y - wiener 8tsä1 Sidttolkelc. «SS37 k s ckoikK/UMKE» Kp!k6kirneIl15lML -vvixZDwrv-MriWiL^oir^ vö n 60 l.vei^mvo /vtr-Eel'rvMirD ^vo^vViroeirElz^elr ^ or-iscR^kv ^LtzickrctDiM > Die Aaiser Aarl-Ariegerheimstätte in Aspern. Von Baudirektor Ing. Dr. techn. li. c. H. Goldemund. Mit einem Geleitworte von Dr. Richard Weiskirchner, Bürgermeister der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien; Mberkurator des wiener Rriegerheim- lH stättenfondes. m 2 Tafeln und 2^ Abbildungen. Ladenpreis: K P50. Wien, Verlag von Gerlach §c wiedling, Buch- und Kunstverlag, Wien, I., Llisabethstraße 13. Druck von Paul Gerin, Wien, II., Zirkusgasse ^ öd; 3 1 Geleitwort. Schon im Jahre t9l«> hat die Gemeinde Wien die Lösung der Kriegerheimstättenfrage in ihrer Gemarkung durch grundlegende Beschlüsse ermöglicht, Richtlinien für die Durchführung dieser Form der Siedelung geschaffen und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Die Stadt Wien war die erste aller Gemeinden Österreichs, welche sich dieser Fürsorge für unsere Kriegsbeschädigten und ihre Familien in Wort und Tat angenommen hat und sie ist, wie ich mit Befriedigung festzustellen vermag, auch die erste, welche für eine große Siedelung die planlichen Ausarbeitungen, trotz der Erschwernisse während des Krieges bereits so weit geführt hat, daß die Erbauung der Kaiser Karl-Krieger- heimstätte in Aspern sofort nach Kriegsende begonnen und in der denkbar kürzesten Zeit vollendet werden kann. was dort in Aspern erstehen soll, wie die Gemeinde ihren, aus dem schier endlosen und unerhörten Kampfe zurückgekehrten kriegsbefchädigten Heimatsgenossen dazu verhelfen will, in behaglichen Wohnungen und mit verminderten Sorgen auf heimatlichem Boden die weiteren Tage ihres Daseins zu verleben, soll diese Schrift zur Kenntnis bringen und in den weiten Kreisen unserer Bevölkerung neue Mitarbeiter für die immer weitere Ausgestaltung dieser schönen Aufgabe werben. Die ganze Schöpfung und die Durchführungspläne der Anlage atmen Vaterlandsliebe und Heimatsliebe, sie sind durchdrungen von dem Leitgedanken, das Beste baldmöglichst für unsere kriegsbefchädigten Volksgenossen zu schaffen. Ich bin überzeugt, daß es der Stadt Wien, welche es übernommen hat, durch ihren bewährten Stadtbaudirektor und feine getreuen Mitarbeiter den Bau und die künftige Erhaltung der Siedelung durchzuführen, gelingen wird, zu zeigen, daß diese erste Kriegerheimstätte Wiens und Österreichs die Ehre, den Namen Seiner Majestät unseres Kaisers tragen zu dürfen, voll und ganz verdient und die Verwaltung desselben durch den wiener Kriegerheimstättenfonds und das an der Spitze stehende Kuratorium eine solche sein wird, daß die idealen Ziele der Schöpfung im weitesten Umfange erreicht werden. Wien, im Juni Bürgermeister Dr. Weiskirchner. >2 Abbildung ^lllgemeine Tage der Heimstätte, ihre Derbindung mit der Stadt. Größe des Bauplatzes; Bedingungen seiner Überlassung für die Heimstätte. Auf dein Wege von Hirschstetten nach Aspern, südwärts anschließend an die nach Marchegg führende Linie der k. k. Staatsbahnen, nordwärts an Breitenlee angrenzend, wird aus dem durch den Sieg der österreichischen Waffen über Napoleon geheiligten Boden von Aspern die Kaiser Karl-Kriegerheimstätte erstehen.