Wiener 8iM-8iblioike>< K K: - F r» .4> 5^ V. 5,^. ... W - /A r '' *.«' ^'^,-A >« s< v. »> L H- - ^* r." «7^.. H > -- --- - , L?,, - — Kurze Uebersicht der Mit einigen beweisenden Stellen der heiligen Schrift. Von Ludwig Donin, F. E. Curpncster. Dritte verbesserte Auflage. i i Abkürzung. Ev. I S. ii. Pf.>e Evangelium vem I »ach Pfingsten. Ep.— Epistel. - Sonntag 1* I. Hauptsrück. Vom Glaube». -^>e heilige christkatholische Kirche ist die sichtbare Versammlung aller re ch tg l ä u- bigen Christen, unter dem unsichtbaren Oberhaupte, Jesu Christo, und dem sichtbaren Oberhaupte, dem römischen Papste(jetzt Gregor XVI.). In der heiligen christkatholischen Kirche stellt Jesus Christus, durch den heiligen Geist Alles daS zu glauben vor, was Gott geoffenbaret, was Jesus Christus ge- lehret hat, und was die Aposteln geprediget haben. Jesus stellt in der katholischen Kirche durch den heiligen Geist AlleS ju glauben vor, was G o c r gcoffenbarer hat; 4 1. Weil Jesu- Christus in der Kirche bis an daS Ende der Welt zu bleiben versprochen hat. L) 2. Weil Jesus den heil. Geist gesendet hat, damit er bei der Kirche in Ewigkeit bleibe und in derselben alle Wahrheit lehre, b) Jesus sagte zu Seinen Jüngern: Sehet, Ich bin allezeit bei euch, bis an das Ende der Welt. Matth. 23. 2ü.(Ev. am heil. Dreifaltigkeits- sonntag.) k, Der Tröster aber, sprach Jesus, der heilige Geist, den der Mater in Meinem Name» senden wird, derselbe wird euch Alles lehre» und eingeben, was Ich euch gesagct habe. Joh. 1t 26,. 5 Wer mit d e r G n a d e Gottes alles das fest und ungezweifelt für wahr hält, was Jesus Christus durch den heil. Geist in der katholischen Kirche zu glauben vorstcllet, es sey geschrieben oder n i ch t, der glaubt christ- katholisch. Der Glaube eines katholischen Christen ist ein übernatürliches Licht, eine Gabe Gottes»), eine von Gott eingegossene Tugend, vermög welcher der katholische Christ Alles fest und ungezweifelt für wahr hält, was Jesus Christus durch den heil. Geist in der katholischen Kirche zu glauben vorstellet, es mag in der heil. Schrift enthalten(geschrieben) seyn oder nicht. Glaube fest was in der katholischen Kirche zu glauben vorgestellt wird— und glaube nie den Menschen, die etwas Anderes lehren, als was in der katholischen Kirche gelehrt wird; denn du glaubest nicht Menschen, sondern Gott, der ewigen Wahrheit.— »> Jesus sprach: Dieß ist das Werk Gottes, daß ihr an Den glaubet, welchen Er gesendet hat. Loh. L. 2S. Denn ihr seyd aus Gnade, durch den Glauben selig geworden, und dieses nickt aus euch-denn es ist eine Gabe Gottes. Eph. 2. s. 6 Der Glaube ist einem jedem Menschen, der selig werden will, nothwendig, s) Es ist zur Seligkeit nicht genug, daß der Mensch bloß im Herzen glaubt, was in der katholischen Kirche zu glauben vorgestellt wird; er muß auch seinen Glauben; 1. durch dieWerke zeigen;b) 2. was er im Herzen glaubet, wenn es nöthig ist, mit dem Munde öffentlich bekennen. e) »1 Ohne den Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß Er sey, und, die Ihn suchen, belohne. Heb. 11. 8. Die Kraft des lebendigen Glaubens verkündiget uns die Bekehrung des Paulus. Apostelg. 9. t>> Lasset uns nicht mit Worten, noch mit der Junge, sondern mit! dem W e r k e und in der Wahrheit lieben, 1. Joh. 3. is. l^p. am II- S.». Pf.> Mein Gerechter lebt aus dem Glauben, Heb. io. 38. Was nützt es, meine Bruder, wenn jemand sagt: er habe den Glauben, hat aber die Werke nicht? Wird ihn der Glaube selig machen können? Jae. L. 14. Denn gleichwie der Leib ohne den Geist todt ist, also ist auch der Glaube ohne die guten Werke todt Iac. 2. 28, 0) Durch den Glauben des Herzens gelanget Man zur Gerechtigkeit; das Bekenntniß Mit. 7 Sey kein bloßer Namen-Christ, sondern zeige deinen Glauben jederzeit durch deine Werke und schäme dich nie und nirgends als ein wahrer Christ zu leben. Dasjenige, was in der katholischen Kirche zu glauben vorgestellt wird, ist theils in dem geschriebenen, theils in dem ungeschriebenen Worte Gottes enthalten. (In der heil. Schrift— mündlichen Überlieferung. n) Durch das geschriebene Wort Gottes(welches man auch die heil. Schrift oder Bibel nennt) versteht man alle jene Bücher, welche aus Eingebung des heil. GeisteS von heiligen Männern geschrieben und als solche in der katholichen Kirche erkannt und erklärt worden sind. b) dem Munde aber gereicht zur Seligkeit. NLm. 10. 10.(Cp. a. F. d. hl. Andreas. -) So stehet nun fest, liebe Bruder, und haltet die Satzungen, die ihr entweder von uns mündlich, oder durch unsern Ssndbrief empfangen habet. L> Thess. 2. l't- b> Verstehet aber zuerst, daß keine Weissagung der Scbrift durch eigene Auslegung erkläret werde. Denn keine Weissagung ist jemals aus menschlichen Willen hervorgebracht worden-, sondern die l>. MLuntk Gottes haben geredet, wa§ ihnen v«m 8 Jene Bücher der heil. Schrift, welche vor der Geburt Jesu Christi geschrieben worden sind, werden die Bücher des alten Bundes; jene Bücher der heil. Schrift, welche nach der Geburt Jesu Christi geschrieben worden sind, werden die Bücher des neuen Bundes genannt. Die Bücher des alten Bundes sind folgende 45: I. die 21 Geschi ch tsbücher: 1. tleiresis, 2. Lxoclus, 3. I-evitien«, 4- ^innerus, 5. lieuteionoiuluiw(5 Bücher Mosis), 6. B. Josua, 7. das Buch der Richter, 8. Ruth, 9. die 4 Bücher der Könige, 13. 14. 2 Bücher Paralipomenon, 15. 16. 2Bü- cher Esdra und^'etiemins, 17. Tobias, 18- Judith, 19. Esther, 20.21. 2 Bücher der Machabäer. H. Die 7 L e h r- oder S i t t e n b ü ch e r: 1. d. B. Job, 2. die 150 Psalmen Davids, 3. das Buch der Sprichwörter, 4. des Predigers, 5. das hohe Lied Salomons, 6. das heiligen Geile ist eingegeben worden- 2. Peter, r, 20. Alles, was geschrieben ist. das ist zu unserer Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Röni. 1L. 4-(Ex. II. S. i. Advent-i 9 Buch der Weisheit, 7. das Buch ZesuS Sirach oder 8ee!68!S8iieu8. !!l.Diel? prophetischen Bücher: 1. Jsaias, 2. Jercmias nebst 3. dem Baruch, welcher Jeremias Schreiber war, 4. Ezechiel, 5. Daniel und die 12 kleineren Propheten, (als: n. Oseas, Ii. Joel, e. 7lmos, st.AbdiaS, 6. Zonas, k. Micheas,§. Nahum, k. Haba- kuk, i. Sophonias, k. Aggeus, I. Zacharias, n>. Malachias). Die Bücher des neuen Bundes sind folgende 27; die 4 Bücher der heil. Evangelisten(Matthäus, Markus, Lucas und Johannes, n) die Apostelgeschichte von, Lucas, die 21 Briefe einiger heil. Apostel(14 Briefe des heil. Paulus, 2 B. des heil. Petrus, 1 B. des h. Judas, 1 B. des h. Jakobus, 3 B. des heil. Johannes) und die geheime Offenbarung des heiligen Johannes. Lies die heil. Schrift öfters mit Aufmerksamkeit und Ehrfurcht; denn sie ist der s) Die Zeichen der 4 Evangelisten sind von dem Ezechiel üngegeden. Ezechiel 1. 10. Matthäus hat das Bild eines Engels, Markus eines Ls- wens, Lucas eines Ochsens, Johannes enns Adlers.(Ep. a. F. d. h. Markus.) 10 Brief des Ewigen an die Menschen. Verstehst du eine Stelle der heil. Schrift nicht recht, so frage die Vorsteher der Kirche, wie diese oder jene Stelle in der katholischen Kirche erklärt wird, und halte dich jederzeit an die allein richtige Erklärung der katholischen Kirche. Durch das ungeschriebene Wort Gottes(welches man auch die Tradition oder mündliche Überlieferung nennet) versteht man jene geoffenbarten Wahrheiten, welche die Apostel entweder aus dem Munde Jesu selbst gehört, oder aus Eingebung des heil. Geistes vernommen und dann geprediget, aber nicht niedergeschrieben haben. Die Tradition wird in der katholischen Kirche allein, beständig, getreu und unverfälscht bewahret. Jedem katholischen Christen ist gebothen zu wissen: 1. Das apostolische Glaubensbekenntniß, oder was er zu glauben; 2. Das Gebet des Herrn, oder was er zu h offen; 3. Die 10 Gebote Gottes und 5 Gebote der Kirche, oder was er zu thun hat. 4. Die sieben heil. Sacramentc, oder wie er die dazu nöthige Gnade bekomm t. 11 5. Die christliche Gerechtigkeit,— oder, wie er die erlangte Gnade bewahren kann und soll. 6. Die letzten Dinge,— oder was er nach diesem Leben zu erwarten hat. Was ein katholischer Christ glauben muß, wenn er selig werden will, wird in der katholischen Kirche vorzüglich durch das apostolische Glaubensbekenntniß zu glauben vorgestellt. Das apostolische Glaubensbekenntnis; besteht aus zwölf Theilen oder Artikeln. 1. Ich glaube an Gott den Barer, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 2, Und an Jesum Christum Seinen eingebornen Sohn unsern Herrn. 3. Der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren aus Maria der Jungfrau. 4. Gelitten unter Pontio Pi- lato, gekreuziget, gestorben und begraben. 5. Abgestiegen zu der Hölle, am drillen Tage wieder auferstanden von den Todten- 5- Aufgefahren in den Himmel, sitzet zu der rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters. 7. Von bannen Er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. 8. Ich glaube an den heiligen Geist. 9. Eine heil. allgemeine, 12 fchristkatholische) Kirche, Gemeinschaft der Heiligen. 10. Ablaß der Sünden. 11. Auferstehung des Fleisches. 12. Und ein ewiges Leben. Amen. Von den Zwölf Glaubensartikeln. l. Glaubensartikel. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. D. i», ich halte fest und»«gezweifelt für wahr, weil es in der katholischen Kirche zu glauben vorgestellt wird: 1. daß Ein Gott, 2. daß nur Gott von») Sich Selbstdas allervolk- kommenste Wesen, 3. in Drei Personen ist. 4. Daß Gott Alles erschaffen hat, Alles erhält und regiert. Gott ist von Sich Selbst das aller- vollkommenste Wesen, weil Er von Nieman- »> So haben wir doch nur Einen Gott, den Vater, von Welchem alle Dinge sind, und Dem wir zugehörcn, und Einen Herrn Jesum Christum, durch Welchen alle Dinge sind, und wir durch Ihn. i. Cor. 8. 8. 13 den, sondern von Sich Selbst die aller- vollkommensten Eigenschaften hat. Folgende Eigenschaften soll man sich vor allem besonders merken: 1. Gott ist allmächtig; weil Er Alles machen kann, was Er will, und Ihm nichts unmöglich ist. ng Gott kann dir immer helfen— den Mächtigsten bestrafen, und den Reichsten belohnen. 2. Gott ist allgegenwärtig, weil Er i mm er ü b e r a l l, im Himmel und auf Erden, gegenwärtig ist. Ir) Du bist nirgends allein, überall kann dich Gott strafen— belohnen— und dir helfen. «Bei dem Menschen ist dieses unmöglich; allein bei Gott sind alte Dinge möglich- Matth. 19 26. Jesus sprach: Abba! mein Vater! alle Dinge sind Dir möglich; nimm diesen Kelch von Mir hinweg; doch nicht was Ich will, sondern was Du willst. Marc. 1'». 26. tPaff. Dienstag.) t>> Wohin soll ich vor Deinem Geiste gehen, oder wohin soll ich vor Deinem Angesichte fliehen? Steige ich in den Himmel hinauf, so bist Du d a; steige ich in die Hölle hinab, so bist Du auch da. Psalm. 128. 7—8. 2 14 3. Gott ist all w i ssr n d, weil Er A l- le S weiß, was geschehen ist(das Vergangene); was jetzt geschieht(das Gegenwärtige); und was geschehen wird(das Zukünftige); und weil Er sogar weiß, waS wir denken, s). Deine guten Werke vergißt Gott nie, Er kennt dein Herz, Gott kannst du nie täuschen. 4. Gott ist höchst gütig; weil Er uns und allen Geschöpfen alles Gute gibt, und wir alles Gute von Ihm haben, ii) Gott will dir Alle- geben,— vergiß es nie, s> Der Herr weiß Alles, was man wissen kann, und sieht auf die Zeichen der Zeit; Er verkündigt, was vergangen ist und waS nach kämmen wird, und entdecket die Fuß- siapfen verborgener Dinge Keine Gedan- ken sind Ihm unbekannt, und keine Rede kann sich vorJhm verbergen Sirach»z, 19—20. Euer Vater weiß, das ihr alles dessen b e- dürfet. Matth. L z>. Ev. 1». S. n. Pf. t>) Lobet den Herrn, denn Er ist gütig. Psalm. 130. 13. Alle vortrefflichen Gnaden, und alle vollkommenen Gaben kommen von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem keine Veränderung,»och ein Schatten der Abwechslung gefunden wird. Jacob. t. 17. 15 2* das; du Alles von Gott empfangen hast, und denke auch öfters an deinen armen Mitbruder. 5. Gotc ist ein purer Geist; weil Er ein Wesen ist, welches den vollkommensten Verstand und Willen aber keinen Leib hat. s) Denke oft daran, daß Gott ein Geist ist, damit du an Seine Gegenwart nie vergißt, und ergib dich ganz Seinem heiligen Willen. 6. Gott ist höchst heilig; weil Er alleS Gute will und liebet, und alles Böse verabscheuet, b) Nicht auf Reichthum und Ansehen sieht Gott, sondern auf ein reines Herz; der kost- »> Ein Geist hat kein Fleisch noch Bein» wie ihr sehet, daß Ich habe» sprach Jesus. Luc. 2-t. 29(Ep. v. Osterdienst> Keiner bat jemals Gott gesehen. 1. Joh. 12. t>) Sie idie Engel) riefen einer zu dem andern, und sprachen ber Herr, ganze Welt Jsaias 6. Z. Heilig nem Namen, Heilig» heilig, heilig ist der Gott der Heerschaaren: die ist voll von Seiner Herrlichkeit. er Vater! erhalte sie in Dei- die Du mir gegeben hast, auf daß sie,»ie wir, einig sey». Joh. 11— 11. 16 barste Schatz ist ein reines Herz. Lebe fromm und du bist reich genug. 7. Gott ist höch stgerecht, weil Er das Gute genau so belohnet und das Böse genau so bestrafet, wie es ein Zeder verdient, n) Wirke Gutes, so viel du kannst; denn Gott ist höchst gerecht. Freue dich nie über daS verübte Laster denn Gott ist gerecht, verzage nie unter den. Bösewichtern, denn Gott ist gerecht. 8. Gott ist höchst barmherzig, weil Er einem jeden Sünder verzeiht, der sich ernstlich bessert. Ii) Verzage nicht bei einer begangenen Sünde. Bessere dich ernstlich, wenn du »> Gerecht ist der Herr unser Gott in allen Seinen Werken, die Er gethan hat; denn wir haben Seiner Stimme nicht gehorchet. Dan 9. 1». Du aber sammelst dir, sagte Paulus, nach deinem verstockten und»»bußfertigen Herzen, Schätz- des Zornes auf den Tag des Zornes und der Offenbarung des gerechten Gerichtes GotteS, Der einem J.den nach seine» Werken vergelten wird. Rom. 2. L. l>! Moses sprach: Du herrschender Herr und Gott, der Du barmherzig, gütig, geduldig und von großer Erbarmung und wahrhaft bist. Epod. 2 i. 6. 17 gefehlt hast, sonst verzeiht dir der barmherzige Gott nicht, verzeihe auch du gerne, s) 9. Gott ist unveränderlich, weil Er in Sich immer Derselbe bleibt und Sich nie verändert, b) Gott bleibt immer dein sicherster Helfer; Gott bleibt immer höchst heilig und höchst gerecht. 10. Gott ist höchst wah rh aft, weil Er immer die Wahrheit redet, und gewiß hält, waS Er verspricht, e) Glaube Alles fest was Gott geredet und erwart; zuversichtlich, was Er versprochen hat; zittere aber vor der angedrohten Strafe. ») Seyd barmherzig, wie euer Vater auch barmherzig ist. Luc. 6. Zö.(Ev. 1. S. n. Pf.> t>> Ich bin der Herr. und verändere mich nicht, spricht der Herr der Heerschaaren. Ma- lachias 3. L. Sie tdie Menschen! werden vergehen, Du aber bleibest; und sie werden alle wie ein Kleid veralten. Du wirst sie wie ein Kleid verwandeln, und sie werden alle verwandelt werden; Du aber bist immer Derselbig e, und Deine Jahre werden kein Ende haben. Hebr. 1. 12. tEpistel v. Weihnachten. Ilt. Messe.! c> Herr, Du bist wahr, und alle Deine Wege sind Wahrheit. Psalm, tlü, 15. Gott ist und bleibt wahrhaft; alle Mensche» aber sind Lügner. Nömer z.». 11. Gott ist ewig, weil Er allezeit g e- wesenist, und immerseyn wird. s) Setze dein ganzes Vertrauen nur auf Gott, und schaue empor zum Ewigen, wenn deine Freunde und Wohlthäter sterben. Gott ist und bleibt von Sich Selbst das allervollkom- menste Wesen. ES sind drei d) göttliche Personen: Gott Vater, Gott Sohn und Gott der heil. Geist. Die drei göttlichen Personen haben eine gleiche Natur und Wesenheit, d. i. die eine gött. Person ist so beschaffen, wie die andere, das, was der einen Person zukommt, kommt auch der andern zu. e) ») Die herrlichen Werke Seiner Weisheit hat Er sezieret; Er ist von Ewigkeit her, bis in Ewigkeit, man kann Ihm nichts zusetzen, noch etwas wegnehmen; Er bedarf auch keines Rathes Ecclesiast. 42. 2t— 22. Ich bin der Anfang und das Ende, spricht Gott der Herr, D e r i st, Der war, und Der kommen wird, der Allmächtige. Offenbarung 1 8. bi Was nennst du Mich gut? Niemand ist gut als Gott allein, sprach Jesus Luc. t3. 19. «) Denn Drei sind, welche in dem Himmel Zeugniß geben: Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese Drei find Eins t, Joh.». 7. 19 Wir glauben, daß die drei göttlichen Personen eine gleiche Natur und Wesenheit haben, weil jjeder der drei göttli- chen Personen in der katholischen Kirche: 1. die göttlichen Eigenschaften, 2. der göttliche Name, Z. göttliche Werke, L. göttliche Verehrung beigelegt wird. a) Die drei göttlichen Personen sind dadurch von einander unterschieden: 1. daß jeder göttlichen Person ein eigener Name und besondere Handlungen zugeschrieben werden. 2. Daß der Vater von Sich Selbst von Ewigkeit her ist; der Sohn von dem Vater von Ewigkeit her gezeuget ist, und der heil. Geist von dem Vater und Sohne zugleich von Ewigkeit her ausgeht. Die drei göttichen Personen nennt man zusammen die all er h e i li g st e Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Wenn der katholische Christ das Kreuz »> Philippus!(sprach Jesus! wer Mich sieht der fleht auch den Vater. Iah. t-t. 9. lEva». am >. des heil. Philipp und Jacob> 20 macht, so zeigt er dadurch, daß er glaubt, daß Ein Gott in drei Personen ist, weil er bei dem Kreuzmachen jede dieser drei göttlichen Personen ausdrücklich nennt. Das Kreuz macht man mit der rechten Hand; indem man die Stirne, den Mund und die Brust mit einem Kreuze bezeichnet, und dabei spricht: Zm Namen Gott des Vaters t und des Sohnes i- und des heil. Geistes-j- Amen. a) Bete das hohe Geheimniß der heil. Dreieinigkeit demüthig an; lobe und preise den dreieinigen Gott, Der dich erschaffen und ge- heiliget hat, und dieß thue besonders amDrei- faltigkeits-Sonntage. Gott ist der Schöpfer, Erhalter und Reg irrer der Welt. Gott hat Himmel und Erde und Alles, was ist, in sechs Tagen erschaffen. Das Wort erschaffen heipt; aus Nichts etwas hervorbringen. Weil^Gott Himmel und Erde ersch a.f» Taufet sie lspr. Jesus!!m Namen d-sVaters, des Sohnes und des heil Geistes, Matth. rs.— 19. Im Anfangs hat Gott den Himmel und die Erde erschaffen.(-euer 1. 1. t>) So lange die Erde stehen wird» soll das Säen und Erndten Frost und Hitze, Sommer und Winter, Nacht und Tag nie aufhören, t B, Mos. L, 22, Wie könnte aber etwas ohne Deinen Willen bestehen? Oder wie könnte dasjenige erhalten werden, was von Dir nicht ist erschaffen worden? Du aber schonst aller: denn alle Dinge sind Dein, o Herr, der Du die Seelen liebst Weisheit 1t, 26— 27. c) Deine Vorsichtigkeit aber, o Vater! giert es Weisheit t», Z. r e- 22 ", -»"M Seinem Willen nichts geschieht; darum sagt man es g ib t-e ine g ö ttlich e Vorsehung. n) Sey mit Allem zufrieden, was dich trifft und verzage nie, und nirgends; denn ohne Wissen und Willen Gottes geschieht nichts in der Welt. Betrachte öfters die Werke Gottes und bewundere Seine Vollkommenheit. Gott hat Himmel und Erde und Alles, was da ist, in sechs Tagen erschaffen, b) Zm Anfange war nichts da, als Gott allein, Da wollte Er daß Himmel und Erde da sey, und es geschah. Am ersten Tage wollte Gott, daß es Licht werde, und das Licht sich von der Finsterniß sondere. Und wie Er es wollte,geschah es. Am zweiten Tage wollte Gott, daß » Verkaufet man nicht(sprach Jesus» L Sperlinguni 2 Pfennige, und nicht Einer pon ihnen ist vor Gottvergessen, Ja.es sind auch die Haare aus euerm Haupte alle mit einander gezählt. Darum sollet ihr euch nicht fürchten; ihr seyd ja mehr werth, als viele Sperlinge. Luc. 12. 6 bis 3,(Ev. am Feste mehr. Märtyr> d) Auf die göttliche Vorsehung machte Jesus aufmerksam: Mattl). 6 L4.(Ev am t'». Sonnt, nach Pfingsten.» 23 ein Theil des Wassers aufsteige und das Firmament—(den Himmel) bilde, und es geschah. Am drittcnTagewollteGott, daß sich das Wasser von der Erde absondere, Flüsse und Meere bilde, und das Trockene erscheine und Gott wollte, daß auf dem Trockenen(das Gott Erde nannte) Gras sprosse, grüne, Same und Fruchtbäume wachsen, die Früchte tragen nach ihrer Art; und also geschah es. Am vierten Tage wollte Gott, daß bei Tag die Sonne, bei der Nacht aber der Mond und die Sterne leuchten. Und wie Er cS wollte, geschah es. Am fünften Tage wollte Gott, daß die Fische im Wasser und die Vogel in der Luft seyn, die Wasser und Luft beleben sollen; und so geschah es. Am sechsten Tage wollte Gott, daß die Thiere und die Geschöpfe auf der Erde seyn sollten; und eS geschah. Zuletzt aber schuf Gott denMenschen nach seinem Ebcnbilde, damit Er die Fische des Wassers, die Vogel der Luft und die Thiere auf Erden beherrsche. Jedes Wesen, welches Gott erschaffen hat, nennt man ein Geschöpf Gottes. 24 Die merkwürdigsten Geschöpfe Gottes sind die Engel und die Men sch e n. Die Engel sind pure Geister, d. i. Wesen, welche einen vollkommeneren Verstand und Willen als die Menschen, aber keinen Leib haben, n) Gott hat dieEngel erschaffen, damit sie Ihn anbeten b), Ihm gehorsamen e) und die Menschen schützen. ü) -.) Durch Ihn,Goti> sind alle Ding- erschaffen, die ,m Himmel und auf Erden sind, was sichtbar und unsichtbar ist, Lhronen oder Herrschaften. Fürstenthümer oder Machte, alle Dinge sind durch Ihn, und von Ihm erschaffen worden. Er ist vor allen, und alles besteht durch Ihn- Coloß t. 16— 17. t>) Lobst den Herrn, ihr all-Sein- Engel, die ihr mächtig an Starke seyd, S-in-Befehl- auszurichken, Seiner Stimme und Seinen Geboten zu gehorchen. Lobet den Herrn, ihr alle Seine Heerschaaren: ihr Seine Diener,' di- ihr Seinen Willen vollzieht. Psalm. 102 20. «1 Deine Engel machst Du deff Winden,' und Deine Diener den F-uerflammen gleich. Psalm loz. 4. Von den Engeln spricht Er zwar; Der die seligen Geister zu Seinen Engeln, und F eu e r f l a m m e n zu Seinen Dienern macht. Heb. 1.7.(Ep,^ Feste der Geburt Jesu. Hl. Messe.) cl) Alle Engel stund e n rings um den Thron; und 25 Die Engel, welche die Menschen schützen, heißen Schutzengel. u) Gott hat die Engel in Seiner Gnade und mit vielen Vorzügen vor dem Menschen erschaffen. als sie vor dem Throne auf ihreAngesichier niedergefallen waren, beteten sie Gott an. Offenb. 7. 11. «> Ich bin Gabriel,!sagte der Engel zu Jacharias) der ich vor Gott stehe, und bin ausgesendet worden mit dir zu reden, und dir diese gute Bothschaft zu bringen Luk. 1. 19. ES steht geschrieben! Er hat Seine» Engeln deinetwegen befohlen, sie sollen Dich auf den Händen tragen, damit Du nicht etwa mit einem Fuße an einen Stein stoßest. Matth. 4. s. (Ev, i. Sonnt, in der Fasten. Sind sie,(die Engel nicht alle dienstbare Geister, die zum Dienste jener, welche die Seligkeit ererben sollen, ausgesendet worden? Hebt. 1. 14. Sieh, I ch will Meinen Engel senden« welcher dir vorgehen, dich auf dem Wege bewahren, und dich in den Ort, welchen ich dir bereitet habe, führen soll Exod.2ö 2 Ehr' ihn,(meinen Engel) und gehorche seiner Stimme, und gib Acht, daß du ihn nicht verachtest; denn, wen» Du fündige» wirst, wird er dir solches nicht nachlassen, weil Mein Name in ihm ist. Exod. 2o. 21. tS. Ex. von, Schutzengelfest.) 3 26 Nicht alle Engel sind in der Gnade Gottes geblieben. Viele Engel waren Gott ungehorsam a) und haben deßwegen die Gnade Gottes verloren. Gott hat die ungehorsamen Engel/ die man Teufel nennt, auf ewig verworfen und in die Holle verstoßen, b) Die bösen Engel suchen die. Menschen zur Sünde zu verleiten, können ihnen aber nicht schaden, wenn sie nicht selbst wollen, e) Eine einzige Sünde machte viele Engel ewig unglücklich. Verehre die heil. Engel und beson- ») Sieh, auch d i e Ihm dienten, sind nicht standhaft gewesen; denn in Seinen Engeln hat Er ja Bosheit gefunden. Job. 4. 18. !)) Gott hat auch der Engel, die gesündiget haben nicht verschonet, sondern mit höllischen Stricken zur Hölle hinabgezogen; und zur Peinigung übergeben, damit sie zum Gerichte aufbehalten werden» 2. Petrus 2. 4. v) Seyd nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe herum, und suchet, wenn er verschlinge; diesem widerstehet fest in dem Glauben, und wisset, daß euren Brüdern, die in dieser Welt sind, eben diese Widerwärtigkeiten widerfahren 1. Petr. L S. Der Teufel machte stumm. Luc. ii. i4. Deßhalb sage Ich tJesus! euch. Meine Freunde: Lasset euch nicht von denen, welche den Leib todten, und darnach weiter nichts mehr thun können, schrecken. Ick will euch aber zeig n. wenn ihr fürchten sollet: Fürchtet Denjenigen, welcher, nachdem Er gelobtet, auch Macht hat, in die Hölle zu werfen Ja. Ich sage euch: Diesen fürchtet Luc. 12.— 3.(Eo. am Fest. mehr. Märtyrer.! b> Dieses ist aber das ewige Leben, baß sie Dich den allein wahren Gott, und J.sum Christum, Den Du gesandt hast, erkennen Joh. 17 3. e) Du sollst, sprach Jesus, den Herrn deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Gemüthe lieben. Math. 22. 37.>Ev. am 17. S. nach Pf>! 28 anbeten s), Ihm gehorsamen und dadurch selig werden, n) Frage dich öfters, wozu du auf der Welt bist, und handle dann darnach. Schon der erste Mensch Adam war mit seinem Weibe, Eva, Gott u n g e h o r sa m. Der erste Mensch hat wissentlich und freiwillig im Paradiese die Frucht eines Baumes genossen, die ihm Gott verboten hat, und dadurch gesündiget e). Wegen dieser Sünde verloren die ersten Menschen die Gnade Gottes,(d. i. der ewige Tod), 2. ihr Verstand wurde geschwächt M 3. ihr Wille mehr zum Bösen als zum s> Es steht geschrieben! Du sollst Gott deinen Herrn anbe ten, und Ihm allein dienen. Matth. 10(Ev. 1. S. in der Fasten). L) Welcher(Gott) will, daß alle Menschen selig werden, i. Lim. 2—14. e) Da sah das Weib, daß die Frucht dieses Baumes zum Essen gut, auch schön und ergötzlich anzusehen wäre; sie nahm davon und aß, und gab auch ihrem Manne davon, der gle ichfalls a ß. 1. Moses 5. 6. c!) Da sie hie Stimme Gottes hörten, verbarg sich Adam mit seinem Weibe vor dem Angesichts Gottes des Herrn mitten unter den Bäumen des Gartens. Genes. 3. 8. 29 Guten geneigt a). Sie mußten viele andere Übel b) am Leibe und an der Seele leiden, und endlich sterben,(d. überzeitliche Tod. e) Die Sünde hat nicht allein den ersten Menschen, sondern auch unS, die wir von ihnen abstammen, am Leibe und an der Seele geschadet. Wegen dieser Sünde kommen alle Menschen in derUngnadeGotteS auf die Welt, ist ihr Verstand geschwächt, ihrWille mehr zum Bösen als zum Guten geneigt, und müssen sie so viele Übel am Leibe und an der Seele leiden, und endlich sterben. Diese Sünde haben wir von Adam und Eva geerbt und daher heißt sie auch die Erbsünde, ü) Adam fegte: Das Weib, welches Du mir zuge, sollet hast, hat mir von der Frucht des Baumes gegeben, und ich habe davon gegessen. Genes. 3. 12. b> So verwies ihn Gott der Herr aus dem Lustgarten, damit er die Erde, davon er genommen worden, a n b a u e n sollte. Gen. 3. 23. An welchem Tage du davon essen wirst, sprach Gott, wirst du des Todes sterben. Genes. 2. t7. Mit vieler Arbeit sollst du alle Tage deines Lebens aus ihr essen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen 1. Moses 3. tl> Gleichwie die Sünde durch Einen Menschen in diese Welt, und durch die Sünde der Tod 30 Gott hat die Menschen nicht auf ewig verworfen, wie die ungehorsamen Engel. Gott hat schon dem ersten Menschen einen Erlöser versprochen, welcher auch Messias genannt wird. a) Der Erlöser sollte nicht gleich nach der begangenen Sünde auf die Welt kommen, sondern erst viertausend Jahre nachher. Während dieser Zeit erinnerte Gott die Menschen öfters an den versprochenen Erlöser, und bereitete sie auf seine Ankunft vor. Dazu wählte Gott besondere Männer. Zuerst die Patriarchen: Noe, Abraham, Zsaak, Jakob; dann die Propheten. Die Propheten waren Männer, durch welche Gott Wunder wirkte und Weissagungen that, um die Menschen davon zu überzeugen, daß sie von Ihm geschickt sind. Die vorzüglichsten Propheten sind: Moses, gekommen ist: also ist der Tob in alle Menschen durch denjenigen, in welchem alle gesündi- get haben, übergegangen. Röi». L. ist. «i Ich will zwischen dir ,dem Teufel, und dem Weibe ider Eoa>, und zwischen,deinem und ihren: Geschlechte eine Feindschaft fetzen, sie wird deinen Kopf zertreten, und du wirst ihren Ferse» nachstelle». Geneü. z. ij. 31 David, Jsaias, Ieremias, Ezechiel, Daniel und Michäus. Die Propheten gaben besonders dem israelitischen Volke, welches Gott erwählte, viele Kennzeichen von dem versprochenen Erlöser an, damit sie Denselben leicht erkennen konnten. Die Propheten sagten von dem kommenden Erlöser ganz besonders voraus: 1. Wann Er kommen wird. 2. Daß Er aus den Nachkommen Abrahams, Zsaaks und Jakobs, 3. aus dem Stamme Juda,4. und aus dem königlichen Geschlechte Davids abstammen wird. 5. Daß eine fromme Jungfrau Seine Mutter seyn, 6. daß Er zu Bethlehem geboren und zu Nazareth erzogen werden. 7. Daß ein frommer Mann, dem Elias gleich, vor Ihm hergehen wird, um die Men- schen auf Seine Ankunft vorzubereiten. 8. Daß Er, wenn Er kommen wird, die Menschen Selbst über Gott und Seinen Willen vollständig belehren, 9. Wunder wirken und Weissagungen thun wird. 10. Das» Viele an Seine Lehre glauben, Viele Ihn aber hassen verfolgen und endlich gar tödten werden. 11. Daß Er nicht im Grabe bleiben, tcndcrn von' Z2 den Todten auferstehen und 12. daß Seme Lehre in der ganzen Welt fortdauern wird. Alles, was die Propheten von dem versprochenen Erlöser vorausgesagt haben, ist an Jesu Christo genau eingetroffen s). II. Glaubensartikel. Und an Jesum Christum Seinen eingebornen Sohn unsern Herrn. Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt, daß Jesus Christus b). der einge- ») Mannigfaltig und auf vielerlei Weise hat vor Zeiten Gott mit unsern Matern durch die Propheten geredet; letzlich aber hat Er in diesen Tagen mit uns durch den S»hn geredet, welchen Er zum Erben aller Dinge ges.tzet, und durch welchen Er alle Zeiten er, schaffen hat. Heb. t. i— 2. hat unter uns gewöhnet, und wir ha- 33 borne Sohn Gottes») des Vaters, 2. Gott und Mensch b) zugleich, 3. unser Erlöser, Lehrmeister und Herr ist. e) Jesus heißt so viel als H eiland, weil wir durch Ihn von der Sünde und der ewigen Strafe befreit und daher wieder heilig werden können. 6g den Seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, wie dem Eingebornen des Vaters gebührte. voll der Gnade und Wahr h e i t. Joh. t. in.(Es- 3. h- Messe.) Da sagten alle: Bist Du denn der Sohn Gottes? Er sprach: Ihr saget es; denn Ich bin es. Luc. 22. 10.(Mittwoch in der Charw.) Gott hat die Welt so sehr geliebet. daß Er Seinen eingebornen Sohn gegeben hat, damit Alle. die an Ihn glauben, nicht zu Grunde gehen, sondern das ewige Leben erhalten. Joh. 3. 16.(Ev. v. Pfingstmontag). s> Thomas antwortete und sprach zu Ihm: Mein H e r r und mein G o t t. Loh. 2a. 23.(Ev. v. t. S nach Ostern). te) Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus. 1. Tinioth- 2 6. o) Ihr nennet Mich Meister und Herr. und ihr sagst recht, denn Ich bin es auch. Joh. 13 13.!Ev. am Donnerstag in der Charw.) cl) Der Engel sprach: Den sollst du Jesus nennen. denn Er wird Sein Volk von ihren Sünden befreien, Matth. 1. 21. 34 72^.' Er wird auch Christus, d. i. so viel als der Gesalbte, genannt. Zesus Christus wird der eingeborne Sohn Gottes genannt, weil Er der einzige ist, welcher von Seinem himmlischen Vater von Ewigkeit her gezeuget ist. n) Jesus ist wahrer Gott, weil Er von Ewigkeit her so beschaffen ist, wie Gott. b) Ihm kommen 1. die göttlichen Eigen- Der Engel sprach: Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren worden» welcher C h r i st us» der H e r r ist. Luc. 1.— it. ), Die Gnade Gottes unsers Seligmachers ist allen Menschen erschienen» und hat uns gelehret, daß wir der Gottlosigkeit und den weltlichen Gelüsten absagen» nüchtern, gerecht und gottselig in dieser Welt leben» und auf die selige Hoffnung und Ankunft der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi warten sollen, der Sich.Selbst für uns gegeben hat, damit Er uns von aller Ungerechtigkeit erlösste, und Sich ein angenehmes Volk reinigte» das nach guten Werken strebet. Titus. 2.1t—1>.(Ep. am Ge« »urtsseste Jesu Christi., 35 schaften; 2. der göttliche Name; 3. gött. liche Werke; 4. göttliche Verehrung zu. Jesus istwahrerGott und Mensch z u- gleich, weil Er Gott von Ewigkeit her, und in der Zeit Mensch geworden ist. Als Gott ist Jesus Seinem himmlischen Vater in allem gleich, als Mensch aber ist Er Z h m nicht gleich; sondern minder, s) Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um uns durch Seinen Tod am Kreuze zu erlösen und ewig selig zu machen. Sprich die Worte:»und an Jesum Christum, Seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn« jederzeit mit Nachdenken aus, und du wirst an die Liebe und Gerechtigkeit Gottes lebhaft erinnert werden. III. Glaubensartikel. Der empfangen ist von dem heiligen Geiste geboren aus Maria der Jungfrau. »> Wer Mich sieht. I sprach Jesus! der steht auch Den, Der Mich gesandt hat Joh. 12. 