A Englisches Pfcrdlvcttrcnncn. ---- ^-7--^---.-7V V ^ ^ —-- <>ch habe mir zwar ernstlich vorgenommen, daß Pferdwett- rennen auf englische Art, womit ich ein geehrtes Publikum schon am 2 Z. verstoßenen Monats zu unterhalten gesucht habe, mir ein einziqesmal vorzustellen. Da ich aber zu meinem größten Mißvergnügen vernehme, daß von manchen Orten nicht nur allein über die Gattung des Schauspiels eine empfindliche Unzufriedenheit gezciget worden ist, sondern daß man auch die Einrichtung desselben getadelt, und hauptsächlich, daß man mir eine Art von niederer Gewinnsucht zumuthen wollte, als ob ich alle Rennpferde durch niemand anderen, als durch meine Knechte gefließentlich, und nur um deßwillen hatte reiten lassen, um mich der ausgesetzten Gewmnstpreise desto gewisser zu versicheren; so ist mir an meiner Ehre, und an dem Urtheil, welches ein aeehrtestesPublikum davon haben mag, zuviel gelegen , als daß ich mich nicht zu einem zweyten Pferdwettrennen entschließen sollte, wodurch ich jedermann zu überzeugen hoffe, daß die Zumuthungen, die mir vielleicht von mehreren gemacht worden, vollkommen falsch seyen , und daß ich durch gegenwärtiges Schauspiel ohne der mindesten Nebenabsicht auf nichts anders abziele, als einem so ansehnlichen Publikum Vergnügen und mir Ehre zu machen. Ich gebe dahero am i r. October dieses Pferdwettrennm Oratis wenn es die Witterung und Trockne des Erdbodens anders zulaßt. Ich lade dahero alle diejenige, welche ihre Pferde in die Wette mitlauffen zu lassen gedenken, nochmal auf das höflichste ein, und ersuche sie zugleich sich bis 8. oder gten längstens bey mir im Baron Loprestischen Hause auf der Wiede vorläufig zu melden, um einige etwann Vorkommen mögende Anstände noch zu rechter Zeit zu heben, und das Ganze in seine gehörige Ordnung einzuleiten. Um allen aber auch nur mindesten Verdacht einer partheylichkeit zuvorzukommen, und da ich hiezu derma, len von allerhöchsten Orten die Erlaubniß erhalten, kann jedermann der ein Pferd mitlausten zu lassen willens ist, selbes nach eigenen Gefallen entweder selbst reiten, oder von was immer sonst für einer beliebigen Person reiten last sen, wenn sie anders das vorgeschtiebene Gewicht von io5 pst. selbst wiegt, oder aber das abgängige an Bley zu sich nehmen will: und in dieser Voraussetzung habe ich die Ehre nochmalen, zu wiederholen, daß es mich ganz ausnehmend freuen würde, wenn ich in dieser ganzen ansehnlichen Hauptstadt ein Pferd antreffen könnte, welches an der Ge- schwindigkeit, und Dauer den Meinigen an der Seite gesetzt werden dürfte. Auf diese Art hoffe ich meine Ehre, die mir das kostba- reffe ist vollkommen zu retten; und da ich. glaube, daß das Wettrennen nach dieser Einrichtung, da jeder seine Pferde entweder selbst, oder von jemand andern reiten lassen kann, ein ausnehmend unterhaltlicheres Specktakel seyn wird, als neulich , so sehe ich freudig, und sehnsuchtsvoll diesem angenehmen Tage entgegen. Sollte aber wider Vermuthcn die Feuchte des Erdbodens nicht zugeben, mein Pserdwettrennen an diesem Tage abzuhalten, so werde den eigentlichen Tag erst nachher, wie es die Umstände der Witterung erlaubten, durch einen besonder» Zettel bekannt machen. / Der Anfang ist mit dem Schlag 4 Uhr. Martin Augustin Bechtl.