-O^ W'enei- 8tM-8ibIiot!ie!< s»«2»?v2 '"'7-^ L/;' 7» -^5 MlL ->-'.»^^^ s-->c7-^°-'^ l-.I^.^5 UMt^-Z^» r . s- ^7 -W .-»"b/ ?..' rsUr- 7S-! '^..7 - -" L 7?i^ >-'7 7^ 7 M; -<>'7 .7 7-H.7» ^7- ^ ,'7.^»? >7'^°*.,Vi'> E7.7^ >.7»..4 7-c .-. 77« /- »M-, 7- 77 M- i »<>!, Ä U ";°7,'^'?7,^^ ..--k-,.7^., 7 77 777,^^ ,7 7^^ ,'^ - 7 ,' // ' > AU ^^ - WW -782» D o K LksvAlisrs 6s L'sris» wiett und Leipzig, bei Karl Wilhelm Holle- > > Zueignungsschrift. ^/?Häre es möglich etwas zu deut Vergnügen derer die das meinige so oft und vielfach befördert haben beyzutragen, mit welchem lebhaften Wunsch Ihnen zu gefallen würde sich dieß Buch,(ein folgloses Kind der Natur und des Vergnügens) aus dem Haufen seiner Brüder hervordrängen, um in Ihre Hände geliebte Leser zu stiegen! Es ist aus dem Vergnügen der Spazier- gange, und in den Erholungsstunden die ihnen gewidmet waren entstanden. Es soll denen freyern Stunden des geschäfftlosen Lebens, und allen denen welche im Umgang der Musen ihre sanftere Erholung suchen, denen die mit Dichtern und Philosophen zu leben, und auch mit ihnen sich zn vergnügen gewohnt sind, besonders aber jenen der Liebe und Bewundrung der Dichter, und dem stille»! Wunsch der Philosophen heiligen )( 2 und und schönen Seelen gewidmet seyn, die unsre Spaziergänge verschönern, und die Bemühung auch Ihnen vorzüglich zu gefallen, und ihre Ruhestunden mit lehrendem Vergnügen zu erfüllen, nicht ihrer Aufmerksam» keit unwürdig finden« Hat der Dichter niemals und soll er auch in Zukunft nie das Glück Ihre Spaziergänge zu begleiten haben; so entschädige ihn der Gedanke, daß vielleicht eine der schönen Seelen, in welcher die Natur ihre sympathetische Harmonie vibriren läßt, seinen Spa- ziergang ins künftige besucht, seine Ideen sich folgen, sein Buch, ihre Einsamkeit begleiten läßt; so tröste ihn der Gedanke, daß die stille Empfindung eines gerührten Herzens, der Ausdruck eines gütigen Blicks, eine unendlich schönere Belohnung ist, als der laute Beyfall der Unkenner und unempfindlicher Bewunderung. Ist dieses, und warum sollte es nicht seyn können? so hak der Dichter seinen Zweck erreicht, und die Beste seiner Hoffnungen ist erfüllt, Vergnügen wird zum Mittel, zur Ursache und Zweck» Führt es znm Nachdenken, so hält es vom Ge- Gedankenlosem ab; neigt es das Herz zum Gefühl des Schönen in der Natur, so geht es zur Beßerung fort; läßt es den Wunsch nach Güte und Tugend zurück, ss hak es den schönsten und würdigsten Zweck eines Buches erfüllt, und seinen Verfasser mit dem sreligstem aller Vergnügen belohnt. Ist unser Leben etwas anders als eine Wandrung? könnten wir eine vergnügtere haben, als die uns Wahrheit der Natur und ihr unendlich manichfalti'g Gemählde Moral, und ihre reizenden Aussichten jenseits der bald ermüdenden Perspektiven dieses Lebens darbiethen? Oder könnten wir ohne im Müßiggang das Vergnügen des Thieres zu suchen, ein reineres haben, als nach den Geschafften des Tages, die Schauplätze der Natur und der Kunst an der Hand eines fühlenden Freundes, oder in Begleitung eines gefühlvollen Buchs zu besuchen, und neue Kräfte zu schöpfen? Uiberschen Sie gütige Leser, die wilden und unaebauterr Plätze der Natur, ihre Einöden und Wild- uiße; finde» Sie auch in Zbnen öfters eine Erholung, die der ermüdende Zwang der siel- steifen Kunst nicht gewahrt haben würde; so vergeben Sie auch diesen Wandrungen die nachlaßigm Gänge der sorgenlosen und noch kurz athmenden Muss, die vielleicht da wo noch kein Echo ihren Gesang aufnimmt, durch Ihre übersehende Großmut!) sich zu bessern, und würdigern Liedern erheben, und dereinst mehr als den Wunsch Ihnen zu gefallen gewähren wird. Niemals aber ist eine Schrift mit einem reineren Verlange» nach Nutzen und Vergnügen der Würdigeren Helfte der Welk, mit einem affektvollerrn Herzen nach dem angenehmen Unterhalt seiner Leser, und mit einer Liefern Uiberzeugung wie sehr sie des schonenden Ariges und der Zerstreuung des Spa- zierganges bey dem kurzem Umfange der Zeit die des Dichters Bemühungen bekränzt hak, wie sehr sie Ihre bisherige Güte und Nachsicht bedarf, Ihnen geliebtesten Leser gewidmet worden, als diese laufenden und im Laufe geschriebenen Blatter. r^rianÄ YllÄnä js VÜ18 Iscriüer Ie8 plüifirz, Is rcxo8, Is rlcdeKe, Is xmKmce, Is vis meine ä Is conlervstion 6s ce feul dien 6 6ö6siAne 6s ceux c^ui I'ont xer6u; c^nan6 je voiL 6e§ snimsvx nes Ubre8 ei sbkorrsiu !a csxüvite, 5s briler Is tete contre Ie8 bsr- resux 6e lenr xrilon; czusnä je voi8 6s§ mu1ritu6e8 6s LuvsZes rout nu68 mexrisec les voluxtes Luropeen ne8 st braver Is ksiin, Is teu, Is ier et Is mort pour ns conserver rjuc leur rn6exeri6snce, je leos rzue ce n'ek ps8 s 6e8 elclsve8<;u'il sxxsr- tisnt 6s rsilonner 6s widerte. I. 7- k. Au- Zueignung des Werkes- Jhr Freunde r.ron Herz Der Lieder Altar ist Don welchem süßer Scherz Und Wonne in meines fließt. Empfanget den Bardir Den meine Muse sang Empfangt dieß reye Lied Frey wie der Lerche Gang- Und regellos wie du Der Dichter Phantasie Doch liebvoll wie du Der Dichter Harmonie. Empfanget auch mein Herz DaS Freunde euch verehrt Und jeden freyern Scherz Aus Achtung sich verwehrt« Dom tausendfachem Lied Nur diese Freud'n euch weyht Die übrigen entzieht Unö sie den Flammen weyht. Wenn euch beym Abendroth Ein Dichtergang gefällt So sey beym. Morgenroth DaS Lied im Glanz gestellt« Bis es die spätre Zeit In Famas Tempel stellt Apollen seyS geweyhr Der Rest BulkanenS Welk. Er- Erster aziergang. Ich stelle mir die Welt gern als ein Gasthaus vor' Hier ist für jedermann ein offner lisch gedeckt, Wer sprechen will der spreche An jeder eße was ihm schmeckt, Und jeder zahle seine Zeche. v. L-ümmek. z »- Än den Gestaden des an DreßdenS Blumenreichen Thälern verweilenden Elbstroms hatte vorrätigst Wizz und Geschmack den Nymphen des Flußes eine Grotte und den Bewohnern der Gegend das angenehme Eibbad erbauet. Da verweilten jeden Sommer Harmonie und ihr Gefolge, Erblichkeit und bunte Reihen von Tänzern; da hatten die Scherze und Spiele ihr Landhaus unter die dunkelgrünen Schatten hoher Linden verborgen und jagten sich lärmend um das immeroffne Billard: da hatte auch die Muse der komischen Bühne leicht mehre Stücke die sie aufführte ihr Pantheon von dünnen Metern zusammengeschlagen. Berg- . spiel und Jagdmuflk rauschte beständig um den lächerlichen Tempel des Momus, und wenn der Vorhang über die so oft belachte Weckst e? A s m 4 Z» m von acht Ellen gefallen war, scherte Asmus noch an der mit Sternen und Bändern besetzten Tafel in mancher Wiederholung die lachenden Scherze nach, und setzte das flüchtigrollende Rad des Lebens und Vergnügens beym schäumendem Wein in stärkeren Umlauf. 2. Dahin zu reisten ricth Hypochondrie und Aerzte auch noch im spate« Sommertagen dem Waßerfreunde Arist. Er hoffte da m den badenden Wäßern seinen Anmuth zu ersaufen, und in den frdlichen Gesellschaften die gleiches Vergnügen und Absicht versammlet ferne vorige Munterkeit und der lebenverlängerenden Scherze wiederzufinden. Er reißte wie Philosophen seit SMhatzsras Zeiten und noch tausend Jahr vor ihm gereißt sind, nicht auf elastischen Polstern und sybaritischen Wagen, oder auf stolzem goldbehangenem Roß, oder auf den unsichtbarem Zuge der buntgemahlten Gondel, oder jener berühmten Luftmaschine des StevLnus, sondern allein und zu Fuß. Nur da konme er die Mannichfaltigkcit philosophischer Gegenstände, den Wechsel der Gegend und der wandelnden Scenen der sinnreichen Welt mit Nachdenken begleiten, und beßer als in zwangvollen Pferdereißen stehen, verweilen, sehen und betrachten wo er wollte und empfinden, vergleichen und lernen so oft er Gelegenheit fand. Kaum wandte Arist seine Augen von dem flüchtigem Taumel, dem strömenden gedankenlosem Gaßengeräusche auf daö offne Reflexion- reichere Feld, wo sich noch Stadtluft unter die Freyheit des schöneren Landhimmels drängte und schon der reinere Ausfluß der Sorgen- freyern Luft den Gerst zu angenehmern Gegenständen erhob, als die weinende und vor Kummer unhdrbargewordne Stimme des leidenden unglücklichen Städters den Verschwendung oder Betrug ins Unglück gebracht hatten, seine Menschlichkeit aufrief Don so vielen die eben den Weg in blendender Pracht zueilten, deren stolze Roße so wie ihre Herren vor dicken Bioechis den im Staube liegenden Armen nicht sahen, war auch keiner, der den hundertsten Theil dessen, was zu Spielund Tafel, Komödie und Ball bestimmt war an den Unglücklichen zu wenden wagte. Nur der Unbegüter- te, der im Schweiße seiner Hände sein Brod und Ergmckung verdienende Bürger, der selbst oft arme Handwerker versagte, nicht dem seine Hülfe den Gott auch ihm zum Bruder gab. 4- Längst den von Kastanien und schlanken Ebschbäumen beschatteten Alleen wo blutrotste Trauben unter lichtgrünen Blättern den reisenden Zugvogel herkeylockten. hatten Gartenfreunde und wirthschaftlicher Scharfsinn eine A? neue neue Stadt vor Neustadt erbaut. Uiberall laden offne Gärten, Zeichen der willigen Aufnahme zu gemeinschaftlichen Vergnügen, Tanz und Mustk die Vorbeygchenden ein. Uiberall reizten symmetrische Zugänge und geöffnete Thüren die Augen und oft das dürftige Gsklap- pre der Krüge den reisenden Handwerker, der unter der Last seines Reisebündels schon tiefer in Sand trat und voll Klugheit den künftigen Mangel durch weislichgenutzte Gelegenheit vorbauen wollte, da oder dort unenr- schloßen wie Alcrdes und zuletzt an beyden Orten einzukehren, um die Wissenschaft seiner Wandrung nicht unvollkommen zu laßen und auch von den besten Schenken in der Vorstadt richtige und geprüfte Kenntniß zurück in sein Geld-und Gast leeres Vaterland bringen zu können. Z. Vor Misten gieng ein lustiger Sohn Apsl- lens. Ihm sah das Vergnügen zu beyden Augen heraus, und auf seiner kurzen mit schwarzen Haaren umzognen Stirne faß der Leichtsinn sichtbarlich, so wie aus der blutvollen Wange der sorglose Scherz. Uiberall hbrte er auf die schreyende Fiedel irgend einer entfernten Schenke, sah schon in Gedanken das schwenkende Nbckchen seiner Nanette und sein Herz schlug von weiten den Takt. Wo ihm eine Nymphe begegnete, da lächelte sein fteund- lichgespitztes Mäulchm dem Mädchen entgegen, ?üßte laut den Knopf seines Stockes und sah ihr lange wenn fie unachtsam bey der schlechtgekleideten Gestalt vorbeyrrrppelte nach. Aber der lustige Wandrer grämte sich nicht daß sein Rock zerrißen und sein Beutel leer war. Er trällerte froh seinen Unmuth weg wenn ihn irgend eine spröde Zofe verachtete und hoste bald eine gutwilligere Nymphe zu finden- Er hatte eine kleine Lremona unterm Arm- bald spielt er, bald sang er, und mit einer Stimme die er vom Himmel wie ehmals Prometheus gestohlen hatte, entzückte er jedes Herz und jede Bierschenke- 6. Ihm schlich Arist unbemerkt nach, um an dem glücklichen Sohn der Natur und des Vergnügens Freude zu sehen, und wenn er es könnte auch ihm das glücklichste Geschenk des Himmels die Kunst immer froh zu seyn, abzulernen. Armer Arist! umsonst wünscht dein langsamstockendes Blut deine mir irdischen Wegma durchmengten kraftlosen Säfte die Fröhlichkeit die aus dem immerlachenden Minnesänger strahlt! umsonst ahmst du den un- rvillkührlichen Leichtsinn, das Lachen und den stäken Genuß nach, der im flüchtigrauschendem Blute dessangwimschen Mädchensreundes nicht das Werk der epikurischen Weisheit, der schändlichen Laune und der Sonnenschein des lächelnden Glückes, nein, das kunstlose Werk der Natur, das Gepräge der armen und un-> A 4 8^ F. bekümmerten Freude ist. Ihm hat die Natur Tiefsimr und Weißhrit versagt, der den cho- lerischmelancolischen Engländer zu newtoniani- schen Systemen führt, aber fie hat ihm ein frdliches Herz gegeben und alle seine Nerven zum Witz und lachenden Laune eines Scarrons und Rabelais empfindlich gespannt. 7- Bald zog ein lustiger Bogenstrich in einer neu erbauten Schenke das Hausgesinde um den Spieler, und ehe er spielte sang seine lachende Muse das freye kunstlose Liedchen vom Eh'stand- Zn der Zeigend frühster» Jahren Fand ich nur den Shstand schön. Um es zeitig zu erfahren Fand ich nie ei» Glück so schön: Leise lispelt jede Rose tzus l'Lrnoui eis belle cbnie! Als ich kn dem Ehestände Nur die Sorgen, nur die Plagen Ohne Zärtlichkeiten fände Gang ich in den trüben Tagen Traurig auf der öden Flur: ll'eli ie tvwbcrei ös I'rrrioar! Nun her Sommer meines Lebens Ungeküßt vorüber schleiche, Und der Frühling mir vergebens Jede Schöne von mir weiche- Sing ich voller Sympathie: L'cll le ceMee ä« plsiüe! K 8. Arist war über die unbedeutenden Zwischen« stände, weiche Politik und Thorheit unter den K'aßen der Menschen gemacht haken und über das Vorurteil erhaben, daß nur der Umgang mir semeö Gleichen sich gezieme. Ohne Bedenken lud er den Sänger zu seiner Badaeftll- schaft ein, und hoffte von ihm vielleicht mit mehrerer We-ßheit als aus dem Bad mit Vergnügen zurückkehren zu können. Sein junger Freund nahm mit der Miene der verdacht« losen Unschuld die Einladung an, und versprach ihm zu singen, denn in beyder harmonischen Seelen hatte die Sympathie schon den unhbrbaren Zug gleiches Freuden und Tugendgefühls gestimmt Arist forschte jetzt von seinem Freunde, womit er seinen immerfroheu Sinn und seine lustige Laune erhielt, wie es möglich wäre, daß er bey kümmerlichen Unterhalt, der Freude sein Herz immer offen erhielt? „ Sie säen nicht, sie ewdten nicht, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch,, sprach Amynt indem er auf sein Bild den lustigen Sperling wieß„ Wir haben alle nicht mehr Gewißheit auf Leben und Unterhalt als der,,,,. 9. „ Rechtschaffenheit und Arbeit am Tage be- „ zahlen immer das Vergnügen des frdlcchm „ Abends. Wenn ich arbeite, schlägt das Herz vor Vergnügen der geholten Belohnung, A Z„wenn f? 5/ // -? /? /? // ?/ // wenn ich den Genuß Keiner Arbeit empfinde, so stärkt sich die Seele wieder zu neuen Kräften. Mäßigkeit im Genuß und Uebung gesunder Kräfte erhalten immer den gleichen Ton eines forgenfreyen Herzens, das sich keiner Vorwürfe bewußt, mit kernem vergebnen Entwürfen quält, ohne Nerd und Haß, ohne Sorgen und Proeeße, ohne Achtung auf die Urtheile des Volks, Tugend zum Führer und Vernunft zum Freunde hat. Wie sollte ich mit solchen Freunden nicht die ganze Welt zu Freunden haben? wie sollte die Arbeit die zugleich mein Vergnügen ist nicht so viel erwerben, als zu der leichtbefriedigten Forderung der urrverwbhnten Natur ndrhtg ist? Wre lollte ich demKummrr und demVerdruß Platz geben, da ich niemand welchen zu machen, von niemanden ihn zu leiden fähig bin? O wenn ich nach dem arbeits-und pergnugen- reichem Tage meine Ruhestatt wiederfinde, mit welchem süßen erquickendem Schlafe sie mich aufnimmt! Wie ich da mit dem Concert der abendfeyernden Natur singe! lO. So war die Philosophie Amynks unter dem Gewand epicurischer Freudengefühls in ihm der Zug der Natur, die Natur das Kind der Weisheit und Arist bald der Freud semes Amynts Amynts geworden. So verbergen sich oft wahre Verdienste in das ungesehene Kleid der zufriednen und freywilligen Armuth; w spricht oft die nachdrucksvolle Weisheit ohne den Schein der stolzen und wollüstigen Aristippen zu haben, aus dem Munde jenes vergeßnen Freundlosen armen Tugendhaften, der zu stolz ist, Freunde und Glück in der großen Weit zu haben. Arist hatte nicht gehest, in ihm das verloschne Bild jener liebenswürdigen Troubadeurs und Minnesänger wieder zufin- den, die aus den anmuthigen Gegenden der Provence ihre Lieder voll Galanterie, Zärtlichkeit und Harmonie zuerst den germanischen Gegenden nach der Druiden Zeiten lehrten, die zuerst ihre Pastoralen und Spornten, Jensons und Fabliaux den Baeazen und Fontaft nen späterer Zeiten vorsangen. Arist bath seinen Freund noch um eines seiner Lieder und der Sänger führte ihn tief an den Abhang des sammtnen Flußufers wo Einsamkeit und Vergnügen ihren Gesang wiederholte- n. Meine Freuden. Wenn die frühe Morgensonne Himcrm Kranz der Berge steigt, Wir der Nacht verschwundnen Schatten Schlaf und Unmuth von mir weicht, Wenn auf melodi'enreihcn Fluren i'unaer Stunden Tanz Um des Phöbus Wagen ziehen, Breiten aus der Blumen Kranz Gehen bräuklich vollen Rosen Helle Declenkrvoen auf. Wenn vom Erdaltar der Wsyh rauch Sceigt durch alle Himmel auf: Don der Lieder Jubel voll, O wie ist mir da ss wohl l Wenn mein Auge nach dem Sturme Uibcr Oesane steht, Und am tiefem Horizonte Wolkenzug und Donner flieht, Wenn auf Spiegelhellem Meere Sonnenblick und Freude geht, Und Bifroste hoch am Himmel Thronend stcbenfa'rbig steht, Waldgeruch und Harmonien Bis zur Felsenspihe steigt, Und vor mir der Konnenwagen Sich nach Theils Busen neigt: Freud' lst Erd' und Himmel voll: L> wie ist mir denn so wohl; Wenn ich an des Freundes Düse» Jeden Anblick der Natur Doppelt süß empfind und sehe Uiberall die heilige Spur Dez der gütger ist als Himmel Und die Erd eS faßen kann Mit ihm reizungsvvller finde, Wenn die Seele Himmel an Unsre Freudcnblicke taumeln Unsre Herzen schmelzen läßt, Binden süße Gymxarhien Unsre heilge Freundschaft fest, Die im Himmel dauren soll, O wie ist mir da so wohl! Denn beym Sternenvollem Himmel Andacht meine Seele faßt Und vom Kummerlosem Herzen Arbeit, Sorgen, Plag und käst Trostvoll in der Nacht entsinken, Wenn ich jene Region Endlos voll von Gottes Macht Tugendvollcr Seelen Lohn Betend vor mir offen sehe, Wenn mich Gottes Heilger Geist Zu dem Vater aller Geister Um Gehorsam beten heißt, Ist dem Herzen Gvttesvoll Wie in jenem Himmel wohl! 12. Mit diesem südlichern Herzen und seinen Freund im Arm zog der glückliche Amynt den Abend am Rande des Flußes hm und kehrte da ihn Spiel und Musik aus den dunklen Schatten des Bades entgegen schallten, zum ländlichen Mahle zurück; Beyde setzten sich in dir einsamme Laube, und sprachen von ihren philosophischen Glücke, das sie zu machen gedachten. lJ- Hätte ich ein mäßiges Glück, damit ich der Welt nutzen, und mich erfreuen könnte, sprach 14 sprach Ampttt, so würde ich nicht den Götzen, oder eitlen Ehre opfern, oder in Verschwendung das, was mir nur Pfandweise vertraut war, den würdigeren meiner Bruder entziehen: ich würde Nutzen und Vergnügen in Anstalten vereinigen die zugleich dem Reich der Wissenschaften dienen und meinem Geschmack befriedigen könnten. Ich würde eine Auserlesene Bibliothek dre alle nützliche Kenntnißs und die amstenSchriften aus dem Fache der schd- rrenWlffenschaften enthielte so viel unscedeutsche Kennerwelt angieng, in ein abgelegenes Mu« ftnkabmet am Rand des Flußes, da wo die Erhöhung freyere Aussicht gestattet, zwischen Rosen, Jasmin und Aeacienschatten herstellen, und für jeden in verschlossener Zelle einen Platz gegen eine verhältnismäßige Vergütung meines Aufwands erhalten, wo Freude oder Wissenschaften nicht den Wust von tausend unnützen Büchern nur die Bibliothek der Grazien finden könnten. !4.> Da sollte den Kennern das heimliche Gericht der Archsmcir in jeder Art der bildenden Künste und der Klaßen der Wissenschaften lehren- was die weisere Welt von den fähigsten unsrer denkenden Köpfe, und welche sie an der Spitze ihrer Nationen und ihrer Lehrer zu stellen denkt. Da sollte ein Kom- toir der allaemeinen Forschungen, Erfahrungen, Nachrichten, Entdeckungen, Aufgaben, Anzeigen, Fragen, und Beantwortungen der Gelehrtenrepublik seyn. Die Gelehrten würden da einen engern Ausschuß ihrer Zusammm- künfte halten, wo neue Genies sich der Welt bekannt machen und empfehlen, geübte sich weiter aufklären und belehren, alte sich vergnügen, unterhalten, und den allgemeinen Um- trieb befördern, und alle Kenner ein Magazin der Wissenschaften und eine Akademie der theoretischen und praktischen Gelehrten finden und mit ihrer Gegenwart bereichern könnten. IZ. Wenn einmal der vornehmste Aufwand gemacht wäre, so würde ihn die wachsende Gesellschaft und der Nutzen der Anstalt bald selbst unterhalten und fortsetzen. Zum Anfang müßten die grdsten Werke Jemchens, Lippms, Dudens, Struvens, Stollens und andre, die allgemeine, die Klozzische, die alte und neue Bibliothek der schönen Wissenschaften, die Gbttingischen, die Leipziger gelehrten Zeitungen, die Zürcher und Berliner Litteraturbriefe, Büschings historisches Wochenblatt, Emestis theologische, Gerstlachers und Schelchovs juristische, Vogels medieini- sche, Gatterrrs historische Bibliothek, Ham- bergers beyde Werke von Schriftstellern, Weyd- lrchs, Hommels, Freytags, Beyers, Boigts, Georgis, Metzlers und Meisners Kataloge nebst den neuesten Anzeigen der encyklopädischen Schriften und der französischen, engli- ,6—^ schen und deutschen Merkurs seit jeder Schrift Entstehung angejchaft, und ihre Forschung erhalten werden. 16. Denn, wenn durch den jährlichen Beytrag der Gesellschaft auch die größeren Werke, die Transaktionen und Memoiren der Pariser, Londner, Wiener, Petersburger und Berliner Akademien angeschaft werden, und aus den freywilligen Beytrag der gesellschaftlichen Schriften gewiße Artikel in die neuesten Bibliotheken oder periodischen Schriften geliefert werden, and dargegen das beste in jeder Art der neuesten angenehmsten Lektüre eingetauscht werden könnte, wenn dadurch angehende Genies sich der gelehrten Welt ankündigen, von ihr Belehrungen, Berufungen, Stellen auf Akademien, Chargen und Anträge erwarten könnten, und das Musäum mit eben so wichtigen Vor-und Bersttzer» als mit Werkzeugen der Gelehrsamkeit und Pflanzschulen für die Republik besetzt wäre; denn würde ich Anzeigen, Ordnung und Staturen jeder Akademie mittheilen und die Anstalt vergrößern- So verschwand Aristen und seinen Freund unter täuschenden Hofnungen und Aussichten der angenehme Abend, als schon der Böthe des Abends die glänzende Venus auftrat und dem dem fltbernem fichelfbrmigen Mond verkündigte. Auf der Elbe schwamm langsam eine lustige Gondel mit wehender Flagge, und melodischen Hörnern erfüllt aus den angenehmen Loschwitzer Gründen heran, und ihre Ruder theilten das vom Mondglanz erhelte sanfr- rauschende Wasser mit gleichen Takten, Beyde Freunde halten ihr leichtes und frohes Mahl eingenommen und schickten sich jetzt zum Aufbruch. Ehe sie schieden, sang noch Amynr der Freund des Gesanges an stillem Gestade dieß Lied seinem Freunde, dem Himmel und dem Monde entgegen: »8. Hymen an Gott. Der du des schönen Welrkreis's W Mit deiner Herrlichkeit erfüllst, Mit deiner Gü'tigkeit des Mondcnsstrahk Mit Freuden unser Herz erfüllst I Du hörst der Orionen Gang, Führst sie die cw'ge Himmelsbahn, Und da der Myriaden Lied dir klang Hört Erd' und Himmel eS mit an» Du sangst dem Walde Melodie Und Wiederhast dem Berg und Thal, Den Davidöchören hohe Harmonie Ins Herz den Blick von deinem Strahl. Du zündst der Andacht Flammenflug AM Herold deiner Allmacht an L°n Sonn im Mond, vom Mond zum Herzen-rüg Sie unser Lied zur Wolkenbahn. Dort schs-igt eS in dem Wiederhast Den Wenhgesang der Sterne an; Triumphvoll fliegt des heilg-n L-edeS Schast nim Feuermeer zur Sonnenbahn. Noch hörst du wenn im letztem Zug ' Der Tod auf unsern Lippen sitzt Schorst Gebet wenn unsrer Seel im Flug Lein Antlitz schon vom Himmel blitzt. Z - "Am Ufer des klemm Baches, der aus dem reizenden Thälern der Plauischen Gegenden unter dicken Weidenschatten bald wie ein unschuldiges Wresenwasser hinzieht, bald zum reißenden Strohm aufschwillt und mit seinen gefährlichen Najaden Überschwemmung und Unglück droht, an dem Gestade der Weisritz nahe an der Brücke, welche beyde Städte vereinigt, stehet ein kleines unbemerktes, vom angenehmen, je länger je lieber umflochtenes Schattendach, auf Rasen gebaut. Bor ihm der steinreiche Fluß wo sich Mädchen und Knaben unter dem Bogen der nachgelegenen Brücke die milch weisen Arme baden, und über ihm jene blühende Wiese, welche ihre Stundenlange Lindenallee bis vor die Thore des Gartens von Uibigau trägt. Auf beyden Seiten die offne Auöflcht auf den majestätischen Kranz von Bergen, der seine blauen Nebel mit den Tannenwäldern, verflechtend über al! Wohnungen glücklicher Landleme, friedsame Dörfer oft vom eingesyerrten Städter beneidet und besucht, reiche Grouxpen von allen Schätzen Pomomns und Leres deni unersättlichen Auge vorhält. 2. Da hatte eine kleine verführerische Nymphe des stillen aber oft tiefen und gefährl!- D 3 chm LL— chm Wassers, eine schmeichelnde Syrene ihren Sitz gleich der gefährlichen grünhaarichlen Nl- xe an den Rand ihres Flußes erbaut, offen jedem sorglosen Ulyß, gefährlich jedem unbewachtem Herzen, und reizend wie der Gesang der Syrenen vor den der sein Herz nicht wre Ulyß an den Mast der Tugend gebunden hatte- Braun war das Mädchen und schwarz ehr Haar, das sich und die verräterischen Augen unter ein von Binsen des Flußes geflochtenes Hütchen verbarg. Trippelnd nahete sich oft und schweigend das Mädchen und both den Ankommenden einen Trank schmeichelnd wie dre ofnen Arme, süß wie ihre Stimme und nußbraun wie ihre Augen mit fetter Milch untermengt, oft auch labendes Bier und Tabak und Pfeifenkram an. So both ehmals die waffer- frrbne rothbackige Nixe den unschuldigen Kindern Mandeln und süße Rosinen, haschte denn schleunig die Unbedachtsamen und zog sie unter täuschende Wellen. Z. Da hoste Alkanzor am murmelnden Bach unter der schattigen Laube einen Dichterplatz für sich und seine Muse zu finden. Oft war es ihm auch beym Gesang der Nymphe die im vielstimmigen Loneert noch mehr als die Augen verführen wollte, gelungen, der Muse Gesänge zu entlocken, die ihr ke-n andrer Ort als dieser, keine Einsamkeit so na- che am Wechsel der Mannichsaltigkeit-, kein Kaffee so stark und süß wie der Kaffee der Nym- 23 Nymphe gewährt haben würde. Dasaß denn Alkanzor und sang sein Liebchen der Einsamkeit und der Unschuld, unbesorgt wer es in künftigen Zelten loben oder tadeln wurde, als die Nymphe des Flußes unmerklich sich näher schlich, mit Spitzen und Bändern spielte und manches zum Spiele der Winde machte, was Mauzorn nicht unbemerkt blieb. Gesang und Gelegenheit führte sie näher zusammen und die neugierige Nymphe wollte auch das was Äl- kanzor nur seiner Schreibetafel anvertraute, auch den unhbrbaren Gedanken feines Herzens entfalten. Da opferte der politische Dichter dem Mädchen den Miß rauch den Nymphen so gern haben: 4-,, Niedlich steht dein kleiner Hurhgen Mit dem blauen Band, Niedlich steht der Hentietiche» WaS der Grazien Hand Um dein braunes Haar zu siechten Aus Lythercnö Nachttisch fand, Als fle in den Sommernächten Ohne Hmh auf Zda stand-,, Aber schöner ist dein freyer UnschuldSvoller Blick Strahlt wie unter Wolkenschleyer Voller Mond zurück, Wenn er durch Orangcnwälder Mitternächtlich strahlt, Und die Flöße Berg und Felder Silberhell bemahlt., B 4 SckK Schöner locht dein Aug Entzücken Freud und jungen Scherz AuS den Feucrvollen Blicken Ilibcr jedes Herz; Fromm wie meines Täubchens Augen Sanft wie Bethers Kuß Wenn er FlorenS süßem Hauchen Seine Seele laßen muß: Lieblich wie Dionens Tauben Wie der erste Mayemaz Als er unter Rvsenlauben Aufder Tellus Schooße lag; Mächtig wie der Gott der Liebe Wenn er in der HiKimelsnachk Durch die wildesten der Triebe Alle Götter zittern macht. Mächtger ist dein Siegreich Auge Wenn cS Freud' und Liebe mahlt. Wenn eS vor deS Morgens Hauche Freud' ins FreundenS Herzen strahlt, Stark und schnell wie Sonnenstrahlen Wie des Phöbus gütgeS Licht Wie um ihre Glut zu mahlen Rührend Swadas Zunge spricht: Ader stärker als Liebe, die aus meinem Auge spricht Stärker noch als meine Triebe, Iektchen ist es nicht. Z- Kaum hatte die Nymphe daß Opfer erhalten, als sie es eilend ihren geschwätzigen Syl- fen übergab. Sie trugen es ins Archiv der Stadlwährchen, plauderten laut an den Nachttischen der Schönen aus, und nannten Man« 2.5 B Z Nie zorn den Verliebten. Sie sahe Nicht, daß Po« litik und Dichtung verschieden und die Sprache des allzulauten Beyfalls nicht die empfin- Lungsvolle Sprache des Herzens ist. Umsonst versuchte Alkanzor die Nymphe vom lächerlichem Vorurtheil das Poeste vor Wahrheit hielt, durch lehrreiche beßernde Schriften zu heilen, umsonst suchte er fie von Nixenmästgen Ahstch- ten und syrenischen Lockungen abzuziehen, umsonst; das Opfer war gebracht, das Feuer verlöscht, das wie verlöschen sollte, der vesta- lische Gürtel vermochte kein Schiff, keinen Nachen mehr flott zu machen. Es war umsonst daß Alkanzor den wahren Werth der Nymphen pricß, er sang nicht ihren, nur fremden Ohren den Gesang seines Herzens zum letztenmal an dem Ort der keine Reizung mehr für ihn hatte: 6. Nicht weit von Manzors Blicken führte Neugierde, Sympathie und Spaziergang, die schöne und große Welt aus Dreßdens Thoren aus die nahgelegene Ebene, wo das Lager den Hintergrund der schönen Wiese bedeckte r Nicht weit vom Fluße stand Der Krieger Waffenfeld Zn jedem Zelte fand Oorr Mavors seinen Held, Die Lagerstatt verband Die Edelsten der Stzaar, Sie in Homerens Land Das Heldenpferd einst war. KingS um die Krieger war Gesang und Heldenlied, Der Bardenlieder Schaar Erschallt von Glied zu Glied. Die Morgensonne war Der Ruf zum kauten Dank Zwo Trommeln der Altar, Und Freude ihr Gesang. Die Andacht zog durchs Feld Und um den Himmel her, Zog in die Stadt vom Feld Don da zum Himmel fort. 7- Da fand Alkanzsv die liebenswürdige» Freunde, die ihn vor seinen Wandrungen unter fremden Himmeln, gekannt und geliebt hatten, Freunde der Ehre und der Tugend, die ihrem Daterlande Jugend und Kräfte opferten, Krieger waren und Krieger bildeten. Freunde und Musen gleich stark liebten, und die Bahn der Ehre auf dem Felde der Waffen und des Todes entgegen giengen. Sie achteten nicht die Hitze des Tages, die noch im heran nahendemHerbst mit dem Feuer des Sommers brannte, noch die Kälte des Nachts und der nebclnaffen Morgen, noch die Beschwer- §7 Ma den ihres plagenvollen Standes. Lugend und Muth strahlte aus ihren Augen und die rosenfarbne Gesundheit saß auf ihrer lachenden Wange. Einige waren in die süßen Bande des Ehestandes getreten und das Soidatenglück hatte fie schnell erhoben, denn das Glück liebt die Lugend und die Soldaten, andre waren zu tiefem Nachdenken von einer raschen feurigen und gedankenlosen Jugend gereist, andre hatten sich zu dem feinsten Hofleuten umgebildet, und sich prächtige Gespanne von der Göttin Politik erborgt, überall war Munterkeit und Freude im Zelt, Willigkeit und Eifer in Gliedern, und Gesang und Spiel in der frblichern Nacht. Auch waren unter den Söhnen Bel- ksnens Brüder des unsterblichen Kleists, liebenswürdige Dichter die noch mehr den Glanz rhrer Waffen und ehrevoller Stellen durch Kenntniße erhöhten und durch den angenehmen Umgang der Musen ihr Herz gebildet, ihren Verstand Meichert, ihren Witz verschönert, ihren Ton gesetzt, und ihre Hosnungen erweitert hatten. Von einem von ihnen erhielt Alksnzor dieß Lied, das Liebe und Natur dem Dichter eingegeben hatten. 