Vviener ZraäcbidllorlieL 1962 /- EM- 7-^-'°-»"7-1 S»SL»WW L UMW U M W K W W » Rede, gehalten bei Eröffnung der ersten allgemeinen Versammlung der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft zu Wien am zoten Jänner rZoZ. Don dem k. k. Hof- und Gerichts-Advokaten, 7. V. V. Franz Heintl, Herr der Herrschaften Raspach und Ncxing, Mitglied der k. k. Land, Wirthschafts- Gesellschaft zu Wien, und der k. k. ständische» Ackerbaugesellschaft in Kärmhen. Mit dem Verzeichnisse der Mitglieder.EH^F: Wien, i8os. Bey Georg Ritter Mösle. K. K. Landwirhschasts- Gesellschaft zu Wien. Protektor. V>>eirie kaiserliche Hohheit der Durchlauchtigste Prinz und Herr 3>chatlll Baptist, kaiserlicher Prinz und Erzherzog von Oestreich, königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen; Ritter deS goldenen Vließes, Großkreutz des östreichisch-kaiserlichen Leopolds-Ordens, LommanäLur des militärischen Maria Theresicn-Ordens, k. k. Lensrnl der Lavallerie, 6eneral-Oirector des 6enie- und k'orli- ÜLLtionswesens, und des Neustädter Oaäettenhauses, wirklicher Hofkriegsrath, Inhaber eines Dragoner- Regiments, Herr der Herrschaft Lhernbcrg, und Protektor der k. k. Landwirkhs-Gesellschaft zu Wien« IV Mitglieder nach alphabetischer Ordnung Herr Balthasar Joseph^.nclree, Inhaber des freyen Fischhvfes zu Himberg. Herr Anton Karl Freyherr v. Barteystein, N. Oest. ständischer Verordneter, Herr der Herrschaft Ebreichsdorf. Herr Leopold Graf von Berchtold, k. k. wirklicher Kämmerer, Lommsncleur des östreichisch kaiserlichen Leopolds- Ordens, und Herr der Herrschaft Buchlowitz. Herr Maximilian Graf von e^vriLni, k. k. wirklicher Kämmerer, Herr der Herrschaften Seibers- dorf und Unkerwalkersdorf. Herr Joseph Karl Graf von Dietrichstein, Freyherr auf Hollenburg, Finkenstein und Lhalbcrg, k. k. wirklicher Kämmerer, geheimer Rath und Dice- Kanzlcr bei der k. k. vereinigten böhmisch- östreichisch- und gallizischen Hofkanzley, Erbmundschenk im Her» zvgthum Kärnthey, Herr der Herrschaften Sonnberg, Sitzendorf, Groß, Spitz, Arbesbach, Merkensteiu und Großem. Herr Franz Joseph Graf von Dietrichstein Pros kau Bestie, Freyherr auf Hollenburg, Finkcnstcin und Zhalberg, Ritter des militärischen Maria Lhcresten- Ordens, k. k. wirklicher Kämmerer, Erbmundschenk in Kärnlhen, Erblaudjägermeister in Sleyermarkt, Herr der Herrschaften Lpbochowitz, Budin, Wallischbürken und Pomeißl, Erbherr der Herrschaften^ Nikolsburg, Kanitz, Leipnik, Weis» V kirchen, Polna, Neustadt-in dek Mtkau, Oberpet« tau und Neu- Ravensburg. Herr Nikolaus vukour, Ritter von VrolML, k. k. und Eonsistörialrath, Dechant, Erzpriester und infulirter Propst zu Nikolsburg, Herr der Herrschaft Jritz. HM Nikolaus Fürst Lsterkar/von 6s- lankiiL, gefursteter Graf zu Edelstetten, Ritter des goldenen Vljcßes, GroßkreuH des k. Ungarischen St. Stephan- Ordens, Erb- Obergefpan des Oeden- burger Eomimts, k. k. wirklicher Kämmerer, geheimer Rath, Feldmarschallieutcnant, Inhaber eine- ungarifchen Infanterie-Regimentes, und Eapituin der k. ungarischen adelichen Leibgarde; Herr der Herrschaften Schwarzenbach, Pottendorf, Eisenstadt, Forchtcnstcin, Hornstein, Pöttsching, Kobersdorf, Kiktfte, Frauenkirchen, 8ütrör, Lackenbach, Lockenhaus, Günß,^Iko l,snövL, Nsmxtd^, Osobancr. Nusäk, lpol^ käsrtli, I^evenr, Bittfee, Lrtrsc^en, VsZIUess, Oerstskö, Vur6n, Lracivar, Ororn, Oomdovar, Lnpos- vsr, 8t. l,oriner, l^reür, l^apuvLr, Dörfl, Seigendorf. Margarethen, und l^inavu. Herr Karl Graf Lstrrkar^ von 6alantkg, k. k. wirklicher Kämmerer, geheimer Rath, und Herr der Herrschaften-^cs, OalantliL, 8imon/tIiorujL, Pernau, Gros Mazendorf. Herr Eugen Graf von Falkenhayn, k.e. wirklicher Kämmerer, Herr der Herrschaften Drost Und Rechberg. Herr Franz Feistmantl, ä. v.v. Hof- und Ge. richts- Advokat, Herr der Herrschaft Hinkerstorf. VI Herr Franz Graf von Fünfkirchen, k.k. wirklicher Kämmerer, Herr der Herrschaft Gteina- brunn und Neuruppersdorf. Herr Joseph edler von Habermann, ra. v. k. k. Hofrath und Leibarzt, Herr der Herrschaft Brun am Steinfeld. Herr Franz HeinLl, ä. n. v. Hof-- und Genchts- AVvokat, krLsges- Stellvertretter der k. k. Land- wirthschafts- Gesellschaft zu Wien bei der ersten allgemeinen Versammlung, Mitglied der k. k. und ständischen Ackerbaugesellschaft in Kärnthen, Herr der Herrschaften Raspach und Nexing. Herr Benedikt H e ß l, fürstlich Sintzendorfischer