siehe N. 12. Stationen Posten V.Linz b. Stvckach Z7^- siehe N. 26. Ächwarzw. Engen 1 Psora i ^ Unadingen 1 Neustadt 1 Steig 1 Frevours 1 tnsannn 55^- oder Meil 111 Nro. 29. V.Wienü.Jnsbruck nach Costanz. V.Wien ü.Linzn. Insbruck n.Stockach 49^ siehe N. 28. Vorder Oesterreich. Rudolphszell r Lonstanz 1 zusamm Ai^ oder Meil ic>Z Nro. zv. V Wienü.JnSbruck nach Schafbausen. V.Wien ü. Linz Insbruck b.Stockach 49^ siehe N. 23. Singen 1 Schaf- P o st l a u f. Stationen Posten Schafhausen i in der Schweiz. jusamm Ai^ oderÄNeil ioz Nro. Ar. V. Wien über Jns- druck, nach Bregenz und Lindau. V. Wienüb.LinzIns- bruck b.Kempten siehe N. 26. vorder Oesterreich. Dornweid 1 Bregenz 1 Lindau amBodensee iZ zusamm 54 oder Meil 88» Nro. 32. V Wien über Bregenz nach Chur. Von Wien überInö- bruckn. Bregenz4i^ sieheN. zi. Vorder Gesterreich. Hohenembs 1^ (über Füssach nach Hohenembs 2Post) Lhuri. Schweiz 2 zusamm 46 oder Meil 92 c Stationen Poster» ««. Ote Landkutsche vor» Füssach führt die Reisenden überMilan, und tömt in jeder Woche zurück. Nro. z?. V Wien über Jns- bruck n. Günzburg. Von Wien über Ins- bruck n. Altdorf 4z^ siehe N. 26. Schwaben. Waldsee 1 Wandhausen 1^, Ehingen 1^ Erbach 1 Günzburg 2 zusamm Ac>Z- oder Meil ioi Von Erbach n. Ulm i Nro. 34. V Wien über Jns- bruck n. Augsburg. Von Wien über Ins- bruck bis Füssen z6^ siehe N. 26. Schwaben. Saumeister i Cchwabbruck 1 Schwabdissen r Hurlach r 2 Augs; P o st l a u f. Stationen Posten Augsburg zusamm 42 oder Meil 84 ^ Nro. Z5- V. Wten uber Jns- bruck, Lindau, Genf, Lyon, Marseille, n. Toulon u. Antibes- Von Wien über Ins- brück nach' Liüdaü 44 siehe N. zi über Bodensee nach Aoschach 1 Schweiz. St. Gallen 1 Muckenbach Winterthur 2 Zürch 2 zusamm Zz. Baaden Bruck Arau Bahlstall Solochurn Arberg 1^ Murten il Bayerns Milden Lausane ij. 1 ? i5 ^ 1 2 -5 - 't 1 Stationen Posten« Mvrge» 2. Gens jusamm 67 Genis 1 Frankreich. St. Jean i Coulanges 1 Chatillon 2-F St. Germain laIouxi Nantua 1^ St.Martin du Frene 1 Cerdon 1? St. Jean le Vieux 1^ St. Denis Meximieux 1^ Montluel Mirevel 1 Lyon zusamm 855 St. Fond St.Saphorind'Azon 1 Vienne i. Dauphine 11. Äüberive 1? Präge de Rouissillon 1^ St. Rambert 1^ St. Ballier Tein Sillart 1 Valence i LaBalaisse n Lorisl il Laine ' 1^ i4 ^ P 0 ft Stationen Posten 5aine Mönte!imart i4 Äönzere ,» ? ^ 5a Polu m^n^ Pvttl v^l» >e.spitl _ ^ Laurent ?^ ^ Suieau ^ ^^^tusamm uz Andia! ^ Pönt 3!o^)al ^ Wx j^Pl'vvence 2 Pin I 4 Marseille , zusamm 126 ? 2 (9ugev ,» ? Äousstt Töulon 2 zusamm izz^ Guers iz Pignan 1 Le Luc 1 Vidauban 1 Fpejus 1 l'EtrelleS 1 Ln Napoule 1 lauf. Stationen «Posten Amibes 1^ zusamm 141^ oder Meil 235 Nro. z6. V.Wien üb. Trient nach Venedig. V. Wien b. Trient 4zz. siehe N. 23. Tyrol. Pergine 15 Borgo Valsugan» Primolano 2 venesian. Bassano 2 Castelfranco 2 Treviso Mestre ij. über das Meer nach Venedig 1 jusamm 565 ober Meil uz Nro. 37. V.Wien üb. Paris nach Madnt. V. Wien b. Paris io8H siehe N. 26. Frankreich. Croix de Beruy 14 Longjumeau 1^ e Z Li- P o st l auf. Stationen Posten Stationen Post Linas Sorigny 1 Arpajou St. Catharine 1 Evrechy St. Maure 1 Estampes Beauvais 1 Mondefir AuMrmesSt. Mart.i Monarville Jngrande 1 Angerville Chantrllerant . 