Wisnei- 81güi-8ibSioi>>eI< 4574^ ."^'! /ZWWUjW !! M. Oesterreich über alles/ Wann es nm will. Das ist: Wohlmeynender ^ LWM Wie Mittelst einer wohlbestellten 8stM§8- Occonomre- Die Kayserl. Erb--Lande in kurtzem über alle andere Staaten von Europa zu erheben/und mehr als einiger derselben/ von denen andern mäepenäsnrzu machen. P. W. V. H. RegmjpurI/ Verlegts Johann Conrad Peetz/1727« 8^ (M« §, Vorrede An den geneigten Leser. >Arm unter die Kennzeichen eines guten Buchs besonders dessen wie- derhohlte Auflagen gerechnet werden/ so darff wohl niemand zweiffeln/ daß gegenwärtige Schrifft/ Oesterreich über alles genannt/ einen allgemeinen Beyfall und Lob verdiene: Dann es ist bekannt/ daß sie seit 1684. da sie das erstemahl durch öffentlichen )(2 Druck Vsrrede Druck zum Vorschein kommen/ we-^ gen ihrer Güte in Leipzig/ Nürnberg und Regenspurg zu verschiede-^ nen malen wieder eckret und aufge-< kauffet worden.- Der gelehrte^mor derselben war ein Herr von blomeck, nicht< zwar der bekannte Onocarus von, HomeLk aus Steyermarck/ wel- e cher ein^8. einer Oesterreichischen^ Historie in Teutschen Reimen hin-, rerlassen; sondern/ wie die l-iterL^ miriLles auf dem Titul- Blat bezeu- r gen/ der berühmte kdrl. MIK. von r k-Iomeck, weil. Sr. Durch!. Lmi- j NLN2 des Hrn. Larö. von Lamberg/ 5 Bischoffens zu Paßau undKayserl. j krlNLipLl-OommiÜLrtt zu dem für-! wahrenden Reichs-^onvem in Re- e gensp. geheimder Rath u. Hochan-< sehnl.Gcsandter/welcher diesen Auf- k satz zu Dreßden verfertiget/ daselbst^ er Vorrede» ^ er auch von einem hohen klimKer, l- seiner guten Imemion und Absicht ^ wegen/ billig Mrocirmet/ und ^ gleich im erstell Jahr zweymal zum Druck befördert worden, ll Der eigentliche Inhalt dieser t Schrifft bestehet in allerdings pra- ll Äicadlen Vorschlägen zu nützlicher ^ Verbesserung der Lands- Ocono- ll mie in Oesterreich/ oder daß ich die ^ rechte Wahrheit sage/ in einem mehr b als Sonnen-klaren Beweist/ daß l- das Ertz- Haust Oesterreich mit still nen zugehörigen Erb- Landen/ als ° Ungarn/ Böhmen/ Schlesien und / Mahren/ in Betrachtung deren na- '» tätlichen Gaben und Überflusses al- ler erdenckltchen Nothwendigkeiten eines beglückten Staats/ über alle lf andre Staaten von Europa seyn ^ könne/ wann es nur solche Gaben t genieffen/ und sich dieselben durch k-)(3 Er- Vskkede. Errichtung nöthiger^lanufaLkurm und Oommercien zu nutze machen wolle. Ich achte für überfiüßig/ ein mehrers hievon zu gedencken/ weilen der Herr Verfasser dieses Werckleins/ gedachten Titul sechsten gleich in der ersten Abtheilung seiner Schrifft weitlaufftig erkläret hat; zu geschweigen/ daß das vorgebrachte Kupffer-Blat quasi in fromilpicio den Haupt-Zweck und Inhalt des gantzen Buches also deutlich prXchntiret/ daß ich mit demselben viele Worte ersparen kam Wolke aber jemand denZlorieus- anscheinenden Titul dieses Werckleins wider die lmemion des^u- wris aus eine andere Art attnquiren/ und von dem Oeconomischm Interesse auf politische krXroMiven verfallen/ so würde er auch hierinnen bald totum Ar^umeMutn conce- Vstkede. Men müssen. Dann consullreter die OeoZmpKos, so zeiget ihm^nrt. ^eilerus in seiner^popoZrapbie von Oesterreich/ wie die gütige Mutter der Natur/ dieses Ertz-Hauß und dessen Erb- Königreiche mit allen Lerie6eü8,die nur zur Vollkommenheit eines glücklichen Landes 6e66e- riret werden können/ gar reichlich Versehen habe. Wer sich die Mühe geben will/ in die Historie zu lausten/ um darinnen das Oesterreichische Alterthum und dessen heutigen Ehren- Ruhm aufzusuchen/ der wird aus loan. Ouspmiam Oelcriptione /^u- iiriL, und 6er. 6e Koo^rmalibus Kerum ab^ulinaeiZ krincrpibus ZeLiarum, besonders aber aus Sigmunds von Bircken Oester- reichischer Ehren-Spiegel/ inglei- chm aus Joh. Jacobs von Wem- X 4 gar- Vorrede. garten Fürsten-Spiegel oder Monarchie des Ertz- Hauses Oesterreich davon völlig überzeuget werden. Der über goo. Jahr lang geführten Kayser-Würde/ und aller mit solcher verbundenen Reservaten anjetzo nicht zu gedencken/ weil es wider unser InLwmm laustet; wir haben durch diese Schrifft mehr nicht gesuchet/als den geneigten Leser zu animiren/nicht nurOesterreich sein Glück zu gönnen/ sondern auch zu der hernach mrenöirten Staatö- Verbesserung unsers Teutschen Vaterlandes/ so viel an ihm ist/ beyzu- tragen.JnHoffnungdessen/wünsche dem geneigten Leser/ nebst allem Seelen-und Leibs-Vergnügen/ein gelassenes Gemüth/ die Wahrheit zu hören/ und einen also krafftigen Vorsatz/ derselben zu folgen. Der- NLcMZW Berzeichnüß der Abtheilungen. I. Absehen des^ncoris, und Rechtfertigung des Tituls. i H. Veranlassung zu diesem Merck. Teutschland will in Erhebung inländischer LlanufaNureN und Lommercien einen Vorgänger haben; daß solches nie- mand besser/ als Jhro Kayserliche Majestät seyn könne.§ M. Ob unter gegenwärtiger Kriegs- Unruhe von der Lands- Oeconomie m handeln sey? Was denen bißherigen?roponer»ren m Sachen der Lands- Oeconomie, von OZ(G) M von ihrer eigenen und der Kaufleute Seiten im Wege gestanden» is v. Von was für Kaufleuten diß Orts die Redesey. 12 vi. Was fürHLndernüß der kropoaermn von Seiten des Hofs entstanden, i? Vü- Ob denen Nachkommen im Gelverb mehr nicht/ als ihren Vor-Eltern zu thun obliege? i8 iix, Was bey Dingen/ so unter die Landes- Oeconorrüe gehörig/ insgemein zu bedencken. 22 ix. Neun Lands-osconomische Haupt- Reguln. 28 x. Der Kayserlichen Erblande natürliche Gaben/und zum Behuffmenschlichee 8uK6lkcvtz auswecffende Güter, zz XI. Mangel und Abgang an Gütern in den Kayserlichen Erd-Landen. 4c x;i. LiiLnciL der in denen Kayserlichen Erb: Landen fallender und abgehender Güter. 4S xm. Schluß oder Folgeren so aus dieser Lüancm zu ziehen. 49 XIV. Falsche Einwendungen/ warum denen Erblandm bey ihrem natürlichen Über- AZ(O)§U Überfluß der Mangel an Geld zu gut zuhalten.§x XV. Ob die Teutsche/ in ipecie, die Kay- ftrliche Erb-Länder zu den commer- cien und NanMQuren nicht natürlichen Verstands und Geschicklichkeit genug besitzen. xvi. Welcher Massen die erste Regul einer richtigen Lands- Oeconomie in den Erb-Landen beobachtet werde. 6i XVII. Von Obiervantz der andern und dritten Oeconomischen Regul in den Kayserlichen Erbsünden. 69 XHX. In was Maaß die übrige 6. Re- guln der Lands-Wirthschasst in Obacht kommen. 74 xix. Ob rathsamlich/ daß die Erb-Ländi- sche Oeconomie so nackend für Augen gelegt worden. 8z XX. Von weme die keiormirung unrichtiger Lands- Oeconomie zu gewar- ten. 87 XXI. Wie die R.e5ormacion der Landes- Oeconomie unfürgreifflich anzustels len« 9s xxu. Daß die kraxis der fünfften Regul MZ(A) M gul durch das Verboth der vier auswärtigen Haupt-^LnufLüuren/ als Seiden/ Wollen und Leinen/ auch FrantzösischerWaareanzugreiffen.9Z XXIII. Warum nicht andere glimpfflichere Mittel/ als das gäntzliche Verboth auswärtiger^ianufMuren an die Hand zu nehmen. 99 xxiv. Die Einwürffe gegen das Verboth ausländischer Waaren werden abgefertigt. io6 XXV. Daß die Tuch- und Wällen- Zeug- NariukaÄur in die Erb- Lande M pflantzen/ nicht von solcher Schwer rigkeit/ als man sich fürftellen möchte; und erstlich von Genüge der rohen härene und der Arbeiter/ so das Zu gehörig. iZ7 xxvi. Von förderlichen Genüge der Ger spünst und Seiden. i44 xxvii. Wie die Güte inländischer nufaÄuren zu erheben/ daß sie denen Ausländischen nichts nachzugeben habe. 147 XXVIII. Von dem keZIemenr der Zünff- ten; guten HLÄameuc fremder in die Rs(G)KW die Erb-Lande kommender Künstler und Verleger; Credit/ Sicherheit der Capitalien zum Verlag/ vermöge Gewißheit des Verschleißes; Aufrichtung Verlegers- Compagnien; Verboth auswärtiger häriner Zeige und Lombaün, auch des Hinausführens der inländischen rohen Wolle und Flachses/ auch Der Gespinst; Schirmung und Ehrung Inländischer Künstler und Verleger. Is2 XXIX. Von förderlicher Einführung der Frantzösischen Waaren. 162 xxx. Welcher Orten in denen Erb-Landen jede HLLQutaüur hin zu verlegen. 164 XXXI. Anführung desjenigen/ so weiter aus dem Verboth der ausländischen/ und Erhebung der inländischen vier Haupt- öisnulLÄuren erfolgen würde/ und leichte Berührung der kra- Kic übriger Lands- Oecoovmischer Reguln» 168 xxxii. Aufrichtung der Kayserlichen Oom- mereien-StMn. 184 xxxm M(G)M XXXIII. Die Kayserl. Erb-Länder übertreffen in der Maaß ihrer inäexen- äevtz/ wann sie wollen/ alle andere Staaten von Europa» 187 Anhang oder unvorgreiffliches krojeK, zu Stellung einer Armee von hundert tausend Mann aus dmKayserlickm Erd-Ländern. 198 OtffW- (I) Oesterreich über alles/ Wann es nur will. i. ^ E Rechtfertigung 'Ch habe mir vorgenommen/ zu erweisen/ daß Oesterreich über al, !es seyn könne/wann es mir wolle. Diesen seltsamen Titul ackte ich mich befugt für dieses kleine Werck zu setzen nach dem Recht der Eltern/ welchen frey stehet/ ihre Kinder zu nennen/ wieste wollen. Und nach einem andern Recht aller Menschen/will ich dieser memerV^rt/ wie Versprecher/ also Ausleger senn. Durch vor- angesetztes mein Oesterreich versiebe ick nickt blosser Dinge das Melt-belobte/ zu beyden Sei en des A Donau- UK(2) ZM Donau-Strohms erstreckteErtz-Hertzsgthum dieses Nahmens; sondern anbey alle und jede des Teutschen Oesterreichischen Ertz-Hauses/ es seye in- oder außerhalb des Römischen Reichs gelegene Erb- Königreiche und Lander/ demnach Ungarn mit darunter begriffen. Durch mein alles/ will ich nur das Christliche Europa gegen dieselbe auf die Waagschal gelegt haben/ als mit welchem uns unvergleichlich mehr/ als mit allen andern Theilen der Welt zu thun kommt. Die Uberrrefflichkeit/ woraufdie gantzeIrag gestelletist/ setze ich in den von andern Marionen möLpenöirenden/ es sey würcklich gegenwärtigen/ oder doch mögli- chen Überfluß menschlicher Nothdurffren und Lequernlichkeiren/ in ffecie Goldes und Silbers. Diesen bißhero vielleicht wenig ver- merckten/ dannenhero unvermutheten Vorzug/ wann ich unserm Oesterreich zuschreibe/ und gleichsam in seine Willkühr stelle: So wolle mein Leser durch etwan ein vorzeitiges stillesUrtheil mich nicht dafür ansehen/ ob gedächte ich ihm irgend mit ungereimten karaäoxig und Großsprechereyen/ oder unpraLliLirlichen Anschlagen das Maul zu machen. Er fasse sich mit einer kleinenGedult/ und nehme die Tätigkeit/ sich auf den Erfolg dieses Werckleins verweisen zu lassen/ der ihm hoffentlich den Ernst/ und allen Glauben und Tbunlichkeit in die Hände legen wird. Und wolte GOtt/ Oesterreich liesse sich so leicht den Willen/ zu rechtmäßiger Leneiici- rung seiner natürlichen Gaben und Vortheil einließen/ als leicht ihm durch die eit selbst solle erwiesen werden/' M all ha eti E' T V es da au W! an au sch tch! W ds m G MH(z) KU wachung und Erhebung/ wahrhafftig einig und allein riechst GOtt an seiner eigenen Willkühr behänge» I?. Veranlassung zu diesem Werck/ Teutsch- land will in Erhebung inländischer vuLÄureN und Lornmercien/ einen Vorgänger haben. Daß solches nie? wand besser als Ihre Käyserliche Majer siät seyn könne. M mich hierzu veranlasset/ gestehe ich gern/ daß es das bekannte/ zu Anfang dieses Jahrs heraus gekommene Tra- etatlein/ Tcmjcbland über Frankreich sey. Es wird unter andern darinn erwiesen/ daß wann Teutschland stch bemühen wolle/ Frantzöstschee Waaren müßig zu gehen/sich seine Nothdurfft/wiü es wohl könte/ daheim selbsten zu verschaffen/ und dafür sein Gutes/nunmehr gleichsam rasend him auslauffendes Geld im Beutel zu behalten/ so würde es in kurtzem seiner Armuth/ und vielen andern Mangeln nicht allein gesteuret/ sondern auch die Französische hochgebrüstete/ durch Teuv fches Geld/ zu Teutschlands Untergang bemu- thigte Nation/ an Reichthum und Kraffren übers troffen/ und unter ihm gedemüthiget sehen. Jes doch erkennet der daß von einem allges Meinen Reichs- Schluß zu Regenspurg solches Glück unserm Vaterland schwerlich zu verhelf- A 2 nn; OZ(4) sen; worimen er dann meines Erachtens nicht"" allerdings unrecht daran ist/ allermassen/ leider»^ nur gar zu hell am Tag liegt/ daß nicht aller Trost> und Rettung so gar auch in gegenwärtiger/ von^ unsern zwey geschwornen Feinden/ aus Ost-und Westen abhängender äusserster Noth/ dannenhe-^ ro zu gewarten. Ja wann noch endlich lauter y Churfürsten Johann Philippsen von Schön- o born/ nacheinander zu Mayntz waren/ die/ wie^ er/ zu begreiffen wüsten/ was dem Reich an der^ Einrichtung seiner Commercien gelegen/ und die§ den Willen und Eyffer hätten/ etwas dazu zu-^ thun/ zugleich den Muth davon zu reden/ und die' sodann von andern darinnen lbcunckret würden/. so möchte sich vielleicht noch etwas auf selbigem Wege hoffen lassen. Da nun aber solche Hoff-§ nung zugleich mit diesem grossen Churfürsten zur Ä Aschen worden/ so giebt gedachter Tractat gleich-. sam einen Fingerzeig/ es selten sich die furnehm-^ sten Reichs-Stände eintzeler weiß/ jeder in sei-^ nem eigenen Hauß/ die wahre Lands-Oecono-« mie( denn zwischen dieser und der Eameral-^ Oeconomie ein weiter Unterscheid ist) durch des-> sere Einrichtung des Gewerbs und der lMnuka-- Äuren/ empfohlen seyn lassen; denen dann durch s Erkennung der Thunlichkeit/ Anlockung des Ge-» winns/ und eine löbliche Nacheiferung/ sich die übrige bald zugesellen/ und den Abgang gemei- i ner Zusammensetzung in wenig Frist ersetzen würden. Gleichwie nun diesem Einschlag sein billiges grosses Lob bleibet: also will mich bedüncken/, daß um dergleichen karueulsr-Erhebuns ihr l?ri-- lNUW^ (5) M cht >erl oft »Oll md he- ter ön- ivie der die zu- die en/ !em off- zur ich- )M- fti- no- .ui- bes- ita- lrch Ne- die nei- mo ges 'ri- uw rnurn Mobile zu geben/ ein guter Vorgänger fürhanden seyn wolle. Schaue ich mich nun diß- falls durch gantz Teutschland um/ so stellet sich mit mehrerm Anschein/ und zuversichtlicher Thun- lichkeit/ und des Erfolgs niemand Herfür/ als die Röm.Käyserl. Majestät/ und solches nicht nur m Ansehen dero Oberhauptlichen höchsten Reichs- Würde undObliegenheit/ sondern fürnehmlich in Betrachtung vorgedachter dero/ von GOtt und der Natur so hoch gesegneten weit-erstreckten Erb-Königreiche und Länder. Sie seynd alle- sammt einem einigen Haupt mit gleicher Unter- würffigkeit zugethan/ stossen ohne Mittel an einander/ und Lormiren gleichsam einen einigen natürlichen Leib. Es kan das eine des andern Mangel mit seinem Überfluß ersetzen. Sie seynd mit darinn fallenden rohen Gütern/ und deren Inländischer Lonlumprion also erwünscht bevor- theilt/ daß sie sich mit Fug rühmen tönten/ wofern einigem Staat in Europa/ es fürwahr ihnen zukommen mäste/ beynahe wie eine kleine Welt in sich selbst bestehen zu können/ indeme sie ohne fremdes Zuthun/ nicht nur zur Nothdurfft/ sondern auch zu der Bequemlichkeit/ mit allem dahin M forderlichem Zeug reichlich versehen seynd. m Ob unter gegenwärtiger Kriegs-Unruhe von der Lands-Oeconomrs zu handlm Zeit sey'; Ms für Urtheilen und Tadlungen/ dem ge- ' meinen Gebrauch nach/ ich mich hiedurch A z unter« MZ(6) M unterwerffe/ dessen lebe ich in gantz keiner Unwissenheit. Ich höre so gleich sagen: wie ungereimt es einem doch fürkommm müsse/ den Leurenvon Erhebung der Lommercien und MänufLÄuren/ und Besserung der Lands- Oeconomie, als Früchten und wercken der «llerjiillesten Ruhe/ und des Friedens/ die Ohren voll zu machen/ zu einer Zeit/ da von Waffen alles bebet und kracher;Da die Arie- «es Ungervierer/ von allen Serien her/ uns über den Löpffen zusammen treffend wie rmgereimet es sty/ sich und andere Mir eingebildeten Glüekjeeligkeiren zu ÜLttiren/ deren weder wir/ noch unsere Värer und Vor-El- redn/ auch in den vergnüglichsten und sichersten Zerren habhaffrwerden können? Allem was solchergestalt für die unsäglichste LonZunLkur angesehen wird/ das würde von Leuten/ die zu Besorgung ihres Bestens etwas besser abgerichtet"als wir/ für die füglichsie Gelegenheit ergriffen werden. Niemand kan widersprechen/ daß wann einige Monath vor dem würcklichsn Häretischen Einbruch eine einige haare Million Maler mehr/ als sich dazumahl in der That gefunden/ zur Hand gewesen/ und alsdann mit einer Fürstlichen/ nicht Kauffmannischen Oeconnmie, zeitlich verwendet worden wäre/ daß/ sage ich/ die Werbungen förderlicher eingerichtet/ die Regimenter essender ergäntzet/ die Armee zu rechter Zeit in einem gantz andern Stand als Nachwahl gefunden/ die Nahmen und andere Bereitschafften ordentlicher Md förmlicher angelegt und beyge- (7) stellet worden wären; welche einfolgüch zeitlicher in das Feld kommen/ eine rechtschaffene Operation noch für Annäherung der Feindes- Gewalt für- nehmen und hinaus führen/ selbigem die Lust brß nach Wien zu rücken sicherlich benehmen/ und den Weg dahin verrennen können., Eme ermge Million Thäler mehr/ sage ich/ wurde solches alles menschlichen Ermessens gerichtet haben. Was sag ich aber von einer Million? Nur etlrch wenig hundert tausend Thaler/ an Zeit und Orten wohl verwendet/ würden uns bald anfangs mit Wer! und Ordnuna/ den mehrern Theil der-enrgen Hülff gantz gern zuwege gebracht haben/ die man hernach zu Rettung der Kayserl. Residentz über Hals und Kopff zu beruffen gehabt. Ist nun den Mangel an Geld die Quelle unsers so grossen und in langer Zeit nicht erschlichen Unglücks/ wann ist dann mehrere Zeit selbigen zu Muren/ als eben/ da die Noth zum grosten? Wann werden die Gemüther der Lands- Inwohner/ es seyen grosse oder kleine/ sich denen Neuerungen/st> vielleicht in einer andern Zeit etwas seltzam und schwer bedüncken möchten/ lieber bequemen/ als da die Gefahr/ so aus der alten Lonäuirs herge- flössen/ noch unentfallen vor Augen/ und dre Erkänntniß/ daß fürnehmlich durch Änderung bißheriger Landes- Wirthschafft dem Merck zu helffen/ noch frisch und gantz ist? Wann wnd die NachbarschaffL weniger^louüe darüber schöpffen/ Kls M einem 5r»nZemr, daß sie urthers A 4 KU M(8) W len muß/ die äusserste Noth zwinge uns dazu? Und was sollen etliche hundert tausend/ oder eine Million Maler/ gegen dasjenige seyn/ so den Kay- serllchen Erb-Landen/ auch nur in einem einigen Jahr/ sogleich nur durch bessere Anstalten zu ersparen waren? Litten gleich endlich die angeführte Kriegs-Verwirrungen noch nicht/ neue Haupt-Eommercien und^ÄNufaLkuren anzu- legen: so leiden sie doch wenigst die auswärtige/ unnothlge/ unnütze Waaren/ wofür unser bestes Hebluth/ das innerste Marck unserer Kräff- ren/ unser gutes Gold und Silber/ Millioncn- werß unsern Ertz- und Erb- Feinden zurinnet/ draussen zuhalten. Man entmüßige sich nur et- ^5>ülge Jahr ausser Lands käbricirter Seiden- Woll- und LemenRckeÄen/ und der so qe- nannten Frantzösischen Waaren/ und vergnüge sich in der äussersten Noth und Gefahr des gantz- uchen Untergangs mit demjenigen/ was GOTT und die Narur inner unsere Gräntzen so freygebig und auskömmlich gelegt hat. Haben andere Nationen?n Zeit der Züchtigung noch für ein Glück geachtet/ sich m rauhen Sacken und in der Aschen demüthigen zu mögen; wie viel leichter solle es uns seyn/ unter gegenwärtiger Straff- Ruthen (dann entweder müssen wir das Christenthum aufgeben/ oder solches glauben) den Hoffart mit unsern guten Schlesischen/ Mahrischen und Böhmischen Tüchern/ mit unser Schlesischen/ Ober- Oesterreichischen/ und anderer inländischen Leinwand/ eine Zeitlang zu büssen/ hingegen die seidene und Harme Zeug/ die fremde Lacken/ das M(s) ZM Indianische bombalin-Gewebe/ die Pestilentia- lische Frantzösische Mode-Waaren/ dafür in ihrer Heimat zu lassen/ und uns ihrer/ wann sie ja endlich so unentbährlich/ nur so lang zu müßigen/ bis wir sie zu Hause sechsten in Genüge nachzumachen werden gelernet haben? Solches zu bewerck- ftelligen/ haben wir weder Armeen noch tiefsinnige/weirläufftige Rath- und Anschlage/ noch unerschwingliche(siapicalim vonnöthen. Es last sich mit Pappier/ Federn und Dinte/ ohne einige Unkosten thun/ wann nur auf die Lxecurion gehalten wird. Und dannoch würde dem Käysee in wenig Jahren so viel/ als ein mächtiges Königreich/ innerhalb Landes/ ohne Ungerechtigkeit/ Blut/ Fluch und böses Gewissen/ dem Land aber so viel als ein Peruvianisches Potosi der Spanischen Monarchie jetzo noch nutzen mag/ gewonnen seyn. Wer hie widerspricht/ 6r nobis vel- ur erkniLU8, äc publisanu« as kacriL tioüis. Dann dessen Warheitstehet für Augen offen/ und last sich/ wann man nur will/ mit Händen greif- fen. Ich geschweige Hiebey der auswärtigen Exempel/ wie unvergleichlich die vereinigte Niederland an ihren Lommercien/ gegen die vorige Zeiten/ unter ihren siebentzig-jährigen Krieg gewachsen/ und daß sich Frankreich in vorigem 8s- culo, dessen zwey Drittheil es unter den Waffen hingebracht/ also darinn erschwungen/ daß es dadurch fast dem gantzen Europa über den Kopff gewachsen; ingleichen/ daß Rom selbst unter unablaßigen Kriegen gleichwie an Ländern/ also an Gewerben ohne Stillstehen zugenommen/ und As'' der- UZ(-->) M dergleichen mehr/ wodurch solcherley niedrige Em- würffe zu nichte gemacht werden. IV. Was denen bißherigen kroxonemen in Sachen der Landes- Oeconsmie, von ihrer eigenen und der Kaufleute Seiten im Weg gestanden. LMIEHüre uris GOtk/ wird mancher sagen/ Schreyern und Lom- mercien s Predigern/ Reichmacyertt des Raystrs und der Lander! Esstynd deren bey zwantzig Jahren her/ wohl mehr bey uns aufgestanden/ so nach dem bey der Maurh am Rocen Thuen zu wren larrffi- gen Sprich, wore/ dannoch am End niedre/ als einen leeren Becher zur w lr beachr. Ich antwortete: Es kan seyn/aber der Handel ist damit noch nicht ausgemacht/ ob der Mangel mehr an ihnen/ oder an andern gewesen. Niemand kan in Abrede seyn/ ihre Vorschläge waren in der That Vermmfft-maßig/ ihre Grunde waren gut/ solches zeigen die Orts im Reich/ wo sich zeither die^iWuksÄuren regen. Warum folgen wir nicht nach? Sie haben keclem Lc rmli- LSM morb! entdeckt; warum thut man nicht zur Cur? Ihre propolmones waren auf die klare Vernunfft/ unumstößliche Regeln der gemeinen Wirthschaßt/ und das Exempel anderer dlarlo-. um BZ( ii) M neu befestigt; warum hat man sie nicht ergriffen 7 Hatten sie eine böse Lonäuics, wüsten sich in den Hof nicht zu schicken/ konnten sich einigen Leuten nicht gefällig machen/ überwachen sich vielmehr mit jederman/ zogen die Kayserlichen kenüonss und wischten das Maul; solte man deßwegewwas sie gutes an Hand geben/verworffen haben? Waren sie unbeständig/ wanckelmuthig und besser zum Ansahen/ als Ausmachen; warum ersetzten nicht andere was ihnen abgieng? Hinderten sie die Sach mit ihrem Beyseyn; warum geschiehet sie nicht in ihremAbwesen?Zaumeten sie die Pferdt von Hinten auf/ überluden sie dieselbe bald anfangs so starck/ daß sie erliegen musten; waren sie nicht Meister ihrer NanuKrÄuren/ sondern diese über sie; griffen sie es an Orten an/ wo weder Lelolurion noch LchirLlIen gnug fürhandenzwar- um liesse man sie nicht fahren/ und machte sich selbsien an das Merck? Der Unterscheid zwischen ihnen und andern wäre/ daß sie sich pro publico mehr unterfiengen/ als sie vermochten/ andere aber weniger dazu thaten/ als ihnen gebührte. Zudem/ wann ich die rechte WarheiL sagen sog/ schrye etwann einer für die Inländische Lommercien/ so schryen zehen andere dagegen/ sowohl Kauffleut/ als Herren/ für welchem jene nicht aufzukommen vermöchten. Die Kauffleut/ sage ich/ schryen dagegen/ weilen sie entweder Ausländer/ die sich um das Wohl oder Wehe unsers lieben Vatterlands wenig bekümmern/ wann sie nur ihren Beutel machen/ und in Zeit der Noth/ wie die Miedlmg davon lausten köm nsm M Z(-2) DA um; oder weilen sie zwar Inländer/ doch auf fremde Lspitalren und auf Oeäic handeln/ oder euch nur ausländische Factoreyen treiben/ keine I^LnukaÄur, und deren Nutzen verstehen/ sondern nur gelernethaben/ gemachte Waaren anderswo um wenig einzukramen/ und uns um viel wiederum hinzugeben. Oder wann sie auch die UMuLÄuren verstehen/ so llmuliren sie doch/ ob verstünden sie dieselbe nicht/ nur aus Haß einheimischer kabricacuren/ bey welchen sie/ wiewol entweder überflüßig oder vergeblich/ in Sorgen stehen/ daß ihnen etwa» ehender hinter die Un- bilkigkeit ihres Gewinns zu kommen sey. Sie nehmen ihr gantzes Lebenlang nicht die Mühesich und ihre Handlung zu untersuchen/ ob sie dem gemeinen Wesen zu Nutzen oder Schaden lausten/ seynd auch nicht capabel solches zu unterscheiden/ will geschweige« gesonnen/ es zu verbessern; viel- wemger werden sie von Obrigkeit wegen dazu/ und zu Erkanntniß und Würckung ihres eigenen Bestens und Schuldigkeit angewiesen. V. Von was für Kauff-Leuten diß Orts die Redesey. Lhie nun/ und da ich zum allererstenmah! ^D»W)mit etlich Inländischen Kauff-Leuten anzu- hchden habe/muß ich mit hellen Worten bedingen/ daß zu dem/ was ich rede und unter Handen nehme/ mich im geringsten nicht irgend eine xMon oder Wiederwill gegen dieKauffleute insgemein/ mit deren keinen ich/ GOttLob! weder m MZ(l?) M in Bösem noch Gutem verwickelt bin/ veranlasse. Ich mäste in Wahrheit übel berathen seyn/ wann indie Handelschasst in sich selbsten/ und deren Zugethane insgemein zu verachten/ oder zu- «erunglimpffen an mich kommen liesse/ zumahl/ da zu deren Ehr und Aufnehmen dieses mein Vorhaben fast gantz gestellet ist/ und die zu erheben vorgesetzte Lands-Oeeonomie in ihrem mehresten die Kauffmannschafft/ als das vornehmste In- ttrumenr ihrer Aufnahm/ anzusehen hat. Was ich aber thue/ dazu bringt mich der unverwendli- che Eyfer für die Wohlfarth eines Landes/ dessen Brod ich esse/ dem ich nicht widerstreben kam Ich theile derowegen die Handelschafften in zwey ungleiche Gattungen ab; die eine/ so dem gemeinen Wesen zum Vortheil/ die andere/ so demselben zu Nachtheil geführet wird. Jene ist erstlich/ wo die Inländische überfiüßige Güter nicht rohe/( ausser denjenigen/ welche änderst nicht als rohe zu nutzen seynd) sondern in kckMukÄÄu- ren Hinauswerts verhandelt/ und dafür frembdes Geld in das Land gezogen wird; wie auch/ wo ausser Landes an einem Orth gekaufft/ an dem andern auswärtigen Orth wiederum verkaufst wird/ dergleichen Handlung die Holländer so in Europa als in Indien sehr viel thun/ ohne darunter ihr eigenes Land mit einem Fuß zu berühren. Nicht weniger/ wann innerhalb eigenen Landes rohe Waaren genommen/ zu kckLnukaÄuren verarbeitet/ und wieder innerhalb Landes angebracht werden. Dann solcher Gestalt bleiben frembde Güter draussen/ das eigene Geld aber wird im Land MZ(14) M Land erhalten. Ebenermassen ist auch zu loben/ wann die ermannende rohe Waaren von aussen gekaufft/ im Lande aber tabricirt/ und entweder ebenfalls wieder daselbst/ oder hmauswerts ver- schliffen werden. Wo aber nach der zweyten Gattung ein Kauffmann blosser Dinge l^anufa- üuren ausser Lands kaufft/ um selbige/ wie sie ftynd/ inner Land wieder zu verkauften/ und dafür das gute Geld hinaus tragt/ oder blsßhin ausländische kEore^en treibt/ das ist eine nichts- würdiqe/ verderbliche und unerträgliche Kramme- rev/ die auch ein jeder Jud nacbthun/ und welche anders nicht/ als durch die äusserste unumgängliche Dürfftigkeit dergleichen auswärtigen Maar entschuldiget werden kan. Mit der ersten Gattung von Handels-Leuten/ wann deren/ wie ich hoffen will/ in denen Erb-Landen noch etliche zu finden/ habe ich in Unguten nichts zu thun; ehre sie vielmehr/ und schätze/ daß sie wie auf Handen getragen zu werden/ würdig seyn; wünsche auch/ daß jederman zu deren Vermehrung und Aufnehmen gesonnen wäre/ wie ich/ so würde es um die Erblande besser stehen. Mit der andern Art aber bekenne ich/ daß ich mich so wenig zu vergleichen wisse/ als wenig ich mir selbsten einmahl verzeihen tonte/ wann ich der Wohlfarth meines zweyten Vaterlands vergessen/ und zu dessen Verderben mich denen schädlichsten Feinden seines Auskommens und Wohlwesens anhängig machen wolte. Und diese letztere seynd eö aus der Kaüffmannschafft/ die gegen diejenige schreyen/ welche aus eine K-ekormArion des bißhmgm um orderO MZ(15) IM ordentlichen Gewerbs treiben/ weilen sie färse- hen/ es werde ihnen die Larve abgezogen/ und ihre saubere Handthierung für aller Welt offen an den Tag gelegt werden; womit ihrer/ ob GOLL will/ doch nicht verschont bleiben solle» VI. Was für Hinderniß denen?roponenren von Seiten des Hofs entstanden. MMLAs soll ich aber von denjenigen sagen/ wel- MUL chen Amts- halben die Förderung der ge^ meinen Landes-Oeconomie zukommt/ und sich dannoch entweder kaltsinnig dabey/ oder auch wol heimlich oder öffentlich entgegen zeigen? Vor Zeiten hörte ich zwar reden/ theils ihrer watenden Kauff- Leuten/ so der Sach zuwider/ ich weist nicht in was Gestalt verwandt; theils hakten ihre Lapicslien bey ihnen im Handel; theils . stünden mit ihnen auch in Compagnie; theils zögen ihre ordentliche kemllones von ihnen; theils liessen sich sonsten behandeln/ oder auch durch blosse Worte hinterführen. Andere soiken in Commercien und^ÄNukEur- Sachen wenig vergessen haben/ oder geringe Fähigkeit dazu besitzen/ oder durch anderwartige Uberhäuffung der Geschafften und die Hofgewitter verhindert/ all- ^ zu verdrossen dazu seyn/ und ihrer nicht pflegen können/ gleichwol nicht zugeben wollen/ daß andere sich darüber machten/ damit ja niemanden als ihnen die wichtigste Gewalt unter die Hände , käme. Andere sotten darum dem Merck nicht ' Bnstig seyn/ weilen es nicht von ihnen herkvM MMf MZ(16) M wen/ damit es nicht scheinen möchte/ als ob sie von andern lernen müssen/ und etwas nicht ge- ivust/ oder bißhero nicht gethan/ was ihnen zu wissen oder zu thun ihrer kroKMon nach obgelegen. Es selten auch die nicht mangeln/ so zwar dem Merck gewogen/ aber nur zu ihrem krivac- Nutzen/ daher sie NanufaÄuren unterstengen/ aber das Wasser nur auf ihre Mühle leiteten/ und was dergleichen mehr. Hievon zu urtheilen oder zu schreiben/ will mich nicht vermessen/ sondern vielmehr glauben und behaupten/ daß denmehre- sten von ihnen zuviel geschehen/ und kan ich mich von grossen zumahl keines solchen bereden/ da ich wohl sechsten ein oder andern geken- net/ so die Wohlfahrt der Lander in besserer Einrichtung des Gewerbs aus innigsten Hertzen ge- wünschet. Sind sie damit nicht hinaus gelangt/ so muß es den unglückseeligen Zeiten keimgeschrie- ben werden. Ohne ist es nicht/ ein übelgesinnter Mnilier könte in einem Vorfall mehr Gutes verderben oder hindern/ als neun wohlmeynende treue Diener ihres HErrns und ihres Vatter- jands gut machen/ dessen diese keineswegs zu- entgelten hatten. Und alsdann muste einem Herrn wohl schwer werden/ mit unwilligen Ochsen zu pflügen. Allein es waren im Nothfall noch Mittel vorhanden/ selbige in die Trifft zu bringen/ wann nur Lelolurion zu finden,^ch weiß nicht/ was für ein kreelröenc von Castilren König kkilippo IV. einesmahls gerathen/ er solle ersi Madritt einnehmen/ so würde Lisbona bald folgen. Jedoch ist dessen bey uns keine Noth- durste; M d7) M durfft; Massen nicht der Fürsatz/ sondern die aus vorherigen Ablausten geschöpffre Kleinmüthigkeit/ oder auch das in andere Umstand gesetzte Mißtrauen Ursach daran/ daß ein Mmüer zuweilen einer in sich selbst guten Sache abgenaget. Alsdann aber erwartet der Staat/ daß solchen klein- müthigen Geist/Muth und Willen angegossen/ die Entschließung vom Ober-Haupt selbst gefaßt/ und auf deren/wie auf einem Felsen gehalten werde. Also hat König Heinrich der Vierdte in Frankreich die Seiden-Zeug NanufaLbur, auch gegen die Meynung seines vue cle 8ul!/(welchen doch gewisi niemand weder Unverstands/ noch Untreu bezüchtigen wird) durch selbst eigene unmittelbare Obsicht und Handlung in sein Königreich eingeführt/ wie die Uemoires ermeldten Hertzogens hin und wieder zeigen. Angleichen ist bekannt/ wie es der grosse Chur-Fürst Maximilian m Bayern mit seinen Rathen angegriffen/ als keine KKeroriLL der Welk bey ihnen in Gutheissung des Waffen Bier-LeZals verfangen wolte/ und welcher Massen er durchgerungen. Also haben sich auch die berühmtesten Helden/ und die klügesten Regenten dieses 8eculi nicht geschamet/ Augen und Hände auf ihrer Landes- Oeconomie und in ipecie denen llvlanufAÄuren zu halten. Aber es gehören in gewissen Fallen und Umstanden gleichsam Helden-Gemüther dazu/ fast nicht weniger/ als vor den Spitzen eines Kriegs- Heers zu stehen- M(!8) SA V!I. Ob denen Nachkommen im Gelverb mesie nicht/ al6 ihren Vor-Eltern zu thun oblige. ^Och muß man sich die Ohren ferner mit ei- M ner albern Einrede blauen lassen/ und anhören: Unsere Vor- Eltern seyn auch Leure gewesen/ haben nichts von solchen Neuigkeiten gewust/ seyn dannocb wohl gefahren; wir köneen es eben so wohl beym alten bleiben lasten. Freylich aber seynd unsere Vor-Eltern auch/ und in Oeconomicis gewiß andere Leute gewesen als wir. Sie jagten nicht alle Jahr nur allein für die Frantzösischen Schand- Waaren drey oder vier Millionen Gulden baaren Gelds aus den Erblanden hinaus/ gleich wie wir/ sondern beholffen sich mehrentheils mit dem/ was das eigene Hauß bescherete. Es bestunden ihre kostbare Zierrathen in gutem- Gold/ Silber und Edekgesteinen/ oder Zobeln und dergleichen Rauch-Waar; Welche/ob sie zwar zum Theil ausländisch/ gleichwol auf Kinder und Kin- Les-Kinder erben tonten; Nicht aber in zerreißli- chen Frantzösischen Lumpen/ die noch dazu alle halbe Jahr durch Aenderung der Mode unnütz gemacht werden. Sie kleideten sich in gut Müllen-Tuch und Barcket/ wüsten nichts von Frantzösischen Zeugen/ und so wenig von ausländischer Seiden/ daß noch vor hundert und dreyßig Jahren ein grosser König sich Sünden gefürchtet/ MNtz m(19) M gantz seidene Strümpffe zu tragen. Ihr Tuch war inner Landes gearbeitet/ darum koUrte dazumal inner unfern Granßen die Tuchmacherey/ und mit derselbigen alles. Nun strebt jedernmn nach fremden Tuch und ausländischer Seiden» Die einheimische Woll^^ukLÄur liegt darnieder/ und scheinet es/ daß mir selbiger alle Wohlfahrt und Seegen zugleich erstsrben und verschwunden. Und dazu/ wo unsere Vor-Wem mit einem einigen inheimischen Kleid auskamen/ da Necken uns kaum vier ausländische. Und gleichwol was noch etwa dazumal aus dem Lande gieng/ liesse mehrentheil zu unfern Freunden/ da anjetzo fast alles unsern Feinden zurennet/ als ob es unsinnig wäre/ und neben der Armuth uns auch den Untergang zu Lohn unserer bösen Wirth- schafft verursacht. Waren wir noch in den Vorzeiten/ so stünde der Beutel/ und alles/ was von dessen Wohlfahrt hanget/ bey uns um ein ziemliches besser/ und könte mit mehrerem Gewissen und bessern Ehren/ wegen Lekormirung der Lommercien und Erhebung der^lanufaÄuren/ noch endlich ein Aug zugethan werden. Jeder- man schreyet/ die alten Zeiten seyn besser gewesen/ als die jetzige; Die Lander können gegenwärtige Armuth/ und dannoch fort und fortwährende Last und Ausgaben/ nicht mehr ertragen. Aber niemand erforschet den Grund des Unterscheids zwischen den alten und jetzigen Zeiten/ niemand behertziget die Ursach/ niemand will die Axt M den Baum legen/ und die übcrhand genommene Mißbrauche fallen. Über das waren vor Alters B 2 unje- NL(2°) KW unsere Nachbahrn nicht so mächtig und unruhig/ so feindselig und gefährlich wie nun; Das uns dann billig mehr Lichts geben/ und besser als unsere Vor- Eltern aufmuntern solte. Dann ob heutigen Tags eine Marion mächtig und reich sey oder nicht/ hangt nicht ab der Menge oder Wenigkeit ihrer Kräffte oder Reichthum/ sondern für- nehmlich ab deme/ ob ihre Nachbahrn deren mehr oder weniger/ als sie/ besitzen. Denn mächtig und reich zu seyn/ ist zu einem Lelmivo worden/ gegen diejenige/ so schwächer und ärmer seynd. Waren nun vor anderthalb hundert oder mehr Jahren/ Franckreich/ Engelland/ Holland und andere/ weit nicht so reich und mächtig/ als jetzo; Da konte sich Teutschland gegen sie starck und wohlhabig preisen/ und unsere Vor-Eltern mit ihrem Zustand billig zu frieden seyn. Jndeme nun aber unsere Nachbahrn uns/ und gleichsam sich selbst/ so unvergleichlich überstiegen und angewachsen; So will uns wenigst/ wann wir rechtschaffene Leute seynd/ und unser Verfahren künff- tig zu verantworten gedencken/ gebühren/ es auch nicht bey dem Alten bleiben zu lassen/ sondern dar- ob zu seyn/ daß wir in Gegenhaltung unserer Nachbahrn wieder auf den alten Fuß/ das ist/, wenigst auf einen mit der Wohlfarth unserer. Nachbahrn gleichen/wo nicht höheren Grad kommen. Dann solches erfodern auch unsere Nachkommen von uns/ denen wir schuldig seynd die Freyheit/ die wir von unsern Vor-Eltern empfangen/ und die Mittel zu deren Erhaltung/ die wir nun so unverantwortlich vermach! Wger,/ zu hin- OZ(21) M hinterlassen» So seynd auch die Lommercien durch gantz Europa insgemein nunmehr in anderem Stand als vor Zeiten/ und wann andere Marionen keine Narren sind/ daß sie deßfalls von der mangelhafften Lonäuire ihrer Vor-Eltern abgewichen/und solche verbessert: So wird uns gewißlich/ ein gleiches zu thun/ auch für keine Un- sinnigkeit ausgerechnet werden. Vielmehr wäre uns für eine Haupt-Narrheit aufzumutzen/ wann wir in gegenwärtiger Noth dasjenige zu thun unterliessen/ was die verständige Vor-Eltern selbst unzweiffentlich gethan hätten/ wann sie in gleicher Enge/ wie die Unserige ist/ gestellet gewesen waren. Es reimet sich wohl recht wie eine Faust auf ein Aug/ zu sagen/ dieses oder jenes ist vor hundert Jahren nicht gewesen; ergö karr es noch wohl heut auch unterwegen bleiben.^.Irrr tempi, alrre eure. Man pflegt svnsten Nicht viel Wercks von altvatterischen Sachen zu machen. Warum muß dann das Alterthum eben hierin- nen und zur Unzeit vorgeschützet werden; Wollen wir den Vor-Eltern/ wie in vielen Dingen billig/ nachfolgen/ warum nicht vielmehr in ihren Tugenden/ als in ihren Mängeln? Ich will nicht reden von hundert und mehr/ sondern nur von funfftzig Jahren/ da der Kayserliche Hof noch nichts von Frantzösischen Kochen/ nichts von Welschen Weinen wüste/ mit welchen nun zugleich die Frantzösische und Welsche Leibs-und- Gemüths- Kranckheiten bey uns einreisten. Da solten wir wehren/ und auf das Alterthum schauen/ nicht in guten von den Vor-Eltern etwa un- MZ(22) terlassenen Dingen. Wann die koüeritat nie- maht hätte weitergehen sollen/ als die Vor-El- tern/ so wüsten wir noch alle wie Adam und Eva die Vorder und Hinter- Stück von Schaafs Fellen führen. Auch tonten sich von ioo Jahren die Vor-Eltern in Türckenmnd anderer Noth noch auf Nachbahrn und Helffer verlassen. Zu unfern Zeiten aber gehet durch List der Frantzosen fast alles in solche Zerrüttung/ daß man sein Darum auf niemand/ als GQ» und sich selbst/ setzen muß/ und fast keiner dem andern/ wann es ihn Kleist) selbst nicht angehet/ den wenigsten nachbahr- lichen Beystand/ ohne baare Bezahlung leisten will. Dahero ist einem jeden gerathen/ auf ferner eigenen Hut zu stehen. Dann wer in Zeit der ^Noth zu Hauß im Beutel wohl lorcliicirt ist/ wohl dem! Wo nicht/so mag er alsdann sich relol- viren/ nicht nur des Feindes/ sondern auch der Freunde und Helffer untergebener Knecht zu seyn. Gegen solches Unglück kan Oesterreich/ wann es Nur will/ fürohin mit dem Driltheil des Capitals/ so nun jährlich für lauter unnöthige Dinge hinaus- werfs/ und fast meistens nach Frauckreich gehet/ sich jedesmahl verwahren. VUl. Was bey Dingen/ so unter die Lands- Oeeonomie gehörig/ inögemem zu be- dencken. MKS mag aber ein iclior, oder sonst ein unwil- WA liges Gemüth einwerffen/ was es will so bleibt RU ( LZ) MZ bleibt doch ein für allemahl wahr und beständig. VOo einem Land alle/ oder doch drefuc- nehmste und mehreste/zu menschlicher r^och und Wohlfarr gehörige Dinge in Sarrsam- keir und Incleyenäen» von andern bescheerek kvnd/ und denen Einwohnern die genügsame natürliche Fähigkeit sich deren recht zu gebrauchen beywohnet; Da muß nochwem big entweder Reichthum/ ktbersiusi/ und Macht zur Genüge/ oder wofern mchr/als- denn der Mangel an dem blossen willen, seyn. Nun will M) den ersten Theil von unserm Oesterreich Sonnenklar erweisen/ so wird sich über das andere so viel leichter ern Urtheil fallen las sen. Es braucht hierzu einige Abtheilung/ und etwas wenige LellexionL8. Zweyerleyist an allen zu menschlicher Summen», Mörderlichen Dingen/ in Ansehen unsers furges seinen Lands- Oeeonomischen Zwecks zubeden- cken; Die Sache an sich selbst/ und deren rechtmäßige Pflegung oder Beyschaffung und Anwendung» Aene haiigt von der Natur allein/ so die Tauglichkeit des Landes beygetragen/ diese Theils von der Natur/ so den Verstand dazu mitgetheilet/ theils von dem menschlichen Wil- Heilung zweyerley Art. Auf eine Seite stellerch Gold und Silber( von Kupffer/ so emrger Orten auch zur Müntze genommen wrrd/ unterlasse ich zu sagen: weilen es in solchen Gebrauch wenigst bey uns nicht herköiMilich) Mdle Z(24) Merk!) und Nutzen allen andern Dingen gleich kommen/ und wegen ihres Livi!- Gebrauchs gantz anderer Art seynd. Auf die andere Seite fttze ich alle ubrrge Dmge/ so unter menschlichen Behuffund Gewerb fallen/ und entweder zu der L^bes. Nahrung/ oder der Kleidung/ oder der Wohnung/ oder zu denen Inffrumenren mensch- und klobilien gehörig seynd. Nun ist hrebey zu bedencken/ daß wo ein Land nur Gold und Silber/ obgleich dessen genugsam/ brachte/ solches zwar reich/ aber noch weit von der wahren Vollkommenheit und Inttepenttentz entlegen seyn wurde/ weiln es sich von Gold und Silber weder speisen noch kleiden könte/ und von andern Landern äepeEte/ ob diese ihm die ü- m ge Nothdurfften dafür wollen abfolgen lassen. Hergegen em Land/ dem alle andere Dinge ausser Gold und Silber zugeleget/ könte zwar auch wider den Willen ferner Nachbahrn langer bestehen/ als das vorige. Weiln jedoch Gold und Silber zu den meisten menschlichen Fürfällen ebenfalls und für andern unentbehrlich: So mäste auch em solches von fremder Gutwilligkeit äepen- 6wen/ ob chm nehmlich andere seine Waaren abnehmen und ihr Gold und Silber dagegen überlassen wollen oder nicht; Einfolglich würde es noch wett von der Vollkommenheit entfernet seyn. Wo aber einem Land von der Natur weder Go^noch Silber/ noch andere Dinge in achtbarer Meng verliehen worden/ solches wäre zum allerubelsien daran/ und wüste gleichsam m allem von anderer Lander WiMchr öepenäi- ren. WZ(25) ZM ren. Dann ob es sich gleich/ wie die Genueser und Holländer/ auf die Inäustris oder Emsigkeit wenden/ irgendwo rohe Güther kauffen/ solche Labriciren/ hernach als NanulsÄuren wieder verkauffen/ dadurch Gold und Silber gewinnen/ und mit deren Hülff die übrige Nothwendigkeiten einkramen wolle: So stünde doch bey andern/ ob sie ihm die rohe Waaren zum Grund seiner Nahrung überlassen/ und die daraus tbbri- cirte LKeLken umbs Geld wieder abnehmen wollen. Solle eines von beyden ermangeln/ so mäste ein solcher Staat nothwendig in aller Kürtze wiederum auseinander gehen/ und zerfallen. Ja auch/ wann es solchem Staat gleich so gut wird/ daß es herrliche Gewerb und Handelschaff- ten treiben/ und dadurch zu Reichthum gelangen mag: Wird es doch nimmermehr seinem Nachbohrn gleich kommen/ der nebenst einer mittelmäßigen Handelschafft auch die Inländische rohe Güter besitzt. Dessen geben uns Engelland und Holland ein klares Beyspiel. Denn obzwar das erste mit seinem Gewerb/ sowol in Europa als auf der Mittel-See und Ost-Indien/ sich mit dem letzten gantz in keine Gleichniß einlassen darff: So ist es doch gemeiner Sache nach/ reicher an Baarschafft/ kan mehr in die gemeine LaLr beytragen/ und einen Krieg länger bestehen/ als dieses. Die Ursach ist/ weilen die Holländer nicht allein die rohe Maar/ woraus sie die wiederum hinaus verschleißende/ und ihre eigene bkanufa- Suren tabriciren/sondern auch ihre Leibes-Nahrung von aussen erkaufen müssen/ wofür dann B 5 wie- MZ(2§) ZR wiederum ein grosses ihrer erwerbenden Beschafft verwendet werden muß. Engelland hergeben besitzet/ ausser Seiden/ Wein/ Oelund Indianische Gewurtz/( ja dieses letzte kommt chm noch ein ziemliches Theil aus seinen eigenen Westindischen Colsnien zu) fast alle übrige Leibes Nothdürfften/ und noch ein grosser Theil ferner in die fremde gehender LKeLen ist aus fernen m- heimischen rohen Gütern verfertigt. Daher erwirbt er zwar so viel fremden Geldes mcht/ als cholland/ behält aber das erworbene besser bey sich/ also das der Hollendische Gold-Magnet stärckerim anziehen/ der Englische kraffrrger im erhalten ist. Wofern aber endlich ein Land von. der Natur also gütig angesehen worden/ daß es Neben Gold und Silber/ auch aller anderer menschlicher Nothdurfften und Fugnussen/ aus seinem eigenen Schooß habhafft/ das mag sich wohl das vollkommenste preisen/ wellen es eine kleine Welt für sich selbst und von andern allerdings inclLpericjSnr darstellet. Allein dergleichen wüste ich ausser des einigen China/ so sich aus m Nem/ mit dem ziemlich re-Wperrrwn Europäischen Bimmel gleichkommenden Oimms, tieff m das Warme hinab ziehet/ unter der Sonnen vielleicht Nicht zu finden. Derowegen ist die natürliche Vollkommenheit unserer Europäischen Lander Nur ab deme zu nehmen und zu achten/ ob dieselbe/ mit inländischen Gold und Silber/ und mben dem/ was die übrige Dinge betrifft/ mrt deren nothwendigsten/ fürnehmsteu und mehresten von der Natur versehen oder nicht. Dann nach sol- MZ( 27) ZN cherMaßist eines von dem andern mehr oder weniger 6epen6enr, einsolglich mehr oder weniger vollkommen/ oder demselben vorzuziehen/ oder ^^Die Pflegender Güter belangend/ so bestehet solche erstlich in deren einheimischen Beyschaft fung/ nemlich/ wann es die oberirrdstche Gewächs betrifft/ in deren Bau-und Pfiantzung; wann aber die Thiere/ und was sich von selost beweget/ inihrer Zucht und Fahung; was endrch die unterirrdische Dinge angehet/ m deren Gewinnung und zu Tagbringung. Zweytenv in der Formgebung roher Guter/ welches in den nufaÄuren und deren Verfertigung bestehet. Drittens/ in ihrer aller rechtmäßiger Anwerbung/ so in- als ausser Lands/ welches meistens durch fügliche Einrichtung der in-und ausländischen Gewerb und Handlungen verrichtet wird. Hrer- mnen ist zu rslieÄiren/ daß ein Land reich an rohen Gütern gemeiniglich ärmer/ als em anderes/ wo die NunukLÄuren blühen» Dost) ist der Um terscheid/ daß jenes durch die rechtmäßige Lens- Keirung gedachter seiner rohen Guter/ semen Mangel/ so bald es nur will/ ersetzen kam dieses aber nicht/ wann andere ihm dre rohe Waaren verweigern. Es clepMöwet derowegen dieses von andern/ jenes aber nicht. Keines von beyden aber kan sich seiner Vortheil hoch rühmen/ wann es nicht zugleich zu dem Gewerb thut/ som dern die Auswärtige aller» damrt walten lajr» Dan sie haben sich solchenfalls kecklich zu versichern/ Laß ihnen die fremde Kauff-Leute rn wenig Zert M(28) ZM das beste Marck aus dem Leibe saugen/ und nimmermehr zugeben werden/ daß sie auf einen grünen Zweig gelangen/ sondern bloß bleiben/ und fremder Gnade leben mästen. Dann der Kauff- Leute kilisÜL ist unendlich/ fürnemlich deren/ die in fremden Graß weiden. Ober-Oesterreich erfahrt solches mit seinem grossen Nachtheil/ als dessen Leinwand- Handel durch etliche fremde ^onopolitten bey nahe zunichte gemacht/ und seinen so embsig arbeitenden Inwohnern im Lohn so hart zugesetzt wird/ daß sie kaum das Bret/ worauf sie sitzen/ so zu sagen/ davon bezahlen können. Dergleichen Unglück erfahret auch Schlesien mit seinem Woll-und Leinen-Gespinst nicht nur in deme/ daß solches Gespinst mit weit meh- rerm Nutzen im Lande/ als anderswo/ verwürfet werden könte; sondern auch/ weil hin und wieder in gedachtem Hertzogthum Fremde sitzen/ deren jeglicher jährlich mit hundert taufenden an Werth/ das Garn aufkaufft/ die Inwohner nicht allein gantz niedrig mit der Zahlung halt/ sondern auch andern damit sonst thunlichen Nutzen/ wann sie es selbst in die Frembde vierhandleten/ ihnen dadurch abstricket. IX. Neun Larides-Oeconomische Haupt-Re- gu!n. jW^Estehet nun die Macht und Färtrefflichkeit WD eines Landes in dessen Überfluß/ an Gold/ Silber/ und allen andern zu seiner 8ublilkentz erforderlichen oder bequemen Dingen/ und zwar fol- Ms(29) ZU solches alles/ so viel möglich/ aus seinem eigenen Vermöaen ohne veperiöentz Von andern/ und da« bey in all deren rechtmäßiger Pflege/ Gebrauch/ und Anwerbung: So fslget/daß eine gemeine Lan- des-OeLonomie darauf zu sehen habe/ wie solcher Überfluß/Pflege und Genuß aus eigenen Vermögen/ und ohne vepenäentz von andern/ oder ws dieses nicht in allen Stücken seyn könte/ aufs geringste/ als möglich/ mit auswärtiger Dopen- äentz und Verschonung Inländischer baarer Mittel/ zuwege gebracht werde. Au welchem Ende dann fürnehmlich nachfolgende neun Reguln dienen müssen. Erstlich: kommet die Art des Landes aufs genaueste zu beobachten/ und zu erkennen/ kein Winckel/ kein Erdschollen/ ob es des Bauens fähig/ unbesprochenzu lassen; Nichtsnutzbares von klanrÄZien unter der Sonnen soll unversucht bleiben/ ob und wie weit es im Lande gut thun möchte/ Massen die Nähe oder Ferne der Sonnen nicht eben alles thut. Für allen Dingen was Gold und Silber betrifft/ daran ist keiner Mühseligkeit noch Kostens zu schonen/ es über die Erde zubringen. Zweytens: Alle in einem Land fallende Güter/ so in ihrer rohen Gestalt nicht genutzet werden mögen/ seynd innerhalb desselben zu verarbeiten; angesehen der Lohn von bKbriLLNur den Werth des rohen Zeugs gemeiniglich zwey/ drey/ zehen/ zwan- tzig/ auch wo! hundertfach übertrifft/ welchen zu verwerffen bey verständigen Haußhältern ein Greuel ist. Dril- () Drittens: Au Vollstreckung obiger beyder Reguln gehören Leute/ sowol zum Beyschaffen oder Hervorbringen und Bauen der rohen Güter/ als deren Verarbeitung. Dannenhero ist auf die Bevolckung eines Landes/ so viel Menschen nur immer sich darinnen ernehren können/ als eines wohlgeordneten Staats höchste/ aber leyder! bey vielen wenig geachtete Angelegenheit zu schauen. Und solche Leute sind in alle mögliche Weiß und Wege/ aus dem Müßiggang in eine nahrhaffte krotellion zu bringen; zu allerhand Invemionen/ Künsten und Hand-Arbeiten zu unterrichten und aufzumuntern/ und wo nöthig/ die Lehrmeister dessen aus der Frembde herein zu vermögen.^.... Vierdtens: Gold und Silber/ so einmal m das Land/ es sey aus eigenem Bau/ oder aus der Frembde/ durch Inäuttrie kommen/ ist in kei- nerley Weiß noch Wege/ es sey für was es wolle/ so viel nur immer möglich/ wieder hinaus zu vertragen/ noäx zuzugeben/ daß es in Kisten oder Kasten vergraben werde/ sondern immerzu in der (Arculmion bleibe; auch nicht/ daß es viel in solche käbric gerathe/ wo es gleichsam 6eltrmrt wird/ und nicht wieder zu Nutzen zu bringen. Dann solchergestalt wird unmüglich seyn/ daß ein Land/ so einmal zu einer ansehnlichen Baar- schafft kommen/ bevorab dasjenige/ so eigens Gold- und Silber- Minen besitzt/ in Armuth verfalle; Ja was das letzte betrifft/ unmöglich/ daß es nicht an Reichthum und Gut immerfort zunehme. Dannenhero seynd MH M FÜnfftens die Lands- Inwohner aus allen Krafftendahin zuhalten/ daß sie sich an ihren einheimischen Gütern begnügen/ mit solchen allein ihre Lüsternheit und Pracht begrantzen/ und der auswärtigen(ausgenommen/ was die hohs Noth oder an Norhs statt die eingerissene unvermeidliche Mißbrauche/ deren Exempel uns das Indianische Gewürtz giebt/ nicht anders zu- liessen) aufs höchste/ als immer möglich/ müßig gehen. Und was endlich noch Sechstens abgienge/ und besagter müssen aus Noth/ oder um unrerneäirlichen Mißbrauchs willen unentbahrlich wäre/ solches bey denen Frembden/ so weit es nur immer möglich/ von erster Hand/nicht um Gold oder Silber/ sondern in Äustauschung anderer Inländischer Waaren abzuholen.