Hofrakh. Herr Joseph edler von Hopfen, Lt. v. Mitglied der königlich patriotisch- ökonomischen Gesellschaft in Böhmen, Herr der Herrschaft Jdolsberg. Herr Johann Ernst Graf von Hoyos, k. k. wirklicher Kämmerer, Graf zu Guttenstcin und Ho- henberg, Freyherr zu Sti^enstem, Vöstenhof und Rothengrub, Herr der Stadt und Herrschaft Horn, Mold, Raan, Rofenburg, Thürmühl, Niederkreutz- stekten, Frostsrf, Aichbichel, Putten und Katzelstorf. Herr Ferdinand Fürst von Kinsky,?. k. wirklicher Kämmerer, Herr der Herrschaften Böhmisch Kamnitz, Zlonitz, ChoHen, RoßiH und KosteliH. Herr Johann Graf L-sriscK von iVlän- nick, k. k. wirklicher Kämmerer, Landes-Haupt- mann und Landrechts-Präsident des Fürstenlhums Teschen, Deputirter nck Lonveritus publicos 8i!e» sine, Herr der Herrschaften Freystadt, Deutsche VII Leuten, Karwln, Plufchschau, Peterswald, Su- chau, Stanislawitz, Tierlitzko und Schönstem. Herr Joseph edler von Leithner, der gefamm- ten Erblande Ritter, k k. wirklicher geheimer Rath, und Vice- Präsident bei der Hofkammer in Münz. und Bergwesen. Herr Karl Fürst von Lichnovsky, Ritter des rothen preußischen Adler-Ordens, Herr der Herr» schaften Kuchellna, Grabovka, Krzischanowitz, Oder» berg und GräH. Herr Franz Fürst und Regierer des Hauses von Lobkowitz, Herzog zu RaudniH, k.k. wirklicher Kämmerer, Herr der Herrschaften ChlumeH, Gi- stebnitz, Zeltsch, Mezdrzitsch, Getrzuhowitz, Am- schelberg, Rothradeck, Skreyschon, Enzowann, Schröckensteitt, Litton, Mühlhausen an der Moldau, Eisenberg, Ncundorf, Bilin, Mireschowitz, Liebshausen und UnterberzkowiH. Herr Leopold edler von Meißl, Ritter, Herr der Herrschaft Frepenkhurn zu Mannswerkh. Herr Ferdinand Graf Palfy von Erdöd, Graf von Preßburg, k. k. wirklicher Kämmerer und Hofrath bei dem Münz- und Bergwesen, Mitglied der mineralogischen Gesellschaft in Jena, Herr der Herrschaften Stampfen und Ballenstein. Herr Andras Pausinger, i.v. o. Hof-und Gerichts-Advokat, Pächter der gräflich Khevenhül- ler- Frankenburg, und gräflich Kiifsteinifchen Herrschaften. Herr Joseph Graf von Pergen, k. k. wirklicher Kämmerer, Herr der Herrschaften Seebenstein und und Aspaug. vm Hekk Johann Graf V! ILnÄ ker 1 a 8, k. k. wirks licher Kämmerer, Obristlieutenant, Herr der Herr, schaften Paastorf, Gaunersdorfund Schrick. ^err Ernst Edler v. Kamp oni, aufMadrasuod Rosenhof, Ritter, 7. 77. O. Hof- und Gerichts- Advokat, und Grundherr zu Nußdorf. Herr Heinrich Franz Graf v. Rottenhan, Großkreutz des k. Ungarischen St. Stephan- Ordens, k. k. wirklicher Kämmerer, geheimer Rath, Staats, minister, Präsident der GeseHgebungs- Hof- Commission, und der Obristen Justitzstelle; Herr der Herrschaften Roktenhaus, Eidlik, Platten, NeusabliH, und Bielentz. Herr Karl Fürst und alter Graf zu Salm. KsikerscdeitZ, Fürst zu Krautheim, k. k. wirk- licher Kämmerer und geheimer Rath, Herr der Herr- schaften Reih, Wansko und Kdoweitz. Herr Franz Hugo Altgraf zu k. k. wirklicher Kämmerer, Maltheser Ritter, und Vireewr der^Zrioultur-8ooi«tät in Mahren. Herr Johann Paul Schurz, k. k. Postmeister m Stvckerau. Herr Johann edler von Schw ai ger, 7. v. v. Hof- und Gerichtsadvokat, Herr der Herrschaft Wirnitz. Herr Joseph Fürst von Schwarzcnberg, gcfürstctcr Landgraf in Kleggau, Graf zu Sulz, Herzog zuKrumau, Graf zu Jllerraichen, und Herr zu Kellmünz, Ritter des goldenen Vließes, k. k. wirklicher Kämmerer, geheimer Rath, kraesiäaM der k. k. Hof-Oomission in Wohlthatigkeits- Angelegenheiten, Herr der Herrschaften Witkingau, Frau- IX enberg, Postelberg, Zittolieb. Lobosttz, Kornhaus, Neuschloß, Ginonitz, Protiwin, Libiesitz, Worlik, Nektolitz, Winterberg, Chrinorv, Stubenbach, Mu- rau, Reiffenstein, Frauenburg, Authall und Neu» waldcgg. Herr Siegmund Freyherr vsnSchwiz en, k. k. Hofrath bei der böhmisch- österreichischen Hoflanzley, Herr-er Herrschaft Walldegg. Herr Prosper Fürst von Sinzendorf, g«. fürsteter Burggraf zu Winterrieden, Freyherr auf und zu Ernstbrunn, Erbschatzmeister, Oberst-Erb- land- Vorschneider, Kampfrichter und Schildträger, in Österreich unter der Ens, Oberst- Erbland- Mundschenk in Österreich ob der Ens, Ritter des goldenen Vließes, k.k. wirklicher Kämmerer, Herr der Herrschaften Gföll, Krumau, Ernstbrunn, Plan und Gottschau. Herr Gundacker Graf von Stahremberg, k. k. wirklicher Kämmerer und Obristwachtmeistee, Herr der Herrschaften