1 Boisseau Les Barres de Nitre 1 Tvury La Tricherie 1 Chateau Gaillard Clain r Artenay ' Grand Pont 1 Cerrottes . 1^ ^ 2 Poitiers 1 Orleans ^2 Croutelle 1 zusamm 126^ Roussigny 1 St. Memm Vivone 1 Clery Les Miniers 1 Bailly Chove 1 St.Laurent desEaux 1 Chaunay 1 Rovant Maison blanch 1 St. Diey Russee 1 Blois Negres 1 Chousy Mansie 1 Veuve 1^ Tourriers 1 Haut Chantier 2 Churet 1 Amboise Faurboug de l'Hou- Bordes meau 1 La Mliere La Courrone 1 Tours Roulet 1 zusamm 14z Potignac 1 Earrez ^ 2 Pontabac 1 Montbazon Barbajieux r Reig- P o st l a u f. Stationen Post, Stationen Posten Reignac i Bydars 1^ La Grotte r St. Jean de Luz 1^ Chevanceau r Orogna » Moutlieu i zusamm 220 Cherzac i Spanien. Pierre brune i Pron oder Vrun 7 Cavignao i Oyarzun -L Bois Martin i Urnieta I Z Eubsac i Tolosa 4 ^ Carbou blanc i Villa Franca 15 Bourdeaux ^ Zegana 15 zusamm 191- Gallareta I? Gradignan ? Vdtcana I l'Estaule z Vitoria 1^ Puts de la Gubatte La Puebla 15 Bare 1 Ebro !5 l'Hopitalet Amelsugo Belain Zunneda ^ Muret Bribies5a I? Le Cospitey 14 Castil de Peones I Vouhaire 1 ? Äuintanapala I? Belloc Burgos 1-^ La Haire ^ A Saracin I l'Esperon Madrigajelo 15 Castets Lerma Majesse Bahabou 1^ Aux Montes 1? Aranda de Duero 2 St. Vincent Onrubia 1^ La Eabanne Fresnillo de laFuente i5 Ondres 2 Castillejo .15 Bayonne Samo Sierra 15 c 4 D uy Post lauf, Stationen Posten Buytrago 25 Labanillas 2 San Augnstin 1^ Alcovendas iH Madrid 1^ Station«»» Posten Rumfort 12 London 12 zusamm 264 jusamm iZ4 od. deutscheMeil 40^ zusamm Posten 106» oder Meil 2iz4 oder Meil 528 M. Das Pakeboot geht durchVeranstaltung Nry. Z8. tais. Posten zweymal die V Wien Ü- Brüssel, ^oche von Ostende nach Hffende, Harwich, Harwich, und führt die nach London. Reisenden, und dieBrief- V. Wien ü.Brüssel 74^ schasten von Deutschland siehe N. 2O. mit sich; kömt auch vey Niederlanö. günstigemWind ungefähr Asche 1^ in 20 Stunden allda an. Alost il Man rechnet die Entfer- Quadregt 1^ nungaufiz oder2Odeut- Gent 1^ sche Meilen, Alteren 2 Bruges 2 Nrv. Z9« Ostende 2 V-Wien üb. Brüs- jusamm 8S! sei, Calais, Douvers engl. Meil« nach London. Von Ostende nach ' V. Wien b. Brüssel 74Z Harwich 60 siehe N. 20. England. Nieöerland. Maningtre 10 Granmont s Colchester 14 M 1^ Wstham Ingatstone 12 12 Leuse 1^ Tournayod.Dornick 1^ Rys- P o st l a u f. Stationen Posten Rossel Frankreich. Armentieres Bacheul 2 M. Cassel 2 St. Omer 2 Ardres 2' Calais 1? zusamm yzH engl.Meil Von Calais nach England. Aouvers 2Z Cantenbury 1Z Sittenborn 15 Rechester 11 j Darford izZ London 16 zusamm 96 0. deutsche Meil 27 jusamm Posten 107^ oder Meil 214^ NR. Das Paketboot mit den Reisenden und Briefen aus Frankreich vassirt zweimal die Woche die Meerenge von Calais, oder den Paß de Calais, und kömmt gemeiniglich in 5 und 6 stunden zu Douvers an. Stationen Poffe» Beträgt beiläufig 4 odcr 6 deutsche Meilen. Rro. 40- V Wien über Eger, Beyreut , HUd- burgshaus., Gotha, Cassel, Baderborn, Münster, Amsterdam, Helvoetsluis und London. V. Wienb.Schwarz- vach siehe N. 16. 