crträulichen Gebete, und Gnadenreich darauf folgender Hülfe GOttes »orgetragen In der Kirche -erenWW. EE.??. c'sxuMern auf dem Reuen Markt zu Wien 1756. als am Fest des H. Stephani, Nachmittag das jährlich gewöhnliche Wierzig-ftündige Gebete der Hochadelichen HisWn. Gof- und Wtaat-Wmen ' beschlossen wurde. Hernach auf Verlangen in Druck gegeben, mir Genehmhalmng der Obern, von k. Issnarlo 0r6. Mn. 8. ?. Lapueinorum- gewöhnlicher Sonntags - Prediger der freyen und exempten Kirche bey Maria s Stiegen iim Hochft'rrftl. Passauer-Hof. Wien, gedruckt bey Johann Thomas Trattnern, kaiserl. königl. Hof- buchdruckern, und Buchhändlern. 1757. > '^5-2o ZELL MW ML' Lcce! viäeo coelos aperros, Lr kMum Kommis lianrem a Oexrris OLI. Gehet! ich sehe die Himmel offen, und deS Men- schen Sohn stehend zur Rechten GOttes- 7. Lap. ie vierzig - ständige Andacht/ welche wir gestern mit dem liegenden Heiland angefangen / wird anheut mit dem stehenden Sohn GOttes beschlossen. Gestern / da 5-l>.i8.c. alle Dinge stille / und ruhig waren, und die finstere Nacht ihren gewöhnlichen Lauf/ über die Helste vollendet/ wurde der Eingebohrne des ewigen Vaters / nachdem Er in der gebenedeyten Schoos Mariä/ seiner allerreinesten Mutter, neun Monat lang gewöhnet/ aus derselben/ ohne mindester Verletzung ihrer unversehrten Jungfrauschaft/ zur Welt gebohren, welchen diese Glückseligste aus allen Weibern/alsobald in Windlein eingewickelt, und in eine verächtliche Vieh - Krippe gelegt / l.uc. s. v. weitste keinen Ort in derHerberg erlanget, also liegend wurde Er nicht nur von denen Hirten gefunden/ verehret/ und beschenket/ sondern auch von der christlichen Andacht/ durch den Glau- ben/und Erinnerung dieses liebwürdigsten Geheimniß angebetet. Anheut Hjngegen,al4 Stephanus der H.Levit/die Welt durch den äky.e» A 2 Tdd Tod beurlaubet, und das neugepflanzte Christenthum, der erste nach ihrem Urheber/ mit seinem Blut begossen/ sähe er mitten unter dem häufigen Steinregen/welcher aus denenHänden deren Verfolgern aufihme zugeflogen/ Christum JEsum in einer ganz anderen Leibesstellung/ wie er selbst bekennend aufgeruffen: Ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn stehend zur Rechten GOttes. Daß dieser göttliche Heiland, als ein neugebohrnes Kind/ welcher unsere menschliche Schwachheiten ay sich genommemund in allen denselben sich gleichförmig gehalten/ nur jene ausgenommen, die seiner allerhöchsten Heiligkeit unanständig/ daß Er als ein kleines Kind nieder geleget worden, nimmt mich gar nicht wunder, weilen es mit andern unmündigen Kindern nicht anderst zu geschehen psteget. Aber dieses kommet mir seltsam vor, daß der HErr aller Herrlichkeiten, welchen der himmlische Vater die rechte Seiten eingeraumet/in dem Ort aller Freuden, nicht sitzend auf dem Thron, sondern stehendvon Stephano seye gesehen worden äK.7. c. Warum ? erscheinet dann derjenige stehend? von welchem der Sxmp.^p. sechste Artickel des Glaubens lehret, daß zur Rechten seines Vaters sitze? nicht ohne Geheimniß : daraus wir sowohl unterrichtet, als getröstet werden. Es istnemlichen das Stehen nicht nur eine körperliche Würkung, wann der Leib aufbeyden Füssen ruhet,und von diesen zwey beinernen Stützen alleinig getragen wird, sondern auch verschiedene sittliche Übungen werden in der H. Schrift durch dasWörtlein Stehen angedeutet. Also wann sie uns Menschen von dem vermessenen Vertrauen auf die eigene Kräften warnen will, giebtsie aus dem Sendschreiben Pauli, so er an die Lorinther ergehen lassen, mit diesen Worten die Er- sä Cor.i. Mahnung: Der vermeint,er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle. Wann sie ein anderömal die Beharrlichkeit in Glauben, und die Beständigkeit in dem Guten,will zu verstehen geben, und uns zur Herzhaftigkeit wider die Feinde unsers Heils aufzumuntern ver- aä6or.2. langet. Leget sie uns an mehrern Orten abermal die schöne Leh- c ^ dieses Apostels vor, welcher sich des Wörtleins Stehen,in sei- Lä kp^nen Briefen an die Corinther, Galater, Epheser, und Philip- Lä?K. r.c. penser, gebrauchet hat. Will sie uns das wahre Vertrauen zu GOtt in dem Gebet abbilden,so muß wiederum das Wort: Stechen, hen, anstatt der Farbe dienen,also erzehlet sie in dem Buch ^xo-x^rräl 24. daß/ wann der Allerhöchste in einer Wolken herabgestiegen, c. stunde Moyses bey ihme/ und rüste den Namen des HErrn an, hingegen/da dieser allgemeine Nothhelfer seinen Schutz/ Hülst Beistand denen Menschen geleistet/ die ihm mit wahren Vertrauen darum gebeten haben/ wird solches ebenfals durch das