m fc. Wiener Stadt-Bibliothek. uc. äk, jhner’s Handlung in Wien. Führer durch die Weltausstellung et $3 Praktisoh.eS Handbuch .Vtf Reisende und Einheimische Eduard Seis magistr. Öfficiu’ bei dem Archive und der Bibliothek der Stadt Wien. Mit einem bis Ende Juli 1873 ergänzten Plane cler Weltausstellung und des k. k. Praters. August 1873. durch die Weltausstellung 1873. Praktisches Handbuch für Reisende und Einheimische von. Eduard Seis magistr. Official bei dem Archive und der Bibliothek der Stadt Wien. Mit einem Plane der Weltausstellung und des k. k. Praters. WIEN 1873. / AC t At., tr. *>y~ Verlag von Rudolf Lechner’s k. k., Universitäts-Buchhandlung« Genossenschafts-Buchdruckerei, Aleerstrasse 32. Alphabetisches Register. Achmeds Fontaine 72. Ackerbau-Minister. - Ausstellung 77. Additionelle Ausstellung 78. Agriculturhalle, östliche 76. westliche 82. Alpenhütte 74. Alpe am hohen Göll 74. Annoncen-Bureau 35. Arbeiterhäuser, englische, 88. Armee-Ausstellung, schwedische, 35. Asphalt-Gesellschaft 79. Asphalt und Theer-Pavillon 79. Aussiger Thonerzeugnisse 87. Ausstellung, Die, 24. Commission 1. Platz 21. vor dem Industriepalaste 26. „ „ Ostportale 72. hinter dem Industriepalaste 76. „ der Maschinenhalle 87. Bäckerei-, Wiener, von Uhl 84. Heilfinger 89. Bahnhof 88. Ballon captiv 32. Bauernhaus, elsässisches 78. gallisches 74. Geideler 74. Grenzer 74. kroatisches 74. rumänisches 74. russisches 75. sächsisches (Siebenbürgen) 74. szekler 74. slovakisches 74. steierisches 74. Vorarlberger 74, Bauhof 32. Bazar, türkischer 30. Besuch, Bestimmung über den, 22.' Bierhalle Dreher 80. Liesinger 34. Mauthner 80. Pilsner Actien 34, bürgerl 34. Silberegger 80. Billeten, Theater-, Pavillon 34. Brücke, Stahl-, 79. Brücken- u. Strassenbau - Actienge- sellschaft 78. Buchhandlung, Weltausstellungs-, 34. Caffeehaus türkisches 30. Cercle oriental 28. Commissionshaus : Belgien 46. Englisch 84. Französisch 44. Conditorei, schweizerische 36. Dampfsäge, Parquetten-, 27. Deutsches Fürstenhaus 50. „ Versammlungshaus 50. Egypt. Palast d. Khedive 27. Eintrittspreise 23. Eisenhof 27. Eisern. Palmenhaus (Waagner’s) 32. Haus, engl. Restaur., 78. Kirche 75. Fischerei, norwegische, 81. schwedische 81. F.ontaine Achmed II. 72. Gartenbau-Gesellschaft 32. Gärtner-Wohnung 31. Garten-Zelte 55. Gasfabriken 88. General-Direction 3. Glockenausstellung 76. Gruppen 4. Haslinger’s Blumenverkauf 32. Hauptportal 24. Haus aus Kunststein 80. Historische Ausstellung der Stadt Wien 63. Holzindustrie 27. Industrie-Palast 24, 36. Objecte im westl. Flügel 37. Rotunde 50. Oestlieher Flügel 56. vor dem 26. hinter dem 76. Internationale Congresse 21. IV Jagdpavillon, schwedischer 35. j Japanes. Bauten 31. i Jury-Pavillon 34. Kaiser-Pavillon 33. Kalendarium 20. Kalkofen und Schieferbruch 79. Kartenausgabe 23. Kesselhaus, amerikanisches 89. belgisches 88. BrünnerMasch.-Fabr.-Gesellsch.89 deutsches 87. englisches 88. österreichisches 87. schweizer 88. Wasserleitung 34, Kibitke 27. Kiosk der Südbahn 26. Kirche, eiserne 75. Kosthalle 77, vergl. auch Restaür. Krupp’s Kanonen 81- Kunstbau 72. „ Halle 73. Lesezimmer 23, 33. Leuchtapparate 33. Leuchtthurm 29. Liebig’s Schiefer 79. Lloyd, österreichischM 1 27. Marine-Ausstellung, k. k., 29. Marokkaner 30. Maschinen-Annexe 88. Halle 84. hinter der 87. der Prager Actien-Gesellschaft 79. Rothschilds 79. Steffens Säge- 79. Werkstätte 88. Mausoleum, gothisches 35. Meierei, schwedische 74. Metall-Industrie-Eisenhof 27. » Militärbaraken 32. Montan-Industrie : Deutschlands 80. Innerberger 79. Vordernberger 79. Kärntner 79. Mont-Cenis-Tunnel 35. Monument Maximilian 81. Musik-Pavillon 32. Nebelhorn 30. Obelisk Curtis von Cement 80. Obelisk 31. Obelisk von Steinkohle >81. Obstbäume-Ausstellung 32. Pavillon A’brecht, Erzh. 75. des Amateurs 73. für Bergbau 78. Cement und Gyps 26. Coburg-Gotha, Herz. 80. Dachsteinpappe 87. deutsche Industrie 81. deutschen Unterricht 81. „ Ziegelei und Eismaschinen 87. Donau-Dampfschifff.-Gesellseh. 78, Dowsllark u. Comp. 88. Eisenmöbel (Quittner) 31. Finsponk 35. Forst-Indust. (Actien-Gesell.) 75. Forst-Indust. Krains 75. französischer 34. Frauenarbeiten 78. Glasgemälde 74. Haslinger (Blumen) 32. Heilquellen, der 27. Heller’s Musikdosen 34. Holzindust. (russ. Thiere) 27. Jury 34. Kaiser 33. kleinen Kindes 26. Leuchtapparate 33. Milch 33. Monaco, Fürsten 34. Munk’s Maschinengeräthe 87. Neuen freie Presse 34. Nordbahn 87. Nordwestbahn 87. Perlmoser Cement 27. Ringhofer 87. russ. Geschütze 66. russ. Thiere (Holz-Indust.) 27. Samen 84. Sanität 32. schwedischer 84. schwedischer Armee- 35, schwedischer Jagd- 35. Schwarzenberg 80. spanischer 34. Sparcassa I. österr. 26. Siaatsbahn 79. Stark 26. Strassen- u. Brückenbauten 78. steir. Waldbesitzer 75. Tabak und Cigarren 27. ung. Staatsforst-Verwalt. 75. Tcxtil-Indust. 64. Welthandels 87. Photogr.-Association 32. Platz, vergl. Aussstellungsplatz. Portugiesische Schule 34. Postamt 33. Programm 4, Protector der Ausstellung 1. Pumpenhaus 75. Reim er’ s Rouleaux 27. Rostaurat. u. Erfrischungsanstalten : amerikanische 34. Y Dreher’s Bierhalle 80. Elsässer Bauernhaus 78. englische 78. Frbres Proven^aux 33. italienische 31. Kosthalle 77. Eiesinger Bierhalle 34. mailänd. Biffi 33. Mauthner’s Bierhalle 80. Pilsner Bierhallen 34. .russische 27. Sacher 75. Schweiz. Conditorei 36. schwedische 35. detto Meierei 74. Silberegger Bierhalle 80. Südbahn 26. steir. Weinhaus 33. türk. Cercle Orient. 28. ungarische Csärda 34. Weinkosthalle ital. 33, Wiener Bäckerei 84, Wigwam Zelt 32, Rotunde 25, 50. Sala di Lettura 33. Schieferbruch-Ausstell. 79. Gesellschaft 87. Schule, amerikanische 36. Schulhaus österr. 75. portugiesisches 34. schwedisches 34, schweizerisches 44. Schwarzwaldhaus 50. Seeleuchte 29. Semaphor 30. Stall von Waagner 80. Triumphbogen 74. Tauernhaus österr. 74. Telegraphenamt 33. Theaterbillet-Kiosk 34. Thierausstellung 74. Türkischer Schatz 69. Turnhalle 75. Wasserthurua 84. Weinfässer, ungar. 75, Weinhaus, vergl. Restauration. Wigwam 32, Windschraube 87. Wohnhaus, Arbeiter-, 84. marokkanisches 30. persisches 30, russisches 27. türkisches 28. zerlegbares 26, 79. Zeltschirme 79. Zollamt 33. Die Weltausstellung des Jahres 1873. Die kaiserliche Genehmigung zur Abhaltung einer internationalen Ausstellung für das Jahr 1873 erfolgte am 24. Mai 1870. Durch dieselbe wurde einem langjährigen Wunsche der österreichischenlndustriellen Rechnung getragen, welche in einem solchen Unternehmen nicht nur den mächtigsten Hebel zur Förderung des Culturlebens im Allgemeinen, sondern auch mit Recht ein kräftiges Mittel zur Entwickelung des Reiches und insbesondere der Residenzstadt Wien erblickten. Nachdem der ruhmreiche Kampf Deutschlands auf fränkischer Erde beendet und ersteres Reich zu neuer Kraft erstarkt war, wurden die Vorarbeiten zur Ausstellung mit doppelter Energie aufgenommen, die sich mit der Ankunft des am 9. Jänner 1871 zum Generaldirector ernannten Wilhelm Freiherrn v. Schwarz- Senhorn zu einer fast fieberhaften Rührigkeit entwickelte. Am 1. August 1871 eröffnete der Generaldirector seine Bureaux und bereits am 1. Mai 1873 — also in der kurzen Zeitspanne von einundzwanzig Monaten — konnte die feierliche Eröffnung der V. internationalen Ausstellung durch Se. Majestät den Kaiser Franz Josef I. vorgenommen werden. Als Protector der Weltausstellung fungirt Se. kais. kön. Hoheit Erzherzog Carl Ludwig. Ausstellungs-Commission. Mit Allerh. Entschliessung vom 12. September 1871 erfolgte die Einsetzung einer kaiserlichen Ausstellungs- S e i s , Weltausstellung. 1 Commission , zu deren Präsidenten Se. k. k. Hoheit Erzherzog Rainer ernannt wurde. Solche Commissionen haben bereits hei den internationalen Ausstellungen in London und Paris, nach deren Vorbilde die Weltausstellung in Wien ins Werk gesetzt wurde, zur Repräsentirung nach Aussen und zur Berathung allgemeiner principieller, die Ausstellung betreffender Fragen bestanden. Rach dem Beispiele früherer Weltausstellungen, insbesondere der internationalen Ausstellung 18G7 in Paris, wurden in die kaiserliche Commission in Wien die Chefs der Ministerien und obersten Hofämter, dann, mit Rücksicht auf die Function der kaiserlichen Commission als Landescommission für das Erzherzogthum Oesterreich unter der Enns, die Spitzen der Behörden dieses Kron- landes und der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, sodann die Leiter der hiesigen Staatsinstitute und die Vorstände der namhafteren freien Vereine für Kunst, Wissenschaft, Handel, Industrie und Gewerbe, Laifdwirthschaft, Forst-, Berg- und Hüttenwesen, endlich eine Anzahl von namentlich bezeichneten Persönlichkeiten berufen, welche auf irgend einem der früher benannten Gebiete eine hervorragende Stellung einnehmen und sich ausserdem auch beiden vorangegangenen Weltausstellungen in London und Paris als Commissions-Mitglieder, Jurors, Delegues, Berichterstatter, Aussteller u. s. w. Erfahrungen und Verdienste gesammelt haben. Neben der kaiserlichen Commission in Wien und dem zur Leitung des Unternehmens berufenen General-Director wurden, wie bereits oben angedeutet wurde, in allen im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern, mit Ausnahme von Niederösterreich, in den wichtigsten Pro- ductions - Districten , gleich den seinerzeit in Paris und London bestandenen „Comites departementaux“ und „Local Committees“, besondere Ausstellungs - Commissionen gebildet , deren Standorte in der Regel mit den Sitzen der Handels- und Gewerbekammer zusammenfallen. Der kaiserlichen Commission in Wien, insoweit dieselbe durch eine aus ihrer Mitte gebildete Delegation gleichzeitig als Landes-Gommission für Niederösterreich fungirt, und den Ausstellungs-Commissionen in den übrigen Kron- ländern fiel die Aufgabe zu, für die möglichst vollständige und vortheilhafte Vertretung ihrer Bezirke bei der Welt- ausstellung Sorge zu tragen, die Anmeldungen entgegen- zunehnien, über die Zulassung der angemeldeten Gegenstände zu entscheiden, auf den möglichst zahlreichen Besuch der Ausstellung von Seite der arbeitenden Classen hinzuwirken und die Ausstellung in ihren Kreisen nachhaltig fruchtbringend zu gestalten. Die Mitglieder sämmtliclier Ausstellungs-Commissionen in den Ländern der Monarchie haben die gleichen Ehrenrechte, wie die Mitglieder der kaiserlichen Commission in Wien; sie sind gleich diesen berechtigt, bei allen feierlichen Anlässen der Ausstellung zu erscheinen, und sie stehen mit dem General-Director bezüglich der durchzuführenden Arbeiten in unmittelbarem Verkehre. Analog mit der kaiserlichen Commission in Wien und den Ausstellungs-Commissionen in den im Reichsrathe vertretenen Ländern, wurden, den Intentionen der königlich ungarischen Regierung gemäss, die Angelegenheiten dieser Ausstellung von einer königlichen Commission in Pest und besonderen Ausstellungs-Commissionen in den Ländern der ungarischen Krone in die Hand genommen. General-Direction. Dem General-Director, geheim. Rathe Wilh. Ereih. v. Schwarz-Senborn, steht unter unmittelbarer Verantwortung gegenüber dem Handelsminister im Sinne des Gesetzes vom 21. Juli 1871 zu: 1. die selbstständige Leitung, Verwaltung und Durchführung des Ausstellungsunternehmens in technisch-ökonomischer und in jeder anderen Beziehung; 2. die vollste Selbstbestimmung in Beziehung der Bestellung, sowie der Leitung und Verwendung der nöthigen Arbeitskräfte und die Organisation der gesammten Geschäfte; 8. die Vertretung und Verwaltung des Weltausstellungsfondes. Alle landesfürstlichen Behörden sind verpflichtet, im directen Verkehre mit dem General-Director demselben in Erfüllung seines Berufes innerhalb der bestehenden Gesetze kräftigst und mit aller Beschleunigung an die Hand zu gehen. In den Seetionen des Weltausstellungs-Bureaux fun- giren die Herren Dr. Arenstein, Dr. Julius Hirsch und Statthaltereirath Al. v. Rossmanit? Zum Chef des Secretariats berief der General-Director den k, k. Sections- 4 rath Dr. Georg Thaa. — Die oberste Leitung der Ausstellungsbauten erhielt Architekt Carl Hasenauer, jene der Ingenieur-Arbeiten Hofrath W. v. E n g e r t h. — Obmann der communalen Weltausstellungs-Commission, welche der Gemeinderath von Wien für alle mit der Weltausstellung unmittelbar in Verbindung stehenden localen Fragen einsetzte, ist Gemeinderath Moriz Pollak; als magistratischer Referent amtirt Secretär Alois Bittmann. Durchführung des Programmes. I. Die Ausstellung findet unter dem allerhöchsten Schutze Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät statt und ist bestimmt, das Cuiturleben der Gegenwart und das Gesammt- gebiet der Volkswirthschaft darzustellen und deren weiteren Fortschritt zu fördern. II. Die Ausstellungs-Gegenstände wurden in folgende 26 Gruppen vertheilt: 1. Gruppe. Bergbau und Hüttenwesen. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einigen im Parke zerstreut liegenden Annexen zu finden.) a) Fossile Brennstoffe (Kohle, Erdöl etc.); b) Erze und daraus gewonnene Metalle; c) im Vorstehenden nicht angeführte Mineralien (Salz, Schwefel, Graphit etc.) mit Ausnahme der als Baumaterialien verwendeten (18. Gruppe); d) Legirungen als Rohstoffe; e) Zeichnungen und Modelle von Objecten des Bergbaues, des Hüttenwesens und anderer Gewinnungsweisen, Grubenkarten etc.; f) geologische Arbeiten, geologische Karten etc. ; g) Werkzeuge und Vorrichtungen für den Bergbau, das Hüttenwesen und die Gewinnung von zu Tage liegenden Mineralien; h) Productionsstatistik. 2. Gruppe. Land- und Forstwirthscliaft und Gartenbau. (Theils im Industrie - Palaste, theils in den beiden hinter dem Palaste (fegen die Donau gelegenen Agricultur- hallen und in temporären Ausstellungen jenseits des Heu- 5 stadlwassers zwischen der Donau und dem Rondeau der Hauptallee.) a) Nabrungs- und Medicinalpflanzen, mit Ausnahme von frischem Obste und frischem Gemüse, welche den Gegenstand temporärer Ausstellungen bilden; b) Tabak und andere narcotische Pflanzen, welche als Genussmittel dienen; c) vegetabilische Spinnstoffe (Baumwolle, Flachs, Hanf, Jute, Chinagras etc.) und andere Handelspflanzen im rohen Zustande; d) Cocons; e) thierische Producte in rohem Zustande (Bälge, Felle, unzugerichtete Federn, Borsten etc.); f) Wolle; g) Producte der Forstcultur (Bau- und Werkholz, Gerbmateriale, Harz im rohen Zustande, Farbhölzer, Rinden, Holzkohle, Feuerschwamm etc.); h) Torf und Torfproducte; i) Dungmittel; k) Zeichnungen und Modelle von Objecten der Land- und Forstwirtlischaft, Cultur- und Bestandeskarten; l) Arbeiten der Versuchsstationen, Agrar- und Forstkataster, Forststatik etc.; m) Darstellung der zur Erzeugung, Bewegung und Lagerung der vorbenannten Producte dienenden Arbeits- processe und Vorrichtungen ; n) Gartenanlagen, Zeichnungen und Modelle von Objecten des Gartenbaues, Glashäuser, Bewässerung etc.; o) Darstellung der im Gartenbaue angewendeten neuen Culturen; p) Productionsstatistik. (Vergl. auch das Kalendarium der temporären Ausstellungen.) 3. Gruppe. Chemische Industrie. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einigen Annexen zu finden.) a) Chemische Producte für technische und pbarmaceuti- sche Zwecke (Säuren, Salze, chemische Präparate aller Art; b) Materialien und Producte der Pliarmacie, Mineralwässer etc.; 6 e) Materialien und Producte der Fett-Industrie (Stearin-, Oelsäure, Glycerin, Seifen, Kerzen etc.); d) Producte der trockenen Destillation (raffinirtes Petroleum, Schieferöl, Paraffin, Phenylsäure, Benzin, Anilin etc.); e) ätherische Oele, Parfümerien; f) Ziindwaaren; g) Farbwaaren mineralischen, metallischen und organischen Ursprunges; h) gewaschene, gefärbte und gebleichte Harze, Siegellack, Firnisse, Albumin, Hausenblase, Leim, Stärke, Dextrin etc.; i) Darstellung der zur Gewinnung chemischer Producte dienenden Vorrichtungen und Verfahrungsweisen; k) Productionsstatistik. 4. Gruppe. Nalmmgs- und Genussmittel als Erzeugnisse der Industrie. (Theils im Industrie-Palaste, theils in den beiden hinter dem Palaste gegen die Donau gelegenen Agriculturhallen und in temporären Ausstellungen jenseits des Heustadelwassers zwischen der Donau und dem Kondeau der Hauptallee.) a) Mehl, Mehl- und Mahlfabrikate, Malz und Malzfabrikate; b) Zucker (Syrup etc.), c) Spiritus, Liqueure etc.; d) Weine; ej Bier; f) Essig; g) Conserven und Extracte (Fleisch - Extract, Bouillon- tafeln, condensirte Milch, conservirtes Fleisch, con- servirtes Gemüse, Erbswurst etc.); h) Tabak und verwandte Fabrikate; i) Erzeugnisse der Zuckerbäckerei, Lebkuchen, Choco- late, Kaffeesurrogate etc.; k) Darstellung der zur Erzeugung und Gewinnung vorbenannter Producte dienenden Vorrichtungen und Arbeitsprocesse; l) Productionsstatistik. 7 5. Gruppe. Textil- und Bekleidungsindustrie. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einzelnen Annexen untergebracht.) a) Gewaschene Wolle, spinnbare thierische Haare (Ka- meel-, Ziegenhaar etc.), Gespinnste und Gewebe aus den vorgenannten Materialien (Tuch-, Modewaaren, Filztuche, Teppiche, Decken, Shawls, gemischte Gewebe, z. B.: Unioncloth, Pilots etc.); b) Baunrwolle, Baumwollsurrogate, Baumwollgespinnste und Gewrnbe, Seilerwaaren; c) Flachs, Hanf, Jute und andere hanfähnliche Fasern, Gespinnste, Gewebe und Geflechte aus den vorgenannten Rohmaterialien, sowie aus Stroh (Stoffe zu Damenhüten, Strohdünntuch, Strohdecken etc), Bohr, Bast, Haar; Drahtgewebe und Seilerwaaren; d) Rohseide (Grege, gezwirnte Seide), Seidenabfälle und Seidenfabrikate; e) Posamentir - Arbeiten , Gold - und Silbergespinnste, Stickereien; f) Spitzen; g) Wirkwaaren (gewalkte und ungewalkte); h) andere fertige Bekleidungsgegenstände (Kleider, Hüte, Mützen , Putzmacherarbeiten , Schuhwaaren , Handschuhe, Leibwäsche etc.); i) Tapezierarbeiten (tapezierte Möbel, Bettwaaren etc.) ; k) künstliche Blumen, Schmuckfedern; l) Darstellung der zur Erzeugung der vorbenannten Pro- ducte und Fabrikate dienenden Vorrichtungen und Arbeitsprocesse; m) Productionsstatistik. 6. Gruppe. Leder- und Kautschuk-Industrie. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einzelnen Annexen zu finden.) a) Leder, Lederwaaren, Riemer-, Sattler- und Taschner- waaren etc., mit Ausschluss von Bekleidungsgegenständen und Galanteriewaaren; Pergament (thierisches) und Goldschlägerhäutchen; b) Rauhwaaren; 8 c) Waaren aus Kautschuk und Guttapercha, mit Ausschluss der wissenschaftlichen Instrumente und Ma- schinenbestandtheile; lackirte und wasserdichte Zeuge, Ledertuch etc.; d) Darstellung der zur Erzeugung der vorbenannten Fabrikate dienendenYorrichtungen undArbeitsprocesse; e) Productionsstatistik. 7. Gruppe. Metall-Industrie. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einzelnen Annexen zu finden.) a) Gold- und Süberwaaren, Juwelierarbeiten; b) Eisen- und Stahlwaaren, mit Ausschluss von Maschinen, Baubestandtheilen,wissenschaftlichenundmusikalischen Instrumenten; c) Waaren aus anderen Metallen und Legirungen; d) Waffen aller Art, mit Ausschluss der Kriegswaffen; e) Darstellung der zur Erzeugung der vorbenannten Fabrikate dienenden Vorrichtungen und Arbeits- processe; f) Productionsstatistik. 8. Gruppe. Holz - Industrie. (Theils unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im In- dustrie-Palaste, tlieils in einzelnen Annexen.] a) Bautischlerarbeiten (Parquetten, Fenster, Thüren etc.) ; b) Möbeltischlerarbeiten; c) Erzeugnisse aus gespaltenem Holze (Fässer, Schindeln, Siebzeuge etc.); d) Holzdraht und Erzeugnisse aus demselben; e) Fourniere und Marqueteriearbeit; f) gefräste und gedrechselte Waaren; g) gestochene und geschnitzte Arbeit; li) Korkwaaren; i) Korbflecliterwaaren; k) Farbanstrich, Beizen und Vergolden von Holzgegenständen ; l) Darstellung der für vorgenannte Industrien dienenden Vorrichtungen und Arbeitsprocesse; m) Productionsstatistik. % 9 9. Grup p e. Stein-, Thon* und Glaswaaren. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einzelnen Annexen zu finden.) a) Stein-, Schiefer- und Cementwaaren (Röhren, Schleifsteine, Mühlsteine, Gegenstände aus natürlichem oder künstlichem Marmor, Ornamente und Decorations- gegenstände, Fliesse etc.); b) Thonwaaren (Röhren, Kochgefässe, Ornamente, Oefen, plastische Reproductionen etc.); c) Glaswaaren (Hohl- und Tafelglas, Spiegel, künstliche Steine, ungefasste Perlen etc); d) Darstellung der zur Erzeugung der vorbenannten Fabrikate dienenden Vorrichtungen u. Arbeitsprocesse; e) Productionsstatistik. 10. Grupp e. Kurzwaaren - Industrie. (In den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in verschiedenen Pavillons.) a) Arbeiten aus Meerschaum, Elfenbein, Schildpatt, Perlmutter, Fischbein, Wachs- und Lackarbeiten; b) Galanteriewaaren aus Leder, Bronce etc.; c) Stöcke, Peitschen, Regen- und Sonnenschirme, Facher; d) Kammmacher- und Bürstenbinderarbeiten; e) Spielwaaren; f) Darstellung der zur Erzeugung der vorbenannten Fabrikate dienenden Vorrichtungen und Arbeitsprocesse; g) Productionsstatistik. 11. Gruppe. Papier - Industrie. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einzelnen Annexen zu finden.) a) Papierzeug, Pappe, Papier; b) Buntpapier, Tapeten, Spielkarten etc.; c) Papiermache, Cartonpapier etc.; . d) Schreib-, Zeichnen- und Malerrequisiten; e) Buchbinder-, Cartonnage- und Portefeuillearbeiten; f) Darstellung der zur Erzeugung der vorgenannten Fabrikate dienenden Vorrichtungen und Arbeitsprocesse; g) Productionsstatistik. 12. Gruppe. Graphische Künste und gewerbliches Zeichnen. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einzelnen Annexen zu finden.) a) Buchdruck; b) Xylographie; c) Kupfer- und Stahlstichdruck; d) Lithographie, Chromographie etc.; e) Photographie; f) Graveur- und Guillocheurarbeiten; gj Musterzeichnungen und Decorationsmalerei; h) Apparate und Hilfsmitte]; i) Productionsstatistik. IS. Grupp e. Maschinenwesen und Transportmittel. (In der Maschinen-Halle und teilweise auch im Industriepalaste und in einzelnen Annexen installirt.) a) Motoren (Dampfmaschinen, Dampferzeugungs - Vorrichtungen und Apparate , Turbinen , Wasserräder, Wassersäulmaschinen, calorische Maschinen, elektromagnetische Maschinen, Maschinen, welche durch den Wind bewegt werden Gasmaschinen) ; ' b) KraftübertragungsmaschinentTransmissionen,Flaschenzüge etc.); c) Arbeitsmaschinen (Maschinen für Bergbau und Hüttenwesen , Maschinen zur Bearbeitung der Metalle und des Holzes, Maschinen für Spinnerei, Weberei, Strumpfwirkerei und Stickerei, Näh- und Strickmaschinen; Maschinen und Apparate für Appreteure, Walk-, Rauh-,. Scheermaschinen, Centrifugen; Maschinen für Färberei, Bleicherei und Lederappretur etc.; Maschinen zur Verfertigung und Bearbeitung des Papieres und für Buchbinderei; Maschinen für Schriftguss, Buchdruck, Lithographie , Kupferdruck , Farbendruck etc.; Maschinen und Apparate für Zuckerfabrikation, Oel- fabrikation , Brauereien , Brennereien , für Stearin-, Seifen- und Kerzenfabrikation, Stärkeerzeugung, Destillation, Eiserzeugung, Zündhölzchenfabrikation etc.; Mahlmühlen, landwirtschaftliche Maschinen etc.); d) andere , oben nicht eingereihte Maschinen (Pumpen, Feuerspritzen, Gebläse, Ventilatoren etc.); e) Maschinenbestandtheile; 11 f) Transportmittel für Bahnen (Locomotive, Tender und deren Bestandteile, Eisenbahnwagen und deren Bestandteile, Draisinen, Bahnwägen, specielle Maschinen und Werkstätten - Einrichtungen zur Erzeugung und Erhaltung des Eisenbahn-Betriebsmateriales etc.); g) Schneepflüge etc.; h) Manometer, Dynamometer, Geschwindigkeitsmesseretc.; i) Strassenfuhrwerke; k) Productionsstatistik. 14. Grupp e. Wissenschaftliche Instrumente, (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in verschiedenen Pavillons untergebracht.) a) Mathematische, astronomische, physikalische und chemische Instrumente (Apparate zum Messen, Wägen und Theilen, Instrumente und Vorrichtungen für elektrische und optische Telegraphie etc.); b) chirurgische Instrumente und Erzeugnisse der chirurgischen Technik (künstliche Gliedmassen, Gebisse etc.) ; c) Uhren und deren Bestandteile (Chronoskope, Chronographen, elektrische Uhren etc.); d) Productionsstatistik. 15. Grup p e. Musikalische Instrumente. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einzelnen Annexen untergebracht.) a) Musikalische Instrumente; b) Bestandtheile (Saiten, Resonanzböden, Membranen, Rohrplättchen etc.); c) Schallapparate (Signalpfeifen etc.); d) Geläute und Glockenspiele; e) Productionsstatistik. 16. Grup p e. Heereswesen. (Theils im Industrie-Palaste, theils in anderen staatlichen und Privat-Pavillons.) a) Heeres-Organisation und -Ergänzung; b) Truppen-Ausriistung, Bekleidung, Bewaffnung; c) Artilleriewesen; d) Geniewesen; 12 e) Sanitätswesen; f) militärisches Erziehungs-, Unterrichts- und Bildungswesen; g) Kartographie und Historiographie. 17. Gruppe. Marinewesen. (Zum Theile im Industrie-Palaste, zum Theile in der Ausstellung des österr. Lloyd und anderen staatlichen [Marine-] und Privat-Pavillons ) a) Schiffbaumaterialien; b) Bau von Kähnen, Flussschiffen, Binnenseeschiffen, Cabotage-Fahrzeugen, Kriegs- und Handelsschiffen für die See, Armirungs- und Ausrüstungs - Gegenstände; Darstellungen durch Zeichnungen und Modelle; c) Werkzeuge und Apparate, welche beim Schiffbau in Verwendung kommen; d) Bekleidung und Ausrüstung der Schiffsbemannung; Rettungswesen; e) Land- und Wasserbauten für die Schifffahrt (Leucht- tlmrme,Dock- und Hafenbauten, Küstenbefestigung etc.); f) Hydrographie (nautische Kartographie, nautische und meteorologische Instrumente und Unterrichtsmittel). 18. Gruppe. Bau- und Civil-Ingenieurwesen. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in einzelnen Pavillons untergebracht.) a) Baumaterialien mineralischen Ursprunges, Materiale und Verfahrungsweisen für deren Erzeugung und Apparate zu ihrer Prüfung, eiserne Träger und andere metallische Baubestandtheile, Materiale und Verfahrungsweisen zur Conservirung des Holzes; b) Materiale und Verfahrungsweisen für Fundirungen (Rammen, Schraubenpfähle , pneumatische Apparate, Caissons etc.); c) Materiale und Verfahrungsweisen für Erdarbeiten (Ex- cavateurs , Baggermaschinen, Erd - Transportmittel, Transportgerüste etc.); d) Materiale und Verfahrungsweisen für Strassen und Eisenbahnen (Strassenwalzmaschinen, Eisenbahnober- bau, Wechsel, Kreuzungen, Schiebebühnen, Drehscheiben, schiefe und selbstwirkende Ebenen, Seil- 13 rampen, atmosphärische Eisenbahnen, andere Zugsysteme, Wasserstationen sammt allen Einrichtungen; Gebäude aller Art, die zum Eisenbahnbetriebe gehören, Eisenbahn-Signalisirungswesen etc.); e) Wasserbau, mit Ausschluss des maritimen Bauwesens ("Fluss- und Canalbauten, Wehren etc.); f) Modelle und Pläne von Brücken, Viadueten, Aquä- ducten etc.) g) Pläne , Modelle und Zeichnungen für öffentliche Gebäude, bürgerliche Wohn- und Zinshäuser, Gefängnisse, Spitäler, Schulen, Theater; Hilfsapparate zum Aufziehen und Fortbewegen grosser Lasten bei Bauausführungen (Paternosterwerke, Winden etc.), Pläne und Modelle für billige Wohnhäuser; Werkzeuge undVer- fahrungsweisen für Bauhandwerker ; h) Materiale und Yerfahrungsweisen für die sanitäre und bequeme Einrichtung der vorstehenden Bauten (Beleuchtung, Ventilation, Heizungsanlagen aller Art, Wasserleitungen, Aborte, Canäle, Water-Closets, Blitzableiter etc.); i) Culturingenieurwesen: Culturpläne, Trockenlegungen und Drainagen, Baulichkeiten für Landwirthschaft und Viehzucht (Getreidemagazine, Silos, Stallanlagen etc.); k) Industriebauten: Mühlenanlagen, Brennereien, Zuckerfabriken, Sägewerke, Brauereien, Lagerhäuser etc. 19. Gruppe. Das bürgerliche Wohnhaus mit seiner inneren Einrichtung und Ausschmückung. (Die Objecte dieser Gruppe liegen, ihrer Natur zufolge, im Ausstellungs-Bayon zerstreut umher.) a) Ausgeführte Gebäude, Modelle und Zeichnungen des bürgerlichen Wohnhauses der Culturvölker; b) vollständig ausgestattete Wohngemächer. 20. Gruppe. Das Bauernhaus mit seinen Einrichtungen und seinem Geräthe. (Die Objecte dieser Gruppe liegen ebenfalls, ihrer Natur zufolge, im Ausstellungs-Bayon zerstreut umher.) a) Ausgeführte Gebäude, Modelle und Zeichnungen von Bauernhäusern der verschiedenen Völker der Erde; b) vollständig eingerichtete und mit Geräthe ausgestattete Bauernstuben. 14 21. Gruppe. Die nationale Haus-Industrie. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und in vtrscliiedenen Annexen zu rinden.) a) Poterien; b) Gewebe und Nadelarbeiten; c) Sclimuckarbeiten in Metall; d) Schnitzereien und verschiedenes Geräth. 22. Gruppe. Darstellung der Wirksamkeit der Museen für Kunstgewerbe. (Im Pavillon des amateurs etc.) a) Gegenstände, durch deren Vorführung die Museen auf die Veredlung des Geschmackes und auf die allgemeine Kunstbildung einzuwirken bemüht sind; b) Ausstellung der eigenen Leistungen der Museen. 23. Grupp e. Kirchliche Kunst. (Unter den Ausstellungen der einzelnen Länder im Industrie- Palaste und einzelnen andern Bauten untergebracht.) a) Kirchendecoration (Decoration der Wandflächen, Glasgemälde u. s. w.); b) Gegenstände der Kircheneinrichtung (Altäre, Kanzeln, Orgeln, Stühle, Schränke zur Aufbewahrung kirchlicher Gefässe etc.); c) Altar- und Kanzelschmuck (Crucifixe, Kelche, Monstranzen, Leuchter, Altarbehänge, Kanzelbehänge,Altar- teppiche etc.); d) bei der Taufe und Leichenbestattung in Verwendung kommende Objecte. 24. Gruppe. Objecte der Kunst und Kunstgewerbe früherer Zeiten, ausgestellt von Kunstliebhabern und Sammlern (Exposition des amateurs). (In dem für dieselbe errichteten Gebäude vis - ä - vis dem Ostportale des Industrie-Palastes.) a) Gemälde älterer Meister; b) sogenannte „Objects d’art“ der verschiedensten Art (Bronce, Email, Majolica, Miniaturen, Porzellan, Fayence etc.). 15 25, Gruppe. Bildende Kunst der Gegenwart. (In dem für dieselbe errichteten Gebäude vis - ä - vis dem Ostportale des Industrie-Palastes.) Werke, welche seit der zweiten Londoner Ausstellung 1862 geschaffen wurden: a) Architektur mit Inbegriff von Modellen, Entwürfen, Skizzen und Aufnahmen architektonischer Werke der Gegenwart; b) Sculptur mit Inbegriff der figuralen Kleinkunst, Graveur- und Medailleurkunst etc.; c) Malerei mit Inbegriff von Miniatur-, Emailmalerei etc.; d) Zeichnende Künste (Kupfer-, Stahlstich, Radirung, Holzschnitt etc.). 26. Grup p e. Erzielmngs-, Unterrichts- und Bildungswesen. (Theils im Industrie-Palaste, theils in anderen staatlichen und Privat-Pavillons.) a) Das Erziehungswesen, dargestellt durch die Vorführung alles Desjenigen, was sich auf die Pflege und Erziehung des Kindes, seine physische und psychische Heranbildung von den ersten Lebensjahren bis zum Eintritte in die Schule bezieht (Ernährung des Kindes, Gehschulen, Krippen, Kindergärten, Kinderspiele, Turnapparate etc.); b) das Unterrichtswesen, dargestellt durch Schulhäuser und Schuleinrichtungen in Wirklichkeit, in Modellen und Zeichnungen, durch Lehrmittel, durch Vorführung von Werken und Zeitschriften über das Unterrichtswesen, Beschreibung, und Illustration von Lehrmethoden, Geschichte und Statistik der Schule, ihre Organisation und Gesetze; a. Volks- (Elementar-) Schule. In diese Abtheilung werden auch alle auf den Unterricht von Blinden, Taubstummen und Idioten bezugnehmenden Expositionen eingereiht; ß. Mittelschule (Gymnasien, Realschulen); y. Fach- und technische Hochschulen; B. Universitäten. 16 c) Das Bil düng s we sen im engeren Sinne, Fortbildung der Erwachsenen, dargestellt durch die Leistungen der Literatur der Tagespresse, der auf Bil-' dungszwecke gerichteten Vereine und öffentlichen Bibliotheken. III. Durch Nebeneinanderstellung von Maschinen, Apparaten und Vorführung von Verfahrungsweisen und Arbeitsprocessen aus den verschiedenen Zeitepochen wird die allmälige Vervollkommnung einzelner Erfindungen, wie z. B. jener der Nähmaschine, des Webestuhls, der Telegraphie, der Photographie u. s. w. gezeigt und damit ein Versuch zu einer Darstellung der Geschichte der Erfindungen unternommen. Hieran reiht sich der Versuch, die Leistungen der Maschinen jenen der Handarbeit gegenüberzustellen und den Ersatz der letzteren durch die Maschinenarbeit anschaulich zu machen. IV. Durch Ausstellung von gleichartigen, jedoch verschiedenen Epochen entstammenden Objecten (womöglich unter Angabe ihrer Preise), sowie von derartigen Mustern und Modellen ist die Erhöhung der Productionskraft einzelner Gewerbe, die Abhängigkeit derselben von den Wandlungen des Geschmackes und ihre Einflussnahme auf diesen, wie auch ihre jeweilige volkswirthschaftliche Bedeutung nachgewiesen worden. In solcher Weise gelangten auch Beiträge zur Geschichte der Gewerbe zur Anschauung. V. Um den Einfluss der Wissenschaft auf den Fortschritt der Gewerbe durch einen Rückblick ersichtlich zu machen, wurde die Verwerthung von Abfällen oder die Zunahme in der Benützung der letzteren durch Gegenüberstellung der sogenannten Abfälle und der aus denselben gewonnenen Fabrikate unter Beigabe der Zwischenproducte, dargestellt, insofern diese Production neuer Werthe durch Entdeckungen und Erfindungen seit der ersten Weltausstellung (London 1851) ermöglicht worden ist. VI. Einen weiteren Gegenstand der Ausstellung bildet die Geschichte der Preise. Es wurden von den bedeutendsten Productionsgebieten die Preise der wichtigeren Artikel, möglichst weit zurückreichend und nach 5jährigen Durchschnitten neben einander gereiht und unter gleichzeitiger Vorlage von Mustern und Proben ersichtlich gemacht. 17 VII. Um ein Bild des internationalen Austausches der Producte zu geben, ist der Versuch einer Darstellung des Welthandels gemacht worden. Zu diesem Ende wurden die Handelsartikel aller bedeutenderen Hafenplätze in Mustern und Proben aufgestellt und bei jedem derselben Angaben über den Bezug und Absatz, die Mengen der Ein- und Ausfuhr, die Preise etc., ersichtlich gemacht; sowie auch durch statistische Daten und graphische Darstellungen die Schifffahrts- und Handelsbewegung des betreffenden Seehafens während der letzten zehn Jahre veranschaulicht. VIII. Der im Vorstehenden ausgedrückte Gedanke, das Studium der Ausstellung durch Zahlen und graphische Darstellungen zu erleichtern, fand in allen Abtheilungen der Ausstellung seine Verwirklichung auch in der Weise, dass die wirthschaftlichen Fortschritte, welche die einzelnen Staaten seit der ersten Weltausstellung (London 1851) aufzuweisen haben, durch officielle Daten dargestellt wurden. Andererseits sind alle, die einzelnen Ausstellungsobjecte betreffenden Daten, wie: Name des Ausstellers, Bezeichnung des Objectes, Preis—■ dessen Veröffentlichung jedoch dem Belieben des Ausstellers anheimgestellt blieb — u. s. w., bei den bezüglichen Gegenständen selbst ersichtlich gemacht. Auf gleiche Weise wurden auch andere Angaben, deren Bekanntmachung dem Aussteller erwünscht und für das Publicum belehrend ist (Geschichte, Grösse des Etablissements, das allmälige Wachsthum desselben, die Höhe der jährlichen Production und alle sonst nur in den Katalogen enthaltenen Daten u. s. w.), durch Schrift oder Druck vervielfältigt und den ausgestellten Objecten beigelegt. IX. Um die Ausstellung nachhaltig fruchtbringend zu gestalten, werden Proben mit neueren oder noch wenig bekannten Verfahrungsweisen und Versuche mit solchen Ausstellungsobjecten, deren Werth nur auf diese Weise con- statirt werden kann, veranstaltet; z. B. Versuche auf dem Gebiete der Kellerwirthschaft (Erhitzung des Weines, Anwendung des Hydro-Extracteurs u. s. w.), Versuche mit Arbeitsmaschinen aller Art, Anwendung des elektrischen Lichtes, Benützung der Luftschifffahrt, Spreng- versuche, Versuche mit Dampfpfiügen, Drahtseilbahnen, Strassenlocomotiven, Dampffeuerspritzen, Wasserhebemaschinen, Näh- und Strickmaschinen u. s. w. Seis, Weltausstellung. 2 13 X. Den Gegenstand temporärer, d. h. durch die Natur der Objecte auf eine kurze Zeitdauer beschränkter internationaler Ausstellungen werden bilden: Lebende Thiere (Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Hunde, Geflügel, Wild, Fische u. s. w.) ; todtes Geflügel, Wildpret, Fleisch, Fetten u. s. w. Producte der Milchwirtlischaft, Leistungen des Gartenbaues: frisches Obst, frische Gemüse, Blumen; der Land- und Forstwirthschaft schädliche lebende Pflanzen. Um die Leistungsfähigkeit ausgestellter Nutzthiere zu ermitteln, werden Yersucke veranstaltet. Mit der Ausstellung von Luxuspferden werden internationale Wettrennen verbunden, für welche Preise in Aussicht genommen sind. Auch sind Darstellungen anderer Arten von Sport, z. B. Regatten, sowie die Verführung volksthümlicher Spiele beabsichtigt. An einzelne temporäre Ausstellungen sollen sich praktische Versuche anscliliessen und auf den Gegenstand bezügliche Fragen zur Erörterung gelangen. So werden z. B. an die Ausstellung der Producte der Milchwirth- schaft praktische Versuche über Butter- und Käsebereitung gereiht, u. s. w. Um dem Publicum die Prüfung der ausgestellten Nahrungsmittel zu ermöglichen, wurden Kosthallen errichtet, in welchen die Aussteller Proben ihrer Erzeugnisse, auch im zubereiteten Zustande, gegen Entgelt verabreichen können. XI. Während der Dauer der Ausstellung werden internationale Congresse und Berathungen zur Behandlung belangreicher Fragen stattfinden, zu welchen entweder die Ausstellung selbst Anlass bietet, oder die als specielle Themen der internationalen Discussion angeregt werden. Insbesondere sind in Aussicht genommen: Internationale Congresse von Gelehrten und Künstlern, Schulmännern undAerzten, Vertretern der Museen für Kunstgewerbe, Zeichnungslehrern, Ingenieuren und Architekten, Vertretern der Handels- und Gewerbekammern, Männern des Bank- und Versicherungswesens, der Land- und Forstwirthschaft, des Berg- und Hüttenwesens u. s. w. Als Berathungsgegenstände sind vorläufig folgende in’s Auge gefasst: 19 Die Frage des geistigen Eigenthumes, die Veredlung des Geschmackes, die Verbreitung und Ausbildung des Zeichenunterrichtes, die Vervollkommnung des Transportwesens, die Frage der Erzielung des höchsten Nutzeffectes der Maschinen, die Pflege der forstlichen Statik, die Verwohlfeilerung der Lebensmittel (durch Steigerung der Production, Verbesserung der Marktverhältnisse, Reform der Küche, neue Conservirungsmethoden u. dgl.), die Ernährung und erste Erziehung des Kindes , die Bestrebungen der Gegenwart auf dem Gebiete der Heilpädagogik, die Bildung der Frauen und Erweiterung ihrer Erwerbsthätig- keit u. s. w. XII. Die räumliche Anordnung der Ausstellung ist eine geographische , d. h. sie findet nach Ländern in der Art statt, dass die verschiedenen Productionsgebiete in der Ausstellung möglichst in derselben Reihe erscheinen, wie sie auf der Erde in der Richtung von Westen nach Osten folgen. XIII. Bezüglich solcher Objecte, welche die Einreihung in mehrere der im Art. II verzeichneten Gruppen zulassen, blieb es dem Aussteller anheimgestellt, die Gruppe namhaft zu machen, in welcher er sein Object eingereiht zu sehen wünscht. XIV. Für die Beurtheilung der ausgestellten Gegenstände wurde eine internationale Jury eingesetzt. Jeder Aussteller hat zu erklären, ob er seine Leistungen der Beurtheilung der Jury unterzogen wissen will oder nicht. Im letzteren Falle wird seine Exposition mit der Aufschrift „Hors concoxtrs“ bezeichnet. Die von der internationalen Jury zu verleihenden Auszeichnungen zerfallen in folgende Kategorien: A. Für Werke der bildenden Kunst besteht die Form der Anerkennung in der Kunstmedaille. B. Für die übrigen Ausstellungsobjecte werden folgende Auszeichnungen zuerkannt: a) Aussteller, welche sich schon an früheren Weltausstellungen betheiligt haben, werden für die Fortschritte, welche ihre Erzeugnisse seit der letzten von ihnen beschickten Weltausstellung nackweisen, durch die Fortschritts-Medaille ausgezeichnet; b) Aussteller, welche zum ersten Male eine Weltausstellung beschicken, erhalten als Anerkennung der Verdienste, welche sie, vom volkswirtschaftlichen oder 2 * 20 technischen Standpunkte betrachtet, geltend zu machen in der Lage sind, die Verdienst-Medaille; c) alle Aussteller, deren Erzeugnisse in Bezug auf Farbe, Form und äussere Ausstattung den Anforderungen eines veredelten Geschmackes entsprechen, haben überdies Anspruch auf die Medaille für guten Geschmack ; endlich werden d) entsprechend den bei früheren Ausstellungen zuerkannten „Ehrenvollen Erwähnungen“, Anerkennungsdiplome ertheilt. C. Den Mitarbeitern, welchen nach den von den Ausstellern gemachten Angaben ein wesentlicher Antheil an den Vorzügen der Production zukömmt, werden in Würdigung desselben Medaillen für Mitarbeiter zugesprochen. D. Die Verdienste, welche Einzelne oder Corporationen um die Hebung der Volksbildung, -die Pflege der Volks- wirthschaft oder durch besondere Fürsorge für das geistige, sittliche und materielle Wohl der Arbeiter sich erworben haben, werden durch eigene Ehrendiplome anerkannt. XV. Die Detailbestimmungen über die Durchführung der Ausstellung, über die Zusammensetzung und das Verfahren der Jury, über die Abfassung des Kataloges, über die Berichterstattung u. s. w. bilden den Gegenstand des allgemeinen und der speciellen Reglements. Kalendarium der Wiener Weltausstellung 1873. Mai, 31. bis Juni 9. Ausstellung von Rindern, Schafen, Schweinen, Ziegen, Eseln. Juni, 15. bis 25. Blumen-Ausstellung II; Ausstellung von Beeren, Obst und Kirschen. August, 20. bis 30. Blumen-Ausstellung III; Ausstellung von Pflaumen und Frühbirnen. September, 18. bis 23. Blumen-Ausstellung IV; Ausstellung von Pflaumen, Herbstbirnen und Aepfeln. September, 18. bis 27. Ausstellung von Pferden, Geflügel, Tauben, Hunden, Katzen, Fischen etc. September, 21. und 24. Internationales Wettrennen. October, 1, bis 15. Ausstellung der Producte von Baum- und Rebschulen. October, 4. bis 6. Ausstellung von Wild. October, 31. Schluss der Ausstellung. 21 December, 31. Schlusstermin für die Wegräumung der Ausstellungs-Objecte. 1874. Juni, 30. Verkauf der noch übrig bleibenden, von der General - Direction in Magazinen untergebrachten Gegenstände. Kalendarium der internationalen Congresse. 1873. Juni 16. bis 21. Internationale Brauer - Versammlung. 1873. Juli, 7. bis 12. Internationaler Congress zur Erörterung der Frage einer einheitlichen Garn-Numerirung. 1873. August, 3. bis 8. Internationaler Congress von Lehrern und Leitern von Blinden-Instituten. 1873. August, 4., 5., 6. Internationaler Patent- Congress. 1873. August, 11., 12., 13., 14. Internationaler volks- -wirthscliaftlicher Congress. 1873. August, 19., 20. Internationaler Congress von Flachs-Interessenten. 1873. August, 18., 21. Internationaler Congress von Leinen - Industriellen behufs Berathung von Fragen , und zwar: am 18. der Spinnerei und Weberei, am 21. der Bleicherei, Färberei und Appretur. 1873. August, 24., 25., 26., 27. Internationale Versammlung von Berg- und Hüttenmännern. 1873. Sept., 26. bis 4. Octob. Internationaler medi- cinischer Congress. Internationaler Congress zur Erörterung der Frage der Herstellung von Geldzeichen und Werthpapieren*). Internationaler Congress von Land- und Forst- wirthen *). Internationaler Congress zur Berathung von Massnahmen zum Schutze der Vögel*). Der Ausstellungsplatz. Der zur Ausstellung bestimmte Theil des Praters, die ehemal. Krieau, liegt zwischen dem Volksprater, dem neuen Bette des Donaustromes, dem Heustadlwasser und *) Der Zeitpunkt des Stattfindens dieser Congresse wird später bekannt gegeben. 22 der Prater - Hauptallee und nimmt den riesigen Flächen- raum von beiläufig 2,380.681 Quadrat-Metern ein (12mal grösser als jener der II. Londoner, und 5mal grösser als jener der II. Pariser Ausstellung). Berechnungen haben dargethan, dass die Länge des Weges vom Haupteingange aus durch sämmtliche Anlagen, Gebäude und Galerien hindurch , an sämmtlichen Ausstellungsobjecten entlang und an freistehenden um dieselben herum, die Ersteigung der Höhengalerien der Rotunde mit in Anschlag gebracht, bis wieder ans Hauptthor zurück, eine Länge von zweihundert zweiundvierzig Currentmeilen beträgt. Nach der Geschwindigkeit eines normalmässigen Truppenmarsches, per Tag 6 Currentmeilen gerechnet, ergibt sich, dass, um jedes Object einzeln besehen zu können, vierzig Tage erforderlich sind, vom Studium in einem oder dem anderen Theile der Ausstellung gar nicht zu reden (Wien. Weitausstell.-Ztg. 13. Mai 1873). Auf den Weltausstellungsplatz führen die dort in einem Centralbahnhof zusammentreffenden Zweighahnen der Nord- und Staatsbahn und für den Personen-Verkehr drei Hauptstrassenztige, u. zw.: die Praterhauptallee, die Ausstellungsstrasse vom Praterstern und die über die Sofienbrücke führende Strasse vom Bezirke Landstrasse aus. Bestimmungen über den Besuch der Ausstellung. Die "Weltausstellung ist seit 1. Mai 1873 eröffnet und wird am 31. October 1873 geschlossen. Die Stunde der täglichen Eröffnung und Schliessung der Ausstellung wird am Ersten eines jeden Monats bekannt gemacht werden (im Juli von 9 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends, Schluss der Restaurationen 10 Uhr Nachts). Der Einlass geschieht an folgenden Eingängen: 1. Durch die Hauptallee, „Süd-Entree II“; 2. ebenfalls durch die Hauptallee am Rondeau, „Ost- Entree III“; 3. durch den Volksprater, „West-Entree I“, in den Raum vor dem Industrie-Palaste; 4. ebenfalls durch den Volksprater, „Entree VI“, zum Westportale de; Industrie-Palastes; 5. durch den „West-Entree V“ von der Ausstellungsstrasse aus; 6. durch den „Nord-EntreeIV“ am Ausstellungs-Bahnhof. 23 Am Eingänge des nächst dem Südportale befindlichen Directionsgebäudes befindet sich ein allgemeines Recla- mations- nnd Auskunftsbureau, in welchem in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache Auskünfte ertheilt werden. In dem Post- und Telegraphengebäude rechts vom Haupteingange in den Ausstellungsrayon sind zwei Lesezimmer eröffnet. In denselben, die auch zum Schreiben von Briefen und Telegrammen benützt werden können, liegen 120 in- und ausländische Zeitungen auf. Entree fünf Kreuzer. Die Ausstellungs - Buchhandlung befindet sich gegenüber dem Jury - Pavillon. Allwöchentlich wird ein Verzeichniss der von ihr zum Verkaufe übernommenen Publi- cationen veröffentlicht. Die Verkaufstische der Ausstellungs-Buchhandlung sind im ganzen Ausstellungsrayon verth eilt. Zur unentgeltlichen Benützung für die Besucher der Ausstellung hat die General - Direction eine Anzahl von Bänken im Ausstellungsrayon aufstellen lassen. Ausserdem sind auf dem Ausstellungsplatze im Freien wie in den gedeckten Räumen 12.000 Fauteuils und Stühle aufgestellt Die Taxe für die Benützung eines Fauteuils beträgt 10, für die eines Stuhles 5 kr. An allen Eingängen und bei der Rotunde stehen 500 Rollwagen. Taxe für die erste Stunde 1 fl. 50 kr., für jede folgende Stunde 1 fl., für den halben Tag 5 fl., für den ganzen Tag 10 fl. Eintrittspreise und Kartenausgabe. Der Eintritt in die Weltausstellung beträgt Mittwoch und Samstag 1 fl., für die übrigen Tage der Woche 50 kr. Abonnementskarten zum lOmaligen Eintritte werden um den Preis von 4 fl. bei den k. k. Postämtern Wiens und Umgebung, dann bei den Eisenbahnämtern verkauft. Eine solche Abonnementskarte kann beliebig von einer oder von mehreren Personen benützt werden. Für je eine eintretende Person werden an den Tagen, an welchen der Eintrittspreis 1 fl. beträgt, Mittwoch und Samstag, zwei Coupons, und an allen anderen Tagen ein Coupon von den bei den Gassen aufgestellten Organen abgetrennt. Von der Karte abgetrennte Coupons haben keine Giltigkeit. Die 24 noch im Umlaufe befindlichen Wochenkarten, beziehungsweise Abonnementskarten zum 7maligen Eintritte sind hiedurch nicht ausser Giltigkeit gesetzt. Bei den Eintrittscassen wird weder Geld gewechselt noch herausgegeben. Die Besucher haben daher den abgezählten Eintrittspreis vor dem Antritt beim Tourniqnet bereit zu halten : will Jemand den Eintrittspreis für mehrere Personen erlegen, so müssen diese unmittelbar nach dem Zahlen das Tourniquet passiven. Die Officierskarten zu 30 kr. werden für die Herren Officiere der k. und k. Armee und der königlich ungarischen Landwehr bei dem Platzcommando (Alservorstadt, Alserstrasse 2, Alserkaserne), für die Herren Officiere der österreichischen Landwehr bei dem Commando des Landwehr-Bataillons Wien Nr. 1 (Mariahilf, Hirschengasse 18) ausgegeben. Die Ausstellung. Das Hauptportal der Weltausstellung befindet sich in der Praterhauptallee, unfern des III. Kaffeehauses, und repräsentirt sich uns als ein prächtiger Holzhau, an dessen beiden Seiten sich zwei 18° hohe Mastbäume mit schwarzgelbeu und rothweissen Flaggen befinden. Wir treten in ein reizendes, reich mit Wasserkünsten belebtes Gartenparterre, dessen nördlichen Abschluss der imposante, mit den Fahnen aller Länder geschmückte Industriepalast bildet. Derselbe wurde von dem Chefarchitekten Carl Hasen- auer und den Architekten Gugitz und Korompay theilweise nach einem Entwürfe erbaut, welchen die verstorbenen Architekten van der Nii 11 und Siccardsburg für die Wiener Gewerbe-Ausstellung (1845) ausgearbeitet haben. Die grossartige Rotunde ist in ihrer Anlage ein Werk des Architekten John Scott Rüssel und würdevoll dem Fabrikanten Joh. Harkort aus Harkorten bei Duisburg in Westphalen ausgeführt. Die Anlage des ganzen Palastes ist im Grundrisse eine ziemlich einfache. Die Rotunde umscliliessen im Quadrate lange Flügel, welche sich nach Aussen in Säulen- arcaden öffnen und an den vier Ecken in eben so vielen Pavillons ihren* Abschluss finden. Oestlich und westlich dehnen sich von dem mittleren Punkte weite Hallen (Hauptgalerien) hin, von welchen sich wieder, nach dem söge- 25 nannten Fischgräten - Systeme , gegen Süden und Norden je 10 kürzere Flügel (Quergalerien) abzweigen. Am äusser- sten westlichen und östlichen Ende legt sich eine Art kleinere Replik des Mittelbaues quer vor, abermals mit Eckpavillons. Am Mittelbau führen zwei mächtige Portale (Süd- und Nordportal) durch kurze Verbindungsgänge in das Innere. Das Ost- und Westportal sind in analoger architektonischer Ausstattung an jenen Schluss- und Querflügeln und führen also zunächst in den nach beiden Richtungen von der Mitte gegen jene zwei Endpunkte auslaufenden Langbau. Die zwischen den einzelnen Quergalerien liegenden Hofräume sind grösstentheils überdeckt und in die Ausstellung eingezogen. Im Ganzen trägt der Bau den Charakter der italienischen Renaissance, welche namentlich im Haupt- (Süd-) Portale — einem Mittelding zwischen Palastfront und Triumphbogen — am vollendetsten zum Ausdrucke gelangt. Den mittleren Punkt krönt eine kolossale Statuengruppe. Im Tympanon der kais. österr. Wappenadler im Relief und darunter in plastischen Goldbuchs taben der Wahlspruch: „Viribus unitis“. An der Portalwand rechts und links in Medaillons die Reliefbüste des Kais. Franz Josef I. u. d. Kais. Elisabeth. Darunter je in einer Nische edle weibliche Gestalten, den „Frieden“ und „Wohlstand“ vorstellend. In analoger Weise zeigt das Nordportal die allegorischen Figuren des „Ackerbaues“ u. „Bergbaues“, das Westportal, „Gewerbe“ u. „Handel“ und das Ostportal „Kunst“ u. „Wissenschaft“. Die Rotunde ist die hervorragendste Anlage der ganzen Ausstellung. Ihre Spannweite (102 Meter) wird von keinem anderen Kuppelbau der Erde auch nur annähernd erreicht; 38 Säulen in der Höhe von circa 19 Meter, tragen einen ungeheuren Eisenring, auf welchem das Dach in der Form eines abgekappten Kegels ruht. Aus diesem steigt wieder eine zweite kleinere Kuppel auf, welche die Laterne mit einer von der österr. Kaiserkrone gekrönten Halbkugelkuppel trägt. Die lichte Höhe der Rotunde beträgt 79 Meter. Der ganze Industrie-Palast, welcher pinen Raum von 73.593 Metern einnimmt, misst in der Länge 905 und in der Breite 205 Mtr. Die Hauptgalerien haben eine Breite von 25, jede der Quergalerien eine Breite von 15 und eine Länge von 75 Metern. 