VVI6s165 8t3Qt- Ulla I_3nc!68bivl>otti6!< 8351 9- 3O 25- 50- 7611- 39532- 45 --2 , >^ . T' ''- ^ 5-51 - - ' UM -- '-i >> o H^ o v vn, nr a.c^ l nuc^ L?N00^/ Gesänge über Tod, Grab und Unsterblichkeit. Zum Gebrauche bey evangelischen Leichenbegängnissen, so wie zur Tröstung und Aufheiterung derer, die durch den Tod geliebter Personen danieder gebeugt oder selbst dem Grabe nahe sind. Gesammelt und herausgegeben von Jakob Glatz, k. k. C o n s i st o r i a l- R a t h e A u g s b. C o n f. Wien, 1329. Verlag von I. G> H e u b n e r. Unendlichkeit kann nur das Wesen ahnen. Das zur Unendlichkeit crkohren ist. Vorwort. ^ls ich, in Folge höheren Auftrages, mit der Herausgabe des im Jahr 1828 bey I. G. Heub- ner, in Wien, erschienenen«evangelisch-christlichen Gesangbuches" beschäftigt war, wurde von mehreren Seiten her der Wunsch laut, daß ich in demselben auch eine möglichst reichhaltige Sammlung von Begräbnißliedern geben möchte. Dieser Wunsch konnte nur zum Theil befriedigt werden, da mir daran liegen mußte, bey jenem Gesangbuche einen möglichst niedern Preis zu erzielen, was nur dann thunlich war, wenn dasselbe hinsichtlich der Bogenzahl nicht gar zu stark ausfiel. Das Bedürfniß einer reichhaltigeren, und den Gegenstand, so zu sagen, erschöpfenden Sammlung von Gesängen über Tod, Grab und Unsterblichkeit, so wie über die vorkommenden verschiedenen Todesfälle ist jedoch vorhanden, und das vorliegende Büchlein soll das Seinige zur Befriedigung dieses Bedürfnisses beytragen. Möchte es doch seinem Zwecke entspre- IV— chen, bey Leichenbegängnissen einen bequemen Gebrauch gewähren, und recht viele Herzen, die sich durch den schmerzlichen Verlust geliebter Seelen tief verwundet, oder ihrem eignen Lebensende nahe fühlen, trösten, aufrichten, und ihren Schmerz in stille Wehmuth, und nach und nach in fromme Ergebung, ihre Bangigkeit in heitre Hoffnung, und ihre Ungewißheit in beseligende Zuversicht verwandeln! Uebrigens konnte die Theilnahme, welche dieses Büchlein schon vor seiner Erscheinung fand, und die so groß war, daß sogleich eine zweyte, jedoch unveränderte Auflage von demselben eingeleitet werden mußte, für mich nicht anders als erfreulich seyn. Dank allen Freunden, die es förderten! Möchte es doch ihren Erwartungen entsprechen. Z. Glaß. Inhalt (Die Zahlen bezeichnen die Numern der Lieder.') I. Hinfälligkeit des Menschen»— 7. II. Tod und Grab 8— 36. III. Auferstehungs-Lieder 87— 42. IV. Unsterblichkeit und ewiges Leben 43— 63. V. Fürbitte für Sterbende 64— 66. VI. Bey Todesfällen. Bey Todesfällen überhaupt 67— 70. Bey dem Tode eines Vaters 71— 78. —— einer Mutter 74— 76. —— einer Gattinn 76— 77. —-— eines Gatten 78— 60. —— eines Kindes 6»— 63. —— eines geliebten Freundes 64. VII. Begräbniß- Lieder. Allgemeine Leichengesänge 65—»07. Bey der Beerdigung eines Familienvaters 108— 10g. ——— einer frommen Christinn no. ——— eines Kindes m—»20. ——— treuer Aeltern 121. ——— eines Mitschülers»22—»23. ——— junger Personen überhaupt 124»25. ——— einer Jungfrau»26. ——— Verlobter Personen»27—»2g. ——— einer Wöchnerinn»3o. — VII— Bey der Beerdigung alter Personen»3»—»32. ——— eines Predigers»33—»35. ——— eines Lehrers»36—»36. —— edler, verdienstvoller Personen»3g—»4». ——— eines, der lange krank gewesen»42. ——— vollendeter Dulder»45—»44- ——— eines pötzlich Gestorbenen oder Verunglückten»45. ——— eines Fremden oder Reisenden»46—»4?- ——— eines Schmermüthigen, der sich selbst das Leben nahm»46. Bey der Einsegnung eines Gottesackers»49. VIII. Andenken an edle und geliebte Vollendete »5a—»54. Anhang. I. Lehre und Trost. II. Leich en-Collecten. Von dem Verleger dieser Schrift können auch folgende Werke bezogen werden. (Die Preise sind in Conventions-Münze.) Andachtsbuch für gebildete Familien. Von Jakob Glatz, k. k. Consistorial- Rathe A. C. in Wien. Fünfte verbesserte und vermehrte Auflage. Mit einem Titelkupfer. In Octav und Duodez, r fl. 3o kr. Dieses nach allen Seiten hin stark verbreitete Werk, daS in den Händen vieler tausend würdiger Familien ist, hat bey der fünften, stark vermehrten Ausgabe eine würdige äußere Ausstattung erhalten, und eignet sich auch dazu, bey festlichen Anlässen und wichtigeren Familien- Ereignissen als ein Geschenk von innerm, bleibenden Werthe verwendet zu werden. Haus-Postille für religiös-gesinnte Familien; oder Religionsbetrachtungen für alle Sonn- und Festtage im Jahre. Von Jakob Glatz. Zwey Bände. Mit dem Bildnisse des Verfassers. 3 fl. 3c» kr. Dieses Werk ist für religiös-gesinnte Familien bestimmt, die bisweilen verhindert sind, an dem öffentlichen Gottesdienste Theil zunehmen, oder die auch außer der Kirche sich noch gern durch eine religiöse Betrachtung erbauen. Diese finden hier für jeden Sonn- und Festtag eine solche, längere Betrachtung und darin die gewünschte Nahrung für Geist und Herz. Trost buch für Leidende. Von Jakob Glatz. Dritte Auflage. Mit einem Titelkupfer, i fl. 3a kr. Was sich über die mannigfaltigen Uebel und Leiden des Lebens im Allgemeinen und im Besonderen zum Troste redlicher Dulder sagen läßt, finden diese in dem mit allgemeiner Theilnahme aufgenommenen Trostbuche für Leidende. Der unglückliche Dulder leide äußerlich oder innerlich: hier wird er bey keinem Drangsale der Erde vergebens Trost, Aufheiterung und Stärkung für seine gebeugte Seele suchen. Beyspiele von Leidenden und Unglücklichen. Von Jakob Glatz. Zweyte Auflage, i fl. 3a kr. Dieses Werk, gleichsam der zweyte Theil von dem Trost- buche für Leidende, enthält interessante Lebensnachrichten von redlichen, edlen Duldern, deren Beyspiel für jeden Unglücklichen und Leidenden ermunternd, tröstend und aufrichtend ist. Gebethbuch für den evangelischen Bürger und Landmann. Nebst der Leidensgeschichte Jesu Christi. Von Jakob Glatz. 48 kr. „Evangelische Christen— heißt es in einer öffentlichen Beurtheilung dieses Werkes— werden dieses Gebethbuch mit dem größten Nutzen brauchen. Es herrscht darin der Geist wahrer Frömmigkeit und Andacht, und aus die verschiedenen Alter, Verhältnisse und Bedürfnisse derjenigen, für die eS bestimmt ist, wird darin die sorgfältigste Rücksicht genommen. Auch ist die äußere Ausstattung sehr angemessen und anständig, und der Preis billig." Beicht- und Comm union buch für evangelische Christen von jedem Stande, Alter und Geschlechte. Von Jakob Glatz. 48 kr. „Dieses Beicht- und Communionbuch— sagt ein Recensent behauptet unter den vorzüglichsten evangelischen Com- munionbüchern einen der ersten Plätze, und verdient, in den Händen aller erleuchteten, ihr Seelenheil ernstlich suchenden Familien zu seyn." Evangelisch-christliches Gesangbuch oder Sammlung geistlicher Lieder zum Gebrauche bey dem öffentlichen und häuslichen Gottesdienste evangelischer Gemeinden. Nebst einem Anhange von Gebethen und einer kurzgefaßten Erzählung der Zerstörung Jerusalems. 2te Aufl. 6. 40 kr. Kirchen-Agende für die evangelischen Gemeinden des Oesterreichischen Kaiserstaates. Auf Allerhöchsten Befehl, verbessert und stark vermehrt herausgegeben von dem k. k. Consistorio A. C. in Wien. gr. 4. 182g. 3st. Worte der Religion über wichtige Gegenstände des Herzens und Lebens. Von Jakob Glatz. Zwey Theile. 2 fl. Betrachtungen über Gegenstände der Religion, der Sitken- lehre und des Lebens. Von Jakob Glatz. 1 fl. 54 kr. Predigten auf alle Sonntage des Kirchenjahres von Jahann Wachter, herausgegeben von dessen Freunden. Mit des ^ Verfassers Porträt. Zwey Theile. gr6. 3 fl. 3o kr. Auch sind verschiedene Ausgaben von Luthers Bibel, Altes und Neues Testament, zu verschiedenen Preisen vorräthig. I. Hinfälligkeit des Menschen. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. . M>ir sind nur Pilger in 1.«4V der Zeit, und wallen hin zur Ewigkeit. Der Leib ist ein beseelter Staub, einfallend Laub, und bald, ach, bald des Todes Raub 2. Und, ach, wie wechseln Lust und Leid in unsrer kurzen Pilgerzeit! Bald wird ein Unglück, bald ein Freund von uns beweint, dann kommt der Tod, der letzte Feind. 3. Erscheint er nun, o schaue dann erbarmend unsreSeele an! Hilf uns in unsrer letzten Noth, Herr, unser Gott! Ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 4. Drückt uns noch erst der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz! Selbst in des Schmerzes größter Wuth verleih' uns Muth! Auch sie erscheint zuletzt noch gut. 3. Gib uns Gelassenheit und Ruh! In unsern Herzen wirke du. Ach, lehre stets uns voll Vertraun und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun! 6. Sey von uns Schwachen dann nicht fern! Zeig' uns den Himmel, Geist des Herrn, und laß, wenn wir zum Vater flehn, uns trostvoll sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn! 7. Ö Gnad' ergehe dann für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Bestenicht ganzrein. Werkann wohl dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? 8. So sey uns denn nicht fürchterlich! Erbarme, Gott, erbarme dich! Wann unser Auge sterbend bricht, leucht'uns dein Licht; dann fehlt uns Trost im Tode nicht. 9. Vollendet ist dann unser Lauf; du nimmst zu deiner Ruh' uns auf. Und wenn wir nun am Throne stehn, wenn wir dich sehn, wie wollen wir dich dann erhöhn! F. G. mopstock. Mel. Was Gott thut, das ist rc. §H>ur kurz ist hier mein "^Aufenthalt; ich bleibe nichtauf Erden. DasHerz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüttet sinkt, wann Gott mir winkt, 1 2 Hinfälligkeit des Menschen. mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt er wieder. L. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meineHülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; ein Geist hat Lebensfütte. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt: er jauchzt, daß er noch lebet, und aus den Trümmern schwebet. Z. Was fürcht' ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. O Tag des Danks, des Preisgesangs, wann wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb' sie noch so viel, kein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wenn alles Andre scheitert. 5. EristeinGliedderhöhern Welt, er ist von Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor, und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hierim Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sey muthig; du wirst siegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nichterliegen.DeinLebensquell fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt! O Dank demFreuden- geber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt:„Verlaß das Land der Gräber!" Dein Vaterland ist dir bekannt. O sey nur gut und weise, und rüste dich zur Reise! 2. W. Reche. Mel. O Jesu Christ, mekns rc. -r M>ie flüchtig ist der Men- O.»^^dem Staube,Mensch, dem Tod geweiht zum Raube, was erhebst du dich im Glück? Sieh' dein Bild im Seyn und Werden; Erde bist du, und zur Erden kehrest du zuletzt zurück. L. Wie der Jahre Zahl sich mehret, wie sich deine Kraft verzehret, nimmt des Lebens Faden ab; gleich dem Schatten, der da weichet, eilt das Leben, und erreichet ist in kurzer Zeit das Grab. 3. Hartes Loos, das uns gefallen; hartes Schicksal, das uns Allen die Natur zum Ziel gestellt! Weinend kommst du aufdie Erde, kämpfst im Leben mit Beschwerde, und verläßt mit Furcht die Welt. 4. Ist dir denn dieß Loos be- schieden: warum suchst du denn hienieden nur das Eitle, das vergeht? Denke, du, auch du mußt scheiden und wirst ew'ge Pein erleiden, wenn aus's Fleisch du hier gesä't. 5. Staubbewohner, Mensch vom Staube! du dem Tod geweiht zum Raube, schnell verblüht des Lebens Glück. Sieh' dein Bild im Seyn und Werden. Erde bist du, und zur Erden kehrest du zuletzt zurück. Mel. Nun ruhen alle Wälder. L? F^ie Herrlichkeit der Er- 0. d'i muß Staub und Asche werden, und nichts bleibt ewig stehn. Das, was uns hier ergetzet, was man für dauernd schätzet, wird, als ein süßer Traum, vergeh». 2. Wie, wenn in Morgenlüften die Rose, reich an Düften, entfaltet ihre Zier, und doch verwelkt sich beuget, eh' sich die Sonne neiget: so blühen, so verwelken wir. 3. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen, groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frey. Doch in den schönsten Tagen, oft eh'wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwey. 4. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Hinfälligkeit des Menschen. 6 Bahre vor unser Haus gebracht. Dieß laßt uns wohl bedenken, das Herz zur Tugend lenken, eh' uns verhüllt des Grabes Nacht. Mel. Wer weiß, wie nahe rc. — /Lterührt und still ist mei- ne Seele; ein Grab, ein ödes Grab ist da! Was hilft es, daß ich's mir verhehle? Vielleicht auch ich bin schon ihm nah. O Gott, mir schaudern Herz und Sinn; ich fühle, daß ich sterblich bin! 2. Wie manchen deckt nun schon die Erde, der sonst auch mir zur Seite stand! Ich hoffte, daß er bleiben werde; ich hoffte noch, und er verschwand. O Gott, auch meine Zeit entfleucht; der Tage Ziel ist bald erreicht! 3. Ich schreite fort durch's Erdenleben, und schreite nur dem Grabe zu. Was kann mir Muth und Hoffnung geben? Nicht dress Welt; nur du, nur du! O Gott, was ist das Glück der Welt, wenn Todesangst mich überfällt? 4. Wer deine Liebe tief empfindet, nur der ist aller Furcht entflohn. Er bethet, kämpft und überwindet, und hofft des Ueberwinders Lohn. O Gott, wie ruhig stirbt der Christ, der deiner Liebe nie vergißt! Z. Hilf stets mir reines Herzens werden, besiegen jeden Reih der Welt, und unter Freuden und Beschwerden mit Eifer thun, was dir gefällt. O Gott, ein weises, gutes Herz versüßet selbst des Todes Schmerz! 6- Für Menschenwohl mich zu bemühen, verleihe stets mir Lust und Kraft, und lehre mich mit Sorgfalt fliehen, was deinen Kindern Kummer schafft. O Gott, wie hoch bin ich beglückt, wenn keines Menschen Fluch mich drückt! 7. Daß meines Lebens kurze Reiseden Meinen auch gesegnet sey, erhalt' in ihrem stillen Kreise mich thätig, liebreich, fromm und treu. O Gott, einst erntet Seligkeit, wer hier nur guten Samen streut! 8. Fließt einst auch über meinem Staube noch manche Thräne dankbar hin; dann sagt von mir des Christen Glaube: für ihn war Sterben nur Gewinn. O Gott, wenn einst mein Auge bricht, verlasse dieser Trost mich nicht! 9- Ach, lehre mich wie Jesus sterben, so sanft, so reich an Seelenruh'; dann führt er mich des Himmels Erben und « Tod und Grab. dir, dem großen Vater, zu. O durchwall' ich dann mein Va- Gott, an seiner Freundeshand terland! I. W. Reche. n. Tod und Grab. In eigner Melodie. o Hf'lle Menschen müssen O.^ sterben, alles Fleisch vergeht, wie Heu; was nur lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Auch des Frommen Leib wird Erde, daß er einst unsterblich werde; frey von dem, was hier beschwert, und wie Christi Leib verklärt. 2. Darum will ich dieses Leben, wann es meinem Gott gefällt, meinem Vater wieder geben, gern verlassen diese Welt; denn ich bin durch Christi Leiden doch ein Erbe seiner Freuden; bin erlöst, und fürchte nicht Sünde, Tod und Weltgericht. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn. Mir ist Gottes Huld erworben, dessen Kind und Erb' ich bin. Frey von allem Weltgetümmel, schau'ich bald, entrückt zum Himmel, und mit Unschuld angethan, Vater, Sohn und Geist, dich an. 4. Mir ist aus des Todes Banden(freue, meine Seele, dich!) mir auch Jesus auferstanden, und erweckt dereinst auch mich. Wenn ich fromm gelebet habe, ruft er mich aus meinem Grabe, und verherrlicht bethet dann Leib und Seel' ihn ewig an. Z. Ewig, ewig werd'ich leben, und mit allen Seligen deinen Ruhm, o Gott, erheben, und enthüllt dein Antlitz sehn; werde, selig mit den Deinen, wonnevolle Thränen weinen, wo, o Vater, Sohn und Geist, dich ihr dreymahl Heilig preist. 6. Möcht' ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun, und nur verlangen, was im Tode selbst erfreut! Ja, ich will zum Ziele dringen; will um meine Krone ringen; sicher meines Gnadenlohns zu der Rechte seines Throns? Albmus. Mel. Schatz über alle Schatze rc. ^Xie auf der Erde wallen, hie Sterblichen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer 7 Tod und Grab: Raub. Derborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die finstre Todesbahn, zu der die frechen Sünder ver- zweiflungsvoll sich nahn; wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, und vor dem Gott der Götter erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn vor mir offenstehen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben, und nun mein Herz schon bricht: Herr, über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in solcher Angst, für den du, Heil der Sünder, selbst mitdemTode rangst. Undwenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. Z. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weih'n; die, aufgelöst zu werden, in Heiligkeit sich freun. Bereites ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, fließt dieß ihr irdisch Leben hin zur Unsterblichkeit. 6> Des Himmels Wonn'und Freuden ermißt kein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preis und Dank, daß er für uns, die Sünder, den Kelch des Todes trank. G. B. Funk. Mel. Was Gott thut, das ist rc. Gott schwingt unser 10. ä) Geist sich auf, wir falten fromm die Hände; einst endet sich des Lebens Lauf, doch segnen wir das Ende. Nicht furchtbar droht uns unser Tod; die Leiber nur zerstäuben; Gottlob! die Seelen bleiben. 2. Drum lasset durch Un- sträflichkeit uns nach dem Himmel streben, wo wir einst, zur Unsterblichkeit veredelt, ewig leben. Das Leben flieht, und oft verblüht im Morgenroth der Knabe, und nichts ist fern vom Grabe. 3. Wer zählt die Tausende, die schon vor uns dahin geschieden? Sie floh'n, wie ihre Zahre floh'n, und ruhen nun im Frieden. Wohin wir sehn, wo Menschen gehn, da wehn um sie der Brüder in Staub zerfallne Glieder. 4. Wie Manchen haben wir gekannt, der voll Gesundheit glühte, und, wie die Blum' in dürrem Sand, in seiner Kraft verblühte. Wie Manchen barg uns schon der Sarg, und seines 8 Tod und Grab. Grabes Hügel deckt der Verwesung Flügel. 5. Wie manchen Vater sahn wir fliehn, und Kinder um ihn zagen; wie manche Jungfrau sahn wir blühn, und früh zum Grabe tragen; wie Mancher weint um einen Freund; wie Mancher schleicht am Stäbe zu feiner Enkel Grabe. 6. Wir gleichen wohl der Feldessaat, die reifund golden wehet; sie weiß nicht, wann der Schnitter naht, und wann die Sense mähet. So ruft auch oft uns unverhofft der Tod aus diesem Leben, zu Gott uns zu erheben. 7. Ja, dorthin führt des Lebens Lauf, drum segnen wir sein Ende. Entzückt schwingt unser Geist sich auf; wir falten froh die Hände. Unsterblichkeit folgt dieser Zeit; das Grab mag einst uns decken, uns wird es nicht erschrecken. 8. Wohlan! mit Eifer wollen wir die Bahn der Tugend gehen. Wer weiß, ob wir uns Alle hier noch einmahl wieder sehen? Wir sehn uns doch im Himmel noch; drum mag das Grab uns decken, das Grab soll uns nicht schrecken! E. W. C. Starke. Mel. Wer nur den lieben Gott. . c^etzt leb' ich; ob ich 11»«HA morgen lebe, ob die- senAbend, weiß ichnicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe! Dann kenn'und thu'ich meine Pflicht; dann bin ich durch des Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh' er's besorgt, ins Grab. Und Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht! 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel; hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Ach, streb' und ringe nach dem Himmel; eil' einer bessern Heimath zu. Wie bald verfließt die Prüfungszeit! Und dann, ach! kommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemahls deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile, heute zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's vielleicht nicht seyn. Z. Es sey, o Vater meines Lebens, die Warnung: wachet! seyd bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott! I. G. Lindner. 9 Tod und Grab. Mel. Bom Himmel hoch rc. Mcl. Aus meines Herzens. <7^er Strom des Lebens iL. rinnet schnell; bald ist er trüb, bald wieder hell; er stürzt, gedränget von der Zeit, sich in das Meer der Ewigkeit. 2. Denk' an die Flucht der Zeit, wenn Licht in Kummernächten dir gebricht. Im Grab' ist Ruhe; Trost und Heil wird frommen Duldern einst zu Theil. 3. Denk' an deinGrab, wenn irdisch Gut dich reihen will zum Uebermuth; sprich: Glänzet auchderKronen Pracht, glänzt Gold auch in des Grabes Nacht? 4. Denk' an dein Grab, wenn dich, bethört, die Ehrsucht Trug und Arglist lehrt; sprich: Bringt der Herr im Weltgericht nicht alle Thaten einst an's Licht? 5. Denk' an dein Grab, wenn Eitelkeit dir wohlgefällig Weihrauch streut. Erwäge: was sind Reihe werth, die schnell des Todes Hand zerstört! 6. Bestell' in Zeiten ernst dein Haus; streu' weislich guten Samen aus. Jenseits des Grabes reift die Saat, die hier dein Geist gesäet hat. .^«verletzte meiner Tage 13. ö^ist mir vielleicht nicht fern. O dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist ganz mein Lauf; ich trete hin zum Throne, und Gott setzt mir die Krone der Ueberwinderauf. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt! Mir ist der Tod Gewinn; damit ich selig werde, entschwing' ich mich der Erde, und geh' zum Himmel hin. Z. Nicht mich, nur meine Bürde verschließt die finstre Gruft, mich hebt zu höhrer Würde mein Vater, der mich ruft. Sein Böthe heißet: Tod! Er, furchtbar nur den Sündern, willkommen Gottes Kindern, führt mich hinauf zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh'aus dem Kampf hervor; hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel,meiner Brüder; inihre hohen Lieder stimmt mein Triumphlied ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne Ltt Tod und Grab das Recht der Kindschaft gab. Ich darf zu ihm mich nahn, für meinen Kampf auf Erden von ihm gekrönt zu werden, sein Kleinod zu empfahn. 6. Die Leiber wahrer Frommen sind Saat, von Gott gesät. Der Ernte Tag wird kommen, wo Gottes Odem weht, wo sie durch seinen Hauch zu einem neuen Leben empor vom Grabe schweben; und meiner lebt dann auch. 7. Dir bleib'ich, Herr, ergeben, dir, meines Lebens Fürst, der du mich einst zum Leben, zum Himmel führen wirst. Ich harre dieser Zeit, getreu in deinem Bunde; ich freue mich der Stunde, die ewig mich be- freyt. 8. Wenn ich dich, Gott, nur habe: so zittre die Natur; erbebt sie vor dem Grabe doch Augenblicke nur. Heil mir! er ist nicht fern der letzte meiner Tage; er kommt, und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn. B. Mimter. Mel. Jesus, meine Zuversicht. >1/. HAeggehn ist des Pil- sLV gers Loos. Wenn wir endlich hier ermüden,führt, in kühler Erde Schooß, uns der Tod zu stillem Frieden. Was das Leben selten gab—Ru h e, gibt uns nur das Grab. 2. O der Tod ist sanft und gut, war nur sanft und gut dein Leben! Wer in Gottes Hoffnung ruht, kann nicht vor dem Tod erbeben. Nur einwelt- ergebner Sinn sieht auf's Grab mit Zagen hin. 3. Denk' im Leben nur an Pflicht, lern' zu Gott die Seele lenken: dann, o Mensch! dann brauchst du nicht, wenn du stirbst, des Tod's zu denken. Wie zum Schlafe schließest du dann die müden Augen zu. -.Denke, denke an den Tod auch in deinen Freuden-Stun- den; denke seiner in der Noth, und bey tiefen Herzenswunden; von der Dinge Unbestand tritt man gern zum Grabes- Rand. Z. Kennst du so den Todespfad, darfst du ohne Graun ihn gehen; und wie Jesus Christus bath, wirst auch du zum Vater flehen:„Nun vollbracht hab'ich es hier; Vater, nimm den Geist zu dir!« Mel. Wenn mein Stündlein. .- Ak?enn meine Zeit ge- kommen ist, von dieser Welt zu scheiden, so führe du, o Jesu Christ, mich ein zu deinen Freuden! Nimm meine Seele gnädig an; ich geb' in deine Hand sie dann; du wirst sie wohl bewahren. LL Tod und Grab. 2. Und wacht dann mein Gewissen auf, vor Gott mich anzuklagen, so richte mich dein Leiden auf, und laß mich nicht verzagen! Gedenk' an deinen eignen Tod, und laß in meiner letzten Noth mich sein Verdienst erretten? Z. Ich bin ein Glied an deinem Leib, und freue mich von Herzen, daß ich mit dir vereinigt bleib' auch in den letz- tenSchmerzen. Wenn ich gleich sterbe, sterb' ich dir; ein ewig Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist: werd'ich im Grab nicht bleiben. Du bist erhöht; was furchtbar ist, kann dieser Trost vertreiben. Da, wo du bist, komm' ich auch hin; du wirst, weil ich dein Jünger bin, auch mich zum Himmel führen. 5. Ich sterbe gern, o Jesu Christ, weil du zu meinem Besten zum Himmel aufgefahren bist; deß will ich dann mich trösten. Du öffnest, Heiland, ihn auch mir; und ewig werd' ich dann bey dir in Ruh und Wonne leben. N. Heermann. Mel- Jesus, meine Zuversicht. ^»mmer näher kommt . das Grab, flügel- schuell entflieh» die Stunden; meines Lebens Kraft nimmt ab, ist, wie bald vielleicht! geschwunden, und sie senken meinen Staub in die Gruft, des Moders Raub. 2. Was der Erde angehört, hofft Unsterblichkeit vergebens. Jeder Augenblick zerstört an der Wurzel dieses Lebens. Ach, wie schnell verlischt das Licht, wenn die Nahrung ihm gebricht! 3. Ob, eh' ich den Morgen seh', schon des Lebens Docht verglimmet, ob des Alters steilste Höh' doch vielleicht mein Fuß erklimmet, keine Stimme sagt es mir; Herr, es steht allein bey dir. 4. Oft verzagt der schwache Sinn, Furcht ergreift mich, banges Grauen, seh' ich auf die Gräber hin, muß ich die Verwesung sckauen. Dunkel ist des Auges Blick, schaudernd bebt der Geist zurück. 5. Mächt'ger noch faßt mich der Schmerz, denk'ich ander Trennung Jammer, an der Freunde blutend Herz, wenn nun in der stillen Kammer ihrem Harm die Lippe schweigt, von des Todes Hauch gebleicht. 6> Zürne nicht, der mich erschuf; höre meiner Schwachheit Flehen! Du vernahmst des Mittlers Ruf:»Laß den 12 Tod und Grab. Kelch vorüber gehen!" Meinen Mittler stärktest du; send' auch Muth dem Jünger zu. 7. Sende deines Todes Strahl mir herab aus lichten Höhen; in der Gräber finsterm Thal laß der Hoffnung Stern mich sehen; wenn des Zweifels Sturm erwacht, sey mein Führer in der Nacht. 8. Stärk'in mir die Zuversicht, daß ich mich zu dir erhebe, wenn die morsche Hütte bricht, daß ich ewig vor dir lebe, sicher ruh' in deiner Hand in dem unbekannten Land. 9. Gib der Hoffnung Freudigkeit, die ich liebte, dort zu finden. Borgefühl der Ewigkeit ist's, wenn Seelen sich verbinden. Nicht für einen Augenblick gabst du mir dieß höchste Glück. 10. Sey denn nah, sey fern mein Ziel: was ich glaubte, werd' ich schauen; ein beseligend Gefühl stärkt das Herz mir mit Vertrauen. Freudig folg' ich, stets bereit, wenn des Vaters Ruf gebeut. A. H. Niemever. Mel. Mach's mit mir, Gott, rc. 1^7 AHald oder spät des Toll.-O Raub, wall' ich, o Gott, aufErden, ich, Sterblicher; doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil von dir Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten, was'aus Erden ist, hinauf zu dir sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele; Gott, mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft in meiner schweren Pilgerschaft! 4. So lang' ich als ein Fremdling hier in diesem Leibe walle: so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle; und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sey mein Ruhm, dir werthzuseyn, wasdugebeutst, zu üben, mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun! 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst Tod und Grab. 13 des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? 7. Wie zaghaft sind wir von Natur! Wie eitel unsre Werke! Muth schenket uns der Glaube nur, und nur durch seine Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit getrost, und überwinden weit. 8. Ich bin des Höchsten Eigenthum, nichts soll von ihm mich scheiden; nicht Wollust, Güter oder Ruhm; nicht Schmach, nicht Tod, noch Leiden! Ich bin durch Jesu Blut erkauft, ich binaufseinenTod getauft. 9- Dort ist nicht Schmerz und Angst wie hier, dort tröstet er die Seinen. Nur Freu- denthränen werden wir vor seinem Throne weinen. Er, der für unsseinLeben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 10. Dort schauen wir und bethen an vor seinemAngesi'chte. Wir, die wir hier im Dunkeln sahn, dort wandeln wir im Lichte; wir werden, wie er ist, ihn sehn, und seine Wege ganz verstehn. 11. Ihr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang. 12. Du, der du uns dieß Heil erwarbst, laß, Jesu, mich's ererben! Der du für deine Menschen starbst, laß, Jesu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey! G. B. Funk. Me!. Mach's mit mir, Gott rc. err, du bist meine Zuversicht. Du lebst, auch ich soll leben. Mir wirst du, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht in's Gericht; dieß stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh' ich oft in Thränen hin, den Samen auszustreuen. Der Ernte seliger Gewinn wird mich bey dir erfreuen. Ich leide, doch verzag' ich nicht; denn du bist meine Zuversicht. 3. Sinkt einst mein müder Leib in Staub, Gott wird ihn neu beleben. Er werde derWer- wesung Raub, Gott wird ihn wieder geben. Dieß ist im finstern Thal mein Licht; dieß stärket meine Zuversicht. 4. Zu diesem Glauben stärke mich; laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll' überwinden! Selbst dieVerwe- L4 Tod und Grab. sung schreckt mich nicht; denn du bist meine Zuversicht. E. E. Sturm. In eigner Melodie. 6Kreue dich, o meine Seele! Selig, selig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich befehle, sollst du ewig dich erfreun. Aus der Trübsal dieser Zeit führt er dich zur Seligkeit, zu dem Throne seines Sohnes, zum Genusse seines Lohnes. 2. Dank ihm für dein Pilgerleben! Wieviel Gutes hat er schon dir in dieser Welt gegeben; und wie groß ist dort dein Lohn! O wie herrlich, wenn du Gott auch in Kummer, auch in Noth fest vertraust und freudig glaubest, und sein Werk nie lässig treibest! 3. Reine, ganz vollkommne Freuden kennen Gottes Pilger nicht; dennoch sind sie auch im Leiden ruhig und voll Zuversicht. Ihres Glaubens Läuterung ist die Frucht der Züchtigung. Alle Dinge müssen ihnen endlich doch zum Besten dienen. 4. Sey bey allen deinen Sorgen Gottes Willen Unterthan; bricht doch auch ein heitrer Morgen auf die längste Nacht einst an. Endlich ruht der Wandrer aus, und sein väterliches Haus tröstet nach den Pilgerleiden ihn mit tausend süßen Freuden. 5. Ringe, dich von allen Sünden loszureißen, und die Welt und dich selbst zu überwinden; liebe nur, was Gott gefällt. Schmücke dich mit Tugend; sey Gott bis in den Tod getreu, um, erscheint die Zeit zu sterben, seines SohnesReich zu erben. 6. Jesu, den ich hier bekenne, gib, daß weder Lust noch Schmerz mich von deiner Liebe trenne; wo mein Schatz ist, sey meinHerz! Mache du mich selbst bereit für das Heil der Ewigkeit. Ich, von dir erlöst zum Leben, will mich ewig dir ergeben. 7. Ja des Todes bittern Stunden will ich deiner Huld mich freun; sollen, Heiland, deine Wunden, meiner Seele Zuflucht seyn. In mein himmlisch Vaterland wird mich deine treue Hand hin zu deinem Vater führen, um bey dir zutri- umphiren. 8. Sie, zu deiner Wonn'erhoben, wird mit neuen Kräften sich ewig üben, dich zu loben, ewig, Gott, mein Vater, dich; sicher, daß ihr Leib dereinst, wenn du zumGerichterscheinst, auferwecket aus derErde, auch, wie sie, verherrlicht werde. 9. Darum freue dich, o Seele! Selig, selig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich befehle, »WW Tod und Grab. 1Z sollst du ewig dich erfreun. Aus der Trübsal dieser Zeit führt er dich zur Seligkeit, hin zum Throne seines Sohnes, zum Genusse seines Lohnes, s. Graf. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Kleine Lebenszeit ver- streicht; stündlich eil' ich zu dem Grabe, und was ists, das ich vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod; säume nicht; denn Eins ist Noth! 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zuhaben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dirMen- schen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülslos um dich beben; dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. Z. Ueberlaß des Todes Zeit Gott allein, und beth' und wache, daß er dich zur Ewigkeit fertiger im Guten mache. Uebe dich, bereit zu seyn; lerne, dich des Todes freun. 6. Ueberwind'ihndurchVer- traun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube; und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin; siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin,lehre dumich selbstbe- denken; daß ich täglich weiser sey; bis zum Tode dir getreu! C. F. Geliert. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. OZ HAie sicher lebt der 2kl. Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft deS Greises Ziel; der Mann noch seiner Jahre viel, und zu viel Jahren noch ein Jahr, wer längst schon reif zumTode war. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod! Der, den der Tod nicht weiser macht, hatniemitErnstanihngedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Le- 16 Tod und Grab. bens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod bringt Seelen vor's Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Weil denn der Tod dir täglich dräut, so sey doch wacker und bereit, und forsche nach, ob du ein Christ durch Glauben und durchTugend bist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, das ist es, was vor Gott einst gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'. Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und deiner Tage Rechenschaft ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht, und lehre selbst mich, was der Tod dem unbekehrten Sünder droht; 13. Damit ich lernen mög', ob ich auch dich verehre, Gott, nur dich; ob ich auch deinem Rufe treu, ob ich dir ganz ergeben sey? 14- Daß ich zu dir um Gnade fleh', und jeder Sünde widersteh', und gläubig in des Todes Nacht einst rufen könn': Es ist vollbracht! C.F. Gellert. Mel. Nun laßt uns den Leib rc. ^<^>es Lebens Tag ist LL. schwer und schwül, des Todes Odem leicht und kühl. Er wehet freundlich uns hinab, wie welkes Laub, in's stille Grab. 2. Es scheint der Mond, es fällt der Thau aufs Grab, wie auf die Blumenau. Auch fällt der Freunde Thrän' hinein, erhellt von sanfter Hoffnung Schein. 3. Uns sammelt alle, Klein' und Groß', die Erde einst in ihren Schooß. Wer treu erfüllte seine Pflicht, den schreckt der Todesschlummer nicht. Strlberg. Tod und Grab. 17 Mel. Wer nur den lieben, rc. M^arum erbebst du, L^). meine Seele, bey dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle; nur deine Hülle sinkt hinab. Sie schufder Allmacht Wink aus Staub; drum wird sie der Verwesung Raub. L. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Lichr, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein weiserMund erklärt; was hier, vollkommen einzusehen, des WissensTrieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der dich ewig zu beglücken, ein Fluch gemacht, am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. 3. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Ruh*; zum zweyten Mahl mit dirvereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht! D. Schiebeler. Me!- Wer nur den lieben rc. weiß, wie nahe mir mein Ende, wie nahe Tod und Grab mir ist? wer, wann ich meinen Lauf vollende, als du, der du mein Richter bist? Ach, mache.du's durch Christi Blut, o Gott, mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war. So lang'ich walle noch auf Erden, bin ich auch stündlich in Gefahr. Doch mach' es nur durch ChristiBlut, o Gott, mit meinem Ende gut! 3. Ach, laß mich nicht in eitlen Träumen, in lasterhafter Sicherheit die Zeit der Heiligung versäumen, derRettung und der Gnade Zeit; und mach' es einst durch Christi Blut, o Gott, mit meinem Ende gut! 4. Laß mich noch in gesunden Tagen mein Haus bestellen, daß ich, dir geheiligt,stündlich könne sagen: Herr! wie du willst,so schick's mit mir; und mach' es nurdurchChristiBlut, o Gott, mit meinem Ende gut! Z. Gib mir ein brünstiges Verlangen nach deinem Himmel; laß, o Gott, mich fest an meinem Heiland hangen: so Tod und Grab. überwind' ich leicht den Tod; so machst du's einst durch Christi Blut, o Gott, mit meinemEnde gutl 6- Ich bin dein Kind durch meine Taufe, und JesuLeib und Blut gibt mir auch Freudigkeit und Kraft zum Laufe auf deiner ebnen Bahn zu dir; du aber machst es durch sein Blut gewiß mit meinem Ende gut! 7. Nur gib, daß weder Schmerz noch Freude von deiner Liebe mich, mein Gott, und deines Sohnes Liebe scheide, nichts, weder Leiden oder Tod; dann machst du es durch Christi Blut gewiß mit meinem End' auch gut! 8. Dann komm'es heut' noch oder morgen; das überlaß ich, Vater, dir. Du wirst für meine Seele sorgen; ich bin bey dir; du bist bey mir. Durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut! G. M. Pfefferkorn. Mel- Alles ist an Gottes Segen. To. V»/ nichttraurig,wennso früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft. Liebevoller, liebenswerther wirkt der Geist dort aufgeklärter; nur den Leib umschließt die Gruft. 2. Menschen mitder sanften Seele, bebt nicht vor der Grabeshöhle, zittert nicht, hinab- zusehn. Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. 3. Leibesschönheit mag vergehen: Seelenschönheit wird bestehen, blühen für die Ewigkeit. Sanftmuth, Unschuld, reine Tugend kränzt mit immer grünerZugend, lohnt mit Engelseligkeit. 4. Dieses Lebens Traum vergehet; Tugendwürde nur bestehet; Reichthum, Ehre bleibt zurück. Tugend nur ist unvergänglich; wie die Gottheit überschwenglich ist.und bleibt der Tugend Glück. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. F>ein sind wir, Gott, 250. von Ewigkeit; in deiner Hand steht unsre Zeit. Eh' Zeiten waren, ward schon mir mein Leben hier und auch sein Ziel bestimmt von dir. 2. Ist dieß erreicht, so schaue dann erbarmend unsre Seelen an! Hilf uns in unsrer letzten Noth, Herr, unser Gott; ein sanfterSchlaf werd'uns der Tod! 3. Begleitet ihn der Krankheit Schmerz, so stärke dann dein Trost das Herz! Selbst in der Schmerzen größten Wuth gib uns den Muth, der Tod und Grab. 19 freudig denkt: Gott macht's doch gut! 4. Verleih'Gelassenheit und Ruh! Zn unsern Herzen wohne du, und laß mit freudigemVer- traun, und ohne Graun, auf unser offnes Grab uns schaun! 3. Sey von uns Schwachen dann nicht fern! Zeig'uns den Himmel, Geist des Herrn! Laß uns, die wir um Gnade flehn, getröstet sehn,wie der uns liebt, zu dem wir gehn! 6. Bist du nur uns nicht fürchterlich, o Vater, und erbarmest dich; vergibstdu, führst du uns nur nicht in dein Gericht, so schrecket selbst der Tod uns nicht. 7. So, so vollende Kampf und Lauf; so nimm zu deiner Ruh uns auf! Wenn wir vor deinem Throne stehn, wenn wir dich sehn, wie wollen wir dich dann erhöhn! F. G. Kl-pst°-k. Mel. Christus, der ist mein. Q'? Christus ist mein «V Leben, und Sterben mein Gewinn. Ihm will ich mich ergeben; mit Freuden fahr' ich hin. 2. Ich freue mich, zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich sein Reich dann erben; Mein Heiland nimmt mich auf. 3. Dann hab ich überwunden, befreyt von jeder Noth; versöhnt durch Jesu Wunden, versöhnt durch seinen Tod. 4. Wenn mir die Augen brechen, ich nicht empfinden kann, nicht hören,nicht mehr sprechen: dann nimm mich gnädig an! 3. Wenn Sinne, wenn Gedanken, wie ein verlöschend Licht, hieher und dahin wanken: ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer! Die Seele stärke sich! Leicht, wie des MüdenSchlum- mer, sanft sey mein Tod durch dich! 7. Laß dann mich standhaft glauben: wer voll Vertraun zu dir und heilig stirbt, wird bleiben! Das, Jesu, wünsch' ich Mir! S. Graf. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. acr hab' ich alles L0.^2/ heimgestellt; er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Verlängert er der Prüfung Zeit: ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Die Stunde wähl' er, wie er will; ich setz' ihm weder Maß noch Ziel. Er, der auch meine Haare zählt, hat schon gewählt, auch meine Tage schon gezählt. 3. Er schmückt zwar auch mein irdisch Haus mit seinen reichen Gaben aus; doch was 2* 20 ist dennoch diese Zeit? Mühseligkeit! Ein Kampf, ein sorgenvoller Streit! Hier finden wir kein dauernd Glück; wir blühn nur einen Augenblick; wir fallen, gleich den Blumen, ab; dann nimmt das Grab uns, was uns Gottes Güte gab. 5. Jetzt sind wir jung, gesund und stark; doch bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angesehn du bist: ach, bald vergißt die Welt, was du gewesen bist! 6. O machte doch der Tod, o Herr, mich jeden Tag bedächtiger! Hält doch um keinen Augenblick ihn Jugend, Glück, Stand, Reichthum oder Macht zurück! 7. Das ist der Sünde Schuld, o Gott! denn sie allein gebar den Tod. Von seiner Macht ist niemand frey, wie groß er sey; denn wer ist, Gott! von Sünden frey? 8. Und, ach! wie wechseln Lust und Leid in meiner kurzen Pilgerzeit! Drum geh' ich mit gelaßnem Sinn zum Grabe hin; durch Christum wird es mein Gewinn. Z. Ich fühl's, wieSünd' und Zukunft dräun; doch will ich frohen Muthes seyn; es litt deineignerSohn,o Gott, für Tod und Grab. mich den Tod, litt alles, was dein Fluch mir droht. 10. Er stand auch auf: das tröstet mich; denn auferstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir verspricht, voll Zuversicht: er läßt auch mich im Grabe nicht. 11. Wasermirauflegt,trag' ich gern; ich leb'und sterbe meinem Herrn. Mein Leib wird leben, Gott, und dann, beth' ich dich an, weil mich kein Tod mehr tödten kann. 12. Ich schaue dann dein Angesicht; das glaub' ich fest und zweifle nicht. Ich lebe dann in Ewigkeit, von dir befreyt, in deiner Worin' und Herrlichkeit. 13. Nimm, Gottes Sohn, mein Heil, mich an, wenn keine Welt mich trösten kann^schleuß du in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Leben und im Tode seyn! 14. Erhöre mich, erhör' uns, Gott! Gib allen einen sel'gen Tod; auch mach' uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit führ' uns in deine Herrlichkeit! I.