*) Oie Verbindung zur Stadt am rechten User der Donau wird einerseits durch die in Bälde zur Elektrifizierung gelangende Straßenbahnlinie von Kagran nach Aspern, anderseits durch die Straßenbahnlinie in der Erzherzog Karl-Straße, deren Verbindung mit erstgenannter Linie durch eine (Huerlinie an der Grenze zwischen Stadlau und Aspern in Zukunft gedacht ist, verhältnismäßig günstig erfolgen. Die periphere Lage der Heimstätte zum Stadtgebiete mußte gewählt werden, da einerseits eine so ausgedehnte Fläche, wie hiefür erforderlich ist, nahe dem Stadtkern kaum zu erlangen gewesen wäre, anderseits aber diese Lage für die verschiedenen Arten der Beschäftigungen, welche für die Kriegsbeschädigten in Zukunft sich als notwendig erweisen werden, sehr zweckmäßig ist. Angrenzend an die ausgebreiteten Grundflächen des geplanten Wald- und wiesen- gürtels für den XXI. Bezirk, welcher neben Baumbeständen und wiesenslächen für die Zwecke der Erholung der Jugend und der Bevölkerung voraussichtlich auch weite Flächen für Gemüsepslanzungen, vielleicht auch zur Kultur von Medizinalpslanzen umschließen wird, können die Bewohner der Heimstätte in der Betätigung in solchen Betrieben *) Siehe auch „Knegerheimstätten" von Magistratsrat Dr. Alois Sagmeister. Wien t9(6, bei Gerlach und wiedling. o 2 LN »W« «M W^WWW Abbildung 2. 6 lohnende und gesunde Arbeit finden. Anderseits liegt der Fabriksort Stadlau so nahe, daß der für eine Betätigung in der Industrie geeignete Teil der Kriegsbeschädigten auch dort, in nächster Nähe seines Heimes Beschäftigung finden kann. Nicht weit von der Siedelung im benachbarten Breitenlee befindet sich auch der große neue Verschiebebahnhof der österreichischen Staatsbahnen, der ein Bedienungs- und Hilfspersonal von vielen tausend Personen bedürfen wird. Sicherlich werden auch Kriegsbeschädigte bei der Bedienung dieses Bahnhofes leicht Arbeit finden können, da auch zahlreiche Wächterposten ohne körperliche Anstrengungen bestehen werden. Die Ortslage im Verhältnis zu den angrenzenden Stadtteilen ist durch das plänchen Abbildung 2 deutlich erkennbar. Die zur Verfügung stehende Grundfläche, mit einem Gefamtausmaß von ^35.088 also etwas kleiner wie der gesamte Türkenschanzpark, hat zum größten Teile, und zwar im Ausmaße von die Gemeinde Wien um einen Bauzins von jährlich loo X auf die Dauer von 60 Jahren, dem zur Errichtung und Verwaltung dieser Kriegerheimstätte bereits gebildeten wiener Kriegerheimstättenfonds, an dessen Spitze Bürgermeister Exzellenz Dr. Richard Weiskirchner als Oberkurator steht, gewidmet. Der Rest der Fläche, es ist dies der Teil, auf welchem im Bebauungspläne Tafel 2 im Anhänge dieses Heftchens die Straßen II und V sowie der Platz 3 angelegt sind, ist Grund der k. u. k. Heeresverwaltung, auf welchem eine kleine Feldbefestigung steht. Auch diese Gründe wurden dem Fonds unter den gleichen Bedingungen auf dieselbe Zeitdauer zur Verfügung gestellt. Der Bebauungsplan. Grundsätze der Planung und Beschreibung der Anlage in städtebaulicher Beziehung. Die Grundsätze für den Entwurf des Bebauungsplanes waren vor allem die Wahrung des ländlichen Lharakters der Siedelung, die Anwendung des Kleinhauses im Gruppenverbande, die Schaffung von Familiengärten für jede Wohnung, die Bereitstellung ausreichender öffentlicher, nicht zu weit voneinander gelegener Gartenplätze und Spielplätze für die Bewohner und insbesondere die Angliederung einer großen Spiel- und Lrholungswiese für die Kinder der Siedelung. Jede schematische und geometrische Gestaltung des Straßennetzes sollte vermieden werden; das Straßen- und Stadtbild der neuen Anlage aus den erwähnten Hauptgrundsätzen in ungezwungener weise und in Anpassung an die Form des Grundstückes und an die Anschlüsse an bestehende Verkehrswege sich zwanglos entwickeln. Kleine Unregelmäßigkeiten im Linienzuge und in der Breite der Straßen, Rücksprünge an den für den Durchblick und für die Wirkung des eingestreuten Grün günstigen Stellen, sind die Mittel zur malerischen Gestaltung des Gesamtbildes. Auf die richtige Verteilung des Grünschmuckes mit einzelnen Bäumen und kleinen Baum- und Gehölzgruppen wurde ein Hauptgewicht gelegt, denn erfahrungs- mäßig zeigt sich auch bei unseren heimischen Siedelungsanlagen, wie maßgebend solches Grün im Straßenbilde zu wirken vermag. Lin Modell, welches