11 Böhmen. Wittingau 1^ Wesseln 1? Moldauthein 1? Pissef 2 Strakonitz 1^ Harasdiowitz 1 Grünberg 1; Pilsen 2 zusamm 2Z-^ Mieß 2 Zernoschin l Plan i Sandau I Eger 1 zusamm 29^ Franken. Frankenhamer 5 Ber- / P o st l a u f. Gtatlvne» Posten Berneck Bayreut Culmbach Zeulen Cobnrg Liodach Sachsen. Hildburgshausen Leitersdorf Meinungen Schmalkalden Gotha Eisenach Hessen. -Bischhausen Lichtenau Cassel zusamm 49 Mstüffel tvestphalen. Warbourg Lichtenau Baderborn Rittberg Herzbröck Wahrendorf Münster zusamm Z8 Coesfeld 2 Borken 2 Stationen Poste« Bochholt r Doesborg 2 Holland. Arnheim 1 Lunteren ^ Amersford H Amsterdam 2 zusamm 70^ Harlem 1 La Haye 2 Rotterdam 1^ Helvötsluis 2 zusamm 77 engl. M. Von Helvötsluis nach Harwich 44 v.Harwich n. London 74 zusamm 118 od.deutscheMei! Z2j- zusamm Posten 92^ oder Meil 184? I^L. Von Helvötsluis aus fährt man mit dem Paketboot, welches nebst denen Reisenden zugleich auch die holländischen und deutschen Briefschaften mit führt, über Meer nach Harwicks lo bis 12 deutsche Meilen Nro. P o st l a u f. Stationen Posten Nro. 41. V.Wien üb.Gtraß- durg u. Metz U.Luxemburg. V. Wien bis Metz 74^ siehe N. 21. Lothringen. Hagondange 1^ Thionville 1 Roussi FrisingeK 1 Luxemburg 2 jvsamm 81 r oderMeil 16z Nro. 42- V. Wien üb Frankfurt, Mainz, Trier, nach Luxemburg. V. Wien bis Franks, am Main 47 siehe N. 2O. Niederrhein. Hadersheim i Mainz 1 Creuzenach 2 Dornhach 1 Simmern 1 Kirchberg Monzelfeld 1^ Stationen Post«» Heizerat ij Trier 1 Grefemacher 1 Luremb. Luxemburg 1^ zusamm 6c> oder Meil 120 Nro. 43. V- Wienn. Berlin. V- Wien bis Boh- mischbrod 19 siehe N. 15. Voheim. Brandeis 1 Bennatek 1 Jungbunzlau 1 Hünerwasser ir Gabel 1^ Zittau l Lausitz. Görlitz 2 Bremenheim ir Muska 1^ Spremberg 1 Cottbus 2 Lieberosa 15 Branö. Peekow 1 Storkau iL Wüsterhausen 15 Ber- PY st Statinen Posten Berlin zusamm4i^ oder Meil 85 Nro. 44. V. Wien ü. Prag, Leipzig, Magdeburg, Hamburg, nachKop- penhagen. V.Wien bis Prag 21 siehe N. 15. Voheim. Srzedolluk Schlan Budin ^» Lobositz Aussig ^ Peterswald Sachsen. Zehist Dresden Meissen . ^ 2 Stauchitz , 1 ^? Hubersburg von Wermsdorf , r ^4 Würzen Leipzig . ^ 2 zusamm z6^ Landsberg Cöthen 2 lauf. Stationen Posten Branbeb. Kalbe Magdeburg zusamm 4zH Burgftall 2 Stendal 1 ^. Osterburg ij Arendsee 1 Lenzen 1^ Hollsteinifth. Luvten 2j Boitzenburg Eschenburg 2 Hamburg 1^ Pinneberg 1 Cimeshorn - ? Itzehoe 2 Schleorrig. Rendsburg z Granze V.Deutschland u.Dännemark^ Gottorp 1^ Flensburg 2' Hadersleben z Qre 1 Danemark. Uiber die Meerenge des kleinen Belt nach Assens 1 Odensee 2^ Ny- P o st l a u f. Station«» Posten Nyborg 2 Uib.dieMeerenge des grossen Bell n.Cor- soer 2 Ctaaelsee i Ningstede 2 Notschild 2 Koppenhagen 2 jusamm 86^ oder Mei! 172^ Nro. 45. Ä. Wien über Crä- kau, Warschau, Riga, nach St. Petersburg. V. Wien bis Izdeb- nick Posten 26 siehe N. 1. Pohlen, von Ijdebnick b. Mo- gylanh 2 Bödgurcje 2 Crakau 1 Iwanowij z Golcza 4 Zarnowicz A Naglowice 2 Malagozg z Siadoszyce A Stationen Konskic Opoezno Inowlodj Nawa Chrzonowice Mszczonaw Bulowka Nürdazye Warschau Hosteii 4 Z 2 4 2^ 2^ 2 Ä 4 3i jusamm iQZ Olkoniew z Slanislawow z Makow z Wengkow z Sokolow 2 Granne Pobikry Pranst z Bielsk z L.lth«uen4 Woyszke » Bialystock z Stra Sokolka 2. Kujiennica z Grodvd z jusamm 145 Hoza s Rotnica 4 Merecj 4 Olitten 4 Prem P o st l a u f. Stationen Prem Gog Kowno A Pool Kyeidan Momiadowa Ptysagola Nvginian Moeyzky Meilen 4 3 3 3 3 3 3 3 3 Stationen Torna Renal Kauks Rurland. Kruky 4 Mietau A Hauptstadt Schulzenkrug z Riga in Lieflaud ^ 4 zusamm 2oz Rußland. Werste Neuermühlen io Hilchensfer 15 Engelhartshof 18 Roop 2l Lenzenhof 20 Wolmar 13 Stacke! 