Schaumburgerhof, Senftcn« berg, Zöbing, Gloshaus, Girimau, Reichenstcin, Eschelburg, Oberwallsee, und Goldwörtheramt. Herr Ferdinand Fürst von Traut manns- dorf- Wcinsberg und Neustadt am Kocher, Freyherr auf Gleichenberg, Rcgau, Burgau und Tozzenbach, Ritter des goldenen Vließes, Großkreutz des k. ungarischen St. Stephan- Ordens, k. k. wirklicher Kämmerer, geheimer Rath, Staats- und Ovaleren^- Minister, der sämmtlichen k. k> Leibgarden Oberster, und erster Obersthofmeister; Herr der Herrschaften Herrsch«», Tcinitz, Hetscho- witz, Hofau, Taschlowitz, Mcißmühl, Kumburg, Mulibitz, Gitschin, Hall, DrandeiS, Putzlitz, We. Srowill und Potzowitz. X' Herr Mors Graf von und zu Ugarre, Groß- kreutzdesk. ungarischen St.Stephan-Ordens, k.k. wirklicher Kämmerer, geheimer Rath, k. böhmischer oberster, und österreichischer erster Kanzler, Herr der Herrschaft Jaifpitz. Herr Thomas VoieLH, 7. O. v. Hos- und Gerichts- Advokat, Glas- und Spiegelfabriks- Inhaber. Herr Wilhelm Wagner, 7. v. r>. Hof- und Gerichtsadvokat, Herr Joseph von und zu Werten au, der gesummten k k. Erblanden Ritter, N» O. Landstand, Herr der Herrschaft Karlstein, Herr Rudolph Graf von Wrbna und Freuden thal, Ritter des goldenen Vließes, Groß- krentz des k. ungarischen St. Stephan- Ordens, k. k. wirklicher geheimer Rath und Obrister-Kämmerer, Herr der Herrschaften HorzowiH, Komorow, Wal- degg und Ginetz. haben uns in eine Gesellschaft vereiniget, in der Absicht, die Landeskultur in allen Zweigen zu erweitern und zu erhöhen. Die Landwirthschaft vermehret die Naturerzeugnisse, sie reichet allen Standen die Nahrung, und nur von ihr kommen die Mittel zur Befriedigung aller Bedürfnisse nnd aller Bequemlichkeiten, welche den gebildeten gesellschaftlichen Menschen von dem rohen Natur-Menschen unterscheiden. Bei dem Mangel an Nahrung gibt es keine bürgerliche Ordnung, keine innere und keine äussere Sicherheit, keine Privat- und keine National- Glückselig. reit. Eine zahlreiche bürgerliche Gesellschaft kann nur durch die Landwirthschaft dauerhaft und unabhängig bestehen. Das östreichische Kaiserthum scheint von der Natur bestimmt der erste landwirthschaftliche Staat von Europa, die Vorrathskammer für alle Völker zu seyn, welche entweder wegen der minderer» Fruchtbarkeit ihres Vaterlandes, oder weil sie die Kultur desselben vernachläßige» au Naturprodukten Mangel leiden. Die Verschiedenheit unseres Klima begünstiget den inländischen Anbau der Erzeugnisse des Nordens und des Südens. Unser Boden ist fast durchgchends sehr fruchtbar, und setzet nur an den wenigsten Orten den Bemühungen einsichtiger Landwirthe unüberstcigliche Hindernisse entgegen: Unsere Mitbürger, allenthalben die unbeschränkten Eigenthümer ihrer Producte, 2 und nirgends mehr leibeigen, find»«ermüdet arbeitsam, und richtiges Denken ist ein Hauptzug des östreichischen National- Charakters. Und dennoch ist unsre Landeskultur noch weit von ihrer erreichbaren Vollkommenheit entfernt? und dennoch müssen wir mit einem empfindlichen Staatsauswande fremdes Schlachtvieh, andere Natur- und Kunsterzeugnisse zur inländischen Verzehrung im Aus- lande aufkaufen und dadurch selbst die inländische Erzeugung immer mehr unterdrücken! So lange das Vaterland in feinem Bedürfe von dem Auslande abhängig ist, so lange kann dauerhafte Wohlfeilheit nicht zurückkehren: Und was soll denn geschehen, wenn das Ausland uns keine Nahrungsmittel mehr zukommen lassen will? nicht mehr zukommen lassen kann? Meine eigene Erfahrung hat mich überzeugt, daß unser vaterländische Boden einer besseren Kultur sehr fähig seye; daß eine verbesserte Kultur vielfach vermehrte Früchte hervorbringe. Sobald eine hinlängliche Menge an Vieh, an anderen Mitteln zur Befriedigung der Bedürfnisse und Bequemlichkeiten des menschlichen Lebens vorhanden sind; stellet sich von selbst dauerhafte Wohlfeilheit ein. Und da das Conventions-Geld, so wie das Courcnt-Geld nur in der Vorstellung, daß man dafür zu allen Zeiten die Bedürfnisse und Bequemlichkeiten des Lebens eintauschen könne, ihren Werth haben; so muß auch der Werth dieses Vor- stcllungszeichens steigen, sobald die wahren Reichthümer des Landes, welche nur in den Natur- und Kuiistcrzeug- »iffen bestehen, im Lande vermehret worden sind. Solche Betrachtungen hatten in mir den festen Entschluß hervorgebracht eine Landwirthschafts- Gesellschaft zu vereinigen, derer Endzweck ist, die Landeskultur in