Der Jüngling am Bache Gedicht von Schiller. der Quelle saß der Knabe, Blumen wand er sich zum Kranz, Und er sah sie fortgerissen, Treiben in der Wellen Tanz. Und so fliehen meine Tage, Wie die Quelle raftlos hin! Und so bleichet meine Jugend, Wie die Kränze schnell verblühn! Fraget nicht, warum ich traure In des Lebens Blüthenzeit! Alles freuet sich und hoffet, Wenn der Frühling sich erneut. Aber diese tausrnd^Stimmen Der erwachenden Natur, Wecken in dem tiefen Busen Mir den schweren Kummer nur. Was soll mir die Freude frommen, Die der schöne Lenz mir beut? Eine nur ist's, die ich suche, Sie ist nah' und ewig weit. Sehnend breit' ich meine Arme Nach dem theuren Schattenbild, Ach, ich kann es nicht erreichen, Und daS Herz bleibt ungestillt! Komm herab, du schöne Holde, Und verlaß dein stolzes Schloß! Blumen, die der Lenz geboren, Streu' ich dir in demen Schoß. Horch, der Hain erschallt von Liedern, Und die Quelle rieselt klar! Raum ist in der kleinsten Hütte Für ein glücklich liebend Paar. -««-U-iK- Gott im Frühling. Chor, in Musik gesetzt von Worzischek. (X) c^Hn seinem schimmernden Gewand Hast du den Frühling uns gesandt Und Nosen um sein Haupt, ge wunden . / Hold lächelnd kömmt er schon, Es führen ihn die Stunden, O Gott, auf seinen Blumenthron. O Gütigster! denn wer ist gut wie du, Der Allen Gutes thut? Du sorgest auch für mein Vergnügen, Als aus dem großen Plan Erstaunte Welten stiegen Und Sonnen sich geschaffen sahn'. Du Haft mit Schönheit, die entzückt, Das Antlitz der Natur geschmückt. ' O aller Schönheit reiche Quelle, Dir geht kein Wesen vor! Die reinste Liebe schwelle Mein ganzes Herz zu dir empor.