8- Lilla. Unter dlayem Himmel KaZ?m?ustgetümmel Junger Unken Schlag Lilla in dem Grünen, Wo um ihr zu dienen Jedes Blümchen schöner blüht; Dirkenästchen zogen Sich in schlanken Bogen Uiberm Rosenthron, Streuten durch die Lüste Ainorarsche Düfte il»> die schöne killn her. Zunge Zevyrs hatten Unter kühlen Scharren Tanzend schon ihr Spiel Und der Lilla Haar, Blond wie Ceres war Küßte den geliebten Wind. Aus den Birkenlauben Saßen Turteltauben Küßten inniglich, Jedes wehende Dlaktche» Das vom schönen Mädchen Seufzer nach dem Himmel trug Auf der Mayenflur War setzt Lilla nur Blumenkönigintt: Anmnthsvoller traten Alle Oreade» Zn das jüngere Thal Hera». Jedes Baumes Blarrchen Huldigte dem Mädchen Zitterte vor Lust: ——— 29 Um ihr liebzukossn Blühten alle Rosen Röther setzt um Lilla her. Reizender zu mahlen Konnten Königsstrahlen Salvmo selbst nicht: Nein in allen Reichen Lilla dir zu gleichen Ist Natur und Kunst zu arm. Schön wie ihre Wangen Zst der Rose Prangen Und der Frühling nicht; Schöner fie zu mahlen Können volle Strahlen Phöbus selbst Dianen nicht. In den Himmelsffure« Gleichen die Azure» Ihren Augen nicht: Auf des Hermons Gipfel Blüht der Leder Wipfel Schlanker nach den Wolken nicht. Wenn um mich;u wählen Aller Mädchen Seelen Mich umarmeten, Würden meine Triebe Durch der Schönen Liebe killn starker nur für dich! 9- Alkarrzor sprach mit seinem Freund der in seinem Lharatter das Heidenftuer eines Barden ZS den und das Annehmliche des feinem Umgangs mit der großen Welt verband, von der süßen Belohnung der leichten Arbeit gebohr- mr Dichter und prieß die Zufriedenheit.die Las Herz zum sanften Gefühl, das Ohr zum süßesten Harmonien und den Ideenreichen Kopf in den angenehmsten Täuschungen der Phantasten stimmt. Sein Freund war mit ihm nicht gleicher Meinung und behauptete, daß ein Dichter nicht ohne lange Anstrengung den Stoff erfinden, ohne tiefes Nachdenken die Ausführung und ohne mühsamer Beseilung seiner Arbeit Korrektion und Feinheit zu geben vermag- Er berufte sich auf Birgils und Ta- ßos Beyspiel, auf Boileaus und Voltairs Zeugniß, er führte aber nicht an, daß eben so große Werke der Musen oft Mädchens von Orleans geliefert hatten, die nicht Früchte einer dreystgjährigen Arbeit gewesen, bloß der Enthusiasmus stärker und schneller Seelen waren. ro- Ohne auf die fast unglaublichen Beyspiele des unerschöpflichen Zope de Bega y Zeniga welcher sovo Theaterstücke schrieb, zu gehen, haben alle Nationen und Zeiten Köpfe hervorgebracht, deren Feuer, Witz und Einbildungskraft in dem Lirkel ihrer Energie mehr und in kürzrer Zeit hervorbrachten, als die Vorstellung eines Altagskopfs faßen kann» Wenn diese Eloßmtät der Seele die nach der Tage- langen Erschöpfung in kurzem Nachtschlaf eben so viel Kräfte ersetzt, als sie aufgewandt hat, versagt ist, seufzt umsonst nach den Musen und ihrcn Kränzen Wenn dos Heldenseueo Nicht im Busen brennt Wirdeh^ He°r voran Und ordne Pflicht und Aecht! Dem Helden seinen Plan DeS Zriedens heilgeS Nechrl Sie sey der Jugend Glück Der Schmuck dem grauem Haar Anjedem Augenblick Der Menschheit WeyHaltar i Sie zeigt der weisen Welt Der Sonne glorreich Bild Kenn Feuervoll dem Held Sie seinen Düsen schwillt. Allein und groß wie fle Und gütig wie ihr Blich Strahlt seine Sympathie Auf jedes Herz zurück. Und rüst zu Gott ihn auf Wenn fle im Osten steigt Und leucht' noch seinen Lauf Wann fie dem Schatten weicht. Sie leucht im Mond ihm vor Beym festlichen Gesang Wenn aus der Vola Chor Zhr Lob der Felsenklang. Der Berg, daS Thal, der Hsyn Im Nachhall wiederholt Wenn Odie sich zu freun An MimerS Dtunn erholt. Sie leite unsern Ganz ZU ihrem Gdttcrthron l Und füll- den Gesang Mit HaymdaiS GallaMon i Sie lohne dem Darsit Dem Held mir Eichenkran; Und wird ums Spiel und Lied Dem rothen Skaldenkranx! Dritter Spaziergang. D i r Weinberge eine moralische Betrachtung. I's! hu'ua soidle rameän g'ui xar les reux 6u vaAue Lols enlsve 6s czuelcius' LrbriüsLU quitts L tsZs, tombe L vols Lur 1a üirkacs 6'un ruMsLU !a psr uns invineidls xente Lrcs 6'errer L 6s c6an§er H gotts au Ars 6s l'on6s errmits L5 6'un mouvsmsnt stranZer louvent i! ps.rait, 6 surnLAs 1'ouvent il eil su^on6 6ez eäux; il rsncontre 16 r 6on tantot nn kertile riva^s dorcie 6s; cvtsaux korwnez, LEot uns rive tauvaAS L 6es äelertz Ldan6omie8 il kalt, il voraus iazciü au iour, r^ui l'enlevslit a Ion tour M kein 6s cez merz incommes vu taut z'odvms Lns retour« 6 r eilet- AI L)er angenehmste Nachmittag lud mich aufs Land. Die Zeit der Heinldse und die herannahende Frdlichkeir der Weinbergsbewohner winkten mir von allen Hügeln. Das bunte RBenlaub, das von weiten den blauen Kranz der Berge vergoldete, wenn dir Sonnenstrahles durch die reichbehangeyen Ranken hinflim- mette, mahlte die Gegend mit so lieblichen Farben, daß jedes Auge sich unwillkürlich dahinzog, und auch mein Fuß den Weg dahin fand, wo Philosophie und einsame Betrach- Mg so gern heimschleicht. Nicht lang gieng mein Weg durch krümmende Anhöhen zwischen junge Tannemyäldchen und kleinern romantischen Häusern sott, als ich schon an den fürstlichen Eintritt jenes Weinbergs gelangte, denn die Eitelkeit und Verschwendung der Reue des Besitzers und dem Bedauern der Klugen ge- weyhet hatte. Es schien mehr die Wohnung eines Fürsten, als das stille Tuftulsn eines Weltsatten Philosophen zu seyn. 8n der Witte des Berges stand eilt Gebäude, dem es an keinem Vergnügen und an keiner Bequemlichkeit, die von der äußersten Verschwendung, und von dem ganzem Raffinement der Eitelkeit erfunden ward, an keiner Zierde fehlte, die ein orientalisches Serail erfüllen könnte Vergoldete Zimmer, reiche Tapeten, prachtvolle Geschirre, riesenmäßige L 4 Spie« 4S Spiegel, Gemählde, die keine Gaüerie entehrt hätte, wollüstige Ruhebetten, und alle Verschönerungen der Kunst, welche die Thorheiten der Reichen unterhalten können, waren in langen Reihen von Sälen, Zimmern und Kabinetten gehäuft. Fontaine», Bassins, krystallene Vasen, Hängende Wetten von Glas, ungeheure Lhirandeln, Uhren, die an den Decken befestigt waren, Spiegel, Kamine und porecllainene Defen, alles von gleicher Pracht schien keinen Zweifel zu lassen, daß das geblendete Auge noch mitten in Kdnigsmaurm irre. Von einer Seite zog sich der steile Berg mit Reben bepflanzt hundert und siebzig Stus- fen hinab zum Strohme, der eine grenzenlose Aussicht eröffnete und umschlang Uiberall wo sich der Berg gemacher senkte, waren die reichsten Bogengänge mit jungen Reben umlegt, und breite Sitze mit Schatten umwdlbt. Don der andern Seite umschloß der angenehmste Garten mit Fontaine», Statuen, Termen, Lauben und blühenden Akaeiengängen, das Schloß, welches mehr von Feen, als Menschenhänden gebaut zu seyn schien Rings um das hochgethürmte Gebäude schloffen kleinere Küchenkrllern, Kanditorwohnungm den Hofstaat, welcher keinem Fürsten, sondern einem unbegütertem Bürger gehörte. Lange schon stand es einsam und öde, verwundert über seinen ungebrauchten Reichthum, und jammernd MNw Wer den Schweiß so Vieler Hände, über welchen nun die Rumen einst unbewohnt und ungebraucht, kurz nach ihrer Entstehung zusammenfallen sollten. Die Thurmglocke hatte einen weinenden Laut, seit fle nicht mehr zu den frohen Stun? den der Bschanalen ihres Herren nur zu den trostlosen langen Stunden seiner Gefangenschaft schlug. Die Zimmer, die nicht mehr vom Klänge der Pokalle erschallten, noch von dem aromatischen Geruch ausländischer Pasteten durchräuchert wurden, hatten einem dumpfigen Modergeruch angenommen, welcher Spuren der verfallenden Pracht schon auf alle theuren Behänge und Geschirre verbreitete- Die Melancholie schien sich hinter den reichen Gardinen, und unter jeder Sawmtfalte der kostbaren Ruhestätm zu verbergen. Die Sorgen waren auf jeder Mime der Liebesgötter geprägt, und der Kummer mit unter den Nep- hm der Grazien und Stunden zu tanzen, jeder Spiegel der Wiederschein bloßer Vorwürfe und ängstender Erwartung. Alles war im fey- Michm Pomp eines königlichen Latsfalkes. Das Auge vergaß, daß es von Zeugen der Pracht umgeben war, das Herz war es nur Von Kummer: Die Täuschung verschwand und mitten aus der flüchtigen§Ioris munlli, mitten auS den Laseaden des rauschenden Wem- gottö quollen Heimlich? Thränen der Neus her- L 5 vor- vor. Alle vorige Scenen der lammende« Freude waren schnell vorüberZerauscht, die Zeugen vom ehemaligen. Pomp waren es nun vom herrschendem Gram und bleibendem Kummer. Auch da halte die Vergänglichkeit, und des flüchtige Unb-rstand aller Dinge schon nach dem Tage der Geburt den StempeL der Zerstörung und des Verfalles gedrückt. Tm am Fuße des Berges strömte das Bild der alles- verschlingenden Zeit, der langsam ziehende Strom seine maiestätischen Wellen vorüber, und verweilte nicht bey dem Sitze der Eitelkeit. Er zog sich aber in weiten Krümmungen küssend um die Naturreichen: Ufer des armen aber sorglosen Landmanns, dessen Hütte er allein verschönern wollte. Auch da hatte ehemals ein Junger Epikurs gewohnt. Auch ihn hatte das Schattenbild der Weisheit geschmeichelt und über den lang- gewünschten Stein der Weisheit bey dem Pau« kenumtdnten. Gelag der Adepten sein Gold in Stein und seine Hosnung in Reue verwandelt. Auch ihn hatten die Syrenen Stimme« des schmeichelnden Glücks, und der bewundernden Weinsreunde verführt anders zu handeln, als zu denken. Lange schon hatt' er erkannt, daß ihn das eine und die andern verlassen würden, lange hatt' er empfunden, daß sein Aufwand Eitelkeit, und seine Pracht Verschwendung sey, aber die betrügliche Weisheit der WeltsreuLe, dir Armuth unter den Schein des Reich- Reichthums, und Mangel am Verstände unter die Masque der Politik verborgen, hatte ihn beredet, so wie andre den nahen Fall unter den Anschein des steigenden Glücks zu verstecken, und das zu scheinen, was er aus Ohnmacht nicht zu seyn vermochte. Er wollte Philosoph seyn, und ward ein Sophist, er wollte Adept seyn, und war ein.— So täuschen die Hosnungen, so verblendet der Wahn, so verführen Schein und Betrug vom Wesen und Wahrheit. So waren die Philosophen der vorigen Welt um nichts besser, als dir Sophisten unsrer Tage. Sie thaten anders, als sie lehrten, und Handel- ' ten nicht wie sie empfanden. So tadelte Diogenes den Stolz des Plato, und sein gröberer Stolz rrar jenes feineren mit schmuzigen Füßen zu Boden. So wollte Pythagoraö die Bescheidenheit mit seinem Beyspiel lehren, und die Thorheit verleitete ihn um den Thron der Thurirr zu werden. Zeno verachtete öffentlich Reichthum und Hoheit, und heimlich Wünschte er die Krsne der Pejomex, die er zu erlangen umsonst Philosoph ward. So erniedrigte sich der stolze Aristoteles, und wollte des tyrannischen Alexanders Hofmeister seyn, und selbst der göttliche Plato verkaufte Frey- » Heck und Weisheit, um an der königlichen Tafel des Dionysius das Mahl der Schmeichler, und Schwätzer zu genießen. Aristipp überließ sich fern von Weisheit dtz er lehrte, allen Aus- 44 Ausschweifungen der Wollust hie sie entehrte? So warm Hippias im Meyneid, Anaxagoras im Lügen und Lykurg im ungrvßmüthigem Zorn das Wiederspiel ihrer Weisheit? das Gegentheil dessen, was sie lehrten und selbst als Lugend erkannten und liebten. Und so war der ehemals glückliche Besitzer dieser paradiesischen Gegend ehemals Weiser, ehemals Liebling der Musen und des Glücks, ehemals glänzend und geehrt, reich und mit den Schätzen der Philosophen und Fortunens bekannt, jetzt verlassen von beyden, mit Gram und Schwermuth umgeben, arm und Hofnungslos die Meute des Unglücks und der Sklav unsichtbarer Schuldner, das Gegentheil dessen, was er zu seyn ßch lebenslang umsonst bemühet hatte. Ach t auch mich faßte das Andenken voriger Flitterzeit des Glücks, wo Phantasie und erster Jugmdraujch den blendenden Hofnungm der Liebe das stolze Gebäude der Hoffart mit der schimmernden Fahne des weitfchaumdm Thurmes mtgegmbaute, und füllte mein Herz mit schon halbvergeßmm Thränen der eitlen Hofnungm die nicht mehr find. Auch mich umzog die leichtaussteigmdeWolke der Schwermuth, wenn ich am ähnlichen Schicksal des Weinbergs das Schicksal meines Landguts heim- lichweinmd erwog, und an jedem Stein zu lesen glaubte; füimus czuonZsm! Aber ich eilte heraus, verließ die Trophäen der Eitelkeit und der harmvollm Pracht, dünge einen M- Wen Schiffer seinen schwimmenden Wagen aß§ Lmd fuhr auf den Himmelfarknen Wellen des schönen Spiegelhellen Strohmes dem Untergang der Sonne entgegen. Da sangen die Nymphen des Flußes ihren leisen Gesang, und die Harmonie wiederholte ihn im mitsingendem Herzen t Gesang der Elknymphen. Da wo der TaNnenkranz der Berge Am Felscnhang die Elb umschlinge, Wo ihre Traubenvolls Rebe Noch um deS Rheinlands Borzug ringt- Da sang der blauen Nymphen Stimme DaS Haupt mit jungem Schilf bekrön?-, Den immergrünen WaldgestaSen Dieß Lied daS noch arg User tont: Umschlingt ihr Dardenvollcn Ufer Den Mclddienreichen Fluß! Mit Seegen baden seine Wellen Mit jedes IahreS Neuen Kuß. Das Land das seinem Fürstenstande Die Fischerfüllren Lasier giebt, UNd mehr als Braute den Geliebten Die blauen kleinen Wellen liebt- Der aus eilf Urnen seine Arme Um SachsenS schöne Thaler schlingt Und aus dem Fabellaüd der Skalden ZnS Herz deS deutschen Meeres dringe,. Der wir HykaspeS seine Flure» An liedervollen Usern küßt Und wie der Ganzes seinen Helden Um seine Hüfrcn raufend ßüßr. Den FluS besingt ihr Bardenliedcr Umrdnt de'S Felsen Wiederklang! tzs schatte von des UferS Busen Der kamen Wellen Nachgesang.'. Go, ronreich schwillst nicht des Rheines Dreyfacher hoher Felscnguß Der wie bey Marmora Delino Den Bergfall auf dreyhundert Fu§- Weißschäumend aus der Alpen Rücken Mit Meilenweirem Brausen thut: So tvnreich ist nicht Po wo Lorber Äuf Marons Heilgen Grabmahl ruht. Der Dökiaugvtt de>» sechzig Flüße Durch Ungarn nach dem PvntuS sagt "Mit mir dem donnerndem Geräusche In SuxinS Meer mit mindrer Prachi AIS da wo schiffreich unsre Elbe Dir um die grünen Inseln lacht, Dir Hamburg daS der schöne Sänger Dem Tyrnestrande gleich gemacht. Du Imaus der deinen Ganges AuS seiner Quelle kochen stehst Beschattest nicht mit stolzer Srirns Der Larrarn unumschränkt Gebier jtts da wo von dem Riesenbergr Die Wvlkenhohe Kette zieht Wen der bescheiden unser Barer Mir seinen schönen Wassern flieht. Dir blüthenvoll umkränzte Elbe Um deren sanfrgewundnen Aug Die Dichterrcichen Gartenfluren Der Tellus güt'ze Sorgfalt trug, Dir singt der Nymphen und der Barden Llpollcns und der Musen Schaar Aus bunrgemahltcr Gondeln Chören Den Skaldenkranz ums grüne Haar: Besingt den Fluß ihr Dardenliederl Umrbnr des Felsen Wiederklang; Von sedeS UferS Ton erschallet Der lauten Wellen Nachgesisiig. Umschlingt ihr Bardenvollin Ufer Den Melödienreichen Fluß; Luch lohnt vor jede eurer Blumen Der angenehmsten Nymphe Kuß» Gesang des Abgottes- O H^ ES sang des Mstrohms Gott den sächsischen Bardit, Kein tausendstimmig Lied Den Töchtern seiner Fl«h,e Rsj-Ä'«nd Oreadcn In kühlen Waldgestaden: Wie oft von blauer Well' er Sachsens Helden sah Dem treuem Ufer»ah Bald 4Z^ Bold Meißevs Burg, bald TvrgauS Schloß und bald stufThrone« An DreßdenS Ufern wohnen. Wo ihm im weitem Schooß die schnelle Weistri, wallt: Die Ufcrkränze mahlt Italiens Garrenfiur, wo ewige Trophäen Don zwey Augusten stehen. „ Seit ich des Strohmes Sott, Jahrtausende dahinn /, Der Sttöhme Vater hin „ Floß aus eils Urnenguß noch feines StrohmrS Wogen „ Prachtvoller unter Dogen „ DeS masestätschen Brückenbaus so königlich „ AIS wo in Waßern sich „ Die Fürstcnstadt mir Tempel und Pallasi mir mahlet ,> Und Augusts Namen strahlet. „ Der Ströhme Mutter selbst die Donau fleht so groß „ Das goldbehangne Roß, „ Die Thems' und Seine nicht aus ihren breiten Rücke« „ Prachtvöllrs schSNre Brücken. „ Nur mir lacht jedes Thal und jede Fürstenstadt: „ Der Nilstrshm sechsten hat ,, Nicht Schätze mehr, und golde und liederreichec ChLre« „ Kann Tajo selbst nicht hören. Vier- Niertrr Spaziergang Zk 1 lliberzeugt von dem Grundsatz, daß der Weise am wenigsten allein sey, wenn er allein ist, und daß die Gesellschaft der Todten unendlich vor der Gesellschaft der Lebendigen bey jedem Philosophen, auch in den Stunden des Vergnügens den Vorzug verdient, gimg ich mit dem Orakel der Weisen und Thoren, dem unbegreiflichen Loltair in die philosophischen Gegenden des großen Gartens. Nicht in den symmetrischen Gängen die an der Hand der langweiligen zwangvollen Kunst zu einförmigen Perspektiven das Auge mehr ermüden als vergnügen, sondern in den einsammen Pfaden, wo die Natur sich gleich dem aus dem Schlaf erst erwachten Mädchen»«geschmückt und kunstlos gefällt, wo sich der krümmende Gang unter Wachholdersträuchen und Schleenschatten und unter dem dickbelaubrem Gewölbe hundertjähriger Linden und Fichten mit dem stl- berblättigen Pappelbaum vermengt an dem geschwätzigem Ufer des kleinen Baches hinwin- det, wandelte ich halb auf Voltairen, halb und öftrer auf die Natur blickend bey dem Waldgesang einzelner Stttglippm hin. 2. Wie ehrte den Dichter wein Herz, wenn er bescheiden und sich fühlend vor seiner Ma- riamne sagt!„ Welches Mißtrauen müssen m D s mir Z2 E—— mis Pmohl das Gefühl nur allzuschwacher Talente, als die Empfindung unaufhörlicher Krankheiten hervorbringen? in mir, demsswolndre Gabe der Erfindung, als die Geduld durch fortgesetzte Arbeit meiner Fehler zu berzern vcr- (*) Wie verwegen und unverzeilich An mir gegenchetts sein Geschwür Mr-dre heiligsten Wahrheiten, sem Brief an UrMieu, s'küi Gewäsch über die allgemeine Geschichte(5. Kev) seine Religion, der Quaker, seme Beschütt des Gottes Fo, in welcher unm her- liae Geschickte einhüllt, ieme Wrederspruche Üb-r die augebohrnen Ideen und die emgepflan;- te Religion der Natur? Mawickaer, Brramr, Dr'iü, Naturalist und Materialist zugleich, fallt aller Ruhm seines Witzes unter den Naschen der Gottttsläugner herab. 3- Auch der ungeübteste Anfänger in der Ge- sckichte würde nicht Pilpal den lndtannchen Milssovhen anführen, der schon vor zweytau- send dreihundert Jahren schrieb, und nur von Voltairen gelesen werden konnte; SeM^der s«-) Y^t-Ne äeksncs»s- . les c'-LkÄu« äe»es vuv»Les! NrZ- sscs 6- l» l'rLkeöie: Nsi-LMve. die malabarischm Kustm erobert,^Magvras Der dort seine Weisheit schöpft, dre Zahlen die dort erfunden wurden, und deren mr uns noch bedienen, die zodiakalischen Zeichen oie seit undenkuchen Zeiten dorr bekannt warm lauter Erfindungen die den Dichter verrathen, den Philosophen entehren und dm Gftchrcyt- scheeider ernieorigen. Und doch ist Bottaiv in se-nen gesävrlichsten Schriften wenigerblen- deud für geübte Augen, und verführerisch für unwissende Leser, als dre Schaar seiner Mostet, die gleich seinen Vergnügen die Fahne des Unglaubens tragen. Pomponace, Montagne, le Bayer, Bayle, Spmosa, Hsbbes, Shaft tesbury, Boulsinvilliers, MarUet, LollanS, LollinS, Klud, Dolston, Baker sind weniges giftig in ihrem unverstellten Religionshaß, als die unter Schsasshäuten verborgenen Verfasser des türkischen Spions, der perßanischm Briese, der jüdischen Briefe, Ler Briefe vorn Berge, der philosophischen Gedanken, der Natursysteme des Buches vom Geist, und der Philosophen von S.S. Kein Wiederspruch kann auffallender, kein System lächerlicher, und keine Philosophie scheinbarer in ihren Grundsätzen und rasender in ihren Folgen seyn, als die uns die zur voltairischen Fahne Geschwornen, die Lichter der rousamschm Welt ä' Br- xsnz, Diderot, Helvetius, und der paradoxe Bürger von Genf aufdringen wollen- Seit ihrem Prediger der Dultung, der sich selbst den Apostel der Toleranz nennt, haben sich at- D Z le 54— le unreine Pesten des uralten gnostischen Irrthums, der Atheisten, Leisten, Naturalisten, Antitrinitarier- Arraner, Eutichianer, Wi- cklefisten, Spinofisten, metrremnäfiger Machi- nen, Fatalisten und Helvetianer über die ganze Fläche der bewohnten Erde so verbreitet, daß eine allgemeine Gleichgüttigkeir, ein völliger Unglaube und eine unmenschliche Politik, die Stille der Religion, des Gewissens und des Glaubens ersetzen. 4. Umsonst sprecht ihr Leugner, der Welt und euch selbst die Empfindung ab, die jedem menschlichem Wesen von Gort tief in der Seele und leuchte.-d in allen Werken der Natur eingeprägt ist, umsonst die Ammmß unsres Schdpfers ab. Die Liebe zu allem was gut und schön ist, die Liebe und das unwieder- stehliche Verlangen unsrer Erhaltung, die an- gebohrne Neigung zu Allem, was ste befördern kann, der Abscheu gegen alles, was diesen Grundtrieben wiedersieht, das Verlangen nach Liebe, Achtung und Ehre von unsers Gleichen, alles ist uns ein sichrer und allgemeiner Verreiß bey allen Nationen, daß das Gefühl der Gottheit und des unveränderlichen Naturgesetzes das im Herzen spricht, im Kopfe denkt, im Gewißen urtheilt, und in allen Sinnen winkt, angebohren mit unsrer Seele und ihrer Entwicklung, zugleich äußernd sich bey allen Menschen, zu allen Zeiten, und m 5§ sllen Theilen der Erde, bis ans Ende unsrer körperlichen Empfindungen erhält und alle eure Systeme, so stolz sie sind, alle eure Beredsamkeit, so fesselnd sie ist, zerstört und vernichtet. Z. Sollte ich auch die Anbetung und Bewunderung einer halben Welt gemessen, so möchte ich nicht die Allegorie des Deniurges und Demogvrgvn die Voltatr dem Platv im Mund legt, geschrieben haben. Menander, den die Gnostiker in ihrem System anführen, war sein Vorgänger in der schrecklichsten aller Lästerungen der Versehung, und Manes der Prediger der Jrreiigion, so wie Wiklest in seinem Trialog(welchen der beredte Boßwer so schön ir uten Buche seiner Geschichte der Veränderungen widerlegt) und Kollins in seinem Beche von der Freyheit zu denken der Führer, weichem sich Bonair blindlings überläßt, wenn er von dem Willen und Satalismus handelt. Alles ist unzehligemal Niederlegt worden, und nichts als die Blendung einer witzigen Laune und einer Einkleidung der bundefarbigstenEin- büdungskraft haben die Waßerblasen und Seif- kugeln empsrtreiben können, die längst in Nichts gleich dem lächerlichem Glanz und Knall der Raguete verschwunden sind. 6. Nur da, wo kein Religionshaß den um Philosophischen Schwätzer leitet, und keine Au- D 4 tor- ZS— torssucht der geizigen Witzkrämer anspornt, wo ihn weder Unwissenheit verräth, noch die Fiktion dieMMue derWahrheit über dieLügen aushängt, noch Boßheit verunstallten, wo er nur Natur und Empfindung in unverbesserlich schönen Poesien mahlt, und dem Theater den Reichthum seiner Erfindungskraft, die Moral der Regenten, und die Politik der Kabale mit dem Nervenvollem Ausdruck vereinigt, ausstellt, wo er die Rolle, zu der ihn die Natur schif, die Rolle zu rühren und belustigen spielt, nur da geh ich gerne auf dem blumenreichem Pfade, wo ihn Phantasie und Laune Hinführen. Mit ihm gieng ich in den kleineren Garten der bunten Blumen, wo die Kunst und die Wissenschaft die entfernsten Gewächse beyder Hemisphären unter künstlichen Glashimmeln vev einigt, sah den tausendfarbmn Reichthum der lieblichen Kinder Florens, and das bunte G.'- schlecht der spätblühcnden Astern. 7. Liebsten Kinder der Natur Mahler unsrer Gartenflur Wie verschöflert ihr die Welt! Schöner ist der Himmel nicht Als daS bunte Angesicht Dieser Dlumenwelt! Gelbst der Fris Dogen mahlt Wenn er in dem Meere strahlt Tausendfarbne Wellen nicht Nicht so schön als jenes Dret 5? Das der Blätter Grün erhöht Der Tulpimen Angesicht- Du der Blumenkönigm Ilsse, Freudengcberin! Deine Unschuldssarbe gleicht Jekiem süssem Balsamduft Der mit Lilien durch die Luft Sich auS Dichterlipxen schleicht- So wie deine Dangen glühn Muß der Jugend Unschuld blühn: Tugend und der Weisheit voll, Wie das süße Veilchen dort, Stil!, bescheiden an dem Ort Der erschuf auch sterben soll. 8. Dr blühte der schöne Granatbrum mit der der hochwthm vollen Blüthe, die der Lobe« lis Kardmalssarve und dem brennenden Geranks selbst nicht den Vorzug gab. Da reifte die ruiktengelbe Melongrla, und die dunkelgrüne Ananas, die ihre delikate Frucht unter dem Blatte versteckt. Das ganze bunte Geschlecht feuerfarbner Goldblumen, die affrika- nische sammtne emporragende Prahlerin, die geruchlose Ballamine, und die buschichte vielfarbige Aster flochten die Blumentapete über das niedliche GärtHen. Hin und wieder schlangelte sich das brennende Nasturtium mit dem hellgrünem seidnem Blatte an dem dunklem Taxus, oder der orientalischen Taka hinauf. Nur das sanfte geruchmche Veilchen D Z ver- 5Z verbarg sich bescheiden unter das tiefste Gras, und verrieth sein Daseyn nur durch Wohlthat und holden balsamischen Geruch, der aus dem hüllendem Mooß hervorstieg, und die Philosophie zum Freund bescheidner und wahrer Verdienste machte. 