^, Siebendens: Sothane frembde Waaren sollen alsdann in roher Gestalt genommen/ innerhalb Landes fabricirt/ und der l^lanukaLbur-LohN allda selbst verdienet werden. Achtens: Nacht und Tag ist darob M seyn/ wie die im Land gefallene überfiußige Guter bey denen Ausländern in verarbeiteter Gestalt/ so weit solches nöthig/ und zwar um Gold und Silber anzuwerden/ und zu dem Ende die Lon- tumprion, so zu sagen/ bis an das äusserste Ende der Weit zu suchen/ und selbige in alle Weiß und Wege zn befördern. Neuntens/ ist ausser wichtigen Bedenckens m keinerley Weiß noch Weg zu gestatten/ daß Guter/ deren Art inner Landes zur Genüge/ und m ertrag- MZ(zr) M, erträglicher Güte fällig/ von aussen hinein gebracht werden; worinnen mit denen Auswärtigen weder Mitleiden noch Barmherzigkeit zu tragen/ sie seyen gleich Freunde/ Verwandten/ Murte oder Feinde. Dann da hat alle Freundschafft ein Ende/ wo solche zu meiner Schwächung und Verderbung angesehen. Und solches behält Platz/ wann gleich die Inländische Waaren schlechter an Güte/ oder auch höher an Werth seyn sotten» Dann besser wäre/ es komme auch einen übel Berichteten so seltsam vor/ als es wolle/ für eine Waare zwey Thaler geben/ die im Lande bleiben/ als nur einen/ der aber hinaus gehet. Es ist keine Nothdurfft diese Grund- Reguln einer allgemeinen Lands-Oeconomie mit mehre- rerm zu beleuchten. Ihre Vernunfftmaßigkeit liegt vor jedem Klugen von selbst am Tag. Ich will zwar nicht allen Ausnahmen den Weg dazu verlegt haben. Die Gelegenheit jeden Landes mag deren einer oder andern vielleicht hie und da Platz machen/ aber selten. Welche Lander und deren Pflegung nach diesen Reguln geachtet werden/ von denen wird sich mit leichter Muhe zeigen/ was von ihrer gemeinen Wirthschafft zu urtheilen, ^zch vermesse mich nicht jemand in die Schule zu fuhren; unterstehe jedoch ohne Ruhmgier zu sagen/ welcher Pfleger und Vorsteher einer gemeinen Landes-Oeeonomie, er sey hoch oder niedrig/ sich selbst nach diesen Reguln prüffet und untersuchet/ werde leicht ermessen können/ ob er seinem Beruff verantwortlich vorgestanden oder nicht. Sie sind nicht die Invsrmon eines Hecu- m(zz) ZM sj venGeistes. Die Natur derSachen selbst giebt sie dar/ die Vernunfft bestätigt sie/ und aller Orten/ wo Reichthümer blühen/ werden sie alle oder zum Theil geübet. Derowegen wird mir mein Leser zu gut halten/ wann ich ihn mit solcher kleinen Ikeoriö in etwas aufgehalten; Und wann er/ wie ich nicht zweiffele/ Verstand hat/ wird eu leichtlich ausfinden/ wo sie hinaus wolle. Ich glaube/ nun solte allgemach/ wann es nicht bereit geschehen/ demselben das Licht aufgehen/ und sich Herfür thun/ob die bekannte Enge der Geld-Mittel in denen Oesterreichischen Erb-Landen/ der Natur/ oder dem Unfleiß und der Unachtsamkeit/ nehmlich dem puren menschlichen Willen beyzu- messen. Es ftyndalre Sachen/ wird vielleicht mancher sagen/ und gleichsam ein Raust- manns-oder Eamerm-^lphLbecli, das wir längst gewust haben. Warum aber wird solches Alphabeth so vieler Orten/ leider) so wenig pl-LÄicirt/ oder auch gelernet? An dieses Richt- scheid nun/ und an diesen Probierstein wollen wir unser Oesterreich halten: demnach forderst dessen natürliche Gaben untersuchen/ hernach beschauen/ wie ihrer gepflogen werde. L Der Käyserlichen Erb-Lande natürliche Gaben/ und zum Behufs menschlicher 8ubliUen?auswerffende Güter. cV>On dem Lager/ der Lufft/ den Ströhmen/ Seehafen/ Gebürgen und dergleichen Drn- C gen (?4) «en/ so zwar zum Behuff der Eommercien und M^nu^Äuren etwas ab-oder beytragen können/ und unter die natürlichen Vortheile der Lander fonsten gezählet werden/ ist meine Meynung mcht hie viel zu reden/ ob sich gleich unten/ da und dort deren einige Meldung ergeben solle. Meinen Zeug laß ich dieses Orts allem die Guter seyn/ so die Kayserl. Erblande auswerffen. Nach deren obiger Abtheilung gebührt dem Gold und Silber die Vorderstelle. Von deren Ausschüttung seynd unterrden Erb-Landernzwar sonderlich berühmet/ Ungarn wegen seiner Berg- Städte Chremnitz/ Schemnrtz/ Neusol; Bohmen wegen Guttenberg und anderer/ auch vorzeiten wegen Jlswa oder Erst;^Tyrol wegen Schwatz/Schlesien wegen des güldenen Esels/ Zuckmantels und anderer., Allein will man recht Ms dem Grund reden/ so ist unter allen Erfanden nicht ein einiges/ so ihrer allerdings mangelte. Dann auch Oesterreich zeigt hm und wieder gleichsam die Fußsiapffen der darinnen begrabe- iien köstlichen Metalle; und wie ich eigentlich be- Mtet bin soll vor den Augen der KayserlicheN Usidentz/ der Wiener-Wald von e.nem reichen Silber-Ertz schwanger seyn; es sey nun gleich/ daß dessen Strengheit/oder Schonung des Holmes/ oder wie etliche reden/ dieweil es noch mcht zeitig/ seiner Erliegung Ursach seyen.^Lteyer- marck prangte vor Zeiten bey Judenburg mit einem gleichfalls sehr reichen Silber-Bergwerck/ so aber vor etwan vier oder flmffhundert Jahren durchs Wasser verderbt worden. Macht gklch- c?>) wohl glauben/ daß dessen Gebürge solchen Marcks noch mehr fuhren müssen. DieKarnti- sche Geburge seynd weit und breit berußen/ daß sie voller Gold-Ertz stecken/ und gehen geschriebene Bücher unter den Handen um/ von den kleinen?LrriLulMen/ so die Bauren an viel hundert ^.rten nnt den Ertzen allda praAWiren. Crain wrrd vielleicht nicht allein leer ausgehen wollen/ nachdeme es von andern Metallen trächtig/ ich auchvon Mahren versichert werde/ daß es irgendwo Seiffen-Gold führe. Die Grafschafft Glatz hat Gold--und Silber- Bergwercke gehabt/ und vielleicht noch/ wann sich jemand darum annehmen wolte. So ist auch fast durchgehends von den nahmhafften Ströhmen der Erblande bekannt/ daß sie Nicht ohne Wasch-Gold/ wann die Obrere nur genugsam wölken geachtet werden. Was aller rm Bau stehender Erbländischsr Bergwercke Ertrag jey/ist ungewiß/ auch einer eigentlichen genauen Rechnung anher unvonnöchen; genug aber ist/ daß alles zusammen genommen/ sowohl was der Cammer/ als denenHerrschafften/ Waldburgcrn und Gcwerckern zukommt/ und wegnehmen/(dann auch dieses bleibt rm Land jährlich etliche Millionen Gulden bringe^^ in die Erbländische Eircularion Den nechsten Ort nach denen beyden edlen fallen/ erfordert die Leibes-Nahrung/ undA was dchm gehörig; für allen andern aber das Daupt-Gewurtz/ das werthe Saltz/ dessen Oe- Mmch M Ober- Steuer einen Überfluß/ C 2 Schle- ( 36) Schlesien auch seinen Theil/ Ungarn aber sowohl an Stein-als anderm Saltz eine solche Menge aiebt/ daß von dannen allein die Erblande alle zwey und dreyfach zu versehen waren. Neben Dasselbe stellet sich das liebe Brod/ wohm fur- nehmlich Korn/ dann Weitzen und Gersten gehörig. Hernach folgen der Haber/ die Gemuß- und Hülftn-Früchte/ dann das Obst und^re Baum-Früchte/ nicht weniger allerhand Ge- kräutund Garten-Gewächs: ferner das Fleisch/ wohin die Viehzucht/als Rinder/ Schaase/ Kitzen/ Schweine/ mit ihrer gehörigem Weyd und Fütterey/ auch was davon zur Spelß abfallt/ als Milch/Butter/ Käse/ Speck/ Fett/wiederum Das Wildpret groß und klein/samt der Schnabels weid/ und das zahme Gefiugelwerck zu zehlen/ auch die Bienen mit ihrem Honig nicht zu vergessen. Weiter das frische Fluß-und Terch-auch zu Triest und in Dalmatien das frische See-Fisch- Werck. Hernach das Getrancke/ furnehmlich Wem/ daraufdas Bier mit seinem Hopffen/auch Eßigmd Brandewein; endlich aus denen edelen Gewürtzen der in aller Weltberühmte Oesterreichische Saffran..^^ Wem nun das gemeine Sprich-Wort/die Erblande seyen zu Essen und Trmcken eigentlich ttemachr/ nicht unbekannt/ der kan leichtlich erachten/ daß alle oberzehlte Dmae nicht 8 nur in Menge/ sondern auch in Überfluß furhan- den. Fast nickt ein einiges aus allen Erblanden ermangelt zu seiner Genüge(den Saffran ausgenommen) einiges von beygebrachten Stucken MZ(37) M Und da falls eines/ wie Schlesien/ des Weins bmöthiget/ kan es sich dessen bey seinem sechsten Mt-Erbland erholen/ daß demnach auch lol- chergestalt das dafür hinausgehende Geld/ so zusagen/ noch beym Hauß bleibet. Das einige Tvrol versiehst sich bey einigen auswärtigen Nachbarn mit Brod/ mehr aus Bequemlichkeit als Noth; sonsten vielleicht andere Oesterreichische Kornspeicher es noch wohl zur Gnüge verlegen könten. Und was das mehrere/ die furnehm- sten Stück/ alsSaltz/ Getraide/ Wein/ Rindviehs/ Schweine/ Teich-Fische/ Eßig/Drande- wein/ Obst rc. finden sich m solcher Fülle/ daß nur die Klage ist/ wohin mit allem zu gelangen; nachdeme auch nur den Überfluß anzuwenden/ damit er nicht verderbe/ die Innwohner sich fast zum Luder genöthiget finden. Oesterreich und Böhmen führen in solchem Überfluß/ vor andern den Reyhen/ allermeist aber Ungarn/ so darinnen gleichsam wie das Europäische gelobte Land zu achten. Sein Boden ist tragbar/ daß an vielen Orten das gemeine Korn in der zweyten Saat den mussten Weihen bringt/ und das Gras mit seiner Höhe das weidende Vieh bey Nahe bedeckt. Das Gewässer ist so faselhafft/daß zwey Theil Wasser und ein Theil Fisch. Der Wem last sich einiger Orten/ wie um Tockay dem besten in der Welt entgegen setzen. Das Feld thönt von allerhand groß undkleinem Viehe. Die Mayerhöffe lausten von Geflügel- Merck gleich- C? fam ( Z8) sam über; die Lusst wimmert von ihren Gefider- ten Einwohnern/ und ist in Summa Ungarn eine wahre Brod-Schmaltz-und Fleisch-Grube/ von deren zu redenich abbreche/ damit ich nicht einen gedingtenLobsprecher abzugeben scheine. Auf die Fälle folgt die Hülle/ oder die Kleidung/ und was sich dahin schreibt. Zu deren Behuf gegen die Erblande Wolle/ Lein und Haut; Wolle/ zwar Böhmen die beste/ insonderheit die lange Wolle im Pilsnischen Ereyß/ zum Vortheil der Aeugmacherey.. Schlesien kommt dem Böhmerlandin der Menge und Güte zum nech- sten. Mahren so ferner. Oesterreich und Ungarn hat die Genüge/ doch von schlechter Feine- Der Lein- Bau hat in Schlesien/. Ober- und Theils Inner-Oesterreich gleichsam feinen eigen gewied- metenSitz gehakt/ von wannensich viele der Benachbarten/ und theils weit entlegene versehen haben/ und noch; weit davon/ daß sie vor die Erblande nicht sotten genug seyn- So ist an U- berfluß der Haute von allerhand Gattung(das köstliche Rauch-Guth ausgenommen) so vielwe- niaer zu zweiffeln/ als selbiger eine nothwendige Folge obig gerühmter Viehzucht und der Wild- Bahn ist. Hierunter thun auch die zahme König- lein und Etberhaare nicht ermangeln. Der Hülle folgt die Decke/ nehmlich die Wohnung/ wozu Erden und Thon/ Holtz und Steine erforderlich; derer aber/ so wohl was dre Meng als Tauglichkeit betrifft/ in den Erblanden nirgend ein Abgang/ auch sonsten wenig davon zu reden ist. So gar BZ( Z9) M gar ermangeln die treMche Marmor und andere achtbare Steine nicht/ wann nur die Mühe des Brechens und Auführens nicht geschonet wird. Das Caplierische Schloß Milnschau in Böhmen/ ist auf einem läutern dem Jaspis^glei- chendenFelsen gebauet. Endlich bestehen die übrigen Bebuffnüffen menschlicher 8ubMenr m allerhand Werckzeugen/ auch Hauß-rmd Zierrathen/ deren viel aus Stein/ Erden/ Gold/ Silber/ Wolle/ Lein/ Leder und dergleichen/ wovon bereits gesprochen/verfertigt werden. Andere aber bestehen aus den geringen Metallen/ deren mit einem/ sonst in der kundbahren Welt/ ausser Ehma/ meines Wissens/ nirgends erfindlichem Exempel/ die Erblande nicht eines einigen ermangeln. Dann Kupffer und Eisen bricht fast durch gehend in allen. Zinn giebt Böhmen von Alters das Schlackenwaldische/ ohne welches auch das Englische nicht gebührend gearbeitet wird. Und nun zeigt sich dessen am Geyersberg ein solcher Überfluß herfür/ daß es das Ansehen gewinnet/ vbsoltemit der Zeit fast eine halbe Welt damit können versehen werden. Bleyes giebt Körnchen bey Villach/ irgendwo Böhmen/ auch Ungarn Admomüchen bLMDMEMUMTMmWtz/ dessen derSeUnerseWg, Mund halteWll/ aber nicht gebauetwird.(Xreini Uguoris vo> wiea) schüttet Quecksilber so freygebig/ daß/ wann es nach allem Vermögen solrs angegriffen werden/ und sich Verschleißes genug^darthate/ die gcmtze Welt damit zu verlegen wäre; dahero es für ein C 4''' Kleiq NI(40) RN Kleinod der Erb- Lande gehalten wird., Auch gehören die Mineralien hieher/ deren Fürnehmste/ als Schwefel/ Kupfferwasser und Spießglas/ Ungarn allein/ von den andern nichts zu jagen/ ss hauffig giebt/ daß wiederum eine gantze Welt damit zu versorgen wäre. Alle übrige seyndm Menge und Überfluß/ eines hie das andere dort/ und hat bevorab Ungarn das Berggrün/ und damit ein ziemliches monopolium. In Tyrol fällt Gallmey/ dannenhero alldort auch etwas Messing bereitet wird. Welcher Ort nun alle Merallen und Mineralien besitzet/ allda können auch die Mineralien zu Mineralischen Farben nicht weit seyn/ wenigstens/ wann die Mühe dazu nicht geschonet wird. Von Saltzen findet sich des Erd-Saltzes/ oder Salniters aller Orten genug/ in Ungarn aber die Fülle. Böhmen scheint/ daß es des Allauns eigenes Vaterland werden wolle/ Massen sich dessen gegen den Meißnischen Grantzen unglaubliche Bergwercke herfur thun/ wann nur jemand dessen genügsamen Verschleiß zuweisen wolle. Des Holtzes/ so der fürnehmste Zeug für allerhand zu menschlicher SubMenr! dienliche Instrumenten ist/ findet sich einiger Orten so viel ulld in so bedauerlichem Uberfluß/ daß^^nige/ so nur anweisen tönte/ wie seiner mit Nutzen loß zu kommen/ keinen geringen Danck verdienen solte/ und mangelt dessen auch zu Masten und Schiff- Bau nicht/ geschweige zu anderem. Die E- delgesteme gehören auch zu diesem Titul/ als der fürnehmste Zierrath. Deren schenckt uns Un- AZ(4r) ZA gärn die Opalen und Nephrirstein: Böhmen die edelsten Granaten/ aber klein/auch Lasur/ dann ferner Demanten/ Amethysten/ Saphir/ Topasen/ Carniolen/ Aquamarin/ Achaten/ Jaspis/ allerhand Farben/ Perlen/ doch in etwas niedriger Würde/ sammt dem angenehmen Serpentin. Von Wachs/ Unschlit/ Horn/ Glas/ Bern/ Papier/ Pech/ Roß-und Rehe-Haaren/ Federn und dergleichen verschiedenen Dingen mehr/ so nicht weniger/ als andere oberzehlte Sachen/ m vielerley Wege zu menschlichen Behuff dienen/ ist weiter nichts anzuführen/ als nur/ daß/ werken der Überfluß an Bienen/ Viehezucht/ Lein und andern Dingen/ wovon diese abfallen/ in denen Erb-Landen vorhanden/ sie an selbigen ebenfalls keinen Abgang leiden können. Der Pferde aber als welche sehr fürnehme und lebendige Instrumente menschlicher Nahrung seynd/ ist billig nicht zuvergeffen/ vonwelchen für allen Ungarn/ hernach Bohmen/ berühmet seynd/ der übrigen Erb.chande auch keines ihrer mangelt/ der Überfluß aber durchgehends fürhanden ist. Anderer Europäischer Last-Thiere/ wo man ihrer be- darff/ist eben so wenig Abgang. XI. Mangel und Abgang an Gütern in den Kayserl. Erb-Landen. AMAch angeführten/ den Kayserl. Erb-Larr- Mßden durch die freygebige Natur verliehe- ^ C 5 nm KZ(42) ZM uen Gütern/ ist nun auch deren Abgang zu beschauen/ damit nachmahls/ was desfalls an der Natur/ oder dem menschlichen Unfleiß hange/ desto füglicher möge unterschieden werden. So gehet uns derowegen unter denspeißbahren Waaren ab/ erstlich/ das Nordische dröge und gesal- tzeneSee-Fischwerck; zweytens/ das Indianische Gewürtz; drittens/ die Welscheund andere auswärtige Lecker- Bißlein oder trianrüs Waaren/ fürnehmlich Oehl/hernach Pomerantzm/Limonen/ Feigen/Rosinen/Oliven/ Capern/ Austern/Sardellen/ Reiß/(dessen Böhmen doch nicht gantzlch beraubet ist/ und wegen Überfluß feiner Tech» und Wasser-reichen Gründe noch mehr und besser haben könte)Tobac/Cbocolate/ und sonst dergleichen Gattung mehr. Unter den Kleider-Sachen mangeln uns erstlich/ das köstliche Rauchfutter/ als/ Zoblen/ Hermelin nnd was dieses Zeugs mehr/ neben, dem Corduan/ ^ersianische Ziegen-und Bock-Haar. Drittens die Baum-Wo«/ dre nun so met Wesens in Europa macht. Vierdtens/ undfuc allen andern die Seide. Bey dem Bau- Weesen/ auch dem Hauß und Zierach müssen wir entbehren/ die köstliche Sinesische PorcBan-Erde/ und die rechte Majolica; an Holtz/ das West- Indische Fernamboc/ Brastlien Md Eampeche« such Eben-Cypressen-Cedern-und derMchew fremdes Holtz/ wie auch das Elephanten- Bem. Wiederum das Arabischermd Indianische kostk- (4Z) che Hartz und Rauchwerck. Von Gesteinen den Rubin/ Smaragd/ Türckis/ Corallen/ die köstliche Orientalische Gestein und Perlen. Endlich verscbiedeneMaterialisten-Waaren. Von Apo- thecker-Waaren ist nicht zu reden/ dann sie in Ansehen der Lands-Oeconomie aufgantz verschiedene Art/ als andere menschliche 8ubliüentz-Mittel/ conliäerirt werden/ darneben dieses absonderliche habem daß kein Land unter dec Donnen mitallett und jedenMedicinalien daheim fallend versehen ist/ noch werden wird/ noch in Ansehen der verschiedenen und wiederwärtigen climarum, so dazu erforderlich/werden kau. X!l.,. Lilancis der in denen Kayserl. Erb: Lattr den fallender und abgehender Güter. Ann nun unser Überfluß und unser Mangel gegen einander gehalten werden/ st muß dieser letzte gleichsam erröthen/wann gegen die Würde und Nothwendigkeit unsers U- berfluffes geachtet/und auf die Waagschaal gelegek wird. Dann was ist in Respeek menschlicher Leibs Nahrung würdiger/ als das werthe Saltz/ das liebe Brod/ der in seiner Natur niemahls hoch genug geachte/ und nur durch den Mißbrauch verächtlich Garten-Bau/ die zwey erste und einige Ge- werd ( 44) werd unserer ersten Eltern und der Patriarchen? Wie können die Lecker-Speisen/ das nur zu Reitzung eines unnatürlichen Appetits dienliche Gewürtz/( von welchem der Schwedische Reichs-Rath Julius Coyet nicht unrecht zu sagen gepflogen: Die Auslander solten zu ihren Ost-Indischen Gefraß/ auch Ost-Indische Mägen mit heraus bringen) das von ver- derbrer Sultz geschwängerte ungesunde/ gesal- Hene und geräucherte Nordische See- Fischwerck/ die gekünstelte Meeth/ von Honig/ Syrup oder Zucker/ gegen dieselbe sich blicken lassen? Kommen wir aber zu der Kleidung/ was Vorzugkan sich wol für unserer Woll die Seiden zumessen/ die in kaltenLändern nicht/wie in den warmen tauglich/ noch dem gantzen menschlichen Geschlecht in genügsamer Menge kan beygeschafft werden; da hingegen unsere Woll in allen Llimaribus gleich nützlich und tragbar ist/ und überall zur Genüge fällig/ oder doch in den allerkaltesten climaubus, wo die Schaas-Meid unbekant/ durch das ge- den nur der Menschen Unverstand gewissen sel- tzamen Dingen/ eben wegen ihrer Mangelhaff- liakeit/ das ist/ um deswillen/ weilen sie Nicht in erforderter Genüge zu menschlicher Noth- durfft fürhanden seynd/ zugelegt. Meinen Handel hebe ich mit der innerlichen Wurde/ so m dem Nutzen/ dessen das Menschliche Geschlecht dadurch habhaffk wird/ bestehet. In Ansehung deren ist das gemeine Fell-und Leder-Werck M(45) JA der köstlichenRauch-Waar allerdings vorzuziehen/ weilen diese zu Bedeckung der Blosse/ und Verwahrung gegen die Kalte/und andere Unbilden des Wetters/ nickt zum laufendesten Theil für das menschliche Geschlecht erklecklich wäre/ dannenhös ro auch bloß zumZierrathverwendet wird. Gleiche Beschaffenheit hat-es bey den übrigen Puncten mit der Porcellan/ frembden Holtz/ den köstlichen Gesteinen und dergleichen Dings/ welche zu keinem allgemeinen Gebrauch und Nutzung erklecklich/ der Ursachen ebenfals nur zum Aerrath behalten sind/ und keinen Werth/ als bloß vor» menschlichen caprlccio besitzen/ also gegen unser überflüßiges gemeine Holtz/ Metallen/ Mineralien und andere Gaben/ wenig zu achtenkom- men. Fällen wir aber das Urtheil nach der Nothwendigkeit: wer kan des Brods/ des Weins oder Biers/ der gemeinen Erdfrüchte/ des Fleisches/ frischen Fischwercks/ des gemeinenBrenn- und Bauholtzes/ der Woll und des Lemwades- des Leder-und Fellwercks in vielen Dingen/ der Metallen und Mineralien/ zu Menschlicher Noth, durfft entbehren/ wann er gleich Mlt^ allen Lecker-Bißlein und Indianischen Gewurtzen voll angefüllet/ mit frembden theuern Holtz und Rauch-Waaren auch Edelsteinen und Perlen umbiegt wäre? Herentgegen wie leicht kan dieser unnützen Dinge derjenige zu semer Nahrung und ludMsnr müßig gehen/ der jene andere vollauf besitzet. Wer diesesnichtbegreiffenwill/ der nehme einem Land sein(L>altz/ Brod/ Wem/ oder wo die Lands-Art darnach»st/das Mit-,'/ MZ(46) ZM Bier/ das frische Fleisch und Fischwerck/ die Wolle hinweg/ und lasse ihn mit seinen Ge- würtzen/ Lecker-Bißlein und Seiden- Waaren eine Zeitlang Hausen/ so wird sich das Be- greiffen in die Hände legen. Mit der Ersetz- üchkeit und Unersetzlichkeit der Güter führet es gleiche Bewandniß. Eine Sache zwar kan in einem Land in zweyerley Wege ersetzt werden: durch die Art selbst/ wann das Land dazu tauglich ist/ und sie darinnen erzielet wird/ oder durch eine andere Sach/ so jener in dem Gebrauch und Nutzen gleich kommt/ und deren Stell vertritt. Wo nun ein Land zu dem Acker- und Garten- Bau/ zum Weinwachs/ zu der Viehezucht insgemein/und insonderheit zu der Schaaf-Weide/ wegen der Wolle/ untauglich/ auch keine Wild- Bahn zum Fellwerck/ noch Metallen hat/ da lassen sich warlich das Brod/ der Wein/ und Erd- Früchte/ das Fleisch/ Butter/ Käse/ die Woll/ das Leder/ das so hochnöthige Eisen nicht/ viel weniger Gold und Silber und dergleichen/ in der Art selbst/(man bringe es dann von aussen hinein/ so aber die Frag nicht ist/ und mit fremder vepen- äenL geschehen muß/ auch zu der Wirthschafft/ Gold und Silber ausgenommen/nicht taugt/) und eben so wenig durch andere Dinge/ und nur in wenigem/ auch gar elend ersetzen. Dieses thut mit dem Brod Lappland/ und theils Norwegen durch an der Lufft getrocknete Fische/ und die Schweitz im Emmerkhal und anderswo durch trockenen Kaß. Und essen die Leute allda unser gemeines Brod(welches Tavermer in seinen Orien- ^ M(47) KN Orientalischen Reisen auch von dem glückseligen Arabien schreibet) wie auserlesene Lecker-Biß- lein und Confect. Wir hergegen könten uns des Indianischen Gewürtzes mittelst unserer Inländischen guten Krauler leicht mäßigen/ an statt des Zuckers noch wol endlich/ wie die Römer und Griechen lange Zeit gethan/ den Honig gebrauchen/ das Oel(dessen Abgang ohne das fast in nichts/ als in dem Salat sich hervor thun würde) durch unsere Butter/ mästen auch beschie- het/ ersetzen lassen» Ich erinnere mich von glaub- hafften Leuten gehört zu haben/ daß der alte Schwedische General Kömgsmarck emsmahl die gantze Schwedische Generalität/ und viel vornehme Leute herrlich bewirthet; Und als nach der Mahlzeit die Gäste das fürtreffliche Mahl mit Lob erhoben/ betheuerte er/ daß seinethalben die Ost- Indianer nicht einen Pfenning dadurch reicher worden/ mästen alles mit Teutschen Gewürtzen/ als Rosmarin/ Salbey/ Majoran/ Melissen und dergleichen zugerichtet gewesen. Und obzwar ausser allen Zweiffel das Zuckerwerck dabey nicht ermangelt/ ist doch solches mehr ein West-als Ost- Jndisches Gut» Wobey ich dann mir wenigem anmercken soll/ daß alles/was aus West-Indien körnt/ weit ertraglicher/als das Ost-Jndische Gut/ weilen dieses mit baar Geld bezahlt/ jenes aber durch Europäische Manufacturen nur eingetauscht wird» Dergleichen Königsmärckische Mahlzeit soll auch einesmals ein grosser Polnischer Herr/ auf offenem Reichs-Tag/ mit grossem Lob gehalten haben» Und wolte ich von (4-8) unsernOesterreichrschen Köchenweit mehr hatten/ wann sie anstatt der Frantzosischen/ auf solche Schwedische Suppen studirten. Um aber nun wieder auf unsern Zeug zu kommen/ so tonten wir die Seiden erstlich in der Art sechsten/ hernach auch zu sammt der Bombasin durch unsere ftme Wolle und Leinwad erstatten. Hinter den Cor- duan/ Juchten und Saffian zu bereiten/ hat sich auch nÄ niemand bey uns Mit Ernst gemacht/ da man doch mit den Juchten anderswo ziemlich weit kommen ist. Des scharbockrschen/ unverdaulichen/ gesaltzenen und dürren Fischwercks tonten wir über unserm annehmlichen frischen Fluß- und Teich-Fischwerck/ und bey unserm guten frischen Rind-Kalbs-und Hammel-Fleisch- und nle^ll- chem zahmen Geflügel-Merck/ auch Schnabel- Weide und anderem Wildpret leicht vergessen» Wir tönten auch viel Dings in der Art selbst ersetzen/ Massen anstatt des Nordischen Fischwercks wir unsere eigene Ungarische uberfiußlge Fische in das Ungarische/ noch mehr uberflußige Salß/ wie zum theil ohne das beschrehet/ bringen und räuchern/ ohne Zweiffel auch eine unglaubliche Menge fremder Lecker-Waare aufunserm eigenen Boden bauen und erziehen/ wann gleich etwas mehr Fleiß und Arbeit bey uns/ als auf ihrem natürlichen Boden/ dazu gehören sötte. Von der ungleichen Zahl unseres Überflusses und Mangels/ da dieser in wenigem/ Mer m vielem bestehet/ wie auch von der Mge.chen conlumprion. da sich der mangelnden Guter bey weitem Nicht so viel in der Welt/ als umerer WH(49)'M überflüßigen anwenden lassen/ welche letztere deßwegen auch eine viel tauglichere Materie der Na- nukaLturen und des Gewerbs abgeben/ will ich nicht viel sagen. Dann es ist von sechsten klar Und leuchtet dahero aus allen solchen als eine un wiedersprechliche Wahrheit Herfür/ daß dieKay- serlich Erb-Lande weit glücklicher in ihrem Überfluß als unglücklich in ihrem Mangel seyen; Wann anders ein Unglück heißen soll/ von Instrumenten und Anreitzungen unordentliches Gelüsten der Üppigkeiten und der Hoffart entübrigt seyn- XIII. Schluß oderFolgerey/ so aus dieser Maa- cia zu ziehen. )Iue grosse weißheic/ wird mancher sagen/ Dinge mir solcher Geschäff- rigkeir aufdaspappier zuschmieren/ Deren bey uns die Rinder aufder Gaffen bey nahe nicht unkundig seyd! Antwort: Das mag sich vielleicht also verhalten/ wann das Glück gut ist. Was ich aber daraus schließen will/ solches entweder wissen auch die Msrverstan- digsten nicht/ oder welches noch ärger/ wenn sie es gleich wissen/ wollen sie nicht dafür angesehen seyn. Am allerwenigsten aber wollen sie/ wie sie könten und sollen/ ihrem Vaterland und dem gemeinen Wesen zum besten ihre Wissm- D schafft MZ(so) schafft anwenden und werckstellig machen. Dre es auch gern wollen/(deren ich dann gewiß unter den grosien einige gekannt) denen werden soviel Mügel unter die Füsse geworffen/daß sie nnt ihrem Vorhaben nicht aufkommen mögen. Was ich nun aber Wessen will/ ist dieses: Em Land/ iö durchgehend alle Lebens- Norhdurssr/ auch die fürnehmsten Bequemlichkerren menschlicher 8ub6üen2 innerhalb stiner er- ccenen Gräntzen mäepenäenrer von andern/ 8nd zwar meistens in solchen Überfluß be- flyr/ daß es einen grossen Theil derstlben/str- rien ihrer würckliw bedürftigen Nachbarn ums Geld mitzutheilen vermag/ und gleichwohl bey allen dem Geld-arm/ gegen seine Nachbarn unmächrig/ und schwach an Aräffren gegen stine Feinde ist: solches Land muß norhwendm übel berathen seyn/ und böse wirrhschassr führen/ einfolglrch serne Armurh/ und alle seine aus sorhaner Armuth herstammende Übel und Unglück bloßhin seinem eigenen willen und Verschulden zu dancken haben. Wenig Worte seynd dieses/ aber wahrhaffte Worte; deren Gewißheit zu befestigen/ man keiner kbilolo- pkie benöthiget ist; deren Klarheit zu begrerffen/ weder Camera!-noch Kauffmanns-Wissen- schafften erfordert werden. Sie gründen sich auf einen einigen/ einfältigen/ von Natur auch den Kindern begreiMchen Satz: Wer viel einzunehmen/ und wenig auszugeben har/ der muß entweder m kurgem reich seyn; oder M(5-) ZU wofern mchr/ ftinen Reichthum murhwiM gek weift verschwenden und verschlingen. XIV. Falsche Einwendungen/ warum denen Erb Landen bey ihrem natürlichen Überfluß der Mangel an Geld Zu gut zu halten sey? > das etwas ftlnsames/ wird vielleicht l MM jemand seiner Einbildung nach klügeln/ -, x>aß die von der Narur zrrm höchsten r r Zeftegnere Länder an Geld die ärmesten i ftyndk Gehen wir doch solches im kleinen/ > daß auch bey uns die Bauern in rauhen un- > fruchtbaren Gebürgen/ und auf unge- e fthlachren Boden/ die stch mir Spinnen/ - Holechauen/ und hundereerley andern Müh, k ftliakeiren ernehren müßen/ gemeiniglich mehr Geld haben/ ihre Lauds-Anlagenund Herrschafsrs- Gaben bester enrrichren/ als N die in denen besten Rorn- und Wem- Län, )- dern/ Antwort: Es ist solches nicht selten frey- 1/ üch wahr/aber nicht lobwürdig/ zugleich nicht n- weniger klar/ daß die Bauren in den Geburgett ch Mßige Leute sind/ die andern aber offtmabls fauch le Lümmel. Beyde seynd recheÄivö reich und !i- arm/ weilen sie selbst es also wollen/ welches er eben dasjenige ist/ so ich behaupte. Wer sich er nicht schämet/ so albern Emwurff zu thun/ stbä- MZ( 52) IM- me sich auch nicht/ die Antwort nach Gebühr auf n sich zu 3ppliciren. Zu dem/ wann denen Erem- A peln etwas beyzulegen/so folge man vielmehr den guten/ als bösen. Es ist in der Welt noch manch>" geseegnetes Land/ so nichts desto minder embsige/ nahrhaffte und reiche Leute hat. Franckreich und Engelland geben dessen ein weltkündiges Exempel/ so Fleiß und Emsigkeit mit ihren trefflichen Boden vereinbaret haben. Laßt uns diesen vielmehr nachfolgen. Andere sagen: Wasser/ Luffe/ und alle Elementen seynd denen Erb-Landen entgegen/ sich wie andere Länder an Reichthum zu erschwingen. Aber sind die Elemente gütig genug/ mir allerhand Reichthum in den Schooß zu legen/ welches Element kan denn so uns barmhertziq und tyrannisch seyn/ und mich gegen meinen Willen zwingen/ solchen Reichthum wieder in den Koch zu schütten? Alberkeit uud Boßheit bey einander reden aus dergleichen vergeblichen Einwürffen. Was können wir dagegen/ dürffte vielleicht manchem wunderlich genug einfallen/ daß wie aus erster natürlicher Einpflantzung mir keinem zu denen Lommercien und Nanuckl- Lkuren tauglichem Zenio besteligee worden; Allein solcher unglückseliger Zenius bestehet nur im Unverstand und in der Ungeschicklichkeit; Nun, giebt es zweyerley Art/ sowohl von Unverstand «lö Ungeschicklichkeit; eine muthwiüige/ so mit ( 5Z) tf a- m ch e/ rd ^l/ m h- le r- te en Ns m m rd :r- ht rv lic' L-- n; im an^ ad lit ch- rechten Nahmen Faulheit/ Unachtsamkeit/ Zaghaftigkeit/ und öffters Boßheit heisset/ woran sich ein jeder/ wann er nur will/ leichtlich selbst eueren kam Die andere Art wäre zwar der Natur heimzuschreiben; allein/ recht davon zu reden/ giebt es wenig Nationen unter der Sonnen/ die sich dißfalls im Grund zu beklagen. Wir wollen jedennoch kürtzlich untersuchen/ ob sich dann die Oesterreichs/ oder die Erb-Lander insgemein/ wann ja jemand aus ihnen zu seiner eigenen und seines Vaterlandes Schande sich darauf bewerf- solte/ mit Fug durch ihren/ von den Lommer- eien und^LriutaÄuren etwas entferneten Zemum entschuldigen mögen» XV. Ob die Teutschen/ in Hecie dieKäyserliche Erb-Länder/ zu den eommercim und ^anufaüuren nicht natüclichenVerstan- des und Geschicklichkeit genug besitzen? ^'Jr ist nicht unwissend/ wie die Teutschen bey vielen Leuten gegen andere Natio- neu für ziemlich dichten Verstandes xMxen müssen. Es ist solches insonderheit bey denen Hrantzosen zu einem alt- hergebrachten Sprichwort erwachsen. Wofern es nun von riechst-angeregten muthwilligen Unverstand genommen wird/ so kan ich anders nicht/ als solchem Sprich-Wort guten Theils beylegen. Dann wann ich es gleich in Abrede stellen wolle/ si> D Z wük» ( 54) würde mich doch allein die unverantwortliche Unachtsamkeit des Gegentheils überzeugen/als mit deren wir Teutsche unsers wahren inreres- Le. des allaemeinen Heyls/ und unserer Freyheit- allermeist gegen die Frantzesen selbst/ die uns noch dazu verspotten/ so schändlich pflegen /nur auch von ihnen dasjenige nehmen/ wessen wrr zu Hauß eben so gut/ und besser babhafft seynd; ihnen hergegen unser werthes Geld und Silber schencken/ woran sie sonsten/ zu unserm Besten/ Noth leiden müssen Wir verdienen also/ von ihnen/ um unser eigenes Geld/ billig ausgelacht zu werden. Eine andere Bewandnüß aber bat es mit dem natürlich einaepflantzten Ver-. stand. Und zwar auch in demjenigen will ich mich dießfalls mit den Frantzosen nicht viel zweyen/ was von ihnen Llprir brillMk genennet wird/ und fast mehr in einer ungezähmten Fürbrüchigkeit im Reden/ deren man nur eme Art zu geben weiß/ als in einem absonderlich grossen Licht der Vernunfft bestehet. Ursach dessen ist nicht/ daß uns der Grund dazu aus^ Kargheit der Natur gebrechen soite; sondern weil unsere Auferstehung mehrentheils ein anderes/ und etwas mehr Sm'ttigkeit bringt. Im, übrigen aber/ und was ein gesundes festesUr-? theil) und die Sinnreichheit in ernstlichen Mist senschafften einer Nation zulegen kan/ da werden mir die Herren Frantzosen zu gut halten/ wann ich ihnen/in Ansehen der Teutschen/weder den Vorzug/ noch so gar auch die Gleichheit A, M Md in MW gestatten kam In den M(ss) AN vier Haupt- Facultäten halten wir ihnen/ aller ihrer Einbildung ungeachtet/ zum allerwenigsten die Wag-Schaale. In Staats-Sachen werden sie sich erinnern/ was für Leute diejenigen seynd/ deren sie sich zu Zeiten bedienen/ uns hinter das Licht zu führen/ und von was Nation ihre fürnehmste LmiLLrü und Instrumenten unter uns sich schreiben. Dann gleichwie dem Sprichwort nach/ wo der Teuffel selbst nicht hin kan/ er ein altes Weib schickt: also wo der Frantzosen Witz bey uns zu kurtz kommt/ da spannen sie einen von ihnen umgekaufften Teutschen an. In denen Mathematischen Ms- senschafften aber werden sie vielleicht noch von selbst etwar soviel Bescheidenheit haben/ sich mit uns um die Hber-Stelle nicht vielem com- promIK zu setzen. Auf allen Fall würden sie sich durch die bekannte zwey Haupt- Invemiones der Teutschen/ die Buchdruckerey und die Artillerie/ wodurch in Wissenschafften und Kriegs- Handeln die Welt fast meine gantz andere Form gegossen worden/ und durch viel andere(worunter auch die Uhren) geringere als diese/ doch in sich selbst grosse Erfindungen/ wie auch durch ihres eigenen Königs Uuäov. XIV. unverwersslicheS Aeugnüß/ eines andern berichten lassen. Dann als die beyde kunstreiche Gebrüder die Hautsche zu Nürnberg demselben vor wenig Jahren ein Geschwader kleiner Metallürer Reuter auf einer Tafel verfertigt/ so durch geheime Trieb und Bewe- gungs-Aeug/ auf eine fast unglaubliche Art aller« hgO Kumö?/ wie im Feld fürMtsn/ D 4 Md (5§) M And vordem Köoige/ der eine von ihnen/ so das Merck überbrachte/ die Prob sehen ließ/ sagte Der König: IliÄuc pourrLncLävouer, gueles ^.Hemanäs one bien 6e!' eiprir. Einen vornehmen furbruchichen Franßosen/ so dabey stunde/ wolte solches seiner Nation fast zu nahe gesprochen duncken/ und gekrauste sich beyzusetzen: sire, 165 brgndots en rourpourranr c!' avLncll- Ze. Der König aber machte mit wenig Worten den Unterscheid und Ausschlag/ sprechend: ouv, pour inveE ÜL5 nouve!ke8 moöes cl'I^bics. Wmlen nun die Mathematischen Künste eine d^d^HEd in denen^lanufaLuren haben: so rst lerchL zu unterscheiden/ ob uns Teutschen der -^erstand m diesen abgehe/ und wäre man nur Mf den Augenschein dessen nach Nürnberg und Augspurg zu verweisen. Diesen beyden Städten gebührt das billige Lob/ daß sie unter allen furnehmen Handels-Städten im Reich/ noch fast chw einige/ so dem Vaterland zu Nutzen handeln/ indem sie durch ihre^lanukaäuren Geld aus der Fremde herein ziehen/ da andere merstlich nuu in der Fremde auszukauffen/ und bey uns wieder von Handen zu geben/ also bloß das deutsche Geld hinaus/ keines aber dafür wieder herein zu bringen gelernet haben. Und was bedarf es vrel ausfündig machens? Wann me Deutsche Nation/ so in^tanuUuÜuren/ als Nm Kauff- Handel der Franßosen und ihrer Nachbarn Leyrmeisterin gewesen/ wann noch heut zu<.ag die Teutsche es ihnen in der Kunst bevor thun/ wie kan deren Verstand geringer dazu dazu/ als anderer seyn? Nun istweltkündig/daß vor vier und sünff hundert Jahren die Hanfte- Städte/ so in UMuLÄuren/ als im Gewerb/ durch einen grossen Theil Europens/ bey nahe das^onopoliurn geführet/ und daß solch Ge- werb von ihnen in die Niederlande/(so gleichwohl auch Teutfthland sind) von bannen in Engelland und Franckreich gebracht worden. Nicht weniger am Tag ist es auch/ daß wann ein Teutscher Werckmann unter die Frantzosen oder Holländer kömmt/ er es ihnen in kurtzemin der unst und Wercklichkeit gleich/ und bald daraus gemeiniglich bevor thut. Und so viel von den Teutschen insgemein. Was aber die Kayserl. Erb-Land-Jnnwohner betrifft/ so kan ja nicht vergessen sey/ in was vor einer Blüth die^lLnufaäuren vor dem grossen Böhmischen und Teutschen Krieg/ und vor- hero bey zwey oder dreyhundert Jahren nacheinander/ in denenselben gestanden. WieBöh- men/ Dchlesim und Mähren( die es meines Bedünckens ihren Königen aus dem Lützelbur- gischen Hauß zv daneben gehabt) von Woll- und Leinew- Wercken/( welchen beyden unter denen NänufAÄuren billig das höchste Ort zu gönnen ist) und von diesen letzten andere Erbende mehr/ gleichsam gewimmelt/ ist bekannt. Wer nun sagen wolte/ daß unserer Vater zu denen kls- nufEuren natürlich geeignet gewesener Verstand in ihren Kindern/ gleich in der ersten Ze- nersrion, so mächtig abgeartet habe/ der wur- D 5 de W-Z(58) ZU de gewiß sehr lächerlich seyn/ und dörffte sich wohl euch die Erlaubnüß geben/ fürzuschutzen/ daß etwa« auch das Clima und die himmlische Inlluen- Hen sich zeithero geändert hatten. Daß auch ferner in Metallischen Sachen die Oesterreichs sehe inZLML keiner Nation bevor geben/ das zei- Ken Ober-Oesterreich/ auch Crain und Schlesien/ sticht weniger Steyer überfiüßig. Und was braucht es viel/ daß einige Breßlau könnte/ wie m der guten Policey/ also im Handel und in NufaÄuren/ die Ehre der. Erb-Lande im Noth- Fall für alle behaupten; und die Emsigkeit und ^pplicLüon der Einwohner des einigen Schlesiens/ also wie das Land noch jetzo vieler Orten in seiner bedauerlichen Verödung darnieder liegt/ wäre genug/ alle in allen Erb- Landen fällende Woll und Flachs zu verarbeiten/ und mit denen LSeLken dieselbe/ und die Nach- darfchafft noch dazu/ zu versorgen. Diese ehrliche Leute verfertigen ihre Tücher und Leinwad wie bekannt. Wie nun aber in den Erb-Landen alles nach fremder Maar schnappet/ und man der Ursachen de» Schlestern die Ihrige guten Theils liegen löst: so kommen die Ausländer/ holen solche ab/ und geben ihnen daheim eine sonderbahre Bereitung/ die Preß und Färb/schicken sie durch eine recht belachens- würdige Handelschfft uns wieder zurück/ und hencken sie uns vor gut mrslandisch auf/ das ist/ nicht nur der Güte nach/ sondern auch in zwey- oder dreyfachen Preist. Wer nun aber Tuch oder Leillwad durch rebeÄivs VWscheis MZ(59) M den/ Cartatschen/ Brechen/ Hecheln/ Spinnen/ Weben rc. so weit bringt/ daß Ane mehr nicht/ als noch eine schlechte Bereitung ermangelt/ solte der von der Natur nicht ebenfalls etwa soviel semum besitzen/ daß er ihnen sotha- ne gleichsam letzte Ehr des Bereitens«ach noch könte wiederfahren lassen? So ist auch aller Welt unverborgen/ was Schlesien m der gebildeten Leinwad für Proben thut. Legte es nur gleichmäßigen Fleiß und Nachsinnung (dann es bedorffte keines mehrern) auf die seidene Zeuge/ so würde gewißlich weder Frankreich noch Italien uns damit zu versehen/ dre Muhe einzuwenden haben. Ohne ist es mcht/ an einem Ort bey uns hat sothane Emsigkeit mehr Trieb/ als an dem andern/ und werden unsere Wein- Länder beschuldiget/ dD deren Einwohner sich nicht allein für sich selbsten die Gläser mehr als die Arbeit an das Hertz flössen lassen/ sondern noch dazu fremde hineingebrachte NMufLÄuriers in wenig Jahren zu ihres gleichen/ das ist/ Faullentzern und Ade- rern machen. Hergegen aber sind dre Bier- Länder soviel emsiger; Und wann irgendwo/ wie in Böhmen auf der Flache/ allws von Fülle des Geträydes und Viehzucht alles lachet/ auch wo der Weinwachs seinen Verlag lohntt/ dre Leute ebenfalls wenig von ihrem Fleiß und Emsigkeit zu entrathen haben: so stecken hergegen d;e Gebürge(Teutsch Böhmen) voll mhr- haffter grundarbeitsamer Leute. In Wrm selbstsn/ wo doch die Lüsternheit und die Seh- ^'' MNA MZ (6°) KW riung nach frölichem Leben gleichsam zu einem allgemeinen Herkommen erwachsen/ mangelt es zu denen k^bricaruren weder an Geschicklichkeit/ noch^ppucIuon, wann nur Willen/ Aufmun- Ansuhrung da H. Au dessen exem- puncirung mag unter andern dienen/ der bekannte Frantzosische Hutmacher/ so arm dahin/ und in gantz wenig Jahren zu grossen Reichthum kommen. Der hat seine Waare weder selbst/ noch durch ferne Lands-Leute/ sondern durch Teut- sche/ und zwar Oesterreichs arbeiten lassen. Also auch gehet es offters mir Postamenten/ Perruquen/ Gestickwerck und dergleichen/ die guter Oesterreichischer Landsmannschafft seynd/ und dennsü) mit Französischen kasporcen auf- Zlchen; und m den vornehmsten Kaust-Laden findet sich manche OalAnrerle- Waar/ so in Wien/ so zu reden/ gebohren und erzogen ist/ auch oerschlressen wird/ und sich dennoch Französisch muß heißen lassen/ nur damit es unter so viel unchrisilichen Wucher ungesirafft motz^ zu Kauss gehen. So finden sich auch noch sonsten Mittel/ wann nur die Obrigkeit Hand und Sorge anschlagen will/ die Instrumenten/ Materie und Gelegenheiten des Luderns und baullentzens aus dem Weg zu räumen. Und über all solches bedorffte es endlich so grossen Fragens und Untersuchens vom e5pric und M- ruo nicht/ um die Erb-Lande reich zu machen. Es brauchte einen gar einfältigen breiten Weg/ und gantz mittelmäßigen Verstand dazu. Ist der eHi-w nicht subtil genug/ neue MnuLaüuxen zu MZ(61) KU zu erfinden oder zu erheben/ so lasse man es bey dem Alten bleiben/ und vergnüge sich nur etliche wenwe Jahre mit denen inländischen Waaren/ Messe denen Fremden die Thür zu/ was gilts/ es wird sich der Teutsche Geist bald zeigen und Herfür thun/ wann er siehet/ daß die Lonlum- prion seiner LffeÄen gewiß/ seine Arbeit geachtet/ der Gewinn versichert ist/ und daß/ gleichwie die Ungenüge seiner Waaren nicht mehr von aussen her ersetzt/ also deren Genüge und Verschleiß von dannen auch nicht mag gestöhret werden. Was gilts/ er wird ihn/ er selbst durch Anrer- tzng des Profits/ der Käuffer durch Begierd guter eurisser Waaren/ und ein Handwercker den andern durch die Nacheiftrung aufmuntern/ und zu der Arbeit und^p^licarion antreiben. Nun kan ein jeder Bauer soviel eiprir haben/ daß er sich/ wann er dieNothdurfft im Hauß hat/oder haben kan/ damit begnügen/ und fremde Dinge wo sie seynd/ bleiben lasse. Warum dann nicht auch wir? XVI. Welcher Massen die erste Regul einer richtigen Lands: Oeconorrüs in den Erbenden beobachtet werde. ^^Aben derowegen die Kayserliche Erb-Lande EM zu ihrer 8ub6lken^ in ihrem eigener Hauß die Genüge/ oder können solcher doch biß auf ein weniges darinnen habhafft werden/ dannenhero reich WK(62) ZU reich seyn/ wann sie nur wolle«: so kommt uns nun nach obigen Reguln zu unterscheiden/ wie solches wollen von uns geübet werde. Vermöge der ersten Regul/ solle für allen Dingen kein Erdschollen/ der uns zubeneUciren möglich/«Gesprochen bleiben. Ich bin aber von glaubhafftigen Leuten berichtet/ daß allein in einem mittelmäßigen zu der Cron Böhmen gehörigen Theil/ noch so viel verödetes oderverwil- dertes Erdreich übrig/ daß noch viel tausend Familien Bauersleute darauf bestehen könnten. Was muß dann erst vom gantzen Königreich/ was von allen übrigen Erb-Landen zu vermuthen seyn? Wie mancher verwaister Berg/ wie manch leichtes Thal oder Grund könte zum Wein oder Acker-Bau/ oder andern nicht weniger nutzbaren Gebrauch bequemet werden/ da nur eine emsige Hand dahinter käme? Mit was für unvergleichlicher Mühe pflegen die Holländer ihrem Dertrunckenen Land wiederum an den Tag zu helffen/ nur um so zu sagen eine Hand breit schlechten/ und gegen unsern trefflichen Boden zurechnen/ undanckbaren Erdreichs zu gewinnen? Kön- Len selbige Leute das unsere müßige dafür zu sich Fausten/ wie würden sie sich nicht glückselig schätzen? Ferner solle keine Art von klam^ien unter der Sonnen unversucht bleiben/ ob solche sich mit unserm Boden vergleichen wolle. Dann wie gemeldet/ die Nahe oder Ferne der Sounen Out nicht alles. Der Boden an sich selbst/ dessen innwendige Beschaffenheit/ wie es scheinet/ her ckrekXM rM«, wann einer ist/ wollen ihren MZ(6;) HU grossen Antheil dabey haben. Der Tockay-Wein/ der edlesie der Welt/ der Oesterreichische Saff- ran/ der trefflichste unter der Sonnen zeigen/ oder wenigst machen hoffen/ daß noch manch andere fremde köstliche Pfiantz/ von der es jetzo nicht vermuthet wird/ bey uns einheimisch zu machen wäre/ wann nur das Versuchen und die sorgsame Hand darhinter käme. Wann unter simfftziK Proben nur eine einige dem Vorhaben gleich fallen solle/ würden Unkosten/ Mühe/ und Kuriosität jederzeit bezahlt seyn. Wo ist aber derjenige/ der sich bey uns jemahls angelegen seyn lassen/ die Natur der vortrefflichen Erb-Landee gründlicher als bißhero zu erkundigen? Wer ist doch jemahl so curios gewesen/ neue Arten von klanwgien(ich rede nicht von einer privar-Lust/ sondern dem gemeinen Vaterlands zu gute) zu versuchen? Und dannoch wäre ohne Zweiffel ein merckliches darinnen zu thun. Ob gleich eines einigen Manns Werck solches zu erheben nicht ist: so finden sich doch noch Fürschläge leichter dazu zu gelangen. Es wird in Holland/ dem Vernehmen nach/ nun versucht den Thee zu bauen; Die Aloe gehet einiger Orten in Teutschland auf. Daß die Blum/ die meines Wissens noch keinen Teutschen Nahmen hat/ sonsten aber rblU8 M3X1MU8 Inäicus, oder Llirum America- num Lcc. genennet wird/ in Oesterreich sehr gern aufgehe/ solches haben der Landschaffts-Garten ror Wien/ auch andere Privat- Gärten allda ge- Zeiget. Jedermann siehet die Blume zwar an/ weiß aber nicht/ daß daraus die bey etlichen Iah- ren - MZ(64) ZW ren her inFranckreich aufgekommene schöne neue Farbe bereitet wird. So würde auch der Wald das Wachsen bey uns nicht versagen. Saflor/ wiider Saffran/ Färber-Won und dergleichen zu mehr Safft-Farben dienliches/ würde uns gewißlich auch nicht fehlschlagen/ wann nur darauf gedacht und Hand angelegt würde. Wie bey wenig Jahren die Einlegung der karc^ in Ungarn und Österreich von statten gangen/ wie die Spanische IsMarez bey uns gut gethan/ ist sonst bekannt. Dergleichen Ding ein weit mehrers wäre zu Vortheil des gemeinen Bestens in Com- mercien/ auszufinden/ wer nur Fleiß anwenden wolte. Zwey grosse Exempel seynd noch vor Augen/ deren eines wenig das andere garnicht bevor gehalten wird. Das erste ist der Tobac/ von dessen Psianßung Europa vor hundert und achzig/ Teutschland aber vor etwan sechzig Jahren gar nichts gewust. Nun ist desselben Bau nicht nur im Reich/ sondern auch in Pohien/ in Türckey/ und rund um uns herum gemein/ und zu einem grossen einträglichen Handel gediehen. Die Erb- Lande allein seynd so saumselig darinnen/ daß sie lieber jährlich eine unglaubliche Menge Gelds ( die rechte Summa will ich lieber hie und da/ aus dem c^uanro des^ppalco errathen lassen/ als all- hie specistciren) hinaus schicken/ als dessen Ban anfangen. Und gleichwohl ist im wenigsten zu zweiffeln/ daß vieler Orten in Ungarn/ und auch in Oesterreich und Böhmen er/ wo nicht wie in Brasilien und Virginien/ wenigst so gut als in der benachbarten Türckey glücken solte/ und BK(6s) ZW Mochte sich vielleicht insonderheit Böhmen für ein svnderbahres Glück rechnen/ wann solcher Bau von ihm recht unternommen würde. Das andere ist dieSeiden-Zucht/ zu deren Behusder Oesterreichische und Ungarische Boden in Erziehlung weißer Maulber-Baume eine so herrliche Neigung zeigen. Man hat mich zwar Lrgendswo berichten wollen/die Oesterreichische Seide komme einem schönen zarten Flachs in etwas bey. Nun mag solches vielleicht von der/ die um Niclasburg vor Zeiten ge- fallen/(wie ich doch nicht für eine gantzliche Gewiss heit austhun will) seyn befunden worden/allws aber noch lange nicht der beste Oesterreichische Boden ist/ weniger der Ungarische/ und kommt oftmals ein Erdreich seinem benachbarten in der Gute bey weitem nicht bey. Folgt demnach in wenigsten nicht: DieSeide hat hie oder da in denErb-Landen nicht gut thun wollen: ergo nirgend. Ach weiß ein Exempel von Franckischer Seiden/ die unter mehr anderer Seiden zu Kauff gefunden/ und von einem ihresHeimats unkundigen/ aber sonst erfahrnen Mann/ für eine von den besten in gantzen Laden geurtheilet worden. Nun kommen Oesterreich und Ungarn/ daß ich nur gantz gelind rede/ dem Franckischen Boden zum allerwenigstem gleich. Wie solte denn nicht ein Strich darinnen zu finden seyn/ der auch eine der Franckischen an Güte gleichmäßige Seiden auswürffe? Ich übergehe Hiebey/ daß diese Waare in manch kalten climars besser als im warmen ausfalle. So ist ferner nicht zu verschweigen/ daß auch die schlechte Seiden zu gewißen eurrenr LAbricaruren taugil- E eher/ ( 66) Her/ als die feine/ und ihres großen Profits nicht mangele/ nachdem mahlen gemeiniglich in schlechten/ aber eurrenc-Gütern/ mehr als in köstlichen/ die nicht jedermals thun ftynd/ zu richten ist. Es solte demnach auch dieses Respects halben die Sei- den-Zucht bey uns nicht so gar verachtet seyn. Dann wer wolte in sichere Abrede stellen/ daß chie oder dort bey uns etwan eine Seite abfallen möchte/ so gewissen kabricaruren besser/ als einig andere in der Welt/ beytretten möchte? Im übrigen nicht nur auf neue Pflantzungen einzumhren/ sondern auch die bereit imLande habende alte zu mehren und höher zu bringen/ wäre nach dieser ersten Re- gul das wachsame Aug zu haben/als woraus denen Ländern unglaublicher Vortheil zuwachsen könte. Aber von diesem lkpienri 6c volenri saris. Dann wer sich recht darhinter machen wolte/ würde Zeugs genug finden/ seine Curiositat und die leeren Stunden in einer zugleich lustigen und nutzbaren Entmüßigung löblich zu verbringen. Wie nun in Plantagien/ also könte vielleicht auch in der Thier-Zucht ein rmd andern Weges etwas vortheiligers/ als nun/ gethan werden. Und zwar was die Pferde betrifft/ ftynd die Erb- Lande so reichlich damit versehen/ daß eben nicht nöthig ist/ die Vorsorge/ wieder König in Frankreich in Normandie/ zu thun/ aüwo er/ um sein Königreich mit dieser sonst darinnen nicht eben zum Überfluß fallenden Maar zu versehen/ in gewisse Dörffer eigene Bescheller verordnet. Wohl a- ber durffte desselben andere Vorsicht bey uns nicht übel zu Merck kommen/ daß nemlich kein Füllen RL(§7) AN L Bor gewissen Jahren an die Arbeit gelpannetwürs - Se. Sonsten aber könte denen Erb-Landen der- / mahleins sehr zu fruchten kommen/ wann auch die s einschurige Swafereyen in Böhmen mehrers be- - vor gehalten würden/ so der Menge langer Woll/ !. zu Behuf der Wüllen-Zeug/ sehr zu statten käme« e Und ist hieben zu mercken/ daß zuweilen auf un- >- fruchtbarem sandigen Boden und Heyden/ wie irr l- Sachsen/(dessen Wolle der Englischen wenigst rr gleich kommt/ öder auch in der Feine noch höher zu l- dringen ist) in der Marck Brandenburg/ und im n Braunschweiger-Land die Wolle weit feiner/ als e- auf fruchtbarem Erdreich/ wie in Oesterreich und n Ungarn falle. Viel anders mehr würde ohne e. Zweifle! in dieser Materie demjenigen unterhandm n kommen/ der Untersuchung darinnen anwenden >e wolte. e- Was nun aber allermeistens unter die Obser- a- vantz dieser ersten Wirthschaffts- Requl gehörig/ solches seynd die Bergwercke/ vörderst Gold und st Silber-Ertz. Wie die gegenwärtige bey uns :s- im Bau stehende versehen werden/ davon weiß ich a. weder gut noch böses zu reden/ als der ich keine d- Information habe/ weniger darauf bestellt bin/ st derowegen mich nur an die gemeine Reguksomnis ks tromo viöerur eüe Konus, clonLL proberur ö- Malus) zu halten habe. Was aber die vor Al- m ters/ und noch vor dem Böhmischen Krieg im fle Bau gewesene/ nun wüst liegende Gebürge be- a- trifft/ davon waren wohl gantze Klag- Liede r zu ht schreiben. Ich will nur von Jlowa oder Eyl/ m einer alten Königlichen Böhmtschen/ und durch o? Er der UZ(68) ZM «»»»«>»««—-—>"^ der Libussa Weissagung berühmten Berg-Stadt/ etwa drey Meylen von Präge gelegen/ reden. Wann den Inwohnern Glauben zuzustellen/so haben die Bergwercke daselbst vorzeiten jährlich über alle Unkosten drey oder viermahl hundert tausend Ducaten in Gold gebracht/ so in jetziger current D berner Muntz von zwölff zu sechzehenmahl hundert tausend Gülden/und wann die beschehenen Unkosten hinzu geschlagen/ noch um ein gutes mehr aus- trügen. Diese sollen dazumahl an sothanem einigen Ort über die Erd/ und in die Erblandische Cirkulation gefördert worden seyn. Wie wird aber nun dessen gepflogen? Nicht ein Staublem Goldes fallt allda. Ich weiß nicht/ in was für ei- nemFeindlichsnSinbruch die Bergwercke mitFleiß verschüttet worden. Indessen seynd die alten Leute abgestorben; die jungen wissen nicht einmahl recht/ wo die Schacht gewesen. Aus den alten Büchern ist sich auch wenig zu erholten/ weilen die Nahmen der Thaler geändert worden. Also liegen sie müßig/ werden inzwischen mehr und mehr vom Wasser verderbt. In Summa; das Königreich ist dadurch eines unschätzbaren Kleinods/ GOtt gebe/ daß nicht nur auf ewig/ beraubt worden. Dergleichen Unfall ist ausser allem Zweiffel viel anderer Orten in Bohmen/ und ssnften mehrzu bedauren/ und schreyen solche verachte GQttes-Gaben über unsern unverantwortlichen Unfleiß. Die Natur rufst gleichsam durch sie aus ihrem schwängern Schoos tzerfär/ und flehet uns an/ um sich ihrer zu erbarmen/und ihrer Bürde zu erledigen. Aber niemand höret sie/ niemand will sie hören. Hl> es MZ(69) ZM ein Fluch oder eine Bezauberung sey/ stelle ich das hin. Am Holtz kan der Mangel nicht hassten; dessen muß noch so langer Stillstand anjetzo mehr als vorzeiten zur Stelle seyn. Unter diesem nicht genug bewcinlichen Verlust und Unstern der alten Bergwercke/ könts man der unterlassenen Nachsuchung neuer fast vergessen. In solchen wäre zweiffels frey hin und wieder ein grosses zu thun/ und solte ein König in Frankreich die Finger darnach lecken/ wann es ihm so gut würde/ deren einige Hoffnung in seinem Königreich zu haben. Aber es scheinet/wir seyen bereits so reich und stoltz worden/ daß wir so geringer Dinge nicht mehr achten. Die Schuld kan auch nicht so prLcils an dem Abgang der Leute oder Berg-Knappe« hassten. Dann ich glaube/ baß ihrer an gewissen Orten in dem Erb-Landen mehr/ als ihrer in die Arbeit kommen/ zu finden. Auch fanden sich vielleicht noch Mittel/ die in Kriegs-und Reformati- omZeit Entwichene zum Theil wieder zurück M bringen» XVII. Von odlervanr der andern und dritten OS» conomischen Regul m den Kayserlichm Erb-Landen. schreite nun zu der zweyten Reguk und AM deren OblervE, und wünsche/ daß ich darinnen etwas erfreulicheres/ als von der E S LkstM M(7o) M ersten beyzubringen hatte. Solche betrifft die Verarbeitung Inländischer rohen Güter oder deren Verwandelung in kckanufaÄuren. Wie nun damit gehauffet werde/ das zeigen gantz ohne wusch weist klar für Auqen/die gleich einerFluth hinaus rinnende Woll- Flachs- Wüllen-und Leinen- Ge- fpünst/ un bearbeitete Haut/ die Kupffer- und Zinn Platten/ das Quecksilber und dergleichen. Die Ausländer schicken uns die daraus fabricirte Tücher/ Zeug/ Strümpffe/ Hüt/ Leinwad/ Spitzen/ Leder/ Geschirr/ Farben und unzehlig anders Dinge/ so alle m den Erb Landen so wohl und besser/ als draussen sich verfertigen lassen/ wieder zurück/ ziehen dagegen das Geld/ so sie uns für die rohe Maar/ auf eine kurtze Frist/ gleichsam nur geliehen/ drey-sechs-und nach Unterscheid zehen auch wohl/ wie bey den Spitzen/ hundertfach wieder hinaus. Das ist je ein unglückseliger/ Land-verderblicher/ und unvergleichlichmahl mehr als Jüdischer Wucher/ dem wir uns aber so muth-als freywillig sel bst unterwerffen.