Wiotididlioliisk im 293513 ^>^9-SV 25-072006-54 ^ kslix OörmalMGH koäa koäa. Zruno krsnickztseltte«. MjeM Mi. ^ Mustkalien- d und V Bühneuverlnq ^ Josef Weinberger Leipzig Wien Sternwartenstraße <5. I., Marimilranstraße N MZ 8 WM 1911 VVeiükiZi'Atzr'. HiAdt ok puklio perforzng-nos t'op prokil n6k6i'V6Ä. WisvdidiiolNsk im 2SZS13 >VIK 9 - SV 25 - 072006 - 54 AE « M« UlcijWtät Ulilni. Operette in 6rei Nktsn von kslix vörmann un6 korla koüa. INurilr von kruno Sramck?tae6ten. 6IIe deckte, insbesonäere 6ns AukMrungs- unä Übersetrungsreckt vorbelialten. Prei8 50 Pfennig netto. Muzjkollen- un6 küluiLmierlcig Zossk lOsinbsrgsr lieip2Ig V?I6N 8ternioortenstratze 15. l-, lNaxiinilianstrahe 11. Lopijrigbt 141 t b>j Sosel Veinberger. kigbt ot public perkormcincs kor proiit reserveci. Personen: Mimi. Fenia. Marko. Ferry. Theophil. Maurire. Fürst. Kammer-iener. Aladrio. Loulou. Zwei Bithynierinnen. Vier Bithynier. Sechs Offiziere, Herren, Chor. Der erste Akt spielt in Paris, der zweite und dritte Akt in Bithynien. 3 I. ÜKt. Wr. 1. Introduktion. Mr. 2. Auftritt Mimi. (Mimi, Ferry und Theophil.) Nt iini: Nur herein, meine Herr'n, nur herein, meine Herr'n, Mit Elan im Cancan, ja, so Hab' ich es gern. Nur herein, meine Herr'n, nur herein, meine Herr'n, Jede Nacht so verbracht, ja, das nenn' ich modern! Kinder, bitte Stimmung! Stimmungsvolle Stimmung! Ich glaub', Ihr kennt mein Temp'rament, Das glüht und sprüht und brennt! Lachen will ich, lachen! Unsinn müßt Ihr machen! Und wenn ich nicht mehr lachen kann, Fang' ich zu tanzen an! Lockend erklingt Ein Walzer, er dringt Uns tief in Mark und Bein, Ach, da kommt man so fein Und so hübsch In die richtige Stimmung hinein. Dann ein Glas Sekt, Das schmeckt und das weckt Uns auf zu neuem Schwung, Wach geküßt, ach, man ist Ja so gerne jung. i Walzer und Wein, so muß es sein! Kinder, ich mein', die Stimmung ist fein! Walzer und Wein, so muß es sein! So muß es das ganze Leben sein! 1. Herr: Dürft' ich wagen, Sie zu fragen, Ob ein kleines Souper Ihnen recht war', natürlich an ckeux. 2. Herr: Diese Glut, dieser Blick, Hab' ich am End' mehr Glück? Nt imi: Walzer und Wein, so muß es sein! Kinder, ich mein', die Mischung ist fein! Walzer und Wein, so muß es sein, So muß es das ganze Leben sein! Kinder, bitte Stimmung, Stimmung, tolle Stimmung! Ich glaub', Ihr kennt mein Temp'rament, Das glüht und sprüht und brennt. Immer heiter und so weiter, Immer flott und fein. Immer lachen, Unsinn machen, Immer lustig sein! Immer jubeln, immer trubeln, Nie sich tummeln, immer bummeln, Jeden Abend, jede Nacht, Ja, so wird's gemacht. Nr. 3. Kntree Marko. M arko: Ich wollt', es war' heut' schon vorüber! Ich glaub', ich habe Lampenfieber! 5 1 . Wie ich geh' und wie ich steh', Jeder Zoll hoheitsvoll, Von dem Kopf bis zur Zeh', Bin ich beim Cabaret! Wein und Weiber Defilee, Immerzu, ohne Ruh'! Ach, es schmeckt ganz famos, Etwas ist immer los. Schlechte Laune, Müdigkeit, Melancholie, Dazu hat man keine Zeit. Das gibt's gar nie! 2 . Ach, es war nicht immerdar Gar so gut, und mein Mut, Sie verzeih'n, war sehr klein, Wußte nicht aus noch ein. Geld und Gut und Renommee, Welcher Schreck, alles weg. Da kam mir die Idee, Geh' doch zum Cabaret. Bildung tat mir niemals weh, Viel lernt' ich nie. D'rum ging ich zum Cabaret, So als Genie! Refrain. Ach, es ist ein Prachtmetier, Wenn man geht abends spät, Lustig nach dem Souper Hin zum Cabaret. Was ich denke da und seh', Jeder Blick, all mein Glück, All mein Wohl und mein Weh Bist du, mein Cabaret! Ja, mein