9- Gehr das Veilchen in dem Thals Wenn zum lehtenmale TelluS fich mit Blumen Lecks! Wie es den Gelinden Wohlgeruch in Gründen Unter Blatter hinversteckt! Bild der Veilchen/ sanfte Schönen Uns zur Ehrfurcht zu gewöhnen Hüller eure Reize ein! Demuth zu verehren, Euren Werth zu mehren Laßt der Klugheit Sorge seyn! lO, Sie die Führen» der Philosophen führte such mich vom Anblick ihrer Geschmeide zu den größer» Gegenständen ihrer Werke zu dem rauschenden Wafferfall, mo sich die Seele mit großen Ideen füllte, und versenkt in das Erstaunen über sich selbst, alles was die allmächtige Hand aufgestellt und geschaffen §9 Reich hat, bewunderte- und in stilles Entzücken und Dankbegierde ausbrach. n. Schöner erschien die Natur in ihrem kunstlosen Nachtgewaud das ganz ihre Schönheiten enthüllte, wo sie das Auge zu ertragen Vermochte, bald aber auch da sich verdeckte, wo die Grenzen der Geisterwelt anheben. Schöner war mir der Anblick der regellosen Weldgrouppe, die von keiner Scheere zum unnatürlichen Fächer gedrängt, oder zur unbe- deuteuden Pyramide gespitzt, zum gigantischen Koloß, oder marmornen Centaur gemeistert ward. Das Auge bewunderte bey dem künstlichem Marmorbiock den Fleiß und die Richtigkeit der Lsnroure, aber das Herz blieb kalt. Das erste ermüdete aber das leztere, fand nur in den Wildnissen des weiten und schönen Gartens jenes erhabne, das unersättliche Blicke fordert, Md den Philosophen Stoff zum denken, so wie dem Dichter Empfindung und Farben, Original und Kopien giebt. Bey der Kunst geht das Herz vorbey, bey der Natur verweilt es, und schöpft den unermeßlichen Strotzm-er Ideen und Kennt- mße. Reich«n Bildern und Gedanke« Ist das Buch Natur: Grenzenlos und ohne Schranke» Lrd' und Himmels stur. Senke deine Augen nieder Auf die Wiesenflur! Schöner als der Weisen Lieder Mahlet die Natur- Wie der Ssnncnblick Vergnüge!» Durch den Himmel strahlt; Mumen die im Thale liegen Himmelblau bemahlt Lo erleuchte früh ihr Auge Jedes Weisen Herz' Und in jede Seele hauche Frblichksit und Scherz! Mit dem Zchor deiner Aofe« Mahls unsern Mund! Nur der Tugend liebzuksserr Oeffns sich der Mund l Wie deS vollen MondsS Strahle« Leuchte du uns vor, Heilig dich Ramr zu mahlen In der Tugend Chor Sr 12. Grabet in die jungen Seele» Varer eure Weisheit ein! Stets und ewig fl- zu wähle» Soll der Jugend Eifer seyn/ Den in euren spätern Tage» Kann euch nichts als fle erstem^ Und des Lebens ohne Plagen Frohes Angedenken seyn. Sammlet in den gol-nen Zeit«» In der Jugend SonnerssHeM W» euch treue Hände leiten Liebsten Kindes. Schatze ein,. Süß und Sanft ist ihtt Breite Schon der Wissenschaften Bah», Jedes Glück zu euch zu leiten Führet fle euch Himmel an» Mädchen euren schönen Seelen Die der Tugend heilig seyn. Laßt die Edelsten zu wählen Such der Täter Einsicht leihn; Ohne jener Wcisheits Strahlen Die in eurem Auge erfreun, Kind die Farben die euch mahlen Nur ein Wesenloser Schein. In den Sommer eurer Jahre W» ihr küijst'ge Welten zieht, W» Wo in reiferem Erfahren Freude für die Nachwelt blüht: Mütter! ladet eure Kinder In dem Spiel der Weisheit ein Laßt im Scherze sie geschwinder eurer Unschuld Muster seyn! Fünfter pazie rgana HE. Eines Sonntags kamen vier völlig fremde Reisegesellschaster zusammen, und unternahmen eine Ausfahrt nach den angenehmen Gegenden von syackerbarthsruhe. Eine Dame, welche mit dem Ansteller der Lustreise in einem Hause wohnte, und zwey Autoren, die sich vorher niemals gesehn hatten, nahmen einen vier- fitzigen Wagen ein, und begaben sich einem ankommenden Freund entgegen. Die Vertraulichkeit und das Vergnügen des Tages verband das Ouatro bald zu muntern Gesprächen, und zu Erzehlung lustiger Geschichten. Der Weg war zurückgelegt ehe mans glaubte, der Garten lieh seine verwelkten Alleen zu angenehmen Spaziergängen, in welchen noch die späte Herbstsonne ihre angenehme Wärme aushauchte, und ein freundschaftlicher Kaffee eröffnete ein eben so wichtiges als unterhaltendes Ge'präch. Einer der Autoren, welcher sein Glück schon in einigen Proben versucht hatte, ermunterte den andern nicht anders- als auf Subseription seine künftigen Werke drucken zu lassen. Er stellte ihm außer dem geringem Werth der gewöhnlichen Aceorde, den ohnweit größer» und sicheren Gewinnst vor, welcher theils seine eignen Uibmetzun- gen belohrrt, theils die Gelehrtenrepublik begleitet, theils der Weg der besten französische!! Werke gebahnt hatte: er rieth ihm zuvor nue die Zahl der Subseribentm zu berechnen, nach E die- L6 dieser erst den Druck anzufangen, und denn den Uiberrest Kommißionswer,e rn den bekanntesten Handlungen zu vertheilen. Leander, welcher bisher mit einer mäßgm und ettttge- mal unwürdigen Bezahlung zufrieden geweW war, konnte sich um so weniger darzu entschliefen, je mehr ihm Beyspiele verunglückter oder mit Schaden begleiteten Unternehmungen bekannt waren. Theils sind viele Liebhaber oes Subseriptionsplans durch die unerfüllte groß- Mechende Versicherung des Autors h-merMl- gen, und dadurch den Weg zu.^nem bttndeM «l'-edir erschwert worden, theils haben selbst die grösten Handlungen so wenig Vortheil dabey gefunden, daß sie nicht angestanden haben würden diese Bahn selbst zu betreten, wenn sie die vortheilhafteste und sicherste wäre. Uiber- dem ist zwar keine leichtere Art allgemeiner und geschwinder bekannt, aber auch zugleich stärker» und gefährlichern Unfällen des N ldS Breiß gegeben zu werden, als erne Ankundl aung, die, wenn sie dem Versprechen oder auch nur der Erwartung nicht gleich kommt einen unauslöschlichen Eindruck wider den allgemein« bekanntgewordnen Kamen des Verfassers M , c-cklrkt. Ohne sich zu nennen bewirkt eine -'lnkündigung wenig Aufmerksamkeit', sobalo die Kritik ihre völlige Freyheit nach der Bekanntmachung des Namens erlangt hat, steyr der Autor m Gefahr sich dem unbezcheldneW Urtheil jedes ungewaschenen Mundes auszw- -n, und die Bitterkeiten der Rettn,euren, ihren Unglimpf, ihre Demüthigung, den Verfall seines Werkes und seines Kredits, die Verfolgung der Handlungen und allen Haß ded Kabale ohne Schutz und Schild auszustehen. Und diesen Streich.des Unglücks, welcher auch die Archonten und Aldermanner selbst betroffen hat, bedarf es nur einmal um einen Autor nicht allein sein Glück in einem Lande, sondkm an jedem Obre, wo sein Unglück bekannt worden lst, zu vernichten. Ist das Werk klein, so Engt es weder Ehre noch Nutzen, es geht bald in Vergessenheit über; ist e's groß, so wagt der Verfasser einen desto größer» Verlust im Fall eö keinen Abgang hat, und Miltons Werke selbst hatten anfangs keinen Käufer:(*) ist es von gemeinem Schlage, so thut es dem Verfasser Schaden; ist eS von vorzüglichem Werthe, so entgeht ihm der Vortheil durch den mrverhinderiichm NrchL druck des Werkes. Uiber diesen Gesprächen, welche Leandern fester als zuvor in seinem Vorsatz niemals unter seinen Namen und auf Unterschrift drücken zu lassen bestärkten, hatte sich der Abend genähert. Der Tag war in dem freundlichem Lichte des Vollmonds verschmolzen, und die Rückfahrt ward um desto angenehmer, da sich die Gesellschaft mit einigen Gläsern stärkenden E 2 Wei- L*) Thomson gab nur Suittee» für das Parlidise»lost, welches ihm Md seinen Erben Tonnen Goldes emrmge 68«°— Weines versehen hatte« Das Gespräch fiel auf die Verführung der Unschuld. Jeder wußte eine tragische Geschichte, welche mchd das Glück allein, sondern oft auch das Leben der Verführten geendigt hatte.' Jeder sah nntbe- schämiem Blick auf sein Innres, wie oft er dem Unglück der Verderbe- einer Seele, der Satan eines unschuldigen Herzens zu seyn m Gefahr gestanden hatte. Leander seufzte tces und nähme nur durch stille Aufmerksamkeit am Gespräche Theil: aber sein Herz war vo»l von Affekt- An die Wsltfteundinneru Die ihr die Freuden froher Welk Und nichr die Andacht liebt Laßt Mädchen wo eS euch gefällt Wo flch da» schwache Herz ergiebt. xaßk in dem offnem Kriegerfcld zm Taumel flch die Wollust drehe; Iu der die frohe Unschuld flch gesellt Die fromme Tugcndliebe stehe. Für euch ist nicht die UnschuldSwelt Don, hcilger engrlschaar bewacht Nicht das zur Pflicht die Treu gesellt DcS Philosophen Glück gemacht. Mir Wollustnehen wickelt euch DaS glanzcrfüllke Laster ein, Loch bald erwacht dcS VorwursS Plage Der Wurm der euer Herz benagt, Und niemals stirbt; der Schwermuth Klag Die jeden eurer Nerven plagt, Die Krankheit foltert eure Tage Und lohnet euch mit Unverstand. 69 Die Wollust predigt die Geschichte De§ Lasters daS mit ehrnsr Hand Mit Tvdtenbla'ß' auf eur Gesichte Der Martern lange Folgen schrieb. Verachtung folget dem Gerichte DaS lebend euch mit Spott geplagt, Ihr seyd des FrevlerS Hohngedichte Und sterbt verachtet und verzagt. Welche schreckliche Scene es seyn muß am Rande des Lebens auf alle die unglücklichen Opfer der Bosheit zurückzusehn, ihre Verwünschung und Fluch durch das Leben und das Andenken der Lasterthaten noch nach demselben tragen zu müssen; und dieß alles nicht um eines wahren Vergnügens, nicht um irgend eines fröhlichen Genußes willen, sondern blos um des Vergnügens des Satans willen, welcher am Verderben seinen Trost, an dem Fall des Gerechten, und am gleichem Elend, als das seinige eine Entschädigung findet. Leander konnte seinen Abscheu gegen so verächtliche Geschöpfe, als die Verführer der Unschuld find, nicht bergen. Er mahlte ihren Karakter abscheulich, er brach in eine fürchterliche Prophezeyhung ihres Unglücks aus, er bestätigte mit den schrecklichsten Beyspielen den Eindruck, den cr schon gemacht zu haben glaubte. Man fuhr eben durch einen Wald^, wo das hole Rauschen der Wipfel, Einsamer und Mondenlicht Sey melancholischen Er- Mungen furchtbarer zu werden schienen. Gc- Es schick- schichte des wüthenden Heeres kamen auf; man wollte den Ursprung davon wissen, und da Leander eben den Lag zuvor den Ursprung des wüthenden Heers rn drey Balladen entworfen hatte, so glaubte er die Erwartung der Gesellschaft zu erfüllen, wenn er sie ihnen frzähite, und die Gegenstände, und Zeit ersetzten, was an Schdnheir-er Dichtung vielleicht noch fehlen konnte: Armin und Adelheft, pder Per Ursprung des wüthenden Heerß. Erste Ballade. In Iothunheim, der ersten Welt Am Hollafluß Lebt unbesiegt, des Nordens Help ArrnimuS, Kein Ritter war, daS ist gewiß So rugendreich Noch wer auf ihn im Kampfe stieß Am Adel gleich. Roch Ritters Brauch, zog er im streit Wo Streit nur war, Kein Abemheuer war weit und breit Das er fürwahr Nicht gleich bestand- In Lanz und Schwer» Und im Lpurnier Glich unterm Mond dem Mann und Pferd Kein Ritter schier! Aur in der Gchaar der Fräulein war Miß Adelhsit D« Schönheit Preiß, der Flecken haar Auch weit und breit Die edelste der Ritterschaar An Tugend reich Mit»oller Brust, mit blondem HE Arminen gleich. Ihr Auge war wie Himmelsblau Im Quelle strahlt Die Wange schön, wie aus der Au° Der Lenz sich mahlt^ Der Küße Thron, ihr Mund verhieß Den Minnesang Und wenn sie sang, so warS so süß Als Mtenklang. Sie übergab den Winden ihr -Aeringelt Haar, Wenn sie im Tanz der Mädchen Zier Am Altar war, Der Freye Dienst zu Sang und Tanz Im hcilgcn Hayn Wer sie geweyht, im Monden Glanz Bereit zu seyn. Sie sah einmal als in der Nacht Am Wiesenbach Armin entschlief der vor der Schlacht Am User lag Sie glaubte nur der Träume Heer Der Elfen Schaar Zu sehn, als schon von Seufzern schwe Das Herzgen war. Der freye Glut stieg Adelhcit Im Busen auf >-? Und dehne» schon weit und breit Die Schnürbrust auf. Ihr Auge schwamm in süßem Schmerz Der Thränen voll Schon war euch traun! das kleine Herz Der Liebs voll. Sie seufzte laut, daß in dem Wald Der Wisderschall Erwacht und schnei! Armin alsbald Am Waßerfall Davon erwacht; Sr fleht und schon Umfaßt er sie, Und über Stock und Stein davon Entführt er sie. Zwote Ballade. Der Freya Tanz, der Hertha Dienst Blieb unvcrricht Man glaubte schon daß ihr Verdienst Sie zum Gericht Im, Göttersaal erhoben hakt' Denn damals fand Die Götterfchaft gar leichrich. statt In WodanS Land. Die Gottheit ward im Wathenseld Such bald zu Theil Die Ritterschaft gab jedem Held Im Vallhall Theil hioch leichter gierig in Götterzelt Die Schönheit ein Mir tragen noch in unsrer Welt Die Mädchen nein. 7S Indem.amn schon die Unterwelt Der Adelheit Den Tempel bapcr, entfernt der Held In kurzer Zeit Eich übers Meer/ wo Adelheit Der Freyn Möcht. Nicht Best« mehr im Minnestreit Und Herthas lacht. Die Insel war wie Gimmle schön Die Liebe nur« Sang in dem Thal, lacht von den Höhn Der Mayenflur, DaS war euch traun, ein Lustgefild! SiingS um flc her Rings zitterte daS goldne Bild Der Sonn' im Meer. ES mahlte fleh im Silberqueil Des Himmels Blau, Die reinste Milch floß Spiezclhell Durch Wald und Au, Der HSnig quoll im Myrthenhayir Bom Baum herab, Vorn Hügel sprang Lhamxagnerwci'n Durchs Thal herab. ES sah auch da gar stattlich aus Von purem Gold Stand Lag und Nacht ein großes Haus Vor aller Welk Sperrangelweit, gar lustig da Und stets gedeckt Dar euch der Tisch: Was man nur sah Die Freude erweckt. 74 DsA Wunder war daS Feenschloß Wies Mode war Denn wie man sagt, so bauten es Der Äsen Schaar Der die auch selbst: Gore sey mir uns Der Teufel weicht Denn wer aus Mimers Brunnen trank Dem war das leicht. Es kamen euch auf jedem Win? SHoklad und Thee Don selbsten her, auch zogen stink Punsch und Kaffee, kiqueurs und Wein euch immer nach Im Feld und Wald; To Harsenwn den Gwanz und Bach Im Echo schallt. Dritte Ballade. Ihr glaubet wohl, daß beyden d« ES wohlgestel Als ach l gar bald, harr waS geschah l Die Freude fiel Sie lebcten auf ih^er Burg Nur allzubald Den Manenmond in Scherz hindurch Als Armin bald. Dom süffem Wein und Zuckerbrod Im GLkterland So bleich und blaß und wie ein Tod Zum Schatten schwand: Ach! da verließ er Adelheid Und Lieb und Wein And floh- schnell ach! allzuweit Don ihrem SHreyn. 7S pnd von dem zaubervollsm Ort Ans Meeres Porr, Sin Schiffspatron»ahm ihm am Port Und schift ihn fort, Und Adelhcir stand hülflos da, Und weint und sah Arminens Flucht: So stände h«! Einst Dido da! Als fle die Flucht nach Ithak« ü Von Trofa her AeNecnS sah, und ivaS geschah Nicht hindert mehr: Zerriß das Haar und weinte sich Die Wqngx bleich: Und wand die Hände jämmerlich Der Sapho gleich. Ihr Lenz verblüht, ihr weiches Herz Don Wuth verirrt Zerriß im jammervollem Schmerz Sie wird verwirre, Dcrzweiflungsvvll ruft sie Armin! Voll Wuth und irrt Durch Feld und Wald, daß noch Armin Ums Echo schwirrt. Sie stürzt de-Z NachrS durch tiefen Haun Voll Wuth dahin Die Lanz in Arm, Mit Schreck u, Schrey» Und ruft Armin! Sekt dem fährt»och im Slchcnwakd Ein wüthend Heer Zm Rausche» durch, von ferne schallt Veileda her! Und Und da noch einst der Barden Chor Im hkilgem Hayn Zum Opfer zog, rauscht ihrem, Ohr Welledas Schreyn Armin I Armin! der Wald erklgng Ein tobend Heer Und Zehn treibend Feuer sprang Tom Fels daher. Ss starb auch einst im Schäferthal Das Himmelskind D-iS Eifersucht und LiebeSquaal« Und noch verschwind Der Echo Stimm' im Wiederhast Und sterbend schwach Seufzt Echo nach am Wasserfall Sich Echo nach. Sechster S p a z i e r g a n g. Garten Zu Fp. Oonlkerer äänz I'obsLurits 8S8 loiürs ä i'etuäe, ä I'Lmitle ia VK Voila les iours 6i§ns ä'cnviL; Ltre cireri VMt misux qu'etre VWte,- 7S -Z -Äl-oher süße Liebchen? Gab der Grazien Lächeln Wie das Lächeln Acrheks Hinter Wolkenflor Auch der Flora Düsen Such ein Engel ein? Gchallr aus Giminlcö Höhen Engels Harmonie Die im Flktcnton Sie in Paphoöhaynen Den Dryaden und den Sanften Nymphen fingt? Schön wie LillaS Her, Sanft wie ihres kleinen LlluiideS Lächeln ist, Süß wie ihre Küße Wie der Nektar, den dik Hohen Götter trinken, Zärtlich wie dcS Atys Maygesang seyd ihr! Lilla- O Königsstadt Lee Auguste, Liebling der Natur und Sammelplatz der Künste und des Vergnügens, wie umblüht ist der königliche Kranz deiner Gärten- wie umarmt ein Meisterstück der Kunst das andere, und wie reizend verflechten sich Abwechslung und Man« nigfaltlgkett, Witz und Geschmack, Schönheit Und Pracht, Liebe und Güte deiner Einwohner! Von allen Seiten öffnen sich ihre einladen- Lende Thore zu vergnügeMethenden Alleem Rings umher sind die friedlichen Wälle mir Floretts Gewände und den angenehmen Scharren vertraulicher Linden nicht mehr mit Bel- wnens eisernem Donner und Schrecken bekrönt. Garten an Garten macht aus deinem Umfang ein Labyrinth von Vergnügen, das vor Fremde und Einwohner offen, keinen ohne seine Sinne angenehm gerührt, ohne seine Augen erfreut, ohne in feinen Geist Erholung und in sein Herz Empfindung der Dankbarkeit geßdßt zu haben, herausläse» Es hatte kaum aufgehört zu regnen, als der farbige Bogen des Himmels in der dunkelblauen majestätischen Feme Friede der Erde verkündigte, und von ihrem Schooße ein allgemein erfreuender Wohlgeruch ausgimg, der zur Erholung den steistgen Städter am Rande des Tages hervorrief. Eine Perlensaat msr über die Wiesenüuren verstreut, und an allen Wipfeln der Bäume zitterte noch der bunte Schmels der erquickenden Regens. Smst vom Himmel sank sich Frühiingsregen nieder, Kiißc verwaiste Erde dich Jedes HräScheil wieder. Mahlet dir dein sammmcS Kleid Mit den PrNenwog««, Apanner„m den Himmc! ireik Keinen Fardenbogen. Nach dem sanftem Himmklskuß Steigt aus den Naturen Maygesang und Feeudengruk Nach den Himmelsfluren. Freude lacht vom Berge her Freud' in jedem Theile, Wandelt auf dem stillem Meer Und in GimmleS Saale. Ströme im majestatschem Fluß Sonnenheller wieder, Ruft des Titans neuem Kuß Flora' und Zephyrn wieder. Die Pracht des schönsten und am reizendstem angelegten Gartens, lud mich zu der Rie- sengrvuppe Neptunens, dem der mächtige Dreyzack noch vom Regen träufelte, und um ihn herum schienen die Nereiden und Tritonen noch zu baden. Seine Eeepierde schienen erue neue Fluth zu hoffen, und auf d e Neigung seines Dreyzacks zu warten, um seinen glänzenden Muschelwagen m das Reich derWrn- d? und der Wellen zu tragen. AIS die erste Welt begann Und des LöluS Götterkuß TelluS-jugendlichen GchooZ In Arkadien liebgewann; Wählte Zevs im Wolkenschovß Sich den hohen Sichenstamm Pallas sah des OelbaumS Feucht Gott Neptun daS murhge Roß Herkules den Pappelbaum, Pan der Hupenden Frucht. Nur Apollo flocht umS Haar Immergrünes Lorberreiß, Dlüthenvoil nach tausend Iahe Trarr er in den Mtterkreiß. Wo gen Himmel Ledern blühn KokuS und gekrönte AnanaS Unter Zimmetwäldern stehn, Wählte sich im hohem GraS VenuS amorar'sche Myrhen Rosen und AdoniSblumen, Wo bey Lunens Silberschcin Ihren Mädchen all- Hirten Schwuren ewig treu zu seyn. Bald erwählten sich die Streiter AuS der edlern Thiere Schaarsn Bilder, Namen, Waffen, Kleider, Die der Tapfern Beute waren. So erwählte sich den Adler RomuluS der Römer Held Den zum König Jupiter AuS Gott Marsens Lenden wählt, Belgia und Nordens Land Sich den Goldbemähmen Löwen, Juno ihren prä'cht'gen Pfau Mit des Argus Augen, Leres ihre Drachen Lybele die Tiger Venus ihre Tauben Pallas grau- Sulen Wodan seinen Adler Areya bumgefleckre Tiger WavorZ und Bellona Wittekind und Albion Gleich dem Gorr der Meers Wählten sich daS heil'ge Rsß. Hätte ich einen Grrtcn zu wählen; ss würde es ein Ort seyn, denn die Natur mir grossen und weltumspannenden Ansuchten auf See und Land zugleich versehen hätte, ein Ort wo viel Wasser, Durchschnitte, und Kanäle, Brücken und Gondeln erlaubte, wo eine Menge wildgewachsner Bäume ihre dichtbelaubten Wipfel zu Sonnenschirmen, und ihren Moos- sitz zum Scharrenplatz darböthen. Dort würden nicht Sandgänge noch weitgezogne Alleen einen unnützen Aufwand erfordern, und das Auge ermüden. Spazierfarrhen auf dem Wasser, im Schatten hoher Ufer unter gemahlten Brücken, an perspektivischen Wänden hrn würden, der Hitze des Sommers wehren, und ihre an- muthigen Krümmungen unter wölbenden Bäumen würden immer neue Aussichten gewähren. Hin und wieder würde auf einem uralten Stamme der seine vor Alter gekrümmten Aeste unterwärts mit der Erde vermählte, ein hoher Sitz angebracht seyn, der eine freyere Aussieht über die medrigen Büsche darböthe: oder seine Aeste zögen sich zum Obdach zusammen, und liessen dre Seiten des Gewölbes frey stehen. Bald auch würden Sitze auf schönen Brücken eingebracht seyn, und ihr Geländer mit V'u- mentbpfen geschmückt, die Lust Mit Gerüchen erfüllen, und das Wasser mit ihren angenehmen Scharren bedecken. Die Erde würde sich F 2 hm 84 hin und wieder in Höhlungen, Grotten und Becken eröffnen, und ihren Schooß zu unaufhörlichen Veränderungen darbiethen. Die fetten blumichten Graßweyden, in welchen hin und wieder Sträucher und BLumchen hervorragten- auf welchen Lämmer,und junge Ziegen durcheinander weideten, wurden nur angenehmer seyn, als symmetrische Blumenstücke, oder mit rerbrochnemPorcellane, Schlackenundzer- sloffnen Ziegeln ausgeschüttete Luststückem Kleine Kanäle mit Goldfischgen würden meme na- Lürlichen Terraßen durchschneiden und»hre Ufer erfrischen- Mayenlied. Singt den Len; ihr Sänger AnS deS Tannenwäldchenö Nacht Singt ihr Fr-ud-nsängcr! Singr LeS Mayen Pracht! Wie in lauen Regen Eich die Frühlingssonne mahlt! Wie in PerlcnbSgen Schön die Mayssur strahlt! Auf der Diese prangen Feucrrvth und Himmclbau W-ie der Flora Wangen Tausendschön in, Thau; Um der Dirken Haare Ton den Blüthendüften schwer Fliegen junge Schaaren Bienenschwärme her. Schreibt 85 Schreibt im Rosenbusen Eurer Mädchen Namen ei» Auf der Schönen Busen Wird fle Amor strcun- Küßr wenn Morgenröthe Die mnblühren Gärten weckt, Küßt wenn Abendfiöte Nacht und Liebe weckt>. Denn des Lenzen Freude Schwellt den Pulsschlag der Natur Singt und tanzet heute Auf der Mayenflur! Jedes Jahres Frühling Bleibt der TclluS Schooße treu Unsres Lebens Frühling Wird unS niemals neu. So oft ich einen Garten von der Größe dessen, in welchem ich gieng, mft Vergnügen und Verwunderung betrachte; so oft beklage ich daS Schicksal der sich selbst überlästrgen und verzehrenden Größe, die kaum im Entstehe» dem kurzem Besitzer geschmeichelt hat, den Fleiß und den Auswand von Hunderttausen- deu gekostet, wenig gcnutzet, und nur den geschwinden Eckel seineö Besitzers genährt, ih» selbst vielleicht mit Sorgen und Sünden erfüllt hat, und nun in dem traurigen Ruinen nur das Denkmal der Hinfälligkeit alles dessen, was groß und schön in der Welt ist, an sich trägt. Statt des verschwendeten aufgehäuften Wunderbaues, dessen Boden ganz mit Gold und Thränen besät zu seyn scheint, statt des- F 3 lm 86 Tor sen hätten viel arme Dörfer zu Freystäten-es Giüäö und zu Ruheplätzen des Dergnugens gemacht werden können, dre viellelür dadurch m Elend und Armuth versunken. Stttr des nun veraeßmn Erbauers unrühmlichen Slawen tonnte lein Andenken m den Herzen der Nacbkow- wen geehrt, und sein Namen ein tausendfacher Sergen im Lande geworden seyn. So könnte der gehaßte Kritiker, der dre Schatze seiner Wissew'chsstm an gehäßize Arbeiten verschwendet, der von Mm gefürchtet, von Niemand selb«, denen er schmeichelt geliebt wird, mit gemM-cr Mühe ein wascndfschres Vergnügen verschaffen, statt daß seine Saty- rcn erbittern ohne zu bcßcrn, die Genies zurückhatten, die Stolzen ungebeffcrt, d-e Archlo- sm unbelchrt, und nur den kleinen ncidr,chcn Skelett das Vergnügen lassen in dem Felde der Bosheit, und der Satyre riwherzuwandeln, und den Bäumen ihre Früchte, den Zweigen ihre Blüthen, Leu Blumen ihre Kronen, und sedcm Verdienst so viel zu entreißen, als sie können, uW ihr eignes Unvcrdienst zu verdecken, und fich m ihrem Mangel Mt dem Troste der Elenden zu trösten. O Dirken meine- Volks In heiligen Druiden Gitz Entehret nicht den Kran,, Entehrt nicht euren Witz. 87 Bor Augen niedren Volks Richt unsre Harmonie Denkt daß ihr Dichter seyd, Such weyht die Poesie Zum Ruhm der Nachwelt ein Aus euch siehe unsre Welt Nichts kann euch ruhmvoll seyn Was Herz und Witz enesiellr. Zuerst verdien» das Herz DaS zweyte Lob der Witz, Denn bald und fürchterlich Verschwind der schnelle Blitz. Der jedermann verletzt und eure Blöße zeigt Satyrcn flnd'kein Ruhm Der nur vom Herzen steigt. Und bald zum Herzen dringt Such selbst unsterblich macht Sich zum Olympus schwingt Und niedern Witz veracht. F» Seyd Seyd groß durch euer Herz Und groß durch Harmonie Au hoch für niedern Scherz kuch krönt die Poefle- F 5 Siebenter Spaziergang. Philojophenreise son Dresden nach Pirna. 8yn§L!E; lorr-^ne 1- jour csl«MsN-s L I'embellir^us^n'L 1a 6n: xarcions tousours uns efpskLnce ponr 1'oppoler LU noir c^Lxrin, xonr!ss rsvsrz un front fsrein xour I'inItAit uns^ouiÜLnco nn cleilr pour III löNlfomätN. ä I'inLmet laiüon; nous moner fgvonL licureux Lns railonnor L'elc LÜer xws!oir^'Lpicure. ^»rsrFerr. x. 9Z. Än einem stille und wolkenlose Herbstsok« tag zog Anaxagoras der mildem Zunamen der Geist genennt ward, mir einem der sich seinen Freund nannte in die von ihm noch unbesuch- ten Felsengänge des plauischen Grundes. Seine Absicht, war nicht, das so oft vergebens er- seuszte Gold, das in so manchem tauben Felsen von Kennern und Unkenmrn verholte Mark ihres leeren Knochengerippes zu suchen, nicht durch Schätze reich, undsdurch Entdeckungen groß zu werden r sein Wunsch war, die Natur in ihren reichsten Scenen zu sehen, ihre mannichsaltige Pracht zu bewundern, ihren Schöpfer darum noch mehr zu lieben, und aus dem Resultat seiner Betrachtung Weisheit zu lernen, und Tugend zu üben. Zu ihm harre sich ein junger Arzt gesellt, der schon oft diese für ihn goldreiche Pfade einsam durchwandert hatte, und noch den Stein der Weisen suchte. Beyde wandelten aus verschiedenen Absichten, aber beyde vereinigte» sich da, wo die Natur in aller ihrer Majestät erschien, wo sie neben den steilen gethürmten Klippen den schäumenden Wsfferfall hinstürzte, wo sie den sanftrauschenden Bach, durch die Anwuchs« vollen Gründe im Schatten junger Fruchtbäu- me unter plappernde Mühlen hinzog, wo fle die Fclsenwand hier und da mit dem Andenken der forschenden Wünschelruthe bezeichnet hatte, wo das tausendjährige Gewand der Zeit yr""— Zeit Exhm und Mors um das kahle graslose Haupt gigantischer Berge gehangen harre, ihr Herz der Ehrfurcht, ihr Auge der stillen und riefen Bewunderung zu öffnen. 2. Lange zogen beyde unersättlich an Ausffch- rrn und Gedanken, die sie gebohren, meiien- wttt an dem kleinem Bergwaffer im Schatten seiner wölbenden Sträucher fort, bis sie Ermüdung und Schönheit eines kleinen Sammt- hügrls zum Sitz und Ruhe einluden. Da versetzte sich der Geist schnell durch Hilfe der Phantasie in jenes wiesenreiche Schwiezerthal, wo die alte germanische Freyheit hinter umr- Anglichen Steinwällen geflüchtet, Tyrannen und Betrügern, Ehre und Reichthum trotzt, reich an Unschuld und Muth, reich an Stärke und Seegen, des Landes keine andere Freude, als dir schuldlose Freude der Natur, der älrerlichen und kindlichen Zärtlichkeit, der ehelichen und brüderlichen Freundschaft kennt. Da schien es ihm, als ob die gütigere Natur ihren freundlichen Vorhang auch um diese ihre glücklichen Kinder vor den tcugvollcn Städter gezogen hätte, der oft auch da seinen kindischen Flitterkram von Mode und Thorheit nach sich zieht, auch da noch die an Tugrndgefühl und Unschuldreichere Armuth zu beschämen gedenkt, und noch das, was seinem Laster auf immer verschwunden, und unerreichbar ist, die Ländliche, ach! so seltene Unschuld heimlich 93 beneidet, und dann mißvergnügt, und seines Verbrechens bewußt wieder in den Schander- fültten Pallast zurückkehret. Noch war der Sitz vorhanden, wo ehemais Teutoniens Dru» den ihren mystischen Tanz hielten, wo der Geist der Freyheit über sein offnes Land Wegschau-- re, und noch nicht Dreßdens Thürme unter ihren Ruinen hervorblicken sah. ?- Dann erstiegen beyde das unter Hangenden Schatten verborgene Dörfchen, von krummen Wegen umrungen, und von fruchtvollen Bäumen bedeckt, und verlangten eine Erguickung ihres Durstes. Da brachte eine gutwillige ? Dorfnymphe mit flachszelbem Haar eine gehäufte Schüssel voll des besten Obstes, und verlangte einen niedrigen Preist für das, was die Städter um dreyfachen Gewinst nicht gegeben hätten.. Wie kannst du gutes Mädchen so viel um so geringen Preist geben?