19 Gulbcn 2O Teiglis 17 Knikaz 21 Uddern 2z Dverpart 24 Igasee 22 Meile« 22 24 16 Kleinpungern 22 Purto 15 Fockenhof 16 Waiwara 17 Narva 20 A Schabinskoi 13 Opolie 20 Tschirkowitza 22 Koskowa 20 Kipina Myza 20 Gorieloi Kabaczok 21 St. Petersburg 24 zusamm 545 welche, wenn man 2^ Werste auf z deutsche Meilen rechnet, 81^ Meilen betragen, zusamm von Wien 285; deutsche Meil. Nro. 46. V. Wien üb. Warschau, Grodnv/N. Moskau. V.Wienv.Grodno 145 siebe N. 45. Lithauen.' Skidel 4 Ka- P o st l a u f. Stationen Meilen Kam!<^a 3 Joludeck 4 Bielsca 3 Nowogrod 6 ^orelice 3 Mir 3 ^tolpee 3 Aehdanow 5 ?lV>»»^k ?li.'tinvr 6 Prypet 4 Antopol 25 Iiembiu 4 Ianczyn 4 ^hociuchvw 3 ?p>^^»» 6 6 Tmmen?ec ^ 5 -L)rsza 6 3 Lada < s ^M0lens?0 rz Meilen 241 ^ Rußland. Pnewa 40 Dorogobusch 40 Carubeschje 40 Wasma Cschazkaja-Pristan 6c> Moschaisk 6^ Rubinskoje 46 Moskau 46 Statlouen Posten zusamm zAo welche, wenn man 20 Werste aus z deutsche Meilen rechnet, Z2^ Meile betragen, jusamm Mejl 294 Nro. 47. V. Wien über Ol- mütz, nach Neuß- V.Wien bisOlmütz izs siehe N. 1. Mahren. Sternberg 1 Hof 1» Dorfteschen 1 Troppan 1. Schlesien. Lobnick 1 Freudenthali r Würbental! 1 Zuckmantel 1 Neuß 1 zusamm 2Z oder MeilA/ Nro. 48. V Wien über Neuß nach Breslau- Von Wien bis Neuß 2z siehe N, 47- Schle- P o st Stationen Pöstm Schlesien. Grotkaü 15 Brieg iz. Ohlau i Breslau 2 zusamm 29 oder Meil Z8 Nro. 49. V.Wien ü.Dresdett tt.Frankf.a.dOder. V.Wien bis Dresden zo siehe 44. Sachsen. Königsbruck L,aufly^ Hoyerswerda 2 Cottbus 2 Peil; 4 Liberosa 1 Ärandenb. Peskow i Mühlrose 1 Frankfurt and. Oder 1 zusamm 40 oder Meil 8c> Nro. 50. V. Wien üb. Pilsen, Eger nach Leipzig. Von Wien bis Eger 29z siehe N. 40. lauf. Stationen Post«» Vogtland. Adorf 15 Plauen -5 Neichenbach ^ Zwickau 1 Sachsen^ Gösnitz -5 Borna ^ Leipzig ^ zusamm 39^ oder Meil 79 Nro. 51. B-Wien üd. Ofen^ Erlau, Zokay, De- breczm n. Szigeth in der Marntorosch- V.Wien bis Ofen i84 siehe N. z. Hungarn. Kerepes 14 Vagh -4 Hattvon i GyöngyöS ^ Kapolna 2 Erlau Kerestes 2 Onod -4 SzerencS Tokay l Nyeregyhaza 1 Ha- P o st l a u f. Stallone» Posten Hathaz 2 Debreczin Hosjupaly Nagyleta Piskolt Er. Semyen Nagy Karoly Bagos Szc-ttmar Aranios Megyes Iltoba Nagy Banya Baisalu Kapnik Budfatn Sjigeth zusamm 52^ oder Me»l 137 Nro. st. V-Wien üb. Ofen, Erlau, Tokay und Nyer Bathor nach Szlgethinder Marmorosch. Von Wien disOfen i85 von Ofen bis Tokay 15 siehe N. 51. Kiraly Teiek t Nieregyhaza 1 Stationen Poste» Nyer Bachor 1 Nagy Kallo l Wally r Nagy Karoly r v. Nagy Karoly b. Szigech siehe N. 51. 