26 Eine Beschreibung der inneren Eintheilung des Palastes und eine Aufzählung seiner vorzüglichsten Schätze folgt weiter unten, weil wir es für zweckmässig halten, den Besucher der Ausstellung zuerst in jenen Anlagen zu orientiren, welche sich vor dem Palaste befinden und ausser dem Administrations-Gebäude auch die meisten Restaurationen etc. enthalten. I. Objecte vor dem Industriepalaste. Schreiten wir vom Haupteingange aus, zu dessen beiden Seiten gedekte in zierlicher Holzarbeit ausgeführte Gänge, bis zum Ausstellungspalaste führen, in gerader Linie bis zu den Schienensträngen vor dem Südportal der Rotunde und biegen dann rechts ab, so gelangen wir zu dem in der Nähe des runden Bassins gelegenen Pavillon für Gyps und Ceinent und den Kiosk der Südbahn, hinter welchem sich auf der nächsten quadratischen Gartenparzelle Kühn’s zerlegbares Wohnhaus, der Pavillon der ersten österreichischen Sparcassa (mit interessanten Rechnungstabellen und Nachweisen über den Nutzen eines weisen Sparsystems) und der Pavillon des Herrn Stark befinden, welcher eine interessante Darstellung der Ver- werthung von Rohproducten enthält; Photographien von Werkanlagen, Karten, Bodenprofile, Modelle, eine Reihe von hochwerthigen Erzeugnissen der chemisch. Technik, als Glas, Thonwaaren, Alaun etc. Weiter östlich erstreikt sich bis zu dem gedeckten Gange der Pavillon des kleinen Kindes, ein helles, luftiges und geräumiges Gebäude mit sehr hohen Sälen und Zimmern, die theils durch Oberlicht, theils durch hohes Seitenlicht beleuchtet sind. Gleich beim Eintritte ein niedlicher Kinderwagenpark, ferner eine Reihe von Wiegen auf Wagenvorrichtungen, zur Linkendes Einganges eine Collection höchst schätzenswerther Kinderbeschäf- tigungs- und Lehrmittel: Bilderbücher,Lesespiele, Schreib-, Rechnungs-, Turn-, Länderspiele etc., mittelst welchen Kinder, ohne förmlichen Unterricht, gleichsam spielend alle vorbezeichneten Gegenstände erlernen können. Die gesammte diesbezügliche Literatur stellte die k. k. Universitäts-Buchhandlung Rud. Rechner (Wien, Kärntnerstrasse 10) aus • die Exposition zum Zwecke des Musik- Unterrichtes beschickte Professor Schmitt. — In der Mitte des grossen Saales steht ein riesiger Christbaum, der vollständig decorirt und ganz so ausgestattet ist, als 27 ob es gelte eine grosse Schaar von Kindern am Weihnachtsabend zu bescheren, ßemerkenswerth sind ferners die Specialausstellungen der Kinderstuben verschiedener Stände und verschiedener Länder, u. z. vom Zimmer einer Prinzessin bis zur Kinderstube minder bemittelter Personen herab, eine Krippe, ein englisches, ein chinesisches, ein japanesisches Kinderzimmer etc. etc. Neben diesem Pavillon, jenseits des gedeckten Ganges, liegt der Eisenhof, eine Ausstellungshalle für Metallindustrie. Hinter dieser auf derselben Parcelle u. z. an der Elisabeth-Avenue, die Pavillons der österreichischen Heilquellen und der Tabak- und Cigarreu-Speeialitäten. Gegenüber dem letzteren an der entgegengesetzten Seite der Elisabeth-Avenue die russische Restauration von Engel in St. Petersburg, daneben der Pavillon der Perl- moser Cementwaaren-Pabrik von J. Neumüller in Nussdorf und eine Exposition von Dampfsäge-Parquetten. Auf der anderen Seite der Elisabeth-Avenue wieder u. z. schräg gegenüber der russischen Restauration befindet sich das russische Wohnhaus, eine Kibitke, ein Pavillon für Holzindustrie (Russische Thiere) und eine Ausstellung von Reinier’s Rouleaux. Gegenüber der Kibitke befindet sich die Ausstellung des österreichischen Lloyd, über dessen Dach ein Mast mit Tackellage in natürlicher Grösse herausragt. Unter den hier ausgestellten Gegenständen sind vornehmlich zu beachten: eine riesige eiserne Schiffsschraube, Schiffslampen, Modelle der wichtigsten Schiffe des österr. Lloyd und das grosse Modell der Schiffswerfte der Gesellschaft zu Seryola bei Triest. Links gegen Süden erhebt sich der prächtige Palast des Yice- königs von Egypten, der wohl eine grosse Fülle von Sehenswürdigkeiten in sich schliesst. Oberhalb der Pforte lesen wir an der nördlichen Haupifronte den arabischen Spruch: „0, Du Oeffner der Pforten, öffne uns die beste Pforte“. Im äusseren Hofe Gartenanlagen, deren Blumenbeete die Form von Mond und Sternen — des egyptischen Wappens zeigen; im inneren Hofe Fontainen. Der Tract an der Westseite des Hofes stellt ein arabisches Wohnhaus vor. Als besonders sehensAverth sind zu bezeichnen: Die Fr auengemii einer (Harem), das Kaab, Empfangszimmer der Damen und die angrenzenden, mit allem Luxus des Orients ausgestatteten Appartements, ferner die Mandara, der Salon, in welchem der Hausherr seine Gäste empfängt. Im östlichen Tracte die für den Yicekönig reservirten 28 Appartements, fünf Gemächer, welche durchwegs in den herrlichsten Farben prangen und mit prachtvollen Möbeln eingerichtet, den höchsten Comfort darbieten. (Aufgang in dem schmalen Zwischentract, welcher sich vom Hauptgebäude zu dem östl. Minaret hinzieht.) Ueber der Pforte der betreffenden Stiege steht die Inschrift: „Diese gesegnete Moschee hat Ismail Pascha, der Sohn Ibrahim Paschas, des Sohnes des Pilgers Mehmed Ali Pascha, Egyptens Beherrscher, erbaut im Jahre 1290 (1873)“. Die Moschee selbst befindet sich im westlichen Theile des Gebäudes. Sie ist klein, aber von schönstem Ebenmasse und wahrhaft prächtig ausgestattet In den Seitenfronten des Gebäudes befinden sich noch folgende (ausgebauchte) Gemächer: westlich, im Erdgeschosse ein Brunnengemach (Sibil) und oben ein Schulzimmer; östlich, unter den Appartements des Vice-Königs, ein Kaffeehaus, welches in einer grossen Mauernische ein Panorama von Kairo mit der Aussicht auf den Nilstrom und auf die Pyramiden von Gizeli enthält. Neben diesen vorspringenden Localitäten befinden sich Läden und Magazine der egyptischen Handwerker, welche dort ihre Waaren verfertigen und verkaufen. Hinter dem östlichen Theile des Gebäudes befindet sich ein tempelartiges Gebäude, welches dem schönsten, beiläufig drei Jahrtausende alten Felsengrabe von Beni Hassan in Oberegypten, nachgebildet ist. Das grosse graue Nebengebäude (jenseits des Gartens und parallel mit dem Hauptgebäude laufend) ist das Haus eines „Scheich- el-Belad“ (Dorfschulzen) , welches neben mehreren Gemächern auch in einem Seitenhofe einen Stall für Kameele und Gazellen enthält. Die beiden gewaltigen Ecktliürme dienen als Taubenschläge. Am östlichen Ende der Elisabeth-Avenue steht das türkische Wohnhaus (mit kostbaren Teppichen, orientalischen Kunstproducten etc.) und links von diesem der Cercle Oriental des l)r. Hardt (mit Mustersammlungen und wissenschaftlichen Arbeiten, welche den orientalischen Welthandel illustriren). Die Ausstellung im Cercle Oriental gliedert sich in 4 Gruppen und umfasst: I. Handelsstatistische und volkswirthschaftliche Monographien, Darstellungen über Preisschwankungen und Verkehrs Verhältnisse, volkswirthschaftl. Kartenskizzen, Mustersammlungen, II. statistische Tableaux über die Verhältnisse der türkischen Vilajeto, der allgemeinen Verkehrszustände des ■ottomanischen Reiches, der ostasiatischen Staaten und 29 Brittisch-Ostindien, III. und IV. Mustersammlungen aus: Asien und Afrika, dann diverse Publicationen, darunter das interessante Werk der internationalen Donau-Commission. Hinter dem Cercle Oriental befindet sieb der Pavillon der k. k. österreichischen Marine, vor dessen Eingangsportale zwei Ankerbojen in natürlicher Grösse stehen. Im Innern, gleich links und rechts Seekarten des mittelländischen Meeres, von d. österr. Kriegsmarine pu- blicirt. Unmittelbar daneben eine Sammlung weisser und gefärbter Warnlichter für Schiffe. Zwischen den Eingangs- thüren ein Taucherapparat mit Luftpumpe. Weiter links Objecte des Etablissements „Navale Adriatico“, prachtvolle grosse Modelle des Casamattenschiffs „Erzherzog Albrecht“ und der Glasdeckcorvette „Frundsberg“. Im Centrum und in der Nische rechts vom Eingänge Tauwerke, Tieflothe, Seecompasse; ferner verschiedene Ausstellungs - Objecte der k. k. Seebehörde in Triest. Meteorologische und nautische Instrumente, ein Wasserschöpf-Apparat zur Temperaturbestimmung, Pfeilcompasse, Sanduhren, Instrumente zur Aichung der Schiffe, bewegliche Rose zur Benützung der Seekarten, ein Deviations-Compass ein Curscorrec- tor und ein Fluthmesser für den Hafen von Triest; ferner eine Sammlung nautischer Werke und Hilfsbücher, Albums mit topographischen Plänen der wichtigsten österreichischen Häfen, Karten über die an den österreichischen Küsten bestehenden See- und Hafenbeleuchtungen. Modelle verschiedener Anker und Signalbojen Systeme, ein Raketen-Apparat, mittelst dessen den Schiffbrüchigen eine Leine zugeworfen wird; 23 Modelle der verschiedenen Schiffsgattungen der österr.-ung. Handelsmarine (von hohem instructivem Werthe); Modelle von Damm- (Molo-) und Hafenbauten; eine Sammlung des „ Stabilimento tecnico triestino“ von Halbmodellen aller Kriegsschiffe, von den Galeeren bis zu den heutigen Panzerschiffen, zur Versinnlichung der historischen Entwicklung des Schiffsbaues. An der rechten Seiten wand eine Sammlung aller im adriatischen Meere vorkommenden Species der Fische, Weihthiere, Crustaceen und Muster von Fischereirequisiten. Im Hintergründe des Pavillons versinnlicht ein grosses Gemälde den Querschnitt eines Schiffes, mit dem von Ingenieur Friedmann construirten Ejrotor (Sandapparat) in natürlicher Grösse. Die nordöstlich von dem Marinepavillon am Heustadlwasser gelegene vollständige Seeletiehte besteht aus dem Leuchttliurme, dem optischen Telegrafen (Semaphor) und dem Nebelhorn. Der erstere trägt auf seinem durch einen Rundgang gekrönten Ende ein 8' hohes Laternengehäuse, welches einem dioptrischen Glasapparat mit 20 drehbaren Linsen enthält, wodurch gewöhnliches, im Focus desselben befindliches Petroleumlicht auf 17 Seemeilen, v. h. circa 16.000° auf solche Weise sichtbar gemacht wird, dass nach Ablauf je einer Secunde ein Lichtstrahl in das Auge des Beobachters gelangt. Der Semaphor mit drehbaren Flügeln und Scheiben auf einem 60' hohen, um seine Axe drehbaren Maste, dient auf Grund eines international. Seesignal-Codex zur Verständigung zwischen den Schifffahrern und den einzelnen Semaphor-Stationen Das Nebelhorn, eine aus Messing verfertigte 8' lange Trompete, wird mittelst Einströmen von Dampf ins Tönen versetzt und dient bei starkem Nebel als akustisches Signal, um die Schiffer vor dem Auffahren an Klippen etc. zu warnen. Die Töne sind auf 15 Seemeilen circa 14.000° hörbar. Mittelst dieses Nebelhornes wird täglich Abends der Schluss der Weltausstellung signalisirt. Wir lassen nun die jenseits der Schienenstränge gelegene Kunstausstellung für dermalen unberührt und begeben uns denselben Weg, an der Ausstellung der k. k. österr. Marine vorüber zum türkischen Wohnhaus zurück, neben welchem sich rechts der türkische Bazar (mit seinen, mit echt türkischer Sorglosigkeit dasitzenden Verkäufern), und das türkische Kaffeehaus erheben. Im letzteren echt türkische Einrichtung und Bedienung. Tschi- buks und Nargilehs (mitunter prächtige Exemplare) stehen dem rauchlustigen Publicum gegen Entgelt zur Verfügung. Die nun folgende persische Villa erzielt durch ihre reiche Spiegelverkleidung einen wirklich überraschenden Effect. Im grossen Salon sind die Decke und die oberen Theile der Wände ebenfalls mit kleinen Stücken Spiegelglas belegt. Die Stoffe und Tapeten, mit welchen die Wände bekleidet wurden, sind sämmtlich Wiener Fabrikat. Zwischen diesem letztgenannten Objecte und dem egyptischen Bau befinden sich türkische Verkaufsbuden und neben den- . selben (südl.) das von dem Consul in Tanger, D.M. S chm i dt, errichtete Marokkanische Haus, welches ausser dem Hofraume ein Speisezimmer, einen Baderaum, Frauengemach, Schlafzimmer und die Wohnzimmer des Hausherrn enthält. 31 Sämmtliclie Wände mit Arabesken und Malereien geziert und mit Koransprüchen geschmückt. Weiter gegen Süden, u. z. hinter den egyptischen Bauten sehen wir die kleinen japanesisclien Gebäude und Gartenanlagen. Bemerkenswerth das seltsame Balkenthor und daneben grell bemalte Flaggen, auf welchen eine radförmige Figur — die heil. Asterblume — das Zeichen der regierenden Dynastie darstellt; eine andere riesige Flagge besteht aus einem ungeheuren Fische, der bei starkem Winde aufgebläht wird. Yom Eingänge links ein abenteuerliches Ungeheuer, halb Vogel halb Schlange und eine in einem Steinuntersatz eingefügte Steintafel, auf welcher eine langblätterige Pflanze gravirt ist. Zu beiden Seiten zierliche Exemplare jener Häuschen, aus starkriechendem Tschinocki- und Sinpiholz, wie sie Japan in gleicher Form wohl schon vor Tausenden von Jahren baute. Unter den Gegenständen, welche in denselben zum Verkaufe ausgeboten werden, Fächer, Porzellan und reizende Lackwaa- ren. Im Teiche des Gärtchens mehrere Schildkröten und an den felsigen Ufern kleine, in Stein ausgehauene Tem- pelchen, Figuren, Säulchen etc.; diesseits des Bächleins ein-Tempelvorbau mit dem in blendenden Farben gemalten Bilde einer tanzenden japanesisclien Figur. Vorzüglich nett ausgeführte Holzschnitzereien. In der Nähe des Wasserfalles ein Tempel, die Nachbildung der Mija, die sich im Lande Jehe, nicht weit von Kjoteh, der alten Hauptstadt der Mikados, befindet, und dabei die Säulen, welche gewöhnlich die Aufgänge zu den Tempeln einsäumen. Im Innern der Mija eine Copie der heil. Kronjuwelen (Talismane), bestehend aus einem Metallspiegel, einem bogenförmigen Edelstein und einem Schwerte, deren Originale in Japan seit der Regierungszeit von 123 Kaisern auf das sorgfältigste gehütet werden. Bemerkenswerth endlich eine grosse Collection von Bambusrohren von der verschiedensten Stärke. Vis-ä-vis auf der linken Seite der von den türkischen Gebäuden hieher führenden Strasse die italienische Restauration (eisernes Haus von S. C. Hemming & Comp, in London). Verfolgen wir dieselbe Strasse weiter in südöstlicher Richtung, so kommen wir zu dem Pavillon der Eisenmo- belfabrik von Quittner & Herzog; zu einem mächtigen aus Gyps hergestellten Obelisken und zur Gärtnerwohnung, von welch ersterem Gebäude wir zu der am jenseitigen Ufer des Heustadlwassers gelegenen Ohstbaum-Ausstellung', dann zu dem für den Ballon captiv *) reservirten Raume, ferner nördlich (längs des Heustadlwassers) zum Hause der Pkotographen-Association und im Kreise weiter zum Sanitäts-Pavillon, zum Bauhof und zu den Militärbaraken gelangen. Her Sanitäts-Pavillon, aus leichten Holzpfeilern und Dachsparren mit wasserdichten Leinwanddecken aufgerichtet, wurde zur Aufnahme aller jener Objecte bestimmt, durch welche die ärztliche Hilfeleistung im Felde dargestellt wird, wie sie auf Grund der Genfer Convention in den letzten Jahren organisirt worden ist. Die erste Quergalerie dient als Versammlungssaal und zur Ausstellung von chirurgischen Instrumenten; die zweite Galerie für den vom deutschen Ritterorden ausgestellten Sanitätstrain. In der dritten und letzten Galerie endlich stellte Locatti aus Venedig einen italien. Sanitätstrain aus. Der hufeisenförmige Anbau an der Ostgalerie ist zur Ausstellung von Tragbahren, Transportwagen etc. bestimmt. Ueber das Heustadlwasser wieder zurück in die von den japanischen Gebäuden zum Ost - Entree führende Strasse, biegen wir von dieser (zwischen dem Pavillon der Eisenmöbel-Fabrik und der Gärtnerwoknung) links (westlich) ab, und gelangen sonach zu der Ausstellung der k. k. Gartenbaugesellschaft und weiter aufwärts zum eisernen Gewächshaus v. R. P. Waagner (mit prachtvollen, von dem Gärtner Abel ausgestellten Palmen) und zum Musikpavillon, in welchem tägl. Concerte stattfinden. Gegenüber ein reizender Blumenverkaufs-Pavillon der bekannten Firma Frau Emilie Haslinger am Kolowrat- ringNr. 14, weiter nördlich eine Chocolatehütte u. unfern der 110' hohe Stamm eines brasil. Urwaldbaumes. [Links (westlich) vom Waagner’schen Palmenhaus, steht, inmitten eines angenehmen Wäldchens das amerikanische Zelt (Wigwam), auf dessen Seitenwänden wir höchst primitive Malereien, als Häuptlinge, Kaziken, mit Federkronen, tomahaAvkschwingende Krieger, Lassos, Lanzen, Scalpe, einen Gaucho zu Pferde etc. erblicken. Ausschank geistiger Getränke, welche theilweise mittelst Strohhalmen geschlürft werden. Besonders beliebt der Sherry-Cottler, eine Mischung vc n Sherry, Branntwein u. Eiswasser, in *1 Dieser Ballon, mittelst welchem Luftfahrten bis zu einer gewissen Höhe unternommen werden sollten, desertirte während eines hef - tigen, am 29 Juni 137?» wüthemlen Orkanes. welcher Citronen und Orangenscheiben schwimmen. Hierauf folgen westlich das steirische Weinhaus der steirischen Weinbaugesellschaft in Graz und noch weiter westlich die Sala di Lettura, die italienische Restauration von Natale Biffi aus Mailand und die italienische Weinkosthalle. Die Aussicht sperrt nun das nächst dem Haupteingangeibefindliche Post-, Telegraphen- und Zollamt ab, wess- halb wir uns nächst diesem in den gedeckten Verbindungsgang begeben, an dessen rechter Seite die Restauration der Pariser Firma Freres Provemyaix liegt, welche seit mehreren Generationen im Palais Royal ihren den Einheimischen und Fremden wohlbekannten Sitz aufgeschlagen hat. Nördlich hievon u. z. jenseits des Verbindungsganges befinden sich kleinere Bauten, mit Leuchtapparaten, Milch etc. und links erhebt sich der prächtige, nach Entwürfen Hasenauer’s im Renaissancestyle erbaute Kaiserpavillon, dessen innere Ausstattung und Ausschmückung ein Werk der hervorragendsten österreichischen Industriellen ist. Der ganze, an die Anlage des Ausstellungspalastes erinnernde Bau, welchen gegen den Park eine offene Säulenhalle und gegen das Parterre des Ausstellungsraumes ein prächtiges, von korinthischen Säulen getragenes Portal schmückt, zerfällt in einen vorspringenden Mitteltheil und zwei Seitenflügel, die in den Ecken durch Pavillons abgeschlossen sind. Die Säulenhalle, welche ein Deckenbild von Schönbrunner ziert, führt in den auf das reizendste ausgestatteten Empfangssalon, dessen Plafondgemälde von dem bekannten Pariser Maler Boutibonne (einem Oesterreichcr von Geburt) herrührt. Rechts vom Empfangssaale befindet sich das Gemach für Se. Majestät den Kaiser, mit dunklen Tapeten aus gepresstem Sammt, links das Gemach der Kaiserin, dessen Wände mit blauen silbergestickten Atlastapeten bekleidet sind. Das Deckengemälde für diesen Salon malte Sturm. Aus dem Cor- ridor vom Haupteingange gelangt man in den grossen für die Erzherzoge bestimmten Saal, mit schweren buntgeflammten Seidentapeten, woran das Gemach für die Erzherzoginnen stösst, dessen Wände mit violetten, mit Spitzen überkleideten Seidentapeten bedeckt sind. Die ebenfalls vom Haupteingange aus erreichbaren Säle der Suite sind mit brochirten Gobelins und blauen Atlastapeten bekleidet. Gleichsam eine Replik des Kaiserpavillons bildet der an der entgegengesetzten Seite des Parterre stehende, nach Seis, Weltausstellung. 3 — 34 Plänen des Architekten Guggitz ausgeführte Jurypavillon. An diesem Bau erhebt sich der mittlere Tlieil zu einem ersten Geschoss, die Eckpavillons treten flügelartig etwas vor, die Dächer sind nach Art von Mansard-Dächern gebrochen. Hübsche innere Ausschmückung. Hinter dem Jurypavillon liegt jenseits des hier im Bogen laufenden gedeckten Ganges südlich die Weitaus- stellungs-Buchhandlung, ein Kiosk für den Verkauf von Theaterbilleten , das Kesselhaus für die Wasserleitung (Gebr. Decker u. Comp, in Canstatt) ; weiter westlich die Bierhalle der Brauerei in Liesing hei Wien, das ungarische Weinhaus (Czärda), ferner die Bierhalle der Pilsner Actien-Brauerei und die Bierhalle des bürgerlichen Brauhauses Pilsen. Beide in Folge ihrer Billigkeit beliebt. Wir gelangen nun an das West-Entree und verfolgen die von hier aus in gerader Richtung zum Parterre zurückführende Elisabeth-Avenue, an deren linker Seite sich gleich Anfangs die amerikanische Restauration befindet, weiter östlich fortschreitend kommen wir zu französischen und spanischen Pavillons, zur portugiesischen Schule und zu dem gegenüber der Liesinger Bierhalle stehenden Pavillon der „Neuen freien Presse“, in welchem die von ihr herausgegebene Ausstellungszeitung redigirt. in Druck gelegt und expedirt wird; rechts davon steht der Pavillon der Musikdosen-Fabrik von Heller in Bern. Jenseits des Verbindungsganges liegt rechts von der Elisabeth-Avenue der Pavillon des Fürsten von Monaco. (Im Innenraum der Thüre gegenüber ein grosses Wandgemälde : die Felsenstadt Monaco, sowie andere überaus reizende Partien des Ländcliens. Davor die Büste des Fürsten Charles, rings an den Wänden in Glasschränken Thon- und Glasgegenstände, Liqueure und Essenzen; kleine Aquarien, zierliche Holzarbeiten und Strohflechtereien vervollständigen die Sammlung. Im Gärtchen Ausstellung exotischer Pflanzen, darunter Aloen, Blattcactusse, Eiskraut, Bärenklau, Zuckerrohr, Gummibaum etc.) An der Elisabeth-Avenue liegen ferner links das schwedische Schulhaus und neben der schwedische Jagdpavillon. Das erstere aus nordischem Nadelholz gezimmert und vollkommen der Wirklichkeit nachgebildet, enthält eine stattliche sehr hohe Halle (Schulzimmer) mit zahlreichen Fenstern und höchst zweckmässiger Einrichtung. Interessant die Lehrmittel, namentlich für die Heimatskunde und den naturgescliichtlichen Unterricht. Bemerkenswerth die Infection mittelst Theer. Der schwedische Jagdpavillon gewährt insoferne ein Interesse, als alle Bestandtheile dieses Pavillons: die Riegel- wände, Pfosten und Gesimse ohne Axt und Hobel, sondern mit der Maschine gefertigt sind. Im Innern bemerkenswerte Frauenarbeiten der schwedischen Bergbewohner, Holzschnitzereien, Möbelgegenstände, Ausstellung einer Conservirungsmethode für anatomische Präparate, diverse Geräthe. Auf der nächstfolgenden Gartenparcelle, und zwar schon in der Nähe des Weltausstellungspalastes, befindet sich das schöne g'othisehe Mansoleiuu von Wasserburger und nächst diesem ein Annoncen-Bureau, von wo aus wir uns in die unmittelbar vor dem Ausstellungspalaste gelegene Strasse begeben und dieselbe wieder in westlicher Sichtung durchschreiten. Wir gelangen zuerst zum schwedischen Annee-Pa- villou, einem grossen blau und weiss gestreiften Zelte, welches Alles enthält, was der schwedisch-norwegische Soldat zu seiner Ausrüstung bedarf. Bemerkenswerth eine Gypsbüste des Königs Oskar, vom Bildhauer Södermann in Stockholm, die lebensgrossen Figuren eines schwedischen Infanteristen und Artilleristen, Remingtongewehre, in der Mitte ein leichtes Feldgeschütz ganz aus Gusseisen (gezogener Vorderlader), eine Feldschmiede, ein Handwerkerwagen, an den Wänden topograph. Karten Schwedens. Vor dem Zelte ein Stück Kriegswagen - Equipage, bestehend aus zwei eisernen Pontons. Hinter dem Zelte ein Pionnier- und ein Telegraphenwagen. Nun folgen der Pavillon der schwedischen Domäne Finspork mit einer reichhaltigen Exposition von Eisenerzen, Stahleisen, Kanonen verschiedener Grösse, Kanonenkugeln und Rails, Eisenbahnrädern, Producten der Forstwirtschaft und der Holzdestillation, der Landwirtschaft, von verarbeitetem Holz, Zeichnungen und Rissen von Gebäuden, Werkstücken etc., ferner die schwedische Restauration und dieser gegenüber in dem „italienischen“ Hofe des Ausstellungspalastes eine höchst interessante getreue Copie des Mont-Cenis-Timnels, welche die Direction der oberitalienischen Eisenbahn durch den Ingenieur Del Fa- vore Giovanni herstellen liess. Auf den Schienen eine Locomotive mit Tender etc.; ferner befinden sich hier die 36 Bohrmaschine, welche bei der Durchbrechung des Mont- Cenis in Verwendung gestanden, sowie auch eine Sammlung der Gesteinarten, welche durchbohrt werden mussten. Das sich im nächsten Hofe des Ausstellungspalastes befindende Schweizerhaus, welches wir erst bei Beschreibung einer Wanderung durch den Palast selbst näher besprechen wollen, lassen wir einstweilen liegen und begeben uns nun zu der jenseits des gedeckten Ganges befindlichen Schweizer Conditorei von Possard, in welcher Schweizerinnen in ihrer kleidsamen Nationaltracht das Geschäft der Aufwärterinnen versehen. Wir schreiten nun an dem schon oben erwähnten Pavillon der „Neuen freien Presse" vorüber zur amerikanischen Trinkhalle, zum spanischen Pavillon und zum, amerikanischen Schulhause, welch letzteres — ein niedliches ebenerdiges Häuschen — im Innern 3 Räume enthält, unter denen das Schulzimmer besonders hervorgehoben zu werden verdient. Banktischchen, jedes nur für einen Schüler bestimmt, mit aufklappbarer Platte, ein Katheder mit Tisch und Sesseln, ein Harmonium, eine Tafel, Rechenmaschinen mit dreierlei gefärbten Kugeln, originelle Schreibtafeln, Karten, zoologische und botanische Abbildungen an den Wänden, Schulatlante und Schulbücher. Bei diesem eben beschriebenen Objecte ist unsere Wanderung in den Anlagen vor dem Weltausstellungspalaste beendet, und wir haben uns nunmehr auf dem kürzesten Wege (durch eine der ersten südlichen Quergalerien) in denselben zu begeben, um dort die in unendlicher Fülle aufgespeicherten Schätze aller Reiche der Erde in Augenschein zu nehmen. II. Im Industriepalaste. Wie schon oben (Seite 19) bemerkt, ist die räumliche Anordnung der Ausstellung eine geographische, d. h. sie findet nach Ländern in der Art statt, dass die verschiedenen Productionsgebiete in der Ausstellung in derselben Reihe erscheinen, wie sie auf der Erde in der Richtung von Westen nach Osten folgen. Wir haben uns desshalb sofort durch die betretene Quergalerie in die Hauptgalerie zum Westportale zu begeben, von wo aus wir unsere Wanderung in die Ausstellungsgebiete der einzelnen Länder antreten wollen. Bemerkt sei hier noch, dass die Beschreibung der Herrlichkeiten des Palastes durchaus nach Ländern geschehen musste, wenn sie sich zu einer fruchtbringenden gestalten sollte. Ein Gang durch die einzelnen Galerien in ihrer Aufeinanderfolge im Palaste würde sich ohne allen Nutzen erweisen, da eine solche Wanderung, beispielsweise nach Oesterreich, dann plötzlich nach Ungarn, hierauf wieder nach Oesterreich, sodann nach Russland, und alsdann abermals nach Oesterreich führen und auf diese Weise eine Beurtheilung des industriellen Fortschrittes der einzelnen Länder im hohen Grade erschweren, wo nicht gar unmöglich machen würde. Die Schwierigkeit einer Zurechtfindung im Palaste wird sich beheben, wenn man sich vor der Begehung eines jeden einzelnen Landes über die Räumlichkeiten, welche dasselbe im Palaste einnimmt, orientirt und die betreffenden Grenzen durch einzelne hervorragende Objecte in der Hauptgalerie im Geiste markirt. Der westliche Flügel. Der nordamerikaniseheü Ausstellung ist die südl. Seitengalerie (1 A) mit dem daranstossenden ersten Hofe, ein Theil der nördl. Seitengalerie 1 B, und* endlich ein kleiner Theil der Hauptgalerie zwischen der 1. nördl. und südl. Seitengalerie, eingeräumt, wo jedoch der Zusammenhangeinziemlichloserist. In den südl. Abtheilungen heben wir als besonders bemerkenswerth hervor: Die B erg- werksproducte, u. zw.: Nickel u. Kobalt u. ihre Verbindungen, den Siliciumsstahl, natürlichen Schwefel, Erze aus Colorado, lösliche Phosphate aus Vermont, Gold-, Silber-, Blei- und Kupfererze etc.; ferner ein Modell des zur Entwässerung des berühmten Comstock Silberganges dienenden Sutro-Tunnels in Nevada, ein Modell des Danks- schen Puddelofens. Die Producte des Landbaues, u. zw.: Baumwolle, Tabak, Reis, Zucker, Hanf, Ramiefasern, Whisky etc., den grössten bis jetzt gefällten Stamm der schwarzen Wallnuss , chemische Erzeugnisse , fettes Oel aus Baumwollsamen, ätherische Oele. Nicht unbedeutend ist die Ausstellung conservirter Lebensmittel (Austern, Hummern). Die Textilindustrie ist vorzüglich durch Shirtings, fertige Hemden u. Kleidungsstücke, sowie mit der Maschine hergestellte Fussbekleidungen vertreten. 