„Ach! das arme Geschöpf glaubte, höhnte ihren Geitz, lief und brachte noch mehr ihrer Vorräthe, und sprach:„ Bester hab ichs nicht,, Gutwilligkeit und lächelnde Einfalt mahlte sich in jedem ihrer Züge. Sittsamkeit und das erste Morgenroth, mit welchem die Natur ihren Günstling und Bild gemacht hatte, daS liebliche Roth der ersten Unfchuldswelt lachte noch auf ihrer schamhaften Wange, als sie dem Mädchen ein Geldstück schenkten und davongiengen. Ach! auch da mochte ein heimlicher Gedanke des Betrugs 94 truas aufsteigen, auch dr mochte das gol-vee- drstmte Kleid den hinterlistigen Städter vermuthen und Gefahr besorgen lauen. Das Mädchen lief in Laö HauS ihrer Mutter uno schickte den verlangten Ueberrest des Geldes zurück. Die Reisenden aber nahmen ihn mehr,, und zogen vergnügt davon, vielleicht eine unbezahlte Schuld eines Städters, dmUmchuls und Gutmüthigkeit nicht gerührt hatten, vergütet zu haben. 4- Und als sie zurückkehrten, erblickten sie tzm naungm AnbliÄ, dtv daö UngluÄ dev vorigen Tages in einer von selbst emzundekm Puivermühle verursacht hatte. Die Werke waren vorn allzustarken Reiben entzündet worden, das Feuer hatte das Pulver ergMen, und die sprengende Gewalt von beyden, hatte Mühle, Gebäude, Mauren, und Thurm Mich Windstoppeln auseinander geworfen. Da lasen halbverdorrte Menschenceste, Schutt und zertrümmerte Sreine, geschmolzene Glocken und Räder, rauchende Ruinen, auf weichen gleichgültige Gesichter und thräncnlose Augen herumwanderten Staubwolken zogen um dw ganze Schreckenvvlle Grouppe herum, und auf fünfzig Schritt war noch Feld und Fluh von rauchenden Ruinen gebrandmarkl. Fenster uns Dächer waren in den noch stehenden Gebäuden gesprengt, und rings um den Dvlkan lagen .Sttinsaaten und dicker pechschwarzer s^aub. 95 Aber ohmvcit davon im Anblick der jammervollen Seme schallte der Reigen, der lustigen Schanke: die Vergessenheit hatte schon ihren leichtsinnigen Taumel über die Trunkenen ergossen, bachaimsche Tänze lärmten laut neben der wehklagenden Stimme trostloser Aelrern und weinender Bruder. Das Getümmel hatte sich von der Empfundenen Weishcitssee- m schnell in den Rausch des Vieres verloh- ren, da schöpfte er letheische Vergessenheit und Sorglosigkeit, sang und eilte durch das Gedankenleere Leben im Schwindel davon. 5- Die Wandrer aber führte die mitleidige Weisheit in einem nahgelegenen Garten, m welchem dre Kunst tue Natur nachahmte, aber unerreicht«u mißlungnen Versuchen blieb. Da fassen sie auf einem Stein, welchen Müdigkeit und lange Erwartung gepolstert hatten hin, sahen den Untergang der Sonne, die dünnen Wolkmflor um sich zog, nicht den schrecklichen Kontrast den Jammer und Gleichgültigkeit machten, ansetzn konnte, zitterte und verschwand. Da sprachen sie vom leichtem Tode der Erfrierenden, vom wollüstigen Tode der Gehengtm, und vom philosophischem Tode des Seneka. Schon hatte die eintönige Abendglocke den Untergang der Sonne zu Grabe geläutet, als am östlichem Himmel die stille Lampe des philosophischen Mondes auf- gisng. 6. 7- 6. Die Kühlung des Abends, und die leichte Sättigung eines plamschen Kuchens führte schon beyde langsamgehende und schnelldenken- Le vhilssspyen der rauschenden lärmvollen Stadt zu. Da wälzten sich noch anfangende und geschwind abbrechende Gespräche, Ausfichten über neue Regionen von Wissenschaften, zerbroSne Theorien und aufgehende Hypothesen, Historie, Litteratur, Witz und Gelehrsamkeit drängend untereinander. So ziehen Helden und Götter, Türken und Juden, Sterne und Narren, Pyramiden und Loloße vom buntem Masguensaie herab, wenn der letzte Geigenstrich den Glockenschlag der vierten Stunde ertönen läßt. Da letzten sich beyde Spazierende in einem vom Monde erleuchteten Bogen der buntgedrängten Abdrücke, und beschlossen jene Phllosophenreise, die von Dreßden nach Prrna nicht weniger Weise und Unweise führt, als nach dem Grade des Propheten zu Mecka, von allen die an ihm glauben geschehen. Der morgende Tag ward darzu angesetzt, die Reise sollte nicht anders, alö zu Lande, und auf dem Lande nicht anders, als zu Fuße geschehen. So schieden sie noch lange den großen Entschluß bedenkend, den Kopf voll Probleme und die Füße voll Müdigkeit von einander. 97 7. Kaum hatte der Trompeter des Morgens, der weissagende Hahn den flüchtigen Schlaf des Anaxagoras geweckt, als er unbesorgt um Nebel und sturmdrohende Wolken den philosophischen Stab ergrief, und seinem Begleiter ent§ gegen zog. Wichtiger war ihm die Reise, als Anson die Reise um die Welt: angenehmer die Entdeckung der Wahrheit, als die Entdeckung der patagomschen Riesen umcr den Spaniern, Magellen, Loaisa, Sarmieuto und No- dal, unter den Engländern, Lavendlsch, Harw- kinö und Zurret, unter den Hbllände-n Se- bald du Werth, le Maire und Pielberg unter den Franzosen, denen welche dem Zuge von Malo beygewohnt, und unter den Neuern nach Wallis, Looks, Larteret, und Vyrons Reisen um die Welt dem Doktor Banls und So- lander seyn konnte. Lange brachte der Geist in vergebener Erwartung seines Gefährden auf der Straße unter dem gaff ndem Volke zu. Seme Kleidung, welche Sommer und Winter vereinigte, noch mehr als sein mebiriren- der Gang liessen ihn vom Vorübergehenden anstaunen, während daß er Probleme ausschloß, Entwürfe zimmerte, oder Hypothesen bildete, Einwürfe ersönne und Systeme machte. Sein Unterkleid war eine weißseidene Weste mit silbernen Treffen, sein Oberklech eine grün- und rothtüchene Pckesche mir gold- MM Auöputz besetzt. Seine Apostel warm G nur 93" mit großen Sporen gewaffnetMd semeHand mit einem Ladueäus versehn, seine Taschen mit Versen und Versuchen, Abhandlungen und Theorien, und seine rechte Westentasche mit va- cuuM erfüllt. 8. Da hatte ihm vergebene Erwartung alle Pein der betrogenen Hofnung fühlen lassen, die Arbeit ist so wie das Vergnügen des L,a- ges vereitelt, als ihn Philosophie und Sehnsucht nach dem Heimweh seiner Studierstube zurückführten. Kaum aber hatte sich der Genius der Geschichte über den alten Ehromkenstau. gelagert, als das Gebäude ausgerichtet, aus welchem er am Tage thronen wollte, kaum harre er den Vorrath von Papier mit der Zeit die vorn verlohrengegangenem Morgen übrigblieb quadrirt, als der Arzt eingepudert und AN bewehrt mit grün seidnem Gewand bekleidet in das Musäum hineinrrat. Da flatterte der Genius wieder in das Dickste der Batail- leu zurück, verkroch sich in das emsamme Schloß des Gieblchensteiuer Thurmes, und Wartete mit dem Sprunge bis Morgen, denn Anaxagoras war eben in Untersuchungen unentschlossen, ob er Ludwig mit dem Zunamen der Springer sollte, oder nicht sollte springen raffen. Er aber der Geist und sein Gefährde der Arzt giengen beyde über den seltsamen Aufzug lachend dem Thore entgegen, Mitten die Lahn des gelehrten Zwcpkampfs, und leg- — s- ten die Hand näher av ihre Hefte. Sie hatten beschlossen einander wechselseitige Aufgaben zu lösen, und nun sollte der gelehrte Wettstreit den Vorzug der Wahrheit entscheiden. Der Arzt sollte darthun, woher sich so wie in der ganzen Natur die äußersten Gegensätze so leicht vereinigt finden, das Hohe mit dem Niedrigen- das Schöne mit dem Häßlichen, das Prächtige mit dem Schrecklichem unzertrennbar verbindet, immer da, wo die höchste Weisheit wohnt, der höchste Unsinn zugleich einsendet, woher das grbste Genie, und die äußerste Schwäche, die glänzendste Fähigkeit, und die tiefste Abspannung, kurz der unerklärbarste Kontrast der Weisheit und Thorheit vereinigt, und das bewunderungswürdigste Genie, so oft den Stempel der Narrheit und Schwäche zu tragen scheint. Eben dieß sollte auch Anaxagoras aus der Telemarologie nach Lrustus Grundsätzen nicht, doch nach den Analogien der Natur und ihrer Analise erweisen, und zugleich darthun, woher der Gebrauch der wshlangewandten Zeit allezeit Vergnügen gewähren müsse. Kaum waren sie einige Schritte vorn Schlage entfernt bey der verwunderten Schild-wache vorüber, als die veripatelischen Vorlesungen anhoben, ihre Augen das Blatt und tiefes Nachdenken ihren Verstand, jeden Wsndersmann tue Seltsamkeit des Aufzugs beschädigte. Zuletzt gewann die Abhandlung des Anaxagoras den Vorzug, Md sie ward nicht von Akademien, sondern G 3 YYW vorn Beyfall der Wahrheit gekrdnt, und als ein Aufschluß dessen, was ein Räthsel beym Anblick scheint, von beyden betrachtet, und erweitert. Aiker die anscheinenden Widersprüche in der Natur. « H-»* **» Nichts scheint beym erstem Anblick unbegreiflicher, widersprechender und unerttärbarer zu seyn, als die äußersten Grade der Vollkommenheit und Unvollkommenheit, der-delöhert und Lhorheit, des Witzes und Aberwitzes, die immer in einem Kopse vereinigt sind. Alle große Genies haben ohne Ausnahme m alle/Zeiten und Ländern diesen Stempe der Natur getragen. Die Annalen der Welt stellen keinen Helden, keinen Gesetzgeber, keinen Dichter von außerordentlichen Talenten auf, der nicht in seinem Charakter eben so außerordentliche Schwachheiten gehabt, und sie m seinen Thaten oder Werken hinterlassen hatte. Seit Homers Zeiten giebt es kernen, m de,- sen Werken nicht das Erhabne mrt oem Nre- driam- und fallendem der Ideen, das Hohe mit dem Kriechendem, die Energie des Genres mit der äußersten Abspannung kontrasiren olltt. Dieser Erfahrungssatz ist allgemein bestämgt, -jedem Beobachter der Natur zu ernleucytend, als daß wir seine Gewißheit durch Beyspiele, die jedem Gelehrten bekannt genug sino^dar !0l tklM sollten. Wir untersuchen vielmehr, wie dieses Phänomen zu erklären sey. Zuerst müssen wir den Begriff eines grossen Genies festsetzen, seinen Wachsthum bemerken, die anscheinenden Anomalien mit dem Gange der Natur zusammenhalten, und denn die Resultate sammle», die uns in der wichtigsten Betrachtung über den menschlichen Geist aufklären können. Nur die analitische Manier, wo wir von Erfahrungen und verglichenen Bemerkungen zu analogen Schlußfolgen fortgehen, kann uns in der tiesesten aller Kenmniße leiten, wo uns weder Theorien, noch fremde Leitung, sonderblos die Reflexion unsrer Seele auf sich selbst zum höchstem Grad der Wahrscheinlichkeit bringen kann.Em großes Genie unterscheidet sich auch ohne grosse Werke, blos durch dir besondere Anlage der Natur. Die Leismegistm Mi- nos und Lykurge haben vielleicht eben so wie die Nuheliens, Süllys und Kolberts, das, was fie wurden, nur der Fügung der Um, stände zu danken gehabt. Die Entwicklung ihrer hohen Fähigkeiten hieng von der Scharf- Kchtigkeit derer ab, die sie in eine Situation setzten, wo sie am gemeinnützigsten werden konnten. Die Anlagen der Natur an einem keimenden Genie öfters auch nur durch einen AuSSruch dessen, was andre für Unsinn halten würden, zu erkennen, erfordert eines der schfärsien und riefblickensten Augen. G Z Die rss Die charakteristischen Zeichen eines grossen Genies sind Geschwindigkeit, Richtigkeit und Reinheit der Empfindung, Leichtigkeit und^reue sie zu behalten, Stärke der Einbildungs.raft, Ausdehnung und Klarheit der Begriffe, un- ermüdeter Fleiß, Geschwindigkeit, viele aus- einandersiehcnds Begriffe zu übersetzn, lhre Resultate zu vereinigen, Anhatten m der Aus- MkrksLmkeit und Iliberlegung, richtige Beur- theilungskraft, Fertigkeit derselben vur.^ vielfachen Gebrauch, Erfiudsamkett eines mchlzu frHMigen Witzes, Gegenwart des Geistes und Ri»tung aus die würdigsten Zwecke. Wie wenig d-eft Fähigkeiten zugleich n stehen kdnnen, wie ungleichste an Kräften e.u ander sind. wie oft eine die andere aufhebt, wie nach und nach eine dre andre bey zunehmenden Jahren verdrängt, zeigen die rLgttchen Devspiele, und die Bemerkung, die ftder^uber ftim eignen Fähigkeiten zu machen rm-stände ist. Eine der vornehmsten Ursachen, der nachgehenden Ermanglung, der Beurttzeiluvgs- kraft, welche oft die größten Lemeö m den aewdtznliLen Handlungen des Lebens unter d!e gemeinste Klaffe eines xraktnchen Haus^r- staiftes erniedrigt, rst der allzusruhzeitige Gebrauch des Witzes, und seiner Ausschweifung. Schon in den Jahren der Kmdhen entwickelt sich diese Kraft entfernte Ideen dre desto biendender für Erwachsene schemm, ft m.«' M Auseinander stehen, zu kereinigen, zu vergleichen, zu trennen, und in eine Stellung zusetzen, die in Kindern für Naivetät, und in Größen; für Unsinn angesehen wird. Wenn dieser Fehler des Verstandes sich zu einer Gewohnheit faltet, und im beständigen Herumschweifen, zweckmäßige Richtung, Nachdenken in geordnetev Ideen, Schlußkraft und Überlegung versäumt, so kann eine miltonische Einbildungskraft ein Werk des höchsten Witzes, und der äußersten Widersprüche zugleich hervorbringen. In reiferen Jahren ist der Witz nach vielfachen Kenntnißen, nach einem Reichthum der Ideen die glücklichste Fähigkeit, die einen tiefen und gründlichen Verstand zum hohen Genie erheben kann. In früheren Jahren, oder bey nicht genügsamer Entwicklung der übrigen Verßandskräfte, ist es die schei- nendste aber schwächste, die bewunderreste aber gefährlichste, diejenige Eigenschaft, d-e das Genie am geschwindesten sehen, aber in den größten Wiedersprüchm erscheinen läßt. So wie die Affektation witzig seyn zu wollen, zugleich den größten Mangel an Witz zeigt, und den gehoften Beyfall allezeit verfehlt-; so ist die Verbergung wesentlicher Verdienste, welches der Bescheidenheit großer Genies allezeit eigen ist, die Hinderung erkannt zu werden, und die Gelegenheit für Gedan- loß und ohne Verdienst angesehn zu werden» Einen Milton oder Newton nach seiner Phy- G 4 siogno- floznomie nach zu beurtheilen, würde keine fadem und wenig mcerest, ende gedacht werden können, wcun man dre Unfähigkeit mahlen wollte.' Ein Genre in einer Gesellschaft leerer Köpfe, oder nach seinen UUtagshandlun- gen zu beurtheilen, würde vielleicht ein gewöhnlicher praktischer Verstand den Vorzug davon tragen. Je hdher die Richtung nach erhabnen Zwecken ist, je weniger können sich Genies zu denen niedrigerm herablassen, ze größer sie dem Auge des Presbiren scheinen, je kleiner müssen sie dem kurzsichtigen seyn, der nur nach dem, was er vor sich sieht, was m d-e enae Spbäre seines eignen Unvermögens fällt, urtheilet, und oft ein großes Genie unter sich herabwürdigen wird. Theoretische Gelehrte scheinen in der Ge- sMchafr blos praktischer ungeschickt und gleichsam i« einem fremden Lande zu seyn. Sie bm sen eine Furchtsamkeit wie Melanchron wir, sie gaben aus die äußerlichen Klemftkei- ren so wenig Achtung, daß ihre Art, ihr Gang, ihr Amua und Alles an ihrem Betragen etwas Absteckendes hat. Die UMrrsuchuug der Ursachen, der Mittel, dcrZweckecher Möglichkeit, WiMicdkeit, und der Absichten und Beßiwmun- geft beschäftigt sie mehr, als was blos die Mugierde erregt, oder den beständigen Wechsel der Ideen in Gesellschaften belebt. Dieser Ton der Gelehrsamkeit, den sie auch in. Len Gesellschaften nicht abzulegen vermögend find,!äßt sse für pedantisch, stolz und unleidlich ansehen, er hängt auch den größten Verdiensten in der grossen Welt dasjenige Lächerliche an, was Unknner und Spötter so gern allen Gelehrten andichten möchten- Tausend Beyspiele könnten die Evidenz dieses Satzes«nwre* Lerlegüch bestättigen- Eben so, wie zu viel Witz in Ausschweifung Bescheidenheit und Blödigkeit und viel theoretische Wissenschaft, ohne praktische Wettkenmmß inLächerlichkeit ausarten, und darzu führen kann eben so bringt allzulanges Srudirm, Verwilderung der Sitten, Anmuth, Stolz, Verachtung und unleidliche Strenge hervor, die oft den größten Verstand für lächerlich und überspannt ansehen läßt. Die Abstraktion bildet sich gewiße vollkommene Ideale aus, die sich nirgends in der würklichcn Weil finden, die Imagination sucht sie auf, und ärgert sich sie nirgends zu finden, Hypochondrie und Unmuch haben die wunderbarsten und lächerlichsten Güllen der Gelehrten erzeugt. Die Fehler stellen sich in unsern Augen durch das Prisma der Mißgunst, übertrieben groß vor, die Verdienste gehen durch das Berklemernttgsglas. Wir sehen eher einen grossen Mann um einiger Flecken seines Karakters für einen Thoren, als einen Sonderling um der Menge seiner gute» Eigenschaften willen, für eine Genie an. G 5 Die- Dieses sind die wahren Ursachen derjenigen anscheinenden Widersprüche, d-e wir m der .Narur überall finden, desjenigen Gangs, dm sie nr«UM ihren Reichen hält, der nahm Derwandschaft alles Großen und Vollkommnm mit dem äußerst unvollkommnem und Stredri- acm, zwischen welcher wir keine Haarbreite "uue m riehen vermb end sind. Glücklich ist der. dem die Natur nicht Anlagen zu der Erreichung jener gefährlichen Höhe, nicht Flügel, die ibn über die gewöhnlichen Schranken tragen, nicht die Fackel gegeben hat, die alles um sich in Brand zu stecken drohet, indem sie erleuchten will. Glücklich ist derjenige, der un gefahrlosem Mittelstand allen Menschen ähnlich über keinen erhaben, unter kernen erniedrigt seyn will, alle zu Freunden, niemand rum Fernd hat, nicht blendet, sondern belehrt, Nicht bewundert sondern geliebt seyn wla, dessen Licht sanft wie der Mond niemand brennt, jedem leuchtet, erfreut und nützt. Dom Vergnügen des wohlangewandten Ge- brinichs ver Zeit. Es ist eine eben so sichere, als allgemeine Erfabrimg, daß wir bey allen Ausübungen tugendhaft, Thätigkeit unsrer Kräfte, bey allem der Vernunft und unsern Pflichten gemäßen Gebrauch unsrer Zeit, Bewußtseyn unsrer recht- 1-7 rechtschaffnen Handlungen, Zufriedenheit den süßesten Lohn der Tugend, und in Gegentheil bey jedem unedlen, sündlichen Gebrauch der Zeit, oder bey jeden vorschlichen Unthäligkeit Neue, Vorwürfe und Mißvergnügen empfinden. Zwar ist diese innerliche Empfindung nicht gleich wahr, nicht in eben dem Grad lebhaft, nicht bey allen Menschen gleich stark, und vielleicht bey unpolicirten Völkern gar nicht, oder nur unmerklich schwach. Je mehr aber unsre Dcnkungskräfte feiner, unsre Empfindungen schärfer, und unser TugendgefühL gewisser ist, je sicherer ist diese bey allen gut- gearteten und gebildeten Seelen zur unausbleiblichen Folge geworden, Belohnung oder Bestrafung unsrer gut oder übel angewandten Zeit. Die Erfahrung iß allgemein der Grund, und die Ursachen dieser Empfindung ist es nicht. Woher entstehet dieses Gefühl? Wie es eine Nothwendige Folge unsrer Handlungen? und wie wird die Tugend ihr eigner Lohn, und das Laster seine eigne Strafe? Gewiß kann keilte Frage eine schärfere Untersuchung verdienen, kein Problem imeresamer, und einer philosophischen Auflösung würdiger seyn. Dir Tugend ist ihr eigner Lohn. Ein Satz der schon zu Zeiten des Seneka von ungezweifel- ter Wahrheit seyn mußte. Die Poeten selbst hatten ihn angenommen. Ixstr«juiclem virtus stbiwLt pulLsssrrima merces, sagt einer von ihnen. Dem allgemeinem Zweck der Natur, dem ganzen auszureichenden Gründe gebauten Welt- lEZ Weltsystem, dem Plan aller unsrer Bestimmungen ist es gemäß, daß jede That ihre sichere und unausbleibliche Folge haben muß. Würde ohne dieses System, welches alle Begebenheiten der Welt, alle Mittel mit ihren Zwecken, alle Ursachen und ihre Würkungen, alle Handlungen und ihre Folgen zusammenkettet, die Tugend mehr als ein wesenloser Schall, die Belohnung der Handlungen etwas anders, als eine sophistische Vorstellung, dre Bestrafung etwas anders, als eine Gedankenlose Blendung der Furchtsamen seyn? D-e Tugend muß nothwendig mit jeder ihrer Aeußerungen Zufriedenheit, Vergnügen, innere Empfindung ihres Borzugs, und das Laster entgegengesetzte verursachen. Je mehr uns dre Ausübung gekoster hat, i- Stößer unsere Anstrengung, je edler unsre Bemuhuilg gewesen, je verhältnißmßiäg größer ist das Vergnügen, Las wir darüber empfinden. Dre Zert, welche wir an Ausübung einer tugendhaften Handlung gewendet haben, muß daher nothwendig nicht allein so lange, wie bey der angenehmen Beschäftigung bringen, sondern auch nachdem wir die vergangene Zeit mit dem ruhigen Au- ae der Zufriedenheit betrachten, uns mit süßem Vergnügen belohnen. Kein Vergnügen ist reiner, stärker, länger, süßer, bleibender und entzückender, als das Vergnügen einer guten That, einer erfüllten Pflicht, einer Aeußerung der Tugend und Menschlichkeit- Haben wir am Tage dem Schweiß unsres Angesichts den Zweck unsres Lebens, die Pflicht-er Tugend und Religion auf dem Altar der Zeit geopfert, so wird unser Abend mit dem lezten Strahl der scheidenden Sonne noch unsre Handlung beleuchten, noch unser Herz mit Freuden der Tugend erwärmen, noch mit dem Vergnügen der Engel belohnen. Das Vewuststyn unsrer Bemühung wird mit uns umhergehen, die stille Beruhigung eines wolkenlosen Gewissens wird um uns jeden Gegenstand verschönern. Las Gefühl des reinsten aller Vergnügen werd aus unsern Augen in die Seele aller die um uns sind strahlen, die Emvfindung der Lugend, stark wie sie und Heilig wie ihr Schöpfer, wird uns die Welt aus einem immer rosenfarbnem Lichte erblicken, und Las gute unser Handlungen auf unsre Ruhe zurückstrahlen lassen, die Freude der Rechtschaffenen wird uns zur Ruße begleiten, und mir uns wieder zur Thätigkeit, und zum Genuß des neuen Tages auf« stehn. Selig wenn kein Tag seines Lebens ohne dieses Gefühl entweiht, keiner in den Schooß der Ewigkeit zurückkehrt, an welchem wir nicht sagen können: ich habe gelebt! Es ist kein Mensch, welcher nicht völlig für Tugend, und ihr seliges Gefühl aus dem Wege einer langen Berßockung und Boßheit unempfindlich geworden ist, der dieses allgemeine Erfahrungstheomwckmgnen könnte. Man versucht es umsonst, als aus dem Gesichtspunkt der Moralität zu erklären. Die Physik würde vielmehr nach der Cntträfttmg, welche lani- ge se Anstrengung bey anhaltenden Arbetten erfordern das Gegentheil erweisen können, und Krankyett, Schmerz, Unvermögen,Unmuth und alle traurige Folgen hypochonorlicher sh« faile daraus schliessen, wofern uns mcht em Ersahrungssatz grade das Gegentheil bestattrgen müßte. Wir sind niemals gesünder, fröhlicher, yerMügtev nach allm unsren mdglrchm münzen, als nach einen arbeitsamen uns pslichtmäßig zugebrachtem Tage. Auch dre Schonung unsrer Kräfte ist Psncht, auch die mögliche Anwendung unsrer Schwache ist schon Lugend, auch der Wunsch so viel, als wrr unsre Tbärigkeit im Gutem ausdehnen können, ss zu thun ist Bsweiß, daß wir verdienen in die Lausbahn der Tugend gesetzt zu werden Und o! möchte diese selige Ruhe, sie eme Folge der Nechtschaffeaheit, der größte lrrdlschs Lobn aus der Hand Gottes ist, keinem unter uns an dem Rande seines Lebens am Abend seiner Tage fehlen, möchten wrr alle Abende empfinden, daß wir der Tugend und nur ihr allein gelebt hsben! ' IO. Unter diesen Erdrtrungm wallten fle hin, und erreichten den Ort, den seine Gegend die grüne Wiese zu benennen pflegt. In dreier ersten Station empfand der Arzt, zuerst, wre schwer es sey zu thun, und wie lerchr zu wollen. Das Wetter fieng sich an zu verdicken, der Abendhorizont zu unMhrr, und dre falsche Schamhaftigkeit hielt ihn allein ab seine Reue zu bekennen. Aber der Geist Anaxagorae schonte weder sein apfelgrüneö Gewand,»och seine müden und trotzenden Schenkel, er bestand auf der Ausführung eines Vorsatzes, den Lee Philosophie gefaßt, und die Entschlossenheit auszuführen harte. Kaum hatten sich beyde mit weißer Buttersemmel, und einigen Gläsern süßem Aguavit erholt, als sie Lieder und Gesang in der Hand den Weg fortsetzten, oft von vollgcpackten Kutschen, die auf den Jahrmarkt führen, unterbrochen, oft von neugierige» Wandrern begrüßt, und von rothwan- gichten Mädchen mit vollen Miedern angestaunet wurden. Wolken von Staub bedeckten die Wandernden, während daß der wohlbeleibte Magister, und der Amtsmäflg Ehr- furchtgebielende Ratöhecr in ihren knarrenden hundertjährigen Kutschen vorbeyrolltm. Aber ein wohlthätiger Druide führte die Müden in seinen rauchrigm Sitz, erfrischte den Arzt, mit labendem Bier und erfreute sein Herz mit starken Toback, während das seine Gehülfin der schreyenden Ganß die Brustfedern ohne Verschonen ausraufte, und er selbst die kürz- hslßgte Pfeife mit Vergnügen ausdampfte. Auch eine gutwillige Fee saß nicht weit davon und überließ ihre Birnen ungefocdert für ein leichtgesprochenes Bezahls Gort! n. Schon hatte der eiserne Protokollist der Zeit zwdlfmal an das tonende Aerzr geschlagen, schon LI2 schsn hatte der Weinende Himmel etliche Trs- vsen verschüttet, als die Wandrer Staubbedeckt in das Tafelleere Wirthshaus traten. Man trug ihnen kräftige Suppe, grünes Rindfleisch, und saftige Gurken, nebst einem dampfenden Schdpsbralen auf, welchen sich zws Karaffen ruömfarbenen Kirschwems beygesellt Latten. Der Hunger und die Müdigkeit würzten letzt jeden Bißen ihres Mähers, aber der einbrechende Regen und der Anblick des,chd- mn se-duen Gewands verderben dem Arzt die reizende Einladung der Schützern und Glaier. Bald schickten sie nach einer Gondel, und Hofren von der freundlichen Miene der Elbnvm- phen das, was ihnen Luft und Himmel versagte. Aber auch diese hatten sich vorgesetzt die Reift der Philosophen ganz philosophnch werden zu lassen. Sie hatten den alten Fluß- gott, der jetzt in Gestalt eines murr.,chen Schiffers erschien bestochen, und sein dickes Schilfhaar unter eine Haarmütze verborgen. Er kam, und forderte einen dreymal höheren Preiß, als beyde zu geben entschlossen waren. Und Unwillen von einer, Trotz v n der andern Seite entschied bald den Handel. Eben die Apostel die beyde hinübertrugen, sollten auch jetzt wieder nach wohlverrichterem Tafel« Hatten die wandernden Pmpariker in ehre Hepmath bringen- T2. Schlaf und Billard beschäftigten Wechsel- weise den Arzt. Zwar hatte sein Gefährde oft den Syrenengesang der freundlichen Na- jaden im Sinne und wünschte auch nur auf einem kleinen Kahn, ihre blauen badenden Wellen in der Nähe zu sehen, aber der Arzt fürchtete die haarichte Wassernixe die ihn als Knabm schon so oft mit Mandeln und Rosinen getauscht hatte. Und plötzlich traten beyde lachend über die komische Reise, die ohne Besuch und Reiz nur ihren Hunger gestillt und ihre Beine ermüdet Hatte den Rückweg an, als der Regen mit gedoppelter Gewalt über Philosophen und UnPhilosophen herfiel,.und beyde unter einem nahgelegenen Schuppen zu trctten zwang. Da entstanden Projekte mehr als ehemals Sülly und Lol- barts einnahmen, bald vom Fortkommen, bald vorn Dableiben. Da wurden die Geräth- schaften beschrieben, wie Dirgil in seinen Büchern vom Ackerbau lehrt, da wurden alle Mobilien des Müllers die unter dem Schuppen zerstreut lagen, kritisch inventirt, vom Schlitten an, bis auf die Krausemünze die darinnen lag Kaum aber hatte der Regen seine Tropfen verschüttet, als höhere Gegenstände die Bahn der Wandernden in schnellen Gesprächen und lustigen Histörchen verkürzte. L r Abend- Hrmmel beitttte wieder die Blicke der Müden aus, und lachte in streck- H lichten lichten Wolken schon über den von Weiten hervorblickenden Stadt, als nach dreystündi- gen Marsch beyde wieder auf der grünen Wie se zum Abendmahl anlangten. So zieht der mühsame Piigrim bis an das heilige Grab, und ist wenn er zurückkommt um nichts frömmer und besser als er da auszog: so schifte der verwegne Seefahrer rund um die Welt, das zu finden was er nicht zu suchen brauchte: und so hätten beyde Wanderer such hier ohne die Last und Plage, des langermüdeten Tages zu tragen, viel näher das Vergnügen der philosophischen Unterhaltung an der ersten Station rhrer Ausreise haben können. Da hatte Jahrmarkt und Biergelag einen lustigen Haufen rascher Bauern zum steuri- schen Tanze Herbeygerufen, die jetzt im Wirbelndem Drehen, ihre rothröckigen Dirnen lustig herumschlenderten, den Saal mit Staub und Dunst und das Haus mit Lerm erfüllten. Da schallte die schreyende Fiedel und die heisere Baßgeige wechselweise Lieder und Tänze. Beyde Wanderer wurden jetzt mit fetten Schdpsbratm und stattlichem Sallat bewirthet- Die süffe Erguickung ließ jetzt ihren vier Wellenlängen Tag wieder Musterung halten, der Appetit rauchte was sie genoßm in Ambrosia, und goß m ihr Getränke die HA Hypokrene der Dichter. Da faßten beyde den Borsatz ihre komische Reise, die erste die sie seit dreyfig Jahren zu Fuß thaten, jeder nach semer Art zu besingen Noch sprachen sie vvm Mittel vergnügt und reich zu seyn, von der Wirklichkeit der Adepten, von den Reisen die sie noch thun wollten, von dem Vergnügen sich nach langen Entfernungen an fremden Orten wieder zu finden, von d-n Vollkommenheiten zu denen sich unsre Welt aufgeschwungen hat, von hdhern Erwartungen von den Wandrungcn ihrer Seelen und vom Genuß der Zeit, als schnell die begeisternde Melodie des tönenden NebensaalS beyde zum Gesang erweckte, und jetzt stimmten sie aus Anaxagoras anMeorMschen Heften nach dem Gesänge ohne Liebe und ohne Wenn den Gesang ihres Gefühls an: Punschlied. Bruder trinkt euch Sorgenfrei)> Denn wie leine Bruder Rauscht auch dieser Tag vorbey Und kömmt niemals wieder, Ist er einst ins Reich der Nacht Wird kein Händeringcn Keine Weisheit, keine Wacht Ihn zurückebringen. Punsch erfreut des Menschen Herz Dessert unsre Safte Giebt der Tugend Witz und Scherz Und dem Alter Kräfte. H L Selbst Selbst an GSttertafeln war Punsch der Nektartrank Wenn im Golde hell und klar Hebens Becher klang. Sein balsamischer Geruch Zeigt von seiner Tugend Und bey sedcm-srischcn Zug Fühlt das Alter Jugend. Der Unglückliche vergießt Seines Lebens Kummer Und wiegt wenn er trunken ist Sich in sanften Schlummer- Schenke die leeren Glaser ein Leert und füllt sie wieder, Punsch soll unser Herz erfreun Und d ex Tugend Lieder: Denn dieß Leben ist ein Rausch Flüchtig wie ein Schall: Trinken wir den lezrcn Rausch Singr zum lezrenmal: T u t r r. Dies GlaS Freund auf dein Glück Und auf dein Entzücken! Jeder künftige Augenblick Müße dich beglücken i So wie dieses GlaS voll Punsch Fließen deine Tage Und kein unerfüllter Wunsch Reihe dich zur Klage. L i l l a. Als der Götter Herz zu schwellen Venus sich dem Himmel naht Du sie aus den blauen Dellen An daS Ufer trat. 2. War die Göttin zum»erführen Jedem Gatt und Menschen schön Doch sie bürste mich zu rühren Nicht bey Lilla stehn. Z- Echön sind Veilchen und die grüne« Eaatenweklen in der Au Schon die Rosen und Jesmincn In dem Perlemhau. 