^Grosse Dinge seynd unnöthig mit vielem anzuführen/ dann sie ohne das bekandt. Kleine werden nicht geachtet/ machen doch zusammen ein grosses. Aus unserm Quecksilber wird uns von Venedig und Amsterdam sublimer, pEcipirac und Zinober zugeführt. Ausunftrm Bley kommt uns von andern Orten das Menig und Bleyweiß zu. Unser Kupffer wird zu Mompelierzu Grünspan. Aus Demselben und unserm Gallmey werden uns anderswo gemachte Meßinge Geschirr zugebracht» die Voigt-LänLer und Qber-Pfaltzler schicken uns M(7r) ZN die aus unser Pilsnischen langen Woll gewebete WällemZeuge in das Hauß. Die Anneberger und Niederländische Spitzen werden aus unserm Schlesischen Garn und Zwirn geklöppelt/ und uns in mehr als hundertfachem Preist wiederum aufge- hencket. Und gleichwohl haben wir Hirn/ Augen/ Handewie andere/ rohe Materien besser und mehr als andere/ Gelegenheit genug/ armer nothleiden- der Brods-Dürfftiger Leute genug/ die sich alle/ auch nur aus der letzt benahmten wann sie dazu angeführt und gehalten würden/ reichlich ernähren könten. Was aber nicht von sich selbst bey uns/ und gleichsam zufälliger Weiß geschiehet/ das bleibt für unserm Fleiß und Aufsicht wohl ungeschehen. Ich kau noch zwey llcksmMAuren je nicht mit Stillschweigen übergehen/ weilen sie uns eine gar empfindliche Wunde geschnitten/ die Blechschmie- derey undämalca oder blaue Farbe. Beyde hatten vor Zeiten ihren Sitz in Böhmen; durch dieLekor- rnacion aber oder durch Krieg/ seyvd sie um etliche Meilen weiter und in Meisten geruckt. Was für einen Schatz aber hat Böhmen dadurch verlohren? Die letzte allein/ so in nichts anderm/ als einem sonst verächtlichen/ durch gewisse Handgriffe zuOlast gemachtem MnerLl bestehet/ und womit Meisten das Uonopolium durch die gantze Welt nunmehr führet/ziehet Jährlich etliche hunderttausend Thaler aus der Fremde in gedachte Marggralschafft. Die erste aber/ als die BlschschWiederey ist noch weitschichtiger/ nahrhafftigex und erträglicher als die Lmsks, ernfolglich dem Land weit nutzbarer; E4 Vers M§(72) verschleißet auch viel Unschlitt und Waitzen/ aus welchem letzten ein scharffes Wasser gemacht wird/ das Eisen abzuetzen/ damit es das Zinn so viel leichter annebme. Solche zwey stattliche Braten hat sich Böhmen für der Nase/ ja aus den Zahnen hinweg nehmen lassen/ und ist gleichwol wenig bedacht/ wie es sich ihrer/ oder wenigst eines Theils davon wieder habhafft mache. Ja es ist noch so gütig/ daß es den Meißnern sein Holtz dazu hergiebt/ ohne welches selbige Gebürg-Leute mit ihrem einheimischen-Holtz kaum die Stuben einheitzen könnten. Ich schelte dieselbe nicht/ lobe sie vielmehr/ daß sie ihres Vortheils so emsig zu pflegen wissen. Aber die Böhmen kan ich nicht eben loben/ daß sie sich also eintreiben lassen. Im übrigen hat sich fast das Eisen allein bey uns noch zu rühmen/ daß ihme mittelst der Gewerck- schafften in Ober-Oesterreich und Ober-Steyr/ auch der Eisen hammer in Karnten.tz Crain/ Schlesien und sonsien/ noch etwas gebührender Ehre wiederfahrs. Was soll ich aber bey der dritten Regul nur immer sagen? Daß" die Kayserliche Erb-Lande noch einmahl so viel Inwohner/ als würcklich be- schieh-t/ ertragen und ernähren könten/ ist eins klare Sach/ und gewiß/ daß die Städte hin und wieder/ als vor Zeiten die Tuch-und Lemweberey noch geblühet/ zwey-und dreyfach mehr als jetzo bevolcket gewesen. Krieg nnd KeformÄrion seynd die beyde Grund-Ursachen gegenwärtigen Ubelstands. Den Krieg betreffend/ so haben die Teutsche Erd-Länder nun in vier und zwan- tz!g (7;) kig Jahren/ ausser was sich neulich in Unter-Oesterreich zugetragen/ keinen Feind;m Eingeweide gehabt.^ Und gleicbwohlist vrelerOrtender e ende ' Anblick noch so frisch/ ob wäre der Femd erst gestern oder vorgestern abgezogen.. So gar/wo auch in hundert Jahren kein Kr-eg hlnkommen/ glaubt man/ zwey-sder dreyhundert Bürger/ guten theils arme Taglöhner/ seyen etwas m emee Land-Stadt. Wegen der v.eformarion lasie ich mich nicht ein/ Mdern sage allem/ wann so viel Leute gewesen/ die ohne Zweiffel aus guter Inren- r!on dem Lands-Fursten zu seinem und der Lander unschätzbaren Schaden/ die Leute sammt denen N-mukaüurenund der Nahrung aus dem Lande zu schaffen/ eingerathen/ welches ich doch wegen seiner billigen b-Lorlven endlich nicht schelte;.sosoh' ten auch hingegen mit nicht weniger Bnugmaj- siqkeit Leute seyn/ die aus eben so guter Meynung sich angelegen seyn liessen/ Mittel auszufinden/ wie andere Leute wiederum dafür hmem zu bringen. Aber da ist niemand daheim. Und dennoch ist die Bevolckung der Lander eme der höchsten Staats-Angelegenheiten/ so billig eigene Stellen und Lollegia zu ihrer Beobachtung verdiente/ aber dabey so unglückseelig ist/ daß in vielen geheimen Rath-Stuben so wenig daran gedacht wird/als ob irgend einig Americamsche uns nichts angehende Jnsuln zu besetzen waren. Brelmehr wird zugegeben/ daß auch noch jetzo ohne Krieg und ohne Lekormarion das Übel heimlich und unvermerckt fortschleichet/ und in der Nachbar- K c schafft MZ(74) M schafft ganße Städte/ Märckte und Dörffer von Entwichenen angesetzt werden. xv;il. In was Maaß die übrige 6. Reguln der Landö-Wirthschafft in Obacht kommen. der vierten Regui/ von Beybehal« AAZL tung des in das Land einmahl gebrach- ten Goldes und Silbers hat es die am Tag liegende leidige Beschaffenheit. Wann für unser Getraid/ Wem/Ochsen/Wolle/Flachs/Ge- spinnst/ Häutwerck/ Kupffer/ Quecksilber/ Eisen/ Zinn/ Bley/Berggrün/ und andere Mineralien/ auch was sonsten mehr aus den Erb-Landen hinaus gehet/etliche MillionenGelds in die Länder gezogen werden/ so ziehen nach einer kleinen Frist die in der Frembde aus theils daraus fabn-mren eKeLkm Laszwey-und mehrfache wieder hinaus. Nächst diesem aber wollen gleichwol auch die- JndianischeGewürß/ die Welsche krianclis- Waaren/ das Nordische Fischwerck/ alle Seiden-Waa- ren/ alle Frantzösisch-genannte Lumpen-Güter/ und was uns mehr von aussen zukommt/ baar bezahlt seyn. Wer nun einen Funcken natürlichen Lichts besitzet/ muß erkennen/ daß solches zu bestreiken unmöglich seyn würde/ wann nicht neben dem für die rohe Güter/ und noch in einig andere Wege herein gezogenem fremden Geld/ das im Lande selbst jährlich über die Erde gebrachte Gold und Silber mit angegriffen/ und völlig unter die Aus- län- ( 75) ^ D-e fünffte ist eben so unglückselig/ und wann nach deren Anweisung man sich Mit demjenigen/ was das eigene Land bescheret/vergnügen wolte würde dervierdtenzugleich qeholffenseyn. Ich gestehe gern/ daß ein emgerissener/ mw zEem unumgänglichen Gebrauch erwachsener Mißbrauch /»„^Wlietsen laü/ worunter ich das Gewurtz/vav das Oelund einig andere krianäis-Waaren zehle- Allein beneben daß auch diese m vielem zu mäßigen und zu ersetzen stünden/ so waren doch wenigst dw frembde Wollen-und LemenManufaLturen/ wi§ such das kambabn.(welches letzte Nicht nur den Oesterreickischen und Teutschen/ sondern msge- Compagnien zu dancken hat) daraus zu halten/ und sich mit deßfalls einheimischen Gut zu konrenrirenl Für allem andern aber Wen dw Frantzösische Waaren/ als Seiden- Bändel/ spitzen/ koKa.men.ceN/ Knopste/ Oattor-ViM- Mes?Lauäebee(so aber in Franckrerch aus Nichts anderem/ als Braunschwergep^M werden) und andere Wollen-und Haar^Hute/ klumaZe, Wehr-Gehänge/ Wedel/ Kappen/ Masquen/ Spiegel/ Uhren/ Kämme/ gantze Nacht-Bezeug/ Aufsätze/ seziere Schuhe/Na- dein/ Steck-Nadeln/(Älmeaü!örls, und tau- senderley andere nichts-würdige Krämereyen? btt- MZ(76) MZ lig von uns wie die unreine Geister exorcllirt werden. Dann sie feynd die rechte Pest/ und der Würg-Engel unserer Wohlfahrt. Ach kau mich nicht entbrechen/ von den Frantzöstschm NrmukKÄuren dasjenige von Wort zu Wort aus hero zu führen/ was der bekannte Lommei> «en-I rLÄÄr davon meldet/ weilen ich weder anderer Leute Arbeit stümpeln oder bestehlen mag/ noch es besser zu machen getraue. Die Frantzösische k/lAnufAÄuren belangend/(spricht er) bestehen zwar solche von allerhand 8ubje- ÜI8 ÜLL. Ja unsTeurschen ist schier kein Erleid mehr recht/ wann es nicht aus Fcanckrcich kommt. Ich will hie nur erzehlen/ was von den Frantzösische«/ das ist/ leichten/ wenig nutzenden^nukaÄuren eigentlich zu wiOn; nemlich: Die Frantzösische Gcheer- Messer ssheeren uns Teutschen den Darr best ftr/ als andere; die Frantzösische Gcheeren und Zangen beschneiden bester die Nagel/ und reisten die-Haar besser aus/ als unsere; ihre Uhren gehen besser/ wann sie die Teutsche in Paris gemache haben/ dann die Luffk ist allda besser dazu/als zu Augspurg; ihre Spiegel stchd bester als die Veneriani, sitze; ihre Werber- Aufsätze/ Oarnirurem Bänder/ Zerren/ Schuhe/ Srrümpsse/ends lich gar die A,embder stynd bester/ wann sie die Frantzösische Lustr perkumirc hae; wiewohl ich solchem Geruch vorm Anlegen erst mir Schwefel- Rauch cemperiren wols re» Man fähre nichr bester/ als m Frans MZ( 77) M fe/als dre Teutsche^aar,ewuLn. auch solches Französische Haar von keinem andern/ als Fcanyösischen Ramm kämmen/ noch änderst als Mir Franyosischem kouärs bestreuen/ noch ein Teutscher Darr anders als Nou einer Französischen Barr-Burste oder Eisen aufseyen/ noch ein Teurscher Zahn änderst/als mir einem Französischen Zahn- Sco- rerbuyen; noch sich das Teutsche Geld änderst als mirFrantzosiftbenRarren vech>relen/ noch änderst als in Franyosishen Beureln oder Ristlein aufheben. Es ist gewtß/day sich das Teursche Brod und andere Gperse^on uns Teutschen besser mir Franyosischen Meft fern/ als von den Franyosen selb,; schneiden lLc:-„e«» Krauchendre^ln- rer ooer rcn aus vc.u Angesicht besser/als die Teutsche. Welcher unter uns Teutschen harre wohl das Hery gehabt/ einem Weibsbild ein Stück Holy über den Leib zustecken/ und ihm weiß zu machen/ es wurde sonst einen Buckel bekommen t Die Franyosen haben es gethan/ die können das M«be^ MK(78) ZW Nslck aufbuyen/ mir Rleidern/ Haaren/ Augen/ Zähnen/ Gesicht-Farben/ Brust/ Harnischen/ Hembdern/Grrümpssen/ Schuhen versehen; die können es beheucken mit- Spiegeln/ Uhren/ Lorallen/ Messec-Srütz- gen/ Bändern/ Büchern; dann es berrer sich auch andächtiger aus Frantzösischeu Büchern. Sie stechen ihnen Löcher durch die Ohren/ und hencken ihnen daran/ was sie wollen/ wie man den kleinen Hunden die LorKure ziehet/ sollen auch die Ohren Esils-lang gezogen werden. Mit einem Wort. Teurschland hat zu seinem Schaden/ G der grossen Raserey! FrembdeRauff-Leut eingeladen/ Daß es ja bald Geld-arm sey. Frembde Wahren/ welche/ leyder! Bringen nichts als frembde Rleider/ Machen unsre Teutsche Welt Reich anHoffarrh/ arm an Geld. So viel der Lommercien-lraÄsr. Ich aber muß obigen Dingen noch hinzu setzen/ daß auch alle fabricllte Seiden-Waar in das Verbot zu nehmen. Mit der rohen Seide hatte es/ bis die Zucht im Lande erhoben/ wie auch färben um der Sortimenten willen/eine andere Bewand- uust. Wie übel der sechsten Regul in selbst Abholung der von aussen noch benöthigter Güter und deren Eintauschung gegen andere überfiüßige Waaren MK(7?) sN Waaren/ und der siebenden/ daß solche Güter in roher Gestalt genommen/ und von uns selbsten iabriLirt werden/ um deren theuern Nsnuf-r- Ltur-Lohn inner Landes zu erhalten/ nachgeredet werde/ solches liegt aus bereit Angeführtem von selbst für Augen. Dieses allein muß ich/ zu Erweisung/ was an dem Arbeits-Lohn gelegen/ noch beyfügen. Zu Leiden/ welchen Orts in Holland djeWollMsnulsÄur zumhöchsten/wer- den insgemein täglich hundert und fünffund zwan- tzig Stück allda verarbeiteten Tuchs(das Stuck zu sechtzig Brabandischen Ellen) auf die Hall gebracht. Dann auch Anno 1672. mitten im Französischen Tumult täglich auf hundert Stück dahin kommen. Wie nun die Holländer wenig Feyertage haben/ so können gsraumlich dreyhun- dert Arbeits- Tage gerechnet werden/ welches dann jährlich über sieben und dreyßig tausend Stück Tuchs macht. Nun kommt jedes Stuck Tuch für blossen Arbeit-Lohn/ und die Wolle nicht mit gerechnet/ in Leiden/ von der ersten Wollscheidung anzufangen/ durch alle Arbeiten/ bis es würcklich auf die Hall gelangt/ durch die Banck viertzig Reichsthaler. Solches bringt gar nahend fünffzehenmahl hundert tausend Thaler. Es wird aber die Tuchmacherey in Leiden nur für den dritten Theil der WollMLnukäÄur angesetzt; dann den andern Theil macht das so genennte Schmal- Gut/ als Drogett/ Boy re. den dritten aber die Wüllen-Zeug. Solches alles zusammen wirfst aus funffthalb Millionen Thaler/ gantz klarer Rechnung. Der Gewinn NUN MK(80) ZW nun/ den die Verleger darauf schlagen/ dorss- te nahend das Doppele auswerfen. Ich will es aber auch m die Helffte setzen/ und nur bey zwey Millionen lassen; so macht das Gantze sie- bendhalb MillionsnThaler/oder nahend zehenMrl- lionen Gulden/ so eine einige Holländische Stadt Dem Staat und sich selbst mit ihrer Hand-Arbeit und Verlag in einer einigen klanulsÄur zuwege dringt. Wann alle Erb-Lande zusammen/ und m Mn noblen h-lMuLÄuren oder ks briguen(dann Schuster/ Schneider/ und dergleichen gehören nicht in dieseAahysoviel/als sothane einige Stadt mit derblossenArbeitunddem Verlag m dasLand brächten/ oder nur darinnen erhalten hulffen/waren sie glückseelig zu preisen.. Wer zum Behuf der achten Regul bedacht wa- re/Msere überfiüßige Waaren zur weitem con- lumprion, alsbißher/ zu fordern; wurde sich um die Erb-Lande wohl hochverdienet machen. Es findet sich aber niemand. Darum muffen die Ungarn/ und was von Teutschen in das Unger- Land kommt/ sich in Ungrischen Weinen fast er-- Läuffen/ nur um ihrer loß zu werden; anderer vieler Exempel mehr zu geschweigen. Wir stellen unsern Verschleiß in vielen Dingen bloß m der Ausländer Willkühr/ indem wir solche selbst zu verführen uns nicht befleißigen/ sondern warten/ biß sie uns für der Thür abgenommen werden. Aum Beweißthum der schlechten Acht/ so aufdre neunte Regul geschlagen wird/ soll genugseynan- geführet zu haben/daß durch eine ungemeine Raserey alles/ was frembd ist/ dem Einheimischen be y- uns MD( 8!) M uns Teutschen vorgezogen/ und seidigem in das Land der freye Paß gemacht werde. Es wäre solches in hundertley Wege zu belegen. Ich will nur ein paar dem Ansehen nach geringere Dinge beybringen/ ausweichen sich der Schluß soviel leichter auf die grössere wird ziehen lassen. Es ist bekannt/daß der Waid zu dem Farben den Tücher und andern Dingen unvergleichlich tauglicher als Indigo/ könte auch aller Orten in den Erblanden gebauet werden. Indigo hergeben ist in denen Reichs-Gesetzen als eine unnütze Maar unter demNahmen der Teuffels-Farbzu mehrmahl verboten. Dannoch aber ergreiffen wir dieses verbannte Indianische Teuffels-Ge- zeug/und lassenden einheimischen guten Wald fahren.Jch berufte mich für allen auf dieses Ex- empel/weilen dadurch dem Rom. Reich ein viel- leicht wenig in acht genommener/ aber unglaublicher Schade wiederfahret. Dann nicht allem gehet bloß für den Indigo/ wie mich ein erfahrner Mann berichtet/ jährlich auf eine Million Thaler ausTeutschland hinaus/sondern was vor den Waid ehemals herein gegangen/ bleibt auch draussen/ u. viel tausendHauß-Gesessene/ die vorhin ein grosses Theü ihrer Nahrung daraus ge- schöpffet/ müssen um des Indigo willen jetzund Noth leiden und darben; Augeschweigenum wre viel die damit beschmierte Zeuge und Tücher m der Güte herunter fallen. Dergleichen Exempel giebt uns auch das Beutel-Tuch an die Hand. Dann wofern nach Anzeige des Mrio- «schM^msrZ deß BtdenckeW über die m(82) M KLiuren in Teutschland/ im nächst abgewichenen Jahr zu Jena gedruckt/ allein die Chur-Sächsi-- sche Lander jährlich funffzehen tausend Thaler^ denen Ausländern dafür concribuiren/so kommt die kroxornon auf alle Käyserliche Erb-Landee und das übrige gantze Reich/ wenigst etlich hundert tausend Thaler. Und gleichwohl hätten wir, schlechter Wolle noch genug im Lande/ solche zu ß machen. An der Wiffenschafft kau es uns auch» nicht mangeln/ nachdem sie in Schwaben und Sachsen genug von statten gegangen. Soviel vorn Halten der neun Lands-OsLO- Avmischen Haupt- Reguln in den Kaiserlichen Erb-Landen. Man sagt sonsten: Ist einer gut/ so seynd sie alle gut. Ich aber sage von unser unter Handen habenden Materie: Ist eine von diesen Reguln allen bey uns jema! in gebührender Oblervanr: gewesen/ so seynd sie es alle. Aber in der That findet sich solches nicht in einer einigen. Vorn Schedel biß zu der Fuß-Sohle ist dißfalls nichts gesundes bey uns. Und jemand dorffte noch wundern/ oder dieUrsach weit suchen/ daß die Länder Geld-arm? Vielmehr siehet es bey solcher Beschaffenheit einem Oesterreichischen Mnulgleich/daß nicht bereit langn alles vollend bey uns zu Grunde gegangen. M(8?) M XIX. Ob rathsamlich daß dieErb-LändischeOe-- conomie so nackend für Augen gelegt worden. 'Jemit nun liegenQesterreichs sowolVor- ' als Nachtheile/jene der Natur/diese des Wlllens/sohin/wie ich glaube/genugsam am< age. N Lehr als genug/ wird vielleicht lemand sagen/ zu unserm ewigen Sporr für gegenwärriger und der Nachwelt, vsrde- renArrgen derSchandfleck unserer unrichrr- 8en Lands-Oeconomie so heßlich aufgede- Welt ohne das besser weiß/ und besser als ich und alles was in denErb-Landen ist/es beschreiben karr W;r seynd wohl einfältig/ wann wir uns einbilden /,daß ein Handels-verständiger Itcrliäner, Holländer/ Engelländer/ Frantzoß oder Teut- scherRerchsstadter/ der nur ein halbJährlein bey uns Brod und Valtz gössen/ unsere Bestelltnüß darinnen nicht auf den Grund sehen müsse. Ja er hat des Kommens zu uns nicht vonnöchen.Es rst genug/wann er weiß/daß unsere rohe Güter zu chm geführt/ und die daraus verfertigte Waaren von ihme/ nebenst andern ausländischen^la- nufaLkuren/uns wiederum zurück geschickt werden/ um das Urtheil über unsere Wirthschaft zu fallen, Und welche aus ibnm uns nichts desto- weniM mit unserer aymaßlich guten Haußhal- §^^ tmg MK(84) M kma ttarwen/ das seynd eben die rechte/ die uns denGecken hinterwettö stechen/ und nur suchen/ uns bey der guten von unserer Haußhaltung ge- schöpfftenMeynung zu echÄLen/md bey derNa- (Stille voueno vly aus me ben.Zu dem/wann es eineSchandelst/den^ehlek m entdecken/so ist es noch eine grössere/ denselben m begehen/ und die allergroste und unverantwortlichste selbigen nicht verbessern wollemWas war es dann vonnörhen/wird etwan jemand nachsetzen/ein Ding/ so ohne das aller welk bekanm/aufdas Papier zu bringen; Eswa«. rur uns jelvjrcu.^bel unsers Vaterlands/ Den Geld-Mangel fühlt zwar jedermann unter uns/ und jederman klagt darüber. Dessen Wurtzel und Ursprung aber erkennet niemand/ oder die es erkennen/lassen sichs nicht zu Hertzen qchen/ können oder wollen nicht helffen., Was wüst aber du viel davon sagen/muß ich weiter anhören/ der du dein Lebtage weder bey unserer Lämmer noch der Rauffmann§ schaffe herkommen/ dazu ein Fremder bist? Lachte nichr Hannibal über jenen kbüo. r r H r r s lopkum, derittstinemBeystynvomRrreg ctilcurriren dsrffre; Solre man dich an^ halten deine Ikeoris in praxin zu verwechsle»/ Uttd die prmcwis ZenerLlia aä Lalma Zu spplleirm/ dörffre es dir wie kenen^ M(8f) ts n/ legier ler »en nt- as iNd elk -ar es igst lich ds/ rter ffen nd/ tzen )as veis des nrtt »ist; ilo- -reg an^ -hs- lma reM kv-l wolvekanmenIraliäner/ss dasSuch äe^r- re milirar! geschrieben/ ergehen: Der/als ex Vsn einem Iraliänisthen Fürsten erstrcher wurde/deflelben Armee nack siinenXegum Lxerciüi cLusainLarMezu stellen/bestünde derehrlicbeMann/ wie einer/der ftinLeb- tacre keine Lorporalsthaffr/geschwerge erns Armee unrer steh gehabt. Allem ich laße mich solches wenig irren/ als der ich wohl weiß/ daß ich bey uns auch keinEanibälesin der^andsrOLco- nnmie Vor mir habe/ sonsten es meines Schrei bens freylich nicht nöthig gewesen wäre/rch auch desSpotts gerne vergessen wolle. Auch hat vre'.s leicht ermeldter Jtaliäner noch manchem die Aus gen eröffnet/ so hernach denLehrmeister übertrofs fen/und bin ich des gantzlichen Vertrauens/ es werde dieses schlechte paacBogen noch wohl endlich jemanden in die Handkommm/dersiezu des der zu appilciren vermöge. derRathstube mit einemCinfall einem andern dw Augen/zuDmgen/ die dieser erst auszuüben/ und die Vollstreckung deren zuthun hat/ womit som sten derRathgeber selbst übel bestanden seyn wurde. Die Kranckheit kan zuweilen em gemeiner Mensch ergründen; einem bieMco acher kommr Mdi-Curiu«d-ME Lonomie ist NUN eröffnet; dleGrund-Reguln einer VSiltSMMMM LMds-OseoNvWS aber da- F I HWßK MZ(86) M neben gesiellet/ nach welchen die Cur/ gleichwie! dre Seefahrt nach dem Nordpol zu richten. Die se aber zu bewerckstelligen und auzdenkolum der Erblande^eigentlich zu bequemen/ kommt anderen zu- Gölte nun unrer so vielen hocherleuch-^ Leren/der Erb-Land-Artund innersten Gelegenheit kundigen/ erfahrnen/ tapfferen und scere-^ Kurten/ auch mit ihrem Käyser und Vatterland treu meynenden tckimckris, hohen Hof-und Land-< Offleiren/ nicht noch eine genügsame Anzahl zu finden zeyn/ die/ zumahl in diesem äußersten I ran- Zenri, diese 8p3NLm zu unternehmen/sich ermah-' nen durste? Ich will ja glauben/ wir seyen von s GOtt noch nicht soweit verworffen/ daß keine Hoffnung mehr dazu solte fürhanden seyn. Ich Zetroste mich vielmehr/ es werden noch etliche vom Himmel aufgetrieben werden/ unserm sonst - unglückseligen Vaterland sothanen Seegen/ als ÄUserwehlte Werckzeuge GOttes erwerben zu helffm. Glückselige Kayserliche Erb-Lander/und Mseegneter Tag/ in welchem wir solches Heyi erleben werden! Theurester/ ewig gepriesenstee Kayser/ der solchergestalt seinen von GOtt anvertrauten seusttzenden und bedrängten Land und Leuten/durch eine festest-esolurion und unumstößliche Verordnung/ zu Trost kommen/ und selbi- gen aus gegenwärtigem Schlamm der Unver- mogenheit und des Mangels helffen wird! Ja Hluckftlige Turcken- Noth/ geseegnets Verheerung Oesterreichs/ erwünschte Wiener- Flucht/ wannl.hr Anlaß gebt/ daß doch endlich dermalstem die Augen geöffnet/ Hand angelegt/und mittelst MZ(87) M mittelst eurer/ als gleichsam der Aufopfferung eines Theils der Ladung/das gantze gesamte baufällige/ und dem Ungewitter bald bald unterliegende Schiff des gemeinen Erb-Ländischen Wesens/ dem hefftigen Sturm und Untergang entz nommen und gerettet werde» XX. Von wem die k-ekormirung unrichtiger Landes- Oeconomie zu erwarten, sage ich/ von den Fürsten unsers Volcks DM muß uns das Heyl herkomme»/die Ge- meinde kau ohne sie wenig hinzuthun. Wann gleich manche darunter/ so viel an ihnen/ fichMswartigerMsde-Waaren einschlagen wok ten/ so könten sie doch nicht/ ohne bey ihres gleichen für Narren zu psCren. Ware aber von Obrigkeit wegen allgemeine Erstellung und der Vorgang mir gutenExempeln vorhanden/so wär den sich deren beydes die Willige und Unwillige untergeben müssen. Von unsern Kauffleuten ew warten wir der Hülffevergebens. Die wissen/ insgemein von ihnen zureden/ ein mehrers nicht/ als die Waaren in der Fremde emzukramen/und bey uns wieder zu verkauften. Werden sie von Erhebung der NanulLcrm-en/ so der rechte Grund und die Seele einer wahren Handels- schafft ftynd/ um Rath gefragt/ so können sie um ter Gestalt der höchsten Vertraulichkeit/ und gleichsam Wsrnungs- weift fast bedauerlich sa- Zen: Es ftye je nichts darinnen zu thun/ sonst F 4 Mx- « c88) m würden sie und andere ihres Gleichen es bereit längst vor dieHand genommen habenSie reden aber gantz recht daran. Dann für sie und ihres Gleichen rst freylich nichts darinnen zu thun/ als welche nur anderer^lanufäLuMen und Verleger entweder kLÄors oder Unterkauffer seynd/ und von den kabriguen der^ÄNukLÄuren gemeiniglich weniger verstehen als Eulenspiegels- Schüler der Esel vorn A/b/c/der gleichwohl noch zwey Vocalesdavon aufzusagen wüste. Soviel bey ihnen stehet/werden die Inländische Nanu- LaÄuren wohl ewig ungemacht bleiben. An statt solche selbst zu unternehmen/ hindern sie auch/ was andere damit fürnehmen. Ihre gegen das gemeine Aufkommen/ in dichmStück geschworn ne Feindschafft zu dampffen/ will nur von hoher Hand zu gewarten seyn.Ach prorsttire diß Orts noch einmahl/daß ich dieHandetschafft insgemein keinesweges verachte/ weniger schimpffe; sondern diejenige darunter/ so ihr vevoir thun/und gemeinen Staat zum Besten handeln/ als von welchen die Wohlfahrt eines Landes grossen Theils hanget/ hochhalte/ ja höher als vielleicht jemanden in der Welt schätze/ und/ wie den Aug- Apffel des Staats zu schätzen rathe. Die andere aber/die ihr Gewerb dem Vaterland zu Schadenrichten/ deren kan ich im geringsten nicht jcho- nen/ohne ander Wohlfahrt des gemeinen Wesens/soviel diese unternommene Arbeit betrifft/ zum Verrather zu werden. Diese nun in die Schränkten ihrerGebühr zu bringen/sie nach des Landes/ ja im Ausgangund im Grund nach lh- rem MZ(89) M rem eigenen wahren Irwereste verfahren zu machen/und mit der Umkehrung emer unrichtigm Lands-OeconomiL, zumahl wie die Sachen bey uns beschaffen/ gegen sie durchzuringen/ willoh- n-Schertz in einem erstenAnfang/wosern Nicht ss vielerGefahr/Staubs und Bluts/dannoch fast ebenso groffer stelolmion, Wachsamkeit und Nachdrucks/ als wann uns ein auswärtiger Feind auf dem Nacken wäre/ vonnothen seyn» Dann ihreRaserey gegen diejemge/so siefur ihre Gewmns-Stöhrer/ wiewol fälschlich/ ansehen/ ist unglaublich/ ihre List unbeschreiblich/rhreVer- wegenheit/alles dagegen aufzuwerffen/unendlich. Himmel undErden werden sie aufsprechen/Helf- ferund Helffers-Helffer von allerhand Stand/ Geschlecht und krok^llion aufbieten und erkauft ftn/ wann sie dermahleins ein recht ernstliches Einsehen verniercken werden.Wehe aber denen/ sie seyen wer sie wollen/ die sich solcher Verderber des gemeinen Wesens/entweder aus eingebildeter guter Meynung/ im Merck aber aus groben Unverstand/(dann sie sollen sich m Sachen nicht einmischen/wozu sie nicht beruffen/und die sie mcht verstehen)oder ums Geld und andern InrereüS willen annehmen. ochre Verantwortung wird ihnen vor GO« und der Welt schwer fallen. Wehe und Rache schreyen über sie und ihre Clienten die bedrängte/ auf die Spike des äussersten Untergangs gestellte Erbländer/ dieruinirte/ von Hauß und Hofver- jagte arme Leute; Und wann alle andere fchwers gen sollen/ so würden doch viel tausend neulich M F 5 MZ(so) ZU die Türckstche Sclaverey mll Pein des Leibes/ Verlust der Freyheit/und Gefabr der Seelen/ hinweggeschleppte unglückselige Menschen/ nicht schweigen. Gegen sie rüget und jammert das Blut so vieler unter dem Säbel erlegenerChristen. Dann all solchem Unglück und Übel wäre Zu stemm gewesen/ wann nicht/ mittelst einer durch sie verderbtenLands-Oeconomis, das innerste und beste Marck der Erbländer zu den Fremden vertragen/und dieMittel zurkdeüüenr» nervus rerum Zeren6arum,ausHänden wären Zs äffen worden. Und ob zwar die wenigsten soll cher Verunglückten/ Elenden den wahren Ursprung und die Grund-Ursach ihres Jammers kennen: so schreyen doch ihre Engel für sie/ und CDtt selbst weiß schon/gegen wen er ihr Seuff- tzen und Wehklagen/ nebenst dem miteilenden Fluch richten solle.Aber wehe auch denen/ so Einsehen thun sollen/ und doch vermeynen/ oder wenigst sich also anlassen/ ob gienge sie solches mehr Nicht/ als einen Blinden das mahlen an. XXI. Wie die R.eform3yon her§6NdsMLcoKQ° rnie unvorgreiffkich anzustellen. LZMUr predigen; wird mir einer fürwerffen/ WM der mag wohl yom wehrhrm eines Rranckenzum meisten scbreyen der zum wenigsten helffen kam Zeige dafür/wie dem Handel zu rhun. Nun hab ich zwar bereit vorhin mich bedungen/ daß ich mir die^ppli- TAQvv unsrer Heguln nicht zuzumessen gemeynet/ fSF- MZ(91) M sondern solches denen zukomme/ denen alle Beschaffenheit der Kayserlichen Erd-Lande beywohnet/und die dessen Pflege fürgesetzt. Solle ich jedoch auch mit meinen ohnmaßgeblichen parers hersur muffen/ so wolle ich denAnfang von obiger funfftenRegu! zu machen/u.dieErb-Länder dahin zu halten/ eingerathen haben/ daß sie eine Zerr- lang mit ihrem eigenen(Nur/ mir ihren ei- Zenen kcksnuLLkuren/so schlecht sie Anfangs auch immer seyn möchten/ vorlieb nehmen/ und sich der auswärtigen mäßmen/ihr«u- res Go>d und Silber aber dafür imBeure! behalten müssen. Dann also würde es sich mit denen andern sämtlich schicken; also würde alles . Übrige aus diesem einigen folgen. Dann die neundte Regul ist von sich selbst gleichsam in dieser sirnfften enthalten; und wann man sich nichts als InlandischeManufaLkuren gebrauchen wolke/so wurden die Lands-Kinder und Inwohner qe- zwungen//ja die mehreste mit Lieb) die Hände an die eigene NanustiLkuren zu legen/und dieJnläns bische rohe Güter zu verarbeiten. Hiedurch wäre der zweyten aus dem Grund geholffen.' Und weilen dieHandwercker dem Brod nachgehen/ rerLstsöken nothwendig ohne Arbeit stehen/zu- mahlen auch unserer rohenGüter alsdann ermangeln musten; so würden sie gezwungen seyn/ in dre Erb-Lande selbst zu kommen/ ihre Arbeit/ den nothwendigen rohen Zeug dazu/ und ihren Unterhalt allda zu suchen/ und sich darinnen haußlich niederzulassen/ womit dann auch dem vornehm- MZ(92) M sien Theil der dritten Regul/bestehend in derBe- volckung zuBehuff derXianufaÄuren/würde ge- Holffenseyn. Hätten nun sodann die Fremde wellig mehr von dem Ihrigen mitzutheilen/so ent- Zienge ihnen auch derMagnet/ womit sie unser Gold und Silber nun an sich locken. Und damit käme auch die vierte Regul in ObtervE. und bliebe dasGsld in denen Erblanden. Sintemah- len aber gleichwohl wir noch einiger Dmge/als DerJndianischenGewürtz/desSee Fischwercks/ und eine Zeitlang roherSeiden/rc.nicht entbehren könten; so hatten wir Ursach/ Gelegenheit und Zeug/ den Überfluß unserer Inländischer/ denen Nachbarn und andern ohne dem meistens unent- bährlicherGüter/gegen dieselbe nach Einweisung Der sechsten Regul zu vertauschen.Deren würden wir auch um so viel leichter abkomen mögen/ als durch dieErhebungJnlandischerkabttguen/Her- einziehung fremder Handwercker/^u. Mehrung DerLands-Emwohner die eigene inländischeeon- lumption vergrößert würde/wodurch der achten Regul ein grofferVorschub beschähe. Und wann «un(wie in gar wenigIahren/wofern auch gleich Nichts/als nur die jährlicheBergwercks-Ausbeu- ten bey uns solten erhalten werden/ unfehlbar erfolgen müsie)die Lander sich hierdurch an baaren Mitteln würden erschwungen haben: so würden mit den Mitteln zugleich auch der Muth/ die Lust und die^ppUcarion kommen/um die ersteRegul in Förderung bißher ermanglender klanraZien Md erlesener auch sonst nicht beobachreterBerg- wercke/ die siebende in Verarbeitung auöwärti- M(9Z) M aer rohen Güter/ und was wegen Lenekcirunz bißhero unbebauter Landstrich von der erstsn/we- gen Bevolbkung der Lande nnt Bauers- Leute» von der brüten/ wegen eigener relpeüive Abholung und Berfubrnngder aus-und mlandMen Güter an der sechsten/ und was in vrelerley Wege an der achten Regul noch übrig wäre/ zu be- werckstelligen. Ja ich darff/ gleichwie ohne Scheu/also sicherlich ohneSchertz sagen/daß noch etwas geheimes für Oesterreich darunter hasste/ so die erste/ dritte und achte Regul m emen/ allen andern Landern Europens zu ersteigen unmöglichen Grad erheben/ und denen Erb andernemen solchen menschlicher Weiß unfehlbaren Reichthum und Glantz erwerben werde/ dergleichen sie von Anbeginn jemahls nicht nur nicht gehabt haben/ sondern auch nicht hoffen dorffen. XXII. Daß die Praxis der fünfften Regul durch das Verboth der vier auswärtigen Haupt: UlanukaKuren/ als Seiden/ Wollen undLeinen/ auchFrantzösischee Waaren anzufahen. sehen j« eigenerGestandnüß nach/dere sehr wemgfurhan- den/u.man endlich die Leute nicht, verweisen kan/ sich/wie etwaanfangö in ungegarbteSchams- WZ c,4) M Fell zu stecken. Hic Opus, kic labor ett! und sorge ich lauter/daß ich meinen Oesterreichern/die gern nett und köstlich aufziehen/und ihrer äusser- lichen commoäitat leben/ einen herben Brssew werdeaufsetzen müssen. Um aber etwas Raum zu machen/muß ich nach neben/ daß ich die von auswärtigen Gütern ersten Anfangs nicht so gar generMrer wolle verstanden yaben/ sondern wir wollen für dißmahl allein diejenige irr unser schwartzes Register nehmen/ deren Ver- rrachlaßigung denen Landern den grösten Schaden bringen kan; deren rechtmäßige Pflegung den grosten/ geschwindesten und augenscheinlich- fienNutzen schaffen/derenEntbehrung von aussen bey uns entweder zum leichtesten zuertragen/oder zum förderlichsten zu ersetzen seyn wird. Hiehers nun zehle ich erülich die Woll-^lanuk3Äur,es sey Tuch/Zeug oder gestrickte Arbeit; Das einige Beutel-Tuch/als welches der Brod-Cammer etwas zu nähe kommt/ biß es in den Erb-Landen erhoben/ aufeinige Jahr ausgenommen. Zwey- tens alle lernen Waaren/wasArt sie seyn mögen. Drittens die Seiden^anufsÄur durch alle ihre grsäuz. Viertens/alles was unter dem Nahmen Frantzösche b/lanufÄÄuren genommen/ und unter obigen drey Sorten noch nicht begriffen ist/ es werde gleich in Franckreich selbst/ oder in Italien/ oder in der Schweitz oder sonsten gemacht. Ziemliche Brocken in einer kleinenSchüssel! doch glaube ich/eö seyen eben nach unser Beschreibung die rechten. Dann gewiß ist es/ daß diese vier Lorcen pon ausländischen Gütern/ die rechte Blut-Egel seynd/ so uns der innersten Kraffts unsers Leibs berauben/ und das beste Geblüts aus unsern Adern saugen. Gewiß ist es/ daß diese vier^WuLLuren seynd die vierfräßige Raub- Thiere/so allem uns jährlich auf sechzcheri und mehr Millionen Gulden aus dem Beutel hinweg führen/gleich ob sie niemahl darinnen gewesen waren. Ich bin nicht weit davon gewesen/ als unter vornehmen/ und der Erb-Lande kundigen Leuten gerechnet worden/ daß der jährliche Geld- Verlust/ so dieselbe nur für Französische Waaren thun/ auf drey Millionen Gülden und höher anlauffe. Wann auch/ wievormahl erwehn- tesBedencken von NanukÄLkuren inTeutschland, versichert/aus denChur-SächsijchenLanden jährlich funffzehen tausend ThalerBeutel'Tuch weg- gehen/einfolglich aus den gesammtenErb-Landen jährlich wenigst hundett tausend Thaler vor eben Dasselbe das Reißaus nehmen müssen/und dann das Beutel-Tuch kaum der fünfftzigste Theil ausländischer zu uns kommender Woll- UanukEu- ren ist: so muß folgen/ daß für diese jetztgenannte Woll- MMuLaüur aus den Erb-Landen jährlich wenigst siebenMillionen Gulden hinaus streichen. Was ich oben von den siebendhalb Millionen Thalern blossen Lohns und Verlegers kro6r,dee jährlich nach klarer Rechnung vor die Wüllen- NLnuiLüur an Tuch/ Schmalgut u. Zeug allein in der Stadt Leiden bleiben/gemeldet habe/ wird glaublich machen/ was ich hie von sieben Million nen Gulden/ so für eben solche^kAnukaLkur jähr^ sich qus den Erb-Landen gehen/ anführe. Nun wird MZ(9§) ZU wird die Seiden-^lanukaLkur der Wollen nicht eben sonderlich viel nachgeben. Ja/wann abermahl nach Besage des Beden- ckens von ManuLLturen in Teutschland paA.So. nur aus den Chur-Sachsischm Landen jährlich über neunmahl hundert tausend Thaler für die Seiden hinweg gehen/und der^ucor noch be- sorget/für unvernünfftig angesehen zu werden/ daß er die Summa auf ein so Geringes gestellet/ soltedann der nicht ebensowohl für unvernünfftig gehalten werden/der die ErbländischeLon- tumcion darinnen/nur ungefehr viermahl höher setzte? und gleichwohl würden sechs Millionen Gulden heraus kommen. Wann nun aber alles/ was von Leinen gemacht/so auch kein Geringes suswirfft/ hinzu geschlagen/ so kan sich die Rechnung ziehen und sehen lassen/ ob auch wohl weniger als achtzehen oder zwantzig Millionen jährlich allein dem unnöthigen Kleider^Pracht zu gefallen in die Fremde geopffert/ und in der auswärtigen/ und guten Theils unserer Feinde Buchs geblasen werden. Ich käme sagen/ zu Wien seyen vor der Belagerung auf zweymahl hundert tausend über zwölff Jahr gebrachter Menschen gewesen/ deren jegliches Haupt/ eines in das andere gerechnet/ jährlich nur zehen Gulden(die meiste wohl dreyßig und mehr/ gar viel auch hundert/ und nicht wenig etliche hundert und zu taufenden) für fremde Waaren an seinen Leib gehencket. Nun ist leichtlich zu erweisen/ daß die übrigen der Erbiande Haupt-Städte/ auch viel fürtreffliche/ nicht weniger, andere son- sim M c,7) ZW ---— ,—— I sten nahrhaffte und feine Land-Städte/ ferner der hohe und niedere Landes-Adel/ neben seinen Be- ^ dienten und Beamten/ dann das gantze König- > reich Ungarn/ wiederum die hohe und niedere ) Geistlichkeit durchgehend/ neben allen denjenigen/ e so noch nicht aufzwälff Jahr gebracht/ und gleich- - wol ihren Theil fremder Waaren mit armer- / den/ endlich dasjenige/ so aus angeführten frem- f den Waaren nicht auf Kleider/ sondern auf an- - dere Mobilien verwendet/ alles zusammen gefas- set/ wo so viel als acht Wien/ und wenigst/ aus- e mache/ einfolglich abermal einen Verlust von r achtzehen Millionen vor Augen stelle. Hieran / wolle sich gantz niemand ärgern/ noch die grosse s Summa sich befremden lassen/ gleich ob man - mit Millionen nur spielte. Dann ein benachbar- ter Staat/ so kaum den sechsten Theil der Ecb- - Lande ausmacht/ schickt/ laut mehr angezogenen - Bedenckens von^ÄnufaLkuren/klarer Rechnung - nach jährlich drey MillionenThaler hinaus. Man e weiß/ woher so viel Gelds hinein kommt/ und daß a dannoch das Land nach wie vor in einerley Stand II von Mitteln bleibet/ einfolglich eben so viel wieder e hinaus verwerffe. Wie viel glaublicher ist dann s daß die Erb-Lande eilffoder zwolffMillionenTha- - ler in die Fremde rucken lassen. l Damit ich mich aber gleichwol gegen allen/ es L sey billigen oder unbilligen Scrupel verwahre: t Will ich fast die Helffte herab/ und die Summa / bey zehen Millionen bleiben lassen/ welche ohne / Hoffnung einiges Wiederkehrend netto wie ein l- Pfenning/ nur vor vier einige Sorten von Mau» n G ksÄu» LÄursn für die Thür geschüttet werden. Diese zehrn Millionen/ wann sie nur ein einiges Jahr m den Erb-Landen erhalten würden/ wie solte sich nicht dieser matte Leib anfangen zu regen und zu erqnicken? Wie würde er sich nicht erholen und Kräffte sammlen; Und wann/ wie ohne das erfolgen würde/ solche zehen Millionen/ über dasjenige/ so auch noch bey gegenwärtigem übelem Zustande in gemeinen Umschlag ist/ in dieLircu- Lacion gelangete/ und gleichwie das menschliche Geblüt durch den Kasten des Herßens/ also auf eine sanffte thunliche und zulaßige Art(welches der Kammer zukommt) guten theils jährlich durch die LaLr des Lands-Fürsten gienge: Wie foltert sich dessen nicht alle Glieder des Teutsch-Oe- sterreichischen Staats auf einmahl erfreuen und wohl befinden? Wann nun aber weiter zehen/ zwantzig Jahr/ und fürder eben dasselbe beständig grübet/ wann eben diesen vier KlanuLsÄu- ren auch über das noch die übrige Gewerb auf diesen Schlag/ und soviel es in jeder Sorten practicirlich/ ein gebührliches Aug gehalten/wanrr endlich die auswärtige Oonlumprion der inländischen rohen und auch KrbriLirten Güter/ mit der Zeit auf ihre mögliche Höhe gebracht würde; was in Europa wolte alsdann unserm Oesterreich gleich seyn? Und was für lUanufEuren seynd diese/ deren Emrathung von aussen uns in solche Glückseligkeit setzen tönten? Sie würden zu ihrer Erhebung zwar einige Aufsicht und Mühe brdürffen/ nirgend aber leichter/ als in die Erb- Lande einzuführen seyn/ wie ich hieuntm darthun will» M(99)ZM will. Der Frantzvsischen Lumpen-Güter konten wir ausser dem ohne sonderbare Schwerigkeit wol gar entbehren/ in wenig Jahren ebenfalls und leichter/ auch ehender/ als andere nachmachen. Ich will solches an seinem Ort gleichsam in die Hände legen. XXIII. Warum nicht andere glimpfflickere Mittel/ als das gäntzliche Verboth auswärtiger kianuiLÄuren/ an die Hand zu nehmen? MMUn ist die Frage/ wie die Erb Lande dahin MM zu vermögen/ daß sie sich in offt ange- führten vier Sorten von ihrer eigener inländischer LKeLben/ durch Begebung der Ausländischen begnügen/ welches dann der rechte Knoten ist. Den gemeinen bißher bräuchichen Laustnach wird man gleich darauf fallest: Es seyen zuforderst die^anuLÄuren innerhalb der Erb-Lande einzuführen/ zu dem End Privilegien zu ertheilen/ Compagnien aufzurichten/ und wann sie eingeführet/ alsdann entweder auf die fremde herein- gehende Waaren chwere Zoll und Eingangs-Rechte zu schlagen/ >amit sie es denen Inländischen in der Wohl- 'eile Nicht gleich thun/ demnach vor der Thür rleiben müssen; Oder auch l^gM^ns aufzurichten/ und darinnen die ausländische Waaren w- G L wohl MZ doo) KM wohl als die inländische beyzulegen/ mit dem Bescheid/ daß die Kauff-Leute ehe nicht zum Verkaufs der Ausländischen greiffen dörssten/ biß die Jnheimische alle durch gebracht; endlich auch/ da- mit man mit den inländischen klanufaLtui-en aufkommen möge/ alsdann erst die ausländische durch die Banck zu verbiethen. Aber diese Wege sind meines Trachtens ungewiß/ langweilig/ und nach unserm Teutschen Humor im Ausgang unfehlbar nichtig. Dann vorerst werden die Capitalien mangeln/ weilen sie aus den Kisten reicher Leute nicht werden Herfür wollen/ und solches aus Mißtrauen in die Sache. Zweytens wird kein Muth noch Lelolurlon vorhanden seyn/ aus ebenmäßigen Mißtrauen in den Ausgang/ und solches nicht unbillig. Dann drittens durch die Langwierigkeit solcher inrroäuÄion wird denenKauff- Lsuten und andern der Sache nicht gewogenen/ für allem den auswärtigen ksLkors, nur rempc, und campo gelassen/ das angefangene durch tau- fenderley Streiche zu rmmren. Die Begierde geschwind reich zu werden/ und die Ungedult in Erwartung des Gewinns/ so jedoch wegen Unsicherheit der Lonlümprion gantz ungewiß/ wird vierdtensviel vonselbsten stürtzen/ die lange Zeit auch fünfftens den Nachdruck uns benehmen/ und! die Lust dazu erkühlen. Noch würden/ sechstens/ unendliche Verschwärtzungen in eine so linde und schlässerigeLxscmion kommen. Die inländische l LKecten werden stebendsns/ bald diesen/ bald! jenen angedichten Mangel sich müssen vorwerf- ftn/ und dadurch in Unglimpff und Oi5crecUc setze» MK(ioi) W tzen lassen. Der Uuxus, die rasende Lettia, würde sich/ achtens/ an die Vertheuerung ausländischer Waaren nicht kehren/ sondern sich so viel hefftiger in dieselbe dadurch erhitzen. Die inländische UanuksÄuren würden/ neuntens/ nimmermehr zu ihrer Vollkommenheit gerathen/ so lang der Auswärtigen noch einige Hoffnung für- Handen. In Summa: Zu dem endlichen Verbot und Abhaltung ausländischer LtkeLten würde es auf diese Weiss wol nimmermehr kommen. Dann unsere Kranckheit ist weit grösser und gefährlicher/ als daß sie so schwachen und langsamen Mitteln solte Raum verstatten. Ach fasse derowegen die Sachs auf eine gantz andere Art. Jene wollen die inländische üvlAnu- LaÄuren einführen/ um die Ausländische hernach zu verbiethen. Ich aber rathe die Ausländische zu verbiethen/ um hernach die Inländische einzuführen. Ein grosses Wort! Wieviel Krepmrens Lormirt sich ohne Zweiffel nur allschon jetzo dagegen/ da es mir kaum noch über die Hand gesprungen? Ich lasse mich aber solches nicht irren/ sondern bleibe beständig dabey/die ausländische Na- nufsüuren seyen zu banMren/um die inländische empor zu bringen. Ich ersuche nur die füreilen- de Urtheile so lange zu hemmen/ biß ich meinem Satze den Grund beygebracht/ und was gegen denselben von Einwürffen aufgeboten wird/ aus dem Wege geräumet. Mir haben all mein Le- benlang die einfältigste/ fürderlichste und gewisseste/ obgleich dem Schein nach etwas starcke Mittel/ für denen andern zu viel gekünstelten/ weder G? M AZ DU kalt noch warmen/ daher für jenen hunderterley Anstössen unterworffenen/ und am Ende weit mehrUngslsgenheit/ als die strenge/verursachenden behaget. Nun ist nichts einfaltigers in der Lxecurion, als das durchgehende Verboth aller ausländischer Waaren in unsern vier Sorten von ^LnufaLturen. Dann Verschwärtzungen können nicht mir unterlauffen/ wann nur die zur Aufsicht verordnete durch Furcht und Hoffnung/,Straf und Belohnung treu erhalten/und die inländische Güter mit ihren hoch-verpönten Zeichen gegen die remerarores 6äsi publicre verwahret werden. Nichts leichter; dann ein wenig Papier und Diniert/ einige Verordnungen an den Mauten und Passen/ inärmrung etlicher Beamten/ Einrichtung der Beschau und Zollen/ und die unvermeidliche und unerbittliche Bestraffung des ersten oder andern/ so mit faulen Fischen ertappet wird/ und zwar des Verbrechers/ Heisters und Hehlers zusammen/ es sey Groß- oder Klein- Hanns/ wird alles richten. Nichts förderlicher; dann in vier und zwantziq Stunden/ so zu sagen/ kan alles zu Merck gestellk/inner Jahrs-Frist der LffeLr durch alle Erb- Lande/ sowohl in der O-M des Lands- Fürffens/ als in denen Kisten der Unterthanen gefühlt werden. Nichts gewisser und nachdrücklicher; dann die Noch selbst und der gewisse Gewinn/ so durch die Sicherheit der Eonlumprioa entstehet/ wird die Lands-Jnsassen alsdann lehren/ zu den eigenen Na,nuLSuren zu Meisten. Wann das Geld nicht mehr in die Fremde gehet/ so werden jährlich wenigst zehen Million im LM- M(rvO ZN Lande bleiben/ und zu Verlags« Capitalien ge- Leyen. Und eben vorermeldte Versicherung der QonLmpüon, und dannenheriger gewisser Gewinn wird die Capitalisten demüthigen/mit ihren Baarschafften loßzubrechen. Die auswärtige Handwercks- Leute werden aus Mangel Arbeit und Brods gezwungen seyn/ in die Erb- Lande zu kauffen/ und beydes allda zu suchen. Noch hunderterlei) andere Vortheile/ deren jeho nich/mag gedacht werden/ stehen inderLxecurioa für den Tag/ und unter die Hand zu kommen. Aber nicht umsonst erfordere ich dieBesteiffung/ und den strengen und unerbittlichen Nachdruck in der k.xecuuon,ob solches gleich denenjenigennicht gefallen möchte/ denen mit einem ernstlichen Regiment in ihren Kram nicht gedient wäre/ und deren Muthwül und Unbandigkeit sich gegen die Gesetz zu sträuben/ und durch Herren-Geboth Locher zu machen gewohnt ist. Dann die Strenge und Ernsthaftigkeit ist die Seele aller grossen Unternehmungen in Staats--Sachen/und ohne solche H sich nicht das geringste Gut von der Sache zu verheißen/ und weit besser sie unangefangen zu lassen/ als durch eine lederne Vollstreckung der Welt/ xro more, etwas zum Belachen darstellen. Ubr NON slk rigor, rron elk vlgor, das ist ein wahres Sprichwort. Darum waren die Lander inge- mein gleich Anfangs in alle mögliche Weise und Wege/ und durch LxrraorclmLri-Oemonlixa-- rlones eines rechten Ernsts zu versichern/ und an jedermanniglich begreiffen zu machen/ daß matt an Seiten der Lands-Obrigkeit nicht mehr verste- " G4 HM hm wolle/sich mit Wiener-Gebothen rr-Eiren zu Wen. Socher gestalt würde nicht allein die Beysorge scharffen Einsehens dem Verbrechen vor seyn/sondern auch durchgehends mehr Lon- Muth m das Merck gesetzt/ und da- ^lebendig gemacht werden. R^EudewlgXlV-König in Franckreich die nächtliche Beleuchtung der Gassen zu Pariß eingeführt/ verpome er deren Sicherheit bey Leib-und Lebenv-Straffe. Ein unglückseeliger?^. der sich vickercht einbildete/ er hatte es noch mit einem Pariser-Geboth zu thun? schnellte aus Muthwill eme Laterne um das Seil herum/ wodurch das Acht ausgelöschet/ und die Laterne beschädiget worden. Er wurde durch ungesäumte Nachforschung aufgefunden/ und in wenig Tagen läge chm eben an dem Orth/ wo die That begangen d^'MpF wr den Füssen/ und die La- ternen blieben hmfuhro inRuhe. Aa/wird mancher dencken: Der König in Franckreich ist aber em Tyrann. Allein/ wäre er in allem so rein wie m dieser<.hat/ so wollen wir ihn bey lebendigem Leibe c^omliren. Dann durch sothane einige/ geschwinde/ und ernsthaffte Lxecurion ist nicht nur die Strassen-Beleuchtung/ sondern mittelst dieser unter andern auch die nächtliche Sicherheit/ so darob hanget/ zu Pariß erhalten/ und Zweif- ftls-ftey viel hundert Todschlage/ viel tausend Dreb- und Beutelschneidereyen/ und nächtliche Mantel-Abzrehungen verhindert worden; zu ge- Ichwergen/ rn was für einen LWeÄ der König sozusagen baldInfangs feiner Regierung(dann M(W5) M es war wenig Jahre nach des Cardinals Tod) sich und seine Befehl gesetzt/ und dadurch die Regierungs-Harmonie nicht wenig befestigt« Was hatte der König seinem Volck wohl gnadi- gers können widerfahren lassen/als eine solche Tyranney/ welche GOtt zweiffels frey/ wie die Abschaffung der Duell, zeikhero mit viel zeitlicher Glückseeligkeit angesehen hattAlso nun wäre gleich Anfangs/ wie geyen offenbahre Lands-Ver- rather/ gegen diejenige zu verfahren/ so das Verübet ausländischer kkanuiaÄuren bey uns brechen/ oder denen Verbrechern Vorschub oder NMrschleiffthun/ oder da sie Amts und Pflichts halben änderst sollen/durch die Finger sehen/oder allzu unverantwortliche Nachläßt ckeit in ihrer anbefohlenen Aufsicht anwenden würden. Dann diese/ so viel an ihnen/ und so viel ihr böses Exempel andere zu einem Gleichmäßigen veranlassen würde/ hülsten das inländische Gold und Silber nach wie vor in die Fremde rinnen zu machen/ verursachten einfolg!ich/so viel an ihnen/ daß man immerzu in gegenwärtiger Enge und Unvermöglich- keit stecken/ und/ wie bißhero/ allen Gefährlichkeiten von Orient und Occident/ und den feindlichen Einfällen/ Verheerungen/ Sclavereyen/ unendlichen Blutstürtzungen und Niederfebelun- gen/ ausgesetzt bliebe. Solchen/ durch die schärfst Bestraffung eines oder andern bösen Bubens/ oder frechen verwegenen Weibs-Bildes vorzukommen/ wäre einest beschaffene Tyranney und Grausamkeit/ über welche auch die Engel im Himmel lachen/ und das krollc dazu sprechen G 5 wär- MZ(126) ZU würden. Es wäre eine Grausamkeit über alle Oementz/ und die gegentheilige OEMMtz nur wahre Grausamkeit. Es würde auch ein Lands- Fürstin einem krangenri, wie wir nun seynd/sich ohne Zweifel ein ewig-wahrendes Lob erwerben/ wann er jährlich/ wie der König in Franckreich gegen die vuelMen thut/vor dem heiligen Sakrament einen körperlichen Eyd ablegte/keinem/ ohne Ansehen der Person die Straffe zu paräonmren/ der sothanem Verbot/in was Wege es wolle/ entgegen h andelte. Es ist nicht allezeit eine Schande/ dem Beyspiel eines Feindes nachfolgen/ bevorab in Dingen/worauf/ und zwar gegen eben solchen Feind die Erhaltung des Staats/ auch sonsten so vielen Millionen Seelen und der Sicherheit gegen den Erb-Femd gegründet ist. Und wolle GHtt/ wir liessen die Französische allgemeine Lands-Os- «-onomie in etlichen Stücken der Unserigen ein gutes Vorbild seyn. XXIV. Die ELnwürffe gegen Las Verbot ans- ländischer Waaren werden abgeferti- tiget. .