Wörtlein Stehen beschrieben. Denen fliehenden Israeliten eilte Pharao mit seinem Kriegesheer nach/ und da er selbe faßt ein-^oKi. 43* uns: sehet dann.' erstehet auch schon würklich bereit, euch beyzuspringen. Nur wird erfordert, daß auch ihr in einem wahren Vertrauen aufrecht stehet: Euer Stehen in Vertrauen, sein Stehen zu eurer Hülfe, werden die zwey Lheil desjenigen enthalten, was ich reden werde , und gleich wie das erstere A? zu zu euerer Lehr/ also sollte das Zweyte euch zum Trost/eines aber wie das andere dem allerhöchsten GOtt zur Ehre gedeyen/ deme sowohl meine Rede/ als eure Andacht sollte gewidmet seyn. Mdas H. Gebet hat nicht weniger Kraft / als die goldene oder silberne Münze bey der Welt; von diesen letzten pfleget man Zu sagen/ daß ihm alles gehorlame/ und dem erstem gebühret der Preiß / daß es alles / ja GOtt selbsten bezwinge. Auch leblose Geschöpfe müssen mir hierüber mit solchen Worten Zeugniß geben / mit welchen nach Zeugniß Davids/ rlsi.44. die Himmeln eine göttliche Herrlichkeit verkündigen; wollte ein gerechter Mopses das Rachfeuer löschen/ welches das Lager Num. n. deren undankbar murrenden Israeliten ergriffen; so giesset er kein anderes Wasser auf/ als das H. Gebet. Und da ein brenneft c. i 8 - ferender Elias die ausgedorrte Erde/ mit Regen Zu befeuchten begierig war / ziehet er solche Nasse leichter aus denen Wolken durch das Gebet herab / als die Sonne jene Erddampfe in die Höhe/ woraus die Regenwolken gestaltet werden. Verlanget e. io. ein tapferer Josue so gar von der Sonnen einen Stillstand; so hemmet er durch das Reden mit demHErrn so leicht ihren gewöhnlichen Lauf/ als er durch das Geschrey des Volks die Mau- r. 6 . xen zu Jericho umgeworfen/ und wurden durch eben jenes Mittel des Gebets / die Zwey abwechselnde Tag und Nacht Lichter/ an das Firmament unbeweglich angeheftet/ durch welches die Bollwerk dieser vesten Stadt denen Obsiegern einen freyen Ein- Rex.4,c.4> gang eröfnen mußten. Auch der unbarmherzige Tod wurde nicht nur zu Zeiten Elia/ sondern auch öfters gezwungen/ das geraubte Leben/wie ein ertapter Dieb/das gestohlene Gut/ zuruck Zu stellen/wann ihme das eifrige Gebet in seiner Flucht nach- ^ geeilet. Ja so gar der starke Arm GOttes selbst wurde zuruck ^ gehalten/ die wohl verdiente Straf wider sein Volk auszuüben/ da dessen gezucktem Rachschwerdt/ das Gebet ihres mitleidigen Heerführers sich entgegen gesetzet, und das sonst unbändige Meer mußte sich bald theilen/ bald erhärten/ wann einige Dittseufzer i«Lttli.i4. zu ihren Schöpfer abgeflogen. Nur einmal hat dieses unge- stümme Element den bittenden Petro solchen Dienst verweigert/ und ihme die trockene Dahn versaget/ welchen sie Christo ihrem rem Gebieter geleistet, dessen aber finde ich keine andere Ut 2 sach, als weil demselben, das wahre Vertrauen ermanglet ist. Gar recht! damal nur würkte das Gebet, diese, und noch mehr erstaunliche Wunder, wann es von kindlichen Vertrauen zu GOtt beseelet wäre. Dann das Vertrauen ist das Herz des Gebets , ohne solches hat alles Bitten so wenig Leben, als der menschliche Leib,wann ihm dieser edlesteTheil genommen wird. Ist vielleicht jemand, der meinem Vortrag beyzufallen ein Bedenken träget? Der frage, und zwar nicht einen gemeinen Mann, sondern einen großen König, und H. Propheten, welchem der Geist GOttes die Worte in den Mund geleget, die er zu dessen Lob, und unserer Nachricht geredet hat. Sein ^^20.7 andächtiges Gebet, giebt noch vor.der Anfrag den Bescheid, welches er Zu demHErrn gesprochen: Darum hat deinKnecht sein Herz gefunden, daß er dieses Gebet zu dir verrichtet; gewißlich wird kein Mensch so irrig urtheilen, dieser Gekrönte von Sion, seye bis dahin ohne Herz gewesen; alle werden mir zugestehen, unter dem Namen des Herzen werde eine Lugend, und ich kan sie aus den 72. Dolmetschern versichern, 72 imerp. daß eben keine andere, als das wahre Vertrauen verstanden werde; dieses wahre Vertrauen auf GDtt hat David gefunden, und dasselbe nennet er ganz billig sein Herz, weil es ihm bey dem Gebet jenen Dienst geleistet, welchen der Leib von dem Herzen empfanget. Was nun der H. Prophet zu seinem Nutzen gefunden, eben dieses wäre bey der Salomonischen Braut zu ihrem Vergnügen wachtbar; sie macht in denen hohen Liedern die ei- genmüthige Bekanntnus, da sie meldet: sie schlafe zwar, aber 6^5. ihr Herz seye darbey wachtbar und ermuntert; sie will htemit sagen, sie schlafe, und schlafe nicht, dann obschon die äußerliche Sinn in einer unzerstöhrlichen Ruhe begriffen seynd, ist doch das Herz in