88 Unter der Leder-Industrie ragt besonders das moderne AUi- gatorleder hervor. Bemerkenswerth sind ferner die vorzüglichen Eisenwaaren, als : Nägel, mit der Maschine erzeugt, amerikan. Aexte, Kochöfen, Ventilationsheizöfen, Lampen, Schlittschuhe, Schlösser, die Holzindustrie, die Stein-, Thon -, Glas - und Kurzwaaren - Industrie. Die Papierindustrie mit Papier aus Palmetto- und Ramiefasern und Papiermache. Bei den graphischen Künsten sehr hübsche Photographien und Stereoskopbilder. Beaclitenswerth sind ferner auch die Industrie der Feuerwaffen und im Marinewesen die Vorrichtungen zur Lebensrettung bei Schiffbrüchen. die Ausstellung des Leuchtthurmdepartements in Washington und endlich auch das Modell der Bauten, welche zur Regulirung des Höllenthores am East - River ausgeführt wurden. An den Seitenwänden amerikanische Waffen, Monturssorten, Pianos, Uhren, wissenschaftliche Instrumente, künstliche Zähne, Parfüms, Sodawasser- Maschinen. Im südlichen Hofe 1 A noch besonders erwäh- nenswerth: die Original-Nähmaschinen aller Systeme, Pumpen, Spritzen und eine kleine autographische Presse. Die nördlichen Seitengalerie 1 B. Gegenstände des öffentlichen Unterrichtes, Modell eines nordamerikanischen Schulhauses, Abbildungen von Unterrichts-Anstalten etc. ? ferner folgen in dieser Galerie die Ausstellung^ - Objecte Südamerika^ , deren weitaus grössere Hälfte dem Lande Brasilien angehört. Die Republik Salvator stellte nattirl. Schwefel vom Vulkan San Miguel und Proben ihrer Silberund Zinnerze, Pflanzenfasern, Chinarinde, Guacuco (Frucht als Heilmittel gegen Dyssenterien), Löwen-, Tiger- und Wildschweinfelle, Indigo, Zucker nach einer neuen Methode erzeugt, etc., aus. In Brasilien bemerken wir von Minera’.- schätzen Gold, Diamanten, Steinkohlen, silberhaltiges Blei, Eisenerze etc.; ferner Roh- und Stabeisen, das seltene Metall Palladium (welches als Beimenguug des brasil. Goldstaubes vorkom m t, und gewonnen wird). Aus dem Pflanzenreiche: zahlreiche Arten von Baumwolle, darunter grüne und gelbe, Fasern der Tucumpalme, sehr schöne Hölzer etc. Aus dem Thierreiche : Eine Sammlung Fische aus dem atlantischen Ocean, ausgestopfte Vögel, ausgezeichnet durch ihr glänzendes Gefieder. Als chemische Producte und Nahrungsmittel: medizinische Weine, Syrupe, Harze, Essenzen, Liqueure, Seifen, Zucker, Wachs, Car- naubawachs, — ferner Wein aus Caju (anacardium occi- dentale), aus Orangen, Ananas etc. gewonnen. Paraguay- 39 Thee, Tabak, Arrowroot, Javatupe, Mais, Stärkmehl, Kaffee etc. Eine reiche Collection Cigarren, Cigaretten, Roll-, Kann- und Schnupftabake. Die Textil-Industrie ist wesentlich nur durch die verschiedensten Arten von Hüten u. einige Baumwoll-Erzeugnisse repräsentirt; darunter ein Segeltuch von sehr grosser Dichtigkeit. Leder, gegerbt mittelst Cabutry- und Manglerinde, Para-Kautschuk. Schöne Holzmosaiken und Erzeugnisse der Metall-Industrie. Sonnenschirme aus Papageienfedern, Kunstblumen aus Kolibrifedern etc. Wir wenden uns nun zunächst in die englische Abtheilung, welcher ein Theil der Hauptgalerie, bis zu den dritten Seitengalerien, dann der vordere Theil des I. südlichen Hofes , die zweite nördliche und die zweite südliche Galerie, dann der zweite nördliche und der zweite südliche Hof und die dritte nördliche Seitengalerie gewidmet sind. In der Hauptgalerie bemerken wir die Goldwaaren der berühmten Firma Elkington & Comp., links Porzellan von L. Browen, Westhea, d’More & Comp., Teppiche, Eisenmöbel, in der Mitte Glaswaaren mit Brillantschliff, Thon- und Porzellan-Fabrikate, Gold-, Silber-, Bronce- und Emailarbeiten , ferner eine Sammlung, welche die Verarbeitung der berühmten Felsenstücke d. Cairngorm-ßerge zu verschiedenen Gegenständen zeigt; ein prachtvoller Riesenluster v. James Green in London, Mosaiken, Zimmereinrichtungsstücke , überaus schöne eingelegte Tischchen. Den Abschluss der englischen Abtheilung in der Hauptgalerie bildet das indische Zelt, von einer Anzahl englischer und indischer Firmen auf gemeinsame Kosten hergestellt und aus herabhängenden Sammt- und Seidenteppichen gebildet. Im Innern Zimmer, mit der luxuriösesten Ausstattung, lebensgrosse Figur. In vier herumstehenden Kiosken sind die Herrlichkeiten Indiens aufgespeichert. ■ Schmuck, Decken, Gold- und Silberstickereien, Becher, künstlich gearbeitete Schalen aus Gold, Silber und Elfenbein etc. Im ersten nördlichen Hofe: Schreib- und Zeichnenrequisiten, Buchbinderarbeiten, Modell eines Wohnhauses, Taucherapparate, Telegraphen, akustische und chirurgische Instrumente, Bandagen, prachtvolle Teppiche, Photographien etc. In der zweiten nördlichen Seitengalerie (2 B.): Metall - Industrie , Broncearbeiten, Stahlfedern, Lampen, 40 Werkzeuge, Sensen, Sicheln, Tassen, Zündwaaren, Drechslerarbeiten , Glas - und Porzellanwaaren , Schmelztiegeln, Terracottawaaren , Modell einer Eisenschmeize , Cement, Schiesswaffen, Patronen, Messerschmiedarbeiten, Geschütze auf Eisenlafetten etc. Im zweiten nördlichen Hofe: Fortsetzung der Aus- stellungs - Objecte der eben genannten Industriezweige. Fxposition der Finnen: W. Armstrong & Comp., Cbas. Cammell & Comp.. J. Brown & Comp. etc. In der dritten nördlichen Quergalerie (3 B.): Ausstellung indischer Producte und der Erzeugnisse der vereinigten südafrikanischen Staaten, nämlich die des Cap Natal, des Oranje - Freistaates und der Trans -VaaPschen Republik (zu Stande gekommen unter der Leitung des grossbritannischen Colonial-Commissärs Jul. Mosenthal), der Colonien in Australien etc. Aus den indischen Besitzungen: Gewebe, Wachs, Seide, Elfenbein, Matten, Modell einer Hängebrücke , Silberschmuck, Arbeiten aus Fischschuppen, Schuhe, Schürzen, Waffen der Eingebornen von Ceylon etc. Aus den englischen Cap-Colonien: Schafwolle, Angora- oder Mohair-Wolle, roh, gekämmt, gesponnen und gewebt; ferner Weine der Cap-Colonie, darunter Cap-Xeres, Madeira, Steinwein, Frontignac, Muscatell, Malaga, Burgunder etc., auch Cap-Cognac, Cap-Spiritus etc., Cap-Rosinen, Straussfedern; der Incubator oder die künstliche Brutmaschine für Strausseneier; drei Exemplare Aptenyx, einem seltenen flügellosen Yogel; Elfenbein, 68 Pfd. schwer; 30" lange Giraffenknochen, 34" lange Rhinocerosshörner und Stöcke,aus solchenHörnerngeschnitten; Ochsenhörner,Perlmutter etc.; Guanodünger, Gold in gediegenem Zustande, Goldquarz, die Natal-Steinkohle, Kupfererze mit 36—40% Kupfergehalt, 31 Rohdiamanten, mineralogisch geordnet, von der ersten Urbildung bis zu dem vollendetsten weissen Diainantkrystall, der in einem prächtigen Steine von 16 Karat, einem reinen Octaeder, repräsentirt ist. Gyps- modelle der grossen Cap - Diamanten und das Krystall- modell des „Sternes von Südafrika“, dessen Original einen Werth von 200.000 fl. besitzt. — Ferner Felle und Leder, Cap-Ziegen- und Schaffelle, Gnu- und Ochsenhäute, Seehundfelle etc., Häuf, Muscheln, verschiedene Hölzer, Samen, Tabak, Cocons, Modell eines Pfluges, Getreidearten. — Früchte in Zucker, 17 Sorten von Natal - Zucker, 5 von Kaffee und 3 von Cap - Baumwolle. Auch die Flora des 41 Caps wird uns in einem sehr hübsch imittirten Bouquet aus Rosen, Dahlien, Camelien, Fuchsien, Lilien etc. vorgeführt. Ferner sehr interessante Karten, welche die Cap-Colonie in politischer, geographischer und hydrotechnischer Beziehung darstellen; Karten der Trans-Vaal-Republik mit den Diamantenfeldern im Gebiete des Orange-Flusses, der englischen Colonie Natal; Modelle von Dampfschiffen, welche den Postdienst zwischen England und den afrik. Colonien vermitteln; Schiffstaue etc. Den ferneren Raum der Galerie nehmen die interessanten Ausstellungs-Objecte der engl. Colonien in Australien (Neu-Seeland, Yictoria und Queensland) ein. Aus dem letzteren ein mächtiger Block von Malachit, der schönste in der Ausstellung, ein Barren aus reinem Golde, 104 Pfd. schwer, einige Diamanten, eine werthvolle Sammlung von Fellen und endlich überaus interessante bildliche Darstellungen der Colonie, ihrer Producte, der Lebensweise ihrer Bewohner, der Thätigkeit des Goldsuchers mit steter Rücksicht auf dessen Lebensweise ; colorirte Photographien, welche die Reihe vervollständigen, stellen überdies Details aus dem Leben der Colonie dar: Züge von Wägen mit Ochsenbespannung, Ansiedler - Wohnungen, Gruppen von Eingebornen etc. In der zweiten südlichen — englischen — Quergalerie (2 A.): Damaste, Leinwand, Popiin, Schafwoll-, Baumwoll- und Wirkwaaren, Wachsleinwand, Angorawolle, Leder, Tuch, Cravatten, ein niedlicher Tempel aus Zwirnspulen ; Spitzen, Fussbekleidungs-Industrie, Filet-, Häkel-, Frivolitätsarbeiten, graphische Künste, eingelegte Tischchen; an der Hinterwand Teppich mit Figuren der 12 Apostel. Die Ausstellungs-Objecte Spaniens und Portugals nehmen die dritte südliche Quergalerie (3 A) ein. Wir finden in dem letztgenannten Lande sehr hübsche Goldschmiedewaaren, Tuch-, Leder- und Baumwoll- waaren, Weissstickereien, Porzellan und Glaswaaren, darunter einige seltene Formen, Rohrwaaren, Marmor-Imitationen, eine statistische Tafel der portugiesischen Presse, eine grosse Collection etwa spannhoher, sehr nett gearbeiteter Figuren, die Typen aller Bewohner und Gesell- schaftsclassen, in jenem südwestlichsten Tlieile Europa’s. Zahnstocher von Avellar und Miranda aus Lissabon^ ein Modell von dem Grabmale König Don Juan I., überaus schöne Holzschnitzereien aus dem Palaste der Association 42 — coromerciale de Portugal, ferner elektrische Uhren, ein sehr beachtenswerther elektro-magnetischer Pendel, optische mathematische und physik. Instrumente. In Spanien, welches die II. Hälfte der Gallerie einnimmt, rechts an der Wand Seide, Webewaaren, schöne Teppiche, Umhängtücher, Reitsättel, Stickereien von sehr künstlerischer Ausführung, Spielkarten, Lederwaaren, Buntpapiere, Damen-Corsets, Photographien, Majoliken, Glas- waaren. An der Wand links Gegenstände der spanischen Textil-Industrie, Möbelstoffe, sehr schöne Decken aus Barcelona, Metallwaaren, mathematische Instrumente, Chemikalien, Gegenstände der ländlichen Haus-Industrie. In den rechtsstehenden Kästen: Tuch, Weisswaaren, Möbelstoffe, Nippsachen aus Silber, Pianos, Marmoorwaaren, Holzschnitzereien, Papier-Industrie, Damenschuhe, Damen-Corsets, Majoliken, Cigarettenpapiere. In den Kästen links- Gespinnste, Leinenwaaren, Fussteppiche aus Granada, Valencia, Murcia, Zarnora, damascirte Waffen und Nippsachen, eine Wiege, Boullarbeiten, plattirte Waaren, Bijou- teriewaaren von Isidor Ybarzabal; eine sehr zierliche Arbeit von Louis Molina, Kriegsschiffe auf hoher See, darunter ein Dreimaster von kaum vier Linien Höhe, mit 62 Flaggen geschmückt. Wir gelangen nunmehr zur französischen Exposition, welcher der weitere Theil der Hauptgalerie bis zum fünften nördlichen gedeckten Hofe, ferner der 3., 4. und 5. nördlich gedeckte Hof, die 4. und 5. nördliche Quergalerie, dann der 3. südliche Hof und die 4. südliche Quergalerie eingeräumt ist. In der Hauptgalerie : Broncen im Beiwerk von Marmor und Gold, Vasen, Uhren, schöne Majoliken des berühmten Hauses Geoffroy Barbizet, künstliche Töpfereien, ein hübscher Kiosk mit Fa'iencewänden, Blumentischchen, Goldmöbel, Feldsessel, Himmelbetten, Kunstblumen von bedeutender Schönheit, Edelsteine, Imitationen. An den Wänden Teppiche, Sammt- und Möbelstoffe, Kamine etc. In dem dritten nördlichen Hofe. Seidenwaaren und Shwals in allen Gattungen und Farben. Darunter eine prachtvolle Collection Lyoner Seidenartikel. In der vierten nördlichen Galerie (4 B) : Mode- und Kürschnerwaaren, Spitzen, künstliche Blumen, reizende Damenstiefletten, zum Theile künstlichen Waden angepasst . Im vierten nördlichen Hofe eine prächtige Marmorvase mit Pfauen, Möbel, Tapeten, Glas- und Porzellan- 43 waareu, darunter besonders schöne Blumen aus Porzellan. Broncesclüösser, Oefen, Kochherde, Kanonen, Musikinstrumente, Lehrmittel, Modelle von Schulhäusern, ein eiserner Kiosk, zahlreiche Figuren aus Bronce, darunter die Laokoongruppe, eine kolossale Madonna, etc. Iu der fünften nördlichen Quergalerie (5 B) Ausstellung der französischen Colonien. Algier: Espartogras, aus den stielrunden Blättern des Grases Stipa tenacissima bestehend, und verwendbar zu Korbflechtereien, Tauen, Seilerwaaren und zur Papierbereitung. Ferner vegetabilisches Rosshaar (an den Blättern einer besonderen Palmenart); Kork, im rohen und verarbeiteten Zustande; Getreidearten, Hölzer, darunter Stammabschnitte echter Cedern, des Sandarakbaumes, das Wurzelholz der baumartigen Erika. Ferner Oliven, Colza, Mohn, Lein, Hanf, Ricinus, Madia, Sesams, Baumwollen, Saflorsamen, Essenzen aus Vanillen, Tuberosen, Narcissen und Geranien; rothe und weisse Weine und Liqueure, Mehlspeisen, Vögel im Balg,. Concons, endlich Schnitz- waaren, eingelegte Arbeiten, Teppiche, Schmuck und Waffen der Eingebornen, letztere in hübsch arrangirten Trophäen an den Wänden. Unter den Producten Senegals eine reiche Collection von Senegal-Gummi, Fette und Rohstoffe zur Fett- und Oelgewinnung, Palmfett; Arachisfrüchte; das Rothholz lam-wood, Ebenhölzer, Kautschuk, Elfenbein und Marabufedern. Die wichtigsten Producte von Reunion sind Rohzucker, Kaffee, Gewürznelken, Vanille und Farbflechten. Aus Pondicliery gefärbte Gewebe; aus Coehineliina Geschmeide, Armreife, Ringe, Haarnadeln etc. schöne mit Perlmutter eingelegte Schreine, Holzschnitzwerke mit Darstellungen aus buddhistischen Legenden etc. Ferner im rückwärtigen Theile der Galerie, chemisehe Industrie, Stearinerzeugnisse, Parfumerie-Artikel, Telegraphen-Apparate (Lufttelegraf). Im fünften nördlichen Hofe : französische Sattler- und Wagnerarbeiten, Ausstellung von Marine-Gegenständen, Apparate zur Rettung bei Schiffbrüchen, Modell eines Leuchtthurmes, sehr bemerkenswerthe bildliche Darstellungen und Kartenwerke. Der rückwärtige Raum umfasst, die Ausstellung der Stadt Paris (Seine-Präfectur), rücksichtlich aller Dienstzweige ihrer Verwaltung. Diese höchst interessante Aus- V 44 Stellung gliedert sich in: 1. Planwesen, 2. Strassen- und Brückenwesen, 3. Spaziergänge und öffentliche Anlagen, 4. Architektur, 5. schöne Künste, 6. historische Arbeiten, 7. Wasserleitungs- und Cloakenwesen, und 8. Elementarunterricht. Iin dritten südlichen Hofe liegt der durch die Societe commerciale von Paris in überaus prachtvoller Weise eingerichtete Pavillon der französischen Ausstellungscommission. In der vierten südlichen Quergalerie (4 A) am Eingänge zu beiden Seiten blanke Harnische, Waffen, Uhrwerke, Metallwaaren, Perlenschmuck, Elfenbein, Bernstein und Korallen-Arbeiten, Spielwaaren, Photographien, Tapeten, graphische Künste und Buchbinderwaaren. J)er Schweiz, zu deren Exposition wir nun gelangen, ist im Ausstellungspalaste der vierte südliche Hof und die fünfte südliche Quergalerie eingeräumt. In der Quergalerie (5 A) : Alle Stufen in der Bearbeitung der Seide von der Rohseide bis zu den prächtigsten Stoffen und Bändern; in einem Kästchen die schönen metallisch glänzenden Farbstoffe zum Färben der Seide, Spitzen und überaus schöne Weissstickereien, Baumwoll- gewebe, eine grosse Tafel mit den prächtigen Erzeugnissen der sieben Kunz’schen Spinnfabriken in Zürich. Sehenswerth sind ferner die weltberühmten Schweizer (Genfer-) Uhren, die Uhrenbestandtheile, die künstlichen Gliedmassen etc. die physikalischen , mechanischen und mathematischen Apparate, die elektrischen Uhren, die elektrischen Apparate der eidgenössischen Telegraphen- fabrik aus Bern. Endlich befinden sich hier noch Schmuck- waaren , Pianos, Alabasterarbeiten etc. und an den Eingängen kleine Standbilder von Helden aus der Schweizer Geschichte. In dem vierten südlichen Hofe, welchen man von der eben besprochenen Galerie aus erreicht, eine zahlreiche und auserlesene Collection von Lehrmitteln, ferner Thonwaaren (Röhren etc.), der Durchschnitt eines Eisenbahnwaggons , Kochherde , Fourniere , Holzschnitzereien, Möbel, Schmelztiegel, Kanonen und sonstige Feuerwaffen, Projectile, Leder, Strohgefiechte, Modelle von Häusern und chemische Producte. In dem Chalet des Schweizerhofes, einem schweizerischen Musterschulgebäude, sind zu ebener Erde Schnitzereien aus dem Berner Oberland (darunter sehr schöne 45 Uhren) untergebracht. Bemerkenswerth ist in einem der Räume eine Zimmerdecke von der Interlakener Parquetterie- Fabrik, die auch das zierliche Gebäude selbst hergestellt hat. In den oberen Räumen die eigentlichen Schulsachen, Lehrbücher, Atlasse, physik. Instrumente, Modelle von Lehrbänken und Tischen, Tafeln für den Anschauungsunterricht. Merkwürdig eine Ausstellung aller auf die Geschichte der Gesangspflege in der Schweiz bezüglichen Veröffentlichungen. Italien nimmt in der Hauptgalerie den weiteren Raum bis über die beiden sechsten, ebenfalls zu Italien zu rechnenden Quergalerien ein (die im fünften südlichen Hofe befindliche Ausstellung des Mont-Cenis-Tunnels wurde bereits Seite 35 beschrieben). In der Hauptgalerie : Proben von Rohseide und Seidenstoffen, Damaste, Kirchenstoffe, Holzparquetten, Por- zellanwaaren, schöne Majolika-Vasen aus Bologna, äus- serst kunstvoll gearbeitete Mosaik - Tische und Kästen, ferner eine grössere Anzahl von Statden ans carrarischem Marmor, durchgehens neueste Fabrikate italienischer Künstler Mittel-Italiens. In der sechsten nördlichen Quergalerie (6 B) : Figuren, Schnitzereien, eingelegte Möbel, verschiedene Mosaiken, venetianische Glasmosaiken, als Wandgemälde nach clas- sischen, byzantinischen und mittelalterlich italienischen Vorbildern, feine römische Mosaiken für Schmuckgegenstände, prachtvolle venetianische Glasarbeiten, Glasgeflechte, Luster etc. Goldmöbel, ein sehr schönes Himmelbett, Porzellan, Schiffsmodelle im Wasser, Korallen- und Filigranschmuck, geschnitt. Edelsteinschmuck, Leder- und Sattlerarbeiten. In der sechsten südlichen Quergalerie 6 A: Seidenstoffe, Spitzen, Posamentirarbeiten, Goldgespinnste, Tuchstoffe, Strohhüte, Kleider, physikalische Instrumente, Musikinstrumente (darunter Pianos, Trompeten, Violinen), Saiten, chemische Producte, bunte reichverzierte Wachskerzen, eine interessante Darstellung der Leichenverbrennmethode Brunetti’s. Metallwaaren, Broncegusswerke, ein schönes eisernes Gitterthor, Bergwerksproducte. Die Ausstellung von Belgien befindet sich in der Hauptgalerie nächst der italienischen, und erstreckt sich bis zu den beiden 8 Quergalerien. Ferner ist sie theil- weise in den beiden 7. Höfen und in der 7. südlichen. Quergalerie untergebracht. 46 lu der Hauptgalerie : Schmiedeeisen, ein riesiges Glasfenster, Gewehre, Kamine, Rohrgeflechte, Parfümerie- Artikel, die Prodncte der Colonien, ausgestellt von der ostindischen Compagnie, u. z. indische Stoffe, Teppiche, Waffen, Kaffee, Thee, Zucker, Tabak- und Gewürzsorten etc. Ferner eine Pyramide mit Liqueurfabrikaten, sodann Stearinfabrikate, Silber- und Goldwaaren, physikalische Apparate und Photographien, schöne Bildhauerarbeit von Waaz Kargen, Bildertapeten. (Nachahmung einer alten flandrischen Tapete durch Malerei). An den Wänden prachtvolle Teppiche, (Smyrna-Imitationen), Tücher, Wollstoffe, Flachs- und Leinenerzeugnisse, Phantasiestoffe, Fächer, Sonnenschirme, Chignons, Perrüken etc. Sehenswerth ist auch die Ausstellung von Tabak- und Cigarren (von 1" bis zu 1' Grösse), dann die Leder- und Kautschuk- Industzie und die Metallindustrie in welcher die Pro- ducte der Societe de Chätelet, der Walzwerke von Je- mapes und die Lütticher Feuerwaffen ein besonderes Interesse in Anspruch nehmen dürften. Sehenswerth ferner die chemischen Producte, darunter Weinstein-Krystalle. Im sechsten südlichen Hofe der Pavillon der belgischen Ausstellungs-Commission. In der siebenten südlichen Quergalerie (7 A) finden wir zuerst das durch grosse Kartenwerke und zahlreiche sonstige Lehrmittel tüchtig vertretene Unterrichtswesen. Von ganz besonderem Interesse, namentlich für die Besucherinnen der Ausstellung, ist ferner die in dieser Galerie exponirte V. Gruppe Textil und Bekleidungs-Industrie ; Brüsseler Spitzen von unbeschreiblicher Schönheit, Shawls, Filztuchfabrikate. Im sechsten nördlichen Hofe, u. zw. am Eingänge, rechts holländische, links belgische Ausstellung: Wachs- taffet, holländische Pfeifen, Lehrmittel, Schiffsmodelle, Sculpturen, graphische Künste, darunter sehr hübsche Photographien, Ktirschnerwaaren. Der rückwärtige Theil dieses Hofes nahm die Ausstellungsgegenstände Dänemarks auf. Grosser Porticus, ein Meisterwerk der Bildhauerei, piit Statuen Thorwaldsens geschmückt; Bekleidungsgegenstände, darunter die berühmten dänischen Handschuhe, Leder- und Kiirschner- waaren, Schuhe, Eiderdunen und Vogelfederfabrikate, reizende Bildhauer-, Ciselirungs-, Goldschmiede-und Schnitzarbeiten , Thon- und Betonwaaren, sehr schöne Möbel, Photographien (dänischer Nationaltrachten), die topogra- 47 piiischen und photo - lithographischen Ausstellungen des dänischen Generalstabes, Radirungen in Chemitypie, mathematisch-physikalische und chirurgische Instrumente (Nyrop’s chirurgische Instrumentenkästen), Fortepianos und Pianinos, Schiffsmodelle, Lederboote , Modell eines Schiffspanzers und eines Rettungs-Apparates für Schiffbrüchige, Wasserschuhe. In der Gruppe: Nationale Haus-Industrie: Sammlungen dänischer Nationaltrachten, Federblumen, Bernsteinarbeiten, Arbeiten von Fischschuppen, grönländische Arbeiten, isländische Strümpfe und Fausthandschuhe, Hedebo- nähereien (Flachsarbeiten), Maschine zum Stricken für Einarmige etc. In der siebenten nördlichen Quergalerie (7 B.) am Eingänge Holland: ethnographische Merkwürdigkeiten aus den niederländischen Colonien, namentl. aus Java, ausgestellt von der zoologischen Gesellschaft „Natura artis ma- gistra“ in Amsterdam, darunter getrocknete Culturpflanzen, Pflanzenfasern und Fette, Harze und Guttaperchasorten, Chinarinden, Indigo, Curcuma, Tabak, S c h w a 1 b e n n e s t e r, ein Zinnklumpen, Arbeiten aus Gewürznelken, Gewebe, Schuhe, Federblumen, Brautschmuck, Modell eines Webeapparates, Mattengeflechte. Aus Indien Stoffe und Filigranarbeiten. Den ferneren Theil dieser Quergalerie nimmt die reichhaltige und sehr interessante Exposition Schwedens und Norwegens ein. In Schweden Collectiv-Ausstellung des schwedischen Eisen-Comptoirs: Gussstahl, Bessemerstahl- Gegenstände , Schmiede- und Drahteisenstücke, Getreide- und Samenproben; Darstellungen der Fischerei, Fische in Spiritus , Austern, Meeresproducte; schwedische Zündhölzchen, Punsch- und Spiritussorten, Leder- und Kautschuk-Industrie, Porzellanvasen von wahrhaft klassischen Formen und mit Bildern aus der nordischen Göttersage bemalt; Silberfiligranschmuck, Holzschnitzereien, schwedische Papier-Industrie (Holzpapiere), Maschinenwesen und Transportmittel, Schiff- und Geschützmodelle, Modelle zu beweglichen Infanterie -Verschanzungen und zum Richten der Geschütze in Wurf batterien, ferner nautische und hydrographische Instrumente nach der neuesten Art, schwedische Oefen. Schwedische Hausindustrie (besonders beachtenswerth): Hauseinrichtungen , Nationaltrachten , Geräthe, Silberzierrathen aus Lappland, Hausarbeiten, wie: Zeuge, Garn, Wolle, Arbeiten von Taubstummen und Blinden, Erziehungs-, Unterrichts- und Bil- dungswesen; Naturaliensammlungen, Herbarium Danfeld, Gegenstände für den Anschauungsunterricht, Schüler- und Frauenarbeiten, die Schulroateriale des königl. Cultus- ministeriums , Yolkstypen (in lebensgrossen bekleideten, Figuren). In Norwegen Berg- und Hüttenproducte, Fisch- waaren und Fischgeräthe, Leberthran-Fabrikate, Apparate zur künstlichen Fischzucht, Jagd-Fauna Norwegens, Hörner von Elennthieren, Sammlung lappischer Gegenstände, Fuhrwerke mit Rennthieren, Bekleidungsgegenstände, Rauh- waaren von norwegischem Wild (vom norwegischen Jäger- und Fischer - Verein) , national - norwegische Jagddolche, Schnitzwerke, Tapeten, Holzmasse zur Papierfabrikation, Photographien, eine 2 7 2 zöllige Gebirgskanone mit eiserner Lafette, drei Feldkanonen mit Projectilen und ein absichtlich zersprengtes Geschützrohr aus Gussstahl von der norwegischen Feldzeugmeister-Expedition. — Schlitten, Schlittschuhe , Schiffsmodelle und Schiffseinrichtungs - Gegenstände. Die Ausstellung des Deutschen Reiches ist im Industrie-Palaste untergebracht: am Ausgange der westlichen Hauptgalerie in die Rotunde, im 7. südlichen und im 7. nördlichen Hofe, in den beiden 8. Quergalerien, in dem Yerbindungsgange der Galerien 8 B. und 9 B, und endlich in den beiden nördlichen Höfen der Rotunde. In der Hauptgalerie beginnt die deutsche Ausstellung mit einem riesigen Triumphbogen mit rothen Plüsch- Draperien und Goldgehängen. Ein grosser Kasten mit auserlesenen Prachtstücken der Pforzheimer Goldwaaren-Fabrikation; weiter folgen: emaillirte Broncen von Ravene und Süssmann in Berlin, Bijouteriewaaren aus Hanau, Arbeiten in Eisenguss und Galvanoplastik der weltberühmten Fabrik von E. C. Zimmermann, ein Schmuckkästchen im Style der Spätrenaissance von Aug. Schleissner, eine grosse baldachinartige Estrade mit reizenden Producten der Meissner und Berliner Porzellan-Man ufactur. Unter den ersteren zwei Yasen mit Pallas-Odyssee-Landschaften, ferner antikisirende Yasen in Bleu royal, Rococco - Yasen und ebensolche Figuren, eine grosse Vase mit Copien der letzten Arbeiten Schnorrs v. Carolsfeld. Unter dem Berliner Porzellan gross. Kühlkessel mit Tritonen - Masken , Rococcoservice. Copien antiker Metallgefässe in Porzellan. 