alle» Zweigen zu befördern um die Nahrungswege und die Nahrungsmittel zu vermehren, den Nationalwohlstand, die Nationalglückseligkeit zu erhöhen. Ich werde es immer unter die glücklichsten Ereignisse meines Lebens zählen, daß meine Bemühungen mit einem so glänzenden Erfolge belohnet worden sind; in allen Widerwärtigkeiten,«och Z auf meinem Sterbbette wir- mich der seelige Gedanke starken, der Stifter dieser Gesellschaft gewesen zu seyn, wel. che Seine Majestät, unser allcrgnädigster Kaiser und Landesvater Mit vielem Vergnügen zu bestätigen und Seine des durchlauchtigsten Herr» Erzherzogs Johann rt. kaiserliche Hohheit in Höchstihren besonderen Schuh zu nehmen geruhet haben. Ich bin überzeugt, daß aus den weitläufigen östrei- chischen Provinzen gleich anfänglich eine große Anzahl Mitglieder fich zu einem so wohlthätigen Endzwecke mit uns vereiniget haben würden, wenn sie von unserer Einladung Kenntniß gehabt hätten: sie werden sich noch an uns an- schließen, denn Vaterlands- und Menschen-Liebe haben wohl in keinem Lande der Well bei allen Ständen so fest gewurzelt wie in der östreichischen Monarchie. Aber ich fühle mich auch verpflichtet, Ihnen hochansehnliche Herrn Mitglieder! vor Seiner kaiserlichen Hohheit dem Herrn Protektor, vor der ganzen Nation das Zeugniß zu geben, daß Sie aus einer viel größeren Anzahl, die ich ebenfalls persönlich zum Beitritt eingeladen hakte, bisher die einzigen gewesen sind, welche sich gleich bereitwillig vereiniget haben. Sie sind die Vater der Gesellschaft, und wenn diese den beabsichteten Nutzen stiftet, so werden Sie den Beifall des allergnadigstcn Monarchen, den Dank des leben- den Geschlechtes, den Dank der Nachwelt einerndten: das lebende Geschlecht und die Nachwelt wöpden immer mir Ehrfurcht die Nahmen jener Männer nennen, welche Muth und Menschenliebe genug hatten die erste Hand an ein so großes, an ein so wichtiges Unternehmen zu legen. Welch' eine erhabene Vereinigung ist diese Gesellschaft gleich bei ihrem Entstehen! An unserer Spitze ist ein kaiserlicher Prinz aus dem ältesten Kaiserhause, welches schon seit mehr als Tausend Jahren der Welk Beherrscher und Gesetze gegeben hat: erhaben durch seine hohe Ge- burt, erhaben und liebenswürdig durch seine persönlichen Vorzüge, und schon seit Jahren der hohe Gegenstand der Verehrung östreichischer Gelehrten und Landwirkhe, welche mit Ehrfurcht Höchstdenftlben ia wissenschaftlicher Hinsicht 4 mehnnal die östreichischen Alpen besteigen gesehen haben. Dieser erhabene Erzherzog breitet seine mächtige Hand über die neue Gesellschaft aus, um sie wie eine junge nützliche Pflanze mit zärtlicher Sorgfalt zu schützen und zu pflegen. Männer, deren große Verdienste die Nation in den höchsten Hof-und Staatsämtern verehret, aus dem ersten Adel des Reiches, die größten Güterbesitzer biethen liebvoll dem irnadelichen Verdienste die Hand, um selbes aufzumuntern in einer gleichen Gesellschaft mit gleicher Anstrengung an dem Wohl des Ganzen mitzuarbeiten. Wer kann es künftig wagen die Landwirthschaft gering zu schätzen, welche auf eine so ehrenvolle Art in die ihr gebührende Würde eingesetzet worden ist? Der erste und wichtigste Schritt ist geschehen. In dem ersten Augenblicke dieser in den östreichi. scheu Jahrbüchern einzigen und Beispiellosen Vereinigung war eines der mächtigsten Hindernisse der verbesserten Kultur, welches in der Zurücksetzung der Landwirth- schafr und der Landwirthe bestand, gehoben. Aus den bekannten vorigen Völkern der Welt war keines größer als die Römer: und in dem Zeitraume ihres höchsten Ruhmes war ihre Ehrenvollste Beschäftigung der Ackerbau. Ihre größten Staatsmänner, ihre berühmtesten Helden wurden von dem Felde abgerufen, um die oberste Leitung des Staates und der Heere zu überneh. men, und Manchem aus ihnen wurden die Zeichen der höchsten Macht gebracht, als er eben hinter dem Pfluge herging. Der römische Ackerbau verfiel erst mit der rö- mischen Größe: mit der Kultur der Völker steht die Kultur des Landes in der engsten Verbindung. Es gibt keine Beschäftigung, welche der größten, der aufgeklärtesten Männer würdiger wäre, als die Landwirthschaft: sie ist-er Vcreinigungspunkt aller nützlichen Künste und Wissenschaften, welche ihren höchsten Gipfel nicht erreichen können, wenn die Landeskultur zurückbleibet: der Landwirth ahmt den Schöpfer nach, indem er der Natur auflegt eine