-pappus. Mel. Gott des Himmels und rc. «Deiche, Todesschre- sO) cken, weiche! Freu' des Grabes dich, o Herz! Liegt sie da, die kalte Leiche: weg- Tod und geweint ist jeder Schmerz, und der Thränenquell versiegt, wenn mein Staub im Staube liegt. 2. Tod, du heilest jede Wunde, jeden Kummer endest du! Flieht der Odem mir vom Munde, o dann eil' ich Kronen zu! Ruht im Grabe mein Gebein, dann werd' ich in Freyheit seyn. 3. Nimm für alle Erden- freuden, Vater, Herzensdank von mir! Dank für alle meine Leiden bringt die frohe Seele dir! Doch der Welt einst ganz entführt, dank' ich tiefer noch gerührt. 4. Hier nicht, dort nur, dort nur quellen Seligkeiten ohne Zahl; dort nur strömt nach deinem Willen Himmelswonne, frey von Qual. Mich, von Erd' und Sünde los, nimmt die Ruh' in ihren Schooß. 5. Welches Glück kann hier mich heften an die Erde, an die Zeit? Nein, mit allen meinen Kräften ring' ich nach Unsterblichkeit. Was der Weltmensch nur begehrt, ist nicht meines Wunsches werth. 6. Frey von jeglicher Beschwerde, losgewunden von der Nacht, flieg' ich über Zeit und Erde, fühl' es ganz: es ist vollbracht! Ueber Bitten Grab. 21 und Verstehn werd' ich dann beglückt mich sehn. 7. Nie gehörte Preisgesänge hört dannmeinentzücktesOhr, und zur auserwählten Menge tragen Engel mich empor. Selig bin ich einst, wie sie. Fliehe, Furcht des Todes, flieh'! 8. Bald, o bald ist's überstanden; muthvoll harr' ich, Herr, auf dich! Viele tausend überwanden;überwindenwerd' auch ich. Lauter noch, als die Natur, ruft mir Jesus: Glaube nur! Mel. Sey Lob und Ehr dem rc. «Air schauen vorwärts 30. aufdas Grab, und weiterhin zum Ziele. Dieß trocknet uns die Thränen ab; dieß mildert die Gefühle. Und drückt uns auch die größte Noth; aus allen Leiden führt der Tod. Wir wollen nicht verzagen. 2. Und wären wir auch noch so arm, und hätten nichts als Sorgen, und Mangel, Blöße, Frost und Harm, und, ach, kein Brot für Morgen: zur Weisheit führt des Lebens Noth, und Füll' und Frieden bringt der Tod. Wir wollen nicht verzagen. 3. Und wären wir auch noch so krank; zur Tugend führen Schmerzen. Für jedes 22 Tod und Grab. Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück. Wir wollen nicht verzagen. 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab; nur Eins erhebt uns wieder: Gottlob, sie sind im Vaterland! Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen. 5. Wie freudevoll ist ihre Bahn! Wie schön ist ihre Jugend! Wie frey der Geist von Furcht und Wahn! Wie lauter ihre Tugend! Wie hell des neuen Lebens Tag! Sie gingen vor, wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen. 6. Das Leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es stärkt und reinigt unsern Geist, und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab, und schauen über Tod und Grab, und wollen nie verzagen. G. W. Zh. Starke. Mel. Wenn mein Stündlein. enn einst mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selber nicht, daß er entschläft, empfindet; wenn meine Lieben um mich stehn, und mich in dir entschlummern sehn, und meinen Tod beweinen: 2. Dann, Gott, empfange meinen Geist, der sich zu dir erhebet, der dankbar deine Güte preist, daß er nun ewig lebet! dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein Hingefallner Leib bleibt hier; ihn wird das Grab verschließen. Heil mir! Das Grab wird dennoch dir ihn wieder geben müssen! Du kommst, Erwecker! deine Macht hat meinen Staub hervorgebracht; kann meinen Staub erneuern. 4. Was sollt'ich trauern, daß imTod mein Leib zuStaub vermodert? Ich weiß ja, daß ihn einst mein Gott vom Tode wieder fordert. O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht! wie groß bist du, und welch' ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, verachten, und, meinen Blick gewandt auf dich, nach meinem Ziele trachten, und mich dem Ziele freundlich nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahlt,dasJesus mir bewahret. B. Munter. 23 Tod und Grab. Mel. Nun ruhen alle Wälder rc. -2L) Mie sanft Mein Geist soll sich bestreben, o Höchster, so zu leben, daß er dieß Glück erwirkt; damit ich einst, als Erbe des Himmels, ruhig sterbe und heiter, wie der Fromme stirbt. Ch. F. Weis,«. Mel. Wie schön leucht't uns. HAie wird mir dann, 33.«ch! dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr entweiht; entladen von der Sterblichkeit; nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch; es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus! Christus! laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist! er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sey dir nicht mehr fürchterlich; in's Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist unvergänglich, überschwenglich; die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die 24 Tod u Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh'ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater! Vater! ich befehle meine Seele deinen Händen; jetzt, o Vater! deinen Händen. L. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit? die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert? Laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach! dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbethen werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! Heilig! Heilig! singen wir dir; bringen Preis nnd Ehre; dir, der war und seyn wird, Ehre! x.G.Klopstock. Mel. Schwing' zu des Himmels. 5Wuthig,muthig,bald errungen ist das Ziel von jeder Pein! bald ist jederSchmerzverschlungenvon der Freude, frey zu seyn, frey >rd Grab. von Sorgen und Gefahren, die mir oft so drückend waren. Un. aussprechlich, ewig liebt er, der uns durch Leiden übt. 2. Ich will harren, hoffen, schweigen; mein Erbarmer ist mir nah; bethend soll mein Geist sich beugen; wo ich leide, Gott ist da. Im Verborgnen, wo ich weine, bleibt vonmeinen Thränen keine dem, der mich in Schwachheit stärkt, meinem Vater unbemerkt. Z. Seine Vateraugen blicken sanften Trost auf mich herab, und die Lasten,die mich drücken, nimmt er einst gewiß mir ab. Bis zum letzten trüben Tage stärkt er micli, daß ich sie trage. WannmeinHerzverschmachten will, ruft er mir: Sey fromm und still! 4. Jesus, Christus trug im Staube muthig seiner Leiden Last; und auch mich erhebt der Glaube, der die Ewigkeit umfaßt. Gott, mein Vater, sieht mein Leiden! Gott, mein Vater, sieht die Freuden, die das Leidenmirgewährt, wenn mein Herz ihn duldend ehrt. Z. Fließet denn, ihr stillen Thränen! Gott im Himmel zählet euch. Gott bemerket all' mein Sehnen; Gott ist gnädig, Gott ist reich, naht sich freundlich meinem Herzen, reinigt es Tod uv durch Angst und Schmerzen, lenkt und ziehet meinen Sinn ganz zu seiner Liebe hin. 6- Bald erscheint die letzte Stunde, meinerThränen letzte, bald! O dann heilet jede Wun. de, und der Gnade Stimme schallt: Ueberstanden! überstanden! sey erlöst von allen Banden! sey befreyt von jeder Pein! geh' zu meinen Freuden 2. E. Lavater. Mcl. Mir nach! spricht Christus. Leichentuche schläft OO. sich's gut, bey des Tages Sinken des Pilgers Fuß ermattet ruht, wann Sterne Kühlung winken: so schläft erquickt im Leichentuch, wer centner-schwere Lasten trug. 2. Im Leichentuchs schläft sich's gut; dahin ist Schmerz und Streiten! Der Leiden Drang, des Kampfes Muth belohnen Seligkeiten. Getrock- netist der Stirne Schweiß; es quillt die Thräne nicht mehr heiß. 3. Im Leichentuchs schläft sich's gut! Sanft ist der Unschuld Schlummer; im Grabe bricht sich Feindeswuth, Ber- folgung, Weh und Kummer; Verleumdung, tausendzüngig, flieht, wenn sie ihr Opfer fallen sieht. d Grab. 25 4. Im Leichentuche schläft sich's gut! Kein Drängen, Treiben,Streben bringt schnellern Lauf in's rasche Blut, nagt mehr am kurzen Leben. Still, friedlich ist des Todes Steg, und jeder wandelt seinen Weg. 3. Im Leichentuche schläft sich's gut! Des Lebens Truggestalten, die Menschen imbe- thörten Muth für Werth und Wesen halten, verschwunden sind si'e.'Sclav' und Knecht hat, wie sein Quäler, gleiches Recht. 6. Im Leichentuche schlaft sich's gut! Im ew'gen Frieden wohnen die Menschen einst, aus Einem Blut, und alle Nationen; aus Ost und Westen kommen sie, entkleidet von des Lebens Müh'. 7. Erlösche nie in meiner Brust, du Bild des ernsten Schlummers! Du bistVered- ler jeder Lust, bist Milder jedes Kummers, und herrlich wird der Morgen seyn, deß die Erwachten einst sich freun! Mel- Christus, der ist mein rc. Grab ist tief und OO. und schauderhaft sein Rand; es deckt mit schwarzer Hülle ein unbekanntes Land. 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nichtin seinemSchooß; 36 Auferstehungs- Lieder. der Freundschaft Thränen fal- nur durch die dunkle Pforte len nur aufdes Hügels Moos. geht man der Heimath zu. 3. Verlaßne Bräute ringen 5. Das arme Herz hienie- umsonst die Hände wund; der den, von manchem Sturm be- Waisen Klagen dringen nicht wegt, erlangt denwahrenFrie- in der Tiefe Grund. den, erst wann es nicht mehr 4. Doch sonst an keinem schlägt. v. Saus. Orte wohnt die ersehnte Ruh; III. Auferstehungs-Lieder. Mel. Jesus Christus, unser rc. ^ Äsuferstehn, ja aufer- O/.^ stehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'; un- sterblich's Leben wird, der dich schuf, dir geben. Frohlocke Gott! 2. Wiederaufzublühn werd' ich gesä't. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben, uns ein, uns ein, die starben. Gelobt sey Gott! 3>TagdesDanks, derFreu- denthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wird's dann uns seyn. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. Z. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler, dann, lebt'ich im Heiligthume zu seines Nahmens Ruhme! Gelobt sey Gott! F. G. Klopstock. Mel. Bom Himmel hoch da rc. «o(^a, Seele, ja, es wird Oo. geschehn: ich werd' einst wieder aufersteh»! Nur Ruhgemach ist mir die Gruft, bis mich die neue Schöpfung ruft. 2. Den Wunsch nach meinem Ewigseyn grub mir der Schöpfer selber ein; untrüglich sagt mir mein Gefühl: der Tod ist nicht mein letztes Ziel. 3. Nur meinen Leib schuf Gott aus Staub; nur er wird der Verwesung Raub; Ge- dank' und Wille, Seel' und Geist ist nicht das, was die Würmer speist. 4. Schon hier hat er so manches Bild, das seine Allmacht mir enthüllt, wenn mich ein Auferstehunas- Lieder. 27 Zweifel niederschlagt, für mich in die Natur gelegt. 5. Die Raupe spinnt sich selbst ihr Grab, legt ihren trägen Körper ab, erwacht verklärt und lehret dich: auch mich verklärt das Grab, auch mich. 6. Das Weitzenkorn, sieht Jedermann, bringt keine Frucht, es sterbe dann; denn Leben zeuget die Natur auf Erden durch Zerstörung nur. 7. Sieh' hin auf's weite Grab der Welt: der Winter decket Au und Feld, kein Gräschen blühet mehr, kein Baum im ganzen weiten, öden Raum. 8. DerFrühling kommt: was wirst du sehn? O Aufersteh'»! O Aufersteh'»! Wie lebt, wie blüht es um mich her! Wer schuf dieß neue Leben? wer? 9- O Trost, wenn Gott selbst Zeugniß gibt! Also hat er die Welt geliebt; sein Sohn hat aus des Grabes Nacht Unsterblichkeit hervorgebracht. In eigner Melodie. 7^0 68esus, meine Zuver- O". ficht, mein Versöhner, ist im Leben. Dieses weiß ich; sollt' ich nicht mich im Tod ihm gern ergeben? Wie das Grab, das einst mich deckt, mein zu schwaches Herz auch schreckt. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt. Leben werd' ich, werd' ihn schauen, seyn, wo mein Erlöser lebt; warum sollte mir denn grauen? Nie verläßt er den, der glaubt; er ist seines Leibes Haupt. 3. Ich bin durch des Glaubens Band, allzufest mit ihm verbunden. Er, der auch den Tod empfand, hat für mich auch überwunden. Er erstand; und einst erwacht auch mein Leib durch seine Macht. 4. Ich bin Fleisch, und weiß daher, daß mein Leib zu Staub einst werde. Dieses weiß ich; aber er weckt ihn wieder aus der Erde, ewig dort bey ihm zu seyn, ewig seiner mich zu freun. 3. Meine Seele schauet dann Gott in meinem neuen Leibe; meinen Heiland schaut sie an, seinen Sohn, an den ich glaube. Ja, in diesem Leib werd' ich sehn, 0 Gott, Versöhner, dich! 6. Ob auch dieß mein Auge bricht, wird's doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen. Frey von Schwachheit, zieh ich dann, feyernd Kraft und Klarheit an. 7. Was verweslich ist, vergeht; Fleisch und Blut kann Gott nicht sehen. Irdisch werd' 28 Auferstehungs- Lieder. ich ausgesät; himmlisch werd' ich auferstehen. Erst verweset mein Gebein; dann wird's unverweslich seyn! 8. Freudig seh' ich hin zur Gruft. Erde werde wieder Erde; denn ich weiß, wenn Jesus ruft, daß ich wieder leben werde, wenn die Stimm': erwacht! nun schallt, und zu meinem Grab auch hallt. 9- Wo ist dein Triumph, 0 Tod? Nimm den Staub hin! Ohne Grauen folg' ich dir; ich werde Gott, meinen Jesum werd' ich schauen. Siegreich schau ich dann umher, weine dann, 0 dann nicht mehr! 10. Selig, selig werd' ich seyn. Aberstrebenmußich, streben, Jesu, ähnlich dir zu seyn, um zu dir mich zu erheben; um dein Antlitz einst zu sehn, jeder Sünde Lust verschmähn. E. Ziegler. Mel. Herr, du kennest mein. rc. ,^ KAas geboren ist aus Erden, wenn's der Mensch auch mächtig heißt, muß zu Staub und Asche werden; was er mit Erstaunen preist, alles, alles muß auf Erden Erde, Staub und Asche werden. 2. Laß mit Jauchzen sich erheben einen ruhelosen Geist, der, ob auch die Völker beben, alles vor sich niederreißt: dieß Gewaltige auf Erden Staub muß alles, Asche werden. 3. Mann und Greis und Jüngling wallen, und die Mutter wallt entzückt durch des Gottestempels Hallen, wenn ihr Kind sie an sich drückt. All' dießWallende aufErdenStaub muß alles, Asche werden. 4. Wie sie kommen, ach, so kamen viele tausend; ihr Ge- beindecket,beyerloschnenNah- men, ein zuletzt zertretner Stein. Was belebt erscheint auf Erden, Staub muß alles, Asche werden. 3. Aber, von der Welt geschieden, blickt die Treue starr hinab, ohne Freud' und ohne Frieden in das modervolle Grab. Wie? der Mensch soll ganz zerstäuben? Erde, Staub und Asche bleiben? 6- In des Lebens schonen Tagen jammert die verwaiste Braut, füllt die Luft mit bangen Klagen, einem Schatten angetraut. Schatten? Nein! Er wird erstehen. Nein! Er kann nicht untergehen. 7. Nein! Was trocknet heiße Thränen, was die Hand der Armuth füllt, was erfreut das stille Sehnen, was mit Groß- muth Haß vergilt, kann im Tod nicht untergehen; Liebendes muß auferstehen. Auferstehungs- Lieder. 8. Menschen, die^um Himmel schauen, wann sie dieser Erd' entfliehn, die demLebens- worte trauen, vor dem Allbele- ber knien, werden wieder auferstehen; Glaubendes kann nicht vergehen! I. G. Mcl. Jesus, meine Zuversicht rc. o aß die dunkle Todes- nacht, bange Seele, dich nicht schrecken! Ewig schützt dich Gottes Macht; keine Gruft kann dich bedecken, diese feste Zuversicht raube Welt und Tod dir nicht. 2-Jesus, mein Erlöser, lebt; warum sollte mir denn grauen? Ihm, der meinen Geist erhebt, kann ich freudevoll vertrauen. Liebreich führt er durch dieZeit mich zum Heil der Ewigkeit. 3. Mich, der hiernach seufzt und fleht, wird er herrlich dort erhöhen. Irdisch wird mein Leib gesä't, himmlisch wird er auferstehen. Hier verwese mein Gebein; dortwird's unverweslich seyn. 4. Dort wird aller Schmerz entfliehn, dort mich keine Krankheit rühren; Jesus will mich zu sich ziehn, und zum Quell der Freude führen. Ja, ich folg'ihm, wann erruft, geht derWeg gleichdurch die Gruft! Z. Für die neue Weltgebaut und geschickt zum bessern Leben, 2S wird den Leib, der dort ihn schaut, seines Himmels Glanz umgeben, und wie selig wird der Geist, den kein Staub mehr niederreißt! 6- Woll von jener hohem Welt, wohn'ich noch im dunkeln Thale, labe mich, wenn's mir mißfällt, an derHoffnung sanftem Strahle, und vom Eitlen weggewandt, seh'ich auf mein Vaterland. In eigner Melodie. ,,Q Machet auf! so ruft hie Stimme, so rufet einst der Engel Stimme; verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! Versammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbey! Erwacht! Hallelujah! Macht euch bereit zur Ewigkeit! SeinTag,seingroßerTagistda! 2. Erd'undMeerundHölle beben; die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf! Ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm istGnade, Treu und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf! Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3« Unsterblichkeit und ewiges Leben. 3. Ewig's Lob sey dir gesun- Hülle, ihn, unsern Freund und gen! Wir sind zumLebendurch- Gottes Sohn! KeinAuge noch gedrungen! Am Ziel sind wir sah sie, dem Ohr erscholl sie nie, beym großen Lohn! Christus diese Wonne; in Ewigkeit sey strömt der Freuden Fülle auf dir geweiht, Herr,unser Dank, uns! Wir schaun ihn ohne und Ehr' und Preis. S. G. Klopstock. IV. Unsterblichkeit und ewiges Leben. In eigner Melodie. , rr^er Erde Pilger wal- 43. len wir, in's Reisekleid gehüllet, zur Heimath, deren Ahnung hier mit Ruh das Herz erfüllet, und leichtern uns den fernen Gang mit Lieb' und Frohsinn und Gesang, indeß wir oft mit Thränen uns nach dem Ziele sehnen. 2. Bald wallen wir beym Sonnenschein im Schatten junger Myrthen, rings um uns tönen die Schalmey'n und Flöten froher Hirten. Der Freude holde Blumen stehn am Pfade, den wir jauchzend gehn, und hauchen in die Lüfte balsamische Gedüfte. 3. Bald braust der Sturmwind fürchterlich durch hoher Bäume Blätter; der heitre Himmel schwärzet sich, und plötzlich tobt ein Wetter. Es windet über Berg und Thal der Weg sich dunkel, steil und schmal, wo wir, mit gleichem Grauen, bald vor-, bald rückwärts schauen. 4. Schön ward mit rascher Jugendkraft, umschwebt von tausend Wonnen, des Erdenlebens Pilgerschaft, der Heimath fern, begonnen. Und wo wir muthig wallten, war ein Engel Gottes unsichtbar bemüht, mit vollen Händen uns Segen zuzuspenden. 3. Doch näher unserm Ziele, Mehrt mit jedem Pilgertage, den uns der Gottheit Huld gewährt, sich Sorge, Furcht und Plage. Beschwerlicher und rauher wird der Pfad, auf dem der Wandrer irrt, daß ihn der Heimkehr Abend einst lieblich sey und labend. 6. Getrost! uns wird der Unschuld Pfad zum schönsten Ziele leiten, ynd jede stille Tu- Unsterblichkeit und ewiges Leben. 31 gendthat wird dorthin uns begleiten. Heil uns, ihr Pilger! wenn wir nie bethört durch Wahn und Phantasie, des Zieles zu verfehlen, uns andre Wege wählen! 7. Der Engel Hoffnung geht voran, die Fackel in der Rechten. In ihrem Schein erglänzt die Bahn der Edlen, der Gerechten. Wir eilen, voll von Himmelsruh, der nahen, süßen Heimathzu,woKönigthumund Kronen die Redlichen belohnen. 8. Noch ist des ew'genLebens Keim von Sterblichkeit umschlungen; wir kehren, wenn er sprosset, heim, und haben ausgerungen. Das Land der Heimath bey dem Herrn ist— o derWonne!—nicht mehrfern, nicht fern mehr die Belohnung in unsers Vaters Wohnung. 9. Von Gott gesandt kommt einst der Tod, uns zu den Seligkeiten der bessern Welt im Abendroth des Lebens hinzu- leiten. Er nimmt uns unsern Wanderstab, und streift das Reisekleid uns ab, und führt uns im Gewände des Lichts zum Vaterlande. 10. Drum töne laut mein Pilgerlied im Thränenthal hie- nieden! und ihr, ihr, meine Trauten, zieht, zieht hin, zieht hin in Frieden! Mit euch sey Gott, und mit euch sey sein Engel, bis wir froh und frey in unsers Vaters Hallen uns in die Arme fallen. Mel. Ich rup zu dir, Herr rc. /, K^us Erde ward mein ^Leib erbaut,und wird auch wieder Erde. Doch weiß mein Geist, der Gott vertraut, daß er nicht sterben werde. Er, mehr als Staub, er, Gottes Hauch, wird nach dem Tod auch leben; schweben, schweben wird er zu Gott, und auch Gott außer'm Leibe leben. 2. Mein Leib denkt nicht, mein Geist allein, kann denken, kann begehren; deß, was nicht sichtbar ist, sich freu'n, Gott kennen und verehren; in dem, was er durch ihn empfand, dich, 0 mein Schöpfer, finden, dich empfinden, und durch der Liebe Band sich selbst mit dir verbinden. 3. Du bautest eine Hütte mir, Gedanken da zu sammeln, und da zuerst, mein Gott, von dir, und deiner Huld zu stammeln, und, immer mehr veredelt, mich in deinem Lob zu üben, und getrieben von deinem Geiste, dich stets inniger zu lieben. 4. Ach, viele Heiden wuß- ten's nicht, weil sie, verhüllt in Schatten, nicht deiner Wahr- Unsterblichkeit und ewiges Leben. heit Sonnen Licht, dein Wort, o Gott, nicht hatten: ich aber weiß es! Welch' ein Heil! Mag doch, was Staub ist, sterben und verderben; mein beßrer, höh'rer Theil, die Seele, kann nicht sterben. 5. Nicht sterben, ja, nicht sterben! Gott, des bessern Lebens Glauben soll keines Läst- rers Wahn und Spott aus meinem Herzen rauben! Ich werde sterben; aber dann wird Gott zu sich mich führen; trium- phiren wird meine Seel', und kann im Tode nicht verlieren. §. Soll nicht verlieren; mehr dereinst als ich mit allen Sinnen genieße, wenn du, Gott, erscheinst, durch meinen Tod gewinnen! Ich jauchze, daß ich ewig bin; denn nur mein Leib wird sterben! Gottes Erben ist dieser Tod Gewinn; die Seele kann nicht sterben! soll vom Staube mich erheben. Hier ist nur mein Uebungsstand; droben ist mein Vaterland. 