4- Aber schöner meine Lilka In der jüngsten Grazien Tanz Schöner als vordem Helena Wie des Mondenglanz 5- Ueber alle Aternenstrahlen Nräutlich sich zur Srde neigt Und die Fluren nun zu mahlen Aus Sem Meere steigt. s. Wie die sanfteste der Rosen Jeden Maytag schöner macht An der Dlumcngöttin Busen Jedem Auge lacht. 7- So ist in dem Götterherze» Meine Lika Freudenvoll Swada lacht aus ihren Scherzen Wie vom Gott Apoll. H z L-8 r. Und der Glanz der schönen Seele Venus überstrahlet dich Um den Zärtlichsten zu wählen killn wähle mich«. S- Denn das Glück rüst nur vergeben» Ehre, Reichthum, Tanz und Scherz Und das höchste Glück des Lebens Ist ein zärtlich Herz. 10. Mädchen liebst du sanfte Seelen Waldgesang und Dichterron killn! frey noch kannst du wählen-- O du lächelst schon! Achter paziergang. 12! (I-rn glückliches Paar, das noch vom erstem Rausch ihrer Empfindungen uuerwacht, noch mit-eben der Zärtlichkeit mit welcher sie Hymen verbunden hatte, noch mir der unerfüllten Sehnsucht des vorncn halb verrannen und halb veeschlaffenen Hochzeittages ar-f einander bttckte, ein paar für ein- nder geschaffener Seelen, die sich auch wo sie Umstünde und Glück fern von dem mütterlichem Lande versetzt Hünen, ausgefunden nur Ach geliebt, nur in ihrem wechselseitigem Lefltz das wahre Glück des Lebens gefunden haben würden, ein paar der zärtlichsten und besten Seelen, giengm den schdnen herbstlichen Abend in den reizenden Kdnigsgarteu, zu fühlen, zu sehen und vielleicht wieder gesehen zu werden. Denn obgleich Liebe und Sympathie der jungen Gattinn der ersten Macht nichts so sehr als ihren Freund lieben ließ, so war dennoch die dem Geschlechte eigne Sehnsucht zu gefallen, die Mode, und selbst die Lust dieses zaubrischen Ones Schuld daran, daß Lilla sich noch immer als Braut betrug, ob'sie gleich kein andres Glück auf der Welt als das Glück die Frau ihres Admers seyn, zu empfinden, und als das größte ihres Lebens ungestört zu genießen wünschen konnte. Auf ihren Larmim-pthen Wangen die vorige Nacht den ersten Minnekuß des keuschen Hs Ad- !L2 Admets mpftengen, saß noch die unentflo- hene gefahrlose Unschuld, denn sie hatte nun w ihrem Meu«- den sichersten Bürgen, und in ihrer Liehe den treusten Hüter empfangen, und in ihren Augen die im Vergnügen schwammen rmd nichts?o schön es war, schöner als den Blick ihres Adams fanden, da blitzte das Bewußtseyn der Würde ihres neuen Ordens und das schmachtende Verlangen alle Pflichten und Rechte zu erfüllen, die ihr des Ehestand auflegte und versprach. Admet war ein Dichter und fühlte mehr als em andrer Sterblicher das Glück seiner Zärtlichkeit in dem Umfange der Phantasie und Berauschung des ersten glücklichen Nacht- traums gewähren. Ihm war nichts auf des Wett mehr wünschenswerth da er rm Besitz feiner Liüa keinen Fürsten beneiden konnte, und nicht von Menschen allein von Engeln selbst wenn fie es könnten um seine zärtlichen Freuden beneidet zu werden glaubte. Nahe an der schönen Fontaine schrieb er dieß Lied? Unter blüthendo'llen?inden Ließ mich Liebe und das Glück Jüngsthin meine Lilla finden Freude strahlt aus ihrem Blick Zevir schncyte Dlüthenregen Um das holde Mädchen hcr Und um seinen Kuß verlegen Seufzte Zlorens Busen schwer. Eang- Langsam fuhr der Drachenwagen Der Larvnen sittsam zog: Eifersüchtig fle>u plagen Als fle durch den Himmel flog. Hatten aLe Amoretten Lillas Reihe zu erhöhn Freudenvoll die Zevirerren Um die Locken lasten wehn» Freudiger und Sonnenröther Sah ich Phöbus Wagen gehn Ließ Titanien denn öder An den Morgenthore stehn. Auch die Nymphen und Dryaden Sah ich neidisch vornher stehn, Wastermädchcn, Oreaden Fern von LiliaS Siegen gehn. Als ich da im Minnesänge Jedem Wald, den Wiederhai! Lehrte, ruft am Felscnhange Rüste Lilly! nur der Schall. Und mit rothem Blumenkränze Krönte meine Liila mich, Und bey unserm Hochzeittanze Freuten alle Wipfel flch. Liebstes Mädchen unsre Küße Sind den Sngelsküßcn gleich. Selbst den Himmel zu beneiden Ist die Liebe allzureich. 234 4- Da an dem Rande des prachtvollen Wasserbeckens mit den dichtverrvachsenem Lmdm- fchirm vnWkm, fassen beyde Geliebte und sahen femhm ,n die reizende Gegend des plauischen Grundes, wo sie zuerst einander daS Geßändmß thaten, das lange zuvor ihre Augen dem Herzen entrissen und verrathen hatten. Lon dort kam Las entfernte Wasser von der FelsenhHhe herab, drängte sich gleich dem saurem Gange des mühsamen Dichters durch Felsen, Wüsten, Liefen und künstliche Kanäle ungeschn im langem und schnellem Pfade zu jener bewunderten Höhe, die das Auge blendet und das.Herz erfreut, ertheilte sich in mannigfaltige Kanäle, und fiel bald in Lascaden und rauschenden Becken unter dem prächtigem Eingang zum salomonischem Tempel bald in wetten Behättmßen in im- mererfüllte Wonnen, um die Stämme Italiens und ihre Blüthen und Früchte zu wässern. So sollte der forschende und nützliche Gelehrte ohne Gefahren, Weite und Mühe, ohne allen Zwang, der Kunst und der Neider zu scheuen, sein Bild an der prächtigstei- genden Fontaine erblicken: 4< Wie schön und wahr und reich Fontaine ist dein Bild. Wie kühlend, sanft und wild Bist du dem Weisen gleich! Das Herz wie du den Trieb Aum Himmel kühn erhebe Im Wohlthun würdig lebe Und xrachwoil jedem nützt! ^Tuch ungesehn bist du Nicht an dem Tag allein Auch bey dem Grernenfchein Der Zeuge meiner Ruh Und meiner Wünsche oft Die mir dein sanfter Falk Des NachtL im Wiederhast Wie duzn seyn entlockt.. So schön dein Wasser ist So xerlenhell und klar Dein Bild so treu und wahr So mahlerisih eS ist: So find nur Ruh und That Die deinen Trieb erhöhn Es wäre minder schön Doch nur des Prahlers Bild. ÄichtS durch den Zwang allein Richt durch der Worts Pracht Und des Vergnügens Macht Durch wesenlosen Schein Durch Stark und Nutzbarkeit Ka-nn Dichterton allein Der l26 Der Welt gefällig seyn Der Nachwelt heilig seyn« Die du dich schön erhebst Der Baume grünend Haar Der Waffermüdchen Schaar Die Nymphen froh belebst O möchte dir mein Herz Durch Gut und Wohlthun gleich So unermüdlich reich In jeder Stunde seyn. Z. Villa bewunderte m dem von Kunst und Seltenheiten erfüllten und mir königlicher Pracht bereicherten Ort die Denkmäler Augusten-, den Ausdruck einer wahrhaftig königlichen Seele, die noch nach Jahrhunderten Las Vergnügen, der Eckel und das Gepräge jedes aMrocdenttichen Regenten zurücklaßt, und die Vereinigung der zur schönsten Natur verwandelten Kunst. Sie sah den ganzen Reichthum der Natur, die tiefsten GMrm- mffe, die ihr die trotzende Hand der golddur- stigm Menschen, selbst auö dem Eingeweide der Berge aus den Abgründen der See, und aus den mttegendstm Kükm der Peruaner und Puagomr entrissen hatte, das schreckliche Krokodil und die Menschen verschlingende Schlange, die nun an der'gewölbten Decke umsonst ihren gefahrlosen Rachen aussperrt, sah den hochbeinigen Strauß, dessen h mec- sten Federn das Haupt der Stolze», der Regenten und Kutscher,-er Excellenz«! und Läufer bekrönt, den kecken Lasrrar, den mächtigen Adler, den schbnfärbigm chinesischen Fasan, und das bunre LollSriraeu Sie sah den König der Thiere den MdnmhÄgm Löwen, den gefleckten grimmigen Tiger,«fti- kanische und amerikanische Thiere in der Stellung die ihren Kampf und List den Auges -er Furchtsamen noch schrecklicher macht. Asch sah sie in den künstlichen Maschinen rvandew- -e Nonnen, ranzende Amors, ssegewre Schiffe, laufende' Spinnen und tMmmelrcks Bare, Werke der Vaucansons und schM»- Ler Genie». 6. Lange hatte Lilla schon alles Was Kmrst und Pracht in dem fürstlichem Magazin der Dreßdner Gallerten aufgehäuft hatte« kerchm, alle Gruppen der unnachahmliches Werke Aa- gelos, Tirians, Lorregiv, Ru-rns, Lrs- mchs, aller italiänischen und flandrische« Schulen bewundert und erstaunt über den Reichthum unbezahlbarer Kunst m-,M Pantheon der zauberischen Welt herumgeirrt, aber unter allen was schön und groß war, f«tz sie nur eines in der Weit liebenswürdig und unnachahmlich, nur einen Gegenstand tzxx das Ziel ihrer theuersten Wünsche war, ge-- Zm welchen sie nicht alle Schütze jenes he- r2Z symschen grünen Gewölkes,«och allen blendenden Pomp der Rüstkammer vertauscht haben würde. Ihren Admet im Arm eilte sie wieder furchtsam Heraus, daß nicht auch er hin, zu den Seltenheiten gestellt, ihren Verlust am ewig unersetzlich machen möchte, Ihr war d?e Zärtlichkeit und Treue seines Herzens, der Blick seiner schmachtenden Augen, das schönste und theureste Geschenk der Natur, und dessen was stärker als sie ist, das Geschenk der unaufldßlichen Liebe. 7. Voll vom Gefühl ihres Glücks saß sie un- ' ler den Linden die der letzte Goldstrahl der untergehenden Sonne auf ihren blaßgelben schon halberkorbenm Blättern vergoldete, sah in den letzten Strahlen, welche alle Gegenstände in der Natur erhöhen, das glänzende Angesicht ihres AdMets, dachte rhr ganzes Glück und fürchtete sich, daß nicht ein andres Mädchen sS viel Schönheit mit eben so verlangenden Aug-n setzen, nicht eben das was sie emvfand, fühlen, und ach! vielleicht eben so süße Triebe in seinem Herzen erwecken möchte! Halb vom Zauber der Liebe trunken, halb von den trostlosen Gedanken, dass alle männliche Herzen untreu sind, m,r Schrver- mmh erfüllt, ragten sich wechselswem Liebe und Furcht durch rhr Herz. Wen» sie aber an die Freuden der künftigen Nacht an aue Entzückungen dachte, die der beste aller menschlichen Triebe auch ihr erwarten ließ, denn machte sie Liebe und Empfindung zur Dichterin, und dann sang das schlagende Herz Admeten dies Lied r 8. Ihr Zeugen meines Glücks Ihr Schkpkr meiner Freuden>. Erzählet künftigen Zeilen Der Görrerrraum des Augenblicks l Erzählet hohe rinden Wo unter euren Wogen Der Gore mit Pfeil und Dogen WmetenS Herz mich ließe finde» O mahlet diesen Kranz Woll Wenn und Lieblichkeiten Doll Unschuld und voll Freuden In aller Grazien Ketrentan,! Wo mir der Lenz der Jugend DcS Lebens schönsten Stunden In seinem Arm verschwunden Er gab und lohnte mir die Tugend> Erzählet unser Glück Und tragt daS Angedenken DaS Tugend uns zu schenken Erneut in jedem Augenblick! Hier grub uns Lilla ein Im Busen zarter Rinde Wer untreu ist der finde. DsrzweifiungSvoll den LeichensteiM 9» rzo Wie verschieden erschien hier die Natur der ländlichen Lilla die niemals in ihrem stillem Dörfchen die Ankauft des Abends und der glänzenden Welt in so blendenden Karden gesehen, niemals die Erleuchtung der'pallä- ste, und ihrer üppigen tausenvfacblgen Tafeln gesehn hatte l Noch war seit gestern da sie zuerst im Braurschmuck die Herrlichkeit des Stadtiebens mit der ländlichen Emgezogen- heit vertauscht hatte, alles neu für sie. Jezt erschien erst die Schaar der vornehmen erst vor kurzen ausgeschlafenm Freunde des gestrigen Nachttanzes und ihr städtisches Gepränge beschämte, die bescheiden leichrgekleidete Lilla. Bald sah sie, daß diese Weltleute nie ihre Freunde zu werden und ihr schmelzner Flitterstatt ihr eben so wenig als ihre ähnlichen Glas- Herzen zu gefallen fähig seyn würden. O wie bat sie ALmeren, bald wieder mit ihr der Stadt, der glänzenden aber für sie freudenleeren Stadt zu enteilen, und jene annehmliche Wohnung der Unschuld und Leö ländlichen Glückes zu beziehn, wo die Natur Nlcht in gemahlte Kasten ihre schöneren Bäume gezwängt, nicht ihre schattenreiche Wälder in Fächer oder symmetrische Säulengänge gestellt, nicht öde und rodr zu seyn schien. Alles kam ihr eingemauert, alles Zwangvoll und ängstlich vor. Nicht lange brauchte fie Abwettn zu bitten, denn wie könn- TZ! konnte er einen andern Wunjch haben, als den seiner Lilla zu gefallen? Nur ihr Vergnügen war das Geschäfte seines Herzens, und ihr geringster Wille das Aufgeboth aller seiner Kräfte. Nur um ihr die Wahl anzubiethen, harre er das Herrlichste der Stadt ihren Augen gezeigt, und wie freute sich der glückllche Admet, da er in dem Herzen L-l- las eben die vorige Neigung zu der reineren besseren Natur wieder fand, wo keine Stadtlust die Sitten, Ausschweifungen, Verderbnisse und Thorheiten der freundlosen Welt der Hofleute hinführt, und wo er nur sich seinen Pflichten und seiner Lilla leben konnte. Ganz der Lugend und den heiligen Banden der ehlichen Freundschaft gewidmet, eilte Admet m;t seiner Lilla aufs Land. 10. Ohne Tugend, ohne Freund WaS ist unser Leben? Was uns groß und gStilich schein! Müßen diese geben Sie verschönern jedes Glück Seegnen unser Leben, Ohne fle die Welt zurück Würd ein Weiser eben. Mahle Tugend deine Pracht Wie aus LillaS Auge! ZZ2 Habe gleich, die Freude lacht In dem frohen Auge! Drücke Oberin deine Lust Schuldlos, rein und güeig Lief in jedes Menschen Brust Wie in meine auf ewig! Wenn bey jeder schönen That Unser Herz sich schwellet Wenn des Freundes treuer Rath Unsern Weg erhellet, Wenn unS seliges Gefühl Unter Engels menget Denn ist Tugend dein Gefühl Was unS froh umfanget- Die Nacht. Die Mitternacht begann Im schwerem Wolkenzug, Als bey der Sterns Flug Der Barde auf seine Lieder sann. Nachwandclnd sah ihn oft Einsam dcS PoleS Stern, Ihm wandelte von fern Der Frcya Priester!» oft. Wenn rZZ Wenn der Delleda Zug Durch flüstern Eichenhayn Bey LuncnS hcil'gen Schein SaS rausendjährge Orkus rruA> Degeistrunzsvoll daher: Im Eichenwipfel rauscht Der Sturm, die Deyaö lauscht, Und der Bardit ertönt daher. Die du daS Sternenchor Aus Firmament gestellt, Du russt der weisen Welt AusSchlaf u.Traum u.Schakten vor Du Nacht! die jeden Held Und jeden Gott gebührst, Du Freudenquelle warst Noch vor den Göttern auf der Welt. Und machtest uns an Witz Und Heldensängen reich, Der Gkalda Fabslreich Gleich deiner Wetterwolken Blitz. Du breitest deine» Flor Dem arbeitSvoücm Tag Der seiner Last erlag Und jedem Kummer gütig vor» I 3 Der Dichter Lehrerin! O leite meinen Gang Tief wie dein Irernenklang In Heilger Wälder Dunkel hin. Wie fönst dein Chaoßreich Dein Kleid der Flecken baar Tief dein Geheimniß war So reich und schön seyskied dir gleich- NeuM I 4 Neunter Spaziergang Dost rs? Äein Jahr hatte mit einem schdnern Herbst geprangt, als Las durch so viel Revolutionen merkwürdige /zte Jahr. Kein Sommer vor ihm war in allen Schätzen des Landmanns seegenreichrr, kein Herbst mit lieblichern Lagen erfüllt, und keine Zeit so gesund und fröhlich gewesen, als die Zeit der Wandrun-- gen aller Philosophen und Unphilosophen, aller Dichter und undichter. Und nie hatte der Herbst in einem Lhale Thessaliens reizender vom Himmel gelacht und schönere Gegenstände gesehn, als in den lieblichen Thälern des mühlenreichen Plauens- Da harren Berg« und Waldnymphen das Thal und den Abhang theatralischer Felsen mit unaufhörlicher Sorgfalt gepflegt, ihren sammtnen Teppich blühend und frisch, ihre Urnen immer gefüllt, den Schatten reichbelaubter und jedes BLum- gen saftiger und schöner erhalten. Alles erschien in dem Mimischen Lichte der Phantasie, und die Pracht der gesammten Natur, war hier im Miniaturgemählde vereinigt. 2. Am bunten Kranz der Zeiten Zog, in dem Kran, der Freuden Sein Füllhorn in der Hand Um sich DianenS Band Der Herbst in AerherS Leiten Woll seiner Lieblichkeiten Z!« Solkenlvsem Himmel fort. Und schüttet in dem Zuge Äor käktrer Sonne Fluge Zu reich süts Landmannshauk PomonenS Füllhorn aus, Und wo ihn Tellus trüge Da küßte in dem Zuge Die Dankbarkeit ihm seine Hand. So schön sind nicht die Tänzd ImLenz, die Mayenkranze Die früh gen Himmel wehn » Und Flora minder schön: So reich an jeden Freuden An Reiz und Lieblichkeiten Lar keines Jahres FrühlmgSkuß. Bon leichter Winde Raubt Dem bunten Rebenlaube Sind seine Schlaf' umblüht Die Frühlingsrose glüht Nicht schöner als die Lauben Wo unter Blüth' und Trauben Das erste Paar der Menschen saß. Schon halt in jedem Lande An stolzer Flöße Strande Dellonin im Gesicht Gott MarorS sein Gericht. Schon zieht im blaffen Schein« Zum dunklem CichenhaiM Mit ihrem Chor Diana bin. Dort zieht in weiter« Kreise Zur fremder Himme! Reisen Mit fröhlich leichtem Sinn Sän und Äertunens hin Denn schweigt vor kä'ltrer Sonne DaS Lied, der Scherz und Wonne And ikdes Waldes Melodie. 3- Die schönsten Stunden des Tages wo nach dem angespannten Kräften des thätigen Morgens, die Seele in gemäsigrerm llmtrieb Ideen und Stärke auf den folgenden Tag in dichterischen Wandruttgen sammlet, waren den Vlauischen Gründen und ihren einsamen Ldeenreichen Gängen gewidmet. Die Natur hatte da das Erhabne ihrer Erscheinungen, die Zeugen der Allmacht und das Räthsel der Philosophen vereinigt. Hin und wieder blickte eine merkurialische Ader hervor, und verrieth den tiefte rborgenen Schatz des unerforschten Berges, auch das Wasser der Gegend entdeckte, das Daseyn reicher Gänge die sich vor spätere Enkel in edlere Metalle verwandeln sollten. Kur Hin und wieder am Abhang eines Felsens wo vielleicht ehemals die Wohnung eines heiligen Eremit- ten war, wohnte unter dem Schatten selbst gepflanzter Fruchtbäume, irgend ein philosophischer Müller, und kannte sein Glück, der Welt entzogen, und einsam glücklich zu seyn. 4. Da 142 4« Da wo noch die Unschuld der ersten Welt alle Bedürfniß? zu erst und nut immer offner milder Hand, ihren Kindern anboth, wo seit Jahr taufenden kein Mord und keine Schlacht geschah, kein Erdbeben die Knochen des Weltbaues bewegte, keine Uiberschrvem- rnung die hohen Bergbewohner störte, wo keine Krankheiten ihre ftuchenartigen Dünste erhielten, und dem Tode opferte«, wo die Ruhe und Friede ihren Altar auf ,eder Höhe, und ihren Tempel in jedem Lhale ficht- Larlich hatten, und noch die nehmlichen besten und reinsten Bedürfnisse der ersten gold- nen Unschuldsrvelr darbothen, die aus allen Ebnen des kriezischen Streitvolks, jenseits der Alpen in das Herz Germaniens gezogen find, und nur ein Volk von Philosophen M Freyheit und Reichthum der Seele glücklich erhalten; 0 da zu wohnen, die Welt zu vergessen. und von ihr vergessen zu seyn, da des schuldlosen Lebens zu gemessen, und des LodeS und der Auferstehung zu gewarten, dieß wäre der Wunsch des Weisen! 5» Doch auch Las nie in einsamen seltnen Stunden:genoßne Vergnügen, wo das Herz stärker emfindet, wenn es seltner durch die Majestät der Natur gereizt und zu hohen Em- xstn- — I4L Und Nfindungm geschweller wird, und wo die Seele auf den unendlichen Sammelplatz der reichsten Gedankenjagd hinsieht, bald zu unschuldigen, bald zu grossen und riefen, bald zu melancholischsüßm, und bald zu den lachendsten Ideen aufgefoderl wird, auch nur selten zu genießen, ist des Dankes und des freudigsten Gefühles würdig. Da dachte sich die staunende Seele, wenn sie am gigantischen Berghange stand, oder zwischen Kluften und Bergwäffern wandelte, zn jenem Berg ge- wallfahrtet zu seyn, wo die Majestät des Allmächtigen vor Mvse vorüber gieng, dort der Zeuge der grossen Erscheinung zu seyn, die einst auch an ihr offenbahrt werden soll. Die Phantasie schwung sich in die Zeiten der Patriarchen und hörte das Rauschen Gottes in Berg, Waid und Thal. 6. i. Buch d. Könige, n. Zu Mose sprach Lee Herr; Kein Menschenkind kann,Gott Kein Auge seinen Schürfer schaun, Denn wer mich fleht wird todt Tor meinem Angeflehte seyn Doch sollst du meine Herrlichkeit Hier in der Felskluft schaun Und meine Hand soll ob dir seyn. Und fleh! im Wetter kam der Herr Dom Eedernvollem Libanon Gieng Sturmwind vor ihm her, Da Hermon zittert' bebte Libanon Der Dergwald brach, der Felsen riß DeS Sturmwinds Flügel schmieß Die WvlkeiihShn Leber hin, Allein, der Herr war nicht in ihn. Und nach dem Sturmwind brach Des Abgrunds Kchooß flch aus Der Erdebcben schnurre nach Der Tiefe Feuer fuhr heraus, Daß von des Herren Gang Der Wald und Felsen niederklang Aus Weltmeers Ufer heim, Allein, der Herr war nicht in ihr. Und nach der Erde Beben kam Ein allgewaltig Feucrlicht Verzehrend wie deS Blitzes Bahn Der au§ des Donners SchooKe bricht Schnell vor dem Herren her; -Allein er selbst der Herr «ar in dem Feuer nicht. Im Blitz und Wetter nicht. Dann fuhr im lieblichen Wehen-'der Winde Im Rauschen'deS heiligen HayneS geschwinde Der gegenwärtige Gott dahin. Da das Moss hbrete, neigte er sich eilend M Erde und bethete an. Und da der Herr vor seinem Angesichts Nergieng, nef er: er: Herr! Herr? Gott! barmherzig und gnädig und geduldig, und von grosser Gnade und Treue! der du bewahrest Gnade m raufend Glied und vergibst Mem'ttrmg und Sünde. .7- Heilige Einsameeit! rsss nie einem Menschen unter dem Sündenvollem Gedränge seiner Bruder wiedcrfuhr, das geschah in deinen Gottgeheüigtm Schatten und Dunkel. Da geht alles Große und Begeisternde -er Natur in uns über, und die Seele dehnt sich über die Schranken ihrer Atmosphäre zu den Pfeilern der Wolken hinauf. Majestätisch ist die Aussicht vorn Berge über die Flur des seegenrcichm Landes, erhaben und Prachtvoll ist der WaUrfall, von der S-iüe der Felsenwan-, groß und entzückend»st der Zug des Stroms, der sein Waldwaffer rauschend durch Klippen und Gebüsche dringt, bald unter Weidenschamn verweilt, HM aus den Urnen der Berge seine Kräfte verstärkt, m;h lärmende Mühlräder uAtreibt; schrmuch rß die Kluft wo Pulver oder die verborgne Gewalt unterirdischer Winde die FelsMDände zerrissen, und tönende Tiefen rm Herze« der Berge gesprengt haben; alles ist voll"grosser Gegenstände, und ,die Natur nirgends wo ehrfurchtswmdiger, als da, wo sie den ae- heimen Vorhang der Berge, der Wüsten oder des 8»? i-44- des unermeßlichen Weltmeers, über ihre Ge- Heimmße gezogeu, und auf immer ihr heiliges Dunkel dem Auge der Forscher entzieht- 8. Dich du kühle Dergumschattunz Liebe der Dichrerchor Deiner süßen Stimmen Gattunz Lauscht ihr zärtlich Ohr. Da wo deine Harmonien In die Seele ziehn Wo noch Lauras Sympathien In Petrarken glühn. In der Barden Sinsamkeiten Kömmt der Muscngort, Vor ihm fliehen schon von weite» Pan uns Faunen Spott. Unsren Seelen neue Strahlen Glänzend wie dein Kleid Dich Natur verjüngt zu mahlen Voll von Lieblichkeit. Unsren Augen neue Scenen Unschuldswelten gleich Nur zu deinem Blick gewöhnen Jeder Tugend reich.. Unser Herz mir Freuden schwelle» Gellst Vu Einsamkeit! Und in deinen Tcmpe! stellen Soll dieß Lied dir Zeiti §. Selten ist in diesen Thälern die WaT- farth der Philysoyhen, denn die Rette ist rveir und ermüdend, ehe sie erreicht wird von Gä-ren und bewirtheten Mühlen umgeben. des gleich der Syrenenstimme auch die Weisen verführen, und wenn sie erreiche ist, mir keinen labenden Trank schmeichelt, als den die Bergnymphe dem Wallfarrher darreicht. Oef« Lers ai er wandelt der melancholische Dichter Lahm wo ihn kein Ohr belauscht, als des zu traurigen Tbnen gewohnte Ohr der klagenden Eme oder melancholischen Rabens, und LeichenhunS, wo ihn kein Auge weinen sieht, als das Äuge seines unglückseligen Genius, denn die Schutzgeister der Dichter find bestimmt. Lebenslang Kummer und Schwer- much zu fühlen, arm und vergessen mit ihren Freunden zu Wallfarthcn, und nur nach dem Tode ihrer Beschützten spät und selten, den Lorber auf das mir Lypressen beschattete Grabmahl zu pflanzen. Hier war es wo einst der Barde murhvoiler Sachsen, den rauhen aber erhabnen Bartzit in das Herz seiner Brü- Her von Schilden Mimen ließ» Umsonst halt' er Leben und Glück dem Vaterlande geopfert, umsonst seinem Volke bey Schlachten und Gefahren Sieg und heroischen Muth in die Seele gesungen; ein Mädchen das in diesen Gegenden ruft die Freyheit und Krieg, Nicht Gesang und Barden liebte, sprach seiner Liebe und Zärtlichkeit Hohn. Sie floh wo fie ihn sah und vermied den Gesang der klagenden Echo zu hören. In ihr schlug nur eine wilde kriegrische Seele, die nur Schlachten und Kämpfer, nur das Getön der Schiede, und das Wiehern der Streitroße liebte. In dem Gevränge der Schlacht hatte sie selbst an der Seite ihres Bruders gefochten, ihrer Wuth war selbst die Wuth der Belleda nicht gleich, wenn sie tobend durch Wald und Grund das wüthende Heer vor sich Hertrieb. Nach der Schlacht opferte selbst ihr gräßliches Messer die Gefangenen dem Wodan, und trank das Blut mit Meth vermengt, aus dem rauchendem Sche- del-er Feinde. Sie war die Priekerinn der Freya und hatte oft den Altardienst bey dem Fliez, Rodagast, Wandewit, Zscherne- bock, Büstrich und Freya verrichtet. Sie liebter der Barde und klagte der Gegend fern Unglück, zu lieben und nicht wieder geliebt zu werden; Einsam und seinen Thränen überlassen, klagte der Arme den tiefsten Klüften sein Unglück. Urbecall trug Melancholie und Gram ruf die kahle Felswand §47 wand, ttur selten von trauerndem Epheu umkränzet, den Namen des spröden Mädchens und hinterließ der Nachwelt den unauslöschlichen Schmerz, und das weinende Andenken voriger strebe. Von da aus zog die Schwer- Muth in das Herz des Wandernden, führte ihn hin an den schroten Fels, wo unter den halbverloschnen Namen die Thräne des Berggeistes hervorquoll, zergce ihn die schreckliche Höhe von welcher der Barre Gram und Verzweiflung in den sprudelnden See herabstürzte, und das Monument daö über den namenlosen Staub des Dichters rühre. Aus ihn starb nach langem trostlosen Schmerz die Unerbittliche hin, rüste noch sterbend dem Barden, und nichts als ihre Stimme wandelt noch an der hallenden Felskluft dem reisendem Wandrer entgegen. ro. Der dunkle Wolkcnflor umzog Den nebelvollen tag Die Nacht, Lurch die Sonne flog Umhüllt den Horizont, um den die Lchwermuth log. Kein Vogel song; es schallte nicht Des WoldeS Melodie, Der Sonne trübeS Angesicht Verkündigt Sturm und rufet die Melancholie! Kit setzt sich auf des Bardenhauxt Und haucht bis in sein Herz. K 2 Dom Tom Gkaldensichenkranz entlaubt Srfüllk fls»eben Nerv mit tiefem Seelenschmerz, Und als Verwirrung bald sein Haupt DaS Herz Verzweiflung faßt Wird, des Verstandes schnell beraubt, Die Welt, sein Spiel, er selbst, das Leben ihm verhaßt Und da sein Genius ihn rief Zog er zum Bergwald hin Wo Eurus durch die Wipfel pfiff. Bor ihn flog schnell der rothe Schlangenplii! dahin« Dom Felsen stürzt der Ward herab Der Waldftrohm nahm ihn auf. Da stand vor ihres Dichters Grab Still, vor dem Unterganz die Sonne in ihrem kauf. Zeyent ex Spaziergang - LZL Nerval und Lallis fuhren nachdem sie lange an dem ste-nreichem Gestade der Elbe vcll Aufmer samkeit auf die glänzenden Steinäxten hmgewandert, auf der begleitenden Gon" del nach Meißens Gegend hinab- Um diese Zeit waren alle Gebürge die das Weinreiche Land und das mahlerische Thal des Flußbettes, bekränzen voll Arbeit und Stimmen des Vergnügens. Längst der mittägigen Seite des Slrohmcs, scherten Winzer und Winzermädchen des Wcingotts, jährliches Fest, trugen die volle Purpurtraube in reichen Körben davon, und krbnnten die Häupter mit dem Schatz und Schmücke des Herbstes. Bunt und reizend war der Anblick den der wandernde Fluß in seinem unaufhaltsamen Zuge gewährte. Selbst Lallio gestand, daß das blühende Mantua und keine Flur Italiens schönere Aussichten, reichere Garten, und angenehmern Wechsel gewähre. An einem der umbüschten Elbbusen landeten beyde, und genossen vor den Thoren Meisens ihr kleines philosophisches Mahl, ohne einen Blick des schönen Tages, und der reizenden tausenfär- bigerr Gegend zu verliehrm, L. Ihnen war alles neu was sie sahcn, und die Neuheit führt ein Vergnügen Mkt sich K 4 das Und daS auch den gemeinsten Gezenffänden den Werth der seltenste» leiht. Hier wünschten beyde den Rest ihrer Tage der Freyheit zu weihen, rnld die süsse ländliche Muse zu ihrer Freundin zu machen. hier auf einem der Rabberge in einem wußeamschm Landhaus? am Abhänge der östlichen Seite gleich dem Lvelroergeßendem CmyedokleS von ihr Vergessen, von den täuschenden Unruhen der rm- rrmsen Welt gelammt, mit Diderot oder Ercffet zu wohnen, und den Traum des ersteren reallst-m, oder deS letzteren nachahmen zu tdnnen Reizend und süß ist das Vergnügen auch nur in Ideen zu bauen, und das was Wirklichkeit und Natur versagt in Gedanken zu bilden und schöner als Natur und W hrheit den kurzen Genuß gewähren, iir langen Folgen blühender Phantasten zu genießen. Ihm überließen sich LMo und Dorwal unrer der dick von Trauben behange- mn Reblaube, glaubten schon auf Diderots Insel zu seyn. und in der philosophischen Republik zu wohne». Z' Fern vom Rausch der reichest KiünloS wollustvollen Grade Wollten beyde ihren Tempel iNuseri und der Einsamkeit An der Elbe Rebemhale' Lieb und guten Grazien wendn; Grotten von Jesmm und Rosen And der weichen- Nymphen Küßs Weiche Sitze in dem Mvoßs Zeder Dlumemhäler Winke Jedes Abhangs sanfte KühluNK Einsamkeit und Poesie Und Lee Philvmele Lieder Luden in vertraute Schatten Laüio mit Dorvaln ein. So entfloh Hvraz und Pops Eeßner, Uzz und Diderot Oefters dem Geräusch dcS Fort Oft der grossen Thoren Meng« Und genoß beym Wasserfalle Nur sein Self und seine Mus«, An des PinduS Heilgen Schatte» Freuden deS Anakreons; JencS ParriarchS der Liebe Dem Lhapcüc und Ehaulicu DeS Houlieres und Pavillon Scher) und Musen folgten. -Nicht im Marmornem PallaK unter goldnen Balustraecn stand in sammtnen Bänden stolz die Bibliothek des Vatikans nein, in kleinen grünen rosenfarbnen Dandchen stand der Grazien Bibliothek; von Horazens Hcldenjeieen biS zu Ramlcrs Dlumenlesen war den Sängern sanfter Freude» als der Arzeney der Seele als der Weisheit guter Herzen und den Quellen des Vergnügens als des Lebens Trost und Freud« In dem Tempel des Geschmackes jeder erste Raum gegönner. Bey NasonenS Zärtlichkeiten standen Melands Sympathien rieben AmadiL und ZdriS waren Arwlst und Taßo, die Bocacen unsrer Zeiten Telemaque und Marmomel d'Arnguc, Dornt and Voltaire, Hnmilton und Lrebillon, Don Quixor und Silleio, mit den edlen Grandikonen und den zärtlichen Einrissen mit des Fieldings weiSheirSvollen edlen tugendhaften Scherzen, viel Romanzen und Romane die der Seele Labyrinths und deS Geistes Mystonomieu so wie d'ArgenS oder Sterne voll Gefühl wie Rousseau mahlten die die Tugend so wie Grßner wie Lavater oder Hallcr voller Reih dem Leser priesen. 