4Z. Der Vatsr ist g r ö ß- r als Ich. Joh. 14. 2i!. lEv am Pfingstsoniitage.! Die Gottheit Jesu wird sehr deutlich gelehret in dem Evangelium am Gedurtsfcste Jesu Christi, der 2 Messe. Loh. i. 36 Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt: 1. daß die heilige Jungfrau Maria, d i e Mutter Iesu Ch risti ist; 2. daß die h. Maria Jesum von dem heiligen Geiste empfang e n, 3. zu Bethlehem geboren und 4. zu Nazareth erzogen hat. Jesus hat als G o tt den himmlischen Vater zu Seinem Vater, als Mensch hat er keinen Vater, Joseph war bloß der Nähr- vater Jesu Christi, u) Jesus hat als Gott keine Mutter, als Mensch hat Er die heiligste Jungfrau Maria zu Seiner Mutter, b) Maria und Joseph stammten von dem Stamme Juda und dem königlichen Geschlechte Davids ab. Christus ist zu Bethlehem in einem Stalle geboren worden. Gott ließ es vielen Menschen verkündigen, daß Christus auf die Welt gekommen ist, und zwar: ») Jesus war ungefähr za Jahre alt, als er anfing zu predigen, und wurde für den Sohn Jose p h s gehalten. Luc. z 22. ll) Die Juden sprachen: Ist es nicht des Zimmer- mannes Sohn? Heißt Seine Mutter nicht Maria? Matth. 12 2Z. 37 4 1. durch einen Engel den frommen Hirten auf dem Felde; u) 2. durch einen Stern den Weise n im Morgenlande; 3. durch die Weisen dem Könige He- rodes und den Schriftgelehrten; b) 4. durch Simeon und Anna im Tempel dem Volke, e) Lerne aus dem Gesagten: daß Gott höchst heilig ist, weil Er nicht reichen sondern armen aber frommen Menschen zuerst die gnadenreiche Geburt Seines vielgeliebten Sohnes verkünden ließ. Nach der Verkündigung der Geburt Jesu Christi sind; 1. die Hirten eilends gekommen, dasjenige zu sehen, was ihnen von dem Engel ist verkündiget worden. 2. Ist Christus am achten Tage nach der- Geburt, na ch d e rV o r s ch r i f t d es G e setz e S beschnitten und Jesus genannt worden st), s ») Ed. am Geburtsfeste Jesu. Luc. 2, t— 14, Geburt Jesu und die Ankunft der Hirten. Luc. r. 15— 20. 2. Messe. Ir) Evg. am Feste der Erscheinung Jesu. r> Ev. am Feste Marie Reinigung. Luc. 2- 22. Der Engel sagte zu Jos.xh: Sie wird einen 38 3. Sind die Weisen aus dem Morgenlande gekommen, haben Jesum angebetet, und Ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen zum Geschenke gebracht, n) 4. Ist Er dem grausamen Herode-, der Ihn todten wollte, durch die Flucht nach Egypten entgangen, b) 5. Ist Er, nachdem HerodeS gestorben war, nach Nazareth zurückgebracht und in dieser Stadt erzogen worden. Das Merkwürdigste, so wir von der Jugend Jesu wissen, ist: 1. daß Jesus, als Er zwölf Jahr alt war, mit Seinen Eltern nach Jerusalem zum Osterfest gekommen>st;c) 2. daß Er zu Jerusalem zurückgeblieben, nach drei Tagen aber von Seinen Eltern-.in dem Tempelgefunden wordenist, wo Er unter Sohn bekommen. Den sollst du Jesus nennen; denn. er wird Sein Volk ron ihren Sünden b e- sreie». Matth. 1. 21. iCp. am Feste des h. Joseph-! ») Ev. des Festes der heil. drei Könige. Matth. 2,1— 12. 2, 1L.>8. Luc, 2,<>2.(Ev.l, Sonntag nach der Erscheinung.) 39 Schriftgelehrten saß, sie anhörte und befragte, so, daß sich alle über Seinen Verstand und Seine Antworten verwunderten; 3. daß Er wieder nach Nazareth zurückgekehrt und daselbst geblieben ist; 4. daß Er Seinen Eltern Unterthan gewesen ist;,.. 5. das; Er anAlter, Weisheicund Gnade vor Gott und den Metlichen zugenommen hat. n) Beschäftige auch du dich, nach dem Beispiele Jesu ganz besonders mit d e n Dingen, die Gott angehen,und nimm nicht bloß zu anAlter, sondern auch anwahrer Weisheit und Gnade vor Gott und den Menschen. Das Merkwürdigste, so wir von Jesu wissen, ehe er Sein Lehramt antrat, ist Folgendes: 1. Johannes, der Sohn des Zacha- rias und der Elisabeth, sing auf Gottes Best Das Kind aber wuchs, wurde ge stärket, war voll Weisheit und die Gnad- Gattes war in Ihm. Luc. 2.-,o. iEv. am t. S. nach Weihnachten.) Jesus nahm an Weisheit, Alter und an Gnade vor Gott und den Menschen zu. Luc- 2. L?. iEv. des t. S- nach der Erscheinung.) 4* MWWWW-- M s--"' 40 ^fehl an, s) die Menschen auf den kommenden Erlöser vorzubereiten, b) 2. Jesus ließ Sich von Johannes im Flusse Jordan taufen. 3. Der heilige Geist kam in Gestalt einer Taube sichtbar über Ihn herab. 4. Gott Vater ließ die Stimme hören: Dieser ist Mein vielgeliebter Sohn an Dem Ich ein Wohlgefallen habe. 5. Johannes bezeugte, daß Jesus das Lamm Gottes ist, welches die Sünden der Welt himvegnimmt. 6. Jesus wurde von dem heiligen Geiste in die Wüste geführt, und nachdem Er vierzig Tage und Nächce gefastet hatte, von dem Teufel versucht und darauf von den Engeln bedienet. Als Jesus dreißig Jahre alt war, trat Er Sein Lehramt an. Als Lehrmeister reiste Jesus 1. in Seinem Vaterlande von einem Orte zum andern c). s) Ev. am 4. Adventsonntage. Luc. 3. 1. Ii) Johannes Geburt wird am Geburtstage des h. Johannes erzählt Luc. 1. L7. «i Indessen durchwanderte Jesus alle Städte und Flecken, lehrte in ihren Schulen, predigte das Evangelium des Reichz, und heilte allerlei Krankheiten und Gebrechen. Matth. 3. ZS. 41 2. Nahm Er Jünger an, und wählte aus ihnen zwölf Apostel. 3. Lehrte Er, wie die Menschen Gottes Gnade erlangen können; I») offenbarte Er Wahrheiten, die wir glauben c) und lehrte Tugenden, Da es nun Tag geworben war, berief Er Seins Jünger, und erwählte 12 aus ihnen, die Er Apostel nannte. Luc. 6. 12.(Ev. am Feste des h. Barthol.i Fürchte dich nicht isxr. Jes>», von nun an wirst du Menschen fangen. Luc, L.ll.iE.d.n. Pfingsten.» , Beruf des Andreas. Mtth. 4. 18. iAn- dreasfest.» Die Geschichte vom Verlornen Sohne Luc. 12.17. «> Bon den 2 göttlichen Personen. Mtth. 28. 18, eÜ Liebet eure Feinde. Matth. 2. 20. Durchforschet die Schriften, da ihr vermeinet» das ewige Leben darinn zu finden: eben diese sind es, welche Zeugnis von Mir geben. Loh. L» 33. und dann d. Ev. am 2. Adventsonntag, t» Wunder: 1. zu C a n n a, Joh. 2. 1.(L. nach der Erscheinung.» 2. Den Blinden und den Knecht des Hauptmann s. Matth. 8, 1.(Ev-3. nach der Erscheinung.) 42 Er lehrte und zeigte dadurch, daß Seine Lehre göttlich und wahr ist. 6. Er weissagte künftige Dinge, a) 7. Er bezeigte Sich überall wohlth ä- t i g. Dieses bewirkte auch, daß wohl Viele an Jesum glaubten; b) die hohen Priester, S chriftgelehrten undPharisäer aberJhn benei- z. der Sturm wird g e st i l l t. Mtth. 3. 2Z. (Ev 4 . nach der Erscheinung.) 4. den Blinden macht Jesus sehend. Lue. 11 . 14. tEv. Quinquagäfimä). L T r e i b t e i n e n T e u f e l a u s Luc. 11. 14. (Ev. 3. Sonnt, in der Fast.) K. Speist, Looo Menschen mit wenigen Broten und 2 Fischen. Joh. 4. 46- (Ev. am 4. Sonntage in der Fasten.) 7. Wunder zu Naim. Luc. ?. ii. (Ev-IL. S. nach Pfingsten ) 8. Den kranken Sohn abwesend gesund gemacht. Joh. 4 4L. (Ev. 20. nach Psingst.) 9. Das Mädchen zum Leben erweckt Matth. 9. 13. (Ev. 23. nach Pfingsten.) »1 Jesus weissagte das Ende der Welt. Luc. 21. 25- (E. i. Adv.)» das Schicksal der Apostel und der Bewohner Jerusalems Mtth. 23. 34 , Sein Leiden. Luc. 13. 31. (E.Quinqu.) (Matth. 26,1» Palmsonntag.) d> Wer Mich liebet (spr. Jes.) der wird Mein Wort halten, und Mein Water wird ihn lieben, wir werden zu ihm kommen, und bei ihm woünen. Wer Mich nicht liebet der hält Meine Worte nicht. Joh. 14. 23. — 24. (Ev. am Psingstf») 43 deten, und haßten Ihn wegen Seiner Lehre, und suchten Ihn zu tödten. rr) Lerne Zesu Lehre immer besser kennen; betrachte Seine Werke, so wirst du immer fester glauben, Seinen Willen leichter befolgen und sicher selig werden. IV. Glaubensartikel. Gelitten unter Pontio Pila-^ to, gekreuziget, gestorben und begraben. Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt : 1. daß Jesus Christus unter Pontio Pilato für die Menschen gelitten hat. 2. Daß Er gekreuziget worden ist. 3. Am Kreuze für uns gestorben, und dann begraben worden ist. Jesus hat nur als Mensch gelitten, alS Gott konnte Er nicht leiden. Jesus hat wirklich gelitten und zwar an der Seele und am Leibe. An Seiner Seele hat Er große Angst ») Die Erzählung am Palmsonntag. Matth 21. Von demselben Tage an, waren fie bedacht» «ie sie Ihn tödten könnten. Joh. 11. LL» 44 und Traurigkeit k>) und anEeinem Leibe viele Schläge und Wundengelitten; Er ist gebunden, gegeißelt und mit Dornen ge» krönet worden; und endlich ist Er am Kal- varienberge, nahe bei der S cadt Jerusalem, gekreuziget worden. Er wurde verachtet, verspottet, gelästert und verleumdet, b) Zesus hat unter Pontio Pilato, dem Landpfleger des Kaisers Tiberius in Judäa gelitten. Bei dem PilatuS haben die hohen Priester, Schriftgelchrten und Ältesten des Vol- ») Da sprach Er(Jesus) zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier und wachet mit Mir. Matth- 26. 33.(Palms.) tr) Herodes aber sammt seinen Kriegsleuten verachtete und verspottete Ihn, ließ Ihm ein weißes Kleid anziehen, und schickte Ihn zum Pila- tus zurück. Luc. 23. 11.(Passion) Den Spott erzählt Matth. 27. 26.(Palms.) Da zerriß der hohe Priester seine Kleider und spracht Er hat Gott gelästert: Was bedürfen wir noch anderer Zeugen? Sebet, ihr habt die Gotteslästerung gehört? Matth. 26. 63- Jesum schmähete da- Volk beim Teufelaustreiben. Luc. ii. 14.(Ev. am 3. S. in der Fast.) Wer untersuch(spr. Jesus) wird Mich einer Sünde beschuldigen können? Wenn Ich euch nun die Wahrheit sage, warum glaubet ihr Mir nickt? Ioh. 3. 46.(Ev. v. 3. Sonnt, in der Fast.) 45 kes Jesum aus bloßem H assr und Neide verklagt, indem sie sagten, Er verführe das Volk. Pilatus willigte in die Kreuzigung Jesu ein, welche die Juden begehrten- Das Kreuzigen war die verächtlichste Todesstrafe. Bedenke ernstlich und öfters, daß Je- sus^am Kreuze freiwillig für uns Menschen gestorben ist, um uns von der Sünde und von der ewigen Strafe zu erlösen, und uns durch Seine Verdienste das ewige Leben zu verschaffen. Was verdanke ich Jesum?— Welches Beispiel gibt Er mir am Kreuze sterbend? Ii) — Gelobt sei Jesus Christus! s) Die Hohenpriester sammt dem ganzen Rathe suchten falsche Zeugnisse wider Jesum. damit si- Jhn zum Tods veruriheilen könnten. Und sie fanden keine, wiewohl viel- falsche Zeugen auftraten. Matth. 26, 59— 6°. lPalms.» Da fingen sie an, Ihn zu verklagen, und ssprsckenl Diesen haben wir gefunden, daß Er unser Volk aufwiegelt, dem Kaiser den Zins zu geben verbiete, und Sich für Christo den König ausgiebt.Luc. 2Z.2>iMittwoch i. d. Charwoche.» Ihr wisset spr- Jes, daß nach 2 Tagen Ostern seyn, und des Menschen Sohn überantwortet werden wird, damit Ergekr e u z i g e t werde.Matth. 26 2. d) Ich habe euch ein Beispiel gegeben, sprach 46 Bei dem Tode Jesu trennte sich Seine Seele von dem Leibe, während dem Seine Gottheit mit dem Leibe und der Seele vereinigt blieb. Joseph von Arimathäa und NicodcmuS begruben den Leib Jesu Christi in ein neues, in Felsen gehauenes Grab, in dem noch Niemand gelegen ist. V. Glaubensartikel. Abgestiegen zu der Hö lle, am dritten Tage iv jeder auferstanden von den Todten. Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt, das; die Seele Jesu Christi(nach ihrer Trennung von dem Leibe) in die V o r- Hölle kam, und am dritten Tage wieder mit dem Leibe von den Todten auferstanden ist. Nur die Seele Jesu ist in die Vorholle hinabgestiegen, als sie sich nämlich von dem Leibe getrennt hatte. In der Vorholle waren die Seelen jener verstorbenen Frommen aufbehalten, welche auf ihre Erlösung ruhig und ohne Schmer- d.H.I-sus.damit ihr auch thut. waS Ich«uch g-th-ur habe. Loh. 15, 15.(Donnerstag in d. Ehcrrwoche.F 47 ;en warteten. Jesu Seele kam in die Vorhalle, um die Seelen der Patriarchen, Propheten und anderer Frommen, welche vor Jesu gestorben sind, daraus zu befreien. Am dritten Tage ist Jesus Christus aus eigener Macht von den Todten auferstanden. ü) Er ist unsterblich und glorreich auferstanden, indem Er dadurch den Tod und den Teufel überwunden hat. Jesus erschien nach Seiner Auferstehung Seinen Aposteln und Jüngern viele Male; Er redete mit ihnen; Er lies; Sich von ihnen berühren; Er as; mit ihnen, um sie auf eine u n w i d e r l e g l i ch e Weise k>) zu überzeugen, das; Er wirklich von den Todten auferstanden ist. »i Fürchtet euch nicht, ihr suchet Jesum von Na- zareth, den Gekreuzigten; Er ist a u f e r st a n- der., und ist nicht hier- sehet den Ort, wo sie Ihn hingelegt haben. Marc.-6» 6.(Ev. Osts.> Petrus bezeuget. Apostelgesch« 10, 27. iEp. Osterm.; Osterd. Apostelg. 15, 26.; d. 2. Jünger. Luc. 2a, 12-> Sehet«sprach Jesus! Meine Hände und Füße; denn Ich bin es Selbst; fühlet und sehet, ein Geist hat kein Fleisch noch Bein, wie ihr sehet, daß Ich habe. Und als Er dieses geredet hatte» zeigte Er ihnen Seine Hände und Füsse. Luc. 2'«, 29—ao.(E. v. Ostcrd.> MM WUWWMW 48 Jesus Christus ist von den Todten auferstanden: 1. um das, was die Propheten») und Er Selbst voraus gesagt haben, zu erfüllen. Ii) 2. Um die Menschen auf eine unwi- derlegliche Weise zu überzeugen, n) daß Seine Lehre wahr und Er von Gott gesandt ist, e) b) daß wir Alles zuversichtlich erwarten können, was Eruns versprochen hat, und ») Du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen. Psalm 1Z, 10. So hat er(David) es vorhergehen, und von der Auferstehung Christi geredet, daß Er weder im Grabe gelassen werde, noch Sein Fleisch der Verwesung zu Theil geworden sey. Act. 2. 51. t)) Es mußte Alles erfüllt werden, sprach Jesus, was in dem Gesetze des Moses, und in den Propheten und Psalmen von Mir aufgezeichnet ist. Luc. 24, 44.(Osterdienstao.) Jesus sprach von Sich: Nachdem sie Ihn werden gegeißelt haben, werden sie Ihn todten, und Er^wird am d r i L1 e n Tage wieder auferstehen. Luc. 13, 55.(Ev. Quinq.) Also mußte Christus leiden, am dritten Tage von den Todten auferstehen, und in Seinem Namen die Buße und die Vergebung der Sünden unter allen Völkern geprediget werden. Luc. 24, 4L—47.(Evang. Ostd.) o) Paulus bestätigt das Gesagte den Corinthern. 1. Cor. 15. 1.(Ep. 11. n. Pf) 49 e) daß Er uns einst gewiß auferwecken wird. n) Du kannst fest und»»gezweifelt glauben, was Jesus gelehret, zuversichtlich erwarten was Er versprochen hat, und dich schon jetzt auf deine Auferstehung freuen. VI. Glaubensartikel. Aufgefahren in den Himmel, sitzet zu der rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, bg Damit wird zu glauben vorgestellt, daß Jesus Christus nach Seiner Auferstehung in den Himmel aufgefahren ist, und dort auch als Mensch im beständigen Besitze der höchsten Gewalt über Alles, im Himmel und auf Erden ist. rr> Stephanus sah Jesum. Act. 7. z.(Ep. von Stephan,.> t>> Der Herr Jesus» nachdem Er mit ihnen geredet hatte, wurde in den Himmel aufgeno m- men» wo Er zu der R e ch t e n Gottes sitzet. Marc. 16, ig. tChr. Himmels.» Er IJesus» Ist in die Höhe hinaufgefahren, hat die Gefangenen hinweggeführt, und den Menschen Geschenke gegeben. Ephes.». 8.») »> I.'sus sagte zu ihm iThomas): Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zu dem Vater, als durch M ick, Loh.", 6. iEvang. n. Feste Philipp! und L a k 0 b i.> Er demüthigte Sich Selbst, und gehorsamte bis in den Tod, und zwar in den Tod de^ Kreuzes. Darum hak Ihn Gott erhöhet, und Ihm einen Namen, der über alle Namen ist, gegeben, daß sich vor dem Namen Jesus alle Kniee im Himmel, auf Erde und unter der Erde biegen, und alle Jungen bekennen sollen, daß der Herr Jesus Christus in der H errl i ch k e i t G 0 tt e s, des B a t- r s, ist. Philipp, r, s—tt.sEp. v. Palms) 51 Jesus ist und bleibt unser beständiger Mittler bei dein Vater. Denke oft dorthin, wo Jesus ist, und suche, was ewig ist. Verzage nie, indem Jesus dein Mittler bei Gott ist und bleibt. V!I. Glaubensartikel. Von d a n ne n Er k o m m e n w ir d zu richten die Lebendigen und die Todten. Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt, daß Jesus einst sichtbar wiederv o m Himmel kommen wird, um alle Menschen zu richten. Jesus wird die Seele eines jeden Menschen gleich nach dem Tode richten, d.i.: das besondere Gericht halten. Am jüngsten Tage wird Jesus mit großer Macht und Herrlichkeit b) mit den heiligen Engeln vom Himmel sichtbar kommen, um Wer will sie(die Auserwahlten) verdammen? Christus Jesus, Der gestorben ist: jci, Der auch auferstanden ist, zur Rechten Gottes ist. Der auch für uns bittet. Rö'm. 3, 34. k) Dieser Jesus, Der vor euch in den Himmel ist aufgenommen worden, wird so, wie ihr Ihn jetzt in den Himmel fahren gesehen habet, wieder kommen. Apostelgeschichte, i, 11.(Ep. Chr. Himmelfahrt.) 52 alle Menschen mit Leib und Seele zu richten, d. i. das allgemeine Gericht zu halten, n) Jesus wird die Menschen über Alles, was sie gethan, geredet, begehrt, gedacht und Gutes unterlassen haben, richten. Die Guten(Lebendigen und Gerechten) werden ewig im Himmel belohnt, die Bösen (Todten oder Ungerechten) aber in der Hölle ewig bestraft werden. Am jüngsten Tage werden alle Menschen zugleich gerichtet; dann wird das Gute vollkommen belohnt, und das Böse vollkommen bestraft, und die Werke der Menschen der ganzen Welt bekannt werden, b) tröste dich mit dem Gedanken an das Gericht, wenn deine guten Werke von den Menschen nicht erkannr worden, und denke jetzt schon öfters an das strenge Gericht, besonders wenn du versucht wirst. »i Der Herr hat uns befohlen, dem Volk- zu predigen, und zu^ bezeugen, daß Er Derjenige sey der von Gott zum Richter der Lebendigen und der Todten verordnet ist. Apostelg. 10,->L. ,E» von Ostermontag.» k) W>r muffen Alle vor dem Richtsrstuhle Christ! offenbar werden, auf daß ein Jeder empfange, Niichdem er in seinem eigenen Leibe entweder Gutes oder Bös-S gethan hat 2. Cor. Z, in. 53 VIII. Glaubensartikel. I ch g l aube an den heiligen Geist, d. i. ich halte fest und ungezweifelt für wahr, weil es in der katholischen Kirche zu glauben vorgestellet wird: 1. daß der heilige Geist wahrerGott und die dritte göttliche Person ist.») 2. Daß Er uns die Gnade Gottes ertheilet,(die Jesus durch Seinen Tod am Kreuze erworben hat.) Der heilige Geist ist wahrer Gott, weil Er, wie Gott der Vater und Gott der Sohn k) 1. göttliche Eigenschaften, 2. einen göttlichen Namen besitzt, 3. göttlich- Werke verrichtet und 4. wir Ihn auch so verehren sollen, wie Gott den Vater und Gott den Sohn. ») Wenn der Tröster, sprach Jesus, den I ch euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, Der vom Vater ausgeht, kommen wird, wird Er von Mir Zeugniß gehen, und ihr werdet auch Zeugniß geben, denn ihr seyd vom Anfang- bei Mir gewesen. Joh. tL, 27.(Ev. 6. S. nach Ostern.! b> Dieß Alles aber wirket derselbige einige Geist» Der einem Jeden austheilt, wie Er will, 1. Cor. 12, 11. Ich will den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Tröster geben, damit Er bei euch in E w i g k e i t bleibe. Jolz. 14, 1S. 54 Der heilige Geist ist die dritte göttliche Person, weil Er von dem Vater und dem Sohne zugleich ausgeht, s) Der heilige Geist verrichtet göttliche Werke, indem Er uns heiliget, und uns zum Guten hilft, k) Der heilige Geist heiliget uns, indem Er uns entweder die heiligmachende Gnade verleiht, und uns dadurch zu Kindern Gottes macht, oder indem Er die heiligmachende Gnade in uns vermehret. (Die heiligmachende Gnade ist jene von Jesu Christo erworbene Gabe Gottes, die den Menschen ohne seine Verdienste von Sunden frei und Gott wohlgefällig macht.)— »I Petrus sprach: Annanias, warum hat der Satan dein Herz eingenommen, daß du dem heiligen Geist vorlügst, und etwas von dem aus dem Acker gelösten Gelde zurückbehieltest? Du hast nichtMenschen, sondern G o t t vorgelogen. Apostelg. L, g. b> Es sind zwar mancherlei Gaben, allein es ist nur E i n Geist. Es sind szwar mancherlei Wirkungen, es ist aber nur Ein Herr, der Alles in Allein wirket. 1 Cor. 12 4 ü Taufet sie im Namen des BaterS, des Sohnes und des heiligen Geistes. Mtth. 23. tv. lEv. v. Dreyfalt S 1 55 Der heilige Geist ertheilt uns die heilig, machende Gnade in den heiligen Sacramen- ten. 1. der Taufe und 2. der Buße. Er vermehrt in uns die heiligmachende Gnade in den heiligen Sacramenten 1. der. Firmung, 2. des Altars, 3. der Priesterweihe, 4. der letzten Ölung und 5. der Ehe. k Der heilige Geist hilft uns zum Guten, indem Er unsern Verstand erleuchtet, den Willen Gottes recht erkennen, und unsern Willen beweget und unterstützt, nach demstlben handeln zu können. Diesen besondern Beistand nennt man auch die wirkende Gnade, oder die Gaben des heiligen Geistes. Die vorzüglichsten Gaben des heiligen Geistes sind folgende: 1. die Gabe der Weisheit. 2. des Verstandes, 3. der Wissenschaft, 4. deS RatheS, 5. der Stärke, 6. der Gottseligkeit, 7. der Furcht des Herrn. Die vorzüglichsten Früchte des heiligen Geistes sind: Liebe, Freude, Friede, a)Ge- »> Der Fried- Gottes der allen Verstand übertrifft, bewahre durch Christum Jesum eure Herzen und euren Verstand. Philipp.». tEx. Z. Ld.> 56 duld, Güte, Sanftmuth, Treue, Mäßigkeit, Keuschheit. Wegen der Gnaden, die uns der heilige Geist verleiht, wird Er unser Lehrer, Tröster und Heiligmacher genannt. Denke besonders am Pfingstfeste an die Gnaden des heil. Geistes, und danke ihm dafür; unternehme nie etwas, ohne den heil. Geist um Seine Gnade gebeten zu haben. IX. Glaubensartikel. Eine heilige ch r i st k a t h o l i sch e Kirch e, G em e in sch aft d erH ei lig en. Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt, kt) daß Jesus Christus nur Einehei- lige, katholische Kirche für alle Menschen gestiftet hat; und daß Ii) alle rechtgläubigen Christen mit einander in einer ganz bc- sonderen Verbindung stehen. «> ,Von dcr Klr ch e. Die heilige, christ k a tholische Kirche ist die sichtbare Versammlung aller rechtgläubigen Christen unter dem unsichtbaren Oberhaupte, Zesu Chri- 57 ,7c, und dem sichtbaren Oberhaupte, dem römischen Papste, welche einerlei Lehren bekennen(d. i. glauben). Die heilige christkatholische Kirche hat Jesus Christus gestiftet, Der auch beständig ihr unsichtbares Oberhaupt ist. Jesus Christus hat Petrum und seinen rechtmäsiigen Nachfolger, den römischen Papst, zum sichtbaren Oberhaupte der Kirche bestellt.») Jesus Christus hat die Apostel und ihre rechtmäsiigen Nachfolger, die Bischöfe und Priester, zu Vorstehern der Kirche bestimmt. ES ist nur Eine wahre Ii) Kirche, s) Ich(der Sohn des lebendigen Gottes) sage dir: Du bist Petrus,(d. i. ein Fels) und auf diesem Felsen will Ich Meine Kirche Lauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will Ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du auf Erden binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden seyn, und was du auf Erden losen wirst, das soll auch im Himmel gelöset seyn. Mtth. 16. 19.(Ev. h. Peter u. Paul.) Es sind zwar mancherlei Ämter, aber nur Ein Herr. 1« Cor. 12- 5. !r) Wer also an Ihn(an den eingebornen Sohn) alaubt, sp. Jesus, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht g l a u b e t, der ist schon gerichtet, 58 außer welcher keine Seligkeit zu hoffen ist, d. i. außer welcher man auf eine ordenliche Weise nicht selig werden kann, weil nur die Eine wahre Kirche die ganze Lehre Jesu und die von Jesu erworbene Gnade Gottes bewahrt, welche zur Seligkeit unum- gänzlich nothwendig sind. a) Die wahre von Jesu gestiftete Kirche erkennt man aus vier Merkmalen. Diese sind: 1. daß sie einig, S. heilig, 3. katholisch oder allgemein und 4. apostolisch ist. Die wahre Kirche ist einig, weil sie 1. in der ganzen Welt nur Ein Oberhaupt weil er an den Namen des eingeborncn Sohnes Gottes nicht glaubet Loh. 2. 10.(Ev. am Psingstmont.) Jesus sprach: Gehet hin indie ganze Welt, und prediget das Evangelium allenGeschöpfen. Wer glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Mark. 16. 15. 16. >Ev. Christi Himmels.) ») Jesus sagte zum Thomas: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Lebenz Niemand kommt zu dem Vater, als durch Mich. Joh- 14- L. (Ev. Philipp u Jacob> Ohne M i ch spr. Jesus: könnt ihr nicht s thu». Joh. 15. 5.(l?v. a. F)t. Florian.) hat, 2. einerlei Lehre bekennt, und 3. einerlei(sieben), heil. Sacramente gebraucht, k») Die wahre Kirche ist heilig, 1. weil ihr Stifter, Jesus Christus, als Gottmerstch höchst heilig ist; 2. weil ihre Lehre heilig ist; 3. weil sie heil. Sacramente gebraucht und und 4. weil es in ihr immer Heilige gegeben hat und gibt. Ii) Die wahre Kirch ist katholisch oder allgemein: 1. weil sie Jesus Christus für alle Menschen, 2. für alle Zeiten und 3. für alle Orte gestiftet hat. e) »> Es ist nur Ein Herr, EinGlaube, Ein e Laufe, Ein Gott und Bater Aller, Der über Alles, durch Alles und in uns Allen ist. Erbes».8. lEp. 11 n- PO I» Seyd in allen euern Wandel heilig, gleichwie Derjenige, welcher euch berufen hat, heilig ist. Denn es steht geschrieben:„ihr sollet heilig sey», weil Ich H-Nig bin. 1. P-tr. c, Gehet hin, lehret alle Wolk-r, und taufet sie i,n Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes- Lehret st- A l l- s beobach- Lcn, was ich euch befohlen habe, und sehet,^zch bin allezeit bei euch, bis an das Ende der W-lt Mtlh- 23 1S. 20 sEv. Dreif.i 60 Die wahre Kirche ist apostolisch. 1. weil sie glaubet und auch lehret, was die Apostel geglaubet und gelehret haben. 2. weil ihre Vorsteher die rechtmäßigen Nachfolger der Apostel sind. n) Die wahre von Jesu Christo gestiftete Kirche ist unfehlbar, d. i. sie kann sich in dem, was Gott geoffenbaret hat, nicht irren. Dw wahre Kirche kann sich nicht irren, weil Jesus Christus und der heilige Geist bis ans Ende der Welt bei ihr sind. Danke Gott immer, daß du in der alleinseligmachenden Kirche bist, wirke mit den Gnaden, die du in derselben empfangest, eifrig nnt, und bete für jene, die außer der Wie man dem Ruf- der Gnade folge» soll. er aret Jesus durch das Gleich,liß von den Ur- le.tern Mtth. 20. t.) 2ch bin ein Mitgenosse aller, die Dich fürchten/ und Deine Gebote halten. Psalm 113. 6. 3- Bekennet einander eure Sünden, und bittet für einander/ daß ihr selig werdet; denn das anhaltende Gebet eines Gerechten vermag sehrviel Jak. L-1 6(Epistel an den Bett» Lagen.) Jngleichen halten wir dafür, daß die mit Ehristo regierenden Heiligen zu verehren und 64 Vermög der Verbindung der rechtgläubigen Christen auf der Erde mit den Seelen der Verstorbenen im Fegefeuer können die Gläubigen auf der Erde bei Gott für die Seelen der Verstorbenen im Fegefeuer bitten, und ihnen mit ihrem Gebete, mit ihren guten Werken, und vorzüglich dadurch helfen, daß sie die heil. Messe für sie aufopfern; die Seelen der Verstorbenen bitten dann bei Gott für die rechtgläubigen Christen auf der Erde. n) Du kannst jetzt viel ruhiger sterben, weil du weißt, es gibt eine Gemeinschaft der Heiligen. Vergieß nie, für die Verstorbenen zu beten und für sie Gutes zu thun. Mache dir die Heiligen zu besonderen Freunden. anzurufen sind, und dab sie ihr Gebet für uns aufopfern. Conc. Lrident. Onias aber hat dem Judas geantwortet und gesagt: Dieß ist Jeremias, der Prophet Gottes, ein Liebhaber der Bruder und des Volkes Israel; und dieß ist der Mann, der viel für das Volk für die heilige Stadt bittet 2 Mach«, 15. 14. s) Es ist daher ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Todten zu beten, damit sie vo« ihren Sünden erlediget werven. 2. Mach. 12.48« (Epistel vom Allerfeelentage.) 65 X. Glaubensartikel. Ablas; der Sünden. Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt, das; Jesus Christus der wahren Kirche die göttliche Gewalt verliehen hat, den Menschen ihre Sünden nachzulassen. Die Gewalt Sünden nachzulassen, hat Jesus Christus in Seiner Kirche Seinen Aposteln und ihren rechtmäßigen Nachfolgern, den Bischöfen und den Priestern, gegeben. Die Sünden werden im heil. Sacra- mente der Taufe und im heil. Sacramente der Buße nachgelassen. In dem heil. Sacramente der Taufe wird die Erbsünde und jede vor der Taufe begangene Sünde nachgelassen. In dem heil. Saramente der Buße werden alle jene Sünden nachgelassen, welche man nach der Laufe begangen hat. Verzage nie, wenn du gcsündigct hast, denn in der katholischen Kirche ist Verzeihung, imd bleibe nicht längere Zeit im Zustande einer Sünde. 66 XI. Glaubensartikel. Auferstehung des Fleisches. Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt, daß die Seelen aller Verstorbenen wieder mit ihren Leibern verbunden, und dann aus ihrenGräbern hervorgehen werden.a) Am jüngsten Tage wird Jesus alle Verstorbenen erwecken, und sie werden mit eben den Leibern, die sie im Leben gehabt habe»/ auferstehn. b) Die Menschen werden mit ihren Leibern auferstehen, damit der Leib mit der Seele entweder ewig belohnet, oder ewig bestraft werde. !>) Es kommt die Stunde, da Alle die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und es werden alsdnnn die GuteS gethan haben, zur Auferstehung des ewigen Lebens, die aber Böses gethan haben, zur Auferstehung des Gerichtes hervorgehen. Ioh. 5 23. 29.(Ev. am Allerseelentag.» d) Wir werde» zwar alle wieder auferstehen, allein wir werden nicht alle verwandelt werden Und dieses wird plötzlich in einem Augenblicke auf den Schall der letzten Posaune geschehen; denn die Posaune wird erschallen, die Todten werden unverw esen auferstehen: und wir werden verwandelt werde», t. Corinth 1.,. 5t. zz.(Epistel aM Allersi'elentage.» 67 Die Leiber der Menschen werden dann unsterblich seyn. n) Diese Wahrheit nützt im Leben, in der Todesstunde und tröstet über den Verlust der Freunde. XU. Glaubensartikel. Ein ewigeS Leben. Amen. Mit diesen Worten wird zu glauben vorgestellt, daß eS nach diesem Leben ein ewi- «> Unser Wandel aber ist im Himmel, von bannen wir auch den Heiland,»Nieren Herrn Jesum Christum, erwarten. Welcher unseren geringen Leib, durch die Wirkung, womit Er auch alie Dinge Sich unterwerfen kann, erneuern und denselben der Klarheit Seines Leibes gleichförmig machen wird. Philipp 3. 20.(Epistel am 2Z. Sonntage nach Pfingsten.) Die Gerechten werden leuchten, und wie die Funken im Rohre hin und herlaufen. Weisheit 5. 7(Ep. am Feste mehr. Mark.) Ich weiß aber,iriefJob> daß meinErlöser lebt, und daß ich am jüngsten Tage von der Erde wieder a u f e r st e h e n werde. Ich werde auch wieder mit meiner Haut umgeben werden, und in meinem Fleisch« meinen Gott sehen. Welche» ich selbst sehen werde, und meine Augen werden Ihn anschauen, ich und kein anderer; diese Hoffnung behalte ich in meinem Herzen. Job. 4S. 25. 2. 68 ges, immer dauerndes Leben, für die Heiligen eine e w i g e S e li g k e i t; a) für die Gottlosen eine ewigeVerdammniß gibt. Das ewige Leben der Heiligen besteht darin: 1. daß sie Gott ewig sehen und vollkommen lieben; 2. daß sie an Leib und Seele immer frei von allen Leiden alles erdenkliche Eure ewig haben; 3. daß sie ohne Ende in der Gesellschaft der Heiligen sind. b) Das ewige unglückliche Leben der Gottlosen und der Teufel besteht in dem: 1. dap sie von Gott auf immer getrennt sind, und ihn nie sehen; 2. daß sie ohne Ende am Leib und Seele alle erdenkliche Qualen zu leiden haben; »> Die Gerechten. werden Ewigkeit leben, und ihre Belohnung ist bei dem Herrn; der Allerhöchste wird euch Sorge für sie trogen» Daher werden ste ein herrliches Reich und eine zierliche Krone von der Hand des Herrn empfangen. Weisheit L. 16. 17. lEpist, am Feste mehrerer h. Martirer. 2. Lect.l Alsdann lsp. Jesus! werden die Ge.reckßte's in das ewigeLeben eingehen.Match. 2L.»6. 69 3. daß sie ohne Ende in der Gesellschaft der Verdammten leiden müssen. Das ewige Leben der Verdammten wird auch der e>vigeTod genannt. Denke oft an das ewige Leben, und du wirst gewiß fromm leben, Gott lieben und nicht leicht fündigen; die Leiden dieser Welt freudig ertragen, und gerne sterben. Kurze Umschreibung des apostolischen Glaubensbekenntnisses. Ich halte fest und»»gezweifelt für wahr, weil es uns Jesus durch den heil. Geist in der katholischen Kirche zu glauben vorstellt, es mag nun geschrieben seyn oder nicht, 1. daß nur Ein Gott ist, daß Gott von Sich Selbst von Ewigkeit her, das allervollkom- menste Wesen in drei Personen ist: der Vater, der Sohn und der heil. Geist, und daß Er Alles erschaffen hat, Alles erhält und regieret; daß die vorzüglichsten Geschöpfe Gottes die Engel und die Menschen lind; da» die ersten Menschen und wir in ihnen gesün- idrget haben; 2. daß Jesus Christus der eingeborne Sohn Gottes des Vaters— Gott und Mensch 70 zugleich— unser Herr, Gesetzgeber und Lehrmeister ist; 3. daß die allerseligste Jungfrau Maria, die Mutter Gottes ist,— daß sie Jesum Christum von dem heil. Geiste empfangen, zu Bethlehem geboren und zu Nazareth erzogen hat, 4. daßi Jesus Christus ganz besonders dadurch unser Erlöser geworden ist, daß Er unter Pontio Pilato für uns gelitten hat, gekreuziget worden und für uns am Kreuze gestorben ist; 5. daß die Seele Jesu die Seelen der Allvater aus der Vorhölle befreit— und Er mit dem Leibe am dritten Tage aus eigener Macht unsterblich und glorreich wieder auferstanden ist; 6. daß Jesus Christus am 40. Tage nach Seiner Auferstehung von den Todten in dem Himmel aufgefahren ist, wo Er auch als Mensch die höchste Gewalt über Alles im Himmel und auf Erden besitzt; 7. daß Er am jüngsten Tage wieder mit großer Macht und Herlichkeit von, Himmel kommen wird, um die Guten und Bösen zu richten. 