Wienei- 8isüt-8ib!ioi!iki<. »430 -L,-^ M M M W ->-,4 M'U''^" H^ W-M^, M^W W^E/° D,- /MNM? L O « K, Z» MN?B.^.z k R->HM .,»,^-r T-' M,L. K.'/.-Ä SM --- L Das alte und neue Wien, oder Es ist nicht mchr, wie eh. Ein sa Lyrisch es Gemählde ^^ entwor f e», von einem alten LaternpuH er. / Wie n, 1800. bey Christoph Peter Nehm. VorekinnerlMg. Es ist nicht mehrwie eh:hir< te ich jüngst einen alten Laternputzer sagen, dem man an den grauen Haaren sein Alter las. Da er diese Worte bey jeder Laterne wiederholte, die von ihm die Wiedergeburt ihres Scheines erwartete, so machte rmch dies aufmerksam. Ich both ihm eine Prise Toback und fragte chn: warum es nicht mehr wie eh war? Es ist halt nicht mch^wle eh: gab er mir mit satynschen Lächeln Zur Antwort, und fuhr fort die Laternen zu putzen.^, Ich drang werter m chn, und da ich meine, Fragen mit einem Vier- Mmchenstück auf Mantwem unterstütztet w versprach er mir endlich das Räthsel am folgenden Tage zu!os m. o.ch traf Tags darauf um eben dze,e Äeit ein, und fand meinenLaternpu- per mit e.nem kleinen Pack Schriften unter dem Arm. Lesen Sie dles^ tagte er zu imr, und Sie werden stM '^ dech den, warum es nicht mehr wie eh ist: mit diesen Worten eilte er zu seinem Berufsgeschäft. Lieber Gott, sagte ich bey mir, sollte um er diesem Laternputzer vielleicht gar ein Autor stecken! und begab mich nach Haus. Ich schlug das Paket auseinander, und fand alte Komodienzettel, ganz mit Meystift überschrieben. Sie lagen zu zwey und zwey. ordentlich beyfammerr. Das eine. hätte die AufschriftD a s a l- te Wien, und das Gegenstück: das neue Wien. Ich las und erstaunte; denn ich fand Bemerkun- ,'gen, die ich unter einem Haternpuöer.. nicht gesucht hatte; da ich aber meinem eigenen Urtheile Nicht gern traue, so gab ich das Mättüseripr einem kritischen Kopfe zu lesen, und nur auf seine Versicherung, daß diese Bemerkungen desLaternputzers mehr gesunden Menschenherstünd enthalten, als unsre Romanen und Geistergeschichten,erscheinen sie nun mit(Lim willigung des alten Laternputzers un Druck. Der-Hcrausgebev- Das alte und nlUk Wieu. Bey dieser Schrift muß im Lesen das alte Wien Lsy jedem Absatz mit dem, neuen Wien verglichen werden, weil nur auf diese Art die Gedanken zusammen hängen- Das Me Wien- Unansehnliche Häuser ohne Regelmäffig- keit, aber dauerhaft und für die Rach< kommenfchaft gebaut— große, geräumige Zimmer, und wenig Fenster— große Aefen, bequem zum Heitzen— Jeder Ofen seinen Kamin— Die Staffeln von Aen Treppen hoch, aber die Häuser niedrig« Hölzerne Dächer, aber von guten/> dauerhaften Schindeln; nur gefährlich bey Feuersbrunst. Das neue Wiem Mauser voll äußerlicher Pracht; abek schon halb baufällig beym Entstehen— Kleine AimmerUnd viele Fenster— Klei» nere Oefen: aber schwerer zur Heitzung — Oft drey Oefen in einem Kamine— Die Staffeln der Treppen um die Hälfte, niedriger; aber die Häuser fast noch ein« Nah so hoch.. Ziegeldächer, oft mit kaum halbge« brannten Ziegel» gedeckt; bey jedem heftigen Winde den Fußgehern den Tod drohend, Gute-, 8 Das alte Wien. Schlechtes Pflaster— aber gute Schuhs. Die Straffen eng; aber bey den wenigen Wagen ohne Gefahr für den Fuß» Seher. Dir Fußböden der,Zimmer bon gu» Holz'/ und sicher zmn E-Him, Die aslv.?reri''ch, aber solid und dauerhaft für Minder und Kmdskinders Die Schlafzimmer mit einen, Altar und einem Bethjchämsl