9 zusamm 48ji oder Meil 97 ??ro» V Wie,? üb. Ofen, Szetszard,Mohacs, nach Essegg. V. Wien v. Ofen. 18^ siehe N. z. v. Ofennach Essegg i85 siehe N. 6. zusamm z/ oder Meil 74 Nro. 54. V.Wien üb.GünS, Warasdin, Agrawz nach Karlstadt. V.Wiec bisKörmend 8j siehe N. 7. v.Körmend nachKarl- stadt iz siehe N. 8. zusamm 2lj oder Meil 45 Nro. Post l Stationen Hoste» Nro.55- V.Wien üb. Güns, Körmend, GroßKa- msa, Agram nach Karlstadt. V.Wien b. Körmend 85 siehe N. 7. von Körmend biS Vörencz 1 Hunyarn. Szala Egersjeg 1 Haho't 1 Gr. Canisa 1^ Groatien. Zakany i Copreinitz 1 Kreuz 2 Verboveet. 1 Dukaszeilo 1 Agram 1 v. Agram bisKarl- stadt siehe N. 8. jusamm 24 oder Meil 4g Nro.56. V Wenn- Parma. V.Wien b.Mantua 504 siehe N. 2z auf. Stationen Posten Mant. Borgeforte 1 Parma. Quastalla 1^. Berfello 1 Parma 1 zusamm oder Meil 1095 Nro. 57. V. Wien über Pisa nach Livorno. V. Wie» b. Parma A4j siehe N. 57. " Tornovö 2 St. Terenjv 1 Berccw 1 Pontremoli 1 Villafranr^ siehe N. 2z. Venetianisch» Äenzenzano 1^ Pont S. Marko 1 Bresciä 1^ Ospitalettö 1 Palazuolo 1^ Cavernago 1 Bergamo 2^ Mayland. Canonica 1 Calomgirolo 1^ Moyland i zusamm 6z oder Meil 126 Nro- 59- V- Wien n. Turin. Maylandisch. Moyland 6z siehe N. 59. Parva Toll« 15 d laust Stationen Pofleri Vigevano i Mortara 1 Cosel Monte 1 Chivasco 1 piemontesisch^ Settimo l Turin 1 zusamm 7^ oder Meil 141 Nro. 6c>. V. Wien üb. Turin nach Toulon. V.Wien bis Turin 70^ siehe N. Zy. piemontefisch. La Loggiö 1 Carzgnano 1 Racconiggi iH Savigliano 1 Villa Fallettö 1 Borgo 1 Lunione 1 Tenda 1 Ccapello lb Nizza 15 Frankreich. AntibeS l La Napoule i-L MrelleS 1 FrejnS r L Vi- P o st l a u f. Stationen Vidauvon Le Luc Pignan Luers Toulon Posten I I l I 1^ zusamm 92 oder Meil i84 Nro. 61. V.Wien üb. Man- tua, Parma nach Genua. V.Wien bis Parma 54H siehe N. 57. parmes» Sorgo S. Donnino 2 Fiorenzola 1 Piazenza 2 Laste! St. Giovanni 2 Maylandisch. Brono l Vogera A Tortone 1 Nuori 2 Oltaggio 2 Gen. Campo marone 2 Genua i4 zusamm 72^ sder Meil 145^ Station-n Posten Nro: 62: V. Wien üb. May- land, nach Genua. V. Wien v.Maylanv 6z siehe N. 59. MaylandLsch. Binasc» 1 Pavia 1 Pancarana la Stra- della 1 Vogera 4 von Vogera nach Genua 8? siehe Nro. 61. zusamm 784 oder Meil 157 Nro. 6z. V.Wten üb. Augsburg Jnsbruct nach Mantua. Von Wien bis Augsburg Z2 siehe N. 25 . Schwaben. vottAugsburg nach Hurlach 1 Schwabdissen 1 Schwabbruck 1 Tyrol. Saumeister l LüK P o st l a u f. Stationen Post Füssen Meiti Lermos Nassereit Barbis Dirschenbach Insbruck v. Insbruck n. Man- tua 24^ siehe N. 2z. zusamm 67z- oder Meil izZ Nro- 64. V Wien üb. Stut- gard nach Worms. Vou Wien bis Ulm z6^ siehe N. 2Z. Schwaben. Westerstetten 1 Geißling : Göpping 1 Bloching 1 Stutgard 1 Enzweyhingen 1^ Knittling 1- Rhein. Bruchsal iz Speyer 2 Maudach 15 h Stationen Post«» Worms 1 zusamm zoj oder Meil 101 Nro. 65. V. Wien üb. Heil- drunn, n. Manheim. V.Wien b. Augsburg Z2 siehe N. 25. Schwaben. Biberach 1 Wertingen 1 Billingen 1 Dischingen 1 Halle 1 Ellwang 1 Schwabisch Hq!l -5 Hrilbrunn 1 Fürstenfeld 4 Sinzheim 1 pfazz. Wiseloch 1 Heidelberg Manheim 1 zusamm 46 oder Meil 92 Nro. 66. V.Wien üba Meinungen nach Kassel. V.Wienb.Meinung. 