Geschäft, das geht nur bei Nacht, 6 Hab' ich bei Nacht mein Tagwerk vollbracht, Löschen dann draußen die Lichter aus, Dann geh'n die Lumpen nach Haus. O je! O je! O, du verfluchtes Cabaret! Löschen dann draußen die Lichter aus, Daun geh'n die Lumpen nach Haus. Nr. 4. Mett. iMrmi, Marko.) Marko: Das süße Lied verhallt, Wir sind allein, Zum erstenmal allein, Seit wir uns sah'n. M i m i: Zum erstenmal? Daß ich nicht lach'! Nt arko: Und dann nehm' ich dich! Mimi: Und dann schäm' ich mich! Marko: Und dann setzt du dich klassisch hin! Za, das muß so sein! Bk i m i: Ui, das ist ja fein! Marko: Es ist ganz wie im Lohengrin. Mimi, Marko. Du liegst mir am Herzen, Wir singen in Terzen, Ja, so wird das immer gemacht! 7 Marko: Ich sag' Schatz zu dir! Mi m i: Du sagst Schatz zu mir! Mimi, Marko: Dafür ist es auch Hochzeitsnacht. Marko: O, Weibchen gestatte! Mimi: Du bist ja mein Gatte, Genier' dich nicht, sei nur recht keck! Marko: O, wie bist du schick, ' Welch ein Augenblick, Na, ich steh nur und schau Und bin weg. weg, weg, weg, Ganz weg! Marko: 1 . Gott Amor lächelt leise, O, teure Gattin, reiche mir nun deine Hand, Komm mit mir auf die Reise In das gelobte Land. M imi: Den Ehering zu 'tragen, Der mir so lieb und freundlich nun entgegenlacht, Ich kann dir gar nicht sagen, Wie mich das glücklich macht! M i m i, M arko: Denn die Ehe mit Hochzeit und Myrthen Ist am Ende, doch die Moral. Und das Kosen, das Flüstern und Flirten Ist und bleibt, o pfui! ein Skandal; 8 Und darum sei gebeten, O teurer Gatte, reiche mir nun deine Hand, Wir wollen würdig treten In den Ehestand. Und darum sei gebeten, O teurer Gatte (o teure Gattin) reiche mir nun deine Hand, Wir wollen würdig treten In den Ehestand. Mimi, Marko: Wir leben in Wonne, wir leben in Freuden, Und wenn wir lang genug verheirat' sind, Dann lassen wir uns wieder scheiden, Ja scheiden — — unsre Eh', Denn wenn man lang genug verheirat' ist. Dann tut das Scheiden nimmer weh! 2 . Marko: Die Zeit der Flitterwochen, Des süßen Honigmondes, Ach, sie fängt nun an, So Hab ich dir's versprochen Als guter Ehemann. Bk imi: Ich trage deinen Namen, O dies Gefühl, wie ist es doch so wunderschön Auf all' die led'gen Damen Kann ich jetzt herunter seh'n! Mimi, Marko: In der Ehe schickt sich eben alles Und das ist's ja gerade, was mich entzückt. Ohne Ehe gegebenen Falles Ist das Gleiche, ZÜoeLinA, verrückt Und darum sei gebeten, o teurer Gatte (o teure Gattin) re. > Wr. 5. Kinate 1. Fürst. Brnvo! Kennst du das Lied? 4 Bithynier: Unser Vaterland ist klein, Ach, es könnte größer sein, Das schönste auf der ganzen Welt, Aber woher nimmt man Geld. 2 Bithynier innen und 4 Bithynier: Auch ein Wappen haben wir, Darauf steht der große Stier, Steht auf einem gold'nen Feld, Aber woher nimmt man Geld? Mimi und ganzer Chor. Unser König ist ein Mann, Wie man ihn nur wünschen kann, Ist ein Sänger, Dichter und ein Held, Aber woher nimmt er Geld? Maurice: Pardon, das ist mir ganz einerlei, Majestät, ich geb' Sie nicht frei! Majestät, König Marko ist bei mir engagiert, Ohne ihn, ohne Marko bin ich ruiniert! Chor: Bravo Maurice, dableiben, Marko! Marko: Aber meine Herren und Damen, O, ich danke Ihnen sehr! Maurice: Ich gebe Ihnen fünftausend Franks Gage mehr. Mimi, Marko, Ferry, Fürst, Maurice Zehntausend Franks Gage! 10 4 B it hy nier: Wir zahlen rund eine Million Apanage. Maurice: König Marko ist bei mir engagiert, Ohne ihn, ohne Marko bin ich ruiniert! Chor: Braöo Maurice! Dableiben Marko! Hoch Marko, hoch Marko, Hoch! M arko: Apanage eine Million, Ich glaube, da muß ich schon! F ü r st. Herr König! M aurice. Und den Vorschuß, den Sie haben? Ai arko: Den kannst du begraben. Und jetzt Champagner, ich lad' euch ein, Ihr sollt heut' meine Gäste sein. Und bin ich erst in Bithynien drin, Dann sollt ihr merken, Wie gut ich bin! Herr König! ' Und nun zu Ihnen! Ferry: Marko: Herr König! Theoph i l: Marko: Womit kann ich dienen? 