zur Andacht geziert» Viele Kirchen, aber wenige Tanzsale, , Die 9 Das neue Wien. Gutes Pflaster, aber die Schuhe desto schlechter. Die Straffen breiter, aber bor Menge her Wägen kaum ohne Lebensgefahr zu passirm. Eingelegte Böden, die sich spalten und werfen— schlüpfrig zumHalsbrechen. Moderne, geschmackvolle Meubeln— aber kaum brauchbar für ein Jahr. Die Schlafzimmer mit Spiegeln und wollüstigen Bildern ausgeschmückt. Weniger Kirchen—- aber die Tanz« sale um so häufiger. Die Das alte Wie». Die Kirchen, ein Ort der Andacht und der Erbauung— Heilige, feyerliche Stille— Die Töchter an der Seite ih- rer, Mutter. Häufige Prozessionen nach Marrazett und andern Gnadenörtern. Viele Klöster, Bruderschaften, Mön^ che und Nonnen. -—.—---tz— Treu und Glauben-— Kredit sufs Wort und blossen Handschlags Liebe des Nächsten— Patriotismus— Herzenssubel beym G'ück der Waffen—- Freudenthranen beym Anblick des Siegers.-. Gkrentztz LÄ Das neue Wie». Die Kircbcn ein Ort der Zusammen, Lüttste und der Aergernisse— Freches Gs- plauder- Die Töchter an der Seite ihrer Amanken. Fast tägliche Prozeffisn-n nach dem Praker— zum Schikaneder und Kasperl» Nun Kafflns— Klubs— Atheisten und Buhldirnen.—, MißtrauenBetrug— Kein Kredit shne Pfand, Wechsel und Zeugen. Nur Liebe zu sich selbst— gefühllos beym Namen Vaterland— Gleichgültig bey Siegen, und kaum gerührt beym Anblick von DeutWünds Netter. Gnädige 12 Das alte Wiem Strenge Vater und Mütter—- aber liebvoli für die Erziehung ihrer Kinder sorgend. Ein Theater voll Hanswursterenen und lustigen Possen— aber nur von Erwachsenen besucht, unü also weniger schädlich den Sitten» Züchtige Masken— höchstens W Fasching collerirt» Geschorne Köpfe eine Strafe für Zuchthäusler— ein Kennzeichen des Verbrechens und Lasters— Promenaden und Spiele zur Erhöhung, und neuer Thätigkeit zur Arbeit. Mir- -2 Das neue Wien. Gnädige Herrn Papas und Frauen Mamas—, aber unbekümmert um Kim derzucht. Die Theater voll Mordscenen— Sei- sterseherey und Zweydeutigkeiten— von der zarten Jugend besucht— und also verderblich für Kopf und Herz. Skandalöse Masken— Lurchs ganze Jahr cmf-den SträMn herumlaufend. Geschorne Köpfe— eine Zierde der schönen Welt— und ein Kennzeichen der sogenannten Aufklärung. Promenaden und Spiele— aus langer Weile, und zur Tödtung der Zeit. Bär- L4 Das alte Wien. Bürgersfrauen und Töchter in züchtigen BürgershauLchen, und einer Tracht dem Wuchs angemessen. Arauenschuhe mit hohen Absahen angemessen dem züchtigen Gange des schönen Geschlechtes— Und daher selten eiü Stolperer» Abgehackte Mannerschuhe und keine Hühneraugen. Den ersparten Nothpftm'ng in Kafleü verwahrt Die Töchter angehalten zur Häusliche Veit— geübt in Rahen, Kochen Stricken»" Das neue Wien. Bürgersfrauen und Töchter in Titus- perücken, und einer Treicht, die Hüften «n die Brust anschließend./ Frauenschuhe mit kurzen Absaßen— geschickt zu saufcrschn'ttcn— Daher auch so viele sauferinnen— und so viele Scok, perer- Gespitzte Springerschuh und Hühneraugen a» allen Zehen. Den ersparten Nothpfenmg— am Finger, und auf Köpfen in brillanten Stecknadeln tragend. Die Töchter angehalten— zu Putz und Galanterie— geübt im Kartenspiel, Tanz und Lm Klaviergeklimper— r6 Das alte Wien- Die Lectüre ein Antheil weniger, aber wahrer Gelehrten. Bescheidenheit im Urtheilen—kluges Schweigen beym Nichtwissen einer Sache— Ehrfurcht