41 siehe N. 4^ H-s- P o st l a u f. Stationen Postbn Hessen Thüringen. Wernhausen i Salzungen i Eisenach i Bischhausen i Lichtenau i Kassel i zusamm 47^ od^ MeilyZ Nro. 67. V.Wien üb Scharding n. Regensburg. Von Wien bis Linz 12 siehe N. 12. Oberösterreich» Efferding 1^ Payrbach Scharding Bayern. Wilzhofen 2 von Vilzhofen bis Negensburg 7 siehe N. ly. zusamm 26 oder Meil Z2 Nro. 68- V-Wlen üb Kölln, Aachen n. Lüttich VonWienbis Kölln 58^ siehe N. 2O» ^ Etationen ^Poffm Nieder - Rhein. Berchern 1^ Jülich 1 Aachen ?Z Foron 15 Lüttich 1? zusamm 65^ oder Meil izi^ Von Aachen nach Svaa 2 z. Von Aachen nach Mostrich in Niederl. 2 Nro. 69. V. Wien üb. Kassel, Baderborn nach Wesel. Von Wien bisBader- born 52^ siehe N. 40. vvestphalen. von Baderborn nach Lippstadt 2 Hultrop 1 ^' Ham 1 Lühnen Olfen Bürbaum Wesel 15 zusamm 62 oderMeil 124 9W°. -ii P o st l a u f. «Stationen Posten Nro. 70. V. Wien üb. Dresden nach Berlin. V.Wien bis Dresden zc> stehe N. 44. Sachsen. Grossenhayn 2 Elsterwerda 1 Sonnenwalde 1^ Lucca 1 Baruth 1^ Vranöenburgisch. Mitterwalde 1^ Berlin 1^ jusamm 40 oder Meil 80 Nro. 71- V- Wien ü. Leipzig nach Berlin. V. Wien b. Leipzig 36-5 siehe N. 44. Sachsen, von Leipzig nach Düben z Wittenberg 2 Grobstadt 1 Vranöenburglsch. Treuenbrietzeu 1 Bielitz 1 Saarmuud 1 15 Station«» Post«« Teltow 1 Berlin 1 zusamm 46 oder Meil 92 Nro. 72. V. Wien üb. Nürnberg nach Mergentheim. V. Wien b. Nürnb. Z25 siehe N. 2o. Franken. Farnbach 1 Langenzenn 1 Oberzenn Rothenburgan der Tauber 1 Mergentheim 2 zusamm Z9 oder Meil 78 Nro. 7Z. V Wien ül cr Lc p- zig nach Ei.'enach. Sachsen, v. Wien bis Leipzigz6j> siehe N. 44. Nippach 1^ Naumburg 1 Thüringen. Auersladt 1 4 Tue- P o st l a u f. i4 ^ il Station«« P»stm DunelMt. Erfurt Gotha Eisenach zusamm 45 oder Meil 90 Nro. 74. V-Menü. Braunschweig, Zelle, Lüneburg u. Hamburg. V.Wien bis Leipzig z6^ siehe N. 44. Sachsen. Merseburg Eisleben 2^ Sangershausen 1 Roßla 1 Stollwang 1 Hasselfeld 1 Blankenburg 1 Hessen 1 Braunschweig 2 Lüneburg Ohoff 1^ Zelle iz Echafstall 1^ Ebsdorf 2 Lüneburg Winsen 1 Harburg ,^ Stationen Poste» Holst. Ueber die Elbe nach Hamburg ß° zusamm 594 oder Meilen 119 Nro. 75» V. Wien über Lipp- stadt, Wesel, Cleve Utrecht nach Haag. lvestphalen. v. Wien bis Baderborn 525 siehe N. 40. von Baderborn bis Wesel 9^ siehe N. 69. Sanken j Calcar H Eleve ^ Holland. Nimwegen Tiel Utrecht Alphen Haag i'j zusamm 71^ oder Meil 143^ V. Alphen n. Leyden Nro. -4 -5 P o st l a u f. Stationen Posten Gtuttonen. hosten. NW. 76. La Motte Beuvron 1 V. Wten ü. Löwen Nouan le Füsilier I nach Antwerpen. Salbris lj Niederl. La Loge I v. Wien bis Löwen 7^ Vierzon 2 siehe N. 20. Massen 2 Mecheln 2 Vatau 2 Antwerpen 2 L'Evine feveau 1^ zusamm 74-^ Chatrau rvux 1^ oder Meil 149^ Lyttiec IZ- Nro. 77. Argenton ij V Wien üb. Osten- Fay 14 de Nach DÜNkircheN. Baisremond 1 Niederl. Boismande 1 V.Wien b. Ostende 85^ Montmagne 1 siehe N. Z8. Monrellev 1 Nieport 1^ Razes l Furnes 1 Maison rouge 2 Dünkirchen 2 Limoges 15 zusamm yc>^ Boisseil 1 oder Meil 18^ Piere Buffiere 1 Magnae ?Z Nro. 78. Fregefcnd I-D W.Wien Üb. Paris, Uicrohes 2 Orleans, Barcello- Barnclct 1^ na nach Madrit. Donzenat 2 Frankreich. Brives 1 v.Wien b.Orlean6i26^ Gessensae 2 siiehe N. Z7. Conillac 2 La Fette 25 Tayrat 2 Chanmout 1 PoutdeNodeS 2 d A Peus- P o st l a u f. i4 Gtatioue». Posten. Poussat 2 Cahors L'Hospitalet CastelnandeMontra- tier ij^ MoliereS i St. RamanS i Montaubau iT LaBastideSt.Pierrrei^ Gisolles i' St. Iorry i La Courtansoul i Toulouse i Castenat i Bussiege i Viile Franche i Bastide d'Anjou Eastelnaud'Ary i ^ Aljvnne 2 Carcassone i ^ Barbayras MonS i Villedigne i-z Na^bo^e i Sigeau 2 La Palme 1 Spanien. Salecs 2^ Perpiz:?a.! 14 'Boulou 2 Ionquiere 15 Posten. 