angefertigt wurde, um die räumliche Wirkung der geplanten Anlage zu überprüfen und nach welchem als Vogelschaubild die Abbildung auf Seite 3 angefertigt ist, zeigt, inwieweit es gelungen ist, die Zweckmäßigkeit und die richtige Gruppierung der Baulichkeiten und die Ungezwungenheit der Anlage zu erzielen. » 6L5 Abbildung 3. Der Zugang zu der Heimstätte von Stadlau aus erfolgt durch die Straßen I, V und VII, der Zugang von Breitenlee durch die (Huadenstraße und die Straße IX. Der weg t führt über die Bahn in kürzester Linie nach Aspern. Die Häuser sind in den einzelnen Straßenzügen und um die Plätze herum gruppenweise in Reihenbauten so zusammengezogen, daß sie architektonisch gute Wirkungen geben und die Baumassen an vielen Stellen durch eingestreute Baumpslanzungen farbige Belebung finden. Ihre freundlichen Schauseiten, bei welchen schlichte heimische Motive zur Geltung kommen, helfen die Traulichkeit alter Ortsbilder unserer heimischen Siedelungen zu erzielen. Die Unterbringung der Waschküchen auf den Dachböden führte zur Anwendung von Giebeln über den Stiegenhäusern, welche in ihrer verschiedenartigsten Gestaltung reiche malerische Wirkung versprechen. Kleine Vorgärtchen, die sich durch die Ausnützung der Ungleichheit der Breite mancher Straßen an einzelnen Stellen ergeben, werden den Grünschmuck noch vermehren und weiter vervollständigen. 6 r »> --- ^ rD-! ,po»^! rqqS^I .>^-2 IlllWWWWlliVWWkW^ Wr .r-s^7 --- — » * - Hwi i ö '- I > -! -' s » f« s > !- »-- s -i' j- MBK MLR !s Lk^-'! MR« 7 Zlbbildung Das Familiengärtchen, welches jede Wohnung erhält, soll ein Ausmaß von mindestens l00 besitzen, und zwar meist, wegen der günstigeren Bewirtschaftung, in der Form des Rechteckes mit Seitenlangen von rund m bis t» 5 m auf Breiten zwischen 8 '5 m bis 7 'H m. Nur selten kommen langgestreckte Familiengärtchen über l6 m Länge vor. Die Gärten sind an den Rand der Siedelung und in die Mitten der Blöcke zusammengelegt, wodurch eine gute Besonnung erzielt wird, wo der Nordschatten der Häuser das Wachstum in den Gärten gefährden würde, sind breitere Höfe zwischen den Häusern und den Gärten eingeschaltet. Schmale, nur l '5 nr bis 2 5 m breite Wirtschaftswege schaffen die Zugänglichkeit von den Häusern und von den Straßen zu diesen Gärtchen. Nirgends sind diese, wohl vorwiegend für die Gemüsekultur bestimmten Flächen so ausgedehnt, daß ihr Anblick störend wirken könnte, da der Durchblick meist durch die gruppenweise angeordneten Wohnhäuser und die an den Rändern der Blöcke zwischen den Häusern eingestreuten Bäume eingeschränkt ist; außerdem unterbrechen diese größeren Flächen oftmals mit Bäumen bepflanzte Spielplätze, wie zum Beispiel die Spielplätze 2 uud H in Mitten derselben. Die Siedelung zählt 9 Straßenzüge von zusammen l"00 m Länge, 6 architektonisch umrahmte Plätze, wovon 2 Spielplätze sind und außerdem noch 2 besondere Spielplätze, sowie eine rund 8300 messende Spielwiese. Das beträchtliche Ausmaß der in der Mitte der Siedelung liegenden wiese, welches nur um l?00 geringer ist als das 9 -—/L Lo- . , m . s . f. . x ' > l/-/V>nch-V-^ --1S 2P ->SL^ S- ^7/i^/SL-T - l^-m lq^ri SWMIS«^ »MW 77^ MM« l-M M! !i MM >1 ^//EVLÄ MMMWMMMRMM k?P>»v> -888»;. g Ms WWW » WlWSjW -.'