11 D h e ophil: LlZenn du einen Ätinister brauchst Für Kultus und Unterricht, Lieh mich an, du findest auf Erden Einen bessern nicht. M auriee: Ich habe mir immer Geld verschafft, Woher, hat mich nie geniert, Trum bin ich zum Finanzminister P o rzügl i ch p rüdest in i ert. Ferry. Ich habe fast ein halbes Jahr Gedient beim Militär; Einen besseren Kriegsminister Findest du nimmermehr. M a r k o: Vtan sagt, wem Gott ein Amt gegeben, Tem nimmt er auch den Verstand, Drum Hab' ich diese Herren soeben Zn meinen Ministern ernannt. Chor: O, das wird ein guter König, 1?a la la la la la la la, Trum erschall, es tausendtönig Dreimal hoch! Hurra! Hoch! Hurra! M arko: Vielen Dank! F ü r st: Atein Herr und König, wir müssen fort. M arko: Hörst du, Mimi, ich muß gehen, Hältst du auch dein Wort? 12 AI iini: D mein Herr und König! Lieh mich ganz verzagt Als ein armes Kind des Volkes, Das nicht mit dir zu sprechen wagt. O, mein Herr und König, Hier steh ich mäuschenstill-. Chor: Wie verzagt. Seht, wie sie nicht zu sprechen wagt. Mäuschenstill. Bk imi: Tue alles, was mein König will. M arko: Mimi, wenn ich dich Litt', Tu kommst natürlich mit. Und wenn ich da unten erst König bin, Sollst du merken, wie gut ich dir bin. Nun ist's genug. Genug? Fürst: M imi: 2. Bithynier: Es wartet schon, es wartet schon . . . Ja wer? Der Extrazug. Mimi, Marko: 2. Bithynier: M imi: Lieber Marko, du kannst lachen, Packe deine Siebensachen, 13 Ziehe heiter, ziehe munter In dein Königreich hinunter. Hab' nur Mut, Das Vaterland meint's gut. Mimi, Marko, Ferry, Theophil, Maurice, Fürst. Lieber Marko, du kannst lachen, Packe deine Siebensachen, Ziehe heiter, ziehe munter In dein Königreich hinunter. Hab' nur Mut, Das Vaterland meint's gut. Vorwärts mit dem Extrazug. Alle Unterthanen Schwingen schon die Fahnen, Sehnen sich wie toll nach dir, Drum vorwärts mit dem Extrazug; Es wird immer später, Hundert Kilometer In der Stunde fahren wir. Marko: Fort soll ich vom Cabaret Das tut weh, bitter weh, Ade! Liebes Cabaret! Was ich denke, was ich seh', Jeder Blick, all mein Glück, All mein Wohl und mein Weh, Warst du, mein Cabaret! Ja, mein Geschäft, das ging nur bei Nacht, Hab' ich bei Nacht, mein Tagwerk vollbracht. . AL imi: Sei gescheit und mach dir nichts d'raus, Jetzt geh'n die Lumpen nach Haus. Marko, du weinst sa! M arko: Weinen ... 14 Marko: Walzer und Wein. ^ Mimi: L>o muß es sein. Marko: Kinder, ich mein', die Mischung ist fein! Fürst: Walzer und Wein, So muß es.sein. Mimi, Marko, Fürst: So muß es das ganze Leben sein. Ferry, Fürst Walzer und Wein. Marko: Auf Wiederseh'n! Theophil: So muß es sein, Maurice: Kinder, ich mein'! Chor: Die Mischung ist fein. Mimi: Aus Wiederseh'n! Walzer und Wein, So muß es sein. Mimi, Marko, Ferry, Fürst, Theophil, Maurice: So muß es das ganze Leben sein! 15 II. W. Unser König Brrr. .. Wr. 6. Introduktion. Theophil: Fürst: Th eoph i l: Ist ein Mann. Oha! Wie man ihn nur wünschen kann! Fürst: Br-br-br-br. Ferry: Ist ein Sänger, Dichter und ein Held! Theophil: Aber woher nimmt er Geld? Maurice: Ah! Weiter! Kammerdiener: Was ist das? Eins, zwei, drei! Und auch der Kanzler ist