14 li 15 ^ Sationen. Figueras Bascara Gerona 1 Las Melorquinas 2 Hoftalrich 1^ San Seloni 1 La Noca 1^ Moncada Barcellona i San Filin I Manorell Pierra Ignalada Santa Maria 1^ Cervera 1^ Tarraga 1^ Molleraza 2 Lerida 2 Fraga 2; Landasnos ^ 2 Bujaroluz 1? LaVenta deSt. Lucia 1^ Aqujlar 1? La Puebla 1? Jaragosa 1 ? La Muela 2 LaVeutade laRameral Armunia Fresuo ^' Calcuaguv Budierea Ce- 1? ^ P o st l a u f. Stationen. Post Ceklna Monreal de Ariza Arcos Lodares Bujarabel Torremocha Afmadrones Grajajenos Terrys Ouadalaxara La Veuta de Meco cerca de Alcala Ardocz Madrit 2 zusammen 291* oder Mel 562° Nro. 7?. V.Wien über Meer nach Varcellona. von Wien bis Genna beut. Meil. 145' sieh. N. 62. v. Genua über Meer n. Barcelona Ivo jusamm 24A von Livorno über Meer nach Bar- cellona Meil 100 Stationen Post«». Nro. 8^. V Wien üb. Paris, Madrit n. Lissabon. V.Wien bisPanS m siehe N. 21 von Paris nach Madrit 1555 siehe N. Z7. Mostoles iZ. Cosa Nubios 2 NoveS 2 Al Bravo 2 Talavera de laReyna 2 Oropresa z Paraled 1^ Almorvj 2^ Iarayceso 2 Truxillo 2 Valdemorales 2? Portugal. Mirandoilla 1^ ArroyodeSanServan2 Talavera dcl Arrbyo2 Badajez ij Yelyes IZ- Alcravyzas 2 Estremo 1^ La ^ enta tel Duque iH Arrar^elos ij Montcmornovo 10 Las Telttaönuervas 2 Lau- P o st l a u f. Stationen Posten Canna Aldea Gallega 2ß. Lissabon zusamm zi 44 oder Meil629 Nro. gl. V Wien über Hamburg , Lübeck nach Koppenhagen. Hollstein. v.Wien bisHamb. 117 siehe N. 44« Adelsloe 6 Lübeck 4 Travemünde 2 Danem. UeberMeerin beylau- fig 4c> Stunden n. Koppenhagen 42 zusanm 171 Rro. 82. V Wien überHamburg n. Stockholm. Hollstein. v.Wien b.Hamburgn/ siehe 3^. 44. Ulsburg 4 Heydmühlen z Rordtrop z Stationen Posten Schleim. Rendsburg Z Bau y Arresund 6 Dänemark. Ueber denkleinenBelt nach Assens 2 Odensee 6 Nyborg 4 Ueber den grossenBelt nach Corsoer 4 Soroe 4 Ostende 4ir S6)langerup 4^ Helsingör 5 Schvoeöen. Ueber den Sund nach Helsingborg i Engelholm 3 Laholm 3 Haünstadt 2 Quarsebo lO-ß- Ionkihping 6' Grenna 3^ Schennin gen 6 Liykiöping Z Norskiöping 4 Sedertellee 75 Stockholm zusamm 229H P o st l a u f. Stationen Posten Nro. 8z. V.Wteuub. Stralsund n. Stockholm. v, Wien bis Berlin 40 siehe N./o. Rrandenburg. Oranienburg. 2 Zehdenit 1^ Templin 1 Pommern Prenzlob 2 Lökenitz 2 Stettin 1^ Falkenwalde 1 Ilckermünde 2. Anklam Gripswalde 2" Stralsund 2 V.Stralsund über das Baltische Meer bey- laufig in 77 Stunden «ach Stockholm 74 iusamm 1Z7 Nro. 84. V. Wien üb.Preß- durg n. Warschau. v.Wien bis Thurvcz Eambokreth l6 siehe N. 2. Sillein z r ? Ii Stationen Posten Cjacza z Jablunkan 2 Schmielowitj z v.Stadt Teschen bis Izdebnik 12 siehe N. i. v. Izdebnik bis Warschau 51 siehe N. 46» zusamm 90 oder Meil 13«? Nro. 85. V Wien über War» schau, Thorn, nach Königsberg. v.Wien ».Warschau ioH siiehe N. 45. Pohlen. Lomien z Zakroczym 2 Plöns? 