71 8. Ich halte fest und ungezweifelt für wahr, das; der heilige Geist die dritte göttliche Person und wahrer Gott ist, wie Gott Vater und Gott Sohn, und daß Er den Menschen die h e il ig m a ch e n d e und wirkende Gnade ertheilet; 9. daß der heilige Geist die Gnade Gottes in der einigen—heil.— katholischen— apostolischen Kirche ertheilt, welche Jesus Christus gestiftet hat,— daß diese Kirche unfehlbar und die allein seligmachende Kirche ist.— Daß alle rechtgläubigen Christen unter einander und mit Jesu Christo mittelst der heiligmachenden Gnade in einer ganz besonderen Verbindung stehen, die man die.Gemeinschaft der Heiligen nennt; 10. daß diese christlich römisch, katholische Kirche allein von Jesu Christo die Gewalt bekommen hat, den Menschen die Sünden nachzulassen. 11. Ich halte auch fest und ungezweifelt für wahr, daß wir einst wieder mit unseren Leibern auferweckt werden: 12. und daß dann das ewig dauernde Leben anfangen wird; für die Guten ein glückliches, für die Gottlosen ein unglückliches. 72 -<) Gott hat Seinen Sohn nicht i„ die Welt g-- A m e n. I Das apostolische Glaubensbekenntniß wird mit dem Worte Amen beschlossen, um dadurch zu bestätigen, daß wir alles das fest und ungezweifelt für wahr halten, was uns in diesem Glaubensbekenntnisse zu glauben vorgestellt wird, weil es Jesus Christus durch den heil. Geist in Seiner Kirche zu glauben vorstellet. Jeder Mensch muß, wenn er zum Gebrauche seiner Vernunft kommt und selig werden will, wissen und glauben: 1. daß Ein Gott ist; 2. daß Gott ein höchst gerechter Richter ist, der das Gute genau so belohnet und daS Böse genau so bestraft, wie es ein Jeder verdient; 3. daß die drei göttlichen Personen einer Wesenheit und Natur sind; der Vater, der Sohn und der heilige Geist; 4. daß die zweite göttliche Person(Christus) Mensch geworden ist, um uns durch Seinen r,od am Kreuze zu erlösen und ewig selig zu machen. 3) 73 7 5. daß die Seele eines jeden Menschen unsterblich ist; 6. daß die Gnade Gottes für jeden Menschen nothwendig ist, der selig werden will, und daß der Mensch ohne derGnade Gottes nichts wirken kann, wofür ihn Gott einst belohnen wird. ZI. Harrptstürk. Don der Hoffnung. Christ, welcher mit der Gnade Gottes von Gott(wegen Jesus Christus) Alles zuversichtlich verlanget und erwartet, was Er versprochen hat, der hofft ch r i'st li ch. a) sandt, daß Er die Welt richte, sondern daß sie durch Ihn selig werde. 2°l>. z. g.(Evangelium ,111» Pfingstmontage.) ») Alle vortrefflichen Gnaden, und alle vollkommenen 74 Gott hat uns wegen Jesu die ewige Seligkeit und alle Mittel, die wir brauchen — dieselbe zu erlangen— versprochen. Die vorzüglichsten Mittel, die ewige Se- ligkeitzu erlangen, sind: 1. die Gnade Gottes; 2. die Verzeihung der Sünden. Wir hoffen von Gott die ewige Selig» kcit und die Mittel, dieselbe zu erlangen, weil Er allmächtig, unendlich gütig und höchst wahrhaftig ist; folglich erfüllen kann, will und wird, was Er wegen Zesu versprochen hat. s) Willst du deine Hoffnung immer mehr stärken, so lerne Gott immer besser kennen; denke oft an jene, die lange gehofft und erhalten, Gaben kommen von oben herab, von dem Vater des Lichts, beiWelchem keineVeränderung, noch eilt Schatten der Abwechselung gefunden wird, 3»c. l.>7,(Epist. am 4. Sonntage nach Ostern.) DieGnade Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu unfern Herr». Römer b.2Z. --Wir haben aber ein solches Vertrauen durch Christum zu Gott: nicht, dost wir etwas von uns, als von u»S selbst zu gedenken vermögen, sondern unser Vermögen ist von Gott. 2. Cor. z. 4. 5-(Epistel an, 12, S. II. Ps,) Die Ho ss„ ung macht nicht zu S ch an d e n. Nöm, s. r. 75 was sie gehofft haben, und erwecke oft mit Andacht die Hoffnung, besonders im Leiden.») Wir üben die Hoffnung besonders dann, wenn wir beten. V on de nr E cbcte. Von dem Gebete überhaupt. Beten heißt: seinen Geist zu Gott erheben und mitJhm reden. Wir beten 1. um Gott, den höchstenHerrn, schuldigst zu ehren(das Lob- und Preisgebet), 2. um Ihm für das empfangene Gute zu danken(Dankgebet), 3. um Ihm um das zu bitten, was wir brauchen(Bittgebet). Wir bitten Gott insbesonderS, daß Er uns unsere Sünden verzeihe, und uns in allgemeinen und besonderen, in ei- genen und in des Nächsten N° t h e n helfe. !>) Lasset uns in dem Bekenntniß unserer Hoffnung unbeweglich verharren; denn Der die Verheißung gethan hat, ist getreu. Hebr. ,0. 23. ulle eure Sorg e n(spr. Petrus) leget auf Ihn(auf Gott); denn Er sorget für euch, i. Pctr. L. 7.(Sp- 3- S. n. PÜ) 76 Wir können bloß den Geist zu Gott erheben und mit Gott reden, ohne es äußerlich zu zeigen, dann beten wir innerlich. Wir können es aber auch äußerlich zeigen, daß wir den Geist zu Gott erheben, und was wir mit Gott reden, dann beten wir äußerlich oder mündlich. Das mündliche oder äußerliche Gebet ist nützlich und nothwendig, weil der Betende dadurch selbst andächtiger wird, und auch Andere, welche die Worte des Gebetes hören, zum Beten ermuntert und andächtiger macht. Damit man seinen Geist leichter zu Gott erheben, und mit ihm andächtiger reden kann, gebraucht man Gebetbücher. Die Gebetbücher helfen besonders denen, welche nicht wissen, wie sie über ihr Anliegen mit Gott reden sollen. Beten kann man an allen Orten, am ersten und sichersten jedoch wird man in der Kirche erhört u) weil in der Kirche Gott beso nders zugegen ist und dort un- 2) Jesus sprach: Es steht geschrieben, Mein Haus ist ein Bethaus ihr aber habet es zu einer Mördergrube gcmachet. Luc. ltz. 4S.(Ev. am K Sonnt. n. Ps.) 77 sere Bitten zu erhören ganz besonders versprochen hat. Wir sind schuldig zu beten: 1. nwil es Gott befohlen hat, 2. weil es Jesus Christus und Seine Apostel durch Wort, s) und Beispiel gclehret haben, und 3. weil wir durch die heilige Kirche oft dazu aufgefordert werden. Wir sollen oft beten, besonders aber in der Versuchung, in der Krankheit und in der Todesstunde, d) Das Gebet ist sehr nützlich; denn es stärkt im Guten, es verschafft Geduld»m Leiden, Trost in der Traurigkeit und Hilft in jeder Noth. e) ») Also sage Ich) Wahrlich, wahrlich! Ich(IesuS) sage euch: WaS ihr he» Vater in Meinem Name» bitte» werdet das-vird Er euch gebe». Bisher habet ihr um nichts i» Meine»! Na m e» gebeten; bittet, so werdet ihc empfange», auf daß eure Freude vollkommen sei,. 2ol>. 6.25.24.(Ev, am 5. S. n. Lst.) I-) Wen» nun ihr, die ihr böse seyd, euer» Kinder» gute Gaben geben könnt; wie viel mehr wird euer himmlischer Vater einen guten Geist vom Himmel denjenigen geben, die 2b» darum bitten. Luc. ll. 15.(So. au den Vitt-Tagen.) c) Der Zöllner war d e m iithi g. Luc. ig. y.(Ev, am 10. Sonntage nach Pfingsten. Matth. 1-8.7.(Ev. am z. Sonnt, nach der Ersch.) st) Mein Vater ist es möglich, so last diesen Kelch von Mir geben; doch nicht wie Ich will, sondern wie Du willst. Matth. 26. 2Y. e) Der Blinde betete beharrlich. Luc. 18. 55. (Ev. am S. Quinquag.) s> Alles, was ihr in euren Gebeten begehren werdet, das sollt ihr erhalten, wenn ihr g l a u b e t. Matth. 79 Alles, um was wir bitten sollen, ist in dem Gebete des Herrn, welches; auch daS Vater unser genannt wird, enthalten. Von dem Gebete des Hcrru inSbesoudeve. DasMebet des Herrn ist daS Gebet, welches Jesus Christus unser Herr, Selbst gelehret und uns zu beten befohlen hat.») Dieses Gebet hat uns Jesus Christus gelehret, damit wir wissen, wie und um was wir Gott bitten sollen, und waS wir von Ihm zu erwarten haben. Das Gebet des Herrn lautet also: Vater unser, der Du bist in dem Himmel.— Geheiliget werde Dein Name.— Zukomme unsDein Reich. DeinWille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden.—> Gib uns h e u t e u n ser t ä g l i ch e sB r o t. — Und vergib uns unsere Schulden, als auch wir vergeben unseren Schuldiger».— Und führe uns ») Jesus sprach: Derowrge» sollt ihr also beten' Pater unser. Matth. k>. g 80 nicht in Versuchung.— Sondern erlöse uns von dem Übel.'—Amen. Das Geber des Herrn besteht aus einer Vorrede und sieben Bitten. Die Vorrede lautet also: Vater unser, Der Du bist indem Himmel. Durch die Worte der Vorrede lehret uns JesuS, daß wir, wenn wir beten, mit unserem Vater reden, Der im Himmel ist, von Dem wir Alles zuversichtlich erwarten können, was wir brauchen. Jesus lehrte uns, Gott unsern Vater nennen, um uns zu erinnern, daß Gott 1. aller Menschen Vater ist; weil Er alle Menschen nachSeinem Ebenbilde erschaffen hat und väterlich für sie sorget s) und 2. daß Er ganz besonders unser Vater ist, da Er uns in der heiligen Taufe durch den hei- ligen Geist zu Seinen Kindern und unter einander zu Brudern gemacht hat, und wir daher mit kindlichem Vertrauen zu ihm beten können. Ii) -) Haben mir denn nicht alle Einen Vater? Hat uns nicht Ein Gott erschaffen? Warum verachtet denn ein jeder aus uns seinen Bruder? Mala- chias 2. io. 2hr sollet auch Niemand auf Erden euern 81 Wir sagen: derDu bist in dem Himmel, weil Gott, ob Er gleich überall, im Himmel und auf Erden gegenwärtig ist; dennoch besonders iin Himmel von den Engeln und Heiligen verehrt wird, wo Er Sich Seinen Kindern von Angesicht zu Angesicht offenbaret und Sich ihnen in Seiner Herrlichkeit zeiget. Die sieben Bitten. Nach der Vorrede folgen die sieben Bitten, in welchen Alles enthalten ist, was sich auf die Ehre Gottes bezieht, und die Menschen für den Leib und die Seele brauchen. Zn den drei ersten Bitten bitten wir um daS, was Gottes Ehre angeht, in den letzten vier Bitten erst um das, was wir oder der Nächste an Leib und Seele brauchen. Dadurch werden wir erinnert, daß wir vor Allem und allezeit Gott die Ehre geben sollen. Baker nennen; sprach Jesus, denn Einer ist euer Vater, Der im Himmel ist. Matkh. rZ. y. Suchet zuerst, sprach Jesus, das Reich Gottes n. Seine Gerechtigkeit, so wird euch dieses Alles auch gegeben werden. Mtth.rz.(Er. a. t4- S. n.Pf.) 32 I. Bitte: Geheiliget werde Dein Name. In der ersten Bitte begehren wir von Gott, daß Er allen Menschen die Gnade geben wolle: a. daß sie Ihn erkennen, und es auch freimüthig zeigen, daß sie Ihn erkennen?.) k. daß sich die Sünder zu Gott wahrhaft bekehren und wahreBuße wirken 1>) und so Sein heiligsterName niemals weder durchUnglauben, nochdurch ein»»christliches Leben entehret und gelästert, sondern allenthalben g e e h- ret und gelobet werde. Diese Bitte erinnert dich, daß du in Allem Gott die Ehre geben, und die Sünden besonders deßwegen meiden sollst, weil du dadurch Gottes Name entheiligest. a) WennIch Mich S e l b st ehre, spr. Jesus, so istMeine Ehre nichts; Mein Vater ist eS, der Mich ehret, Welchen ihr für euer» Gott ausgehet, und nicht«r- kannt habet; Ich aber kenne Ihn, und wen» Ich sagen würde: 2ch kenne Ihn nicht, so würde Ich gleich wie ihr, ein Lügner sehn. Ich aber kenne ihn, und gehorche Seinem Worte- Job, «. 54— 55.(Ev. den 5. Sonnt, in d. Fasten.) U) Wir höre» nicht auf, für euch zu bete» und zu bitten, schreibt der heil- Paulus den Eoloff. ,.q. Vergleich der Kirche mit einem Netz voll Fstchr» Mgtlh. IZ, 47-(bv- F. Anna.) 83 H. Bitte: Zukomme UttsDeinReich. Zn der zweiten Bitte begehren wir: s. daß Gott machen möge, daß alle Menschen Christen werden(in dem Er ihnen die drei göttlichen Tugenden eingießt und so das Reich der Gnade aufErden immer mehr ausgebreitet werde), und Ii. daß wir immer bessere Christen werden(indem Er die drei göttlichen Tugenden in uns vermehret und so das Reich der Gnade befestiget werde), und e. nach diesem Leben Alle den Himmel erlangen, u) Lebe so, daß Andere deine guten Werke sehen und Christen werden; denn der Glaube ohne Werke macht nicht selig. III. Bitte: DeinWille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Wir begehren in der dritten Bitte: s. daß uns Gott die Gnade verleihen wolle, Seinen göttlichen Willen allezeit auf Erden so genau und gerne zuvollziehen, DerSchächcr sprach zu Jesu: Herr gedenke meiner, wenn Du in Dein Reich kommen wirst. Luc. 2?>,»4- 81 wie ihn die Engel und Heiligen im Himmel vollziehen; b. daß Er Alles entfernen 3) wolle, was hindert, Seinen göttlichen, Willen zu erfüllen. Diese Bitte wiederhole in Leiden in der Zeit der Versuchung und in der Todesstunde. IV. Bitte: Gib uns heute unser tägliches Brot. In der vierten Bitte begehren wir: 3. daß uns Gott alle Tage Alles geben wolle, was wir brauchen, um das Leben des Leibes und der Seele zu erhalten, und I,. daß Er Pest, Hunger, Krieg und besonders die Sünde, welche oft solche Strafen nach sich zieht, von uns gütigst abwenden wolle. Zn dieser Bitte erkenne, daß du nichts hast, was du nicht von Gott empfangen ->) Unübcrdachke Bitte der Mutter des Iacobus, uud Johannes. Matth. 20. 20.(Fest 2acol>.) Nicht ein Jeder, der zu Mir(zu Jesus) saget: Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern nur der, welcher den Willen Meines himmlischen Vaters vollzieht. Match. 7, 2l.(E». a. 7.'S.». Psgst.) 85 hast, und nichts erwarten kannst, außer von Gott. V. Bitte; Vergib uns unsereSchul- den, als auch wir vergeben unseren Schuldiger». Zn der fünften Bitte begehren wir, daß uns Gott unsere Sünden verzeihen wolle, gleichwie auch wir denen von Herzen verzeihen, die uns durch Worte oder Werke beleidiget haben, s) Verzeihe gern, thue den Feinden Gutes, so wird dir Gott ganz gewiß auch verzeihen. b) VI. Bitte: Und führe uns nicht in V e rsu ch un g. Zn der sechsten Bitte begehren wir: r». daß uns Gott nicht in solche Umstände kom- °) Jesus sprach: Vergebet, so wird such»ergeben werden. Luc. 6, zg.(Ev. 1.„ach Pfgst.) Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, wen,, nicht ein Jeder aus euch seinem Bruder von, Grunde seines Herzens p e r g e b e n wird. Matth. in zz.(Ev. zi. S. n. Pfgst.) 8 86 men lasse, in welchen wir zur Sünde könnten verleitet werden; b. daß Er uns, wenn wir in solchen Umständen(in der Versuchung) sind, helfe, damit wir nicht sündigen, n) Solche Umstände, in welchen wir zur Sünde gereitzt werden, nennt man eine V ersu ch u n g. Wir werden hauptsächlich versucht: a. von der Welt, d. i. von bösen Menschen durch ihre bösen Reden und Beispiele; b. von unserem Fleische k), d. i. von unseren bösen Begierden und c. von dem Teufel, welcher schon die ersten Menschen zur Sünde verleitete. o) ») Wer meint, er stehe, der sehe zu, das, er nicht falle. Keine iibermcnfchliche Versuchung soll euch überfallen; denn Gott ist getreu, Er wird euch über euer Vermögen nicht versuchen lassen sondern damit ihr es aushalten könnet, wird Er Del der Versuchung einen glücklichen Aus-gang geben 1. Cor. io, 13.(Ev. st. S. n. Pfgst.) Wachet und betet, damit ihr nickt in Versuchung fallet. Der Geist ist zwar willig, das Fleisch aber ist schwach. Marc. l4. 33.(Ehardienstag.) c) Ziehet alle Waffe» Gottes an, auf dast ihc wider die heimlichen Nachstellungen des Teufels bestehen könnet. Denn wir haben nicht wider Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern wider Fürsten und 87 8* Gott läßt auch die Frommen öfters in Versuchung kommen, wenn Er ihre Tugend prüft L) 1. durch Krankheit, 2. durch Armuth und andere Leiden de§ Leibes und der Seele. VH. Bitte: Sondern erlöse u«S von dem Uebel. Wir begehren durch die siebente Bitte: 1. daß uns Gott vorzüglich von dem allergrößten Übel, welches die Sünde ist, b) erlöse, und uns vor den ewigen und zeitlichen Strafen der Sünde bewahre; 2. daß uns Gott auch von den leiblichen Übeln befreie, wenn sie nicht zu unserem Seelenheils sind; 3. daß uns Gott die Gnade verleihe, alle Leiden,, Mächte, wider die Regenten derWelt, welche i» dieser Finsterniß herrschen, Wider die bösen Geister in der Luft. Cphcs. 6, 12.(Sp. 21.nach Pfgst.) ->) Von Gott wird man nur geprüft. Jacob. 2, 12. (Ep. an. Feste M. und B.) Weil du Gott angenebm warst, sprach der Erzengel, so war es nöthig; das; dich die Anfech- tung bewährte. Tob. 12, ir. t>) Darum seyd ihr verflucht und müsset Man- g e l leiden, weil ihr alle zusammen Mich beleidig e t; spricht der Herr der Heerscharen. Malachit r, g. 96 die Er uns zuschicket, mit Geduld und Ergebung in Seinem heiligsten Willen zu ertragen. Amen ein hebräisches Wort, heißt so viel, als: Was wir gebeten haben, erwarten wir zuversichtlich, daß es geschieht oder geschehen wird. Kurze Umschreibung des Vater Unser. Vorrede: Vater unser, Der Du alle Menschen nach Deinem Ebenbilde erschaffen hast und so väterlich für sie sorgest, Der Du ganz besonders uns in der heil. Taufe geheiliget und zu Deinen Kindern angenommen hast, und Dich ganz besonders im Himmel Deinen Engeln und Heiligen offenbarest und von ihnen angebetet wirst; I. verleihe allen Menschen die Gnade, und mache, daß sie Dich recht erkennen und sich nirgends und nie fürchten zu zeigen, das sie Dich kennen; daß sich die Sünder zu Dir wahrhaft bekehren und so Dein Name nie entehret werde; H. mache, daß alle Menschen Christen werden— und daß die Christen immer fröm- 89 mere Christen werden, und so einst alle im Himmel kommen; III. daß wir und alle Menschen jederzeit Deinen heiligen Willen so gerne und so genau auf Erden erfüllen, wie die Engel und Heiligen im Himmel; IV. gib uns und allen Menschen heute und alle Tage, was wir brauchen, um das Lebendes Leibes und des Geistes zu erhalten; V. verzeihe uns unsere Sünden, wie auch wir Jedem verzeihen, der uns beleidiget hat; VI. lasse uns, o Vater, nie in solche Umstände kommen, in denen wir leicht zur Sünde verleitet werden könnten, oder stehe uns dann wenigstens bei, daß wir nicht sündigen. VII. befreie uns, o Vater, vor Allem von jeder Sünde, und von allen leiblichen und geistigen Übeln, wenn sie nicht zu unserem See- lenheile sind. Amen. Von dem englischen Gruße. Katholische Christen verbinden gemeiniglich mit dem Vater unser den englischen Gruß. Der englische Gruß ist ein Gebet, mit welchem wir die heilige Jungfrau 90 Maria, die Mutter Gottes, vorzüglich und vor allen Heiligen verehren und anrufen. Er lautet also:Gegrüßet seyst du Maria, voll der Gnade», der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeiet unter den Weiber«, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes, Jesus.— Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns arme Sünder, jetzt und in derStuude unseres Ab sterbe ns. Amen. Dieses Gebet wird der englische Gruß ge- nannt, weil es mit den Worten anfängt, mit welchen der Erzengel die Jungfrau Maria zu Nazareth begrüßte, s) Der englische Gruß besteht aus drei Theilen: 1» Aus den Worten, mit welchen der Erzengel Gabriel Maria begrüßte. 2. Aus den Worten, mit welchen die Elisabeth die Jungfrau Maria anmeldete, und 3. aus den Worten der Kirche. Die Worte des Erzengels Gabriel lauten: Der englische Grus: ist am Fest- Maria Verkündigung zu lesen. Luc. l. Ib. Am Feste Maria Heimsuchung. Lue. l, zg. 91 1. Gegrüßet seyst du(Marias voll der Gnaden, der Herr ist mit d ir. 2. Die Worte der Elisabeth sind: Du bist gebenedeiet unter den Weibern, und gebenedeiet istdie Frucht deines Leib es. 3. Die Worte, welche die Kirche dazu setzte, sind: Jesus. Heilige Maria, Mutter GotteS, bitte für uns arme Sünder jetzt und in d ee° Stunde unseres Absterbens. Amen. Maria wird voll der Gnaden genannt, weil sie unter allen Geschöpfen die meisten Gnade» Gottes besaß. Der Herr war mit ihr, indem Jesus, unser Herr, am innigsten mit ihr vereinigt war. Die Kirche hat das Wort, Jesus, hinzugesetzt, damit wir wissen, wer die gebenedeite Frucht des jungfräulichen Leibes ist. Wir sagen: n) Heilige Maria, Mutter Gottes, 1. weil die heilige Jungfrau Maria Jesum Christum geboren hat, Der Gott und Mensch zugleich ist; 2. weil uns dieser Name erinnert, daß wir sicher erwarten können, daß Gott ihre Fürbitte erhöret. sr Wir sagen:b) Bitte für uns arme Sünder— damit wir Maria dadurch, daß wir unser Elend bekennen, bewegen, daß sie für uns Gott um die Gnade bitte, die Erkenntniß, wahre Reue und Vergebung der Sünden zu erlangen. Wir sagen:Bittefüruns jetzt und in berStunde unseresAbster- benS; weil wir immer, sowohl jetzt, stauch und ganz besonders in der Stunde, in der wir sterben, die Hilfe Gottes brauchen. Der katholische Christ verehret die Mutter Gottes mit dem englischen Gruße, besonders des Morgens, Mittags und Abends, wenn zum Gebete geläutet wird. Wenn zum Gebete geläutet wird, soll man sich vorzüglich daran erinnern, wie der Sohn Gottes Mensch geworden ist, und Ihm für diese Gnade danken. Maria wird auch durch das heilige Rosenkranz- Gebet verehrt. Der heilige Rosenkranz ist eine gewisse in der katholischen Kirche eingeführte Art zu beten, welche aus dem apostolischen Glaubensbekenntnisse, einer gewissen Zahl Vater unser und englischer Grü- 93 ße, und einigen Glaubenswahrheiten aus dem Leben Jesu besteht. Er ist in der katholischen Kirche eingeführt worden; 1. um die katholischen Christen öfters an die Menschwerdung, das Leiden, Sterben und die Auferstehung des Sohnes Gottes ju erinnern; 2. um dadurch Maria, die Mutter Gottes, zu ehren. Betrachte oft die hohe Würde, mit der Gott die heilige Maria begnadigte, und die Wohlthaten, die den Menschen durch ihre Fürbitteschon zuTheilgeworden sind, und du wirst mit Freuden sagen: Jungfrau, ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehme». Zu Hauptstück. Vo« der Liebe- derjenige Christ, welcher mit der Gnade GotteS 1. Gott als das höchste Gut we- 91 gen Seiner Selbst, 2. den Nächsten wegen Gott liebet und 3. wegen Gott Alles gerne thut, was Er befohlen hat, liebt christlich. Wir sollen Gott vor Allem wegen Seiner S e lbjst lieben, s) und dann auch deßwegen, weil wir alles Gute von Ihm haben, k) Es ist einem jeden Christen, der den Gebrauch seiner Vernunft hat, und seligwerden will, nothwendig, christlich zu lieben, e) Man soll Gott über Alles lieben, ä) s) Wer nicht liebet, der kennt Gott nicht: denn Gott ist die Liebe. Indem aber ist die Liebe Gottes siegen uns geoffen boret worden, weit Gott Seinen ei» geborne» Sohn in die Welt gesandt Hot, damit wir durch Ihn leben. l. Joh. 4, 8, y.(Ep. l- S. n. Pr.) I-) Wir hoben die Liebs Gottes in dem erkannt, Las, Er Sein Leben für uuS gegeben hat; so sollen wir auch unser Leben für die Bruder dar- gcben. t. 2oh. 3, ltz.(Ep. 2.». Ps.) c) Wer nicht liebet, der bleibt im Tode. t. Joh. 3, 14-(Ep. 2. S.». Pfgst.) Wenn ich die Sprache aller Mensche» und Engel redete, die Liebe aber nicht hätte, so wäre ich wie ein tönendes Erz oder wie eine klingende Schelle- » Eor. lZ. l-(Quinq.) ss, Lasset uns also Gott lieben, weil er n»S 95 Man liebttEott über Alles, wenn man Ihn allen Geschöpfen vorzieht, und Ihn folglich höher schätzet, als alle Engel und Heiligen, alS die Ältern und Freunde, als alle Güter und Ehrenstellen der Welt, ja als seine Gesundheit und selbst sein eigenes Leben, n) Der Gott über Alles liebt, ist bereit, lieber Alles, Hab und Gut, Leib und Leben hinzugeben, als vorschlich etwas zu thun, was Gott nicht will. Lerne Gott recht kennen, denke oft darüber nach, was du von Ihm hast, und daß Alles auf der Erde ohne Gott nichts ist: so wirst du Ihn gewiß immer mehr und mehr lieben. Man soll Gott aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Gemüthe und aus allen Kräften lieben. Dieß geschieht, wenn zuerst geliebet hat. l. 2»h-4. ly. O- „ach Psgst.) °) 2-s"s sprach: Wer Vater und Mutter mehr als Mich liebet, der ist Meiner nicht werth: und wer seinen Sehn oder seine Tochter mehr als Mich liebet, der ist Meiner nicht werth. Matth. 10, Z7— Zll,(Ev. am Feste eines Mart.) S6 man nichts denkt, begehrt und thut, als auS riebe zu Gott und um Ihm zu gefallen, a) Das kann man am leichtesten erfüllen, wenn man früh Morgens die gute Meinung macht, d. i. sich vornimmt: Alles aus Liebe zu Gott zu thun. Der Gott wahrhaftig liebt, liebt auch we g en Gott seinen Nächsten.!))—Unser Nächste ist ein jeder Mensch, er mag ein Freund oder Feind, ein Frommer oder Sünder, ein Katholik oder ein Ungläubiger seyn. e) Wir sollen den Nächsten wegen Gott lieben; 1. weil ihn Gott nach Seinem ->) Er(der Schristgelehrte) antwortete und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, von deinen, ganze» Herze», von deiner ganzen Seele, von allen deinen Kräften, und von deinen, ganze n Gemüthe lieben, uns deinen. Nächste» wie dich selbst. Und Jesus sprach: Du hast recht geantwortet; thu daS, so wirst du leben. Luc. 10. 2Ü. 2Y.(Ev. ir. S- n. Ps.) ft) Du sollst deinen Nächsten, wie dich selbst lieben. Matth. 22, ZY.(Ev. 17. n. Pf) Wer den Nächsten liebt, hat daS Geseh erfüllt. Röni. 13. g.(Ep. 4.». der Ersch.) c) Jeder Mensch ist unser Nächster. Luc. 10. 2Z.(Ev. 12. nach Ps.) 97 Ebenbilde erschaffen hat; 2. weil er durch! Jesum auch erlöset worden ist; 3. weil es uns Gott befohlen hat. n)! Wir sollen unsern Nächsten wegen Gott, so wie uns selbst lieben, b) Wir lieben den Nächsten wegen Gott wie uns selbst: Wenn wir ihm wegen Gott Alles das wünschen und gern thun, was wir selbst vernünftiger Weise wünschen, und ihm angenehm und nützlich ist und Alles das nicht wünschen und thun, was wir selbst vernünftiger Weise nicht wünschen, und ihm unangenehm und schädlich ist. e) -) Wenn Jemand saget: Ich habe Gott lieb, und er hasset seinen Bruder» der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder, den er sieht, nicht liebt, wie kann er Gott, Denn er nicht sieht, lieben? Und wir haben von Gott das Gebot empfangen, daß, wer Gott liebet, auch seine» Bruder liebelt soll. t.Joh. g. 20. Ll.(Eo. 1. Sonnt, »ach Pf.) b) Thut also den Menschen Alles, waS ihr wollet, Las, sie euch thun sollen, denn darin besteht das Gesetz und die Propheten. Matth. 7. 12. 0) Die Liebe ist geduldig, steift gü t i g, die Lie. bs beneidet nicht, ste handelt nicht l e l ch t si n- n ig, sie blastsich nicht auf, sie ist nicht ehrge s S8 Man beweiset seine Liebe gegen Gott und den Nächsten vorzüglich dadurch, daß man wegen Gott Alles gerne thut, was Er befohlen hat. s) Das was Gott befohlen har, ist insbesondere in den zehn" Geboten enthalten", b) Don den zehn Geboten Gottes. Dichzehn Gebote lauten also? Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Aegypten geführt, aus dem Hause der Knech tsch aft. 1. Du sollst allein an EinenGott glauben. jig, nicht eigennützig, nicht jähzornig, sie denket nichts Arges, sie l e i d e t Alles, sie glaubet Alles. sie hoffet Alles, sie duldet Alles. 1. Cor. 15. 4.— 7.(Ep. am Sonntag Quinquagcsimä). «) Lasset uns nicht mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit dem Werke, und in der Wahrheit lieben, i. 2oh. z. is.(Ep. am 2. S. n- Pstngst.) Wer nun Meine Gebote hat, lind sie hält, der liebt Mich. Joh. 14- 21. In diesem besteht die riebe Gottes, dast wir Seine Gebote bewahren; und Seine Ge- -bot,! sind nicht schwer- I. Joh, 5. Z. 99 2. Du sollst den Namen deines Gottes nicht eitel nennen. 3. Du sollst den Feiertag heiligen. 4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest und es dir wohlgehe auf Erden. 5. Du sollst nicht todten. 6. Du sollst nicht Unkeuschheit treiben. 7. Du sollst nicht stehlen. 8. Du sollst kein falsches Zeugniß geben wider deinen Nächsten. 9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hausfrau. 10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut. Diese zehn Gebote gab Gott dem Moses guf dem Berge Sinai für das israelitische Volk, da es nach dem Auszuge aus Ägypten in der Wüste war. Gott gab diese Gebote dem israelitischen Volke, nachdem es sich durch drei Tage vorbereitet hatte, unter Donner und Blitz auf zwei steinernen Tafeln. Gott offenbarte Seinen Willen auf eine so furchtbare und feierliche Weise, um 1. daS Volk bereitwilliger zu machen, den- 9" WMWWSWMWMV^MWWWW 100 selben genau und allezeit zu erfüllen; 2. um das Volk zu bewegen, Seinen Willen mehr zu achten; 3. um jenen, die ihn übertreten, Seine Macht zu zeigen und in ihnen Furcht vor den angedrohten Strafen zu erwecken. s) Die zehn Gebote sollen auch die Christen beobachten; 1. weil sie daß Gesetz erklären, welches Gott jedem Menschen bei seiner Erschaffung in das Herz geschrieben hat(was das Gewissen jedem Menschen sagt). 2. Weil sie Jesus Christus nicht aufgehoben, sondern erklärt hat, und b) s) Worauf alles Dolk einhellig antwortete: Alle« gerbet?!) ivo11 6 tVlk t h u n, Exod. 24. 3. Sie sagten zu Moses: Rede du mit uns und wir wollen dir zuhöre»; der Herr aber soll mit uns nicht reden, damit wir nicht etwan sterbe». Exod. 2l. ly. Ii) Paulus erkannte, dast jeder die zehn Gebote beobachten soll. Röm. lZ. L-(Ep. am 4- Sonntag nach der Ersch.) Glaubet nicht, sagte Jesus, dast Ich gekommen bin, d a S G e se tz oder die Propheten aufzuheben; Ich bin nicht gekommen aufzuheben, sondern zu erfüllen; denn Ich sage euch.; 101 3. weil Jesus den Christen ausdrücklich befohlen hat, die Gebote Gottes zu beobach- ten. s) Die zehn Gebote Gottes kann der Christ beobachten, weil 1. Gott einem jeden die Gnade versprochen hat, welche er braucht, um dieselben zu zu beobachten, b) 2. Weil schon sehr viele Christen dieselben gerne, genau und allezeit wegen Gott beobachtet haben, e) Fürchte dich nicht, alS ob du die Gebote Eher werde» Himmel und Erde vergehen, als daß der kleinste Buchstabe, oder ein Pünktlcin des Gesetzes unerfüllt bleibe. Mtth. s. t7. ist- (Ev. am Teste des h. Augustinus.) ->) JesuS sagte eS dem Jünglinge. Mtth. ly. 15. Dem Schriftgelehrten sagte eS Jesus abermals- Luc. 10- 25.(Ev. am 12. S. n. Ps.) b) Seine Gebote sind nicht schwer. I. J°h> 5- 3. e) Gott ist den Frommen bcigestandcn; das wird sehr schön erzählt am Feste eines hl. Märtyrer, der kein Bischof ist- Weisheit. 10- 10. Paulus sagt: Derowegen bitte ich euch, seyd weine Nachfolger, gleich wie auch ich Christi Nachfolger bin. 1. Cor 4. lk>- 2ch vermag A l l e s iu D e m, her„sich stärket, sagt der heilige Paulus. Philips'. 4. 13. 102 Gottes nicht beobachten und Gott nicht lieben könntest, nur der Anfang ist schwer, und haben es diese oder jene vermocht, warum sollst du die Gebote nicht halten können? Dafür ist ein ewiger Lohn!— Zn den drei ersten Geboten, welche mit der Vorrede auf der ersten steinernen Tafel standen, ist enthalten, wie Gott will, daß wir uns gegen Ihn Selbst verhalten sollen (die Pflichten gegen Gott); in den sieben letzten Geboten, welche auf der zweiten steinernen Tafel standen, ist enthalten, wie Gott will, daß wir uns wegen Gott gegen unS und den Nächsten verhalten sollen. Die Gebote Gottes erklärt Jesus durch den heil. Geist in der katholischen Kirche, a) Zn jedem Gebote wird etwas befohlen und etwas verboten. Von den zehn Geboten GotteS r n s b c s o d e r c. Die Vorrede lautet: ! Ich bin der Herr, dein Gott, Das 5. Gebot erklärt e Jesus Christus auf dem Bergs. Mtth. 5. 2g,(.Ev. am 5. S. 11. Pfgst.) 103 der dich aus dem Lande Ägypten gefüjhret, auS dem Hause der Knechtschaft. Zn der Vorrede werden wir erinnert: 1. Das; Gott, unser Gesetzgeber, von Sich Selbst das allervollkommenste Wesen ist, Der uns, so wie die Israeliten, von dem zeitlichen und ewigen Verderben befreiet hat. a) 2. Daß wir Ihn als unsern größten Herrn und Wohlthäter erkennen, und wegen Ihm AlleS gerne thun sollen. Wie wir dieß zu erkennen geben können, lehrt Er uns besonders in den zehn Geboten. Man muß sich also zu jedem Gebote die Vorrede hinzudenken: Ich bin der Herr, deinGott, darum sollst du 1. allein an Einen Gott glau-' b en. Durch das erste Gebot wird überhaupt befohlen, nur an den Einen allein wahren ») Ich bin der Herr,(sprach Gott) und sonst keiner; allster Mir ist kein Gott; 2» habe dich ausgerüstet, und du hast Mich nicht erkannt. 2saias. 45- 5. Davon überzeugte EliaS durch das Hpfer. r. ! Reg. 18. 104 Gott zu glauben, s) und verboten ungläubig zu seyn. Insbesondere wird im ersten Gebote befohlen(weil man dadurch ganz besonders zeigt, daß man nur an den allein wahren Gott glaubt), Gott allein ausübet e n, b) auf Ihn allein zu hoffen.«) und Ihn allein über Alles zu lieben. 6) Durch das erste Gebot wird insbesondere verboten(weil man dadurch zeiget, daß man nicht an den Einen allein wahren Gott glaubt), e) sich der Ketzerei,l) ») Ohne Glaube ist es unmöglich Gott zu gefallen. Hebe. 11. 6. t>) ES steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn a nb e t e n, und 2bm a llei n dienen. Matth- 4. 10.(Ev. 1. Sonnt, in der Fasten.) o) Die den Herrn fürchten, hoffen auf den Herrn; Er ist ihr Helfer und Beschützer. Psalm. 11Z. 11. ä) Höre Israel, der Herr unser Gott ist ein e i n i- ger Herr. Du sollst den Herrn Leinen Gott von deinem ganzen Herzen, von deiner ganzen Seele und nach allen deinen Kräften lieben. Deuteron. b. 4. ») Es steht wieder geschrieben, sprach Jesus; Du sollst Gott Leinen Herrn nicht versuchen. Matth. 