Bewegung, und rede in der Still, da auch der Mund geschlossen ist. Schlafen und beten, soll zwar ^ allezeit von einander entfernet seyn, und ist genug zu bedau- ren, daß sich jenes erstere öfters zu dem letzteren geselle, wann dietzö allzulang verspant ryirdz nein, Pn Schlaf soll von dem Gebet, wie die mit gefährlicher Krankheit Behafte, von Venen Gesunden abgesondert bleiben. Doch muß ich gleichwohl bekennen: ich wollte wünsche»/ daß alles Beten der Menschen / wie das Schlafen dieser Braut beschaffen wäre/ ihre Augen schloffen sich bey dem Schlaf/ und diese sollten auch unter der Andacht nicht dem eitlen Vorwitz geöfnet werden; die Ohren vernahmen nichts/ un>d diese sollten auch unter dem Gebet nichts anhören / was sie auf akdere Gedanken verleiten kunte; alle dero Sinnen waren in dem Schlaf unbrauchbar/ und so sollten sie auch alle ihre Bewegungen/ besonders in der Kirche inhalten/ damit hierdurch unter dem Beten aller Zerstreuung vorgebogen werde; allein das Herz soll im Vertrauen munter seyn / dieses muß mehr, dann der Mund in verträulicher Liebe/ und kindlichen Vertrauen mit GOtt reden/ seine Allgüte anflehen, und demüthig um seine Gnaden und Wohlthaten bitten. Solches kindliche Vertrauen wollte uns derjenige selbst in das Herz legen, welcher aus dem Herzen seines ewigen Vaters vor dem Anfang aller Zeiten gebohren worden / und ^ ein recht mitleidiges HerZ von Maria seiyer Jungfräulichen Mutter/ mit der Menschheit angenommen hat. Dieser/ da er seine Jünger/und in ihnen uns alle zum beten angeeiferet/ hat auch zugleich die Art und Weis angezeiget/ wie man das Gebet so nützlich , als verdienstlich verrichten solle. Wahr- 70. 16. c. lich / wahrlich (saget Er) was ihr den Vater in meinen Namen bitten werdet/ das wird er euch geben. Trostreiche Zusage welche durch das wiederhohlte Wörtlein: wahrlich / so Narc. li kräftig ist, als da eben derselbe bey Marco gesprochen: alles was ihr immer bitten werdet/ glaubet nur / ihr werdet es empfangen; aber merken wir dabey/ wie das Gebet seyn solle / daß es mit beschehener Verheißung begnadet werde. Es muß zu dem Vater im Namen Christi verrichtet werden, will sagen / mit dem Herzen Christi. GOtt muß in dem Ge- ^ bet nicht so viel als unser höchster HLrr, sondern mehr als unser gütigster Vater angejehen, und mit keiner knechtuchen Furcht/ sondern mit wahren kindlichen Vertrauen angeruffest werden Dieses heißt nach Beschaffenheit des Herzens IW betest/ Seteri/ wann wir ihm bitten, wie ein Kind seinen Vätern, nicht wahr! ein Kind wird niemand lieber und leichter um etwas bitten, als seinen Vater; der bloße Namen eines Vaters wird einem lieben Kind schon vorhinein die Gewehrung seiner BitL über die Helfte versichern: den ich bitte (wird das Kind dabey denken, und es denket recht) den ich bitte, ist mein Vater/ der wird mir das Verlangte nicht abschlagen, weil ich ein Antheil seines Wesens bim eben darum, weil er mich gebohren, kan er mir nichts Übels angedeyen lassen. Christliche Seelen! der wahre Glaube, die Verheißung Christi, die schon reichlich uns ertheilte göttliche Gutthaten, vergewissen uns, GOtt seye unser Vater, und zwar ein gütiger, barmherziger, freygebiger Vater, wir haben nicht nur einen Antheil seines Wesens/ sammt dessen Ebenbild in der Erschaffung, sondern auch eine Verwandschaft seines Bluts, in der Erlösung empfangen- Ja wir werden ihm durch das Geheimnus des Altars noch naher befreundet, als ein Kind seinem leiblichen Vater; Er ist mehr als unser Vater, und wem sollte? frage ich anjetzo, wem sollte diese einzige Erniedrigung nicht das Herz nut wahren Vertrauen anfüllen? wer joute Zwe fein ? ob seine Bttt (wann nur nicht solche der göttlichen Ehr zuwider, und dem eigenen Seelenheil nachtheilig ist) erhöret, und nicht etwann mit dem unangenehmen Nein, werde abgewiesen werden. Nur die ungütige karge Menschen pflegen die Blttseufzer deren Nothleidenden mit unwilligen , es kan nicht seyn, abzuspeisen; GLtt,der em barmherziger Vater, ist nicht nur gewöhnet, das Zu geben, was man verlanget, sondern auch mehr zu ertheilen, als man sich Zu begehren getrauet. Das H. Eoangelmm bietet mir hierüber eine Menge Ge- zeugnißen an, ich aber hohle sie vom Altar, und nehme jenes unbegreifliche Liebesgeheimniß des Fleisches und Blutes meines Erlösers zum Grund; saget her, meine liebe Christen: bekennet aufrichtig, wer hatte sich zu begehren getrauet ? daß der Sohn GDttes sich selbst mit Leib und Seel, mit Gottheit und Menschheit, uns zu einer Seelenspeis darreichen, und unter die arme