größere Menge Produkte zur Ernährung des Menschengeschlechtes hervorzubringen. L Unsere erste Vereinigung war unser ftcyer Wille. Seitdem selbe von Seiner Majestät bestäktigek worden ist, seitdem wir nns heute hier das erstemal öffentlich versam» melk haben; seitdem sind wir verpflichtet alle vereint und jedes Mitglied insbesondere alle Kräfte anzuwenden, dem schönen, dem erhabenen Ziele naher zu kommen. Seine Majestät haben durch die in so ungewöhnlich gnädigen Ausdrücken herabgelangte Bestättigung der Gesellschaft in unS das Zutrauen gesetzt, daß wir zum Wohl des Vaterlandes und der Menschheit die Kultur zu heben nicht ermüden werden: dieses allerhöchste Zutrauen müssen wir zu verdienen und dadurch vor der ganzen Welt zu rechtfertigen uns bestreben. Die Nation sieht uns heut versammelt; sie fasset Erwartungen, die wir nicht täuschen dürfen. Wir Müssen Nutzen stiften oder wir haben geschadet, keinen Mittelweg gibt es hier Nicht: denn das Verfehlen unseres Zieles würde jede ähnliche Vereinigung auf viele Jahre zurücksetzen und das Miskraucn der Völker ick die Nützlichkeit solcher Gesellschaften vergrössern. Wir sind aber auch berechtiget zu fordern, daß man von uns nicht mehr erwarte, als wir zu leisten im Stande sind. Die Gesellschaft hat gar keine Zwangsmacht, sie muß ihren Endzweck, die Vermehrung und Veredlung der Produktion zu erreichen suchen ohne in das Privateigenkhum und in die Rechte einen Eingriff zu wagen; sie hat keine andere Gewalt, als welche sie sich durch überwiegende Kenntnisse, durch einleichkende Nutzbarkeit über die Herzen der Völker zu erwerben wissen wird: sie hat keine andere Mittel als Lehren, Beispiele und Er- munlerungeii. Die Lehren wirken auf den gemeinen Mann nicht eher, dis er durch Muster, durch Beispiele von der vorrheilhafttn Anwendbarkeit derselben, den Beweis vor seinen Augen sieht; Musterhafte Wirthschaften sind da, wo sie noch nicht bestehen, nicht gleich hergestellt; zu Ermunterungen durch Gremien mangelt es der Geftllschafk noch ganz an einem Fonde; und von den Völkern selbst, von der Anzahl der sich mit uns aus allen Provinzen vereinigende» tüchtigen Mitarbeiter, von dem Zutrauen, 6 welches uns unsere Mitbürger früher schenken werden, wird es mit abhängen, ob wir früher ihre Erwartungen zu erfüllen im Stande seyn werden. Die Grundlage zu unsere» Arbeiten soll eine genaue Kenntniß der vaterländischen Natur- und Jndustrialer« zeugniffe, des itzigen Zustandes der Landeskultur seyn, an -essen Erhöhung wir gleich Hand anlegen müssen. Jeder Beitrag Sachkündiger Männer seye uns dabei willkommen. Wenn wir allenthalben thätige und einsichtsvolle Mithel, fer antreffen; so werden uns die Hindernisse nicht verborgen bleibe», welche bisher die Kultur aufgehalten haben; wir werden aber auch auf der Oberfläche der Erde, in dem Inneren der Berge und Thäler neue Schätze finden, die uns zum Theil noch ganz unbekannt sind, oder die wir izt nur bei dem Auslande suchen: wir werden an unserem Vaterlande neue Vollkommenheiten entdecken, welche uns zu neuen Untersuchungen aufmuntern, und uns immer mehr mit unsrer Heimath bekannt machen, in welcher leider viele unserer Mitbürger noch fremd sind: der Patriotismus, der schon izt so viele Völker von so verschiedener Abkunft und Sitten durch das Gefühl ihres Glückes eng vereiniget, wird ein neues unauflösbares Band erhalten: den» die Vaterlandsliebe ist nur eine Wirkung des Gefühls und der Betrachtung jener Vollkommenheiten und Vorzüge, welche das geliebte Land an sich und in^»ergleichung mit anderen Ländern in seiner natürlichen Beschaffenheit, in seiner politische« Verfassung, in ähnlichen Gesinnungen seiner Einwohner voraus hat. Und wer in seinem Vaterlande fremd ist, der kann selbes nicht lieben. Durch solche Untersuchungen wird sich unser Blick erweitern, wir werden unsere Bedürfnisse und die Mittel ihnen im Jnlande abzuhelfen, wir werden die Bedürfnisse des Auslandes und wie wir aus denselben Vortheil ziehen mögen, besser kennen und benützc» lernen. Die Industrie wird einen festen Grund erhalten und von dem Auslande unabhängiger werden; die Handlung wird einen mehr activen Staatsnützlichen Schwung nehmen. Ein allge- 7 meiner Geist der Beschäftigung, ein allgemeiner Sinn zu großen Unternehmungen wird sich durch alle Stande verbreiten und große Dinge hervorbringen. Durch die Erhöhung seinerKultur ist das öfterreichiMe Kaisertum das erste Reich der Welt, dessen Einwohner stolz darauf seyn können diesem Lande anzugehören.