/MMMWMMWMMA ???? M'EMMMMMWM Abbildung 5. Ausmaß des Platzes „Am Hof", gestattet die abwechselnde Benützung je einer Hälfte durch die Jugend, damit die Grasdecke der anderen Hälfte wieder gepflegt werden kann und sich zu erholen vermag. Lin kleines Geräte- und Kleiderablage-Häuschen, ein Sommerturnplatz und ein Plantschteich, im Bebauungspläne Tafel 2 mit 65 bezeichnet, vervollständigen dieses Kinderparadies inmitten der Siedelung. Die mindeste Straßenbreite zwischen den in der Regel einstöckigen Häusern, welche meist nur eine Höhe von 7 m besitzen, beträgt 8 m, wovon ein 5 ni breiter Streifen als Fahrbahn gepflastert wird, um von vorneherein jede Staubplage zu vermeiden. Eigene Bürgersteige werden nur in den beiden Hauptstraßen Straße III und Straße VI und aus einigen Plätzen angelegt, da bei dem zu erwartenden geringen Fuhrwerksverkehr in der Siedelung der Fußgeherverkehr sich wohl klaglos aus den Fahrbahnen abwickeln kann. Die Straße III, mit dem anschließenden Denkmalplatze, dessen Schaubild in Abbildung t2 zu ersehen ist, wird, in Verbindung mit dem großen Hauptplatze vor der Spielwiese und der Straße VI, die Bestimmung als Haupt- und Feststraße besitzen. In dieser Straße ist auf eine strengere Wirkung des Stadtbildes Bedacht genommen, sie ist t5 m breit, geradlinig geführt und wird längs der Häuser mit Baumreihen bepflanzt werden. Abbildung 6< Die Wirkungen der entworfenen Straßenbilder zeigen die Abbildungen 3, l.o, t? und lH. Abbildung stellt die Ansicht des Platzes L von Süden aus dar, welcher zur Unterbrechung der langen Straße IV und zum Abschluß des Straßenbildes in dieselbe eingeschaltet wurde. Die Wohnhäuser und ihre Einteilung. Die Wohnungen im Besonderen. Für die geplanten 267 Wohnhäuser der Siedelung sind der Hauptsache nach zwei verschiedene Ausführungen vorgesehen, und zwar einstöckige Zweifamilienhäuser und 58 einstöckige Viersamilienhäuser. Zur Lrzielung besserer Gruppenwirkungen an einzelnen Straßen und Plätzen sind außerdem noch 25 zweistöckige Häuser, hauptsächlich durch Ausbau des Dachgeschosses geplant, wovon 2 drei Familien, fünf Familien und tO sechs Familien beherbergen werden. Die Mehrzahl aller 7^8 geplanten Wohnungen, nämlich 673, bestehen aus Zimmer, Kammer, Küche und einem kleinen Vorraum, von welchem aus die Speisekammer und der Abort, den jede Wohnung gesondert besitzt, betreten werden kann. Für besonders kinderreiche Familien sind 28 Wohnungen vorgesehen, welche statt einer Kammer zwei Kammern erhalten werden, von den 35 Dachgeschoßwohnungen sollen t?, in erster Linie für Kriegerwitwen bestimmt, nur aus einer großen Wohnküche und einer Kammer bestehen. n Abbildung 7. ^ 's/ ^7 ,^N? csL ^ !^i >>-MM':Ä ^M! 8 ! LG^L! WI!M LLÄüW 8! -/u« Jede Wohnung erhält einen Keller und eine Bodenraunrabteilung. Die Zahl der wohnräume ist bei der Mehrzahl der Wohnungen wohl keine große, es muß aber berücksichtigt werden, daß sämtliche Räume im Vergleiche zu den üblichen Ausmaßen .-<« «0 - -LSÄL ->L 2 b ! > ! l > l > >1 «I » «'i « » lLLLWW sWlS^M« WNlßiMS» Abbildung tz. 12 Zlbbildung y. von Zimmer, Kammer und Küchen in den wiener Kleinwohnungshäusern größer gewählt sind. Die Studien über die Einrichtung der Wohnungen mit dem Hausrate zeigen, daß in den dreiräumigen Wohnungen bis zu 6 Betten nebst den übrigen Möbelstücken zweckmäßig ausgestellt werden können. Gegenüber den heutigen wiener wohnungs- verhältnissen, bei welchen 80^ sämtlicher Wohnungen nur aus Zimmer und Küche oder noch weniger Räumen bestehen, ist die sür die Kriegerheimstätte vorwiegend zur Anwen- duug gekommene wohuungsgröße mit Zimmer, Kammer, Küche und Vorraum mit eigenem Abort und einer Speisekammer ein entschiedener Fortschritt. Die Pflicht, mit dem verfügbaren Baugelde Haus zu halten und aus dem gegebenen Baugrunde möglichst W-LW'I^ETO 1l5"45"46^ WEH WO »,v,'7>!>!> 7,VM! '!j »k^- !'!>!''!<(x''.) iii;Ä ff?