«rrMUn habe ich mich gegen dieDnwürffe gefast (MD zu machen und zu verantworten. Ich will kurtz mit ihnen durchgehen/ damit dieses Werck nicht zu hoch anschwelle. Denen Verständigen wird doch genug gesagt/ bey denen andern Oer dieWeiMKigkeit übel MgewendetftMDer erste MH(in) ZU erste nun ist/ woher man umer solcher eilfertiger LannilirunF ausländischer Waaren/ die «inländische in G enüge zu nehmen/ und den Abgang zu ersetzen habe? Antwort: Der so genannten Frantzösischen Waaren seynd wir/recht davon zu reden/ gantz und gar nicht bedursstig. Vielmehr werden wir dann ihrer nur so lange entbehren können/biß sie nach und nach im Lande selbst Labricirt worden/ wie ohne das mit vielen bereit der Anfang gemacht/ und es in andern Sorten such nicht mangeln wird/ daß sie noch wohl förderlicher/ als die übrige drey weit imporrAncerMa- nuiLÄuren/ werden ttabrlirt werden. Mit den Seiden-Waaren hatte es fast eben dieBeschaffen- heit. Neben dem abir ist es nur um zwey oder dreyJahr zuthun/so wird deren imLand dieNoth- durfft/ in fünff oder sechs Jahren aber alles zur Genüge daseyn.Mit der Lemen-^lL»ukäÄur waren die Erb-Lande/ was die Menge betrifft/ bereit überstüßig versehen/ wann nur die guten Leute/ so davon kroietlion machen/Arbeit genug zu finden wüsten. Und/ was etwa in der Sorte und Güte gbgieng/wareja endlich auch noch/ und inwemg Zeit zu ersetzen. Schlesien allein wäre genug dazu/ allwo sothane Weberey fast keineZunfft hat/ und sich allerOrten/ so in fürnehmen/ als Bauern- Häusern die Webe-Stühl in Stuben und Kammern finden/ aufweichen alles durcheinander arbeitet/ und alles durchgehend nicht anders/als wie zum Spinnen darzu angelehret wird. Mit der Tuchmacherey hat es eine nicht viel ungleiche Be- wandniß/ und weiß ich/ wie es in manchen/ sonst wenig M(io8) ZU wenig bekannten Land-Städtlein fast über den Glauben damit beschaffen. Wann ihnen nur die inländische Eonlumpcion versichert/ und etwa» mit einem halbjährigen Verlag der Wolle an Hand gegangen würde/ wie bald solle sich die Tuchmacherey nebenst der Wollspinnerei)/ die wegen des concmuirlichen Verschleißes in die Fremde ohne das nicht viel herunter kommen/ wieder erhoben/ja fünffoder sechsmal höher als nun gebracht/ sehen? Der Zeugmacherey würde es im Nothfall ergehen müssen/ wieder Seiden; ihrer nemlich aufeinkurtzes sich nur also lang zu mäßigen/ und den Abgang des Futter-zeugs inzwischen mit anderem zu ersetzen/biß ihrekabricarur in die Lander eingeführet. In Summa: Leinwand und Tuchs/ als der nöthigsten/ hätten wir sogleich dieGenüge an der Hand/ das Schmal-Gut wäre dessen ein Anhang. Der Wüllen-Zeug/ auch Seiden- und Frantzösischer Waaren/ tönten wir/ gleich wie gar wohl im Nothfall/ maßen unsere Vor-Eltern gethan/ gantz und gar/ und auf ewig/ also vielmehr auf eine Zeitlang entbahren. Es wird ab er von dieser Materie hieunten auch absonderlich gesprochen werden. Wohin aber mir den ausländischen Waaren dieser vier UariufaÄurett/ die allbereir im Lande ftynd! Die werden reißend hinweg gehen/ weil jederman/ aus Beysorge deren vorstehenden Mangels/ ihrer Vorsehung wird thun wollen. Es wäre aber denen Kaufleuten dabey der Daume starck auf dem Auge zu halten/ damit sie alsdann mit dem Werth nicht aufsteigen. Auch MZ(iOs)HU—^ könten alle solche Waaren zu Zeit heraus kommenden Verbots in Kauff-Häuftr gebracht/ und allda durch bestellte kaätcrsZ verkaustt werden. Hätten wir aber denMuth einerKöniginElisabet!) von Engeland(ob zwar in einerund andern Angelegenheit) etwas nachzuthun/ so solte wol eine löbliche/ nutzbare/ obgleich etwas seltsame und kostbare That heraus kommen. Als diese Königin(mich dünckt/ andere schreiben es mit besseremFug ihrem GroßvaterHenrico VII. zu) die Woll-kvMnula- Lkur in ihrem Königreich besser zu stifften entschlossen/that sie ein Verbot aufdie Hinausführung inländischer Wolle. Das erste Jahr wollten/ der Hoffnung zuwider/ wenig Wollen- Arbeiter von aussen erscheinen. Die Wolle blieb dem Adel und Landmann in Handen. Es gab Murrens/ dann Brod vor die Wolle wolte da seyn. Solchen zu helffen/kauffte dieKönigin alle die Wolle für ihr eigenes Geld auf/ und legte sie bey. Da entstunden andere Klagen: Die Königin hatte im Sinn/ Das Nonopolium mit der Wolle Hinauswerts zu treiben/ und darauf wäre alles angesehen. Sich hievon abermals loß zu würcken/ liesse sie alle ihre eingekauffte Wolle aufeinenHauffen bringen und verbrennen. Dieser Ernst' machte/ daß jedermann der Sache thäte/und die Ausländer/ welche vermeynten/ sie wollen denen Engeländern die Molle noch wol ausharren/ verlohren die Hoffnung dazu/ schifften mit Haussen ihrem Brod in Engeland nach(welches insonderheit die Niederlande hart betroffen) und wurde durch eine einmalige/ zwar verlohrne/ aber Königliche 8pels MZ(H2) M 8pelL der Cron Engeland ein Kleinod erworben/ so noch diese Stunde ihr Bestes ist/ und seinen im Brand einmal aufgegangenen ersten Verlag nun alle Jahr wohl zehenfach gutmacht. Alss wslte ich zwar wünschen/ daß auf gemeinen aller Erb-Länder Unkosten/ alle verbothen«:/ zu Zeit des Verbots im Lande würcklich betroffene fremde Waaren/ wie noch jetzo in Engeland mit allen aus Frankreich dahin kommenden und ertappten Gütern(nur um deßwillen/ weilen man befunden/ daß Franckreich etwas mehr von Engeland an Geld als dieses von jenem jährlich gezogen) unaussetzlich geschiehet/ zum Feuer gebracht würden. Wie ein angenehmer Rauch und Geruch mäste solches doch nur seyn/ aus welchem die aller- erwünschlichste Wohlfahrt der Erb-Lande heraus dampffen würde! Dann bey Vermerckung eines so execurlven Ernstes/ würden so Aus-- als Inländer abnehmen/ daß die Sache recht von Hertzengehe/ und dermahleinst Ernst sey/sich daher selbiger conformiren/ und das gemeine sowol als das selbst eigene Hey! bauen helffen. Sinte- mahlen aber ein solches schwehrlich von uns zu hoffen/so riethe ich/wenigst mit denen nächst hievor angedeuteter Massen jeden Orts in absonderliche NaMAns gebrachten Waaren/ die Verordnung zu thun/ daß/ was innerhalb fünffoder sechs Monaten nicht verkaufft/ mit solchem zum Feuer ge- eilet/ oder wenigst also in pio8 uchg verwandelt würde/ daß es von dannen in keinen Kauff mehr ksnte gebracht werden; Von welcher Gnad ich Doch meines Orts die fremde Frantzösische Waaren AZ(rn) M ren ausgeschlossen haben wolle/ als mit welchen Barmhettzigkeit zu üben/ und des Feuers zu schonen/ gewißlich eine Sünde seyn würde. wo hinaus aber mir denen bereits von aussen beschriebenen/ und aufdem Wege des FkiAenen Waaren; Was so nahe auf den Grantzen/ daß es in acht oder zehen Tagen nach publicirtem Verbot in die Erb-Lander gelangte: Mit solchem ksnte es vielleicht gehalten werden/ als mit deme/so gleich Anfangs darinnen gefunden worden. Das übrige mag bleiben wo es als« bannn ist/ oder wo es will/ und anderwerts anzubringen gesucht werden. Käme hie und da em karriLulÄr- Kauffmann darüber zu Schaden/ so möchte er seinen Schaden gegen den bißherigen Gewinn/ und gegen den allgemeinen daraus er- spriessenden Nutzen halten/ und sich damit trösten/ wann es ihm beliebte; Und wann es ihm nicht beliebte/ dannoch damit zufrieden seyn. Wie rsi ihm aber zu rhun mit denen Rauff-Leuren/ so nur ausländische Lom- rnWonen führen; Sie werden verderben Müssen, krollt! Dann das seynd eben dierech- te Gesellen/ so das Land m Armuth setzen. Es ist demnach besser/ sie gehen zu Grund/ als das gemeine Wesen. Sie können aber harren/ biß sieetwan der Inländischen Grosirrer oderVerle- gerLommWones, oder bey demselben Lreäir, oder bey den NMuLKuren eine Buchhalterey/ jsnsi ein Amt oder Dienst( deren es alsdann wol hundertmal mehr/ als verderbte Kauss-Leute geben wird) überkommen/ oder auch ihr etwa ha- M(H2) ZU bendesLapiral auf die Inländische^anukLÄu-- ren legen. Wollen sie aber bey den Inländischen rabriquen sich nicht gebrauchen lassen/ und haben sie dabey kein Capital anzulegen/ so ist mit solchen kahlen Schuffren/die nur denAusländern zu Vortheil/ den Erb- Landen zu Schaden handeln/ und dabey für sich selbst doch nichts mehr/ als den täglichen Bissen Brods erobern können/als mit zwey- fachen Narren kein Mitleiden zu haben. Gleichwol werden der privilegirreu Nie- derlag/ und denen HoftLefreyeren ihre kri- vileßiL simÄL ne 6äes publica vrolerur, zu hals reu seyn. Freylich/ wann sie sich nur dem Verbot undLeZIemenr wegen der ausländischenWaaren in ihrer Hand erschafft conlormiren; sonsten nicht. Dann krivileUA. die nicht zu des Landes Nutzen/ sondern zu desselben/», noch zu eines grossenTheils derChristenheit(deffenHeyl an derErblandeLon- lervaüon hanget) Untergang/ und zu Behuf der Häretischen Sclaverey hinaus lausten/ das seynd keine krivileziL, sondern SaerileUa. Zu dem/ trete man nur mit so gerühmten krivileZiis an das Licht/ und lasse hören/ wie sie klingen; ob sie gegen ein Verbot der auSländischeWaaren streiten? Ob sie/wann dasLand sich selbst versehen mag/oder wann es sich des Niederlags-Lenesicii freywillig begeben will/ dannoch auch wider Willen müssen beygehalten werden? Ob sie per moäum p^ki perperui, nec nisi reciprocL voluncgre öillolu- blÜ8, oder aber nur precariü Le aä libicum al- rermrius parcium aufgerichtet? Ob sie nicht em in sich führen/ und wie solches 8v- MZ(uz) M nLiIaAma an Seiten der Niederlage gehalten «srden? Es sey aber wie es wolle/ so wird der Schade bey ihnen nicht sehr groß seyn/ wann sie ihre Eapicalia, zur l^lariufLÄur legen/dem kubli- eo dadurch Uariticiren/ und inländische Verleger werden wollen. Alsdann erst werden sie rechtschaffene Kauff-Leute seyn/ ihnen auch der gröste Nutzen/ nebenst der Ehr und Seegen/ daß sie ein so hochschätzbares Merck mit erheben wollen/ übrig bleiben. Alsdann will ich gern der erste seyn zu rüsten: Uonilow, der solche Kauff-Leute nicht ehren/ und der von ihnen änderst als wohl reden oder gedencken mag! Sonsten aber ist insgemein/ und ein für allemahl zu wissen/ daß die Kauff Leute um des gemeinen Bestens/ und nicht )as gemeine Beste um der Kauff-Leute willen da ey. Wann derowegen beyde colHöiren/ so ists nllig/ daß die Kauff-Leute zurück stehen. Wer deine entgegen in Vorfallen es noch mit den KauffLeuten halten solte/ würde zeigen/ daß er nicht weniger/ als sie/ ein Feind und Verderben des Vaterlands wäre. Die ausländische Rauff-Lemhe werden mir ihren Sachen davon gehen/und uns allein sitzen lassen. Glück aufdenWea! Man solte ihnen wie einem fliehenden Feind/ güldene Brücken bauen. Dann also wird der krotic allein bey den Lands-Jnsaffen bleiben. Es werden sich aber ihrer viel noch besinnen/ und aus Fremden/ Vielleicht lieber Insassen werden. Unsere Erbländische UgrmküÄuren wer- den so ZM nrchr styn/ als die Ausländische. H Ssl- M("4) ZM Solches ist in vielen Dingen eine Verblendung desTeussels/ welcher dem Aufkommen der Erbender feind ist. Gesetzt aber/ daß solches gleich ein unvermeidliches Übel wäre/ so würde es doch nicht unerträglich seyn. Ich bewerffe wich deß- falls auf das Verboth der Ungarischen Weine in Oesterreich und Steyermarck/ auch anderswo. Fragt man/ warum Weine verbothen werden/ so doch besser als die Inländische/ so gar auch wohlfeiler? so wird geantwortet; Darum auf daß die inländische Gottesgabe angebracht/ rathlich conLmirt/nicht verachtet/ verschüttet/ oder verdorben/ das Gebürge benekcirt/ und der wenige Weingart-Bau/als ein groß keMl des Landes/ Nicht unterlassen werde; dabey das Geld desto mehr im Beutel bleibe. Angleichen geschiehet mit dem Ungarischen Saltz/ für welchem sich doch das Oesterreichische/ was die Güte betrifft/ verkriechen muß. Und dannoch wird jenes daraus gehalten/ und dieses bleibt allein Herr im Lande» Es geschiehet aber gar recht daran/ und kan aä licermn auch auf die inländische NsnuLÄuren AppIlLirt werden. Dann haben wir solchekrin- cipia in wenigen Dingen/ warum exren6iren wir sie nicht auf die grosse und viele? Gebrauchen wir uns ihrer in zweyen so nöthigen Stücken/ wieder Wein und das Saltz sepnd/ warum wenden wir sie nicht auch und vielmehr gegen den unnsthigm Mißbrauch in Kleider-Sachen ein? Wann mein Vertrag dahin gienge/ wie man den Erblande» etwa die Leibes-Nahrung ringern/ und durch ein Verboth der Waaren/ Eintrag an Essen oder NB(ri5)M Trincken thun solle/ so wäre sich vielleicht mit etwas Fug zubeklagen/ daß solches zu hart; daß der Leib sich seiner bißher gewöhnlichen Nahrung nicht also auf einmahl begeben könte; daß die Gesundheit darunter würde leiden müssen. Aber es ist hie nicht um Essen und Trincken/ noch um die Gesundheit oder langes Leben/ noch um Fasten und Hunger leiden zu thun/ sondern ob der Leib mit Schlesischen oder ausländischem Tuch/ mit Ober-Oesterreichischer Leinwand/ oder mir Indianischer Lombalin, mit inländischen oder ausheis mischen Seiden-Zeugen oderStrümpffen/ mit Oesterreichischen oder Frantzösischen Bändern solle behencket werden/ welches ja nichts zu der Gesundheit/ noch zu dem Mund/ noch Magen thut/ sondern blosse Dinge der Phantasey und dem hochmüthigen Pracht-Geist nicht eben anstehen will. Wie aber neben deme zu verschaffen/ daß die inländische Waaren an der Güte/ das ist/ sowohl der Dauerhafftigkeit/ als Schönheit/ denen auswärtigen nichts nachgeben/ darüber will ich mein karsrs etwas weiter hieunten zu geben schuldig bleiben. Es wird sich finden/ daß Luffc und alle Elementen dem Werck bey uns alle zuwies der. Von Kauffmännischen und zuweilen auch xlsuw- politischen Elementen glaube ich es gern. Die mögen aber auch die höllische Elementen(wie dann der Teuffel ohne das alles/ was die Ehre GOttes und der Menschen Trost bauen kan/gern hindert) dazu nehmen/ und eine Dich«- MjAMaufrichtM/nsc camsn erir c-ZMium con- H werden/so unter andern durch diesen/ beynahe biß auf die Schwelle seines gäntzlichen Verderbens geführetwird. Es wird am Ende das beste seyn/ nackend wie im Paradies aufzuziehen/ st> bedarff es weder in- noch ausländischer^anukaLburen/ noch Mode/ noch Rostlichkeicen. Ich war einsmals nicht weit davon/ als in einer Qonver- tllcion von den inländischen kabriquen solche spitzige Rede geschahe. Ich dachte aber bey mir selbst: Vielleicht wäre dir mit dem nackenden Leben ge-' dienet; dann es war der Sage nach eine von den rechten/ so durch ihr sauberes Fahren Pest- und Türcken- Straffe einem Land über den Hals zu ziehen/ tauglich seynd. Wir wären aber wol närrisch/ da uns alle ein Weib durch ihre Lüsternheit und Fürwitz einmal zum Trüffel geschicket/ wann wir uns nun um ein paar frecher Stücke willen/ demselben übermal/ oder doch seinen Statthaltern den Türcken und Tartarn solten in den Rachen treiben lassen. wer will aber dem Frauenzimmer wehren/ wann es die Mode-Waaren auf der Post/ oder auch durch eigeneScbneider oder Äedieme von Paris bringen last/ Solchen Frauenzimmer/ so sich dergleichen unterstehen wolle oder dsrffs/ traue ich/ gebe es bey uns kei- AZ(12!) M keines oder wenig. Und ich trage auch gegen diejenige/ so es seynmöchten/ noch den übrigen Ke- cheÄ, um den Mann/ der es wehren solte/nicht zu nennen. Es würde sich doch ja endlich noch zeigen/ ob der Lands-Fürst Herr sey/ oder ein paar steche Weiber. Auf der Post könte die behörige Obsicht geschehen; die nach Paris geschickte Herren LommMrü aber zu ihrer KegZIirung bey der Wiederkunfft/ den lichten Galgen auszieren. Und weilen die Waare sich durch das Tragen/ es fty über kurtz oder lang/ doch selbst verrathen wüste/ so wäre die erste die beste/ so sich vergriffen und ertappetwurde/ also anzusehen/ daß die Nareris genug hatte/ als eine(aber nicht unschuldige) Marterin des bom pubUci und der Gerechtigkeit/ Gedult/ und viel gute Imennories, zur Busse und Besserung/ solches fein lang/ irgendwo in der Einsamkeit/ auf dem Land/ und fein weit von Wien in die Hohe zu schicken. Ws seynd aber die Lspirslieu zum Inländischen Verlag herzunehmen/ Wann ich antwortete/ daß es dem Lands-Fürsten zukäme/ dazu zu thun/ würde ich vielleicht Recht haben/ die Zeiten es aber nicht erleiden. Schöbe ich es dann aufdieLandschafften/ so wäre es etwan auch nicht unrecht/ durffte aber gleichwol nicht einerlei rimencen mconrriren. So bleibe es dann bey dem/st oben angeführt/ daß wann jährlich zehen MMonen mehr/ als jetzo im Lande bleiben/ und dre Lonlumpnon der inländischen LsseÄen wohl versichert wird/ daß alsdann sich die Lapiwlien Liberfiußig finden werden. Wer das höre ich von H s' emem ZW(r-r) M einem neuen sonderbahren Vorschlag/ Wie/ um ohne Capitalien ein grosses zu thun/ der Crsäir zu finden sey; von welchem sich dann wird urtheilen lassen/ wann er heraus seyn wird. wie stynd aber die Inländer zur Arbeit Zu gewehnen/ die nur gewöhne stynd im Luder zu liegend Nicht alle seynd solcher Art/wovon oben. Von den übrigen sage ich: Wann der Wein-Verschleiß hmauswarts durch guteAnstalt und kAcilirirung der Abfuhr/ auch die Inländische/ dessen Lonklmprion durch Mehrung des Volcks besser gefördert/ also das fürnehmste ln- ürumsnc des Luoerns theuer gemacht; wann der Brandewein beschwehrt/ und vier oder fünff- mahl höher/ als nun gebracht; wann denen Meistern gegen ihre Gesellen die Obrigkeitliche Hand «ehalten; wann durch Abthuung oder Hinter- dleibung der Zünffte in gewissen NLnufLÄuren/ denen Gesellen ihre Zechen und blaue Montage abgestellt; Wann gegen die Bettler und andere Müßiggänger die Aucht-und Werckhauseretwas zu thun bekommen; wann die muthwillige Armuth/ und das sie nichts für sich bringen/ wie in Holland/ verhaßt und verspottet wird; wann end« lich nur einmahl die Lmulanori unter die Hand- wercker kommen/ so wird es sich mit diesem Ein- wurst schon schicken. Es ist aber zu besorgen/ wir werde« der inländischen Handwercker rmd Verleger Gnade leben müssen/als die mir ihren Waaren exceKvö aufsteigen werden/ wann fie an den auswäkfiZen keinen Einhalt finden» Wann (!2Z) Wann die Obrigkeit ihr Amt und Einsehen thut/ und dem Muchwillen steuret/ wrrd solches nicht zu befahren seyn. Und wann dermahleins die nufgLkuren im Lande gehauffet/so werden die Leute von selbst nach Geld und Brod lausten/ und durch ihre Menge der Waaren wohlfeil machen. Wo eßbahres Gut/ Haußzins und Lohn des Gesindes/ wie bey uns/ auch die rohe Materien oder Guter geringen Verlags/ dieWaaren nicht von wertem geführet werden/ einfolglich keiner schwehren Fracht/ Mauth noch Gefahr unter- worffen/ da ist nicht wohl möglich/(insonderheit wann der gewisse Verschleiß dabey/und die Waaren mchtlange auf Inrereüe liegen müssen) daß sie Kern Werths als die auswendige seyn sollen. Man konnte noch sagen/ die Fremde schencken uns solches auch nicht/ und wäre endlich besser/ hen/wie auch sich mit deme zu trösten/daß/wie ich bereit oben angeführt/es besser ftye/ ob gleich je- der Ba^r es nicht begreiffen kan/ für eineinlän- drsche Maar zwey Thaler zahlen/ die aber im Lande bleiben/ als für eine ausländische nur einen/ der aber hinaus gehet. Dann was einmahl hinaus kommt/das ist und bleibet drauffemWas aber Wege bevortherlt. Dem Kauffer selbst/ der es ausgelegt/ kan es wieder zu gut werden. Der Staat ,st sich furzusiellen/ als ein reicher Mann/ der sem Geld m vielen Beuteln hat. Wann er aus KZ(124) MZ aus dem einen etwas nimmt/ und dem andern zu- leat/ wird er darum nicht armer.' Dann obgleich der eins Beutel leichter wird/ so wird der andere desto gewichtiger. Er ist aber Herr sowol über diesen/ als über jenen. Und dieser Satz muß em Haupt-krlnLipium einer Lands- Oeconomw seyn/ sonst gehet es nicht recht dabey her. Es werden aber diejenige Kanonen/ deren kiLnutüÄuren wir in Verboth zu nehmen gefimnen/ zornig werden/ und uns/ was wir sbnst noch erwa von ihnen benöthigr/ auch nicht mehr wollen folgen lassen; unjL- re inländische bißhero von ihnen abgeholete Güter werden liegen bleiben/unsere yen und wir stlbsten in Zeit der Noch verlassen werden. Laß zürnen wer will. Seynd es Feinde/ so haben wir sie in nichts zu ren; wo aber Freunde/ so werden sie uns zu gut halten/wann wir uns durch eine/ dermaleinst ab- «ensthigte gute Oeconomie in die koücur setzen/ nicht nur unschelbst zu helffen/ sondern auch ihnen im Nothfall desto regere Dienste zu thun. Man siehet/wie Frankreich zürnet/ daß Engeland die Frantzösische Waaren/ wo es solche ertappet/ dem Feuer zuschickt. Und es sey ihm endlich/ wie es will; eine Freundschafft/ die am Ende nur unsere Beutel zu fegen angesehen/ die hole der/ so hinter dem Job stehet. Wir erfahren/ wie vrel uns die Freunde in der Noth umsonst geben. So seynd auch andere bsacionen nicht so närrisch/daß sie uns ihre unverbotene Waaren aus Trutz wegen der verbotenen weigern/ und dm gezwungen MZ(I2f) HU nen Verlust mit dem freywilligen rächen und Haussen sollen. So leiden auch die freygegebene OommercienvielerOrten/als zu Hamburg/Amsterdam rc. nicht/ das einiger Kauffee ausgeschlossen werde. Und wann auch alle andere mit uns also verfahren selten/ würden doch die Spanier/ aus obgemeldten Ursachen/ und weilen an unserer Mfkunfft ihnen fast so viel/ als uns selbst gelegen/ uns anstatt aller anderer seyn/ und mit der besten Spanischen Wolle/und WelscherSeiden/ so die zwey Stücke seynd/ deren wir noch von aussen bedürsstig/ uns nicht stecken lassen. So tönten wir auch endlich der Seide durch Türckey habhafft werden. DieNationen aber/von denen uns die lange Wolle zukommen muß/ seynd nicht unter denjenigen/ denen unser Verboth wird Nachtheil bringen. Werden demnach nicht Ur- sach haben/ uns den Kausszu verbieten; und im Nothfall würde Böhmen/ wie mehr gemeldet/ etwas besser auf Zielungsothaner langen Wolle zu schauen haben. So ist auch keine Gefahr/ daß unsere zum Verschleuß hinaus gehende Waaren werden liegen bleiben. Diese seynd: Wein/ Getreyde/ Ochsen/ Kupffer/Eisen/ Quecksilber/ Haute/ Leinwad/ allerhand kttineralien rc. dann die uns solche abnehmen/ seynd entweder «dermalst nicht von denen/ so durch unser Verboth vernachtheiligt werden/ oder können sothaner unserer Güter nicht entrathen. Seynd wir nun durch unsere Osconomls in der Lsstll etwas star- cker worden/ so haben wir nicht allein ausländischer Attiantzen und Hülffe keine Noth/ sondern sie MZ(i26)ZN ss würden auch so viel mehr von selbst kommen/ sich anzubiethen. Dann viel Geld/ viel /Ulian-! ßen/ welches Franckreich genug zeuget. Und im Gegentheil: koinrä' Lrgenr, pomc 6e8ui6e8. Ohne ists nicht/ diejenige/ denen unsere gute Ordnung mißfallen wird/ weilen sie bißher im Trüben gut fischen gehabt/werden allerhand Streiche Herfür suchen/ uns irre zu machen, l^als im conrrs fm, ne isir pomr äs fourrure. Es ist aber gleichwohl eine unfreundliche harre Sache/ auf einmahl vier Haupr lUMu- tLÄuren/ deren wir in den Erb-Landen ge- wohner/daraus banniüren. Es streirer gleich erster Anhörung gegen den die vernunfft/ und ist erwas styr befremdliches. Es wird eine wunderlicheQcmkuliondurch einander gehen/in die sich niemand wird zu finden wiMn. Das heist in lauter geschei- den Worten nichts als Arbeiten auftragen. Hat man sich in die Lontuüvn der Pest-Zeit und der Türcken Flucht zu finden gewust: so wird sich noch wohlehender in eine kleine Unordnung der UanukEuren/ woraus hernach die gröste Ordnung erfolgen wird/ zu schicken seyn. Die Jnlän- )jsche k/lLnulaÄuren werden alles in Kurtzen wieder gut machen/ müssen ja die Art der Waaren in ich selbst nicht/ sondern nur was von aussen gewacht wird/ zu verbannen ist. Es wird nichts anders dadurch gesucht/ als nur/ daß gleichsam aus der Aschen auswärtiger Güter ein vermuteter Phönix der Jnheimischen entstehe. Um nun dahin zu gelangen/ so ist es ja. besser/ ein paar MK(i27)ZM Jahr im schlechten Kleid gehen und ein Hexe dabey seyn und bleiben/ als noch eine Zeitlang im güldenen Stück und Brocat aufziehen/ und hernach zueinem ewigen Sclaven verfallen. Welcher Cavalier wolte nicht gern zwey oder drey Jahr in einem Schlesischen Tuch/ wie es nun ist/ aufziehen/ wann er wüste/ daß dem Vaterland dadurch wieder aufgeholffen seyn würde? Welche Dame wolte sich nicht gern mit denen Seiden- Kleidern/ diesiejetzo würcklich und zweiffelsohne mehr als eben nöthig/ an der Hand hat/ ein Jahr oder drey begnügen/ ohne sich eben nach fremderMode zu sehnen/zumal/wan sie wüste/ daß andern ihres gleichen es nicht besser gienge/ daß sie dadurch sich und ihre Kinder für den Türckischen Joch in Sicherheit setzen würde? Nun ist gewiß/ daß die Sicherheit auf sothanen Weg zu bauen/ und nicht viel minder gewiß/ daß ein Cavalier/der sich in diefeWeise der gemeinen Lands-Oecono- mie gemäß hielte/ und selbige/ soviel an ihm ist/ mit seinem Exempel fördern hülste/ dem Staat mehr Dienst thun wurde/ als er/ insgemein davon zu reden/ m solcher Zeit im Feld hatte thun können. Im übrigen ist bereit oben angeführt/ was von den glimvfflichen Mittler, zu halten und zu hosten/ und heist es ein für allemahl: Lxrremis morbiz exrrema verstaue remeäia. Eine l^snu- kaÄur nach der andern zu verbieten/ ist auch nicht rathsam: dann alle Schwerigkeiten/die sich nun deyallen auf einmahl Herfür thäten/ würden sich nachmahl bey einer jeden insonderheit nicht weniger entgegen stellen. Es MZ(!28) AN Es pflege gleichwol der Rönig in Franck- reich/ der doch seine Lands-Oscolromie so Lenau zu beobachten weiß/ so harr nicht zu Verfahren/ sondern Die von außen hinein kommende ihm nichc gefällige Güter nur eewas höher zu beschwehren. Stünden vorher dieLommercien und^LnukLÄuren bey uns/ wie in Franckreich/ so tönten wir gewißlich/ wie selbiger König etwas durch die Finger sehen. Was von aussen dort hinein gehet/ seynd entweder rohe Waaren/ um alldort in Verarbeitung zu bringen: oder sonsten nur Kleinigkeiten in Ansehung dessen/ so Franckreich hingegen in andere Länder schickt. Ich will sagen: Wann wir so viel Millionen jährlich von Franckreich zögen/als Franckreich nun von uns/ und hingegen Franckreich so wenig aus den Erb-Landen/ als diese anje- Ho von ihm/ ss wollen wir uns gern befriedigen/ seine zu uns kommende Güter/ ohne gäntzliche Draußhaltung/ bloß mit höhern Eingangs- Mechten zu belegen. Soll man sich aber nach Exempeln richten? so komme vielmehr das bereits «»geführte von Engelland uns zu statten/ welches besser als wir/ zu begreiffen gewust/ wie mit Frantzosischen Waaren umzugehen. Und danach hatte es noch lange nicht so viel Ursach dazu/ als wir.«. Es wird aber ein so ungewöhnlich hartes Verboth wider den freyen Laufs der Eommercien streben/ welcher inviolsbe! styn sbll. O Boßheit oder Alberkeit! Wo ist je- mahl erhört worden/daß der freyeLauffderLom-. mer° B-s(ir9)AM mercien in einem Mgemessenen Muthwillen be- stehe/ dem Vaterland zu Schaden oder zu Nutzen/ wie es der ba^rcl bringt/ zu Handthieren? Welcher Staat/ auch der/ so zum allermeisten auf die Handelschafft gegründet/ hak dieselbe jemahl ohne alles Reglement gelassen? Tn was für einem Gesetz der Natur/ oder des Völcker-Rechtens/ stehet geschrieben/daß ich mir unter dem kr-xrexr freyer tüommerLien/ von meinen Nachbarn/ öffters auch von meinem Feind/ müsse kaufflich aufdringen lassen/ was ich daheim in meinem Hause eben so gut habe oher haben kan/ oder was von aussen zu kauften mich nicht nützlich bedünckt/ oder endlich solches nicht zu kauften/ meine blosse freye und eigene Willkühr ist? Hieher gehören die Worts Udgonis 6rocü 6e sur. Lelli§L vacis lib. 2. L. 2. §.20. Lci lü a Aurem venäenciL non Leguum suz elk.dlsam cuilibec liberum Llk,lkaruere guiä volir LLguirere aucnon.Ica vinum Lc^IIas mercez ex- oricas olim non recipiebanr LsIgX. Lr 6s^.rabi- buz d>sLbLrXi88rrabo: -rs» Nicht weniger scynd auch hieher zu ziehen dieWorte meines mehr wohl, gedachten Lucoris dssBcdenckens von^anufz- Äuren in Teutschland p. 64. Lommercien die in einem Lande mir Schaden geführt werden/ und wobey das Land und Emwohner von ^ahrzuIahr verarmen seynd keineLommer- cien. Wo man aber denen Unterthanen ein Grück Brod zu verdienen/ anweijen/und mir Erhaltung des Geldes im Land/ dre Leure I reich (IZO) ^ichEchenkan: solches ist das rechte Fundament zu loli6en Lommercleit. Da herenr- neuen/ wo nichts als Armuth ist/sich dieselbe verlieren. Dergleichen nützliche Lämmernen nun in seinem Land zu haben/ dahin solle em jeder Lands-Fürst samt seinen getreuen Rachen und Land-Ständen alle Lon6!ia 6irig,° ren/und aller andern k oliric vorziehen.^ Geld jst dernervus, und dieses mir rechrmahrgen Mitteln zu erlangen und zu erhalten/ dahm sollen alle Ordnungen und Gesetze zielen/und was deme zuwider/ abgeschaffet werden.So Viel das Bedencken. Man sagt sonst nn Sprich- wort: ein Kauffmann/ der im Handel verkehrt/ ist eben so wohl ein Kauffmann/ als der gewinnt. Aber man kau nicht sagen/ daß eme HandeWaffu wobey das Land zu kurtz kommt/ eine WrrthschaM oderHaußhaltung/sondern emeHaußMNd Lands- Verderbungseye.^^ Es,st aber nicht gur/ den Fremden durch ein gäntzliches Nerborb die Augen aufzu- rdun. Solche Warnung scheinet von grossem Verstand/ und ist noch nichts darhmder. Wm werden die Fremden eines mehrern nicht weiß machen durch unser Verboth/ als daß stesehen/ wie wir inskünfftige besser auf unsere Wrrth- Lckasst m schauen/ relolvirt. Wann wir von ,h- Mnm Schaffung unserer Nolhdurfft äepenä^ tsn/ oder sie der Waaren/ dre sie nun von uns nehmen/ entrathen könnten/so mochte sich vielleicht noch etwas bedenken lassen. Ich glaube UZ(izi) AM auch/fremder Klarlon Augen seyen bereits langst nur allzuviel über uns geöffnet. Das erfahrt unser Beutel mit Schaden. Es ist keine Gefahr/ daß sie sich noch mehr über uns eröffnen/ sondern der- rnahlems Zeit/ daß wir auch die unsere aufthun. Es ist aber das 8uppo6rum der im Land zu erhalten verhoffender zehen Millionen nicht klar/ indem gleichwol erwas vor die rohe Seiden/ Spanische/anch sonsten lange wolle hinaus gehen muß. Dieser Einwurffist nicht übe! wconrrirt» Aber gesetzt/ es gienge eine oder ein baar Millionen noch endlich dafür hinaus/ sollen wir deßwegen so eckel seyn/ und die übrige acht oder neune auch verwerffen wollen? Gölte auch wol einem Bettler zu vergeben seyn/ wann er den Groschen nicht annehmen wolle/ weil er nur drey/ und nicht vier Kreutzer gilt? und zwar eben dieser und dergleichen Ursachen wegen habe ich die sonst erwieseneSumma von sechze- hen und mehr Millionen gleichsam gegen die Ver- nunfft nur aufzehrn herab gesetzt. Wehe allen Messen und Iahrmärekren/ und allen denen so davon llepenäiren. Sie werden durch solches Verboth zu Grunde gehen. Mit nichte» werden sie zu Grunde gehen/ sondern so zu sagen/ aus einer bösen ungera- thenen Zucht werden alsdann fromme taugliche Kinder werden. In ihrem Ursprung seynd Messen und Jahrmarckte angesetzt/ um das Land mit denen ermangelnden Nothwendigkeiten zu versehen. Sie seynd aber äsAsnerirt/ und haben ün- I r fers (!Z2) sere eigene inländische treffliche^LnufaÄurenrui- mrt/ um fremde unnöthige Dinge einzuführen. Woraus dann erfolgt ist/ daß anstart uns mit denen Nochdurfften zu versehen/ sie uns zu den al- lernothdürfftigsten Leuten zu machen/ mdem sie uns unser allergröste Nothdurfft/ unser allsrnoth- wendigstes Gold und Silber aus dem Beutel hm- weq/und auf ewig hrnaus rauben. Die Messen und grosse Jahr-Märckte/ wie sie jetzund beschaffen/ seynd eine der grösten Verderbnuffen des Romi- schenReichs insgemein. Fremde Arbeit brmgen sie herem/teutsches Geld hinaus. Unser Verboth soll nicht wehren/ Waaren insgemein aufdre Jahr- Märckte zu bringen/sondern nur die schädliche. Em Kind muß fabegreiffen/daß/im Fall wir die Guter selbst fabriciren/ und wie nun die Fremde thun/ aufunsereJahr.Märckte bringen/daß solches mcht heißen werde/die Jahr-Märckte rumiren/sondern nützlich rekormiren. Hingegen streiten gantz kerne xri vi!eM.noch/ wie bereirs angeführt/ die Freyheit derHandelschafft. Dann dieJakrmarckts- xrivilema seynd keine VÄML, sondern blossem der hohen Obrigkeit Willkuhr stehende und das Hereinbringen der Waaren HM sich bil- lich nach derLands-Policey zurichten. Gölte em Ungar unter preerexc der freyenHandelschafft und Jahr- Marckts- krivileNSN seinen Wem/ sem Stein-Saltz und seine Wolle nach Wien zu Kauff brinqen/ich meyne es würde ihm aufgeleuchtet werden. Wie nun dergleichen zu verbieten m dem einen recht ist/also ist es in dem andern billlch. Dreyerley WZ OZ?) ZM Leute pflegen für die Jahrmärckte gegen das Verboth fremder Waaren zu schreyen: Die Cammer/ wegen Rmgerung der Mauten/ wovon hiernechst; die Kaufleuthe von wegen Hemmung ihres unbilligen Handels und Wuchers/ wovon verschiedener Orten hie und da in diesem IrE-m gespro en; die Bürgerschafft der Städte/ so mit Jahrmarck- ien prlvüebirt ftynd/ aus Beysorge/ daß durch das Ausbleiben fremder Kauffer und Verkauffer ihre Nahrung geschwächt würde. Wann nun dem also wäre/so wolre ich antworten: Leidlicher sey es/ daß hie und da eine psrciLulsr-Stadt inAbnehmen gehe, als das gesammte Land; ja es sey leicht zuzu- geben/ daß eine oder andere Stadt leyde/ wann hingegen der gantze Staat dadurch benekcirt wird. Allein/ es ist gantz keine Noth sich so weit herab zu lassen. Dann die Städte sollen nichts abnehmen/ste sollen nichts leyden. Was bißher der auswärtige Verkauffer zugetragen/ daß soll ihnen künfftig der Einheimische bringen. Der auslän- discheKauffer aber/so etwas bey uns zu hohlen hat/ wird ohne das nicht ausbleiben/ weil er mit dem Verboth nichts zu thun hat. Ja so viel häuffiger wird er zulauffen/ je mehr inländische Waaren bey uns zu Marckt kommen. Mancher aber wird klügeln und sagen: Der Pfenning/den der einheimische Raussmann auf Jahr-Märekren verzehrt/ der sey bereit im Lande/ also nichts dabey für den Sraar gewonnen; Der Pfenning aber/ den der fremde bey uns anbringe/ der macht das Land reicher. Jawohl/ I? aber (rZ4) aber reicher machen/ da solcher Pfenning allbereik Lm Lande gewonnen ist. Ja auch wo solchergestalt ein Pfenning in das Land kommt/ da werden hundert/ ja tausend dafür hinaus gezogen. Em solcher Pfenning ist wie Ad!ers-Federn/ss dre Neben-Pfenningsaufzehret. Weg derowegenmit solchem Gewinn/ der uns zu Bettlern macht Das ist ein rechter Blut-Pfenning/ der uns das Marcb aus den Beinen sauget. Zu wundern ist/ was v. Martin Luther/ der doch vom Kauffmanns- Verstand scinLebenlang keinexrofellion gemacht/ allschon vor mehr als hundert und funfftzrg Jahren/ aus blosser natürlicher Vernunffk/ von dem Teutschen Kauff-Handel und P Heere von der FranckfurtherMesseurtheüenmuffen. Jnbom. A.-^Icenburg. p. m. ZI7. sagt er also: GOTT dar unsTeursche dahin gezcklauderr/dast ww unser Gold und Silber müssen m fremde Länder flössen/ alle Welk reich machen/ und selbst Lerrler bleiben. Engelland jölre wohl weuiaer Golds haben/wan Teurschland rhm flin Tuch liesse. Und der Aonigin Porrugall solre auch weniger haben/ wann nur»hm lerne Würge lressen.Rechne du/wie vrel Gelds eme Messe zu Fcanckfurrh aus Teurschland geführt wird/ohne Noch undUrsach/so w.rfl du dich wundern/ wie es zugehe/ dass noch ein Heller in Temsckland sey» Zranckfurr rst das Silber-und Gold-Lock/ dadurch aus Tcrrrjchem Land fleufl/ was nur qurllr und wächst/ gemüngr oder geschlagen wird bey MZ(izs) ZM ^^WäredasLochzugesiopffr/ so dörffs re man jetzt derRlage mehr horen/wie allenthalben eirelSchnld und kein GelS/alle Land und Sradre mir Zinsen befthwerr/und ausge- wuchert sind. Aber laß gehen/ eswrlldoch also sehen/ wie Teutschen müssen Teutschen bleiben, wir lassen nicht abe/ wrr muffen dann. Gölte!). Luther wieder von den Todten auferstehen/und sehen/ wie es nun inTeutschland/ insonderheit mit den Frantzosischen Waaren hergehet/ daß anstatt eines Lochs wohl zehend seynd; daß Leipzig(weiches dazumahl/ weilen er nichts davon meldet/wohl wenig gewesen seyn muß/)auch ein solches Loch worden/ daß Hamburg allem wohl sechs solcher Löcher verwetten tonte; daß wegen Braunschweig mit aller Gewalt dergleichen gesucht wird/ und mit Magdeburg eben solches ,m Vorschlag/ so würde er uns Teutsche wohl gar für unsinnig erklären. Eine einige mittelmäßige rmEur in eine solche i^tadt kunäirt/ wurde ze- henmal mehr nutzen. Aber da denckt niemand an. Endlich wird die Lämmer ihr Lonro nrcdr dabey ffnden; wegen Hinrerbleibimg aus- wärricrer^lanufsÄuren werden die L>ayseri» Mauren Rittgerung seiden. Diese und der- gleiäwn E3MSrÄl-LsüLXi0NL8 seynd freylich i(i Stern des Anstosses/ woran leyderl mancher sonst nicht böser Vorschlag scheitern muß. Es ist aber nicht sofort die Schuld der Cammer beyM messen/ sondern zu bedauren/ daß deren inrrLäsn so eng in einander geschiehet/ daß kümmerlich I 4 MZ(rZ6) FM eine von ihnen Roht leiden kan/ daß es nicht alle andere so fort mit empfinden. Zubeweinen ist ferner/ daß dannenher zu Schonung eines Thalers/der etwan solchergestalt der Cammer zufallt/ hundert und mehr andere/womit dem gantzen Lande hatte können wohlgethan werden/ und der dritte oder vierdte Theil deren derCammer selbst wiederum zu statten kommen mögen/ dahinden bleiben sollen. Dann für jeglichen Tahler/ so ausländische Waaren der Maut zahlen kommen unfehlbar- lieh für hundert und mehr Thaler an fremden Waaren in das Land herein/herentgegen so viel Geldes hinaus. Wie leicht aber waren einmahl hundert tausend Thaler(so viel möchte es etwan ertragen; dann die inländische kabriguen werden^ von selbst wieder einen Theil ersetzender Cammer nur auf ein Jahr in andere Wege/ es.sey von den Landern oder sonsten/ etwan gur zu thun? Dann das zweyte Jahr würde dessen nicht mehr nöthig seyn/ weil die Beybehaltung zehen ganher Millionen in der inländischen LirculÄrryn die Anlagen alsdann um ein Gutes«»schon grösser/ und dan- noch mit weniger Empfindung der Unterthanen würden ausfallen können. Ich Messe hiemit die Einwurffe samt denen Beantwortungen/ glaubend/ daß wenig mehr entgegen zu setzen/ so nicht zugleich aus beygebrachten Gründen zu widerlegen/ es wäre dann/ daß mir jemand aus den Erblanden noch dieses sagen solte: wir wollen keine inländische NLnuiLchuren»' Welchem Emwurff zu begeg- ZU(iZ7) ZM nen/ ich gern gestehe/ daß mein Verstand zu kurtz falle. Im übrigen aber muß es in Sachen/ woran die allgemeine Erhaltung und Verwahrung für dem äussersten Untergang hasstet/ dennoch heissen: 8alu8 lseipublicLtüpr-emal^ex elbo. In platt Teutsch: Aufdre Seite/ was rm Wege ist. XXV. Daß die Tuchrund Wällen-Zeug/ auch SeidenMsnufLÄur in die Erdkunde zu pfiantzen/ nickt von solcher Schlverig- kert/ als man sich fürstellen möchte; und erstlich von Genüge der rotsten Materie imy der Arbeiter/ so dazu gehörig. E^Un liegt mir ob/ meinen beyden Verspre- chen nachzukommen/ und zu erweisen/ daß unsers zum Verboth von aussen verurteilte vier^nufaLturen in den Erblanden zu pflantzen/ derjenigen Mühe und Schwerigkeit/die mansch fürstellen möchte/ bey weitem nicht unter- worffen. Da nur die Letolurion zu Ergreiffung bequemer Mitte!/ die hie zu denen Erblanden für allen andern Europäischen Ländern beywohnen/ nicht ermangelt/ wird alles in forderlicher Zeit zu Merck kommen/ beynebenst auch die LKeÄen von genügsamer Güte/sowol an der Dauer alsSchön- heit/ von bannen zu gewarten seyn. Das erste belangend/ will dazu vorhanden seyn/ Genüge an ro- hemZeug oderMaterie/sattsameZahl der Arbeiter I 5 und MD(!ZZ) M und deren MissenschaffL oder Unterrichtung/ und für allen Dingen Genüge der Leinen-und Woll- Gespinst/ auch gewundener und bezwirnter Seiden. Was nun dißfalls die Lemen-Weberey und die Tuchmacherey betrifft/ da bedarf es zu erwei-, sen/ in Erinnerung/ was bereit oben davon angeführt worden/ wenig Mühe/ und ist ein leichter Schluß: Mwo für alle Erblande Wolle und Flachs genug/ wo Gespinnst genug/ wo zugleich Tuchmacher und Weber genug/ da kan die Genüge des Tuchs und der Leinwand auch nicht wert seyn/wann man nur will. Mit der Zeugmacherey und Seiden-UgnulaÄur aber braucht es etwas mehr» So viel zwar deren rohe Materie betrifft/ kan kein Mangel an selbigen erscheinen/ müssen zu der Müllen-Zeugmacherey Böhmen zur Noth noch ein Genügen langer Wolle giebt/ auch wann Sorge zu Ausbreitung einschüriger Schaffereym angeschlagen wird/ ein mehrers geben kan. So ist auch keine Gefahr/daß die Nachbarn/ bey welchen selbigeWolle gleichermaßen Mr/ und denen durch unsers l^ÄnukLÄuren/ weilen sie selbst kerne/ oder wenig Lbriciren/ einiger Eintrag nicht geschiehet/ uns solche nicht sowol/ als denen Hollandern/Nie- derlandern und Frantzosen sollen folgen lassen. Die Seiden aber/ sowol die Asiatische als Jtalra- nische/kan uns auch nicht entwerden. Iene/weüm uns die Fahrt nach Smyrna sowol als andern offen stehet/auch weilen selbige Seiden von Smyrna aufConstantinopel/von danen aufdieDonau/unv so weiter zu uns/ gewißlich so gut und mit weniger MI(iZs) M Gefahr von Unverglückung durch See und See- Rauberey/ einfolglich/ auch mit weniger» Unkosten als jene aufdie Convoyer/ Assecurantz und in andere Wege über Smyrna nach Holland schlagen müssen/ wird zu bringen seyn. Diese aber/ weilenJtalien in so viel unterschiedliche Staate ge- theilt/daß sie ohnmöglich in solchem Stück zusamen sehen/ und uns ihre Waare allsämtlich versagen werden. Bleibt aber nur ein einiger deren für uns offen/ so ist solches der Canal/ woraus nicht nur dessen eigene/ sondern wodurch auch alle andere Sorten Welscher Seiden zu uns fliesten werde?-. Und wann gleich alle andereStaate uns alldort aus Handen gehen sollen/ so blieben dennoch die Königliche Spanische Lander/ als Sicilien/ Neapel und Meyland/gewißlich unserer Seiten. Und eben darum/ damit diese nicht allein den Vortheil von uns ziehen mögen/werden sich auch die andere wohl hüten/ uns die Thür zu verschliessen/ indem sie unsere kvIanuLKuren doch dadurch nicht hindern/ ihren Gewinn aber mindern würden; dergleichen Einfalt bey den Jtalianern niemand suchen muß. und wann auch gleich endlich uns alle Ausländer ihre Seiden(so doch menschlichem Ansehen nach nimmermehr geschehen wird) versagen wollen/ würde es nur eine Ursach seyn/ uns zu Zielung inländischer Seiden desto mehr anzuhalten/ wofür wir dann ihnen so viel mehr verbunden seyn würden/ als der^.uror des Bedenckens von klsnukb- Äurenp. 104. öcieg. von derSeiden-Zuchtausführlichen Bericht erstattet/ und sich unter andern Z(140) m erweisen erbietig macht/ daß dem Deutschen hreich durch ermeldle Seiden-Zucht jährlich etliche Millionen Rerchsthaler tönten erhalten werden; wovon der kroporclon nach/ allbereit wieder em grosses denen Erb-Landen bleiben würde. Woher ist aber die genugsameAnzahl derZeug- macherundSerdemWeber so förderlich zu nehmen? Ich will allhie ohne viel Umschweiff mit drey Worten ein Verlsgers-Secrerum eröffnen/ welches mir ein guter Freund ausserhalb der Erb- Lande/und eben offterwehnter^.uwr des Beden- xkens von^lanufLÄuren mitgetheilet/ und ich dre praxim eine ziemliche Zeit mir Augen gesehen/ und mit Händen gegriffen Habs. Es istnemirchzu wrs- rnevenwcruLtt, Utv^».^-.^Aeug- Weberey/ Tuch-und Wüllen-Zeugmacherey/ und die Band-Würckerey eine nahe Verwandschafft miteinander haben/dergestalt/daß wer in der einen oder andern erfahren/in einem Monat/ja nach dem die Arbeit ist/ macht Tagen auf dre andere nützlich m verwenden und zu gebrauchen sey» Ich wolle diesen Satz so versichert nicht herfur stellen/ wann mich der Wahrheit und Gewißheit dessen nicht meine Augen überzeugten. Sintemal nun die Kayserl.Erblandefür andern an Leinwad-Arbeu rern also überlegen/daß wann alleErblande zurGe- nüge damit versehen würden/ dannoch Nicht alle/ft davon ihren Beruff machen/ zu genügsamer Arbeit und Nahrung kommen konnten: so wäre der Rest auf dieWüllewundSeiden-Zeugmacherey zu OH(141) IN versetzen/ und es würde sich finden/ daß ehe sechs Monath verlosten/ deren bereit eine ziemliche Norhdurfft/ und in drey oder vier,Jahren die Genüge und Fülle in Arbeit stehen würden. Aber sodann müsim die übrige erforderte Anstalten/ als fürnehmlich die Beyschaffung genügsamer Meister zur Unterweisung/ zeitlich fürhanden seyn. Was nun dißfalls von der Leineweberey insgemein gesprochen worden/(welchem ich noch beyzusetzen habe/ daß ein jeder Leinweber/ so nicht gar ein Stock ist/in acht oder vierzehen Tagen auf die lsr- ßL8 äe Wlmes abzurichten sey/ welche gleichwohl unter den guten Wüllen-Zeugen die fürnehmste/ gebräuchlichste und dauerhafftesteseynd/ derowe- gen auch schwerlichjemahl in Abgang kommen werden) solches ist noch vielmehr von denjenigen Webern zu nehmen/ welche der gebildeten Arbeit oblie- gen/deren es dann in Schlesien sehr viel giebt. Zum allermeisten aber betrifft es die Band-Würcker. Dann wer von dieser Kunst die edle mustrte Arbeit wohl verstehet/ der muß gleichsam den Grund aller andern Webereyen besitzen. Derowegen mag auch diemusirteBandwürckerey für die alleredelste unter allen Weber-Künsten p^Kren/ und wer von ihnen sich zu den geblümten Zeugen und Brocaten verfügen wolle/ wäre gleichsam in vier und zwan-- tzig Stunden dazu abzurichten. Sie seynd mitFleiß dahin zu reihen/ zumahlen sie der glatten Band- macherey sich begeben/ und solche denen Band- Mühlen überlassen/ hergegen gedachte weit edlere und profitirlichers Kunst neben ihrer musirren Band- As O42) ZU Band-Arbeit/ wann sie wollen/ unternehmen können. Auch ist zu muthmassen/ daß sie sowo!/ als die Leinmwercker/ aus angebrachten Ursachen sich von sechsten gern dahin bequemen werden/ und ist bey mir der geringste Zweiffel nich^t/ daß in den Erblanden würcklich so viel Bandwurcker und gebildeter Leinwadweber/ die genügsamer Arbeit zu auskömmlicher Nahrung nun ermangeln/furhan- den/ daß mit ihnen doch einig und allem die Ser- denzeug und Sammet-Weberey/ wann nur Lehrmeister/ Stuhl und Seiden genug surhanden/ aufs höchste in zwey Jahren/ fast m gantzkche Vollkommenheit zu bringen wäre. So viel von Inländischen Arbeitern..... Wie nun aufeinen Nothfall/ und da diese nicht erklecklich/ die Leute auch von aussen herem zu brm- gen/ da ist erstlich bereit angeführt/ daß viele Auswärtige/ die nun in unser erblandrscher Wolle arbeiten/ und noch vielmehr derjenigen/ deren Ver- wtyanerM0!leuno^er,u-lci,,,-v.iv^"""^ Arbeit und Nahrung bey uns nach iausten musten. Neben dem/ wann wir Leuthe/ wie andere Nationen seyn/ und auf unsers Vortheils wachen wolten/ sollen wir uns der Hol!-und Niederländischen Kriege bereits langst bedient haben. Viel Lausend Meister und Gesellen von ai- lerhand Weber-krokststonen/ seynd durch Veranlassung sothaner Kriege anderswohin und guten theils nach Franckrerch gerucket W-e viel lieber würden die Spanier stlbrge uns uberlaffm MZ(I4Z) KU XXVI. haben/ und noch? Auch inskünfftige werden dergleichen Fürfälle und Gelegenheiten nicht ermangeln/ und etwa wird der Krieg/ dermahleins auch den Weg biß in Franckreich finden; So dann wir ihre UAMiaÄuriers zu unserer vitcrecion nicht weniger haben/ und uns ihrer jetzigen Ueckoäs zum Exempel bedienen werden. Solche Le6s- xion solle uns Teutschen unter andern kein geringer Antrieb seyn/ mit selbiger hoffartigen einen rechtschaffenen Krieg dermahleins desto freudiger anzutretten. Dann nicht allezeit die Eroberung derS-tadte und Lander macht den Vortheil und die Früchte des Sieges. Der König in Franckreich hat in denen Niederländischen Kriegen seinem Königreich nicht vielweniger durch die ch'ransporrirung der Niederländischen Künstler und Handwercker/ als durch die conguecklrke Städte gewonnen. Über das/ wann denen Spaniern wird dargeihan seyn/ daß ihrer eonserva-- rion ja so viel/ als der Unserigen/ an Erhebung unserer Lands- OeLonomie gelegen/ und daß/ wann sie uns darzu verhülfflich zu seyn Bevencken trügen/ wir sie darum nicht unterlassen wollen: so ist nicht zu zweiffeln/ sie würden uns gutwillig/ und nach allem Vermögen/insonderheit aber mit Aus- folgung guter Meister zum Anweisen/ auch der nothwendigen Seiden-Rader/ Färber/ Zeugds- reiter und andern gern an die Hand gehen. (i44) XXVI. Von förderlicher Genüge der Gespinst und Seiden» aber mit der rohen Wolle und Sei- W den/und mit der Genüge an Zeugmachern ^ nicht gethan; es wollen auch Seiden und Wolle vorhero lorrirt/relpeLUvö gekammet/ kartätschet/ gesponnen/ gezwirnt/ gewunden und zu Zeiten auch gefarbet seyn. Das Sortiren/Kummen und Cartätschen/ Winden/ Farben und dergleichen/hat seinen leichten Ort/indem wenigLeute/ in Ansehen der andern Arbeiten/ dazugehören- so aus der Nachbarschasst/ und aus dem Spanischen Gebieth zu nehmen stünden. Auch ist dem Seiden- Winden u. Zwirnen durch die Wind- und Zwirn- Mühlen/ und andere Wercke zu helffen. Das Wollspinnen aber will einen weit mehrern Raum Ausdahnung/ und mebrVolcks haben/ als alles übrige/ und ist solches für den Grund der gantzen ölLnukLÄur zu halten. Und zwar/was dasFlachs- und Wollspinnen zuderLeinwand und Tuchmacherey betrifft/so ist aus obigem klar/ daß ße in Böhmen/ Schlesien/ Mahren rc. zur Gnuge in eüe, oder doch was an der Güte u. Feine etwan abgien- ae/ leichtlich in behörigen Stand zubringen wäre. Doch lasse ich dahin gestellet seyn/ ob es dem kubli- co fürtraglich/ daß denen Tuchmachern in Schlesien das l^onopolium des Woll Spinnens allda perbleibe.Mit dem Spinnen der feinen und langen Wolle OK(145) ZU Wolle zu den Zeigen hat es etwas mehr Bedens cken. Gleichwol ist gewiß/ daß sie in die Erd-Lande gantz füglich einzubringen/ wann nur die plinsn so gut da wäre/ als die Fähigkeit der Spinnerinnen. Und zwar/ was ermeldte Spinnerey der langen Wolle anbelangt/ da habe ich vor funffoder sechs Jahren in einem bekandten/ nunmehr von denTürcken ruimrten Land-Stadt- kein unweit Wien gesehen/ daß eine arme Nieder- Lmwerin in drey oder vier Monathen nur um ein Stuck Brod/ auf die hundert Magdlein mehren- therlsvon zehenzu sunffzehen Jahren mit solchem Luccels unterwiesen/ daß die Muster solcher Gespenst noch jetzo in der Frembde irgendwo für eine ? deutsche Oestcrreichische Rarität aufgehalten werden/ und bin ich ein Augen-Zeuge/ daß die rechte Niederländische Gespinnst es dieser Oesier- reichlschen im wenigsten nicht bevor gethan. Es rst aber nicht zuzweiffeln/ daß an eben bemeldtem Orth und dem Bezirck in sothaner Zeit/ wann es eine Nothdurfft gewesen wäre/ inner Jahres Frist etliche hundert Spinnerinnen würden aufzubringen gewesen seyn. Und wann nach kropor- rion in allen Erb-Ländischen Land-Städten und urnehmen Marckten dergleichen Anstalt geschahe/ würde inner Jahres-Frist Böhmen mit all .einer langen Wolle bey weitem nicht erklecken/ Mige M^verlegen/ und doch dadurch ermeldten Land-Städten eine unglaubliche Nahrung erwor- ben seyn. An Lehrmeisterinnen würde uns auch orßfalls Niederland keinen Abgang leyden lassen. Viel tausend selbiger unglückseliger Leu- K re ZU(-46) ZU te würden unter gegenwärtigen Frantzösischen Preffuren GOtt dancken/ wann sie nur in den Erb-Landen durch ihr eigenes Spinnen ein sicheres Stück Brod zu holen wüsten. So könten auch alle Eltern in den Landstätten/ und auch aus der Bauerschafft diejenige/ so denen Herrschaffren tauglich fürkommen/ durch zulängliche Mittel vermoost werden/ daß sie ihre Kinder/ vornehmlich die Mägdlein/ so bald sie zu gewissen Jahren gelangt/(sie möchten hernach das Erlernte gebrauchen oder nicht) zu Erlernung der feinen Wollspinnerey hielten. Doch wäre zu verhüten/ daß dieHerrschafften hernach keine neue R.obork daraus machten/ sonsten wenig Lenech- Sion darab zu gewarten. Der erste Lehr- Lohn war entweder von den Landschafften oder den Verlegern der Spmnerey dar zu schießen/ und würde ein geringes ertragen/ indem er nur auf ein oder höchstens zwey Jahr erfordert/ alsdenn «der solche Woll-Spinnerey allschon imSchwung und Herkommen/ wie eine gemeine Flachs-Spin- nerey seyn/und eine Spinnerin/ ja ein Kind das andere anführen wurde. Auch wären den Un- vermöglichen Anfangs Nie behörige Spinn- Räder/ so gleichfalls nicht hoch ansteigen können/ herzuleiben/ und denen/ die es wollen/ um die Gespinnst Nachwahl abzuverdienen. Ich zweiffle keineswegs/ daß die feine Woll-Spinnerey hierdurch in kurtzem auf ihren behorchen Fuß gerathen würde/ gestehe jedoch/ daß sie Anfangs eine genaue Aufsicht und Sorge/ja mehr/ als die We- derey selbst erfordere; Als welche letztere/ wofern Rs d47) M r;ur dieGespinnst gut/ eine leichte Sache ist. Es seynd Mittel die Kinder und Jugend mit Lust dazu zubringen/ und wann es nur mit der Sache ein Ernst ist/wird sich ihrer dieMenge von selbst findem Die Seiden/glaube ich/ werde noch etwas leichter/ als die feine Woll-Spinnerey mit sich handeln lassen. Es ist nicht zu zweiffeln/ zu«.overeclo und weiter auf den Italiänischen Grantzen/ sey deren Winden und Zwirnen bereits ziemlich in U- bung/ von dannen die Lehrmeister leichtlich zur Hand zu bringen/ oder auch aus dem Mayländi- schcn zu ersetzen. So hat es auch mit der Seiden die sonderbahre Bewandnüß/ und ist sich ihrer halben so viel weniger zu bekümmern/ als nicht allein die Natur selbst dieselbe durch den Mund des Wurms bereit gesponnen/ sondern auch ohne das alle Sorten von gewundener und gezwirnter Seiden/ auch die Farben bereit kaüfflich zu finden/ welches zu Erhebung einer neuen Seiden- N-mufLÄur. in einem Land/ wo die Seiden nicht einheimisch ist/und bis die inländische Misstet/ einen gewaltigen Vortheil thun kan/ so bey der WollelEanutAÄur nicht ist; Weilen derjenige/ so bey selbiger feine Gespinnst hat/ sie wol schwerlich einem andern zukommen last. XXVlI. Wie die Güte inländischer NanufgQuren zu erheben/ daß sie denen ausländischen nichts nachzugeben habe. WUn ist auch kürzlich zu gedmcken/ wie die ^^ K 2 Güte MD(148) M Güte der inländischen^anufaÄuren/ damit sie es denen Ausländischen gleich thun/ zu erheben sey/ Hiebe» nun fällt mir jener lächerlicher oder wenigst Marne Chornische Spruch bey:^eeipe guoä sebes, Lc oporare 6cuü äeber, cune evemer ri- bi, quoä äeber. Ich will sagen: Wir haben die Materie zum arbeiten wie andere/ Hände und Köpffe wie andere/ Instrumenten wie andere» Kommt nun der LKeLb nicht heraus/ wie bey andern/ so ist es ohnfehlbar ein verletzlicher Muthwille/ oder wenigst eine muthwillige Ungeschicklichkeit/ deren zu steuren/ die Obrigkeit schon wissen wird/wann sie ihr Amt verstehet.