3. Dort erst ist mein Auge nicht trüb' und schwach mehr für die Wahrheit. Alles glänzt mir dort im Licht, ist, der Sonne gleich, voll Klarheit. Dort erscheint mir unverhüllt selbst die Wahrheit, nicht ihr Bild. 4. Ja, der Schöpfung großen Plan seh'ich dort mit hel« lern Blicken, seh'der Weisheit hohe Bahn voll Bewundrung, voll Entzücken; selbst der dunkle Lebensgang reiht mich dann zum Lobgesang. 5. Jauchz', o Seele? fühle dich! Sieh', du schwingst dich einst vom Staube! Heil mir! Einst belohnet mich mit Unsterblichkeit mein Glaube. Höher rück'ich durch denTod, und mein ew'ger Freund ist Gott. Mel. O Jesu Christ, mcin's rc. Mel. Jesus, meine Zuversicht. f?^es Todes Graun, Abgestreift, wie dürres^0. des Grabes Nacht ^ Laub, wirst du einst, flieht, Herr, vor deiner Wahrmein Leib, zerfallen, wirst ver- heit Macht. Mein Geist, erhellt sinken, Staub zu Staub, und von deinem Licht, bebt vor des wie leichter Dunst verwalten, Leib's Zerstörung nicht, ruhen, in des Grabes Schooß, 2. Es falle nur die Hütte jedes Erdenschmerzes los. hin, mit der ich hier umge- 2. Doch nicht für die Erde ben bin. Ich selber, lebend, nur gab der Schöpfer mir das wie zuvor, schwing' aus den Leben; ich bin höherer Natur, Trümmern mich empor. 3 Unsterblichkeit und ewiges Leben. 3. Ein inn'res, mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höh'res Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Vater dich genannt, in dieser Seelen-Würde liegt ein Hoffnungsgrund, dernimmer trügt. 5. Und klarer noch zeigt mir, o Gott, dein Wort ein Leben nach dem Tod. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Zusag' aufgeklärt! 6- O frohe Aussicht auch füb mich! Mein Herz erhebt voll Hoffnung sich; ich seh' im Geist der Tugend Lohn, und ahne höh're Wonne schon. 7. Da sind' ich, was dein weiser Rath zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines Vaterblicks und der Vollendung meines Glücks. 8. Viel Freude gabst du hier schon mir; o Gütiger, wie dank' ich's dir! Stets folgte kleinerm Ungemach ein größ'rer, beß'rer Segen nach. 9- So hat schon dieser Kindheitsstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier erfreut, gibt mir dort volle Seligkeit. 10. Des freudigsten Der-, trauens voll, erwart'ich, was mir werden soll, wenn ich, von Sund' und Noth befreyt, nun reife zur Vollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. IS.Wann hiervon uns,die Gott vereint, der Letzte auch hat ausgeweint; dann wird ein frohesWiedersehn auf ewig unser Glück erhöhn. IZ.HerrunsrerTage! führe du uns Alle diesem Ziele zu, daß uns, bey standhaft frommer Treu', des Lebens End' erfreulich sey. I, 2. Spaldiiig. Mel- Jesus, meine Zuversicht. ier ist nur mein Prüfungsstand; hier ist nicht mein bleibend Erbe. Dort nur ist mein Vaterland; das erreich'ich, wenn ich sterbe. O dann bring' ich dir, o Gott, Preis und Dank für meinen Tod. 2. Gottes Stadt, die droben ist, wo der Unsichtbare wohnet, wo mein Mittler, Jesus Christ, seinen Freunden herrlich lohnet! Himmel, nie gedenk' ich dein, ohne göttlich froh zu seyn. 3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Frie. 34 Unsterblichkeit und ewiges Leben. dens leitet, er, mein Heiland, hat in dir eine Stätte mir bereitet, und an allem deinem Heil hat auch meine Seele Theil. 4. O wie wohl wird dann mir seyn, wann ich einst dich in der Nähe, frey von Kummer, Angst und Pein, mit verklärtem Auge sehe! Sinke nur, mein Leib, zur Gruft! Gott jst's, der die Seele ruft! L. Lodesschrecken können dann meinen Glauben nicht erschüttern. Nur der Thor, der Unchrist kann vor des Grabes Nacht erzittern. Fromme Seelen zittern nicht; denn sie dringen durch's Gericht. 6. Nahe sey mir oder fern jenes Heil, das ich verlange; ringen will ich, daß vom Herrn ich, was er erwarb, empfange. Freudig ruft dann einst mein Geist: Bande der Natur, zerreißt! 7. Daß ich diese Freudigkeit einst in meinem Tod empfinde, mache siegreich mich im Streit gegen jeden Reih der Sünde! Stärke mich, o Herr, im Lauf! Nimm mich endlich gnädig auf! Mel. Wer nur den lieben rc. u gabst zum Denken — und Empfinden, Allgütiger, mir einen Geist; doch kann er hier noch nicht ergründen, wie herrlich du, mein Schöpfer, seyst. Um deine Größe zu versteh», muß er dich ohne Hülle sehn. 2. Zu eng sind dieses Lebens Schranken für seinen forschenden Verstand. Der Keim zu göttlichen Gedanken, den oft in ihm der Weise fand, entwickelt sich erst nach der Zeit im Hellern Licht der Ewigkeit. 3. Ihn sättigt nie ein Gut der Erde; verächtlich wirft er's oft zurück. Daß er auf immer ruhig werde, bedarf er mehr, als Erdenglück. Er fühlt es, daß die niedre Welt nur reiht, doch nie zufriedenstellt. 4. Zwar tief ist er herabge- sunken von seines Ursprungs Herrlichkeit, sucht oft, von Sinnenfreuden trunken, sein Glück in Dingen dieser Zeit; doch sucht er nur, er findet nicht, was ihm der äußre Schein verspricht. Z.Du prägtest, Gott, ihm durch's Gewissen Gefühl für Recht und Unrecht ein. Er weiß, daß Frevler leiden müssen, und Tugendfreunde glücklich seyn; doch sieht er noch auf Erden nicht dich, Weltbeherrscher, im Gericht. 6. Dem Tugendhaften ist hienieden oft manches herbe Unsterblichkeit und ewiges Leben. 85 d-m-°ft»h°st-n b-Ruh^er-!It-rh-bn°r»Ga. Gluck beschreden; und wer es Lern zu. sieht, bebt oft zurück. Gewiß,^««-,- noch eine andre Welt ist zur^ vislnes Bergeltung aufgestellt.' K-s.'r^^^^öhern ^ Gluck, zu großrer Lust, und 7. Gott, wenn mein Geist Pflanzte selbst dazu die Triebe dieß überleget, so hofft'er schon so stark und tief in meine Unsterblichkeit; doch wenn er Brust. Er, der mit Sehnsucht dann dein Wort erwäget, so mich erfüllt, läßt wahrlich sie fühlt er Glaubensfreudigkeit; nicht ungestillt. so ruft /r voller Zuversicht: 4. Der Wunsch, ihn ewig Nem, se bst der Tod vertilgt treu zu lieben, der höhern ' Wahrheit Licht zu sehn, der 8. Herr, lehre mich zum hier noch unerfüllt geblieben, bessern Leben hier täglich edlen muß einst doch in Erfüllung Samen streun! Dann wird gehn. So wahr Gott diesen mein Geist einst höher fchwe- Trieb mir gab, erstirbt er ben, und sich der reichen Ernte sicher nicht im Grab. freun. O Wonne der Unsterb- 3. Er ist gerecht, der höchste lichkeit! Du hebst mich über Richter! Die Lugend wird Welt und Zeit.§. Heeren. noch einst gekrönt, wenn gleich Mel. Wer nur den lieben rc."" Haufe Böfewichter sie hier .,<^>ch bin rur Ew.ne verwirft, verfolgt, verhöhnt. 49. geboren für eine deß Heuchler, der hier trium- re Welt bestimmt'; mein Lebm MgeMh'rt^"^^ Ge- geht nicht ganz verloren, wenn^ gleich das Grab den Leichnam anders^a^dÄ^ nimmt. Zu groß bin ich für-^^ denn diese Zeit; mein Schickftl ist semem Reich? Unsterblichkeit.^? Frommen, die hier vo, ihm wandeln, sind sie den fre- 2. Was ist der Erde Glück chen Spöttern gleich? Nein, und Ehre? Und wäre das auch Tugend siegt I Ich sterbe drauf, alles mein: so blieb' es, wenn Gott weckt mich zur Vergel- kein Himmel wäre, für meinen Wunsch doch viel zu klein. Mein Geist hat nicht im Stau- tung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Grabe: dieß hofft 3* 86 Unsterblichkeit und ewiges Leben. mein Herz, dieß sagt sein Wort; und da ich dieß hier vor mir habe, so fliehen alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt. 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit; er gibt mir Muth in Todesnöthen, und führt mich hin zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß aufersteh», und schön verklärt zum Himmel gehn. 9. Ihr Thäler, sinkt! fallt, Berge, nieder! Fest steht mein Glaub', ich fürchte nichts. Zwar sterb' ich, doch erwach' ich wieder am Morgen jenes ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an. O Gott, wie selig bin ich dann! Mel. O Ewigkeit, du rc. /Htedanke voller Selig- 50. keit! Gedanke der Unsterblichkeit! Du stärkster Trost im Leben! Was wär' mein Daseyn ohne dich? Mit welchem Schauder würde mich die Zukunft oft durchbeben! Umsonst erhübe sich mein Herz zum Himmel bey so manchem Schmerz. 2. Ich irrt' ein dunkles Thal hinab bis an mein schreckenvol- les Grab, das Ziel von meinen Thränen! Was wäre meines Lebens Glück mehr, als ein siücht'ger Augenblick, mehr, als ein banges Sehnen? Was sind die Freuden dieser Welt, wenn ew'ge Nacht uns einst befällt? Z. Und ist der Leiden große Zahl in diesem dunkeln Pilgerthal nicht oft das Loos des Lebens? Ist nicht das Laster oft beglückt, und seufzt nicht, tief in Staub gebückt, die Tugend oft vergebens? Wird nicht der Wahrheit hoherWerth oft von des Irrthums Nacht entehrt? -. Heil mir, daß mich mein Schöpfer schuf! Die Ewigkeit ist mein Beruf, und hier das erste Leben. Zwar diese Hülle fällt einst ab, und Asch' und Moder füllt mein Grab, doch wird mein Geist sich heben; erheben über Grab und Staub, unsterblich, keines Grabes Raub. 5. Heil mir, mein frohes Aug' erblickt die Brüder, die, der Erd'entrückt, vor mir den Sieg erstritten! Und alle, alle folgen nach; es sammelt uns ein sel'ger Tag in jene ew'ge Hütten; und meinem Blick enthüllt sich dann der Gottheit großer, weiser Plan. Msl. Wer nur den lieben rc. - 1 ÄLrenn oft, in feyerli- 51. cher Stille, vorn Unsterblichkeit und ewiges Leben. 37 TodeS- Graun der Welt entführt, mein Herz, in tiefer Wehmuths- Fülle, sich über Zeit und Grab verliert: dann hör'ich, daß es in mitspricht: „Ich bin! und drum vergeh' ich nicht!" 2. Wenn, tiefgebeuget von Beschwerde, des Lebens Freudemir entflieht, und nirgends auf der weiten Erde mein Herz sich Rath noch Trost ersieht: dann tönet mir ein Engelwort:„Hier ist die Saat, die Ernte dort!" 3. Wenn in der Nacht, bey'm Glanz der Sterne, mein Aug' am Grab' der Theuern weint, und, Tröstung biethend aus der Ferne, der Geist der Liebe mir erscheint: dann steht es hell vor meinem Blick:„Auch was beweint ward, kommt zurück!" 4. O Himmels-Hoffnung! lächle immer, wenn Freud', wenn Leid das Herz bewegt! Umqlänze mich wie Morgen- Schimmer, wenn Nacht auf meinen Pfad sich legt, und drück' es tief dem Schwachen ein:„Was göttlich ist, muß ewig seyn!" M>'l. Schatz über alle Schätze rc. -O Unsterblichkeit! Gedan- ^ ke, der meinen Geist belebt, und in der Trübsal Stunden ihn zu den Sternen hebt! Du strahlst, mehr als die Sonne, mir Licht und Wärme zu; mein Glück und meine Wonne, mein höchster Stolz bist du! 2. Ich sterbe nicht auf ewig; sonst wäre Leben Qual. Ich komme nach dem Tode zu Freuden ohne Zahl! Es stammt vom Herrn des Lebens dieß süße Vorgefühl. Ergab mir's nicht vergebens; ich seh' mein höh'res Ziel. 3. Vernichtet wird auf Erden auch nicht der kleinste Staub. Thor! und des Menschen Seele wär' der Vernich- tungRaub? Der uns das Seyn gegeben, erhält, was er uns gab; schafft aus Verwesung Leben, locktKeime aus dem Grab. 4. Nach einem höhern Ziele strebt hier mein Geist schon früh; doch, ach, so sehr ich ringe, erreich' ich es doch nie! Wozu derMuth, dießStreben, der Keim voll hoher Kraft? Für diese Spanne Leben? Wie klein, wie räthselhaft! 3. Der Geist des Menschen strebet nach Wahrheit und nach Licht; doch, ach, er strebt vergebens; hier findet er sie nicht! O dieser Durst nach Wahrheit wird dort, nur dort gestillt, wo einst in größrer Klarheit der Born der Wahrheit quillt! 88 Unsterblichkeit und ewiges Leben. 6. Hier weinet oft die Tugend verkannt, verfolgt, geschmäht, indeß des Lasters Sclave sich stolz im Glücke bläht. Dort über'n Sternen thronet Er, der Gericht einst hält. Die Tugend wird belohnet in einer bessern Welt! 7. Deß freut sich meine Seele, die voll Erwartung glüht. Hoch tönet noch am Grabe der Sieger Jubellied. Ich weiß, an wen ich glaube; weiß, was mir Gott verheißt! Der Leib nur wird zu Staube, unsterblich ist mein Geist. 8. So sterben Wald und Fluren im Winterschlaf dahin; die Frühlingssonne lächelt, und Wald und Fluren blühn. O Bild vom bessern Leben! Du Flur im Frühlingskleid! Mein Haupt werd' ich erheben im Lenz der Ewigkeit! I. E. Schmidt. Mel- Jesus, meine Zuversicht. iegreich stand mein Heiland auf; Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wenn ich ausgeschlum- mert habe. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer! 2. Froh besieg' ich nun das Graun, das die Todtenhügel decket. Meinen Heiland werd' ich schaun, den der Vater hat erwecket, der durch seines Grabes Nacht meine Gruft mir Heller macht. 3. Mag man, wenn mein Auge bricht, meinen Leib der Erde geben; doch erbebt die Seele nicht, ewig, ewig wird sie leben. Jesus führt zum Engelchor im Triumphe sie empor. 4. Ruhe denn und schlafe süß, du, mein Leib, im kühlen Grabe; meine Seele weiß gewiß, daß sie einen Retter haben. Herr, wie wird sie einst, sich freun, dort verklärt bey dir zu seyn! 5. Wohlthat wird dasSter- ben mir. Jesus kennt und liebt die Seinen; ewig läßt er sie nicht hier kämpfen, dulden, klagen, weinen. Nein, der Abend eilt herzu; einst gelangen sie zur Ruh. 6. Schwinge dich, mein Geist, empor! Lerne nach dem Himmel streben! Jesus ging den Weg dir vor; Jesus lebt, und du sollst leben. Herr, bist du nur stets mit mir: o so leb' und sterb' ich dir! I. W. Reche. Mel. Befiehl du deine Wege ic. , fAin kleiner Todtenhü- 54.^ gel, o Erde, bist du mir! Die Andacht leiht mir Flügel, und trägt mich weit von hier; hin, wo sich Licht 39 Unsterblichkeit und ewiges Leben. und Wonne, voll, wie ein Meer, ergießt, vondemmur unsre Sonne ein kleiner Tropfen ist. 2. Im unbeschränkten Raume thront Gott! Hier füllet er mit seines Kleides Saume die Himmel weit umher. Von seines Stuhles Höhen hallt hoher Donnerton, und seine Engel stehen, wie Sonnen, um den Thron. 3. Singt Halleluja! Preiset, ihr Himmel, preiset Gott! Denn heilig, heilig heißet Je- hova, unser Gott! Sein Lob, das von den Thronen die Schaar der Geister sprach, das hallen Nationen und alle Himmel nach. 4. Dort, wo ein ew'ger Morgen nach trüben Nächten lacht, dort fliehen schwarze Sorgen, wie Schatten, in die Nacht. Reich' in den Labyrinthen der Erde mir die Hand, du Trost:„dort soll ich finden mein rechtes Vaterland!« Z. Dort trüben keine Thränen den wolkenfreyen Blick! Im Glanz des ew'gen Schönen vollendet sich mein Glück! Doch was kein Aug' gesehen, und was kein Ohr gehört, kann das der Mensch verstehen, der noch dem Staub' gehört? 6. Nur stumme Seufzer wagen sich zu dem Throne hin. Gern will ich Alles tragen, da einst ich selig bin. Willkommen Müh' und Sorgen, willkommen, du selbst, Pein! Ein ew'ger Gottes-Morgen wird mich mit Wonn' erfreun! Mel. Wenn mein Stündlein rc- chwer liegt derTren- nung Schmerz auf mir; ich liebe sie, die Meinen. Mit meinem Kummer laß vor dir, Herr, mein Gott, mich erscheinen. Werd'ich nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 2. Des Herzens Sehnen kennest du,und hörst mein heißes Flehen. Die Hoffnung ruft mir tröstend zu: Du wirst sie wieder sehen! Wir sind aufimmer nicht getrennt; Gott, der die Seinen alle kennt, wird wieder uns vereinen. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleichge- sinnten Frommen. Sie werden All' in Gottes Licht dereinst zusammen kommen, und nimmer wird ihr frommes Herz des Scheidens bangen, tiefen Schmerz im höhern Leben fühlen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft 4« Unsterblichkeit und ewiges Leben. den Gatten an, der Bruder seine Brüder; die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle guten Seelen sind im Vaterhaus beysammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort, im Vaterland, uns einst vereinigt sehen. O wonnevoller Augenblick, wo wir des Wiedersehens Glück nun ungestört genießen! 6. So seyd getrostund freuet euch, laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden indes Vaters Reich uns Alle wieder finden. O Wiedersehn, o Wiederseht,, wie wirst du unser Glück erhöhn, wie tröstest du die Seele! Mel. Wer nur den lieben re. ach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttlicheZufriedenheit. Hier übt dieTugend ihrenFleiß, und jene Welt reickt ihr den Preis. 2. Wahr ift's, der Fromme schmeckt auf Erden schon man- chen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh'nimmt, weil er lebt, bald ab, bald zu. 3. Bald stören ihn deS Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier,wo dieTugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet,unddesBekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frey von Pein, nie frey von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ichs nur; dort werd'ich's finden; dort werd'ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn liehen, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlthat seyn, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinnstets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah. Da denkt mein Geist, mitPreis und 41 Unsterblichkeit und ewiges Leben. Dank, dieSchickung imZusam- menhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott sich ganz mir offenbart; ein Heilig! Heilig! Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim, und alle Himmel jauchzen ihm. 9- Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn,das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen Mahlen noch segnen, daß er mir ihn wies; da sind' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft(o möchte Gott es geben!) vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Netter einer Seele seyn! 18. Was seyd ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! E. F. Gell-rt. Mel. Kommt her, zu mir rc. inst sinkt der Leib in's kühle Grab, der Staub zu anderm Staub hinab, nicht sterblich mehr zu leben! Mit freyem Flug und frohem Blick kehrt der ent- bundne Geist zurück,zu dem, der ihn gegeben. 8. Wohl ihm, wenn Thaten fromm und gut zum Grab, in dem die Hülle ruht, als Engel ihn begleiten; wenn er dir ähnlich, Jesu Christ, unsträflich, rein und fähig ist zum Glück der Ewigkeiten. 3.0 hohes Glück, vor Gytt zu stehn! O Freude, Jesu, dich zu sehn, und deines Reiches Glieder! Zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich, Ersten aller Brüder! 4. Wie wird mir dann zu Muthe seyn, wann der Erwachten große Reih'n vor dir versammelt stehen; wann du mich dann bey'm Nahmen nennst, und vor den Engeln mich bekennst, die dich mit mir erhöhen? 5. Ich, ich, der jetzt noch Thränen weint, ich werde, wenn dein Glanz erscheint, 42 Unsterblichkeit und ewiges Leben. dann leuchten, wie die Sonne; ich Sündiger von Sünden rein, ich Sterblicher unsterblich seyn, vollDank's, o Gott, voll Wonne! 6. Befreyt und ewig fern von Qual, getränkt mit Freuden ohne Zahl, Gott immer, immer näher, steigt dann mit jedem Augenblick der Seele nahmenloses Glück noch unaussprechlich höher. 7. Und aller hohem Geister Schaar, und wer auf Erden heilig war, sind alle meine Brüder, sind alle nah' verwandt mit mir, und singen stets, Erlöser, dir aus Einem Munde Lieder. 8. Der Seligkeiten, Gott, wie viel! O Freuden ohne Maß und Ziel! Hoch über alles Sehnen! O Ewigkeit! O Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie nichts sind alle Thränen! 9-Sey stark, sey freudenvoll, mein Geist! Gott lebt, Gott hält, was er verheißt; er ist der Gott der Frommen! Kein Heil ist je für dich zu groß. Ist doch zu dir aus Gottes Schooß sein eigner Sohn gekommen. I.§. Lavatcr. Mel. Wer nur den lieben rc. Ms ist noch eine Ruh' Oo.^ vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden auf seines Schöpfers Wink entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd'ich kommen, und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang' ich das beff're Leben an, wo nach der Last, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein frommer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz'ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat alles wohlgemacht! 4. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'. Mein Glück wird fest, und vollesHeil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 5. Gott, laß mich's recht zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgibt; dieß flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn. 6. Mein Heiland, der du Unsterblichkeit und ewiges Leben. 43 selbst auf Erden der Leiden Loch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühlen dieser Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 7. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so folgt auf meine Prüfungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. I. S. Diterich. Mel, Jesus, meine Zuversicht. äedeineThränensaat, frommer Dulder, hier im Glauben! Dunkel sey dein Lebenspfad; doch laß dir den Trost nicht rauben, daß nach dieser Dunkelheit dich ein Hellers Licht erfreut. S.Ausgerungen haben schon viele, die im Glauben litten. Sieh', sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten! Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Sey getrost im Thrä- nenland! Er ist's, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn sein Herz dich mit süßen Freuden tränket; Liebe, wenn dich Angst und Schmerz und geheimer Kummer kränket. Gott ist Vater, mild und gut, der dir niemahls Uebels thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich in's Land des Lichts gebracht. 