— Bei andere» Völkern bestehen seit langer Zeit unter verschiedenen Benennungen Landwirthschaftsgesellschaften, und dennoch ist die Kultur ihrer Länder im Allgemeinen bei der erreichbaren Vollkommenheit noch nicht angelangt. Es seye mir erlaubt hier den Ursachen dieser Erscheinung nachzuforschen, damit wir durch fremde Erfahrungen belehrt nicht auf den ncmlichen Abweg gerathen. Manche Gesellschaften habe» sich zu dem grossen und schweren Werke, die Landeskultur im Allgemeinen zu höben, verbunden ohne durch bestimmte Statuten sich selbst d,e Mittel und die Wege vorzuzeichnen, auf weichen sie Hand in Hand dem Ziele zugehen wollen. Jedes Mitglied geht seinen eigenen Weg, jeder will nach seiner Art wirken, die einzelnen zerstreuten Krastanwendun- gen sind bei einer so grossen Last vcrlohren, da das vereinte Zusammenwirken auf dem nemiichen Wege jedem die Last erleichtert haben würde. Bald sehen die Mitglieder ein, daß sie bei allen ihren Bemühungen nicht weiter kommen: Anstatt die Ursache davon in dem Mangel an einem festen gemeinschaftlichen Plane zu suchen, glauben sie selbe in der Unmöglichkeit in Kuüurssachen eine allgemeine Aenderung hervorzubringen, gefunden zu haben: ihr Eifer erkaltet; diese Gesellschaften erwschen, ohne Nuyen gestiftet zu haben, und wenn sie dennoch fortbestehen, so ist es nur um den Nahmen beizubehalten: sie dienen nur dazu die Erwartungen der Völker zu tauschen und der Welk einen geringen Begrif von der Nützlichkeit der Landwirthschaftsgeselljchaften überhaupt beizubringen. Wir haben uns gleich anfänglich bestimm.e Statuten vorgeschrieben, nach welchen wir mit vereinte» Kräften zum Ziele wirken wollen. Zu Folge der darüber herabgelaug- 8 ten allerhöchsten Entschließung wird ein Ausschuß gewählek werden, welcher die Statuten noch einmal genau durchsieht, und bei einer allgemeinen Versammlung zu einer neuen strengen Prüfung in Vertrag bringet. Indem uns die Ehre vorbehalten ist, der Gesellschaft ihre Verfassung zu geben, wollen wir die Wichtigkeit dieser Pflicht erkennen; und dabei immer vor Augen haben, daß wir izt die Verfassung bilden, daß aber künftig die Mitglieder durch die Verfassung gebildet werden, daß daher die Gesellschaft gleich vom Anfange auf einen Abweg gerath, wenn ihre Statuten nicht zum Ziele führen. Andere Gesellschaften haben sich wohl auch nach einem bestimmten Plane zusammengesetzt: allein dieser Plan selbst war dem vorgesetzten Endzwecke entgegen, indem sie auf eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern beschenket sind, und diese Mitglider wohl gar aus einem bestimmten Stande herhohlen müssen. Ihre leidenschaftliche Liebe zur Landeskultur ließ die ersten Stifter die Beschrenktheit ihrer Kräfte nicht sehen oder sie kannten die Größe und Schwere ihrer Unternehmung nicht: in jedem Falle steht die Kraft mit der Last in keinem Verhältnisse, in jedem Falle ist die Last grösser als die Kraft und es ist natürlich, daß der Endzweck nicht erreicht werden könne. Wenn die Landeskultur im Allgemeinen verbessert werden soll, so muß die Gesellschaft mittelbar oder unmittelbar auf die Millionen Menschen wirken, welche sich mit der Kultur der Erde, mit der Veredlung der Produkte und mit der Verfertigung der dazu nöthigen Werkzeuge beschäftigen. Selbst die oberste Staatsverwaltung kann durch eine kleine Anzahl von Mitarbeitern eine zahlreiche Nation nicht lenken, wie kann denn eine mit gar keiner ZwangSmacht versehene Gesellschaft hoffen, durch eine sehr beschrenkte Anzahl Mitglieder auf Millionen zu wirken? sie wird nur dort wirken, wo sie Beispiele aufstellen, wo sie belehren, wo sie ermuntern kann, und dieses zu thun wird sie nur dadurch in den Stand gesetzek, wenn sie in allen Gegenden ihre Mitglieder hak. 9 Muß die Gesellschaft die beschränkte Zahl ihrer Mitglieder aus der Klasse der Güterbesitzer wählen; sind davon derselben Beamte, derselben Seelsorger, andere verdiente Männer ausgeschlossen; so werden die meisten ihrer Unternehmungen scheitern, weil sie die Ausführer derselbe« von der Vereinigung ausgeschlossen haben. Die Großen der Völker, die GüterbesiHer müssen Antheil an den gesellschaftlichen Arbeiten nehmen; durch ihr Vermögen, durch ihr Ansehen, durch ihre Kenntnisse können sie selbst, und durch ihre