4. 7. (Ev. 1. Sonnt, in der Fasten). Wer nicht glaubet, der wird verdammet werden. MarcuS iü. ib.(Ev. am Feste Christi Himmelfahrt.) f) Einen ketzerischen Menschen sollst du nach 105 deS Aberglaubens, der Abgötterei, des vermes- sentlichen Vertrauens auf Gottes Barmherzigkeit, des Mißtrauens, der Verzweiflung und des Haßes Gottes schuldig zu machen. Betrachte oft wie Gott beschaffen ist, und was Er seit der Erschaffung der Welt zum Wohle der Menschen gethan hat. Nach dem ersten Gebote ist es nicht verboten, sondern gut und nützlich, die Engel und Heiligen zu ehren und anzurufen, und die Heiligen in ihren Reliquien zu verehren; weil dadurch Gott in Seinen Heiligen geehret wird, und wir viele Gnaden durch sie empfangen. Katholische Christen verehren und rufen die Engel an, 1. weil sie bei Gott sind, 2. weil sie den Menschen zum Schutze bestimmt sind, 3. weil sie die Menschen lieben n) und für ihr Heil sorgen; indem sie für sie bei Gott bitten, Ihm das Gebet der Men- ein- oder zweimaliger Ermahnung fliehen. Titns. r.>o. ->) Also sage Ich(Jesus) euch, werden sich die Engel Gottes über einen Sünder, der Vniic thut, erfreuen. Luc. lö- 10.(Er. am Z. Sonnt, nach Pfingsten)- ^>5 ASM: 106 schen vortragen, und die Menschen ihrer Fürbitte viele Gnaden verdanken. Katholische Christen verehren, und rufen jene Menschen, welche schon bei Gott sind(d. i. die Heiligen) um ihre Fürbitte bei Gott an: 1. weil sie bei Gott sind, 2. weil sie für sie bitten u) und weil sie 3. Gott Selbst! geehrt haben will.— b) ->) Ich(Jesus) sage euch, das; eben so in den H im- m e l mehr Freude über einen Sünder, der Buße thut, als über neu» und neunzig Gerechte, welche der Buße nicht bedürfen, seyn wird. Luc. 15. 7-(Es. am z- Sonnt, nach Pstngsten). I>) Wenn Mir jemand dienen will, der folge Mir nach, und wo Ich bin, da soll auch Mein Diener seyn; wer Mir dienen wird, den wird Mein'Vater ehren. Joh. ir. 2b.(Er. am Feste des h. Laurcnz). Selig ist der Mann, der unbefleckt befunden wurde, dem Golde nicht nachging, noch feine Hoffnung auf Geld und Schätze setzte. Wer ist dieser? Wir wollen ihn loben, denn er hat in seinem Leben Wunderdinge gethan. Er ist hierin bewährt und vollkommen befunden worden, darum soll rr ewig ge rühmet werden; er hat sündigen können, und hat doch nicht ge- sündigct; er hat Böses thun können, und hatsö nicht gethan. Sirach 3l. ü. 10.(Epistel am Feste deS b. Leopold.) Concilium Trieut seo. 25. 107 Die Engel und Heiligen können aus eigener Macht nicht helfen, sondern nur durch ihre Fürbitte im Namen Je>u; daher sagen wir auch nur zu Gott: Erbarme dich unser! zu den Engeln und Heiligen aber sagen wir: Bittet für uns! Indem erstenGebotewirddem katholischen Christen nicht verboten die Heiligen in ihren Bildern zuverehren; sondern nur verboten Bilder zu machen, um sie anzubeten.—») Katholische Christen verehren die Bilder, weil sie etwas vorstellen, was Ehre verdient; als etwa eine göttliche Person, oder die Mutter Gottes, oder einen Heiligen. Wenn katholische Christen die Bilder ehren, so ehren sie nicht das Bild, sondern das, was durch das Bild vorgestellt wird; denn kein Bild, es mag aus Gold, Silber, Stein oder Leinwand verfertigt seyn, hat ei- . e besondere übernatürliche Kraft in stch. Die Bilder sind sehr gut und nützlich: 1. die Ungelehrten zu unterrichten, 2. die Christen zur Andacht zu ermuntern, und sie ) Ich bitt der Herr, euer Gott: Ihr sollet euch keine Götzen, noch geschnitzte Bilder machen, um sie anzubeten. Leo. 2. b. l. 103 3. an daS zu erinnern, waS ZesuS Christus für uns gelitten, und die Heiligen aus Liebe zu Gott, um Ihm zu gefallen, gethan haben. Katholische Christen verehren auch die Reliquien der Heiligen: 1. weil die Reliquien Überbleibsel jener Körper stnd, in welchen die Heiligen wegen Gott große Martern erduldet(Märtyrer), n) strenge Buße gewirkt(Büßer), b) oder sehr viele gute Werke mit besonderer Vollkommenheit geübt haben(Bekenner). e) 2. Weil Gott eben diese Reliquien oder Überbleibsel einst aufer wecken und im Himmel ewig verh etlichen wird. ä) 3. Weil Gott durch die Reliquien öfter Wun d er gewirkt, und den Menschen viele Wohlthaten erw i e sen hat und noch erweiset, e) Märtyrer: 2»hanncsderT«ufer.Er(Ev.Enthaupt.) Marcus 6. 17. StephanuS. Apostelgeschichte 7. SS- Jakobus. Apostelgesch. ist. l>) Viisser: David. Psalm. 50. Magdalena. Luc. 7. 36. c) Bekenner: Elias. Sirach 4g. Paulus, r. Eor. ll. >i) Sieh- Le» l>. Glaubensartikel. Nichts hat ihn(Elias) überwunden, und sein 109 10 4. Weil sie von kalholischen Christen zu allen Zeiten verehrt worden sind. k>) Unterlasse es nie, die Engel und Heiligen als Freuende Gottes auf alle mögliche Weise, besonders an den Tagen zu v er- ehren, die zu ihrer Ehre gefeiert werden, und vergiß nie, daß du in ihnenjeigentlich Gott ehrest. II. Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott u. s. w. Du sollst den Namen deines Gottes nicht eitel nennen- todter Körper bat lisch geweizsaget. In seinen, rcbcn bat cr Wunderdinge gethan, und nach seinem Tode noch Wunder gewirkt. Sir. 4ö.>4. Durch den Mantel deS Etias.4. König. l!.l4. Durch die Gebeine des Elisäus wurde ein Todter lebendig. 4. König. lZ. 2i. Durch die Schweisiknchcr des heil. Paulus wurden Kranke gesund. Apostelgesch. ly. ,,. ») StcphanuS wurde mit Ehrfurcht begraben. Apo« stclgesch. S. Johannes der Täufer wurde ebenfalls Mit A us j e ich u ung beerdiget. Mure. tz. 110 Durch das zweite Gebot wird überbaupt Alles geboten, wodurch der Name GotteS ge ehret und gehciliget wird, a) und A l le S verboten, wodurch Er entehrt oder entheiliget wird. Daher ist im zweiten Gebote insbesondere befohlen(weil dadurch Gottes Name ganz besonders geh eilig et wird:; 1. steh durch nichts abhalten zu lassen, vor der ganzen Welt zu bekennen, daß man Gott als den höchsten Herrn anerkennt; l>) 2. Ihn vor allem in geistlichen und leiblichen Nöthen um Hilfe anzurufen;«:) s) Vater unser. Der Du bist>» dem! Himmel. Gebe i l i g e t werde Dein Name. Mtth. b. y. t) Ich(Jesus) aber sage euch: Einen jeden, dcrWich rcr den Menschen b e k e» n e>, wird, wird des Mensche» Sehn auch vor den Engeln GotteS bekenne n. Luc. 12. L.(Ev. am Feste»I, hier Märtyrer.) Lasset euer^Licht vor den Mensche- leuchten,- damit sie eure gute» Werke sehe», und euern Vater, Der im Himmel ist, preisen, Matth. 5. Ib. Sonnt. QuInquagesimL.) Ruk' Mlct> in der Zeit ,Ler Trübseligkeit .n,- wer: Ich dich. retten, und dn wirst Mich :-r,-U-n. Pse 44. IS 0) 7-,, sind tt, welche des Wort Gottes hören, um- dasselbe.- b e 0 b a c! len, Luc-!i. 28. tE». au A. Sonnt, n der Fas:..> Wer auS d'ott ist, der h ö r s t die Worte Gc.es; darrnr röret ihr s richt, weil ihr aus Go nicht sey-' 2ob. L,-tt(Es. ant 5. Somit, in> c Fast.) Alle- was ihr rit, lititWore n. oder mitWerken» das thut Alles-Name» Herrn Jesu Christi, und danket G-tr. ud den, Vater durch Ihn Soloff. z ,7.(tzp. am Sonnt.»,, der' rsch.) 10* 112 Im zweiten Gebote ist überhaupt jede Sünde'verboten,(weil durch eine jede Sünde der Name Gottes überhaupt entehrt und entheiliget wird), n) Vorzüglich werden folgende Sünden verboten: 1. Gott zu lästern, d. i. von Gott, der wahren Religion und den Heiligen verächtlich zu reden; k) 2. ohne Noth oder wohl gar falsch zu schwören.(Einen Meineid zu begehen;) c) Meister(sprach Petrus) wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; auf Dein Wort aber will ich das Netz auswerfen. Lne, 5- 5-(Et>. am 4. Sonnt. n. Pfingst.) a) Du rühmest dich des Gesetzes, und entehrest Gott durch Übertretung des Gesetzes. Röm. r. 27,. b) Wer den Namen des Herr» lästert, soll mit dem Tode gestrafet werden. Die ganze Gemeinde soll ihn steinigen, er sey em einheimischer Bürger oder ein Fremdling. Lev. 24. 16. c) Du sollst nicht falsch bei Meinem Namen schwören, noch den Namen deines Gottes entehren; Ich bin der Herr. Lev. iy. l2. Die Rede dessen, derviel schwöret, macht, dast einem die Haare zu Berge stehen, und vor seinen unverschämten Worten wird mau die Ohren verstopfen. Eciestast. 27. l5- 113 3. die Gott gemachten Gelübde leichtsinnig zu brechen.») 4. Den Namen Gottes vergeblich und rmehrerbiethig zu nennen; 5. das Wort Gottes gering zuachten, zu verfälschen oder gar zu mißbrauchen. Sprich, o Christ, den Name» Gottes und besonders den Namen Jesu Christi jederzeit mitsichtbarer Ehrfurcht aus. ISl. Gebot. Ich bin dcr Herr, dein Gott! u. s. w. 1 ») Wettn du dem Herrn, deinem Gottc, ein Gelübde gethan hast, so sollst du nicht säumen, dasselbe abzustatten; denn der Herr, dein Gott, wird eS fordern, und wen» du eS aufschiebst, so wird eS dir zur Sünde gerechnet werden. Willst du nicht gelobe», so bist du ohne Sünde. Deut. 23 2l. 22. b) Der Herr wird den nicht für unschuldig halten, der den Namen des Herrn, seines GotteS, vergeblich ausspricht. Exod> 20. 7. Habe den Namen deines Gottes nicht stets in deinem Munde, und vermenge dein- Rede nicht m>t dem Namen der Heilige»; du wirst von ihnen nicht n n g c st r a ft bleiben. Cciesiast. 23-ra. 114 Du sollst denFeiertag heiligen. Schon seit den Zeiten der Apostel ist der Sonntag besonders deßwegen zu unser,» Feiertage eingesetzt um unS daran zu erinnern, daß Jesus Christus an diesem Tage wirklich aus eigener Macht von den Todten auferstanden, und der heilige Geist sichtbar über die Apostel herabgskommen ist. Wir sollen an diesem Tage Gott ganz besonders anbeten und auf unser Seelenheil denken. In diesem Gebote wird befohlen (weil man dadurch ganz besonders Seine Ehrfurcht und Anbetung gegen Gott zeiget, n) 1. am Sonntage der heiligen Messe ganz und mit besonderer Andacht beizuwohnen; a) Die Entschuldigungen sind widerlegt. Luc. l4. tS. (Ev> am 2. Sonnt,„ach Pflügst.) Jesus vcrnrthcilet die graste Geschäftigkeit der Martha. Lite. lO.zg.(Ev. am Feste Maria Himmelfahrt.) Gedenke, daß du den Sabbath heiligest. Exsd. 20. 8- Heiliget Meine Sabbathe, damit sie ein Zeichen-irischen Mir und euch seil», und damit Ihr fvisset, daß 2ch der Herr euer Gott bin. Ezech. zo 20, 115 2. auch diePredigt aufmerksam anzuhören; 3. öfters, besonders an diesem Tage, die heil. Sacramsnte der Buße und des Altars würdig zu empfangen; 4. geistliche Bücher zu lesen und andere gute Werke zu verrichten. Nach dem dritten Gebore sind am Sonn* tage verboten: 1. alle knechtlichen Arbeiten ohne Noth und rech cm äsii g e Erlaubniß; n) 2. alle andern Verrichtungen, welche diesen Tag entweder entheiligen, oder uns hindern, denselben gebührend zu heiligen. Halte den Sonntag aus Liebe zu Gott und deinem Seelenheils gewissenhaft; denn die Zeit, die manGott schenkt, hat man sich geschenkt, k) Sonntagsschänder sterben nie glücklich. i>) Haltet Meinen Sabbath, denn er soll euch heilig seyn. Wer ihn e n t h e! l i g e t, der soll sterben. Wer an denselben etwas arbeitet, der soll mitten aus seine»! Volke vertilget werden. Exod. Lt. 14. d) Die Lehre Jesu über den Sabbath, stehe Luo. 4.(Ev. a. tb. S. n. Ps.) 116 IV. Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott u. s. w. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest und es dir wohlgehe auf Erden. In dem vierten Gebote befiehlt Gott überhaupt den Kindern sich gegen ihre Eltern und deren Stellvertreter so zu verhalten, daß sie dieselben wahrhaft ehren, kl) und verbietet ihnen Alles, wodurch sie dieselben entehren, b) Insbesondere befiehlt Gott in diesem Gebote den Kindern(weil sie dadurch die Eltern besonders ehren); ihre Eltern 1. »)Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie dir der Herr, dein Gott, befohlen hat, damit du l a» g e Zeit lebest, und es dir in dem Lande, so dir der Herr, dein Gott, geben wird möge wohl gehen. Deut. s. 16. d) Verflucht sey, der seinen Vater und seine Mutter nicht ehret. Und altes Volk soll sagen! Amen. Deut. rr. l6. 117 zu lieben, 2. ihnen zu dienen, u) in Allem, was Gott nicht verboten hat, gerne zu gehorsamen, k) 3. ihnen mit Freude in geistlichen und leiblichen Nöthen beizustehen, e) 4. oft und andächtig für sie zu beten und auch die Geschwister zu lieben. Im vierten Gebore ist Kindern insbesondere verboten,(weil sie dadurch ihre ->)Ehrc deinen Vater mit der That, mit Werten und mit aller Geduld, auf das; der Se- aen von ihm über dich komme, und fern segc» bis anS Ende dauere. Der Segen des Vaters befestiget die Häuser der Kinder; der Finch der Mutter aber reißt sie vom Grunde aus nieder Eclc- siast. 2- Y II- Wer den Herrn fürchtet, der ehrt seine Eltern, und dienet denen, von welchen er geboren wurde, wie seinem Herrn. Sn- 2. 8- Wer Vater und Mutter mehr als Mich liebet, sprach Jesus, der ist Meiner nicht werth. Mtth, 10. 27. c) Wein Sohn, greife deinem Vater in seinem Alter unter die Arme, und betrübe ihn nicht in seinem Leben. Wenn er auch am Verstände abnimmt, so habe Geduld mit ihm» und verachte ihn nicht in deiner Stärke; denn die Wohlthat, die du deinem Vater erzeigest, wird nicht vergessen werden, und Las Gute, das du für deiner Mutter Sünde thust, wird dir vergolten werden. Sir. s. 14- 15. ttz. 118 Eltern entehren) 1. dieselben zu verachten,«) 2. zu hassen, 3. zu verspotten, 4. ihnen ungehorsam zu seyn; 5. sie zubetrügen, 6. zu bestehlen, I>) 7. sie oder die Geschwister in geistlichen und leiblichen Nöthen zu verlassen, sie zu kränken, zu mißhandeln und überhaupt ein unchristliches Leben zu führen. Überdenke oft das vierte Gebot und erforsche dein Gewissen hierüber, denn davon hängt, dein zeitliches und ewig es Wohl ab, und undankbare Kinder waren nie glücklich. In dem vierten Gebote ist den Eltern befohlen: 1. Durch Wort und That dafür zu sorgen, daß ihre Kinder vor Allem den wahren Glauben genau kenn en und Gott fürchten lernen, und in dem sonst Nothwendige unterichtet werden, e) s) Wer seinem Vater oder seiner Mutter fluche», der soll mit dem Tode gcstrafct werden; sein Blasen über ihn; denn er hat seinen Vater and seine.' Mutter g efluchek. Leo. 20. h. t>) Wer seinen Vater oder seine Mutter schlag», der soll des Todeb sterben. Exod. 2l. 5. 0) Unterweise deinen Sohn, so wird er dich erfreuen, und deine Seele ergötzen. Sprich. 2(). l7. IIS 2. Alle schlechten Beispiele nach Möglichkeit von ihren Kindern zu entfernen, und durch ihr ganzes Leben denselben ein gutes Beispiel zu geben. 3. Für den Leib und die Seele der Kinder zu sorgen, und ihnen daher das, was sie brauchen, so viel wie möglich zu erwerben, zu geben und ihnen zu helfen.>1) 4. Die Fehler der Kinder mit Sanftmut!) und Liebe und nicht zu gelinde zu bestrafen.(s) Durch das vierte Gebot befiehlt Gott nicht a) Wce aber eine» von diese» Kleinen, die an Mich glauben ärgert(fpr. Jesus), dein wäre es nützlicher, das; man ihm einen Mühlstein an seinen Hals hange, und ihn in die Tiefe des McereS versenke. Mtth. IS. b,(Evam h. Schuhengelfcste. I,) Jesus sagte: Wer ein solches Kind in Meinem Namen aufnimmt, der nimmt Mich auf. Matts). Ig. s.<(§v, am h, Schuhengelfeste), e) Wer mit der Ruthe sparsam ist, der haßt seinen Sohn; wer ihn aber liebt, züchtiget ihn bald. Spricht«. 23. 14, 15. Erzeiget jedermann Ebre; li ebet die Drüder; fürchtet Gott; ehret den König. I. Petr, 2. 17,(Ev, am 3 Sonntag», Lst,) Man must Gott mehr als den Menschen gehorchen, sagten die Apostel, Apcstclgcsch, 5- 2<), 129 allein, wie sich Kinder gegen ihre Eltern, und Eltern gegen ihre Kinder zu verhalten haben, sondern auch, wie sich Kinder gegen alle jene zu verhalten haben, welche die Stelle der Eltern vertreten; und wie sich Untergebene gegen ihre Vorgesetzten und Obrigkeiten, und die Obrigkeiten gegen ihre Untergebenen zu betragen haben, und auch wie man sich gegen alle Leute zu verhalten hat. Die Stelle der Eltern vertreten oft: Zieh- ältern, Vormünder, Erzieher, Lehrer, Lehrmeister und auch Dienstboten. Gegen alle diese sollen sich Kinder wegen Gott so verhalten wie gegen ihre Eltern. Den Untergebenen ist nach dem vierten Gebote das Meiste von dem geboren und verboten, waS den Kindern geboten und verboten ist. Die Untergebenen sollen wegen Gott ihren geistlichen und weltlichen Vorgesetzten und Obrigkeiten, sie mögen gut oder böse seyn, mit Freuden gehorsamen, sie ehren und Alles meiden, wodurch dieselben entehrt werben.») s) Ihr Knechts, seyd euer,! Heers», nicht allein den zntcn und bescheidenen, sondern auch den 121 11 Dieß sollen die Unterthanen eben deß- rauhen mit aller Furcht unterthänig: denn cS ist Gott angenehm, wenn Jemand, Gott zu gefallen, Betrübnis! leidet, und Unrecht duldet, i. Petr. 2,>3.(Epistel A. Sonntage nach Ostern.) So gebet also dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist Matth. rr,2l. (Evangelium am 22. Sonnt, nach Pfingsten) Gehorchet euren Vorstehern, und seyd ihnen untcrthänig, denn fie wachen als Leute» die für eure Seelen Rechenschaft geben sollen. Hebr. 13. 17.(Ep- mehrerer Märtyrer.) Die Priester, welche wohl vorstehen, soll man zweifach in Ehren halten, insonderheit diejenigen, welche im Worte und in der Lehre arbeiten. 1. Timot. 5, 17. Ein jeder Mensch sey der höheren Macht unterworfen; denn eS ist ke i n s M a ch t, als v o n Gott, und Alle, sind von Gott verordnet worden. Derowegen, wer der Macht widerstrebet, der widerstrebet der Anordnung Gottes; welche aber widerstreben, die ziehe» sich selbst die Verdammnis, zu. Röm. 1Z. 1, 2. Deßwegen seyd allen menschlichen Geschöpfen um Gottes Willen unterthänig; es sey gleich dem König- als dem höchsten, oder den Landesverwesern, als die von ihm zur Rache der Übelthater und zum Lobe der Frommen ge. sandt sind- i. Petr. 2, IZ.(Epistel am Z. Sonnt, nach Ostern.) Die Knechte ermähne, das, sie ihren Herren unterthänig,und in allcnDingen wohlgefällig seyen.- Laß sie nicht widersprechen,»och etwas v e r- 122 wegen thun, weßwegen die Kinder das vierte Gebot zu beobachten haben, n) Die Obrigkeiten und Vorgesetzten sollen sich überhaupt so gegen ihre Untergebenen verhalten, wie Eltern gegen ihre Kinder; besonders aber sind sie schuldig, ihre Unterthanen in dem wahren Glauben zu erhalten und zu bestärken; ihnen ein gutes Beispiel zugeben, das zu leisten, was sie ihnen schuldig sind, und gegen jedes Unrecht zu schützen-b) Die Vorgesetzten müssen einst dem Herrn, unserm Gott, über ihre Untergebenen strenge Rechenschaft geben. u nt r eue tt, sondern sich in Allem getreu erzeigen, damit sie die Lehre Gottes unseres Heilandes in allen Dingen zieren. Der heil. Paulus an Titus. 2, y—>0. «) Ihr Knechte, seyd euren Herrn, nicht allein den guten und bescheidenen, sondern auch den rauhen mit aller Furcht unterthänig. l- Petr. 2. l7- (Epistel am Z. Sonntage nach Ostern.) I>) Wenn Jemand für die Seinigsn und insonderheit für seine Hausgenossen nicht Sorge trägt, der hat den Glauben verläugnct, und ist ärger als ein Ungläubiger. i. Timok. s, 8. Ihr Herren, thut euren Knechten, was recht und billig ist, und wisset, dass ihr auch einen Herren tm Himmel habet. Coloss. 4. l- 123 V. Gebot. Zch bin der Herr id ein Gott «. s. w. Du sollst nicht todten. Zn dem fünften Gebote wird überhaupt Alles befohlen, waS uns und dem Nächsten an Leib und Seele nützt, und Alles verboten, was uns und dem Nächsten an Leibund Seele schade t. Insbesondere wird befohlen dafür zu sorgen(weil man dadurch sich und Andern an Leib und Seele nützt); 1. daß wir und Andere immer verständiger und frömmer werden, und daher besonders ein gutes Beispiel geben, s) 2. daß wir und Andere, gesund bleiben oder werden; 3. Friede und Einigkeit mit Jedermann, Ihr Herrn, thuet ihnen auch desgleichen, unterlasset das Drohen, und wisset, daß sowohl ihr, als euer Herr in dem Himmel seh, welcher die Person nicht ansieht. Ephcs. 6, y. ->) Lasset euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen, und eure» Vater, der im Himmel ist, preisen. Match, s, lb. (Am Feste des h. August.) 11* 124 § auch sogar mit denen, die uns beleidiget haben, bewahren; 4. dem Nächsten geistliche und leibliche Wohlthaten erweisen, rr) (Die geistlichen und leiblichen Wohlthaten sind die Werke der Barmherzigkeit.) b) Durch das fünfte Gebot wird besonders verboten(weil man dadurch sich und Andern an Leib und Seele schadet): s) Seyd Alle gleichgesinnt, mitleidig, Liebhaber der Brüder, barmherzig, freundlich, demüthig, vergeltet nicht Böses mit Bösem, noch Scheltworts mit Scheltworts», sondern segnet vielmehr, t. Petr. z. 8.(Ex. am 5, Sonnt, nach Pfingsten.) Wenn einer aus e n ch von der Wahrheit wird abgewichen seyn, und Jemand ihn bekekret: der soll wissen, daß. wer einen Sünder von dem Irrthume seines Weges bekehret, dessen Seele von den, Tode erlösen, und die Menge der Sünde» bedecken werde. Jac. 5, 20.(Epistel an den Betragen.) Vor allen Dinge» aber liebet euch stets untereinander; denn die Liebe bedecket die Menge der Sünden. Seyd gastfrei und beherberget einander gern. Ein Jeder diene dem andern mit der Gnade, die er empfangen hat. l. Petr. 4. S. y. (Epistel am b- Sonnt, nach Ostern.) I>) Ihr aber, liebe Bruder, höret nicht auf Gutes zu thun 2. Theff. z.»3. 125 1. sich oder Andere zu todten; st) 2. sich oder Andere zu erzürnen und zu hassen und an der Gesundheit zu schaden; I)) 3.unmäßig zu seyn im Essen, Trinken, in der Unterhaltung oder Andere dazu zu verleiten; c) 4. den Nächsten durch Reden oder Handlungen zu beleidigen; st) 5. den Nächsten durch Worte oder Thaten zur Sünde zu verleiten; e)(die 9 fremden Sünden zu begehen.) ->) Wer eine» T odtschla g begangen hat, der soll des Gerichtes schuldig seyn. Matth. 5, 2l,(Evangelium am 5. Sonnt, nach Pfgst.) Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch vergossen werden; denn der Mensch ist nach dem Ebeubilde Gottes erschaffen worden. Gen. y, 6. >-) Derjenige der seinen Bruder hasset, ist ein T o d t- schläger; nun wisset ihr, daß kein Todtschläger das ewige Leben in sich habe. l. Ioh. 3, lö.(Epistel am 2- Sonnt. Ptgst.) 0) Von zu viele» Speisen wird man krank, und die unersättliche Begierde zu essen, verursacht Bauchgrimmen.(Cholera.) Voni ü bcrmäßigeil Essen sind viele Leute gestorben; wer aber mäßig lebt, der wird sein Leben verlängern. Ecles 37- 33. 34. >l) Wie ihr wollet, daß e u ch die Leute thun sollen, deßglcichen thut auch ihn e». Luc. b. zier) Wehe der Welt der Ärgernisse wegen! Es müssen zwar Ärgernisse kommen; wehe aber dem Menschen, durch welchen Ärgerniß kommt. Matth. tg. 6 7-(Ev. am heil. Schutzcngclfcste.) 126 Wende die Kräfte deines Leibes und deiner Seele gut an, weil du über die Anwendung derselben einst strenge Rechenschaft geben mußt.— Benutze daher die Zeit sehr gewissenhaft. VI. Gebot. Zchbinder Herr, dein Gott u- s. w. Du sollst nicht Unkeuschheit treiben. Nach dem sechsten Gebote will Gott, daß man sich an Leib und Seele keusch verhalte und Alles anwende, um keusch zu bleiben, und zwar in allen dem, was man redet^ und thut, M und alles meidet, was den Leib und die Seel< verunreiniget. Man kann den Leib und die Seele keusch und rein erhalten und bewahren; ») Selig sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott anschaue». Match. 5> L.(Evangelium am Feste Allerheiligen.) Wie kann ich denn dieses Übe! thun, und Wider meinen Gott sündigen! rief Joseph. Gen. zq. y. 127 1. wenn man an den allgegenwärtigen und allwissenden Gatt oft denkt, Der die Keuschheit so sehr liebet und belohnet; n) 2. die heil. Sacramente der Buße und des AltarS öfters würdig empfanget; 3. besonders die allerseligste Zungfrau Maria kindlich verehret; 4- den Werth eines^unschuldigen Herzens öfters überdenkt; b) Nach dem sechsten Gebote verbietet Gott: Unkeuscheszu rede n,und waS immerun- keusch ist,und zurUnlauterkeit verleitet, zu thun. ->) O wie s ch ö n ist cin keusches Geschlecht, das mit Tugenden leuchtet; den» sein Andenken ist unsterblich, weil-S bei Gott und de n Menschen in Ehren ist. Weish. 4. l. Die keusche Susann wollte lieber sterben, als Unkeuschhcit treiben, Daniel 13. Job versicherte, daß sein Herz nicht seinen Au< gen folgte. Job zi. Tobias warnte seinen Sohn mit allem Ernste vor jeder Unlauterkeit. Tob. 4. 13. >,) Laß dein Herz nicht auf die Wege der unlauteren ziehen, noch dich aus ihre Bahn verleiten. Denn sie hat viele verwundet und gefallet, und die st ä r k- sten Männer sind durch ste getödtet worden. Ihr Hans ist der Weg zur Hölle, der in die Tiefe des Todes eindringt. Spricht». 7. 25. 27. 128 Zur Unlauterkeit verleitet: 1. Wenn man sich frech kleidet, d. i. sich so kleidet, daß man dadurch ehrbaren und gottesfürchtigen Menschen mißfällt; 2. müßig; 3. unmäßig im Essen und Trinken ist; s) 4. wenn Knaben mit Mädchen allzufrci umgehen; 5. wenn man mit den Augen vorwitzig ist und 6. Bücher liest, welche Dinge enthalten, die im sechsten Gebote verboten sind. Diejenigen, welche das sechste Gebot übertreten, haben die schrecklichsten zeitlichen und ewigen Strafen zu fürchten, si) Die bösen Folgen des Lasters der Un- keuschheit sind; -) Der Wein verursacht Unkeuschheit, und die Trunkenheit Aufruhr: wer sich daran erfreut, der wird nicht weise werden. Spr. 20. i. h) Lasset uns nicht Unlauterkeit treiben, wie sie etliche aus ihnen trieben> und daher an Einem Tage 2Z,00Y fielen. Lasset uns auch Christum nicht versuchen, wie-Jbn etliche aus ihnen versuchet haben, und von den Schlangen sind umgebracht worden. Alle diese Dinge aber widerfuhren ihnen IN einem Vorbilde; sie sind aber uns, die wir am Ende der Zeiten sind, zur Lehre geschrieben worden. i- Cor. io. 8.>o,(Epistel am 9. Sonnt. n. Pfingsten.) 129 daß man 1. auf Gott vergißt; 2. das, was sich auf Gott und auf die Seele bezieht, nicht versieht; 3. heilsame Ermahnungen nicht befolgt; 4. die Gnade des Glaubens verliert und abfällt, und daß ö. der Leib erbärmlich erkrankt und schrecklich stirbt, n) Endlich hat Gott dieses Lasters wegen mehrmals ganze Städte, Völker und Länder schwer gestraft, b) s) Wer sich zu Unlauter» gesellt, der wird schamlos, und eine Weide des Eiters und der W ü r- me werden; man wird ihn zu», besondere» B eispjcle anziehen, und seine Seele wird aus der Zahl der Lebendigen ausgeschlossen werden. Ecl. iy. z. Lasset euch nicht verführen; denn weder die Unke u s ch e n, noch die G ö tz e n d i c n e r, noch die Weichlinge, noch die Diebe, noch die Geizigen, noch die B e r l ä n NI d c r, noch die Räuber werden das Reich Gottes besitzen, l. Cor. b. y- io. K) Wegen dieser Sünde wurden L Städte zerstöret Genes. 16. Wegen dieser Sünde wurde» die Sichcmiten erschlagen. Gen. zi. Der S-amiii Benjamin beinahe ganz vertilgt. Richter, 2V. 130 Nimm es dir ernstlich vor, Gott zu Liebe nichts zu reden und zu thun, was nur von Ferne zur Unlauterkeit verleiten könnte, — und wende Alles an, die Reinigkeit, diese so kostbare Prrle,— nicht zu beflecken. V!I. Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott u. s. w. Du sollst nicht stehlen. In dem siebenten Gebote will Gott überhaupt, daß man sür sein und des Nächsten Eigenthum sorge, und verbietet Alles, wodurch man sich und dem Nächsten an seinem Eigenthume schadet. Nach dem siebenten Gebote ist insbesondere besohlen(weil man dadurch sür sein und des Nächsten Eigenthum sorget): 1. fleißig zu arbeiten und Andere zur Arbeit anzuhalten;») ->) Wer gestohlen hat, der st e h l e nicht wieder; sondern arbeite vielmehr und wirke mit seinen Händen etwas Gutes, auf dasi er habe, wovon er denjenigen, der Mangel leidet, etwas mittheilen könne. Eph. 4. 28.(Epistel am lg. Sonntage»ach Pfingsten.) 131 2. selbst sparsam zu seyn, und Andere dazu anzuleiten; 3. das Lnvorbeneg ut anzuwenden;n) 4. Jedem das Seinige zu lassen und zu geben; b) 5. das entfremdete Gut zurückzustellen, und den zugefügten Schaden wieder gut zu machen, e) Nach dem siebenten Gebot ist insbeson- a) Einige theilen ihr eigenes Gut mit, und werden reicher; andere rauben, was ihnen nicht zugehört, und sind doch immer in Armuth. Spr. i l 24- I-) Seliger ist geben, als annehmen Apostelg. 20 35. Gebet einem Jeden, was ihr im schuldig seyd; Steuer, dem Steuer gebührt, Zoll dem Zoll gebührt; dem Furcht und Ehre gebührt, den fürchtet und ehret, Nön>. 13. 6. 7- o) Wir haben nichts auf die Welt gebracht, so werden wir auch ohne Zweifel nichts mitnehmen. Wenn wir also Nahrung und Kleidung haben, so lasset uns damit zufrieden seyn. t- Timoth. h.7.8. Wehe dem, der sein Haus mit Ungerechtigkeit, und sein Gemach mit Unrecht bauet, der seinen Nächsten ohne Ursache unterdrücket, und ihm seinen verdienten Lohn nicht gibt. Jercm. 22. IZ. 132 dere verboten(weil man dadurch sich oder auch einen Anderen an seinem Eigenthume schadet): 1. müßig und träge in der Arbeit zu seyn; n) 2. sein Eigenthum aufeine unrechtmäßige und unerlaubte Weise zu erwerben und zu vermehren, als, durch Stehlen, Betrügen, durch das Zurückhalten gefundenen oder überhaupt fremden Gutes, oder gar des verdienten Lied- lohns und durch Wuchern; b) 3. dasselbe auf unnütze Dinge schlecht zu verwenden, und Andere dazu zu verleiten; L) Den» als wir bei euch waren, geboten wir euch, dast, so Iemand nicht arbeiten will, er auch nicht essen soll. 2. Thcff. 2. l0, N) Ein Mensch, welcher sich in dem versündiget, dass er mit Verachtung des Herrn seinen Nächsten dasjenige, welches seiner Treue anvertrauet war, abläugnet oder ihm mit Gewalt etwas abzwinget, oder dass er etwas, das v erloren war, findet, und es verläugnet, und auch darüber einen falschen Eid schwört, oder datier sonst etwas aus allen Dingen, in welchen die Menschen zu sündigen pflegen, begehet, wenn er von der Missethat überzeuget wird, so soll er Alles vollkommen wieder geben, was er mit Betrug hat an sich bringe» wollen, und soll noch über das den Herrn, den erden schaden zugefügt hat, den fünften Theil dazu geben, Lcv, b- 2. 2. 4. 5, 133 4. dem Nächsten an seinem Vermögen und an seinen Rechten zu schaden; 5. das Erworbene so zu bewahren, daß man sich und Andern das Nöthige versagt (Geiz). Lerne aus diesem Gebote, daß ehrlich am längsten währt,— daß bei ungerechtem Gute kein Segen ist, und— daß man dadurch vorzüglich etwas rechtmäßig erwirbt, wenn man sparsam und arbeitsam ist. VIII. Gebot. Ich bin der Herr dein Gott u. s. w. Du sollst kein falsches Zeugniß geben wider deinen Nächsten. In diesem Gebote wird überhaupt Alles befohlen, wodurch wir uns und dem Nächsten an der Ehre und den guten Namen und Ruf nützen, und Alles verboten, wodurch wir uns und unserem Nächsten daran schaden. Insbesondere wird befohlen,(weil man dadurch sich oder auch dem Nächsten an der Ehre nützt) dafür zu sorgen, 1. daß wir und Andere 12 134 immer frömmer werden;-st) 2, daß wir jederzeit wahrhaft und aufrichtig in Redend) und Handlungen sind; 3. daß unsere und des Nächsten Ehre vertheidigt oder wenigstens entschuldigt; und 4. die Verleumdung gut gemacht, und die Ehrabschneidung widerrufen werde. Zm' achten Gebote wird, verboten: (weil man dadurch sich und Andern ander r>) Ein Mensch, dem es an Weisheit und Verstand mangelt, der aber Gott fürchtet, ist besser, als der einen hohen Verstand hat, und dasGe« seh des Allerhöchsten übertritt. Ecl, ly. 2l. t>) Der Thoren Herz ist in ihrem Munde, und der Weisen Mund ist in ihrem Herzen. Wenn der Gottlose den Teufel verfluchet, so verfluchet, er seine eigene Seele. Svr. 21. 2y.(Ep. vom h. Joh. von N-pomuk.) Wenn sich aber Jemand unter euch dünken laßt, er sey g 0 tt e s f ü r!ch t i g, und b e z ä h m t seine Zunge nicht, sondern verführt sein eigenes Herz, dcffei^GottcSdienst ist eitel. Jac. l. 27.(Cp. am s. Sonnt, nach Lstern.) Wer das Leben lieb hat, und gute Tags haben will, der bezähme seine Zunge, damit sie nichts V ö se s r e d e, und seine Lippen, daß sie nicht bekriegen. ,. Petr. 5. 10.(Epistel 25. Sonnt, nach Pfingsten.) 135 12* Ehre schadet) 1. freventlich zu urtheilen, s) 2. falschzu argwohnen, b) 3. die Ehre abzuschneiden,«) 4. zu ohrenblasen.(I) 5. aus was immer für einem Grunde zu lügen, o) 6. -r) Richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, Der an das Licht bringen wird, was i» der Finsterniß»erborgen ist, und die Rathschläge der Herzen offenbar machen wirdp und alsdann wird Gott einem jeden sein gebührendes Lob ertheilen, l. Cor. 4. 5.(Ep. am 4. Sonntag im Advente.) Richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet werden, verdammst nicht, so werdet ihr nicht verdammet werden; vergebet, so wird euch vergeben werden; gebet, so wird euch gegeben werden; denn mit eben dem Maße, mit welchem ihr ausmefset, wird man euch wieder einmeffcn. Lue. 37. 3y.(Ev. am l. Sonnt. n. Pfingsten. t>) Gleichnis, vom Walken und Splitter.(Siehe l. Sonnt, nach Pfingsten.) e) bin jeder wird seine eigene Last tragen. Galat. h. 5.(Es. am IZ. Sonnt. n. Pfingfl.) 4. 8. b) ES scheinen dem Menschen alle seine Wege gcrecht zu seyn; aber derHerr wiegt die Herzen. Sir. 22.>. °) Höret auf, euch mit stelzen Reden zu rühmen, oie eitlen Reden sollen nicht mehr aus eurem Munde kommen; denn der Herr ist ein Gott aller Wissenschaften und Ihm stehen die Gedanken offen. i. Könige. 