Drodsgestalten verbergen sollte? Freplich hat B Er Er selbst gelehret/ daß wir um die tägliche Nahrung bitten/ l^ic. n.c-und solche von diesem allermeiststen Drodvater begehren sollen, und obwohlen wir auch unter dieser Bitt nicht nur die Zeitliche des Leibs, sondern auch die Geistliche der Seelen verstehen; hatte sich also gleichwohl noch nicht auf ein so hohes Geheimniß erstrecket, dann auch das Wort GOttes,die heilsame Lehren und Predigen, ftynd eine Speise der Seele, nur schade, daß sie von vielen verachtet, von wenigen angehöret, und von den meisten mit Eckel, wie dasHimmelbrod von denen Num. 21. Istaeliten verabscheuet werden. Än diesem demnach hatten ^ wir eine Nahrung vor die Seele, wie an denen Feldfrüchten eine Speist vor den Leib. Aber nehmet wahr: obschon wir mit einem sowohl, als mit dem andern zufrieden., ist doch nicht vergnügt die unermessene Güte GDttes; neben diesen bey- d en giebt sie uns auch das unschätzbare Fleisch und BlutIE- su Christi , unter denen Gestalten des Brods, welches wir zu geniesten, so oft wir nur wollen, die Freyheit haben, so empfangen wir demnach mehr, als wir Menschen hoffen, und erwarten mehr, als die Engel gedenken könten. Ist wohl ein steiferer Grund unsers Vertrauens, als jenes hochwürdigste Geheimniß des Altars? In Ansehung, in Anbetung, inGenies- sung dessen, können, und sollen wir vertraulich sagen: Großer GDttl diese deine allerkostbareste Gabe, versichert uns der Gewehrung unserer Bitte, weil du uns in diesem mehr gegeben, als wir uns jemahl Zu begehren getrauet; Größeres kanst du nichts ertheilen,ob du schon allmächtig, allgütig, und der allerreicheste HErr bist, aber eben darum, wirst du uns destoweniger das abschlagen,um was wir anjetzo bitten. Wir bitten in unseren Anliegenheiten um deine Hüls, in unseren Widerwärtigkeiten, um deinen Trost, in denen Anfechtungen, um deinen Beystand, wider die Feinde unserer Länder, um deinen Schutz, und um den Himmel nach unseren Tod. Dieses aber alles ist nur ein leerer Schatten gegen dem, was wir in diesem unbegreistichen Liebesgeheimniß empfangen, unendlich mehr ist, dich stlbsten unter denen Brodsgestalten zu einer Speise darreichen, als uns Schutz, Hülf, Trost, und Beystand, ja tausend Himmeln zukommen lassen. Deine grundlose Güte,so aus dieser einzigen allergrößten Gabe hervor scheinet, diese macht uns unfehlbar Vertrauen/ als ob wir alle andere schomm-HÜn- den hatten. Auserwählte 5 wer nicht also gesinnet ist/ dessen Her; in solcher Anhörung und Erwegung noch nicht im wahren Vertrauen aufrecht stehet/ der mache seines Gebets ein Ende/ raume dieses heilige Ort/und mache sich zur Kirche hinaus; dann sowenig es sich geziemet allhier/ mit dem Leib faul darnieder liegen/ so ynanstandig ist es mit zerschlagenen mißtrauenden Herzen/vor jenen GOtt sich einfinden, welcher/weil er ein gütiger Vater ist, keine andere vor seine wahre Kinder erkennet/ als die mit wahren Vertrauen auf ihm/wie die Sonnenblume gegen der Morgenrö- the gerichtet seyn. Nur in die Schrift einen Blick/ da werdet ihr einen sonst GDtt wohlgefälligen Mopsen ersehen/wie jhmeinNum. 20. nur geringes Mißtrauen/ den Eingang in das gelobte Land ver- riegelt hat. Ihr werdet sehem daß jener Blinde zu Dethsaida/ 8-c. ob ihm schon die allmögende Hände des Erlösers berühret/ anfänglich nicht recht gesehen habe / weil ihm das Vertrauen er- mangelt ist. Der Abgang dessen sperret gleichsam der Allmacht GOttes die Hände/ und ist seine Güte gegen die Mißtrauende so sparsam/ als freygebig selbe gegen denen verträulich Hoffenden sich erweiset. Eben darum hat der göttliche Heiland bey Wür- kung seiner Wunderwerke jedesmal den Glauben und Vertrauen derjenigen gefodert/ die ihm darum gebeten haben. Vertraue mein Sohn, (sagt er zu dem Gichtbrüchtigen) deine Sünden werden dir vergeben; und jenesWeib/so nach dem zwölf jährigen Blutfluß den Saum seines Kleides angerühret/ hat aus sei- Wickel nem unfehlbaren Mund die Lrostvolle Zusage vernomen/ daß sie dero Glauben und Vertrauen geheilet habe. Ganz recht demnach hat einH.Augustinus geschrieben/daß gleichwie keiner empfangen ^- kan/waö er zu erlangen zweifle; also wird iw Gegentheil derjenige ' nicht betrogen werden in seiner Hofnung, der sie mittels des andächtigen Gebets aufGOtt setzet. Ein solches Gebet ( versi- ^ chert.mich und euch der englische Lehrer Thomas) empfanget ih-ar. 15. »ä rm Verdienst von der Liebe/ihre Gewehrung aber durch das Ver-Z- trauen; und da Bernardus die göttliche Wohlthaten/das Del 3 . Lern, der Barmherzigkeit nennet, giebt