dabei! Fürst: Brrr. Kammerdiener: Eines ist mir sonnenklar, Daß hier Herrenabend war, So ein Fest bei Majestät, Da wird's gewöhnlich ziemlich spät! 16 Fürst: Heizen! Brr! Mir ist furchtbar kalt! Kammerdiener: Ich glaube, fetzt erwacht er bald! Fürst: Nicht Licht machen jetzt um Mitternacht! K a m merdiener: Seh'n Sie doch, Herr Kanzler, Wie hell und schön die Sonne lacht. Fürst: Die kann leicht lachen! Ihr ist gut! Aber ich! ?! Lachen? Jetzt! Dazu g'hört Mut! Ferry: O Fifi, du blondes Maitreßchen, Welch' reizender Morgengruß; Es weckt aus dem süßesten Schlummer Dein kleiner, dein göttlicher Fuß! Was ist das d Ohue Zweifel — O Pardon! Du bist's? Pfui Teufel! Maurice: Pfui Teufel! Pfui Teufel! Herbei! Polizei! Man will mich morden! Mörder, willst du einen Orden? Kammerdiener: Ich bin es, der vor Ihnen steht! Seine Majestät! Maurice: Kammerdiener: Das Beste ist, Sie geh'n nach Haus! Schlafen sich ein bißchen aus! Ferry: Ja, das wird das Beste sein! Bruderherz, häng' dich ein! Gib acht! Stufe! Oha! Gut Nacht! Maurice: Ich möchte schlafen geh'n! Kammerdiener: Wenn's gefällig ist, bitte schön! Ferry: O Fifi! Mr. 7. Krneunungsszene und Duett. (Mi m i, Marko.) Kammerdiener: Jetzt treten Sie vor. So ist's gut. Aladrio: « Weiter nix? Fürst: Jetzt warten Sie, bis Sie der König bemerkt. A l adrio: Noch nicht! Aladrio, Fürst: Jetzt! Kammerdiener: Knix! Tiefer! Tiefer! Tiefer! A ladrio: 18 Fürst: Kammerdiener: Noch tiefer! Genug! Gott sei Dank! Brav gemacht! Mimi: Fürst: Aladrio: Sehr brav! Ich bin schon ganz M imi: krank! Marko: Das Dekret! Wir, Marko von Bithynien, hoch am gold'nen Trone, Wir spenden dir für deine Tugenden zum Lohne Das rote Ordensband vom Knie mit gold'nem Stern, Und nennen feierlich dich Gräfin von Savern! Und nun verzeihen Sie! Fürst: Noch eine kleine Zeremonie. Aladrio: Man trägt den Orden nämlich am Knie! Mimi: Am Knie?! Aladrio: Ja, so verlangt es die Zeremonie. Kammerdiener: Ja, die Zeremonie. Kammerdiener: Madame! So und jetzt Die Form nicht verletzt. Aladrio: Nun noch etwas näher, und das Etwas höher! Noch nicht. Aladrio: Jetzt! Fürst: Höher! Kammerdiener: Höher! Höher, noch höher! Marko: Ach! Mimi! Nun soll die Gräfin vor uns allein Den Eid der Treue schwören! Kammerdiener: Majestät! Wir sind diskret! Kammerdiener, Al adrio: Wir wollen nicht stören! Fürst: Wir wollen nicht stören. Marko: Ach, Gott sei Dank, jetzt bin ich allein, Allein mit meinem Mädel, Nun kann ich mich des Lebens freu'n, Komm' und verdreh' mir den Schädel. M i m i: Singen und Tanzen, das ist mein Beruf, Kann es auch mancher nicht fasten, Kann nichts dafür, daß mich Gott so erschuf, Zum Lieben und zum Liebenlassen 20 M arko: Kann nichts dafür, daß der Frühling uns neckt, Mit seinem Duften und Blühen, Kann nichts dafür, daß die Wünsche geweckt Und die Herzen in Liebe glühen. Ah! Küssen, küssen kannst nur du! Küss' mich, küss' mich immerzu! M imi: Küss' mich, küss' mich, daß mich's packt, Ach! Mimi, Marko: Küss' mich im Dreivierteltakt! Marko: Jeder Kuß, den du mir gibst, Zeigt es mir, wie du mich liebst! Al i m i Küss' mich, küss' mich immerzu M arko Küssen kannst nur du! Marko: Do, dies und das! Al i m i: Hm — Marko: Du hast so etwas . . M imi: Hm — Bl arko: Do das uud dies! Mimi: Hm — 21 Marko: Ganz einfach süß! Mimi: So müßt es immer und ewig sein! So möcht ich bei dir bleiben, Immer mit Kosen und Schelmerei'n Süß mir das Leben vertreiben. Marko: Möchte dich nehmen und mit dir entflieh'n Wie ich dich damals gefunden, Möchte mit dir alle Länder durchzieh'n, Wie