-«'e" WiSliSl- Liscit- ulici !_3ncr68dib!!0tti6k 8L3 6 " L SO 25- 50- 7611- 39532- 45 /..M s l e (i r ü n d u n g des Benedictiner-Stiftes A l t e n b u r g z U Sankt Lambcrt im Z. 1144. EmKlostergemäldc aus demKreuzgaug, verfertiget Mehr aus dem Gemüeth, Und nicht sonderlich mit Kunst, Ganz aus dankbarlicher Erinnerung, aufgestellt zum und am Nühmensfefte des heil. Lambett den 17. September von einem gemüethvollen Wandcrsmanne ober dem Manharksberg. Wien, gedruckt bey Georg Ueberreutek^ Im Jahre nach Christi Geburt, als man zahlet Eintausend Achthundert Zehn und Fünf. Seiner Gnaden dem Hochwürdigen Herrn Herrn Bertholt» Reisinger, Abt des löblichen Benedictiner- Stiftes Altknburg z» Sankt Lambert, k. k. Rath und n. L. Landschasts-Ausschuß» Rath ehrfurchtsvoll gewidmet von dem gemüethvvllen WanderSmann 2. A. F. R**l. Äicht weit von Horn, den Berg hiNiMf, Da schaut ein Kloster über Fichten, Mit hoher Wand und breitem Knauf. Von diesem will ich jezt berichten. Da vorher Niemand noch gesungen, So viel ich weiß, wie es entsprungen. „Ich habe meinen Ehgemahl geliebt; „Das weiß mein Gott; er war mein Glück; „Ich leg die Hand aufs Herz.— Doch gibt „Der Tod der Klage nichts zurück.— „Und kann ichihn nicht selbst mehr hören, „So will ich für sein Heil zu ew'gen Chören „Den Schöpfer hören preisen, „Und damit mein getreues Herz „Auch noch nach meinem Tod beweisen, „So mildern meinen Witwenschmerz." So 4 So sprach die Gräfin Rebegau Zu Altenburg; und einen Bau Gelobte sie aus Lieb zu ihrem Gatten, Wie Keiner noch aus Wälderschatten Sich ober Manhartsberg erhob, Und schallen sullt zu Gottes Lob. Und endlich fertig stand das Stift, Verbrieft mit'Vieler reicher Gift. So wie ein Stern am Wipfelsaum DeS fernen Waldbergs schimmernd steht: So glänzte wie im Morgentraum Der Bau in Heilger Majestät. Und viele Wandrer sah man strömen Aus Östreich, Mähren und auS Böhmen, Den Glanz in Augenschein zu nehmen. Jedoch woher die Patres kämen, Die, wohnend hier, den Dienst versähe«/ Damit schien sie noch umzugehen. Benedictiner füllten's seyn; Der Habit stimmt' in ihre Trauer ein. .Lang sich nicht besinnend sandt' Sie Bothschaft nach dem Steyerland Die Z Die Donau weit hinüber, im Gebirg, Die aus dem Kloster Sankt Lambert Ihr einen Theil des Chors bewirk'. Der Abt ihr auch sogleich willfahrt, Um Andacht in der Welt zu mehren, Zu Jesu Christi Preis und Ehren. Die Patres, denen er es kund gethan, Sie hörten ihre Wahl nicht fröhlich an, Einmüthig, nicht sogleich zu ziehn. Es war ein Paterlein im Kloster drin; Den hatten alle diese Herrn Wie ihren Ordensstifter gern. Von deme wollten sie nicht lassen. Sie waren all' Novizen unter ihm. Es freute sie nicht Antiphon, nicht Prim, Sobald sie ohne ihn im Ch.ore saßen. Er war so sanft, so würdig alt, Von so rein-evangelischem Gehalt, Daß sie ihn gar nicht sättig hören kunnten, Und oft und traulich um ihn stunden. Sie sahen schon den Heilgen Schein AufErden um fein Haupt sich reihn. Da sagten alle: wir bescheiden Uns, zu des Herrn Prälaten Freuden,' 6 Und nach der frommen Frau Begehren, Wie auch zu Christi Preis und Ehren, Und unsers Klosters hohem Nahmen, Weit auszustreun der Andacht Samen.— — Doch könnten wir nur freudig ziehn, Wenn Pater Gottfried uns hinüberführt, Der alte Mann mit weisem Sinn, Als unser erster Abt und Hirt So dort wie hier uns Beyspiel ist, Sein Leben nur bey uns beschließt. Dann würde uns der Weg genehm, Weil nicht so schwer das Scheiden käm. So sprachen diese allzumahl. Die Rebegau vernahm die Wahl. Im Nahmen schon gefiel ihr auch der Mann. Er zeigte ihr den Frieden an, Worin ihr Herr Gemahl Auf Erden ruhen soll.