4- Homer, Wrgil, Lucan und Dauts Trüßin, Sczillo und CamouenS DeyMiltvn«.den cwgemKloxstvir Voltaire und Zachariäs Lied; der Grazien Gesang und Thümerl und Daphnis an Petrarguens Hand. Horaz und Doileau sangen noch dem regellosem Schäckkpear vor und Dorars leichte Phantasten verdrängten-eine Herolden wie Utz und Gleimens ewge Lieder Mit den Greßets und Hagedorn weit über den Tibuilen standen. Fontaine und Achtwchr gaben Roch unsern Gelierten die Hand wie noch Aesopens Schatten den Vorzug Leßäng eingesteht. Auch stand in schönen Reyhcn Terenz und PlnutuS Scenen Dicht bey dem deutschen Sophokles Man sah Korneiüen und Racine» Destouchen und Mvliercn Bey ewigen Bolrairen stehn Don Lopez gab wie MarmoNtrl den Ton im neuerem Parterr Trotz Diderot und Leßing boten der alt und neue Schakcsxcar Dem Zahn der Zeit und der Critlk Wie Gözze seinen Richtern Trotz. Won Metastas' und Weisen schalten der Oper Marmorsale wieder und trugen die entzückte Seele in Pergolese und Hüilers Tönen hinüber ins Slyflum. GoldonenS Scherz und Stephanie gesellten sich zur neuern Chor, oft sah man einsame Morsten Bey Geliert, Rost und Favaerstehn. So stehen unter größrer Schaar verborgen in dem Weilchenthall der Blumen Philosophen dort So standen noch bey Ervnegks Schriften bey Meistens und bey Thomsons Lied Iakobi mir dem Dcsmachis, !a Fare bey dem Lhaulieu soll zusein Scherz und Liehkichkelr und unnachahmlichen Gesang. eS hieng an Blumenkränze mir Eichen und mir ewiggrüneri manruanschen Lorberzweigen um Dichtergallerien her. es standen cwge Blumenbccher voll rother Skaldenblumsn und unverwelkren Rosen und um die Freudensängsr und ihre Seelcnbilder, und auf den Mausoleen stand: Ihr, die der Dichterchor geliebt ihr ruht in schöner Lorbeerhaynen wo Götter euren Tod beweinen und heilig wie ein Tempel ist daS stille Grab das euch umschließt. Auch der Philosophen Wandrung von Pythagoras und PlakoS und deS Zoroasters Zeiten von Manechors und deö alten Sanchuniathons Zeiten bis auf unsre neuesten Dankes und SolanderS Reisen waren in dem Dücherschahe Aorik reißre mit Loren;» und Jakobi nach la Trapp« zu dem Grafen von Commings. Wieland führte Philosophen Aber keine Abderiten In verborgene Archive Mexikanischer Geschlechter und vsm Felsen stürzte Saxbo bey des gurrn Werthers Lode hoch von Leukitte inS Meer, weinte mir den Heloisten und empfand der Seelen Linden La sie an den Felsenwänden alter Liebs Denkmal fand. 6. Woll romantischer Geschichts war LbalisnS Kabincr Aber wenige Plurarche und noch weniger Krämers fanden Bey den Boßwers ihren Platz: wenig Philosophen standen «eben Plato und Mendelson, «eben Seneka und Lucian, Srremond und Sginr Real. Rochefaucaulr und der neuen Zeiten Thcophrast !a Brüyere und Steele waren unzerrrennte Freunde: so wie in getheilten Bände« Abte, Pops und Licero bey den Hirschfelds standen. Doch best neuern Plmiyße» war ein weiter Raum vergönnt, Düffons Schöpfung war in Farben mahlender Natur getaucht, und dem musternden Linne war des treuen RöselS Pinsel mit Gehorsam stets zur Hand. Selbst die Menschcnklassen waren von den Patagons zum Lappen von den rußgen Caffern und de» braunen Maladeren bis zum gelben Spanier und dem weisen Franzen, von den Plarcr-bis zum PongoS, von Gizamen zum Peginaen von den Gnomen und Silfyden; Feen und Centauren, Ewiffks und Klimmen« Welten von den PhoieyS bis zum wilden Orang- ourangs, von beS Poles ewgen Sise bis zur Linie Sonnenbrände, besser als den Roßcaus MirabeanS und Bazins Unsern Philosophien So wie SalomoniS Weisheit von dem I)sop bis zur Ceder wie ihr Seelensttz bekannt, nichts war ihrem Microscope wie den Leewenhöck zu klein nichts wie RLseln oder Sulzern von des Trembleys Polyp an und der wundervollen Wasserwelrcn unbekannt. 7. In diesem reizendem Tusculan sahen sse im voraus die Wirklichkeit der platonischen RepMick, und alle Projekte des Inselbewohners Diderot. Nur zwo Freundinnen, Liebhaberinnen stiller philosophischer Laune, die nur selten zum kleinem Bachanal des Lomus aufwallt, Freundinnen der Emsamkest und Dichtkunst, die so wie die Weiber der Pho- leyS alle häußiiche Angelegenheiten ohne Mühe und Zwang besorgten, ungebeten die Pflichten der Freundschaft nicht des Zwanges erfüllten, unfähig zur Wiederkehr in die be- trugvslle Welt nur ihre chinesischen Zimmer Liebten, nur diese zwo sollten ihre Gesellschaft bereichern und erhalten. Von da aus sollten sich Strahlen der Weisheit und Wohlthätigkeit, Seegeu und Vergnügen ihrer philosophischen Muse unbezahlt, und unbedaukt gleich dem verborgnem Goldquell tugendhafter Adepten, über die auf ewig von ihnen getrennten profaneren Welt verbreiten. Da sollten die Wissenschaften ihr Vergnügen, ihr Acker, ihr Hausrarh, ihre Entdeckung und Forschung, ihre Goldgrube und Schatz seyn. 8. So wie ehmals der Römer Helden vom Pfluge an die Spitze-er Armeen, vom Do- gelheerd auf den Thron der Imperatoren, und von den Triumphen überwundener Nationen wieder zum Rübenfelde gierigen, so wollten beyde nach dem Gedränge protheischer Verwandlung ihren unbefriedigten weltsatten Geist aus den Wirbel der Geschäfte und den sorg- vollem Nichts menschlicher Erwartungen dahin tragen, wo sie nichts mehr zu erwarten nichts zu hoffen und zu fürchten, die Weiss r6o-—- heit zu-er einzigen Leidenschaft, die Tugend zum ewigen Zweck machen konnten Versenkt in den riefen Entwurf vergaßen die Philosophen Welt und Sonne, Reise und Tag, saßen noch m der Laube als die Nacht ih- ren Wett umhüllenden Mantel auch über Ke warf. Da erschien den Weisen die furchtbar Majestätische Gestatt des Wettgeistes, wie eh- umls dem Sänger der Lusiade der Schutz- Keift des Weltmeeres, an den Gestaden der eolumbischen Wett oder auf Hercyma das Phantom des Waldes erschien Sein Haust in den Wolken, sein Fuß im Abgrund der See. Die rechte faßte den Nord, und die linke den Süd- Pol. Die Winde aus allen Enden der Erde jagten sein Haar wie den Schweif der Kometen, um sie braußtsn die Stürmen der Donner, Blitze, Waldfturm kräuselte sein Haar, und Schrecken gieng vor ihm her. Da vergaßen die Philosophen Projekt und Entfernung der Wett, und kehrten ins Innere des Berghauses zum gesellschasts- vollem Zimmer zurück. Da verjagte der prasselnde Kamin, und der schäumende Most Schrecken und Furcht, und mischte schnell Projekte und Phantasie unrer den Wirbel des lustigen Tanzes. Auch da fanden die Freunde des Nachdenkens Stoff zum er-ften Philosophischen Gefühl, lernten die Sorgen Verbannen, Freude zu erndten wo sie sie fanden, Menschen vergnügt zu sehen, und an dem ihrigen auch eignes Vergnügen zu im- den, lernten sich freuen, daß überall ws Menschen find, auch m der armseligen Hütte der Winzer Lage der Freude geheiligt find, und entwarfen beyde das Projekt, saß wenn es auch ewig nur Bild der Imagination icyn soll, doch ewig ein schönes Gemfiylde ihres Schwunges seyn wird. 9- Vouz ras vsrre? toüsour ls msms lVlortsI l-ML lc>m, ami tanz iarä, xenlant par Aoüt, vivanr Lanjart Le vivant äans un calms excrsms au§rs ciu tsm; är Inaxarä. !^a, äans äss scharmantez xartlss ä'llumsurz liante allortie; portant äes elpritz ässInakAsa äs iouciz är 6s presuzez retrancllanr 6s notrs vie les fa^ons, la Lersmonis Le taut populairs karäsau, loin äs I'kumains someäis eomius ein un inonäs nauveau äains uns cllarmaints prati^vs uouz realilsron; enlla Lstts xstics repudlicgv^s ü 1on§ tems xroiettes en vain. L läns Uns 6ivimte commoäs l'amitiö, Lnz bruit, iam eslat Fon6era es nouve! etat la krLnMsc sn sera Is so6e !sz ieux en 5eron5 Is ssnst öL lur ua tribunsl 6s Idoles ilö§s 6e notre Oonüllat 1'sniousment juxera lez LsulsL- On exlura 6e cs climgt tout cs czui ports läir 6'etu6s, la ra-son c;uittgnt Ion air ruäs xrsnära Is ton 6u Isntimsnt; !z vertu n'/ lers point prucke I'elprit n's lsi-3 point psäant, Is Qvoir n'^ lerg msttadls sonst mein Glück Mein einzger Wunsch, der Nachte It-aum- Des Herzens Freud, dhr Lugen Tod Des Tags der ofne Himmclsblick. Dich sah' ich und empfand dich kaum Als dich des Neides Schlangenbiß Aus LiebeSvollrn Armen riß. Der heimliche Groll der Tanten und ihr unbefriedigter verachteter Stolz, die Habsucht, die Floriamns Vermögen bemächtigte, Unbestand und schmeichelnde Hoffnungen ent- rißen Florianen den zärtlichem Geliebten, und ließen lange schmerzhafte Reue jenen unver- siegenden Quac-l tiefer Melancholie in feinem Herzen zurück, die ihn vorn geliebtem Adelsd.» trennte. 2. In diesem Lande das nun ein Land der Traume zu seyn schien, hatte Florian fünf der schönsten Jahre seines Lebens verträumt, dem Glück im Arme, alle Vergnügen erschöpft, alle Ideen rcalisirt, die Sie Epikur Mammon nur entworfen hatte, und nun wagte Florian nach langer Trennung von dem geliebten Orte. ihn wieder zu besuchen. Vier Meilen lang war er bey allen schönen Tempeln der Natur vorbey gegangen, hatte keinen Wald wo das tönende Echo wohnte, keine schattenreiche Quelle, keinen seiner vormals geliebten Eichbäume wieder besucht- Sein ver- langendes Auge sah unermüdlich dem Gegenstand seiner Wünsche entgegen, und wartete mit Ungeduld auf die Entdeckung irgend eines Thurmes der in der nahgelegenm Stadt, das angenehme Thal verrathen sollte. Schnell verlohr sich der Weg unter ihn, keine Nuhe- stLdte reizte den Wandrer, die Zeit flog un- merklich über ihn hin, und nach stebcnstün- Ligem Wege, langte Florian entzückt über den Anlick seiner Laren und Penaren in dem stillschdnem Adelöd.. an. 3« Kaum hatte der erquickende Schlaf, und eine labende Milch seine Kräfte ersetzt, als er eilte, jeden Lrt voriger Vergnügen wieder zu besuchen. Seil drey Jahren als ihn Reisen und GeschäfteProceß und Verdruß entfernt, hatte alles seine Gestatt verändert. Das ehemals bewohnte Schloß war voll Genien und Syiftn,Hymen hatte überall vor seinen Rekromen Quartiere gemacht, der Hof hatte seine Gestatt, die Gärten ihr Ansetzn geändert. Da wo sonst Lauben standen, war leerer Platz, wo ehemals Bäume ihren hundertjährigen Schatten verbreiteten, war grüner Rasenplatz, und wo sonst Heydc aus ihren brandigem Boden kaum den Schafen ein dürftiges Wiutersutter gewährte, war jetzt lachender Anfiug des schbnstm Birkenwäld- cheris, Hosttuug der Nachwelt. UnmWtzre Dä- Dächer und fallende Hvlzwände, waren in neue Dächer und feste Steinmauern verwandelt. Weiches lautere Vergnügen cmxfieng Florian, alö er auf die Watte seines Hauses stieg, und die Spuren voriger glücklicher Stunden Wiederfand, und über den Eingang laß- Dur^usliaa äornns! 4- Wie das schöne Ävoli Wie das stille Tusculum Wie voll Reih Pluteoli Oder bey Millenium Topcns Troidam lachte War meine Adclsd... Nicht wie TsltairS Fcenschloß. Allzugrvß für seinen Herrn, Richt wie Barons Gchäserhaus Bll,uklein für feinen Herrn Wie PhilemonS Tempel, Boiler Anmuth wars. AIs den ersten Himmelskuß Aether seiner Erde gab Sank vvm hellen Sonnenstich May und Melodie herab Die im Dirkenwaldchen Philvmele sang. Selbst des Frühlings Angesicht Sachte so Thessalien Und Und dem Tempe schöner nicht, Mahlte so Arkadien Und das süße Snna Reizungsvvller nicht. Wenn im Monde Kottesfirahl Aus den ewigen Azur In mein angenehmes Thal Woll der treusten Liebe fuhr, Und der Himmelswagen Uiberm Haupte stand: Lud ich bey den Sternenschein Lauren auf Perrarqucns Kuß Und Johann Secundus ein, Schöner war der Götterkuß Selbst Sndymivnen Von Diana nicht. Ott erschallt der Mtemon Und ein Liebchen voll Gefühl Das von Swaba Lippen schon Früh auf Gcrstcnbergen fiel Bon der stillen Warte Die mein Haus bekrönt. Wenn der buntenTranmc Schaar Gauckelnd um dem Himmel zog Uiber meinem Haupte war, Und durch jeden Nerven flog, War in allen Tropfen Blutes, Freude und Lust. Fünf der schönsten Jahre flvß Mir der Lenz, des Lebens hin Zeder Blume oftier Schooß Jeder Himmel lachte ihn Ihn, dem Thal der Freude Stetigkeiten zu. Dich du stilles Tusculan Dich nur liebt ich inniglich, Wie der Dryas ihren Stamm, Wie einst Cesar kniend dich Neues Land umarmt Das sein Sieg gewann. O wie stieg desHerzens Dank Von deS Thales Altar auf! Schallt- hohen Weihgesang Au deS Himmelsscste auf! Noch auf aller Bäume Wipfeln rauscht der Dank. Noch in allen Kabinetten der Grazien und an setzen Zeugen ehemaliger Vergnügen Nehm die Denkmäler- die Jugend und Scherz ch sie grub. Noch m allen Bäumen unter deren Schatten sie fassen, steht der Name Florians und seiner Geliebten geschnitten- Hier svrach er, was, wo ich sie zum erstenmal sah, und in ihren Blickenden offnen Himmel in ihrem Herzen die ewige Quelle meines Glücks, aus ihren Busen die Unschuld, Reinigkeit und Blüche des jugendlichen Her- Lm Ms san-d- Hier war es, rro uns der schönste Morgen über einer Weit voll MLgnck-r Dergüügm die sich um uns drängte/, zum erstenmale vereinigt aufgicng, hier auf dieser Thurmhbhe von Menschen, nicht von Sonne und Engeln nur gesehn, empssengm wir den Tausch unsrer Seelen im Kuße der Freundschaft. Dort auf jenem Rasenthrvn gien- gen die süßesten aller Sympathien in unsere Seelen über, flogen die Stunden des Mimen Glücks schnell aber entzückend über uns hin! unter jenen uralten Haselnlaube überfiel uns die Nacht! Ach Baradieß der Menschen! warst du dieser Laube vorn Mond erleuchtet, von May und Rostn umdustee von Jsmenen bewohnt, und von Zärtlichkeit beseelt, warst du ihr gleich? und konnte das erste Paar schuldloser Menschen fettiger Gefühl der Wonne, lautere, sanftere, Himmlischere Freuden empfinden. 6. Der Waldgesang der Mir Verließ des Meeres Pore Schon zog die Mendröthe Am Himmel streifichr fort Die Nacht mir ioisen Schritten, Umschlich die stillen Schaferhütten. Da stieg im vollem?ichrs Aus dunklem-Ocean DianenS schön Gesichts Am Horizont heran, Und machte Flur und Haync Mit Destas reinem Silberscheine. Da führte zu Ismcnen Mich PbilomelenS Schall Die zärtlichste der Schönen Entschlief im Birkenthal Die Grazien erschienen In jeder ihrer Götrerminen. Wie Luna in den Weiten DeS blauen Himmels strahlt, So strahlen sanfte Freuden Die mir ihr Auge mahlt Und schmachtendes Verlangen Durchglühte ihre vollen Wangen. So schön wenn aus den Lüften Ins Meer sich Titan neigt Schlaft unter Rosendüfren Die Dlumcngöttin nicht, Die sanftesten der Schmerzen Enkwallten schmachtend nur in Herzen. O Göttinn! sprach ich leise, Und nahte mich zu ihr; Auf einmal ward ich weise, Die Ehrfurcht winkte mir Und Ohnmacht zog die Glieder Ins Thal,um kanstcn Schlafe nieder. Wie aus dem GStterschlafe Sndymion erwacht 277 Indem er Lunen träfe AIS fle ihn glücklich macht: So träumt ich in den Gründe« Ismenens Herz und Kuß zu finden. Wenn wachend stets Ismen? Entfliehet meinem Kuß Und ich die harte Schöne Auf immer meiden muß So soll um fle zu rühren Mich jeder Nachttraumzu ihrführen. O Rächt du bist den reinsten Won allen Tagen gleich, An größten und an kleinsten Der Freuden bist du reich! O möchtest du Jsmcnen Zu Traumen nur einmal gewöhnen. So oft im goldnen Schimmer Mir deine Lampe hangt Und kränklich im Geflimmer Der Sterne DenuS prangt, Sing ich der Liebe Leiden Ismenens Liebe und ihre Freuden. Und seegne in Gedanken Dich, der der Lic?e leucht, Dich Mond dem oft zu danken Ismene' im Scharren schleicht, Die frohsten aller Gründen Imd?iebe° und Mond mir euch verschwunden. Wel- M 7. 178 8 7. Welche Quelle des Vergnügens ist das Andenken voriger Irrten, wenn sie ohne Reue vor uns erscheinen, welche Freude die Erinnerung der Tugend wenn sie schuldlos und der Tugend heilig vorübergieng l Ihr durfte sich der Wandrer überlassen, denn das Andenken seiner Jugend war ohne kränkenden Dorwurf. Er hatte den Besitz seines väterlichen Erbes durch Bewilligung seinerBrü« der, und durch Kauf an sich gebracht. Er Hatte die ersten Jahre mit wirthschastli- chen Verbesserungen, mit Bau und Verschönerung des Orts, die letztem mit den Beschäftigungen der Musen, und den seltnen aber durchdringenden Freuden philosophischer Freundinnen zugebracht. Das Unglück und Ereigniße die keine Borsicht verhüten, und keine Klugheit abwenden konnte, hatten ihn von den Musenfftz entfernt und seine Hoffnungen getäuscht- Ohne den Schmerz zu erneuern, den ein verschuldeter Verlust erzeugen kdnnte, empfaud er nur wo er gieng, das angenehme Andenken der Jugend, das Bewußtseyn der Unschuld, die Freude der Wohlthätigkeit, und das Zeugniß eines zufriednen Herzens. Auch liebten ihn alle fromme Einwohner der verborgenen Dörfchens, wo Gnthmüthigkeit und Friede bey Mäßigkeit und Gesundheit Herbergen wollte. 8- Eben da er in den dunklen SchttLengazig des Dorfes trat, wo uralte Linden und ckr- lendichtverwachsen über den Leimhütte» sich wölbten, begegnete ihn Lsttchen, den Schbpf- krug an einer und ihr zweyj.chriges Mädchen an der andern Hand. Verändert und verkleidet kannte sie ihren vorigen Herrn nicht wieder, doch grüßte sie ihn freundlich, und hieß ihn mit deutschen Handschlag willkommen. Ihr redliches Auge blickte noch nur jener germanischen ächten Treue, unter den kastanienbraunen Haar, und den Grastuch hervor, daß Florian nicht umhin konnte, sein Lsttchen zu nennen, und dsS Andenken ehemaliger Zutrauens zu erneuen. Lange blinzelte sie und wollte die steigende Thräne verbergen, aber das dankbare und redliche Herz preßte sie durch, und Lsttchen war unter Empfindung des Vergnügens und Schmerzms gecheckt. Ol wie lange ist ch- mn das arme AdelSd.. vergessen, wie lange sind wir Armen von unsern Herrn vergessen gewesen. Und dürfen wir hoffen, Sre wieder bey uns zu sehn? Wollen Sie wieder zu uns ziehn, und uns zu thun geben wie sonst? Gern will ich alle Arbeit im Hause verrichten, alles mit meinen Händen allein bestreiken. O Wie gut, war es da, da unser Herr noch bey uns war, uns kern Unrecht thun, keine Arbeit auflegen M L keß, ließ, die uns nicht gebührte; da wir oft Mayenbienen, und Federschließen, Lrndte- tanz und Sonntagsspiel hatten. Da baurm wir mrt Lust das Schloß, und der Herr baute wieder unsre Häuser, und gab fteywillig waö wir brauchten. Da war immer bald em geschenkter Grasplatz, bald ein Baustamm, bald ein erlaßner Hoftag, bald ein Vier des Sonntags unser Vergnügen. Gert dem haben wir keinen frohen Lag wieder gehabt, und keine Erndte unter Musik und Tanz vor unsern Herrn eingebracht O die gute Zeit, da wir unsern Herrn in die Kirche begleiteten, für und mit ihm betheten! und Nachmittags unter den Linden tanzten, und Abends froh waren, und ihn unsern guten Herrn nannten, und doppelt für ihn arbeiteten! ach die Zeit ist nicht mehr! s.. Florian konnte sich der Thränen nicht enthalten. Sie wird nicht wiederkommen, Lottchen, die Zeit die uns nur einmal gegönnt ward. Wir haben unsre Jugend verlebt, und Las Maaß genossen, das jedem Menschen bestimmt ist. Da du noch ledig in meinem Hause warst, da wußtest du gutes Mädchen noch kein grösser Glück als ein frohes Herz, Tanz, Musik und ein Band ums Haar. Jetzt, da deine Kinder dein Vergnügen, und dein Mann dir bessre Tage ge- r8l währen, jezt wünsche nicht die vorige Zeit undankbar zurück. Freue dich, Lortchm daß bald deine Kinder die Arbeit erleichtern, deine Sorgen vermindern, und deinen Sommer verschönern werden. Auch ich kann mich der vorigen Tage nur mit Vergnügen erinnern, ohne sie zurückzuwünschen. Das Land hat vor mich ohne die Freunde der Stadt keine Reizung, und bessre Vergnügen die Abwecp- sel und Neuheit gewähren, haben mich zu den erster» einfachen unfähig gemacht Doch will ich euch dfterer besuchen, wenn ich Zeit und Gelegenheit finde, euch mir meiner Gegenwart Freude zu machen- lv, Don den rauchenden Hütten der Stillen wandte sich Florianens Wandlung nach dem einsam und schdngeiegenem romantischem Birkenwald. Schon harte ihn Herbst und Winde entblättert, schon harre der Regen und Nebel das Haar der Bäume gebleicht, aber das Denkmahl Heloissens und Manons stand noch in bemooßtm Tannen, die Wal-philosophen, die ihr immergrünes ernstes Haupt über die leicht bewegten Wipfel der Birken und Erlen erheben, und den niedrigen Dornstrauch und den geruchreichen Wachholder beschützen. Das Grabmahl und das verborgne Dermächtniß das einst der späte Enkel entdecken und noch dieHand die ihn liebte segnen soll,stand M Z noch l82 noch, und über ilm blickte der Wolken freye gütige D-.mWcl, durch die offne Bekrbmmug des Waldes hmduich. Vielleicht auf einen der Hügel unter welcher die tausendjährige Asche heiliger Barden ruht, fang ernst ein irohcs dankendes Herz, prieß den Traum seiner Jugend, und dre Ideen gierigen m die Flbte Florranens, und seinen Nachgesang Alt der wandernden Seele hinüber. 10» 1u, k;rlAMLUwPlL Ocliz tibi bortnnaverit doram,§rata fums wann! '* Wenn bey derSonne freudenvollen Strahlen Wir sanft der Himmel locht Und hingeworfen in dem Birkcmhalc Las Herz mich glüälich macht Lenn wallet in dem Wcer der Lüfte Der Freude ein Gefühl Und von dem Hauch des Mays sind noch die Düfte Der jungen Stunden kühl. Mit ihnen zieht das süße Angedenken Der Jugend in mein Herz. O Welt! die Bilder deiner Traume senken Mich in den süßten Gchmeez. Der r83 Der Jugend Traum, die Schaar der Phantasten Sah" ich vorüberziehn Bunt, Freudenvoll, in schönen Harmonien Schlich meine Jugend hin. Noch wallts im Blut' noch suhl ich das Vergnügen Den ersten Kuß aufs Herz, Noch glaub' ich in dem Götkerthal zu liegen Voll Jugend und voll Scherz. Roll Dank und voll Gefühl flnd sie verschwunden Nicht ungebraucht vor mich. Auch vor daS Angedenken froher Stunden O Himmel prciß ich dich. Noch schleicht sich in den Mittag meines Lebens ein frohes Stündchen einI Mir soll zehnfach genossen, nie vergebens Kein Augenblick mehr seyn I Wenn.goldne Hofnung meineSeegel schwellet Und alle Wimpel wehn, Und wen» im Unglück sie den Weg erhellet Den Muth und Schicksal gehn. ;84 <§o soll bis an den Rand des flüchtigen Lebens Die Dankbarkeit eS weichn I Dem Angedenken»och vor Hauch des Lebens Der lczre heilig seyn! so»MLk semxere L 3M0 forts ancora (^vel öolcs loco zu, und beyde Seelen verstanden einander ohne der Sinnen zu bedürfen." D Bruder! v Freund von ewigen Zeiten! wie Hast du die Seele verkannt, dre dich wehr Lis Bräute M lieben, so wie Engel sich lieben, so lange und unwißend unvergolten, und ohne Erwiedrung liebte? wirst du nicht ernst den Bsrwurf dir Wachen, daß eins Seele so gut und sanftgestimmi als deine, kMpfindungSloS die Thräne der Liebe weinen sah?" Indem erwachte von einem stärkerem Herzschlag das Auge des Schlafenden, schien eine Thräne zu verlieren, und bald verschwand der Gedanke,m»»erwachten Herzendes Bruders, der ihn leicht auf dem Llavier in lau- senden Tönen verjagte. Indem die Seele vergebens umherflog, sah sie unter den dickliegenden Papieren den Anfang vorn Briefe, den den Freundschaft und Liede entwsrfm, Politik und StEsabstchren zurückgehattea und ungerechter Zweifel und Bomrkheii zurr- Prc.