zwei lachende Vagabunden. Und wo's am schönsten ist, ruh'n wir dann aus, Wieder das Glück zu erproben, Möchte uns seh'n umrauscht von Applaus, Möchte hör'n, wie die Leute toben, Ah — Mimi, Marko: (Wie 1. Strophe.) Mimi: Marko! Marko, du vergißt, Marko, gib doch Ruh'! Wir küssen hier und scherzen Und Majestät schaut zu. Marko- Majestät? Das bin wohl ich? Und ich begnadige dich! Küssen, küssen kannst nur du, Küss' mich — immerzu! Mimi, Marko: Küss' mich — immerzu! Mr. 8. Auftritt Jenia. (Lenia, 6 Offiziere, Chor.) 6 Offiziere: Habt Acht! Habt Acht! 22 Xenia: Ich, ich, ich Mit meinen sechs Offizieren, Mich, mich, mich Kann so leicht nichts genieren, Wenn ich einen laufen feh', Zieht es mich in seine Näh', Muß ich gleich mit ihm wie totl kokettiere Offiziere: Ratata tatata rata rata ta. Xenia: Was mit mir auch gescheh', Zu mir hält die Armee. Von mir träumen sie alle. Ja selbst der jüngste Kadett Alle schwärmen sie nur Ach, von dieser Figur! Und sie flüstern dann alle, Wie ist die Kleine so nett! Auch die Herren vom Zivil Läßt mein Anblick nicht kühl, Doch mein Herzchen, es schlägt nur, Dann aber wirklich enorm, Nür für Infanteristen Und für Kavalleristen; Kurz und gut, nur für Uniform! Nur einer, der 'nen Säbel hat, Ist mein Freund und Kavalier. Ja, und ein solcher Mann der Tat Ist doch nur eiu Offizier! Nur wo ein Säbel glänzt und klirrt Zuck' ich vor Wonne zusammen, Senk' meine Äuglein ganz verwirrt Das läßt mein Herzlein entflammen! Nur einen, der 'nen Säbel hat, usw. 23 Offiziere: Habt Acht- Xenia: Ich, ich, ich Mir, mir, mir Mit meinen sechs Offizieren, Kann kein Menfch imponieren. Gibt es wo mal einen Krach, Wißt Ihr wohl, was ich da mach'? Gleich laß ich mein Regiment defilieren! Offiziere: Ratata tatata rata rata ta. Xenia: Denn was hier auch gefcheh', Zu mir hält die Armee! Für mich sterben sie alle, Wenn's das Kommando so will, Jeder brave Mann! Tut für mich, was er kann! Und wenn ich erst befehle, Der Grenadier hält still, Ach, ganz anders ist sie, Diese Bureaukratie; Diese Herren Beamten, Alle so weiß wie Schnee, Diese Zivilisten, Diese Pensionisten, Ich acht' sie wohl, aber lieben? ne! Nur einer, der 'nen Säbel hat, Ist mein Freund und Kavalier! Ja, und ein solcher Mann der Tat Ist doch nur ein Offizier! Ja, und ein solcher Mann'der Tat Ist doch nur ein Offizier! Offiziere: La la la la la. 24 Nr. 9. Pnelt. >M i m i, Marko.) Marko: Hm — ach! Nischuvanni aus den heimlichen Ecken, Nischuvanni, tönt ein Kosen und Necken, Mimi: Nischuvanni, tönt es leis' durch die Nacht. Marko: Nischuvanni, o du reizende Kleine, Nischuvanni, komm und werde die meine. Nt i m i: Nischuvanni, seufzt das Mädchen -und lacht. Marko: Er sieht ihr in die Augen — Mimi: Sie will ihm nicht glauben, Mimi, Marko: Tann sitzen beide in schwellendem Moos. Marko: Erst zaudert sie ein bißchen — M imi: Später regnet's Küßchen — Mimi, Marko: Dann geht das Liebesgeplauder los. Nischuvanni — siehst du, das geht so: Mimi: Erst macht das Bubi: ach! Nt arko: Dann seufzt das Mädi: oh! Mimi, Marko: Nischuvanm — mach' die Augen zu. Wir spielen Nischuvanm, Wir beide, ich und du, Ein bißchen Nischuvanm, Nischuvanm! Marko: Nischuvanm — mach' die Augen zu. Mimi, Marko: Wir spielen Nischuvanm, Wir beide, ich und du, usw. Hm, ach! Hm, ach! Marko: Mimi: Marko: Nischuvanm auch auf schwellenden Pfühlen Nischuvanm kann man ebenso fühlen. M imi: Nischuvanm, süßes, reizendes Spiel, Marko: Nischuvanm, seder kennt deine Freuden, Nischuvanm, keiner will dich vermeiden, M imr: Nischuvanm, keinem