er zugleich die Erinnerung/daß B r selbes selbes nur von dem Geschirr eines wahren Vertrauens aufge- sangen werde. Darum ermahnet auch Jacobus der Apostel, ^ und ich euch, meine Christen , durch seine Worte: wer immer etwas bedürftig ist, der begehre es von GOtt, aber wanke nicht im Vertrauen. Andächtige! gleichwie ihr bishero, also verharret in dem H. Gebete bis an das Ende, aber stehet darbey, nicht zwar mitdem Leib,wohl aber mit dem Gemüthe im Vertrauen aufrecht. Glaubet kräftig, daß euch GOtt, was ihr begehret,geben könne, weil er allmächtig ist, daß er euch solches geben wolle, weil er gütig ist, daß er es euch geben werde, weil er in seinem Versprechen getreu ist. Wer also gebetet hat, und beten wird, der stehet wohlgefällig vor denen Augen GOttes, und dieser allerhöchste HErr stehet auch schon würklich bereit zu seiner Hülfe. GOtt zu unserer Hülf bereit anzusehen, haben wir nicht nöthig unsere Augen in den Himmel zu erheben, dann er stehet würklich allhier auf dem Altar, und zwar in einer solchen Gestalt, wie ihm Johannes in der geheimen Offenbarung gesehen, diesem apostolischen Liebling Christ, wurden viel Geheimnißen,und unter sol- Hxoc.z.c -cheu auch ein stehendes Lamm gezeiget, welches das Ansehen hatte, als wäre es erwürget worden. Daß der Sohn GOttes jenes göttliche Lamm seye, welches die Sünd der Welt hinweg genommen, und vor dieselbe geschlachtet worden, berichtet uns die so. i. c. Schrift mit deutlichen Worten. Daß aber jenes Lamm, so Johannes gesehen, das hochwürdigste Attarsgeheimniß abbilde, ist L./rLnus xyranus mit andern Schriftstellern der Meinung, und in Wahr- L^sx.E heit, nicht anderst zeiget sich die es allhier stehende göttliche Lamm, als wäre es umgebracht; dann selbes ist auch würkilch geopfert, und aufGeheimnißreiche Weise, durch das Messer des Wort GOttes geschlachtet worden. Durch dieses wurde das Fleisch des göttlichen Lamms, von dem Blut abgeschnitten, ob sich schon gleichwohl eines bey dem andern gesellschaftsweis wie die Schulen reden, wegen der unzertrennlichen Einigkeit einfindet. Dem äußerlichen Schein nach, ist dieses Lamm GOttes todt,werl es in der engen Runde alle Lebhaftigkeit verhüllet,und ist doch nicht todt, sondern der wahre lebendige GOtt. Vielleicht werdet ihr solches als ein hohes Geheimniß bewundern, überaus selben kein besonderes Anzeigen einer Hülf abnehmen, welche welche euch davon auf ein Vertrauen volles Gebet zukommen kunte. So nehmet wahr, daß eben dieses Lamm nicht sitze,noch liege, sondern stehe, mithin durch dieses Stehen,euch eben sowohl seinen Beystand von dem Altar, als Stephano seine Hülfe von dem Himmel Zusage; wolltet ihr etwann gedenken: von einem Lamm seye weder Schutz noch Hülfe zu erwarten ; so wisset, daß eben in dieser Offenbarung dem verzückten Apostel bedeutet worden: vieles Lamm seye auch zugleich ein starker Löwe, welcher ausderZunftJndaobgesiegethat. Geliebte! begehret ihrent- weder wider dre unsichtbare Feind eures Heils eine Hülfe, oder wider den sichtbaren Feind unserer Lander einenBeystand? dieses göttliche Lamm stehet mit einer unüberwindlichen Löwenstarke Zu beyden bereit. Seyd ihr des Trostes in euren Widerwärtigkeiten, der göttlichen Gnaden zu allen Guten bedürftig ? jenes Lamm hat nach Beschreibung Johannes sieben Hörner, durch welche Beda undRupertus die sieben Gaben desHeil. Geistes keä. L verstehen, da, da, von und bey ihm findet ihr in allen durch ver- oorn^ trauliche Bitt die bereitwilligste Hülfe, und sollte auch der Tod das Endurtheil eures Lebens schon angekündet haben. Ezechia dem gottseligen König war nicht nur die schwere ^"8- 4- Krankheit ein Vorbothe seines bald folgenden Tods, sondern auch Jsaias der Prophet hat ihm mit deutlichen Worten des Endes seines Lebens erinneret. Wohin wendet aber derdurch so traurige Nachricht erschröüteKönig sein Vertrauenvolles Gebet? ich hatte allezeit geglaubet nach dem Himmel, wann mich nicht das vierte Buch deren Königen ausdrücklich berichtete, daß er sich mit nassen Augen, und seufzenden Mund zu der Wand gewendet habe; was sollte ihm aber von der leblosen Mauer vor eine Hülse erfolgen ? nicht von der Mauer, sondern von dem, der darüoer ^ehet, erwartet EZechias, und erlangte auch seine Hülfe. Wer aber dieser jeye, haben wir von der Braut in denen Salamonischen Liedern Zu vernehmen, welche Oat.n2.c., von ihrem göttlichen Bräutigam bezeuget, daß er hinter der Wand stehe, und durch solche mit seinen allsehenden Augen gleich einem Fenster hervor schaue. Christen! hier, jene wersse Oomei. Gestalten