2. z. 139 wen, während die göttlichen auch die innere Gesinnung vorschreiben;») 4. daß nur der von der Sünde frei wird und bleibt, der nichts Schlechtes denkt und verlangt.!)) Wenn du also Gott gefallen willst, so mußt du bereit seyn, die Gebote Gottes nicht bloß äußerlich, sondern auch vom ganzen Herzen wegen Gott zu erfüllen, e) Gott hat denjenigen, welche Seine Gebote gerne, genau und allezeit beobachten, auf dieser Welt viele geistliche und leibliche »-Wenn ihr nicht gerechter als die Schriftge- lehrten und Pharisäer seyn werdet, so werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen. Mtth. s. 20. (Ev. am s. Sonnt, n- Pfingst.) K) Lasset uns nicht, wie j e n e, den bösen Begierden nachhängen, l. Cor. 10. 6. Sagest du, es mangelt.mir an Kräfte», so wird es Der erkennen, Der in des Herzens Grund sieht, und der Erlöser deiner Seele s,wird nicht betrogen. Sir- 24' 12. Wo ist ein so herrliches Volk, welches die Ceremonien, die gerechten Satzungen und das ganze Gesetz hat, so Ich euch heute vor Augen legen will. Deut. 4. 8. Aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Todtschläge, Unlauterkeitcn, Diebereien, falsche Zeugnisse und Gotteslästerungen. Mtth. iz. Ist.(Er. Mittwoche in der Z. Woche der Aasten.- 140 WWWWWMWM'«M- A Güter, und nach dem Tode die ewige Seligkeit versprochen und Vielen schon verliehen. 3) Suche demnach nur das Reich GotteS und Seine Gerechtigkeit, dann kannst du alles andere erwarten, wie Elias— vergieß nie, daß der fromme Bettler besser daran ist, als der reiche Bösewicht,— und daß nur der selig wird, der Gottes Gebote gerne, genau und allezeit beobachtet. Von den KLrchengeboLen. Jesus Christus hat in Seiner Kirche dem römischen Papste und den Bischöfen, als den rechtmäßigen Nachfolgern des heil. Petrus und der Apostel, die Gewalt gegeben, Gebote zu geben. I»)— Schon die Apostel Nicht ei» Jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich eingehen, fouder» nur der, welcher den Willen Meines himmlischen Vaters vollzieht. Mkth. 7. 2l.(Ev. am 7. Sonntg. n. Pflügst.) -) Willst du znni ewigen Leben eingehen, so h a l- tedie Gebote. Mtth. iy. 17. d) Wahr!:», Ich(Jesus)! age euch: Alles, was ihr aus Crdcn binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden seyn; und Alles, waS ihr 141 und dann ihre rechtmäßigen Nachfolger haben den rechtgläubigen Christen viele Gebote gegeben. Diese Gebote werden die G e- bote der Kirche genannt. Ein jeder katholischer Christ ist im Gewissen schuldig, die Gebote der Kirche zu beobachten: 1. weil Gott im vierten Gebote befiehlt, den geistlichen und weltlichen Vorgesetzten zu gehorchen; n) 2. weil Jesus Christus ausdrücklich befohlen hat, die Kirche zu hören, und auch schon die Apostel die Gläubigen daran erinnert haben; b) 3. weil die Kirchengebote die Gebote auf Erde» lösen werdet, daS wird auch im Himmel gclöset seyn. Mtth.>g. ig.(El>. am Dienst, in der s. Woche der Fasten.) ->) Gehorchet euer» Vorstehern,(schrieb d. h. Patzl) und seyd ihnen untcrthänig; denn sie wachen als Leute, die für eure Seelen Rechenschaft geben solle», damit sie es mit Freuden, und nicht>nit «Seufzern thun; denn das nützet euch nichts. Hcbr. 13. I. 7. I>) Wenn er diese(Männer) auch nicht hört, so zeige es der Kirche an; wenn er aber die Kirche nicht hört, so halte ihn für eitlen Heiden und öffentliche» Sund-r. Mlth. Ig. 7.(EU. an, Dienst, jy dsl z, Fastcnwoche.) 142 Gottes besser erklären, und es den Christen leichter wachen, die Gebote Gottes genau zu beobachten, z. B. das dritte Gebot Gottes wird erklärt durch das zweite Kir- chengebot; das 1., 3., 4. und 5. Kirchenge- bot erinnert und hilft, wie uian die zehn Gebote leichter erfüllen kann. Die Kirche hat viele Gebote gegeben. Von allen Kirchengeboren gehen besonders fünf die meisten Personen und Stände an; daher sollen sie die Christen wissen und beobachten, i Diese sind: / 1. Du sollst die gebotenen Feiertage halten. 2. Du sollst die heilige Messe an Sonn- und Feiertagen mit gebührender Andacht hören. 3. Du sollst die gebotenen Fasttage halten, als: die vierzig tägi- ge Fasten, dste Quatember-und Wer euch höret,(spricht IcsuS) der höret Mich; und wer euch verachtet, der verachtet Mich; wer Mich aber verachtet, der verachtet Den, Der 143 andere gebotene Fasttage; auch sollst du am Freitage und Sainst a!g e vom Fleischessen dich enthalten. 4. Du sollst deineSünden dem verordneten Priester jährlich zum wenigsten einmal beichten, und um die österliche Zeit das h o ch w ü r- digste Sakrament des Altars empfangen. 5. Du sollst an verbotenenZei- ten keine Hochzeit halten. Denke oft darüber nach, warum die Kirche die Gebote gegeben hat, und daß jsie d ir^dadurch helfen und es dir erleichtern will, das Böse zu meiden, und das Gute zu thun; du wirst sie gewiß jederzeit gerne beobachten und gut erkennen, daß der, welcher sie nicht beobachtet, die Kirche und ihre Gebote gar nicht kennt. Mich gesandt hat. Luc. io. lb.(Er. am Feste vieler Märtyrer.) 144 Von den fünf vorzüglichsten Kir- chengeboten insbesondere. Von den zweierstcnKirchengeboten. -4. Du sollst die gebotenen Feiertage halten. Schon seit den ältesten Zeiten wurde geboren, außer dem Sonntage, an gewissen Tagen wie am Sonntage nicht zu arbeiten sondern zu ruhen und gottselige Werke zu verrichten, d. i. Feiertage zu halten, n) Diese Tage hat die Kirche außer dem Sonntage zu feiern befohlen: 1. um uns an denselben an besondere Glaubenswahrheiten oder an besonders wichtige Begebenheiten zu erinnern, die sich im Leben Jesu, unsers Herrn, zum Besten der Menschheit zugetragen haben.(Festtage deS Herrn) 2..Um uns an die Gnaden zu erinnern, s) 2m alten Bunde waren viele Feste außer dem Sab- batlhc, als: Ostern, Pfingsten, Laubhütteufeste, das Fest des Sieges der Judith. Judith. 1t,.'zr. Di.« Altarweihe. l. Machab. 4. LP. 145 die Gott der seligsten Jungfrau Maria(Ma- rienfeste); oder den Heiligen(Heiligenfeste) verliehen hat; 3. auf ihre Tugenden und guten Werke aufmerksam zu machen, die sie im Leben ausgeübet haben, und 4. unS zu ermuntern, ihrem Beispiele zu folgen, und sie um ihre Fürbitte anzurufen. Die vorzüglichsten Feste deS Herrn sind: 1. Weihnachten(25. December); 2.das Fest der Beschneidung oder das neue Jahr; 3. daS Fest der Erscheinung oder heiligen drei Könige; 4. die letzten Tage der Char- woche; 5. Ostern; 6. Christi Himmelfahrt; 7. Pfingsten. Die vorzüglichsten Feste Mariens sind: DaS Fest der unbefleckte» Empfängnis;; Maria Geburt; Maria Namen, Maria Verkündigung, Maria Heimsuchung, Maria Opferung, Maria Schmerzen, Maria Himmelfahrt. Die vorzüglichsten Feste derHeiligen sind: das Fest des h. Stephan, des h. Johannes, der H.Petri und Pauli und der h. Apostel, deS H.Jo- hanniS Nep., des h. Wenzeslai, des h. Leopold,. Die Kirche verbietet durch das erste Ge- 13 bot alleS dasjenige, waS am Sonntage verboten ist, nämlich: 1. jede knechtische Arbeit ohne Noth und rechtmäßige Erlaubniß wie am Sonntage für den ganzen Tag; 2. solche Verrichtungen und Unterhaltungen, welche diesen Tag entweder entheiligen oder uns hindern, den Tag recht zu heiligen. Die Kirche befiehlt durch das erste.Gebot, den katholischen Christen; an den gebotenen Feiertagen 1. die Gnade, die Gott dem menschlichen Geschlechte überhaupt oder den Heiligen insbesondere erwiesen hat, aufmerksam zu überdenken, und Gott dafür zu danken; 2. die Tugenden, welche die Heiligen besonders ausgeübet haben, aufmerksam zu betrachten, und sich vorzunehmen, dieselben nach Kräften auszuüben; 3. die Heiligen anzurufen, daß dieselben für sie von Gott jene Gnaden erbitten, die sie am nothwendigsten brauchen; 4. die heil. Sacramente der Buße und des AlrarS zu empfangen, geistliche Bücher zu lesen, und auch dem nachmittägigen Gottesdienste andächtig beizuwohnen. 147 Halte die Feiertage, wie eS Christen geziemt, und frage dich allezeit vor einem Feiertage: warum wird dieser Tag gefeiert und was soll ich an demselben thun? v. Du sollst die heiligeMesse an So null nd Feiertagen mit gebührender Andacht hören. In dem zweiten Kirchengebote wird befohlen: 1. an Sonn- und Feiertagen beiderheil. Messe und Predigt, so viel möglich in der Pfarrkirche, ganz und mit Andacht zugegen zu seyn; 2. dem nachmittägigen Gottesdienste, welcher in der Vesper, der Christenlehre, dem Rosenkränze, der Litanei, dem heiligen Segen, oder anderen Andachten besteht, ganz und andächtig beizuwohnen; 3. geistliche Bücher zu lesen und gottselige Werke zu verrichten. Man soll so viel möglich der Pfarrmesse beiwohnen: 1. weil die Kirche den Bischöfen auS- 13* D 1-L3 drücklich befiehlt, das Volk zu unterrichten, daß es verpflichtet ftp, wenigstens an Sonn- und großen Feiertagen der Pfarrmesse beizu- wohnen, und das Wort Gottes daselbst anzuhören; 2. weil die heil. Messe an diesem Tage in der Pfarrkirche für alle Pfarrkinder und in ihrem Namen dargebracht wird. I. Von der heiligen Messe. Die heilige Messe ist das unblutige Opfer des neuen Bundes, in welchem Sich Jesus Christus selbst unter den Gestalten des Brotes undWeines durch die Hände des Priesters auf unseren Altären Gott aufopfert. Durch dasheil. Meßopfer werden wir der Verdienste Jesu theilhaftig, und an Sein Leiden und Sterben am Kreuze beständig erinnert. Die heilige Messe wird 1. ein Opfer genannt, weil Gott dem Allmächtigen der wahre Leib und das wahre Blut Jesu Christi d ar ge b ra ch t werden; 2. ein unblutiges Opfer, weis in derselben kein Blut vergossen wird, wie es am Kreuze geschehen ist. Das heil. Meßopfer hat Jesus Christus beim letzten Abendmahls auf folgende Weise eingesetzt: 1. Er nahm das Brot und den Kelch mit Wein in Seine heiligen Hände. 2. Er segnete das Brot und den Wein, und sprach über das Brot: Nehmet hin und esset Alle davon, denn das ist Mein Leib d e r ssü r euch hingegeben wird; und über den Kelch mitWein: Nehmet hin, trinket Alle daraus, das ist Mein Blut, das Blut des neuen Testamentes, das für euch und für Viele vergossen werden wird, zur Vergebung der Sünden. 3. Er gab Beides den anwesenden Aposteln zu genießen und sprach: Dieß thut zu Meinem Andenken, u) A) Da sie nun zu Nachts aßen, nahm Jesus das Brot, und als Er es gesegnet hatte, brach Er es, gab es Seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das istMein Leib. Hernach nahm Er den Kelch, dankte, gab ihnen denselben, und sprach: TrinketAlLs Das heilige Meßopfer hat Jesus Chri- stus eingesetzt: 1. um in Seiner Kirche ein wahres sichtbares und e i g en t l i ch e s Opfer bis ans Ende der Welt zu hinterlassen; 2. um uns beständig an jenes blutige Opfer, das Er am Kreuze vollbracht hat, zu erinnern; 3. damit Er uns besonders zu erkennen gebe, wie unendlich Er uns geliebt hat und noch liebt; 4. um uns dadurch die Verdienste des Kreuzopfers zuzueignen. Zn der heiligen Messe opfert Sich Ze- sus Christus Selbst unsichtbarer Weise Seinem himmlischen Vater für uns auf- sichtbarer Weise aber verrichtet dieses Opfer der Priester. Das heilige Meßopfer ist eben dasselbe Opfer, welches Jesus Christus am Kreuze vollbracht hat; denn es ist derselbe Opferer daraus, denn dieß ist Mein Blut des neuen Testamentes, welches für B-ele zur Vergebung d«r Sünden wird vergossen werden. Mtth. LL. 26. L3.(En. am Palmsonntage.1 151 Jesus Christus, und eben dasselbe Opfer, nämlich der wahre Leib und das wahre Blut Jesu Christi; nur in der Art zu opfern, ist ein Unterschied. Am Kreuze litt Jesus Schmerzen, vergoß Er Sein heiligstes Blut, starb für uns, und opferte Sich Selbst ohne Priester Seinem himmlischen Vater auf.— In der heil. Messe auf unseren Altären leidet Er keinen Schmerz, vergießt Er kein Blut, stirbt Er nicht mehr, sondern opfert den Tod, den Er am Kalvarienberge erlitten hat, und SaS Blut, das Er für uns vergossen hat, durch die Hände des Priesters Gott auf. Der Priester verrichtet das heil. Meß-I opfer so, daß er eben das thut, was Jesuse Christus beim letzten Abendmale gethan hat. 1. Er nimmt nämlich das Brot und den Kelch mit Wein in seine gesalbten Hände. 2. Er segnet Las Brot und den Wein und spricht über das Brot: Nehmet hin und esset Alle davon; denn das ist Mein Leib; und über den Kelch mit Wein: Nehmet hin und trinket Alle daraus, das ist Mein Blut, das Blut: KeS neuen Testamentes, das füv 152 euch und fürViele wird vergossen werden zur Vergebung derSün- d en. Durch diese Worte wird das Brot und der Wein in den lebendigen Leib und das lebendige Blut Jesu Christi verwandelt. 3. Er selbst genießt den Leib und das iBlut Jesu Christi, und gibt Beides unter der Gestalt des Brotes auch den Gläubigen wenn sie kommuniciren wollen, zu genießen, und spricht; st. Dieß khur zu Meinem Andenken. Denke bei jeder heiligen Messe an das, was der Priester dabei redet und thut. Der Priester thut bei der heiligen Messe Alles im Namen und in der Person Jesu Christi, dessen Stelle er vertritt; daher ist das Meßopfer immer heilig, wenn auch der Priester, der es verrichtet, nicht heilig wäre. Das heilige Meßopfer wird verrichtet: 1. uni Gott den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde anzubeten und zu loben(Lobopfer); 2. um von Gott diejenigen Gnaden zu erlangen, welche wir brauchen,(Bittopfer); 153 3. um Gott für alle Wohlthaten zu danken(Dankopfer); 4- um von Gott Verzeihung der Sünden zu erbitten(Versöhnungsopfer.) Das heil. Meßopfer wird und kann nur Gott allein aufgeopfert(dargebracht) werden, weil das Opfer der heil. Messe Je- sus Christus Selbst ist, der wahrer Gott und Mensch zugleich ist. Die heilige Messe kann lind darf weder der seligsten Jungfrau Maria, noch einem Heiligen aufgeopfert werden; weil sowohl die seligste Jungfrau Mana, als auch die Heiligen, als Geschöpfe Gottes, unendlich geringer sind, als Jesus Christus, der wahrer Gott ist. Wenn daher das heil. Meßopfer zur Ehre und zum Andenken der Heiligen verrichtet wird, so wird der Leib und das Blut Jesu Christi Gott in der Absicht dargebracht, um Ihm durch Jesum Christum für die vielen Gnaden zu danken, welche Er den Heiligen verliehen hat, und um dabeizugleich die Heiligen a n z u- 154 rufen, auf daß sie mit uns G» tt um diese oder jene Gnade bitten. Die heil. Messe wird von dem Priester für Lebendige und Verstorb e,ne aufgeopfert. Bedenke, daß du vor allem und ganz besonders durch das heil. Meßopfer Gott wahrhaft anbeten, bitten, Ihm danken, und dich mit Ihm versöhnen kannst, und du wirst gewiß das Glück erkennen, daß wir ein solches Opfer haben, und Jesu dafür danken. Wie soll man der heil. Messe beiwohnen? Der heil. Messe soll man vom Anfange bis zum Ende beiwohnen und zwar: 1. a n- dächtig, 2. aufmerksam und 3. ehrerbietig. Man ist bei der heiligen Messe 1. a n- dächtig, L) wenn man an das denkt, »> Wenn du nun, da du dein Opfer auf den Altar legest, dich erinnern wirst, daß dein Bruder etwas wider dih hat, so l») deinOpf.r 15L was der Priester betet, rmd waS dabei geschieht. Man ist bei der heil. Messe 2. aufmerksam, wenn man nicht freiwillig zerstreut ist, besonders auf die Haupttheile der heil. Messe Acht gibt, und bei jedem Theile an das denkt, an was man denken soll. Die Haupttheile der heil. Messe sind: 1. das Evangelium, 2. die Opferung oder das Offertorium, 3 die Wa» dlung, 4. die heil. Communion. Bei dem Evangelium wird ein Stück aus einem der 4 Evangelisten gelesen. Beim Evangelio soll man sich erinnern, daß man die Lehren des Evangelii immer besserkennen lernen und darnach leben soll, weil man einst darnach wird gerichtet werden. Bei dem Offertorio wird Brot und Wein, welche dann in den wahren Leib und das wahreBlut Jesu Christi verwandelt werden, Gott dargebracht. da vor drin Altare, und geh' zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder, alsdann komm, und opfere d e i n e G a b e, Mtth. L. 2>. (Ev> am L- Sonnt. n. Pfin^stl. 156 Beim Offertorio soll man daran denken, daß man Alles von Gott empfan- gen hat, und daher jederzeit bereit seyn soll, Alles freudig hinzugeben, wenn es Gott verlangt. Auch soll man sich Gott aufopfern. Bei der heil. Wandlung wird das Brot >n den wahren Leib, und der Wein in das wahre Blut Jesu Christi verwandelt. Bei der heil. Wandlung soll man daran denken: 1. daß Jesus zurVergebung unserer Sünden Sein kostbares Blut vergossen hat, und daher seine Sünden bereuen; 2. daß Er uns unendlich geliebt hat;' 3. joll man Ihn anbeten und um die Nöthigen Gnaden bitten; 4. den Vorsatz machen, Ihm zü leben und zu sterben. Be. der heil. Communion genießtder Priester den wahren Leib und das wahre Mut Je,u Christi unter den Gestalten des Brotes und des Weines. Be, der hl. Communion soll man, wenn man nicht wirklich communicirt, es geistli- d.j. man soll das sehn- l'chste Verlangen haben, das Blut Jesum 157 14 Christum würdig zu empfangen, um so der Verdienste Jesu Christi und der Gnade der wirkliche nCommunion theilhaftig zu werden. 3. Man Hort die heil. Messe ehrerbietig, wenn man sich nämlich bei der heil. Messe so beträgt, daß man auS dem Betragen l e i ch t erkennen kann, daß man wohl versteht, was geschieht. Dieß zeigt man auf folgende Weise: I. wenn man, da das Evangelium gelesen wird, aufsteht und sich mit dem heil. Kreuze bezeichnet; 2- wenn man bei der heil. Wandlung und Communion andächtig niederkniet und an die Brust klopfet; 3. wenn man sich während der heil. Messe nicht vorwitzig umsieht; 4. wenn man alles Unanständige als: Schwäzen, Lachen, Tändeln u. s. w. gewissenhaft meidet. Am besten ist es, wenn man während der heil. Messe die vorgeschriebenen, Gebete betet, oder die Meßlieder mitsingt, weil sich dieselben ganz auf die Theile der heiligen Messe beziehen. 158 Hole dir in der heil. Messe Geduld in Leiden, Eifer zum Guten und Standhaftig- keit in der Frömmigkeit.— Bedenke oft, was die heil. Messe ist, und welche Gnaden so viele bei der heil. Messe empfangen haben,— und du wirst gewiß derselben immer mit Freuden beiwohnen. II. Die Predigten. Zur heil. Messe gehören schon seit den ältesten Zeiten des Christenthums die Predigten oder christlichen Unterweisungen in dem, was in der katholischen Kirche gelehret wird. Alle Gläubigen sollen die Predigten anhören; 1. weil in den Predigten das Wort Gottes vorgetragen und erklärt wird; s) 2. weil die wenigsten Menschen das, was sie glauben und thun sollen, deutlich und ausführlich genug wissen, und zwar deßwegen, «> Die Kraft des Wortes Gottes lehret Jesus in den zwei Gleichnissen von, Senftkorn und dem Sauerteige. Mtth. 12. 2t.(Evangelium kr» Sonntage nach der Erscheinung.) 159 14* weil sie den Unterricht in der Religion in ihrer Jugend entweder nicht lange oder nicht aufmerksam genug angehört haben: 3. weil man sehr leicht, und befon- ti e r S in der Religion wieder vergißt, was man gewußt hat; s) 4. weil man zu oft das zu thun unterläßt, was man weiß und thun soll,wenn man nicht öfters daran erinnert und dazu aufgemuntert wird. b) Will man jedoch die Predigten mit Nutzen anhören, c) so muß man 1. vor der Predigt schon Gott um Seine Gnade dazu bitten; 2. während der Predigt an nichts anders denken, als an das, was der Prediger sagt; 3. bei dem, was gesagt wird, nicht denken, das geht diesen oder jenen an, sondern das geht mich an, ich soll das ausüben; 4. sich ernstlich «) Der Mensch lebet nicht allein vom Brote. sondern von einem jeden Worte, welches aus dem Munde Gottes geht. Matth. 4.4. (Evangelium am t Sonntage in der Fasten> t>> Die Nothwendigkeit der Predigten ist gezeiget am Feste des heil. Andreas. Römer. ic>. ic>.(Epistel., o) Erkläret durch dasGleichniö vom Saemann. Luc. 8. tt. 15.(Ev. v. S> Sexagesima> 160 vornehmen und sich auch bemühen, das zu thun, was man nach dem Gehörten thun soll, wenn es sonst möglich ist. g) Versäume den christlichen Unterricht nicht leichtsinnig, wenn du zufrieden leben, christlich handeln und selig sterben willst. Durch das zweite Gebot wird besonders die Trägheit im Gottesdienste, an Sonn- und Feiertagen verboten.— Der Trägheit im Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen macht man sich schuldig: 1. wenn man ohne hinreichenden Grund oder aus e ig e ne rSchuld keine ganze heil. Messe hört, oder derselben unandäch- 2) Ja freilich, sagte Jesus, selig sind die, welche das Wort Gottes hören und dasselbe beobachten. Luc. tt 23.(Evangelium am Feste Maria Opferung.) Wahrlich, wahrlich sage Ich euch l Wenn jemand Mein Wort behalten wird, der wird den Tod in Ewigkeit nicht sehen. Joh. 8. L t.(Evangelium vom L. Sonntage in der Fasten.) Seyd Vollzieher des Wortes, und nicht bloße Auh ör er, also, daß ihr euch selbst b e- llieget. Jacob. 1. 22.(Epistel am j. Sonntage nach Ostern.) 161 tig, unaufmerksam oder un ehrerbietig beiwohnt, und auch die Predigt selten hört; 2. wenn man den nachmittägigen Gottesdienst ohne hinreichenden Grund vernachlässiget; 3. wenn man die Zeit des vorgeschriebenen Gottesdienstes mit Essen, Trinken, Spielen und anderen Lustbarkeiten zubringt, welche vom Gottesdienste abhalten. Lasse dich nie, außer durch sehr wichtige Ursachen vom vorgeschriebenen Gottesdienste abhalten, denn die dazu verwendete Zeit ersetzt Gott reichlich durch Seinen Segen; auch hat durch Vernachläßigung desselben noch Niemand etwas, gewonnen. Das dritte Kirchcngebot. Zu sollst die gebotenen Fasttage halten, als d i e v i e rz i g tä g i g e Fasten, die Quatember-Zeit und andere gebotenen Fasttage; auch sollst du am Freitage und Sam- -^^, ch enthalten. s) In dem dritten Gebote wird befohlen sich zu gewi sse n, von der Kirche bestimmten Zeiten, entweder von allenSpeisen (Fasten) oder nur von gewissen Speisen zu enthalten(Abstinenz). ^Die Speisen, welche man an bestimmten Tagen nicht genießen darf, sind besonders Fleischspeisen(alle Gattungen Milch- und Eierspeisen). An gebotenen Fasttagen muß man sich auch einen Abbruch thun, d. i. man darf sich des Tages hindurch nur Einmal satt essen. Jedermann, der keine rechtmäßige Erlaubn,ß hat, Fleisch zu essen, ist verbunden an gebotenen Fasttagen sich vom Fleischessen zu enthalten. Zur strengen kirchlichen Faste, sind a lle «I 3esus aber sprach- Du aber, wenn du fastest, s ibe dem Haupt, und wasche dein Ange- iicht, danut Nicht die Menschen k-mm-ischer Vater. Der-m V-rb°r' neu, a,^ und dein LaterDe'r Alles le, Atth'^77/7^' 77' bir v-rget- - 7. tL. Vitl« lluwo oposto. 10). p»>t. l 164 eingesetzet, um von Gott würdige Priester zu erbitten, n) 3. Die Adventfaste, welche durch vier Wochen vor dem Weihnachtsfeste gehalten wird, um sich auf das Geburtsfest Jesu Christi ordentlich vorzubereiten. 4. Die Faste vor einigen großen Festen, welche die Vigilien faste heißt. 5. Die Fasten am Freitage und Samstage, wenn nicht eine gültige und allgemeine Gewohnheit den Genuß von Fleischspeisen erlaubt(wie es in den meisten deutschen Ländern am Samstage der Fall ist.) Halts die Faste genau, dadurch nützest du dem Leibe und der Seele.— Ohne Faste gibt es keine Tugend— gibt es keinen zeitlichen und keinen ewigen Lohn.— »> L-sus sprach: Die Ernte ist zwar groß, der Arbeiter aber sind wenige; darum bittet den Herrn der Erde, daß Er Arbeiter zu seiner Ernte ausschicke. Luc. 10. 2.(Evangelium am Feste des heil. Marcus.) 165 Das vierte Kirchengcbot. Du sollst deine Sünden dem verordnetenPriester jährlich zum wenigsten Einmal beichten, und um die österliche Zeit das hoch- würdigste Sacrament des Altars empfangen, s) Dieses Gebot wurde wegen den lauen Christen gegeben. In diesem Gebote wird dem katholischen Christen unter einer schweren Sünde befohlen: 1. wenigstens Einmalseine Sünden dem verordnetenPriester(d. i. dem vom Bischöfe dazu bestimmten) zu beichten, und 2. um die österliche Zeit das allerheiligste Sakrament des Altars so viel möglich in der Pfarrkirche zu empfangen und zwar deßwegen, weil es Jesus Christus in dieser Zeit eingesetzet hat, und man sich um diese Zeit besonders an das Leiden und Sterben Jesu Christi erinnern soll.— Die österliche Zeit dauert in der Wiener- Erzdiöcese durch acht Wochen, vom Passions- bis zum Dreifaltigkeits- Sonntage. »> Gegeben im Lateran 12>Z. 166 Empfange öfters die heil. Sakramente der Buße und des Mars mit würdiger Vorbereitung; wenn du sie nicht öfters würdig empfängst, so wirst du deine Pflichten nie recht erfüllen— die Leiden nie recht ertragen und im Guten nie wahrhaft zunehmen. Das fünfte Kirchengebot. Du sollst an verbotenen Zeilten keine Hochzeit halten. In diesem Gebote wird befohlen, zu gewissen Zeiten keine Hochzeit zu halten. Diese gewissen bestimmten Zeiten sind: Vom ersten Sonntage im Advente bis zum Feste der heil. drei stönige oder der Erscheinung des Herrn; vom Aschermittwoche bis auf den ersten Sonntag nach Ostern. ^zn diesen Zeiten sind die Hochzeiten verbothen: 1. weil man ganz besonders in diesen Zeiten die heil. Geheimnisse des Glaubens mit Andacht betrachten; 2. über die Sünden nachdenken, Buße wirken, und daher sich von allen lärmenden und zerstreuenden Unterhaltungen enthalten soll, 167 welche mit den Hochzeiten gewöhnlich verbunden sind. Lasse dich in den verbotenen Zeiten durch nichts zerstreuen; denn zeitlich ist, was du dir versagest; ewig ist, was du dadurch erlangest; unruhig die Freude, die du entbehrest; rein die Wonne, die du dadurch gewinnest. Von den heiligen Sakramenten überhaupt. Ein sichtbares, wirksames Zeichen, durch welches der heUigeGeist die unsichtbare göttliche Gnade (die Jesus durch Seinen Tod am Kreuze erworben hat) nach der Anordnung Jesu den Menschen ertheilt, um sie zu heiligen, nennt man ein heiliges Sacrament. a) Die heil. Sacramente werden sichtbare Zeichen genannt, weil bei jedem heil- ») Die Taufe des Johannes» war nur ein sichtbares Zeichen. Mark. t 8. Johannes. 1.L6. iEvangelium vom». Sonntage im Advente. 1b8 Sakramente etwa- vorkommt, waS man mir einem der fünf Sinne wahrnehmen kann; z.'B. bei der heil. Taufe das Wasser. Sie heißen wirksame Zeichen, weil sie das in der Seele wirken, was sie äußerlich anzeigen, z. B. bei der heil. Firmung das Chrisam. Zu einem jeden heiligen Sakramente ge- Hört 1. ein sichtbares wirksames Zeichen, 2. die unsichtbare göttliche Gnade, 3. muß eS von Zesu Chisto eingesetzt seyn. Jesus Christus hat sieben heilige Sakramente eingesetzt: 1. die heil. Taufe, 2. die heil. Firmung, 3. die heil. Buße, 4. das allerheiligste Sakrament des Altars, 5. die heilige Ölung, 6. die heil. Priesterweihe, 7. die heil. Ehe. Zu den ordentlichen Ausspendern der heil. Sakramente bestimmte Jesus die Apostel und ihre rechtmäßigen Nachfolger, die Bischöfe und Priester, s) L) Also halte uns(Apostel) Jedermann für Diener Christi, und Ausspender der Geheimnisse Gottes. Cor. 4. i.(Ep. am 4. Advente.) 169 Die heil. Sakramente haben ihre Kraft nicht von dem Bischöfe oder Priester, der si-ausspendet, sondern von ZesuChristo, Der sie eingesetzet, und Der mit denselben die göttliche Gnade, die Er durch Seinen Tod am Kreuze erworben, unzertrennlich verbunden hat. Schon seit den ältesten Zeiten hat die Kirche gewisse Ceremonien und äußerliche Gebräuche eingesetzt, welche derjenige zu beobachten hat, der ein heil. Sakrament ertheilt. Diese Ceremonien erinnern besonders 1« w i e man sich vorbereiten soll, um das heil. Sacrament w ürdig zu empfangen; 2. erklären sie deutlicher, welche Gnaden das heil. Sakrament der Seele ertheilt; 3. zeigen sie an, wie man mit der im heil- Sakramente empfangenen Gnade mitwirken soll. .> Lasset ober Alles anständig und in g„ t e r Ordnung geschehen, i. Cor. 14 40 Jesus selbst gebrauchte öfters sichtbare äußerliche Zeichen, wenn Er den Menschen Wohlthaten erwies. Wie Er d- n von Geburt aus Blinden heilte. Johann. 9. 6.7. Wie Er den Taub- ftumen redend und hörend machte Marc 7 32.(Ev. «. H. S. n.Pf. Wie Er den Aussätzigen am Fuße des Berges heilte Matlh. 3. Z.(E.a 13.S. n Pf.) 15 170 k. Die heilige Taufe. Ein jeder Mensch kommt mit der Erbsünde auf die Welt. Er ist ein Kind des Zornes Gottes, und hat die zeitliche und ewige Strafe zu fürchten. Damit nun die Menschen von denSünden und S tr a- fen frei, und Kinder Gottes werden, chat Jesus ein sichtbares wirksames Zeichen der unsichtbaren Gnade eingesetzt, welches das heilige Sacrament der Taufe genannt wird. s) Die heil» Taufe ist ein Sacrament, in welchem der Mensch durch das Wasser und Wort Gottes von der Erbsünde und von allen andern Sünden(wenn er dergleichen vor der Taufe begangen hat) gereiniget, ein Kind Gottes und ein Glied der christlichen Kirche wird. Die heil. ei.aufe ist das erste heil. Sacra- »> Mir ist alle G e w a l t im Himmel und auf Erden gegeben worden. Darum gehet hin. lehret alle Völker, und taufet sie im Namen deS Vaters, des SohneS und des heil. Geistes. Mtth. .2», is. iEv. von Dreifaltigkeits Sonntag.) 171 15* ment, weil man kein anderes heil. Sacrament gültig empfangen kann, wenn man nicht schon getauft ist.— Die heil. Taufe ist das nothwendigste heil. Sacrament, weil nach.der von Jesus vorgeschriebenen ordentlichen Weise ohne der heil. Laufe Niemand, nicht einmal ein Kind selig werden kann. s) Die sichtbaren Zeichen bei der heil. Taufe sind: Das Begießen mit dem Wasser, und die Worte, die man dabei spricht: Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Durch diese sichtbaren Zeichen werden den Menschen; »> Die Gnaden der h, Kaufe werden erklärt in der Ep. vorn Sonnt, nach Weihnachten. Gal. 4. 7. Jesus sprach zu Nikodemus: Wahrlich, wahrlich, sage Ich dir, wer nicht auS dem Wasser, und aus dem heil. G e i st e wieder geboren wird, kann in das Reich Gottes nicht eingehen. Joh. 2. L. lEv. vom Kreuzersin- dungsfeste.) Selig sind die Augen, die da sehen, was ihr sehet. Luc. 10. 23. lSv. 12. S.»ach Pf.> Wer glaubet und getaufet wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Marc. 16. 16. Lehrt sie(sprach-der Herr Jesus) Alles beobachte», was Ich euch befohlen habe. Mtth. 23. 20.) Petrus sprach zu ihnen! Thuet Buße, und ein Jeder von euch lass- sich im Namen Jesu Christi zur V e r g e b un g seiner Sünden taufen; so werdet ihr die Gabe des heil. Geiste« empfangen Axostelg. 2, Z3. L75 wählen, welche in der Lehre Jesu selbst gut unterrichtet sind, und christlich leben. Die Taufpathen sollen 1. dafür sorgen, daß die Täuflinge christlich erzogen werden, 2. die Täuflinge daran erinnern, daß sie öfters an das denken, was sie in der heil. Taufe versprochen chaben, d. i. das Taufgelübde erneuern. Man sott das Taufgelübde erneuern: 1. sobald man dasGute von dem Bösen unterscheiden kann; 2. am Geburts- und Namenstage; 3. wenn man das heil. Sacrament der Firmung oder ein-anderes hl. Sacrament empfangen will; 4. öfter in seinem Leben, besonders aber vor der ersten heil. Beicht und Communion. Das Taufgelübde kann man auf folgende Weise erneuern: Ich glaube an Gott, den Vater, den Sohn und den heiligen Geist. Ich glaube an Jesum Christum, den eingebornen Sohn Gottes, der Gott und Mensch zugleich ist, der das menschliche Geschlecht durch Sein Leiden und Sterben erlöset hat. Ich glaube Alles, was Gott geoffenbaret, was Jesus und Seine heil.Apostel gelehret haben, und was die römisch katholische Kirche, als deren Glied ich zu seyn und zu 176 sterben verlange, zu glauben vorstellet. Ich widersage vom ganzen Herzen dem Teufel, seiner Hoffart und allen seinen Werken. Ich widersage auch allen Sünden, der Pracht und allen verführerischen Lehren der Welt. Ich bin entschlossen, ein christliches Leben zu führen. Gott stärke mich in meinem Vorsätze durch Seine mächtige Gnade. Amen. Das heil. Sacrament der Taufe wird mit einigen von der Kirche vorgeschriebenen Ceremonien ertheilt. Die Ceremonien bei der heiligen Taufe erinnern den Menschen i. daß ein Zeder, der das heil. Sacrament empfangen will, bereit seyn soll, die Lehre Zesu zu glauben und zu befolgen, und als ein Christ zu leben und zu sterben. Z.B.Was verlangst du? Was wirket der Glaube?— Glaubst du an Gott den Vater? rc. Willst du getauft werden?— Das Beten des apostolischen Glaubensbekenntnisses und das Vater unser rc. 2. Zeigen sie deutlich an, daß man durch die heil. Taufe von jeder Sünde und Strafe frei, einKind Gotetes, und ein Glied der Kirche wird, als: die Gebete das Einführen in die Kirche, die Salbung 177 mit dem heil. Öle, daß weiße Kleid, das Va. rer unser. 