49 An den Wanden Teppiche, Berliner Marmorwaaren, Kamine, Vasen. Am Eingänge in die westl. Hauptgalerie, schon in der Rotunde, die Geschenke, welche das sächsische Königspaar bei seiner goldenen Hochzeit erhielt. Prachtexemplare der Goldstickerei. Im siebenten sttdl. Hofe ein Pavillon mit den überaus interessanten Ausstellungen der deutschen Reichspost- u. Telegraphen-Verwaltungen; im Vordergründe ein geschmackvoller Eisenpavillon aus dem württembergisclien Hüttenwerk Wasseralfingen; ferner eine Fontaine mit einer hübschen Brunnenfigur von Dickerkoff und Nissmann in Carlsruhe. In der achten stidl. Seitengalerie (8 A.): Wand- und Taschenuhren, darunter wahre Prachtstücke, ferner in einem grossen achteckigen Schaukasten mit Erkern Col- lectiv-Ausstellung des Vereines für die Rübenzucker-Industrie des deutschen Reiches. An der Wand grosse interessante Uebersichtskarte der Rübenzucker-Industrie des deutschen Reiches und Oesterreichs. In der andern Hälfte der Galerie chemische Industrie. Säuren, Salze, Oele, Seifen, Farben etc.; sehenswürdig in der Mitte ein Monument aus Erdwachs, dessen Bearbeitungsstadien versinnlichend, der untere Würfel roh und schwarz, die oberen fortschreitend braun, gelb, weiss. Unter der Ausstellung wissenschaftlicher Instrumente, welche nun 5 Fensterbreiten lang folgt, elektrische Uhren für Eisenbahnen, Fabriken, Hötels, telegraph. Signalapparate etc. Kehren wir in die Hauptgalerie zurück und wenden wir uns in die gegenüberliegende nördliche Quergalerie (8 B.): so finden wir auf einem Raume von circa 10 Fensterbreiten Ausstellung, von Möbeln und Zimmereinrichtungs- Gegenständen von Metall, Thon und Glas; rechts und links kleine, durch Scheidewände abgetheilte Räume, als Wohnzimmer eingerichtet, Möbelgarnituren in Renaissance, Rococco und gothischen Mustern, Kästen und Tische mit vorzüglicher Schnitz- und eingelegter Holzarbeit; sehr hübsche Zimmeröfen im Renaissancestyle. Im übrigen Raume dieser Galerie Posamentirarbeiten, Web- und Wirkwaaren. Im siebenten nördlichen Hofe (links von dieser eben erwähnten Galerie , deutsche Thonwaaren, Möbel, Kinder- spielwaaren, Kirchengegenstände, Körbe etc. Sein, Weltausstellung 4 50 Wir begeben uns wieder in die Galerie 8 B zurück, von deren nördlichsten Ende, rechts, die nördliche Seite des Quadrates um die Rotunde bildend, eine Yerbindungs- galerie (8—9) abbiegt, welche der Gruppe Y, Textilindustrie, gewidmet ist. In der ersten Hälfte: Baum- woll- u. Leinenwaaren, darunter die Collectiv-Ausstellungen der Baumwoll - Industrie Augsburgs , in einem überaus luxuriös ausgestatteten Kasten, u. die Collectiv-Ausstellung der Bielefelder Leinenwaaren-Industrie, Weissstickerei, ein sehr schönes Himmelbett mit reichen Spitzengarnirungen. In der Mitte der Galerie Teppiche, Plüsche u. Seiclen- waaren; in der zweiten Hälfte Tuche, Garne, Bekleidungsgegenstände. Die beiden hier zunächst befindlichen Höfe der Rotunde gehören ebenfalls der deutschen Ausstellung an. In dem nordöstlichen das Fürstenhaus, ein mit roth- goldenen Tapeten auf das luxuriöseste ausgestatteter Holzbau nach einem Entwürfe der Berliner Architekten Kyllmann und Heyden; um dasselbe hübsche Gartenanlagen mit vielen Orangebäumen u. einer Fontaine mit sehr schönen, von dem Berliner Bildhauer F. Drake in Bronce gegossenen Figuren. Den nordwestlichen Hof ziert das im prächtigen romanischen Style erbaute deutsche Yersammlungs- haus, vor welchem sich eine Kolossalstatue Heinrichs des Löwen (von Sachsen) von Adolf Breymann in Dresden, erhebt. An den beiden Ecken dieses Hofes ein Portal von glasirten Ziegeln, ein Pavillon, und das aus Carlsruhe hieher gebrachte Schwarzwaldhaus von Professor Ratzel mit einer hochinteressanten Collection Schwarzwälderuhren. Darunter die erste, über 200 Jahre alte Schwarzwälderuhr und eine Versinnlichung der heutigen Uhren-Industrie. Nachdem unsere Wanderung in den Galerien und Höfen des deutschen Reiches beendet ist, treten wir durch eine der Glasthüren, welche sich nach dem letztbeschriebenen Hofe zu öffnen, in den modernen Wunderbau der Rotunde, in deren ungeheurem Raume die hervorragendsten Werke aller Nationen Platz gefunden haben. Wir begeben uns rechts zum Eingänge der westlichen Hauptgalerie, von wo aus wir den ersten erhöhten Gürtel (zwischen den Hauptmauern und den Pfeilern) durch- 51 schreiten. §Es finden sich hier rechts von den oben erwähnten Ehrengeschenken für das sächsische Königspaar: Kunsttischler - Waaren von Fischer, Wirth (Hamburg und Stuttgart), Prospecte der Actien - Gesellschaft für Eisen - Industrie (Duisburg), prächtige Möbel von Türpe, Degelbek, Meyer, eine Exposition von Fab er’sehen Bleistiften, Uhren von Brocking & Seebold, ein Buffet, Blattgold, von Schatz- ler (Nürnberg), Porzellan von Le Lorrain (Brüssel), Lütticher Waffen, Glaswaaren, Pelzwaaren und Messsachen, Möbel von Gillow, Battam, Heywood, Hanks (London), Spitzen von Jacoby (Nottingham), Nadeln von Kirby (Birmingham), Sonnenschirme, von Sangster (London), Engel’sche Lithographien (Wien), Graphit (Irkoutsk) , Altar von Zawadil (Brünn), Gold- und Silberwaaren von Zassikoff (Petersburg), Porphir-, Porzellan- und Glaswaaren aus d. kais. russischen Manu- facturen (Petersburg etc.), Steinarbeiten von Sperhase (Petersburg), Parfümerien von Bimmel (London), Fesse von Furth (Strakoniz), russische Photographien, ein prächtiger Flügel von Streicher (Brautgeschenk der Erzherzogin Gisela), nächst dem Südportale und in dem Gange zu demselben, die überaus grossartige Ausstellung von Teppichen und Möbelstoffen der Firma Philipp Haas Söhne (Wien) und (unter den Pfeilern) Marmorstatuen von italienischen Bildhauern, darunter eine Büste des Kaisers Franz Josepto I. Es folgen nun weiter rechts : Optische und physik. Instrumente von Pillischer (London), Juwelen und Silberwaaren von Granichstädten, Por- zellanwaaren von Denk’s Wittwe, Uniformirungssorten von Thell’s Neffen, Leinenwaaren der Handlung „zur weissen Katze“, neuerdings Schmuckgegenstände von Granichstädten (sämmtl. Wiener Firmen), ferner das Programm der Prager allgemeinen Depositenbank, eine überaus werthvolle Ausstellung von Gold- und Silberwaaren von J. C. Klinkosch (Wien), Baumwollenwaaren von Brevillier (Wien) , Photographien von N a y a ("Venedig), darunter eine Copie der Weltkarte des Bruder Mauro 1459, Porzellanwaaren von Haas &Czizek, Photographien von Vianelli (Yenedig), ein Buffet, Bronzen von U d i n a, Parfümerieartikel von Treu, Nug- lisch & Co. (Wien), neuerdings Photographien von N a y a, eine W e r t h e i m ’sche feuerfeste Kasse, Glaswaaren der gräfl. Harrach’schen Fabrik (Böhmen), eine 4 * 52 gothisclie Kanzel (entworfen vonF. Schmidt), ein Kamin von C. Brühlmeyer, ein Buffet, Meerschaum- und Bern- steinwaaren von Hart mann & Eidam (Wien), Juwelen von Biedermann (Wien), Statuen von Engel (Pest), Zündwaaren von Po 11 a k (Wien), Beitzeuge von Wickede (Wien), ein hydraul. Teleskop-Aufzug von Haag (Augsburg), Juwelen von Kobek & Aegydi (Wien). Nächst dem Eingänge in die östliche Längenhalle Claviere vonBösendorfer&Ehrbar, Seidenwaaren von Barenther, eine Collection von Kupferstichen der Firma Kaeser (Wien), ein Buffet, Porzellan von Gröndahl & Bing (Kopenhagen), Erzeugnisse der Porzellan-Manu- factur (Kopenhagen), Thonwaaren von De C ent e (Wr.-Neustadt), Gold- und Silberwaaren von Christesen und physikalische Instrumente von Holst (Kopenhagen), ferner Nähmaschinen aus Dänemark, Schnellschreib-Appa- rat von Mailing und astronom.Instrumente von Jünger (Kopenhagen), Drucksachen von Zamarski (Wien), Oefen, und Büsten der Kaiserfamilie von De Cente (Wr.-Neustadt), Gold- und Galanteriewaaren der Firmen Gottlieb Heissler, Peters und Sternmayer, Kamin von De Cente (Wr.-Neustadt), Hinterlader vonDreysse (Sömmerda), Neusilberwaaren von Münchsmeyer, Henninge r (Braunschweig), G er har d (Lüdenscheid), Ri tte r (Esslingen),Buffet,Stearinwaaren von J. Hoffmann (Graz), .Stahlwaaren von Clarfeld & Springmdtyer (Hemer), Photographien von Sorgato (Venedig), Kunstblumen und Blumen - Bestandteile von Haussig, Koch & Kohlmann, E. Maas, Ilössler, W. Michael & Metzner (grösstentheils Dresdner Firmen), Photographien von Sorgato (Venedig), Decorationsarbeiten von Steinmetz (München), Wollwaaren von Leuschner (Glauchau), Photographien von B audalaire (Strassburg), Gespunste von Herzog & Comp., Damaste von Dtirfeld (Chemnitz.) In dem nun folgenden kleinen Gange zum Nordportale Wollwaaren (Deutschland), Textil - Industrie aus dem Eisass, Ausstellung der kgl. sächsischen Klöppelschulen; im Gürtel: Kunstblumen der Berliner Firmen B eis ins und He ekel, Pressendrucke von Römler & Jonas (Dresden), Wollstoffe von John& Heise (Meerane), ebensolche Stoffe von Dürfeld (Chemnitz), Altar von Ildenyi (Pest), Aseglin von Hen. Galm (Upsala), Posamentir- 53 waaren von Wolf & Bacher (Berlin), Leinen-Damaste von Proells Sohn (Gross-Schönau), Buffet, Rüstungen der Firma Görach & Schneider (Berlin), Webewaaren (Asch in Böhmen), Kölnerwasser von Martin Spiegel & Comp, de St. Cobain, Kölnerwasser von J. M. Farina, Serpentinsteinwaaren (Zöblitz), Oheliske aus Paraffin von Rösner, Schneider, Bunge & Corti, Spiegel- glasmanufactur (Schlesien), Möbel von U d 1 uf t (Dresden), Sämereien von Jobst (Stuttgart), Kamine von Barnheim (Berlin), Steinmetzwaaren von Grimm (München), Elfenbeinwaaren von Mayer (Hamburg), Kürschnerwaaren von Merzbacher (München), Silberwaaren von Wagner (Berlin), Porzellanwaaren von Thallmaier (München); Blumenverkauf der Frau Emilie Haslinger (Wien, Kolowratring). Wir sind nun wieder beim Eingänge in die westliche Längenhalle angelangt und treten jetzt einen Rundgang vor den Pfeilern der Rotunde an, an welchen uns folgende bemerkenswerthe Objecte in die Augen fallen: An den ersten Pfeilern Ausstellung der Actien- Bernstein -Gesellschaft (Berlin), Galanteriewaaren von Lüttringhaus (Mühlheim) und eine Conditorei. Es folgen nun eine von der k. k. Staatsdruckerei ausgestellte graphische Kurventabelle, die Gerstner’sche Conditorei, Bauobjecte für das von dem Generaldirector der Ausstellung, Baron Schwarz, ins Leben gerufene Athenäum, Geschosse einer schwedischen Schiffskanone und deren Wirkungen auf den Eisenpanzer eines Schiffes, Porzellan- manufactur (Kopenhagen), Oefen von De Cente (Wr.- Neustadt), ein amerikanisches Buffet, eine Conditorei und Sicherheitszündhölzchen der Joüköping - Fabrik (Schweden). Im Parquet der Rotunde ist die Orientirung schwie- j> riger. Wenn wir den ganzen Kreis, den vier Hauptportalen gemäss, in eben so viele Räume scheiden, so finden wir in dem ersten Kreisabschnitte, rechts vom Eingänge in die westliche Längenhalle Gold- und Silberwaaren von Vollgold, norwegische Silbererze (Kongsberg), Producte der Silberschmelzen Tostrup (Christiania), Porzellan von Killeroi&Bosh (Dresden), das schöne Modell des Brüsseler Börsengebäudes vom Architekten Thor eile, das effectvolle Genfer Monument, Möbelstoffe von W. i Vogel (Chemnitz), Wollwaaren von Löwenfeld (Wien und Prag), Porzellan von Fischer & Ming (Karlsbad), 54 Lampen von Gebr. Brünner (Wien), Sattlerwaaren von Müller (Wien), Orgel von Steinmeyer (Oettingen), Cottondrucke der Prager Actiengesellschaft, Kautschuk- waaren der russ.-amerik. Compag. (St. Petersburg), Musikinstrumente von Czerveny (Prag), Photographien von ^ J. Löwy (Wien) und ein hübsches Orgelwerk von Rieger (Jägerndorf). Im II. Kreisausschnitt eine Orgel von Besse (Wien), ein pyramidaler Aufbau von Stearin-, Seifen- und Parfümerie-Artikeln von Himmelbauer (Stockerau), Bleistifte von Hardtmuth, Toilettegegenstände von Pies se & Lubin, optische Instrumente von Plössl (Wien), Metallwaaren von Conraetz & Reuter (Wien), Strohhüte von Kubl (Florenz), ein Eisenbahnbrückenmodell, Strohgeflechte der bekannten Firma Coffani (Wien), Vorhänge von A. Wo 1 f f (Wien), Möbelstoffe von J. Pfeifer (Rumburg), prachtvolle architektonische Modelle (die Galerie Victor Emanuels. Westseite des Domplatzes in Mailand) von Mengoni (Mailand), Confections- artikel, die prächtige Exposition der Apollokerzenfabrik (Wien), Leinenwaaren der Kosmanoser Fabrik, Spitzen von Copestake (London), Chinasilberwaaren von Lak- ner & G. Simon (Wien), Kunstblumen der gräfl. Baudiss i n’schen Fabrik (Wien). In dem nächstfolgenden Kreisausschnitte Gold- und Silberwaaren von Ratzersdorfer und Chinasilberwaaren von Hermann (Wien), Glasspecialitäten (Manchester), die Ausstellung der Millykerzen- und Glycerinfabrik (Büste des Erfinders der Millykerzen) von Sarg (Liesing), Erzeugnisse der mechanischen Weberei (Linden), Thurmuhren von Mannhardt (München), Wachsleder (Mainz), und von Kalmus (Wien), ein-Thurmhelm von Geister (Berlin), Monumentalaufbau aus Gummiwaaren des Hamburger Fabrikanten Mayer, 127 Meter hoch, die Raucli’sche if Victoria 4 Meter hoch aus einem Stück Gummi, ein monumentaler Aufbau der Goldleistenfabrik Geb. Alves (Berlin), Erzeugnisse und Maschinen der Papierfabrik „Schlögel- mühl“, Ledertuch von Doer & Reinhardt (Worms), eine grosse Gruppe von Erzgüssen aus der Erzgiesserei von Durenne in Paris, Collectiv-Ausstellung von Spitzen. Im letzten Kreisausschnitte Metallwaaren aus der Fabrik Laveissiere (Paris), Producte aus schwedischen Steinbrüchen, Galanteriewaaren von J. Elz (Wien), ein 55 Thurmhelm von Monduit, Bechet & Comp. (Baris), Erzeugnisse der österr. Jute-Spinnerei und Weberei (Simmering bei Wien), Broncegüsse, darunter ein riesiger Löwe von Thiebaut & Fils (Paris), Leder von Heyl, I Erzeugnisse der S t o 11 b e r g’schen Spiegel - Manufactur und der vereinigten Wr. Gummiwaarenfabrik, Kölnerwasser von J. M. Farina, ausgestopfte Thiere und Pelzwaaren von Friedemann (Leipzig), Pelzwaaren von Witzleben (Leipzig), Nürnbergerwaaren von Grossberg & Kurz, Werkzeuge von Spear& Jackson (Sheffield), Holzschnitzereien von Ri ent & Sohn (Linz), Metallblättchen von Biberach (Nürnberg), das prachtvolle Schweizermonument, sehr hübsche Glaswaaren, Erzeugnisse aus Neusüber von Fürst (Berlin). Im südwestlichen Hofe der Rotunde : ein Zelt, in welchen die Billete zur Besteigung der Rotunde verkauft werden; in der Verbindungs-Galerie, zwischen der südlichen Galerie 8 A und dem Süd- (Haupt-) Portale, befinden sich Installationsbureaux, der Salon der Journalisten •und Baukanzleien. Der südliche Rotundenhof enthält Gartenzelte, die Verbindungsgalerie zwischen dem Südportale und der südlichen Galerie 9 A die Bureaux des Generalordners Ritter v. Maurer, des Polizei-Obercommissärs Steyskal und des Sanitätspersonales. Noch müssen wir erwähnen die in den Hauptpfeilern untergebrachte Aufzugsmaschine und Treppe zur Ersteigung der Rotunde. Der Eintrittspreis für die Besteigung beträgt im Monate Juli 40 kr.; der Preis für die Benützung der Aufzugsmaschine per Person 1 fl. Der Kartenverkauf findet, um eine grössere Ansammlung des Publicums in der Rotunde selbst hintanzuhalten, wie schon oben bemerkt, in dem unmittelbar an die Rotunde t angrenzenden gartenähnlichen Hofraume statt, welcher vom Haupteingange der Rotunde links gelegen -ist. Die Besteigung der Rotunde ist dem Publicum täglich von Früh 9 Uhr bis Nachmittags 5 Uhr gestattet. Der Anblick des inneren Raumes der Rotunde von der Galerie aus ist ein überraschend imposanter; aller Beschreibung spottet aber die Aussicht von den Dachgalerien inmitten der grünen Auen des Praters , des Flaggenwaldes der Ausstellungsgebäude und in der Nähe des regulirten Donaustromes und des Häusermeeres von Wien. Wir begeben uns nunmehr in den 56 Oestlichen Flügel des Ausstellungspalastes, in welchem Oesterreich den grössten Raum für sich in Anspruch nimmt. Der Ausstellung dieses Landes ist die Halle am Südportale, die beiden südlichen Höfe der Rotunde, die östl. Hauptgalerie bis zur 13. Quergalerie, dann die 9.—12. nördliche un(J die 9.—12. südl. Hauptgalerie und endlich der 10.—15. nördliche und der 10.—13. Süd?. Hof gewidmet. In der Hauptgalerie ein Plan der Donaureguliruag, Glaswaaren und Galanterie - Artikel in Holz, Bronce and Leder, darunter die prächtige Ausstellung der Firma Klein, in deren Kiosk sich unter Andern auch das prachtvolle Album befindet, welches die Stadt Wien der £rzh. Gisela anlässlich ihrer Vermälung mit dem Prinzen Leopold von Baiern widmete; ferner finden wir hier vertreten die Firmen: Rosenberg, Mayer, Neiber, Torell etc. Riesige Spiegel mit schönen Renaissance-Goldrahmen von Ziegler & Sohn, Graf Kinsky’s Erben etc. Die Gruppe der Metallwaaren: fein gearbeitete Gold- und Silberwaaren, Juwelen von wunderbarer Schönheit (Ferd. Hartung, Diamantengeschmeide; Bolzani & Füssl, Uhrketten; M. Goldschmidt & Söhne, und endlich die Collectiv-Ausstellung der Wiener Gold-, Silber- und Juwelenarbeiter); eine sehr hübsche Sammlung von Miniatur- Werkzeugen von Aug. Widder, Eisen-Industrie, Wertheim’s feuersichere Cassen und Werkzeuge, Ditmar’s tempelartiger Ausstellungspavillon mit einer reichen Auswahl von Steh- und Hängelampen in den verschiedensten Formen; ferner die Gruppen der Tischler und Tapezierer mit einigen mehr oder weniger luxuriös eingerichteten Zimmern, darunter die prachtvolle Haas’sche Exposition, und endlich die reichbeschickte Ausstellung der vorzüglich schönen Leinen- und Baumwollwaaren, Wirkwaaren, Teppiche etc. Hervorragend die Colle'ctiv - Ausstellung der n.-ö. Baum- wollspinnem und die zwischen der XII. und XIII. südlichen Galerie befindliche malerische Exposition der Erzeugnisse der Oberleithner’schen Flachsspinnerei in Gers- dort und der Leinenwaaren-Fabrikation in Schönberg. In der Mitte des zu diesem Zwecke reizend blau in weiss ausgestatteten Pavillons befindet sich eine Fontaine aus Hanf- und Flachsproducten imitirt. In Schaukästen Rohgarne, gebleichte Garne, ferner die verschiedensten Arten von Leinenwaaren. 57 Die neunte nördliche Galerie (9 B.) ist ausscliliess lieh den Kurzwaaren eingeräumt. Am Eingänge zwei Eisenpavillons mit Bronceguss und Wiener Specialitäten; ein Wasseruhrwerk von J. Ott. In v der Mitte prachtvolle Luster, im rückwärtigen Theile der Galerie zahlreiche Kästen in allerlei, mitunter sehr schönen Formen, welche kunstreiche Drechslerarheiten, Meerschaumschnitzereien, Galanteriearbeiten in Bronce, Holz, Horn, Leder (Albums, Fächer, Knöpfe, Ledermosaik etc.) enthalten. In der Weidmann’schen Ausstellung ein riesiges Bouquet von Juchten. Hervorragend imnördl.Hofe (10 B.) die Ausstellung von Monogrammpressungen der Firma Hardtmuth & Theyer, die vorzüglichen rastrirten und gebundenen Geschäftsbücher und die künstlich ausgeführten Einbände von Fr. Rolling er, die Ausstellung des Hofbuchbinders Groner etc., ferner feine Luxuspapiere, Erzeugnisse der Kartenfabrikation etc. Im rückwärtigen Theile Drechslerwaaren für den Hausbedarf , Regen- und Sonnenschirme, Fächer, Muster von tapezirten Zimmern (Spörlin & Zimmermann), geschliffene * Glas-und Stein-Waaren, Schul- und Zeichnenrequisiten, die Thurmuhr für die Votivkirche, Mosaiktischchen mit einer Platte von Karlsbader Sprudelstein, Heiligenfiguren aus geschnitztem Holz, Hirschgeweihe. In der zehnten nördlichen Quergalerie (10 B.): In der Mitte eingebaut der Uhrenhof mit sehr sehenswerthen Objecten an Uhren und an Uhrkästen (astronom. Uhr von F. Zajicek),ferner wissenschaftliche, optische, mechanische und chirurgische Instrumente; ein sehr sinnreich con- struirter Apparat, der sämmtliche, auf das Eisenbahn- Signalwesen bezughabende Objecte umfasst, und ein Instrument zur Messung der Erdschwingungen; künstliche j Gebisse, ein Krankenbett mit Bettfächer v. Dr. Romich, Proportionszirkel für Messungen der vergl. Anthropologie von D. Riegler, mit den Schädeln des Botanikers Dr. Wulfen und des Raubmörders Resch, und endlich Kinderspiel- und Taschnerwaaren. In dem nördl. Hofe (11 B.) Holz-Industrie, Böttcherarbeiten, Collectiv-Ausstellung der Wiener Anstreicher, Parquetten, Rohrgeflechte, Darstellung des salomonischen Tempels, sehr schöne Betten, Gewölbe-Portals. Die nächste nördliche Quergalerie (11 B.) ist fast ausschliesslich zur Ausstellung der Musik-Instrumente be- 5S stimmt, und sind hier nur am Anfänge Billards und Möbel untergebrachte. Claviere und Pianos der Firmen Josef Prom- b e r g e r und Sohn, P r o k in Reichenberg, Bösendorfer und Ehrbar. Im Hintergründe eine sehr schön gebaute Orgel; zwischen den Pfeilern, Kästen mit kleineren 1 Musik-Instrumenten, dann ein Orchestrion, welches alle Instrumente in sich vereinigt. Im nördlichen Hofe (12 B.): Kürschnerwaaren, Bären-, Wolfs- und Fuchsfelle als Teppiche, worunter mehrere mit hübschen imitirten Gebissen, letztere grösstentheils sehr täuschend von einer Dame (Wienerin) verfertigt; ferner Hanf- und Seilerwaaren (Hängematten), Kautschuk- und Gummiarbeiten, Wachstuch, Fusstapeten und Rou- leaux , Leder-Industrie , Maschinenriemen , Schuhmacher- waaren, Handschuhe. In der nördlichen Quergalerie (12 B.): Schafwoll- waaren und Tücher, letztere namentlich aus mährischen, böhmischen und schlesischen Fabriken , Schafwoll- gespinnste. Im nördlichen Hofe (13 B.): Bettwaaren, Weissstickereien, Pfaidlerarbeiten, Gespinnste, Zwirn, Flanelle, Weisswäsche, Schneiderwaaren, Damenmieder, lebensgrosse Figuren in der dalmatinischen Landestracht, Muster von Trachten aus Galizien. Nächst dem Eingangsthore zu diesem Hof schliesst die österr. Exposition in der Hauptgalerie ab. Es folgen nun die Länder Ungarn, Russland, Griechenland etc. doch finden sich nördlich noch zwei zu Oesterreich gehörige Höfe (14 B. und 15 B.), welche wir unserem Plane gemäss ebenfalls gleich durchwandern wollen, ohne dadurch einer später folgenden Beschreibung der Ausstellungsgegenstände Ungarns, Russlands und Griechenlands in irgend einer Weise vorzugreifen. Im nördlichen Hofe (14 B.): Collectiv - Ausstellung | des Unterrichtsministeriums. An den Pfeilern die Wappen jener Kronländer, welche an dieser Exposition in hervorragender Weise theilgenommen haben. An der Thürwand eine von dem Realschul-Professor Beyer sehr schön gemalte Decoration mit den Büsten Ihrer Majestäten; an den hervorragendsten Punkten überdies die Büsten Pesta- lozzi’s, Comenius’, Schubert’s, Rahl’s, sowie der Weisen Griechenlands. Der Ausstellungsraum selbst ist der Länge nach in 3 nahezu gleiche, zur Eingangswand parallel und. durch 59 grosse Aufschrifttafeln gekennzeichnete Abschnitte getheilt, welche der Eintheilung unserer Schulen in Volks-, Mittelund Hochschulen entsprechen. An der Eingangswand die . Bibliotheken des k. k. Schulbücherverlages und der Volks- ' und Mittelschulen. Auf dem ersten Mitteltisch das schöne Modell der von dem Reichsrathe Dr. Russ zu Schönpriefen in Böhmen erbauten und erhaltenen Volksschule. Links Objecte zum Anschaungsunterricht von Lehrer Grimm in Baden, die Hauk’schen physikalischen Instrumente für Volks- und Mittelschulen, die naturwissenschaftlichen Ausstellungen der Rossauer Oberrealschule, des Leopoldstädter Real- Obergymnasiums der Naturalienhändler Eger, Erber und Fritsch*). Ferner in der Abtheilung Hochschule die berühmten Hyrtl’schen Präparate, Ettinghausen’s Tertiär- Flora, Hochstädter’s Schwefel vulkane (Modelle vulkanischer Kegelbildung), Pollitzer’s Gehörpräparate, Pokorny’s Physiotypia, Toepler’s Influenzmaschine, etc. Es folgen ferner die Ausstellungen des Apotheker- Vereines, der anthropologischen Gesellschaft mit Dr. Wankel’s berühmten Objecten, worunter der uralte Höhlenbär (Ursus spelaeus giganteus), eine reiche urgeschicht- liche Exposition von Funden aus der Steinzeit, Broncezeit etc. (besonders sehenswerth), und endlich jene der geologischen Reichsanstalt. Im Hauptschiffe finden wir auf der rechten Seite auch noch kalligraphische und stenographische Arbeiten, darunter eine von dem Direetor des reichsräthlichen Stenographenbureau, L. Cohn arrangirte Darstellung der Organisation des stenographischen Dienstes, wie er für die Verhandlungen des österr. Reichsrathes besteht. In den beiden rechten Seitenschiffen : Schulpläne, Schuleinrichtungen, Zeichnungen und Modellirarbeiten i aus den Volks-, Mittel- und Specialschulen, unter welch ! letzteren die Handelsschulen von Patzelt und Porges, die Wiener und die Grazer Handelsakademie besonders hervorragen. Auf der linken Seite die Kindergärten, vor den eigentlichen Volksschulen, ferner in einem separaten Raume des äussersten linksseitigen Schiffes die Blinden- und *) Die Wiedener Communal-Ober-Realschule — ebenfalls eine hervorragende Unterrichtsanstalt — veranstaltet während der Ferien-'Moaate im Schulgebäude (Wieden, Waltergasse) eine interessante .Ledrm ittel- Ausstellung. 