////. MN W« «M UOMKi?W MM ^l!''M>7^-v M'// WWW ^,7,l>',v, < ^ /Ä7 "MM -WlWK sch'ÄK^' ÄMA MM ME -Lt-LL. »W ß« ÄIW MM MW MM NW MW WWW Abbildung ^0. viele Wohnungen für unsere Kriegsbeschädigten ^ bereitzustellen, läßt es zweckmäßig erscheinen, dem in der Literatur vielfach ausgestellten Ideale, nur freistehende Einfamilienhäuser mit vielräumigen Wohnungen zu schassen, nicht nachzujagen, sondern Gutes, aber auch Erreichbares zu schassen, was durch das Zweisamilien- und Vier- samilien-Reihenhaus zweifellos erzielt wird. Vergleichende Untersuchungen über das geplante Zwei- und Viersamilienhaus haben ergeben, daß im Durchschnitte beim Zweifamilienhaus, wenn auch das Zweifamilienhaus mit Durchgang berücksichtigt wird, deren es Hv gibt, während Zweifamilienhäuser ohne Durchgang zu den Gärten angeordnet sind, der von dem gesamten Haus aus jede Wohnung entfallende umbaute Raumanteil 25 l'^5 ausmacht, während beim -^ SL- i^L M) ^ SS»«MM SsVWÄ LLAKI i-SLtzi !»MK»»ssAMMÄL8UWW»«;»«D.W«8! IIIII I -1 ! I I 71 ' i > 1,1 WU- I III III- > Abbildung Vierfamilienhaus dieser Raumauteil nur 239 beträgt. Die gleiche Wohnung^ im Vierfamilienhaus ergibt also gegenüber dem Zweifamilienhause eine Ersparnis ^ von l2 2 umbauten Raum, was bei Friedenspreisen mit etwa 2^ Baukosten sür^ den Kubikmeter umbauten Raum verhältnismäßig wenig ausgibt, bei den Preisen, wie sie aber der Krieg gezeitigt hat, unter Umständen für tOO Wohnungen vielleicht schon mehr als 70.000 L ausmachen wird. Das Zweifamilienhaus ohne Durchgang zünden Gärten gestattet nach der gewählten Grundrißanlage, daß H5'6^> des umbauten Raumes für wohnräume entfallen, während beim Viersamilienhaus sogar ^6 3^> des umbauten Raumes auf die wohnräume zu rechnen sind; das Zweifamilienhaus mit Durchgang ist jedoch weniger wirtschaftlich, da nur des umbauten Raumes für die wohnräume nutzbar geinacht werden können. Je mehr also solche Zweifamilienhäuser mit Durchgang erbaut werden müssen, desto unwirtschaftlicher wird das Zweifamilienhaus. Die Anordnung des Grundrisses im Zweifamilienhaus«:, und zwar mit Durchgang zum Garten wie auch ohne solchen Durchgang, sind in der Abbildung H aus Seite 8, jene im Viersamilienhause, welche jedes den Durchgang besitzt, in der Abbildung 5 aus Seite 9 zu ersehen. Zu diesen allgemein verständlichen Zeichnungen wäre erläuternd nur zu bemerken,, daß die Unterkellerung aus jene Teilsläche des Hauses beschränkt ist, welche für die Anlage der wohnungskeller erforderlich ist, und daß die Waschküchen in jedem Hause im Dachboden untergebracht sind. Die innere Anlage des Hauses erläutert neben den Grundrissen auch der Schnitt Abbildung 6, aus welchem ferner zu ersehen ist, daß die lichte Höhe der Wohnungen einheitlich mit 2 8 m angenommen wurde. Grundrisse und Ansichten teilweise zweistöckiger Häuschen zeigen die Abbildungen t und t6, während Abbildung ein solches Häuschen darstellt, bei welchem das oberste Geschoß als Dachgeschoß ausgebildet ist. Die Ausstattung der Wohnungen wird bei aller Schlichtheit doch eine solche sein, daß die Hausfrauen Freude daran finden werden. Ls wird auch versucht werden, durch Abbildung 12. Kkll50M^j?X81^IldM M "MM M W ,/vrr-^M^W UMS WV^RMM '-Mr^-vcDr> io/^-ivi? -MO ^NVÜ0>VEr ^kcnnwr MW WW -ZIM S« MW ,1'L^ iNNK Entrichten mehrerer Musterwohnungen mit gutem Hausrat nach Lutwürfen bewährter Meister den Bewohnern Gelegenheit zu geben, sich um wenig Geld zweckmäßig und schön, statt mit den üblichen zusammengewürfelten Möbelstücken einzurichten. Bezüglich der Wohnungsheizung ist behufs Kohlenersparnis geplant, dem Küchenherde eine solche Ausgestaltung zu geben, daß seine Wandungen und sein in einer schachtartigen Lustkammer geführtes Rauchrohr dazu benützt werden können, die von dem Zimmer und der Kammer durch verbindungsössnungen zuströmende Lust zu erwärmen und diese Räume damit ohne eigene Ofen zu Heizen. wie die einzelnen Haustypen zu Gruppen zusammengezogen wurden, zeigen die Abbildungen 7 und 8 . Die Gruppierung der Wohnhäuser um den ruhigen, seitlich der Straße II gelegenen Gartenplatz 3 zeigt die Abbildung 9 aus Seite 12 und das vogelschaubild Abbildung 10 aus Seite 13. Der Verfasser fühlt sich gedrängt, am Schlüsse dieses Abschnittes seines unermüdlichen Mitarbeiters Baukommissär )ng. Hugo Mayer, dem die baukünstlerische Bearbeitung der Baulichkeiten übertragen ist, dankbar zu gedenken. Das Verwaltungsgebäude, das lVerkstättenhaus und das Gasthausgebäude. Vorsorge für Schule und Kirche. An der Straße III, an der im Bebauungsplans Tafel 2 mit 59 bezeichnten Stelle, eine Lcke des Denkmalplatzes bildend, soll sich das Verwaltungsgebäude der Siedelung erheben. Die Laubengänge im Erdgeschosse an der Stirnseite gegen den Denkmalbrunnen und ein turmartiger Ausbau aus dem Gebäude, werden das Bauwerk schon in seiner äußeren Erscheinung gebührend hervorheben. )m Erdgeschoß ist, wie aus den Grundrissen Abbildung 13 zu entnehmen ist, eine Bäderanlage, und zwar Wannen- und Brausebäder samt den notwendigen maschinellen Einrichtungen untergebracht, das erste MMUM^ Abbildung Abbildung ^5. Stockwerk enthält außer der Wohnung des Verwalters und dessen Ranzleiräumen, auch Diensträume sür einen Arzt und die allgemeine Fürsorge, schließlich eine Bücherei samt Lesezimmer. Im Dachgeschoß befinden sich Räume, die nach Erfordernis für die Erweiterung des Betriebes herangezogen werden können. Die Gesamtwirkung des Denkmalplatzes mit dem Verwaltungsgebäude zeigt das vogelschaubild Abbildung t?. Für jene Kriegsbeschädigten, welche nur leichte Werkstättenarbeit zu leisten vermögen, soll an der im Bebauungspläne mit 62 bezeichnten Stelle am Hauptplatze ein Werkstättenhaus, vorerst in kleiner Ausdehnung aufgesührt werden, das im Bedarfsfälle durch Zubau erweiterungsfähig ist. Die Abbildungen auf Seite 20 zeigen das Schaubild und den Grundriß dieser Anlage. Insgesamt können nebst der Kanzlei und den Laden, in welchen der Verkauf der Erzeugnisse gedacht ist, zehn zwischen 6 ni und 8 m breite und zwischen tv 8 m bis m lange Werkstättenräume untergebracht werden. Ls ist geplant, in den Werkstätten eine Trennung nach Handwerken durchzuführen und Arbeitsmaschinen mit elektrischem Antriebe aufzustellen. Den Kriegsbeschädigten wird es frei gestellt, sich eine ihrer Arbeitsfähigkeit und ihren Neigungen entsprechende Tätigkeit zu wählen und allenfalls, wenn es ihr Zustand erforderlich macht, nur einige Stunden täglich bei dieser Arbeit zu bleiben. Die während des Krieges so erfolgreich betriebene Erzeugung sogenannter Dänischer Decken wird mit Hilfe des bisher gesammelten Fonds, welcher der Kriegerheimstätte gewidmet wurde, in einer dieser Werkstätten weiter fortgesetzt werden, weiters ist geplant, allenfalls die Zucht der Seidenraupe und die Gewinnung und Verarbeitung der Seide in der Siedelung einzuführen. Die Kaiser Karl-Kriegerheimstätte ist vorwiegend sür kinderreiche Familien bestimmt, es ist daher notwendig, inmitten derselben für die nicht schulpflichtigen Kinder einen Kindergarten anzulegen. Der geeignetste Platz hiefür ist wohl der Rand der Spielwiese, auf welcher die größere Jugend ihre freie Zeit zubringen wird. Das vogelfchaubild auf Tafel t Zeigt den Zusammenhang der gesamten Anlage der Spielwiese mit x, -2e ^LLl ,/ ÄL/ cLL -»SiesL»»^ -22L^ Abbildung l6. MMl WH»W «»!»!. dem Hauptplatze und dem Kindergarten. Die Abbildung ty auf Seite 2t gibt den Grundriß des Kindergartens mit der Anordnung der Beschäftigungszimmer, der Spielsäle, der Kleiderablagen, der Kanzlei, der Wohnung des Hauswartes und der Nebenanlagen mit dem für die Pfleglinge von der großen Spielwiese abgetrennten kleinen Spielplätze. Insgesamt sind 6 Beschäftigungszimmer mit einem Fassungsraum von je 50 Kindern und 2 Spielsäle geplant. Die Wohnung der Kindergärtnerin ist im t. Stockwerke untergebracht. Die Bewohner der Kriegerheimstätte sollen aber auch Gelegenheit haben, das Bedürfnis nach geselliger Unterhaltung zu befriedigen und es soll daher auch ein kleines Gasthausgebäude mit einem Festsaale am Hauptplatze gegenüber dem Werkstättengebäude