6- O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die dem Aug' entflossen! WieimStromvon obenher wird dann Trost in's Herz gegossen; dann erkennt der frohe Blick reines, unver- mischtes Glück. 7. Dulder, sey nur unverzagt! Harr' in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn; wirst den Herrn der Sieger sehn. 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne. Vor dir liegt die Ewigkeit und das heitre Land der Wonne. Ohne Thränen gehst du ein, ewig selig da zu seyn.§. G. L. Meister. 44 Unsterblichkeit und ewiges Leben. Mel. Alle Menschen müssen rc- ^ M>alle stets, o Christ, vO. auf Erden standhaft deiner Heimath zu! Hier sollst du geläutert werden; dort umschwebt dich Himmels- ruh. Laß die Hoffnung nicht ermatten, wenn durch dieses Lebens Schatten dir kein Strahl des Lichtes dringt, und dein Werk nicht gleich gelingt. 2. Schaue jenseits jener Sonne mit des Glaubens sicherm Blick hin in's Land der reinsten Wonne; dort ist mehr als Erdenglück! Freuden ohne Bitterkeiten will der Herr dir dort bereiten; Wonne, die kein Ende nimmt, ist für dich, o Christ, bestimmt. 3. Weit noch über alles Hoffen wirst du dort einst selig seyn; sehn der Engel Arme offen, die sich deiner Ankunft freun. In dem Kreise deiner Brüdcr stimmst du dann in ihre Lieder; jauchzest, daß dich Gott erschuf, folgtest seinem Vaterrus. 4. Freudig eilst du ihm zu danken; eilst zum Thron des Lichts hinan. Aufgeschlossen sind die Schranken, offen ist die neue Bahn. Dein Verstand wird dann erheitert und dein Wirkungskreis erweitert; deines Wissens Durst gestillt, und des Höchsten Rath enthüllt. 5. O was sind des Lebens Leiden gegen jene Seligkeit? Was die Thränen gegen Freuden einer ganzen Ewigkeit? Was die Kämpfe kurzer Stunden, wenn du glücklich überwunden, gegen jenen Siegerlohn an des Todtenrichters Thron? 6. Nimm, o Christ, die Last und gehe still den rau« hen Pfad hinan! Kraft aus deines Gottes Höhe stärke dich auf deiner Bahn! Legest du die Last einst nieder, decket dich, wie deine Bruder, friedlich einst ein Grabmahl zu, dann gelangest du zur Ruh. 7. Ist die Prüfung nun zu Ende und vollbracht dein Leidenslauf: o dann schwebt in Gottes Hände dein befreyter Geist hinauf. Neues Leben ohne Thränen, über dein Versteh» und Sehnen, ohne Schmerzen, Gram und Tod, das, o Christ, gibt dir dein Gott. C. G. L. Meister. Mel. J-sus, meines Lebens Leben. wie unaussprechlich Ol. selig werden wir im Himmel seyn! Ja, die Güter sind unzählig, die dann ewig uns erfreun. Keine Sorgen, keine Zähren werden unser Unsterblichkeit und ewiges Leben. 45 Glück dort stören. Gott, zu welcherSeligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier zwarkann, was du den Deinen dort für Glück bereitet hast, nicht in vollem Licht erscheinen; noch hat's kein Verstand gefaßt. Nach der Erde kurzen Leiden findet einst anHimmelsfreuden jeder, der dich treu verehrt, mehr, als je sein Herz begehrt. 3. Neue Wunder deiner Güte werden unser Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe werden wir stets Heller sehn, deineHuld sey überschwenglich, groß das Heil und unvergänglich, das dem Frommen, der dich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo Alles Wonne ist. Zu so hohen Seligkeiten wird uns da der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 3. Da wird deiner Kinder Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Liebe, Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit uns, unserm treusten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6.0 wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thränen ew'ge Güter uns erfreun? Kämpfer tragen Siegespalmen; Dulder singen Freuden- psalmen; auf die Angst folgt heitreRuh. Gott, wie gern beseligst du! 7. Ob auch unser Loos auf Erden noch so schön und lieblich sey: es ist niemahls von Beschwerden, niemahls ganz von Kummer frey. Bittre Thränen weint oft heute, wer noch gestern sich nur freute. Dort nur, wo kein Wechsel beugt, sinkt die Wonne nie; sie steigt. 8. Du, bestimmt zu solchem Glücke, sey, o Seele, hoch erfreut! Richte deines Glaubens Blicke aufdes Himmels Herrlichkeit! Streb' auch du mit allen Frommen zu der Stadt desHerrnzu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, stets nach dem, was droben ist! 9- Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. Mache denn mein Herz doch reiner, daß auch ich dich möge sehn! Hilf, ach, hilf du meiner Seele, daß sie nie desWegs verfehle, der mich Unsterblichkeit und ewiges Leben. 46 sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsi'ngt. ZZ. SHmolke. Mel. Jesu, der du meine Seele. 6»-NQ7^'7 OL. sOA gekommen, was kein Auge hier erblickt, Ruh' des Himmels, die den Frommen nach dem langen Kampf' erquickt, nahmenlose Herrlichkeiten will den Siegern Gott bereiten. Kämpft nur treu und weichet nicht, bis das Herz im Tode bricht. 2. Dunkel ist der Weg am Staube, rauh und steil des Streiters Bahn; sonnenhell macht ihn der Glaube, und sie führt doch himmelan. Doch welch' Heil uns dort beschie- den, fasset kein Verstand hie- nieden; bis die morsche Hülle fällt, decket Nacht die höh're Welt. 3. Aber in derSeelenGrun- de wird das Ew'ge angeschaut; da gibt sel'ger Zukunft Kunde mir der Hoffnung Stimme laut:»An dem Irdischen verschmachtend, wird, nach hö- herm Leben trachtend, einst der Geist der Hülle los, der Unsterblichkeit Genoß!" 4. Welche Bahn er dann wird finden durch des Todes Thal zum Licht', wenn der Erde Schranken schwinden, ahnet meine Seele nicht. Ob mit sehnendem Verlangen die Geliebten mich empfangen, bleib' es mir auch unbekannt, bleib' ich doch in Gottes Hand. Z. Diese Hand führt mich zur Quelle ew'ger Wahrheit sicher hin; Zweifelnacht zerfließt in Helle, nicht mehr täuscht der blöde Sinn. Was mein Herz hier treu erfunden, lebt mir ewig dort verbunden, und in Lieb' und Heiligkeit reif' ich zur Vollkommenheit. O mein Mittler! o der Wonne, wenn auch dich mein Aug' erblickt, meines dunklen Lebens Sonne, deren Strahl mich oft erquickt! Bey der Sel'gen Huldigungen, die du kämpfend dir errungen, singt dann auch mein Jubelton dich, des Vaters großen Sohn. 7. Denn in deinem Angesichts spiegelt sich der Gottheit Bild, und es wird in deinem Lichte der Erkenntniß Durst gestillt. Reißet denn, ihr Erdenbande, daß ich bald in jenem Lande Gottes Wunder schauen mag! Komm', o komm', Vollendungstag! A.H.Niemeyer. Mel. Gott sey Dank in aller Welt. Freude! Freude! Alle 03. O wir sind unsterblich, leben hier in der Kindheit Uebungsstand für das beßre Vaterland. WWWWWW Unsterblichkeit und ewiges Lebens 47 2. Freude! Freude! Alle wir sind unsterblich! Säen hier, ernten drüben, was die Saat unsrer Hand getragen hat. 3. Unsre Hülle nur vergeht, unsre beßre Seele geht, unbesiegt von Tod und Grab, hin zu Gott, der sie uns gab; 4. Bleibt in seiner Vaterhand, lernt, was hier sie nicht verstand, forscht nun höh're Wissenschaft, dringet fort von Kraft zu Kraft. 3. Ohne Zahl und ohne Maß wachsen wir ohn'Unterlaß, nehmen stets an Güte zu, und bedürfen keiner Ruh. 6. Unser Geist wirkt leicht und frey von der Sinne Täu- scherey; aus der Erde Nächten bricht ihm hervor ein Hellers Licht. 7. Um uns her ist alles gut; Neid und Haß und Zwietracht ruht, alles liebt und freuet sich,fühlt sich selig,Gott, durch dich. 8. Erdenpilger, welches Heil wird einst drüben unser Theil! Welche hohe Seligkeit lohnt uns nach der Pilgerzeit! 9- Freunde, schlaget Hand in Hand! Eurem bessern Vaterland strebet, ohne Rast und Ruh, frohen Sinnes täglich zu. 10. Bey der Erde Tand verweilt nur der Träge. Freudig eilt, voll Unsterblichkeitsgefühl, ihr hinweg von Tand und Spiel. 11. Laßt uns unsrer Würd' uns freun, und voll fester Hoffnung seyn. Gott der Liebe! Alle wir sind nnsterblich.'Preis sey dir! A. H, Nicmeyer. 64. V. Fürbitte für Sterbende. Mel. Ich hab' mein Sach' Gott. ternimm, 0 Gott, das heiße Flehn der Kranken, die zum Tode gehn. Ach, sey in ihrer letzten Noth ihr Freund, ihr Gott! Ein Schlummer sey für sie der Tod! 2. Erschüttert sie noch banger Schmerz: so stärke das beklemmte Herz, damit auch in des Leidens Wuth es reich an Muth in deiner weisen Fügung ruht. 3. Ach, ihren Seelen führe du, Geist Gottes, Trost und Hoffnung zu, und lehre du sie voll Vertraun und ohne 48 Fürbitte für Sterbende. Graun hin in die Nacht des Grabes schaun. 4. Zeig' ihnen dann den Lohn von fern, und hilf den Schwachen, Geist des Herrn, daß, wenn sie um Erbarmung flehn, sie freudig sehn, wie der uns liebt, zu dem sie gehn. 5. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf sie zu des Himmels Frieden auf. Verwirf, wenn nun ihr Auge bricht, verwirf sie nicht, o Herr, vor deinem Angesicht. 6. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Beste nicht ganz rein. Wer könnte dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? 7. Sey ihnen doch nicht fürchterlich! Erbarm', o Mich» ter, ihrer dich! Gib, daß, von aller Angst befreyt, in Ewigkeit ihr Herz sich deiner Liebe freut! 2- G. Kiopstock. Mel- Nun sich der Lag rc. Rettung winkt: so bricht das kranke Herz. Z. Darf ich dieß Leben nicht erflehn, so nimm es bald zu dir! Doch kann ich es gerettet sehn, so hilf, und schenk' es mir! 4. Ach, wenn ich ihn(sie) verlieren muß, entheb' ihn(sie) sanft der Qual, und eines Engels heitrer Gruß wink' ihm (lhr) ins Ruhe-Thal. 5. Du selber schlangst der Liebe Band so innig um mein Herz; o reich'mir deine Vaterhand im hoffnungslosen Schmerz! 6. Zm Augenblicke, da ich mich verlassen sehen soll: wer wär' ich, Vater, ohne dich? — Mein Herz ist glaubens- voll! 7. Ich weiß, im größten Schmerz wirst du an meiner Seite stehn; ich höre dich, du rufst mir zu:„Es gibt ein Wiedersehn!" M. O Haupt voll Blut und Wunden. «Warmherziger! wie^«Warmherziger, erhö- 00.«O gern nimmst du des re, die Thränen, Mitleids Seufzer an! O gib das Gebeth! Bey dir allein auch mir, dem Schwachen, ist Hülfe, wenn Hoffnung un- Ruh', der nur noch bethen tergeht. Noch Ein Mahl laß kann. die Stunden der Angst vor- z. Ach! ein mir theures über gehn! Doch Herr, nicht Leben sinkt hinab in Todes- unser Wille; dein Wille soll schmerz; wenn nicht dein Auge geschehn! Bey Todesfällen. S. Er liegt und ringt und duldet, geguält von bitterm Schmerz; ohnmächtig, ihn zu retten, bricht Zammer unser Herz. Ach! soll er von uns scheiden, verkürz' ihm Angst und Qual; zu himmlischen Genossen führ' ihn durch's dunkle Thal! 3. Wenn seineSinne schwinden, er keinen Freund mehr hört, kein Laut uns mehr verkündet, was seine Brust be- 49 gehrt: sein unaussprechlich Sehnen, du hörst es, Geist des Herrn! O zeig' im letzten Kampfe den Himmel ihm von fern! 4. Uns lehr', am Sterbelager mit heil'gemErnste stehn, von ihm geschützt, durch's Leben mit sicherm Schritte gehn. Wer folgt aus unsern Reihen, wer folgt zuerst ihm nach? Find'uns, den Lauf zu enden, bereit nur jeder Lag! A> H. Memeyer. VI. Bey Todesfällen. Bey Todesfällen überhaupt. . Mit- Herr, ich habe mißgehandrlk. ^ KAenn der Stifter der 0 />» Geschlechter unsre Lieben zu sich ruft, unsre Söhne, unsre Töchter sinken in die frühe Gruft: ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen! 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nunverlorenihreganze Hoffnung sieht: leicht kann dann ihr Herz verzagen, so viel schwere Pein zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stütz' und Krone sinket mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet solchem Leiden! 4. Ach, es müßte unterliegen dieses arme, schwacheHerz, hälfest du uns, Herr, nicht siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. 3. Vater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns einst als Glück erscheinen. 4 > » 51» Bey Todesfällen. 6. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron?j Und wir sollten sie beneiden um den früh errung- nen Lohn? Herr, du wirst im bessern Leben die Verlornen wieder geben. 7. Nein, es kann der Mensch Nichtwissen, was der Rath der Weisheit war; warum Gott uns die entrissen, deren Lieb' uns Alles war? Einst wird, was wir hier beweinen, dort als Wohlthat uns erscheinen. 8. Welche drohende Gefahren harrten noch der Theuern hier! Herr, du wolltest sie bewahren, darum nahmst du sie zu dir! Tausend, tausend Kümmernissen hast du sie vielleicht entrissen! 9- Beugt ihr Tod auch unsre Herzen, führt er auch in dunkle Nacht schwerer Prüfungen und Schmerzen: Vater, deine Güt' und Macht führt die Deinen auch durch Leiden zum Besitze beßrer Freuden. 10. Der Entschlafenen gedenken, ihrer Liebe, sey uns Pflicht! Freude sey's, den Blick zu lenken aufwärts hin zu jenem Licht, wo sich Alle wieder sehen, die hier deine Wege gehen. A.ein banges Herz, 0!^. sey stille! Es war des Vaters Wille; des Vaters Will'ist gut. Was seine Hand geliehen, darf sie das nicht entziehen? Und darfst du tadeln, was sie thut? 2. Es blute nur die Wunde; schon naht der Heilung Stunde; vertrau! sie ist nicht weit. Was dir der Tod entrissen, sollst du nicht ewig missen; auf! freu' dich der Unsterblichkeit! 3. Wer wohl den Lauf vollbrachte, dem kommt, ost eh' er's dachte, des KampfeS Ruh am Ziel. Er ruht in Vaterhänden; ihn herrlich zu vollenden, entrückt ihn Gott dem Weltgewühl. 4. Des Lebens Freud' und Kummer löst sich im sanften Schlummer des Todes endlich auf. Der Tod kommt uns zu retten von allen unsern Ketten, frey steigt der Geist zu Gott hinauf. 3. Schwer ist der Trennung Stunde; tief ist der Seele Wunde; ach, es erliegt der Geist, wenn Alles nun 4* §2 verschwindet, was Herz an Herzen bindet, das letzte Band der Tod zerreißt! 6. Doch—konnt' es ewig dauern? Es mußte Eines trauern; denk', daß Gott d i ch erkohr. Gehorsam seinem Willen, fühl' deinen Schmerz im Stillen, und schaue gläubig dann empor. 7. Sprich: Was du mir gegeben, Herr über Tod und Leben, es war mein höchstes Glück; doch blieb es ja das deine; ob ich auch klag'und weine, geb' ich's doch willig dir zurück. 8. Zum Himmel früh er- kohren, seyd ihr uns nicht verloren, um die die Thräne fließt. Hier trübten unsre Freuden doch Sorgen oft und Leiden; wir suchen nur, was ihr genießt. 9. In jenen sel'gen Chören wird uns kein Mißlaut stören, uns keineTäuschung nahn. Des Crdenlebens Schwächen, die Mängel, die Gebrechen sind dort auf ewig abgethan. 10. Wer weiß, wie bald zumScheiden von allen Erdenfreuden für uns die Stunde schlägt. Drum trocknet, Wehmuthszähren! Es wird nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trägt. Bey Todesfällen. Mel. Besieht du deine Wege. Es ist so schwer zu iO.^2- scheiden, wenn wir getreu geliebt, und tiefer schmerzt kein Leiden, das Pilgerseelen übt. Wo Liebe sich bewährte und heilig war ihr Bund, dringt Trennung gleich dem Schwerte tief in des Herzens Grund. 2. Woher der Trennung Wehe, des Abschieds herber Schmerz, mein Vater in der Höhe, wenn mir nun bricht das Herz? Die Lieb' aus deiner Fülle beseligt wunderbar; warum des Grabes Hülle, wenn Eintracht selig war? 3. Die wir durch dich gefunden, warum nimmst du sie fort in schauervollen Stunden, du aller Liebe Hort? Warum das bange Sehnender düstre Gram und Harm, der Wehmuth bittre Thränen für Liebe süß und warm? 4. Ergründen deine Weise, Verborgner, kann ich nicht; doch glaub'ich dir, und preise, wenn auch mein Herz mir bricht. Ein Herz, von dir gebrochen, wird auch von dir geheilt. Du hältst, was du versprochen; einst wird die Krön' ertheilt. 5. In hoher Himmelswürde strahlt Lieb' in ihrem Leid, Bey Todesfällen. Z3 und ihre Schmerzensbürde bürgt ihr die Ewigkeit. Hoch über allen Gütern glänzt sie in Trennungswehn, verkündigt den Gemüthern nach Scheiden Wiedersehn. 6. Zu deinen Flammenster- nen schaut Sehnsucht still empor, sieht in des Glaubens Fernen, was hier der Blick verlor. So machst du Lieb' und Hoffen zu zweyer Welten Band, die Herzen weit und offen an offner Gräber Rand. 7. Drum gib uns Lieb' und Sehnen, wenn auch das Herz zerreißt, du, der durch Scheidethränen uns hin zur Hei- math weist! Einst führst du die Verlornen verklärt uns wieder zu, und in die Neuge- bornen strömt nun des Himmels Ruh! Bey dem Tode eines Vaters. Mel. Ach, Gott und Herr! Mott! welch' ein «1. Schmerz trifftun- ser Herz! Wie groß ist unser Leiden! Da sehen wir den Vater hier aus unsern Armen scheiden. 2. Von Sorg' und Müh' war spät und früh sein Herz für uns umfangen: uns zu erziehn nach Jesu Sinn, war immer sein Verlangen. Z. Wer wird uns, Gott! in unsrer Noth nun helfen, schützen, trösten? Du kannst allein nur Helfer seyn, du Vater der Erlösten! 4. Du nennest dichjaväter- terlich den Gott verlaßner Waisen. So leichtre doch nun unser Joch, wie du uns hast verheißen. 5. Du, Gott und Herr! vermagst weit mehr, als Rettern, die erblassen. Ach, nimm uns auf! Wir hoffen drauf! Du kannst uns nicht verlassen. 6. Versag' uns nicht dein mildes Licht auf allen unsern Wegen. Uns folge, Gott! bis in den Tod des guten Vaters Segen. 7. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seines Glaubens Ende. Wir folgen nach, obgleich noch schwach; o reich' uns deine Hände! 8. Herr, gib, daß wir im Glauben hier getreu und fest bestehen; damit wir einst, wenn du erscheinst, die Aeltern wieder sehen! Mel. Was mein Gott will rc. ^xrott, meinen Vater nimmst du mir, die Stütze meiner Jugend, den treuen, besten Freund allhiec, S4 Bey Todesfällen. den Führer zu der Tugend! Wer sorgt für mich nun väterlich in Krankheit und Gefahren? Wer sucht mein Herz vor Noth und Schmerz in Zukunft zu bewahren? S. Ihm, ihm verdank'ich's, daß ich mich durch Sünden nicht entehrte, weil er mich, höchster Richter, dich verehren, lieben lehrte. Wie wachte er, daß ich schon früh vomJrr- weg' mich entfernte, Verführer floh, und immer froh und sittlich leben lernte! 3. Er führte mich den sichern Pfad zum Glück, den Pfad der Tugend; wies mir in jeder bö- senThat den Schaden für die Jugend, half mir mit Huld und viel Geduld zurecht, wenn ich oft fehlte, aus Unverstand es nicht empfand, wenn ich das Böse wählte. 4. Ich will, Gott, seiner werth zu seyn, nach seinem Beyspiel leben, mich immer nur des Guten freun, und recht zu handeln streben. Vergilt es ihm, was er an mir gethan, vor deinem Throne. Zufriedenheit und Seligkeit werd' ewig ihm zum Lohne. Mel. Nun ruhen alle Wälder. <^m Frühling meiner «V Zahre muß ich schon an der Bahre des Vaters trauernd stehen. Ich sah' in's Grab ihn tragen; wem soll mein Leid ich klagen? Zu dir, Herr, steigt empor mein Flehn! 2. Du, Gott! willst auch an Waisen dich liebevoll beweisen, und ihnen Gutes thun; Verlaßne willst du nähren, die Aelternlosen hören; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 3. Du wirst auch mich ernähren, und Freuden mir gewähren; wo ist ein Gott, wie du? O, guter Vater, schenke mir frohen Muth, und lenke der Menschenfreunde Herz mir zu! 4. Und wenn in frühen Zähren Verführung und Gefahren mich rings umher bedrohn; dann stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite; dann zeige mir der Tugend Lohn! 3. Die nun sich treu bemühen, mich christlich zu erziehen, o Herr! verlaß sie nie! Ich kann es nicht vergelten; du kannst's in bessern Welten; ich flehe, Herr, belohne sie! 6. Gott, wenn auch ich einst scheide, dann schwebe Himmelsfreude auf ewig um mich her! Dann laß mich vor dir stehen, die Aeltern wiedersehen; dann fließen keine Thränen mehr. Bey Todesfällen. 65 Bey dem Tode einer Mutter. Mel Wer weiß, wie nahe mir. (Rie ist nicht mehr, >»> dje treue Seele! Ach, unsre Mutter ist nicht mehr! Wir fühlen, was mit ihr uns fehle, und blicken wehmuthsvoll umher. O Gott, wie hast du uns betrübt, du, der doch sonst uns herzlich liebt! 2. Du weißt, als wir noch kaum begonnten, hat sie schon freundlich uns genährt, und als wir noch nicht lieben konnten, war sie schon unsrer Liebe werth. O Gott, sie blieb zu jeder Zeit voll mütterlicher Zärtlichkeit. 3. Wir legten unsre ersten Schritte an ihrer treuen Hand zurück; sie horchte gern auf unsre Bitte, und unser Frohsinn war ihr Glück. O Gott, sie lebte hier allein, um ihre Kinder zu erfreun! 4. Sie stand uns bey in Angst und Schmerzen, und sorgte für uns Tag und Nacht; sie war mit sanftem Mutterherzen auf unser wahres Wohl bedacht. O Gott, du gabst uns viel mit ihr, und, ach, nun riefst du sie zu dir! 5. Doch, ist sie gleich von uns geschieden, du riefst sie nur zu ihrem Heil. Wer fromm und gut ist, findet Frieden, und erntet einst das beste Theil. O Gott, auch sie war fromm und gut, und du bisi's, der nun wohl ihr thut! 6. Hinweg, hinweg, ihr bangen Klagen! Sie selbst ist nun von Kummer fern. Wie dürften wir zu murren wagen? Du segnest doch auch uns noch gern. O Gott, vergib der Traurigkeit, und leit' uns zur Gelassenheit! 