4 Ruciaz A Biczun z Rypin 4 Golub z Pohlen, preufsen. Niemczyk 4 Graudenz 4 Marienwerder 4 Pre»f- P o st l a u f. Posten preussen« Niesenburg I Preuß.Mark I? Preuß. Holland 2 Mühlhausen I Vraunsberg i; Heiligenbeil i Brandenburg 2 Königsberg zusamm 149Z- odee Meil 298^ Nro. 86. V.Wten über Betgrad, Konstantinopel, nach Pera. Zu Pferd in der Türkey. Anzeige. DerPostlauf vonBel- grad n. Konstantinopel ist nach den Stunden gemessen, die ein Kamee! macht. In den hier angezeigten Stationen sind Pferdez. Wechsel bereit, u. sind auch schuldig die m. einemPasseport versehenen Passagiers u. Kuriers in den angezeigten Stunden von einer Station zur andern zu überStationen Slunberi bringen. Wenn ein Kou- rier von Adrianopel weiters bis Konstantinopel, wo keine Pferdwechslu«. mehrvorkomen,geschwin- der gehe will, muß er sich mit dem Eigenthümer der Pferde, der ihn führt, verstehen, u. etwas mehe bezahlen. Zu Mittag füttert man d»e Pferde, und zu Nacht bekommt man Quartier. V.Wien bisSemlin 10 r siehe N. 6. Gervien. Ueber den Saustrom nach Belgrad -5 Hassan Pascha Palan- kaüberdieMoravaiZ Jagodina 12 Naschna 10 Nissa, über den Fluß Nissava ly ^L. der Weg. v Belgrad bis Hieher geht durch dicke Waldung. Bulgarien. Scharkok 12 üb. dieIscha oderBo- janefluß ».Sophia 16 Nu- P o st l a u f. Stationen Stunden Rumelien. Jchdiman 12 Ueber den Fluß Mari- tza nachTartarBa- schardschik 12 Nochmal üb. die Martha n. Philipopel 6 ^emisdsche 14 Hebibdsche 12 Edirne od.Adrianopel 9 (Hier vereinigen sich die Flüsse Tuudsche, Ar- da und Mariza) ^L. auch endiget sich hier der Postkurs mit abwechselnden Pvst- pferden; Deiters wird der Weg mit Land- pferden ohne Ablösung, in einem sott- Stationen Stundert gesetzt; und 2 oder z Nachtlager gehalten. Die vorzüglichstenOmee aus dieserStrasse sind. Habsa 4 Bavaeski 6 Burgas 6 Karischdirai» 6 Kinikli 6 Silivria 6 Bujuk Dschekmedsche, oder Ponte grande z Kudschuk dschekmedsche, oder Ponte vikolo z Konstantinopel z Acber den Kanal nach Pera, wo die Minister auswärtiger Machte zu wohnen pflegen z zusamm 2044 tz^d )O—5( Recepissengebühr. fl. kr. Ein bewährtes Schreiben ohne Unterschied bezahlet - - - - — z Ein deto mit gerichtlichen Exekutionen und Urkunden, gegen Einbringung des Abgabsrecevisse bei den obersten Hofpostamte in Wien - - - l — Ein deto bei den Postämtern und Filialen in den Unter - und Innerösterreichischen, dann Böhmisch-u. Ungarischen Landen — gG Ein deto in den Ober - und Vorderösterreichischen Landen - - - — is Nachricht. Zufolge einer allerhöchsten Verordnung vom t. Juli 1769 muß auf die obere Seite der Ad- dresse eines jeden Zahlbriefes, der in den sämmt- lichen k. k. Deutsch-Ungarisch - und Sjebenbdr- glschen Oberpostämtern und Filialstationen aufgegeben wird, der Name des Orts, wo diese Aufgabe geschieht, von dem Korrespondenten ange- merket werden; ,'m widrigen wird in keinem k. k. Postamre ein Zahlbries, auf welchen von dem Aufgeber desselben der Ort der Abfindung nicht ve«- zeichnet worden, angenommen. 'I s ! !