60 1 Taubstummeninstitute. Weiter folgen auf dieser Seite die Lehrmittel zum Rechnen-, zum Musik-und Turnunterrichte, die statistischen und kartographischen Lehrmittel und Ausstellungs-Objecte (Langl’s und Harlinger’s Geschichtsbilder , Artaria’s, Dolezal’s und Hölzel’s Wandkarten, und endlich die herrlich ausgeführten Karten des Prof. Simony). Noch sind zu erwähnen die hier aufgestellten schönen arabisch paläographischen Blätter von Dr. Ka- r ab ac ekund die Objecte der zoologisch-botanischen Gesellschaft, worunter die Sammlung der Insecten der n. ö. Fauna, der Schalthiere, der Giftpflanzen der n. ö. Flora, ein Blattherbarium der österr. Holzpflanzen, und eine Typenplatte von Diatomareen von Möller in Wedel angefertigt. Im nördlichen Hofe (15 B): Wägen, Sattler- und Riemerarbeiten, 12 Wägen der alten Firma J. Löhner: zwei zierliche Damenkutschir-Phaetons, neuer Construc- tion, ein Herrenkutschir-Phaeton, ein Sandläufer, 4 Da- men-Phaetons, sämmtlich mit Seide ausgestattet, ein Coupe d’Orsay, ein braunlackirter Broogham, zwei Patent- Landauer mit Glas. Von dem Hofwagen-Fabrikanten Marius zweireiche Hofsalon-Wagen, eine in San Francisco angefertigte „Americaine“, welche sammt Stange und Räder kaum 132 Pfund wiegt. Ferner ein Omnibus von Rohrbacher; ein Schlitten mit Eisbärenfell etc. von Armbruste r; ein kleiner, äusserst eleganter Rennschlitten und eine grau ausgestattete Victoria von Schwänzer und Sohn; eine meergrün lackirte Victoria, ein Landolett und ein grün lackirtes Herrencoupe und Landauer Berline, auch Glas-Landauer von A. Weiser und Sohn, ein „Dogg Care“, ein Millord und Pferdegeschirr, ohne sichtbare Nahten; endlich eine Collectiv-Ausstellung der Sattler Wiens. Kehren wir nun durch die Haujitgalerie gegen die Rotunde zurück, um die südlichen Galerien und Höfe in Augenschein zu nehmen. Die neunte südliche Quergalerie (9 A) ist ausschliesslich den Glas- und Porzellanwaaren gewidmet, einer Collection, welche unbedingte Bewunderung erregen muss. Die zahlreichen Glasluster, welche von der Decke herabhängen und in deren Prismen sich das durch die Fenster hereinfallende Licht tausendfältig bricht, gehören 61 zu dem Schönsten und Effectvollsten, weiches in solcher Fülle wohl je geboten wurde. Besonders reichhaltig die Ausstellung Lobmeiers. In dem nächstfolgenden südlichen Hofe die Maschine für den hydraulischen Rotunden-Aufzug, sowie eine sehr reichhaltige Ausstellung von Cement-, Marmor- und Thon- waaren, Schleifsteinen; eine Tropfsteingruppe etc. In der zehnten südlichen Quergalerie (10 A): Ausstellung von Metallwaaren, u. z. Spänglerarb eiten, Schrauben, Werkzeuge aller Art, und namentlich Waffen, ferner Zinkguss mit Benützung der Galvanoplastik zur Färbung, ein grosser metallener Brunnentempel v. R. Geburth, Bessemerstahl verzinnte Löffel von Bachmann, Eisenmöbel, Messerschmied-Erzeugnisse. In dem eilften südlichen Hofe (11 A): Artikel des Toilettentisches, Parfümerien, Seifen, Oele, Chemikalien, Apothekerartikel, Farbstoffe, Wachs, Leim, Schwämme, Producte des Bergbaues, prachtvolle Pflanzen und Fischabdrücke in Gesteinen, Kupfer und Blei. Erze, Kohlen, Bergwerkslampen und Geräthe, Thonwaaren, Kamine, Oefen etc. In der südlichen Quergalerie (11 A) : Posamentirer- artikel, Zwirn, Modistenarbeiten, darunter sehr schöne Damenhüte von Betti Galimberti und Adele Orszag, Hutererwaaren, Haarschneider - Erzeugnisse, prachtvolle Kunstblumen der Firmen Brüder Steiner, Gruschenig, Elvert-Albrecht, Hutterstrasser, Hoffmann, C. Schestag, Blumenbestandtheile v. W. A. Thürfelder und Schmuckfedern von Louise Hailig, Hauser und R. Ruszitska. Im zwölften südlichen Hofe (12 A): Leinen- und Baumwollwaaren, Spitzen, Wirkwaaren, Strohhüte, Perrücken, Möbel- und Zimmer-Deeorationen, und endlich die interessante Ausstellung der nationalen Hausindustrie und Volkstrachten in Mähren. (Ein Katalog, verfasst von Dr. Beda Dudik, ist dieser Ausstellung beigegeben.) In der südlichen Quergalerie (12 A): Erzeugnisse der österr. Seiden-Indusrie, Seidensammte und Seidenpluches, Atlas-, Taffet- und Gros-de-tour-Bänder, Sammtgilets und Shawls in allen Farben und Qualitäten, Kirchenstoffe und Paramente, Webestühle von Hlawatsch und Isbary und ein Stuhl zur Shawl-Weberei von Bachmayer. Im südlichen Hofe (13 A), gleich erreichbar von der Quergalerie 12 A aus, die hochinteressante Aus- - &2 — Stellung der Gruppe XII. „Graphische Künste und gewerbliches Zeichnen“. Bei dem hohen Standpunkte, den die Erzeugnisse der Literatur, Kunst und Musik, sowie die Fortschritte der Buchdruckerkunst und der übrigen graphischen Künste unter den Erfindungen und Producten des menschlichen Geistes überhaupt einnehmen, dürfte ein Gesammtüberblick der wichtigeren Erscheinungen der Literatur und Musik in Oe s t e rrei ch allen gebildeten Besuchern der Ausstellung um so willkommener sein, als die betreffenden Firmen keine Opfer scheuten, gerade diesen Theil der Exposition zu einem wahrhaft glänzenden zu gestalten. Wir erwähnen unter den Collectiv-Ausstellungen die des Gremiums der Buch-, Stein- und Kupferdrucker, vertreten durch die k. k. Hof- und Staatsdruckerei, die I. Wiener Vereins-Buchdruckerei, die Firmen : Finsterbeck, Fromme, Gerhart, Carl Gerold &' Sohn, Holzhausen, Paterno, Rollinger und Moesmer, Waldheim, Reiffenstein (Farbendrucke) etc., ferner jene der Buch-, Kunst- und Musikalienhändler, darunter die Firmen : Artaria (Kunstverlag), Braumüller (wissen- schaftl. Verlag), Felkl (Globen), Haslinger und Bösendorfer, Spina, Gotthard (musikal. Verlag), Holzel (prachtvolle Farbendrucke), Gerold als Verleger überhaupt, Rud. Lechner (als Verleger von Schulbüchern und Kinderbeschäftigungsmitteln), Miethke (Verleger des schönen Werkes: „Die Belvederegalerie), Seidel (militär. Verlag) etc. Die Collectiv - Ausstellung der Graveure, der Musterzeichner und ferner jene der Photographen (August, Ludwig und Victor Angerer, Antoine, Beer und Mayer, Gertinger, D. Heid, Kramer, Luckhart, Rabending, Szekely etc.), endlich finden sich in dieser Abtheilung kalligraphische Tableaux, Schildermaler-Arbeiten, Decorations-u.Wappenmalereien,photographischeApparate, Chemikalien, Buchdruckergeräthe, Stereotypien etc. Die österreichische Abtheilung schliesst mit dieser Galerie ab *), wesshalb wir uns wieder in die Hauptgalerie *) Am Schlüsse unserer Wanderung durch die österr. Abtheilung bemerken wir noch, dass die Stadt Wien mit Bezug auf ihre Verwaltung einzelne Fächer der Ausstellung (Unterrichtswesen etc.) zwar beschickte, sonst aber im Weltausstellungsrayon keine Separatausstellung ins Leben rief. Dafür veranstaltete der Gemeinderath in 63 "1 zurückbegeben, wo zahlreiche weiss-grün-rothe Flaggen und Wappenschilder die Ausstellung des Königreiches Ungarn kennzeichnen. Dieselbe ist in den Quergalerien 13 B und 13 A, in dem zwischen diesen Galerien gelegenen Theile der Hauptgalerie und dem Hofe (14 A) untergebracht. In der Hanptgalerie besonders prachtvoll die Ausstellung, welche L. A. Goldschmidt von den Erzeugnissen seiner Edelopalgruben veranstaltete (beinahe jede der ausgestellten Stufen ein Unicum). Ausgezeichnete Opalcameen mit dem Bildnisse des österr. Herrscherpaares nach Büsten von Fernkorn von Guilmare fils in Paris geschnitten, ferner ein Collier im Werthe von 200000 fl., ein Diadem mit Tropfen, ein Collier von weis- sen und schwarzen Opalen etc.; ferner Kirchenparamente, Uhren, Telegraphen-Apparate, chirurgische Instrumente, Musik - Instrumente, namentlich Trompeten , graphische Künste (Ausstellung der königl. Ungar. Staatsdruckerei), Porzellan, Galanteriewaaren, darunter in der Eder’schen Exposition das werthvolle Album, welches die Stadt Pest der österr. Erzherzogin Gisela anlässig ihrer Yermälung mit dem Prinzen Leopold von Baiern widmete. In der nördlichen Quergalerie 13 B -. Die monumentale Ausstellung der Stearinkerzenfabrik Flora in Pest, Pelze, Leder- und Taschnerwaaren, Sättel, Peitschen, Zimmereien Räumen des städtischen Pädagogiums (Stadt, Hegelgasse 12) eine überaus reichhaltige historische Ausstellung der Stadt Wien, welche die allmälige Entwicklung Wiens aus dem einstigen römischen Standlager bis auf die Neuzeit darstellt und die sich eines besonders regen Interesse von Seite des Publikums erfreut. In dieser Specialausstellung, welche aus Studien über das römische Wien, Plänen von 1050 bis auf die Gegenwart, Ansichten der Stadt, der Basteien, der k. k. Hofburg, von Strassen und Plätzen, verschiedenen Gebäuden und Neubauten, einem sehr interessanten plastischen Modelle der inneren Stadt, ferner aus Abbildungen von Festen und Ereignissen, Zeitbildern, Trachten und Moden, der Bürgerbewaffnung, Porträten, Münzen, Medaillen und Siegeln, Handschriften, Urkunden, Gedenkbüchern, und verschiedenen sonstigen historischen Denkmalen (silbernen Gefässen, Henkersschwertern etc.) besteht, wurde von Sr. Majestät dem Kaiser Franz J o s e f I., v. Sr. Hoheit dem Erzherzog Albrecht, vom hiesigen Erzbischöfe, von der Akademie der bildenden Künste, von der Gemeinde selbst, von mehreren österreichischen Stiften, von Wiener Gewerbsgenossenschaften und schliesslich von einer grösseren Anzahl Privatpersonen in der reichlichsten Weise beschickt. Die historische Ausstellung bleibt bis in die zweite Hälfte September 1873 geöffnet und kann täglich, mit Ausnahme der Montage, von 9 Uhr Früh bis Nachmittags 4 Uhr gegen ein Entrde von 20 kr, (Dienstag 50 kr.) besichtiget werden. 64 Einrichtungen, Photographien, Papier-Industrie, Lehrmittel, physikal.Apparate, anatomische Präparate, Büchereinbände, Modelle von Schiffen, Taue und endlich im Centrum der hier befindlichen ungarischen Militär - Exposition die effectvolle Collectiv - Ausstellung der Honved-Ausrüstung, ein von dem bekannten Decorateur Lehmann in Pest ausgeführtes, recht gefällig arrangirtes Tableau, welches den, Honved als Infanteristen, Husaren, Uhlanen, Pionnier, Blessirtenträger etc. zur Anschauung bringt; neben dem Tableau eine complete Mitrailleuse, sowie die übrigen Waffen der ungar. Landwehr, von der Pester Gewehrfabrik ausgestellt; Gewehrmunition der Firma Roth in Pressburg etc. In der südlichen Quergalerie (13 A.): Perrücken, Pfeifen, Tuch, Bekleidungs-Industrie, Bürsten und Kämme, Feldflaschen, ein möblirtes Zelt, Hanfwaaren, Eisen-Industrie, Gusswaaren, Modell eines Stiegenhauses, Producte des Bergbaues, Salzbergwerkmodell, eine Steinsalz-Pyramide, Hefen etc. Im südlichen Hofe 14 A eine sehr interessante Ausstellung der ungarischen Textil-Industrie und der ungarischen Hausindustrie in einem besonderen Pavillon. Russland finden wir in dem ferneren Theile der Hauptgalerie, in den Quergalerien 14 A und 14 B und in dem Hofe 15 B. In der Hauptgalerie : Producte des Bergbau- und Hüttenwesens, gewalztes Eisen, Stangeneisen, Bessemerstahl, Metall - Industrie, Eisenschienen etc., Gegenstände der kirchlichen Kunst, musikalische Instrumente: Pianos, Streichinstrumente , eine Spielorgel, Pauk - Zither etc. Bekleidungs-Industrie, namentlich Rauh- und Tuchwaaren, verschiedene Gewebe, goldgewirkte Stoffe, Gummikleider, Herren- und Damenstiefel, Schuhe, Hüte, darunter der nationale Kopfputz der Frauen; Stein-, Thon- und Glas- waaren, Schmuckarbeiten in Metall etc. In der nördlichen Quergalerie 14 B : Fortsetzung der Ausstellung der Textil- und Bekleidungs-Industrie, ferner Papier-Industrie: Papierzeug aus Espenholz, Papier und Papiermasse aus Riedgras, Tapeten, Juchten, Einbände etc.; ferner graphische Künste: Ausstellung der kais. russischen Expedition zur Anfertigung der Reichspapiere, lithographische, chromolithogr. und photograph. Kunstwerke, Kupfer- und Stahlsticharbeiten; ferner die Ausstellung des Erziehungs- und Unterrichtswesens, des St. Petersburger 65 teclmolog. Institutes, Modelle für systematischen Handwerks-Unterricht, orthopädische Modelle und Zeichnungen, ethnographische, zoologische und anatomische Modelle und Präparate und Lehrmittel überhaupt. Den rückwärtigen Theil dieser Galerie nehmen Turke- stan und die Kaukasusländer für sich in Anspruch. Im erstereu sehenswerth die ethnographische Ausstellung, welche uns die verschiedenen Völker stamme Turkestans mit ihren Behausungen, ihren Gebräuchen, ihren mannigfaltigen Trachten und technischen Werkzeugen, ihren Speisen etc. vor Augen führt. So bemerken wir hier verschiedene Volkstypen, plastische Gypsfiguren in Lebensgrösse ; ein Sartlienzelt mit Teppichen anstatt der Möbel, und mit zwei vornehmen Damen, einem Kinde und eine Dienerin; ein turkestanisches Wirtshaus sammt dem Eigenthümer und Koch; den Laden eines Gewürzkrämers, in welchem der beturbante Verkäufer Granatäpfel, Mais, Erbsen, Confect, Paprika, Unschlittkerken etc. feilbietet; ferner eine auf einem Kameel reitende Frau, ein Reisender auf dem Rücken eines Büffels, ein Kirgise in weiter gelber Hose und einer Blouse aus Segeltuch, ein Sarthe in schwarzem Kaftan und weissem Turban, endlich die Figur eines Israeliten in blauem Kaftan. Ferner eine Reihe vegetabilischer Erzeugnisse: Baumwolle, roh, gefärbt, gesponnen und gewebt, den wildwachsenden Kendyr (Apo- cynum venetum), ebenfalls roh und verarbeitet; verschiedene Oele, Arzeneien, Baumstämme, darunter der merkwürdige Sacksaul. Die Fauna Turkestans lieferte prächtige Felle von Tigern, Panthern, wilden Katzen, Mardern u. dgl. Interessant ist ferner die reiche Collection von Leder, Schafwolle , Kameel- und Rosshaaren, Seide etc. in den verschiedenen Stadien der Bearbeitung und eine Sammlung von eigentümlich gefärbten Seidenstoffen. Noch machen wir den Besucher dieser Abtheilung aufmerksam auf die verschiedenen Gefässe, Waffen und Schmuckgegenstände, letztere mit eigentümlicher Fassung. In den Kaukasusländern vorzüglich Landesproducte: Kupfer-, Eisen-, Silber-, Blei- und Zink-Erze, Steinsalz, Kohlen, Erdpech, Steinöl, Naphtha; ferner Getreidearten, eine Sammlung von Fruchthüllen und Samen verschiedener wildwachsender Pflanzen von Owerin in Tiflis, zahlreiche Cerealien, Baumwolle und Oelpflanzen (unter letzteren Ricinus und Sesam), Tabak und Krapp, Flaschenwein (in Seis, Weltausstellung. 5 66 einer stattlichen Pyramide ausgestellt). Die Seidenzucht in Cocons, Ruhseide und in Geweben vertreten; Felle; ferner Tuch von Steinbockwollhaaren, Teppiche, Strümpfe, prachtvolle Waffen, Sättel und Goldstickereien, Seidenstickereien auf Tuch als Draperien und Portieren an den Wänden, Photographien der Kirchen und Prachtbauten der Kaukasusländer, Karten, Pläne, Zeichnungen etc. In der südlichen Quergalerie 14 A: Ausstellung von prächtigen Malachiten, ferner Thon- und Glaswaaren, Transportmittel, wissenschaftliche Instrumente, darunter ein Apparat zum Erleuchten der inneren Theile des menschlichen Körpers vermittelst elektrischen Lichtes; eine Uhr ohne Federn , Räder und Gewichte , Telegraphen - Apparate, chirurgische Bestecke; ferner Kurzwaaren: Arbeiten aus Wallrossknochen, Bernstein etc., PIolzSchnitzereien; Möbel; ein Billard mit eiserner Tafel, Spinnräder, Korkrinde und Korkarbeiten, Gewebe und Flechtarbeiten aus Holz, ein Heiligenschrank im russischen Style des XIV. Jahrhunderts ; Leder- und Kautschuk-Industrie, besonders Felle,, weisses und schwarzes Juchten-, Chagrin-, Saffian- und lackirtes Leder, Sattlerwaaren, Reiseartikel, wasserdichtes Segeltuch; Nahrungs- und Genussmittel, Branntweine, Li- queure, Essenzen etc.; Seifen, Kerzen; endlich chemische Producte, u. zw. vorzüglich Fette, Oele, Fischleim u. Farbstoffe. Im südlichen Hofe 15 A: Der russische Geschützpavillon, enthaltend eine Collection von Gegenständen, die das gesammte Kriegsmaterial der Armee und Flotte getreu darzustellen vermögen. Vor Allem bemerkenswerth: die grossen aus der Oborschower Geschtitzgiesserei stammenden Marine- und Belagerungsgeschütze. In der vorderen Mitte des Pavillons ein 12zölliges Marinegeschütz; die Ladung (prismatisches Pulver) wiegt 5P6 Kilogr., das Geschoss 294 - 8 Kilogr. Ferner bemerken wir hier Belagerungskanonen, Feld- und Küstengeschütze, Mörser, Ge- birgsbatterien u. s. w.; dann zwei Pyramiden, aus Handfeuerwaffen der Armee gebildet, welche aus der Waffenfabrik zu Toula stammen, darunter eine Collection von 12 nach dem Systeme Kruka’s umgestalteten alten gezog. Musketen, die sowohl als Carabiner wie als Infanteriegewehr benützt werden können, 12 Muster des neuen BerdangeWehres ^ein interessantes Instructions - Gewehr, welches die innere Beschaffenheit vollkommen anschaulich macht). Im Hintergründe des Pavillons Ambulanz- und 67 Regiments - Proviantwagen , Blessirtentragen; plastische Figuren, durch welche die Uniformirung der russischen Armee dargestellt wird; ferner Uniformmuster; im linken Seitentracte Modelle von Ambulanzzelten, russischen Kriegsbrücken , chirurgische Requisiten, eine Collection Hufbeschläge etc.; im rechtseitigen Tracte sehr interessante Marine-Modelle. Griechenland fand seinen Platz in der Hauptgalerie zwischen den beiden Quergalerien 14 und 15. Unter den Ausstellungsobjecten dieses Landes sind besonders die zahlreichen Gypsabgüsse von Metopen und Friesen der Akropolis und photographische Abbildungen von Denkmalen der Vorzeit hervorzuheben. Von den neueren griechischen Sculpturen nennen wir eine Penelope von Drosses. Ferner finden wir hier hübsche Producte des Bergbaues (Marmor in fast allen Farben), diverse Holzarten für den Kunsttischler, eine reiche Collection von Weinen. Tunis nimmt den vorderen Theil der südlichen Quergalerie 15 A ein. Neben dem eleganten Gitter, welches diesen interessanten Flügel von der Hauptgalerie trennt, lebende Bananen mit Früchten, Pisangstämme mit breiten massigen Blättern etc.; in den Kästen in der Mitte und an beiden Seiten kostbare Gewebe, seltsam geformte Waffen und Trophäen, darunter die reiche Waffensammlung des Generals Hussein, kostbare, mit Gold, Silber und edlen Steinen verschwenderisch geschmückte Säbel, Flinten und Carabiner, allerlei Schmuck, massive Halsketten, Armringe, Silber- und goldgestickte Schuhe und Pantoffel, prachtvolles Sattelzeug, das Costüme des Khasnadar, Divan und Tischdecken, Seiden- und Wollvorhänge, Shawls und Schleier; ferner Hausgeräthe der verschiedensten Art und Form: Geschirre, Krüge, Schüsseln, Teller, Besen, Leuchter, Laternen, Felle, hölzerne Kübel, Strohmatten und Geflechte; ausserdem vielfache Muster der Naturproducte des Landes, dann eine reiche Collection von Statuen und interessanten Proben antiker Sculptur, von neueren Ausgrabungen aus den Trümmern Karthago’s herrührend, und endlich ein vollständig eingerichtetes Wohnzimmer mit lebensgrossen, in die landesübliche Tracht gekleideten Figuren. Unter den dort in der Nähe befindlichen Typen dürfte wohl auch noch eine „neuvermälte Braut“ zu nennen sein, deren Oberleib mit einem weissen, mit Blumen bedeckten Röckchen bekleidet ist, und deren Beine in bun- 5 * 68 ten enganliegenden Hosen und rotlien golddurcliwirkten Halbschuhen stecken. Hinter Tunis (in derselben Galerie) die Producte Marokko’s und die Ausstellung Egyptens, ohne Zweifel eine der interessantesten des Orients. Eine Pflanzengruppe, gebildet aus Getreideähren, Zweigen des Papyrus, der Tamarinde, der egyptischen Akazie, des Kaffeebaumes etc., mit einer hoch emporragenden Palme in der Mitte, an der Seite Zuckerrohr, Holzgattungen, darunter der kolossale Stamm eines Feigenbaumes, eine riesige Palme aus der Gegend um Theben, Früchte und landwirthschaftliche Producte, namentlich Baumwolle, ein zierliches Herbarium; ferner Nahrungsmittel, als: Brot, gedörrte Fische, Mehl, Oel, Käse, Zuckerwerk, Wein von Fayumeto. Ferner graphische Künste, eine in Berlin verfertigte grosse Reliefkarte Egyptens und Nubiens, dann eine ebenfalls aus Berlin herrührende Eisenbahn- und Telegraphenkarte, sechs geologische Karten, einen Plan von Alexandrien und seiner Umgebung, statistische und graphische Tableaux etc. Erzeugnisse der Industrie: Thonwaaren, Kupfer- und Messinggeschirre, prachtvolle Gewebe, Seidenstoffe, Sammt etc. Goldstickereien, kostbare Filigranarbeiten, goldene und silberne Tassen, Kannen und Becher, Schmucksachen, darunter roh und massiv gearbeitete Armringe, Lampen, Holzmöbel mit Bein und Perlmutter eingelegt, Holzgefässe, Musik-Instrumente (Lauten) , Tschibuks und Nargilehs, alte und moderne Waffen etc. und endlich eine Collection von Muscheln, Korallen und kleineren Seethieren aus dem rothen Meere und eine recht interessante ornithologische Sammlung (circa 40 ausgestopfte Vögel aus Egypten und dem Innern Afrika’s). An Egypten reiht sich eine hochinteressante Sammlung von Waffen, Geräthen und Naturproducten aus dem Sudan und Abyssinien und endlich der primitiven Producte der Negervölker an. Bemerkenswerth die gleich hinter der egyptischen Aussellung stehende Hütte von Massana (am rothen Meere), aus Palmstroh geflochten und mit Muschelgehängsel in sonderbarer Weise verziert. Im Innern ein bankartiger Divan, dessen Hauptbestaudtheile zerschnittene Felle bilden. Unter den Waffen, Pfeile, Spiesse etc., welche einen hübschen Beitrag zur Kenntniss des ureigenthümlichen Waffenwesens dieser Länder liefern. 