^ So ist auch bereit oben erwehnet/ daß die Auslander unsere gemachte Tücher und Leinwad nach ihren Landen führen/ ihnen daselbst die Bereitung geben/ und dadurch in ausländische Maar meramor^oü- ren; welche Bereitung wir ja endlich/ ob GOtk wollte/ auch würden nachthun können. Sie holen ingleichen unsere Schlesische Gespinnst/ und machen ihre Leinwad daraus. Unsern flachs holen sie/ brechen denselben nochmal/ und bereiten ihn auf eine besondere Art; spinnen ihn hernach auf ihre Weise. Wobey dann zu mercken ist/ daß sie in der Leinwad zweyerley Gut machen/ das beste für sich/ als innländisch/ das geringere für uns und andere Ausländer/ und zwar darum/ weilen sie glauben/ wir zahlen ihnen das Ihrige nicht nach dem Werth. Das erste wird verfertigt von Schlesischem Einschlag/ die Kette aber daran ist von Holländischen und dergleichen/ doch aus Schlesischem oder anderm Hochteuk- ME(149) AN schen Flachs bestehenden Gespinnst. An dem andern ist sowol Kette als Einschlag/Hochteutsch und Schlesisch. Ich lasse mich noch weiter berichten/ sie nehmen unsere gemachte Schlesische Lein- wad und walcken sie in Butter- Milch. Dann des Walckens der Leinwad lasse sich niemand befremden/ Massen solches auch Leipzig verstehet. Auf diese Weise muß sich Hochteutsche Waare gut ausländisch machen lassen. Nichts von allem diesem ist/ so wir Erb- Lander nicht nachzuthun vermöchten. Ware unser Verstand zu stumpff/ es von sechsten auszufinden/ so lasse man die Künstler von andern Orten herkommen/ und spare keinen Kosten daran/ sie werden sich wieder zahlen/ ob sie gleich mit Gold gleicher Schwere mästen erkaufst werden. Gefallt dieses nicht; so schicke man theils unsere Lands-Kinder dorthin/ und lasse sie es erlernen. Können die Teutsche/so bald sie in Franckreich oder Holland kommen/ es daselbstigen Einwohnern gleich/ oder auch bevor thun/ so lange sie bey selbigen seynd/ so können sie auch die Kunst wieder mit zurückbringen/ und ihrem Vaterland damit wohl thun/ dem sie ohne das alles schuldig seynd. Es liegt nicht eben an den Instrumenten/ daß man solche aus Franckreich oder Holland zu uns zu führen nicht gestatte. Dann es sey solches gleich/ weder gantz noch Stückweise möglich/ so würde es doch ein Schlechtes seyn/ daß ein hurtiger mAcKemÄnscher Kopfs dieselbe fasse/ und hernach bey uns zu Merck richtete/ solte es gleich mehr als eine Reise kosten. Auch vernehme ich von den Schweißern/ Laß sie nun K z ihre» M(r>'2) IM ihren Hanff/ trutz der besten Holländischen Lein-» wad zu bereiten wissen. Ich lobe sie nicht allein in sothaner Emsigkeit/ sondern auch/ daß sie das Land lieber mit grossem hohen Hanff/ als kleinen Flachs bebauen/ und sich doch jenes so gut/ als dieses letztere zu bedienen wissen. Können nun dieses bis Schwerer warum auch nicht die Erb Länder? Eben diese Schwerer versehen uns auch m der-Woll^LnuKrÄurmit einem merckwürdigen Exempel der Emsigkeit. Alle Welt hat ziemlich Zeit her ihr Beutel-Tuch aus Franckreich geholt/ auch noch langer geglaubt/ daß es nirgends anderswoher/ als von bannen gebracht würde. Ansetze» aber wird es in der Schweitz so gut/ als in Franckreich verfertiget/ und kommet dannenher Vermehrest Theil/ so in Teutschland verbraucht wird/ ob zwar auch die Calwische Compagnien im Würtenberger- Land etwas dazu thut. Wie ferner die SeidenManuf^Äuren in der Schweitz aufgehen/ ist sonjren bekannt. Und wir dörffen noch zuweilen so lächerlich seyn/ selbige Leute gegen uns/ als ein wenig zu mLrertljsch zu taxiren/ da wir unterdessen uns selbst mißtrauen/ ob wir auch Witz und Geschickiichkeit genug besitzen/ dasjenige zu richten/ was bey ihnen nur leichte Sache ist. Es würde auch die Güte der inländischen Waaren nicht wenig versichern/ die Aufrichtung der Hallen/ Magazinen und Beschauen/ dergestalt/ daß alle verfertigte Stücke Tuchs oder Zeugs/ und andere dahin gebracht werden/ und chr Examen bestehen mästen. Welche es besinn-- den/ MN(rM ZU den/ die allein wären in den Magazinen und rechtschaffenen Kauffmanns-Laden paßirkch/ welche aber nicht/ die wären von andern auftrchtrgen Waaren banmllrt/ blieben Krämer-und Stunp- ier-Waare. Die Verfälschung oder Mißbrauch der den guten Waaren nach der Beschau- angehenckter Zeichen/ wäre/ um der grossen Eon- leouenb willen/ als eine Violirung gemeiner Treu und Glaubens-Schwachung deß allgemeinen Erb-Land-Lrechcs/ und nicht viel geringer/ als die Verfälschung der Müntz und Landsfurst- licher Briefe und Siegel/ und als eine rechte Land-Dieberey nach Beschaffenheit an Leib und Leben ernstlich zu bestraffen. Solchergestalt würden die Erbländische Waaren nicht nur m rechtmäßiger Güte und erhalten/ sondern auch bey Jn-und Ausländischen m kurtzem zu grossem Qreäirund LepucLtton gelangen/ welches den Verschleiß mercklich befördern wurde/m- deme ein jeder Kauffer sich versichern konnte/ daß er dabey unbetroaen.^ Noch weiter könten m den Erd-Landen jährliche gewisse Wett-k-ibriquen angestellt/ und davon weder Meister noch Gesell/ der entweder ein Lands-Kind ist/ oder doch darinnen saßhaffr m werden gedencket/ ausgeschlossen^ werden/ also/ daß wer darinnen das Gluck hatte/ mrt gewissen krivucAien/ Vortheilen/ oder^auch im Geld und andern aufgesetzten reZalixt wurde/ welches dann leichtlich also einzurichten/ daß es dem publieo nichts zugestehen käme. Es würde nicht allein der Kunst unter den Znlan- K 4 Der» MZ(Is2) M dem ein Trieb seyn/ sondern auch von aussen die besten Arbeiter hinein locken XXVIII. Von dem keZIemenc der Zünfften/ gutem frembder in die Erb- Lande kommender Künstler und Verleger/ Sicherheit der capicaiien zum Verlag/ vermög Gewißheit des Verschleißes/ Aufrichtung Veclegers-Com- pagnien/ Verboth auswärtiger härin- ner Zeug und Bombasin/ auch des Hinausführens der inländischen rohen Wolle und Flachses/ Schirmung und Ehrung inländischer Künstler und Verleger/ rc. tzL S finden sich noch unterschiedliche/ denen UT UanuLÄuren sehr vorträgliche/ theils auch kurtzum nöthige und unumgängliche Wege ihrer Förderung. Deren wird sich unter der Hand und in der Bewerckstelligung eine un- vermuthete Menge von selbst darthun. Ich will nur etliche anführen/ und zehlen in das 8,egle- rnenr der Handwercks-Zünfften oder Innungen unter die vorderste Dann deren vielfältiger Mißbrauch(Exempel-weiß/ daß kein Meister mehr/ als einen Lehr-Jungen auf einmahl m die Lehr nehmen/ nicht mehr als zwey Gesellen zur Arbeit fördern könne; Daß keiner zur Mei- sterschafft gelassen werde/ er habe dann eine gewisse wisse Anzahl Jahr gelernet/ und wiederum gewisse Jahr als Gesell gearbeitet uud gewandert/ wann er gleich das erste Lehr-Jahr alle Meister in der Kunst übertreffen sollte; daß keiner seine Waaren wohlfeiler als der andere weggeben dörffe rc.- würde der UarmksÄuren förderlicher InrroäuÄion einen unfehlbahren gewaltigen Eintrag thun. Dann dergleichen Lumpen-Possen etlicher albern Leute/ welche gemeiniglich auf ein Uonovolium, Erpressung unbilligen Werths/ und Druckung der Verlegung/ auch Verhütung/ daß em guter Meister nicht mehr/ als ein schlimmer aufkommen möge/ angesehen seyn/ können uns nicht binden/ den allgemeinen Wohlstand/ die Aufnahm und die Erhaltung der Erb-Lande in den Koth verwetten zu lassen. Sie mögen vielleicht bisher ihren Nutzen gebracht haben/ oder auch künfftig/ wann die KwnukaÄuren in Gehörigen Stand sich wiederum finden/ welches ich dann dahin gestellt seyn lasse. Aber in diesem ersten Anfang wären sie eine Pest» Deswegen rathe ich/ in denenjenigen NAnMÄuren/ so in denen Erb-Landen noch nicht ttsbilirt/ sondern erst einzuführen stehen/ als in denen Wällen- und Seiden- Stoff- Machereyen/ gantz auf keine Zunfft zu gedencken/ bis sie in völligem Flor/ und alsdann zu thun/ was das rath- samste bedüncken wird. Dann die Jtaliä- ner/ Nieder-und Holländer/ die wir zu Lehrmeistern haben/ mästen/ auch die kamillen/ so sich von denen zu Behufs der Erb- Lande zu uns verfügen mochten/ seynd ihrer nicht ge- Kf wohnt/ (is4) wohnt/ würden sich auch nicht darein zu schicken wissen» Unter andern ist ihnen das dabey furge- hende Zechen und Sauffen von Natur zuwider; und wann sie gleich endlich mitmachen/ so folgt nichts anders daraus als daß sie äeZsns- riren/ und Luderer werden/ wie die unsrlgH Ob dann gleich in benachbarten Orten die Müllen Zeugmacherey in Zünffte getheilt; so werden ihre Gesellen/ wann sie ihre commoäicat bey uns besser/ als daheim/ vor Augen sehen/ sich gewiß wenig daran kehren; dessen ich dann dre sichere Erfahrung habe. Viel mmhwlllrge Aufstande/ Pochen und Truhen der Gesellen/ und die Zechen/ einfolglich auch die dahero entstehende blaue Montage/ würden alsdann verschont bleiben. Ob dann gleich unsere reifende Bursche solcher gestalt/ an den Orten/ wo dre Zünffte in Übung seynd/ keine Arbeit finden dorff- ten- So können sie innerhalb der Erb-Lande bleiben/ die noch wohl groß und weit genug seynd/ einem gemeinen Menschen die Lauff-Lust zu bus- fen» Doch muß ich unerinnert nicht lassen/ daß/ indem ich die Zünffte mißrathe, ich darum die gute Ordnungen/ ohne welche keine Sache bestehen kan/ nicht wolle verworffm haben; Und ist insonderheit deNen Verlegern und Meistern die Hand zu halten/ damit die Gesellen und Arbeiter ihnen den überschwenglichen Lohn nicht abtrutzen/ oder wann Arbeit zu fordern übernommen worden/ solche/ me nun zu geschehen pfleget/ durch Statigkett/ Schwelgen und Spatzierengehen der Gesellen/ mcht liegen bleibe. Für allem aber wäre scharffe Einsicht zu halten/ damit die Tuch-Macher/ Weber und Bandwürcker mit ihren Innungen denjenigen keine Hinderniß brächten/ die von ihrer Zunfft sich auf die Zeuchmacherey/ es sey in Wolle oder Seiden/ begeben wolten. Solcher Wurm wäre ihnen gleich Anfangs zu benehmen. Das muthwillige Schelten und Unehrlich machen/ die Verschimpffungen/ so unter einig Närrischen einHandwerck dem andern anthut/ und es nicht für gut genug erkennen will/ das eigenwillige Straffsetzung gegen diejenigen ihres Mittels/ so sich ihren monvpolischen Mißbrauchen nicht conkormiren wollen/ seynd lauter Dinge/ so gantz und gar nicht zu ertragen/ sondern bey allen Fürfällen unnachläßig zu besiraffen. Zumahl seynd diejenige/ so sich der Landsfürstli- chen inrencion gemäß/ von einer zu der andern und edlern verfügen/ in genauerm Schutz zu halten. Ja zu wünschen wäre/ daß viel gute Ingenia, deren es unter gemeinen Leuten nicht mangelt/ von Kind auf/ durch alle Arten der Spinnereyen/ auch Wind-und Zwirne- reyen/ Nachwahl durch alle fünff Sorten der Webereyen/ als Leinen/ insonderheit gebildetem Wüllen-Zeia/ Tuch/ Seiden-Stoff/ und der Band- Würckerey wandelten. Viel stattliche Dinge würden sich sodann bey manchem herftrr thun. Ich sehe nicht weniger/ als eine nothwendige Sache an/ daß denen von aussen hereinkommenden Künstlern und Handwerckern Freyheit von Anlas Anlagen und andern Beschwerden/ auch sonst einige thunlicbe uud annehmliche krivüeNen aus gewisse Jahr zu verstatten/ aber auch redlich und unverbruchig zu halten. Den Vortheil/ so hieraus erwachsen kan/ nicht erkennen zu wollen/ wurde eine Thorheit seyn. Dann bleiben die Leute draussen/ so gemessen wir ihrer in Ewigkeit nicht. Ziehen wir sie aber durch Privilegien herein: so seynd wir sicher/ daß wir ihrer wenigst nach Verpuff etlicher Jahr gemessen können; zu geschwei- gen/ was die Lonlumpnon an Speiß und andern Waaren/ die sie nothwendig bey uns thun müssen/ dem Lande inzwischen zutragen wurde. Dre InrroäuÄion der lVlanufAÄuren/ die wir durch sie hosten/ ist dabey ein larus per 5e. Welche änderst mit ihnen verfahren/ und solche nutzbare/ angenehme Gäste und Einkömmlinge/ sofort flugs mit groben Anlagen und Pressungen hernehmen wollen/ denen würde es gehen/ wie dem Arischen Weibe/mit der güldenen Eyer-Henne. Für allem wäre den Obrigkeiten in Städten und Märckten wohl einzubinden/ wieviel gutes denen Erb-Landen aus den neuen l^AnukaLkuren zu ge- warten/ damit sie Neigung/ Lüime und Liebe zu denenselben gewinnen/die^nutaLkuriers und deren Verleger/ und was mehr den Dingen anver- wandt/insonderheit aber die ftembde Gäste/die ohne das insgemein etwas sittlicher/ als unser Land- Volck/ glimpflich und hässlich tractiren/ und dadurch gewinnen und demüthigen mögen. Könte den frembden herein kommenden wufaÄuriern/ die sich haußlich niederzulassen ge- son- M(157) M sonnen/ die nothwendig Instrumenten und Stuhl auf ein oder zwey jährige Frist zur Zahlung dargethan werden: so wurde solches ein schlechtes Capital/ aber einen nicht schlechten Vortheil zu Hereinziehung der Ausländer und Erhebung der NanuksLurm ausmachen. Wonebenst noch anfangs/ im Fall nicht auf eine freye Wohnung/ wenigst aufeme mäßige Hausmieth für dieselbe zu ^No'ch ein unvergleichlich mehrers würde zu Behuffder^anufAÄurenwürcken/ wann denen Verlegern der Spinnerey die Wolle/ denen Verlegern der Tuch- und Stoffmacherey aber die Wüllen-Gespinnst und die behorche Seiden/ auf drey- sechs, neun- auch zwölff Monathlichen Lreäic dargethan würde. Dann mancher legte gern Hand zu etwas rechtschaffenes an/ hat aber das Capital nicht. Was nunmlpecieden Cre- äir der rohen oder gewundenen und gezwirnten Seiden anlangt/ dabin ich gewiß/ daß in Italien deren eine Genüge darauf zu finden. Allein Versicherung will da seyn/ welche dann zu treffen nicht sogar schwer düncken will/ insonderheit mit den Meyländern. Dann beyderseits Land-Stand/ die unserige und ihrige/ als einem einigen Ertz-Haus unterworffen/ tönten jede für ihre Müonälen AULrLncie relpeÄive, geben und nehmen. Zu der Inländischen Wolle möchten auch noch wol/ wofern es nöthig/ Versiche- rungs-Mittel gefunden werden. Wobey aber auf nette Haltung der Parola zu gedencken. Dann der Handel/ und alles was daran hangt/ M(158) M mir dem Creäk stehet und fället. Es wäre aber endlich solcher krLcLucionen so hoch nicht nöthig/ wann die inländische Capitalisten bey Ersthung der Sicherheit ihrer Capitalien mit solchen heraus wollen. Diese Sicherheit aber ist allermeistlich aus der Versicherung der Conlumnon inländischer N- keLken/ woraus die Capitalien liegen/ zu schöpfen. Sothane Oonsumrion aber kan höher nicht versichert werden/ als durch die Draushal- tung frembder LikeLken/ da dann die inländische unfehlbar müssen von Handen gehen/ zumahl/ wann die Arbeiter in Menge nicht übersetzt(we!-» ches dann so leichtlich noch nicht zu befahren) und alsdann auch erst die auswärtige Lonlumprion anfangen/ und wiederum ein grosses^omemuin bey der Sache machen wird. Neben dem seynd auch andere Wege zu Erleichterung der Oon- sumn»n nicht dahinden zu lassen/ worunter nicht der Geringste/ die Ausrichtung der Magazins/ wohin nicht nur die grosse Verleger/ sondern auch jede Meister/ die sich selbst verlegen/ ihre Arbeit und LKeÄen/ zu Handen einiger von der Lands-Obrigkeit gesetzten Qeneral-kaÄors vertrauen/ und selbige für den Verschleiß gegen gebührende krovillon, es sey an dem Ort sechsten/ oder in der Frembde/dieSorge überlassen können/ welchen letzten Falls denenselben auch die Fürst- hung der Frachten zukommt/ welche dann/ weilen die Magazins allezeit LarZAson genug kourm- ren können/ niemahl lang zu suchen seyn werden. Hieraus folgen drey grosse Vortheile; Daß die Mer- M(159) ZU Meister sich mit dem Verschleiß nicht viel aufzuhalten haben/ und ihrer Arbeit so viel besser abwarten können; Daß die Kauffer den Orth wissen/ wo sie sich um die Verlangte Waaren anzumelden/ und selbige allezeit zu finden haben; Endlich/ daß durch Erwartung und Aufsuchung völliger Frachten/ und durch die Verspätung/ so denen anhangt/ dieGelegenheit des Verschleißes nicht so leichtlich in Versaumnüß gehen werden. Compagnien der Verleger tönten sich auch zusammen thun. Ob dieselbe mit krivileZüs privari- vis zu versehen oder nicht/ muß die Sache selbst geben. Ich rieche/ sich darinnen nicht zu übereilen/ zumahlsn durch das Verbot ausländischer Güter/ die Ursach/ so zu dem Ende kllleZirt zu werden pflegt/ aufgehoben wird. Auch kan ich als ein bequemes Mittel zu Förderung unsers Woll- und Leinwad- Verschleiffes nicht mit Stillschweigen übergehen/ das Verbot der so genannten Cameelharinen Zeige/ und des Bombastns oder Baumwolle. Dann der Eintrag/ so durch dir erste Gattung den Seiden- und andern Zeigen geschiehet/ ist groß; Deswegen von aussen nicht zu gedulden/ sondern/ als wie die Seidene Zeige/ inner Lands zu fabrlc!- ren. Das Nachtheil aber/ so dem Leinen durch die Baumwolle wiederfahret/ ist unerträglich; derowegen solche weder inner noch ausser Lands kabriciret/beyuris anzunehmen; Es wäre dann/ daß ein Weg gefunden würde/ die Baumwolle inner Lands zu zielen/ so ich jedoch für unmöglich halte/ es wolle sich dann Oesterreich und Ungarn Legen Ns(162) FN gegen Osten und in die wärmere Länder erweitern/ so GOtt gebe. Sonsten ist leichtlich abzunehmen/ daß ich nur diejenige Baumwollene LKeöken in die Zahl der verwerfflichen setze/ so der Leinwad nach« rheilig seynd/ wormit der Barchet und anders dergleichen nicht zu thun hat. So wird auch die Vernunfft von selbst geben/ daß gleich wie Haar und Bombastn zu Förderung inländischer NanukaÄur daraus zu lasten: also hingegen der rohen Wolle und dem Flachs/ und deren Gespinnst/ um eben solcher Ursach willen/ der Hinausgang zu sperren/ damit kein Mangel daran fürfalle/ auswärtige Arbeiter/ so sich bisher davon ernähret/ herein gezogen/ und was andere darauf gewonnen/ solches künfftig unserm eigenen Lande zugewendet werde. Endlich würde ein Merckliches zu Erhebung deManuLLkuren in denErb-Landen beygetragen/ wann denen Künstlern und grossen Verlegern etwas mehr Hochachtung/ als bisher/ widerführe. Dann also würden nicht allein unsere beste Leute keine Ursach haben/ von uns weg/ und anderswohin/ wo sie mehr geehret werden/ zu lauf- fen/ sondern die Frembden würden desto mehr Lust haben/ sich zu uns zu verfügen. Ein einiger grosser Verleger nutzet demStaat hundertmahl mehr/ als etliche Dutzend dererjenigen/ die nur von anderer Leute Blut und Aussaugung/ in Führung unnöthiger gerichtlicher krocesss, und Handhabung der Lkicanerien leben müssen. Es wolle mich nur niemand zu klarer Erweisung dieser Ikeüs, oder dieses kA Aäoxi, wann es jemand al- MH(r6l) M so nennen wolle/ antreiben; dann die H.I-ZUMLIWL dörfften nicht allen gefallen. Auch kommt es aus sothaner Erniedrigung des Kauffmanns- Stands/ daß die reiche Handels-Leuthe sich fast schämen/ Handels-Leute zu seyn/ihre Kinder stu- diren lassen/ ihre Töchter anvoÄores verheyra- then/ in der Einbildung/ ihren und der Ihrigen Stand dadurch zu erhöhen. Damit aber kommen die grösten Capitalien aus dem Handel weg/ Md die fürnehmste OLren werden zu Grunde gerichtet. Es würde demnach die Obrigkeit/ solcher Inconvemen? zu entgehen/ nicht Übel thun/ die vornehme Verleger in gewissen Ehrenstand also zu setzen/ daß selbigen m verschmähen sie hernach nicht eben Urjach hatten/ und würden sich schon Weg und Mittel dazu finden. Auf eine/ diesem Weg etwan bekommende Weise wäre vielleicht auch den Künstlichsten unter denen kabriLLncen in gewissen edlen UgnutLÄuren zu helffen. Gleichwie nun dieses so füglich als bil- lich/ also im Gegentheil ist unerträglich/ wann ehrliche Handels/Leute/ die etwa ein oder anderem getrauet/ hernach in Erforderung ihrer Schulden/an statt Zahlung/ sich noch LK-onciren lassen wüsten. An solche Orte kommen rechtschaffene Handels-Leuthe gewiß nimmermehr hin/ und wird ihrenthalben das Land wol im Schlamm bleiben/ wo es ist. Derohalben das rathsamsie/ solchen Lxcellen bey allen Fürfällen/ ohne Ansehen der Personen/ strässlichzu begegnen/ weilen sie doch nur von unartigen Leuten pflegen begangen zu L wer- MK(162) M werden. Wonebenst denen Kaufieuthen und Handwerekernauch gegen alle andere/ von denen sie wegen des geborgten angesetzt werden wollen/ mit Hindansehung gemeinen Processes/ äs piano prompw suiich zu ertheilen/und Schutz zuhalten ?st. Ich verschweige mit Fleiß/ und aus gewissen Ursachen/ biß zu rechter Zeit Noch ein unfehlbares Mittel/ wie Oesterreich sich der feinen Tuchma- cherey für allen andern bemächtigen/ zum Herren davon machen/ und in kurtzer Zeit mit der Genüge und Güte so weit darinnen kommen werde/ daß es sich und andere damit verlegen könne. XXIX. Von förderlicher Einführung der Französischen Waaren. Us lauter^KeLion gegen die so genannte W5N3 FrantzösischeWaaren/hatte ich von ihrer Einführung in die Erblande Meldung zu thun/ bey nahe vergessen. Gleichwie aber unter dem besten Machen das Unkraut ohne Anbau von selbst mit aufschießet: also würden unter denen anderen NanukaÄuren auch die Frantzösische von selbst nicht dahinden bleiben. Die Menge der Frantzosen/ so sich in Wien/ auch noch bey währender gegenwärtigen schlechten Anstalt in Draußhaltung fremder Waaren setzen/ oder sonst aufhalten/ zeigen/ daß wann alles/ was unter dem Nähmen Frantzösischer Waaren genommen wird/ recht bamüüxt/ ihrer eins noch weit MZ(!§?) M weit grössere Menge bey uns/ alsdann das Brod zu suchen erscheinen werde. Lauffen ihrer so viel raufend nachMadrit/warum nicht auch in Teutschland? Doch wäre ihnen nicht/ wie zu Madrit/ zu verstatten/ daß sie nach einer sechsroder siebenjährigen Frist/ mit dem erworbenen Geld wieder aus dem Lande gehen; sondern wer sich bey uns »ehren will/ lasse sich haußlich nieder. Deren Kinder werden bereit keine Frantzosen mehr/ sondern gut Teutjch seyn. Auch werden andere dla- rlonales, so in Frantzösischen Waaren arbeiten/ sich einzufinden nicht ermangeln. Sonsten könte eben sowol das Frauenzimmnr/ das sonsten Lust Hatte/ die Franßosische Waaren aufder Post bringen zu lassen/ das Geld nehmen/ und die Meister selbst von Paris dafür heraus verlegen/ und zu Wien ansäßig machen helffen; womit es dann in einer sonst gar»»nöthigen Waare/ gleichwol/ weilen sie durch den Mißbrauch leWcimirt worden/ noch mit einigem Lob zu Vortheil des gemeinen Bestens/ angewendet würde. Aber genug hievon; der I.uxus würde darinnen schon Rath finden/ oder aufaßen Fall unsere eigene Erfindungen/ und die Lomplailanck gegen die löbliche WeibeEarion solchen Mangel zu ersetzen wissen. L 2 XXX. MZ(164) M XXX. Welcher Orten in den Erblanden jede nufaÄur hin zu verlegen« l? M He ich von Abhandelung dieser Materie zu. )6ß einer andern schreite/ muß ich noch mit kurtzem gedencken/daß unter andern auch fürzusehen/welcher Orten hin jede^lÄnukaLturin denen Erblanden zu llrmren. Dann auch hierin? nen die Maaßnehmung/ nachdem sie wohl getroffen oder nicht/ dem gemeinen Handel mehr oder weniger beytragen kan. Und zwar mit der Leinen NsnufaÄur hätte es bereit seine Wege/ als biedren Sitz in Crain/ in Ober-Oesterreich/ in Mahren/ Teutsch-Böhmen/ und fürnehmlich in Schlesien/ von selbst genommen. Gleiche Bewandnuß hat es mit derTuchmacherey inSchlesien/ Teutsch- Böhmen und Mahren. Die Müllen-Zeig- macherey wäre meines Bedünckens m Bohmen und Schlesien zu legen/ allwo nicht allein das Volck zu den Wollen- NanutaLturen insgemein geneigter/ sondern in Böhmen auch/ sowohl die Ms-als inländische lange Wolle zu den Zeigen ander Hand/ anbey die fremde Bursche aus der Nachbarsckafft leichter hinein zu ziehen. Ob aber Prag dazu bequem/ solle einer wegen dessen vieler Obrigkeiten/ Gerichten und Inüanxen anstehen/ und ist wegen dieses und andern mit der guten Stadt ein ziemliches Mitleiden zu haben. Doch llt H in n- er m h.' h- le- h- ig- en rs :in )ie en ler )b en n- -er m. rch MZ(165) M Doch ist nichts unmöglich/ wan nur die rechte Mittel mit kelolurion ergriffen werden. Was dann das Seidenwerck betrifft/ solches/ hielte ich/ wäre als ein k.eZal mit denen Oesterreichischen Ertz-und Hertzogthümern zu vereinbaren/ die auch wegen Nachbarschafft Italiens zu der Welschen Seiden/ und wegen ihres und desUngarischenBo- dens zu den inlandischenSeiden- klanrAZien leichter/ als andere/ gelangen könten; Andere mehr erheblicher«.etlexionen zu gejchweigen. Wien insonderheit würde Hiebey vielleicht das Haupt- MsZaTin in der Französischen Waare abgeben/ und um so viel eher/als ich gewiß glaube/ daß deren allbereit jetzo vor mehr als einhundert tausendTha- !er darinnenverfertiget werden/ die sich/ wieobge- meldt/ für gantz Frantzösisch/ um Wuchers willen/ müssen tauffen und kauffen lassen. Wobey mir ein- ällt( ob es gleich keine^ÄNuküLkur betrifft) was ür zwey oder drey Jahren in einer gewissen Chur- ürstlichen Lel^enx-Stadt zwey Frantzosen vers übt/ die in der Nachbarschafft auf zweyhundert FaßTeutschen Land-Weins eingehandelt/ dorthin geführet/für rothen und weissen Gasconier und an- dernFrantzöstschenWein theuer verkaufst/und den Hof und die Stadt damit geaffet haben. Andere als Frantzosen waren dergleichen zu thun nicht fähig/ und applicire ich dieses nur per parencke- nn auf Teutsche IckanuiaÄuren/ die wiraufFran- tzosische zahlen müssen/ und sage ich: daß gleichwie jene Betrogene um ihr baares Geld endlich erfahren/ daß der Teutsche Wein so gut schmecke/ als L z der ('66) ^.^,.,..,e/ also lernen die Wiener ebenfalls um ihrGeld/daß dieTeutsche in6LlLncerie-Waa- ren so gut als die Frantzosen arbeiten können.Wel- ches dann denm zum Trost dienet/ so da sorgen möchten/ ob würden sie durch unser Verboth/ der Frantzösischen Waaren ermangeln muffen. Es gehört sonsten noch hieher/daß jährlich von den An- neberger Spitzen/ vor viel tausend Thaler an dm Frantzösische im Land Meisten und Sachsen/ und sonsten Hausirende und grasende Frantzosen/ Sa- voyarden und Niederländer verkaufst/ und von diesen kundbarlich wiederum für Frantzösische und Niederländische Spitzen bey andern an den Mann gebracht werden.^ Wolte man sonsten bedacht werden/ auch die übrige drey Principal-Sorten der^lanufaÄu- ren/ als feine Tuch-Seidemund Wullen-Zeig- macherey zugleich in sothane Stadt st'.fften/ so könte die eine in Wien/ die andere in die Leopold- statt/ die dritte in eine etwan auf der andern Seite der Donau an der grossen Brucke anzulegen stehende neue Wienstatt verlegt werden. Fürsten sollen Fürstliche Gedancken haben; dieses aber würde ein recht Kayserliches Merck seyn/so den Glantz/ die?opulolität/ den Reichthum/ dre Eommoclität und den Preiß und Ruft einer Kayserlichen Hof-Lager-Stadt/ nicht weniger auch deren Vefte/ Stärcke und S-cherhett/ mercklich erheben/ und die Wienstadt/ nach ritterlich ausgestandenem Türckischen Anlauffund der Verheerigung/ aus dem Stemhauffen und der MZ(1§7) KW Aschen in eine unverhoffte Herrlichkeit wieder empor bringen würde. Wem sonsten die Anlegung neuer Städte ein so seltzames Ding beduncken wolle/ der sehe nur an/ was Cdur-Brandenburg m wenig Jahren mit seinem Friedrichswerder/und Dorotheen-Stadt/ geleistet/ und noch ferner/ gleichwie auch andere mehr/ zu thun begriffen»st; und nehme daraus ab/ was An Römischer Kay- ser nicht thun tönte.^ Im übrigen so seynd einige der Meynung/ neue^lanukLÄuren seyen beffer aus dieDörffer/ als in prlvileßirte Städte/ mit denen Lands- Fürsten nicht allezeit genug zurecht kommen mögen/zu verlegen. Meines Wissens aber finden sich rn den Kayserlichen Erblanden keine so hoch privi- jechrte Land-Städte/ daß denenselben das allgemeine Beste/ und ihr selbst eigener Nutz und Aufkommen nachzusetzen wäre« Kommt also/ hierinnen sich nicht aufzuhalten. Endlich wäre zu mercken/ daß diejenige LgndEtädte für andern mit inrroäuÄion der neuen NanufLÄuren zu be- nekciren seyen/ so an Schiff-reichen Wassern/ oder doch sonsten also gelegen/ daß sie die Verführung und den Verschleiß der Waaren fördern mögen; woran dann in denen Erblanden kein Mangel seyn wird. Der Seehasen solle ich auch Hiebey nicht gantz vergessen/ deren die Erblande auf der Adriatischen See unterschiedliche/ und darunter solche/ die von grosser Imports feynd/ auch unter kroZreK der Waffen gegen der Sonnen Aufgang noch mehr zu hoffen haben- Nun L 4 sagt M 068) sagt man: Wer Länder an der See und keine See-Macht habe/ der sey nicht für mächtig zu halten. Ohne Kauff-Handel zur See aber/ eine See- Macht zu hoffen/ ist vergeblich/ aus Ursach/ daß das See-Volck auch in Ariedens-Zeiten rm Brod zu halten/allzubeschwerlich/bey entstehendem Krieg aber erst aufzustellen/ und abzurichten zu späth und vergeblich wäre. Sö müssen dann die See-Lom- mercien im Stand seyn/ damit bey einfallendem Krieg es an tauglichem SchGVolck nicht ermangele. XXXI. Auführung desjenigen/ so Wetters aus dem Verboth der ausländischen und Erbe-. bung inländischer vier Haupt-^ianufa- Quren erfolgen würde/ und leichte Berührung der kraLie übriger Land- «conomischer Reguln. ^^AAnn nun Oesterreich/ wie in seinen^)än- den stehet/ solchermassen den erwünsch- ten Tag wird erreicht haben/ daß es die Seiden-Woll Leinenmnd sogenannteFrantzösische ^AnukaLtur,als dievierHaupt-Quellen innerlicher Reichthüme/ wann ihrer rechtschaffen gepflogen wird/ oder aber der innerlichen Armuth/ wann sie gegen die Gebühr vernachlaßiget werden/ in dem Bezirck seiner eigenen Grantzen/ zu dem vorgesetzten Glantz und Vollkommenheit gebracht und erhoben/ und dadurch allein für einen guten Anfang sich M 069) IN sich alljährlich wenigst um zehen Millionen/ so je- tzo dafür hinaus gehen/reicher sehen wird: alsdann erst wird sich ein neues Feld/ ein neuer Himmel von allerhand andern Glückseligkeiten für demselben herfür-und aufthun. Der Überfluß an La- piralien/ so sich in kurtzen Jahren alsdann unfehl- barlich einstellen muß/ wird;u Ersetzung aller noch übriger Mangel fürneymlich dreyerley würcken. Erstlich eine löbliche Luriolltat etwas fremdes oder annehmliches im Lande zu versuchen und einzuführen. Zweytens/ Muth und Mittel/ grosse Unterfahungen zu thun. Drittens eine Nothwendigkeit/ denen überhäufften und anderer Gestalt müßig liegenden Lspiralien vortheilige Anlegung aufzusuchen/ und auszufinden/ um ihrer nicht/ ohne Nutzen und vergeblich ein Herr und Besitzer zu heißen. Hieraus nun würde für allen andern der ersten Regul in Versuchung neuer plEaZien ihre gebührende Vorsorge wiedersah, ren/ und die Liebhaber curiöser und zugleich nützlicher Dinge ein löbliches objeÄum daran haben/ und solle fast niemand glauben/ wieviel/ und wie- sehr nützlich in diesen Dingen zu thun/ noch bevor stehe. Derowegen möchte ich wünschen/ daß alle vornehme Land-Leute in einer Sache/ die von wenig Kosten und grossen Nutzen ist/ durch alle Erblayde ihr Versuch darinnen thaten. Es würden solchergestalt ohne Mühe und Unkosten an statt eines Landschafft- Garten hundert/ ja tausend herfur kommen/ und nicht allein tausenderley Dinge an einem Ort/ sondern auch ein Ding zu- L 5 gleich M(r7o) IN gleich an tausenderley Orten auf die Probe gesetzt werden/ und dadurch dieser grosse Vortheil zugleich heraus kommen/ daß man nicht allein wissen wird/ob eine neue Pfiantze in denen Erblan- den gut thue/ sondern auch welcher Orten sie zum meisten gut thue. Die Anweisung/ in welchen Dingen/und wie solcher Fleiß zu thun/tonte durch einen der Europäischen und Indianischen klanra- Lien erfahrnen Mann/ deren sich hie und da genug finden lassen/ durch offene Zutaggebung angedienet/ die Saamen-Pfiantzen/ und was mehr erforderlich/ durch eine gemeine Vorsorge ebenfalls zur Hand geschafft werden. Unvermuthet grosse Dinge würden sich darinnen Herfür legen/ dann sich Exempel finden/ daß offtmahl verachtete Din- ge/herrlichek-eZalm eines Landes/oder Orts worden. Es wäre sonderlich zu wünschen/ daß jemand den Verlag thäte/ eine Beschreibung m form eines lsxici, nach dem Alphabeth/ von allen Dingen/ worinnen menschliches Gewerb getrieben wird/ an den Tag kommen zu lassen; da erstlich gelehret würde/ wie jedes Ding gepfiantzet/ gezielet/ oder sonsten Herfür gebracht werde. Hernach dessen Art und Unterschied/ Vortheil und Mangel; dann dessen Bereitung/ Gebrauch und Nutzen in und meckLMLis. Wiederum/ wo solches in der Welt falle/ und wohin der Vertrieb gehe/ was der Werth in erster Hand/ wie es wider an andern Orten vertrieben werde/ wie es steige und falle/ was bey dem Handel damit in acht zu nehmen/ um ausser Betrug und Schas MZ(!7I) ZU Schadm zu bleiben/ herentgegen den krotic zu mehren. Das würde ein herrlich Merck seyn/ ja herrlicher/ als jemahl von Anbeginn inQomi- cis, rneckameis und commercüs etwas mag herauskommen seyn. Eines Manns Merck wäre es nicht. Es gehören mehr/und von Unterschiedes nen krokellionen dazu. Schwär wäre es; aber das ist aller löblichen Dinge gemeine Beschaffenheit. Etwas würde es kosten/ aber derMühe und des Verlags redlich lohnen. Schlechte dem kri- -vur Gewinn ergebeneGemüther gehören nicht dazu: dann diehalten mit allem/ was sie wissen/ M rück/ aus Furcht/ ihr Pfenning möchte gemindert werden. Es wollen Leute seyn/ guos xslus bvni publicr comeö^r. Auf einmahl würde es zwar zür Vollkommenheit nicht gelangen: im Gegentheil würde sich fort und fort noch etwas zuzusetzen, finden; aber deßwegen wäre es nicht zu unterlassen/ dann es seinen stattlichen Nutzen auch gleich Anfangs geben würde. Im übrigen wolte ich wünschen/ daß die klsnta- xien für allen Dingen zur Seiden-Zucht in den weiffen Maulbeer-Bäumen stattfanden. Es ist zu bedaureu/ daß diese hoch nutzbare Sache bey uns so gar verachtet wird. Ich kan ohne Vermessenheit sagen/daß nur allein die Beobachtung dieses einigen Stücks in denen Erblanden/de- nen Unterthanen so viel Mittel in die Hände geben würde/ als sie ansetzo für alle excraoröinÄiri- Anlagen in die Land-Lallb mit so grosser Beschwerde eomribmren müssen» Und zwar ist es M(172) SN dabey eine gantz leichte und thunliche Sache. Denn fast durchgehend an den Erblanden/ findet sich der Boden dazu geneigt; die Baume lassen sich mit taufenden Pfiantzen/'ohne Eintrag der Felder und Wein-Garten/ wann nur gebührende Maaß gehalten wird. Sie weichen dem Wetter nicht leicht- lich/maffen es nechst abgewichener starcker Winter erwiesen/ da so viel andere Baume unter der Kalte erlegen/ denen Maulbeer-Baumen aber auch den jüngsten und zartesten das wenigste nicht angehabt worden. Wann der Baum auf acht oder zehrn Jahr kommen/ last er sich jährlich auf einen Thaler/hernach aber und mit dem Zuwachs auf zehrn und zwantzig Thaler nutzen. Wann auch durch die Seiden-Zucht nichts davon zu erobern wäre: würde doch die Beholtzung/das Laubwerck zur Futterey/ die Frucht zu Mast/ der Mühe und Kostens reichlich lohnen. In summa: Bücher wären hievon zu schreiben/ und seynd geschrieben. GOtt beschere nur den Willen/ das Merck anzu- greiffen. Denen Erblanden wünsche ich solchen Seegen von Hertzen. Ein Fluch aber würde an statt desSeegens heraus kommen/wann die Herr- schafften dannenhero Materie nehmen solten/ die arme Unterthanen mit neuen Robothen zu pressen. Wogegen dann gleich anfangs das Gebiß einzulegen/ sonst bliebe es nicht aus/ und würde ohn solches der Bauer/ so gleichwol das fürnehmste In- Krumem seyn muß/ keine Hand anlegen. M(!7;)KW Weiter aber mit unserer Materie zu kommen/ so würden nicht weniger die verlegene Bergwer- cke zu erheben/ und neue zu Baulusten sowohl die Kayserliche Cammer/ wann sie dieselbe unmittelbar zu unterfahen bedacht/ als die Particuliers/ sofern man durch Gewercke oder Waldburgerzu geben für rathsamer hielte/ durch unsere vergeb schlagene Lands- Oeconomie die Mittel an der Hand haben. Ich kan Hiebey nicht unterlassen/ ein vermeintes kgroöoxum anzuführen.. Ich hielte/daß nicht nur diejenigen Ertz zu bauen/deren Ausbeute die Unkosten übertrifft/sondern auch/ wo Kosten und Nutzen gleich aufgehet. Dann das Aufgewendete bleibt im Lande; was dadurch über die Erde gebracht worden/ kommt nicht weniger in das Land/ und bleibt darinnen. Wird also der Staat um so viel reicher/ und ist eben/ als ob ein Kauffmann mit einem Capital cenro pro cenro gewonnen hatte. Woneben noch so vielnahrhaffter Leute/ als Arbeiter/ dem gemeinen Wesen zu gut erhalten werden; dienntibren Beytrag so wohl/als mit Förderung derConlum- priorr dem kublico zu statten kommen. Ja ich erachte/ die Bergwercke seyen zu bauen/ wo die Unkosten noch eins so hoch als die Ausbeute fallen. Dann solches wiederum so viel wäre/ als ob ein Handelsmann mit seinem Geld funfftzig pro cen- ko krokc gethan hatte. Es wird solches bey manchen nicht in den Mann/ noch weißlich scheinen wollen/ hundert aufgehen zu lassen/ um funffzig zu gewinnen. Ich falle solchen: bey/ wann das Cs- NT(174) M QLpieal verlohnen gehet. In unserm Fall aber wird LLpical und Incereüe beym Hauß/ das ist/ innerhalb Lands erhalten/ ob gleich das LapimL aus einem Beutel in den andern gangen. Jedoch ist esnichtzulaugnen/ daß solches kein Handel für krivLc-Perssnen/ mit welchen dergleichen Han- delschafft einen kurtzen Proceß zum Garaus machen würde: sondern für den gesammten Staat/ welchem zukäme/ solche zu unternehmen/ und dadurch den innerlichen Nervum zu vermehren, dann dieser gewönne solchergestalt immerfort/ durch den Beutel seiner Untergebenen/ wurde auch schon wissen/ das Lspiral, durch behörige moäos eamerAles, wiederum IN die Laüa zu bringen« Dock werden/ wo Zlusbeut und Unkosten gegen einander gleich aufgehen/ oder der Verlust gering ist/ auch die krivari nicht allezeit ausgeschlossen/ wann es nehmlichHerrschafften seynd/so die Bergleute mit Wein/ Bier/ Brod/ Fleisch und andern verlegen. Dann das ist ein grosser Gewinn solcher Sachen gewisse und allzeit profitliche Lon- iiampriorr zu ßnden. Für die NanukLÄuren würde sich in Obler- vanr her zweyten Regul ein nicht weniger weites Feld aufthun/ und unzehliche Dinge darinnen aufsuchen lassen/ um einen neuen Grund zu haben/ worinnendas sonsten unfruchtbare Geld zu säen/ und fruchtbar zu machen. Es ist nicht alles deß- falls auszugründen/ und stecken öffters in geringen Dingen herrliche Nutzen/ die aus Unwissenheit oder Nachläßigkeit nun dahinten bleiben« M(I75)M :r Ich weiß nicht/ ob das Theer oder Schiffpech i/ unter die rohe Waaren/ oder unter die^lanu- ä§3Äuren zu rechnen. Das aber weiß ich wohl/ H daß es nach Venedig gar aus der Baltischer? ir See gebracht wird/ da doch die Kayserliche Erb- t-^ Lande auf der Adriatischen See die herrlichste r- Gelegenheit solches zu machen/ und den Nutzen t/ von den Venetianern jureviciniTfür andern zu- Ziehen/ in Handen hatten/ müssen ich weiß/ daß n. die Proben vor Jahren verfertigt/ und zu Venes t/ dig im Arsenal gut befunden worden. Derglei- ch chen Dings würde sich ohne Ende finden. So is seynd auch die so genannte Anneberger-Spitzen a.(besser/ Meißnische Gebürg- Spitzen) dem An- :n sehen nach/ nur geringe Sachen/ und ziehen dan- rg noch jährlich etliche hundert tausend Thaler in das n/ Land. Ihr Ursprung ist daher/ daß die Berg- g- Knappen in crmeldtem Gebürg von den Gewer- m ckenkarglich gelohnt werden/ und unmöglich da- ,!- bey bestehen tönten; derowegen sich dann ihr n- Weib und Kind gezwungen finden/ die Nahrung aus dem Spitzenmachen zu gewinnen. Deren r- seynd nun in einem Streich von ungefehr acht biß es zehen Meilen auf die zehen tausend/ deren jede ss- Person/ dem Bericht nach/ wöchentlich von zwölff n/ M sechzehen Meißnische Groschen gewinnet, n/ Lfch will aber das geringste/ und nur zehen Meist- st- dusche Groschen setzen/ so kommen in zwey und in- sunfftzrg Wochen gegen vierthalb hundert tau- W send Rheinische Gulden heraus/ welches nur Ar- n. bettö-Lehn ist. Die Verleger schlagen allerwe- ^ch. nigA M(n?) M niqft dieHelffte darauf. Die Frantzosen/ wie oben angeführt/ kauffen theils den Verlegern ab/ verkauften es um das zwey und dreyfache für Französisch und Niederländisch Gut. Das helft wohl/ blinde Welt/ die betrogen seyn will. Merckwur- dig ist es/ daß der Zwirn zu solchen Spitzen in Holland/die Gespinnst aber dazu in Schlesien gemacht wird. Das Pfund Vieler Gespinnst mag etwa» etliche wenige Thaler in Schlesien austragen/wlrd in Holland hoch etwas bereitet/ hernach den Meiß- nern wiederum um sechzshen biß vier und zwantzig Thaler aufgehencket/ und kau seyn/ daß noch dazu unterwerkn der Grimmische Zwirn für Holländisch mit unterlaufft. Die Meißner nun machen aus den vier und zwantzig Thalern/ nach aävLnanr von zwey biß dreyhundert Thaler. Also kommt das Pfund feinen Schlesischen Flachs/ welches in fernem Heimath nur etliche Groschen kostet/ wann es durch seine LorarionLehet/ bloß für den Arbetts- und Verlegers-Lohn auf einen Werth von zwey und dreyhundert Thalern. Schlesien aber gemostet das wenigste davon. Kimrrum vivwur inuemo. Solle es aber nicht einmahl der Muhe werth seyn/ ein paar hundert/ oder auch tausend Thaler daran zu setzen/ und den Holländern das Zwirnbereiren abzulernen? Wann wahr M quoä necelliraz Ingenium aeuur. wie an diesen Meißnischen Gebürg-Leuthen es Sonnenklar erhellet: so solle einer fast kcomrMO argumenu- MZ(i77) M ren/ und Wessen/ daß bey uns Erb-Landern die Noth noch lange nicht also/ wie insgemein doch die Klage ist/ seyn müste/ weil uns der Verstand so langsam aufgehen will» Und Commodau in Böhmen/ hat sich zwar etwas mit Spitzen angefangen; Und ob es gleich noch nicht hoch gestiegen/ ist das Unternehmen gleichwol zu loben» Von derSmalta und Blechschmiederey und von dem unglaublichen Nutzen/ so dannenher dem Meißner-Land zuwachset/ ob sie gleich/ dem Ansehen nach/ geringschätzige Dinge seynd/ ist oben bereit gebührende Meldung geschehen. Ich lasse mich berichten/ ein einiger Meißnischer Ort im Gebürg/ bessere jährlich etliche hundert tausend Schock blächiner verzinnter Löffel aus/ das Schock zu acht Meißnischen Groschen/ oder einem Rheinischen halben Gulden/ welche hernach durch den gantzen Nord/ gar biß in Moscauund in die Tartarey hinein verhandelt werden. Bringet demnach ein so gering schatzig Ding/ dem Land wenigst ein paarmal hundert tausend Rheinische Gulden von aussen zu. Dergleichen grosse Vortheil/ aus schlechten Dingen/ liessen sich vielleicht in Menge auffinden. Wann den beyden ersten Reguln zum Stand geholffen/ wird der dritten ihr Recht von selbst wiederfahren/ und die Lander so an gemeinem Land-Volck/ als an Bürgerschafft in Städten/ und Märckten augenscheinlichen Zuwachs nehmen/ auch die Bürger an Nahrung und Gewinn steigen. Es ist nicht genugsam zu glauben/ was M für MZ 078) M fürVachtheiidie Hindansetzung dieses hochnöthigen/ niemahls nach Würde beobachteten Puncts denen Erb-Landen verursachet/ noch genugsam zu bedauren/ daß vom Jahr issO/dader Wesiphä- lische Friede vollzogen worden/ anzurechnen/ also in acht und funfftzig völligen Jahren/ man sich nicht rühmen kan/ daß einem Land-Stadlein wiederum in den vorigen Flor wäre geholffen worden. Waren nun jährlich die Bettel Buben von acht oder neun Jahren/ von der Strassen weggenommen/ und durch die Mildthätigkeit gottseliger Leute erstlich zu der Schule/ hernach zu nahrhaff- ten Handwerckern gehalten wordm: so ist nicht zu zweiffeln/ dem Handel wäre meisilich geholffen gewesen. Ich rede aber nicht von Schustern/ Schneidern/ gemeinen Schmieden/ Haffnern und dergleichen Handwerckern/ deren in Erb-Landm ohne das kein Mangel; sondern von solchen-/ die das nunmehr hinaus lauffendeGeld im Lande erhalten helffen/ wohin fürnemlich alle Arten der feinen Weberey zu ziehen. Es ist an gutthätigen- Leuten der Mangel nicht; Das zeigen die hauffr- gs jährliche Stifften/ Vermacht und Verwendungen zu milden Sachen/ wann nur Anführung da wäre/ wie sie nicht weniger dem gemeinen Staat/ als priv^r-Neben-Menschen zum besten anzulegen. Es würden/ wann auch von aussen niemand hinein käme/ die Erb Lande an Volck genugsam selbst mulripliciren/ wann nur durch die Erhebung neuer NanuLLkuren den jungen Leuten/ die gern heurathen wollen/ Nahrungs-, Mit- MI(r79) 8N n- ts L !h lös r> M e- er ff- ht en n/ nd ea )is er- 'ei- jM ffi- en- ng ien im >en >!ck rch zen gs- sst- Mittel angewiesen würden. Mit den gemeinen Handwerckern/ die geschlossene Zünffte haben/ last es sie) nicht thun. Junge Leute werden über, Die Zahl nicht eingelassen/ müssen aus dem Lande gehen/ m den Krieg lausten/ oder über die Zeit un- Verheurachet bleiben/ oder um Meister zu werden/ stch mit alten Weibern behencken/ so alles der Be- volckung Hindemüß bringt. So würde auch der Mangel am Lehrmeistern nicht entgegen stehen/ wann nur auf eine mittelmäßige Anstalt gedacht wurde. Ich kau auch hie den ungeschickten fast durchgehenden Mißbrauch unberühret nicht vorbey lassen/ daß wer sich in Städte und Marckte bey uns ansaßig machen will/ sich hinein kauften muß; daum Gegentheil solche Leute/ die sich zwar an ernem Ort nähren/ aber auch Nahrung/ und offtmahls mehr als sie allda holen/ wiederum dahin bNWM/ vielmehr hinein gekaufft werden ssl- ten. Nicht besser istauch der Gebrauch/ daß ein neuer angehender Bürger sich mit eigenem Haus versehen soll/ welches manchen zurück hält/ der stch sonsten sehr auskömmlich nähren könte/ doch s» vrel anfanglichs Capital nicht hat/ daß er es von fernem Handwerck abziehen/ und in Häuser stecken Wte/ oder auch solches zu thun/ bevor er in seiner Nahrung feststehet/ Bedencken trägt- Es ist sol- ches ohne Zweifel ein Mißbrauch/ welcher an statt desjenigen/ worauf er angesehen/ nemlich wüste und ode Häuser zu erheben und zu besetzen/ vielmehr Ursach ist/ daß sie desto länger wüste und uybesetzt/und die Städte unbevolcker bieiben.Wer MK sich M(l8o)M sich erst in eine Nahrung gesetzt/mLlmwt ohne das von selbst/ eine eigene Decke/ und eigenen Heerd iu haben/ solle es auch zu keinem andern End geschehen/ als seinem Mit-Bürger darmnen gleich zu seyn- An den Orten/ wo das Blerbrauen auf disHausergelegt ist/ da ist solches ebenfalls eme Hinderniß/ erstlichdes Gewerbs/ mdem sich dre Bürger auf das Brauen verlassen/und anders dem gemeinenWesen und ihnen selbst prokchch^ re Nahrung an den Nagel hencken; hernach auch gen/ daß solcheBiere/ wie m MeGn/ gemeiniglich nicht viel nutz/ indem jeder zur Brau privileMter denckt/ es mäste wohl getruncken werden/ wann z kein andersfürhandenist. - Daß durch die Erhebung der offtgemeldten vier Haupt-^lanufaäkuren das Hmausdrmgen des inländischen Golds und Silbers würde gehem- met werden/ und demnach auch die vierdte von unsern Reguln in Obacht und Übung kommen/ ist aus bisher besagtem in mehrerley Wege von Ab- sten klar. Auch wurden zu dessen fernerem Be- huffsich die Mittel darthun/ für dre sonsten allzulange m der Fremde umschwerffende Jugend/ Fürsten- undRitter-Schulen oder^.caäermen m LSVEd!» abgeschafit werden»^ Um das noch übrige von dieser Materie kurtz durchzugehen/ so würde an ausländische Waaren von selbst nicht mehr gedacht/ sondern eine Glori daraus gemacht werden/ selbige im Lande so gut/ als von aussen gefunden/ oder auch angegeben/ und verlegt zu haben. Und solches stunde fürnehmlich zu hoffen/ wann die höchste Kayser- liche Personen selbst in Hochschätzung inheimi- scher/ und Verachtung auswärtiger Waaren mit ihrem Beysyiel dem Hof/ und dieser den Laus Lern fürgienge/ auch sothane Verachtung nicht weniger auf die Personen derjenigen/ denen nach frembden Dingen annoch wehe seyn möchte/ als auf die Waaren selbst/ gelegt würde. Wozu dann billig so viel grössere Hoffnung gemacht/ als die abgelebte Römische Kayserliche Majestät den Tag dero zweyten Beylagers zu Gratz Anno 1673. sich gegen einen vornehmen l^inittrum ge- rühmet/ daß sie nicht einen Faden an dero Leibe hätten/ der nicht in ihren Erb-Landen wäre gearbeitet worden. Von L^rolo M. meldet dessen Lebens-Beschreibung/ daß er nicht allein für sich selbst mäßig in Kleidung gewesen/ und sich mit seines Königreichs eigenen Gütern darinnen begnüget/ sondern auch den ausländischen Pracht an seinen Hoffleuten nicht leiden wollen, Derowegen er mehrmahlen bey schlimmen Wetter unversehens irr seinem Wolffs-Beltz aufdas Jagen geritten/und alle Anwesende mir aufsitzen lassen/ die er dann folgenden Tags redlich aufgezogen/ wann sie in gestutzten Kleidern/ da die köstliche verderbt/ einge- M r tre, (i8-) treten/ er aber seinen wieder getrockneten Wolsss- Belh nach wie vor am Leibe gehabt. Ferner wurde die nothdringliche Herfursuchung aller Molchen Mittel und Wege/ um sich der sonst fruchtlosen Lspirglien zu erfreuen/ unter andern auch auf die Gedancken führen/ die Frachten oder Fuhren/ so inn als ausserhalb zu See und Land selbst zu unternehmen/ sich der Sechaven nützlichen zu bevortheilen/ die Strohm-Befahrungen chnd Durchschnitte besser einzurichten/ zu welchem Ende/ wie ich vernehme/ neue und nachdenckitchL Vorschlage unter Handen seynd. Und»st d»ß- falls nicht zu begreiffen/warum der langst vorgeschlagene und wohl praÄlLirllche Durchschnitt aus derMarch in der Oder so gar nicht rutschen will/ Da er doch von der höchsten ImporrLntz»st. D»e Oesterreichische und Ungarrfche Weine tonten Mittelst desselben mit höchster Bequemlichkeit m den ganßenäsprencrion, hingegen baar Geld m Diejenige Ort gebracht werden/, wo man solches jetzt von dem Unterthan haben will/ der doch bey gegenwärtiger Anstalt/ fast nichts/ als Wem und Getreid herzugeben har. Wetter wurde man bedacht werden/ unsere Guther oenen Frembden biß für die Thür zu fuhren/ deren rohen Waaren hinwiederum von erster Hand abzuholen/ sich allgemach in den See-Handsl und m dtö Schiff-Fahrten zu setzen/ wodurch/ ms okbe- B8 08Z) ZU zwar unweit der See-Häven/ alles zur Hand/ was die Erbauung/ Versehung und Bewaffnung eines Schiffs immer erfordern mag. Ss wäre auch der von den Holländern langst ange- bottene Handel auf Trieft und Fiume mit Ernst zu untersuchen/und nicht zu verachten. Es würde sich ferner der Verschleiß und die Anwerbung unserer übermäßigen Inländischen Güter/ alsdann mit einer nicht eingebildeten Leichtigkeit in- gleichen dargeben/ und solches nicht allein weilen die Erb-Lande in dem Runde herum mit solcher Nachbarschaft! bezircket/ so unserer Landes Guter/ es seyen Erd-Früchte oder rohe Waaren/ oder klWuKEuren/ nicht entrichten können/ sondern auch/ weilen die drey Magneten/ des ausländischen Musters und Geldes/ nehmlich die Güte der Waaren(wegen obangezogener guten Ordnung) die Wohlfeyle/ wegen guten Preist ses des rohen Zeigs der Nahrung/ Wohnung und Lohns/ und endlich der LreM,(so wegen Überfluß der Capitalien an die ausländische Kaufferwird können gethan werden) sich sodann nach Wunsch zur Hand finden werden. Nicht weniger würden vortragen/ die auf die Ströhme Anzulegen stehende Magazins oder Muffs Häuser. Gölte nun annoch hinzu kommen/ daß die Inländische Hinauswerks zum Verschleiß Achem De Waaren wenig oder nichts beschwert wurden/ so würde der Cammer ohne Zweiffel ein jeder dadurch entgehender Thaler mit zehen ersetzt/ die Länder aber mit hundert und mehr andern bene- M 4 sLrxx M 084) KW Kclrt werden. Dann die alsdann in unvergleichlich größerer Menge herein gehende Baarschaftt würde alles ersetzen/ und die Lands-Inwohner zu den Anlagen desto tauglicher machen. Ich übergehe Kürtze halben ein mehrers/ und getraue mir aufden Nothfall zu erweisen/ daß die klena- Zirung der im Land behaltender jährlicher zehen Millionen/ als nur ein kleiner Anfang unserer Oeconomie in kurtzer Zeit jährlich noch Viermahl so viel Golds und Silbers von neuem in die Lir- cularion zu bringen/ und zu erhalten/ tauglich seyn würde. Über welches alles noch etwas absonderliches ist/ womit deutlicher Herfür zu brechen/ die Zeit noch nicht leidet/ es aber gleichwohl die Oesterreichische6lottL aufdieSpitze der Vollkommenheit zu erheben/ genugsam seyn/ in einigen Dingen in der Welt unvermuthete Aenderungen verursachen/ auch Anlaß geben würde/ gewiß keine auswärtige Marion um ihre Indianische Königreiche oder Gewerbe zu beneiden. xxxir. Aufrichtung der Kayftrlichen commer- ciemStellen. wie aber dieses grosseAnschläge seynd/ LMSalso erfordern sie nicht weniger groffekelo. Iur!on,Anstalt und conUuire.Alle Staat/ Königreiche und kepubUquen der Welt seynd ursprünglich um zweyerley Absehen willen gestifftet; nemlich/ um sicher und bequemlich zu leben. Zu- BchufderSicherheit ist zwar von innen die Hand-" ha- W(:8s) HM KnUima dsk gegen auffen das^riegsr Recht) Beyd e seynd gemeiniglich mit ihren Dteb len oder Rahts-LoIIeAL versorgt/^gleichen auch den nervum rerum gerenäLrum aus der Unterthanen Beutel zu erheben/ die jammern angeordnet Diesen aber zu Erbauung/ beydes der Sicherheit und der Bequemlichkeit des Lebens/ in die Beutel der Lands-Jnwohner MsderuM zu verschaffen/ das wird an vrel Orten als em blosses parerMn gehandelt/ und durch emen grossen^ f lhumss obenhjn/ wie ein Lppenälx der Lämmer gehalten/ da es doch eigentlich davon zu reden/ der Grund selbst der Lämmer ,st/.und diese als ves Landes karriculLr- Oeconomie, ohne stne/ als des Lands allgemeine OeLonomie. keinesweges in die Harre bestehen kam So ist auch aus obigem klar/ daß die exrenbon dieser Men/ unvergleichlich weiter/ als jener ihre- Woraus sich dann von selbst ergießt/ daß wofern nechst dem hohen Staats-Rath/ als der Seele des PolmschenLei- besondere LolleLia und Rath- Stuben erhegche/ es sicherlich diejenige sey/ deren bey unszuM-we- niasten gepflogen wird; nemlichunser offtberuhr-- teallqemeineLands-Oeconomie. Es fallen unzeh- liche Dinge bey dieser für/so mit eimg andern/ auch mit Cameralien keine Gemelnschafft haben, dannenhers ein absonderliches Tractament/ und M e zu DZ(186) ZU zu ihrer Versorgung absonderliche Wissenschafft und Persohnen erfordern. Es sey nun/ daß/ wre sonsten dassicherjte wäre/ der Ursachen einige von den Cammern gäntzlich abgesonderte/ unter sich aber miteinander corrclponüirende Lollegia bey Hofund durch alle Erb-Lande beliebet/ oder rath-- samer gehalten würde/ es endlich unter eines Cam- mer-krse66enrens Ober-virEÄion zu laffm(wel- cher aber für keines seiner beyden Lollegien gegen das andere prLvenirt seyn solle) so würden ein- als andern Wegs einige OireÄorLZ, Rathe/ 8e» crerarien/«.eZNrÄwren und alle andere behörige auch eigene reksrions-Täge und Bescheids- Erholungen bey der höchsten Majestät nicht zu entrathen seyn. Es würde auch die imporrantz der Sachen/ wann sie ja von jemanden nach Gebühr behertzigt zu werden/ das Glück haben solte/ zeigen/ daß die erfahrenste/ anschnlichste und ey- ferigste Männer eines Staats dahin zu verordnen/ und mit aller erforderlichen Autorität zu bekleiden. Welches dann allermeist bey einem ersten Anfang eins so klare/ unumgängliche Noth- durfft seyn will/ als weiters davon zu reden/ weilen es für sich selbst am Tage liegt/ eine Unnoth ist. Ich lasse auch unberühret/ ob solchem Ooliegio von seinem Principal-ObjeLo, wie mehrer Orten gebräuchlich ist/ der Nahme von Oornmercien zuzulegen/ oder weilen dieser bey uns fast in eins Rmgsrmg kommen/ mit einem andern/ um mehrn^uckorität willen/ zu belegen wäre. Auch ware mrhsam/diesem EolleZio in Fällen/ p in die Lxe- OK 087) ZU Lxecutiondes Verboths oder andere Verordnungen der Lands- Oeconomie lauffen/ auch sonsten in Kauffmanns-Fallen/ die JurisEion 6UM äeroZacions anderer Inliantzeri/(von welchen jedoch einige Persohnen möchten zugeordnet werden) beyzulegen/ und remorls ioZum solenn!