Der 103. Psalm. In Musik gesetzt von Naumann. Aufgeführt von der Gesellschaft der Musikfreunde des öfter rerchischen Kaiserstaates, im Jahre rör-?. 8obs den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Nahmen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergift nicht, was Er Gutes gethan hat, Der dir alle deine Sünde vergiebet, und heilet alle deine Gebrechen. Vergiß nicht, der dir Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit; Der deinen Mund fröhlich machet, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. Lobe den Herrn, meine Seele! Der Herr schaffet Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden: Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Thun. Barmherzig und gnädig ist der Herr: geduldig und von großer Güte; Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sunden, und vergilt uns nicht nach unserer Missethat; gnädig ist der Herr. Denn so hoch der HlmMel über der Erden ist, lässet Er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten, so fern der Morgen ist vom Abend, lässet Er unsere Uebertreibung von uns seyn. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten; denn Er kennet, was für ein Gemachte wir sind: Er gedenket, daß wir Staub sind. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit aufKindeskind bey denen, die seinen Bund halten, und gedenken an seine Gebothe, daß sie darnach thun. Der Herr hat seinen Thron im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr, seine Engel, ihr, starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. Lobet den Herrn, alle seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn alle seine Werks an allen Orten feiner Herrschaft. Ich will dich all mein Leben lang, O Gott, von nun an, ehren, Man soll, o Gott, den Lobgefang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre dich. Mein Geist und Leib erfreuen sich, Gebt unserm Gott die Ehre. Amen. Das Vater Unser von Klopstvck. In Musik gesetzt von Naumann. Eingang. Um Erden wandeln Monde', Erden um Sonnen, Aller Sonnen Heere wandeln Um eine große Sonne: »Vater unser, der du bist im Himmel!« Auf allen diesen Welten, leuchtenden und erleuchteten, Wohnen Geister, an Kräften ungleich und an Leibern; Aber alle denken Gott, und freuen sich Gottes. »Eehettigst werde dein Nahme!—« Er, der Hocherhabene, Der allein ganz sich denken, Seiner ganz sich freuen kann, Machte den tiefen Entwurf Zur Seligkeit aller seiner Weltbewohner. »Zu uns komme dem Reich!— Wohl ihnen, daß nicht sie, daß Er Ihr Jetziges, und ihr Zukünftiges ordnete, Wohl ihnen, wohl! Und wohl auch uns! »Dein Wille gefchelr'; Wie im Himmel, also auch auf Erden!—« Er hebt mit dem Halme die Aehr' empor; Reifet den goldnen Apfel, die Purpurtraube; Weidet am Hügel das Lamm, das Reh im Wälde r Aber sein Donner rollet auch her, Und die Schlosse zerschmettert es Am Halme, am Zweig', an dem Hügel und im Walde! »Unser tägliches Brot gib uns heute« Ob wohl— hoch über des Donners Bahn— Sünder auch, und Sterbliche sind? Dort auch der Freund zum Feinde wird?—' Der Freund im Tode sich trennen muß?— »Vergib uns unsere Schuld, Wie wir vergeben unseren Schuldigem.« Gesonderte Pfade gehen zum hohen Ziel', Zu der Glückseligkeit; Einige krümmen sich durch Einöden, Doch selbst an diesen sproßt es von Freuden auf, Un>d labet den Durstenden. »Führe uns nicht in Versuchung, Sondern erlös uns von dem Uebel.« Anbetung dir, der die große Sonne Mit Sonnen, und Erden, und Monden umgab, Der Geister erschuf, Ihre Seligkeit ordnete, Die Aehre hebt, Der dem Tode ruft, Zum Ziele durch Einöden führt, und den Wanderer labt, Anbetung dir! -»Denn Lein ist Las Reich, und die Macht, Und die Herrlichkeit. Amen.