— Und hoffnungsvoll Reist sie die Donau zu dem End Hinüber nach Lamprechts Convent, Den alten Pater Godofreden Zur Übersiedlung zu bereden. Das 7 Das ist ein hart Begehren, Sprach er zur hohen Frau; Und— mehr bat ihn die Rebegau. Wen, sprach er, füll lch hier erhören? Ihr, Herrin, gebt die Ehre mir; Uns Ein Chortheil zieht nur von hier, Wenn ich ihr Führer bin. Und welche hier verweilen, Die lassen auch mich ungern ziehn. Wie kann ich mich vertheilen? Zudem mögt ihr betrachten, Was gar nicht ring zu achten l Allhier ward ich Nomz; Hab hier Profeß gethan; Hier hielt ich die Primiz. Das alles hält mich an. Getauft han ich so viele hier. Und nun verlanget ihr von mir, Mich selbst sull man m alten Tagen Noch drüben weit zu Grabe tragen? Ich pflanzte unter Sang und Psalm Ringsum so manchen weichen Halm, Der Der hierjeztzu verbleiben hätt, Und ich füll in ein andres Bett Mich steifen Baum versezen lan? diein, nein! die Wurzel greift nicht an. Wo ich kam ins Noviziat, Dort sterb ich gern, wenn auch nicht als Prälat. So sprach zu ihr der Ehrengreis, Und Sie zu ihm nun wechselweis: „Gesunde Wurzel ist die Frömmigkeit; „Anschlagt die überall und jeder Zeit. „Soll neue Pflanzung gut gedeih», „So muß ein guter Samen seyn. „Auch wachsen eure Sezlinge hier fort, „Das leicht des Stammes sie entbehren. „Drum wollet mir es nicht verwehren, „Begnadiget den fromm gelobten Ort! „Er ist gar freundlich, Anmuth um und um; „Und alles euer Eigenthum. „Hier ist der Brief, euch eigen, „Von Bischslf Reginbert von Passaw, „Wo Inn und Als gehn in die Donaw, „Auch mmmn Sohn und edlen Zeugen „Gewöhrhaft unterschrieben. „Es wird euch dort gewiß belieben. „Denn 9 „Denn um das Stift sind schöne Auen, „Gefilde, Dörfer— viel zu schauen, „Und Teiche, wo sich Hühner bauten, „Und Triften, wo die Hirten lauten, „Auch Forste, wo viel Wildpret läuft, „Geflügel um die Wipfel schweift. „Und gar nicht weit ist Hooren; „Das ist wohl eine feine Stadt, „Die jtzt schon viele Häuser hak, „Und Leute, rechte gut geboren. „Dann seht ihr aus der Zell' mit Freud „Auf Nosenburg H nicht weit; „Ern lichtes Schloß in Österreich; „Kommt keins dem Rosenschlößel gleich. „Der Kamb ist auch ein lust'ger Fluß; „Der rauscht an eures BergeS Fuß, „Hat manchen steilen Fclfenzaun; „Sein Schaum springt hoch und hell; „Sein Bett durchs Steingeröll' „Ist nieder und kastanienbraun. ') Von dieser Burg schreibt sich noch das alte Lied her: Es liegt ein Schloßt in Österreich. !0^ „Er nimmt in seinem Ringellauf „Viel Schlvßer und viel Mühlen auf; „Gibt in der Flucht im Überfluß „Gar schönen Thälern einen Kuß. „Da pranget auch mein wirthlich Schloß, „Ganz nahe euch zum Gruß, „Für Wandersleute riegellos. „Und daß euch ja nicht grawet! „Das Stift ist fest gebawet, „Gen Sturm und Brand und Wolkenbruch, „Wie nach dem alten Kirchenspruch „Sankt Petri Schiff auf Felsengrund „Trotz ewig offnem Zeitenschlund, „Daß auf den Bau nach grauer Welt „Ern neues Stift kann feste stahn, „Und so hinauf zum Himmelszelt „Ein immer neuer Bau hinan.*) „Auch werdet ihr mirs danken, „Viel Rehen ließ ich ranken „An *) Wirklich steht das gegenwärtige Convent aus dem uralten. „In meinem schönen Puigereich,*) ^,So feurig stark nnd saftig weich. Und hier,— wie wohnet ihr so kahl, „Und schaut nu» in ein Felsenthal! „Für einen Greis ein Burgverlies, „Wo mein Stift ihm ein Paradies. „Verlaßt drob euer Wiuterthor, „Und singt mit euerem Choral „Dort meinem seligen Gemahl „Doch eine frohe Urständ vor!" Und zu der Herrin Hildeburge sprach Der würdige Melchisedech: Es thut vonNöthen, weil dieß Gottes Sach', Daß ich mich auch mit ihm besprech. Ich