3. Zeigen sie an, daß der Getaufte Gott über Alles lieben soll: Als Die Worte beim Übergeben des weißen Kleides, der brennenden Kerze, und der Name des Heiligen. Nach dem, was du von der heiligen Taufe weißt, sollst du nie darauf vergessen, daß du christlich leben, als Kind Gottes handeln, und das Beispiel desjenigen Heiligen betrachten sollst, von dem du den Namen hast. Dein Namensfest kannst du nicht besser feiern, als wenn du dir von neuem vornimmst, das zu erfüllen, was du in der heil. Taufe versprochen hast H. Das heilige Sacrament der Firmung. Wenn ein Christ aus Liebe zu Gott das erfüllen will, was er in der heil. Taufe versprochen hat, so hat er, wie die Apostel viele Leiden und Versuchungen zu erdulden. Die Apostel haben die Leiden geduldig und standhaft ertragen, weil sie der 178 heil. Geist gestärkt hatte, den ihnen Jesus am Pfingstfeste in der sichtbaren Gestalt von feurigen Zungen gesendet hat. n) Der heilige Geist hat die Apostel erleuchtet und gestartet, daß sie die Lehren Jesu gut verstehen b) und das b e- obachten konnten, was sie geglaubet haben. e) So wie Jesus für die Apostel gesorgt hat, hat Er auch für alle Christen gesorgt. Jesus hat für die Christen ein heil. Sakrament eingesetzt, in welchem sie den heil. Geist empfangen, der sie erleuchtet und stärket, st) welches das heilige Sakrament der Firmung heißt. ») Es erschienen ihnen f e u r i g e Zungen, die sich theilten, und auf einen jeden unter ihnen setzten. Sie wurden alle m i t d e m h e i l i g e n Geiste erfüllet, und fingen an, unterschiedliche Sprachen zu reden, wie ihnen der heilige Geist zu reden eingab. Apostelg. 2. 5. 4. (Ep. am Pfingstfeste.) d) Der h. Geist kam zu den Zuhörern des h. Petrus. Apostelg. 10.42(Ep. am Pfingstmontag.) o) Niemand kann sagen: Herr Jesus, als durch den h. Geist i. Cor. 12- 3. «1) Zuerst wu den dieBewohner von Samaria gesirmet. Apostelg. 3.(Ev. vom Psingstdienstage.) 179 Die h. Firmung ist ein heil. Sakrament, in welchem der getaufte Mensch durch die Auflegung der Hände, die Salbung mit demheil. Chrisame und dasgöttlicheWort den heiligenGeist em pfängt.s)Der heil. Geist ertheilt dem Christen nebst der heiligmachenden Gnade noch die besondere Gnade, daß er das, was er glaubt, standhaft bekennen, und darnach leben kann. Das sichtbare Zeichen bei der heil. Firmung ist die Auflegung der Hände, die Salbung mit dem heil. Chrisam und das göttliche Wort. Die unsichtbare Gnade ist, daß der Gesirmte den heil. Geist, die dritte göttliche Person empfängt, Der den Menschen verschiedene Gnaden ertheilt, als: 1. Er vermehret in dem Gesirmten die heiligmachende Gnade; 2. drückt Er seiner Seele ein unauslöschliches Merkmal ein, deßwegen er nicht öfters als einmal gültig gesirmt werden kann; 3. verleiht Er dem G efirmten die besondere Gnade, daß er »> Laue. klvreut. 180 seinen Glauben standhaft bekennen und darnach leben kann. a) Dieses bewirket der heilige Geist insbesondere dadurch, daß er dem Gesinnten seine Gaben ertheilet, b) Die vorzüglichsten Gaben des heiligen Geistes sind: I. die Gabe des Verstandes; 2. der Wissenschaft; 3. der Weisheit; 4. des Rathes; 5. der Stärke; 6. der Gottseligkeit und 7. der Furcht des Herrn. Die heil. Firmung ist zur Seligkeit nicht unumgänglich nothwendig; sie ist aber ihrer Wirkungen wegen von demjenigen nicht zu versäumen, welcher Gelegenheit, hat dieselbe zu empfangen. Wenn man gesirmt werden will, so soll man 1. frei von jeder schweren Sünde, d. i. in der G n a d e G o t te s seyn; 2. in der vornehmsten Wahrheiten der Religion und insbesondere in dem, was die heil. Firmung -» Der Verstand der Apostel war schwach. Loh. 16. tö lEo. v. Z. S. n. Ostern.» Lch habe euch noch viel zu sagen, alle!» ihr könnet es jetzt noch nicht ertragen. Wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird. Der wird euch alle Wahrheit lehren. Joh. 16, 1ö.s.— ,J. ,Cv. v. F. der h. M. Magd.) ») Er(Jesus, blies sie an, und sprach zu ihnen: Nehmet hin den heil. Geist. Welchen ihr die Sünden vergeben werdet, denen sind sie vergeben, und welchen i h r si e b e h a l t e n werdet, denen sind sie auchbehal- t-n. Ioh. 20. 22.(Eo. 1. S. nach Ost., , Die vceude über einen Büßer im Himmel wird beschrieben Luc. 1Z. i.(Ev. z. S. n-Pf., 185 1. die Erforschung des Gewissens; 2. dieReue; 3. den ernstlichen N 0 r- satz; die Beicht; 5. die Genugthuung. Diejenigen, welche diese fünf Stücke beobachteten, und daher zu Gott wider vollkommen zurückkehrten von Dem sie sich durch die Sünde abgewendet haben, haben die Apostel und ihre Nachfolger anstatt Gottes von Sünden lossprechen, und ihnen da» heil. Sacra- ment der Buße ertheilt. Das heilige Sacrament der Buße ist ein Sacrament, in welchem der dazu verordnete Priester anstatt Gottes dem Sünder die nach der Taufe begangenen Sünden n a ch l ä ß t, w e n n er wahre Buße wirket. Das heil. Sacrament der Buße ist allen jenen nothwendig, welche nach der Taufe schwer gesündiget haben. Wendet euch wieder zu Mir, ihr abtrünnigen Kinder, und Ich will euch von eurem Abfalle heilen. Sieh, wir kommen zu dir, denn du bist unser Herr und Gott. Ierem. 3. 22. 186 Der v ero rd ne te Priester ist der, welcher von, Bischöfe zum Beichthören gesendet ist, und dazu eine besondere Gewalt erhalten hat, die Sünden Nachzulassen. Zn dem heil. Sacramente der Buße werden folgende unsichtbare Gnaden ertheilt: 1. die V e r z e i h un g der S ü n den; n)2. dieN a ch la ssu n g der e w i g e nS t r a fe; 3. die Gnade Gottes, welche macht, daß die guten Werke wieder verdienstlich werden; 4. die Ruhe des Gewissens. 1. Von der Gewissenserforschung. Man soll vor Allem seine Sünden kennen. Man lernt seine Sünden kennen, wenn man sein Gewissen erforscht. Man erforscht sein Gewissen, wenn man nachdenkt, wie — und wie oft man seit der letzten Beicht (wenn man noch nicht beichten war, bis zu der Beicht) gesündiget hat. Bevor man anfängt sein Gewissen zu erforschen, soll man den heil. Geist andächtig um Seine Mnade bitten; dann überhaupt bedenken: ob «) L lle Sünden und Lästerungen werdenden Menschen vergeben werden. Mtth. 1L. Za. 187 — und was man seil der letzten Leicht freiwillig von dem gedacht, begehrt, geredet gethan, was Gott verboten, und unterlassen, was Er befohlen hat. Bei schweren Sünden soll man nachdenken, wie oft und warum man die Sünde in einem Tage, in einer Woche, in einem Monate begangen hat(entweder aus Leichtsinn, oder Unwissenheit, oder Bosheit). Wann?(amSonn- oder Feiertage). Wo? (in derKirche) Gegen wen?(Eltern, Geschwister, Vorgesetzte). Was daraus erfolgte?(für uns und Andere); Wie lange habe ich sie schon begangen?(Monate, Jahr). In Gedanken sündiget man, wenn man an den bösen Gedanken ein freiwilliges Wohlgefallen hat; in Legierden, wenn man in die Begierden einwilliget, wenn auch daS Werk noch nicht erfolgt ist. Insbesondere frägt man sich: 1. ob man nichts gedacht, begehrt, geredet, gethan hat, was in den zehn Geboten Gottes oder in den fünf Geboten der Kirche verboten ist; 2. ob man sich keiner fremdenC ünd»' schuldig gemachtHat;- 188 I. ob man nicht das Gute unterlassen hat, was man hatte thun sollen und können; ob man die Pflichten seines Standes genau und gewissenhaft erfüllet hat. Man soll sein Gewissen mit eben so viel Fleiß erforschen, als man überhaupt ein wichtiges Geschäft verrichtet; besonders sollen alle Jene das beobachten, welche öfters nachlässig gebeichtet haben, ihr Gewissen selten erforschen und die— m a n n ig fa l t i g e Pflichten zu erfüllen haben. Ohne einer ordentlichen Gewissenserfcrschung kann man seine Sünden nicht ordentlich bereuen, beichten und dafür genug thun. L. Won der Neue- Man bereuet seine Sünden, wenn es 1. einem v c m H e rz e n leid ist, daß n an sie begangen hat; 2>wcnnman die Sünde verabscheuet, und 3. sich ernstlich vornimmt nicht mehr zu sündigen. Wenn man von Gott Verzeihung erlan- gen will, so muß man alle seine begangenen Sünden 1. innerlich, 2. über 159 Alles, 3. ü b e r n a t ü r l i ch bereuen. Man bereuet, seine Sünden 1. innerlich, wenn man nicht blcß sagt, das; einem leid ist, Gott beleidiget zu haben, sondern das Leid auch im Herzen wirklich empfindet, rr) Man bereuet seine Sünden 2. über Alles, wenn es einem mehr reuet, das; man gesündiget und Gott beleidiget hat, als wenn man Alles in der Welt, ja selbst sein Leben verloren hätte. Man bereuet die Sünden. 3. übernatürlich, wenn man mit der Gnade Gottes seine Sünden aus einen übernatürlichen Beweggründe bereuet. Ein übernatürlicher Beweggrund ist derjenige, den man nicht Das Gott gefällige Opfer ist ein zerkn irrsch- ter Geist; Galt, Du wirst ei» z e r k n i r r schieß und gedemüthigtes Herz nicht v r- achten. Psalm. 50. 9. Die Traurigkeit, die nach Gott ist, wirkt Wuße zur beständigen Seligkeit. 2 Cor. 7. 10. Wer gestohlen hat, der stehle nicht wieder: sondern arbeite vielmehr und wirke mit seinen Hände» etwas Gutes, auf daß er habe, wovon er demjenigen, der Mangel leidet, mittheilen könne. Exl). t», 23(Cx vorn I.A» S. nach-Pf.) 190 wüßte, wenn ihn Gott nicht geoffenbart hätte: z- B. der Verlust der Gnade Gottes, die ewige Strafe, der Verlust des Himmels. Wenn man mit der Gnade Gottes alle seine Sünden deßwegen bereuet, weil man den liebenswürdigsten Gott, das allerhöchste unendlichcGut, welches man von ganzemHerzen liebet, beleidiget hat, so ist die Reue übernatürlich vollkommen. Wenn man aber mit der Gnade Gottes alle seine Sünden mehr deßwegen bereuet, weil man ffü.rchtet, nicht selig sondern ewig verdammt zu werden, so ist diese Neue eine übernatürlich unvollkommene Neue, weil dabei die vollkommene Liebe zu Gott fehlt. Vollkommene Reue. Mein Gott, alle meine begangenen Sünden sind mir vom Herzen leid, weil ich dadurchDich, meinen liebenswürdigstenGcat das allerhöchste Gut, welches ich vom Herzen liebe, beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, mit Deiner Gnade mein Leben zu bessern, und lieber Alles, auch denTod selbst zu leiden, als Dich meinen Gott, dat 1S1 allerhöchste Gut mit einer Sünde mehr zu beledigen. Gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Versatzes, darum bitte ich Dich durch die unendlichen Verdienste Deines göttlichen Sohnes unseres Herrn und Erlösers Jesu Christi, Amen. Durch eine vollkommene Reue erlangen auch Jene Verzeihung aller Sünden, »reiche keine Gelegenheit, aber doch den ernstlichen Willen haben, sobald als- möglich zu beichten. Bei der unvollkommenen Neue kann man ohne Beichte keine Verzeihung der Sünden erwarten. Die übernatürliche vollkommene Reue soll 1. man öfters im Leben erwecken, besonders aber,»renn man ein heil. Sacra- ment empfangen sott, in Sünden ist unk- nicht mehr beichten kann; 2. in einer T o d e s g e fa h r; 3. vor dein Schlafengehen; 4. so oft man überhaupt ein heil. Sacrament empfangen»vill. klm eine übernatürliche Reue zu erwecken, muß nian 1. Gott um Seine Gnade dazu bitten, und 2. wohl bedenken, daß man durch die Sünde nicht einen Me n- 192 schen, sondern Gott, den besten Vater, das h ö ch st e Gut, von Dem man das Leben, und Alles empfangen hat, beleidiget hat; 3. die Neue öfters erwecken; st. wohl überleg e n, wie g e w i ß der Tod, wie un gewiß die Stunde; wie strenge das Gericht wie furchtbar die Strafe der Sünde ist.»st 3. Der ernstliche Vorsatz. Der feine Sünden wahrhaft bereuet, nimmt sich auch ernstlich vor, sein Leben zu bessern: und nicht mehr zu sündigen, d. i. er hat einen ernstlichen Vorsatz. Wer einen ernstlichen Vorsatz, einen aufrichtigen Willen hat, sich zu bessern, ist fest entschlossen: ! 1. keine S ü n d e mehr zu begehen; 2. Alles zu meiden, was ihn zur Sünde verleiten könnte, z. B. Örter, Personen, Bücher u. s. w.; 3. jeder N e ig u n g zur Sünde zu widerstehen und alle Mittel anzuwenden, die nothwendig sind, die Gnade Gottes zu bewahren; st. Alles nach s> Die Sünde ist das größte Übel Luc. 1.3. 31. (Kn- 9.. nach Pf.l. 193 17 seinen Kräften wieder gut zu machen, was er Andern an ihrer Seele, an ihrem Leibe, an ihrer Ehre und an ihrem Vermögen durch seine Sünde geschadet hat; 5. Allen, die ihn beleidiget haben, vom Herzen zu verzeihen; 6. Alles genau und allezeit aus Liebe zu Gott zu erfüllen, was er vermag seines Standes zu erfüllen hat. Um den ernstlichenVorsatz, sich zu bessern, auszuführen, soll man 1. Gott oft mit Andacht bitten, daß Er helfe; 2. öfters bedenken, daß die göttliche Gnade mehr werth sey, als alle Güter dieser Erde; 3. daß eine einzige Sünde dem Menschen mehr schade, als alle andern Übel, ja als der Tod selbst; 4. soll man den Vorsatz öfters erneuern- 4. Die Beicht. Derjenige, welcher seine Sünden bereuet, der muß auch nach der Anordnung Jesu seine Sünden beichten, a) ») Wenn wir aber unsere Sünden bekennen Reichten!, so ist Er(Gott) getreu und gerecht, un- 194 Man b e i ch te t seine Sünden, wenn man sie dem verordneten Priester anstatt Gottes in Demuth bekennt, um von ihm losgesprochen zu werden. Man soll seine Sünden. 1. reum sieh! g und 2. vollständig beichten. Man beichtet seine Sünden l.reumü- thig, wenn man sich vor dem Beichtvater über seine Sünden so anklagt, daß er leicht erkennt, daß man es herzlich bereuet, Gott beleidigt zu haben. Man beichtet die Sünden 2. vollständig, wenn man 1. alle schweren Sünden bekennet, die man noch nicht gebeichtet hat, so wie man sie nach fleißiger Erforschung des Gewissens kennen gelernt hat; die Zahl aller schweren Sünden, und alles das angibt, was die Sünde entweder merklich vergrößert, verkleinert, oder die Gattung der Sünde verändert: z. B. der Diebstahl in der Kirche oder zu Hause, einem Armen oder Reichen; 3. das was von den Sünden gewiß ist, als g e- sere Sünden zu v er g c b e n, und unL von oller Ungerechtigkeit zu reinigen t. Loh. t. 195 wiß, was zweifelhaft ist, als zweifelhaft anzeigt. Die Personen, mit denen man gesündi- get hat, darf man nicht nennen. Auch darf man überhaupt nichts sagen, was der Ehre des Nächsten nachtheilig ist. Die läßlichen Sünden ist man zwar Nicht schuldig zu beichten, jedoch ist es sehr nützlich und rathsam. Nützlich, weil man sie leichter ablegen wird; rathsam, irreil man sie öfters von schweren Sünden nicht unterscheiden kann. Demjenigen, der in der Beichte aus eigener Schuld eine schwere Sünde auslöst, wirdnicht nur keine Sünde nachgelassen, sondern er begeht überdies noch die schreckliche Sünde eines Gottesraubes. Aus eigener strafbarer Schuld verschweigt man die schwere Sünde, wenn man sie nicht beichtet, weil man sein Gewissen nachlässig erforscht hat, oder weil man sich geschämt oder gefürchtet hat, sie zu beichten. Der Sünder, welcher so unglücklich war, in einer Beichte eine schwere Sünde aus strafbarer Schuld auszulasten, kann nicht anders vonGott Verzeihung seinerSünden 17* 196 erlangen, als wenn er 1. nicht allein die verschwiegene Sünde, sondern auch s) alle jene schweren Sünden, welche er in der Beichte, in der er die Sünde verschwiegen hat, gebeichtet hat, und Ii) die Sünden, die er seit der ungültigen Beichte begangen hat, vollständig beichtet; 2. angibt, in wie vielenBeichtener die Sünde verschwiegen hat; 3. beichtet, ob und wie oft er seit der ungültigen Beichte das allerheiligste Sakrament des Altars empfangen hat, und ob es von ihm auch um die österliche Zeit geschehen ist; 4. sagt: ob er auch seit der ungültigen Beichte a ndere heilige Sacramente empfangen hat. Läßt man eine Sünde ohne sträfliche Schuld aus, so erweckt man, wenn man sie nicht gleich beichten kann, die vollkommene Reue, und beichtet sie dann sobald wie möglich. Man hat keine Ursache, sich bei der h. Beichte zu schämen oder zu fürchten, weil man sich 1. auch nicht geschämt und gefürchtet hat, vor Gott dem Allwissenden und Höchstgercchten, die Sünde zu begehen; 2. weil es viel besser ist, seine 197 Sünden in Geheim dem Beichtvater zu bekennen, als in. der Sünde u nr u- h> g fort zu leben oder unglücklich zu sterben, und beim allgemeinen Gerichte vor der ganzen Welt beschämt zu werden; 3. weil der Beichtvater selbst§ ut weiß, wie leicht der Mensch fehlen und sündigen kann, und er daher mit dem Sünder herzliches Mitleid zu haben alle Ursache hat, und auchMitleiden hat; 4. weil derBeichtvater eine sehr schwere Sünde beginge, und die schrecklichsten zeitlichen und ewigen Strafen zu fürchten hätte, wenn er die gebeichteten Sünden nicht verschweigen würde. Wenn auch die heil. Kirche befiehlt, dem verordneten Priester jährlich wenigstens ein- m a l zu beichten, so will sie denoch, daß man das heil. Sacrament der Buße im Zahre deßwegen öfters empfange: 1. weil man öfters sündiget und es sehr schädlich und gefährlich ist in der Sünde lange zu leben; 2. weil das öftere Beichten vor der schweren Sünde bewahrt, und die Seele in der göttlichen Gnade stärkt; 3. weil man durch das öftere und ordentliche Beichten ein zarteres Gewissen erlangt; 4. in den Stand gesetzt wird, das heiligste Sacrament des Altars öfters zu empfangen. Für jene, welche einen neuen Stand an- treten wollen, lange gar nicht oder nachlässig gebeichtet haben, ist ein r e um ü t h ig e s Bekenntniß über alle Sünden, die sie seit ihrer früheren Jugend begangen haben, (eine allgemeine oder Generalbeichte) sehr nothwendig und nützlich. Wenn man beichtet, soll man in der Beichte 1. allezeit sich deutlich, und soviel möglich ehrbar ausdrücken; 2. so reden, daß man nur von dem Beichtvater, nicht aber von den Umstehenden gehört werde. Wenn man beichtet, so kniet man nieder, machet das heilige Kreuz und spricht zu dem Beichtvater: Ich bitte Jhro Hochwürden um den heiligen Segen, damit ich meine künden recht und vollständig beichten möge. Nachdem man von dem Beichtvater den Legen erhalten hat, betet man, wenn eS Zeit und Umstände zulassen, die offene Schuld oder das Consiteor. Es lautet also: Ich armer, sündiger Mensch beichte und bekenne Gott dem Allmächtigen, Maria, Seiner hochwürdigen Mutter, allen lieben Heiligen, und ihnen Priester anstatt Gottes daß ich seit meiner letzten Beichte,(hier wird 199 die Zeit genannt) ober seit meiner ersten Erkenntniß des Guten vom Bösen, oft und viel mit Gedanken, Worten und Werken gesündiget habe; insonderheit aber gebe ich mich schuldig, daß ich u. s. w. Nachdem man seine Sünden dem Priester gebeichtet hat, beschließet man die Beichte mit folgenden Worten: Diese und alle meine andern, wissentlichen und unwissentlichen Sünden, welche ich entweder selbst begangen habe, oder wovon ich Ursache war, daß sie von Andern sind begangen worden, sind mir herzlich leid, weil ich Gott, das allerhöchste und liebenswürdigste Gut, dadurch beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, nicht mehr zu sündigen, und alle Gelegenheit zur Sünde zu meiden. Ich bitte Jhro Hochwürden um die priesterliche Lossprechung und um eine heilsame Buße. S. Die Genugthuung, Wenn man seine Sünden reumüthig und vollständig gebeichtet hat, so soll man auch für seine Sünden genugthun und Büß werke verrichten. 200 Für die Sünden, so wie es zum heil. Sakramente der Buße erfordert wird, g e- nugthun, heißt: jene guten und beschwerlichen Werke genau erfüllen, die der Beichtvater dem Sünder auferlegt, um dadurch die gebeichteten Sünden zu büßen. Die Genugthuung ist zum heil. Sakramente der Buße so nothwendig, daß ohne sie das heil. Sacramenr,(außer dem Falle, daß es gar nicht möglich ist, sie zu leisten) unvollständig ist. Der Mensch kann aus eigenen Kräften auf keine Art dem beleidigten Gott vollkommen genugthun, denn seine Werke haben a n sich keinen Werth. Diese Bußwerke erhalten ihren Werth erst von der unendlichen Genugthuung Jesu Christi. Wiewohl Jesus:'Christus für die Sünden genug gethan hat, ist der Sünder doch schuldig, Bußwerke auszuüben und Gott dadurch genug zuthun; 1. um der Genugthuung Jesu Christi th ei l h aft ig zu werden; und um jene zeitlichen Strafen abzubüßen, die man für die Sünden in diesem oder im künftigen Leben noch zu erwarten hat; 201 2. um die Beleidigung, die.man Gort durch die Sünde angethan hat, wieder gut zu machen; 3. um dadurch künftig behutsamer zu werden, und nicht so leicht wieder zu sündigen. Der Priester leget dem SünderB e ten Fasten, Almosengeben und andere Werke, die der Größe und Beschaffenheit der Sünden angemessen sind, zur Buße auf. Man soll die auferlegten Bußwerke 1. genau so, wie sie auferlegt worden, und 2. sobald wie möglich verrichten. Der Sünder ist auch schuldig, sich selbst Bußwerke aufzulegen 1. weil der Beichtvater nicht allezeit dem Sünder eine genau angemessene Buße auferlegen kann, folglich noch Manches dem Sünder abzubüßen übrig bleibt, 2. weil Jesus Selbst befohlen hat, wahre Buße zu wirken. Der Sünder kann sich außer den von dem Priester auferlegten Genugthuungswerken folgende Werke auferlegen, als: 202 1. Beten, Fasten, Almosen- geben; oder 2. andere gute Werke, dieser freiwillig mit dem Gedanken verrichtet, da- d ur ch Go t t genugzuthun; 3. unangenehme und sch merzliche Leiden, die er zu leiden hat, in dieser Absicht geduldig er- tragen. Vom Ablasse. Von zeitlichen Strafen kann man auch durch den Ablaß befreit werden. Der Ablaß ist die Nachlassung solcher zeitlichen Strafen, welche man nach verziehener Sünde und ewiger Strafe; entweder in diesem Leben oder nach dem Tode noch zu leiden hat. Durch den Ablaß werden demnach keine Sünden und keine ewigen Strafen, sondern nurzeitliche Strafen nachgelassen. Von dem Ablasse wird inderkatho- lischen Kirche gelehrt: 1. daß Jesus ChristusSeinerKirche die Gewalt gegeben hat, Ablässe zu ertheilen,») ->) Wahrlich sage Ich euch, Alles. waS ihr auf Er- 203 2. daß es sehr nützlich ist, die von der' Kirche erthciltenAblässe zu gewinnen.! Es gibt einen vo llk o inm en e n(d. i. ein Nachlaß aller verdienten zeitlichen Strafen), einen unvollkommenen Ablaß (d. i. Nachlaß eines Theiles der zeitlichen Strafen, z. B. von ssO Tagen), und einen Jubiläums- Ablaß, d. i. ein vollko m- mener Ablaß, welcher unter gewissen Umständen, mit besonderen Vorzügen, Bedingungen und großer Feierlichkeit für die ganze Christenheit ertheilt wird. Für die ganze Christenheit ertheilt das sichtbare Oberhaupt, der römische Papst; für einzelne Kirchensprengel die Bischöfe nach gewissen Vorschriften den Ablaß. Die Ablässe gründen sich auf den geist- den binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden seyn; und Alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel ge löset seyn. Mltli. tg. ig. Welchen ihr aber etwas vergebet, dem vergebe ich^Paulus) es auch; denn, was ich vergab, so ich etwas vergeben habe, das habe ich um euretwillen in der Person Christi gethan. Schrieb Paulus den Corinthern wegen des büßenden Sünders. 2. Cor. 2- to. 204 lichenKirchenschatz, der au» denunend- lichenVerdienstenZesu Christi, den Verdiensten der seligsten Jungfrau Maria und derH eiligen besteht. Von diesen Verdiensten wird uns bei dem Ablasse zugetheilt, um dem höchst gerechten Gott vollkommen genug- thun zu können. Der Ablaß befreit nicht ganz von der Pflicht, für die Sünden genugzuthun, denn die Ablässe werden ertheilt: 1. um dem Büßer zu helfen, Gott voll- ko m men genug zu thun, und ihn dadurch zum Guten desto mehr anzueifern; 2. um dadurch den Eifer zubelohnen, mit dem man bereits Buße wirkte; 3. um den Büßer zu unterstützen, wenn er zu schwach, oder gar nicht mehr im Stande ist, Gott genug zu thun. Jeder, der den Ablaß gewinnen will, muß 1. frei von einer jeden schweren Sünde, d. i. im Scande der Gnade Gottes seyn; 2. selbst Buße wirken; 3. alles genau erfüllen, was jenen vorgeschrieben ist, die den Ablaß gewinnen wollen. Der Ablaß kann auch manchesmal für- bittweise den V e r st o rb e n e n zugewendet werden. 202 Gib dir alle Mühe, wahre'Buße zu wirken, und die Ablässe zu gewinnen, um gleich nach dem Tode Gott so sehen zu können, wie Er ist. Das heilige Sacrament der Buße wird unter gewissen Ceremonien ertheilt, um den Sünder zu erinnern: 1. daß er nur dann von Gott Verzeihung seiner Sünden erwarten darf, wenn er mit der Gnade Gottes seine Sünden erkennt, wahrhaftig bereut, und sie dem Priester anstatt Gottes reumüthig und vollständig beichtet, als: das Gebet des Sünders vor und nach der Beicht; der Segen dc« Priesters. 2. daß der Priester nicht aus eigener Macht, sondern anstatt Gottes im Namen Jesu von den Sünden und der ewigen Strafe losspricht, und die Gnade Gottes und Ruhe des Gewissens ertheilt, als: das Kreuzzeichen— die Gebete— die Worte der LoS- fprechung— und der Friede sey mit dir; 3. daß man in Zukunft alle Sünden meiden, und alle Mittel anwenden sott, um die Gnade zu bewahren und sich wahrhaft zu bessern: als daS Gebet des Beichtenden und des Priesters. 1g 206 IV. DaS allerheiligsteSacrament deS Altars. Der Mensch, der durch das heil. Sakrament der Buhe die Gnade Gottes empfangen hat, ist noch schwach zumGuren, und kann die erlangte Gnade wieder leicht verlieren. Er braucht für seine Seele einen besonderen g ö tt li ch en Beistand, um in der Gnade Gottes gestärkt zu werden, und dieselbe bewahren zu können. Dieß hat Zejus Selber angezeigt, indem Er sprach: Nicht vorn Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das auS dem Munde Gottes kommt. Der Herr Jesus, Der gekommen ist, damit alle Menschen selig werden, hat auch den Menschen eine solche Nahrung oder Stärkung für die Seele versprochen, s) Bald nach dem Wunder, durch welche- Er fünf tausend Menschen mit wenigen Bro- ,) Bestrebet euch(sprach Jesus) nick't um eine vergängliche Speise, sondern um eine, die für daS ewige Leben bleibt, und welche euch tes Menschen Sohn gebe» wird. Joh. 6. 27. 207 18* ten und Fischen gespeiset hatte, war Er zu Capharnaum in der Synagoge. Dort sagte Er den Juden; 1. daß Er ein le b end ig e s Brot geben werde, 2. daß dieses lebendige Brot oder diese besondere Stärkung Sein Fleisch und Blut— seyn wird, welches Er hingeben wird in den Tod;— 3. daß derjenige das ewige Leben haben wird, der Sein Fleisch essen und Sein Blut trinken wird. Das, was Jesus zu Capharnaum in der Synagoge versprochen, hat Er nach einem Jahre beim letzten Abendmale wirklich gegeben. Beim letzten Abendmale 1. nahm Jesus das Brot und den Kelch mit Wein in Seine heiligen Hände. 2. Er segnete das Brot und den Wein, und sprach über das Brot: Nehmet hin und esset Alle davon, das i st Me i n L e i b, hierauf nahm Er den Kelch mit Wein und sprach: Trinket Alle daraus, denn dieß ist Mein Blut des neuen Testamentes, das sür euch und für Viele vergossen 208 werden wird zur Vergebung der Sünden. 3. Dieß thut zu Meinem Andenken. 3) Auf diese Weise ver wandel te Jesus das Brot in Seinen lebendigen Leib, den Wein in Sein lebendiges Blut. Die Gestalten des Brotes und Weines blieben unverändert. Jesus war also unter den Gestalten des Brotes und Weines ganz gegenwärtig. Jesus hat den Aposteln und ihren rechtmäßigen Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern, die Gewalt gegeben, das Nämliche zu thun, was Er beim letzten Abend- ») Da sie nun zu Nachts aßen, nahm Jesus das Brot, und als Er es gesegnet hatte, brach Er es, gab cs Seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, d as ist Mein Leib. Hernach nahm Er den Kelch, dankte, gab ihnen denselben, und sprach: Trinket alle daraus denn das ist Mein Blut des neuen Testamentes, welches für Viele zur Vergebung der Sünden wird vergossen werden. Mlth. 26. 23.(Passion V. Palms. Das thut zu Meine m Andenken. Luc. 23. 9.(Passion v. Mittw. in der Charwocke.) Tridentische Kirchenversammlung. Sess. L?, Cap t. 209 male gethan hat. Dieß thut der Priester in der heil. Messe bei der heil. Wandlung. Die h. Wandlung geschieht 1. indem der Priester das Brot und den Kelch mit Wein in seine gesalbtenHande nimmt; 2. Beides segnet, und über das Brot spricht: Nehmet hin und esset Alle davon,(denn) das ist Mein Leib; und über den Kelch mit Wein; Nehmet hin und trinket Alle daraus,(denn) das ist Mein Blut des neuen Testamentes, das für euch und für Viele wird vergossen werden zur Vergebung derSünden; dieß thut zu Meinem Andenken!— Diese von dem Priester ausgesprochenen Worte wirken nachdem allmächtigen Willen Jesu Christi, daß das Brot aufhört Brot zu seyn, und nicht mehr Brot ist, sondernder wahre Leib; der Wein aufhör tWein zu seyn, und nicht mehr Wein ist, sondern daS w a h re B l u t I e fu Christi; doch bleiben die Gestalten des Brotes und Weines unverändert. (Die Gestalten sind: das Aussehen, die Farbe, der Geschmack und der Geruch)— Diese 210 sichtbaren Zeichen der wirklichen wahrhaften und wesentlichen Gegenwart Jesu Christi, nennt man das aller heiligste Sacramentdes Altars. DaS allerh eiligste Sacrament des Altars ist der wahrcLeib und das av ahre Blut JesuChristi unter den Gestalten des Brotes und des W eines. Es wird das a lle r h-ili g st e Sacrament genannt, weil es nicht bloß eine Gnade, sondern Jesum Christum den Urheber der Heiligkeit Selbst enthält, n) Es hecht das allerheiligste Sacrament des Altars, weil die Heil. Wandlung des Brotes und Weines in den lebendigen Leib und das lebendige Blut Z-su Christi auf d e m Altare geschieht. Die ordentlichen Ausspender des allerheiligsten Sacramentes sind die Bischöfe und Priester, als die rechtmäßi- g e n Nachfolger der Apostel. Nach der Lehre der katholischen »> Wir haben>i.,en Altvr, von ner des Tabernakels zu essen, Hrbr iz, io. welchem die Die keine Macht hoben 111 ->) Der heil. P.»lluS schrieb an die Corinther: Ss Kirche ist 1. unter den Gestalten des Brotes der l e b en d i g e Leib Jesu Christi, folglich auchSeinBlut und Seine Seele gegenwärtig; 2. ist unter den Gestalten deS Weines nicht nur das lebendige Blut, sondern auch der l e b e n d i g e Leib Jesu Christi. Jesus Christus ist also unter einer j e d e n Gestalt, und unter einem jeden, auch dem kleinsten Theile der Gestalten ganz als Gott und Mensch gegenwärtig. Daraus folgt, daß man 1. Jesum Christum in dem allerheiligsten Sakramente anbeten soll; 2. daß derjenige, welcher daS allerheiligste Sacrament des Altars auch nur unter einer Gestalt, oder auch nur in einem kleinen Theile der heil. Hostie genießt, Jesum Christum ganz, d.i.Sein lebendigesFleisch undSein lebendiges Blut e ruft fängt; 3. daß Jesus Christus so lange gegenwärtig bleibt, als die Gestalten des Brotes und des Weines nicht verzehrt sind. Jesus Christus hat das allerheiligste Sacrament besonders eingesetzt, 1. um uns ohne Ende daran zu erinnern, daß Er für uns gelitten hat und gestorben a) "G- 112 ist, 2. um uns dadurch eine Nahrung») für die Seele zu geben; 3. um uns beständig an Seine Liebe zu erinnern. Wenn man das allerheiligste Sacrament ves Altars würdig empfängt, so erlangt man folgende Gnaden: 1. wird man mit Jesu innigst vereinigt li), 2. wird die heiligmachende Gnade e) dadurch nicht blos; erhalten, sondern auch vermehrt; 3. wird man dadurch frei von läßli chenSün- den; 4. wird die böse Lust unterdrückt und oft Ihr dieses Brot essen, und diesen Kelch trinken werdet, werdet ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis Er kommt. i. Eor. , lEp. v. Donnerst, in der Charwoche.» ») Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speis-, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Joh. 6.56. (Ev. v Frobnleichn.i t>! Wer daher Mein Fleisch ißt, und Mein Blut trinkt, der bleibe in Mir und Ich in ihm. Joh. «. LS. 57.(Ev. v. Frohnl.^, Gleichwie der Vater, der Mich gesandt hat, lebt, und Ich durch den Vater lebe; so wird auch. der Mich ißt, durch Mich leben. Joh 6. 5S. lEv. v. Frohnl.) -) Wer von diesem Brote essen wird, der wird in Ewigkeit leben, und das Brot, welches Ich gebe» werde, ist Mein Fleisch, so Ich für das Leben der Welt geben werde. Joh. .6* 213 man erlangt dadurch mehr Freude an göttlichen Dingen; 5. wird man dadurch vor der Sünde bewahret, und 6. des ewigen Lebens und der glorreichen Auferstehung versichert, s) Nach den verschiedenen Gnaden, die durch das allerheiligste Sacrament des Altars erwirkt werden, hat es verschiedene Namen, als: Communion, d. i. Vereinigung mir Jesu, Wegzehrung für die Kranken, See- lenspeise— Tisch des Herrn— Brot der Engel rc. Dieses allerheiligste Sacrament soll man oft!» empfangen, besonders aber zur öster- »! Jesus sagte: Wahrlich, wahrlich sage Ich euch- Wenn ihr daS Fleisch des Menschen-Sohnes nicht esset, und Sein Blut nicht trinket, so werdet ihr das Lebe» nicht in euch haben. Wer aber Mein Fl-isch jßt, und Mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und Ich will ihn wieder a» dem jüngsten Tage aufer- wecke» Joh. 8. z,,— zz Dieses ist das wahre Brot, welches vom Himmel h-rabgekommen ist, nicht wie das Manna, das eure Väler gegessen haben, und gestorben sind; denn wer dieses Brot ißt, wird ewig leben. Loh. 6. 53. ,Cv v. Frohnl.) t>) K.mmet Alle zu Mir, die ihr arbeitet und beladen seyd, und Ich will euch erquicken; Mlttz. 11.-ll.(Eo, am M. des HI. Apst. Mt!y:) 214 lichenZeit; weil die Kirche unter einer, schweren Sünde befiehlt, jährlich um die österlich e Zeit das allerheiligste Sacramente des Altars zu empfangen. Man soll sich dazu würdig vorbereiten. Von der Vorbereitung zum würdigen Genusse dieses heil. Sakrament es. Man soll sich der Seele und dem Leibe nach dazu vorbereiten, s) Der Seele nach soll man 1. frei seyn, wenigstens von allen schweren Sünden u), d. i. man soll sich im S tan d e der heilig- «) Die Vorbereitung ist angedeutet im Ev. vom 4. Advents. Luc. 3 L. k) Der heil. Paulus schrieb an die Christen von Corinth: Wer immer unwürdig dieses Brot essen, oder den Kelch des Herrn trinken wird, der wird sich an dem Leibe und Blute des Herrn schuldig machen. Der Mensch aber prüfe sich selbst, alsdann esse er von diesem Brote, und trinke aus diesem Kelche; denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ißt Und trinkt si h selbst das Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. Darum sind unter euch viele Schwache und Kranke und viele schlafen t. Cor. i L.