- rLubu8 darinnen zu sprechen. Für allen aber ist erforderlich/ daß die höchstenOber-Haupter selbst Liebe und Lust zu dem Merck schöpffen/ Sorg und Sinn/. Hertzen und Augen mit darauff schlagen; sonsten ist wenig darob zu hoffen/ oder wird alles mit zehenfacher Mühe und SchwerigkeiL hergehen» xxxrn. Die Kayserliche Erb-Länder übertreffen in der Maaß ihrer inäepeuclentz/ wann sie wollen/ alle andere Staate von Europa» Un gelange ich zum Beweißthum/ daß Oe- Österreich über alles sey. Ich setze solches m die Maaß seiner In6epen6en tz von andern. Dis in^epenäentz aber nehme ich nicht nach Artderpolirioorum von einer Entbindung aller anderwärtiger Ober- Herrschaffr/ worinnen alle wahresouverailieStaate einander ohne das gleich kommen müssen: sondern verstehe durch sie die In- üepenäentz in denen zu menschlicher Sublickentz erforderlichen Dingen. Nun habe ich bereit oben berühret/ daß in Europa ein Land zu suchen/ so in allen Stücken von andern durchgehend inclepen- äsm. «(i88) M — 6enr, ein vergebliches Ding seyn wolle; nachdem auch in der gantzen Welt schwerlich mehr als eines dergleichen anzutreffen. Es kommt derowegen dieUbertrefflichkeit/ womit eines dem andern bey uns Europäern überlegen ist/ nur in die Maaß zu setzen/ womit das eins weniger als das andere 6s- psnäene iß. Ich stelle nun diese äepsrräentz m viererley 6itksren6en. Dann einige Lander 6e- venöirm von andern erstlich wegen Gold und Silbers/ deHn sie aus eigenem Schoos ermangeln/ andere nicht. Einige/ zweytens/ 6spsn6iren in denen zurMWschlLchen8ub6KsQtz kurtzumnothwendigen und innerhalb Lands eigenem Boden unersetzlichen Dingen; andere in leicht entbährli- chen und erschlichen. Einige/ drittens/ in vieler- ley Arten zu Menschlicher 8uK6Ksntz tauglicher Sachen; anderem wenigen. Einige/ vierdtens/ mdeme/ daß sie zwar die Arten besitzen/ aber nicht in genügsamer Menge/ oder wenigst nicht also/ daß sie denen Frembden mittheilen tönten; andere aber haben die Arten/ und auch die Menge/ ja den Überfluß. Daß ich aus dem eigenfallenden Gold und Silber eine absonderliche viLksrentz mache/ geschiehet aus anderswo angeführten wichtigen Ursachen. Ja ich halte dafür/ die allergröste vs- OSnäsntz 8SN andern/ bestehe in dem/ daß man rhresGolds und Silbers/ der zwey unentbehrlichen allgemeinen Werckzeuqe Menschlicher Handlungen und 8ublNsntz benöthigt lebe. Wie viel seynd in Europa/ die sich solcher Gaben der NaM daheim zu rühmen haben? Mostau/ Polen/ Schweden/ Dännemarck/ die beyderley Niederlande und Franckreich bringen von Gold und Silber nichts/ oder so viel als nichts. Italien/ Engeland/ Norwegen/ auch die Teutsche Gebürge ausserhalb der Erb-Lande/ nicht sonderlich viel in Ansehen der Erb-Länder/ und theils sehr wenig. Und diejenige/ so aus diesen allen wegen Theiihabung ander SpanischenSWerfistte/ sich per Mmvalenrisro dahin guLlisteirm wollen/ clevereren darinnen nur vsn-dsr Spanier Willen und Tätigkeit. Und diese selbst kennen aus Mangel der Leute ihre Inländische GÄurge nicht bauen; des Amsricamschm Silbers aber/ ehe nicht/ als nachdem es über zwey tausend Meilen zu Dilcrerion der Wellen und Winde/ und der See-Räuber herum geschwebet/ hab- hafft werden/ und alsdann auch/ wann die Ausländer das ihrige davon genommen/ so bleibt denen Spaniern wenig übrig. Die Kayserl» Erb- Lande allein aber seynd eigentlich unmittelbahre Meister ihrer in erklecklichen(^uanro von etlichen Millionen fallender Inländischer Bergschätze und Gottes-Gaben/ einfolglich m solchem über alles das übrige Christliche Europa., Es hat sotbane krXemmentz noch dieses hinter sich/ daß einig und allein die Kayserl. Erb-Lande oder deren höchstes Ober-Haupt/ ohne vepen- ösntzvon andern dannenher das Vermögen Haben/ ohne Schwächung oder Gefährung der in QrculÄrisa stehenden Baarschafft/ Schatze zu samm- WZ(rso) M sammien/ und solches m so grosser Anzahl/ als die Erde jährlich im Mittheilung Golds und Sil« berssich freygebig erzeiget. Dann andere/ welche nur für ihre Waaren selbige von aussen zu erwarten haben/ äepenäirenvon dem Willen dieser auswärtigen. So bald diese sich sorhaner Waaren entschlagen/ um ihr Gold und Silber behalten wollen/ müssen jener ihre Schatzkammern wieder schwinden/ wenigst/ wann sie nicht denZinß von den Unterthanen nehmen/ und dafür das Capital verliehren/ das ist/ nach und nach alleBaarschafft aus der Lircularion ziehen/ und allen Handel und Gewerb ihrer Lander aus dem Grund verderben wollen. Woraus dann Zu schöpften ist/ welcher Gestalt dem sioltzen und ungerechten Franckreich beyzukommen/ und die Mittel seines Ubermuths zu unterbrechen. Ist also auch in diesem Oesterreich über alles. Komme ich zu der anderen viKerentz/ bestehend in der Nothwendigkeit und Unnothwendig- keit im Lande fallender oder ermangelnder Güter: so finde ich unter die Nothwendige zu setzen/ das Getraide/ den Wein/ die Viehzucht/ das frische Fischwerck/ die Wolle/ den Lein/ die Rauch-Waare und Häute/ alle geringe Metalle/ theils Mineralien/ das gemeine Koch-auch das Ertz-Saltz/ dasHoltz/ und alles was zum Bau-Merck und in sp6Li6 zum Schiff--Bau gehörig;- Gold und Silbers/, davon erst gesprochen/ zu geschweige». Unter dieunnothwendige leicht entbehrliche/ oder MchmderArt/ oder durch ein«guivalem leicht M 09l) M ersetzliche gehören für andern die Seiden/ das Indianische Gewürtz/ die ckianäis-Waaren und Las Nordische dürre und gesaltzene Fischwerck. Jene/ als nothwendige Stücke/ finden sich in den Erb-Landenmit einem seltenen Glück alle beyeim ander. Der angeführten unnothwendigen mangeln wir zwar; allein/ was die Seiden betrifft/ nur so lang wir wollen. Des Mangels an ge- saltzenen und dürren Fischwerck könten wir uns bey dem frischen leichtlich trösten/zumahlen uns die Auslander doch nur das schlimmesie Guth heraus schicken/ und das beste behalten. Die Jtaliäner haben Guth/ uns ihre Lecker-Bißlein zuzuschicken/ Laste indessen/ ohne unser Getraid und Ochsen/ des Hungers sich nicht erwehren könten/ und auch nschso/ aus Mangel genügsamer Lebens-Mittel den Hunger nur kärglich stillen/ und daheim in ihrem Lande bey weitem nicht so viel essen dörffen/ als sie thun/ wann sie zu uns Teutschen heraus kommen. Ebenfalls müsten sie ohne frembde Wolle und Leinwad halb nackend gehen/ und alsdann nur ihrem warmen climaü danckm/ daß sie nicht gar erfröhren. Am Indianischen Gewürtz leiden alle Europäische Länder/ wie wir; Hat also keines dem andern etwas darinnen vsrzuwerffem Triumphiret demnach Oesterreich nicht weniger auch in dieser zweytenvMrentz über alles« Inder drittenviKersnß giebt sich aus seht zus rück gelegter zweyten der Ausschlag von selbsten. Besitzt Oesterreich zu Menschliäm Sublittentz alle nothwendige und MmjLl-Stücke/ anbey einen groß- MZ(!92)M grossen Theil der unnsthwendigen und uberflußi- qen/ entweder allschon würcklich/ oder(wie die Seiden) so bald es will: Andere hingegen/ alle und jede ermangeln etlicher/ wo nicht vieler der fürnehmsten Nothwendigkeiten/ anbey Nicht weniger der übrigen Stücke; So folget/ daß Oesterreich in den vielerlei) Arten seiner Guter von allen übrigen Europäischen Ländern jedes insonderheit übertreffe. Eine parcicuIär-Erzehlung daher zu machen/ ist überfiüßig. Dann klar ist es/ daß wenig Europäische Länder sich inländischen Golds und Silbers/ die Lelffte aber keines inländischen Wein-Baues zu rühmen habe; Daß nicht em einiges die geringere Metallen alle bey einander besitze: Daß auch diejenigen/ die sich ihrer See- Macht zum höchsten achten/ dre wenigste dazu gehörige NEialien innerhalb eigenen Hauses finden. Oesterreich aber besitzt dieses alles/ und schätzt sich dannenhero abermal billig über alles. ^n der vierdten Differenz gberseynd die Kay- ferlichen Erb-Lande allerdings unvergleichlich/ und gleichsam ein Muster der freygebigen Natur. Sie besitzen nicht allein ihre allerhand Arten von Ge- träide und Baum- Früchten/ ihren Wem/ ihre Bley und ihr Quecksilber/ ihre Nmeralien/ihr Saltz/ Alaun und Erd-Saltz/ ihr Holtz/ ihre Wolle/Leinwand/ Rauch-Waare und Leder/und was mehr/ sowol unter die nothwendigen Werckzeu- ge menschlichen Lebens und bublMen?, als auch zu der äsiicareü'e-, Md dem Pracht zu ist. WZ(19?) KW !»- ie lle er es r- en nt zu es ds m ei- >es ee- ze- in- nd nd §ie ^e- )kö m/ ihr ob »as eu- ach ist» 0N- Sondern sie besitzen anbey dieses alles und jedes in solcher Anzahl/ Menge und Überfluß/ daß nicht allein sie sechsten sich nach aller Genüge damit versehen/ sondern auch einen ansehnlichen Theil/ und m vielen/ zwar fast die Helffte und drüber/ ihren Nachbarn und andern Europäern mittheilen/ durch theils ihrer auch eine halbe Welt verlegen können. Ich hoffe/ es werde mir dieses von je- dermanniglich ohne Streit zugegeben werden. Dann ob gleich einiges Land in Europa nicht ist/ so nicht ein und anderes seiner inländischer Gaben mit andern gemein zu machen im Stand sey/ so seynd sie doch niemahl in allem/ wie wir/ und in wenigen/ in solcher Menge wie wir. So kommt dann nochmahl heraus/ Oesterreich sey über alles. Und zwar so viel mehr ist Oesterreich über alles/ und so viel glückseliger ist es in sothanem seinem Seegen/ als ihm derselbe von niemand als allein von GOtt/ und von seiner selbst eigenen Nachlässigkeit mag entwendet werden. Und abermayl so viel glückseliger/ als in die Runde herum von seinen Nachbarn allen nicht ein einiger ist/ der nicht des einen oder andern/ oder auch mehrer Stück des Oesterreichischen Überflusses bedürfftig wäre/ wodurch dann auch so gar der Verschleiß Hins auswerts durch eine Natur demselben ver snderbahre Vorsicht der 'schert worden. Oesterreich/ ruffe ich nochmahl/ ist über alles/ aber mit dem Beysatz/ wann es will. Dann Gold und Silber genug über die Erde bringen/ und solches liederlicher Weise wieder in die Frembde jagen/als N ob M(l94)M ob man ihm feind wäre; Getraid/ Wem/ und anderer speißbahrer Waaren die Fülleund denUber- fluß besitzen/ und sich nicht bemühen/ seidigem den genügsamen Verschleiß zu erwerben; Ein zur Seiden-Zucht auserlesenes Erdreich bettelten/ und selbiges aus lauter Faulheit nicht darum besprechen; Wolle und Lein genugjam erheben/ und doch ausländische Tücher/ Frantzosische Zeuge/ und JndianischeBombasin dafür am Leibe tragen/und dergleichen Umständ e mehr/ seynd lauter Anzeige/ die da zwar verursachen zu sagen/ Oesterreich sey ein an allen Dingen glückseliges und herrlich gesegnetes Land; jedoch ausgenommen/ (so lange die verkehrte Lands-Oeconomie zu unterhalten beliebet) an demjenigen/ was da reden kam Ich schließe diesesWerck/und verhoffe daran geleistet zu haben/ was einem ehrliebenden/ mit Hertzen/Mund und Hand gut Oesterreichisch- Gesinnten zu leisten gebühren wollen. Ich zweG lejedoch/ oöio, an Lmore äignus viäebor; ob ich Danck oder Undanck damit werde erworben haben. Dann beneben daß vielleicht mancher noch nicht verdauen können oder wollen/ daß ich den Schaden/ wie er sich dargestellet/ fein hertzhafft aufgedeckt/ und die Wunde etwas genau betastet: so werden sich etwa noch Leute finden/ die nicht gut heißen mögen/ daß ich die Mittet/ me dem Übel abzuhelffen/ so gut ich sie begriffen/ also offen heraus geschrieben/ in Befahrung/ solche so viel leichter möchten gehindert werden. Allem die Bedeckung des ersten/ wie oben berühret/ hat- M(^95) AM te uns nichts geholffen/ indem doch unsere Kranck- heit andern Nationen zum Überfluß bekannt. Die Entdeckung des andern kan uns nicht schaden/ inmassen uns die Ergreiffung sothaner Mittel von niemand kan gewehret werden.Uber dieses kommt noch zu bedencken/ daß eine solche Vermehrung endlich das gröste daraus zu besorgen stehende Unglück seyn würde. Schweigt man nun aber stille/ so geschiehet von sechsten nichts; Redet man dann/ so geschiehet ex tuppoliro, durch anderer Leute Hindernüß abermahl nichts. So wäre dann Schweigen und Reden im Erfolg ein Ding/ also durch mein Schreiben so wenig etwas verdorben/ als durch mein Stillschweigen etwas gut gemachst worden. Ob etwan andere Teutsche oder benachbarte Fürsten und Cronen sich dieser Vorschlage und Aufmunterung ehe als wir bedienen werden/ solches ist billig meine geringste Sorge; dann es unsere eigene Schuld seyn würde/ und ohne das/ wie der Eingang meldet/ mein Nebenzweck ist/ das andere durch der Oesterreichs Exempel möchten aufgemuntert werden. Wollen nun diese nicht/ so würden jene sehr wohl handeln/ daß sie auch ohne Oesterreich zu der Sache thaten/ und um so viel besser/ als kein Staat in Europa aufseine Lands-Oeconomie schauen kan/ daß nicht dem verhaßten Franckreich/ es wäre in wenigem oder in vielem/ dadurch Abbruch geschahe/ wozu wir dann billich alle helffen solten. Dörffte sich im übrigem/ wie ich gantz nicht zweiffle/ finden/ daß wohl ein mehrers anzuführen gewesen wäre/ N sS M(r§6) M so wolle solcher Abgang der Wichtig-und Wett- läufftigkeit unternommener Materie beygemessm werden/ die sich mit der Enge und Wenigkett die/ ser Blätter nicht vergleichen können.. Ich stelle mir als eine gantzliche Sicherheit für/ es gebe noch manchen der Kayserl. Erb-Land Kundigen/ dem die innerliche Beschaffenheit derselben/ auch in aller Kleinigkeit beywohne. Wolte ein solcher seinem Vaterlands zu Liebe mit seinem erworbenen besserem Pfunde ebenfalls herfur tretten/ so würde ich mich mit Freuden begnügen/ der erste an der Zeit und mit dem Exempel/ der letzte aber in der Würde und Gütigkeit des Beygebrachten gewesen zu seyn/ und gern zu geben/ daß mein Metall gegen das seinige für lauter Bley geachtet/ werde. Die Gründe/ worauf ich meine Vortrage gebauet/ seynd inzwischen dannoch unumstößlich. Und ob gleich die Weife und Art/ so ich vielleicht einiger Bestreitung sollen heimgegeben werden/ so ist doch das Verboth ausländischer Waaren/ und dessen strenge mAnuremrung der Anfang und das Ende/ ausser dessen sich die Erhebung inheimischer Eommercien und^lanumctu- ren/ und einfolglich die Einkomm-und Wieder- erbolung derErb-Lande/ auch nur in der Einbildung vorzustellen/ ein vergeblicher Lust seyn wurde. Es werde aber sonsien zu Bewerckstellrgung solchen Verboths ergriffen/ was für ein Weg da wolle/ so bestehet doch alles einig und aller«/ aus MZ(!97) MH einem beständigen und nachdrücklichen kl^, mit welchem alles/ und ohne welche nichts zu hoffen. Die gegenwärtige Noth/ unter deren die Erschopffung der ErbLande so gar übel zur Sache kommt/ solle uns billich dermaleinst einen Druck dazu geben. Die vom Himmel verliehene Siege gegen den Erb-Feind/ die von der Kayserlichen Mesidentz abweichende Gräntzen der Türckischen Knechtschafft/und die dadurch wieder gestellte und vermehrteSicherheit des Hertzens der Erb-Lande wollen uns gleichsam dazu einladen und antreiben» Allermeistens aber solte uns billig dazu bewegen/ das eindringende Übel von Westen/ und die schuldige Danckbarkeit/ mit deren die Donau ihrem Bruder dem Rhein von Alters her ver- hafftet ist. Dann gleich wie dieser unter seinen Carolinischen und Sächsischen Kaysern und Konigen seine besteKräfften mitFreuden daran gestre- cket/ um die Donau/ so weit sie Bayrisch und Oesterreichs) heisset/ von dem Barbarischen Joch und Einstürmen der Hunnen und ihrer Brüt frey zu machen/ es auch glücklich zu wegen gebracht/ so gar noch treulichst mit Hindansetzung seiner eigenen Gefahr/ ihr die Türckische Sclaverey vom Hals zu halten/ das Seinigeredlich mit bwgetra- gen: Also erwartet er nunmehr mit Sehnen hinwiederum/ von dieser gegen den obhangenden Frantzösischen vominar geschirmet/ und von der unerträglichen Last/ mit derer seine Nachbarn (Laralm o^lli mancipia) geprest seynd/ errettet und erlöset zu werden. Der kleine Sprung/ so N z von „ M(l98) M von dem Rhein zur Donau ist/ und unsere daran hafftende eigene Erhaltung/ nöthigen uns dahin. Geben wir denenselben Gehör/ und entschliessen wir uns dermahleins durch eine rechtschaffene Oe- conomie unsere beste Krafften beyeinander zu halten/ und solche änderst/ als in ihrer Verschwendung denen Frantzosen zu kosten zu geben/ so wird der gemeinen Sache allerdings wohl gerathen seyn. Wofern es aber noch jetzo nicht Zeit dazu beduncken will/ so ist es bey nahe verkehren/ und muß ich in sothaner wehmüthigen Sorge einiger mästen mit des Lsläe seinem bekanten Liede schließen und sagen: Lanranrur kLc, clLMLntur vicunrur, Äu6lunrur, 8cribunturkLc, leAunrur KZec, Lr!eÄa neAllAunrur. Interim conrabeteir^utkria. Der Höchste gebe/ daß in meiner Sorge für aller Welt betrogen lebe. lnhang/ oder Unvorgreifflicheö krojeL, zu Stellung einer Armee von hundert taufend ^annaus den Kayserl. Erb-Landern. ist vor langen Jahren und noch jüngst ß von einem Vornehmen aufs neue, vorgeschlagen worden/wann in den Erblandern/ sonderlich in Böhmen/ Schlesien und Mahren/ wo M(i99) FM wo die besten und dauerhafftesten Leute seynd/ von iO. angesessenen Bauren ein starcker Kerl von i8. b.ß zo. Jahren zum Krieg genommen würde/ daß man über die hundert tausend Mann in kurtzer Zeit zusammen bringen konte/ Massen er davor halt/ daß in gedachten Landern wenigst eine Million angesessener Ehehalten seyn. Wann deme also ist/ ertrüge der lots Mann 100000» Portionen.. Nun ertragt der Stab von einem Regiment zu Fuß/ Pferd und Mund-korrion—-- Die krimA plsna einer Lomps- Znle zu Fuß/ erfordert Pferd-und Mund korrionen 42. auf zehen (^OMPÄAMeN Hundert und sechzehen gemeine Mann auf zehen OompAAmen Samt allen korüonen auf ein gantzes Regiment zuFuß von ifss. Köpften kacic 7",. Wann man nun viertzig Regimenter zu Fuß/ oder 62200. Mann rechnet/ so erfordern sie in allem korrioneN"" Restiren also von denen 100000» korcionen noch 288oo.korrlo- nen zu der Esvallerie folgender Gestalt: Von einem Regiment Eouras- strer erfordert der Staub Pferd- Vorrronm— 9Z N 4 LQ0 420 II 6y !75s 7.1200 Munds m c-°°) M MUNd-kortionM 462 kacir Pferd- UNd MUNd- kor rioom-—— 55/ 555 kr!ms plsna einer LompsAms erfordert Pferd-korrionen zr Mund-korrlonen 51 Icem 86. gemeine Mann/ jedem 1. Mund-und Pferd-korcion 172 2s4 An 10. LompÄZnieN/ ic» kacic—— 2540 kack auf ein Regiment von 1200. Mann/. korr. 3095 Wann nun obgedachte reüiren- de korcion per 28800. mit 3095. Zetheilet werden/ so ertragen sie 9. Regimenter/und noch darüber 945» gemein- Mann/ zusammen 11745» LurLlHers.Dwses wäre eine/irmäs V0N72945. Mann/ welche sammt denen Staaben und krimis planis auf einen Monat kostete/korrionen rocxroo Der General- und Proviant- Staab/ sammt der Cantzley/ erfors dern Mund-korrionen—- 252; Pferd-korcionen— 1074 "^rciZIerie-Staab MUNd-kor' rlonen—— 55> Pferd-korrionen^ 448 103596 Wann Mß(roi)M Wann die korüon zu z.fi. ge- s rechnet wird/ so kosteten obige so. Regiment, von 7394s. Mann auf einen Monath zu unterhalten fl» 310788 Welchen in 6. Monathen koste- 6 ten in allem—-— fi. 1864728 Wann nun eine Millionvon denen Bauern in gedachten Landern ist/ und zehen eine kornon auf 6. Monath zahlen/ so kommt auf einen jeden—— i.st. fi.kr. z.pft Wann man aber noch 102000. gemeiner Kerl (dieStäbe und krimpe plan« bleiben in ihrem Stand) darzu haben wolte/ so bezahlete ein Bauer oder Bürger noch einen Gulden mehr/ also/ daß wann man eine Armee von 17394s. Mann hatte/ ein jeder jährlichen nicht mehr bezahlen mäste/ als 2. fl. 51. kr. 3.pf. Nun ist gewiß/ Daß der allergeringste Bauer jährlichen weit mehr als z. Gulden bezahlen muß/ zu geschweige« dessen/ was von einer jeden Person durch Mauth/ Aufschlag/ Tax/ Angeld und dergleichen in die Landsfürstliche Latlum eingehen müsse/ angesehen kein Bettler ist/ der nicht wenigst 3.Gulden an Zoll/ Mauth/ Aufschlag/ Tax und Angeld racirö bezahlet/ mästen bloß allein der . vierdte Theil alles Geträncks in der Tax und Angeld kommt. Es ist zwar nicht ohne/ daß es nicht genug seye/ die Mannschafft solcher Gestalt herbey zu schaffen/ man muß sie auch monciren und mit Gewehr ver- N s sehen/ (2vr) sehen/ es würde auch den Standen nicht lieb seyn? Nön zehen oder eilff Mann einen hinweg zu nehmen/ zu dem würden auch solche geworbene Kerl Nicht ohne einig Werb- Geld sich darzu verwilli- gen/ über dieses ersordert auch das Proviant/^r- «Berie und Fuhrwesen ein grosses.^^ Aber so viel die Werbung belanget/ da hats bey den Römern geheissen: LoZere mMrem,und Verlangt man auch nicht/ daß ansaßlge Bauern aufgebothen werden/ sondern es ist ,a leicht zu ermessen/ daß unter zehen Bürgern oder Bauern wenigst ein Soldat-mäßiger Sohn oder Knecht gefunden werde/ und alle Jahr wieder Herwachse/ und ohne sonderlichen Schaden der Wirthschaft zum Krieg genommen werden könne. So seynd auch die Leute dergestalt von der harten Lobbac und schlechten Leben geplagt/ daß sie lieberm dem Krieg gehen/ als daheim bleiben/ bevorab wann sie wohl bezahlt werden. Was die kloncirung belangt/ da ist keiner/ der nicht auf drey oder vier Monath zur Nothdurfft Versehen wäre; das Gewehr tonte man zum erstens mal hergeben/ und wann die zehen Bauren es such bezahleten/sss käme gleichwol samt der sechs monatlichen Unterhaltung einer Nicht über vier Gulden auf das gantze Jahr. Was die^.rriAlerie, Pulver/ Bley/ Kugeln/ Fuhrwerck und Proviant betrifft/ dieses solle zwar so viel/ja noch mehr als die gantze kosten/ aber wann die Stadt und der Adel aus dem Ihrigen nach kroxorrioa ihres Vermögens dar- M(20;) M zu Lomribuiren/ so ist nicht zu Misteln/ man kön* ne höchst inner zwey Monath von Zeit der Nachricht eine solche Armee zusammen ziehen/ daß man dem Feind aller Orten mit gutem krogrek entgegen gehen möge. Wie aber des Angebers Meynung ist/ daß man mit einer kleinen Macht nichts richten/, mit einer grossen aber des Feindes 1"erriroriurn überschwemmen/ und aus fremden Beutel/ wieder Feind bißhero gethan hat/ unsere Mannschafst erhalten könne/ und dahero dieses Volck auf fremden Boden führen solle/ so wird ein jeder gar gerne das Seme darzu thun; Massen diß das eintzrge Mittel ist/ sich um das Seinige von dem äussersten Lum zu erretten/und zu beschützen/ damit man keiner fremden Hülffe/ die das meiste kostet/ vonnothen haben möge. Au dem weiß man wohl/ daß man nicht alle Jahr lauter Armeen aufrichtet/ sondern/ wann eine eingerichtet ist/ uyd wohl gehalten wird/so erfordert die Leeroucirung nicht so viel/ und der Rest dienet zu andern Kriegö-Nochdurfften. Hingegen erzehlet der Mercurius unterm 22. Dec. 170z. daß allein das König; reich Böhmen/ das Marggraffthum Mähren/ das Hertzogthum Schlesien/ nachfolgende Völckerschafft hätten. Böh- M(204) M Böhmen. Städte und Märckte Schlösser— Dörffer.— Mahren. Städte und Märckte Schlösser— Dörffer Schlesien. Städte und Märckte Schlösser Dörffer— Summa Schlosser. Städte/ Märckte u. Dörffer. 70« 200 Z4772 500 zoo Is002 L0S 29OOO 8oz8z 700 Wann man nun auf eine jede Stadt/ Marckt und Dorfs mehr nicht als 15. Hauß-gesessene Paar Ehe-Leute rechnet/ so ertrüge es/ ohne die 700. Schlösser/Paar Ehe-Leute 1225745. Nun ist über dieses gewiß/ daß ein Bauer/ einer in den andern gerechnet/aufdas wenigste jährlich zwantzig Gülden giebt/ ohne Saltz/ Bier/ Wein/ Mauthen/ und dergleichen Haupt-Gefalle. Ja wann man auch nur den Nutzen eines Bettlers rechnet/ den er dem kublico beybringt/ so erträgt es ein grosses/ dann er muß doch wenigst täglich zwey Pfund Brods haben/ wovon die Cammer wenigst i. Pfenning hat/ so jährlichen ertragt—— i.ß,^ M(205) M , Wann er auch im Sommer barfuß gehet/ so muß er doch im Win- ter durch ein paar Schuhe/ und ein paar Strümpffe/ ein Juppen/ ein paar/ oder wenigst ein Hembd/ Hut/ oder Kappen haben/ und ob man auch ihnen solches zu Almos gibt/ so muß doch der Gutthäter davon die Mauth oder Aufschlag bezahlen/ so wenigst einen halben Gulden ertragen kan und muß; doch setzt man nur—— 2s« lr. Wann er nur alle acht Tage eine Maaß Wein oder Bier trinckt/ die Maaß/ wie gemeiniglich/ 4.kr. wovon der vierdte Theil zu Tax und Angeld gegeben wird/ kacir 52» Wochen—— 52. kr. Wo ist so ein armer Bettler/ der nicht ein mehrers isset und trincket/ der auch nicht etwa einmahl in der Wochen/ oder in vierzehen Tagen ein Stück Fleijch bekommt? Ja ich raite ihm in gantzen Jahr mehr nicht/ als 2. Pfund Fleisch per 4. kr. taeic der vierdte Theil Aufschlag 12. kr. ° kscir fl. z. Wann nun m abgedachten Landen nichts als Bettler waren/ und alle obige Ehehalten nur in OK(ro6) HM Vater/ Mutter/ einen Sohn und einer Tochter bestünden/so ertrüge es—— 1205745 4 An Personen—— 48822970 Iedeobgedachtermassenpr.fi. r MachtanGeld- fi. iZ4688io Dreyzehen Millionen vier hundert acht und sechzig tausend acht hundert zehen Gülden. Und zwar ohne Saltz/ Schmaltz/ Gewurtz und dergleichen: Item ohne Aufschlag/ Zoll und Mauthen/ so auf die Tücher/ Seiden/ Vieh/und tausend andere Sachen geschlagen werden/ die ein Bettler nicht geniest/ und viel mehrer ertragt/und tragen muß/ als der Loden/ das schwartze Brod und schlechte Wein/so der Bettler geniest/und was ^an doch für ein innocenrerer und gleicherer Aufschlag seyn/ als wie obgedacht ist/ ja wann man auch das doppelt rechnen wolle/ so warees gleichwol noch gantz erträglich. ERDE. 'S-! Q« Q Historische Anzeige Von denen ?NIVirLQII8 Deß Durchlcuchtigsten Ertz- Hauses Lesterreich, Zum viertenmah! aufgelegt/ Samt beygcdrucktem Lhur-Mayntzischen VI vI^^ 8 gedachter NrivileAlkN- ?. V.». »LgtzSßsZZtztz^tzgzßtzKzFKssZsL« Regenspmg/ Verlegts Johann Conrad Peetz, und Felix Bader/ 17ZZ. Elcher gestalten aufannöch fortwährendem Reichs- Lon- vcnk zuRegenlpurg, im Jahr 1665. bey Fürnehmung des achtzehenden Artickels- der beständigen Kaiserlichen Wahl-6»pimiAlon, irr dem Reichs-Fürstlichen LolleZio^ die Frage>Zs koro^utirmco entstanden, und von 9- bis 16. Leptembns darüber getherdigek worden, anbey aber auch des Hochlöblichsten Ertz-Hauses kn- vüeZis, wegen der LonnLxion, fast ins gemein darunter mitgenommen werden wollen: solches ist bey vielen ausser Zweiffel annoch in guter Ge- dächtnüß, anbey nicht weniger bekannt, daß die Berechtigung höchst- ermeidten Ertz- Hauses, von dessen damaliger Gesandschaffr, dergestalt ausgeführet worden, Laß von der zu Nachtheil derselben gesuchte» Oaulujz in der Lzpitulsnon ( wohinem sie ohne das wenig gehörig war- gb- Ütsbitt worden. Es hat aber hiedurch gleich- wol nicht verhütet werden können, daß verschiedenen ein besonderes Nachdmcken über angeregte kkjviwzm, und gewisse Skrupel Hintechlieben, mittelst deren dieselbe sich nicht fürstellm können, daß jemahl, bevorab in den alten Zeiten A A da Da so gar auch das heutige Reichs-übliche Jus leritorii noch in keiner evnüÜLW gewesen/ e»n Reicks-Stand dergestalt hoch befreyet werden mögen- daß demselben gleichsam e.ne willkuhrli- che vspenüentz vom Reich/ und beynahe mehr Line connexio svcislis, mit demselben/ als eine vollkommene Unterwürffigkeit übrig geblieben» Dannenhero hat auch bey viele«/ dre mrgeMeynung eingegriffen/ ob hatten die Oesterrerchee, mittelst ihnen so langwierig beygewohnter Hoheit des Kayserthums sich selbst so vortyerlhaff- tigpriviiegirt; maffen dann bald daraus derbe- ruffene Zeverinus cie NonLsmbsnc), mit seinem bekannten 8cripto Ze ilLtulmperii Oermsmci und Darin» enthaltenem anzüglichen patlu lecunäi csmtis aufgezogen. Etliche aber/ so die That sechsten, und daß sothane knvilsM eigentlich nickt von denen Oesterreichischen/ sondern von Denen Schwäbischen Kaysern hergefloffen, rn keine Abred stellen können, seynd dannoch daraus gefallen/ es mästen zu Auöwürckung, einer so selßamen Lonäelcenäentz/ der Kayser und des Reichs/ eben so seltzame Weege und Mittel gebrauchet worden/ vielleicht auch entweder m der Privilegien anfänglicher Ausdeutung und Übung, oder in nachmaligen conürmsnonen wider die Meynung der ersten conceäenten/ der Sach m etwas zu viel geschehen seyn. Ob nun zwar dergestalt beschaffenen ungleichen Meynungen/ meines Erachtens, durch eme ledigliche Fürst-llung des, bey und nachher 8 n rr i- >r re )- s- f- e- m id 6i at ch on in uf so ses ;e- )er >g, die >in leime der ahl des Eey-Hattses GeffekkeLch. f Wahl kricierici LgrbsroÜL, als primi Lonce- ücntis, sich befundenen Zustands im Reich, und mittelst Anführung der Haupt-und Grund- Ursachen, wodurch hochgedachterKayser, und das Reich die Marggrafenzu Oesterreich so hoch zu begaben sich vermögen lassen, so fort gantz un- fchwar zu begegnen, und selbige aus der Wurtzel zu heben gewesen waren: so ist dannoch solches Mittel auf Seiten geblieben, unwissend, ob es unter so vielen andern dem Merck gewachsenen Gründen,für einen Überfluß angesehen worden, oder es sonsten niemanden beygehen wollen. Nachdemmahlen es aber gleichwohl nicht allem an sich sechsten löblich und wohl getkan, die Wahrhett in allen Fürfallen und Umstanden zu beleuchten.-sondern auch für andern die dißfaösige mdasHeitere zustellen, und ferner zubestarcken, dermahleins wieder zu statten kommen darffts: als ist nicht ausser Weege gehalten worden, solchem hiemit Vollziehung zuthun. Es ist aber zu dem Ende die Sache etwas höher, und ab einigen, noch vor kriclerici LZrkzrüÜT Zeiten, im Teutschen Reich vorgefallenen Veränderungen herzuholen. Welchem nach dann hoffenolich erscheinen wird, daß an Seiten des Reichs die Noch sechsten sothane privUegis erfordert, und kein anderes Hauß im Reich sich rühmen könne, daß die Seinige dem gemeinen Wessen jemabl erfreulicher oder ersprießlicher ausgefallen, noch theurer, als diese Oesterreichische, erworben wordm. A;^ Als O Vstt dettett?nvi?eAÜ^'. "" 2iis imJahrHHs Küyftriiche Haust der^ Hertzogen in Francken, dem Manns Stammen v «ach/Mlt Kayftr tteinrica V' abgüngen,vermeyn- t ten zwar, dessen Schwester^Znem Kinder er-^ fier Ehe, Conrad und Friedrich, Hertzsgen zu S Francken und Schwaben, Geblüts halben, die* nächste zur Reichs-Folge zu seyn» Die Stände 8 ober fielen auf l-oMsnum einen Sackstn, von k Stammen einen Grafen zu Huerfurt lind Smp- r plinburg, den aber feine hohe Leibs- und Ge- r müths-Gaaben,theils durch milde HochachtmiA i Der Kayftr, theils durch glücklich- getroffene Hey- t rath, zum Hertzogen des völligen Obern und Nie- r dermSachftns, zu Engern und Westphaleinwie< es ktenncuZ^uceps vor ftinerWahl, und Otto ^l.zuAnfang seiner Regierung besessen, erhöbe»- hatten. Dieser Kayftr hatte an ehelicher Leibes-; Folge nur eine Tochter, die er an Hertzogen Hein-^ rich den Skoltzsn, zu Baym, Heinrich des Gchwartzen Sohn, des uralten, aber durch drey- t rnalige seine veckitution etwas ungtückfteligen Agi-lsffingischen oder Welphischen Hauses, ehelich beygelegt, demselben zugleich damit sein Her-' tzogtbum Sachsen übergeben, und von Reichs wegen aufgetragen, daraufaber im Jahr uz 8» in der Rückreise aus Italien, unweit Trient, verschieden Sein Tochtermann Hertzog Hein- reich, auf dessen Grentzen sothane Meldung, deren er auch beygewohnet, erfolget, bekam solcher gestalk, wider alle bis dahin im Reich herkömmliche Werft, zwey grosse Hertzogthümer neben er m n- r- zu sie öe >n P- E- ng y- ie- )ir ro m is- ikl- >es !y- M leeres l 8» it, in- )e- )sr INEN in- des Lm-Hsttfss GesterktE.^ einander, und wurde dadurch in gerader unzer- brochener Linien, ein Herrscher von dem Adrm- iischen Meerschoos bis zu demBalth, und zu der Teutschen Nord-See, gestalten es mit damahligen Reichs-Hertzogthümern eine gantze andere Gestalt, als mit den heutigen hatte. Hiedurch eingeleitet, und in Ansehen seiner Macht, nutder- gleichen ihm kein anderer im Reich beykame, und in Vertrauen aufseine, mit dem nachtzverb iche- nen Kayser gehabte Anverwandschafft stellte ee sich für, die Kayserliche Würde könte,hm Nicht wohl entgehen. Weiche Hoffnung noch mehrers zu befestigen, er auch die unter seines Schwleger- Vatters Verlassenschafft, gefundene Reichs- Kleinod, so bis aufÄMmunäum, die Kayser aller Orthen hin pfleglich mit sich geführt, zu semetr Händen genommen. Jnmassen er aber in seines Echwieger- Vatters Welschen Krieg- Augen, durch etwas angebohrne Hochsinnigkeit, stcy nicht wenig Fürsten zuwider gemacht,und insgemein wegen seiner, bis dahin im Reich nie gesehener, und mit ziemlich gewalthätiger Art von Handlen begleiteter Macht, verdächtig war, ee auch zumalen fast niemand um die Wahl-Stimmen mit guter Art zubelaugen gewürdiget: fände er sich allerdings hinter denAnschlgggesetztmidem der Fürsten Meynung aufvorernannten Hertzo- gcn Conrad zu Schwaben gelautet. Solches war Hertzog Heinrichen ein Verdruß rcherStosi; widersetzte sich derowegen sothanerWahl/lchal- te sie einseitig, und weigerte sich, die vorenthalte- Ä 4 ES Z Vstt dettstt privsseZüs ne Reicbs-- Kleinod, ausfolgen zu lassen. Die k Cache wurde aufemenTag nachBambergver- t anlaßt, allwo zwar die Sächsische S tände durch r Vermittelung der verwi-tibten Kayferin Ri- t chensa, deren Erb-Untertbanen sieznmTheilwa- l reu /steh zu demKayser,aufgewlffe Massecheque« l rneten, Hertzvg Heinrich aber zu erscheinen sich l weigerte." Ob nun gleich dieser anderwärtig auf i Regenlpurg beschieden-worden, sich auch geltet- i let, und endlich die Reichs- Kleinod ausgehändigt, sieb dem Kayser zu unte: werfen verlanget, s und Gngd gesucht: wäre dock bey diesem, der des- Hertzogen Hochmutb und mißbrauchte Macht gedampffet leben, auch vielleic- t die reinem Hauß! und ihme sechsten, wie auch solchen der Francki- schen?«sikr-tat von Kayser l-orbsr-Q und denen' Welchen zugefügte Drangsalen wiedersiatten wvlte, kein Gehör zu finden. Derowegen beschriebe er so fort die Fürsten nack Würtzburg, Mt Zustimmung deren, er den Hertzogen IN die Acht erkläret, auch gleich darauf zu Goßlae beyder Herhogtbümer entsetzet. Sachsen verbliebe jbm zwar in Handen, um weilen der Kayser nicht Macht genug gehabt, selbige Stände diß- mabi von ihm abwendig zu machen, Massen sie auch nicht dem Hertzogen, sondern seiner Gemahlin angehurig waren; allwo er jedoch et- wann em paarJabr beruach durch den Todt ent- rucker, kurtze Verweilung gemacht, und seinen nocb minderjährigen Sohn, gleichen Nahmens, welchem hernach, wegen sonderbarer Begeben- des Ektz- Hauses Oefl errrrä). 9 Ä bett^r'Zm^medes Löwensbeygelegt wor- :r- den, zum Nachfolger hinterlassen. Dlsem ver- -ch pachteten sich so fort alle Sachsen, als ihrenna- Ki- türlichen Erb-Printzen, mit so beständigem Wu- »a- len, und Anbängigkeit, daß ibme zu Lieb, und chn ie« bey seinen Mütter- und Großmütterlichen Lan- ich den zu erl- alten, sie nicht ermangelt, sich auch de- mf nen Kavserlichen Zumuthungen, mit Gewalt zu A- widersetzen..^, in- Was aber das Hertzogtl-um Bayern belan- et, get, hatte der Kayser mit selbigem inzwischen an- )es derwartige Verordnung gethan, und es lemem cht Halb-Vruder von Mütterlicher Seiten ,Marg- mß grüf Leopolden von Oesterreich, des H. Leopolde cki- Sohn aufgetragen. Dann beyde waren von ien vorangefühtter Agnes, Kaysers üemrc' ren Schwester,»ennci iv. Tochter, zu Welt gebe- bracht, welche erstlich aus vätterlicbem Befehl ra, dem Schwäbischen Grafen Friederich von Ho- die henstauffen, der auch damit zum Hertzogtbum ey- Schwabem gelanget, nach dessen tödtlicher Ent- lie- Wendung aber, aus brüderlichem Willen,dem i^eopoiNo die eheliche Hand geborten. Aus dem )iß, ersten Band waren die bereit erwehnte Conrad ' sie der Dritte Römischer Kayser, und Friederich 8e- Hertzogen in Francken und Schwaben, aus dem et- andern aber Leopold und Heinrich, Maßgrafen mt- zu Oesterreich, und darausHertzogen in Bayren, nen wie auch Conrad Bischofs zu Paffau hernach ns, Ertz-Blfchoffzu Saltzburg, und Otto Bsschoft >en- in Frevstng(derfüranderndiejenVerlaufburch ,it, A r t«»° z>I Hsii dLMtt pnvikeZus seine Schrifften, bis auf uns gebracht) entspros- cls sen. Marggraf Leopold befasse das Hertzog- N- thum, doch nicht allerdings ruhig, nur bis in das w! 1142. Jahr, in welchem er das Zeitliche gesee- cs Knet; deme aber derBruderMarggrafHeinrich, li^ aus KayserticherBrlehnung, nicht weniger darinnen, als in der Marggrafschafft gefolget. Die- i fer liesse sich Getraud, Hertzog Heinrichen des^ Löwen Mutter, und Kaysers l-orbsrü Tochter, bc aufKaysers Lonrsck Unterhandlung ehelich ver- g« pflichten, Zweifels ohne in Absehen, auf den Falk se Heinrich der Löwe ohn Leibs-FolgNerfiele, durch ch sie auch zu ihrem Erb> fälligen Hertzogchum^ Sachsen zu gelangen. Dieses zwar ist in Er- H manglung mit ihr erzeugter Kinder fehl gefchla- zl gemmassen sie auch nicht lang mehr gekebet. Doch E vervliesie er nicht allein in Lebzeiten Kayser Con- ri rads, aller von Heinrich des Lewen Oheim, Her- H tzog Welchen, gemachter Sprüch und Anfech- n Lungen ungeachtet, bey dem Hertzogchum Bay- v reu: sondern hatte auch noch vor seiner Ver- st Mahlung, durch gedachter seiner nachmaligen i> Gemahlin, und des Kaysers Vermittelung, so u viel erhalten, daß Heinrich der Löw sich aller sei- st ver Rechten und Zusprüch darauffeyerlich bege- st Leu. Weilen solches die Befugnüß des Marg- d grasen nicht wenig bestarcket: ist kurtz hiervor er- t wehneter Fürstlicher Historien- Schreiber Orco i krmlmAenlis selbst darüber zuvernehnsm. IMPL- s rsror non mulro poii äsxoniam mzcetlus(sagt i er o». /. 7. c. 26.) clstä in uxorem viäuL vu- s des Ektz«-H8 I^Lnrici, woibäNi lmperstoriZ, 6iiä l'rätri sucs Mnrico^lsrehioni, pgcem cum omnibus Zsxo» nikus kecir, eiäewgue^lsrcb oni dloricum vu- cztum, quem corcküo mstris. Oucis blenrici 6- Iiu8 jsm conccLt. Als aber Kayftr Conrad der Dritte, im Iahe iisr. diese Zeitlichkeitverwechslet, und dessen Bruders Sohn der tapffere Hertzog in Schwaben bUclesicus Larb^ross; M das Reich gelanget: änderte sich der Sachen Zujland, weilen dieser Kayser mit beyden strittigen Theilen in gleicher Gesippfchafft gestanden; mit Heinrichen zu Bayrn und Oesterreich zwar, als dessen Halbbruders Sohns; mit Heinrichen dem Löwen zu Sachsen aber, als Geschwister Kind, Massen Heinrich der Schwache zu Bayrn, durch Heinrich den Stoltzen seinenSohn, und Judith seine Tochter, ihrer beyder Anher gewesen. Weilen nun Heinrich der Löw, nachdem er inzwischen zu vostbaren und männlichem Alter gelanget, auch seine Mutter Todtes verblichen, weiß nicht, aus wasUrsach, seine Sprüche überBayren wiederum auf das Brett gebracht: hatte ihm der Kay- sers nicht nur Geblüts halbengern geholffen gesehen, sondern machte dabey auch keücxion auf den von den Standen bey seiner Wahl geführten Zweck, in dem sie, mit bis dahin nicht pfleglicher Hindanletzung des letzt-abgegangenen Kav- sers hinterlassenen Sohns, Jhme Friederichen ihre Sticken zugelegt, damit er, als beydeuHau- sern, dem Oestrrreichischen und Welphischen ?L Vs»r den«»?nv;kePi'r deren Mißhelligkeiten das Reich so lange Jahr kni in Unruhe und Widerwärtigkeit gehalten/ mit 6«- Geblüt so nahe zugethan/ selbige vergleichen, nai und dem Reich in den innerlichen Frieden dadurch Th wiederstellen folte; welchem des Reichs in ihn sell gesetztem Vertrauen/ er ein Genügen zu thun be- ge> dacht war. Wer das, triebe ihn nicht wenig sei- ein ne eigene Ehre und grosser Muth indeme er sich da des Reichs, in Welschkand und andertswv ent- kö> wendete Länder, wieder hierdey zu bringen, gleich füs Anfangs seiner Regierung sürgeftßet, hierauf wi aber, ohne im Reich wieder befestigte einheimi- I, sche Ruhe keine Rechnung zu machen hatte; zm de malen ihm die zwey mächtige Helffer zu Bayrn ab und Sachsen,deren keineraus Beysorg fürdm ge andern, sich hätte von Hauß sicher wagen därsi he fen, entgangen seyn würden. Endlich erwöge ge auch der Kayser, was für einen Zuwachs seinem cu Nahmen und Nachruhm und was für ein Anst- C Heu und Hmkoritat er seiner noch blühenden Ju- w gend, und neu-angehender Regierung, in und m ausser Reichs beylegen würde, wann er eine dem 2 gemeinen Hepl und Wohlstand so nöthige und d, vorträgliche, aber auch schwäre und fchlüffrige V Streithinkegung glücklich errichten folte; von welchem allen bey Oktune krilingense hin und^ wieder in seinem' zweyten Buch, äe Kebus ge- si N-8 knäerici das mehrere zu lesen. a Durch so viel nachdringliche Antriebs- Grün- tz de veranlasset, thäte der Kayser sorgfältig und b eyferig zu der Sgch» Lrar Mulm Lerenillimi h I des Ektz- Hsrrfts GesterreLG. i L M knnc p!8 gnxietss, sagt übermahl Otto knliNALN- mit Ksiö.c.7. Er beschieöe gleich in den ersten Mo- en, nathen seiner angetrekkenen Regierung beyde rrch Theile für das Reich nach Würtzburg, um dre- ihn selbe rechtlich oder gütlich von einander zu brm- be- gen, wobey Heinrich der Welffaus Sachsen sich sei- ringefunden, der auf allen Fall versichert war/ sich daß er mehr nicht, als bereit geschehen, verkehren mt- könte. Heinrich der Österreicher aber, hielte ei» für besser-, sich zu entschuldigen. Der Kavsev -auf wiederholte, die Tag- Satzung nächst-folgendes Mb Jabr auf Ostern nach Bamberg; allwo zwar zu- beyde Hertzogen erschienen, der von Oesterreich iyru aber, wie vorhin, für Gericht-zu stehen sich entzo- )m gen, um willen er nicht ordentlicher, und Reichs- ach herkömmlicher Weiß für das Recht vermeynte »oae geladen zu seyn. Dergleichen Ausgang gediehe iem auch denen Handlungen zu Regenspmg und nse- Speyer, so noch selbigen Jahrs unternommen Ju, wurden. Sintemalen aber dem Kayser der nullund mehr unumgängliche, als eydlich beschworne )em Zug nach Italien zu nahe kam, und er daher» und dem Handei kurtzum abgeholffen sehen wolte: ^-ige Nahme er vor, den letzten Versuch zu Goslar von auf einem Lahmgelegten allgemeinen Reichs- und Tag zuthun; allwo, weilen Heinrich der Oe- As- sierreicher, von seinem vorigen Einwenden nicht abzutreiben war, er in Lonrumscism des Herum tzogthums Bayern verlusir'gt erklärt, und fti- und diges Heinrichen dem Sächsin zu erkennet wor- lmi dtsi. Glko kriünI.. N.at.e.7.9. V 4 4 Vd» dme»r privHegiis Ob nun zwar der Kayser biedmch so viel erhalten, daß wenigst die eine der streitigen Partheyen, als Hertzog Heinrich der Löwe mit'seimn Sackftn demselben über die Alpen gefolget: war doch dem Handel im Grund wenig damit gehvlf- fen, indeme Heinrich der-Oelierreicher dem Urtheil Vollziehung zu thun weigerte, ihme auch die Bayrische Land-Stande meistlich zugethan verblieben; über das sein Anhang, von den Fürsten im Reich, nicht gering war, deren ein ziemlicher Theil(recenlLr proiatz in tarn magnum krincipem lententM, Le ex b nc ob ortum non xarvum sliorum prmcipum murmnr', sagt Otto crt. c, den Ausspruch gantz nicht bist lichte. Der Kapser setzte inzwischen seinem Vorhaben in Welschland nach, und dampfftemeisi- lich, was sich ihme in den Weeg zu legen vermas- se. Er könte jedoch dißmahl weder die aufrüh- rische Römer, noch die Mayländer bändigen, Noch die Normanmer aus Apulien und Cala- brien vertreiben, weilen die zwar steghaffte,ader auch durch ihren Sieg geschwächte Armee,durch keinen Nachzug aus Teutschland entsetzt wurde, als welcher wegen anhaltender einheimischen Unruhe, und übler Zusammensehung der hinterlassenen Stande, fümebmlich aber, weilen das^ an Italien nackst-aelegene, und darum den Kay-§ fer zu lecunä-ren bequemste Bavren wenig dazu, thäte, nicht folgen wolte. Dieser Ursachen langte z er im andern Jahr seines Römer-Zugs,zwar mit, dem Nachruhm vieler liatklichen Thaten, aber nur -s.«r rz.E K Z.Ä s Z er- a» neu var ölst >em uch -an ür- M- UM >vn »tts bist or« G äst !N, lü-- l)L§ i'ch de, )en er, as ry- rzu ztt nit !'.!k des Ery- Hauses Oesterreich, r f Nur mit halber Verrichtung, und einem zerriffe- NM Heer, wiederum über das Gebürg herüber. Er muste aber bald vernehmen, daß nach, einem Ruckwenden es in Italien vieler Drtm den alten Trieb gegangen; und ob er zwar den Zug zu wie- Lerhohlcn zeitlich entschlossen: begriffe er dannoch Zantz wohl, Daß so lange der Bayrische Hände! Nicht geschlichtet, alles den vorigen Weegssaufferr würde. Hingegen polte der bisherige Besitzer, sich weder durch die Billlchkeit noch durch die Roth gehalten ermessen, seiner Veruttheilung Latt zu thun. Der Kayser selbst schiene, seinem m LoirtumsclÄM gethanen Spruch nicht^allerdings zu trauen, indeme er, der doch Richter, und seines Richterlichen Urtheils oberster Lxecu- wr war,sich erniedrigte, einen Mittelweg zu er. Meiffen, und das von ihme feyerlich eröffnete Urtheil auf die Seite gesetzt, die Partheyen noch. Mahls zu gütlichem Vergleich zu veranlassen, und zwar Hertzogen Heinrich den Oesierreicher, ei. zener höchsten Person dahin zum zweytenmahl M behandeln, krwceps sä wmiüsriz remeZNL Oomicilirt, alloHuimk m corrünio ieAlIbsnen- sium patruum suum Ulsnrieum vucem, M ei 6s rrrnlbÄione fzcienüz cum sllero stlemico, czur zam(ut öiÄum eÜ) vucsrum Lzvsri«^obtique^ rsk, perlusiierek. Lu, 6um ilie tum non scguis. sceret: iterum slium, ezu« eum luper eo° üem neZolio per inkernunriLS convenirer, in VsiozriL versus conümum Loemomn) cvNllj- tuik Lee, cüm mujris moöis 26 trsnl-Zenöum N0Sr 16 Vs?r denett prlviletzils nss, gur meäiLtorum chi vic« tuu^ekÄMur, ope» U rsm clsremus: jnfüÄo aäkuc negot o ins^urNi M sb rnvicem sepzrati lumus, spricht abermal Orto He krilmgenlis, so auf Kayserliche Veranlassung, ur sich bey seinem Bruder dazumahl als ein friedlü en cher Werckzeug und Unterhändler gebrauchen gc lassen, aber bey Diesem wenig Danck darüber gr weggetragen zu haben scheinet, weslen sie nicht de einmahl Abschied von einander genommen, er m demnach desto gewisser und unpartheyischer von re der Sache schreiben können. de Diesem nach, hielte zwar der Kayser darfur,-1 weniger nicht thun zu können, als seinem Aus» sp spruch die endliche Vollziehung wiederfabren zu de lassen, wie er dann noch selbiges Jahr zu Regen-^!» spurg,Hertzog Heinrichen dem Löwen, den Be- m sitz des Hertzogthums, Mittelst von dessen Stan- kr den verschaffter Huldigung eingeräumet. Daß b. aber das Land dannoch guten Theils an denen lo Oesterreichern gehangen, erscheinet ab dem, daß» man sich der Städte endlich verpflichteten Treu /L nicht genug versichert gehalten, wann sie nicht auch durch Geißeln befestiget würde, propres ru kowLAO Le S3cr3menro 6bl o'oüZsn. di tur Lc cives non folüm juramento, seä etirrM, b< ne ullsm vacillanöi potettglem bsbersnt, vsäi. ri dus obsirmsmur, /ür/ c 2F. Daß auch dessen a^ 3' len ungeachtet, Heinrich von Oesterreich, gleich- wohl noch einen ftarcken Fuß im Land behalten, Nl und theils Meister davon geblieben: ja, daß auch a der Kayser selbst dem Bestand seines gefällten g Dss Srtz-Haufts GesterreLch. 'S. UtthkiSs/ Und dessen nunmehriger Vollziehung, rzn noch dazumahl wenig Kraffr zugemessen, sondern rto beydes dem Gegentheil mehr zum Schröcken, g, und als ein näheres Mittel selbigen zu gütlicher )ln endlicher Abkunfft zu vermögen, als aus Unum- )en ganglichkeit des Spruchs, und klarer Berechtig der gung halben fürgehen lassen, solches erhellet aus cht Seme, daß über solches alles er dennoch nicht er« er müdet, seine gütlicheOKcis bey dem vonOester« wn reich nochmals und wiederum eigener Person in den heiligen Pfingjl- Feyettagen des gefolgten lr, r i s 6. Zahrs, und zwar in der Nahe von Regen« §s» spurg einzuwenden, und den Vergleich zu trei« ! zu den- Es lji ihm auch dieftsmah! endlich gelungen, en-?Wpersr«r gcl Lssväriam recliens sie kentecolieL )e» in guoärm callro Ottonis kslarim privstus«rar, kroxims üe kinc leriä rertis non longs 3 civitAL >aß R-rUi-bonZ pZkruum suum Ncnricum rlucem 3!- lerl loguens, Z6 tELZÄionem cum sltero itiäem ,aß dlenrico fscienclsm, ruuc clemum inclinsvit. WU /ürlleur ry. ichk Die Vergleichs»?unÄen wurden dazumahl res«och in der Enge gehalten, zweyfelsftey, weilen zn- der Kayser, Massen es der Erfolg hernach gege- m, den, mit einer so erwünschten Zeitung und Ver- , Mein weniges Urtheil hat oben davon gelautet, engt daß so lang Teutschland stehet, im Reich niemahl hm, einige privile^en, so demselben erfreulicher oder nstÄ B? ersprieß- ÄS VStt dettttt krlvileB« ersprießlicher gewesen, oder von dem scheuten theuer erworben worden: ertheilet seyen. Dann was für Freud und Vergnügung, der Mauser und das Reich darüber geschovffer, zeuget abermal der in Versöhn beygewesene Ono krchnxenlis, in vor oMngesührtersemerHistorl, L.§. krreponebst hoc knncevs omwdus worum «ventuum lucceEbu»; daß der Großthatrge Kavser kriöencus LsrdsroL. diesen 1o muhe« samlich erhandleten Vergleich über al,e seme vielfältige und Weltberuffene Knegs-und Friedens-Thaten geschähet. Er sagt ferner c. Z2. Daß ebenderselbe aus sehnlicher BeMerd diesem Merck ein End abzureichen, eigener Person, ne- bensi allen anwesenden Reichs- Fürsten Mar^ gras Heinrichen von Oesterreich zwey Meü von Megenspurg ins Feld entgegen geruckt, und allda unter freyem Himmel die furgefttztebolr umtaten verrichtet, so dann fröhlich wieder nach Regem svura aekehret, vebinc krincipe A pmmo suo) in csmpum occurente, msuedat enim ille sä äuo Veutom- csmMsris, kub pspiliombus, cuutt.s procenbus virisuue msenis sccurenübus, consürum, guoü ism äiu secrslo retenwm celsbawr, pubbcstum «ll 8cc. Itsgue sä civilstem juxts czuoä prseop- esverst, terminst» controverlis lKtus reäm«- Er schreitet weiter, und spricht an eben dMw Ort, daß von selbigem Tag an, em solcher Fue und allgemeine Freud im Reich entstanden, daß d« in sr cr hl zr se tü te Sk k' rr tc k< d u d n t: ri f s dss Ektz,Läuse» OeßekkeE M n darüber zu nennen, Porto tanta ab eo Nie usgue in prselenrem, toti l'rznlalpino pzcis jucunciitss )^x arr-lit Imperio> ut non lo!üm Imperator Le^u» A-.>tii.is, leck L Pater patrise jure Zicatur knäeri. Hko cus. Der Hertzog in Böhmen, der sich nickt M >ri, hoch gehalten, die Vergleichs-Artickel dem Ruch im ßu eröffnen, wurde nach eigener Meynung, noch j§e selbigen Jchrs zu Königlicher Würde erhoben» hE« Frr-iencr, Parts r. cLro-rrci L i«» />eüero r»rer 5cnproret Zier. 6er«M. sM, ret-r-- t«m.