69 Die Türkei nimmt im Ausstellungspalaste den östlichsten Theil der Hauptgalerie, die südliche Quergalerie 16 A und den südlichen Hof 16 A ein, in welch’ letzterem sich der Pavillon für den türkischen Schatz befindet. In der Hauptgalerie: Figuren in den Nationaltrachten der einzelnen türkischen Länder (grösstentheils mit Erklärungen auf den Postamenten), eine lange und dicke Walze Wachs, Modelle der Haram es Scherif auf Moriah in Jerusalem, und ein ferneres Modell der Moschee Kob- bes Es Sachras (Dom des Felsens), an der Stelle des alten Tempels in Jerusalem, beide verfertigt von Schick; Kürschnerwaaren, Producte des Bergbaues, Werkzeuge, Früchte, Samen und Essenzen, Hölzer, Fossilien, Leder, ein türkischer Wagen, ein hübscher Reliefplan von Jerusalem, türkische Fahrzeuge, eine Collection von Opium und Thei- len der Mohnpflanze, die Moschee Ak Serai in Constanti- nopel in Feinsilber ausgeführt, und endlich eine im kolossalsten Massstabe ausgeführte Reliefkarte des goldenen Hornes und seiner Gestade. Die südliche Quergalerie 16 A ist in der verschwenderischsten Weise mit Teppichen ausgestattet, welche den Plafond, die Seitenwände etc. fast gänzlich bedecken; ausserdem ragen an den Pfeilern durchgängig riesige Palmblätter empor. Figuren in den Nationaltrachten der türkischen Länder (Bezeichnung beigesetzt), Waffen, schwarze Thonwaaren, Goldwaaren, Metallgefässe, Baumwolle, Stroh- und Rohrgeflechte, Posamentirerartikel, Spiel- waaren, goldgedruckte und golddurchwirkte Stoffe, Möbel, Cassetten etc., überaus reich mit Perlmutter eingelegt, Holz- und Beinschnitzereien, musikalische Instrumente, Haus- geräthe, Thonpfeifen, Broncegefässe, Filigranarbeiten in Gold und Silber, Kleider, Schuhe, Pantoffel, goldgestickte Schleier etc. Im südlichen Hofe 16 A: Das türkische Schatzhaus. Dasselbe, nach einem von dem türkischen Architekten Mo nt an i entworfenen Plane construirt, besteht aus einem steinernen Unterbau, welcher ein Gemach für die Wächter und zur Aufbewahrung der Kisten enthält, und aus einem eisernen Kiosk, dessen Kuppelbau dem der Moschee Su- leiman’s des Grossen in Stambul nachgebildet ist. Reiche orientalische Malereien bedecken Plafond und Wände. Als die hervorragendsten Objecte des Schatzes selbst wären zu bezeichnen: Der berühmte Thron Schah Nadir’s, welcher von den Türken bei der Eroberung Bagdads den 70 Persern abgenommen wurde, ferner die prunkvolle Rüstung Sultan Selim’s II. und die mit Diamanten und andern herrlichen Juwelen gezierten Dolche dieses Herrschers, der Säbel des Sultans Mahomet, ein Waschgefäss des Sultans Murad, goldene Schatullen, Trinkgefässe, Waffen, Gürtel, Alles mit Edelsteinen, besonders Rubinen, Smaragden und Türkisen besetzt, ein zum Anzünden der Segel feindlicher Schiffe bestimmter Pfeil, antike Uhren, seltene Krystall- vasen, viele chinesische Porzellangefässe. Von der Decke herab hängen vier vergoldete, mit Juwelen und einer Goldquaste verzierte Kugeln, Top genannt. China. Die Ausstellungsobjecte Chinas befinden sich zum Theile in der nördlichen Quergalerie 15 B und in dem daranstossenden Hofe 16 B. In der nördlichen Quergalerie (15 B) vor der persischen Ausstellung: Collectionen, welche den Export der einzelnen chinesischen Häfen nach fremden Ländern, ferner solche, welche den Import aus asiatischen, afrikanischen und australischen Gebieten zur Anschauung bringen, und endlich eine solche, welche den Export der Häfen nach anderen chinesischen Plätzen zur Anschauung bringt. Bemerkenswerth die werthvollen Sammlungen des Archdeacan Gray in Canton, die von dem chinesischen Kaufmanne Hu- Kwang-Yung in Shanghai ausgestellten Soochow-Seiden und Cloisones etc. Ferner sei noch aufmerksam gemacht auf die schönen Holz- und Beinschnitzereien, die Poi’zellanwaaren, Gewebe, Kleider, Lackwaaren, Gusswaaren, Waffen und die reichhaltige Collection chinesischer Typen. (Bezüglich der Fortsetzung der chinesischen Ausstellung vergleiche man unten Seite 71). Den rückwärtigen Theil dieser Galerie nehmen die Ausstellungsobjecte von Persien und Rumänien ein. Persien hat eine reiche Sammlung kupferner Geschirre : Schalen, Trinkbecher, Wasserkannen, Tassen, Schüsseln, Kohlen- und Waschbecken ausgestellt, fast durchaus in edlen Formen und geschmackvollem Arabeskenschmuck, ferner sehr hübsche Waffen, zierlich eingelegte und mit sehr feinen Miniaturen bemalte Kästchen, Möbeln; endlich Seidenstoffe, vorzüglich schöne Schleier und die von jeher anerkannten persischen Teppiche. Rumänien stellte überwiegend Naturproducte aus; darunter ein kolossales Wildschwein, einen riesigen Bären, eine hübsche Gruppe Vögel, seltene Fische aus dem schwär- 71 zen Meere u. aus der Donau. Unter den Bergwerksproducten bemerken wir: Kohle, Salz, den schönen schwarzen Bernstein, ferner verschiedene Holzdurchschnitte von uralten Eichen, Buchen u. Rüstern, sodann Getreidearten, Wein etc. Von grossem Interesse sind auch die hier ausgestellten Nationaltrachten sammt den beigegebenen Costümbildern, die Heeres-Uniformirung und endlich auch eine Collection von alten griechischen Kirchen-Ornamenten. In dem daranstossenden chinesischen Hofe (15B) die vom Costomhouse selbst veranstaltete Ausstellung, mit der Scheidung des Exportes vom Import und je nach den Gruppen des Classifications-Systems. Im Mittelschiffe des chines. Hofes die Sammlungen der Missionäre, die von dem General-Consul R. v. Overbeck eingesendete Ausstellung, worunter sich besonders Seiden-, Porzellan-, Lack-, Holz- und Elfenbeinwaaren bemerkbar machen. Links vom Eingänge: Schiffsmodelle, Rohre, Felle, Papierwaaren, Sämereien, Strohgeflechte, Tabak, Seiden- gespinnste, Schuhe, Kleider, Hausgeräthe, Möbel etc. Erwähnenswerth sind schliesslich auch noch die durch den k. k. Consul Schlick in Shanghai gesammelten Gegenstände, auf denen Erzeuger, Erzeugungsort und genaue Beschreibung angegeben sind. Japan und Siam endlich sind in der nördlichen Querga'erie (16 B) untergebracht. Gleich am Eingänge ein aus Messingtlieilen zusammengesetztes Fischungethüm, Modell eines in Gold ausgeführten Prunkstückes, welches das Thor einer der grössten japanesischen Städte schmückt, von der Decke herabhängend grosse, mit Ungeheuern bunt bemalte Papier-Lampions für Illuminationszwecke, ferner Tafelaufsätze aus Silber und Eisen, in Form von durch Elefanten getragenen Thürmen, alte japanes. Rüstungen aus starkem Leder und Bambus, mit lackirtem Metalle überzogen und mit reich in Gold und Silber gestickten Oberkleidern, Helme und Kriegsmasken, Schwerter, und zwar das Katana (zweihändig) und das Wakisasi (das kürzere Schwert), ferner herrliche Stücke in Bronce: Candelaber, Glocken, Räucherbecken, Götter und Heiligen- und Thier-Bilder, unter den letztem namentlich Elefanten, ferner eine Fähre mit Schiffen (ganz aus Bronce) , Tempelmodelle aus Speckstein, gut ausgeführte Aquarelle etc. Besonders bemerkenswert!! sind die Lackarbeiten, deren Industrie namentlich in der alten Hauptstadt Miako blüht: Cassetten, Schreibzeuge, Tassen, Yasen, 72 Rauchnecessaires, Schränke, Präsentirbretter, Kohlenbecken,. (Der auf den Lackwaaren oft vorkommende kegelförmige Berg ist der von den Japanesen mit Vorliebe dargestellte feuerspeiende Berg Fusi). Ferner Lackgegenstände mit Perlmutter eingelegt: eine sehr schöne, auf einem der mittleren Tische stehende Vase, ein Wandschirm, Tische und Etageres (moderne Arbeiten), bewegliche Todtengerippe etc., verschiedene Papiergattungen, Modelle von Wohngebäuden und Gewerksanlagen. m. Vor dem Ostportale des Industrie-Palastes. Unmittelbar vor dem Ostportale des Industrie-Palastes erblicken wir die getreue Copie der Tschesehme oder Fontaine Achmeds III. vor dem grossen Thore des Serai in Constantinopel, dessen bestechende Farbenpracht wohl jeden Besucher der Austeilung festzubannen vermag. (Die wirkliche Fontaine wurde 1141 der Hidschra, d. i. 1728 nach Christi von dem Eidam des Sultans Achmed III., dem Grossvezier Ibrahim Pascha, errichtet, und bildet eine würdige Rivalin der Fontaine Sultan Mahmud’s I. auf dem Platze von Topchana. Der Kunstbau. Gegenüber dem Ostportale des Industriepalastes erhebt sich in einer Entfernung von circa 160 Meter die von dem Architekten Hasen au er entworfene Kunsthalle, ein stattlicher Bau von grosser Zweckmässigkeit und schöner decorativer Ausstattung. Das vierschiffige Gebäude (205 Meter lang u. 45 Mtr. breit) hat zwei nebeneinanderlaufende Mitteltracte, deren jeder einzelne sein selbstständiges Dach mit Oberlicht besitzt und zwei Seitentracte, welche durch Seitenfenster erleuchtet werden. Die beiden Mitteltracte sind nur durch eine Wand von einander geschieden, im Centrum des Gebäudes vereinigen sie sich zu einem grösseren Saal, welcher nach den beiden Fagaden hin durch zwei Vestibüle begrenzt wird. Sämmtliche vier Tracte sind durch Querwände in kleinere Säle getheilt und in den Nebentracten durch Einlegung von runden Wänden weitere Unterabtheilungen erzielt worden. Die Stirnseiten des Gebäudes haben analog der Längenfagade je ein Vestibüle, an deren jedes sich zwei Eckpavillons anschliessen. In den vier Vestibülen haben Werke der Sculptur, in Marmor, Bronceguss und in Gipsabgüssen 73 ihren Platz gefunden, welche durch angeheftete Zettel grösstentheils näher bezeichnet sind. Was die Eintheilung der Halle nach einzelnen Ländern betrilft, so nehmen Oesterreich, Ungarn und Deutschland den südlichen, und Frankreich, Belgien, Holland, dte Schweiz und England den nördlichen Flügel ein. Der Mittelsaal ; dessen Haupteingang sich gegenüber dem Achmedsbrunnen befindet, ist analog der Rotunde des Industrie- Palastes, ein Sammelraum für die hervorragendsten Werke der Gesammtausstellung, in Bezug auf die Kunst, ohne Rücksicht auf ihre Abkunft und Specialität. Wir bemerken hier: Piloty’s herrlichen „Triumphzug des Ger- manicus, Canon, „die Loge Johannes“, Hiddemann, „die Werbung“, Cabanel’s Deckengemälde, den „Tag“ alle- gorisirend, Clement, „Nero“, Fleury, „Scipio’s Einzug in Karthago“, Israel, „Familienscene“, Thierstücke von Rosseau, Troyon, Jatz u. Ockel, Thierstücke von T. Stourmois, „Landschaften“, Wiertz, „Engelsturz“, L e n b a c h, Porträt des Kais. Franz Josef, Winterhaider, Porträt der Kais. Elisabeth v. Oesterr.; die Sculp- turen, grösstentheils französischen Ursprungs, sind im Allgemeinen nicht ganz tadellos. Von hervorragenderen Gemälden der hier vertretenen einzelnen Länder konnte bei dem gegenwärtigen Mangel eines verlässlichen Kataloges leider kein Verzeichniss gegeben werden. Die Kunsthalle steht durch hölzerne Arcadengänge mit den beiden Kunstpavillons (Exposit. des amateurs) in Verbindung. Diese letzteren, mit ihren Fagaden gegeneinander gekehrt, besitzen einen kreuzförmigen Grundriss und misst das Längenschiff 57 Mtr., das Querschiff 50Mtr., die Breite der beiden Schiffe beträgt 18 Mtr. Im südlichen Pavillon (des amateurs) fanden die Kunstsammlungen Deutschlands (im westlichen Flügel), Schwedens, Norwegens und Russlands (im Mittelraum), Dänemarks und Ungarns (im südlichen Flügel) und Oesterreichs (im östlichen Flügel), Aufnahme. Die letztere Abtheilung wurde namentlich von österr. Stiften reich beschickt. Der nördliche Kunstpavillon enthält Expositionen Frankreichs (im westlichen Flügel), Italiens (im Mittelraum und im östlichen Flügel), Nordamerikas etc. (im nördlichen Flügel. Das oben ausgesdrückte Bedauern über den Mangel von verlässlichen Katalogen muss auch rücksichtlich der 74 in diesen Pavillons untergebrachten Kunstsammiungen ausgesprochen werden. Die eben besprochenen beiden Pavillons bilden mit der Kunstballe und einer zierlichen Gartenanlage den als selbstständiges Ganze sich repräsentirenden Kunstbau, an dessen östlicher Seite der schöne Triumphbogen der Wienerberger Ziegelfabrik, nächst welchem man mittelst einer Brücke zu den jenseits des Heustadl Wassers gelegenen Objecten gelangt. Jenseits des Henstadlwassers, und zwar gleich links von der Brücke, befindet sich das österreichische Tauernhaus, links von diesem der sekens- wertke Pavillon für Glasgemälde, östlich davon, u. zw. rechts vom Schienenstrange, die Ausstellung von galizi- schem Bauholz, südlich zwei Alpenhütten in ihrer ganzen primitiven Construction. Eine dieser Hütten ziert die Inschrift: „Die Alm, die ist in Gottes Hand, zum hohen Göll ist sie benannt.“ Es folgen nun nördlich ein slovakisches Bauernhaus, ein Arbeiterhaus und längst den Schienensträngen wieder aufwärts rechts das galizische Bauernhaus und noch weiter nördlich links das Grenzer und das steierische Bauernhaus. Kehren wir zum galizischen Bauernhause zurück, so erblicken wir ostwärts den Baum für die Thierausstellungen und westlich das rumänische, das kroatische und das Geidler Bauernhaus. Letzteres aus dem deutschen Dorfe Geidel in der Neutraer Gespanschaft, ist ein stockhoher Holzbau, welcher im Erdgeschosse das „Fürhaus“ (Vorzimmer), das Stiibel (zugleich Küche) und das Wohnzimmer und im ersten Stockwerke die „Bühne“ (ein grösseres Zimmer) und mehrere Kammern enthält. Um das Haus ein hübsches Gärtchen Auf der gegenüberliegenden Garfenparcelle, und zwar an der Strasse, welche direct zu der obenerwähnten Heustadl-Wasser- Brücke führt, stehen das Szekler- und das sächsische Bauernhaus aus Siebenbürgen. Im Szekler Hause hübsche Flechtarbeiten, eine Alt Hausapotheke, Hüte und Kappen aus Zündschwamm, Kleidungsstücke, eigenthüml. Haus- geräthe etc. Weiter folgen rechts an der Strasse die schwedische Meierei und dieser gegenüber das von Carl Ganalil aus Bregenz ausgestellte Vorarlberger Bauernhaus, ein eleganter und durchaus schuppenartig mit Schindeln be- 75 deckter Holzbau. (Im Parterre eine Stickmaschine und ein Kachelofen, der zwei Zimmer auf einmal heizt, eine sehr nett und praktisch eingerichtete Küche; in dem ersten feiner eingerichteten Stockwerk sind sehr schöne Vorarlberger Stickereien zum Verkaufe ausgestellt. Im 2. Stocke, dem Publicum unzugängliche Privatwohnungen. Das nächstfolgende kleine Häuschen ist das österreichische Schulhaus (bemerkenswert!! das lichte und luftige Lehrzimmer mit kernigen Reimen oben an den Wänden. Neben dem Schulhause eine Turnhalle'. An der Krümmung der Strasse, wo diese nächst der Brücke sich nördlich in den Pfad längst des Heustadlwassers forfsetzt, steht die interessante eiserne Kirche von Hemming & Comp, (österr. Ausstellung der kirchlichen Kunst und Kunstgewerbe, Altäre, Broncen, Gemälde, Paramente etc.) und weiter oben das Pumpenhaus, hinter welchem sich das grosse russische Bauernhaus erhebt, ein derbes Blockhaus aus hor'zontal liegenden Balken ausgeführt und mit hübschen Holzschnitzereien auf dem First, längs den Traufen und um Giebel und Fenster herum. Interessante innere Einrichtung. Die Strasse zwischen diesem letzteren Gebäude und dem Pumpenhause führt zu dem in jeder Hinsicht sehens- wertlien Pavillon der königlich ungarischen Staats- Forstverwaltung , in der Form einer Ungar. Holzkirche erbaut und im Mittelpunkte der diesbezüglichen transleitha- nischen Ausstellung stehend. Südlich in 2 Pavillons eine bemerkenswerthe Collection österr.-ungar. Weinfässer, und sonstiger Böttcherarbeiten, darunter ein in Wien gebautes und für Augsburg bestimmtes Riesenfass (2500 Eimer) ; ein zweites Riesenfass, 1500 Eimer enthaltend, ist gleichfalls Wiener Arbeit. Die Strasse weiter (in der östl. Richtung verfolgt) führt zu einer im Freien sich befindenden Ausstellung von Baumstämmen und sodann der Collectivausstellung der Steiermärker Waldbesitzer, nächst dessen nördlichem Flügel wir wieder auf eine Hauptverkehrsstrasse (mit Schienensträngen) stossen, auf welcher wir, in der Richtung zurück gegen das Heustadlwasser, den Krainer Forstpavillon, den hochinteressanten Pavillon des Erzherzogs Albrecht , und weiter westlich den Pavillon der Actien- Gesellsehaft für Forstindustrie erblicken. Hinter diesem letzteren befindet sich die Restauration Sacher’s, nächst welcher wir das Heustadlwasser überschreiten, um zu den hinter dem Künstlerhause und dem Industrie ■ Palaste gelegenen Objecten zu gelangen. IV. Hinter dem Künstlerhause und Industriepalaste. Links an der Brücke eine Glockenausstellung. Der grosse, im Schweizerstyle gehaltene Holzbau, der uns in die Augen fällt, ist die Oestliche Agriculturhalle, in welcher dielandwirthschaftlichenProducte und Maschinen Deutschlands, Oesterreich - Ungarns und Russlands ihren Platz fanden. Der Grundrissform nach besitzt die Halle eine Längengalerie (160 M. lang und 22 M. breit) und drei gegen Süden sich erstreckende Seitengalerien (45 M. lang, 22 M. breit), zwischen welchen noch Hofeinbauten eingelegt sind. Nördlich der Haupt - Galerie ist eine parallel laufende Halle von nahezu 200 Meter Länge, für die Ausstellung der laudwirthschaftlichen Maschinen bestimmt, und mit den Galerien für die landwirthschaftlichen Pro- ducte durch hölzerne Arcadengänge verbunden. Was die Eintheilung nach Ländern anbelangt, so finden wir in dem südlichsten Theile der ersten Quergalerie nächst dem Heustadlwasser und in dem östlichsten Theile der landwirthschaftl. Maschinenhalle Russland, in dem oberen Theile Ungarn, welch letzteres Land sich auch in dem links gelegenen Hofeinhaue und in der Maschinenhalle fortsetzt; die Längengalerie, die mittlere Galerie, der nächstfolgende wieder links gelegene Hofhau und der mittlere Theil der Maschinenhalle umfasst die österreichische Ausstellung, während in der letzten Quergalerie und in dem westlichsten Theile der Maschinenhalle die betreffenden Producte Deutschlands zur Aufstellung gelangten. Bemerkenswerth in Russland: Proben der Seidenzucht und Tabakcultur, die Sämereien, Getreide, Wolle, Felle und Rauhwaaren, russische Düngmitte], endlich die von der Forstgesellschaft in St. Petersburg ausgestellten forstwirthschaftlich-statistischen Karten, Holzproben und Modelle. In Ungarn: Getreide und Mahlproducte aus dem Banat, Tabak, Cocons und rohe Seide, Bienenstöcke, Wachs 77 und Honig, Chili- oder Cayenne - Pfeffer, Knoppern, Galläpfel, Wolle. In Oesterreich: Weine und andere Getränke (vorzüglich Steiermark), Flachs, ferner Conditorei-Gegenstände, ^ Producte der Forstwirtschaft , darunter namentlich die Collectiv-Ausstellung der land- und forstwirthschaftlichen Gesellschaften und die vom Forstmeister aus Jaispitz gezogenen Pflanzen. In Deutschland, welches sich durch besondere Reichhaltigkeit der einzelnen Objecte auszeichnet, gebührt , die Palme unstreitig der preussischen Staatsforstverwaltung, ! deren Holz- und sonstige Sammlungen wohl zu den gelungensten gehören, die jemals bei einer Ausstellung zur Anschauung gebracht wurden. Unmittelbar neben der östl. Agriculturhalle steht die Kosthalle , mit zahlreichen, zu beiden Seiten etablirten Buffets aller Nationen. Die beste und billigste Erfrischung bieten die Aussteller österr. Weine und Biere, wo man um 20—30 kr. ein Glas Wein oder Bier guter Qualität und eine Buttersemmel mit Braten, Schinken oder dgl. erhält. Beach- tenswerth ist ferner die Hamburger Delicatessenhandlung (Fleisch, Hamburger Rauchfleisch, Fische, Weine und Li- queure), dann die Rheinweine von Chotzen in Bingen, der Würzburger Champagner etc. Yor der Kosthalle ein Telegraphen- und ein Wachthäu sehen. Es folgt nun (zwischen dem Industrie-Palaste und der Maschinenhalle) ein grösserer Complex von Gebäuden, rücksichtlich deren eine Orientirung nur mittelst des Planes möglich sein dürfte. Die Aufzählung derselben wollen wir in der Ordnung versuchen, wie dieselben in einzelnen Reihen, u. zw. von & Süden nach Norden, von da aus wieder zurück u. s. f. i u. s. f. Aufstellung fanden. Das grössere Gebäude, westlich von dem oben erwähnten Wachthause, enthält die Ausstellung des k. k. Ackerbauministeriums, welche durch ihre Concentrirung ein sehr gelungenes Gesammtbild der ärarischen Montan-, Forst- und Ackerbau-Industrie Oesterreichs bildet. Unter den einzelnen Objecten erwähnen wir: die aus Kupferblechen, Blei- und Kupfererzen gebildeten Pyramiden, die kolossalen Salzblöcke am Eingänge. In der Mitte des Pavillons ein Kasten, in dem die gesammte österr. Tabak- production zur Ausstellung gelangte. Der rechte Flügel enthält kartographische Darstellungen der von der Versuchsstation in Klosterneuburg geleisteten Arbeiten, die Seiden-Industrie, chemische Analysen, Darstellungen aus dem Wein-, Hanf-, Flachs- und Hopfenbau. Im linken Flügel Montan-Industrie; bemerkenswert!! ein Gefäss mit reinem Quecksilber (1500 Pfd. schwer), auf welchem eine grosse eiserne Kugel schwimmt; im 3. Flügel und im Quertracte die Forst-Industrie: Modelle über den Transport und die Verarbeitung des Holzes. Besonders bemer- kenswerth eine Ausstellung von Pflügen aus allen Zeitaltern, darunter der berühmte Pflug Kaiser Josefs II. Endlich eine reichhaltige Ausstellung von forstlichen Producten im Freien. In nördlicher Richtung steht das elsässische Bauernhaus, ein interessantes Gebäude mit der Inschrift über dem Hausthor: „Zum Reich halte fest, Bauer! Es falle süss oder sauer“. Gute Nationalküche. Ferner der architektonisch hübsche, im Renaissancestyl gehaltene Pavillon der k. k. privilegirten österr. Donau-Dampfsehifffahrts-Gesellsehaft mit Modellen der vorzüglichsten Schiffe der Gesellschaft, Schiffsutensilien, Proben von Producten aus den Bergwerken der Gesellschaft und einer grossen Stromkarte der Donau sammt Nebenflüssen von Regensburg bis zur Mündung ins schwarze Meer, mit Angabe der Stations- und Werftenorte der Gesellschaft. Westlich die englische Restauration von Abel Moser und Posse (eisernes Haus). Hohe Preise. Südlich der Pavillon der Actiengesellschaft für Brücken- und Strassenbauten, unter dessen Ausstellungs-Objecten wir die Collectiv-Ausstellung neuerer Spreng- und Zündmittel als besonders bemerkenswert!! hervorheben. In nächster Nähe östlich: der Pavillon für Bergbau- Interessen aus Teplitz. Südlich: additioneile Ausstellung: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen und zugleich Pavillon für Frauenarbeiten. Eine überaus interessante Exposition, unter deren einzelnen Gruppen wir ganz besonders auf die der Musik, der wissenschaftlichen Instrumente, Typographie, Textilindustrie, Holzarbeiten und des Ingenieurwesens aufmerksam machen. In der Gruppe Musik die Claviere Haydn’s, Mo- — 79 zart’s, Beethoven’s und Schuberts, ferner als grosse Seltenheit die 1795 von C. L. Rollig in Wien erfundene „Orphica“ (Anwendung des Clavier-Principes auf die Guitarre); uralte primitive Zithern etc. Yon nicht geringem Interesse ist im Pavillon der Erfindungen ferner die „Geschi chte der Preise“, durch welche in hohem Grade wichtige und lehrreiche Aufschlüsse geboten werden. Die Ausst el 1 un g d e r Frauen arh eiten nimmt einen eigenen Saal ein und zerfällt in die vier Hauptabtheilungen: „die häusliche Arbeit, das Kleingewerbe, die Frauen-Arbeit in der Gross-Industrie und Dilettanten- Arbeiten der Frauen“. Bedeutungsvoll und in hohem Grade instructiv ist die durch Photographie anschaulich gemachte Darstellung der Frauen-Arbeit in der Gross-Industrie. Der Eindruck, den die Ausstellung der verschiedenen, grösstentheils superben Arbeiten selbst macht, ist durch das gelungene Arrangement ein in jeder Hinsicht reizender zu nennen. Oestlich (links von der additionellen Ausstellung) befindet sich der sehenswürdige Pavillon der Staatseisen- bahngesellsehaft mit zahlreichen Producten ihres Grundbesitzes, ihrer Metallwerke etc.; ausserdem erschloss die Gesellschaft durch geognostische Pläne, durch Nachweise über die Art und Weise ihres Betriebes und dessen Entwicklung und durch statistische Tabellen auch dem Laien den Einblick in die Administration und in das Innere dieser grossartigen Bergwerks- und Fabriksunternehmung. Hinter diesem Pavillon steht ein zerlegbares Wohnhaus und ein kleiner Pavillon für Asphalt ; weiter folgen nördlich die Schiefer-Ausstellung des Joh. Liebig & Co., Kalköfen und Schieferbruch, Rothschilds Maschinenausstellung und eine Stahl-Brücke; gleich neben der letzteren (westlich) Steffens Säge-Maschinen-Ausstellung und nächst dieser die Ausstellung der Prager Maschinenbau-Actien-Gesellschaft (vormals Danek & Comp, in Prag); südlich folgen in zwei kleineren Häuschen die Ausstellungen von Tlieer u. Asphalt von J. Bosch und von Zeltschirmen ; ferner in einem länglichen quergestellten Pavillon die Innerberger Montan-Industrie- Ausstellung und in den beiden, mit ihrer Längenaxe nach Süden gerichteten Hallen, jene der Yordernberger- und jene der Kärntner Montan-Industrie. Das in der Mitte stehende Gebäude ist der Pavillon der Actien-Brauerei 80 -von Silberegg, in welchem von hübschen Aufwärterinnen im Nationalcostüm kärtnerisches Originalbier credenzt wird. Links vom Pavillon der Vordernberger Montan-Industrie-Ausstellung steht ein kleines Häuschen von künst* liehen Steinen von Chailly und nächst diesem Curti’s Obelisk aus Cement, dem weiter nördlich das Muster- Stallgebäude von R. Ph. Waagner und die Bierkosthalle Mauthner’s folgen. Links von dieser befindet sich der sowohl architektonisch schöne als auch reich beschickte Pavillon des Herzogs August von Coburg-Gotha und links von diesem die Kosthalle der Dreher’schen Brauerei, mit dem berühmten Schwechater Lagerbier, das Seitei zu 14 kr. Das quergestellte längliche Gebäude im Süden ist der Pavillon Schwarzenberg, welcher durchgehends mit Producten und Erzeugnissen der zahlreichen fürstlichen Besitzungen gefüllt ist und dessen Ausstellung sich vor Allen durch eine im hohen Grade verständige Anordnung auszeichnet. Gleich beim Haupteingange in den Pavillon gelangten als erste Stufe der Cultur Jagd und Fischerei zur Darstellung. In einem Flügel des Gebäudes reiht sich die Forstwirthschaft mit ihren vielfach zum Export bestimmten Erzeugnissen als nächste Culturstufe an, worauf das Berg- und Hüttenwesen mit seiner Ausbeute an Granit, Eisen und Metallen aller Art folgt. In dem andern Flügel ist die Landwirthschaft, ihre Betriebsmittel und ihre Industrie detaillirt dargestellt. Von der Industrie, welche mit der Urproduction in directer Verbindung steht, erscheinen vertreten die Producte von 23 Brauhäusern, 4 Zuckerfabriken mit je einer Spiritusfabrik, 1 Oelfabrik, 1 Dampfmühle, 1 Dampfbrotbäckerei, 4 Wassermühlen, 23 Brettsägen, 2 Resonanzholzfabriken, 46 Ziegel- und Kalköfen, 3 Hochöfen, 4 Hämmern, 3 Zeugschmieden und 1 Bessemerhütte. Vor dem Gebäude befinden sich endlich Darstellungen der Baumzucht und des Waldbetriebes, sowie auch Bassins, in welchen Fisch- und Biberzucht zur Anschauung gelangt. Jenseits des gedeckten Verbindungsganges befinden sich zwischen der Maschinenhalle und dem Industriepalaste zwei für die Ausstellung der deutschen Montanindustrie im gleichen Style erbaute Hallen, mit reichen Collectivausstellungen der geologischen Landesanstalten, •der Bergwerksbesitzer in den Bezirken Ober- und Nieder- 81 Schlesien, der preuss. Kohlengruben, der deutschen Salzwerke, der verschiedenen Walz- und Hammerwerke und Gussstahlfabriken etc. Die nördliche Halle enthält vornehmlich Producte aus Nordwestdeutschland, Niederrhein und Westphalen, die südliche aus Ost- und Süddeutschland. Zwischen diesen Hallen befinden sich zwei aus Steinkohlen errichtete Obelisken und die Ausstellung (1er Guss- stalilfabrik von Fr. Krupp in Essen. Bemerkenswerth unter Andern der ungeheure 105,000 Pfund schwere Gussstahlblock, grosse Positions- und vier Feldgeschütze, sämmt- liche aus Gussstahl. Unter diesen Geschützen ziehen unsere Aufmerksamkeit besonders eine Riesenkanone und ein Riesenmörser auf sich. Das Rohr der Kanone wiegt 36,729 Kilogramm; dasselbe hat einen Caliber von 3 OY 2 Centimeter und schleudert ein Geschütz im Gewicht von 6 Centner über 12,000 Meter weit. Der Riesenmörser wiegt 10,182 Kilogramm und liegt mit solcher scharfer Berechnung auf seiner Lafette, dass ein einziger Mann im Stande ist, dem Mörser ohne besondere Anstrengung die erforderliche Elevation zu geben. Nächst diesem Pavillon steht das kolossale Monument König Maximilian II. von Baiern in broncirter Gypsnachbildung und ein grösserer deutscher Industrie-Pavillon, welcher in der südlichen Galerie Photographien, die prächtigen Musik-Instrumente, die Papier-Industrie ; in der nördlichen Galerie die Leder- und Kautschuk-Industrie, die Kurzwaaren-Industrie, das Bau- und Ingenieurwesen; in der Frontgalerie die Metall-Industrie und in der hinteren Galerie die Glas-Industrie, Thon- waaren und die graphischen Künste enthält. Links, u. zw. jenseits des nächsten Verbindungsganges, steht der deutsche Unterrichtspavillon, welcher an räumlicher Ausdehnung und Gediegenheit des Inhaltes sich vor allen andern derlei Ausstellungen in der vortheilhafte- sten Weise auszeichnet. Westlich von diesem Pavillon sind namentlich zu erwähnen die schwedische Fischerei-Ausstellung (vorzüglich Gerätlischaften zum Fischfang, darunter neue Vorrichtungen zum Lachs- und Robbenfang, Gerätlischaften zu einem Fischzug unterm Eise, zur Binnenfischerei, Modelle von starken, zu