Wienön 8tM-6ibIiottielc. 7789^ , - 5- — . ' - .1- D e r Wien i 8 i 4- Helden wüthige in der b e y Leipzig. Gräßlich wär-er Anblick, der sich dem Auge des Menschenfreundes in der großen und in der Geschichte denkwürdig bleibenden Schlacht bey Leipzig darboth. Ganze Ortschaften gingen in Rauch und flammen auf, und viele unglückliche Bewohner derselben fanden ihren Tod auf eine bedauernswürdige Weife. Eltern suchten hier im fürchterliche» Wirrwarr ihre Kinder, und Kinder ihre Eltern, aber',elteu fand einesdas andere wieder. Das Gebrüll der Hausthiere, die langsam, eleudig an der Krippe angebunden verbrennen mußten, wieder- hallte weit und breit in der Gegend. An allen Orten verbreiteten die Krieger gleich Söldnern des Todes Schrecken und Vernichtung. Aus vielen tausend Feuerrohren schmetterte das Bley ganze Rechen nieder. Eine Masse von Reckern kämpfte hier mit einer Erbitterung, die selten in einer Schlacht ihres Gleichen fand; mit einem Worte: Groß war die Gefahr, die hier jedem drohte. Altern die Gefahr maey- te sie zu Helden, die Vaterlands- und Zürsttnliebe beherzte dreSoldaten beyderseitig, selbst schwer verwundet kämpften viele noch, und der Tod war nur vermögend, die Masse« aus ihren Handen zu wmden. Unter den vieler: Helden glänzte aber vorzüglich ein russischer Kosake hervor. Er war bereits ei« Mann von 60 Jahren, suhlte sich aber stark genug, seinem Vaterlande in diesem Feldzuge sreywrllrg zu dienen. Sein silberweißes-Haar gnoll gleich Schneeflocken uoer dessen Haupt, und sein langer Bart floß bis an die Brnst. Sem narbiges Gesicht diente zum Beweise, daß erden Feinden me-en'Ruaen aekchrt habe.— Er hatte eine Tochter, die trotz dem Willen dcv Vaters, doch lieber mit ihm Noth und Ungemach leiden wollte, al- daheim allein im trägen Uebersiusse zu leben. Sie war Mapketanve- rinn, und erwarb bey diesem Geschäfte so viel, daß sie und lhr^-a- ter an nichts Mangel leiden durste. -) 2( -^n dieser Ricsenschlacht, ähnlich der bey Aspern, war es, wo der Mets, in den ersten Reihen kämpftnd, noch manchem Jung- linae es bewies, daß die Liebe zum Vaterlands start mache. Wüthend drang er mit mehreren seiner hochherzigen Gefährten in die Fronte der Feinde, und mancher Franzmann fand den^vd unter dem Dabei oder der dicke des alten Helden. Allein, hier war auch sein Gränzstein. Von einem Flintenkolben auf den Kops getroffen, sank ki- Ulim auf die von ihm besiegten Feinde.,. st noch sie sah ternde Gedanke das gute Herz des^caoeyenö, nuo mir Gefühle rief sie aus: Zch will nicht langer wellen, wall hinauskam dem Wahlplatze, will meinen Vater aussuchen, uno all sturer Desto mtt iMb-», oder mtt ihm Mückkchn».- S.-v-rl.-ß,m„>br ganzes Geräthe, eilte fort übsr die Lerchen der Gefallenen, glaul re rn redem wehestshrrendeu Ton eines Verwundeten die Dtrmme rhrev Ba ers zu erkennen, half, wo sie konnte,.eilte wieder weiter, und vernahm endlich schwach die Worte: O meme Tochter! du siehst deine Vater nie mehr.- Sie eilte dem ächzenden Tone nach, und fand hier ihren Vater klagend und mit Blut uberronnen aufder nasse» E-de hinasstreckt. Gott im Himmel! Vater! wie muß rch dich wieder finden? So sprach sie, und stürzte sich verzweiflungsvoll neben ihm nstder— Der alte Mann ermannte sich, rechtete sich Mit halben rstibe auf, und da er seine Tochter erkannte, sagte er: Ich danke dst Unendlicher! daß du mir am Ende meines Lebens noch dre Wonne gewährst, mein Kind an dieß väterliche Herz zu drucken.- Besinne dich meine Tochter, mache mir durch derneThranen memEndc Nicht schwer, sondern freue dich, deinen Vater, der dich l:ebt, in jene seligen Gefielde entschlummern zu sehen.— ^ Indessen hatten sich mehrere Russen um die Beyden gesammelt, und wwlltm endlich den schwer Verwundeten vomGchlachtfelde wegbringen, und ihn verbinden. Aber er widersetzte fich.standhaft diesem Antrage, und sprach: Merne Freunde! sur Mich ist kerne Hülse mehr; nur zu gut traf der feindliche Kolben dieses Hau^t, und schon umschwirrt der Todesneöel meine Sinne. Bruder! gönnt nur dre Wonm', hier auf den Leichen der von mir Besiegten sterben zu können, und mein letzter Hauch wird euch noch Dank KuEeln-- Durch mehrere Feldzüge that ich dem Vaterlands und dem Kauer --) 4(- mancbeu Dirvst, erfüllte meine Pflicht aufsgenauksie, und manche Ue Wund trug ich zum Denkmahle memer Tapferkeit davon. Ämer lebte der Wunsch in mir, auf dem Felde der Ehre für den Kaiftr und dasVaterland rühmlich fallen zu können, m,d Gott hat «ein Gebet erhört. Frey folgte ich dreßmahl dem Rufe deß Ruhms, und finde nach einer Reihe so ziemlich glücklich durchlebter Tage das A.s Wünsche.— Bey diesen Worten fank der durch zu ine- M, Blutverlust entkräftete Greis zusammen.^- Brüder! stammelte er nüt der gröften Anstrengung: gehabt euch wohl;^bleibt treu dem Vaterlands und dem Czar;— npfe^ willig Gut und Blut fü^diefe gerechte Sache, und beweiset durch axsaeze.chnete Thaten, i^^ug-en send l Und du meme Tochter! redete er skl» in der bsten B-stkrgnng urben ihm kniendes Kind an: lebe wohl;. fernerhin die guten Lehren und Ermahnungen deines Va- ;' b-ibe ttu d-rTni°„d,-»nd wirft d»-in» einem Man- /erf sck-nken, so müsse er sich deiner reine» Umarmung «ür dadurch»N gemacht h-b-n, daß er die Pflichten eines U». ?ee.na»s e?d"ch-rM-- In»'» ergrif er nun ihre Hand, »ab drückte sie a» sein nur noch leise klopfendes Her!-— Sei» mck Arünend-r W-hmnth beseuchteteS Aug-r>chr-lestch gegen den enmmel und mit den Worten: Segen über dich geüebteS Vaterland. W und Si"g deinu. Waffe« grosser Alexander!-°er- Mied er.- Russe, so starben Tau,ende seiner Nation, »»» Tausende d-rs->b-n sind bereit, ihrem Monarch«» und dem Va- rerlandr willig das Leben zu opfern. ,-MMWK öMSM» «