- jrkrenarchiv beygelegt Hatten. Kaum entstand der Gedanke des Willens, ss befand sich die Seele in N-.., fand da die Seel des schla- senden Mädchens, zwar fchM seit Lchrm m dem Banden aber noch frey von Pstichre« und Diensten des Hymens. Ehemals harte« sich beyde Seelen geküßt, tzs ßr beym serm- gem Punsch an Mariannen, und dre Fo gen des Ehestands dachten, hatte» gemimschet Miteinander durchs Lebe» zu wallen, und unzertrennlich durch jede» Austritt des Lebens zu gehen, denn Seelen ve-Kch« KH leicht, und durchdrungen ihre Gedanken mit dem Fluge des Blitzes, wenn Ke die Sympathie zu jenem elektrischem Feuer der Liebe gestimmt hat. Hemmte dachte zurück an die schönen Stunden die in der HoHeitengarteK zu Augenblicken wurden, grault? noch i« lustigem Graötsnze jenen Rundgesang zu fingen, der so oft im lautes Gelacht« und noch lautere Küße ausbrach, wandelte noch an Ufer der Elbe hin, und kehrte nach bfternr Entzücken zum niedlichem GrazsenbediemrM Mahle zurück» Da dachte das Mädchen a» tz-S Bild Mananens und an sich, da sie die Hand in der Hand des Geliebten, zitternd fühlte, und auf der Gegenseite laß r Don weinen zärtlich treuen Thränen entsteht ein Bach! Und dieses ist das Bild der Schönen, ach HiK- SiMAel ach! Sie war mir lieber als mein Leben, als alles Geld. O was hätt-cd darum gegeben! d,e ganze Welt! Indem neer- rvachre floh die Seele davon, denn-seelen ohne Körper können sich nicht in Körpern eingehüllten Geistern mittheilen. S«nen flog die Wanderin aufs Land ans Ufer der Eibe zu einer der wlrthschsstlichcnSlymxhm^die ebmalS Adelsd... in Llystum umzulchasten wußte. Da zogen zugleich im träumendem Mädchen und in der wandernden Seele tausend verfthiedne Erinnerungen voriger Lust- semen vorüber, alle Bnefe die ste Einander schrieben, und jeder Gedanke durchdrunge fte wieder mit der ersten Empfindung elekktllch^r Kreude, und beyde Seelen umschlungen einander jeflt fester als ehemals steh ihre Arme umwanden. Sorgsam den Geliebten nicht, so sein Mädchen pflegt, wenn am heißen An- gestchr ihm ihr Hcrzgen schlagr-Jnvem deMe das Mädchen träumend dce weißen trostlosen Ar. me, wollte das Schattenbild umarmen, und faßte erwachend den Wind. Und schon sa>, die fliegende Seele in der engen Dachkammer des Städ- Beckerhauses, in welchen die rotwangige Tochter stille Thränen verschluckte. die ste über ihr vormalö verschinztes Glück heimwcinte. Ach! hätte ste damals geglaubt, die Srolze. daß sie noch einst den Kkrchtburm zu scheuten bestimmt, die rreycrlo. sm Ta?e?n ewiger Jungferschaft verwemm, umsonst die unerkaufltchen Stunden^artlicher r§L Schmäzgm zrrrLSmfferr, umsonK Angelesene Briefe mit ihren Thränen baden sollte? Aber d-e Seele konnte so viel unstillbaren Schmerz nicht ertragen, flog-a,wn und setzte sich auf die Zinne des Thurmes, wo der ffcheMrw-ge Mond die Fahne bildet, und sah herab in das Haus, wo sie fünf Jahr verträumt hat« te. Schnell grenz sie von da, in die so oft gerräumten und gewünschten Gärten Baörlo- menö über, und sah alles im unbekränztem Blich was Skälden, Barden, Minnesänger und Troubadours aller Zeiten nur vorn Lande der Fabel erzählten. Was bey den Morgenländern Gehenna, den Nordländern Val- halle und Gimmle, den Griechen und Rb- mern Elyfium, und den Anhängern Maho- mets das Paradeiß war, das alles übertrafen, jetzt im Blick der Seele die Gärten Semrramis. Die himmelnahendm Mauren Babylomens, die an Stärke und Höhe die Pracht pyramidalischer Kdnigsgraber überstiegen, an welchen die Erbauer Millionen verschwendeten, breiteren sich in ein unabsehü- ches Gevirrde aus. Ihre Stärke glich jenen der Ewigkeit trotzenden Mauren, der stolzen Karthago, auf deren Dache fünfzehn gerüstete Rentsr neben einander zu reiten vermochten, und jener bewunderten chinesischen Mauer Lte mit Warten und Thürmen versehen, ganz Thlna zur Festung wieder die stürmenden Horden der Tartarn gemacht hat. Das ganze Dach war rmterw-lbt, und ward von ringe- »92 Die geheuren Bogen zu einer Hdhe von tausend b iß getragen. Bley war die Decke auf wel- dem verküttet, Schichten von Backstei- U,!. und auf diesen eine fünfzehn Ellen hohe .> Blumenerde ruhte. Rund um das B rch des Pallaffs zog sich die prächtigste Bal« i.Krade weiche in gehörigen Entfernungen die Luojäulen aller egyptischen Regenten in vergoldetem Erz tausendfach darstellten. Auch M en die Bildsäulen der Isis, des Apis, Lsms, und aller ch-üdaischen Thierzeichen in wrederholren Grouppen prächtig vergoldet, über die Hdhe der Wolken erhoben, wenn Wolken jemals dieß Land beschattet hätten. Die Sonne sah nie einen prächtigern Anblick von Menschenhänden erbaut, und der ganze Olymp schien herniedergestiegen zu seyn, und in ihrem Glänze zu baden. Don dem Bette des fruchtbaren Nils zogen künstliche und unnach- ghmdare Triebwerke die Waßer, die auf der platten Forme Bstans, Kanäle, Jets D'eau, Laskaden, Fontaine» und Seen bildeten, und denn wieder mit euphrarischem Geräusch herabfielen. In ihren Usern schwammen Die buntgemahlrcn Gondeln Woll FlLren und Gesang, Die ihre nehmen Flaggen Im Sonnenzlanz vergoldet, Weil über die gen Himmel Aufblühenden Ccdern trugen; - Lid in Litronenwäldchen sangisi Li« Pavageys und Exlibris. Die koloßalischeo Stakien Und ungeheuern Obelisken Die Zelter ganz mit Gold behängen Verblendeten die Augen, Was in nachfolgenden Zeiten das Eseurial und die bewunderten Gärten zu Mariy und Fontaineblau in allen Arten der Kunstwerke aufgestellt haben, war nur Schatten gegen das, was zum Pallast der Kdnige, zur Schatzkammer des Landes, und zum Denkmal des ältesten und prächtigsten Volkes der Welt diente. Semirrmis hatte in dieses babylonischen Wunderwerk alles versammlet, was die Erde bewundernswürdiges, alle Nationen kostbares, und jede Zone des Himmels verschiedenes hat. Sie wollt entweder den Himmel herabziehen, oder ihren Sitz in die Region der Sterne bauen. Diel Menschenalter dauerte die unabsehliche Arbeit fort. Millionen Hände wurden gekraucht, das Wasser zur Höhe der Arbeiter zu bringen. Der Thurm war schon zur Höhe gestiegen, wo die Luft zu mangeln ayffeng, die Sinnen verschwanden, die Sprachen verwirrten sich, und die Zeit zerstörte alle diese Werke in denen die Nachkommen noch die Ruinen der Werke der Götter, und nicht der Menschen zu bewundern glaubten. Allein, auch dieß war der wandernden Seele noch zu beschränkt, sie sah ihren Körper fest im Arm des letheischen N Schlafs 194 Schlafs und schnell trat sie die unermeßliche Reise an, die sie auf den Strahlen LeS Lrchreö zur Sonne erhob. Sie fuhr nicht auf des Zevits Flügeln Hin- Sie ritt auch nicht auf Salamandcrin Sie borgt auch nicht von Dom Merlin Cylinders oder Pegasum, Sie fuhr durch einen Tropicum Bitrificirre flch zuvor Und kam än Titans Morgcnthor Bekionen in sechs Minuten hin. „ Wie kann das seyn? bedenken sie ,, Mein Herr waS sechs Minuten sind?,, Ein Strahl dcS kichtes fährt geschwind Und länger brauchte Newton nie Darauf, Tour und Retour dahin. Zwar fiel ihr Miltons Brucke ein Die Satan durch das Chaos baute Die war bequemer noch, allein Da sie den Merlins wenig traute Und ihre Spur verbergen Muste, so fuhr sie wie Rinaldo fuhr Won Teneriffens hohen Bergen Nach des gelobten kandes Flur. Sie sah dort nichts was man hier flehte Nicht Land noch See, noch Berg und Thal, Magnetisch wie die Pole zieht Elektrisch Feuer überall Wbrirend geistige Körper an Und stößt sie unaufhörlich fort» Dieß stä'tge Elektrisiern Erhält der Sonnen groß System Was lebt erhält flch im Vibriren, Durch Wollust in dem Lustsystem Kein Süllestand, noch Zeit, noch Ort Mich ^96 Find in dem Quell des Lichtes stott Vergnügen ziehe die Sonne fort Die es zur Lust gegeben hat. Wie in dem Abendstrahl das Hcep Von Myriaden Mücken zieht Und in der Lüfte goldenen Meer Sich wirbelnd, nach der Sonne flieht^ So wirbelte die Seele auch Im gränzenlosem Aekher hin, Doch wußt' sie nicht Lartesens Brauch Der Tourbillons t ihr schwacher Sinn Verließ fls baldfle fiel und sank Beraubet und entkräftet hin. Bis zulezt Ke der ungeheure Schüm'd einer schwimmenden Welt, den die nordischen Seefahrer Seekrrcken nennen aufnahm. Alles war da voll.Wunder. Sonne, Mond und Sterne giengen in dem ungeheurem Raume der schiffenden Welt regelmäßig auf und unter, Syrenengesang erschallte statt dem Gesang der Sphären Die ganze Atmosphäre war von Ambradüften durchräuchert, selbst der Auswurf des Seekracken übertraf den Wohlgeruch des theuren Moschus. Sie traf da die vollständigsten Ausgaben vom Plinus rn Usum des Seekracken an, den Johnston, Schwammerdam, Leewenhdk, Reaumür, Sinne, Klein, Büffon, bis auf den Rdsel, Leßer und Frisch. Alles sprach, und wenn eins sprach, so sprachen die übrigen auch. Sie gieng von Naturkennern zum Moralisten über, N 2 aber ry6 aber da erhub sich ein allgemeines Getön, das sie betäubte. Alle Encyklopädien, Jnn- begreife, Systeme, Dlktionairs, bis auf die Auszüge, Versuch und Skelette erschallten wie die Gesaffe im Jupiters Tempel zu Do- dana. Nur in dem Fache des Witzes war un« verbeßerliche Anstalt. Alles was von den gescheiterten Schiffslasten aus allen Theilen der Welt in den Schlund des unermeßlichen Ssekracken fuhr, der größer als der Hafen Siciliens war, alles gieng per äuockermm in den fleischernen Parnaß, und nur was der Wahl der Aristarchan werth war, in den Jchor des Fisches über, alles übrige aber per inte- üinuni rsLtum zur Speise der kleineren Fische in den Ocean ab. Sobald sie die Augen auf ein Blatt des Petrarka warf, so sang das Blatt. Wie oft ließ sie nicht DesmachA und Dorat fingen, wie oft trüten die göttlichen Harmonien Horazens und Rammlers, Jakobis und Graßots? Wenn ste im Hamil- ton laß, so riß sich Jdris und Ariosto los und küßten den Hamilton. So küssen sich Grarien auf lippertschen Gemmen, wenn Amor Rosenketten und die Schwestern der Liebszdttm herumzieht. Silvio und Ama- his hielten die kleine Wilhelmine in ihren Armen, und wollten auch geküßt seyn. Oft vergaß die wandernde Seele, Himmel, Welt und Seekracken, glaubte schon im Lande der Göt- —- Gdttsrzu seyn, hbrtedie leisen Stimmm der Houris, und saug im Entzücken ihrer Wonne- Ist eS nur ein Traumgestcht? Jede Flur im Rosenlicht Ist Gesang um mich herum, Friede nie gefühlrer Friede Tönt hier in jedem Liede Dieses ist Slyflum. In dem heiligem Thal, wo noch die sprudelnde Quelle am Feste des Pendes vom Hufschlag des Flügelpferdes heraufrauschre, unter dem lieblichem Schatten des Baums, der dem Dichrergott geweyht war, traf sie oft den mantuanischcn Sänger, den zärtlichen Ovid und Likull in vertrautem Gespräch. Horgz gieng an Petrarkas Hand und sang noch sein tausendjähriges immerschdnes Lied, der süsten lächelnden Lalage vor Wenn da der zärtliche Dichter römische Thränen in lauri« sche Augen hervorrief, so kam den die seufzende Laura im langem Florgewand, und umschlang den geliebten Schatten, drückte die elfenbeinerne Leyer dem Dichter ms Herz, und denn sang das liebliche Trio die Küsse Johannes Secund, und dachte an die Quelle zu Vauklüse. Denn rauschten zärtliche Schmätzgen Lurch das heilige Thal.- Bald reißte sie mir Fontenellen in die Regionen des Antheos, und sahe vom Syrinö herab, aus den Seekrebs, in welchem sie unbewußt wohme. So wohnte ehemals Bottair vier N Z lan- lange Jahre in der Bastille; so stieg Maho- med im siebendem Himmel, und da sie zurückkamen verwirrten beyde die Welt. Kaum aber war dle wandernde Seele aus der blauen Bibliothek heraus, kaum trat sie in die mahl- nschen Garten, als die Bildsäule des Mcm- non sich aufthat, die beym Aufgang der Sonne erklang. Da sah ihr staunender Blick Lbelisken mit heiligen Hyrroglyphen, Statuen des Pompejus und thurmhohe Pyramiden von Marmor und Granit, die noch das ehrwürdige Gepräge tausendjähriger Arbeit trugen. Sie sahe das königliche Thaben, das mir hundert Thoren prangte, das prachtvolle Mernrhis, den wildstrbmenden Nil, mit seinen Gottheiten, die Gräber der Könige zu Mocknam, und die drey Pyramiden von Ei- zc, die sonst unter die Wunderwerke der Welt gerechnet wurden. Sie fand die koloßalischen Säulen, das berühmte Grab des Osyman- Luas, die Tempel der Venus und Mm.nous. Sie laß den Manathon, Sanchuniathon, die Zenta, Desta, die Dcdams, die Bücher Hiobs und ZoroasterS, und voll heiliger Ehrfurcht staunte sie über. das Alter Welt und der Seeracken. O wie Schade! dachte sie, daß es nur sieben Wunderwerke der Wett giebt, während daß alles in der Schöpfung rund um uns, voll unaufhörlicher Wunder ist! Vielleicht dursten der heiligen Zahl wegen, r.ichtsmehr als »99 als sieben seyn, denn Griechenland selbst hatte nur sieben Weise, und mancher war nur durch 7 Worte, unter ihre Zahl gekommen. So hat das glänzendste aller himmlischen Bilder den Namen des Siebengestirnes; so trägt Belginns Löwe 7 schreckliche Pfeile in der rüstigen Klaue. Rom hatte 7 Könige, deren letzten noch die unnachahmliche Lukre- tia vertrieb, und die Stadt der Welt selbst nur 7 Hügel auf denen der erste der 70. ordi L urbe den Seegen austheilt. Sieben waren der sybillinischer, und ach! nur drey wurden den Flammen entrissen. 7 Farben mahlen, den Bogen des Himmels und 7. waren der Schlbßer des böhmischen Königs. So gab es 7 Kühe, 7 theure Jahre, 7 Leuchter, 7 Siegel, 7 Plagen: so giebt es noch 7 Planeten, 7 Tage, und 7 böse Dinge in der Welt. Gleich dieser Wunderzahl, war auch jene platonische drey der Jnnbegriff tiefer Geheimniße. Ihr zu Ehren trägt der heilige Dater eine dreyfache Krone, und der Hdllenhund bellt aus dreyfacher Schnauze. Drey find der Grazien, der Syrenen, der Parcen, der Furien, Gorgonen und Gräen. Drey sind der Patriarchen, der höllischen Flüsse und der Sterne im Gürtel Orions. So hatte Garyon z Leiber, gleichwie z Tnum- rirate, und drey Tage in den 3 Hauptfesten find. So fragten die Alten jede Leiche zmal ob sie wider ihre Beerdigung etwas einwetv den wollte, und dreymal bey dem Ausruf N 4 Loh LOO 5ub KaNa. So hatten die Z Reiche der Natur ihre heilige Zahl; so gabs z Provinzen, Erabus, Tartarus und Elystum r Himmel, Hölle und Fegfeuer, drey Nichrer, Minos, Anacus und Rhadamant..Drey Flüße des Lnfernus, Phlegeron, Locyt und Styx. Neptun harre semen Dreyzack, und Apoll seinen Drcyfuß. Mitten unter diesen Berechnungen sahe die wandernde Seele das Bild des zärtlichen Phaons und der zärtlichen Sspho. Vormals war der ganze Frühling der Natur, die Letten des Mumenfeldks, und die Farbe den jungen nur halb entfalteten Rose auf ihren blühenden Wange, und das Blau deö wolkenlosen Himmels in ihrem Auge. Don PsychenÄ seelenvollem Blick Kam selbst kein zärtlicher zurück, Als er den jungen Amor traf. Selbst in Dianens unschuIdSvollen Minen War nie Sndnmion mehr Reiz erschienen Als er im seelgem Götkerschlafc Zn Fraulein Lunens Armen läge. .So goldblond Göttin Leres war So hatte fle kein schöner Haar Und Tenus keinen schönern Fuß Noch Busen als zu Mcnelans K»ß Das Ideal zum schönstem krarer war. Aber ihr geliebter Phaon war noch schöner: Schön wie der junge Gott deö Weins Auö seines LarerS Hütte gierig vnk> Md wie auS Zersenö ofnem Hauptk Die immerwsise Pallas sprang Als Accouchens Vulkan Den Görrervater trepaniere: SS schön und weiSheirSvoll, Blond wie Dionens Liebling Fromm wie der Lido zweyter Mann Stark wie Alkides in der Wiege Kühn wie der Gott der Krieger Woll Edelmuth wie Gradison Sanft wie DionenS Taubenpaar Vor Phaon als das erste Worgenliche Den neugebohrenen empfieng So dacht' die Seele und entfernte In jeder Sruüd von ihren Pole, Sich fröhlich immer weiter iorr Indeß daß fle im Plato Zn Drauenschweiger Düchersaa! Im Manuskripte sechsten laß; Sie laß und plötzlich fleug Herr Platte In ihrer Hand zu sprechen an Ich Plaro, sprach er sezt Madam Bin wie sehr ein Teleskop; Dreytausend Jahr flndS nun Da ich zuerst die Ehre harre Zm Tempe fle im Schlaf zu sehn Vermuthlich wissen sie daß ich Zu mehr als nur zum Sohne hauchte, „ Kein Torr sprach sie, Herr Teleskop, „ Ich träumte nur wer wird so viele Traume „ Don tausend Jahren merken können? Vergeben fle, ich dachte sonst Die Seelen merkten solche Traums Doch weil wir jetzt allein« sind G» wiederhollen wir den Traum. Ich war vor ziemlich langer Zeit Ein Schäfer in Arkadien, Ich sang voll Lust und Fröhlichkeit Mein freyes sorgenloses Lied Das keinen Zwang und Gram verrieth Den Nümphen und Dryaden vor Ich dache an keine Republik Als an die Republik der Schafe Im Wachen und im frohen Laufe Ich opferte dem guten Pan Und führte auf den schönen Fluren Auf meiner Amaryiiis Spuren Mir jedem Morgen meine Hcerdei! Dom fettem Thal im Schattcnhayn Und ließ Olympiaden werden Wo niemals auf des Sieges Pferden Die Sieger fröhlicher zu seyn Als ich gepriesen konnten werden. Oft schliefen Nymphen und Rajaden Und Wassermadchen, Orcavcn Beym Quell von meinen Tönen ein. Sie lohnten mich mit sanften Küßen Und opferten mit mir zugleich. So floß des ersten Lebens Glück In Unschuldreicher Freude hin. Ich starb und meine Seele gienz In eines Königs Seele über Ich war bisher gewohnt zu scheren Und schor als König noch die Schafs Und auch das Volk so ziemlich rein. Die Zeiten waren damals schlimmer Als fetzt, man ließ sich nicht So bis aufs Blut wie fetz» scheren Man sah mich für entbehrlich an Und stieß mich von dem Thron herab Ich war der Herrschsucht zu gewohnt. Ich legre eine Schule an' Und herrschte noch mit Ruch und Dackel Im Winkel über Schüler fort. Doch hatt' ich sonst das Volk geschoren So war die Reiche seht an mir Tom Tertianne und Quartaner Ward ich zuletzt zu Tod geplagt. Ich starb und meine Seele fuhr In eines Tagelöhners Wanst Sie fand sich da um vieles bester AlS auf dem Thron und auf der Bank Die Arbeit machte mich zum Schlafe Zum Trunk und leichtem Mahle froh Die Ruh und Freyheit lohnten mir Der sorgenlosen Arbeit leichte Müh, Doch binde zwangen wilde Räuber Mich zum Matrosen auf ihr Schiff Ich fuhr durch schreckliche Gefahren Don einem Pol zum andern hin. Ich stritt mit allen Elementen Und sah im Feuer und Master Tod Man kaperte ein feindlich Schiff Das ich durch Sturm erobern half Und machte mich für die Dleßuren Zum Kapitain von Feindes Schiff Das Volk des Schiffs empörte flch Und warf sammt meinen Bruder» mich Auf ofnem Meere über Dord. Ich starb, Madam, und meine Seele Flog in ein englisch Schauspielhaus Ich spielte glücklich manche Rolle, Regierte und befahl der Welk Um mich deS Hungers zu erwehren Die Woche manche Stunden durch. Ich war in einem Tage oft GekeSnt, ermord, bcweind, belacht, Gelobt, bezahlt, gekleidt, verlacht, Bald reich, bald arm, und starb zulezt Halb auf der Buhn in Such Scapins Und halb im Lazareth in Schulden. Bald drauf fuhr wieder meine Seele In eines Spielers Hand Ich spielte gut und fand Das Glück und doch genoß ichs nie Auf einem Blatt verspielt ichs oft Den Raub des ganzen IahrS, Madam, Der Sturm der See ist nichts daraegen WaS ich beym Anblick einer Cha te Halb athemlos für Schmerz empfand. Wann ich daS lezre Blatt vcrlohr Ich starb an einer Kleinigkeit Und ward im Pharao erstochen Ich fand mein Glück und ward vom Spieler Darauf bestimmt zur Hundeserle Ich bellt und fluchte noch wie vor Und gönnte keinem Hund sein Brod, Allein, ich«eiS nicht wie es kam Ich fand an einem Morgen mich Ganz klein in einem Grillenleibe. Ich sang den langen Tag, ich sang die Nacht hindurch bis mich der Winter Die Armuth und der Hunger Gesanglvs um das Leben brachte. Denn flog noch singend meine Seele In eines DichtcrS fünften Stock. Ich schrieb da meine Rapsodien Und spornte meine Pegasum, Acht Stunden auf dem Stuhl So stetig als er war herum. —.—« 2VZ Ich schimpfte Dichtergvtt vnd Musen Und Kritkker und Recensenten Und Word in Klopfstocks RepuSstck Bey nächster Seelen Promotion Nach meinem steigen Sichreres» Alsbald Nachtwächter zu Ternat«. Ich wars nicht lang denn ich erstickt« An einem Asthma in dem Liede Das ich bey meinem Antritt sang. Zum nächstem drauf gieng meine Seek« Hinüber in Eartonchens Leib Ich häufte Gold und häufte Shre, Mit TitelnBändern, Kreuzen, Sternen Und Geld wird man gar halb Minister, Ss war zu KönigS Achurs Zeiten Ich lernte da die Kunst die Geister Dach Doktor Faustens Akt zu brauchen Ich kommandirts Legionen Won Gnomen, Sylfcn und Sulfiden Ich bannte Riesen, Feen und Drachen Und Salamander in mein Schloß, Zulezt verwandelte ich mich Durch cabailistische Magio Und ward dort auf des Atlas Spitze Madam, zum Zauberer Merlin- Don da aus hos' ich werden sie Mich seit der Zeit Arkadiens Durch meine glanzerfsiiiren That«» Die seit des Gaiilards Feenwelre» Im Ariast und Idris prangen Im Amadis und Hamilton Vielleicht so nah und naher kennen Als setz» da ich Ihre Gnaden Im Serkrebsbauch bedienen kann. Zwar träumte fle im Tempe nnr Und Und in der See studieren fle Den Plaro, so wie jezt Madam, Allein, es sey daS Plaro hier verschwand Vielleicht auch daß Merlin erwachte Kurzum das Telescop verschwand Im Scelentraum, und beym Erwachen Fand fle des Plaro Republik Und laß: O L7-/I/ Die Seele sey ein Pfeiffenwerk Schrieb jüngst ein Commentator: O Plaro! ja mir traumre das, Dieß glaubte vielleicht Crebillon So gut alS du, da er den Sopha Und die Büoux>m Pfeiffen schrieb Vielleicht fand auch Herr Des CarteS Am Pfeiffen seine Tourbillons. Und/fo erfand die Attraktion Gelbst Newton bey dem Acpfelfall. So sagt auch Aristoteles: 'n Zs L7-). Indeß fand fle jetzt an dem Pfeifen Da fle des Plaro Republik So wie Merlins Metamorphosen Gelesen, und erfahren hatte So viel Geschmack daß fle mit Plaro Bald nach den Mond verreise». Sie nahm des Plats lelescop Und stellte es auf sein Affür Und flog mit Plato in den Mond Der dort mit den Napaen und Dryaden Mir Nymphen und Hamadryaden Mit Crystallin und Oreaden Düffons Systeme noch In Patagonschen Kirpfen Den Seelenfltz analysier. SO^ Ach unterm Mond, o liebe Mädchen Selbst, in dem Mond ist olles eitel! Won liebt ouch!>o noch Plotons Art Rund in der schönen Welt herum Mon fingt und tanzt im Sonnenschein Mit Mondenmodchen rasch herum, Mon schwört sich unaufhörlich riebe Die mon ben jedem Schwur vergißt Mon liebt auf unsern ördploneten Beständiger, Mon wechselt nicht So oft als die gehörnte Cynthio Drum bleibt o liebe Mädchen Noch immer auf der bessern erde Und reißt ich bitte, nicht im Mond. Schnell aber blickte ein Dichter, von Mond herab, denn es an wäßrichen Dünsten, Hypochondrie und Stolz nicht.fehlte. Er sah durch das offne Fenster den Seelenlosen Körper unbeweglich in den Armen des Schlafes, und sogleich faßte er den Schluß, den Körper einzunehmen, fort zudrchten und des Erdensohns Arbeit vor seine im Mond gelten zu laßen, unbesorgt, was aus dem Dichter und seiner Seele einst werden sollte. Daß die Mondbürger oft herniederfahren, und die Körper der Erdsöhne im Schlaf, wenn die Seele im-Mond ist einnehmen, lehren die Mondsüchtigen, die wachend an Sinnen, dem Körper nach auf Erden, der Seele nach im Monde find« Sie handeln, reden und denken, nur sehen können fie nicht, und ihre Mondmseele wünscht nie wieder getrennt zu 2«3 zu werden. Plötzlich aber wenn ffe ein Ruf erweckt, vertausch-» sich wieder die Seelen, und der ungebetene Gast entfliehet der Erde. Zum Glück aber sahe die wandernde Seele nach den Poetenstreich der Mondenwelt, R-rüeß rm Msndstrahl den Trabanten der Erve, und nahm wieder ihre gewöhnte Hülle. Ja einer dieser Reisen sagt die Tradition soll jene Sonnen- und Mond Beschreibung verfaßt worden seyn, deren Autor glückliche Traume für Wahrheit hielt, und seine Seelengeographie an die Stelle der Bour- mts, Whistons, Bourgwets, Woedwards und Büffons setzen wollte. Indem fich die Dichterserle heranwagte, fuhr die memige herab, faßte die treulosen lelmeomon des Monds, warf ihn zum Fenster heraus, und ich erwachte vom Knall. I/ula§s est fält pour Is mepri; 6u laAS, se me conlorme a los orcirez^enanz kour mes Imditz, non pour me; sentimsnz, II idut. etrs komme äL cl' uns ame lenlee ^voir n lai les§outz är les penkez. Iras-je sn lot aux autres m'iniormsr <^ui je äois kair, ckereker, lauer, blamer? <^ui? 6e man etre il lüuäru qu'on cieeicie? I sä ML rmlon, e'sst man maitre L man Micis. I.e ünAs eü ne pour etre imiraleur Lt!' IwMWe äoit a^ir ä'spres lau coeur» -r-^süarre. Drey- O Drey zehent er Spaziergang. Die Ideenreise nach Vallhalla. l^uo Dllllus plus H.NLU2, Die Gottes grosse weite schöne Welt Mit allen Feuerkugeln, du Du wärest nicht, du wurdest und du warst Du schöne Welt! du warst und bist In deiner Pracht! Geschöpfe bethet an! OK! 6 je xuis driser les ckslnes Zu trexs8 kour viüter encore ess retrsites üeuriez Oe; boiz, ces coteaux, ces pruikieZ Ou tu ZZiZULS Louveut me lerrsr Zaus tez bras 8i mon ame ver; toi peut Zescenärs ici bZs r^u'un äoux fremiCement t' annoaeems xre- tenee! (^vLnä 1'esprit xenetre Zes celeLes odjets 1u vienäraz wsZitsr Zgn? 1'ombrs Zes bok- czuets Orois c^u' slors 5ur ts töte elle xlsns en L> leaee. LH Fürst Alfred saß im Königszelt Am Tage vor der Zchlachr Dom Plan den er gemacht Vertheilt er Rollen jedem Heid? In Feindes Lager lag die Nacht Um müde Krieger her Als Alfred schon sein Heer Vertheilt und stellt zum Tag der Schlacht. Bey dreymalhundcrttausend Mann Erklang der Aufruf. Marsch l Tromperentsn rief Marsch Und auf brach schnell so Roß als Mann. Da stand deS FeindeS Heer auch auf; So stehen in dem Wald So bald ein Schuß erschallt Im Lerm der Raben Schaaren auf. Und Alfreds Kentere» brach vor Wie GotreS Donner bricht a Und mir dem Sturm fliegt Des TageS Fürst die Sonn' hervor. Hoch über Berg und Thal flog Streit Und tausendfacher Tod Der Feldherrn Schreyen droht Und schallt im Schlachtfeld weit und breis. S s Noch Noch war der Wahlplatz Srreitcrvoll Als auS dem Hinterhalt Fürst Alfreds Stimme schallt, Mit ihr der Tod und Sieg erscholl. Und nun der Schaaren Gott erwog Im blutgefürbtem Feld Den Sieg deS Nordens Held, Verderben auf die Feinde flog. Und Sturm und Gorresplitz fle traf Der Tod auf ihrer Flucht An ihrer Ferse haft Da ward ihr Stolz zum Fall und Fluch. So gierig der Christen Legion Geführt von Blitz und Sieg Und wo fle gieng erstieg Sie jedes LandesFeld und Thron. Da stand der Schaaren Herr und Gott Und sprach halt ein I von Fern, Er stand auf einem Stern Und sprach: Halt, ein> zu Streit und Tod. Da schallte von des Himmels Rund Viktoria ins Feld: Voll Sieg ist unser Held Und England unser Vaterland> 2. Ihr deren glorreich Haupr Wie Sterne in der Nachr Im Gchanzensturme fiel In Ehrenvoller Schlacht. Ruht Uebcrwinder hier! Ruhr Helden l euren Tod Rächt Vaterland und wir Mit Schott' und Piktenblut. Um euch schwebt Ewigkeit Und Bardcnlied fingt euch Euch ehrt der Enkel Zeit Und nennt ihr Helden euch? Und finget eure That Der Helden Nachwelt vor Und ruft in Schlacht und Räch Den Geist aus Urnen vor. Des Nachruhms Strahlenglanz Umwind die Schlafe dir Won Alfreds Sternenkran; Erglänzen den auch wir. Und pflanzen um sein Bild Den ewgen Lorber her Er blüh' dem Waffenfeld Und um das Lager her. Der Sieger Waffemanz Ertbnnr in Tallhall Im düstrem Sterncnglam Erschallt ihr Iubelhall. 214 3» Hanget eure Waffen Helden in Trorhäen aus! Schließt des Zanus Tempel Hemmr Delwncnü Laut! Wo im eiser'm Felds Lanzcnrrägcr Srndken stehn Laßt der CereS gvldne Seegenvolle Srndke stehn! Daß in Harmonien Sich der Länder Kriegsgeschrei Aufgelößt dem Frieden Und den Iubelüedern weyh! Laßt den blanken Degen Au der Schnitter Sense glühn! Wo das Schlachkroß bäumte Laße die Woüenheerdcn zieh». Wo die goldne Adler Dvr den Legionen flohn ^ Ruhe um der Erabenvoller Shrenrhron. Daß vom Friedensliede Echo sanfter Nachlauk hallt Und der Schäfer Flöte Unter Turteltauben, schallt! Singt im Hirtenwne Cure Siege jedem Hayn - SlZ Kränzet eure Schlafe Mit d-rMyrrh'in Mädchenreyhn- Geht vor» Rund deS Himmels OdinS Auge aus dem Blaun Luffazur auf eure Friedens Weyhaltäre schaun. Geht wie Treu und Friede Küßend schwesterlich sich freun, Laßt das Heldenfeuer Sich dem Tcmpelfenerweyhn! Daß deS Friedens Stimme Schalle durch Germania, Und in federn Lande Töne laut, Viktoria i 4. So umtdnten jeden Felfensang Jedes Echo lauter Heldensang Und in federn Heilgen Haqne Rauschte durch die Myrrhcnwixfe! Mtenton und Lieder Voller FriedenSmelodie. Unter blonden Äsen Giengen Ajax und UlyK Diomed und Philoktet Und die frommen Helden Die von Troja nach Italien Nach den zwanzigjahrgem Kriege Noch voll Muth u. Hosnung kamen Und das hohe Kapirol O» siü-, Jene» Weltbcherrscherätz Rom daS stolze Vaterland Der Catonen und Eäsarn Den Triumphxlatz der Nationm Nach des Schicksals Rathschluß Ewig heilig gründen mußten. In dem Götterrathe Gasten aller Nationen Helden die ihr Patriotenblut Für die Freyheit ihrer Brüdcr Für der Götter und Gc.etzs Für der Unterdrückten Schutz und Rettung gaben, Und erzählten ihre Schlachten Schreckliche Gefahren Uiberwindung und den edlen Ungeachtet! FreyheitSrod. Der Helden Preis und Dank Der Nationen Namen Der Monumente Heiligthum Der Dichter und Geschichte Ruhm Erschallten um die Helden her, Ton ewigen Trophäen Erglänzten ihre Namen Unsterblichkeit war über sie Ein ewger Friede strahlt« Hinnfort auf ihrer Stirne, * Und von Dallhallens Saale Floß Seegen auf die Welt. Sie saßen hoch mit Ruhm Und Heil'genglanz umstrahlt Und sangen Iubellieder Daß weit des Himmels Runde Daß Meer und seine Inseln Die Erde' und ihre Kinder - Und jeder Sonnenstrahl sich freut. 