-3. 29.(Evang am Donnerst, in der Chrrw.) 215 machenden Gnade befinden.—' Wer das allcrheiligste Sacrament des Mars empfängt, da er wissentlich noch eine schwere Sünde auf sich hat, begeht von neuem eine so schwere Sünde, daß er sich dadurch der größten zeitlichen und ewigen Strafen schuldig macht, a) Wenn man sich daher vor dem Genusse des allerheiligsten Sacramentes einer schweren Sünde schuldig weiß, so muß man früher dieselbe reumüthig und vollständig beichten, und erst nach erhaltener priesterlicher Loösprechung kann man das aller- heiligste sacrament des Altars empfangen. 1>) ->> Freund! wie bist du ohne hochzeitlich« Kleidung hereingekommen. Er ober verstummte. Do sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß, wo Heulen und Zähnklapxern seyn wird; denn Viele sind berufen. Wenig- ober a u s e r w a h l e t. Mtth. 22.-2— "(Ev. am 19. Sonnt. n. Pf.) b) Petrus betete Jesum also an: Herr entferne Dich von mir, ich bin ein sündiger Mensch. Luc. L. 9.(Ev. am». S. n. Pf.) Zur Vorbereitung kann man folgende Evangelien lesen: t. Die Wasserverwandlung zu Ea- na. Ev. vom 2. S. nach der Erscheinung. Die Heilung des Aussätzigen. Ev, von: L. S. nach 216 2. Soll man den Glauben(besonders an die wirkliche Gegenwart Jesu Christi im allerheiligsten Sacramente des Altars), die Hoffnung und die Liebe erwecken; 3. Jesum im allerheiligsten Sacramente des Altars anbeten; 4. sich daran erinn ern, daß Jesus für uns gelitten hat, und für uns am Kreuze gestorben ist, und Ihm von Herzen danken; 5. soll man sich in der Demuth und andern christlichen Tugenden üben; daher Werke der Demuth, der Sanft- muth und Geduld, des Gechorsams, und besonders der Nächstenliebe aus- üben. Man soll deßwegen am Abende vor der heiligen Lommunion sich jeder Unterhaltung, und alles dessen enthalten, was zerstreuen konnte, andächtiger und länger zu Gott beten, als sonst; besonder Ersch. Die Stillung des Sturmes. Ev.voni S°u„t. noch der Ersch.) Die wunderb. Brot. Vermehrung. Ev. von,». S in der Fna-n und b. Sonnt, nach Pf, Lie Todtenermeckung zu Na.m, tz». v. S. nach Pf. Dns Gleicht v- de, Hochzeit. Eo. v. 19. S. n. Pf. 217 ders soll man betrachten:— z. B. was Jesus für uns gethan— oder warum Er das allerheiligste Sacrament eingesetzt hak,— welche Gnaden dasselbe wirket, und daher auch geistliche Bücher lesen, besonders die Leidensgeschichte Jesu. Dem Leibe nach sott man 1. außer einer gefährlichen Krankheit von zwölf Uhr der vorhergehenden Nacht an, nüchtern seyn; 2. in ehrbarer Kleidung erscheinen. Bei der heiligen Communion selbst soll man sich so betragen, daß man daraus leicht erkennen kann, daß man weiß, daß man zum Tische des Herrn gehen und das allerheiligste Sacrament empfangen will, als: mit gefalte t enHänden und gesenktem Blicke. Bei der heil. Communion öffnet man sittsam den Mund, legt die Zunge auf die untere Lefze, nimmt das weiße Tuch, wenn eines vorhanden ist, genießt die heilige Hostie, ohne sie zu käuen oder lange im Munde zu behalten. Gleich nach der h. Communion dankts) Jesus fordert- Dankbarkeit von den zehn 19 -- V''. I/ 213 man 1. Jesu für die unendliche Gnade, welche Er unS dadurch erwiesen hat, daß Er zu uns gekommen ist; 2. betet man Ihn an, und bittet Ihn, daß Er mit Seiner Gnade immer bei uns bleiben, und dasjenige, was wir brauchen, geben wolle; 3. erneuert man seine in der Beicht gemachten Vorsätze. Am Tage der heil. Communion soll man 1. Nicht müßig seyn, sondern seine gemachten Vorsätze ausführen und besonders gute Werke verrichten, geistliche Bücher lesen, sich öfters an die großen Gnaden erinnern, die man durch das allerheiligste Sa- crament des Altars empfangen hat; 2. die Kirche b e su ch en, fl e i ß i g und a n d ä ch t ig beten; 3. sich von allem enthalten, was zerstreuen könnte. Die heilige Communion wird auch mit gewissen Ceremonien ertheilt; um uns dadurch zu erinnern, 1. daß wir zum Tische des Herrn nur mit reinem Aussätzigen. Luc i?. n.(Ev. am 13. S. n. Pfingsten). Der Hauptmann war auck, dankbar. Mlth. 8. 8., 220 Denn 1. quält ihn der Gedanke an diebevo r- stehende Trennung von der Welt, an den nahen Tod und an das strenge Gericht Gottes. 2. Erinnert er sich daselbst lebhafter an alle seine Sünden, durch die er Gott so oft beleidiget hat. 3. Wird er besonders in den letzten Augenblicken seines Lebens von dem bösen Geiste heftig versucht. 4. Möchte er noch Einmal gesund werden. Der Christ braucht besonders in der Krankheit den Beistand Gottes. Auch auf den kranken Christen hat Jesus nicht vergessen. Der Kranke soll nach der Anordnung Jesu den Priester der Kirche kommen lassen, der soll über ihn beten, und ihn im Namen des Herrn mit Ol salben, und der Herr wird ihm Seine Gnade verleihen zum Nutzen der Seele und auch öfters zur Gesundheit des Leibes; oder er soll das h. Sacrament der heil. Ölung empfangen, n) «) Ist Jemand unter euch krank, so rufe er die Priester der Kirche zu sich; sie sollen ub.r ihn beten, und ihn in dem Namen des Herrn 221 Das heilige Sacrament der heil. Ölung ist ein sichtbares Zeichen, durch welches der kranke Christ die GnadeGottes zu in Heile der Seele, und auch öfters zur Gesundheit des Leibes empfängt, wenn sie zum Besten seiner Seele ist. Diese Gnade wird mittelst der Salbung mit dem heil. Öle und des vorgeschriebenen Gebetes des Priesters ertheilt. Dieses heil. Sacrament heisit auch die letzte Ölung, weil diese Salbung mit dem heil. Öle gemeinlich die letzte Salbung ist, die ein Christ empfängt. Man soll die heil. Ölung den gefährlich Kranken, und wenn es möglich ist, dann er theilen, wenn sie noch bei vollkommenen Gebrauche des Verstandes sind, und zwar so oft, alS sich bei ihnen eine neue Todesgefahr äußert. Die heil. Ölung kann Niemand als so mit Oel salben. Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, der Herr wird ihn e r l e i cl? t e r n. und wann er in Sünden i!t werden sie ihm vergeben werden. Jak. 3» 15. MWWWWWWWWWWWWW 222 der Priester der Kirche ertheilen, besonders ist es das Amt der Pfarrer.») ! Durch die heil. Ölung wird man 1. Gott wohlgefälliger, 2. werden alle läßlichen Sünden und auch jene schweren Sünden nachgelassen, die man ohne seine Schuld nicht mehr beichten konnte; 3. wird man gestärkt gegen die Versuchungen des bösen Geistes; 4. erlangt man Geduld in der Krankheit, und die Furcht vor dem herannahenden Tode und dem bevorstehenden Gerichte wird vermindert; 5. wird man oft auch dem Leibe nach gesund, wenn es zum Besten der Seele ist. Bevor man die heil. Ölung empfängt, soll man 1. seine Sünden reumüthig und vollständig(wenn es möglich ist) beichten, wo Nicht, so soll man wenigstens seine Sünden aus Liebe zu Gott wahrhaft bereuen, und 2. den Glauben, die Hoffnung und die Liebe er- »> Jesus sagte zu Seinen Jüngern: Machet die Kranken, welche darin sind, gesund, und saget zu ihnen: Das Reich Gottes ist euch nahe gekommen Luc. 10, 9.;Sv. am Feste des heil. Markus,), 22L wecken; 3. sich ganz in den Willen Gattes ergeben. Wiewohl die heil. Ölung zur Seligkeit nicht unumgänglich nothwendig ist, so soll der Kranke doch nicht säumen, sie zu empfanden, weil er dadurch sehr viele Gnaden empfängt. Die heil. Ölung wird auch mir gewissen Ceremonien ertheilt. Die Ceremonien erinnern daran, 1. daß man rein von Sünden seyn, wahre Reue über seine Sünden haben, und alle Hilfevon Gott wegen der Verdienste Jesu Christi erwarten soll, als: Gebete des Priesters,— die Kreuze und die Bußpsalmen.— 2. Daß durch die heilige Ölung Sünden nachgelas sen, und man durch die Salbung m>t dem heiligen Öle besonders gegen die Versuchung^ des Satans gestartet wird, als: die Gebete bei der Saibling,— die Händeauflegung; 3. daß man die Krankheit mit Geduld ertra-, gen und sich ganz in den Willen Gottes erg?-! ben soll, als: die Gebete— Darreichung des! KreuzeS— die Ermahnung. Fürchte dich nie in der Krankheit auf 224 den Empfang der heiligen Ölung; verschiebe den Empfang derselben nie zu lange, um geduldig, standhaft und ergeben in den Willen Gottes zu werden, und um selig sterben zu können. VI. Die Priesterweihe. Nicht ein Zeder hat die Gewalt, die heiligen Sacramente auszusenden. Ordentlicher Weise haben jene die Gewalt, welche das heilige Sacrament der Weihe empfangen haben. Das H.Sacrament der Weihe ist ein si ch t- baresZeichen, wodurch denen, welche sich demDienste der Kirche widmen, nebst einer geistlichen Gewalt noch die besondere Gnade verliehen wird, gewisse Kirchen- amter zur Ehre Gottes und zum Heile der Seelen recht und heilig !verri chten zu können. Das h. Sacrament der Priesterweihe insbesondere ist ein sichtbares Zeichen, durch welches denen, d.e zu Priestern geweiht werden, d.o Gewalt sowohl in den wahren 225 (im all-ncheiligsten Sacramente), als auch" in den geistlichen Leib Jesu Chr!-' st i,(welchen die Gläubigen ausmachen), v e r- liehe» wird. 8)! Die vorzüglichste Gewalt der Priester besteht darin 1- daß die Priester Brot und Wein in den wahren Leib und in das wahre Blut unsers Herrn Jesu Christi verwandeln, und denselben unter den Gestalten des Brotes und des Weines dem himmlischen Vater aufopfern können; 2. daß sie den Gläubigen die Sünden nachlassen und vorbehalten können. Nur die Bischöfe können Priester weihen. Der zum Priester geweiht werden will, s> Der heil. Paulus schreibt: Also halte uns Jedermann für Diener Christi und Ausspender der Geheimnisse Gottes, r. Cor. 4. t.(Ep. v» 4. Advts.) Der Friede sey mit euch lsprachIksus) Wie Mich der Vater gesandt hat, also sende Ich euch auch. Joh. 20. 2t. sEv. am i. S. n. Ostern.) Ich ermähne dich, schrieb der heil. Paulus, tast du die Gnade Gottes,«eiche durch die Auflegung meiner Hände in d i r ist, wieder erweckest- 2. Timoth. t. 6 Lege Niemand leicht die Hände auf, und mache dich fremder Sünden nicht theil» haft Halt dich selbst rei» 1. Limoth. L. 22. 226 muß 1. im Zustande der Gnade Gottes seyn; 2. die nöthige Wissenschaft besitzen; 3. wegen ftinestugendhaften öebens im guten Ruft stehen. Durch die Priesterweihe wird in dem Geweihten 1. die heiligmachende Gnade vermehrt; 2. wird ihm eine besondere Gnade ertheilt, n) die ihn fähig macht, seine Kirchendienste recht'zu verrichten, und die heil. Sacramente gebührend zu verwalten, und 3. wird der Seele des Geweihten ein unauslöschliches Merkmal eingedrückt; deßwegen kann er die Priesterweihe nicht öfter als Einmal gültig empfangen. (Durch das unauslöschliche Merkmal wird der Geweihte von den anderen Gläubigen unterschieden, und zum Dienste Gottes eigentlich gewidmet.) Das heil. Sacrament der Priesterweihe ist nichtfür einzelne Personen, sondern für die ganze Kirche nöthig. »> Versäume nicht die Gnade, die in dir ist. auna'lEfdlr durch die WeiZsagung mit Auste- gung der Hände des Priesterthums ist gegeben worden, t. Timsth. i». vegeu-n 227 Betrachte öfters, wie nothwendig lind wie heilig dieses heil. Sacrament ist, welche schwere Pflichten die Priester zu erfüllen haben, und du wirst Gott gewiß oft dafür danken,— die Priester als Stellvertreter Gottes ehren, und zu Gott un- abläßig mit der Kirche, besonders in der Quatemberzeit, für die Priester beten. VII. Von dem heil. Sacramente der Ehe. Das fromme gottesfürchtige Leben eines Menschen hängt großtentheils von seiner Erziehung in der Jugend ab. Diese Erziehung ist sch w e r und sehr w i ch tig. Darum hat Gott die Erziehung der Kinder den Eltern übergeben, und ihnen dazu einen besonderen Beistand verheißen, wenn sie sich nach Seinem Willen mit einander verbinden. Jesus Christus hat ein sichtbares Zeichen dieser besonderen Gnade eingesetzt, welches das heil. Sacrament der Ehe heißt. Das heil. Sacrament der Ehe ist demnach ein sichtbares Zeichen, durch welches zwei ledigen, christlichen Personen, Mann undWeib, welche 228 sich nach dem Willen Gottes mit einander verbinden, die besondere Gnade Gottes ertheilt wird, in ihrem ehelich enStande bis in den Tod mit einander christlich zu leben, und ihre Kinder auch christlich zu erziehen. Durch das heil. Sacrament der Ehe wird die geistliche Vereinigung Jesu Christi mit Seiner Kirche vorgestellt. Die Ehe ist eine unauflösliche Verbindung--») Der Ehestand ist eingesetzt: 1. um das menschliche Geschlecht zu erhalten, und 2. sich wechselseitig zu unterstützen und zur Frömmigkeit zu verhelfen; 3. um die a) Die Ehe wurde von Christus durch Seine Gegenwart geheiligt. Ioh. 2. 1.(Ev. am 2. S. n. d. Ersch.) Jesus Selber sprach! Was nun Gott zusammengefüget hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Mtth 19. 6 Der heil. Paulus schrieb an die Corinthcr: Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen, seinem Weibe anhängen, und beide werden nur ein Fleisch seyn. Dieß ist ein^H r o ß e s S a c r a m e n t, ich sage aber i n Christo und in der Kirche» Eph. 5. Lt— 52. 229 20 Kinder nach der Lehre der wahren Kirche zu erziehen. Der Ehestand ist überhaupt zur Erhaltung deS menschlichen Geschlechtes nothwendig, nicht aber sür jeden Menschen insbesondere; denn derledigeStand aus Liebe zu Gott, ist für einzelne Personen viel vollkommener, und auch viel verdienstlicher als der eheliche Stand.») Durch das heilige Sacrament der Ehe wird 1. die heiligmachende Gnade vermehrt; 2. den Eheleuten die besondere Gnade ertheilt, daß sie bis in den Tod mit einander christlich leben, und ihre Kinder christlich erziehen können. Derjenige, welcher das heil. Sacrament der Ehe würdig und gültig empfangen will, muß 1. im Zustande der Gnade Gottes seyn; daher früher das heil. Sacrament der Buße und des Altars würdig empfangen. s> Der heil. Paulus schrieb: Ich wollte, daß alle Menschen wären, wie ich selbst bin. Wer-seine Jungfrau verheirathet, der thut wohl, wer sie aber nicht verheirathet, der thut besser. Ich halte dafür, daß ich auch den Geist Gottes habe. t. Corinth.?. SS—»o. 230 (Sehr zu empfehlen ist eine Beicht über das ganze Leben, oder eine allgemeine Beicht.) 2. Frei seyn von jedem gesetzlichen Ehe- hindernisse; 3. mit der Absicht in den Stand treten, welche der Einsetzung des Ehestandes gemäß ist, und 4. besonders in dem gut unterrichtet seyn, was man im Ehestände zu beobachten hat. Nach der Vorschrift der Kirche kann man nur nach dreimaliger Verkündigung vor zwei Zeugen und dem eigenen Seelsorger das heil. Sacrament der Ehe empfangen. Die Pflichten der Eheleute sind; 1. christlich mit einander zu leben, 2. das, was sie sich bei eingegangener Ehe versprochen haben, g e w i sse n h a ft z u h a l- len; 3. keines das andere zu verlassen, sondern sich bis in den Tod gerreu zu bleiben; 4- ihre Kinder mitsammen nach der Lehre Jesu zu erziehen, und für Alles zu sorgen, was sich aufihren Leib und ihre Seele bezieht, und das vierte Gebot Gottes befiehlt, n) «) Huthet euch, sprach Jesus, das ihr keinen von diesen Kleinen verachtet: denn Ich sage euch; ihre Engel im Himmel fthen allezeit das An- 231 20* Das heil Sacrament der Ehe wird mit gewissen Ceremonien ertheilt. Die Ceremonien erinnern 1. wie wichtig der Ehestand ist, wie man dazu vorbereitet seyn soll, und daß man nur inGott einen glücklichen Ehestand erwarten kann, als: die Verkündigung— der Segen; 2. daß die Eheleute so lange mit einer christlich leben sollen, bis sie der Tod scheidet.— Das Geben der Hände— Ringe— das wechselseitige Versprechen. Der Ehestand ist ein h ei lig e r— ein wichtiger— und ein schwerer Stand; daher soll man ihn nie leichtsinnig antreten, ohne sich mit Gott früher zu vereinigen, ohne sich früher die Pflichten des Ehestandes wohl überdacht, und früher Gott um seinen bleibenden Beistand und Schutz gebeten zu haben. Allgemeines. Von den heiligen Sacramenten ist zu gesicht Meines Vaters, Der im Himmel ist. Matth 8. to,(Ev v. h. Schutzengels.! 232 merken: daß einige für solche Menschen eingesetzt sind, die dem Geiste nach todt sind, d. i. die heiligmachende Gnade nicht haben, und ihnen erst diese heilige Gnade verleihen, als: die heil. Taufe, die heil. Buße; diese heiligen Sacramente werden Sakramente der Todten,(d. i. die geistig todt sind) genannt. Die fünf übrigen heil. Sakramente sind, für solche, die schon in der Gnade sind(die geistig lebendig sind), daher Sakramente der Lebendigen heißen, als: das heil. Sakrament der Firmung, das allerheiligste Sakrament des Altars, der Priesterweihe, der heil. Ölung und der Ehe. Ein jedes heil. Sakrament ertheilt dem Menschen, außer der heilig machenden Gnade, noch eine besondere Gnade(die man nur in diesem und in keinem andern Sakramente empfängt), z. B. die heilige Taufe, die Nachlafsung der Erbsünde, die heil. Buße, die Nachlafsung der nach der Taufe begangenen Sünden, die heil. Firmung, die Stärkung im Glauben. Diese Gnade heißr die sacramentalische Gnade. Drei heilige Sakramente kann man nur Einmal gültig und ohne Todsünde 233 empfangen, weil sie der Seele ein unaus- löschlich es Merkmal eindrücken, als: Die heil. Taufe, die heil. Firmung, die heil. Priesterweihe. Überdenke oft das, was mit dem Worte „Sacrament" bezeichnet wird—und du wirst dasselbe gewiß jederzeit mit sichtbarer Ehrfurcht aussprechen. Von der christlichen Gerechtigkeit. Christlich gerecht istder Mensch, welcher in der heiligmachenden Gnade(Gottes) ist. u)— Man bleibt christlich gerecht, wenn man mit dem Beistande Gottes das,Böse(oder die Sünde) meidet und das Gute thut. b) Die Gnade Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Römer. 6. 2Z. (Ep. am 7. S. n. Pf.> Beide, jgacharias u Elisabeth!< waren vor Gott gerecht, und wandelten nach a l l e» Geboten und Satzungen des Herrn unsträflich. Luc. t. 6. l>> Wer das Leben liebt, und gute Lage haben will. 234 Die Sünde allein ist das einzig wahre und größte Übel, weil nur allein die Sünde ewig und zeitlich wahrhaft unglücklich macht, und sie daher die Ursache aller anderen Übel ist. s) der bezähme sein- Zunge, damit sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht be- triegen. Er soll sich von. Bösen wenden, und Gutes thun, den Frieden suchen, und ihm nachleuchten, 1. Petr. z. to. L) Die Augen des Herrn sind auf die Gerechten, und Seine Ohren auf ihr Gebet gerichtet. Das Angesicht des Herrn aber sieht auf die, welche Böses thun 1. Petr. 3 10. 13.(Ep. ams. S. n. Pf.> Ein Jeder, der sündiget, übt Ungerechtigkeit; denn die Sunde^Ungerechtigkeit- Ein Jeder der in Ihm bleibt, de> sündiget nicht; und ein Jeder, der sündiget, hat Ihn nicht gesehen, noch erkannt, 1. Joh. Z. 4. 6. Der Sold der Sunde ist der Tod. 3köm. 23.(Ep. am 7. S. n. Pf,> Wenn I ch nicht gekommen wäre, und mit ihnen nicht geredet hätte, so hätten st- keine Sünde; nun aber haben sie keine Entschuldigung ihrer Sünde. Joh. 13. 22. iEv. v. Simon». Juda,> Ein Reicher wird wie eine Grasblume vergehen Gleichwie, da die brennende Sonne aufgeht, das Gras verwelket, seine Blumen abfallen, und die Schönheit seiner Gestalt vergeht; also wird auch der Reiche auf seinen Wegen verdorre» Jikod. i. ia.;Cp. v. h. Mart.l 235 Man sündiget durch Alles, wodurch man Gott in iß fä llig wird. Die Sünde ist zweierlei, 1. die Erbsünde, 2. die persönliche Sünde. Die Erbsünde ist jene Sünde, welche die ersten Menschen, Adam und Eva im Paradiese, und wir in ihnen begangen, und von ihnen ererbet haben. Diese Sünde heißt deßwegen die Erb- sünde, weil die Menschen, welche von den ersten Menschen abstammen, diese Sünde e r- ben, und daher auch deren Strafe und alle üblen Folgen zu leiden haben. Wegen der Erbsünde kommen die Menschen ohne der heiligmachenden Gnade auf die Welt, haben einen geschwächten Verstand, und mehrFreude an dem Bösen, als an dem Guten; sie werden leicht krank, haben vielen Kummer und andere Leiden an dem Leibe und an der Seele zu ertragen, und müssen endlich sterben, n) »> Gleichwie die Sünde durch Einen Menschen in diese Welt, und durch die Sünde der Tod gekommen ist. also ist der Tod in alle Menschen durch denjenigen, in welchen alle ge» sündiget haben, übergegangen. Rom. Z. 1L. 236 Die Kirche billiget die Lehre als eine fromme Meinung,— daß die heil. Maria, die Mutter Gottes, die Erbsünde nicht geerdet habe; sie verbietet sogar das Gegentheil zu lehren, und begeht auf das Feierlichste-das Fest ihrer unbefleckten Empfängnis, und hat darauf große Ablässe perliehen. Von den persönlichen Sünden und deren Gattungen. Man begeht eine persönliche Sünde, wenn man selbst, wissentlich und freiwillig Gottes Gebote nicht beobachtet. Man sündiget persönlich: 1. wenn man wissentlich und freiwillig nicht so denkt.»)— (durch Gedanken) begehrt—(durch Begierden) redet, k)(durch Worte)und Handeltb)— Wir war.» von Natur Kinder des Zornes gleich Anderen. Exh. 23. Conc Trldent. Sess. 3. «) Es scheinen dem Menschen alle seine Wege gerecht zu seyn, aber der Herr wieget die Herzen. Sprichw. 2l. 2. t>) Ich sag- euch aber, daß die Menschen von einem jeden müssigen Worte, so sie werden geredet haben, am Tage des Gerichts werden Rechenschaft geben müssen. Mtth. 12. 36. c) Wir müssen alle vor dem Richterstuhle Christi 237 (Werke oder Unterlassung), wie es Gott haben will, oder wie es Gott befohlen hat. s) Die L)ünde ist entweder eine Todsünde Ii) eine schwere Sünde oder eine läßliche Sünde. Wenn man durch seine Sünde die hei- ligmachende Gnade Gortes ganz verliert, so begeht man eine Todsünde;— wenn man aber durch die Sünde die heiligmachende Gnade nicht ganz verliert, so begeht man entweder eine schwere oder auch nur eine l äß- liche Sünde. Die schweren Übertretungen des göttlichen Gebotes werden Todsünden genannt, weil der Mensch, der sie begeht, dem Geiste nach todt, d. i. die heiligmachende Gnade verliert, und des ewigen Todes schuldig wird. Die ganz g e r in g en Sünden werden offenbar werden, auf daß ein jeder empfange, nachdem er in seinem eigenen Leibe entweder Gutes oder Böses gethan hat. 2 Cor. L. 10. »> Wer also das Gute w e i ß, und es unterlaßt der sündiget. Jak.», 17. t>) Alle Ungerechtigkeit ist eine S ü n d e und es ist eine Sünde zum Tode. 1. Joh. L. 17. Die Gnade Gotttes ist daS ewige L s, l'-n in Christo Jesu, unserm Herrn. Röm. «. 22.) Wer das G e r i n g e»erachtet, der wird allgemach abnehmen. Syr. 19. t. 239 lichen oder persönlichen Sünden sind: 1. die sieben Hauptsünden, 2. die sechs Sünden in den heil. Geist; 3. die vier himmelschreienden Sünden und 4. die neun sremden Sünden. Die sieben Hauptsünden sind: 1. Ho f- sart, 2. Geiz, 3. Unkeuschheit, 4. 9>eid, 5. Fräst und Vollere!, 6. Zorn, 7. Trägheit. Hoffärtig ist derjenige, welcher sich selbst unendlich hochschätzt, n) Der Hoffähige verachtet leicht den Nächsten, die Kirche, ihre Gebote und Gott; liebet sich und das S einige zu sehr, und will nur gelobt werden; redet sehr gerne von seinen guten Eigenschaften und Handlungen, verleumdet oft, streitet gern, und verstellt sich, ist ungehorsam und kommt oft gar so weit, daß er ganz vom Glauben abfällt, b) Geizig ist derjenige, welcher das Geld und die irdischen Güter unordentlich liebt, b) Der Geizige denkt ganz be- ->) Die Ho ffart ist der Anfang aller Sunden; wer„e besitzt, der wird mit Fluch erfüllet wer. den. und sie wird ihn endlich stürzen. Sp. 10. iz. > Von Gott abfallen ist der Anfang des menschlichen Hochmuthes. Sprich»,. 10. 1». 240 sonders an die irdischen Güter und'ist beständig unruhig, verlangt nichts, als IGeld und zeitliche Güter, ist ungerecht und unbarmherzig, und kommt nicht selten so weit, daß er falsche Eide ablegt, um reicher zu werden, und das, was er besitzt, nicht hingeben zu dürfen, s) Unkeusch ist derjenige, welcher das unordentlich liebt, was unlauter und im sechsten Gebote verboten ist. Der Unkeusche vergißt auf die Ewigkeit, auf das Gericht und auf Gott; er versteht das nicht, was den Geist angeht; sein Herz wird verstockt, er liebt das zeitliche Leben und seine Freuden zu sehr, redet gerne von unlauteren Dingen und beträgt sich unverschämt, und endlich verzweifelt er an der ewigen Glückseligkeit.!» Des Neide s macht sich derjenige schul- s> Dis G e w I n n su ch t ist die Wurzel alles Übels, und da ihr Etliche nachgetrachtet haben, sind sie von dem Glauben irre gegangen, und haben sich in viele Schmerzen verwickelt. i. Tun. 6- 10. b) Denn das sollet ihr wissen, und wohl verstehen, daß kein Unzüchtiger oder Geiziger, der ein Gotzenknecht ist, ein Erbtheil an dem Reiche Christi und Gottes haben.wird. Eph. L. L.(z. S. in d. Faste.) 241 21 big, welcher sich darüber unordenlich betrübet, daß es seinem Nächsten wohlgeht. Der Neidige kommt leicht dahin, daß er Andere falsch beurtheilt, sie haßt, sich freuet, wenn es dem Nächsten übel gehet; und sich betrübet, wenn es ihm wohlgeht, daß er die Fehler Anderer erzählt, und sie wohl gar vergrößert oder erdichtet, Andere mißhandelt oder endlich sogar todcet. u) Des Fraßes und der Vollere, macht sich derjenige schuldig, welcher Speise und awank unordentlich liebt und genießt. Ein solcher Mensch kommt leicht dahin, daß er blöde wird, und die llnlauterkeit liebt, in seinem Betragen unverschämt wird, gerne zankt, die Zeit, und dasVermögen verschwendet, die Kräfte seines Leibes und seiner Seele schwächt, und vor der Zeit elend stirbt, b) ->i Wo Neid und Zank sind, da befinden sich Unbeständigkeit und alle bösen Werke Jac. Z. iv. Eine schöne Lehre für Neidige enthalt das Gleichnis von den Arbeitern. Matth. 20. tZ. lEo. am Septuig) t>) Die Werke d-S Fleisches aber find offenbar, nämlich: U n r e i n i q k e i t, llnlauterkeit Abgötterei, Zauberei, Feindsch a f tg Sank, Neid, Zorn, Hader, Uneinig.' 242 Des Zornes macht sich derjenige schuldig, dessen Gemüth unordentlich erbittert ist. Der Zornige kommt nicht selten dahin, daß er nicht richtig denken kann, mit Andern streitet, sie beschimpft, haßt und verflucht, sich an denselben zu rächen sucht, sie mißhandelt, verfolgt und öfters sogar tobtet, s) keit, Ketzerei, Mißgunst, Todischlag, Trunkenheit, Schwelgerei u. dgl.; von welchen ich euch versage, wie ich euch schon zuvor gesagt habe, daß jene, die solche Dinge thun, dos Reich Gottes nicht erlangen werden. Gal. 3. 16. 22.(Ex, am 14. Sonnt, n. Pf.> Herodes schwur in der Tr u n k c n h e l t. (Ev. am Feste Johann! Enthaupt> Werdet nicht unverständig, sondern erkennet den Willen Gottes» trinket euch nicht voll mit Weine, in welchem U n l a u- terkeit ist, sondern werdet voll des heiligen Geistes. Eph. 3. 1t. 18.>Ep am 20. S. n. Pf.> Was nützet es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber S ch a d e n l e i d e l; oder was kann der Mensch für seine Seele einlösen? Mtth. 16.26. lEp, am Feste mehr, Märt.l Sey nicht begierig auf alle Gastereien, und fahre nicht über all- Speisen her; denn von zu vielen Speisen wird man krank, und die unersättliche Begierde zu essen, verursachet Cholera. Wom übermäßigen Essen sind viele Leute gestorben. Wer aber mäßig lebt, wird sein Leben verlängern Sprichw 37. 32. 38. Ich sage euch: daß ein Jeder, der sich wider sei- 243 Der Trägheit macht sich derjenige schuldig, welcher die Ruhe unordentlich liebt, und jede Anstrengung, besonders in Dingen scheuet, welche sich auf das Heil seiner Seele und die Ehre Gottes bestehen. Der Träge verachtet und verlacht die Eifrigen, er ist kleinmüthig, und ist selbst nachlässig im Gottesdienste, versäumt jene Mittel, die nothwendig sind, um die Gnade Gottes und die ewige Seligkeit zu erlangen und zuletzt verzweifelt er. s) Die jechs Sünden in den heiligen Geist sind folgende: 1. Vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigen, b) ncn Bruder e rz Lr n et, des Gerichtes schuld!» seyn solle. Wer aber zu seinem Bruder Rnka sagt, der soll von dem Nathe gestraft werden. Wer aber sagte Du Narr, der soll des höllischen Feuers sebuldig seyn. Mtth. L. 22. »> Ich we b deine Werke, daß du weder kalt, noch warm bist; weil du aber lau, und wederkalt »och warm bist, so will Ich dich bald aus Mei. rem Munde speien. Off. z. iz. ig. b) Bermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigten die Juden in Jerusalem. Luc. tg. str. (Ev. am 9. S. n. Pf) Sage nicht: Ich habe gesündiget, und was 21* 244 2. An Gottes Suade verzweifeln. s) 3. Der erkannten christlichen Wahrheit widerstreben, b) 4. Seinem Nächsten die g örtliche Gnade mißgönnen, e) 5. Wider heilsame Er mahnn tilgen ein verstocktes Herz haben, st) ist mir Bötes wiederfahren? Denn Der Allerhöchste ist ein geduldiger Vergelte-. Seh wegen der vergebenen Sünde nicht ohne Furcht, und Haufe ni bt Sünde auf Sunde. Sage auch nicht- Die Erdar,uung des Herrn ist g r o ß. Er wird die Menge meiner Sünden gnädig verzeihen; denn Sein Zorn ist so schnell wie Seine Barmherzigkeit und sieht auf dis Sunden. Spr. z. g, 7 s) Kain sprach zu dem Herrn- Mein- Missethat ist großer, als daß ich eine Verzeihung verdiene. Genes. 4. iz. lr)^hr Hartnäckigen und Unbeschnittsnen an Herzen und Ohr, n! Ihr widerstrebet allezeit dem heil. Geist, wie eure Vater, also auch ihr. Apostelg. 7. Li, -) Der Herr sah Abel und seine Gaben an; Kain aber und seine Gaben sah Er nicht an. Da e r- gr- m m te Kain so sehr, daß sein Angesicht, einfiel Genes.-i. z. 6. t>) Die Strafe der Verstärkung v-rkü'ndiaet Jesus d-n Juden. Mtth.->3. 37.Ep. am ls. S. n. Pf.) s> Die Gottlosen sprachen zu Gott: Weiche von uns, wir verlangen Deine Wege nicht zu wissen. Wer ist der A l lm ach tige, daß wir Ihm dienen sollen, und was nützt es uns» wenn wir Ihn bitten? Aber der Rath der Gottlosen sey fern von mir, weil ihre Güter nicht in ihrer Gewalt stehen. Job ri. 1»— 1L. Ihr habet gesagt: Wir haben einen Bund mit dem Tode, und einen Vertrag mit der Hölle gemacht, wann die Plage gleich einer Fluth daher geht, so wird sie über uns nicht kommen. Js,i. zz. iz. Allein Der Alles sieht. Der Herr und Gott Istaels, schlug ihn(Antiochus) mit einer verborgenen, unheilbaren Plage, und doch ließ er von seiner Bosheit nicht ab. 2. Mach. g. z- g. « 246 Von diesen Sünden sagt der Herr Jesus, daß sie schwer oder gar nicht weder in diesem noch in dem andern Leben nachgelassen werden. Dieß sagte Jesus deßwegen, weil ein solcher Sünder die Mittel, die zur Bekehrung nothwendig sind, gewöhnlich bis ans Ende verachtet und von sich wirft, u) Die vier himmelschreienden Sünden sind: 1. V or setz l iche rT o d t sch la g. b) 2. Die stumme oder so d o mi t isch e Sünde, e) »> Ich sage euch: Alle Sünden«nd Lästerungen werden den Mensche» vergeben werden; die Lästerung aber wider de» heil. Geist wird nicht vergeben werde». Daher, wer etwas wider des Menschen Sohn redet, das wird ihm vergeben werden, wer aber wider den heil, Geist redet, daS wird ihn, weder in diesem, noch im künftigen Leben vergeben werden, Mtth» 12 31— Z2. b) Der Herr sprach zu Kain: Was hast du gethan? Die Stimme deines Bruders schreit zu Mir ron der Erde Genes, h. to. «) Derowegen sprach der Herr: Die Missethat der Sodomiter und Gomorrhiter ist so groß geworden, daß sie zu Mir um Rache sch reit. Genes. 18,»o. 247 3. Dis Unterdrückung der Armen, Witwen und Waisen, n) 4. Wenn man den verdienten Liedlohn den Arbeitern und Tag- löhnern vorenthalt oder gar entzieht, d) Diese Sünden werden deßwegen himmelschreiende Sünden genannt, weil von diesen in der heil Schrift ausdrücklich gesagt wird, das; sie wegen ihrer AbscheulichkeitGott im Himmel besonders zur ihrer Bestrafung auffordern. Die neun fremden Sünden (Einer fremden Sünde macht man sich schuldig, wenn man Ursache ist, daß ein An- Fließe» nicht die Thränen der Wunen die Wangen herab? und geht nicht ihr Geschrei wis der den, der sie auspreßt? Sie steigen von den Wangen bis zum Himmel hinauf, und der Herr, Der Sich erbitten läßt, wird kein Gefallen daran haben. Syr 35, r!i—t!>. d> Sehet den Lohn der Arbeiter, die eure Acker abgemähet haben, welcher ihnen von euch entzogen wurde, der schreit; und ihr Geschrei ist zu den Ohren des Herrn der Herrschaaren gekommen. Jak. 3, 243 derer sie begeht). Dieses kann auf neunerlei Weise geschehen. I.Zur Sünde'irathen. 2. Andere heißen b) sündigen. 3. Anderer Sünden einw illigen. e) 4. Andere zur Sünde reizen, st) 5. Anderer Sünden loben. 6. Zur Sünde stillschweige n. 7. Die Sünden nicht strafen, e) 8. An denselben Theil nehmen, s) 9. Dieselben vertheidigen. Bedenke öfters, wie leicht und wie bald ein Mensch Gott beleidigen kann!— Man soll diese Sünden, wenn man kann, verhindern, 1. wegen Gott, der durch jede Sünde beleidiget wird; 2. wegen dem Nächsten selbst, dem die Sünde scha- «> Kaixhas rieth zu dem Tode Jesu. Joh. 11.->g heu Mord des Urias. z. Könige.' «1 Malus willigte in den Tod J-su ein. Mtth.?7. Saulus willigte in den Tod d. h. Stcphanus. Apostelgesch. 7. J-rodoam reizte Israel zur Sunde. 3. Köniae. 