gegen das Alrer Erfahrne Kritiker mit grauen Haaren. Der Hausknecht Hans, und die Köchin Mariandel— Weibliche Dienstbothen in Boy und wollenen Zeug gekleidet- fromm und arbeitsam- in mässigen Stunden das Spinnradchen in der Hand ihren kleinen Lohn auf die Seite legend- mit der Expectanz auf einen rechtjchasfenen Mann» Die i7 Das neue Wien. Die Lectüre, ein Antheil des großen Haufens: daher auch wenig wahre Ge- lehrte» Unverschämt in Urtheilen— Rechthaberey bey der größten Unwissenheit— Gegen das Alter Verachtung— Uner- fahrne Kritiker mit Milchharten. Jetzt der Nonkeur und di§ Manilell I^Lnette. Weibliche Dienstbothen in Gold und Seide— Faul und frech— in müssigm Stunden einen Roman in der Hand Kren ansehnlichen Lohn mir Kerln verschlagend— mit der Expectanz— alte Jungfern zu bleiben» i8 Das alte Wien. Die Ehefrauen vom Bette zur Spep sekammer und Küche—- selber den Mark besuchend— den Tag in häuslicher Arbeit, den Abend im Kreise ihrer Kinder hinbringend. Deutsche, einfache Kost— und hohes Alter. Schulmeister und Jnstruckoren. Kaufleute im Kleinen— reich gewor, den durch Sparsamkeit— Handwerksleute— wenig Geschmack in ihren Arbeiten— aber redlich im Preise und gewissenhaft in der Auswahl des Materials. Präch-- Das«eüe Wl§ü° E)ie Ehefrauen böm Bette zur Tollte— von dieser zum Spieltischden Marktzeger der Köchin preisgebend— Den Tag mit Promenaden und Spiel, den Abend im Theater hinbringend. Französische, gekünstelte Kost-- und früher Tod» Nun lautet Prdfesssren und Hofmeft sier. Fast lauter Großhändler— und oft ters Bankruten durch Verschwendung. Handwerker— mehr Geschmack in ihren Arbeiten— aber gewissenslos im Preis— und alles nur aufs Gesicht ge, macht. B» Frp Das alte Mien. Prächtige Equipagen— ein Kennzeichen des Adels und ausgezeichneter Stände. Die Aerzte— in großen, ehrwürdigen Perücken, mit ihrem Anblick Trost einflößend dem Kranken. Alle Stande abgesondert, und kenn- Lsr durch Tracht und Sitten. Alte Matronen—stolz auf ihr graues ehrwürdiges Haar» FrW 2! Das neue Wien. Friseurs, Geldjuden, Mätressen und Spieler von Profession— in prächtigen Phaetonen» Junge Aerzte— gekleidet als Stutzer — öfters sogar mit gefchornen Mauskopf — selbst lächerlich dem Kranken. Die Stande— durch einander gemischt mie eine Trapplierkarte——> Der Diener eine Kopie seines Herrn, und das Stubenmädchen her Affe der gnädige« Frau. Alte Matronen—sich der ehrwürdigen grauen Haare schämend, und sie mit einer Perücke von schwarzen Haaren zudeckend. Stakt LL Das alte Wien. Frühmesse und Frühpredigk von den Dienstborhen häusig besucht. Rosen auf den Wangen der Bürgers- Mädchen, ein Werk der Natur— Das Bild des Mannes m der Brust der treuen Gattin verschloßsn— von außen höchstens ein kleines Kreuz getragen» Reichgestickte Hauben der Bürgers, stauen— kostbar, abe. dauerhaft für Tochter und Tochterkind— Der Webet mit sechs Stühlen hieß; Webermeister. Viele Das ueue Wie». Statt der Frühmesse-7 um lK Uhr in die Galanteriemeffe— statt der Früh? predigt zum Tanzmeister. Roftn— auf den Wanzen der BLr, gersmavchen, nun häufig das Werk der Mahlerkunst. Nun bey.Mey den Liebhaber^m Herzen und den Mann, zum Kchen des Ehstandkreuzes, als Medaillon auf der Brust von außen. Spinnengewebe zum.ftorfpuh Ebenfalls kostbar aber nur dauerhaft vom Morgen Liö zum Abend. Der Weber mit zwey Stöhlen— heißt ABrikGt.