seynd die Wand, unter welcher sich der Bräutigam Am. * eurer Seelen verberget, und schauet hervor/ nicht nur auf die Dz äußer- äußerliche des Leibes/ sondern auch die innerste Beschaffenheit eures Herzens/ anbey erwartet er euer vertrauliches Bitten nicht sitzend/ sondern stehend/ das ist/ schon fertig euch beyzuspringen, zu helfen/ und euch von allen Anliegen zu befreyen/ wie er schon ehemal Ezechiam von dem Tod be- freyet hat. Dl wer giebt mir anjetzo Worte genug! die Menge jener Menschen beyzubringen, welche vor GDtt in Vertrauen stehend/ Hülfund Gnad gesuchet/ und auch erlanget haben. ^-^-Iener offene Sünder in dem Tempel gienge gerechtfertigt nach Hause/weil er von weiten gestanden; das Wort: von weiten, giebt uns seine Demuth/ das Wort: stehen/ sein ^uc.i7-c. Vertrauen zu erkennen. Die zehen Aussätzige seynd aufgleiche Weise von fern gestanden/ und durch dieses Verhalten in keL-4.c.5.einem Augenblick Line solche Reinigung erbettelt/ welche Naa- man durch sieben maliges baden in dem Fluß Jordan erlan- l.uc.7.c. get. Magdalena stunde bey denen Füssen ihres Heilandes/ und erhielte nebst der Verzeihung ihrer Sünden/ seine besondere Gunst und Liebe. Alle diese/ und noch unzählbare andere / weilen sie in dem Vertrauen gestanden / haben an JE» l.uc 4 .c. su erfahren, was Lucas von der Schwieger Simonis geschrieben : Er stunde über sie / und geböte dem Fieber. Es bleibt missn.c.demnach wahr/ was Jsaias von dem Welterlöser vorgesagt: Er stehet zum Zeichen der Völker; das will sagen: zum Zeichen der gewissen Hülf stehet Er/ und stehet allezeit bey denen, die mit wahren Vertrauen bey ihm stehen. Hierüber nehme ich nur von einem einzigen Haus den Beweisthum, welches schon über fünf hundert Jahre unbeweglich stehet , weil es dero glorwürdiger Anfänger auf den Grund des wahren Vertrauens gebaut hat, nemlich dasAl- lerdurchlauchngste Erzhaus von Oesterreich; an Diesen können, und sollen wir erkennen, was das wahre Vertrauen auf GDtt würke, und wie dieser Allerhöchste HErr denselben jederzeit seine hülfreiche Hand biete. Wer die Lebensgeschichte kmäolpki I. eingesehen, findet aus dessen ganzen Verlauf ein standhaftes Vertrauen, und aus dem finstern Wald eine zarteste Verehrung des göttlichen Fronleichnams hervor scheinen, beyde haben ihm nicht nur Reiche, und Lander ein- geraumet, sondern auch die Kaiserskron erworben, und mit einer solchen Menge himmlischer Wohlthaten bereichet, daß auch seine Ourchlauchrigste kTkachkommensthaft nicht Ur- sach hätte, das Haus Obededons zu beneiden, um jenen ^e§.2.c.§^ Seegen, welchen die Beherbergung der geheiligten Bundslade selben zugezogen hat; diese göttliche Archen, welche das lebendige Himmelbrod einschliesset,hat das Allerdurchlaueh- tigste Erzhaus mit einer fast so zahlreichen Stammenreihe vermehret, als GOtt zum Lohn seines steissen Glaubens dem Osn.22.er gerechten Abraham verheißen hat, Demftlben ist zu seinem beharrlichen Aufnahm von dem Allerhöchsten angedeutet, was die Schrift von dem weisesten König Salamon anmerket: Er stunde, und feegnete sie. Solchen Seegen haben alle die erfahren , welche, gleichwie sie Erben ku 6 olpki Würde, also auch Nachfolger seines Vertrauens waren. Maximilian ^ erstiege die Hohe emes solchen Gebürges, wo ihm nicht nur der Ruckweeg abgeschnitten, sondern auch alle menschliche Hülfe entfernet war- Er stunde aufdem Gipfel eines ungeheuren Bergs, und sein Leben allbereit auf dem Spitz; doch wäre sein Vertrauen weit vester, dann jener Felsen, so ihm Zu einem traurigen Todtengerüste werden sollte. Er richtet sein Vertrauen- volles Gemüth auf jene verborgene Gottheit, die auch durch 3 - den Glauben, und Begierde kan genossen werden; und hatte kaum der Priester von weiten, dieses reineste Engelbröd, denen Augen des frommen Fürstens vorgehalten, war die Hülfe an der Stelle, die ihm aus der Gefahr des Todes, fast wie Petrum aus dem Kerker errettet. Brachte also lVlaximiliano^ ir.c. diese lebendige Archen GDttes das Heil, mit dessen Vorbild Sadoi der Hohepriester dem fliehenden David zum Schutz be-K-k- 2. kleidet hat. Eben, was den GOtt gefälligen David von sei- ^ uem ungeratenen Sohn Absolon, ist dem tugendhaften ber- Zinanäo II. von seinen eigenen Untertanen begegnet, und wurde derjenige, der über fremde Kriegesheeren obzusiegen gewöhnet war, von seinen aufrührerischen Landesinsassen bekrieget , wider so härbe Zufäll war sein Vertrauen zu GOtt der einzige Schild, und er fände bey diesem allgütigen Helfer fer so bald die Hülfe, als er sie durch das Gebet gesuchet; immaffen wider alles Vermuthen ein tapferer Feldherr, wie je- L-eZ- 2. nem Jsraeliter König ein getreuer Joab Zur Rettung angelan- o-jst. Von i^eopoläo I. lasset sich mit Wahrheit sagen, was karai. 