am Rande der großen Spielwiese aus der im Bebauungspläne mit 6t bezeichneten Stelle ausgesührt werden. Jur Lbenerdgeschoß ist, wie Abbildung 20 zeigt, ein bescheidenes Schank- und Gastzimmer nebst den notwendigen Wirtschaft^- und Küchenräumen und eine Laube gegen den kleinen Gasthausgarten, im ersten Stockwerke der große Festsaal, in welchem belehrende und bildende Vorträge stattsinden sollen, mit Einrichtungen für Lichtbildvorsührungen, vorgesehen. Im ausgebauten Dachgeschosse liegen die wohnräume für den Wirt und für seine Bediensteten. Ls wurde absichtlich unterlassen, eine eigene Schule und eine eigene Kirche innerhalb der Siedelung Vorzusehen, da die Kriegerheimstätte in dieser Beziehung keine vom Stadtgebiete abgeschiedene getrennte Anlage bilden soll. Jedweder Lindruck, als ob eine Absonderung ihrer Bewohner von der übrigen Bevölkerung eintreten sollte, wäre gegen den Sinn der ganzen Einrichtung und es ist daher erwünscht, daß die neue Kirche, welche in der Nähe von Hirschstetten überhaupt notwendig sein wird, nicht allein für die Kriegerheimstätte, sondern als künftige Pfarrkirche dem Stadtteile Hirschstetten und jenem Teile von Aspern, in welchem die Kriegerheimstätte liegt, dient. Ganz ähnliche Verhältnisse bestehen hinsichtlich der Schule. Lin neues Schulgebäude wird in nächster Nähe, voraussichtlich zwischen dem Orte Hirschstetten und der Kriegerheimstätte, möglichst gleichzeitig mit dieser Siedelung zur Errichtung gelangen und sür alle Kinder der gesamten umliegenden Gebietes bestimmt sein. Abbildung ^7. Straßenbau, Kanalisation und Wasserversorgung. Baudurchführung der Gesamtanlage. Zum Schlüsse sei noch über die Straßenbauten, über die Kanalisation und Wasserversorgung und die Maßnahmen zur Baudurchsührung der Gesamtanlage kurz bemerkt, daß sämtliche Straßenzüge mit dem sogenannten Kleinschlagpflaster, wie es in den letzten Jahren in Wien an manchen Stellen mit bestem Erfolge verwendet wurde, sofort gepflastert werden sollen, um dem neuen Stadtteil den Eindruck der vollständigen Fertigstellung zu geben. Sämtliche Häuser werden vorläufig sofort an die bestehende Kanalisation in Hirschstetten, später unmittelbar an den geplanten neuen Sammelkanal angeschlossen werden, welcher sür das gesamte Gebiet von Aspern und einen Teil von Hirschstetten zur Erbauung gelangen wird. Da der heutige Hauptkanal in Hirschstetten zu seicht liegt, um mit entsprechendem Gefälle unmittelbar aus dem Kanalnetze der Kriegerheimstätte einmünden zu können, werden mittels einer maschinellen Hebewerksanlage, welche in dem Pumpenhause, Gebäude 63 des Bebauungsplanes Tafel 2 untergebracht ist, die Brauch- und Niederschlagswässer bis zum Zeitpunkte der Erbauung des erwähnten Sammelkanales emporgehoben und übergeleitet werden. Die Wasserversorgung ist in ausgiebigster weise vorgesehen; es soll jede Wohnung und jede Waschküche einen wasserauslaus erhalten und außerdem soll auch die Möglichkeit gegeben werden, aus öffentlichen Brunnen, inmitten der Gruppen der Wohnungsgärten das notwendige Bespritzungswasser sür die Kulturen zu entnehmen. 20 Ed "/' v/ /, <> r - ^ ^ ^1 »IINIIII! Abbildung 18 . wie schon im Geleitworte des Herrn Bürgermeisters betont wurde, soll die Anlage, sobald als eine große Bauführung überhaupt möglich ist, in Angriff genommen werden. Die Gemeinde hat den gesamten Bedarf an Ziegeln, der rund y Millionen Stück beträgt, sichergestellt. Schotter und Sand für die Betonbereitung sind an Ort und Stelle in ausreichender Menge zu finden. Für die Sicherung des Zementbedarses sind Verhandlungen im Zuge, ebenso für die Beschaffung der Fenster, Türen, Decken und Dachstühle, so daß für die wichtigsten Baustoffe und Bauteile die Vorsorge zeitgerecht getroffen sein wird. Da auch die Pläne der zahlreichen Baugruppen vollständig bis ins Einzelne fertiggestellt sind und es durch einen Schleppbahngeleiseanschluß an die benachbarte Linie der k. k. Staatsbahnen ermöglicht werden soll, die Baustoffe zuzuführen und auf die ganze Länge des Bauplatzes längs der Ostgrenze unmittelbar vom Bahnwagen abzuladen, so kann wohl die rasche Baudurchführung und Fertigstellung gewährleistet werden. 