- Ksld B4 Das alte Wien. Viele rechtmassige Mütter— und wenig Ammen. Der Handkuß— ein Zeichen der Ehrfurcht für Eltern, Vorgesetzte, und ehrwürdige Personen Ordentliche Wirthschaft und keine Hausfreunde— Häufige Kegelbahnen— besucht von Erwachsenen, und oft sehr gefährlich für den Beutel. Das Schachern und Jüdeln-- nur -as Handwerk der Pinkelsuden. Schatzgräber—. aus Aberglauben. Mäßig- 2Z Das neue Wien. Bald mehr Ammen, als rechtmäßige Mütter. Der Handkuß— ein Zeichen der Ehrfurcht- dem Hausknecht von der Köchin, dem Lakey vom Stubenmädchen abgefor* dert. Viele Hausfreunde— und zerrüttete Haushaltungen. Dafür nun um so mehr Billards—» weit gefährlicher der Jugend. Das Schachern und Jädeln—- das Metier der halben Wienstadt, Schatzvergraber— aus schlechten Patriotismus. Zunge 2-6 Das alte Wien. Mäßigkeit— und alte Greise. Reiche Bürger-- ohne Adelsuchr. Deutsche Bettem vndMaßMM. Kasse— das Frühstück der Damen, und der dermöglicksten Klaffe».— Das Reiten— eine Kunst und rik, terliche Uebung. Gute Wege— und keine Pachter. Bibliotheken—- von wiffenschüstliche», nützlichen Bücher!;. .^^ Wem'g 57 Das neue WÄR. Zunge Greise— durch Ausschweifung- Nun gnädige Herrn, dsß erbarm. Lauter französische LInkels und Kußnen. Kasse— das Frühstück der Obst--und Fratschlerweiber. Das Reiten— eine Pfuscherey und Unterhaltung der Friseurs und Kauf- Mannsviener. Pachter— und Wege fast nicht mehr zum Brauchen- Bibliotheken— von Romanen, Ritter- und Gcistergeschichten, und Komödien. UeberaÜ Das alte WLerr. Wenig Industrie und viel Geld. Große Srockuhren— gemacht für die halbe Ewigkeit, und nur zum nothwendigen Gebrauch bestimmt— Nur der vermöglichere Bürger eine silberne Taschenuhr im Sacke. Das schöne Geschlecht-- m Saloppe und Reifröcke eingewickelt. Der Beamte—gekleidet nach Würde In Perücke und Haarbeutek. Hern--' 29 Das neue Wien. Ueberall Industrie— und fast kein Geld mehr. Große Wanduhren— zur Parade—^ Kutscher, Lakeys, Marqueurs, Kellner und Friseurs mit einer geldcnen und oft mit zwey Sackuhren in der Tasche, um es auf zwey Uhren zu sehen, wie viel Stun» den ste täglich dem lieben Herr Gott abstehlen. Das schöne Geschlecht— fast im blossen Hemd herum laufend., Zunge Beamte mit Mäusköpfen und einem Ratzenschweiferl. Hern- Zv Das alte Wien. Heinals—- ein Ort der Andacht, un- nur am Kreuz ein linker Schacher. Schuster— Schneider— Musikanten Komödianten— Anstreicher— Bild. Hauer— Maurermeister— Goldarbeiter —> Gewürzkramer und Hauhenhefterinnem Handwerk— und Zeckmeister— und gute Ordnung unter den Gesellen. Heiiigenstritzek und Osterstecken— ein Luxusbrod, aber nur einmal im Jahr. Per- Zl Das neue Wien» Hernals— ein Ort des Zeitvsrtrei- Les— und linke*) Schacher von allen Seiten. Jetzt lauter Schuhmacher— Kleider- machen— Tonkünstler— Schauspieler— Mahler— Statuarius— Architekten— Juweliers— Spezereyhandler und l^lar- cirauäes cke rnoäes. Innungen und Vorsteher— und fast keine Ordnung mehr. Backwerk der Mandolettikramer— ein imxusbrod— aber täglich. Bekkel- *) Lange konnte ich diese Stelle nicht verstehen; endlich fiels mir aber bey, daß der alte Laternputzer dadurch vielleicht gar auf die Backenbärte und geschsrnen Kopfe anfielen Wollte. U. d. H. Z2 Das alte Wien. Vermögliche Bürger— des Tags kaum für l kr. Toback brauchend. Viele Räusche— ohne Furcht dabey zu offenherzig zu werden. Ein plattes: Gott grüß den Herrn — aber immer mit der Bereitwilligkeit verbunden, dem Freund zu dienen. Grobe Sprache— aber ein aufrichtiges Herz. Gesundheittnnken— eine alte Gewohnheit der redlichen Deutschen— aber heidnischen Ursprunges. Gast- SZ Das neue Wien» Bettelweiber-— des Tags für einen Groschen schnupfend. Weniger Rausche— aus Furcht, man möchte offenherzig werden. Jetzt lauter gehorsame Diener und Knechte, von denen in der Noth kein Kreuzer zu hoffen ist« Feinere Sprache— aber ein Herz voll Falschheit. Gesundheittrinken— von der schönen Welt abgeschafft— vielleicht, wen sie alle so gute Christen sind. Gast- AS Das, alte Wie«. Gasthäuser— nicht sehr reinlich—- die Speisen auf Zinntellern bedient, aber gut zubereitet—- Die Portionen groß und nicht theuer die Kellner höflich— die Wüche mit dem grünen Kappe! unterm Arm, den Gasten selbst den SechzehNkk einschenkend.- Hausmeisterstöchter Lm Zwillchsrney Röckl. Küchenmägde rnit Strohhüten— vor Sonne und Regen schützend. Zwölfjährige Mädchen—- noch mit der Docke spielend. Lange Westen— bequem für Toback, dosen, und andere Bedürfnisse. Dis ZS -- Das neue Wien. Gasthäuser— noch immer sehr unreinlich— die Speisen aufPorzellan, aber schlecht zugerichtet— die Portionen noch einmal so klein, und doch noch emmal so theuer-—die Kellner mit den Gasten Bru, der im Spiel— die Äiirthe das K appel auf dem Kopf angeleimt—-- den vongest Sechzehn^ UM z6 kr. schenkend, Hausmeisterütöchter— im Schleier, kleide und rothen Schall. Küchenmagde- mit Fächern und sei. denen Regenschirm. ,, Zehnjährige Mädchen— stakt der Doe Fe sich einen Mann wünschend. Lauter kurze Gilets-- kaum Raunz für einen Zahnstocher. ^ E L Die Z6 Das alte Wien- Die Schönen— das Schnupftuch i« Sack tragend. Astronomen— mit dem Sehrohr nach den Sternen guckend, und nur eine*) Venus erblickend. Damen— im Schleppkleide; aber dze Schleppe von Bedienten getragen. Licikationen— zum Vortheil des Pub, likums. Das Wort Jungfer— ein Ehrentitel für Bürgerstöchter. Fran, Die BenennMZ des Msrgm-und ALrnd- 27 Das mue Wien. Die Schönen— zur Vorsicht noch ein Schnupftuch um den Kopf windend. Zunge Herren— durch ihre Perspektive und Stecher, in jedem schönen Map» chen eine Venus.suchend. Bürgersmadchen— im Schleppklei- de— aber die Schleppe durch Staub und Koth mit fortziehend. sicitationen— zum Vortheil ö« Tandler. Das Wort Jungfer— die größte Be-< leidigung für Bürgersmadchm. 'Schnei- 38 Düs alte Wien. Französische Sprache-- eins Aus- Zeichnung des Adels» Die Portiere—grob,und sich auf ihren silbern Knopf was einbildend» Mehr kann ich den'Wern für diesmal aus dem Manufcripke des alten La- temputzers nicht lieftrn. Die überschrie- benen Komödienzettel enthalten zwar noch mehrere beißende Stellen; da die Schrift aber schon halb verwischt ist, so konnts ich nirgend den ganzen Sinn herausbringen, welches meine Leser mit mir bebau- s- Da§«eM Wier?» Schneiderstöchter— mit französischem Schnabel. Die Portiere— noch immer grob und stolz, und also unveränderlich von Ewig, keil zu Ewigkeit. §rn werden. Vielleicht führt mich aber der Zufall bald wieder mit meinem katern- putzer zusammen, und wenn er dann so gefällig ist, die Bruchstücke zu ergänzen, ss könnte es leicht geschehen, daß über einige Zeit noch ein zweytes Heft nachfolgte. Indessen wollen wir sehen, wie das Publikum das Gegenwärtige aufnimmt. L 8