5- Der Zl7 Z. Der du den gränzenlosen Himmel Mir deiner Majestät erfüllst Durch aller Himmel Himmel Voll Macht und Güte strahlst! Die Farbenreichen Sonnenbahnen Vor Miryaden Sterne schufst! Die Sonn im Ost, dem Mond vvm Thals Zur Freude deiner Menschen rufst! Zum Gnadenreichen deinen Bogen Voll Glanz durch alle Himmel spannst Und durch das Heer zahlloser Sterne Herr l unsern erste» Preis gewannst I e. Zehntausend Sonnen traten hin Und jeder Sonnenstrahl Sprach zu dem nächstem Strahl Wie groß ist unser Gott l Zehntausend Erdenballen traten hin Und jeder Erdenstaub Sprach zu dem nächsten Staub Wie Gnaden voll ist Gott! Und zehnmal hundert tausend Seelen Erscheinen in des Herren Glanz Und sprachen zueinander Heilig und gerecht ist Gott l Von Millionen Engeln, Thronen, Machten Und allen Schoaren Gottes 8. siS Flog schnell durch olle Himmel Ein Ton wie bsy dem Weltgerichte Die Welrpvsaune ertönen wird Wie herrlich und wie mächtig Wie gnädig und wie freundlich Und voller Gut' ist unser Gott! r- Da standen aller Frommen Und Helden Seelen auch Ton ihren Knien auf denen Sie vor dem Throne Gortes lagen- Und sahen-mir erfreutem Blick Auf Waffenstitte Welten hin Und sahen auch auf unsre Mit Seegenvollen Wünschen nieder. „ Die hier und dort von Glied zu Glied „ Noch Engel gleich den Helden zieht „ Mir Handen die nicht Arbeit scheuen „ Mit Augen draus die Unschuld blickt „ Mit Herzen die flch früh dem Muthe weyhm „ In Leibern nicht von Weichlichkeit erstickt. ,, Frisch wie der schöne Eichenbaum ,, Wächst ihre kühne Jugend auf Indeß der Ruhm die Strohbedeckken Hütten „ Ehrwürdig macht „ In welchen alte Redlichkeit „ Alt aber ewig wie die Tugend „ Und Gnüge die sich selbst belohne „ So gern, so lange wohnt. O seegne Freyheit euch und Friede» Und Gott mir Sergen euch! Werd' alt und grau, an Kindern reich Und uns am Lohne gleich! Danket ihr Welten'. Lobet ihr Himmel! Brause- ihre Meere! Jauchzet ihr Wolken! Leuchtet ihr Sonnen! Preiset ihr Engel und Menschen den Herrn „Der Himmel ist sein Thron „Die Erde sein Altar „Und Tempel jedes Herz „Ihm bringt fichs selbsten schon „Mit Millionen Opfern dar. Danket ihr See!« Dem Scelenerschaffer Der seine Weiten Freudenvoll machet Der sie mit Gnade Alles was lebet mit Seegen erfreuet. Die Sonne trägt sein Bild Die Welten seinen Dank Die Himmel sind sein Zelt Tonlagen zu dcnNächten schallt Der Himmelsschaaren Preisgcsang. Der seine Engel Zu Blitzen verwandelt Der seine Diener In Donner verhüllet Der uns vom hohen Cherubinthrone Mit Allmacht und Herrlichkeit leuchtet. SL0 Natur steh auf werde Der Prediger der Erde Bom Himmel rufe du Du Sonn' dem Monde zu Lobt ihn den Herrlichen! Sieh l er hat zmn ewigen Licht Die Sonne in Osten befestig» Hak zut Lampe den Mond am Himmel gehängrt Und den farbigen Dogen Hin durch die Himmel gespannet Durch ihn flammen die tausend Lichter Orionen und Siebengestirne. Und der weiße milchigte Gürtel Von Myriaden Sternen besäet: Umschlingt den Himmel der Himmel. Alles rufet uns ssne Welterfreuende Wahrheit zu Daß der Herr unser Gott ist. Sieh! die Greise werden zu Kindern Schwach werden die Kühnen und Starken Die Weisen werden Thoren Und denken und reden vergeblich von Gott Denn fle sind erblich und Staub. Der du durch deine Kraft nichts Alles durch Gott bist, Bete den Ewigen Bete Gott an>. Vier Lowlna ümt riäentls. Vierzehenter S p a z i e r g a n g. Die Dichterreise nach den Quellen der Llio- ^usl pIÄtlk, 6c penser Z5 6c 6irc LN Vom meine ksr tont en es Moment§n me beult vm m'aime!... Fs vois voler xar tout!ss ccsurz L moa xsü's^e! ^s//ar>e. I ZLZ Die Thäler von Sachsen. « Wo von dem hohe» Dom de» Benno Stroh! Die Frosch im Heil'gemhal Mit Slumheit traf: da fließt Die Weiß die seine sanften Ufer küßt. Noch Ehrfurchtsvoll und tragt des Heiligen Und wtmberthatigen Geboth Am stillen Ort Mit seines Landes Namen schweigend fort» Dor Zeiten war des Heilgen ZochiinSthal Durch Thäler so bekannt In Swame PolkuS Land Als noch das angenehme Wiesenthal. Dort schleicht die Helm und Unstrut gelb und fahk Durchs schöne goldne Thal i?*). So Sachsenburg sonst stund Und wäscht die Wiessnreichen Jlmengrund. Den <*) Worauf MakhesuS das Chronostichon machte: eLLe Loret VaHIn eVanZel-Io? (*») Die Thüringische goldne Ane, nebst dem Wehe-Roß- nndj Zlmsn Grunde. Den Stolbergs Graf selbst dem gelobten Land Noch vorzugswürdiger fand(*) Rein selbst das Angesicht, DcS blühenden Florenz ist schöner nicht. Da wo die Elbe stolz vvm Königstein Nach Dreßdens Gründen zieht Kann wo das Auge fleht Horazens Sitz nicht anmmhsvoiler seyn- Und du der Thaler holde Königin Geliebtes Rosenthal Dir lacht der Sonnenstrahl Des Mondenstrahl in keinem Thal so grün-' Du Sachsen gabst den Helden schönen Land Die Namen von der Au CD So war die Schwanenau Das Feld und Thal wo nachher Zwickau stand« So mancher edler Barden Minnesang Als Sachsen dir erklang Hört nicht Arkadien Noch an des Pindus Fuß Thessalien. Such Davon Heider und ToppiuS eine ausführliche Beschreibung gegeben haben. Die Auen sind die Namen einer Meng- Städte geworden, die in diesen angenehmen Gründen gebaut wurden. So gab die Schwanenaue, oder Eygiia-a den Namen Zwickali. Gleichen Ursprung haben,^Torgau, Schopau, Elsterau, Krackgu, Naßau, Luikau,«wenkau, Wettern», u. a. m. 22? Euch Leren Lied die Echo wicderhallr Hört jeder schöner Wald Und jedes Dichter Thal Und jedes Herz ist euer Wiederholst Der Barden Heiligthum und Tempel ist Das Thal das sie umschließt Won Bergen in das Thal Gchallt eures Nachruhms ewger Wiederhast. A 2. Der Genius des Landes führte den Dichter an alle Monumente, welche die Zeit nur für sie hinnstellt, um die Namen der Helden, der Wohlthäter, der Erfinder, der Lehrer, der Gesetzgeber, und der Heroen jeder Art, noch denn wenn auch die Denkmähler von Marmor uns Erz, durch die alles zerstörende Revolution der Zeit über die heilige Asche ihrer Mausoleen eingefallen, keinen Namen und keine That erzählt, noch m in dem Archiven der Dichter und in den Sälen und Gallerten der Geschichtschreiber erhalten zu sehen. Da gab er oft dem Särrgcr Gesichte, dir sich vor dem»»heiligen Augen des Kritikers, oder dem profanem Blick der Zöllen verbergen, ließ ihm die unhbrbare Stimme der Urnengeulktt vernehmen, die verloschenen Ruinen entziffern, die bemoßten Aufschriften erkennen, und die heiligen Reliquien finden, die suS dem dunkelstem der mittleren Zeiten auf die Weltgeschichte, und alle ihre lehr- P rett reichen Töchter, die Politik, die Moral, die Erdkunde, die Zeitrechnung, die Dichtkunst, und ihre Verwandte das Licht der Weisheit, des Unterrichts und Vergnügens hervor strahlen lassen. Selbst ihn den Dichter erfreute der Anblick des Grabmahls welches Frömmigkeit und Treue einem der Vorfahren setzte, wo der kniende Held in der Rüstung der Arieger vor dem aufgestelltem Heilandsbilde um der Minne eines Heiligen, und dem Blick eines Ui- Lerrvinders, anberhet und die Auferstehung erwartet. Am ihn die Wappen, zu seinen Füssen der Helm, hinter ihm Lanze und Schild, und unter ihm die metallen Tafel mit dem einzelnem Namen. Da ruhen seit Jahrhunderten die Gebeine des Heiden, und seine Manen erhalten Kirche und Gruft, so wie fie ehemals den Ruhm der teutschen Nation erhielten. Da flog die Begeistrung die die Trophäen der Helden umschwebt, und wie die Gewalt der Donners nur auf die Entzündung des Blitzes, in der Feuerschwangeren Wolke wartet, schnell in die Seele des Dichters, trug vor ihm das Getümmel der Schlacht und das Bild der Nacht und Ba- trille, wo der erste der Helden seines Stammes, Namen und Wappen, Sieg und Ehre davon trug, und nun vom Enkel Lied und Bardenlohn fordernd, aus dem Unterstem der Gruft den Namen heraufschallm ließ. Da ftyerte der dankvolle Enkel das Andenken deö ruhmreichen Ahnherrns, saß neben dem Grabmahl hin, und schrieb den Skaldensang auf. Siegeslieb auf die Tütkettschlacht als die Schaarwacht aufkam, Hoch wie der Donnerwolksn Ton Laut wie Trompetenschall, Erhaben wie der Dichter Lohn. Sanft wie der Widerhall. Kühn wie sich auf die Sonnenbahn DeS TageS Herold schwingt, Wenn schnell sein Blick den Himmel an Durch alle Wolken dringt. So schalle hohes Siegeskked Denn dich begleitet schon Triumph der um den Himmel ziehe, Trompet' und Pauckenton. Noch lag um unsre Lagerstatt Tief siebenfache Nacht, Kur, vor deS Feindes Einbruch hat Die Trommel uuS erwacht. 2Z8 Dithiramkr- Dort steht der Kriegsgerümmelerwecker Auf einen lichtausdämxfenden Zrestern Hernicderfahrcnd, daß erschrocken Vor des Helden Herrmanns Schritt Den Alpen die wolkichren Gipfel emstürzen: Ha! zittre stolze Weltbchcrrschcrinn! Er will nicht ferner für dich wache», Denn tief aus des Gebürges AchooK Holt er drey kocytische Wellen Dlmrothe himmelhohe Feuersüulen herauf Die in ein Heer von lodernden Lanzen Zerstäubt den Archer bedecken. Ss reiset in allcmannischer Trust Verderben dem Leichtgläubigen Fahre daher Drachsnbandgcr! Lyaus! In aller Wuth mit der du ,'s Trotzende Feinde gebändigt hast. Vor dem Volk das dich In eiserner Schiachtstadt, im Fürflenrath Und an Frcundschaftpflezendem Tisch Mir brausendem Getümmel ehrt, Glut in männlichen Adern durch dich Kühne Gedanken und unüberwindliche Sehne« Den Speerschwingeiiden Arm hat. Eroe! unter Donner Gebohrner> Äiiesenzwingender Kamxfbegünstgcr! Sehr Faunen! schon rüstet er sich, Seine schreckende Panterhane Giebt er dem jungen Helden Um die starke Waffen gewohnte Schultet.' Sein Liebling ist er 229 Denn im geweyhtem Hayne Bey Opfern dcS Vaterlandes Hat der ed!e Cherus auer ihn immer Wir Znnbrunst angefleht um Thaten Der Lergeffenhcit ewig unwürdig. Voll trüben Grolls sah Hrrrmann schon zu lange Aus väterlichen Boden fremde Fahnen Gepflanzer und Unzwingbar endlich An goldenen Ketten erblich zahm werden Verachtung goß sein Blick auf den unbarrgen Römer Und Abscheu duftete von dcS Schweigers Göttertafel Im entgegen.- O du, der du im Gefecht oft bey mir warst „Theut! Mann! oder welcher Gott du bist-- „(BachuS war es gewesen) „Den diesen Sichcnkronen Meiner Stlrn ersiegt, laß mich „Die Weiberherzigen Römer dir oxfcrn. So sprach er und griff an das klirrende Tchwerv Da hupften wunderbar um ihn Die tausendiä'hrchen Eichen und schwarzen Tannen. Sin dumpflgeS Kriegsgetösc Wie sterbender Römer und siegender Teutsche» Wallte Stürmen gleich Den dunkeln Harz hindurch DcS Helden Brust hob Hoch sich empor. Triumph! kr halt seinen Götterwerthen Schwur Den schwarzen bittern Tod hat er Wider die Freyheiröfeinde vor der Stirn. Mit der Cherusker, Ketten Und Choucer edlen Heldenschaarcn Die ihr nacheifern, dicht umdrängt P z Bricht Bricht er durch jeden Rettungsork Und Wälder, Dampfe, und rauhe Gebirge Musten ausweichen; denn Dachus voran bewapner mir Stürmen Und Plazregen Flutcrweiß. Ha! welche Verzweiflung Durch die umlagerten Eahoeren i Eigne Schwerdrer wüthen Und des Feindes Schwer» noch unbarmherzigem Wie da die hohe Städtefürstin Am ungetreuen Tagesstrandc Dom Feuer des Styr Zn ihren Grundvesten erschüttert ward Die gsidne Thürme krachend Aus Palläste stürzten, Und Palläste auf Hütten Zm weitdonnerndem Tumulr Und Flammen da Und kochende MeereSwogen Und Abgründe durch einander tobten Im gräßliche» Kampf, So donnerte der wüthend; kegioncntödtsr In drcytägigsn Ungewittern Krieger und Roße und Wagen In Blut, Moräste und Ströme In einem sterbenden Haufen zusammen, Da schauerte das heroische Kapital Entsetzen In Ruinen sich schon fühlend. Aber Germanien frey durch ihn Führt st,-nzend dcS KampsS Trümmern Zu Schlachtvxfsrn seinen Göttern Unter begeisterter Barden Lobgesangcn Zo! Triumph, dem Daterlnndörächer! Don 2ZI Don selbst gerührt lief durch das Heer Züst um die Mitternacht Der Trommelschall und vor uns her War fchnell der Türken Macht. Der Roßschwcif flog im Srernenlicht AuS dunklem Schwärm hervor: So flimmert Schreckenvoll das Eicht Im bangen Meteor. Da stieg aus bodenlosem Grund Der Todesengel auf, Die Tiefe nahm in ihrem Schlund Der Todten Schaaren auf. So schoß alS Gott der Herr erwacht Der Todesengel hin Auf Israel den Pfeil; die Nacht Fraß Myriaden hin. Als schnell von hunderttauseud Mann Uns Allah! Allah! klang, Im Blitz und Schlag auf uns Berg M Der Türken Kabel drang. Da flog Kanonenblih und Knall Auf unsrer Feinde Wuth Und Kugelsaat: Dom Berg ins Thal Floß dickes Türkenblut. Mit uns war Gott; das Sicgspanicr Wehr' flatternd schon in Wind, Die Flucht des Feinds verfolgten wir Und schlugen ihn geschwind. P 4 Lud Und standen aus dem Waffenfeld Unüberwunden da, Als erster Sonnenstrahl die Welk Und unsern Sieg besah. Da fordert aus des Feindes Heer Ein Türk den Kaiser vor, Ein Cuackskind das seinen Speer Som Goliath erkohr. Ä?ie Bayard einst flog schnell Urfln(»Z Znm Zwsykampf kühn hervor, Der Held erlegt den Feind, und ihn Ward Ritterstanb davor. Seitdem ertönt nm Mitternacht Im Lager Trommelschall Gebeth und Dank und Schaarenwacht Und Feldtrompeterhall. Viktoria! dein Siegeslied Ist Gott! Germania l Der glorreich dich vom Himmel fleht, Ist Gort! Viktoria! (*) Dieser UrflnuS von Madorza aus Böhmen ward seiner Tapferkeit wegen, nach der Bataille vom Kaiser Nudolph in Ritterstand erhoben, und ihm ein stehender War am Baume zum Wappen gegeben, welches diese Familie die bey dem böhmischen Hußitenkriege ihren Stammsitz Wladorza verlies, und den lateinischen Namen ins teutsche Behrisch übersetzte vnnoch führt. Li Hensri Oxus ma^num kerLläicum. L33 4. Lange hatte der Dichter am Fuße des Grabmahls das Bas-reücf betrachtet, wo die That des Helden geschildert war, als ihn sein Genius in das uralte verfallne Gemäure des Schloßes im Katzenkem führte, wo nach Gewalt und Stärke der Faust, das einzige Recht, den Rittern in ewigen Fehden, Mauren, Gräben und Wälle um ihre Warten zu ziehen, das Streitroß gesattelt zu halten, und das Schwert an der Seite zu tragen befahl. Da warm die Berge die Wohnung der Streiter, und die Schldßcr mit Gräben und Zugbrücken versehn, nur selten und enge Oefnungm in die Kanonensestm Mauren und alles einem Magazin mehr, als dem Schloß eines Ritters ähnlich. In diesen oft verheerten, fetten bewohnten und stets belagerten Vergschldßcrn verbarg Klugheit und Roth die Schätze des Landes und die wenigen Archive der Familien. Der Krieg und- unaufhörliche Befehdungen raste die Krieger dahin, ohne daß jemand den Ort des verborgenem Nachlaßes erfuhr. Noch ist das Land der Helden voll verborgener Schätze und der Schooß der Bergschldßer schwanger vorn spätem Glücks forschender Enkel, denen fie wachende Gnomen oder langschwänzige Sr>..n mit raffelnden Ketten, oder mir pechschwarzen Hunden, und feurigen Augen im Abgrund verfallener Brunnen bewähren. Ja 2Z4 Er einem der Bergkeller, welcher seit undenklichen Zeiten durch mitternächtliche Lichter und Vorzeichen vergrabener Schätze berüchtigt war, stieg der Dichter an der Hand seines Genius herab, fand nicht das ehemals sparsamere Gold, oder Lbvfe mit Du Wanten gefüllt, die vor unsern Vorfahren noch im Schooß von Peru und Indem verborgen waren, sondern das was Dichtem lieber als todtes empfin- dungloses Metall ist, fand ein Denkmal daß den Zeiten-er Sybillen an Alter zu gleichen schien, und in noch leserlichen Karakteren von dem Bertauf der Bardmüeder zu Karls -es Grossen Zeiten, aus seinem Nachlaß erhalten war. Er zog es aus einem eisernem Kasten hervor, und übertrug es ins jetzige Teutsch. Feldgesang Der Cherusquer als Wodan vergöttert ward. Der Celten und der Eimbrer Heer Zn Nordens Riesenland Der Sachsen und Lherusquer Ehr War in Fürst Wodans Hand Als aus den Edelsten der Tchaar Dalleda ihn berief Als über unsrer Feinde Haar Der Schreck beym Rufe lief. LZZ L'r z,g voll Mutb in, Heer voran Bey unsrer Schilde Klang So geht der Morgenstern voran Im Scernenhochgesang. Wohin er zog zu See»nd Land Gieng Schrecken vor ihm her Zr sieget« und überwand Der Feinde zahllos Heer. Der Feinde, wie der Sand am Meid Die Räuber ohne Zahl, Ein unaufhörlich Grreiterheer In drey und sunszigmal. Des Sieges und des Kallarhal!(*) Der Schild und Wasfcnklang Der Roße Schrey, Tromxetrenschai! Der Barden Schlachtgesang Schallt von der Schilde Widerklang Daß HSlla und Tallhall bebt, Daß Wodan unsern Feldgcsanz Nun hört und siegreich lebt, Da uns im Wolkcnlicht der Held Im Blitze schnell erschien Hoch über Erde, See und Welt Sahn unsre Streiter ihn. Bro DaS Gallarhorn war nach der nordischen Gökterlehre die letzte Weltxvsaune, welche der Hüter der Disrostn oder der Himmelsbrücke, Heimdal bey dem Streite der Götter und Riesen blasen sollte. Betäubt aus unsre Schilde sie!; Der Loge! reisend Heer So fielen Gallier, so fiel Der Britt' und Römer Ehr. Die Legionen um uns her Der Lölcer Much entfiel Der Angloniann.cn siegreich Heer I Der Ruhm der Franken fiel: So sey denn künftig unser Held Wie ers auf Erden war So führ au§ jener Wolkenwekr Held Wodan unsre Schaar! 6. Triumphlied auf der Sachsen Sieg bey Zümel nach Dftrekinds Bekehrung. Im hohen Heldenchor Erschalle Kchlachtgssang l Vom Ocean hervor Ruft Sonne unsern Dank. Hier auf den WaffenselS Erleuchtet sie uns schon, Ihr schallt in aller Welt Trompet' und Paulkentvn. Wie (*) Dieses scheint 700 Jahr später zu seyn, als die Selchen die dazu Anlaß gab. 2Z7 Wie ihr zuerst erklang Der Morgensterne Heer So schalle der Gesang Rund um den Himmel her. Daß Erd und Himmel bebe Dom Jubel unsrer Stimm; Jern übern Meere schwebt Nicht so der Donner Grimm. DurchS Land verkündigt schon Kanonenfeuer dich Dich Sieg der Feinde Hohn Won Wüsten fürchterlich. Schon läuft dreymal durchs Heer Der Glieder Feuer fort; Don Dank und Freude schwer Hallt Echos Jubel dort! Dir machtger Zcbavth Herr Gort wir danken dir! Der Gchaaren hoher Gott Herr Gott dich lobe» wir! 7- Noch fand der Dichter einen halb zerfallenen Nest, welcher nicht Pergament oder Baumrinde, sondern eine Art ükergpxstev Tafel war, auf welchem nach Nuncugebranch die Karattere eingcgrabm waren. Nie würde er es ohne die Hülst seines Genius mt- 2Z8 ziffert, nie den verborgenen Sinn erfahren haben, wofern nicht Analogie und Imagination ersetzt hätten, was nur das Weck deü Genius seyn konnte. Es schien eine Wahrsagung zu seyn, die aus den Büchern der römischen Sybille genommen war. Ueber der Skaida stand- Gesang der Bola r Wenn langst du Stadt der Welt dein Nam' Des Heilgen TemschlandS Eigenthum Schon ist, entsteht aus Wodans Blut den Heldenstamm Teuronia dein Ruhm! Aus Norden schifft nach Albion Fürst Alfred siegreich übers Meer! Dort tilgt der Schotten und der Pikren Nation Der Angelsachsen Heer! Wenn Mannshohe Kaule fallt Und schweigt der edlen Bardenchor Geht aus Ostphalens dunklem Hayn der Sachsenheld Held Wittekind hervor! Nach taulcndjährger Frist Wird noch Sein Ruhm gleich ihm unsterblich seyn Wenn bey der Schilde Klang deS Helden Nakne hoch Erschallt im heilgem Myn! Denn ruft der Kriegstromoete Ton Das heil'ge Roß ins Waffenfeld! Don Sieg zu Sieg verbindet jede Narion Saxsnia dein Held l Und Uns strahlt im Glanz der Heiligen Bekehrt sein Land und leucht im Chor Des grossen Constamins, Trojans des Gütige» Den spätern Enkeln vor. LW Sein Ruhm wird Sachsens Eigenthum Und erbe im grossen Eonrad fort Er erbt in Friedrichs, Moritz und Augustens Ruhm Auf Friedrich August fort! Du Heldenland sey stolz auf ihn Der heilge Eichkranz blüht ihm schon So schön alS ihm der Wissenschaften Glanz erschien Erschien er keiner Ration. 8. Bon da führte den Dichter der Ruhm der Nation und der Geist seines Vaterlandes in jene Heldensäle des Laxitolähnlichen Ad- nigsteins, der sein stolzes unüberwindliches Haupt in die Region der Wolken emporhebt, weit über die Felsen des Landes Sonnen- stein, Wolkenstein, Lilieustein und Hohenstem hinwegschaut, alles Majestätische der Natur an und um sich, und alle Heldenbilder des teutschen nordischen Stammes in sich vereinigt. Er trägt der Helden Bild Don Hengist Zeiten an, Und wer fle fleht, dem(Feur im Auge) schwillt Sein Herz ihm Himmel an. Da 240 Da trat-er Genius mir ihm an die Felsenspitze neben welcher jenes berüchtigte Pagenbette den steilen unabschnüchen Abhang zeigt, und ließ ihn fern über die Seegenvol- len Fluren des Korn-und Weinreichen Landes hinmegschauen, und von fern die ehemaligen Residenzen der sächsischen Fürsten an der Saale, Meiße, Unstrut und Elbe erblicken, zeigte ihm die Grabmäler zu Witten« berg, Torgau, Meißen, und Dreschen, und forderte den Dichter auf, nicht nach Schdn- aichö geprrßener und längst vergeßner Manier, sondern nach Schirachs Moritz, nach Schrdcks Friedrich, feurig und kühn, wie Voltairs Karl das Leben der Helden mit dem Enthusiasmus der Poesie und der Treue der Wahrheit zu schildern. Aber der Dichter sang ungern was vor ihm andre besungen, sah das weite Feld der Geschichte leicht und oft umstürzt, selten und wenig von Händen der Verständigen bearbeitet, noch von Philosophen vergessen, und von keinem Dichter befruchtet. Und wie dachte er sollte ich die Arbeit wagen, die langen unerwüdendm Fleiß fordert, selten Wahrheit entdeckt, seltner enthüll», wenig benutzet, zu viel Plätze Brach liegen läßt, so oft aus Staarskunst zurückweichen muß? und gleichwohl ist dies der Weg, den jeder so gern wandelt, so lange gewünscht hat, schon von Aus-und Inniändem bettelten ist. Da erwachte Imagination und Feuer im Dichter, und was er nicht 24! nicht durch Hilfe der Zeit vermochte, versprach rhm der Genius, der schnell seinen Augen erschien. 9« Erscheinung des Genius. Wo um des DvnnrcrS Baum der Blitz fich wand Mit SchwcrmuthSvolicm Blick In tiefer Haynumschattung stand Mein Aug und wich zurück. Als bey dem tausendjährgem eichenstamm Dein Genius Vaterland Auf mich mit heilgem Fluge kam Und führte meine Hand. Jum Heldengrab des grossen Wirtekind: Ich sah sein Dildniß drauf „Geh! sprach er: häng dieß Bild geschwind „Zin öhrcmempel auf l „Dir heißt dem Held das Vaterland und Pflicht „Sin Monumcnt zu weichn! „Wer ihm den heilzen Sichkranz flicht „Wird selbst unsterblich seyn! „Des Hügels Fuß wo Heldenasche ruht „Sey dein Archiv und Thron! „Tritt auf und singe deine Glut Der Hsldennativn. „ Der» Q L4S „Den Sieger dem sein LorbervoileS Haupt „Im schönstem Tode sank „DeS Glanz aus seiner Urne Sraub „In deine Seele drang. „Den noch voll Muth kein»eurer Dardensang „Germaniens erklang!»> Dom Sternenvollen Hiuimel sank Auf mich der Heldensang. Da flog des WodanS SLwerd im Zlammenzuz Dlutvollcr Wolken hin», Ich sah des Schwertes Wehn im Flug Vor Heldenschaaren zieh» k Den Heldenzokk der aus dem goldnem Thor LallhailenS siegreich ritt. Der Unsichtbar im Götterchor Bor Sachsens Schaaren stritt! Und WittckindenS Geist der in der Schlacht Unüberwindlich blieb Wenn auch sein Heer Fürst Karlens Macht Won Shresburz vertrieb. Der Dergwald siel, der Bardenhayn Vor ihm ArminiuS Sr gab dem Himmel flch zu weyhn Der Welt den Friedenskuß. Wor mir trat sedeS Helden« Geist und That Vom Wahlplatz siegreich vor Ich sah der Völker Lagerstatt Und schauerte davor. Bor S4Z Wor M-iß-nS Th°m, vor DitlenbergenS DchuN Bor FreybergS Hcldengrufc jaß ich die Thor auf-Föhnen Blut Die jedes Namen ruft. Und schrieb von Conrad, Moritz, Frieden'H Die Heldenthaten aus Der Genius nahms und hiengs vor sich Zn Zamas Tempel auf» 10. Wenig find der Geheiligten bey denen der Geist ihres Landes und Jahrhunderts den Patriotismus erweckt,-er allein zur Uiber- rvmdung der grossen und schweren Batterien faPig ist, welche Dorurtheil und Unwissenheit der Forschung, Alter und Dunkel dem Lichte der Wahrheit und Politik, der Entwicklung und Folgrung der Absichten entgegen bauen. Aber rühmlich ists, mit der Fackel der treuen lehrenden und bessernden Geschichte voran zu gehen, und den künftigen Zeiten noch denn zu leuchten, wenn unsre flüchtigen Atomen des verwandelten Leickenstau- bes, das Gedankenrad eines neuen Autoren beseelen: schdn und beseeligend ist der Gedanke, nach denn das Vergnügen der weiseren und gebeßerten Nachwelt zu seyn, wenn derNeid und Haß unsrer Zeitverwandten vergossen ist, O I und »44 und wenn das Licht der Wahrheit nach hundert verloschenen Generationen von Menschen aus den Zeugmßcn unsres Fleißes über die dankbarere Nachwelt hervorleuchten wird. , Nur dem, dessen Leben voll Tugend und seine Tugend so rein ais der Quell aus dem Ae enftpringt, nur die Beßrung der Menschen, nur ihre Liede zur Wahrheit zum Zweck, nur das Vergnügen zum Mittel erwählt, dem allein, den kein Vortheil, kein Dorurrhetl, ke-n Land, noch Ort abhält, der Wahrheit treu, den Blick über das Ganze W.ttmr reffe fern auf die Zukunft zu richten, der alle Folgerungen vergangener Reiche, Zeiten, Geschichten und Thaten zu dem gro-zen Brennpunkt der Moralität zu vereinigen weis, dem allein ist es aufbehalten, gemeinschaftlich nicht allein, nur auf den Spuren der Erfinder, Gesetzgeber, Stifter, Lehrer und Herren die zuerst den Griffel der Geschichte zu führen wagten fortzuwandein, und an dem Gebäude zu bauen, das lehrreich, majestätisch und groß wie die Zeit, aber unabsehlich, und endlos wie sie ist. ix. „Nur denen, die die wichtigsten Rollen auf dem grossen Theater der Wett gespielt Harten, dir Anführer, Lehrer und Gesetzgeber S45 her ihrer Natron waren, war es erlaubt ihr Geschichtschreiber zu seyn Nur die Sprache der Gbtrer war heilig genug, vor Nn Dh- ren des Volks die Annalen der Well, und in den Versen der Druiden Götter, Helden» und Weltgeschichte auf Nachkommen und Enkel der Barden zu bringen. So war Plu- tarch Biograph und Philosoph, Tenophon Held und Geschichtschreiber seiner Natron, Läsar Feldherr und Lommentaror, Powpe» jus in jeder Wissenschaft groß, Thueydtdes Staatsmann und Philosoph zugleich, Lrvrus in jedem Talente gleich groß, Polybius gleich wunder n-würdig an der Spitze der^ Armeen, oder am Pult seines Kaömetö/ Sallust Redner und Erzähler der Thaten die ihn verewigten, Sweton der Zeuge der Wahrheit, die sein Genie bewundern ließen, und Tacitus zugleich Soldat, Sraarswamn, Redner, Gelehrter und tiefer Kenner der Menschen, vor welche er seine Geschichte m den Tempel der Zeit stellte. Nach diesen Mustern aller Zeiten bildeten sich nach den fabeivollen Kompilatoren, dem Gregorius von Laurs, Fieury, Loin- vllle, Froißard, Gagwin, de ScrreS, Titlet, Belleforest, Maßon, Pasguier, Dau- bigne, Fauchet, Thuan, du Pmx, Vanllas, Mezeray, Daniel, le Gendre und Hamar.lt, jene pragmatischen Köpfe in den ersten Scheu der 242 der Gelehrsamkeit, welche die Pflavzfchulm der Rdmer, Britttn und Germanür wurden die Liebenswürdigen Zeugen der Wahrheit und Weisheit, die Lomines, Rollms, Boßwers, Fenelons> St. Reals, Bertoks, Lü Gos, und der excentrische Voltaire, die Hümes, Bunaws, Mascavs, SchrdckS und Schirachs, und die Herausgeber der allgemeinen Weltgeschichte, denen beyzutreten und nachzufolgen, es Ehre und Pflicht ist, wenn auch der Ruhm ungesehn, der Fleiß unbe, lohnt, und das Opfer ungesehn geschi ht, denn selbst die Homer» und Milrons starben blind und vergessen. rZ. Der Barde an die Fürsten. Die ihr den Zeiten eure Namen Trophäen euren Tempeln gebt Wo Heldenthaten nachzuahmen Der Ruhm umS Grabmahl schwebt. Ihr Fürsten denkt an eure Richter! Wenn euren Staub die Nachwelt tritt Äs tönt von euch der frommen Dichter Gesang und Heldenlied. Der 247 Der in dem Namenlosem Staube Der Könige vergessen war Entzieht von spätren Zeiten Raube Der Name Delisar. Den blinden Held den den Armuth neigte L?) Verschmäht der Uibcrwinder nicht, Der Menschheit Thräne die ihn beugte Floß ihm von, Angesicht. Den«Ledigstem, dem srommen Delisar Zum Lvdn des Heldcniebens flicht Tiber den kvrberkranz ums Silberhaar Und küßt sein Angesicht. O möchte gleiche That euch schwellen I Ihr Fürsten! welch ein kobgedicht i Daß Dank die That uns zu erzählen Aus jedem Auge spricht. Vergesset nicht des armen Dichters Noth Nicht armer Tugend hilflos Schreynt DkltkannienS Barde barh um Brod Ihr gabt ihm einen Stein. Richt Ls giebt vielleicht in der Geschichte aller Zeiten keinen rührendem Anblick als Delisar, der Sieger und Uiber- winder so vieler Nationen, alt, verwundet, hilflos, arm, blind und vergessen, seine Hand ausstreckt, und der klägliche Ruff: Oats obolum LsMrio! 248. Nicht auf die flüchtige Gunst der Fürsten Verlaßt Germaniens Barden euch! Auf dem, der ihren Thron den Fürsten Erhält, verlasset euch. Der über Welt und Ewigkeiten, Den Arm erhebt, seht seinen Thron Der armes Herz! sagt deinem Leiden Ich bin dein Schild und Lohn! s » .^-1 L .-5 r-- - ' M L W ".L M M «>. W -L - - >*A .4.