21 rsr- I I j I I I I > > i Zlbbildung ;y. Baukosten und ihre Bedeckung. Hauswidmungen. Im Jahre 1916 waren die Baukosten ohne Straßenherstellung und Einbau der Kanäle und Wasserleitung in dieselben mit rund 3,500.000 L veranschlagt; die infolge der langen Dauer des Krieges eingetretene neuerliche Verteuerung wird aller Voraussicht nach zu einer wesentlichen Erhöhung dieses Erfordernisses führen. Ls kann aber erfreulicherweise festgestellt werden, daß auch die gesteigerten Baukosten bis zur Höhe von 5 Millionen Kronen für die gesamte Siedelung sichergestellt sind, da die Gemeinde Wien einen Baubeitrag von 500.000 X in barem beigesteuert hat und außerdem für einen Betrag von 1,000.000 L -je Bürgschastsdeckung bei einer Belehnung des Baurechtes, sowie die Verzinsung und Amortisation dieses Betrages zugesichert hat. Weiters übernimmt sie die Baukosten für die Straßen und Kanäle in der neuen Siedelung im Betrage von mehr als Hoo.ooo L. Das Land Niederösterreich, welches sich bereitwilligst dieser Aktion angeschlossen hat, wird ebenfalls die Bürgfchaftsdeckung für einen Betrag von t,000.000 x samt Amortisation und Verzinsung leisten, während die Regierung eine entsprechende Annuität znsicherte. Diese finanzielle Vorsorge wird es ermöglichen, daß ein Wohnungszins in der üblichen Weife nicht wird eingehoben werden müssen, sondern daß nur ein Lrhaltungsbeitrag für die Siedelung, welcher den Verhältnissen der Mieter angepaßt werden soll, eingehoben werden wird. Welche schwere Sorge durch diesen 22 Wegfall einer normalen Zinsbeschaffung von den Bewohnern der Heimstätte genommen wird, bedarf wohl keiner weiteren Betonung. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß die Union-Baugesellschast drei Zweifamilienhäuser als Widmungen vollständig auf eigene Rosten ausführen wird und daß die Eisfabrik der Approvisionierungsgewerbe die Baukosten für zwei Bierfamilienhäuser gestiftet hat, während von verschiedenen anderen Personen und Gesellschaften schon erhebliche Geldwidmungen erfolgten. Die Kaiser Rarl-Rriegerheimstätte in Aspern soll wohl die erste, aber bei weitem nicht die einzige solche Siedelung in Wien sein, denn die Zahl der Kriegsbeschädigten ist im Verläufe des Weltkrieges so groß geworden, daß von allen Kreisen unermüdlich weiter gesorgt werden muß, um recht viele solcher Anlagen ins Leben rufen zu können. Ls wird die Ehrenpflicht eines jeden einigermaßen vermögenden Bewohners von Wien sein, Förderer des wiener Kriegerheimstättensondes zu werden und im Dienste dieses Fürsorgegedankens sein Möglichstes zu leisten, um unseren Volksgenossen, die im Kampfe um das teure Vaterland ihre Gesundheit teilweise eingebüßt haben, eine Heimstätte zu schassen und ein bleibendes nutzbringendes Denkmal zu errichten für den Gemeinsinn und die Vaterlandsliebe unseres Volkes. Viele Unternehmungen und zahlreiche wohlhabende Einzelpersonen werden wohl dem bereits gegebenen Beispiel folgen und in der Form von Widmungen der Beträge für einzelne Wohnungen, für ganze Häuser und für ganze Hausgruppen oder auch durch kleine Geldbeträge diese schöne Sache fördern. „IHM M'M W'SM Abbildung 20. V X'M MM .ÄkMi:. -.ME»2>^''"""7.' >X' :X! WWWWWWMKW W iK.'V///.-.. -.''''''L'»!'i>,n!'/';U v'/'/.V, ^^' ^ .ZM» .-Ä^IWlMEiÄL U 'V-^ X ' -»>^«'»'! < :.x^.:WAWWi^^-^^^WN-^" UMM V.. !!.'.:'///. ""^//// 7'/// 7Ä ^.'MÄ «KMWEi WD^. 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