wirst du zu viel! Marko: Er löst ihr rasch den Schleier — Mimi: Dann wird er noch freier — Mimi, Marko: Er atmet durstig ihr duftendes Haar. 26 Marko: Dann gibt es heiße Schwüre — Mimi: Daß es kein Mensch erführe, , Mimi, Marko: Wer wohl heute der Glückliche war? Nischuvanni — siehst du, das geht so: Mimi: Erst macht das Bubi: ach! Marko: Dann seufzt das Müdi.: oh! Mimi, Marko: Nischuvanni — mach' die Augen zu. Wir spielen Nischuvanni, Wir beide, ich und du, Ein bißchen Nischuvanni, Nischuvanni! Marko: Nischuvanni — mach' die Augen zu! Mimi, Marko: Wir spielen Nischuvanni, Wir beide, ich und du, Ein bißchen Nischuvanni, Nischuvanni. Wr. 10. Lied von der Segeljacht. (Xenia, Marko.) Xenia: Und nun, lieber Freund, hier haben wir Ruh', Nun komm mal daher und höre mir zu. Marko: Wie Hoheit befiehlt, doch, doch tut es mir leid, Ich kann nichts dafür, ich Hab keine Zeit. 27 Xenia. Keine Zeit für mich? Junge, ich warne dich! Marko: Der Blick! Die Wut! Xenia: Ist schon vorbei! Bin schon wieder gut! Und als Beweis, daß ich gut wieder bin, Na, so komm' doch schon her! Na, so setz' dich doch hin! Ich Hab' mir was Reizendes ausgedacht Und lade dich dazu ein, Wir machen auf meiner Segeljacht Eine Wasserfahrt zu zwei'n. Es wogen die Wellen vom Ozean, Sie werfen uns hin und her, Doch wir schaukeln vergnügt auf der Wasserbahn, Auf der Wasserbahn am Meer. Und mußt du auch manchen Sturm überstehn, Ich bitte dich, mach dir nix d'raus, Bei mir auf der Jacht ist es wunderschön, So schön und bequem wie zu Haus! Komm' mit mir auf meine kleine Segeljacht, Dort nur wirst du glücklich sein bei Tag und Nacht. Niemand hört uns, niemand stört dort unsre Ruh', Nur die Wellen flüstern leise immerzu. Horche mit mir auf den süßen Wogensang, Wer nicht liebt, der bleibt ein Narr sein Leben lang, Nimm aus diesen Worten eine Lehr' heraus! Und komm auf meiner Segeljacht mit mir aufs Meer hinaus! Marko: Die herrliche Fahrt auf der Meeresbahn Wie müßte sie reizend sein Doch fürcht ich, es kommt eine stürmische Nacht Und da fällt man leicht hinein. 28 Ein reizendes Weib und ein junger Mann Am Wasser im tets a. baba, Und fängt da erst das Schifflein zu schwanken an, Ach, dann ist es schon zu spät. Und dann, liebes Kind, überleg' es dir gut; Glaub' mir, diese Fahrt wär' gewagt, Ein Weib weiß oft nicht, was sie macht, was sie tut; Bedenke! Du hast mir gesagt. Re f ra iu: Komm mit mir auf meine kleine Segeljacht, usw. Wr. 11. Mansch szene. Mimi: Champagner! Champagner! Was ist dabei? Champagner macht lustig, Champagner macht frei! König Marko, auf dein Wohl! Prosit Marko! Ach, da kommt man so fein Und so hübsch in die richtige Stimmung hinein! Küssen kannst nur du! nur du! Komm' ich mach die Augen zu, o du! Hier wollt ich rasten, hier wollt ich bleiben, Hier bin ich zu Haus! Doch böse Menschen drängen und treiben Mich in die Ferne hinaus! O, du mein Herz, im tiefsten Grunde Der kalten Erde grab' ich dich ein, Und keine Stelle sage ich die Kunde, Du sollst verschollen sein. Ich schließe die Augen und öffne die Lippen Und denk zurück. Ein Träumen, ein heißes Verlangen, Hält wild meine Sinne umfangen 29 Der Traum vom verlorenen Glück! So schleich' ich mich fort Aus des Liebsten Haus. All mein Glück ist vorbei, Ein Märchen, ein Traum ist aus. All mein Glück ist vorbei, Ein Märchen, ein Traum ist aus. Champagner — was ist dabei 2 Champagner macht lustig, Champagner macht frei! Marko! Mein Glück! Vorbei! Mr. 12. Jirmke II. Marko: Ich möchte singen! Ich möchte tanzen! Auftreten! Die ganze Welt