7. Einst werden wir sie wieder sehen, die Gute, die uns Mutter war. Dann bringen wir in deinen Höhen vereinigt unsern Dank dir dar! O Gott, dann rufen wir entzückt: Du hast uns selbst durch Schmerz beglückt! Mel. Wer nur den lieben Gott rc. t^ie ich so heiß gelie- «ö. bet habe, ach, meine Mutter ist nicht mehr! Sie ruht, dieGute, schon im Grabe, und jammervoll irr' ich umher. Ach, überall vermisst ich sie! In meinem Herzen stirbt sie nie! 2. Sie war so sorgsam, mich zu pflegen, zu bilden mir Verstand und Herz; bracht'immer Freuden mir entgegen, und linderte mir jed n Schmerz! Mit Liebe war sie Tag und Zü Bey Todesfällen. Nacht auf Fördrung meines Wohls bedacht! 3. Drum wollt'ich niemahls sie betrüben, nein, immer dankbar sie erfreun; ihr beyzustehn, mich fleißig üben, und ihres Alters Stütze seyn; ihr wohlthun stets nach Kindespflicht, und, ach, nun kann, nun kann ich's nicht! 4. O der du lohnst in bes- sernWelten, was Jeder Gutes hier begann, du, Bater, wirst ihr nun vergelten, was ich ihr nicht vergelten kann. Sie war so fromm, so herzlich gut; du bist es, der nun wohl ihr thut. 3. Gleich gut zu werden, will ich streben! Ihr Bild soll stets mein Führer seyn! Dann wird sie sich im höhern Leben vor dir, o Gott, noch meiner freun; und einst ruf' ich bey ihr entzückt: Gott hat mich auch durch Schmerz beglückt! Bey dem Tode einer Gattinn. Mel. Wenn mein Ständlern rc. sMie starb, ach! starb «O. mir viel zu früh, zu früh auch für die Meinen, die alle wehmuthsvoll um sie mit mir, dem Bater, weinen. Wie seufzt mein gramerfülltes Herz! Wie tief durchdringet mich der Schmerz bey meiner Kinder Thränen? 2. Wo ist nun meiner Tage Glück? Wo sind die Freudenstunden? Ich wünsche sie umsonst zurück; sie sind mir nun entschwunden. O Gott! wie trostlos fühl' ich mich! Erbarme, Gott, erbarme dich bey meines Jammers Klagen. 3. Du weißt, was ich an ihr verlor; du siehst, wie viel ich leide. Oft kam sie meinem Wunsch zuvor; sie stimmte mich zur Freude, und, ach, ihr mütterliches Herz empfand, wie ich, den kleinsten Schmerz, der unsern Kindern drohte! 4. Sie ist, o Gott, sie ist nicht mehr, die Freundinn meines Lebens! Ich sehe traurig hin und her, und suche sie vergebens. Sie ist nicht mehr! Sie sank hinab in's dunkle, schauervolle Grab; wo sind' ich Trost undFrieden? Z. Sey still, mein Herz! Du täuschest dich. Sie ist, sie lebt noch immer! Ihr Geist entschwang dem Staube sich; ihr Geist vermodert nimmer. Ist sie gleich nun getrennt von mir: o Bater, sie genießt bey dir des Himmels hohe Freuden. Bey Todesfällen. 5? 6. Genug, genug zum Trost für mich! Sie ist bey deinen Frommen, und ich, o Vater, hoff' auf dich, ich werde zu ihr kommen. Dann preis' ich deiner Weisheit Rath, der sie der Welt entrissen hat. Sey still, o meine Seele! I.§. Gr°k. Mel- Herr, ich habe mißgehandelt- -- iRchrnerzlich, Gott, «7. ist dieses Scheiden, qualvoll, was mein Herz jetzt fühlt! Hingewelkt sind meine Freuden, Gram hat mein Gemüth erfüllt. Ach, die Lust von meinen Tagen seh'ich jetzt zu Grabe tragen! 2. O wie schnell, wie plötzlich schwindet, was wir lieben um uns her! Jammernd sucht mein Aug', und findet, theure Gattinn! dich nicht mehr; dich, die Gott in diesem Leben zur Gefährtinn mir gegeben! 3. Mir entrückt, so unv erwuchst! O wie drückend ist der Schmerz! Aus wie vielen Wunden blutet das zer- rißne Gatten-Herz! Gott, wie hast du mich geschlagen! Schütze mich vor dem Verzagen. 4. Eh' dich deckt des Grabes Hügel, Theure, nur noch Einen Blick! Ewig schließt des Todes Siegel; nichts mehr gibt daß Grab zurück! Fruchtlos ist mein banges Sehnen; fruchtlos fließen meine Thränen! 5. Lebewohl! In jenen Höhen, wo kein Tod, was liebet, stört, hoff' ich wieder dich zu sehen, doppelt deiner Liebe werth. Gott wird dich in jenem Leben mir auf ewig wieder geben. 6. Unaussprechliches Entzücken! Wiedersehn, ja wie- dersehn! O wie wird mich das beglücken, meine Seligkeit erhöhn, wenn wir in der Engel Reihen unsern Liebesbund erneuen! 2. Kalchbrenner. !Bey dem Tode eines Gatten. Mel. Jesu, meine Freude. -- Ksch, was muß ich 78.^ leiden! Hin sind meine Freuden! Freund, du bist nicht mehr! Tiefe, stille Trauer, bange Todesschauer herrschen um mich her. Ach, der Schmerz zerreißt mein Herz. Ich bin Mensch; hier muß ich weinen, kann nicht froh erscheinen. 2. Wahrer Freundschaft Zähren können nicht enteh- ren; sanft entfließen sie. WaS das Herz empfindet, wenn ein Freund verschwindet, strafte 68 Bey Todesfällen. Gott noch nie. Doch wer klagt, sey nicht verzagt! Christen dürfen nicht im Leiden zagen, wie die Heiden. 3. Ach, mein bängstes Sehnen, selbst ein Strom von Thränen weckt nicht meinen Freund. Gott hat ihn gerufen zu des Thrones Stufen; Gott ist nicht mein Feind. Seine Welt, die er erhält, und auch ich bin nicht verdorben, ist ein Mensch gestorben. 4. Christen, die noch hoffen, sehn den Himmel offen, wo ihr Tröster ist, der die Thränen stillet, Erd' und Himmel füllet, kein Geschöpf vergißt, und der Freund, um den man weint, ist er selig abgeschieden, ruhet dort im Frieden. Z. Durch des Lebens Wüsten wandeln fromme Christen still zum Ziel hinan, und auf diesen Wegen ging zu meinem Segen auch mein Freund voran. Seele, du wirst auch zur Ruh in das Land des Friedens gehen, und ihn wieder sehen. 6. Ungestümen Zähren will ich christlich wehren; Gott, ich hoff' auf dich! Heilig ist dein Wille, und mit Gnaden- fülle sorgst du stets für mich. Fühlt mein Herz gleich tiefen Schmerz; dennoch will ich dir vertrauen, und zum Himmel schauen. Mel. Kommt her zu mir, rc- (^o trifft mich denn der schwere Schlag, geliebter, deinen Todestag zu sehn, dich zu verlieren! So muß der bittern Trennung Schmerzmein armes, mein zer- rißnes Herz zu lauten Klagen rühren! 8. Jedoch dir ward das beßre Loos; sey denn mein Schmerz auch noch so groß, ich will nicht stürmisch klagen, dem danken, der dich mir geschenkt, und Trennungen, die er verhängt, mit stiller Fassung tragen. 3. Dein Leichnam ruht im kühlen Grab; Gott nahm ihm seine Schmerzen ab und jedes Erdenleiden. Emporgehoben ist der Geist zu dem, der Liebe, Liebe heißt, und trinkt nun Himmelsfreuden! 4. Zwar hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, mein Theurer, nicht der Freundschaft sanften Segen; doch wann mein sehnsuchtsvoller Geist einst auch dem Staube sich entreißt, so fliegst du mir entgegen. Z. Als Enge! wirst du vor mir stehn; das Wiedersehn, Bey Todesfällen. S9 das Wiedersehn—wie wird es uns beglücken! Ich fliege deinen Armen zu, unsterblich ich, unsterblich du— welch' seliges Entzücken! 'Mel. In allen meinen Thaten- e^u hast mir viel ent- oO. rissen, ich soll den Gatten missen; mein Herz erträgt es nicht; dem Schicksal, das mein Leben verbittert, mich ergeben, ist schwer, o Gott, doch es ist Pflicht. 2. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Witwen waren, die hast du treu gepflegt, wenn sie dich walten ließen und gläubig dir zu Füßen ihr kummervolles Herz gelegt. 3. Gestärkt durch deine Gnade, will ich die rauhen Pfade, die du mich führest, gehn. Bald werd' ich nicht mehr weinen, einst wird ein Tag erscheinen, wo sich Getreue wieder sehn. 4. Den, den mein Herz erkoren, und den ich nun verloren, find' ich in deiner Hand. Wie wollen wir uns freuen, und unsern Bund erneuen dort in der Liebe Vaterland. Bey dem Tode eines Kindes. Mel. Es ist genug, so nimm rc. .(Zieh'hin, mein Kind; denn Gott selbst fordert dich so früh von dieser Welt; ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt: so unterlaß ich alles Klagen, und will mit stillem Geiste sagen: Zieh' hin, mein Kind! 2. Dich, liebes Kind! hat ja der Schöpfer mir nur für die Welt geliehn; er will sein Pfand, er fordert dich von hier, er will dich selbst erziehn; ihm sollt' ich dich nicht gerne geben? von ihm empfingstduja dein Leben; du bist sein Kind! 3. In jener Welt, im Himmel findest du, was diese Welt nicht gibt; denn nur bey Gott ist wahre Seelenruh', von keinem Schmerz getrübt. Hier müssen wir in Aengsten schweben, dort wird man ungestörter leben; wohl dir, mein Kind! 4. Dort, liebes Kind! wird Gott auch den Verstand, der hier noch nicht gereift, entwickeln selbst; du wallst an seiner Hand; dort, wo sich Wonne häuft, wird Freude auch dein Geist empfinden; gelöst sind dort der KindheitBinden; du wallst im Licht! Bey Todesfällen. M 5. Du gehst voran!— Einst folgen wir dir nachsann es dem Herrn gefällt; du eilst nun fort, entgehst dem Ungemach, den Leiden dieser Welt; wer lange lebt, hat viel zu leiden, wer frühe stirbt, sieht bald die Freuden der bessern Welt. 6. So zieh' denn hin, hin, wo die Unschuld wohnt, wo man die Gottheit preist, wo Zesus Christ, der Freund der Kinder, thront, dort lebet nun dein Geist. Geendigt sind die Leidensstunden; wohl dir! du hast nun überwunden, bist selig nun! Mel. Wer nur den lieben rc. «r<üd müssen wir oft vL. wieder geben, was Gott uns hier zur Freude gab. Oft fordert er aus diesem Leben so früh schon unsre Kinder ab! Gott, wie verwundet dieß das Herz! wie weint aus ihm der bittre Schmerz! 2. Doch was hilft unser banges Sehnen? Ruft es die Schlummernden zurück? Was helfen unsre heißen Thränen? was hilft der schwermuthsvolle Blick? Verdoppeln wir nicht unser Leid durch allzu große Traurigkeit? 3. Sind denn die Todten zu beweinen, die sanft im stillen Grabe ruhn, und deren Seelen zu den Seinen, um ihnen ewig wohl zu thun, nach seinem liebevollen Rath schon Zesus aufgenommen hat? 4. Wir hoffen ja mit Freu- denthränen für uns auch dieses Himmelsglück; und die es fanden, ach! die sehnen sich nicht in diese Welt zurück. Zm Himmelsglanz vor Gott verklärt, sind sie nicht mehr bedauerns- werth! 5. O dieser Glaube gibt im Leiden uns Kraft, Trost und Zufriedenheit; verwandelt, dann in stille Freuden durch Hoffnungunsre Traurigkeit, und überzeugt uns, was Gott thut, sey weise, väterlich und gut! 6. Wohlan! so gehen wir, zufrieden mit Gottes Rath, die dunkle Bahn. Dich, den der Tod von uns geschieden, dich treffen wir dort wieder an; dort, wo einst Jesus, unser Hirt, die Seinen ewig segnen wird. Mel. Nun ruhen alle Wälder rc. «Aas steh'ich hier und weine, und sinne still und meine, du seyst zu früh verblüht? Und drücke sanft das Siegel der Liebe auf den Hügel, dem Sturm und Zeit vorüber zieht? Bey Todesfällen. 61 2. Ach, ist dir nicht vor Allen ein schönes Loos gefallen? Mit frohem Unschuldssinn im Morgenthau zu blühen, und vor des Tages Glühen schon wieder in der Erde drin; 3. Indeß wir gehn und wandern von einem Pol zum andern, und nie den Frieden sehn; erst alles heiß umfassen, und endlich doch verlassen am Abend unsers Lebens stehn? 4. Und theure Gräber bauen, und bang nach oben schauen, indeß die Thräne fließt: und lange harren müssen, bis sich zum Ruhekissen auch uns der Mutter Schooß erschließt? 3. Ja, dir ist wohl vor Allen ein schönes Loos gefallen, mit frohem Unschuldsinn im Morgenthau zu blühen, und vor des Tages Glühen schon wieder in der Erde drin. 6. Doch wie nach Sturmes Wüthen vor den gebrochnen Blüthen der arme Gärtner steht, wenn seiner Hoffnung Streben im zarten Blumen- Leben mit Einem Mahl zu Grunde geht: 7. So steh' ich hier und weine, und sinne still, und meine, du seyst zu früh verblüht, und drücke sanft das Siegel der Liebe auf den Hügel, dem Sturm und Zeit vorüber zieht. Ernst v. Houwalt. Bey dem Tode eines geliebten Freundes. Mel. Kommt her zu mir/ spricht re ch, fern bist du, ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o liebe, treue Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick; du kehrest nicht zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 2. Ach, deiner Freundschaft Trost ist hin, dein Beystand, wenn ich hülflos bin, dein Mitleid, wenn ich leide! Aufmei- nemGang in's Vaterland gebricht mir deine treue Hand, dein Blick voll Ernst und Freude. 3. Doch sey mein Schmerz auch noch so groß; du ruhest nun in Gottes Schooß; ich will vor ihm mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leibes Joch. Geduldig will ich schweigen. 4. Den Leichnam nur umschließt das Grab, und ihm nahm Gott die Schmerzen ab, und jede Last der Leiden. Du selbst vollbrachtest deinen Lauf; du schwangest dich zu Gott hinauf, zu allen seinen Freuden. 5. O Trost, o hoher Trost 62 für mich! Mein banges Herz, erheitre dich, und stille deine Klagen! Die Seele, die hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar; wie könnt' ich heidnisch zagen? 6. Nein, Seele, keinen Augenblick wünsch' ich dich in den Staub zurück; ich gönne dir dein Leben. Du warst ja meiner Liebe werth, und Gott, dein Gott, hat dich verklärt. Mein Dank soll ihn erheben! 7. Zwar hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer, nicht Gebeth und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft Bey Todesfällen. mein Geist sich im Triumph dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 8. Dann steht mein Geist vor Gott mit dir; dann bethen und dann singen wir vonweg- geweinten Leiden, und von der Tugend hohem Lohn, sind voll von Dank, und schmecken schon des Himmels reinste Freuden. 9. Gedanke der Unsterblich, keit, erheitre jede Dunkelheit! Gib Muth mir, wenn ich wanke! Veredle jede Leidenschaft! Erfülle mich mit Heldenkraft, du göttlicher Gedanke! I. C. Lavater. VII. Begräbniß-Lieder. Allgemeine Lerchengesänge. Mel. Ich hab' mein Sach' Gott rc. HAohlauf! wohlauf oo. zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh' ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus. Wohlauf, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg' in der Wan- derzeit, gehab' dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getrost die Pforte zu! Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ew'gen Ruh'. 3. Tragt ihn(sie) fein sanft in's Schlafgemach! JhrLieben, folgt ihm(ihr) segnend nach! Hab' gute Nacht!— der Tag war schwül im Erdgewühl'; hab' gute Nacht!— die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist der Särge Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn; sein Begräbniß-Lieder: es Kreuz voran— das winkt und deutet himmelan. 3. Ihr Glocken, tönt hoch festlich drein, und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat. 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk' an dein Heil, und wähl' in Gott das beste Theil. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau himmelwärts! Da wo dein Schatz, da sey dein Herz! 9- Mit Gott bestell' dein Haus bey Zeit, eh' dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: Gestern war's an mir; heut' ist's an dir! Hier ist kein Stand, kein Weilen hier. 10. Vom Freudenmahl zum Reisestab, aus Wieg'und Bett in Sarg und Grab. Wann? wie? und wo? ist Gott bewußt. Schlag' an die Brust! Du mußt von bannen, Mensch, — du mußt. 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; da blüht zu schön kein Wangenroth: im Finstern droht der Tod, und überall der Tod. 12. Ach! banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl?— Du bist's, Herr! der mit Gottesmacht aus Grabesnacht das Leben hat an's Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr!„Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr!" Dein Kreuz, dein Grab, dein Aufersteh», dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier sich ew'ge Hütten baut. Er sieht das Kleinod in der Fern', und kämpfet gern, und harrt der Zukunft seines Herrn. 1Z. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein!— hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlafenden im Friedensreich! gönnt allzugleich dem Staub ein Plätzchen neben euch. 16. Viel' Gräber hier im Ruheport; viel' Wohnungen 64 Begräbmß-Lieder. im Himmel dortBereitet ist nun ruht's in Gottes Vater- die Stätte schon am Gnaden- Hand. thron, bereitet uns durch Got- 6. Q Gott, nun blicct bey tes Sohn. sanftem Schmerz auch unser L7. Sein ist das Reich Glaube himmelwärts, wo Je- mit Allgewalt. Er zeugt und sus Christus, unser Hirt, all' spricht:„Ich komme bald!" unsre Thränen trocknen wird! Ja, komm', Herr Jesu! führ' 7. Auch er hat den entschlaf- uns ein; wir harren dein; nen Freund, wie wir den un- Amen! dein laß uns ewig srigen, beweint. Nun sey er seyn! Chr. Fr. Heil,. Sachse, unsre Zuversicht, wenn unser . Her,; im Tode bricht. Met. Nun laßr uns den rc.^" S. G. Bürde. M>ir gehn an's Grab, oO. und hoffen doch; der Geist des Todten lebet noch; er lebt, von Schmerz und Noth befreyt, im Lande der Unsterblichkeit. S. Dahin ist nun die kurze Angst, als du hier mit dem Tode rangst, als kalter Schweiß hernieder stoß, und sich dein Aug' auf immer schloß. 3. Ruh' sanft! dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh' dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 4. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Lebensbahn hinab zurAbendruh in's stille Grab. 5. Du wirst uns unvergeßlich seyn; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; Mel. Wachet auf! ruft uns rc. ^ gesegnet! Amen! 87. Amen! Entschlaf in seinem großen Nahmen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt. Deine Laufbahn hat ein Ende; dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd' entfleucht. Ach, hör', erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist: Jesus Christus hat dich versöhnt! Von ihm gekrönt, empfängst du nun der Christen Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist dir der Tag nun aufgegangen, der Tag nach deines Todes Nacht! Gott sey mit dir! Amen! Amen! Entschlaf'in Jesu Nahmen! Sein Werk ist auch für dich vollbracht. Ach, mehr, als du verstehst, und sehnend von ihm flehst, wird er geben. Don Sünden rein wirst Begräbniß-Lieder. 65 du dich freun; des Himmels Herr nimmt bald dich auf. 3. Nimm noch einen Trost und Segen! Du eilest zwar der Gruft entgegen, doch zit- tre deine Seele nicht. Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen, und schauen deines Gottes Licht. Geh' ein zu deiner Ruh'! Du gehst dem Vater zu, der dich liebet. O Todter, du, nach kurzer Ruh wirst du zum Leben auferstehen. 2. G. Kiopstock. Mel. Mir nach, spricht Christus re. 00 /geweihter Ort, wo 00. V-I Saat, von Gott ge- sat, dem großen Tage der Ernte reift, sey mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo Mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt. 2. Zwar flössen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schicksal riß;— mit tiefgefühltem Herzen hab' ich auch selbst, ach? manchem Freund die Abschiedsthräne schon geweint. 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt zum ew'gen Frieden. Weint, Freunde, nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten wenden aufersteh»! 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Rose; seht! sie blüht, vom Frühlingshauch umweht. 3. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geistes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist! Vernunft und guter Wille begleiten, wenn die Hülle fällt, den Geist in jene beßre Welt. 6. Drum kann mein Blick vom Leichenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das kühle Grab, werd' ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke in der Blüthenzeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, ent- schlafne Brüder, seyd, werd' ich vielleicht bald werden. Nun dann— durch's Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlands zu. 8. Auf Gräbern der Ent- schlafnen sey der Tugendbund auf's neue versiegelt; hier gelob' auch in der Tugend ew'ge Treue, und heilig sey mir jede L Begräbniß- Lieder. 66 Pflicht, bis einst mein Auge sterbend bricht. Mel. Wo ist Jesus, mein« ic. Ot"»(stiller Kirchhof, Ziel 0^7. der Leiden! wiege meine Seele ein. Du sollst mir der Stoff zu Freuden und der Trost des Lebens seyn. Ich will an mein Ende denken, hier, wo in der Mitternacht Engel sich hernieder senken, wo kein sterblich Auge wacht. 3. Ganz in süßem Schmerz Nrloren, lacht der Himmel auf mein Grab; Staub zu seyn ward ich geboren, ich bin Blum' und falle ab! Meines Lebens Augenblicke wissen nichts von träger Ruh; jeder eilt den Weg zum Glücke froher Ewigkeiten zu. 3. Sterben werd' ich!— Ernste Wahrheit, du kommst mir nicht schrecklich vor; denn es schwebet Himmelsklarheit über finstrer Gräber Thor. Zwar mein Auge wird einst brechen; doch mit starker Zuversicht soll mein Herz dann sterbend sprechen: Grab, mich Christen schreckst du nicht! 4. Ueber Staub und Welt erhaben, werd' ich wieder aufersteh», schöner, als ich ward begraben, wieder aus der Gruft zu gehn. Halleluja, mit Entzücken sah ich, Grab und Tod, dich an, weil der Tod mich nur beglücken, aber nicht zerstören kann! 5. Dieses dank' ich dir, o Liebe, die für mich am Kreuze starb, und aus mitleidsvollem Triebe Sündentilgungmir erwarb. Dein, o Jesu, sey mein Leben, dein, Herr Jesu, sey mein Geist, wenn zu dir mich zu erheben deine Stimme einst mich heißt. Mel- Nun laßt uns rc. ^ Mlohlan! die Erde wartet dein. Geh' in der Mutter Kammer ein. Die Hand der Liebe deckt dich zu; sanft sey dein Schlaf und süß die Ruh'! 2. Hinab den Thränenblick, hinab! Der letzte Gruß folgt dir in's Grab. Wir sehn dein Antlitz nun nicht mehr, und nie des Pilgers Wiederkehr. Z. Was sichtbar ist, das nimmt die Zeit, was unsichtbar, die Ewigkeit. Drum rühmen wir, trotz Zweiflerspott: Der Staub zum Gtaub, der Geist zu Gott! 4. Hinauf den Thränenblick, hinauf! Nach oben geht der Seelen Lauf. Der Fürst des Lebens brach die Bahn durch Grabestiefen himmelan. 