will drauf eine heilge Meff' In dem Kapitelkirchlein lesen. Drauf ist mir immer klar gewesen. Verweilet noch indess! Das ') Der Gemahl der Witwe Hildeburge gebornen Gra. fin von Rebegau war der Graf von Puige. Sein Stamm war im zwölften Jahrhunderte sehr mächtig und angesehen. Seine vielen Besitzungen in der Rundung hatten den Nahmen: Puigreich, den em Bezirk bey Horn noch heut zu Tage trägt. Das lezte Evangelium Der Heilgen Messe war herum; Da sahe man den Alten Hochauf die Hände halten. Veni creator Zxlritus Klang'S hell und fast exüalitus Aus seiner Zitterkehle;— Und Tag ward es in seiner Seele. Er stieg die Stufe leicht herab. Und zog die Stola aus, und gab Der Herrin diesen Huldbescheid: Ich will nicht gegen steuern, Gott überall zu feyern. Doch früh schon, im Novizenkleid, Hab hier ich Gott gedient. Und wenn noch jezt mein Bäumlein grünt. So dank ich es dem Sankt Lambert; Der ist deS Klosters Schuzpatron. Drum wenn ihr mir es nicht verwehrt, Das neue Stift für seinen Lohn Zu Sankt Lambert zu heißen, So will ich mit euch reisen. Ihr mögt mir das nicht unlieb nehmen, Ich müßte mich vor Undank schämen. Wenn Wenn ihr mir also thuet, Dann- fromme Herrin, ruhet- Der Segen überm Kirchenthurm Gen aller Zeiten Sturm. Wenn auch ein wilder Krieg Die Patres einst verschlug, Daß sie in einer dunkeln Schlucht, Wo, rettend, sie ihr Heil gesucht, Die Horas stille sängen,*) Sie dürften drum nicht trauren, Nur muthig, Gott vertrawend, dauren. Den Boden kann man nicht verdrängen. Sie fänden ihres Stiftes Zellen Schon wieder auf den alten Stellen, Wenn auch entblößet an Gestalt, Die Liebe deckete sie bald. Und schöner wuchs das Stift an Blüethe, An Gottes Segen, der durch das Gemüethc Der Patres allen Wandrern sich verriethe. U n d,— ja! ich sag es vor, die Äbte würden. Kommt Zeit, kommt Frucht, noch so beglückt, Daß ihnen gar der Jnful Zierden Als Landes ständen hingeschickt; Und *) ZmZ. war daS der Fall. Der naht Zufluchtsort heißt von daher noch der HoraSberg. »4 Und Gott sie, wre Methusalem So alt, für ihr erbaulich Leben Ganz sanft in seine Arme nahm. Das würde ihnen nur gegeben, Das alles wegen Sankt Lambert, Als der bey Gott so hoch an Werth. Däucht solches euch gerecht genug. So theile gleich ich meinen Zug. Und freudig stimmten alle ein, Und zohen mit der Gräfin fort Am Kamb hinauf, den Andachtsort Auf Sankt Lamberti einzuweihn. Das neue Stift erhielt den Nahinen: Stift Altenburg zu Sankt Lambert. Drum wird durch ihn dort Gott verehrt, Er jährlich selbst gefeyert, wie es ihm gehört. Hier könnt ich sagen: Amen. Doch nein! das läßt mein Herz nicht zu. Ich bin ein Wandersmann, Der also leicht nicht scheiden kann; Da hätt ich keine Ruh. Ich muß es redlich sagen, Daß i ch auch sah in meinen Tagen Die Die Prophezeyung Godofreds erfüllt. Ich sah den Segen Gottes wallen, Der aus des Stifts Gefilden quillt. Ich hörte durch des Klosters Hallen Aus tiefer Seel die Hymnen schallen. Ich sahe den Methusalem; Die Jnful wird durch Unterthanenglück An seinem Haupt zum Diadem. Sein Wandel ist des Himmels Gnadenblick; Drum heißet er auch würdig: Gnaden. Denn Gnaden spendet er den Armen aus, Und sein Convent in allen Graden Ist ein wahrhaftig Gotteshaus. Und seine Tugenden verbreiten Auf alle seine Jünger sich; Und was sie sprechen, was sie deuten, Bezeugt, ihr Loos sey glückelich. So sah ich dennnichtaufdes KreuzgangsBilde Nur der Verheißung Segen, Mir kam die Gastfreundschaft, die Milde Selbst kam mir überall entgegen. Ich, selbst ein Mandersmann, Nahm mit den Vielen Theil daran. Und eh flieh hin, du mein unsterblich Theil, Als daß mich je Vergessenheit eReil! - E