möcht ich umarmen! M imi: Mario, was hast du getan? Marko: Müssen, küssen kannst nur du! Jeder Kuß, den du mir gibst Zeigt es mir, wie du mich liebst. Küß mich, küß mich immerzu! Küssen kannst nur du! Xenia: Hierher, meine Herren, damit Sie's nur seh'n, Pardon, das kann nicht so weiter geh'n! Denn Sie verwechseln, soviel ich seh', Den Königsaal mit dem Cabaret! Marko: Pardon, da kann ich nichts dafür, Das Cabaret steckt zu tief noch in mir! Was Hab ich vom Glanze, Wenn ich viel lieber tanze, 30 Ich Litte euch, glaubt mir, Ich kaun ja nichts dafür! Ich wollte niemals herrschen, Hab niemals hochgestrebt, Hab stets nur fürs Siugen, Fürs Cabaret gelebt! Fürst: Uud jetzt gescheit sein, Majestät, Pardon! Sonst haben wir da hier die schönste Revolution A enia: Und nun zu Ihnen, mein liebes Kind, Cs freut mich, daß Sie so vernünftig sind, Ich weiß, es ist schwer, vom Liebsten zu geh'n! Marko: Du willst von mir geh'n in die weite Welt! M ium: Leb' wohl, mein Glück, es muß gescheh'n! Marko: Uud dafür nimmst du Geld? Ach ja, so machen's die Damen — Die Damen vom Cabaret, Sie brauchen jetzt solche Reklamen Als Rahmen für ihr Renommee. Erst ist es ein Märchen der Liebe, Ein herrlicher Jugendtraum, Doch ach, die Märchen verklingen, So schnell, man merkt es kaum. Mimi: Und so geht vorüber, vorüber die Zeit, Da tut's dem reizenden Dämchen schon leid, Daß sie so lange beim Liebsten gesäumt Und so ihr Leben verspielt hat, verträumt, 31 Nun denkt das Dämchen, jetzt treib ich's erst recht, Einst war ich glücklich, jetzt werde ich schlecht, Und über der Liebe Weh' Ha, ha, lacht sic, die Daine vom Cabaret. Xenia: Marko, gescheit sein! Komm' doch her! Na, du wirst doch nicht weinen, na und gar wegen der! Marko: Weinen? Ich lache, ich lache, ich lache, Und nun, als Beweis, daß ich mir nichts draus mache, Ich kenne die Wünsche des Volkes ganz genau Und darum, Prinzessin, wirst du jetzt meine Frau! Deine Frau? X e nia: M arko: Nimm mich »lit auf deine kleine Segeljacht, Dort nur will ich glücklich sein bei Tag und Nacht! Niemand hört uns, niemand stört dort unsere Ruh', Xenia: Nur die Wellen flüstern leise immerzu. Xenia! Marko: Loulou: Es lebe der König! Chor: Unser König ist ein Mann, Wie man ihn nur wünschen kann, Und drum singet groß und klein, Du sollst das Glück von Bithynien sein! Hoch, dreimal Hoch und Heil! M i m i: Und nicht ein Blick, nicht ein Wort adieu! Kein Mitleid für all mein Weh'! 32 Xenia: Sie vergessen, so viel ich seh' — Mimi.: Nichts, und wenn ich zugrunde geh'! Marko: Küssen kannst nur du! Xenia: O daran erkenn ich die Dame, Die Dame vom Cabaret Sie brauchen stets neue Reklame Als Rahmen für Ihr Renommee. Marko: Erst war es ein Märchen der Liebe, Ein herrlicher Jugendtraum, Doch ach, die Märchen verklingen So schnell, man merkt es kaum. Mimi: Nun geh ich nach Paris zurück, Dort such ich mir ein neues Glück Und ist mein Schatz nur reich und fein, Es muß ja nicht ein König sein, Zum trallalalala und es genügt auch schon, O la la la la la la ein schäbiger Baron. Ferry: Unerhört! Xenia: Madame, ich bin empört! Mimi: Ja, ja, ich komme schon, Sie haben's ja gehört! Xenia: Nun geht es nach Paris zurück, Dort sucht man sich ein neues Glück! 33 Marko: Ein neues Schätzchen reich und fein! Es muß ja kein König sein! Mimi: Und groß steht am Zettel Dein Liebchem am Brettel, Sie singt jeden Abend ohne Rast ohne Ruh', Ihr Küssen, küssen kennst nur du! Marko: So macht's das Dämchen, nun treibt sie's erst recht! Einst war sie glücklich, doch jetzt wird sie schlecht, Und über der Liebe Weh, Lacht sie, die Dame vom Cabaret! 