3. Im Mutterschooß, da er geruht, ruht auch sein Knecht 67 Begräbniß. Lieder. so gut, so gut. Zm Vater. Haus, wo Christus wohnt, wohnt auch sein Knecht, so hoch belohnt. 6. Heil dir im seligen Genuß! Heil uns bey'm frohen Wiedergruß! Im Lodes- schmerz, im Trennungsleid getrost! wir überwinden weit. 7. An Grüfte reiht sich unsre Gruft. Ob spät dein Wink, o Gott, uns ruft; ob bald du unsre Zeit erfüllst:— Herr, wie du willst! Herr, wie du willst! 8. Nur lehr' uns fromm zum Ziele gehn, und mach' uns werth, vor dir zu stehn. Dann führ' auch uns aufChristi Bahn zur Erd' hinab und himmelan. Eh. F. H. Sachse. Mel. Nun ruhen alle Wälder rc. -. fließt hin, ihr Lhrä- m.o nen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Du, mütterliche Erde, entziehst ihn der Beschwerde: o nimm in deinen Schooß ihn auf! 2. Die stille Grabeshöhle umfaßt doch nicht die Seele; der Leib nur sinkt ihr zu. Hier schlaf' er nun in Frieden den sanften Schlaf des Müden; hier sind'er die erfeufzte Ruh! 3. Ja, hier, wo wir noch weinen, hier naht sich den Gebeinen nicht Frost, nicht Son- nengluth. Ihr Stürme, braust gelinde! O wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 4. Nun senkt den Leichnam niever zum Staube seinerBrü- der, wo Schmerz ihn nicht mehr weckt, wo keine Wuth der Seuchen ihn ferner kann erreichen, weil ihn ein Grabeshügel deckt. 3. Wo sind nun seine Thränen? Er hat, was wir ersehnen; ist nun zur Ruh gebracht. Heil diesem todten Staube— so triumphirt der Glaube— auch er erwacht, auch er erwacht! 6. Nun schauet auf, Be, trübte! Dort wandelt der Geliebte in reinem Freudenlicht. Vergönnet ihm die Freude! O wehret eurem Leide, und wischt die Zähren vom Gesicht! Mel. Nun laßt un« den Leib- den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 1. Grabt mein verwes- liches Gebein, o ihr noch Sterblichen, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe 5* Begräbniß- Lieder. nicht; denn Jesus kommt und hält Gericht. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wird's nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser To- des-Nacht. 2. Du wirst mein aufgelöst Gebein, o du Verwesung, weit verstreun; allein gezählt ist, wie mein Haar, mein Staub; Gott weckt mich sonderbar. 3. Des Frommen Seele lebt bey Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 3. Gott ist barmherzig, und verstößt im Tode nicht, die er erlöst; die nicht, für deren Missethat sein Mittler sich geopfert hat. 4. Er wandelt' hier im finstern Thal; er duldete viel Schmerz und Qual. Du trügest Jesu Christi Joch, ent- schliefst imTod, und lebest doch. 4. Bey euch hat Trübsal mich gedrückt; nun hat mich Gottes Ruh erquickt. Zm finstern Thale wandelt' ich, dochsührteGottesRech- te mich. Z. Er litt viel mehr, der uns versöhnt, und himmlisch seine Sieger krönt. O Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wird's wie Träumenden uns seyn. 5. Ich trug sein Joch bis an mein Grab; nun wischt er meine Thränen ab. Was sind die Leiden jener Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit? 6. Du Todter Gottes, schlummr' in Ruh. Wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. 6. Ja, lasset mich in meiner Ruh, und geht nach euren Hütten zu. Schafft, daß ihr selig werdet; ringt, bis ihr euch auch der Erd' ent- schwingt. 7. Ach, Gott Geopferter! dein Tod stärk' uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende seyn! I. G. Kl°pst»ck. Mel. Jesus, meine Zuversicht rc. /Z-enkt den Todten, senkt ihn ein; müde sank des Geistes Hülle. Ruhe, moderndes Gebein, in des Todtenackers Stille! Was da lebet, folget dir; wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was du Gutes thatest, bleibt wohl verwahrt von Got- 69 Begräbniß-Lieder. tes Güte; also bleibt das Korn und treibt aus demBoden Laub und Blüthe. Grüß' erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken in das Grab einst nieder. Laßt an unser Werk uns gehn, weist und gut uns wirken, Bruder! Steigt der Geist dann himmelan; was wir thaten, folgt uns dann. Mel. Nun laßt uns den Leib rc. «Air bringen weinend ^4. unsern Dank; wir stammeln unsern Lobgesang dir, der den Retter aus der Noth gesendet hat, den sanften Tod. 2. Des Todes Kampf war schwer und heiß; die Stirne deckte kalter Schweiß; hoch hob das Herz und zitternd sich; da kam Gott, und erbarmte sich- 3. Nun liegt er da, den wir geliebt; er liegt und schläft; kein Kummer trübt die Seele! Ewig wird sie nun von dieses Lebens Jammer ruhn. 4. Der Leiden Kelch ist ausgeleert; er weint nicht mehr; er schläft und hört der Klage Stimmen länger nicht; genießt vor Gottes Angesicht. 3. Zeuch hin in Frieden; Himmelsrulst ström' dir vom Throne Gottes zu! Bald legen unsern Pilgerstab auch wir bey unsern Gräbern ab! A. H. Niemeyer. Mel- Christus, der uns selig«c. tt aßt dem Tode seinen "ö. Raub, Würmern ihre Gabe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen, und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, lasset still ihn ruhn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht! Er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Ihn erweckt kein Klageton, Trocknet eure Thränen! 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst verschied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Wann er kommt, und, Stürmen gleich, seine Stimm' erhebet: Gräber! Gräber! öffnet euch! Lebt, ihr Todten, lebet! O mit welchem Jubel- ton, nie gestört von Leiden, werden dann an seinem Thron sich die Frommen weiden! 3. Saaten der Unsterblich- 70 Begräbniß- Lieder. keit! Modernde Gebeine! Bald verströmt auch unsre Zeit, ruft der Tod: Erscheine! Ruf' er nur! Wir sind bereit! Wer des Lebens Gabe nützet für die Ewigkeit, zittert nicht am Gr«be! 2- G. Pfranger. Mel. Nun ruhen alle Wälder rc. stehen wir, die "0. Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Staube; uns stärkt der Christen Glaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, stießet! Ein Sterblicher beschließet desLebens kurzenLauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind, frey von Beschwerde, in deine milden Arme auf. 3. Sey ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck'ihn kühlend zu. Er schlafe bier in Frieden den stillen Schlaf der Müden, des Kranken lang erseufzte Ruh'! 4. Senkt nun den Leichnam nieder zum Staube seiner Brü- der, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer; ihn stört kein Erdenkummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. 3. Zum Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo alle Welt erwacht.Heil diesem todten Staube! so singt der Christen Glaube; auch er erwacht; auch er erwacht! 6. Zum Himmel blickt, Betrübte! Dort wandelt der Geliebte nach Finsterniß im Licht. Vergönnetihm die Freude, und wehret eurem Leide, und wischt die Zähren vom Gesicht. C. F. D. Schukart. Mel- Nun laßt uns den Leib rc. M-un bringen wir den Leib zur Ruh, und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern' hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf's Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. L. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt 71 Begrabniß- Lieder. auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6-O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bey den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: Zieh' unsre Seelen zu dir hin; so ist das Sterben uns Gewinn! 8. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich aufersteh», und dich im hellen Lichte sehn I Mel. Nun laßt uns den Leib rc. 6it> denn, fromme 9o. Christenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden hier im Sand die Ruhe, die er sonst nicht fand. 2. Ja hier, wo keine Thräne fließt, wo jeder Gram vergessen ist, hier bricht demSchlum- merndenkein Schmerz, keinEr- denkummer mehr das Herz. 3. Hier endigt der Verfol- gungWuth, hier ist's, woDruck und Plage ruht; hier ward durch süßen Schlaf erquickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück, der bloße Mensch bleibt nur zurück; ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind seine ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet hat er seinen Laus; der Geist eilt in das Vaterland, und ist beglückt in Gottes Hand. 6. Nimm den entseelten Leib, o Gruft, bis Jesus ihn einst wieder ruft, und das, was hier derTod zerstört, einst neu belebet und verklärt. ,7. Du aber lerne, was du bist, o Mensch, und was dein Leben ist; nach Sorg' und Furcht und mancher Noth ereilet dich zuletzt derTod. 8. Schnell schwindet deine Lebenszeit, schnell nähert sich die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so reicht den Lohn des Richters Hand. 9. Drum, sichrerMensch, besinne dich! Tod, Grab undRich- ter nahen sich. In Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 10. Hier, wo wir an den Gräbern stehn, laßt, Christen, uns zum Vater flehn: Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit! Mel. Nun laßt uns den Leib rc. M-un senkt den Leib in'ä 99. kühle Grab, und segnend blickt auf ihn hinab! Wir 72 Begräbniß- Lieder. werden ihn hier nicht mehr her erfreut; mein Scheiden sehn; doch einst wird er auch macht viel' Herzen voller auferstehn. Schmerz, viel'Wunden voller S. Sein Geist empfängt vor Leid; doch weiß ich, daß auf Gottes Thron schon den auch Edens Auen wir einst einan- ihm verheißnen Lohn; dort der wieder schauen. Welt, finden wir, den wir geehrt, gute Nacht! wenn Gott auch unsern Geist 3.0 Himmelslust! AufRo- verklärt., ftn geht mein Fuß, voll Jubel 3. Dieß lindre uns des ist mein Mund. An Jesu Brust Scheidens Schmerz; dieß schlast ich ganz ungestört; nun tröste das betrübte Herz; es bin ich erst gesund; die Schmer- segne selbst am Grabes-Rand zen sind ja nun vergraben, da« des Unsichtbaren Vaterhand. gegen muß mich Freude laben. 4. So ruhe denn in stiller O Himmelslust! Gruft, bis Gott zu neuem 4. O Himmelslust'. Ihr Seyn dich ruft. Ach, wir ver- Thränen, stört mich nicht! gessen deiner nicht, bis einst Ruft, Lieben, Glück mir zu! auch uns das Auge bricht! Mir ist bewußt, was unaus- Z. Wir blicken segnend auf sprechlich ist in ewig- süßer dein Grab; blick segnend auch Ruh'. Mein Sterbtag ist im auf uns herab; so leben wir Himmelsorden ein Nahmens- in Liebe fort, wir hier, du und Geburtstag worden. O in dem Himmel dort. I.«latz. Himmelslust! Mcl. Es ist genug, so nimm rc- Mel. Welt, ade, ich bin dein rc. >-elt, gute Nacht! 100> Mein Weg geht himmelan, nach Zions Freu- densaal. Es ist vollbracht der harte Leidenskampf, der Weg durch's Thränenthal. Mein Kreuz wird nun zu Friedens- Palmen, mein Thränenlied zu frohen Psalmen. Welt, gute Nacht! S. Welt, gute Nacht! Ich lasse zwar in dir, was mich bis- .. s^anft und labend 101. sey dein Schlummer in der Erde kühlem Schooß! Hier entweicht des Lebens Kummer; Friede, Friede ist dein Loos. Noch umringen wir dein Grab, schauen wehmuthsvoll hinab; doch zur Ruhe gehn auch wir. Gott sey Dank! wir folgen dir. S. Weg mit unserm Blick vom Staube! Was hierschlum- 73 Begräbniß- Lieder. mert, bist du nicht. Dich erblickt des Christen Glaube dort, wo nie ein Auge bricht. Ueber diese Welt hinauf nahmst du deinen Siegerlauf. Nein, du selbst bist nicht mehr hier. Gott sey Dank! wir folgen dir. 3. Ach, wozu die heißen Thränen! Ewig ist auch unser Geist. Heil ihm, wenn nach bangem Sehnen Gott auch ihn dem Staub entreißt! O dann stehn wir um dich her, und kein Grabmahl trennt uns mehr. Freudenthränen weinen wir. Gott sey Dank! wir folgen dir. I. W. Reche. Mel. Aufersteh», ja aufersteh» rc. - A/Mvertraut der Erde 10".^ Schooß, zur Ruh, Entschlummertet, bist du! des Lebens Klänge, des Weltgewühls Gedränge verstummten dir. S. Ausgekämpft hast du der Sterblichkeit beschwerdevol- len Streit; hast überwunden, des Lebens Müh' entbunden; wohl dir! du ruhst! 3. Sanft schläfst du, der Erde Noth entrückt; wir preisen dich beglückt. Dankbar erheben den, der dir Rast gegeben, Erlöster, wir. 4. Fließet gleich des Schmerzes Thrän' herab, Ent- fchlafner, auf dein Grab: Trost ist der Glaube^»wir werden über'm Staube dich wieder sehn.« 5. Wort des Segens, du des Lebens Wort:»Wir sehn uns wieder dort,« du bist dem Herzen Strahl, in der Trennung Schmerzen, von oben her! Mel. Jesus, meine Zuversicht rc. . e^ank dem Herrn! es 103. ist vollbracht, al- les glücklich überstanden! Aus des Lebens dunkler Nacht, aus des Leibes engen Banden schwang, voll froher Zuversicht, sich mein Geist zum ew'« gen Licht! 2. Wohl ist mir, den ihr beklagt! Frey bin ich von allen Schmerzen, und kein stiller Kummer nagt mehr an meinem wunden Herzen; da, wohin mein Gott mich nahm, weiß man nichts von Sorg' und Gram. 3. Das, warum ich oft gesteht in des Lebens bangen Stunden, hab' ich nun— von Gott erhöht!— in der bessern Welt gefunden: stillen Frieden, süße Ruh', und des Himmels Lust dazu! 4. Sanft ruht in der Erde Schooß bald mein Leib, mit ihr vereinet. O beklaget nicht mein Loos, die ihr trostlos um mich weinet! Stillt, Geliebte, 74 Begrabniß-Lieder. euren Schmerz, und beruhigt euer Herz! 3 Segen euch, die ihr noch lebt! Dank für eure Lieb' und Treue, und wenn euch mein Geist umschwebt, denkt an mich mit Lieb' auf's neue! Eure Liebe war schon hier meines Lebens Lust und Zier., 6. Blickt mit stiller Heiterkeit nach des Himmels heil'gen Höhen! Bald, ach, bald erscheint die Zeit, wo wir uns dort wieder sehen; danntrennt, was uns Gott hier gab, von uns nicht mehr Tod und Grab! 7. Einer höhern Liebe Band schlingt sich dann um unsre Herzen; ewig fremd und unbekannt bleiben uns der Trennung Schmerzen; ewig, ewig freuen wir uns, vereint, o Gott, bey dir! I. Giah. Mcl. Jesus, meine Zuversicht»c. jMtaub bey Staube 104.^ wirst du nun schlummern in dem stillen Grabe. Bald— dann werden wir auch ruhn in dem frieden- vollen Grabe. Dieser Welt entflohst du schon, kamst zu deiner Werke Lohn. 2. Jesu, unsre Zuversicht, unser Theil ist einst das Leben. Wenn auch unser Auge bricht, wirst du, Mittler, uns es geben. Denn nicht Trübsal und nicht Tod trennt von deiner Lieb', o Gott! 3. Einst, wenn wir, wie er zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du überschwenglich thun über alles, was wir flehen! Wenn uns Menschentrost verläßt, bleib' uns deine Gnade fest. I. G. Klopstock. Mel. Nun laßt uns den Leib rc- 105. D° der ernste Todesengel senkt die Fackel, eh' der Mensch es denkt, und nimmt ihm seine Bürde ab, und leget ihn in's kühle Grab. 2. Des Dulders Laufbahn ist vollbracht! Im Grab umfängt ihn stille Nacht; er liegt bey seinen Lieben nun, vom Kampf des Lebens auszuruhn. 3. Was weinst du, mitleidsvolles Herz? Schau'von dem Grabe himmelwärts; dort oben glänzt nach Schmerz und Noth des bessern Lebens Morgenroth. 4. Uns sammelt alle, Klein' und Groß', die Erde einst in ihren Schooß; wer treu erfüllte seine Pflicht, den schreckt der Todesschlumer nicht. Mel. Wachet auf! eilt rc. Chor. -^ Äs^uhe dir und süßer 100. iv^Schlummer! Vor- 75 Begräbniß- Lieder. über ist des Lebens Kummer, mit der der Erde Pilger ringt. Sieh', an deiner Laufbahn Ende bist du; er nahm in seine Hände die Seele, die kein Tod bezwingt. Heil dir, erlöster Geist, der nun am Throne preist! Jesus Christus, für deine Ruh, starb er, wie du; er reichet dir der Treue Lohn. Eine Stimme. 2. Gottes Tag, du bist gekommen, an dem ich, dieser Welt entnommen, zu dir, der Wesen Wesen, geh'! Dank und Lob und Preis und Ehre! Nun sing ich's dort in jene Chöre der Sieger, Gott, in deiner Höh! Denn, Herr, du gingest nicht mit mir in dein Gericht! Vater! Vater! Du gingest nicht in dein Gericht mit dem, der sterbend dir vertraut. Chor. 3. Welcher Glanz wird dich umfangen! Dir ist der Tag nun aufgegangen des Lebens nach der Todesnacht! Sey gesegnet! Amen! Amen! Ruh' sanft in Jesu Christi Nahmen, denn auch für dich hat er's vollbracht!— Nicht du, der Herr allein macht dich von Sünden rein; und du sündigst hinfort nicht mehr; der Brüder Heer, der Himmelischen, nimmt nun dich auf. Eine Stimme. 4. Himmlisch Licht hat mich umfangen! Nun ist der Tag mir aufgegangen, ein Tag, wie ich hier keinen sah! Nun vermag die höhern Lehren der Himmlischen mein Ohr zu hören; hell stehn sie meinem Geiste da! O weinet, weinet nicht! Ich dring' von Licht zu Licht! Sey die Hülle von Erdenstaub des Grabes Raub; sie drückte doch nur meinen Geist. Chor. 5. Laßt uns weinen? Dich, entrissen aus unsern frohen Reihn, zu missen— wem flösse da die Thräne nicht? Ach, nun gehn sie hin und säen dich irdisch aus; doch auferstehen wirst du mit jenes Tages Licht! Geh' ein zu deiner Ruh; der Herr schleußt nach dir zu. Auferstehen, nach kurzer Ruh, du Todter, du, wirst du, zum Leben aufersteh»! I. G.«lopstock. Mel. Christus, der ist mein rc. ^he denn in 10/. Frieden, ruh in der Erde Schooß; Gott selbst hat dir beschicken, Entschlum- merter, dein Loos! 2. Nun schweigen dir die Stürme desLebens für und für, und unter Gottes Schirme blüht Ruh' und Freude dir- 76 Begräbniß- Lieder. 3. Zwar fließen unsre Thränen; zwar blutet unser Herz, und blickt mit bangem Sehnen nach dir oft himmelwärts; 4. Doch du bist wohl geborgen, befreyt vor aller Noth; es nahm der Erde Sorgen von dir ein sanfter Tod. 5. So ruhe denn in Frieden, ruh'in der Erde Schooß; was dir Gott jetzt beschicken, ist einst auch unser Loos! 6. Blick' segnend auf uns nieder, wie wir dich segnen hier! Einst sehen wir dich wieder, und scheiden nie von dir! I. Glah. Bey der Beerdigung eines Familienvaters. Mel- Alle Menschen müssen. .-o Mater, dunkel ist dein 10o> Walten, und dein Rath oft Mitternacht! Was du könntest leicht erhalten> gibst du in des Todes Macht. Heilig, heilig ist dein Wille, doch verdeckt ihn finstre Hülle; Bater, darum sende du selbst des Trostes Geist uns zu! 2. Eine Wittwe klagt mit Thränen: Wer wird mein Mersorger seyn? Unversorgte Kinder stöhnen: Wer wird Vatertreu' uns weihn? Ach, sie können sich nicht fassen, dünken sich von Gott verlassen; sehn nur Elend um sich her, und die Zukunft sorgenschwer! 3. Doch du hast es ja verheißen, Bater! und die Kraft ist dein, ein Bersorger für die Waisen, und der Wittwen Schutz zu seyn. Und du willst durch Trost erquicken, wenn wir gläubig zu dir blicken; du bist unsre Zuversicht, und versäumst uns ewig nicht. 4. Stärk' uns in des Lebens Schwächen, hilf uns in der Erde Noth; halt' uns, will der Stab uns brechen, rette, wenn Gefahr uns droht! Trockne selbst des Kummers Thränen, still' der Liebe heißes Sehnen, gib, wenn aller Muth erschlafft, uns zum Leben neue Kraft. Z. Zeuch uns aus der Welt Getümmel in die Stille sanft zurück; zeig' im Leiden uns den Himmel, im Verlust der Zukunft Glück! Heb' uns von des Grabes Hügel auf der Andacht hohem Flügel in die überird'schen Höhn, wo die Siegeskronen wehn. 6. Nun, o Bater, wir ergeben deinem Willen Herz und Geist; dir vertrauend, der uns leben, der dereinst uns sterben heißt! Laß uns glauben, laß uns hoffen, zeig' uns deinen Himmel offen. Was du Bearäbniß-Lieder. 77 nähmest in der Zeit, gib uns in der Ewigkeit! Mel. Wer nur den lieben Gott rc. /LLs klagt der Schmerz ^2" in öden Hallen; wie bist du, schöner Kranz, entlaubt; des Hauses Krone ist gefallen, gefallen mit des Vaters Haupt. Verlaßne gehen aus und ein; er starb— ach! wer wird mit uns seyn? 3. Der mit der Liebe treuem Wachen den Kreis der Liebenden umgab: wo ist fortan der Schutz der Schwachen, des Weibes Hort, der Kinder Stab?— O hört es, beyde, groß und klein! er starb; doch ihr seyd nicht allein. 3. Aus Erdennacht zur lich- tenHöhe sah scheidend noch des Frommen Geist. Für euch rief er im Trennungswehe zu dem, der unser Vater heißt, und gläubig segnend schlief er ein: »Ich sterb', und Gott wird mit euch seyn!" 4. Sein letztes Flehn hat Gott vernommen; erhörend grüßt er euch, und spricht: «Getrost, du einsam Haus der Frommen! Des Vaters Segen weichet nicht. Im Frieden ruhet sein Gebein; er starb, ich will dein Helfer seyn!" 3. O Hirt der vaterlosen Heerde, der Glieder Haupt, an seiner Statt! Du führst hinaus, was der Verklärte in Lieb' und Treu' begonnen hat. Denn Wittw' und Waisen sind ja dein; er starb, du wirst ihr Vater seyn. 6. Getrost! die Hülfe mangelt nimmer; o Weib, dein Glaube wird zum Schau'n! Getrost! sank' auch das Haus in Trümmer: Gott wird den Kindern Häuser baun. Ihr bleibet selbst in Armuth reich, seyd ihr mit Gott und Gott mit euch. 7. So geht im Glauben, Hoffen, Lieben vereint der ewigen Heimath zu. So haltet fest, was euch geblieben, und segnet des Entschlafnen Ruh'. Dort in des Lichtes sel'gem Reich dankt ihr mit ihm und er mit euch. 8. Du thust, o Vater, überschwenglich mehr, als wir bitten und versteh«. Die Freu. denernt' ist unvergänglich für Fromme, die mit Thränen sä'n. Wir sind getrost, und harrendem; Herr, du wirst ewig mit uns seyn. Sh.§. H. Sachsen 78 Begräbniß-Lieder. Bey Beerdigung einer frommen Christinn. Mel. In allen meinen rc. bu in jenen Hö- 110.