weitern Fahrten dienenden Fischerbarken), und das norwegische Fischerhaus, welches uns die Fischerei dieses Landes in ihren Producten wie in den zu derselben nothwendigen Geräthen veranschaulicht. Kleidungsstücke und Kopfbedeckungen von Fischern, Felle Seis, Weltausstellung. g 82 des Eisbären, des Elenn etc., Lanzen und Harpunen zum Wallfischfang, getrocknete, gesalzene und geräucherte Fische, Fischmehl (aus gemahlenen, getrockneten Fischen), Fisch-Guano, Modelle von Fischerbooten, Modelle für die künstliche Fischzucht (40 verschiedene Lebensstadien des künstlich gezüchteten Lachses), Seegras, in Weingeist con- servirte Fische, Krebse, Austern etc. — Nun folgt die Westliche Agriculturhalle, die im Grundriss eine ähnliche Anordnung zeigt, wie die Seite 76 beschriebene gleichnamige östliche Halle, nur dass sich hier noch eine 4. Quergalerie gegen Süden anschliesst u. die landwirthsch. Maschinenhalle entfällt, anstatt welcher ein kleinerer Ausstellungsraum für Nordamerika geschaffen wurde. In der östlichen Quergalerie sind die Länder Italien, Dänemark, Schweiz, im linken Hofe und in der Hauptgalerie Schweden und Norwegen (im Hofe theilweise auch noch Italien) und Frankreich untergebracht, welch letzteres Land auch noch die II. Quergalerie für sich in Anspruch nimmt. Der nächste Hofeinbau ist Holland und Belgien, die III. Quergalerie Spanien und Portugal, und der noch übrige Kaum in der Hauptgalerie, im letzten gedeckten Hofe und in der letzten (westlichen) Quergalerie endlich Grossbritannien eingeräumt. Bemerkenswerth in Italien die Ausstellung der Bienenzucht, darunter eine Zusammenstellung von der Physiologie der Biene (von Louis Sartori in Mailand), ferner die Proben der Seidenzucht und des Weinbaues, getrocknete Trauben, Kornsammlungen, Früchte, Getreidearten, Hölzer, Mehlspeisen, Maccaroni, Oele (Olivenöl); in Dänemark eine interessante Zusammenstellung der verschiedenen Kaf- finade-Producte des Rohrzuckers (von der Actiengesellschaft der dänischen Zuckerfabrikanten). In der Schweiz: Die Ausstellung der schweizerischen Forst - Vereine , Verwaltungen und Schulen, condensirte Milch, Käse etc., gebrannte Wässer, Tabak. In Schweden und Norwegen: Getreide- und Samenproben, Düngmittel, Hölzer, Zucker, Punsch, Bier, Senf, eingemachte Früchte, Fischwaaren etc. In Frankreich: Eine stattliche Agricultur-Bibliothek, ein 12 Schritte langer und beiläufig 2" dicker, vollständiger Panzer einer Korkeiche, Getreide, Mahlproducte, Weine • 'k' (Champagner), Liqueure, Seidenzucht, feine Chocolade, Baumwolle, Pläne zu Park- und Gartenanlagen, Producte der franz. Colonien, darunter namentlich Kaffee, Farbstoffe, Gewürze, Tabak, Medicinalpflanzen, thierische Producte, Oele, condensirte Nahrungsmittel, ferner landwirth- schaftliche Werkzeuge , Dreschmaschinen , Weinpressen, Maschine zum Schärfen der Mühlsteine mittelst Diamant, endlich eine grosse Karte von „La France agricole“ von Gustav Henze, ein agronomischer Atlas, statistische Tabellen und photograph. Racenbilder und sonstige werthvolle Publicationen. In Holland: Getreideproben, darunter das berühmte Zeeländer Saatgetreide, grosse Fässer voll Schiffszwieback, Raffinaden und Caeaoproducte, Confituren aus Amsterdam und Utrecht, Liqueure (Genevre, Schiedam, Maagbitter), eingemachtes Gemüse, plastische Darstellungen zur Rinderpest, Samen aus den Colonien, schöner Tabak. In Belgien : Flandrische Pflüge, zahlreiche Hand- geräthe für die Bodencultur, eine kleine transportable Dampfmaschine, welche ein Butterfass und zugleich eine Mühle treibt, sehr schöne Getreidearbeiten, ein aus Stroh gebildetes Modell einer Getreidefeime, eine interessante Hufbeschlag-Sammlung, eine Reihe von Phosphaten, endlich zahlreiche wichtige Publicationen. Portugal stellte aus seinen Colonien höchst interessante Sammlungen von Samen, Harzen, Droguen, Kaffee, Gewürzen, Angorahaar, riesige Baumschwämme und zahlreiche Weingattungen, ferner Hölzer in Quer- und Längsschnitten, roh und polirt, Medicinalkräuter, Brechnüsse, Tamarinden etc. aus. In England: Papiermache-Nachbildungen von Turnips, Mangles (Runkelrüben), Cabbages (Krauthäupter) etc. in etwas bedenklichen Grössen, zahlreiche, zum grössten Theil bereits bekannte, landwirthschaftl. Maschinen und Geräthe, darunter Mähmaschinen , eine Zuckerrüben - Tüpfel - Säemaschine , ein interessantes Specimen englischer Stalleinrichtungen , ferner Sammlungen von Düngstoffen, darunter die sehr instructiv auf gestellte der Superphosphat- Werke zu Ipswich in Suffolk; condensirte Milch, conser- virten Milchkaffee und Thee , Bisquits oder Schiffsbrode in den verschiedensten Gattungen, endlich das berühmte Pale-Ale. Nordamerika endlich, welches in dem nördlich an- stossenden Annexe untergebracht ist, stellte prächtig ad- 6 * 84 justirte landwirtschaftliche Maschinen, zahlreiche Acker- geräthe, einen Doppelpflug, „Eclipse“ genannt und für Prairien bestimmt, sehr werthvolle Producte der Forst- cultur und des Ackerbaues etc. aus. „ Westlich von der letzten Quergalerie steht das pracht- voll eingerichtete englische Commissionshaus, welchem durchaus aus Eisen construirt ist und im Ganzen b vier Gemächer enthält. Zwei derselben wurden von dem Prinzen von Wales während der Dauer seines Aufenthaltes in Wien benüzt, während das dritte dem General- secretär der britischen Ausstellungs-Commission eingeräumt ist; im rückwärtigen Theile das für die engl. Exponenten hergerichtete Lesezimmer. — Hierauf folgt nördlich der grosse Wasserthurm (210' hoch, mit einem cylinderförmigen Reservoir aus Eisen, welches 10.000 Eimer hält und binnen einer Stunde gefüllt und entleert werden kann), sodann ein Arbeiter-Wohnhaus, ein Samen- und ein schwedischer Pavillon und endlich links die amerikanische Restauration und südlich die Wiener Bäckerei von Roman UhL Y. Die Maschinenhalle, zu der wir nunmehr gelangen, liegt unmittelbar hinter der westlichen Agriculturhalle, und 150 Meter weit nördlich vom Industriepalaste entfernt, und ist ein dreischiffiger Längenbau, aus Fachwänden hergestellt. Das ganze Gebäude hat eine Gesammtlänge von 800, eine Breite von 50 Metern und bedeckt eine Area von 40,000 Quadratmetern. Der Haupttract wird von den beiden um 8 Meter niedrigeren Seitentracten durch zwei Pfeilerreihen getrennt, hat eine Breite von 28 Metern und erreicht mit dem Dachfirst eine Höhe von 26 Metern. Zur Tragung der Transmissionen befinden sich im Mitteltract zwischen den beiden Geleisesträngen zwei Reihen eiserner Säulen, die untereinander durch eiserne Längen- und Querträger verbunden sind und mit dem eigentlichen Gebäude nicht im Zusammenhang stehen, so dass die Haupttransmission nur von der Halle überdeckt wird, jedoch die Constructionstheile derselben in keiner Weise belastet. Nordamerika stellte hier aus eine interessante Kleiderzuschneide - und Schuherzeugungsmaschine (fabricirt in sieben Minuten einen Schuh), eine Holzbearbeitungs- maschine von Mr. Pickering, mechanische Pnddelöfen von Seilers etc. Yon den englischen Objecten heben wir hervor: Sicherheits-Vorrichtungen und Eisenbahn-Signale von Saxby und Farmer, den neuen Pantograph, eine Maschine zur Erzeugung von Nieten, Dampf-Feuerspritzen von Maryweather, Spinnerei - Maschine von Platt Brothers & Lawson, Holzbearbeitungs - Maschinen von Ransome, eine Ziegelmaschine, das Modell einer Schiffsmaschine aus Greenwich, eine Räderform - Vorrichtung, eine imposante Collection von Kupfer- und Messing - Röhren aus Manchester. In Frankreich bemerkenswerth: Die Exposition der Compagnie Fives Lille, darunter die grosse Fördermaschine , eine Blechwalze, Wasserleitungsröhren von Marquiso, eine Presse von Marinone, und die prachtvolle Ausstellung von Schneider in „Le Creusot“, die Apparate für galvanoplastische Arbeiten, die Biegel- und Auswindmaschine. In der Schweiz: Die interessante Strickmaschine, die complete Spinnerei-Einrichtung von Rieter in Winterthur, die Papiermaschine von Escho-Wyss in Zürich, die grosse Betriebsmaschine, ferner Firnisse aus Aarau, Wasserleitungsrohre , Turbinen , Stahl - Bestandteile , Drahttücher etc. In Italien: Eine Seidenspinn- und Haspelmaschine, Maschine zur Erzeugung von Pfeffermiinz-Bonbons etc. . Belgien: Die bei den Mont-Cenis-Arbeiten verwendete Original - Bohrmaschine (alte Construction), die für den Gotthardt-Tunnel bestimmte Bohrmaschine neuester Construction, ferner die Ausstellung der „Societe Cockeril“ (Salon, Locomotive und Schiffsmaschinen), in Seraing, die Baumwollspinnerei von Martin, eine Wasserpumpe (System Greindl) eine kolossale liegende Dampfmaschine, eine bis an die Decke reichende Ventilations - Maschine für den Bergwerksbetrieb. Es folgen nun die Expositionen der scandinavischen Länder, der Niederlande und Dänemarks, an welche sich die grossartige Ausstellung des deutschen Reiches reiht. Papierbearbeitungs - Maschinen , Maschinen für die chemische Industrie; rechts und links vom Haupteingange Motoren, weiterhin im Mittelraume Maschinen für Berg- und Hüttenwesen, neben ihnen in der nördlichen Seitengalerie Nähmaschinen, sodann im Mittelraume und in den 86 beiden Seitengalerien Maschinen für Holz- und Metallbearbeitung; hinter dem II. Eingänge, im Mittelraume Werkzeugmaschinen, Eisenbahnmaterial; in der südlichen Seitengalerie Marine - Gegenstände (Apparate, ausgestellt von der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Marine- Ausstellung der Städte Hamburg und Bremen); in der nördlichen Seitengalerie Strassenfuhrwerke, daneben Armatur-Gegenstände für Maschinen. Besonders hervorzuheben: Locomotive für breitspurige Bahnen, Locomotive auf schmalspurige Bahnen, eine kleine Locomotive mit stehendem Kessel aus Carlsruhe, Darmstadt etc., ein kolossaler Siede-Apparat aus Kupferblech, Holzmodelle gezogener Kanonen auf Lafetten nach dem Patente Wagenknecht, Modell eines Hamburger Trockendocks (ausgestellt von der amerikanischen Paketfahrt- Gesellschaft), eine grosse Plandrehscheibe, Appretur- und Weberei-Maschinen, ein Federhammer, eine grosse Blech- scheere, eine Universalwalke, eine Walzenzugmaschine,, ein riesiger Dampfhammer, die Werkzeugmaschine von Zimmermann & Hartmann, die Dingler’sche Betriebsmaschine aus Chemnitz, die Maschine der Carlshütte, ein Laufkrahn mit Baumwollseilbetrieb von Stockenholz , ein grosser Webestuhl für Schiffssegel (der breiteste, welcher bisher erzeugt wurde) Strumpfwirk-Maschinen und Wasser- saug-Apparate. In Oesterreich: Die grosse Sigl’sche Betriebsmaschine, Spitzenwebstühle von Damböck (Wien) , die Tannwalder Spinnerei- und Weberei-Maschinen, die grossartige Exposition der Brünner Maschinenfabrik, Prägemaschinen, Schnellpressen- und Stereotypie - Maschinen , Werkzeugmaschinen, Maschinen, die in der Sprengtechnik zur Verwendung kommen , eine Feldschmiede , Ziegelfabrikations- Maschine, eine kolossale Schiffsmaschine vom Stabilimento tecnico in Triest, Dampfhammer, Holzsäge, eine Wasserhebevorrichtung, Pumpen und Feuerwehr - Requisiten der Firmen Knaust und Kernreuter, Fabrikation von Hüten ä la Minute, Drehmaschine für Sattler, Posamentirer etc; die hervorragende Collection der Nähmaschinen (darunter Handschuhnähmaschinen) eine Blumenwind-Maschine, Locomo- tiven aus den Fabriken der Staatsbahngesellschaft und von Sigl, der Bochkoiz’sche Kraftgenerator, die Ausstellung der Waggonfabriken in Simmering und Hernals. In der ungarischen Abtheilung: Feuerlösch-Apparate von Seltenhofer in Oedenburg und Walzer in Budapest, 87 die Ausstellung des ungarischen Landes-Centralfeuerwehr- Bureau’s, die Exposition von Gans, die erste aus der königl. ungar. Maschinenfabrik hervorgegangene Locomo- tive, Wagen von Kölber in Budapest. In Russland : Die Schüler arbeiten des polytechnischen Institutes in Moskau, sehr hübsche Schlitten, Wagen, darunter kleine, echt nationale Kihitken. Wir gelangen nunmehr in die letzte Abtheilung der Weltausstellungsanlagen, d. i. zu den YI. Objecten hinter der Maschinenhalle. Beiläufig in der Richtung zwischen dem Ostportale der Maschinenhalle und der östl. Agriculturhalle befindet sich eine interessante Windschraube und der Pavillon Ring- hoffer, neben welchem sich links das Kesselhaus für die Wasserleitung und ein Bassin befinden. Weiter westlich folgen die Pavillons der Nord- und Nordwestbalm, in welchen alle den Bau, die Verwaltung und den Betrieb dieser Bahnen betreffenden Gegenstände in instructiver Weise ausgestellt sind (Signalements, Maschinen und Waggons in natura und die Administration in Tabellen). Nördlich die Pavillons der Sehieferbruehgesellsehaft und der Aussiger Tlionfabrik. Sodann führt uns der Weg an Munk’s Maschinengeräthen, an dem österreichischen Kesselliause (mit drei Röhrenkesseln von G. Sigl, mit 6 Atmosphären Ueberdruck, äusserer Feuerung und gemeinschaftlichem Schornsteine) vorüber zu dem interessanten Pavillon Deutschlands für Ziegelei- und Eismaschinen. Nördlich hievon eine Restauration und eine Ausstellung von Dachsteinpappe. Weiter folgen jenseits des gedeckten Ganges das deutsche Kesselhaus (mit 2 grösseren Röhren- Dampfkesseln mit je doppelter innerer Feuerung von Planksch und Freund’s Maschinen-Baugesellsckaft zu Landsberg inPreussen, und gegenüber dem Nordportale der Maschinenhalle der sehenswerthe Pavillon des Welthandels, in welch letzterem der gesammte Handel, seine Producte und seine Transportmittel auf eine sehr belehrende Art zur Anschauung gelangen. In den vorderen Sälen: Die wichtigsten Urstoffe und Welthandelgüter, als deren Aussteller besonders England und Oesterreich bezüglich des Triester Hafens hervorragen. Im I. Saale der österr. Abtheilung Gewürze, Kaffee, Südfrüchte etc., ferner interessante statistische Tabellen über die Aus- und Einfuhr dieser Pro- ducte. Im Mittelsaale: Oelarten, Getränke, schöne Holzarten, Farbhölzer, Eisenwaaren. Im III. Saale: Perl- muttermuscheln, Schildpatt aus Egypten, Baumwolle aus der Türkei, Haararten, Schafwollsorten, Gifte und Arzneimittel, Bade- und Pferdeschwämme. In einem Glaskasten Modelle der zur Schwammfischerei verwendeten Fahrzeuge. Andere Modelle versinnlichen diesen Zweig der Fischerei selbst. Im letzten Saale: kolossale Büffelhäute, Hörner und andere Urstoffe. Unter den im Pavillon befindlichen Tabellen verdient noch Erwähnuog eine kartographische Darstellung des Herrn August Egger über die Gebiete, iu welchen die einzelnen Währungen (Dollars, Francs etc.) Geltung haben. In der Tiefe des Pavillons stehen die verschiedenen Transportmittel für Personen, Güter, Briefe und Depeschen. Nördlich vom Pavillon des Welthandels befindet sich der Ausstellungsbalmhof und westlich das belgische Kesselhaus, mit einem einzelnen, nicht eingemauerten, circa 18' langen Dampfkessel von 6' Durchmesser, mit innerer Feuerung, Siederöhren und 5 Atmosph. Ueberdruck. Jenseits des gedeckten Ganges gelangen wir zu einem Bureau, zu einer Maschinen -Werkstätte, zum schweizerischen Kesselhaus, mit einem grossen eingemauerten Dampfkessel von Gebrüder Sulzer in Winterthur, mit doppelter innerer Feuerung, einem Rost in drei Abtheilungen nach Mehl’s Patent und 6 Atmosph. Ueberdruck; ferner finden sich hier längst den nordwestlich abbiegenden Schienensträngen, rechts eine Restauration, sodann Gasfabriken und der Pavillon Dowsllark. Begeben wir uns auf demselben Wege wieder zur Maschinenhalle zurück und schreiten in der Strasse vor derselben weiter westwärts, so zeigen sich uns abwechselnd Maschinen-Annexe, englische Arbeitshäuser und Kesselhäuser, unter welch’ letzteren das englische und amerikanische vorzügliche Beachtung verdienen. Im englischen ein Howard’s Sicherheits-Dampfkessel von 10 Atmosphären nach J. und T. Howard Patent Safty Boiler mit äusserer Feuerung; ein Röhrenkessel von Cater und Walker nach W. Cater’s Patent Southwork London, mit äusserer Feuerung und der Höhe nach durchlöcherten Roststäben, zwei grössere Röhrenkessel mit je doppelter innerer Feuerung von Daniel Adamson & Comp., Engineering Works, Manchester, und zwei weitere grosse Röhrenkessel nach dem bekannten Galloway and Sons und Maker’s Patent, Manchester, ebenfalls mit doppelter inne- 89 Ter Feuerung. Im amerikanischen Kesselhause: ein Röhren-Dampfkessel von Pithin Brothers & Comp., Hartford Conn., mit äusserer Feuerung und Siederöhren. Weiter folgen das Kessel- und Maschinenhaus der I. Brünner Maschinen-Fahriks-Gresellsehaft, mit zwei grossen Röhrenkesseln mit je äusserer doppelter Feuerung. Die in dem anstossenden Gebäude untergebrachte Dampfmaschine hebt das Wasser in ein auf dem gegenüberstehenden Thurme befindliches Reservoir. Den Schluss der Objecte, nächst dem Westentree V und überhaupt auf unserer Wanderung durch die Weltausstellung endlich bildet eine Collectiv - Ausstellung von Carl Heilfinger in Wien; Backhaus mit einem interessanten Backofen, dessen Feuerung mittelst Treppenrost mit Steinkohlen von hinten erfolgt. Yorne an der Einschussmündung ein Pyrometer zur Bestimmung des Hitzegrades. Entworfen, gezeichnetu. radirt wJ. J.Häd-lmWien, Verl ags eiäeTithum ,ludo]f Ledwer s k .k. Ihuversitats kuoltendhiag 200 Wiener Klaffe r 0 .10 20 -40 00 «0 100 * 3 oo Nleires* ■NEUES DONAU-BETT Gebäude vtiA^steüiaigi-Rayon- \ Gebäude im Vi.7nrstelpra.ter Gedeckte Vcrit^dung*. Gänge, TtuiMon de* KTdtMaudds d o , r 0.0.' n tCfüiu c HtJiZtrh Deutschs Fvl. für Ziaidei u Sit MastJunens 5-0. M* t-PorfaklM aschine ; ioTa.9-.;a Gedeckte nofrc OESTÜCHEJ^MCPIJTlR-BÄlM junc d - „ .. oQ. •* (Ac *- aQL “• a o .CL v a ENCLAMB FRANKREICH SCHWEIZ BE -GIEN DEUTSCHLAND r OESTERREICH UNGAR« RUSSLAND mt£i DEUTSCHLAND; OESTERREICH ;UNGARN; Sicherheit* Wucht Tabak- Ihtiik. TrisikhaSe Verkaiifshütte Schaubude. 0: - ä oL- - ql • . arrn — tAz~ . Snd >1 rta l a« Maschinen - Halle Östr.IhjuuL JkuHpr.fg&flfc Dreher Xürkost* McutthnerBierkott- rWB Sc- lirJsftitte j irr u nutuef r^VlwmO.-AMEMA _a-- : —a 5sje Wagen TIalz »i i r? CROSS - B RI- ; F R A PALASTES I 5 ; E---1 l 2Ui. JiehotiS 4--* a-QL- Et_ •t/Kft. 0.0. Ql a. »UESIEtrPJRjVTER a a_^tt.LL 'Sit. Daniel*- tchiff Jflumenetr O, a- Cn^jwia« 1 BZmar&u .,••• .1 2t.ft.w gte? w-tazr --r: f _ Ou' ET2J .. O.’ r o. .a.ci-:Q,ct-tt. o- a. a. a. cu a. TJoJÄlflT. 1‘11 IB (A- 4 -etiaolie8 varzelohPl aB de r Ohdeote lm Prtiter.) Affentheater v. Schmidt e — 2 Gasthaus z. Weintraub Herrnhuter v. Kaspar . f — 6 Hirschberger 3. Kaffeeh. g — 9 holländ. Schiff v. Czerny f — 5 Kaubek u. Altinger . f — 5 Lachmayer Velocipedetr. f -3-4 Leb zur Eisenbahn . e — 2 drei Lilien v. Eiberger e — 6 Maroeaner v. Rode . e-f — 4 Maschinenhalle v. Eberl b — 5 Nebosis zur Elster . d — 2 Nussdörfl v. Kleber . f — 6 Paradiesg. v. Borowka d — 4 Pilz zum Wallfisch . e — 5 Prohaska . . . f — 3 römischen Kaiser . f — 3 schwarzen Thor von Klofatz . . . . f — 7 Restaur. z. schönen Wienerin „ d do. Schwtizerh. (Pilsnerbier) f do. Militä'-Schwimmsehule e Restauration aur weiesen Gans v. Bremer . . e silbernen Bären . e Steb'ein 2. Kaffeehaus f-g weissen Ochsen v. Kirsch f do. do. do. do. do. do. weissen Rössl . - . weiss. Rose Wolfberger Weltiusstellung vön Zeiler Riese Der nordische Gebirgs- . Schaukelsehiff v. Rupprecht Seehunde .' . . . Stallungen deij Tramway . Station u. Kafeehaus Taucher ..... Velocipede Ci cus . Villa Maurer. 1 . . . Waldstein’s Piivatgarten Wiener Orpheim neues Zauber-Salon Zoologische Ai stalt (Fischzucht) — 4 — 6 — 1 —- 5 — 5 -7-8 — 6 — 5 — 3 — 6 — 3 — 2 —, 2 — 6 — 1 — 5 — 5 — 4 — 8 -3-4 — 8 — 4 Ackerbau-Ministerium . . c Additionelle Ausst. v. Frauenarb. c Algerisches Zelt . . . e Alpenhütte . . . . e Alpe „am hohen Göll“. . e Annoncen-Bureau . . . e Armee-Ausstellung (schwedische) e Asphalt-Gesellschaft . . c Asphalt u. Theer . . . c Aussiger Tho-ifabrikserzeugnisse b Ausstell, collec. v. Keilfinger b Bäckerei- Wiener v. Uhl . . c Bauernhans elsass-lothringisch c „ kroatisch . . d „ galizisch . . d „ rumänisch . d „ russisches . . c sächsisch (Siebenb.) d d . d d . d d „ szekler ,, slovakisch „ steirisches „ geideler „ Vorarlberger Bauhof k. k. Genie . f—e — 13 Bazar türkischer . e — 14 Gärtner-Wohnung f — löjLeuchtthurm u. Nebelhorn . c — 14 Pavillon für Böhmens Berpbau c _ 12 Pavillon der Nordwestbahn b' — 12 Restauration amerik- — e-7e-8c — 7 Schulhaus östr. Dorf- . d — 15 12 Bierhalle Dreher c — 11 Garten Zelt f — TULiebigs Schiefer c — 12 Cement e _ 12 der östr. Heilquellen e — 12 freres Proven^aux f — 12 „ portugisisch o — 8 8 „ Liesinger e — 8 Gas Company Limited b — 8 Lloyd österreichischer . e —• 13 99 deutschen Unterricht c _ 9 der 1. östr. Sparkasse e— 11 elsässer Bauernhaus c — 13 Stall v. Wagner c - 11 16 „ Mauthner . c — 11 Gasfabrik englische . b — 8'Marine k. k. e — 14 *> deutsche Ziegel^ für Cement- u. Gips e — 11 englische c — 12 Triumphb. d. Wienerb.Ziegelfabr. d — 15 16 Bierhalle Pilsner Actien-Bräuerei e — 7 Glockenausstellung c — 15 ! Maroccaner .... f — 14 u. Eismaschinen b _ 11 Ringhofer b — 13 italienische v. Amstein f — 14 Tauemhaus österreichisches d — 15 9 „ „ bürgerl. „ e — 7 Glockenspiel c — 9; Maschinen-Annexe . b — 8 >» d. Domäne Finspouh e _ 9 russische Thiere e — 12 Kärthner Silberegger c — 12 Tumgeräthe .... d — 16 9 „ Silberegger . c — 12 Haus aus Kunststein c - 11 „ . d. Prager-Akt.-Gesell. c — 12 Donau-Dampfsc u ff. Saamen c — 7 Liesinger Bierhalle e — 8 Wasserthurm .... c — 7 12 Brückenbau Rothschilds c — 12 Holzindustrie . e - 12 „ Rothschilds c — 12 fahrts-Maschine»! c _ 13 der Sanität e — 16 mailänder Biffi f — 11 Weinfässer ungarische d — 16 12 Brücken- u. Strassenbau c - 12 Jagdpavillon schwedischer . e - 9 „ Steffens , c — 12 Dowsllark u. Comp. a _ 7 schwedischer b - 7 — e — 11 Pilsner Bierhalle . e _ 7 Weinhaus italienisches Biffi f — 11 12 Buchhandlung Holder f — 9 Japanesen Bauten . f - 14 „ Werkstätte b — 9 9t für Eisenmöbel . f — 14 }> spanischer e — 8 detio . , e — 7 Windschraube . . b — 13 7 Bureau ..... e — 7 Kalköfen u. Schieferbruch c - 12 Mausoleum gothisches . e — 9 d. Erzh. Alb recht c _ 16 der Staatsbahn . c — 12 russische e — 12 Wohl.haus persisches . e — f — 14 7|Cafi'eehaus türkisches e — 14 Kartenausgabe aller Theater f - 9 Meierei der landwirth. Gesell. . e — 16 für Forst-Industi-i e c _ 15 Stark für Glas e — 11 Sacheil c — 15 „ russisches e — 13 13|Conditorei schweizer Buffet e — 8 Kesselhaus .... b - 7 „ schwedische d _ 15 für Forst-lndust- Krains c _ 16 steir. Waldbesitzer c — 16 schwel 5 er Buffet . e — 8 „ türkisches e — 14 16 Darnpfsäge .... c — 7 belgisches b -9-10 Metall-Industrie Eisenhof e _ 12 tt französische Inci us tri e e _ 7 für Steindaehpappe c — 11 schwei ische e — 9 „ zerlegbares . e — 11 16, Egypten. Palast des Khedive . e — 13 „ deutsches . b - 10 detto Deutschlands c _ 10 9t für Frauenarbeit en c _ 12 für Tabak u. Zigarren e — 12 detti Meierei d — 15 Entree zur Ausstellung. 16 Eisenhof .... e — 12 ,, englisches b - 8 Montan Industrie Deutschlands c — 10 tt des Fürsten Mor iaco f 9 der ung. Staatsforst-V. d — 16 steiris- Ses Weinhans f — 12 West-Entree I a - i 15 Eisernes Haus . . c — 7 „ österreichisch b - 11 detto Innerberger c — 12 9t ii Schwa rZ enb. c _ 11 de» Welthandels . c — 10 türkis e Cercle Orient. e — 14 Süd- ,, II Haupt-Eingang g — 10 16 Eisernes Palmenhaus f — 13 ,, schweizer b - 9 detto Vordernberger c — 12 tt für Glasgeraälde . fl -e _ 15 d. Dampfsäge-Parquet. e — 12 ungar re „Csärda“ . e — 7 Ost- „ III . g — 15 16 Restauration englisch c — 12 Kibitke .... e - 12 detto Kärnthner c — 12 tt für Heller’s Musilcdosen e _ 8 Photografen-Association .' e — 15 allgei ; Veinkosthalle c — 13 Nord- „ IV a — 10 16 ,, Kirche d — 15 Kiosk der Südbahn . e - 11 Monument Maximilian . c — 10 tt d. Hz. v. Coburg-Gotha c _ 11 Portugisische Schule e — 8 Weink .sthalle italien. f _ 11 West- „ V . . . b - 7 16 Fischerei norwegische . c — 9 Krupps Kanonen . c - 10 Obelisk .... f — 15 tt des kleinen Kinfles e _ 11 Pumpenhaus .... d — 16 Wiene; Bäckerei . c _ 7 West- „ VI Portal^ • d — 7 161 „ schwedische c — 9 Lesehalle italienische . f - 11 Obelisk Curtis v. Cement c — 11 ,. Munk s Masch-G eräthe b _ 12 Reimers Roleaux . e — 12 Wigwan Zelt f — 13 Kaiserthor .... g — 11 16 Fon taine Achmed H. d — 13 Leuchtapparate e - 11 Obelisken v. Steinkohle 2 c — 10 d. neuen freien I’resse e _ 8 Restauration u. Erfrischungsanstalten. Schieferbruch Ge Seilschaft b — 12 Kasernthor .... g ~ 16 16,Gaitenbau Gesellschaft f-g -13-14 ^euehfthurm . d - 6 Ob3tbäume Ausstellung . f — 15 »* der Nord bahn b — 12 Restauration . . b — 8 h — 11 Schule amerikani iche e — 7 Entree zur Thierausstellung d — 16 Vervielfältigung Vorbehalten In Rudolf Lechner’s k. k. Universitätsbuchhandlung in Wien, Kärntnerstrasse Nr. 10, ist ferner erschienen: Führer durch Wien und die Weltausstellung. Praktisches Handbuch für Reisende Und Einheimische, in . zwei Theilen, von Ed. Seis, magistratischer Official bei dem Archive und der Bibliothek der Stadt Wien. Mit 1 Stadtplane, 1 Weltausstellungsplane und 9 Theaterplänen. 1. Theil: Führer durch Wien. 2. Theil; Führer durch die Weltausstellung. Wien, August 1873. Preis 3 fl. Lechner’s Vogelschau-Plan von Wien. Ein übersichtlicher Führer zu allen Sehenswürdigkeiten Wiens. Preis 70 kr. ö. W. Rudolf Maschek’s topographischer Führer in den Alpen von Oesterreich, Obersteier - nmrk, Salzburg und eines Theiles von Kärnten und Tirol. Zweite Auflage. Wien 1870. Colo- rirt 1 fl. Das Salzkaivmergllt. Eine Specialkarte nach den Militär - Aufnahms - Sec Tonen redueirt und auf Stein gezeichnet von ,1. J. P4tuliny. Red. 1" = 2000 Klafter. In 4 Farben gedruckt. Zweite Auflage. Preis 1 fl. 50 kr., auf Leinwand 2 fl. 50 kr. Ausserdem befindet sich bei mir der Yerschleiss der Karten des k. k. militärisch-geographischen Institutes.