2. hie heilige Blätter von Josaphat dem frommen König in In- da erzehlen; er seye gewandelt in denen Wegen seines Vaters , und habe auf niemand andern, dann auf GQLt seine Hofnung gesetzel; dann obschon seine siegreiche Unternehmungen mit äußersten Gefahren nicht selten vermenget wurden, konnten doch alle auch jchröcklichste Nachrichten von ihm keine andere Klagseufzer erzwingen, als jene Trostworte: Es lebet noch der alte GOtt. Wie übel es unter diesem gottseligen Beherrscher mit unserer Hauptstadt Wien ausgesehen, werden gar wenig denken, wohl aber die meiste aus der Erzehlung vernommen haben; mcht anderst, dann mit Jerusalem, als selbe von dem ungeheuren Kriegsheer Senacheribs umgeben war. Bey so angstvoäen Umständen wäre das Vertrauen l^eopoläi die stärkeste Brustwehr, dieses bliebe unverruckt in dem Herzen jenes großen Kaisers, da auch Mauern und Schanzen seiner weltberühmten Wohnstadt Zu zerfauen angefangen. Konnte man dahero hart unterjcheiden, ob dessen Vertrauen auf GOtt, oder aber der ungemeine Heldenmuth deren Bun- desgenossenen einen so wütenden Feind abgetrieben, jener trist es am besten, welcher urtheilet, das erstere habe dieTapfer- keit deren letzteren unterst ützet, und unserem lieben Wien das von dem HErrn alter Heerschaaren verdienet, was er dem be- R. 4.c.19. lagerten Jerusalem Zur Zeit Ezechiä versprochen, und erfüllet hat: Ich will diese Stadt bejchirmen, und ihr helfen. Ja wahrhaftig! GOtt hat dir o Wien nicht nur damal, sondern auch öfters, aber allezeit durch das große Vertrauen deiner würdigsten Landesfürsten geholfen, und gleich wie unsere eingeascherte Vorfahrer, an diesen und allen anderen Beherrschern, also haben wir lebende an Unser« glorwürdig- sten Majestäten, sowohl der Lugend u».d Frömmigkeit, als auch des wahren Vertrauens auf GOtt ein recht herrliches Vorbild. Mit was betrübten Zufäuen Unsere aliergnädig- ste Frau die Regierung ihrer Lander angetreten, ist jedermann mann bekannt, und keinem unbewußt, daß viele Hände um jene Landschaften gegriffen, welche Ihr das väterliche Erbrecht zuerkennet; und da auch die Herzen Ihrer getreuen Un- terthanen mit gekränkter Hofnung kleinmüthig darnieder lagen, stunde Unsere Monarchin im wahren Vertrauest gegen jenen GDtt erhoben, der Dieses allerdurchlauchtigste Erz- Haus wegen solchen Vertrauen, und Verehrung seines aller- heiligsten Altarsgeheimniß bishero erhöhet, und erhalten hat. Zu diesem nähme Unsere bedrängte Frau ihre Zuflucht; und wer wird jene Stunden wissen, die Sie vor seiner allerhöchsten Gegenwart im verträulichen Gebet verzehret. Sie i-id. MK stunde vor dem König aller Könige wie eine gottselige Esther 5 '^ vor Asuero, von welcher die Schrift meldet, daß selbe diesem Perflanerfürsten über die maßen gefallen, da er fle stehend angesehen. Unsere Monarchrri hat dem wahren GOtt gefallen, weil fle auf seine Hülfe so herzyaft gestanden, und vor ihr Volk, welches fle als eine Mutter liebet, so eifrig gebeten ; derowegen, gleichwie Asuerus seine goldene Ruthen gegen der frommen Esther, also streckte der allmögende GOtt gegen Unserer Frauen aus seme rechte Hand. Er stunde auf zu Ihrem Schutz, welchen die Lebende mit Erstaunung gesehen, und die Nachkommende zu allen Zeiten bewundern werden. Es wurde auf gewisse Weise, dasjenige an Unserer liebwürdigsten Landesfürstin erneueret, was in dem Buch Iosue von dem herrlichsten Sieg deren Israeliten an-Iol. io. c. gemerket wird, bey welchen Sonn und Mond unbeweglich still gestanden , auf gleiche Weise, weil Unsere Frau (welche gegen ihre Unterthanen so freygebig, wie jenes Nachtlicht mit seinem Einfluß gegen die Erdgewächs gutthatig ist) als ein liebreicher Mond im Vertrauen gegen GOtt gestanden, stunde auch Zu ihrer Hülfe die Sonnen göttlicher Gerechtigkeit; eben darum spielte Sie über ihre Feinde den Meister, behielte Ihr Volk, und behauptete Ihre Kronen, damit jedermann die göttliche Hülfe desto klarer erkennen sollte. Man kan demnach mit Wahrheit von Maria Theresia sagen, was der Gekrönte von Sion in seinem 44. Psalm ge- ?l»i.44» Krochen: die Königin ist ju deiner Rechten gestanden. Ich weiß ivc-ß wohl, David redet im Geist von jener allerhöchsten Königin, welche der Welt den Envser, dem Himmel seinen König gebohren. Dieser über alle Engel erhobenen Jungfrau, bekennet sich auch Untere Kaiserin und Königin