34 m. ükt. Wr. 13. Lied vor dem Kamin. Marko: Süßes, heimisches Billetdoux, Das mich bittet um ein Rendezvous. Armes Hündchen, das zitternd schrieb: Mein süßer Schatz, ich Hab dich gar so lnb Worte, für die wir so empfänglich sind, Weil ihre Reize so verfänglich sind. Lockende Boten aus Amors Reich, Liebesbriefe, ihr seid alle gleich. Briefe, die uns nie erreichten, Stammelnde Worte, Briefe, die Geständnisse beichten. Glaubt mir, ich kenn' diese Sorte Briefe, die zu sagen es wagen: Ich liebe dich so — Briefe, die zum Schluffe fragen: Wann und wo? — Was das Briefchen dir leis verspricht, Wenn die Frauen schreiben, glaube ihnen nicht, Wenn sie schreiben: Ich liebe dich, Mit Ausrufzeichen, Punkt, Gedankenstrich. Wenn sie dir schreiben: Ach, ich bin dir gut, Dann wird's gefährlich, dann sei auf der Hut. Was dir das Briefchen auch alles verspricht, Liebesbriefe, glaube ihnen nicht. Briefe, die uns immer erreichten, Stammelnde Worte Briefe, die Geständnisse beichten Glaubt mir, ich kenn' diese Sorte Briefe, die zu sagen es wagen: 35 Ich liebe dich so — Briefe, die zum Schlüsse fragen: Wann und wo? — Hm — Briefe, die zum Schluffe fragen: Wann und wo? — Mr. 14. Terzett. (Mimi, Theophil, Fürste M inii: Bist du verheiratet? Das ist brav. Na, dann wirst du eben heiraten. Fürst: llnd wen soll ich denn heiraten? M imi: Schaf, na mich! T h e o P hi l : Mimi: Mich! Fürst: Dich? Nanu! Fa wieso? Ja warum? Ja wozu? TheoPhil und Fürst: Na wieso, na wozu, na weshalb, na warum? M imi: Na, so geh, na, so schau, na so frag' nicht so dumm! Ich brauche dich zum, zum Zum, zum — Zum, zum, zum — Theop hil: Fürst: 36 Zum, zum, zum — Zum, zum, zum — Zum, zum, zum. Theophil Mizzi: Fürst: Theophil uud Fürst: 1 . Mimi: Mein Freund, du bist der Typus von einem Ehemann Theo Phil: Zum, zum Mimi: Ein süßes gutes Männchen, das man betrügen kann Fürst: Zum, zum, zum, zum, zum, zum — Ach, drum! Theo p h i l: Du gehst mit ihr spazieren Mimi: Kum, kum. Du siehst sehr würdig aus. Fürst: Pum- Theo Phil, Fürst: Du führst sie ins Theater und dann gleich nach Haus! Pum- M iini: Dort wird der Himmel trübe, Fürst: Ah — Mimi: Dort wird die Stimmung flau, Ah — Fürst: Mimi, Fürst: Mein Gatte, der wird müde Und heimlich denkt die Frau: Ach, na so kum-zum M imi: Was ist mein Mann, was ist mein Mann, Ein Aff'! Fürst: Ein Aff'! Er glaubt, daß man ihm treu sein kann, Der Aff! Der Aff! The o phil: M imi: Hält mich der and're im Arm, Da wird mir so besonders warm. Ich denk mir dann: Was ist mein Mann? Ein Aff! Ein Aff! Ein Aff! Ein Aff! Hält mich der and're Theophil: Fürst! T h e o p h il: Fürst: Mimi: dann im Arm, rc. Mimi: Und du, du bist der Typus von einem Lebemann, Theophil: Zum, zum — Mimi, Fürst: Den inan nach jeder Richtung famos verwenden kann! Zum —-Ach, d'rum! Th eophil. Bei Tag und Nacht gewärtig, M imi: Kum, kum — Theophil: Zun^ Kosen stets parat, Fürst: Pum- Theophil: Bin ich ein idealer Liebesautomat, Fürst- Pum- Mimi: Und ist man dann zuweilen, Fürst: Ah — Mimi: Von Fall zu Fall allein, Fürst: Ah — Mimi: Fällt einem unwillkürlich Der Legitime ein. 40 M a r k o: Küssen, küssen taimst nur du! Küß mich — immerzu! Mi mi: Küß mich — daß mich's packt, Ach, küß mich im Dreivierteltakt! Marko: Jeder Kuß, den du mir gibst, Zeigt es mir, wie du mich liebst. Mimi: Küß mich — immerzu! M arko Küssen kannst nur du! ) d^--K MHMHH WEEL O' >EMM'L-.'-'-.LL; Qruckeroi- unä Verlags-Uktiongesellsckakt vorm. v. Halälisim, Jos. Cberls L Co., V^isn.