^laäe^lao Illuliri vuce öokemiT sen- 22 tLNtism promulZants Luc. Lt pMiö püst: Loäeai ^ anno Maäerlaus l)ux LokemiT murato ab!m- xeratore äiMltatis nomine in lieZem Lokemo- rum prxücitur. klaclevicus der Lontinuator Ot- tonis krilinZentis sagt gleich in den ersten Wor- tda ten seiner Histori, es habe darauf in Deutschland das Ansehen gehabt, als ob neue Menschen/ und ein neue Erd erschaffen wäre, ja, als ob '.L. der Himmel selbst milder und fröhlicher ansetzte- ^ NL. La äenigue pax in Lsrmania erst, uk mu- »ati Kamines, terra alia, ccslum iplum moliiusmi» bus tiusgue vicleremr. .od Aus eben diesen Worten, und ab einer so un- rum gemeinen Freud, und Hochschätzung Kaysers kriäerici dabey glücklich eingewendeter(Lwrg- '«fc. fält und Mühe, ist auch die Ersprießlichkeit und >s,n, der ungemeine Vortheile so dem Reich mittelst L fothaner gütlichen Beylegung, und darinnen daß bedungener Oesterreichischen privileg-en wle- inds derfahren, abzunehmen^ als deren erste Wur- darr Lr Ns« de«M pnvUeWz^ rkrmg die Wiederherbeybringrmg des so lange T Zeit vorher aus Teutschland gleichsam verbanm Ä ter» Friedens gewesen, Oräm-ao in MemsnniL m xZrtibus tnmmä prucisnu?. Imperio, tsts terrs ü- 1s jsm inuütatsm Le 6iu mLvgmrsm rrMguillits- vi rem sZebst. LZ öenigus psx in Lermsniz e- rst, ur mürarl Komm«s"§re. sagt jetztGemeldt« rn maße» ksäevicus- Und d aß der vorherige Unftied ch «us sothanerZwiespalt wegen desHertzogthuAs is Bavrsn entjiandsn: zeugt ConrsZu«?Wb->.s vr- es ipertzLnüs F«ö Sia'erico JaröawFÄktmr in ttt- ei bus Znnis primis P3LLM reformavit in-- u ter Principe LleM3nn!W, gus vsläe lurbstgtue- tz rat, propwr vucstum Isvsr« L Äxoni»» 6c»1 je tupra äclcriptum ett.. So bekäme auch der, li Kaystr und das Reich dadurch die freye Hand f< die Königreich Italien/ Pohlem undArelatL/auch f< Die Wendische Völcker zwischen der Elb und O- u der, wiederum herzuzubringen; anderer grosser d in- und ausserhalb Michs verrichteter Ding zu- l- geschMigen» poü liKL cunÄL libi subjuggvit Im- v xerZtoris kriäericj potLNtia, sagt das 6üro». N ^AFs»/s WÄW Mtr/2. r Um nun fernere anhersfürstellig zu machen/wie L theuer diese pnvüLZM damahliges Haust von c Oesterreich MksMMLn 5 wäre eine ausführliche r Nachricht zu erstatten, wie es vor Alters mit de-' l mn HertzogOLmern im Reich beschaffen gewe-« fen. Solches leidet aber die Kürtzs nicht/ und^ kommt allhier nur so viel anzuführen/ daß zu i Zeiten der Merovmgischen Könige das gantze l Teutsche ML l i?» !tg» e- üed Ns v» irr- in>. UL» >cu: dK Md Ä O- W zu- !m- NiS )W che he- oe- >nd zu rtzL ch- Ves Eetz- Zäufss GestekMKi ZK Deutschland diffeiten Rheins bis an Ungarn, Böhmen und die Elbe, nur ,n vier Hertzogthu- wem, als dem Fränckiscken, Schwäbischen, Bayrischen und Thüringischen, gleichsam als m vier grossen Creyssen besianden, deren Hertzogen Gewalt so unmäßig gewesen, daß sie zumehr- malen sich in vollkommene Freyheit und Mäepen- äenN zu erschwingen unterfangen, auch zuweilen ihre^Gewalt einer Königlichen Gewalt verglichen worden. Welchen Ungelegenherten zu entgehen, OroluZ^srtellus, pjpinus örevis, und crro!us,^LAnus, nach und nach, alle Her- tzogtbümrr durch dasFränckische Reichdch-und jenseit Rheins, so wohl in Teutschland, alsGal- Lien abgethanj herentgeaen aber die ors dahm selbigen bottmässig gewesene Grafen und Graf- schafften, unmittelbar bey dem Reich gelassen, und aus jedem Hertzogthum eurem oder andern der Grafen, so auf denGräntzm des Reichs gelegen, um allerhand möglicher Zufällen willen,so vielvon ehemahliger Hertzvgen Gewalt eingeräumet, daß sie auf etwa mit den benachbarten Nationen entstehende Hände!, gegen selbige des Reichs Angelegenheit zu beobachten, fumemlich aber auf unversehens Kriegs- Gewalt die andere ihre Mitgrafen aufzubieten, und felsige gegen den Feind zuführen berechtiget waren, welches aller Marggrafen des Reichs erster Ursprung und eigentliche Obligenheit gewesen. Aber Durch Versehen der letzten Carolmstchen, auch Lurch allzugroffe Mild der Sächsischen Aayser B 4^ UNO ?4 Vstl VettStt prlvüegirs und Könige, bevorab da man in einer Persoh» s viel Grafschafften zusammen kommen lassen, ge-! langten die vorige Teutsche Hertzogthümer ne-°! den dem inzwischen congueibrten Sächsischen l von neuem empor, zwar,wie es sehr wahrschein- s lieh ist, mit einer der vorigen nicht in allem gleicher l Gewalt der Hertzogen, herentgegen mit Erwei-! terung einiger derer Grantzen, und waren für an- r Lern das Bayrische und Sächsische mächtig und r weitschichtig, aus welchen dieses letztere endlich s den heutigen gesamten Ober- und Nieder-Säch- s fischen Crepß( einen Theil Thüringens und der l Marck ausgenommen) und von dem Nieder- t Rheinischen das gantze Westphaken begreiffem i Der Bayrische enthielte all dasjenige, was von- der Adriatischen See an, gegen Aufgang und' Norden, den Sclavonischen, Ungrischen und Böheimischen Grantzen nach, diß- oder jenseit' der Donau sich bis an das Vogt- Land erstreckt,' gegen Niedergang aber Francken und Schwaben, gengen Mittag das Trideminische und ande-! re Theil Italiens, und die vorbemeldte Adriati- sche See bestreichet; in welcher Gestalt es bis zu kriäskici kzrbzroL Zeiten verblieben, ausser daß villeicht Körnten zeitlich davon Egetrennet worden. Nicht ohne ist es, und sonderbar zu be- mercken, daß nicht alle in sokhanem Bezirck begriffene Stande denen Hertzogen mit gleicher Uuterwürssigkeit, sondern einer enger als der ander, alle jedoch durchgehend mit einiger Wicht, BottMüssigkeit oder l^elsston und ktgpporc, sie K«EknK Hauses GssteetELO. 2^ ch» sey gewesen, von was Art sie wolle, unter andern ge- die Ntarggrafen mit der Lehnbündigkeit und ue- Heerfvlge zugethan gewesen, ob gleich solches al- >en les denselben, nicht weniger auch denen Bischof- in- fen, an ihrem Reichs-Fürstl. freyen Stand, Ho-' her heit und Unmiltelbarieit unabbrüchig gewesen» >ei- Die Bewahrung dessen ist nicht weit zu holen/ m- und wird theils unten bey denen Sokenmtäten, md mit welchen der Vergleich vollzogen worden, er- ich scheinen: theils zeuget es einer aus derjenigen, ch- so das bereit mehrmal angezogene, und durch den vek krekerum herausgegebene(ikromcon^UAU- er- ttenle 8. vclJlncl ör /ilskX von Zeit zu Zeit com- en. pilirt, und wie es scheint, um das Jahr r 180. >on oder 11so. geschrieben hat, mit diesen klarem mö Worten, daß vorhin vier Marggraftn, als der md Oesterreichische Steyrische, Windische, und der 'eit von Vogburg(welcher letzte den Theil der heu- Ft, tigen Ober- Pfaltz, so an Böhmen stößet, bis an >a- das Vogtland besessen,und zu Chamb Hofge- oe- halten) vorhin nicht weniger, als noch zu seinen ,ti- Zeiten einige Bischöfe und Grafen, auf denen zu Hertzoglicken Bayrischen Land-Tagen zu erscheine nen gehalten gewesen. bucusgue(a/tem- xom F'rr^encr LM'öarvM^ e,vLM^tio-reM M-zr-cöi-L ) gumuor tvlarcbiones /tuliriZe Le 8t/- )e- riL, lÜrise, Obambenlis»( gui öieebsrur 6s )Zx VockburZ) evocgti 36 cekdrstionem Luri« vu- c>8 LgvsriD veniLbZnt, stcut dloiliL Lpilcopi Ax (lomitLS jpllus terrre kscers«enenlur sie 2. Wie. Kurh vorher»hatte er eben die- ey B 5 les ,'LS VStt hettM?ttv!?eZ»'§^ ses Reckt so die Hertzogen über die Marggraf- i schafft Oesterreich, und unzweiffentlich auch über l die andere grübet/^uriscl-Kionem, eine Bott- l Massigkeit grnennet/ so aber diß Orts zweiffels- l phne gantz nicht in engem Verstand zu nehmen ist« l Dann wann man diese^lsrerie etwas genauer' in Augenschein nimmt: so weiß ich nicht, ob der-^ jenige so weit irren sokte, welcher dafür hielte/^ Daß die nach Oro-c»^tgMo wieder von neuem§ entstandene Gewalt der Hertzogen im Reich, so! viel deren Erstickung über d;e Bischöff und Marggraftn, betrifft, in gewissen Stücken(und' vielleicht nur,reipeAiv- die Lehenbarkeit, und deren anhängigen Epd der Treu, hie und da auch rtwann die Vogryeyen ausgenommen) sich mit dem heutigen Creyß-vireÄorj-i? und Creyß-O- Lrisien Aemtern verglichen, Massen die Crepß- Ausschreibende undObrisien/fowchl, alsvorAl-^ rers die Hertzogen das M vo-Mck sä Lomiris^ circulsriz, ibiäemguL Zirigsnäi, neben der Lxe-' curion, gemeiniglich auch den bsllico(wovon auch der Hertzogliche Rahme gesiammet) hergebracht haben. Wobey aber nicht in Ab- red zu nehmen, daß die Lxecutions§ vor Zeiten um ein ziemliches runder als jetzo gewesen. Doch ist nicht weniger nachzugeben, daß dergleichen LxcLption nicht durchgehend gleich, sondern ein Stand vor dem andern, und wie angedeutet, die Marggraftn höher als die Grafen, pnviwM gewesen. Auch liesse sich vielleicht noch untersuchen,ch die Hertzogen diejenige Bottmassigke-L tzes Sey- Harzfts OsstekesLO.' r? und Gewalt, die da eigentlich die Hertzogliche gewesen/und mittels deren sie von den Grafen unterschieden worden, jederzeit und durchgehend, jure sc NOM!NE proprio, oder aber in etlichen s?äl- ^ len NOMWL LLfsruM regumgue pro poreltsrs üelLMts exsrcirt. Was mich zu diesem Zweifel veranlasset, ist, daß ein erfahrner Mann mich berichtet, veüiZiZ gefunden zu haben, daß die wieder angehende Hechsgen Anfangs mr^illchkoe est,Le/eAÄ/err LsWMrMm) rcr-" genenNLt Worden/ da nemlich ein oder anderer Graf im Bezirck eines Hertzogthums, aus Kayftr oder Königlicher LczMMiKon, etliche)ur», so vorhin der? Hertzogen zugekommen, über feine Nachkam mit Mit- Stande geübet,welchecomissione.?, nachdem sieaävttZM 6e!eZ3ti,wol auch 3ä polte» ros exrenäiret worden, per sbulum proptcr ZK- nitZtem Le extrinsscas ümiliruäinem mit des Zeit für die Hertzogliche MsEion genommen, ^ und folglich sothanen Willis auch der Hertzogliche Name zugelegt worden/ also dieser^bulus endlich unter den letzten schwachen Carolinifchen Königen, oder theils noch hernach, in ein M perpe- ruum erwachsen. Ich werde hierinnen so viel mehr bestarcket, weilen bekannt ist, daß die wieder angehende Hertzogen in den Historien durch einander, bald Grafen, bald Hertzogen genennet werden, und daß in den krivilegiis exempuonum Las gewöhniich-angehenckte Kayftr-oderKönig- licheVerbot!, denen exempm Eintrag zu thun, fümemlich gegen dir^iüos reZios lautet. End- 25 Von denen?kiv,l§W§ lich weilen die Lxcmptiones vor Zeiten so leicht von statten gegangen/ so gegen diejenige, so ihre Hertzogliche Gewalt sur« proprio poLclirt hätten, nicht so vielKrafft gehabt haben würden. Es gehören aber diese Fragen eigentlich nicht, und nur in so weitanher, als die Erläuterung, der auf der Marggrafschafft Oesterreich vor Zeitenge- Hastteten Bayrischen Lehenbarkeit und vepen. «jentz, erfordern wollen. Nur dieses fallt noch zu erinnern, daß über diejenige Grafschafften (wie dann das gantze Reich in lauter Graffchaff- ten getheiletgewesen) so denen Hertzsgen sture xsttsculZki angehörig waren, und die öffters ein grosses Theil der Hertzogthümer chiordn-ten, beyderley sturiscllMoriss concurrirt, und demnach selbige von den Hsrtzsgen sure plsnMms säminittrirt worden. Gleichwie hingegen die andere Grafen, und Stande, als sie durchgehend von der Drßogen Gewalt erledigt worden, über ihre Grafschafften lud Zllo nomme, re ipsö die Hertzogliche stunsöiÄion erlangt, bis endlich al- lerseiten das heuntige stuZ lerrirom daraus erwachsen. Um nun wieder in unser Geleiß zukommen, so war dieses der Bissen und gleichsam der Kaufschilling, womit die Oesterreicher ihre llri- vlle§!3 an sich gebracht, nemlich das einem stattlichen Königreich gleiche, und ehemals in Königlicher Würde gestandene Hertzogthum Bayren; ein Stuck von Teutschland, so allenthalben der Länge und Breite nach, sich wenigst aus siebentzig Teutsche Meile erstreckte, und also viel andere Reichs- HesEktz-Hsusss Geßsrkrich. 29 Meicks.Fürsten und Stände aufgewisse Art begriffen; dessen allen sich die Oestermcker begeben, nndnur mit einem desselben mittelmäßigen Theil über welches sie ohne das Herren waren, und mit Mich i'r'väeKien vorlieb genommen. Wannen- herv dann gleichwol all diejenige so vielmehr an M zuhalten hätten,weiche oben gemeldter maßen fürgeben, die Oestrrreicher hätten sich ihrel-nv^ ze§>3 selbst zugelegt, wie sie gewolt.rc. mBeden- cken ,rvie mühesamiich der mächtige,gluckjeelige, verständige und großmüthige, auch über semeN.-- xut3tion so eyferende kriäencus LLwLrollr» sich angelegen seyn lassen, die Marggrafen von Oesterreich dazu zu vermögen; auch wie hoch und rielmahl sich diese bitten, und endlich fast zwingen lassen, Wort und etwas Ehr, und em wemg mehr Inäepenäentz, als sie vorhin gehabt für dir That,und Land und Leut anzunehmen. Es ist aber weiter hiebey anzumercken,daß dre Heri-ogcn zu Oesterreich, durch sothanige ihre Erhebung und Privilegirung, zu einer sonderbaren Art Teutscher dlanon Reichs- Fügten erwachsen zu seyn scheinen, deren sie dazumal vielleicht die einige gewesen. Dann was zu unsern Zeiten jus lerriwrii oder die Lands-Fürstliche Hoheit und Oberkerrlichkeit ist, war damals den Ramen nach gantz nicht,, in der That über bey weitem nicht,wiejetzo,belchasten. Und auw diese ist in folgenden Zeiten nur nach und nach bey denen Reicks-Gliedern eingeführet, und bis ach nunmehrigen Grad erhöhet worden. D-eOesisr- So Be-K Drttktt prlvilc-zik reicher aber haben die ihrige allschon dazumal,^ lrmul L: lemel, und in höherem Grad, als Lines l Juris lerritom überkomm,en, Müssen die bis auf' ein massiges ihnen verliehene inö^LnüLutz vom^ Reich, wie bereit einmahl erwehrtet 5 mit einem^^ dilexulocisli vielleicht nähere Verwandschafft, 1 als mit einer völligen Reichs-Bottmässigkeit ge-' habt, und noch hat, und die Lehens-Wicht, neben' der Schuldigkeit einem andern treulich rathen zu^ helffen, und demselben in gewissen Fallen mit^ Volck zu zuziehen(wozu fast allein die Oesierrei-^ chischen Fürsten gehalten verblieben, im übrigen aber inäLpenäem worden) die(ZMütät eines Bunds»Verwandten so gerad nicht aufhebet. Noch weiter kommet hisbey zu beobachten- j daß all diejenige, die sich nach derZeit in Italien^ und dem Königreich Arelat, auch jenseit Rheins, und sonsten der Bottmaffigkeit des Reichs völlig, oder bis auf den dlexum quslr locislsm, und die Lehenbarkeir entrissen solches durch Ulurps- kion gethan. So gar das Jus lHwru,wie es^ heuntigen Tags beschaffen, ob es gleich durch das Herkommen, die LonNitMiones Imperü, und die Kayserliche Wahl-Op!tu!3tmnL8 nachmals befestiget worden, und dahero mit höchstem Recht dabey zu verbleiben ist, hat feinen Ursprung und Wachsthum grossen Theils der Ständen selbst- mächtigen Zueignung, unter schwachen, oder mir Römischen Handeln verworrenen Kaysern,oder Stieftattern des Reichs, oder aber, und zwar fürnemlich, unter den grossen LesErtz,HMf§sGLstsktriG» M ZnkerrcZno heimzuschreiben;dahingegen dieOe- sterreicher ihre L^Lmpriones und Herrlichkeiten denen ausdrücklichen cionceKonLus der Kayser und des Reichs-ja deren bittlichew Verlangen, und äusserstem Wunsch zu dancken, auch nicht nach und nach per mo gl dern in dem ckromco^uguttentt sub JNNO n 5 6. Ie- für aller Welt Augen gestanden; das wlr blöß- kll lich anders bringen, und selbigen da und dort e, einige Anmerckungen beyfügen wollen. Es ist aber folgenden Lauts....^ In nomme8snÄL öc mä.vl6uT^rinitstts. kn- V 6ericus ttivinä kavente clemenns ttomsn. lmper. vi ?ruL. tzuznguLM rerum commutZrio ex ,pts coc Le porsli iniiüutione poLt 6rma conttttere vel(Wer. vit nobis^arckizm^uliriX cum omni jure tuc» or^ A cum omnibus benekciis Cgu« guon- rlzm kisrcbio Uuipoläus kabebgt, s Oucara rei^^Diser Passus begreifft das Hauptwerck und wi- die Hauptschlichtung der Strittigkeit, daß nem- ülli sich MarggrafHeinrich zu Oesterreich, brß dahm üc- Herbog z'uBayren, sich aller seiner Rechten und me Sprüch auf das Hertzogthum, und darunter Ko- auch der Ober-Lehenherrlichkeit über die Mtarg- ^3- grafschafft Oesterreich, und die drey Grafschaff- mis len, worinnen das damahlige Ober-Oesterreich ici- bestanden, und wodurch dem heutigen der Grund chh gelegt worden, verziehen und entschlagen, der ^u- Kayftx mit solchem Hertzogthum so fortHertzo- en- gen Heinrich zu Sachsen, zugenahmet den Lo- »ca- wen, belehnet, diser aber ebenfalls sogleich und unverwendeten Fusses dem Kayser die Marg- na- grafschafft Oesterreich, nebenst obbemeldten drey m, Grafschaffren zurück gestellt, und sich ebener C Weur Z4 Vstt pnvik'WZ Weis seiner und des Hertzogthums Bayrcnbis-^ heriger Oberlehen-Herrlichkeit, Rechten und^ Sprück darüber allerdings abgethan und bege-^ den. Mehr angeregte drey Grafschafften, wa- h ren zwar allschon vorhin unter einigen Marg-§ x grasen und bey der Marggrafschafft, jedoch von y dieser unterschieden, und als absonderliche sj Bayrische Lehen gestanden, welches alles in§ disem viplomzte etwas kurtz und dunckel aus- gedruckt, Otto krilmKenlis aber deutlicher und h umständlicher erzehlet, nemlich: Heinrich von jz Oesterreich habe dem Kayser das Hertzogthum s Bayren mit Überreichung siben Fahnen aufge-» kündigt; mit diesen sieben Fahnen hätte der^ Kayser also fort Heinrichen den Löwen über das gesamte Hertzogthum belehnet; diser aber mit§ Rückstellung zweyer Fahnen an den Kayser§ Demselben ebenmäßig in commemi, sein Recht x über die Marggrafschafft und gemeldte Bayri- z sehe Lehen übergeben, und mit eben disen zwey c Fahnen waren Heinrichen von Oesterreich so- rhane Marck- und Grafschafften, nachdem ft h zuvor zu einem Hertzogthum erhoben, aufgetra-^ gen worden. btenricus^lsiornaruvucztumZs- j vZriL per leptsm vexilla s/^rpemtorr) religusvit.^ ()mbus minori trsäsclis ille äuobus ve- j xillis XtZrebism Orlentalem cum Oomitakibu!^ sä esnäem ex anriguo pertinentibu8 reääiäik.^ Lxinäe äe ezäsm X-lsrekis cum prsecliätis Oomi-? kstibus, guos rrsL fuiile äicunr, juäicio principiuei^ ^' des Ertz-Hauses GesteeeeLG. Z7 OucZrum kecik, eumgüs non solüm libi s//Mn'cs seä Le uxori cum 6uobuZ vexillis eW trsöiäir. crt.c. 52. Welches letzte anzeigt, daß wa- des neuen Hertzogen Gemahlin, eine Griechische Kayserlr'chePrinceffin, iimul»neL inveliittwsr- den. Es ist aberleicht zu erachten, daß von den "che siben Fahnen eine das Hertzogthum Bayren ^ selbst, als dasHaupt-Lehen, andere vier die oberes- fehlte vier Marggrafschafften, wiederum eine die unv drey Over-Oesterreichische durch die Zeit etwa» ^ m ein einiges Fahn-Lehen erwachsene Graf- dum schafften, als des Reichs Affter Fahn-Leben, für- l>E^ gestellt haben. Was die Deutung der Wenden der gewesen, wollen wir andere untersuchen laßen. das gutem in Noc fzÄo minui vicleskur konor wil^ tzloris öüeälMmi psrrui noliri: äe conlilio lM Le juäicio-pnncipum,"Mlsäerlso illuün Duce LoemiL lententism promulAsnte, Le omn.bus s^robrmibus, Nsrckism^ullri« in Ducsrum commutsvimus. ) Das Diploms zeiget allhie an, dass die Erhell l>r bungderVtarggrafschafftzueinemHertzsgthum rtra-^nir Wiifen und Willen des gesamten versamm- ^ jeten Reichs, und der Ursachen geschehen, da- mitHeinrich von Oesterreich, bis dahin Hertzog in Bayren, durch seine UeiiZnstlon, an seinem "bui Ehrenstand keine Minderung litte. Dann daß liail. yor Zeiten die Hertzogen vor andern weltlichen E Reichs-Fürsten(die so genannkeMnillerisles, oder Reichs-Ertz-Aembter ausgenommen) 0u-' C s bey ztz Von dsnett pnvilechis bey nahe allen/ vi ipüus rimli Zc poreüakis den^ Vorsitz/ und sonsien grosseVorrechtengehabt/^ und von einer gantz anderen Art als jene gewesen: li ist bereit hievorn erwehnet. Welches dennstott- s gewähret/bis nach derHand aller Reichs-Stän«^ deGewalt/ aufgewiffeMaß derHertzoglichen/ s oder vielmehr dise/ durch vexrenmt der Kay-^ ser/ jener gleich worden/ und so dann obermeld«^ ter Massen allerseiten in das heutige los cherri- i wrii, mit demWeltbekanten derReichs-SLan- l de Herrlichkeiten/ und Privilegien/ gegangen ist, l Mit allhie angeführter Grund-Ursach sotha«' ner Erhöhung/ fallt auch osttgemeldtes Lnroni-' con^ugulienls mit. Mtü L. ein: Lr guia ejur- r 6em kllarckiomL msxna nobiluss, Lc mulra exi-^ Aebst konelias, ut nomen Vucir non smikteret l Lrc. Es füget aber eben selbiges zugleich noch eine; andere bey/ nemlich: dieallzugrosse/ und zuwei-^ len gegen die Kayser und das Reich miß-brauch-^ te Gewalt der Hertzogen zu Bayren etwas zu' beschräncken. Lr ut vuces Lsvsri« MINUS' clemceps contra Imperium superbire vslsrent.' /Sr^. Und bald hernach /«s EO n s6. Lx guo fztzko multum eti äiminutus konor Le potenria' vucum itavariL. Allhie wäre vii Dings anzu-' führen/ was für Mitte! sich die Teutsche Kavser! vor Zeiten angelegen seyn lassen/ die noch immerhin allzu unmaffige und gefährliche Macht der, Herbogen zu dampffen/ welches llriäericus 6sr- baroL acht und zwantzig Jahr hernach, da er tten-! den bt, en: )rt- anen, ay- :ld« rri- an- mi- ur- :xi- eret nne sei- rch- Uu nüs LNt. ^U0 nris izu- yser rer- der Tsr- aer arides Ertz-Haufte Oesterreicb. Z7 ^cnricum beyder Hertzogthümer zu Bayren und Sachsen wieder zu entsetzen, ge- müssiqet worden, und diselbe andern Häusern, alsdemPfaltz-Witterbachischen/UndFürsiltchen Anhaltischen aufgetragen, meisterlich zu spielen gewust, als denen er durch Erledigung der Stifter, Erhebung der wolhäbigsien Stadt, zu Reicks-unmittelbaren Städten, und gleichmässige Malme Verunmittelbarung der Graff- schafften, in 8umm3 mit Austilgung der Vog- theyen, wo solche noch gewesen, wie auch der Lebens-Herrschaften über die sonst unmittelbare Reichs-Stände, auch der deuHertzogen elien- kiJlaer gebührenden Heer-Folge, rc. die besten Schwlngfedern ausgerupffet, und denen Her- tzogthümern eine solche Gestalt gegeben,^ daß sie denen vorigen gantz nicht mehr gleich gesehen,und die neue Hertzogm in der That und an sich selbst bey nichts anderem,als den ihren Vorfahren>m- meäisre zugeböreten Grafsckafften gelassen worden, aus welchen von dannen an, derNahme der alten Hertzogthümer verblieben, deren Stuck sie vorhero nur gewesen. Jedoch hat Bayern, so der Kayser Pfaltz-Grafen Ottoni von Scbey- ren und Wittelsbach aufgetragen, durch Anfügung sothanerPfaltz(das ist, ihme Pfaltz-Grafen angehöriger Grafschaften; denn einige zu solcher Würde oder Ambt eigenst gewidmete Pfaltz-Grafschafften waren vorZeiten n>cht)und nachmaligerZuschlagung aller übrigen in Bayrn gelegenen RechsGraf-undHerrschaffttn(die zu ^^ C; Orten- ;8 VsK deMtt pnvUsDiZ Ottenbura, Maxlrein und etwan noch wenig rZ andere unmittelbare Reichs-Lehen ausgenom- tt men) sieb wieder zimlich empor, und in die heutige^ don6stkntz erschwungen. Wieschwach hinge- ci gen das Hertzogrhum Sachsen verblieben, zei«§ gst sich noch setzo. Und als durch Erlöschung n offtgedachten Kaysers kriäsncipottenrat, auch g die Hsrtzvgkhümer zu Franckm und Schwaben p an das Reich erlediget worden: seynd mit ihnen^ die uralte vier Teutsche Hertzogthümer diffeit L Rheins vollend erlegen, und selbige Stände in st gantz freye, aller Herzoglichen Gewalt entnvm- d mene Reichs- Stande erwachsen, woraus der r fteye Reichs-Ade! entstanden. e Im übrigen ob zwar der Kayser allhie anzu- r deuten scheinet, ob wäre nur die Marggraft b schafft, das ist, das Untere Oesterreich mirHer-- t tzoglicher Hoheit begäbet worden: so verstehet t er nebenbey dannoch auch das Obere Oesier- s reich, und begmfft beyde unter dem einigen Na- c men der Marggrafschafft, weilen sie bereit von 1 Alters hergleichsam wie ein einiger Cörper, um i ter einem Haupt beysammen gestanden. So^ zeuget Otto kritinZenlis in nächst angeführtem' seinem Tept: Lxincle cle eaäem Xt3rchi3 cum> prseälKis Lomitstibus Oucskum fecit. Noch' deutlicher aber das Lkronicon^UKustenie, cit. 2. Imperzcor cle volunwte Leconsent'u prin- cipum in Lurjg KstisbonT brkitz lUsrcbioneM p'potM lUsrckiZm)^utiriT ä jurisäiKione l)u- cis Lävsrjre eximenclo, Le guosäzm ei LomU -drs Lm^Hsuses GestsrrsM. HP x ng m- ige ?L- >ei- ng rch >en ren feit !!N indes zu- af- -erbet >er- ?a- )0N un- Ao -em UM och cit. in- em )u- N!- kU5 LAUS 6e 8JV3ri33öjunALn6c,, convetttt in vues- tum, juclicisriam potentem krincipi^ulirise 3k» ^nssousgue söl^lvZm prope?3t3vism, c>uX 6i- ciwr Kocentels 5/?otte»ceü^ protenöenöo. ^n welchen wenig Worten verschiedene Merkwürdigkeiten enthalten, i. Daß die Marg- grafschafft dem Hertzogthum mit gewisser ve- penüentz verhasstet gewesen. 2. Daß die drey Grafschafften, das ist, das damahlige Ober- Oesterreich, sich nicht zu der Marggrafschafft, sondern zu dem Hertzogthum geschriebemdennsch denen Marggrafen unter anderem Titul zugehörig gewesen. Z. Daß aus beyderley Landen nur ein einiges Hertzogthum erwachsen, unerachtet wegen ehemahligen Unterscheids derseloen, dre beyderseitigeLand-Standeimmerfort, noch bis Visen Tag zwey unterschidene Corpore verblieben. 4. Daß die in den HertzogLhümem begriffene Reichs-Stände, denen Herholn nicht mn einer durchgehend-gleichen Maaß, Mdern mit Unterscheid, botmassig gewesen, unddieMarg- grasen bis dahin das Obere Oesterreich nicht nur besagter Massen unter anderem Me! als dre Marggrafschafft besessen, sondern auch eine Mindere Gewalt darüber zu üben gehabt, und dem Hertzogthum Bayrn in Ansehen dessen mrt engerer Oepenrlentz, als über die Marggrasichasst zugethan gewesen. Dann wofern die Marg^ra- fen einerley Ober-Gewalt über beyde Smcr, nenilich über die drey ob der Ens gelegene Gras- schafften, wie über die unterhalb der Cns gelege- C 4»e 4o Vstt denen privileZür neMarggrafschafft gehabt hatten: so hatte das( Qkromcon nicht sagen können: luckcigrium PO. s tellstem Princip;^ullriX Zb^nslo usgue Zcl s^!- r V3M propö katävism protenäenöo Lcc. Daß i li nemlich erst dazumahl des neuen Hertzogens, 1 Herzogliche MscliKion, sovorAlters/wiehier- j aus erscheinen will, juäicigrig poleÜZIpkrexcLb( lenuJm genennet wurde, über das Obere Oester--? reich, nemlich von der Ens bis an den Paffauer r Wald erweitert worden; als welchen Strich c Landes die Marggrafen bis dahin etwa nur jure^ domikum, blos zu Verstarckung ihrer Kräfften l gegen die unversehens Einbrüche der Ungarn pol- c liä-rt hatten. 5. Daß hingegen die Marggra- c fen von Oesterreich, ungeachtet alles stsppotts r und kclsnon, mit Bayern, und aller vepen- c äsntz von d emselben, sie sey gewesen von was Art j sie immer wolle/ in der Nearggrafschafft oderUn- r ter-Oesterreich, allschon langst vorhin, eine Her- l Hogliche, oder doch der Hertzoglichen nahe bey- t kommende Gewalt, esnöem nimiwm juclicia-^ rism porettsrem geübet; sonsten würde deren* krotenlio dißmal nicht von der Ens, sondern* von der Mahr und Leyta anzufangen gehabt ha- l den. 6. Daß einfolglich, wie bereit oben er-^< wehnet, dieMarggrafen mehr, als die Grafen,! und ein Stand mehr als der ander, gegen die l Herzogliche Ober-Gewalt privilezirt gewesen. l Um aber angeführten Ononis priLingenlis i pJllum, wegen Ober-Oesterreichs, in etwas zu> beleuchten, so ist kürtzlich zu wissen, daß die drey I Graf- desEktz-Hause« GrsterreLck. 4r >as Grafschafften, woraus das Land damahls, als )o- seines Anfangs/ bestanden, vonUsriogenennet yl- werden: Sre^r/Mso- ob w- m- nd ne. iti- rift ern bst ge- -ckt cb, rch die ach ge- luß X) Ntt rde :ns jlt- dss Eky-Harrsss Gest«reLch. 4? zugelegt, so ihm auch nock lang verblieben/ aber bey seinergegenwärtigen Bewandnüß dem Land groß Unrecht damit geschehen würde, maßen es nach der Hand um mehr als das^iremmlsn- rum gewachsen. Dises Wachsthum ist herkommen erstlich durch incorponnmg beyder, rmr Bayern eine Zeit strittig gewesener Grafschaff- ten/ Wels und Lambach, unter^Kenoprimo. sodann auch etwan 82. bis 92. Jahr hernach/ obgemeldter Massen durch Zuschlag der Graf- schafft Schaumburg. Wie aber das so genannte Mühl-Bierri hinzu kommen/ welches nach der Hand in demPaffauer-Wald entstanden, und von der Ober- und Unter-Müh! den Nahmen hat: solches stünde aus den Lausten der Zeit noch auseinander zu lesen. Hiemitkommen wir wieder aus das vip!om3 kUiäenci LmbmonZ?. L,r eunäem Ducsrum cum omm jurs pZtruo nollro tIZinrico, Lr prsenobil llim» uxo- n suse Ibeorlors in beneiicium concellimus, pLrpetusli jure sgncientes, ut lpü 8c lwen eomm polt eor inö tkerenter 6!u§i6liL, eunäemDu- cstum^uÜriL bXreöjtzrio jure 3 reFno kenrsm L poÜläeMk. 8i sutem prseäiüus!)ux^ulkrise pstruus notier Lc uxor e;us sbsgue liberis äecei- terinc: liberrstem bsbesnt eunäem OucscuM sffeÄsnZj, cuicungue voluerint. Unter vorigen lextibus des vlplomsris knae» riciznr seyud die vier erste hie oben angeführte Vergleichs-Puncten enthalten. Gegenwärtiger aber begreifft den fünfften und sechsten, und m 4 4 Den tzrMtt pkivücWg! vönAGen klarenVeümnds, ausser, daß die h Wort(kLrecZitgrio jure»rezno teneznt) E LomksckÄion mit den obigen( in benencium t! concMmus) zuinvoivixmscheinen. Dannwas a erblich ist, streiktet mit der Lehenbarkeit; und was o Lehenbar, solches ist nicht erblich. Es rstaber der v Vergleich hiezwischen leicht zu machen, daß nem- g tich auf dem Hertzogthum allem die Lehenpsirch- d t:ge Treue und Schuldigkeit halsten, rm ubri- grn aber demselben alle Eigenschafften eines ei-^ «enthumlichen Erbguts(ausser deren, so das! Lehen und des Reichs darüber vorbehaltene v Rechten äellruiren könten) gebühren solten. x ätskuimus guogue, Uk null» MZZNL ve! P3kvz i perlonainejusclemvucztüs regimine, linevL- Z cis conlenlu vel permistione sligusm jullitism l prTlumZt exercere. l Dise Worte drucken aus, daß niemand, ohne, Unterscheid des Standes, sich einer Oberherrü- i chm lmisöiLkion, über seine etwann in Beznck i des Herßogthums Oesterreich geleWie Guter^ oder Unterthanen anmaßen soll. Denn das< WsxL7«Ma, kan allhie der alten Redens-> Art nach, anderes nichts, als eben dasjenige> seyn, so 8VM LompilZrore des Lkronici UM^ weit hie oben, /rMcrana pütesta; genennet wor-! den, nemlich, wie an selbigen Orth bereit angeführt, eine höhere, derHertzoglichen fastbey- kommende Obrigkeit. Dann eine gemeine Gerichtbarkeit durch ein Hertzogliches pnvile- e um bey Erhebung eines Marggrafen zu Her- tzoglr- des Ery-Harrses Oesterreich. 44 die! tzoglicher Würde mitzutheilen- wäre von schleck- ine ter ktelevsntz gewesen. Auch war deren Mit- um theilung von soviel weniger Nothwendigkeit, >as gls die Marggrafen zu Oesterreich über dasLand -as ob der Ens, gua Lomites, ohne Zweifel allschon der vorhin dergleichen gemeine Gerichtbarkeit her- M- gebracht hatten. Wie nun derowegen daselbst, ich- tzas Worti'ttäicMa etwas höheres an- m- deutet: also thut auch diß Orts, das Wort Irr- ei- Ma. Dannenhero auch der Fürstliche^Ulkor )as der^lonumentorum kaäerbomenstum, ex kri» eNL vilegiis OsnabruAenlibus cslcl operis säjeKs, . per verba erweiset, rvz daß den Bifchoffen zu Osnabrück die Weltliche )L- lunsäiüion bereit von Larolo ertheilet wor- ism den. Die hohe Landsbottmaffigkeit, scheinet dazumal durch nichts anders ausgedruckt wor- hne den zu seyn, als durch die hohe Gerichkbar- rli- keit, oder wenigst ist dise juclicisris porettas, irck Le jus juttinam exercenäi deren fürnehmster rter Theil gewesen-also, daß, welchen Orts dise hohe )as Gerichtbarkeit, eben alldort auch die übrige jura, ns- damaliger Hähern Bottmaffigkeit gefunden wor- >ige den. Auch könte man mit Grund sagen, wo die M- Oesterreichs nicht schuldig gewesen, fremde Ge- or- richtbarkeit zu leyden: sie noch viel wenHer schul- an- dig gewesen waren, eine fremde höhere Bottmas- ey- sigkeit zugedulten. Dises kommt doch aljozu- ine nehmen, daß deswegen keiner derjenigen, so vor- iie- her einer Gerichtbarkeit allda bemächtigetgewe- >er- sen, deren dadurch verlustigt gangen, sondern er gli- d«k 46 Dem drmtt hat sie ohne drittel von denneuen Hertzogen, und dessen Ober-Gericht, und Ovrr-Bottmässtg- keit darüber zu erkennen gehabt. Freylich haben gewisse Stände des Reichs dadurch gelitten. Es wäre aber selbiger Zeit ein andere kr- cies rerum, und das sogenannte vominjum Lminens Impem, villeicht von andern Kräffttn als diser Zeiten. vux vero /iuüriL ZLvucstusuo sliuö lervi° tiumnori klet lmperio, niti guoä säLungs, qu»Z Imperator prsstxerit, in Lavaris venim; null am ouogue expeclitionem 6ebeal, nili körte guam Imperator m re§na vel provinciaz^uliriL vicmss» oräinaverit. Wann das allhie gestellte Wort len.'itium, dem aemeinenLaut nach, nur für einen Dienst, das ist, für einen Anschlag und Leistung an Volck oder Geld( welcher Letzte jedoch selbiger Zeit rm Reich wenig oder gar nicht üblich gewesen) zu nehmen stünde: würde die gleich darauf folgende Äußnahm, wegen Erscheinung auf gewissen Reichs-Tagen allerdings überfiüfstg und ungereimt gewesen seyn. So will dann der wrmmus so vil diß Orts sagen, alsM-it«;, wodurch vor Zeiten allerhand Art von Unterwürf- fiakeit ausgedruckt worden» Und hiemrt wil! erscheinen, daß wie bereit mehrmal Erinnert, die Lertzogen zu Oesterreich inKrafft diser mtion, ausser einer Lehen-pfiichtiAenTrew gegen das Reich, und Erscheinung auf Neichs-Tagen, GesserrZLch. 47 M! so etwcm in die Nahe verlegt, nebenst ebenfaW jg- in der Nähe sich ereigenden Kriegs-Zügen, ande- )a- rerReichsMepLnäentz meistens entbunden/ und in ststum paulo minÜL, qusm socialem gesetzt ^z. worden. Daher sagt auch das Privilegium des IM Kaysers:(^uoä Öux^ustriL, guibusvir subst- äiis, seu stzs) servitiis tenekur, nec'elle riebet obnoxius 5. k. Imperic,, rieccuiguam alter,, nist ^ ea 6e sui arbitrii Lcerir iibettare. Und bald her- nach: krTterea, guiclguiä Oux^ulrriK in rerrig suis, seu äistri6libu8 luis teceril vel üamerit, koc E lmperator» negue alia potentia, moöis 5eu viis guibuscungue, nonciebetin sliuci, czuoguo mo- so impotterum commutare. Es hindert nichts, daß eine so grosse Sache mit so wenig Worten ^' auf das Pappier gebracht worden; weilen sol- Ü// ches der Alken Stylus gewesen. Auch ist es so vil weniger beftemdens würdig, als es im Reich be- ikn reit langst vorher nicht ohne Exempel war/ zwar ^ nicht unter Ständen Teutscher Nacion, unter ^ weichen die Oesterreicher diserArt die einige ge- --en wesen; sondern ausser deren, an den Königen 3^ inDännemarckundPohlen, und deren damals noch Hertzogen, bald darauf aber Königen in vb- Böhmen; welche wann man es in Grund be- ich- stehet, nur mit einer fast allerdings gleichen Art ^ der blossen Lehen- Bürd, und Erscheinung bey dre theils Reichs-Tägen, auch mitZuzug mit Volch ! u- an dem Reich behängen. So wird solches auch gen die nachgefolgt? Kayserliche Besreyungs- Brief 48 Dsn denen privileZUg. Brief besichtiget^ so dWersten Erklärungen in s>re sich kalten, und wie die Mißgünstige selbst nicht^ in Abrede stellen, auf eine fast mehr in erner üb, Bündnüst, als vollkommener Unterwurffrgkeit»m bestehende vepencjentz lauten. Dannenhero sm auch Sevennus cle XionrAmbano freylich wohl Ev nicht allerdingsunrecht daran seyndärffte, wo er sie- urtheilt, daß das Haust Oesterreich, wann es l-ch an seine Privilegia halte, dem Reich mit einem co schlechten mehr, als der blossen Lehenbarkeit, und auj mehr in fsvoräbil wuL als ocliolis, mehr ran HOLM wa socius Ltgne LgU3l>8, als tanguLM subjeÄu8 sc den subckrus zuverwand sey. Hingegen aber eytert LZr seine vergällte Dinten all zu heßlich Herfür, wann Im erinv-cliX czu»vorgiebt, dieOesterreicher hak- me ten sich mit solchen Freyheiten und Vorrechten, Ich selbst zu besagten End versehen. Dannenhero ma er auch einig und allein Lsroll v. privlleZmm vor auj die Hand nimmet, und dem Leser fürhalt; eben V als ob selbiger der erste, oder der einige gewesen M wäre, dem sein Srtz-Hauß die Sach zu dancken bet hatte, dessen sich doch dises in wenig anderem um aus feinen knvileAis zugesreuen hat, als wessen che es bereit zwey, drey, und nahend vierhundert te, Jahr vorher, durch die Kayser des Schwäbi- ten schen und Lutzelburgischen Hauses habhaffk ge- Le wesen. Auch äussert sich des cle^o^3mb-,no schlechte Aufrichtigkeit in deme, daß er den Leser Ar bereden will, die Oesterreicher hatten alle ihre W krivllLUL mit Vorsatz dahin eingerichtet, m ub, ro> slleriuL des Erre»Haufts Oesterreich. 4- n m sltenus(//MM kmpersroris 2utkori!3- jcht tem sgnolcere öjsplicest, ttstim äicere gue-mt, uer 6bi cum 6ermZnico Imperio nibil negotii eile, keit 3Ut lZItem le non niü preczrio Le cjusntum Ipüs >ero smäest, kiHeÜarem Impemtoris sgnolcere. >ohl Eben als ob schon der Primus scguirens, der er- 0 er sie Hertzog Heinrich von Oesterreich ,bey seinem sich Vergleich mit kriäerico Larbarossz und tteirm- lem co h-eone. Anschlage gemacht hatte/ das Reich md aufsich, oder seine Nachkommen zu bringen, und !sm wann solches nicht angienge, demselben alsdann ! sc den Kauff aufzukünden; oder, als ob kristericus kert ksrbsroL ihm darin» hätte fügen und zugefal- mn len seyn wollen; oder, als ob sie etwann getrau- at- met hätten, daß das uralte Hertzoglicke Elsassien, sche Haust,damahligerGrafen zuHabspurg,derer» maleinst zum Ertz-Hertzogthum Oesterreich, und vor auf den Kayserlichen Thron gelangen würde, den Vielmehr hätte dem 6e^konTambsno nach seifen ner Profession» und Erfahrenheit in Historien ken beygehen sollen, daß, da die Bahnen, Polster^ em und andere des Reichs, vor Zeiten auf eben so!« sen che Art privilegirte Stände, oder Zugewandert te, unter dem Vortheil sothaner ihrer Freyhei- ibsi ten, und der gefolgten grossen Verwirrungen ge- Teutschlandes,wie auch des langwirigen mrer mo regni, sich vollend vom Reich abgelediget? die :ser Aufrichtigkeit der Oesterreicher so viel höher zu hre schätzen, und zu preisensey, mit deren sie immec- ubi fort bey dem Reich beständig verbleiben, mit im D dem- Vsn denmr^rivileb!!8, demselben treulich heben und legen, auch mch- als sie vielleicht vi privilegiorum schuldig gewesen, für das gemeine Beste beytragen und leistch und sich um dessen willen,mehr als einm ahl mGe- fahr/ und fast auf die Spitze der^umsetzen wollen,und sothanen Willens annoch beständig le- den. Ich eile zum Beschluß des Oiplomam. und erinnere kirchlich nur dieses noch, daß, wam die Oesterreicher etwa nicht nur in Lehens, sondern in noch ein und anderen Fällen des Reich hohem Gericht verhafftet seyn würden: solches doch deren Inäepenäentz im übrigen nichts Ltt- uachtheiligen tönte, wie dann der cleXäonrgm- bsno den Anschlag an einem andern Ort selb!! also giebst: LoLrceri gutem per retiguos sociua enormiter in leges toeösris peccgntem polte, compluribus gmisjuis Lr recentibus exemxls contlst. c. 4. Im übrigen endigt der Kayser seine Concession folgender Gestalt: OcLterümut bsec noüu ImperigliZ conlbtutio omni sevo rstg Lc incon- vulsg permsnegt, prselentem incle pgZinW ccmscnbi, Lr liAli nottri impreltione muniri stiltimus, säbibiliZ teliibus iäomeis, czuonilil nomins tunt KZec: kiliZrinus^cjuilefenlis?Z- krisrebg, Lberbsräur^rcki- LpitcopuZ 8g>i8bm- Unüs, Otto Lpitcopus kriti ntzenlis, Oonraclus Lpitcopus, kgmberAsnfiz, kggrtmanus Kgtisbo- nenk^ Lc IHäennnus Lpitcopus, Vominu! X^elsto, vux Oonrgäus trätet Impergtnris. kri- stecicur ülius KsZiZ Okumsäi, ttermannus VM nehr- zeM :isten, nW !WÄ ig!-- nsrir. wam , fiw reich rlchel ' ver- L3N!- selbf »ciuci io6e, Mplii >nces- >OÜkZ ^coo- chuci SUN!« OWlA 8?Z- sbun rack! isbo- ninus . kki- DÄ O- deß Ery-Hüufts Geßerrerch. LsrinrbiL» Xtgrckio klnZelbertus 6e lllris, Xtsr- cbio Albertus cle psäem, Diepolclus, filsinri- cus ks?3tinu8 Lomes äe ktkeno, Lr frster ejus kkiöericus, Lr s'ii gunm plures. Ziznum Voml- nissn6eric! Komsni Imperstoris in viKillswi. KZc» Keinslclus Lsncellsrius vics^rnoläi Xiogumi- nentis Lpiscopi Lc^rcki- Lsnceüsri recognovi, regnsnte Domino kriäerico kowsnor. Impe- rsrore in Lbriüo. Damm Kstisbon« XV. Lsl. OÄ. InäiÄ. IV. DominicL lncsrnLtiom's L. DV!. snno regni ejus guinto, lmxerü vero le- cunäo keüciter.^men. So viel ergiebt das Diploms oder die Oonü^ tmio knäerici ,wie er es sechsten nennen wollen, woraus die an ihrem Orth angeführte acht Vergleichs-Puncten, hoffentlich zu Genügen erwiesen. Im übrigen bin ich nicht unwissend, daß unter denen-Oesterreichischen^rivilsMn noch ein anders dieses knäerici LsbsroL Diploms, unter eben dem Dato als dieses unsrige, worin- nen aber die ertheilte kssvileZis etwas breiter verfasset, zu finden sey.^ch halte selbiges sey eigentlich der Freyheits- Brief, dieses gegenwärtige aber nur die Bestattigung des gemachten Vergleichs gewesen. Ich habe mich dieses Letztem, wie oben bereit berühret, so viel lieber bedienen wollen, weilen es aus keinem^rcbivio genommen, so einer Partheilich- keit, auf was Weis es immer wolle, verdächtig werden tönte, sondern aus einem unpar- D L rhru« VStt dmett pnvileZüs. theyischen Lkronico» dessen dompüJtor weder dem alten, noch dem heutigen Hauß von Oesterreich, mit Pflicht oder Unterchanigkeit zugethan gewesen, und worinnen es etlich hundert Jahr her aufbehalten, und endlich zu Anfang dieses Leculi von^srguaröo kwbero, an das Licht gegeben worden, und in lubtisruis all dasjenige begreifst, und darthut, was die nachgefvlgte LonceKones und Connrmstio- nes meisilich nur mit mehrern Worten beleuchten. Und dahin ftyNd die kkivilegm kricierici H. kuäolpbi I. Oro!» IV. Sigismuncli, kriöe- rici IV. und Lgroli V. zu ziehen. Es Wird sich solches einem jeden, mittelst geringen Unterjü- chens, für Augen legen, Massen dann unter andern, daß die Hertzogen für niemand, als ihren eigenen Vasallen, die sie willkührlich niedersetzen, wann sie in Recht- Sachen belanget werden/ Red und Antwort zu geben schuldig,(so gleich wohl auch Vsrbzrossz seinem krivileKio allbereit inierirt hat) wie auch das )us non evocgnäi kubilltos, und die Gerechtigkeit Zoll in ihren Landen anzulegen, am End für anders nichts, als für eine leguelsm, Anhang und Anzeige einer etwas mehr, als sonst im Reich herkömmlicher Souveränität zu halten seynd. Daneben ist jedoch hie und da, eine würckliche^mplistio mit unter gelösten, deren fürnehmste, und merckwürdigsie vielleicht darinnen bestehet, daß kriclericus LarbsroM in des Ektz-HauftK Grstskkeich»' xz >er dem vorangezogenen breiteren viplomste, die >e- ertheilete prrvllegm auch auf diejenige Lander er- ;e- strecket, so die Hertzogen von Oesterreich gu?.- ert iicungue tim!o legirimo an sich bringen, und ng dem Hertzogthum zuschlagen, und mcorpori- as ren wurden, knäencus N. aber weiter gegan-» all gen, und sie nahmentlich, und m ihecie über die Steyr und Crain, in Zenere auch über alle o- und jede Fürstenthum und Lander, so die ch- Hertzogen von Oesterreich an sich bringen, äci vb gleich nicht zugleich dem Hertzogthum inte- corporiren würden, erweitert. Solchem 'ich Laut seynd alle Nachgefolgt, so Oesterrei- su- cher, als anderwärtige Kayser in ihren con6r- ter mniombus nachgegangen, aus denen des kri- als ösriei ni. feine"mit aller sieben Chur-- Fürsten ich specig! Oiplomsubus und Lonlens befestigt be- worden. Unter solchem iji auch Königs Geor- >en gen von Podiebrad seiner erfindlich, zur Anzeig, em Laß die Könige in Böhmen, noch dazumahl, ,as wohl in etwas mehr, als blossen Kayserlichen ch, Wahlfallen,beymReich zureden gehabt. Bald nd nach Anfang gegenwärtigen Reichs- Tags, ln- haben die damahls glorwürdigst- regierende nst Kayserliche Dkajestät unterschiedliche OnKmz- al- lis ermeldter Privilegien und Lon6rmsriünen, ine aus dero^rcbiv erheben, nach Regenspurg :en bringen, dem damahligen Churfürsten Johann ,x- Philippen zu Mayntz sck recoAnolcensum in(wobey alle 5iZna und 5iM annoch unver- em D z fthrt 24 Dsr» de«m?nv. des Ery-H auß Gesteh sehrt befunden worden) fürlegen, durch dessen Cantzler vicilmiren, und sodann endlich durch den Druck publiciren lassen; welches Viäimus, wir dann dieser Historischen Anzeige in gegenwärtiger derer viredter Auflage,dem Leser zu Lieb, haben beyfügen wollen. ERDE. VIVIKN-1 8 Der Oesterreichischen / ve /^nno i66s. SL- j ! V MW sHWSM' ! Wm!! M M K!' :W W IM- 'U l?A^/ z M zN W W^ M( o) M 5 s Ik>s n MVIV7« V^^.IOLR.ILM Oivina iavenre<üle- «"s mencia R.om3norum Imperacor ZuKus.()ugn^ULM rerum commu- racio ex ipia corporali inüicucione poilie Krma conEere, nec es, c^uX leZicime Ze- runrur, ulla poEnc refraZacione convelii, ne kamen rei ZelkL, uL poKc eile äubie- rL8,Imperi3Ü8 cie'oec inrer venire LuÄoricu8. Noveric iZicur omnium LKEL, Imperii- tzus Lc noliri üäelium pr^sem LX38, Lc ^urura^oliericas, c^ualicer^05 e)U8 coo- perance Araci3, 3 c^uo cXÜcu8?3x millg. E lioniimbu8 iüper rerram, in Aenerali rioKra Ouria R.3ci5bonX, in^lacivirare 8anÜX N31ÜX celebrara.än prüfen cis mul- corum R-eÜAioiorum,,§c(^sclaolicoi um^ ucem Lc conrroversiam, cxuL incer cLarii^ iimum noKrum karruum, Nenricum Ducem^.pKkiL, Lc incer d^e^ocem no- O 5 Krum «W D W ; 56 Vsrr dsrim knv-IeMS Arum ebarilsunum, Nenrieum vucenr,^ LaxomT, äiu LAicacL exricic, super vu- p cacu LavariT,^ super Marebia 3 lupe-^ riori parce üumiuis^naü, cermiuLvuuus^ lioe ruoc!o, ciuoe? 1)ux /^uscriu: reÜAuL-^ Vic^obis Oucacuru LavariX, Lc ciiQum^ NarctÜLM, c^uos cenebac, cpm reüZuL-^ klone säÄL, inox euuäein Due^curu 83"^ VLriLiu 8ene6eiuru conruliruus Duci§3-^ xonise; prLcliÄus vero Oux LaxorÜX ces-^ ilc Lc reuuneiavic oruui jur! öc actioui,§ «uas babebac aci cllÄam L^rebiam, cum^ vmuibus suis jurlbus Lc beuebeüs. b!e^ sucem iu boc LÄo bonor Lc Zloria?3-^ rru! uottri cbariLmi aiiciuareuus miuu3."^ rur, äe conülio Lc Juciicio krincipuui,^ HIuKri Maäülan vuce Robemiu- seucen-; T13M proluulALnce,^U3M cEceri kriuei-", pe8 3pprob3b3ur,^3rebiou3ruru^ui^iiT,^ Lc ciiÄam Narebiam supra^U3Üim, coni-. ruuca^üuus in Ouc3cum,sun6eiuepieOu"^ Lsrum cum iubseripris Juribus, krivile- LÜs 6c Ararüs omnibus,liberalicAceLLesäreL^ eouculirnus prXäiÄo Heurico uoKro ka- rruo cbarMmo, prunobiu iuX I7xori Usbeoäorse, Lc Uberis eoruuäem, ob 6u-! Zu- VesErtz-Hsrrsev Oesterreich. 57 Aularem lavorem, c^uo er§a 6i1e6lillimum karruum nollrum Nenricum^uttriT, eju5 conclroralem krLNodilem Ideoäo- ram, öceorum Luccelloreg, necnoner- xa cerram^ullriL, ouL elippeu8 Lc 6or Lacri Lomani Imperii eile äiZnolcicur, sllicimur, cle Loulllip Lc allenlu krinci- xum Imperii 7 ciiLlis(ÜonjuArbus, eorurir in eo6em vucaru Luccello ribu8, nec non pr^facL rerrse AullriL, lübnotaca8 con- üicuriones, concellionW, Lc inäulca, äu- Llorirace Imperiali, in Jura plenaöcper- perua re6aäa8, cionavimu8 liberalirer» viZore pra:lencium Lc clonamus: krimo puiclem, czuocl Oux^ullriee, c^uil>U8vis fublläÜ8 leu lervicii8 renerur, ncc ell'e 6e- bee obnoxiu8 Lacro Komano Imperio, nec cuic^uam alreri, uill ea cie lui arbi- krüleeericlibercace, eo excepro ciuncaxac, Mocl Imperio lervire renebicur in VnZa- riam, äuoäecimViri8 armacis per Nenlem unu;n, lud expenÜ8 proprÜ8 in ejmrei eviäenriam, uc krincep8 Imperii 6iZno^ lcarur; nec pro conciucenciis leocli5 re- ciuirerc, leu acceäere äebec Imperium ex- R-a mecas^ullriL, vermn in cerra^u- llriar 58 V SO denen krivilc AUS KriL üb! Kebenr lua feucia conlerri, per Imperium Lc ioeari.()uoci i! üb! ciene- §arecur, ab Imperio re^uirac, LeexiZac licceracorie rrina vice, c^ucr laLIo juüs poÜiciebic iua leucia line o Kenia Imperü, sc K sa corporal-cer conciuxiKec. Oux eciam /mürbe non renerur all^uam Luri- sm aceeciere eciiÄam per Imperium, seu Huemvis alium, niK uicr«, Lc eis Km K- ceric voluncace, Imperium cpioHUs nul- !um beucium babere ciebec /miirire inOu- caru. 8! vero krineep8 alic^uis, vel alce- rius Karus perions nobKisvel iZnobilis, euju^euncpie conciicionis exiKac, baberec in KiÄo Oucaco kcrüeKiones ab iplo jure feuciaii ciepenciences, bas null! locec leu conberac, niK eas prius conKuxeric s Du- ce^.uKriX memoraco, cujus concrarium K keceric, eaciem Kucia aci vucem^.u- Kri-e Kevoluca libere üb! excunc jure pro- priecacis, Le 6ire6Ii Dominü percinebunc, kr!ncip!bu8 LccieKaKici? Le monaKeriis cxcepciz, Kuncaxac in live caiu. Lun- üa eciam iLcuIaria MKicia, Lannum KI- veKrium Le terinarum, piieinT, öc ne- rnora in Oucacu^.uKriL, ciebenc jureseu- är äc bi ra c? ü V so re L in m ?! ce m bk O bi ?' vi üi kr per' :ne- 1KA uüs :rü, )ux url- leu fe- ui!- vu- ilre- ilis, erec jure seu Vu- um ^.u- ll'O- mc» !riis un- ül- ne- eu- äali des Ery-Häusis OefierkeLch. 59 äall ü vuce^uliriL' clepeuäere. r.rlam äebec I)ux^uKriT 6e uullis oppoüriom- bu8, vel objEis c^ulbuscunc^ue, nee co- ram Imperio, nee allls cpübuslibec, cui- c^uam relporräere, mb lä lua propria 6c spoucanea kacere volueric voluncare, seil ü volueric, unum locare poreric cie lui; VasMz leu ÜomoleZüs, 6c coram illo, iecuuclum cerminos prLbxos, purere po- rell 6c Ueber jullicire complemeuro. In- luper pocell: iclem Oux^ulbriE, csuanäo lmpuZnacus iueric ab alic^uo cie ciuello, per unum icloneum non minoreniracis macula ciecencum, vices iuas prorius iup- plere, 6c illum ipia eaciem ciie, ieu krin- cep5, vel alius cjuis^uam pro alieujus no- ra iyfamiL non poceK impecere, neeoneri1i8 Le Vrlclencinus^Hco^us, Do- miims Vuelfo. vux Lonr^äus 5rscer Imperaroris kriclsrlcus 61!us R.eAis Lom raäi.^em-ieus vux LLrinciÜX; Marckic» LnZelberms äs Nvttria. Varcnio^.äal- berms äe 5caäen. Narckio V!ex>a1äus. tterimsnrms Lomes kalLcious äe«.keno. Occo Lomes kalacüms, Le kracer ejus kriäericus. Lberdaräus Lomes äe 8o!r- back. K.uäo!pkus Lomes 6e 8vvein3- keucc.^.Iberms Lomes Nallenüs. Lber- Iiärclus Lomes cle Lurclmle. Lomes cls Luckena; Lomes äekeilKein, Lc alü c^uam plures. 8iAnum Oni knäerici Ko- msnommim- perstorislnvi- AüHmi. ——A.AttMW CM- ' I o ce//üNL! L/ce ^i'cör- ^gpi^rcÄ- reco^»ov/. -^5 Damm I^LrisIzonN XV« LllI« OÄ. In ck<2. de« Errz-Hauses Oesterreich. 6z 6icl. IV.^nno Dominica Incarnacionis L. I.VI. KeZnance Domino kricierico H.omanorum Imperacore.^uZuiio in Lkrillo lelicicer^.msm^11110 R.eAni ejus V. Imperii I I. /» /)!7M2 /acie^«re-e Lr/öL eF Lo?r/e« Fn^rcr /«r^emtor« MM Loc tr'tL/o. kriäericu8 DLI ZrLcisH.om3norumIm- peracor^uZuKus. /» /ecMM /scie. Tr/rrr; aita c«m krir- rica/u aö«troz»e /rrtere, i» cMce//ü F^erim boc mport« TÄrrü^er ö 1IO- /»/crr/)tio. R.OML capuc munäi, re§!c orbis frens rocunäi. l.o./m.Lu. In^lomine 8änÄX Lc In6ivi6uV Hinicacis,^.men. ^.iäericus Lecrincius Divina kavence Llemencia Komanorum Imperator lemper^.uZuKus»Dierulalem Lc 8i- L ciÜL 64 Vsii denen privileZUs ciÜX k.ex. MKis?rincipum noKrorum pecirionibus cvnäeicen6ere eoZirnnr, c^u38 niü favorabilicer auäircrnus, obauäl- re, Huoä julie pecicur, per injuriarn viäere- mur. Lapropcer per prTien8?rivile§ium noverir rLrnprLlen8 LrL8, Huäm lircLeÜ'ura poHeric38, epioci noKer Lxcelienci/Iimns krincep8, kriäericu8 Oux^.niiriX, Lc8ri- riL, Lc vominu8 LarniolL, ciileüus krin- eep8 Lc LonülnAuineu8 noKer, puoäcl^rn Privilegium Vivi^uguKi Imperacoris Huonöam kriöeric!^vi noliri memoriB recolenäX, plenrico HuonäamDuci^u- üriT,?ro3vo iüo äuäum inäulcum, no- Kro cuimini prLlencavir supp1icsn5 accen- riug, ur ei üluä innovsre, öc omnia, HUB concinenrur in eo, Oonürmare äe noKrr gracia cügnaremur, cujus renor per om- !ÜLc3li5eK. In^omine 83NÄE Lc InölviäuE Irinicaris,^.meo. Oivins iavente Llementi» koM3norum lmperstor^uguüus.<^u-rn- ' qusm rerum commut3tic> ex ipl» corpo- rzll inüitukione poiür ürms contiüere, nec ea, HUT legmme zsruntur, u!!a poüint'refrsgatio- / ne des Lry,Hasses Oesterreich. 6r — ne convelü, ne kamen rei ZeÜX, u!!s poKt eile öubietas, Imperjgüs ciebet inrervenire guÄori- ! kax. I^averir iZitur omnium dkristi Imperiique I 6c noilri 66e!ium pr^sens Ltas, 6c fukurs po- iieritas, czuZÜrer d^os ejus cooperame Zrgtia» 2 !^uo caelilus?ax rrriila eü kominibus super tcr- ram. in Zenergü nottra Luria kstisbonT, in Watt« vitzre SsnÄEXiariL ceicbratg, inpr-esentia mu!- tomm keiiziolomm, LcLIatkolicokum» ürem 6c controverliam, yux inter ckarillimum noürum parruum, ttenricum Oucem^uüriL, 6c inter diepotemdioürumckanillmum,»enricum Oucem SsxoniL 6iu sAikata exritit, super Oucatu Lavaris, 6c super^grckia 3 luperiori parte ilu- minis^nski, kerminavimus koc moäcr,^uock Oux^uürix reüZnavit dlobis Oucatum kavs- ri-L, öc äiÄam^arckiam c^uo8 renebat, c^ua re- siAnalions faÄa, mox eunäem Oucacum La- V3NL in Lenekcium contuiimus Ouci 83X0- nix; prLliiÄus vero vux 83xoniL ceMt 6c renunciüvit omni Zuri 6c aKioni,<^U38 kakelt 36 6-Ä3M Xiarckiam. cum omnibus suis j juribus 6c beneücüs. die gutem in koc fg- 6io konor 6c ßioria kstrui noiiri ckgrillimi gli- quakenus minu3tur, 6e Lonlilio 6c)u6icio prin- cipum, Üluilri Ouce LokemiL sen- tenrigm promuiZante, uuam cLteri Principes 3p- prob3b3Nk, X^arckionZtum^uüriL, 6c 6iAgrn l63rckl3M supra^nasum, commutavimus in vucgtum, eun6em^ue Oucarum cum lubscri- ptis luribus, privilegiis 6c ßratiis omnibus,!i- beralite LKsares contulimus prLäiäio ttenri- L r co 66 Von denen privileFÜs co nollro pakruo ckarillimo, prsenobili iu« vxori Ikeoäorre, Lr likeris eorunöem, ob 6n- sularem kavorem, quo erßs öileöbEmum ps- rruum noürrrm blenricum^uürix, ejus conmo- rslem krLNobilem Ibeocioram, Lr eorum 8uc^ eeilores, necnonerAgterramAullriL, cjUXOip» peus Lr Cor 8scri Komani Imperii eile öiMolci- tur, aEcimur, tle conblio Lc allenluprincipum Imperii, öiäis LonjuZikus, eorum in eoöem Oucatu 8ucceüoribus, nec non prsekstL terrx /^uNriL, subnotatas, canNitutionea, conceüro- nes, LL inäulta, auKorititte Imperiali, in lurs plena Lc perpetua reäsÄas, Zonavimus liberslt- ter viLor« pr«sentium§L äonamus; krimo quiclem, quoci vux-VuÜrlL, quibusvrs iubti. 