eine Sklavin dek Liebe. Sie schätzet sich so glückselig bey den Füssen A^kH zu liegen, als auf Ihrem Reichsthron zu herrschen; allein die Worte des Psalmistens, so er von der allerheilig- sten Gebahrerin msiers Heilandes geredet, lassen sich ohne mindesten Nachtheil auch von Unserer Frauen sagen, Sie stehet dem König aller Königen zur Rechten, dahin hat Sie sich gestellet, durch Ihr großes Vertrauen; dahero hat Sie auch seine rechte Hand erhalten, daß Dieselbe niemal, weder gesunken noch gefallen ist. Ja Sie stehet ganz aufrecht, und uns getreuen Unterthanen zum Trost wird Sie allezeit stehen; dann Sie stehet auf dem Grund des wahren Vertrauens auf GOtt. Sie stehet bedeckt mit dem Schild des Hochwürdigsten Altarsgeheimniß,unter diesem ist Sie weit sicherer als Salamon z.c. ^ seinem Bett, welches von 60. deren stärkesten Helden in Israel bewachet, und behütet wurde. Als Samuel denen Kindern Israel der göttlichen Hülfe Le§. c. 7. und Schutz erinnern, und sie zu fernem Vertrauen ermuntern wollte, nähme er einen Stein, nennte das Ort, wo er läge, den Steinhülf, mit diesem beweglrchen Zusatz: bis hieher hat uns der HErr geholfen. Nicht nur einen, sondern fünf al- leredleste Steine, ich will sagen: fünf allerdurchlauchrigste junge Erzherzogen hat uns GOtt durch Unsere Kaiserin vor Augen geleget, zum Anzeigen seiner Gnadenhülf. Dann er hat Sie wie einen vertrauensvollen David ausgerüstet, welchen dieser HErr der Heerschaaren wider den hochmütigen Goliath ebenfalls mit fünf Steinen bewafnet hat. Diese fünf Steine bezeugen einhellig, daß uns GOtt bis hieher geholfen ; und sie feyn ein trostreiches Unterpfand, daß er uns auch künftighin durch Dieselbe helfen werde ; wann nur unsere Dankbarkeit nicht ermangeln, und unser Vertrauen auf Ihm nicht abnehmen wird. Diese fünf Steine seynd denen Feinden unserer Länder ein Schröcken z uns aber verkehren sich Dieselben fünfBrod desVergnügens,durch welche die Wunsche IoL. s. s> so vieler Lausend abgespeiset/ und ave treumeinende Begierden vor das allerdurchlauchtigste Erzhaliß ersätiget werden. Vor Welches/ gleichwie wir unabläßlich zu beten höchstens verpflichtet/ also auch dem herrlichsten Bey spiel Unserer aller-gnädigsten Frauen nachzufolgen/ und Dero großen Vertrauen das unserige beyzugesellen wir sollten beflissen seyn. Diese Nachfolge und Beygesellung werde ich zweifelsohne zum ersten erhalten von jenem Hochadelichen Frauenzimmer / welche diese vierzig - ständige Andacht / so freymüthig angestellet/ als eifrig sich dabey eingefunden haben. Zweifle nicht/ sie werden zu dieser Zeit, da sich selbe vor dem verborgenen GOtt dem Leib nach demüthig auf ihre Knie niedergelassen / dem Gemüthe nach aufrecht in wahren Vertrauen auf ihm gestanden seyn. Ich bin versichert / sie werden mehr den Wohlstand Unserer allergnadigsten Raiftrin undRö- nigii,/ als ihre eigene Angelegenheiten, mittels des heiligen Gebets diesen allerhöchsten Monarchen Himmels und der Erden vorgetragen haben; eben darum haben wir die gnadenreiche Hülf GOttes, und den glücklichen Fortgang unserer gerechten Waffen tröstlich Zu hoffen/ weil.auch Israel damal obgesieget/ da Zosue gekampfet, Mopses aber auf dem Berg Lxoäi 17, anbey gebetet hat. Es wird sich zeigen, daß GOtt unser Beschützer seye, und daß erstehe zum Schutz und Hülfe deren , die im demüthigen Gebet mit wahrem Vertrauen gegen ihm stehen. Mbereit stehe ich bey dem Ende meiner Rede, und bevor ich noch dasselbe gänzlich erreiche/ wende ich meine Augen , ihr eure Gedanken auf den Altar, da weiset uns der wahre eben denjenigen, welchen Stephanus bey eröfnetem Himmel stehend gesehen. Zu diesem rede ich nur noch ein einiges Wort, indeme alle eure Begierden, Wünsche und Seufzer eingeschlossen seyn. Stehe uns bey 0 vermenschter und verhülter GOttl seye unser Helfer und Beschützer auf allen Seiten. Stehe bey Unserem großmächtigsten Rai- ser und Laiferirr, beschütze und erhalte Ihr Leben, Ihre aller- aller-durchlauchtigste junge Herrschaften, und uns Ihre getreue Unterthanen. Stehe bey Ihren gerechten Waffen, dann auch diese streiten vor deine Ehre. Stehe uns allen bey in jenem letzten gefährlichen Kampf, wie Stephano , wann der Feind unsers Heils das Siegkranzlein der glückseligen Ewigkeit will strittig machen. Verschaffe, o höchster HErr! daß, die wir allhier in deinem Haus, vor deiner verklärten Gegenwart im Glauben und Vertrauen stehen, dort vor deinem seligmachenden Angesicht ewig stehen, und dich mit allen Engeln und Heiligen anschauen, lieben, und loben mögen. A M E N.