21. 18.^ e) Heli schwieg still zu den Sünden der beiden Söhne. 1. Könige. 3. 0 Rüden nahm Theil an der Lüge seiner Bruder Genes. 37' 249 det, 3. weil es öfters unser Stand insbeson- ders fordert. Thue das Gute. s) Gut ist eigentlich nur das, was so ist, wie es Gott haben will. Gut sind: gute Werke und Tugenden. Gute Werke überhaupt sind solche Werke, welche Gott gefallen. Unsere Werke gefallen Gott und sind verdienstlich, wenn wir sie 1. i m Stande der Gnade, 2. freiwillig und 3. vorzüglich aus Liebe zu Gott verrichten. Die guten Werke werden ins besonders verdienstliche Werke genannt, b) weil man sich durch sie vor Gott etwas ver- d ienen kann. Durch die guten Werke verdienet man sich vor Gott dasjenige, was Er, Der höchst Wahrhafte und Getreue auS bloßer Gnade e) versprochen hat. Durch sie kr) Hüthe dich vom Lügen, und thue Gutes, so wirst du eine ewige Wohnsta'tte haben. Psalm, 56 27. k) Ihr werdet sie an ihren Früchten erkennen. Mtlh 7. 16 lEv. am 7. S. n. Pf.) f) Grtt ist es, Der in euch Beide, das Wol- 250 wird man Gott wohlgefälliger, und man verdient sich viele ewige und zeitlich e Belohnungen. Die gute» Werke sind zur Seligkeit nothwendig, d) Von den guten Werken insbesondere. Die vornehmsten guten Werke sind: 1. Beten, 2. Fasten, 3. Almosengeber. e) len und das Vollziehen nach Seinem Wohlgefallen wirkt. Philipp. 2. 1Z. Nicht daß wir etwas von uns, als von uns selbst zu gedenken vermögen, sondern unser Vermögen ist aus Gott. 2. Cor. 5. 5. «) Thust du Gutes, so wirst du den Lohn empfangen, wenn du aber B ö se s t h u st, wird dann nicht alsobald die Sünde vor der Thüre da seyn? Genes. 4 7. Und Gott sah ihre lder Ninkviten) W e r k e, daß ste sich von ihrem bösen Wege bekehrt hätten. Da ließ Sich Gott des Übels gereuen, welches Er geredet hatte, ihnen zu thun, und Er that es nicht. Ionas 3. 10. bi Gleichwie der»eib ohn- den Geist todt ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke todt. Jakob, 2. 26. c> Dos Gebet mit Fasten und Almosen- 251 W Diese drei heißen die vornehmsten guten Werke, weil Alles, was man Gutes thun kann, unter eines dieser drei Werke gehört. Unter Beten versteht man überhaupt alles dasjenige Gute, wodurch Gott ganz besonders geehrt wird. s) Durch das Fasten wird überhaupt Alles bezeichnet, wobei man sich etwas versagt, oder in etwas einen Abbruch thut. Zum A l mosengeben gehört überhaupt Alles; was man den Nächsten zu Liebe thut; ganz besonders aber diesleiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit. K) g e b e n ist viel besser, als Goldschätze zusammenlegen. Tobias. 12 8» ») Als du mit Thränen betetest, sagte der Evan- gel., die Todten begrubest, und deßwegen von der Mahlzeit aufstandest, und die Todten bei Tage in deinem Hause verbärgest, um sie des Nachts zu begraben, da brachte ich dein Gebet vor den Herrn. Tob.»2. 2. Du aber, sprach Jesus, wenn du betest, geh in dein Kä'mmerlein, schließe die Thür zu, und bete zu deinem Vater in Geheim, und dein V ate^r, der alles Geheime sieht, wird dir es vergelten. Mtth. 6. 6. l>) Ein Jeder gebe also, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen, nicht mit Traurigke it 252 Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit sind folgende sieben: 1. Die Hungerigen speisen; 2. die Durstigen tränken; L) 3. die Fremden beherbergen; 3. die Nackten bekleiden; 5. die Kranken besuchen; 6. Die Gefangenen erlösen; 7. die Todte» begraben, b) ober aus Noth, den» Gott liebet einen fröhlichen Geber. 2. Cor. 9. 7— g.;Ep. v. heil. Laur-> Der Erzengel sprach zum Tobias: Almosen erlöset vom Tode, reiniget von der Sünde und macht, daß man Barmherzigkeit' und das ewige Leben dadurch findet. Tobias' 12 9. Wer mit zeitlichen Gütern versehen ist und seine» Bruder Noth leiden sieht, verschließt aber sei» Herz vor ihm; wie kann in demselben die L i e be G o t t e s bleiben? l.Joh. 3. 17. »> Wer aber einem von diesen Geringsten einen Becher kalten Wassers deßwegen reichen wird, weil er Mein Jünger ist, wahrlich sage Ich euch, dem wird es nicht unbelohnt bleiben, sprach Jesus Mtth. to. ar.) Kommet her ihr Ges gneten Meines Vaters, besttzet das Reich, welches euch vom Anbeginn der Welt bereitet ist; denn ich bin hungerig gewesn, und ihr habet Mir zu essen gegeben. 253' Die geistlichen Werke der Barmherzigkeit sind folgende sieben: 1. die Sünden bestrafen; 2. die Unwissenden belehren; L) 3. den Zweifelhaften recht rathen; 4. die Betrübten trösten; 5. das Unrecht mit Geduld leiden; b) 6. denen, die uns beleidiget haben, gerne vom Herzen verzeihen; e) Ich bin durstig gewesen, und ihr habet Mir zu trinken gegeben; Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habet Mich beherberget; Ich bin nackend gewesen, und ihr habet Mich bekleidet; Ich bin k r a n k gewesen, und ihr habet Mich besuchet; Ich bin im Kerker gewesen» und ihr seyd zu Mir gekommen. Wahrlich sage Ich euch, waS ihr einem aus diesen Meinen geringsten Brudern gethan habet, das habet ihr Mir gethan. Matth. 25. 55. 56— 40. »> Wenn jemand unversehens ist in eine Sünde gerathen ist, so unterrichtet ihr, die ihr geistlich seyd, einen solchen mit Sanstmuth; ein Jeder sehe auf sich, daß er»jcht auch versuchet werde. Galat. 6 1— 2. iEp.am iz S. n. Ps.) I>) Niemand unter euch l e i d e als Mörder, oder Dieb, oder Lästerer oder als des fremden Gutes begierig. Leidet er aber, ais einE hrist, so schäme er sich nicht, sondern Preise Gott in diesem Namen. i. Petr. 4. t5. i6.(Ep.. am Feste eines heil. Märt.) e) Vergebet, so wird euch vergeben werden. Luk. b. 57.(Eb. b. l- S- n. Pf.). 22 254 7. für die Lebendigen und Todten bei Gott bitten, s) Viele dieser Werke kann man in jedem Alter— in jedem Stande— und zu jeder Zeit ausüben.— Wirke so viel du kannst. Von den Tugenden. Die christliche Tugend übe» Haupt ist eine mit der Gnade Gottes erlangte Fähigkeit und Fer- tigkeitzurAusübungdesGuten(der guten Werke). Die christliche Tugend wird auch eine Gabe Gottes genannt, weil Gott mittelst der heiligmachenden Gnade den Willen des Mcn- Wenn ihr den Menschen ihre Sünden»ergebet, so wird euer himmlischer Vater eure Missethaten auch»ergeben. Wo ihr aber den Menschen nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Sünde» auch nicht vergeben. Mtlh. 6. 14. 15. Wenn dein Feind Hunger hat, speise ihn; wenn er D urst hat, so gib ihm zu trinken. Latz dich durch das Böse nicht überwinden, sondern überwinde also das Böse durch das Gute. Röm 12.20. 2l.(Ep. am 5. S. n. d. Ersch.) «) Bittet für einander, datz ihr selig werdet 2ak. 5. b.(Ep. a. d. Vittag.) 255 scher, zu solchen Handlungen fähig und geneigt macht, welche dem Gesetze Jesu gemäß und des ewigen Lebens würdig sind. Es gibt mehrere Gattungen der Tugenden, welche ein Christ ausüben soll. I.Die göttlichen,!!, die sitt li ch e„Tugenden. L. Don den Tugenden insbesondere. 1. Die göttlichen Tugenden. Göttliche Tugenden sind jene Tugenden, welche der Mensch besonders wegen und durch Gott übet. Göttliche Tugenden gibt es drei: 1. der Glaube, 2. d i e Hoffnung, 3. die Liebe, s) DerGlaube ist ein übernatürliches Licht, eine von Gott einge» gossene Lugend, vermög welcher, man mit derGnadeGottes Alles fest und un gezweifelt für wahr hält, wasJesus durch den heilige„Geist «) Nun bleibe» Liese drei r Der Glaube, die Hof f- ii u n g und die Liebe; die Liebe aber ist Lic grösste aus ihnen. l. E»r. 1L. 13-(Sp. am S. Quiiiq,> 22 256 in der katholische« Kirche zu glauben vorstellet, es mag geschrieben seyn oder nicht. DieHoffnung ist eine übernatürliche von Gott eingegossene Tugend, vermog welcher man von Gott, wegen Jesum Christum, A l- les zuverschtlich erwartet, wasEr versprochen hat. Die Liebe ist eine übern atür- liche von Gott eingegossene Tugend, vermög welcher man 1. Gott als das höchste G.u^ wegen Seiner e st, 2. den Nächsten wegen ott liebet; und 3. w e g e n G o t l AI- le^S gerne thut, was Er befohlen Der Mensch ist schuldig, sich den drei göttlichen Tugenden° fterszu üben; besonders aber ist er unter einer schweren Sünde verbunden, sie zu erwecken: 1. Sobald er zum Gebrauche seiner Vernunft kommt. 2. Zur Zeit einer heftigen Versuchung, insbesondere wider diese Tugenden. 257 3. In der Lebensgefahr und auf dem Todtenbette. 4. Vor dem Empfange der heiligen Sacramente. Die drei göttlichen Tugenden. Glaube, Hoffnung und Liebe. Glaube. Ich glaube an Dich, wahrer dreieini- ger Gott! Vater, Sohn und heiliger Geist, Der Du Alles erschaffen hast, der Du Alles erhältst und regierest, der Du das Gute belohnest und das Böse bestrafest. Ich glaube, daß der Sohn Gottes Mensch geworden ist, um uns durch Seinen Tod am Kreuze zu erlösen, und daß der heilige Geist durch Seine Gnade uns heiliget. Ich glaube und bekenne Alles, was Du, o Gott! geoffenbaret hast, was Jesus Christus gelehret hat, was die Apostel geprediget haben, und was die heilige, römisch katholische Kirche uns zu glauben vorstellet. Dieses Alles glaube ich, weil Du, o Gott! die ewige und unendliche Wahrheit bist, welche weder betrügen, noch betrogen werden kann. O Gott! vermehre meinen Glauben. 259 Hoffnung. I Ich hoffe und vertraue auf Deine UN- Endliche Güte und Barmherzigkeit, o Gott! .daß Du mir durch die unendlichen Verdienste § Deines eigebornen SohneS Jesu Christi, in diesem Leben die Erkenntniß meiner Sünden wahre^ Neue und Verzeihung ertheilen, nach dem Tode aber die ewige Seligkeit geben und verleihen wirst. Dich von Angesicht zu Angesicht zu sehen, zu lieben und ohne Ende zu genießen. Ich hoffe auch von Dir die nöthigen Mittel, alles dieses zu erlangen. Ich hoffe eS von Dir, well Du eS versprochen hast, der Du allmächtig, getreu, unendlich gütig und barmherzig bist. O Gott! stärke meine Hoffnung. Liebe. O mein Gott! ich liebe Dich auS meinem ganzen Herzen, über AlleS, weil Du Las höchste Gut, weil Du unendlich vollkommen, und aller Liebe würdig bist; auch darum liebe, ich Dich, weil Du gegen mich und alle Geschöpfe höchst gütig bist. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß ich Dich eben so Nebe» mochte, wie Dich Deine treuesten 25g Diener lieben und geliebet haben. Mit ihrer Liebe vereinige ich meine unvollkommene Liebe; vermehre sie in mir, o gütigster Herr! immer mehr und mehr. Weil ich Dich nun aufrichtig und innigst zu lieben wünsche, und es zu thun mich ernstlich bestrebe, so ist es mir vom Herzen leid, daß ich Dich, mein höchstes Gut, welches ich über Alles liebe, Dich, meinen Schöpfer, Erlöser und Heilig- Macher erzürnet habe; es schmerzet mich, daß ich gesündiget, daß ich Dich, meinen allmächtigen Herrn, meinen besten Vater beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, alle Sünden sammt allen bösen Gelegenheiten zu meiden, die begangenen Missethaten mehr und mehr zu bereuen, und niemals gegen Deinen heiligsten Willen zu handeln. Nimm mich wieder zu Deinem Kinde auf, und gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorsatzes. Darum bitte ich Dich durch die unendliches Verdienste Deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlösers Jesu Christ. Amen. 2- Don den sittlichen Tugenden. Sittliche Tugenden sind jene'/ v e r m ö g w e l ch e n d e r C h r i st sich s 260 verhält, und seine Sitten so einrichtet, daß er Gott dadurch wohl gefällt s) Unter den sittlichen Tugenden sind die vorzüglichsten die vier Haupttugenden: 1. die Klugheit, 2. die Mäßigkeit, 3. die Gerechtigkeit, 4. die S t ar km ü th i g- k ei t. Christlich klug ist derjenige, welcher mit der Gnade Gottes Alles das wählt, thut und anwendet, was zum Heile der Seele ist, und das sorg sä lti g vermeidet, was dem Heile derselben nachtheilig ist-») Christlich m ä ß i g ist derjenige, welcher o) Erfreuet euch allezeit in den Herrn; ich sage es euch noch ein Mal: Erfreuet euch! Lasset eure Sittsamkeit allen Menschen kund werden; denn der Herr ist nahe. Philipp. 4. 4.- Z.((kp z. Adp.) Christlich tugendhaft waren die Apostel, wieder h. Paulus erzählt.,. Cor. 4.(Ep.r.F. Jak.) d) Wer Gott fürchtet der wird Gutes thun, und wer sich an die Gerechtigkeit hält, der wird die Weisheit besitzen. Sprach ,Z.(Epistel an. Feste des heil. Evang. Johannes.) Weltlich klug war der Haushälter Luc. ,6 (Er. v. s.S. n. Pf.) Die wahre Klugheit lehret Jesus, Luc. ,4. 1. (Ev. tb. S.„. Pf.) 261 mit der Gnade Gottes jede unordentliche Neigung sorgfältig unterdrückt. Christlich gerecht ist derjenige, der Nut der Gnade GottesAlles gerne und genau erfüllt, was er Gott und dem Nächsten schuldig ist. rr) Christlich stark müthig ist derjenige, welcher sich durch nichts abhalten last aus Liebe zu Gott das Gute zu üben, und lieber das Leben hingibt, als gegen den göttlichen Litten zu handeln, d) Ausier diesen vier Haupttugenden gibt es noch sieben andere vorzügliche Tugenden, welche den sieben Hauptsünden entgegengesetzt sind. 1. Demuth. 2. Freigebigkeit. a) Bleibet keinem etwas schuldig, liebet euch unter einander. Die Ltebe des Nächsten wirkt nichts Loses. Röm. IZ. 8. lstp. am4. S. II. der strich) Gerecht war der heil. Paulus. 2. Eor. ll. ty. lstp. am S. Sexag.) t>) Wer kann euch schaden, wenn ihr Eiferer des Guten se»n werdet? Wenn ihr aber der Gerechtigkeit willen etwas leidet, so send ihr selig. i. Petr. 3. t4. lstv. am 5. S.». Pf.) Alle, dte da fromm in Christo Jesu leben wellen, werden Verfolgungen auszustehen haben 2. Limolh. 3- 12. 262 3. Aeuschheit. 4. Liebe. 5. Mäßig. keit. 6. Geduld. 7. Eifer. Demüthig ist derjenige, welchersi strich tig beurtheilt, und das Gute, welches er besitzt, als eine Gabe Gottes gut anwendet, s) Freigebig ist derjenige, welcher mit der Gnade Gottes den Armen von dem Sei.nigen nach seinem V.'ermö'gen gerne mittheilt, b) s) Demüthig war Johannes der Täufer. Joh. ,. (Ev. am z> S, im Adv.) Ei» Jeder, der sieh selbst e r h ö h e t,! spray JesnS, wird erniedriget werde», und wer sich selbst erniedriget, wird erhöhet werden, Luc. tg. 14. iEv. am lo. S. u, Ps.) Nehmet Mein Joch aus euch, und lernet von von Mir, dasi Ich sauftmnthig und pom Herzen demüthig sey; nnd also werdet ihr Ruhe für euere Seele finde,>; den» Mein Joch ist süsi, und Meine Bürde ,st leicht. Matth.(l?o. am Feste des h. Malhias.) Wer sich rüh m e t der rühme sich in dem Herrn; denn wer sich selbst lobet, ist deßwegen noch nicht bewähret, sondern den Gott lobet. 1. Cor. 20. ,7. i«.(Ep. am. F. einer hl.Jungf.) t>) Machet euch Freunde von den ungerechte» Reichthümern, damit ihr, wen» ihr von hinnen scheidet, in die ewigen Wohnungen aufgcnoiii neu werdet. Luc. ib. g.(Ev. g. S. u. Pf.) 263 Keusch ist jener, der nichts denkt, begehrt, redet und thut, was unlauter und g e g e n die S ch a m- haftigkeit ist;(Alles sorfältig meidet, was zur Un l a u te r k cit verleitet). n) Die Liebe übt derjenige Christ, welcher a ndemw a h r e n W oh lerg e hen Anderer aufrichtigenTheil nimmt, und es nach Kräften befördert, d) Mäßig ist derjenige, welcher Speise und Trank nicht unordentlich genießt, e) Geduldig istjener, derdieLei- den mit Ergebung in den Willen Gottes gelassen und freudig erträgt. st) Diese sind diejenige», die aanzkcus» gedUeben sind; ' den» sie sind Jungte.,» e>n D,e>ei e» ,eigen dem Lamme, wo e- bingehk, onenb.>4. 4-(Cp. am Feste der unsch. Kurder.) 1)) Die Liebe ist geduldig» sie beneidet nicht, sie handelt nicht leichtsinnig, sie ist nicht aufgeblasen. Sie ist nicht ehrgeizig. nicht eigennützig. Sie leidet Alles, sie glaubet Alles, sie hoffet Alles, sie duldet Alles. 1. Cor. 13. 4.5. 6.(Ep. a. S.Q.) e) Lasset uns wachen und nüchtern seyn- i. Was mir ein Gewinn war, das habe ich um Ehr isttwillen für Schaden gehalten, Ipraitz der heilige Paulus. Philipp. 3 7. 264 Eifrig im Guten ist der, welcher sich ernstlich bemüht, Alles zu thun, was Gott und das See. lenheil betrifft, s) Übe diese Tugenden oft,— betrachte fleißig die Heiligen, wie jie dieselben erlangt haben, und benutze jede Gelegenheit, sie zu üb n. Außer diesen Lugenden hat Jesus Christus noch folgende Pflichten besonders befohlen: 1. Zuerst das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit suchen. I-) Stephan rief mit lauter Stimme und sprach- Herr. rechne ihnen dieses nicht für eine Sunde. Apostclg. 7. 5Y. sC'p. ron, Heia Stepbani.) -) S-Yd Wegfall,ig ohne Tragheir. seyd in b r,inst> g INI Geiste, dienet dem Herrn, erfreut euch in der Hoffnung, seyd geduldig in Trübsal, seyd standhaft im Gebete, Röm, ir, il. l>) Ein 2eder, der sein Haus, seinen Bruder -der Schwester. Vater oder Mutter, Weib, K in der oder Äcker, um Meines Va- iiienswuse» rerlästt, der wird es hunSertfä l- tig wieder bekommen, und Las ewige Leben 265 2. Sich selbst verläugnen.») 3. Sein Kreuz tragen. 4. Christo nachfolgen. 5. Sanftmüthig seyn. 6. Die Feinde lieben, b) Außer diesen Tugenden hat Jesus in der Rede, die Er auf dem Berge gehalten hat, Folgende selig gepriesen, indem Er sprach: O 1. Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich. besitzen. Mich- ly. 2g.(Ev. vom Feste der Bekehrung Pauli). s) Wenn jemand Mir nachfolgen will, der verläug- » e sich selbst, trage sein Kreuz, und folge M, r nach. Mtth- S. 24. t>) Ich(Jesus) aber sag- euch: Liebet eure Feinde, thut denen Gutes, die euch hassen, und b i t t e t für die, die euch verfolgen und verleumden; damit ihr Kinder eures Baters seyd» Der im Himmel ist, Der Seine sonne über die Guten und Böse» aufgehen, und über die Gerechten und Ungerechte» regnen lässt. Mtth. 5.44.-45. c) Die acht Seligkeiten trug Jesus auf einem Berg. vor. Mtth. 5. l-(Ev- vom Feste Allcrh.) Nehmet Mein Joch auf euch, und l lernet von Mir, Las, Ich sanftmüthig und vom Herzen demüthig sey, und also werdet ihr Ruhe für eure Seele finden. Mtth« lt- 2Y.(Ev. am F. d. h. Mathias.) 23 266 2. Selig sind dieSanftmöthigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. 3. Selig sind die Trauernden, denn ,ie werden getröstet werden. 4. Selig sind, die nach der Gerechtig^ keit hungern und dürsten, denn sie werden gesättiget werden. 5. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 6. Selig sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott anschauen. 7. Selig ,,nd die Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. 8. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden, denn ihrer ist das Himmelreich, s) Willst du schon auf Erden selig seyn, so befolge Jesu Lehre, die Er in der Berg, predigt vorgetragen hat. --) Wenn euch die Welt hasset. so wisset, das, sie Mich voe euch gehasset hat. Haben sie Mich ver. folget, so werden sie euch auch verfolgen. Wer Mich hasset, der hasset auch Meinen Vater -aoi.>5>,ii.ig.2r.(Ev.vom Feste des Simon und 267 Nebst den guten Werken, den Tugenden und den besondern Pflichten hat Jesus Christus auch Manches nicht befohlen, sondern bloß angerathen. Das, was Jesus im Evangelio nicht befohlen, sondern nur angerathen hat, nennt man einen evangelischen Rath. Evangelische Rathe find drei: 1. die freiwillige Armuth; s) 2. die ewi- geKeuschheit; b) 3. der beständige Gehorsam unter einem geistlichen Ober». ») Willst du vollkommen seyn, so gehe hin, verkaufe, was, du hast, und gib es den;Armen, und so wirst L» einen Schatz im Himmel haben; alsdann komm, und folge Mir nach. Mtth. ist. r>. I>) Von den I u n g fr a ue n aber habe ich kein Gebot des Herrn; ich gebe aber einen Rath. Wer seine Jungfrau vcrheirathet, der thut wohl; lvc« sie aber nicht vcrheirathet der thut besser und ich halte dafür, das, ich auch den Geist Gottes habe. l. Cor. 7. 25. 33. 40. 268 Anhang. Von den vier letzten Dingen. Die vier letzten Dinge sind: der T o d, das Gericht, die Hölle und dek Himmel. «> Der Tod. Der Tod ist die Trennung der Seele von dem Leibe. Alle Menschen müffen sterben, und das kommt von der Sünde, welche Adam und Eva im Paradiese begangen und w i r von ihnen geerdet haben, s) Hätten die ersten Menschen und wir s) Dem Menschen ist bestimmt einmal zu sterben, darnach aber gerichtet zu werden, Hebr. h. 27. Der Tod der Heiligen ist vor dem Angesicht« des Herrn kostbar. Der Tod des Sünders ist elend. Psalm. ,z. 7z— zz. 22. Der Sold der Sünde ist der Tod. Siöm.6.2r. 269 in ihnen nicht gesündiget, so wären wir auch dem Leibe nach unsterblich; denn der Tod des Leibes ist die Strafe der Sünde. Wann, wo und wie man sterben wird weiß man nicht, n) Der fromm!gelebt hat, stirbt selig, b) höchst unglücklich und schrecklich hingegen derjenige, welcher im Leben selten an Gott gedacht und schlecht gelebt hat. Sey auf nichts in der Welt stolz— denke oft an den Tod und sey auf den Tod jederzeit bereit,, e) ») Darum wachet, denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde. Mtth. 25. 15.(Ev. v. Feste der heiligen Katharina.) t>) Der Tod des heiligen Apostel Paulus, l, Tim. (Ep. am Feste deS heiligen Angnstin). Sanfter Tod des Simeon. Luc. 2. 23(Ev. vcm Feste Maria Reinigung.) «-) Machet, denn ihr wisset nicht zu welcher Stunde euer Herr kommen wird. Mtth. 2». 42.(Ev. am Feste eines Bischofes.) Also seyd ihr auch bereit, denn des Mensche» Sohn wird zu der Stunde kommen, da ihr es n ich t v er m e i n et. Luc. 12. 40.(Ev. v. Feste eines Beichtigers.) 270 l>) Don dem Gerichte. Der Seele eines jeden Menschen wird Jesus, Der allwissend und höchst gerecht ist, gleich nach dem Tode bekannt machen, ob sie gut oder böse war, ob sie belohnt oder be- strast wird, Er wird sie besonders richten, d. i. dasbesondereGerichthalten. Am Ende der Welt aber werden alle Menschen von den Tobten auferstehen; s) dann wird sie Zesus alle zusammen mit Leib und Seele richten, d. i. das allgemeine Gericht halten, b) Er wird jeden Menschen «) Es w"d°„ msdann. die Gutes gethan haben, jur Auferstehung des ewigen Lebens, die aber Böses gethan haben, zur Auferstehung des Ger.ch.es Herrergehen. 2°h-y.(Ep.a. F. Aller. .... Des Menschen Nohn wird in der Herr» l.chke.t Seines Vaters mit Seinen Engeln kom- m-n, und alsdann wird Er einem jeden nach leinen Werken vergelten. Match lö.27.(Er. v. Bisch, und Mart.)^ W.r muffen alle vor dem Richterstuhle Chri. st> offen bar werde», auf dasi ein jeder cmpfan- wed^^'"" eigenen Leben ent. wed« Gutes. oder Böses gethan hat. 2. Cor- b) Der Vorgang des Gerichts wird von Jesu beschrie» ben. Luc. 2l. y.(Ev. v. einem Mart.) L7t nach dem richten, waS er gedacht, begehrt, geredet, gethan und unterlassen hat. Die Guten wird Er genau so belohnen, die Bösen genau so bestrafen, wie sie es verdienen, n) Die Seele eines jeden Menschen kommt gleich nach dem besonderen Gerichte entweder in das Fegefeuer, in die Hölle, oder in dem Himmel. Der Leib aber kommt einst bei dem allgemeinen Gerichte entweder in die Hölle oder in dem Himmel. Bete für die Sterbenden.— Richte Niemanden, sondern überlasse das ganze Gericht Jesu Christo;— verschiebe die Bekehrung nie. b) Das Gericht ist beschriebe». MUH. 2». 25. (Ev. von, 24. S. n. Pf.) «) Ich richte mich auch selbst nicht, denn ob ich mir schon nichts bcwusit bin, so bin ich darum noch nicht gcrechtfertiget; der Herr ist mein Richter, l. Cor. 4- 4.(Ev. v. 4. Adv.) Da wird es sie(die Gottlosen) r e u e n. und sie werden aus Angst ihres Gemüthes mit Seuf» zer bei sich selbst sagen: Diese sind es, die wir vor Zeiten verlachet, und mit schimpflicher Red« verspottet habe». Wir Unbesonnene hielten ihr Leben für Unsinn, und ihr End« ohn« Ehre. Sehe«, 272 v) Don dem Fegefeuer. Das Fegefeuer Köder der Reini- gungsort) ist jener Ort, in dem die Seelen der Verstorbenen ihre kleineren Sünden, oder jene zeitlichen Strafen abbüßen, welche sie im Leben noch nicht abgebüßt, und wofür sie Gott noch nicht genug gethan haben, n) In das Fegefeuer kommen jene, welche zwar in der Gnade Gottes gestorben sind, aber im Leben noch nicht alle Sünden abgebüßt haben. Das vorzüglichste Leiden der Seelen im Fegefeuer besteht darin, daß sie von Gott noch entfernt leben und jene Peinen erdulden müssen, die der höchst gerechte Gott für sie bestimmt hat. Wie lange die Seelen der Verstorbenen wie sie nunmehr unter die Kinder Gottes sind ge. rechnet worden, und ihreuAntheil mit den Heiligen baden. Weisheit. 5. Z- 5.(Sp. am Feste 2a. kobus und Philipp) «) Sein Herr erzürnte sich, und übergab ihn den Peinigern, bis er die ganze Schuld wird be- «ahlet haben. Mtlh. ,g. zg.(Er. 21.S. n> Pf.) 273 im Fegefeuer bleiben müssen, kann man nicht genau bestimmen. Hieven weiß man nur so viel gewiß, daß sie länger oder kürzer bleiben, je nachdem sie 1. Gott mehr oder weniger beleidiget. 2. mehr oder weniger im Leben abgebüßt haben; 3. mehr oder weniger von den Gläubigen Hilfe bekommen. Vermög der Verbindung, in der die Gläubigen auf der Erde mit den Seelen der Verstorbenen im Fegefeuer stehen, kann ihnen geholfen werden, daß sie eher von den Leiden des Fegefeuers befreit werden, und in den Himmel zu Gott kommen, ki) Man kann den Seelen im Fegefeuer helfen und zwar 1. vorzüglich durch das heilige Meßopfer; 2. durch das Gebet; 3. durch andere gute Werke. Hüte dich selbst vor der kleinsten Sünde. — Trage die Leiden dieser Welt als eine verdiente Buße für deine begangenen Sünden.— Vergiß nie an die Verstorbenen, besonders Freunde und Wohlthäter. ->) Cs ist daher ein heiliger und heilsamer Gedanke für die Todte,, zu deteu, damit sie von ihren Sünde» erlediget werde», r. Mach. ir. 4ö. 274 6) Aon der Hölle. Die Hölle istder Ort, woGott die verworfenen Engel und jene Menschen, welche in einer Todsünde sterben, ewig so genaubestraft, wie sie es verdienet haben.») Diejenigen, welche in der Hölle sind, sehen; 1. Gott, das allerhöchste und liebenswürdigste Gut nicht, b) sind 2. in einer ewigen Finsterniß mit den verworfenen Engeln, e) leiden 3. an Leib und Seele die schrecklichsten Qualen, 6) werden 4. gep einiget von ») So herrlich sie sichgemacht und in Wollüsten sie gelobet hat, so viel quälet und peiniget sie. Lffenb. is. 7- k) Weichet von Mir, ihr Verfluchten, in dasewig« Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. Mtth. LS. 4l. c) Die Kinder des Reiches werde» in die äußerste Finsterniß verstoßen werden: da wird Weinen und Z ä h n kl a V p ern seyn. Mtth. g. lr-(Ev. vom z. S. n. d. Ersch.) ä) Wenn dich deine Hand zum Falle veranlaßt, haue sie ab, es ist dir besser, daß du nur mit Einer Hand zum Leben eingehest, als daß d» beide Hände habest, und in das unauslöschliche Feuer der Hölle hinabführst, wo ihr Wurm nicht stirbt, und das Feuer nicht verlischt. Markus g. 42. 43. 275 immerwährenden Vorwürfen des Gewissens, der furchtbarsten Angst und der schrecklichsten Verzweiflung, 5. ist dort ein schauerliches Heulen in endloser Qual. a) Sey bereit, eher zu sterben als zu sündigen, b) und denke an die Qualen der Hölle, wenn du versucht wirst.— Erinnere dich zur Zeit eines peinlichen Leidens an die Größe der quälenden Höllenpeinen. e) Don dem Himmel. DerHimmel i st j e ne r Ort, w o G ott die He il i g e mit den Engeln ewigso genaubelohnt, wie sie es verdienet haben. Zn den Himmel kommen alle jene, s) Er wird ihren Leib' mit Feuer und Würmern plagen, damit sie brennen, und es bis in Ewigkeit empfinden- Judith, ld- 21. In deusclbigen Tagen werden die Menschen den Tod suchen, und ihn nicht finden, sie werden zu sterben verlangen, und der Tod wird von ihnen fliehen. Lffenb. st. tz. I-) ES ist s ch re ck l i ch in die Hände desleb« nd i- gen Gottes zu falls». Hebr. ro. Zl. 276 welche in derGnade Gottes gestorben sind, und ihre Sünden entweder in diesem oder dem andern Leben vollkommen abgebüßt haben. Die Belohnung der Heiligen besteht vorzüglich darin: 1. daß sie von allen, auch den mindesten Übeln befreit sind; 2. daß sie unter den Engeln und Heiligen an Leib und Seele Freuden genießen, welche noch kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, noch keines Menschen Herz je empfunden hat;») 3. daß sieGott, daß allerhöchste Gut ») Wir sehen jetzt gleichsam durch einen Spiegel i«r Dunkel; alsdann aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzterkenne ich Gott unvollkommen; alsdann werde ich Ihn erkennen, wie ich von 2hm erkannt werde, l- Cor. lZ. lr.(Ep. am S. Quinq) Siehe den Tabernakel Gottes bei den Menschen, und Er wird bei ihnen wohnen, sie werden Sein Volk seyn. Gott Selbst wird bei ihnen und ihr Gott seyn. Gott wird alle Thränen von ihren Augen wischen, und der Tod wird nicht mehr sey», so wird weder Trauern noch Geschrei, noch Schmerzen hinfort seyn; denn was zuvor war. ist vergangen. Sffenb. 1. 4.(Ep- am Kirchwrihfeste.) 2esu sagte- Ihr seyd jetzt traurig, Ich aber werde euch wieder sehen, euer Herz wird sich erfreue», und eure Freude würd euch von nie- 277 von Angesicht zuAngesicht ewig sehen, lieben und genießen, n) und das ohne Furcht Ihn jemals verlassen zu müssen. Zm Himmel werden nicht alle Heiligen einen gleichen Grad der Seligkeit genießen,b) dennije frömmer einer auf nianden entzog-» werden. Johannes lü- 22.(Ev. am 3- S- n. Ostern)..... Ich halte dafür, daß das Leiden dieser Zeit mit jener künftigen Herrlichkeit.welche in unSgeoffenbaret werde» soll, kein Verhältniß habe- Röm. U. lL- (Ep. am 4. S. n. Pf.) Kommet her, ihr Gesegnete Meines Vaters, besitzet das Reich, welches euch von, Anbeginn der Welt bereitet ist. MUH. 2S. 34- Wir wissen, daß wir Gott, wen» Er Sich offenbaren wird. ähnlich seyn werde»; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist. t> Freuet euch an demselben Tage, und frohlocket; sehst, euer Lohn ist groß in dem Himmel. Luc, k>. 23.(Er. am Fest- Fab. u. Sebast.) «) Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat eS gehört, noch ist es i» eines Menschen Herz gckommen- was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben, l. Eor. 2. Y. Die Freuden des Himmels erkannte der heilige Paulus- 2. Cor,>2. 4.(Ev- am S Sexag.) Die Freudeltdes Himlliels lehrt der heil. Petrus. I. Kav- l. 3,(Ep. am Feste des heil. Florian, h) Wer bis ans. Ende verharret, der wird selig werden. Mtth. lv 22. 276 Erden gelebt hat, desto größer wird auch seine Seligkeit seyn. s) Schätze die Gnade Gottes höher, alS alle Schätze der Erde,— denn was nützt am Ende des Lebens die ganze Welt ohne der Gnade Gottes?— Denke zur Zeit der Lei- Wer sparsam säet, der wird auch sparsam ernten; wer reichlich säet, der wird auch reichlich ernten.2. Cor.y. 6.(Ep. vomFeste des heil. Laurent.) ») Es ist ein anderer Glanz der Sonne, ein anderer des Mondes, und, ein anderer der Sterne; indem die Sterne in dem Glänze von einander un. tcrschicden sind. Also wird es auch in der Auferstehung der Todte» seyn, i. Cor. 15. 4i. 42- Lasset uns also Gutes thun, und nicht aufhören, denn zu seiner Zeit werden wir ohneÄuf- bören ernten. Galat. b. y.(Ep. l5. S. n-Pf.) 2» allen deinen Werken bedenke deine letzte n Dinge, so wirst du in Ewigkeit nicht sündigen. Syrach 7. 4g. Lasset uns alle sämmtlich das Ende aller Reden anhören. Fürchtet Gott. und beobachtet Seme Gebote, denn dadurch wird man ein ganzer Mensch Und Gott wird von allen Fehlern, und von Allem, was man gethan hat, es sey gut oder böse, vor Semem Gerichte Rechenschaft fordern. Pred 12. 12. 14. Darum nicht uns, o Herr! nicht uns, son- ecui Deinem Namen gib die Ehre. Psalm. il4. 279 24* den an die Freuden des Himmels. Wirke so viel du nach deinen Verhältnissen kannst., Geheimnisse des Rosenkranzes Freudenreiche.(Montag undDonnerstag. Zm Advente bis zur Aschermittwoche alle Tage), s-> lvom heil. Geiste empfangen hast, .2^ l jur Elisabeth getragen^ hast. 'geboren hast. A§/ im Tempel aufgeopfert hast. K I im Tempel gefunden hast. Schmerzhafte.(Dienstag und Freitag. Zn der Faste alle Tage). A l Blut geschwitzet hat. ^(gegeißelt morden ist. L^mit Dornen gekrönet worden ist. ^/ das schwere Kreuz getragen hat. H! gekreuziget worden ist. Glorreiche.(Mittwoch, Sonntag.Zn der österlichen Zeit alle Tage). Der von den Todten auferstanden ist. Der in dem Himmel aufgefahren ist. Der den heil. Geist gesendet hat. Dcm Könige derEwigkeit, dem unsterblichen, unsichtbare» Gott, sey Ehre und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2N) Der dich in dem Himmel aufgenommen hat. Der dich in dem Himmel gekrönct hat. O Maria! ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen! Zum Maria Läuten: Morgens, Mittags und AbendS. 1. Der Engel des Herrn brachte Maria die Bothschaft, und sie empfing von dem heiligen Geiste. Gegrüßet seyst du Maria u. s. w. 2. Maria sprach: Siehe, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte. Gegrüßet seyst du Maria u. s.>v. 3. Und daS Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewöhnet. Gegrüßet u. s.>v. Bitte für uns, o heilige GotteS-Ge- bärerinn. Auf das wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. O Herr gib allen christgläubigen Seelen die ewige Ruhe, und lasse ihnen das ewige Licht leuchten! Herr lasse sie im Frieden ruhen. Amen. Die Ehre sey Gott dem-j- Vater, und dem HSohne, und dem heiligen^ Geiste, so wie es war im Anfange, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. A. 3. G. E. G. U. M. WWW V,. -^ 7 tz- L» « W »4 K v- W;