6iis teu fervitiia tenetur, nec eile äebet obnoxiur Lacro k^omano Imperio, nec cui^uam Ziteri, niü es(le luiarbitrii fecerit übertäte» eo exceptcr «luntaxst, quoä Imperio lervire tenebitur m IIriLZriam, lluoclecim Viria armatis per^lem lern unum, lub expenlls proprüs in ejus rei evl- clentiam, ut krinceps Imperii äiZnoscalur; nec pro conäucenäi8 kesäis requirere, ieu acceliere üebet Imperium extra mctss^uttrix, verum in terrs-Vuttri- libi äebent lua leuöa conkerri per Imperium Lc locsri.<22?^ 6 libi äenegaretur, sb Imperio requirst, LL exigat Iitteratorie triM vice, i^uo l^sÄo)ulle polUclebit lua keucla line ossenla Imperii, sc 6 ea eorporaliter concluxil- set. vux etism^uttriL non tenetur aliqusm Luriam acceöere eäiÄsm per Imperium, teu czuera- j! 3- S- )- c-- p- :i- >m rx o- ^rs äi- no >6. im :ri, Zl0 in rn- ^vi- -rec ere , ja per ur,^ nur lme xis- 13M leu^ LM- des Ertz'Harrses GssterrsLöd. 67 czuemvis slium, niäulcro, Lc äe sua keceric vo- iuntste. Imperium yuoque nullum feuäum Kaders äebet^ulinL in vucstu. 8i vero krin- ceps sliquis, vel siterius üsm§ Perlons nobilrs, veliMobilis, cujuscunque conäitiom's exiüst, dsberet in äiÄo vucstu pollelliones sd iplo ju-- re keuäsü äepenäente8, dss null« locet leu con- ferst, nik es8 prius conäuxerit s l)uce^uüriL memorsto, cuju8 contrsnum 6 lecerit, esäem feuäs sä vucem^ulirise äevoluts, ddere 6bi extunc jure propriecsiis, Lc äireÄi vominii pertinebunt, krincipibus Lccielisüicis Lc lvlons- tferiis exceptis, äuntsxst m doc cslu. LunÄs ekigm sTcuIsris)uäicis, Lsnnum läveürium fenmrum, pi lcinL, Lc nemors in vucstu^.ullriL äebent jure leuäsÜ 3 vuce^.ullriL äepenäere. Ltism äebet vux^uttriL äs nullis oppoürioni- bus,vel objeÄis czuibuscungue, nec corsm Im- perio, nec sliis^uibuLÜdet, cuic^usm relponäe- rs, nili iä luspropris Lclpontsnes lscere voiue- rit voluntste, seä 6 voluerit, unum locsre potent äs 5uis Vglsüis leu läomolegiis, Lc corsm i!Io, lecunäum terminos prLÜxos, psrere po- teü Lc äebet juüitiL complsmento. Inluper polest iäem vux^ullri«, czusnäo impußnsrus fuerit sd slicjuo äe äuello» per unum iäone- um non minorennitstis msculs äetenrum, vi- ces luss prorlus lupplere, A iilum ipls esäem äie, leu krinceps, vel slius quis^usm pro s!i- cujus nots mksmiL non potell imperere, nec äsbet impuMsre. krseteres,in3- tores öeber guxiüsrj SL succurrere,^uocl julii- kism aiiecjuatur. Oux^uiiriX Principal! ami- Liu8Vette, iuperimpcrüko öucgü pijeo, circum- 6ako serto pinnito, baculumbabeng in manibuZ, equo 3Ür6en8, ör inluper more aiiorum prin- cipum Imperii, conclucere ab Imperio foea'a lua> üebec. OiÄi Oucis inlbtmivnibuZ, Lr ciettiru- kionibuL in Oucstu suo k^uslrlT, eil parencium., Lc poteü in kerris suis omnibu8 ienere)u6-Los" Lk Olurarios pubüco8,- Anoicunlur. Volumu8 etism, ut 6«MriÄus 8L Vitiones öiAivucakus amplistikuerint, exk^re- ^ik3tibu8, 6on3t!ombu8, emplion bu8, äepu- t3tionibu8, vel czuibusvis sliis äevolutionum luccellionibu8, prLf3t3 jurz, privileZis LL rnäul- t3, 26zuZmentum 6iÄi Oommü^uilrlK plenL- rie retergntur. Lk ut kXc nostrs ImperiLlk eon- liitutio, omn! xvo 6rma Lc inconvulss permr- nest, prseienres Iitter38 Icribi, Lc IiAilü nottri im- preilioue fecimus inliAniri, rräkibms iöoneis te- ttibus, quorum, nomins lunt k^c. püzerinus ?Str!3rck3^(juilejenÜL. Lberksräus Lsüsbur- Zenüs^rckieprlcopus. Otto kriimZenIrs Lpi- lcopus. LonrsäuZ?3t3vien6s LpilcopuZ. Lber- krräus 83benberAen6§. I^3rtM3nnu8 Lrixien- sis. blzrtkuicus k^scisbonenüs Lc l'riäentinuZ Lp>scopu8. Oominus Vuelko. Oux Lonr3äus kr3ter Imper3tori8. kriöericus ülius KeAi8 Lon- rsäi. Ijsnricu8 vux dgrintkiL; t^srckio Ln- ^elkertu8 äe^igrclrio^63!dertus äs Ltgäen. Xlsickio Viep2läus. l^erimsnnus L4 LIo- Vsri deriett pnvüegüs Lomes pslatinus 6s Kkeno. Otto Lomes?Z- Igtinus, Lc frgter e)us krj6ericus. Lberkzröur Lomes 6e 8u!?.b3ck. Ko6u!pkus Lomes 6e Lweinskeutt. Albertus Lomes»züenüs. Lber- karöus Lomes 6e kurckuse. Lomes 6e Lulke- ns; Lomes 6e peilltein, Lc slü czusm plures. 8ignum Dom«- n! k^IDLKILI Romanorum Imperstoris In- viäiillimi. <7a»cc//an'«L Lrcer, -4^mo/6r ^^r-cLi-^ "^'cKi- L'Mci°//Znr ^eco^»6M. vsmm kstisbonL X V. Ls!. ÖA. In6iK. I V. änno VommicX Inc3M3tiox>is XI. L- LVI. Ke- ßN3ntc Domino k-R!0LlnL5)am poüiciet, öc in iururum^oiHäe-^ bir. Lcacnimus iZicur, Lc Imperiaii lan- i cimns kxiicto, c^nacenusnullusl^ex, nul-^ Ins Oux, nnllus Marckio, nullns krin-^ cep8, nulius Lomes, nnllus krTlacus, nnlla 6sniHueperionL alca vellaumilis, Lc- cleüaKica vel munciana, contra prXienris.^ innovacionis Lc corMrmarionis noKra: ce- i norem venire prLinmac.()uoci c^ri prX-^ itlm^leric, inäi§nacionem noiiri Lulmi-^ ML r Lc xoenLM Eis librarum auri te no-^ veric > 1,>:» des Ertz-Hattsts Oesterreich. 7z vericincurMe, OMrmn meciiecss Lame- rX, relmmi vero parci^2ÜL injuriam Lp- plicecnr. ,4.6 knjns igicur innovauoms Le Lonürmacioms noArL iucursm memo- rism, L< robur perxemo vaLmrum, prL- lens privileAmm Kcri, sc Lullä Lurea e^- xsrio noKi W A/DjeKacis impressä juiLmuz communiri. Dujus 1 ei ceKes iunc: Lon- r^äus kriünAeniis Lpücoxus. Hemicus LadenberAenüs Lleäus. kriäerlcus tilius Illuüris Leßis LaKellL. ILicioIvdus dio- dilis Lomes äeHablckesburA. Im^ovreus Lomes 6e DLienirein.-4lbercus 6e Wie. öc alu quan'r olures. Lignum Dom! rici M! 6r3tik^ msnorum km- ^UAutHz^ieku- keN§» N! noUri kri6e- InviÄiMmi I^o- psrItons temper Llem L SicijiL /^ciL iunr?,nno DommicL Incar- nacioms Niüelimo äucenreümo c^iräära- §e6mo c;umco, NenieMnio, rercia In6i- üione, Imverance Domino noKro I'ri- 6erico ZIoriosMmo I^omLnorum!moe- racore lem^er^.uZuKo, DieruLrlem öc 8i- 74 Vorr Vene» krivileZü^ LiciliL keZe. iromaui Imxerü ejus^.u- no Viceümo c^ünco, Irimo, R.eZm vero 8iciÜX,(Zua- ciraaeümo fepcimo. Darum VercinL^.u- uo, Nente, Hs lucjiAioue^rTseri^ris. Lul Vu ^r Friderich von GOttes Glla^ L den Römischer König, zu allen Zeiten Mehrer des Reichster; tzog zu Oesterreich, zu Steyer, zuKarm ten,und zuCrain. Herraufdcr2M>d>- schm March, und zu P°rtmm, G I ru Habsxurg, zuTm°l, zuPstrdt, und zuödlburg, Markgraf zu Burgau, und Landgraf in Elsaß. B-k-nn-n und thun kund offentlichmitdisemBnefallen denen, die ihn sehen oder hören lesen. Und°v Wir vonRömischer Konigh Würdig-ch darzu uns der Allmächtige GOtk, durch seinGöttlicheGnadundGütigkeitgeru- ves Ery-Hauses Oesteereick. 7^ bet hat zu erheben, und auch durch ange- bohrne Mildigkeit allezeit willig und ge- neigt seyn, aller des H. Röm.Rcichs Für- sien,und mercklicher Glieder, Ehr, Würde, und Gnad zu handhaben, und sie darbey gnädiglich zu bleiben lassen, nachdem und solche Gnad, von unsern Vorführern und dem Heil. Reich, durch ihre getreue Dienste auf sie kommen scynd, jedoch soseynd wir insonderheit und billich mehr bewegt,und ziemet uns auch gebührlich, daß wir solche Ehre, Gnad, und Freyheit, die unsere Vorfordern, die Durchleuchten Fürsten, und das Löbl. Hauß vonOesterreich, von dem Heiligen Römischen Reich, und von alten Kaysern und Königen, mit ihrem Blutvergießen, schwüren Darlegungen und Arbeiten in der Heiligen Christenheit, und des Hell. Reichs Dienste erworben,und kostbarlich verdienet und erarnet haben, durch solche Dienste, und bestandene Treu, sie auch vormahls erhöhet, und zu dem Heiligen Reich erkohren worde seyn, und daß man- nig und lange Jahr festiglich und löblich ver- 76 Von denenNnvileZiiz. verweset und regiert haben, nicht verges-^^ sen,sondern dereningedenckseyn, alsdann" die Vermmfft und alle Recht das billich^ heischen, und natürliche Lieb und Zunei- d gung unser Geburt und Stammens, daß^ auch nach Billichkeit und Redlichkeit^ möglich vorder». Wann nun der Hochge- bohrne Albrecht Hertzog Zu Oesterreich, zu Steyr, zu Kärnten und zu Crain,^ Graf zu Tyrol,rc. Unser lieber Bruder und Fürst, von seinen, und unsern lieben A Vettern und Fürsten wegen, König Laß- 6 laus von Hungarn, rc. und Sregmundö, beyderHertzoqenzuOesterreich, rc. seine ehrbare Bottschafft zu uns gethan, und> unser Königl. Majestät hat fleiffig bitten 7 lassen, sammt den Prälaten, Grafen, r. Herren, Ritterschafft, und guten Leuthen^ der obgenannten Lande, daß Wir ihn, und A dem Lobl. Hauß zu Oesterreich, und allen^ desselben Hauß Fürsten gemeiniglich, und sonderlich, alle und jegliche ihre Freyheit" und krivileZiL, Briefe, und H andre-.. sten über was Stücke die lauten, die ihre A Vorfordern, und daSHauß von Oester-!^ reich des Ery-Ksusts GesterreLcd. 77 reich e von alten Kaysern und Königen, trefflich erworben und herbracht Haben,zu Lonürmiren, Zu bestätten, und zu befesten, gnädiglich geruheten;das haben wir angesehen des ehegenanken unsers lieben Bruders fleißige und ziemliche Bitte,die er von derehegenannten unserer beyden Vettern wegen an uns gelegt hat, auch betrachtet, daß wir ihn und dem Hauß zu Oesterreich solches unbillich versagten, darzu wir dan, anderndesHeiligenReichs Fürsten willig gewesen, und noch seyn,und sonderlich daß unsere und ihreVorfordern, dieDurch- leuchtigen Fürsten von Oesterreich, solche Gnad unpFreyheit mit ihreGutthat,grosser Beständigkeit, und lauter Treu erworben haben, der gebrauchen, und dem Heil. Reich täglich willig seyn, und inkünfftige Zeiten thun sollenMd wol möge; Darum mit wolbedachtem Muth, gutem Rath, und Verwilligung derEhrwürdigen Dietrich zu Mayntz, rc. Dietrichs zu Cölln, rc. und Jacobs zu Trier, Ertz-Bischoffen, des Heil.Römischen Reichs in Teutschen Landen, in Italien, und in Gallien Ertz- Cantz- 7-8 Von denen NnvilegÜs Cantzlern,unsern lieben Neven; derHoch- A qebohrnen LudwigsPfaltz-Grafen beym er Rhein,und Hertzogen in Bayrn,rc. Fritze-^ richs Hertzogen in Sachsen,Landgrafe in F Thüringen,und Marggrafen zu Meissen:^ undFriderichsMarggrafens zuBrantzen- tz bürg, und Burggrafen zu Nürnberg, des di Heil.ReichsErtz-Trucksässen,Ertz-Mar- schall, und Ertz-Cammerer, unsern lieben^ Oheimen,Schwagers,und Churfürsten, cc und andern des Heil. Reichs Geistlicher undWeltlicherFürsten,GrafenundFrey-^ en, die desselbenmals Persönlich bey uns Hz waren,auch mit rechte Wissen,undRömi- hj scher Königl. Macht, so haben Wir den n chegenanten König Laßlao von Ungarn,^ Erben der Cron zu Böheim, und Erb- Schencken des Heiligen Reichs, Hertzog sh Albrechten und Hertzog Siegmunden, sg (desselben, und König Laßlaus Fürmund A Wir seyn,) und allen desselben Unsers g, Hauß Fürsten, ihren Erben und Nach- kommen, gemeiniglich und sonderlich, zu h, ewigen Zeiten, solche ihr Brief, Gnad I und Freyheit, die sie von allen Römischen h Kaysern,^ des Ery-Hauses Oeßerrsicb. 79 Käyscrn und Königen unsern Vorfahr: >nr crn am Reich, erworben,und hergebracht der haben, wie die lauten, es seyeüberLand, un Fürsienthumen, Herrlichkeit, Würdigen: keit, Erbschafft, Pfandschafft, Recht, ^nr^ Gewohnheit, und Altherkömen, wie man >es mit sondern Worten benennen mag, ^ nichts ausgenommen, gnädiglich conllr- 'en iwrt, erneuert, bestätigt, und bevestet; en, conürmiren, bestättigen, verneuern und )er bevesten ihndie^ von Römischer Königli- 'ür cher Macht, Vollkommenheit, inKrafft uv diß Briefs, und fetzen, und wöllen, daß nn hie ehegenannten unser liebe Brüder und Vettern, und alle Fürsten von Oesterreich gemeiniglich und sonderlich, alle ihre Er- wr den und Nachkommen, und alle ihre Für- stcnthum, und Lande, obgenannt aller :n, solcher Freyheit, und Gnaden zu ewigen lud Zeiten gebrauchen und genießen sollen, ^ als ob sie ihne selber, und von neuen ge- ch- geben wären, ohne allen Intrag,und Wi- Zu derrede, und ob unser Vorfahren am lad Reich jemand, wer der wäre, einig Frey. heit, Gnad, oder Briefgegeben hätten,die er»! wider uns, und des Hauß zu Oesterreich 8 Frey- §o Vsrr denen privileZüs Freyheit, Brief, Recht und Herrlichkeit, oder Herkommen wärm, die sollen ab; seyn, und dem Hauß zu Oesterreich, keinen Schaden oderKränckung bringen in keine Weiß; und Wir gebieten darum, allen und jeden Fürsten,Geist- undWelt- lichcn, Grafen,Freyen,Herren, Rittern, Knechten,Städten und Gemeindten,und allen deß Heil. Reichs Unterthanen und Getreuen, ernstlich und festiglich mit diesem Brief, daß sie die obgenannten unsere Brüder und Vettern, alle ihre Erbenund Nachkommen Fürsten zu Oesterreich, gemeinglich und sonderlich, auch alle ihre Fürstenthum, und Lande, solcher Gnad und Freyheit, gebrauchen lassen, und sie daran nicht irren. Wäre aber Sache, daß jemand darwider thäte, in welchen Würden,Stadt, oder Weesens der wäre, der solle in des Heiligen Reichs schwere Ungnade verfallen seyn. Bey den Sachen seynd gewesen, die obgenanten unsere,und des ReichsChur-FürstenMd dar- zu die Ehrwürdigen, Peter zu Augspurg. Siegmund zu Würtzburg. Friederich zu> Regenspurg. Heinrich zuCostantz. Io-! ham Ll gi 8 U! V! ft vl E A st ds Z bann Zu Gurck, und Silvester Zu Kremser Bischoffen; und dieHochgcbohrnenGcr- hard Hertzog zu Gülch, Zu Geldern, und Zu den Bergen, re. Rudolph Heryog in Schlesien,und zu Saqan. Jacob Marg- graft zu Banden. Wilhelm Graf und Fürst zuHennenberg. Unser LiebeOheim und Fürsterr, Ludwig und Ulrich Grafen zu Würtenberg, GrafHanß, und Graf Wilhelm von Oettingen. Graf Georg von Hennenberg, Graf Bernhard von Schaumberg,GrafHeinrich von Mont- fort. GrafEbcrhard von Kirchberg,und viel andere unsere, und Reichs Grafen, Edlen, und Getreuen; mit Uckund diß Briefs versiegelt, mit unserer Königlichen gülden Bullen. Geben zu Franck- furt an dem Mayn, nach Christi Geburt Vierzehenhundert Jahr, und darnach in dem zwey und vierzigsten Jahre, an St. Iacobs-Tag. Unsers Reichs in dritten Jahr. ^ Lu. 1 F 2 Wir 82 Von denerr knvüeAil's Dietrich von GOtteS Gnaden LlZ Ertz-Bischoffe zu Maintze, des Heiligen Römischen Reichs in Teutschen Landen Ertz-Cantzler, beken- nen öffentlich an diesem Briefe, allen denen die ihn sehen, oder hören lesen, als der Merdurchleuchtigste,FürstHerr Frie- derich Römischer König, rc. Unser gnädiger lieber Herr, jetzund den Hochge- bohrnen Fürsten, König Laßlaun von Hungarn, Erben der Cron zu Böheim, des Heil. Reichs Ectz-Schencken, und Hertzog Albrechten, und Hertzog Sieg- munden, allen dreyen Hertzogen zu Oesterreich, zu Steyr, zu Körnten, und zu Crain, Grafen zu Tyrol, rc. und allen Fürsten von Oesterreich gemein; glich und sonderlich, ihren Erben und Nachkommen, und ihrem Hause, ihre knvilsZia, Freyheit und Rechte con- ürmiret, und gnödiglich beftöttiget hak, nach laut des Briefs, den seine Königliche Gnad darüber gegeben hat, der von Wort zu Work also lautet. § L z z r a s ( f l z l z l r c k l l des Ektz-Hause« Oesterreich. 8; ""^ L^^FrFriderichvonGOttes Gnaden en Römischer König, zu allen Zeiten ^ Mehrer des Reichs, Hertzog zu m Oesterreich, zu Steyr, zu Körnten, und ^ zu Crain, Herr aufWindisch March, und ^ zuPortenau, Grase zuHabspurg,zuTy- "b rol, zu Pfirdt, und zu Kyburg, Marg- ^ grase zu Burgau,und Landgrafe inElsaß. Bekenen und thun kund öffentlich mit die- 3^ sem Briefe, allen denen, die ihn sehen oder hören lesen, und ob Wir von Römischer Königlicher Würdigkeit, darzu Uns der lud AllmöchtigeGOtt, durch seine Göttliche Gnad undGütigkeit geruhet hat, zu erhö: Heu, und auch durch angebohrne Mildig- iuu kett,allzeit wrllia und geneigt seyn,aller des ^ H.Mmischen Reichs Fürsten,und merG im licher Glieder, Ehre, Würde und Gnade ^d zu handhaben,und sie dabey gnädiglich be- me ljchen lassen; nachdem nun solche Gnade, von unsern Vorfahren, und dem Heiligen Reich, durch ihre getreue Dienste, aufsie ttg' komen seynd,jedoch so seyn Wir insondem der heit, und billich mehr beweget, und ziemet Uns auch gebührlichen, daß Wir solcher Gnad und Freyheit,dieUnsereVorfahre, 'n.!- 8 3 84 VsR denen vrivNeZns die DurchleuchtenFürsien, und das Lobst sie Hauß von Oesterreich,von dem HeistRö; la mischenReichMd von alten Kaysern und gl Königen, mit Ihrem Blut-vergießen, A schwäre Darlegungen und Arbeite, in der re Christenheit,und deßReichsDiensten,^ ni erworben, und kosidarlich verdienet, und ih üd erornet habend,durch so!cheDienste,üd^ bestandeneTreue,sie auch vormahls erhö- ih bet,und zu dem H» Reich erkohren worden st seyn,und daß manig und langeZahr festig; tl lich und löblich verwesen und regiert habe, b nit vergessen, sondern der mgedenckseyn, n alsdann die Vernunfftund alleRechtdas tc billich heischen, üd natürliche Lieb undAu- k neiguug unserer Geburte und Stamms, li daß auch nachBilllichkeit nndRedlichkeit, st möglichen fordern. Wann nun derHoch; a geborne Albrecht Hertzog zu Oesterreich, z> zuSteyr,zuKärnten,undzuCrain,Graf, u zuTyrohrc.unser lieberBruder undFürst,^ von Sem und Unserer liebenVettern und st Fürste wegen,KönigLaßloß voUngarn rc.^ und Sigmundö beyder Hertzogen zu Oe; d fterreich, seine Ehrbahre Bottschafft zu r uns gethan,und unser Königl.Majest. hat l fielst des Ery-Hauses Oesterreich. 87 )l. fieissrglichen bitten lassen, samt den Prä- ö- lateryGrafen, Herren, Ritterschafft, und lid guten Leuten der obgenanten Lande, daß >1, Wir Ihn, und dem Löbl. Hauß zu Oesier- cr reich und allen desselben Hauß Fürsten,ge- n, meinglich und sonderlich, alle und jegliche ,id chreFreiheit,Gnad,kiivi1eAia,Brief^und M Handfesien,überwasStückedielaute,die >ö- ihre Vorfordern, und dasHauß von Oe- en stecreich, von alten Kaysern und Königen lgr treffentlich erworben und hergebracht ha- ^e, ben, zu con5ormiren,zu bestättigenzuver- n, neuern,und zu besessen gnädiglich geruhe- as ten,das habe wir angesehen,des ehegenaü- !u- Leu,unsersliebeBrudersflcissigeundziem- s, liche Bitte, die er von der chegenanten un- it, ser beyderVettern Wege an uns gelegt hat, Hr auch betrachtet,daß wir ihnKd demHause h, zu Oesterreich,solches unbillich versagten, ss, und darzu wir dann anderen desHeiligen st, Reichs Fürsten willig gewesen, und noch nd seyn, und sonderlich daß Unsere und Ihre rc. Vorfordern, die Durchleuchtige Fürsten )e- vonOesterretchssolcheGnadundFreyheit zu mit Gutthat, grosser Beständigkeit, und lat lauter Treu erworben haben, der gebrauch- 8 4 chkNf K6 Dsn drrrett knvüe^ü? chen, und dem Heil. Reich täglrch willig' seyn, und in künfftigen Zeiten thun sollen, i und wol mögen. Darum mitwolgedach-> tem Muthe, guten Rathe, und Verivilli- I - gung derEhrwürd.DietrichS zuManntz. j Dietrichs zuCölln. UndIacobs zu Trier, j Ertz-Bisch offen des Hell. 7/wm. Reichs! in Teutschen Landen, in Italien und in j Gallien, Ertz- Cantzlern, unserer lieben! NevenzderHochgebohr. LudwigsPfaltz- i Grafen beyRhein undHertzog inBaym.' Friderichs Hertzogcns zu Sachsen,Land-! grasen inThüringen,und Marggrafen zu i Meissen. Und Frrderichs Marggrafen zu! Brandenburg,undVurggrafen zu Nürn- I berg,desH.ReichsErtz-TruchsessenErtz- I Marschallen, und Ertz-Camern, unserer I lieben Oheimben,Schwagers undChur-' fürsten, und ander des H. Reichs Geist- 1 und Weltlich.Fürsien,Grafen, und Frey- 1 en, die desselbenmals persönlich bey uns! waren, auch mit rechten Wissen, u.Röm.! Kön.Machtsso haben Wir dem ehegenan-> tenKönigLaßlaon von Hungarn, Erben! derCronzu Böheim,und Ertz-Schencken l des H. Reichs, Hertzog Albrechten, und i Hertzog i des Ektz-Harisis GeflerreicD. 87 lig Hertzog Sieqmunden, desselben, und Körn, nig LaßlausFürmundWir seyn,rrnd allen ch- desselben unsersHauses Fürsten, ihrenEr: lli: den und Nachkommen, gemeinlich und rtz. sonderlich zu cwigeZeiten solche ihre Brie- er. fe, Gnad und Freyheit, die sie von alten hs Röm.Kaysern undKönigen, unsernVor- m fordern am Reich erworben, und berge: en bracht haben, wie die lauten. Es scye ltzr über Lande, Fürstenthumen, Herrlichkeit, m. Würdigkeit, Erbschafft, Pfandschafft, rd- Rechte, Gewohnheit,und altes Herkam: zu men, wie man die mit sondern Worten be: zu nennen mag,nichts ausgenomen, gnädig: :n: lich LvQllrmirt, bestättiget, verneüert/Und 'tz: bevestiget,con6rmiren, bestatten,nerneue, -er bevestenIhn die,von Röm. Kön. Macht, ?r: Vollkomenheit, in Krafft diß Briefs, und ich setzen und wöllen,daß die ehegenannteUn: :y- sere liebe Brüder und Vettern, und alle ns Fürsten von Oesterreich gemeinlich und m. sonderlich,alle ihre Erbe,und Nachkamen m: und alle ihreFürstenthum nndLande obge: en naüt,aller solcher Freyheit,Recht u.Gna- ^en den zu ewigen Zeiten gebrauchen und ge: nd niessen sollen, als ob sie ihnen selber, sind og von neues gegeben wären,ohne allen Ein: Fs'' trag 88 VSK dkttM pnvNeZiis tragünkWiderred,und ob unser Vorsah-!^ rern amRcich jemand,wer der wäre, eini- z geFreiheit,Gnad,oder Brief, gegebe hät- z ten, diewiderUnftr,unddes Hauß zuOe-^ sicrrcich Freiheit Briefe,Recht,Herrli ch- y keit, oder Herkommen, wären, die sollen< abseyn, und dem Hauß zuOesterreich kein K Schaden oderKränckung bringen in keilw^ Weiß.UndWir gebieten darum allen und jeglichen Fürsten, GeistwmdWeltlichen, j Grafen,Freye,Herre,Rittern undKnechr x ten,Städten undGemeinden, üd allen des^ H. Reichs Unterthanen, und Getreuen,< ernstlich üd vestiglich mit disemB riefe,daß; sieobgcnante unsere Drüder undVettern,§ alle ihre Erben, und Nachkamen Fürsten t zu Oesterreich ,gemeinlich und sonderlich,< auch, alle ihre Fürstmthume und Lande, j solcher Gnad und Freyheit gebrauchen,, lassen,und sie daran nicht irren; wäre aber§ Sache, daß jemand dawider thätest» well z chm Würden, Staate oder Werfen der, wäre,der soll in desH.Reichs schwereUm i anad verfallen ftyn.Bey denSacheseynd r gewesen die obaenannte Unsere, und des Reichs Churfürsten, und darzu dieEhr--< würr kr n e d s r, n 'v l- t- !d :s r- r- Des Ley-Hsttfes GestsWeLch. KZ würdige Peter zu Augspurg; Sieqmund zuWürtzburg; Friderich zuRegenspurg; Heinrich zu Costnitz; Johann zu Gurgk, und Gylvesterzu Kicmsec, Bischoffe; und die Hochgebohrne Gerhard Hertzog zu Gülch,zu Gölre, und zudem Berge. Ru- dolph Hertzog in Schlesien und zum Sa- gan. Jacob Marggrafzu Baden. Wilhelm Grase und Fürst zu Heneberg,Unser liebeHheim und Fürsten; Ludwig rmdUl- rich Grafen zu Würtenberg,GrafHanß, und Graf Wilhelm vonOettrng^ Graf Georg von Heüenberg. GrasBernhard von Schaumberg. GrafHemreich von Montfort; Graf Eberhard von Kirch- berg,undvllawere unsere,und deSReichs Grafen, Edlen und Getreuen» WiiÜr- kund öißBriefs versiegelt mitUnferer König!. guldenenBull. Geben zu Franckfurt an dem Mayn,nach Christi Geburt vier- zehenhundert, und darnach in dem zwey und viertzigsten Jahre, an St. Jacobs- Tage, unsers Reichs im dritten Jahr. HLso ist desselben unsers MädigenHerrsn Begehrunq an Uns gewesen,daß Wir als ein Ertz-BischoffzuMaintz,und ein Chrm yo Vott denen knvüeZUs Chur-Fürst des H. Reichs,zu solchen Be- stättigungen,unsern Willen geben wollen. Waü nunsolche Bitte nit unziemlich ist, so baden Wir durch Begehrung scinerKö- nigl. Gngden,und durch des Löbl.Hauß zuOesterreich,das ein mercklich Glied des H.Reichs ist,wollen,zu solcher Bcstätti- HUNg, UNd L^oniirmacion, unsern Gunst, Verhäng«,undWillmgegebmMdge- den wissentlich mit disemPrief; zuUrtund habenWir unsernInstegl an diesem Brief thun hangen, der geben ist izu Franckfurt, nach Christi Geburt Lausend vier hundert zweyund viertzig Jahr,des Donnerstags nach unser liebenFrauen-Tag^üum^cio- (U8.) IrDietrich von GOttesGnaden, der H. Kirchen zuCöllnErtz-Bi- schoff, des H. Römischen Reichs in Italien Ertz-Cantzler, Hertzog von Westphalen, und von Engern, rc. bekenen öffentlich an disem Brief, allen denen, die ihn sehen, oder hören lesen; Als der Aller- durchleuchtigiste Fürst, Herr Fridench RömischerKönig,rc.unser gnädiger lieber Herr, rus d l z r r des Eetz-Haust« Gestekreich. 9! ti- Herr, jetzund den Hochgebohrnen Fürsten, König Laßlao, von Ungarn, Erben der Cron zu Böheim, des Heil. Reichs Ertz-Schencken,und Hertzog Albrechten, und Hertzog Siegmunden/ allen dreyen Herlzogen zu Oesterreich, zu Steyr, zu Körnten, und zu Crain, Grafen zu Ty- rol, re. und allen Fürsten von Oesterreich, gemeinglich und sonderlich, ihren Erben und Nachkommen, und Ihrem Hause ihre krivileZia, Freyheit, und Rechte conilliEt, und gnödiglich bestöt- tiget hat, nach laut des Briefs, den Seine Königl. Gnad darüber gegeben hat,der vonWortzuWortalsd lautet. tIr Friderich von GOttes Gnaden Römischer König, rc. (Wie oben in der Chur- Mayntzischen Einwilligung.) LK»Lso ist desselben Unsers gnädigen Her- A renBegehrung, an uns gewesen, daß Wir als ein Ertz-Bischoff zu Cölln, und ein Chur- Fürst des Heil. Reichs zu solchen Bestättungen, Unsern Willen geben wollen. Wann nun solche Bitte nicht nicht unziemlich ist, so haben Wir durch Begehrung seiner König!. Gnaden, und durch des Löbll Hauß zu Oesterreich, das ein mercklich Glied des Heil. Reichs ist, willen, zu solcher Bestätigung, und con- irmacionen unsern Gunst,Verhängnüß, und Willen gegeben; und geben wissentlich mtt diesem Briefe. Zu Urkund haben Wir Unser Instegl an diesem Brief thun hangen, der geben ist zu Mayntz, nach Christi Geburt, tausend vierhundert zwey und viertzig Jahr, des Sonntags nach unser lieben Frauen TagEimpcio- W§. MIr Jacob vonGOttcs GnadenErtz- Bischoff zu Trier, des Heil. Römi- schenReichs, durch Welsche Landen,und das Königreich von Arelat Ertz-Cantz- ler,bekenen öffentlich an dresemBnef, allen denen, die ihn sehen, oder hören lesen, als der Merdurchleuchtigste Fürst, Herr Friderich Römischer König, rc. Unser gnädiger lieberHerr,jctzunddcnHochge- dohrnen Fürsten, König Laßlaen vonün- garrr, tz- tt-^ rd ck rr er ;e- U-^ tt/S des Lry-Havfts Oesterreich. 9; qarn, Erben der Cron zu Böheim^desHl Reichs Ertz-Schencken, und HertzogA- brechtm/und Hertzog Siegmündm/allen dreyen Hertzogen zu Oesterreich, zu Steyr,zuKärnten,undzu Craln, Grafen zu Tyrohrc. und allen Fürsten von Oesterreich, gemeinglich und sonderlich, ihren Erben und Nachkommen, und Ihrem Hause ihre Privileg, Freyheit, und Rechte conllrmlrt, und gnädiglich bestät- tiget hat, nach lautdes Brieföchen Seme Königl. Gnad darüber gegeben hat, der von Wort zu Wort also kautet. WIr Friderich bon GOtteö Gnaden Römischer König, rc. (Wie oben in der Chur- Mayntzischen Einwilligung.) HssLso ist desselben Unsers gnädigen Her- renBegehrung, an uns gewesen, daß Wir als ein Ertz-Bischoff zu Trier, und ein Chur-Fürft des H. Reichs zu solchen Bestättungen, Unsern Willen geben wollen. Wann nun solche Bitte nicht un- zimlichistsso haben Wir durchBegehrung Sr. Kömgl.GnadenMd durch des Löbl. Hauß zu Oesterreich, das ein mercklich Glied Von denen Privilegs GunstVerhängnüß,undWrllen gegeben,» und geben wissentlich mitdisem Brief.Zu'' Urkund haben Wir unser Insiegl an Visen Briefthun hengen,der geben Y1 zuFranck;^ fürt nach Christi Geburt, tausend vier hundert zwey und viertzigste Jahr, des. Donnerstags nach unser lieben Frauen;^ Tag^.iliunxclonis. (U8.) LJr LudwigvonGOttes Gnaden ^ Pfaltz; Grase beym Rhein, des >Heil.Röm.ReichsErtz-Truch;^^ seß,und Hertzog in Bayrn. Bekenen oft^ fentlich an disem Briefe, allen denen, die^ ihn sehen oder hören lesen; als der Aller; durchleuchtigsteFürst,HerrFriderichRö;^ Mischer König, rc. Unser gnädiger lieber H Hcryjetzund denHochgebohrnenFürsten,^ KönigLaßlaoen von Hungarn,Erben der> CronzuBöheim,desHeil.ReichsErtz- 7? Schencken,undHertzog Albrechten,und^ Hertzog Sigmunden, allen z. Hertzogen- zu Oesterreich,zuSteyr, zuKarntenund RV - r n ll u n k- :r !s ilr zu Cram, Grafen zu Tyrol,rc. und allen Fürsten von Oesterreich, gemeinqlich und . sonderlich, ihren Erben und Nachkomen, und ihrem Hause, ihre krlvLZia, Freyheit, und Rechte conL-mlrt und gnädig be- stättigt hat, nach laute des Briefes,' den Seine Königl. Gnade darüber gegeben hat, der von Wort zu Wort also lautet. MIr Friderich von GOttes Gnaden Römischer König, rc. (Wie oben in der Chur-Mayntzifchen Einwilli- M es gung.) MLso ist desselben Unsers gnädigen Her; A ren Begehrung an Uns Hertzog, Ludwigen gewesen, daß Wir als ein Pfaltz-Grafe und einChur-Fürst des Heiligen Römischen Reichs, zu solchen Be- stättigungen,unsern Willen geben wollen. Wan nun solche Bitte nicht unziemlich ist; So haben Wir durch Begehrung Seiner Kön. Gnaden, und durch das Löbl.Hauß zu Oesterreich, daß ein mercklich Glied des Heil. Reichs,willen, zu solcherBestättung, und LonLrmscion, unsern Gunst, Ver; ^ G häng- 96 VStt dettett prrvüeAns hängnüß, und Willen gegeben, und geben wissentlich mit disem Brief. Zu Urkund haben Wir UnserInsiegl an diesem Brief thun hangen, der geben ist zu Winheim, des Dienstags nach unser lieben Frauen- Bag^ttumxlloniL, nach Christi Geburt, Vierzehenhundert, und darnach in dem zwey und viertzigsten Jahre. stl d- m hi 6! bi (Q8.) jIr Friderich von GOttes Gnaden, Hertzog zu Sachsen, des Heil.Röm. Reichs Ertz-Mar- schall/ Land-Grase in Thüringen, und Marggrafe zu Massen. Bekenen öffentlich an diesem Briefe, allen denen, die ihn! sehen oder hören lesen; Als derAllerdurch- leuchtigste Fürst, Herr Friderich Römi- scherKönig, rc. Unser gnädiger lieb er Herr, jetzunddenHochgebohrnenFürsten,König Laßlaoenvon Hungarn, Erben der Cron zu Böheim, des Heil.Reichs Ertz^Schem cken,EHertzog Abrechten,undHertzo- genSigmunden,allen dreyen Hertzogen P Oesterreich, zu Steyr, zu Körnten, und zr Crain,Grafen zu Tyrohrc. und allen Für § a! l sc d r ds» Eetz-HMstk Oesterreich. 97 >en lud stef inb en- rrt, em sten von Oesterreich, gemeiniglich und sonderlich ihren Erben, und Nachkommen, und Ihrem Hause, ihre 1'rivlleZlL, Frey: heit und Rechte conürmirt, und gnädigstes) bestättiaet hat, nach lautdes Briefs, dm Seine Königl. Gnad darüber gegeben hat, der von Wort zu Wort also lautet. Ir Frrderich vonGOtteö Gnaden Römischer König, rc. lliv< Wie oben in der Chur-Mayntzifchen Emwilli- des gung.) nrd MLso ist desselben Unsers gnädigen Her- mt- Ä ren B-gehrung, an uns gewesen, daß ihn! Wir als ein Hectzog zu Sachsen des :ch- H.Röm. Reichs Ertz- Marschall, und mst als ein ChurfürstZu solchen Bestättungen, err, Unsern Willen geben wolten. Wann nun iiig solche Bitte nicht unzimlich ist, so haben ron WirdurchBegehrung Sr.Königl. Gna-- den, und durch des Löbl. Hauß zu Oester- HO! reich, das ein mercklich Glied des Heil. azr Reichs ist, wrllen zu solcher Bestät- dzli tigungen und eonstnnaclon. Unsern M Gunst, Verhängnuß, und Willen ge- D G 2 geben d8 Vstt derrett pnvüeWl'z geben; und geben wissentlich mit disem r Briefe. Au Ürkund haben Wir unser Im g siegl an disen Brief thun hengen, der geben u istzuSchellenberg am Donnerstag nach k ksarivicaris nach Christi Geburt, n tausend vier hundert zweyund viertzigsten lc Jahr. (U8.) 6 ^Ir Friderich von GOttes Gna-( den Marggrafzu Brandenburg, des Heil.RömischenReichsErtz- Cammerer und Burggraf zu Nürnberg.<: Bekennen öffentlich an diesem Briefallen, drnen, die ihn sehen oder hören lesen: As^ der Allerdurchleuchtigste Fürst, Herr Frü^ derrich Römischer König, rc. unser gnä'^ diger lieberHerr,jetzund denHochgebohr- Z nen Fürsten König Laßlaum von Ungarn,^ Erben der Cron zu Böheim, des Heiligen§ Reichs Ertz:Schencken,und HertzogA L brechten und Hertzog Sigmunden, allen h drcyenHertzogenzuOesterreich,zuSteyr, v zu Kärnten und zu Crain, Grafen zu Ty rol, ^ Des Ektz-HmrstsGLsteer-Lch. em i roll, rc. und allen Fürsten von Oesterreich, zm gemeinlich und sonderlich, ihren Erben icn und Nachkommen, und ihrem Hause ihre ach krivilcZia, Freyheit, und Rechte, con6r- srt, mirt,und gnädiglich bestättiget hat, nach len laut des Briefs, denSeme Königl. Gnad darüber gegeben hat, der von Wort zu Wort also lautet. «rxJr Friderich von GOttes Gna- den Römischer Kömg, rc. na-(Wie oben in der Churmayntzischen Einwilli- irg, gung.) rtzr kg. LW^Lso ist desselben unsers gnädigen llen Herren Begehrung an Uns gewe: W ftn, daß Wir als ein Marggrafzu Brandenburg, des Heiligen Römischen na' Reichs Ertz;Cammerer,und alseinChur; ^ Fürst, zu solchen Bestättungen, Unsern Willen geben wollen. Wann nun solche M Bitte nicht unziemlich ist, so haben wir durch Begehrung Seiner Königl. Gna- lle» den, und durch des Löbl. Hauß zuOester- reich, daß ein mercklich Glied des Heiligen k»! G z R-tchS rch 100 VSN dSMtt privu-rgHs- Reichs ist, willen, zu solcher Bestatt-und (^oMkMLvonen, unser Gunst, Verhang- nüß, und Willen gegeben und geben wissentlich mit diesem Briefe» Zur Urkund haben wir unser Instegl an diesen Brief thun hangen, der geben ist in unser Stadt zu Berlin am Mittwoch nach des Hell. Creutz-'TagsLx3!cLtlonis., nach Chrrsti Geburt vierzehenhundcrt, und darnach im dem zwey und viertzigsten Jahre. (N. 8.) MIrIörg vonGOLLesGnadenW ^"mg zu Böhcim, Marggrafe zu Mehren,Hertzog zu Litzemdurg, und Schlesien, und Margrafe zuLusitz, rc. Bekennen und thun kund öffentlich mit diesem Briefe vor aller mäniglich, die ihn lesen, hören, oder sehen. Als der Aller- durchkeuchtiste Fürst, HerrFriderich Römischer Kayser zu allen Zeiten mehrer des Reichs zu Hungam, Dalmakien, Croa- atien,rc. König. Hertzogzu Oesterreich,zu Steyr,zu KLriiten,undzu Cram,rc. unser lieber Herr und Schwager an uns begehrt g h L d s' !< c r r r l r t nd Lg- )isi nd lef M eil. '.st! -zu rg/ sitz/ VLt, ihn lM des oa- ^zu ckr bc- chrt des EktzöHattfts GeßerreLck. ior q'ehrt hat, daß wiiHls ein König zu Bö- heim und Oberster weltlicher Chur-Fürst des HciligenRömischen Reichs/ alle Gnade, krivileZiL, und Freyheit, so zu dem Hauß gen Oesterreich gehörend, und besonder emenBestedBrief,so SemDurch- leuchtigkeit die Zeit in Römischer Königlicher Würde, demselben Hauß zu Oesterreich über solch sein krivileZis, Gnade und Freyheit, gegeben hat LvnLmirten, und bestätteten nachdem andern unserMit- Chur- Fürsten solchen Seiner Durch- leuchtigkeit Brief auch conürmirt haben, derselb Seiner Durchleuchtrgkeit Brief dannvonWortzuWort also lautet. »^r Friderich von GOttes Gnaden Römischer König, rc. (Wie oben!in der Chur-Mayntzischen Einwilligung.) ««Lso haben Wir angesehen solch Sei- A ner Durchleuchtigkeit ziemlich Be- gehrung, und haben daraufvon Königlicher Macht zu Bökmm, als Oberster Weltliche Chur- Fürste, und durch G 4 des I'§ sich des jetzt-gemeldtenHauß-Oesterrcrch, Dtttchkuchtlg Fürsien, unsern Bvrfsr- dern nicht allein mit Arbeit und Darlegen, sondern auch mit ihres eigenen Blutsver- giessung, den Heiligen Christlichen Glauben, die Römische Kirchen, unddas Heilige Reich zu beschürmm,nndzu erhöhen, mit unverdrossener und Wer Mühe gefiisi sen haben, dadurch sie mmige krivUeßla» und grosse Freyheit von demselbige Reich, und Löblicher Gedächtuuß, Römischen Kaysern, und Kömgen, recht und billich erlangt, die auch dasselb Reich viel Jahr mit grossem Lob geregiert, und den dre das Unbilligen angriffen, und mit Tyrannischem Gewalt, den gemeinen Nutz niederzudrücken versucht,mit emsigem Fleiß,und grosser Schocke widerstanden haben, und haben darum betrachtet ziemlich und bil- sich zu seyn, Ihn nicht allein Ihre alte Freyheit und?ri vI1e§iL zu bestätLigen, sondern auch neue nach unseren Großmächtigen Müdigkeit zu verlachen, also daß solcher Tugend Ziemlicher Lohn nicht versagt, und in dem vorgemcldten Löblichen Hauß Oesterreich, daß M§ dann auf das Lischt d?e Ektz-C-suses rc-z- Liecht dieser Welt gebehret hat, unser Ge- gedachtnüß, desto länger und seeliglicher gehalten werde, mid dardurch, und nicht von keinerlei) Bett, noch Anlangen»wegen, sondern aus eigener Bewegnüß und unser läutern Müdigkeit, und rechter Wissen, so haben wir mit Rath und Willen der Ehrwürdigen, Hochgehobenen, des 5)eiligen Römischen Reichs Churfürsten^ und Fürsten, Grafen, Freyen, Herren, und anderer Unser und des Heil» Reichs Lieben Getreuen, des obgenanten Löbl. HaußOesterreich, Hertzogcn und Fürsten, die jetzt im Leben seyn, und Unsern und Ihre Erben, und Nachkommen, zu ewigen Zeiten all und jegliche Briefe, Gnad und Freyheit, im Nahmen zween Briefs von Kayser jwio, und Kayser dwrons ausgegangen. Ihr Brief von Kay- serHeinrichendem Vierdten,Kayser Heinrichs Sohn.!cem Kayser Heinrichs Brief einen, Hertzog Leopolden gegeben. !rem einen BriefvonKayser Fridrich dem Andern Ml-lierulglem und Liclückr König. Irem einen Brich von König Rudolphen Römischen Kömg, Unserm Vorfordern, ,06 Vor» denen krivileZm undUrst all und jegliche andere Briefe, 1 Gnad, Freyheit,?rivile§iL, und Gerecht i tigkeit, Die dieselben von Oesterreich von' unsern Vorfordern, und Vordem Römi- i sehen Kaysern, und Königen erlangt und' hergebracht haben, in welcherley Laut die i seyn, sie seyn um Fürstenthum, Lande,' Ehr, Fürgänq, Würdigkeit, Erbschafft,! Anfäll, Verschreibung, Herrlichkeit, Pfandschäfft,Gerechtigkeit,Gewohnheit,^ oder alts Herkommen, wie und mit was besondern, und eigentlichen Worten die begriffen seynd, denn nichts abnehmend, gnädiglich conürmirt, bestätt, verneuet, und bevestet; copürmiren, bestatten, ver- neuen, und bevesten auch, aus Vollmäch- tigkeit unsers Kayscrlichen Gewalts in Krafft diß Briefs; Wir wollen, meinen, und setzen auch vondemselbenKayserlichen Gewalt, daß all und jegliche Fürsten des vorgenannten Hauß Oesterreich, und unser, und derselben Nachkommen, gemein- lich und insonderheit zu ewigen Zeiten alle und jegliche Ihre Lande, Fürstenthum, die sie jetzt in ihrer Gewaltsam haben, oder zukünfftigen Zeiten haben werden, m tt- w te e, st, it, rs ie d, h-^ in n, m es n- n- ll- n, r, r? ld drs Ery-Haufes GeffekreicL. 10? und durch Hülfe GOtteS des Allmächtigen gewinnen, aller solcher Freyheiten, Gerechtigkeiten und Gnaden gebrauchen, und messen sollen und mögen, zu gleicher Weiß als ob Ihn die Pcrsöhnlich und von neuen durch Kayserl. Gaab gegeben und verlyhen wären ohne alle Irrung und Widersprechen. Wir erfüllen und erstatten auch von Vollmächtigkeit desselben unsers Kayserlichen GewaltsM und jeglicheAb- gänge und Mängel, die villeicht in eini- gerley Weiß in solchen Briefen und krivl- ieZien wären, oder darinn kommen und auferstehen möchten. Auch setzen und wollen Wir, daß all und jegliche Briefe und kl-lvileZiL von solcher Abgang und Mängel wegen, keine Minerung, noch keinen Schaden, noch Aweiffel weder Lm Rechten,noch ausser Rechtens haben,noch leyden sollen, in keine Weeg, sondern in allen ihren Clauseln, Puncten, Artickuln, und Meynungen, nach Laut Ihrer Inhalt und Begreiffung gantz stett, und unzer- brochen, und zu ewigen Zeiten bey ihren Kräfften bleiben. Wir wollen, meynen, und setzen auch, von der obberührtenun- ;o8 VSK dßNßM privilezus ler Römischen Kayserlichen Macht ernst- lich und verglich gebietend, Laß die be- meldten Fürsten unsers Hauß Oesterreich, und unser und Ihre Erben und Nachkommen, die die Fürstenthum Steyr, Körnten und Crain, je zu Zeiten inhaben und regieren werden, nun hinführo Ertz-Her- tzogen genennet^ und geheißen, dabey ewiglich bleiben, und von Unsern Nachkommen am Reichend allen andernChur- fürsien und Fürsten also genennet, und geheißen, und darfür gehalten sollen werden, in allen den Ehren, Würden, Freyheiten, Zürgüngen, und andern Ubcrtreff- lickkeit, als unser Vorder» das von Alter löblich herbracht haben, n,ld aufUns kommen ssl, Mld wirUntzthero genennet, geheißen/ und gehaltenwordmjcyn. Und daß hinführ dem vorgenannten Hauß Oesterreich zu höhemGlory, semesVerdle- nen beleiblicherLohn gegeben werde,haben wir den vorgenannten Fürsten und Her- tzogen von Oesterreich, und Unsern und derselben Erben und Nachkommen, die die obgemeldren Lande, Steyr Kärnten und Crain je zu Zeiten inhaben und regieren des Ety-Hausrs GsstskrsLeb. 109- werdmH ewigen künftigen Zeiten, zu grosser Gaad der Gnaden vergunnet und verliehen:Vergunnen und verleihen auch aus unserm vollmächtigen KayftrlLchen Gewaltin Krafftdiß Briefs, daß sie und Ihre Nachkommen, mit einander, und besonder, in den vorgemeldten ihren Für- stenchumen,Herschafften und Landen,die sie jetzt haben, oder in künfftigen Zeiten gewinnen,aller Gewaltsam mit Freyung zu geben, neu Aufleg, Mäuth, Zoll, und ander Mehrung ihrer Nutz, und Rent zu machen, und aufzusetzen, und der in all ander Weeg, wie die genannt seyn, und sich begeben werden zu gemessen, und zu gebrauchen, zu gleicher Weiß, als Wir und Unser Nachkamen, Römisch Kayser und König, die in dem Reich geben, machen, aufsetzen, und gebrauchen mögen, nichts darin» ausgenommen; Auch daß, Sie, und Unser, und Ihre Erben und Nachkommen, in allen Ihren Landen, Herrschaften und Gebiethen,als oben geweitet ist, Grafen, Freyen, Herren, Rittern, Knecht, auch tugendfam und verdien- Von denen krivileZiis no dientePersohnen,von neuem Edelmachen,^ denselben Wappen, Kleinod mitSchildt,! und Helm, und allerley Zischelt, Farben,- und Plasmirungen, geben, und leyhen,- Kayserlichen Rechten, der Artzeney, der i sieben Freyen Kunst-Lehrer und Meister, l auchOffen-SchreiberundgeordentRich- i ter, setzen und creiren, also daß dieselbe i Grafen, Freyen, Herren, Ritter,Knecht,; Edelleut, Lehrer, Meister, Offen-Schrei-^ ber. und geordent Richter, durch das gan; i tzeHeilige Römische Reich, für solche ger i halten, und aller und jeglicher krivilo- l Zien, Freyheiten, Begabungen und Gna- l den, und Ihrer Würden und Amdt ge-! brauchen, treiben, üben, und messen soll i len und mögen, als ander Grafen, Frey-' en, Herren, Ritter, Knecht, und Edell! leuth, Lehrer, Meister, Offen- Schrei-! her, und geordente Richter, von Kayserll Gewalt gemacht, und creirt, der gebrau-' chen, üben, und messen von Gerechtigkeit oder Gewohnheit, doch daß sie voran gebührlich Gelübt und Ayd darum von ^hn an Unser Mchkommen, und des " Reichs- n, t, n, er be »t, ei- m- ;er lL- ta- ;e- ol- :y- >el- ei- rl. m- ig- an >on )Ls ^sr dssEetz^Hanfts GLstrrrrrch. nx Reichs-Stadt nehmen, alsdan solch Ge- lübd und Ayd von derselben Ehren und Würdigkeiten wegen, zu thun gebühret. Wir verleihen und vergunnen auch mit diesem Brief, daß die vorgenannten Fürsien und Hertzogen, und Ihre Nachkommen, in allen Ihren Landen und Gebieten, die Sie jetzt haben, oder künfftiglich gewinnen, als vorstehet, Juden gehaben, und die darinnn halten, sieuren, und da? mit inallweg handlen und fahren mügen, in aller Maß, als wir und Unser Nachkommen, Römisch Kayser uns König, in dem Heiligen Reich, von Rechten, Freyheiten, Gewonheiten und altem Herkommen, die halten, und mitsteuren, und in anderweg mit ihn fahren, gethan, und gehandlen mügen. Auch verleihen und vergunnen Wir Ihn, daß sie in allen Ihren Landen, Herrschafftcn und Gebiethen, als oben gemeldet ist, all und jegliche La» ttaräen, und ander unehelich Gebohrne, in welcherley Weiß das ist, oderwasGe- brechen die an ihrer Geburt haben, ehelichen, und zu dem rechten, der, so ehelichen gebohren seyn, bringen auch zu Eh- H ren, Vsrr denen krlvileAÜZ HL ren Würden, Ständen, und allen Amb- ten tüglich machen, und sie zu Vätter- sicher und Mütterlicher und aller andern Erbschafft bey derselbenIhrer Vätter und Mütter lebendigen, oder nach ihrem Todt es seyen ehelich Erben vorhanden oder nit, zulassen auch alle ungeleumt von welchem iey That dieselben durch Urtheil, oder sonst gemerckt, und verunleumt, und an ihren Ehren, Würden, und Standen geschwächt seynd, ihren Leumt, Ehr und Würd, wieder geben/und sie in ihren vordem Stand wiederum setzen, auch Grafen, Freyen, Herren, Ritter, Knecht, und Edelleuth, Lehrer, Meister, Offen- Schreiber, und die geordenten Richter, die ihrer Würd und Ambt nicht gebrauchen als recht ist, davon entsetzen, von aller ihrer Würd, und Ambt, auch den, die es verschulden, der Ritterschafft und Meisterschafft Zierheit abnehmen, und von Ihn aufheben mögen. Wir meinen und setzen auch, daß wider die abgeschrieben Ding, Unserer Begnadung und Freyheit nicht seyn, helffen noch thun sollen, lb- er- m nd )dt it, er- ser an^ >en md or- ra^ enr w, au- alr !N, rnd md im rie- ey- en, kck desEktz-Haufe« lvestekretch. rrz keimrley gcmcme Kays. geschriebene Gc- larZ und Recht/ noch kemerley Gewöhn- herk, oder ander sonder Satzung oder Ordnung an eimgerley Ende oder statt gemacht, m was Laut die seyn, ob die auch üho gethan waren, daß davon sonder Met- dung, und^n Wort zu Wort beschehen sott, wann Wrr denselben allen und jeqli- chsn m den oogeschribenen Dingen entzie- hm. und entzogm haben wollen, durch Liesen Umern Brref, doch denselben Ge.- strtzen und Juchten an andern Ihren Stür Äm und Inhaltungen unverqreiffentlich. Ob auch Unser Vorfahren und Vordem Romlfch Kaysec und König, Icht, Frey- hen, Gnad oder Brief, wiedielvären, gegeben hätten, die wider die vorgemeldten NL^^^erreich Freyhert, Brief, GerechLlgteit, Würd, Gnad, oder Ge- woanhelL waren, dieselbe vernichten wir, ?!^Elm,daß sie gantz Krafftlos und un- lchadnch seyn sollen, und demselbenHauß Desterrslch, noch desselben Hauß Fürsten, Ll1 rnd ürrl ncl' rnd Mü ^te, Wh! Vts- WS- eB der- dei W .hs des Ektz-Hüufts Oesterreich. r r f Theildem Fürsten, dem solches widerge- het,und beschicht unläßlich zu bezahlen- Dabey sind gewesen, der Hochwürdig in GOtt Vatter H errNielas desRömischen Stuhls LsrcUnal zu St. Peter Acl vinculs genannt zu Brixen: und die Ehrwürdigen Lueas zu 8enes des Römischen Stuhls Le§rc: Undgoaanes zu Eychstett,Bischof: fe: Unser Fürsten, Räthe und lieben Andächtigen; Und die Hochgebohrnen Albrecht Ertz-Hertzog zu Oesterreich, rc. Unser lieber Bruder; Ludwig und Ott Pfaltz- Grafen bey Rhein und in Bayrn. Wib Helm zu Sachsen Hertzogen, und Albrecht Marggraf zu Brandenburg, Unser Lieb, Schwager, Oheim, und Fürsten; Und die Wohlgebohrnen, Edlen,Michel Burggraf zu Meydburg, Ludwig zu Hennen- berg, Heinrich zu Schwartzburg. Ulrich zu Oettingen. Ulrich zu Montfort. bll- richzuSchaunberg, undAlbigzu Sultz, Grafen; und die Ehrsamen, Wolfgang Unser Neuen Stifft hie in unserer Burg, Meister. Ulrich Ryedrer zu Wertösee, Meister. Ulrich Sonnenberger Zu St. H z Io- rrS VStt dlMLkt VrivileZW. Johanns zu Regenspurg, Unser Leerere, ProbstundMeister. Harttung von Cap- pel, Lehrer beyder Rechten. Heinrich Don Pappenheimb, unser und des Reichs- t, Under- Ertz- Marfchallen. Jörg von. Puehaimb- Oberster Truchseß mOesier-, reich. Rüdiger von Starhenberg. Albrecht von Pottendorff; Hannß Ungnad,, Urlfer Cammermeister. Jörg Fuchs Un- i ser Hofsmarschall. Walther Zebinger.- krocopp vom Rabenstein, Ulrich Fled- nitzer. Jörg und Wolfgang Gebrüder von Sauraw, und Leopold Aschbach,' Unser Räthe, und ander mehr, Unser, und des Heil. Reichs Unterthanen und lreben Getreuen. - Das Zeichen-r^^des Allerdurch- süchtigsten Fürsten und Herrn, Herm Fridrichs desDritten RömischenKaysers zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, Hertz ogen Dss Ektz-Hauses Orstekeslch» ! tzogen zu Oesterreich und zu Steyr, rc. Mrt Urkunde des Briefs besiegelten mit Unserer Kayserlichen Majestät güldenen Bull. Geben zu der Neuen- Stadt an der Heiligen dreyer König-Tag, nach Christi unsers HErrn Geburt Tausend Vierhundert und in dem Drey und Fünff- tzigstm, Unsers Reichs inr Dreyzehenden. Und Unsers Kayserthums im Ersten Jahren. Lo.^u.Lu. »Ir Johann Philipp von GOttes Gnaden des Heiligen Stuhls Zu Mayntz Ertz- Bischofs, des Heiligen Römischen Reichs durch Germanien Ertz- Cantzler und Chur-Fürst, Bisch off Zu Würtzburg und Worms, und H 4 Her- j 18 Vsrr drnen kriviieAiis Hertzog in Francken. Urkunden und der kennen hiemit; Demnach Uns ein vom, Kayser kR.1vLR.1e0 krimo, dem Hauß! und Landen Oesterreich, zu Regenspurg i den fünffzehenden OQobri; nach Christi^ Geburt, ein tausend, ein hundert fünff- kig sechs, ertheiltes, aus Pärgament in Latein geschriebenes, und mit anhangen; der güldenen Bull bekräfftigtes Rrivüc- Zlum: Wie nicht weniger ein, von Kayser Friderichcn dem Andern, darüber mit dessen BuchstäblichenInsercion Lud vaco Ve- ronre^nno vorninlcT IncarnZtionis MI- lestmo clucericeümo czusärgALÜmo c^uinco kwnlLsunio: Und ebenmWg anhangender güldenen Bull ertheilte, gleicher Ge-^ ftalt in Latein geschriebene eonürmarion;^ So dann Ein von Friderichen dem Dritten Römischen König zu Franckfurt an dem May», nach Christi Geburt, im Vierzehenhunderten Jahr, an St. Jacobs Tag, dem damahligen König Laßlauen von Hungarn, Erben der Cron Bö-^ heim, des Heil. Reichs Ertz-Schencken, und Hertzogen Albrechten, und Hertzog Sig- desEetz-Häufts GeßereeLch. rry Sigmunden, allen dreyen Hertzogen zu Oesterreich, zu Steyr, zu KLrnten, und zu Crain, Grafen zu Tyrol, und allen Für- ' sten von Oesterreich, gemeinllch und sonderlich^ ihren Erben und Nachkommen, und ihrem Hauß gegebene, nicht weniger mit der Güldenen Bull besigelte conllr» macion aller ihrer llriviieAien, Freyheiten, und Rechten: Ebener Gestalt aller sieben Herren Chur-Fürsten darüber, und zwar von Jedem absonderlich gegebene Biwilli- gung; Als von Dietrichen Ertz- Bischof- fen zu Mayntz, unter vaco Franckfurt im Tausend Vierhundert und zwey undVier- tzigften Iahr, Donnerstag nach unser Lieben Frauen- Tag^llumpcioni'5. Von Dietrich Ertz- Bischoffen zu Cölln Lb vars Mayntz, imVierzehenhundert zwey und Viertzigsten, Sonntag nach Unser Lieben Frauen-Tag Mumpuonis. Von Jacoben Ertz-Bischoffen zu Trier: Unter Dato Franckfurt, des Tausend Vierhundert zwey und viertzigsten Jahr, nach Unser LiebenFrauen-Tag^llumpciomz: Und Ludwig Pfaltz-Grafen beym Rhein Lb H 5 x2G Vsn dmm privileZiis vZco Wemheim, Dienstag nach Unser Lieben Frauen^üumpcioms^ des Vierzehenhundert und zwey und viertzigstm Jahrs: Von Friderichen Hertzogen zu Sachsen, unter O^co Schellenb-erg am Donnerstag nach r§3civrcM8 Nsri«, des tausend vierhundertund zwey und viertzig- fien Jahr. Von Friderichen Markgrafen zu Brandenburg lud Oaro Berlin am Mittwochen nach des Heil. Creutz- Tag Lxalcaclonis des Vierzehenhundert zweiund viertzigsten Jahr: Und dann von Jörgen König zuWheimen, unter vaco Pra^ an St. Peters-Tag, den man nennet aä ^acdeclrLm des vierzehenhundert drey und Achtzigsten Jahrs: Wie auch weiter von Kayser Fridrichen ein mit der anhangenden Güldenen Bull, bekräfftige conSr- rnacion, UNd Lxcenüon krivileZiormn für das Hauß Oesterreich,so geben zu derNeu- Stadt, an der Heiligen drey König- Tag nach Christi unsers HErrn Geburt Tausend vierhundert und in dem drey undfünff- lzigsten Jahr, in OriZinLl; vorgezeigt, Wir auch dieselbe in beyseyn Unseren Geheim- de« Ektz-HarOs GssieNNsich» Z'2 s> heimben Räthe recnAnoiUl't, und alle ms- - gesamt so wohl, als deren anhangende In- sieg! gantz unversehrt und unmangelhafft befundenso dan davon aufan uns gelangtes Begehren hie vorgeschribene mit einer roth und weissen seidenen Schnur durch- gezogene'ri-3nsumx>t§n und Abschriffeen zu dem End, damit man sich deren auf alle Fälle gleich der 0ri§inalren selbsien in gu- 6icL Lc excra, wo nöthig, bedienen, besagte OriZinaliL aber an sichere Ort ver- wahrlich hinderlegen möge, verfertigen, selbige durch beede die Ehrsam und Hochgelehrten Unsere resseLtive Geheimbei und Räthe Lecrerarium, und liebe Getreue Lonll3ncln Bertram der Rechten DoAorn, Lomirem kalLrinurn, und Vi« rum Berningern, diorsrium?ublicuin cTsareE, alles getreuen Fleisses LOÜ3- riomren lassen, die dann in allem durchgehend denOriAinMen von Wort zu Worten gleich lautend befunden worden; Als haben Wir dessen Zu wahrer Urkund Uns eigenhändig unterschrieben,nndllnfer In- sigel beneben anhencken lassen; So geschehen ; 2L Vs« de«endrivilexn's henRegenspurg den zweyten May des ein taufend sechs hundert vier und sechtzMen Jahrs. Johann Philipp L!e«Ä. klvZ. < l.. 8. LiL6.raio8 Daß Ich eonttanün Bertram der Rech-- ten^voQor» Churfürstlicher Mayn- kischerGeheimderRath, und comes . kalaciE. alle obgesetzte Abschrifften, den wahren an Hand und Siegel un- l Versehrten OriAuiaUen, nach fleissigem, eollLüoniren, von Wort zu Worten allerdings gleich lautend befunden, bezeuge mit gegenwärtiger meiner eigener Hand Uberschrifft, und aufgedrucktem ge-! der Ertz-Hausts Oesterreich.-25 gewöhiichen Pettschafft, so geschehen im Jahr und Tag, wie obstehet. Lonstantin Bertram. (^.8.) Und Ich vitU8 Berninger, aus Röm. Kayserl. Majestät Macht, offenbahe rer^orarius, Churfürst!. Mayntzischer Rath und geheimer LecrecsrM, be» zeuge gleicher Gestalt hiemit und KraU dieses,daß ich alle obbemeldte Abschriffs ten mit den wahren an Hand und Siegeln gantz unverletzten OriZinsiien alles getreuen Fleisses collMonirt und die selbe von Wort zu Worten gleich lautend befunden; Und habe besten zu Ur- kund mich eigenhändig unterscheiden und mein gewöhnlich Pettschafft hierunter aufgedruckt, so geschehen im Iah» und Tag, wie obstehet. Virus Bernmger. (I..8.) § - - - W- W M M -M M L« M W 8 W L ----- M --.!-W M «« L« M M M M ,'''1 U