Beamte und Seelsorger am meisten auf das Volk wirken; aber ihren Beamten und Seelsorgern, anderen verdienten Männern darf der Eintritt in die Gesellschaft nicht verwehret seyn. Bei der Aufführung eines Gebäudes wird nur auf die Geschicklichkcit und Thätigkeit der Arbcitsleute hingesehen: ohne aller anderen Rücksicht wird dem Geschicktesten, dem Thätigsten der Vorzug zuerkannt. Die Landwirthschaftsgesellschaften wollen das Gebäude einer verbesserten Landeskultur aufführen: können sie wohl in der Wahl ihrer Mitarbeiter nach anderen Grundsätzen vorgehen, wenn sie sich nicht von ihrem Ziele entfernen wollen? Besteht eine Landwirthschaftsgesellschaft NUk aus Gelehrten, aus Männern, welche keine Wirthschaft besitzen auch sonst die Oekonomie nicht ausgeübet haben; so wird sie das Zutrauen der Landwirthe nicht erwerben: in der Voraussetzung, daß sich die Erde und die Menschen in der Wirklichkeit so verhalten, wie sie sich beide in ihrer Studierstube eingebildet haben, werden sie Systeme bauen die nur auf ihre Bücher gegründet sind; sie werden ihre Meinungen für ausgemachte Wahrheiten vortragen und von den Landwirthen blinden Glauben wie von ihre» Schülern fordern, und gerade dadurch alle Glaubwürdigkeit verliehren. Jede Landwirthschaftsgesellschaft, die nur immer leh. ren will, ist unduldsam, weil sie die Menschen so folgsam, wie ihr Papier haben will; sie erhöbet nur jenes, was von ihr und von ihren Mitgliedern herkömmt und behandelt alles übrige mit Geringschätzung: sie ist von ih- rer Richtung bereits abgekommen. Lt) Wenn die Landwirrhschaft schon eine auf lauter ausgemachten Lehrsätzen beruhende Wissenschaft wäre, so brauchten die Völker keine Landwirthschaftsgesellschaften, welche der Wahrheit in der Erfahrung erst nachforschen sollen. Wenn sich die Gesellschaften diesen Theil ihrer Bestimmung immer gegenwärtig halten; so werden sie auf ihre Kenntnisse und Erfahrungen mißtrauisch seyn, und darum gerne jeden Beitrag der Gelehrten und Oekonomen mit Dank annehmen, wenn dieser Beitrag wirklich eine ihnen schon bekannte Thatsache enthielte oder wenn selber auch ohne Zierlichkeit vorgetragen ist. Oft dem geschicktesten Oekonomen mangelt die Fähigkeit sich zierlich auszudrücken; und eben nur durch vielfältige in verschiedenen Theilen des Landes bestätigte Thatsache» kann man in der Landwirthschaft endlich auf allgemeine Resultate kommen, welche mit Sicherheit als bewährte Lehrsätze in ein Lehrgebäude zusammengetragen werden können. Die Gelehrten und Künstler müssen mit den wirklichen Landwirthen wie die Theorie mit der Ausübung vereiniget ftp»; die Theorie und die Ausübung dürfen von einander nicht getrennt werden; denn die letztere liefert die Wirkungen, deren Ursachen die Theorie nachforschen soll um selbe mehr der menschlichen Willkühr zu unterwerfen. Nichts ist dem Endzwecke der Landwirthschaftsgesell- schaften schädlicher, als wen» sie, entweder weil sie in der Wahl ihrer Mitglieder bcschrcnket sind oder gar aus Privat-Rücksichten einem verdienstvollen Manne die Aufnahme zum Mitglied verweigern, oder wenn ste unter ihnen Unwürdigen einen Platz vergönnen. Geschieht das letztere; so wird ein Unwürdiger den andern nach sich in die Gesellschaft ziehen: denn da er unter Männern von Kenntnissen und von Verdienst nicht auf seinem Platze ist; so muß er Achuliche um sich versammeln. Aber aus der ncmlichcn Ursache werden sich die verdienstvollen Männer von der Gesellschaft zurückziehen, sie wird bald nur aus Mitgliedern bestehen, welche weder wissen, warum sie LL eigentlich beisammen sind, noch die Mittel kennen, ihren gesellschaftlichen Endzweck zu erreichen. Wird aber dem verdienten Manne der Zutritt verweigert; so verliehrt die Gesellschaft nicht allein einen thätigen und geschickten Mitarbeiter, sondern sie schwächet auch ihren Einfluß und verliehrt an Ansehen, welches ihr nur das Verdienst verschaffen und erhalten kann: sie wird verschrien, es ist nicht mehr wünschenswerth unter ihre Mitglieder aufgenommen zu werden; sie sinket in Ohn- macht, aus der sie sich schwerlich mehr erhöhten kann. Wo die Regierungen sich darauf beschränken, die Bemühungen der Landwirthschaftsgesellschaften nicht zu hindern, dort werden diese ihr Ziel nicht erreichen können. Zu der Beförderung des Produktenab- satzes, der ersten und unablaßigsten Bedingung zur Produktions-Vermehrung, sind zuweilen Vorkehrungen nöthig, zu welchen nur die öffentliche Verwaltung berechtigt ist: Und die Mitglieder selbst brauchen die Aufmunterung des Staats um in ihren Anstrengungen bis an das Ziel auszuhalten. Die ersten Mitglieder versammeln sich aus Vaterlands- und Menschenliebe. aus Liebe zur Landeskultur. Besonders im Anfange fordert ihre Arbeit vielen Muth und Beharrlichkeit: denn die Last, die sie höben wolle», ist nicht gering. Viele, welche mitarbeiten könnten, bleiben auf der Seite stehen, bis sie sehen, ob sich die Last höbt: bleibt sie unbeweglich, so spotten sie die Arbeiter aus und diesen Spott zu ertragen, muffen die Stifter Muth und Menschenliebe genug haben: höbt sich die Last; so springen von allen Seiten Helfer herbei um an der Ehre der Ausführung mit Theil zu nehmen. Geschwind kann sich aber die Last nicht höben und Beharrlichkeit wird den Mitgliedern immer nöthig seyn. Die Mitglieder sind Menschen, wenn sie für alle ihre Anstrengungen nichts einerndken als das Fingerzeige» ihrer Mitbürger; so muß endlich ihr erster Eifer erlöschen. Um dieses zu hindern, sollten die Staats- Verwaltungen mit Aufmunterungen hinzutretten, damit das Werk äusgefüh- 12 ret werde, aus welchem sie und ihre Völker den größten Nutzen ziehen. Wie glücklich sind die Zeichen, unter welchen wir unser Werk beginnen! Seine Majestät haben Ihren ian- desväkerlichen Blick Mit Milde auf unS gewendet, und öffentlich erklärt, daß Allerhöchstdieselben unsere Vereinigung mit vielem Vergnügen sehen: Seine Majestät haben bewilliget, daß Allerhöchst Ihr Herr Bruder, der geliebte Erzherzog Johann rc. die Gesellschaft in Höchst Seinen besondern Schutz nehme um Ihren Völkern, um der ganzen Welt zu zeigen, wie nahe Allerhöchst Ihrem landesväterlichen Herzen unser gesellschaftlicher Endzweck liege; wie sehr Allerhöchstdieselben wünschen, daß jeder tüchtige Mitarbeiter sich an uns anschließen möge um früher zum Ziele zu gelange». Seine kaiserliche Hohheit, unser erhabener Protektor, Höchstwelche heute durch Ihre persönliche Gegenwart in dieser Versammlung uns öffentlich Ihre Gnade und Wohlgewogenheit zu erkennen zu geben geruhet haben, werden Höchst Ihre schützende Hand von der Gesellschaft nicht abziehen, so lange diese ihrer Bestimmung zugehet: Selbst Landwirth und Gelehrter werden Seine Kaiserliche Hohheit mit sachkündigem Auge die Arbeiten der Mitglieder bemerken, und die Verdienste derselben zur Kenntniß Seiner Majestät vor den Thron zu bringen geruhen. Die Anzahl unserer Mitglieder ist nur durch das Verdienst beschränket: keiner soll zum Mitglieds aufgenommen werden, welcher die statutenmäßigen Ver, dienste nicht hat; keinem soll die Aufnahme verweigert werden, welcher dazu geeignet ist: es soll dabei kein Unterschied der Religion und des Standes stakt haben. Praktische Landwirthe, Gelehrte, Künstler, jeder, welcher zur Erreichung des gesellschaftlichen Endzweckes beiträgt, ftpe uns willkommen. Unsere Pflicht sey es dem verborgenen Verdienste nachzuforschen, um demselben die verdiente öffentliche Achtung zu verschaffen und es gemeinnütziger zu machen. Unsere Gesellschaft werde der Mittelpunkt, an welchen jeder Einzelne seine Kenntnisse und Erfahrungen 1Z hingibt, und von welchem sie nach überstandener strengen Prüfung ohne allem Rückhalt mit edler Freymüthigkcit nach allen Richtungen wieder jenen mitgetheilt werden, die daran Mangel leiden. Bei uns vereinige sich die Theorie der Landwirthschaft mit der Ausübung. Der ausübende Land- wirth werde durch den Gelehrten, durch die Resultate des wissenschaftlichen Denkens in der Ausübung weiter geleitet, und die Theorie bereichere sich durch die Resultate der Ausübung mit, neuen Kenntnissen. Wir wollen es uns angelegen seyn lassen, zerstreute landwirkhschaftliche Kenntnisse zu sammeln, zu vereinigen, zu ermuntern, durch manichfaltige Versuche zu erweitern nnd durch das ganze Land zu verbreiten. Wir wollen unsere Kenntnisse und Erfahrungen auch dem Auslande nicht vorenthalten, damit selbes dagegen uns seine Kenntnisse und Erfahrungen mittheilen möge. Erhaben, göttlich erhaben ist unser Ziel, es heißt: Beglückung der Menschheit. ! i- r Z IMWW8WWWWWWW M" DW ^'.L3>W>^7«'!: K. S' M '^ I r- kx Kr^ HLxM^MX 7M FM^ M M« Vx, M-' X..r^ W.>- M MM « <^ r"'^k'-P'«M^- EM^Mg ^^''sF--''^ M M ^ M"-d! -MWWM. MM«Ä WU'^^LM. MHHLM ^Z^O; AKÄ/MH U KWU-^U^'.' z M-M- L^Z^^Ud^'«»4^- ftu. s ...''' K^kEM