^^hen, wo Himmelslüfte wehen, auf Seraphs- Flügeln schwebst, und nach des Leidens Nächten im Lande der Gerechten dein triumphirend Haupt erhebst! S. Wir klagen, du Erhöhte, an dieser ernsten Stätte dir stillen Geistes nach, womit deS Dankes Thräne, in heitrer Engels-Schöne, dein sanftes Aug' im Tode brach. 3. Im strahlenden Gewände schwebst du dem Vaterlands der guten Seelen zu. Dort schatten Sieges-Palmen; dort tönen Engels-Psalmen; dort winkt die Heimath ew'gerRuh. 4. Des Erdentages Schwüle ward Abendhauch am Ziele, wo Himmels-Blumen blühn; wo keine Thränen fliesen zwo dich Verklärte grüßen:„Heil, Heil, dir Ueberwinderinn!,, Bey der Beerdigung eines Kindes. Mel. Balet will ich dir geben rc- i i Mlie Augenblicke 111. sU? fliehen, so flieht des Menschen Zeit. Wie Gras und Blumen blühen, blüht seine Herrlichkeit. Ein Hauch des Windes wehet—so ist sie nimmer da. Dein Wort nur, Herr, bestehet und bleibt mit Trost uns nah! 2. Kaum hat des Säuglings Lallen der Mutter Weh' versüßt; kaum hat mit Wohlgefallen der Vater ihn begrüßt; kaum ist, zu schönemHoffen, ein Leben aufgewacht: so sinkt es, früh getroffen, in dunkle Lo- desnacht. 3. O die ihr bethend ränget um euer Lebensglück, was Gott zurück verlanget, das gebt ihm still zurück! Was früh die Lieb' entbehret in ihrem Freudenkranz, das hat Gott früh verkläret in seines Himmels Glanz. 4. Vergißt auch Mutterliebe wohl ihres Kindleins je? Und könnte sie's:— er bliebe doch treu im Wohl und Weh! Hinauf vom Erdenstaube, zu ihm hinauf, mein Herz! Dort zeiget dir der Glaube dein Heil in deinem Schmerz. Z. Dort nimmt der Hirt der Frommen die Kindlein auf und spricht:„O laßt sie zu mir kommen, und wehret ihnen nicht!" Er grüßt als seine Glieder, was schuldlos zu ihm kam; und reifgibt er einst wieder, was er als Knospe nahm. Begräbniß- Lieder. 79 6. So schweigt mit stillem Warten, wenn Sehnsucht euch bewegt. Blickt auf zum Himmelsgarten, der alle Böthen pflegt. So opfert eure Gabe, und sä't den edlen Keim, und geht gefaßt zum Grabe, und kehrt getröstet heim. Cch. F. H. Sachse. In eigner Melodie. --o Traurigkeit! o llL. Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Muß man dich, du holdes Kind, schon zu Grabe tragen? 2. Ach, welch' ein Schmerz zerreißt das Herz, und drückt uns fast danieder! Weinend suchen wir jetzt dich, finden dich nicht wieder. 3. So lächelt'st du, so sprachest du, so reichtest du die Hände! Freundlich sah dein Aug' empor;— das ist nun zu Ende! 4-So lieb, so hold, so rein, wie Gold, war deineUnschulds- seele! Welch' ein Schmerz! Da liegst du nun reif zur Grabeshöhle. Z. Hinab, hinab ins öde Grab— so einsam, so verlassen— senkt man dich, du liebes Kind; kann das Herz dieß fassen? 6- Du gehest nun, um aus- zuruhn; doch unsre Thränen fließen. Manche Zähre wird sich noch auf dem Grab ergießen. Trostrufaus dem Grabe. 7. Blickt nun herab auf dieses Grab, und weint der Liebe Zähren; nur laßt diese Liebe nichteuernSchmerzvermehren. 8. Nur mein Gebein deckt Erd' und Stein, uicht mich hat man begraben. Staub und Moder unter mir— ich bin hoch erhaben. 9> Die Traurigkeit, mein Herzeleid, mein Jammern Wimmern, Zagen ist vollendet; hört auch ihr, Aeltern, auf zu klagen. 10. Nicht euch zum Leid; zur Seligkeit allein war ich geboren. Aeltern, stillt den Schmerz; denn ihr habt mich nicht verloren! 11. Dort, wo keinTod, wo keine Noth erstickt der Sel'- gen Lieder, an den ThroneGot- tes sehn wir uns ja einst wieder! Die Trauernden. 12. So schlummre du in stiller Ruh! Staub werde nun zu Staube! Wie Versehnzu dir erhebt uns der fromme Glaube! 81> Begräbniß- Lieder. Mcl. Wer nur den lieben Gott rc. .sterbe schon! O 113. pA Glück, ich sterbe, damit ich ewig leben kann! Daß ich nicht in der Welt verderbe, nimmt mich derHerr mit Ehren an. Mein Lebenslauf war bald vollbracht; gottlob! ich sterbe; gute Nacht! 2. Ich sterbe schon! Ich sterb' im Glauben. Ich sterbe Jesu, der mich liebt. Nichts wird mich seinen Händen rauben; mein Vater, sey nur unbetrübt! Der höchste Vater hat ja Macht, sein Kind zu rufen. GuteNacht! 2. Ich sterbe schon! Nach kurzem Schmerze wird mir der Tod zur Himmelfahrt. Ach, aber, ach, was fühlt das Herze, darunter ich gebildet ward! Dir sey der treuste Dank ge- bracht, getreue Mutter! Gute Nacht! 4. Ich sterbe schon! Ihr theuern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt, ihr dürft um meinen Tod nicht weinen; die Seel' ist ja in Gottes Hand. Ich sehe schon des Himmels Pracht. Lebt wohl, ihr Freunde! Gute Nacht! L. Ich sterbe schon! Es wird mein Leben beym Aufblühn schon des Todes Raub. Dieß kann dir, Mensch, dieLehre geben, du seyst, wie ich, nur Asch' und Staub. Sey stets auffs Ewige bedacht, und sprich zum Eitlen: Gute Nacht! 6. Ich sterbe schon! Lernt alle sterben. Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Wählt doch nicht thöricht das Verderben; wählt klüglich Heil und Seligkeit. Nehmt eure Seelen wohl in Acht! Gott fegn'euch Alle! Gute Nacht! Mel. Besitz ich nur rc. ... 5)ur frühen Gruft 114. ä) wirst du von uns begleitet. So will es Gott, er, der dich hat bereitet, und nun dich wieder zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade, er führte dich auf seines Sohnes Pfade, und lenkte deines Lebens Lauf. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohl gethan. 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. Z. In steter Ruh, in ungestörtem Frieden wohnt nun dein Geist, und tröstend steht hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. Begräbniß- Lieder. 6. Klagt nicht zu sehr bey euers Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling' seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand! er hat es euch geliehen. O gebt's ihm gern! Laßt euren Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. 8. Was ist die Gruft? Das Ziel der Erdenleiden. Einst finden wir dieß Kind in hohen Freuden, wenn Jesus in die Gräber ruft. Mel. Christus, der ist mein Leben rc- 1^-7 Äsch' muß so frühe HO.^ sterben das vielgeliebte Kind, wie Blüthen oft verderben, die kaum entknospet sind! S. Kaum haben mit Gefallen den Säugling wir erblickt, kaum hat sein süßes Lallen, sein Lächeln uns entzückt; 3. Kaum haben wir voll Hoffen ihn zum Altar gebracht, so sinkt schon, früh getroffen, sein Haupt in Todesnacht. 4. Den Ae!tern schon entrissen, wie groß ist ihr Verlust! Der Trauer Thränen fließen; es blutet ihre Brust. Z. Doch laßt uns aufwärts sehen, der Himmel heilt den Schmerz; denn Trost aus Got- 81 tes Höhen fließt in das wunde Herz. 6. Dort werden neu geboren in Himmelsherrlichkeit, die wir so früh verloren im Thrä- nenthal der Zeit. 7. Dort, frey von Erden- mängeln, wo nie ein Auge weint, sind mit den heil'gen Engeln die Glücklichen vereint. 8- Noch ehe Gram und Leiden der Erde sie gedrückt, sind sie schon zu den Freuden der Seligen entrückt. 9. Sie sind zu Gott gegangen in reiner Unschuld Glanz, und ohne Kampf empfangen sie schon den Siegerkranz. 10. Heil euch, die ohne Mühe zum bessern Seyn gereift, das Sterbgewand so frühe in Freyheit abgestreift! 11. Wir dulden noch und warten auf unser Vaterland; ihr seyd im Himmelsgarten, verpflanzt von Gottes Hand! Mel. O Gott, du frommer Gott. . Oeb' wohl, 0 Vater- 110. L, herz! Leb'wohl, 0 Mutterliebe! Es muß geschieden seyn, wie sehr ich euch betrübe. Was soll ich auf der Welt, da mir der Himmel lacht? Darum gehabt euch wohl, zu tausend guter Nacht! 2. Leb' wohl, du niedre Welt, mit deinem vielen Iam- 6 82 Begräbniß- Lieder. mer; mich schützt der Allmacht Hand in meiner stillen Kammer, bis einst der jüngste Tag auch dir ein Ende macht; darum gehab' dich wohl, zu tausend guter Nacht! 3. Lebt wohl, ihr Freunde, all', die ihr mich hier gesiedet! Gott wende ab von euch, was euer Herz betrübet; einst heißt es auch bey euch: Gottlob, es ist vollbracht! O lebet, lebet wohl, zu tausend guterNacht! 4. Leb' wohl, mein blasser Leib! schlaf' sanft in kühler Erde, bis ich, verkläret, einstGott ewig schauen werde. Du aber, Seele, fleuch durch alle Ster- nen-Pracht, und so gehab' dich wohl, zu tausend guter Nacht! Z. Leb' wohl, o Waterherz! Leb' wohl, o Mutterliebe! Lebt wohl, Geschwister, all'! Gott euch nicht mehr betrübe, der mich aus diesem Leid zur Seligkeit gebracht; gehabt euch alle wohl, zu tausend guter Nacht!! Mel. Herr Jesu Christ, dich rc. .— sinke denn in's 11«. stille Grab, du, deines Gottes Saat, hinab! für eine beßre Welt bestimmt, die dich in ihre Pflege nimmt. 2. Dein Leben war ein kurzer Traum, du ahntest seine Freuden kaum; doch auch, daß Leben Leiden hat, verbarg dir deines Gottes Rath. 3. Schon in des Lebens Morgenroth umarmte dich als Freund der Tod; der Mittag ist oft heiß und schwül, der Abend schauerlich und kühl. 4. Du sankest, auf der Mutter Schooß, in sanften Schlummer sorgenlos; wir sinken, ach! erst schwer gedrückt, in's stille Grab, das uns erquickt. Z. Du kanntest treue Liebe nicht; doch auch kein lächelnd Angesicht, das viel von heil'ger Liebe lügt, und tief verwundend dich betrügt. 6. Dein Herz war ohne Schuld und Reu'; dein Geist von Borurtheilen frey; so zogst du, unentweiht und rein, in deinenFreuden-Himmel ein. 7. Geborgen vordes Schicksals Dräun, bist du, wo wir einst werden seyn; all' unsre Sorgen, Kind! um dich nahm eine höh're Macht auf sich. 8. Wo du nun lebst, da ruhest du! wo du nun wandelst, da ist Ruh'! Die Liebe hat sich ausgeweint, mit Engeln sieht sie dich vereint. 9- Vor des erhellten Auges Blick kehrt dein geliebtes Bild zurück. Du reichest uns die Palme zu, und rufst:„Kommt auch in's Land der Ruh'." 83 Begrabniß- Lieder. Mcl. O Gott, du frommer Gott! --o Aeltern, gute 11o.«>A Nacht! Schon muß ich von euch scheiden. Ich geh' zu Jesu hin, zu seinen Himmelsfreuden; zu Jesu, der auch mir Unsterblichkeit gebracht; ach, weinet, weinet nicht, ihr Aeltern! Gute Nacht! 2. Ihr Aeltern, gute Nacht! hört auf, um mich zu klagen! Zwar wird mein zarter Leib ins kühle Grab getragen; doch wißt, die Seele ist zur Him- melsruh gebracht; drum weinet, weinet nicht, ihr Aeltern! Gute Nacht! 3. Ihr Aeltern, gute Nacht! Da droben werd' ich wohnen, mit Engeln im Verein, um- glänzt von Himmelskronen, die der Allgütige den Frommen zugedacht. Ach, weinet, weinet nicht, ihr Aeltern! Gute Nacht! 4. Ihr Aeltern, gute Nacht! Wohl muß ich euch verlassen; doch einstens werden wir uns wieder froh umfassen. Vertrauet Gottes Macht, und weinet, weinet nicht, ihr Aeltern l Gute Nacht! 5. Ihr Aeltern, gute Nacht! Des Schmerzens bittre Stunden sind— o wie dank' ich Gott!— nun glücklich überwunden. Mein Leib schläft sanft bis er am Tag des Herrn erwacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Aeltern! Gute Nacht! Met. In allen meinen Thaten. .^ ÄV siehst die Thrä- llr-. nen fließen, die Aeltern hier vergießen um ihr geliebtes Kind; du nahmst es von dem Herzen der Mutter, die mit Schmerzen es sucht, und hier nicht wieder sind't. 2. Da liegt's im dunkeln Grabe, als wäre seine Habe nur moderndes Gebein! das Auge ist geschlossen, des Lebens Kraft vergossen; doch du wirst sie gewiß erneun. 3. Nun zählt es keine Stunden des Schmerzes, überwunden ist alles bange Leid; besiegt sind die Gefahren, die hier so zahlreich waren, gesichert ist's in Ewigkeit. 4. Ja, du, o Freund der Kinder, des Todes Ueberwin- der, o Heiland Jesus Christ! du hast es dir erworben, das Kind, das jetzt gestorben, und nun bey dir im Himmel ist. 3. Bey dir ist's nun geborgen, du selbst willst es versorgen, du willst fein Lehrer seyn, fein freundlicher Berather, fein liebevoller Vater; nun ist es ewig, ewig dein! 6. Ach, still' der Liebe Seh- 6* 84 nen, und trockne du die Thränen, die hier geflossen sind; gib wieder, was verloren, und laß uns, neugeboren, uns wie- dersehn dieß liebe Kind! I. Kalchbrenner. Mel. Nun sich der Tag geendet. M>eint, Aeltern, 1^0. Thränen auf das Grab des theuren Kindes hin; doch trocknet sie auch wieder ab; der Tod war ihm Gewinn! 2. Entrissen ist es der Gefahr, die uns auf Erden droht. Ein Uebergang zur Engel- schaar, ein Schlummer war sein Tod. Z. Wir kämpfen noch in dieser Welt; doch euer Kind ist da, wo es kein Feind mehr überfällt; sein Retter ist ihm nah! 4. So gebt denn ruhig, Gott, dem Herrn, auch dieses Opfer hin; gab er für euch ja doch so gern selbst seinen Sohn dahin. Z. Nur prüfen will er euer Herz und eures Glaubens Werth; o zeigt ihm, daß ihr auch im Schmerz als Vater ihn verehrt! g. Er, der jetzt eurem Arm entrißt was ihr noch weinend liebt, er ist's, der es euch einst gewiß vollkommner wieder gibt. 7. Ja, ja, ihr sollt es wieder sehn, dieß Kind, das ihr beweint, sollt mit ihm vor Begräbniß- Lieder. dem Throne stehn, wo Gott uns All'vereint. 8. Blickt auf zu Gott von dieser Gruft, die euern Liebling deckt, und denkt, daß Gott auch euch einst ruft, auch euch einst auferweckt. 9. Blickr zu der bessern Welt empor! Lernt euch des Lebens freun. Was hier in Dunkel sich verlor, wird dort euch lichtvoll seyn! C. G. L. Meister. Bey der Beerdigung treuer Aeltern. Mel. Nun laßt uns den Leib rc. «vollendet ist dein LLl. sO Pilgerlauf; es nimmt das stille Grab dich auf. O welche Trauer! welch' ein Schmerz! fast bricht der Kinder liebend Herz! 2. Ach, was dir Gott auf Erden gab, das liebtest du bis an das Grab; auf ihnen ruhte gern dein Blick,und deine Freude war ihr Glück! 3. Du scheutest Sorg' und Mühe nicht; du übtest treu des Vaters(derMutter)Pflicht,bis sterbend dir das Auge brach; drum folgt dir Dank und Liebe nach. 4. Ja, segnend denken wir stets dein; du sollst uns ewig theuer seyn; du warst so lieb- 8L Begräbniß-Lieder. reich, warst so gut, so voller M°l. Es ist g-nug, so-c Treu'und Edelmuth! M-uu ruhe sanft, des 5.Ruh'denn,dutreuesVa- Freundes(der terherz(Mutterherz), ruh'sanft Freundinn) Hülle du, ruh' sanft frey von Sorg' und im Grabe hier! Nach Kamps und,, Schmerz, bis einst der frohe Tag erscheint, der wieder uns mit dir vereint! Glatz. Bey der Beerdigung eines Mitschülers. Mcl. Nun laßt uns den Leib rc. (Mchon ruht, von ^-^Nacht und Staub bedeckt, er(sie), den(die) kein Erdentag mehr weckt; reif für der Erde kühles Grab, sank unser Freund so früh hinab (sank unsre Freundinn früh hinab). 2. Er(sie) ruhet in der Erde Schooß. So früh zu schlummern war sein(ihr) Loos; umsonst fleht unser Thränenblick ihn(sie) aus der kühlen Gruft zurück. 3. Und ruhig schlummern um ihn(sie) her Entschlafener ein zahllos Heer, des Lebens Noth, des Lebens Müh einst spät entgangen oder früh. 4. Wenn uns zum Schlaf in stiller Gruft auch einst dein Wink, o Vater, ruft: dann sind auf ewig wir vereint da, wo man nicht mehr Thränen weint. und Müh' ist süß dem Müden Ruh. Und Heil und Heil sey dir, Heil o Geist von Gott gegeben, geschaffen für ein erv'ges Leben, Heil, Heil sey dir! 2. Und Heil auch uns! Getröstet blicken wir zu Gottes Himmel auf. Wir kommen einst, o Seliger,(o Selige), zu dir, wenn unser Pilgerlauf vollbracht ist! Weint nicht Schwestern, Brüder! Wir sehn einst den Entschlafnen. (die Entschlafne) wieder! Nun ruhe sanft! Bey der Beerdigung junger Personen überhaupt. Mel. Wer nur den lieben Gott. , Hsuch Rosen welken <4- und verschwinden, ja, manche fällt als Knospe ab, und kaum daß sich oft Freunde finden, so trennet sie schon Tod und Grab. Drum, Christen, seyd bereit und wach, und strebet stets der Tugend nach. 2. Es blüht am Morgen schön die Blume, und fällt oft sckon am Abend ab! So sinkt, 86 Begräbniß- Lieder. mit feinem Glück und Ruhme, der Mensch, eh' er es denkt, in's Grab. Nicht Stärke schützt, nicht Jugendroth, wir Menschen sind stets reif zum Tod. 3. Ja,Freunde! er(sie)istuns entnommen, ist schon in einem bessern Land. Wohl ihm(ihr), wenn er(sie) stets zu genommen «»Kenntniß, Tugend und Verstand. Dieß edle Wachsthum in der Zeit bringt Früchte in der Ewigkeit. 4. Wie wenig waren seiner (ihrer) Jahre! Wie kurz war seine(ihre) Lebenszeit! O Jugend, denk' bey seiner(ihrer) Bahre, denk' heut' an deine Sterblichkeit; bleib' tugendhaft, leb' fromm und rein! Dann darfst du auch den Tod nicht scheun. Mel. Alle Menschen muffen rc. ^ L) r: fVrdentöchter, Erden- iLO. söhne, schnell eilt eure Zeit dahin! Seyd nicht stolz auf eure Schöne, denn wie bald kann sie verblühn! Eures Mundes Hauch verflieget; eures Lebens Quell versieget; trotzet nicht auf eure Kraft; auch des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, seyd nicht traurig, wenn, nach Gottes Rath, zur Gruft, ach, so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft? Edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther hebt zu höhrer Geister Chor sich der freye Geist empor. 3. O was ist des Grabes Höhle? O was ist des Grabes Nacht? Menschen mit gebeugter Seele, fürchtet nicht des Todes Macht! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn, und zu höher» Freuden gehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren! Unser harrt ein schön- res Loos. Was hier starb, ruht unverloren in des ew'gen Vaters Schooß. Süße Hoffnung, schöner Glaube! Alles schwinget einst vom Staube, nach vollbrachtem Pilgerlauf, herrlicher zu Gott sich auf. 3. Leibesschönheit mag verblühen; ihren Glanz zerstört die Zeit; Seelenreitz kann nie entfliehen; er ist für die Ewigkeit. Edler Sinn und reine Tugend lohnt mit ewig heitrer Jugend, und nach einem kurzen Streit krönet uns Unsterblichkeit. 6. Laßt der Erde Glück vergehen; Gott ist's, derdenGeist erhält! Tugend, Tugend wird bestehen, wenn die äußre Hüt- Begräbniß- Lieder. 87 te fallt! Wie die Gottheit un- 7. Einst führt der lang' Ent- vergänglich, wie die Tugend kehrten auch euch ein Engel zu. überschwenglich ist des Chri- Heil! Heil der Frühverklärten sten wahres Glück; nur das und ihren Resten Ruh! Eitle bleibt zurück! L. Th. Kosegarten./ Bey der Beerdigung Bey Beerdigung einer Verlobter Personen. Aungfrnu. Mel. Wenn meine Sund'mich kränken. Mel. Christus, der ist mein Leben. 4 26^ das ILO. Klaggetöne? Wen senkt man in das Grab? Wem rollt die heiße Thräne von jeder Wang' herab?— 2. Der Jungfrau holde Blüthe hat früh der Tod zerstört; ach, ihre Herzensgüte ist tiefer Trauer werth! 3. Sie stand im Menschengarten, gleich Rosen, wonniglich, und Mild' und Anmuth paarten mit ihrer Schönheit sich. 4. Doch nun blüht sie uns nimmer; verpflanzt an Gottes Thron, strahlt sie im höher« Schimmer dem Seraph Wonne schon. 5. Dort glänzt des Geistes Fülle in ew'gem Frühlingsschein; die staubverwandte Hülle verschließt das Grab allein. 6. Heil ihr, im bessernLeben, und Trost dem Aelternherz! Nicht ewig wird umschweben euch dieser Trennungsschmerz. .Äfuch^ Mst schon 127. erblassen? zerfal. len schon zu Staub? sollst schon die Welt Verlässen, des frühen Grabes Raub? Du blühst ja noch, der Jugend Roth strahlt noch auf deinen Wangen; was will bey dir der Tod? 2. Auch bist du ja verlobet mit deinem Herzensfreund, der Treue dir gelobet, und nichts zu wünschen scheint, als durch der Liebe heil'ges Band sich ewig zu vermählen mit dir durch Herz und Hand. 3. Sieh', wie dein Trauter zaget, wie er gebeugt, betrübt sein hartes Loos beklaget, zu missen, was er liebt! O kehre doch zu ihm zurück; erfülle seine Wünsche; erheitre seinen Blick! 4. Umsonst! der Todesengel gibt unserm Flehn nicht nach. Gesund, jung, ohne Män- gel, gebrechlich, alt und schwach — dieß gilt ihm gleich; was seine Hand ergreift, muß 88 Begräbniß- Lieder. stracks von hinnen; da nützt kein Widerstand. Z. Statt fröhlich dir zu winden der Unschuld Kranz in's Haar; statt dich geschmückt zu finden als Braut am Traualtar, muß Liebe dir den Sarg bestreun; der Tod ist dein Verlobter und Klaggesang dein Reih'n. 6. Zieh', Holde, hin in Frieden; vergiß, was irdisch ist! Was Beßres hat beschieden dein Vater dir; du bist hoch über dieser Erden Tand erhoben, lebst als Engel in derVoll- endung Land. I. Kacchbrenner. Mel. Es ist genug, so nimm rc. 190 Os ist zu früh, daß 4LO.^ das, was ich geliebt, von dieser Erde flieht. Mein Auge thränt, die Seele ist betrübt, weil sie, ach! nicht mehr sieht das Herz, das sich vor wenig Wochen mit mir in Lieb' und Treu versprochen. Das ist zu früh! 2. Zch segne dich, und ehr' den blaffen Mund, der mir die Treu versprach. Dem Schicksal denk' ich noch bis diese «Ltund'mitnassenAugen nach. Ach, Herz, voll Liebe, ohne Gleichen, der Schmerz um dich wird niemahls weichen! Ich segne dich! 3. Verargt mir's nicht, ihr Kinder dieser Zeit, daß ich so kläglich thu'! Das Herz, das mich, nächst Gott, allein erfreut, geht zwar zu seiner Ruh; mir aber bringt nun jeder Morgen nur neue Unruh, neue Sorgen; verargt mir's nicht! 4. Ach, lebtest du! So wünscht die treue Brust, die sich mit dir vertraut. Wie? macht denn dir die Trennung solche Lust? Ja, weil deinGeist jetzt schaut den, der durch seine blut'gen Wunden mit dir im Glauben sich verbunden: so schied'stdugern! 3. Nun, lebe wohl bey deinem Seelenfreund in jener Herrlichkeit! Denn, wie wir's hier einander gut gemeint, so gönn' ich dir die Freud', daß du geschmückt vor Gottes Throne mit schönerm Kranz und beßrer Krone nun ewig lebst. 6- Drum schweigt mein Geist, und nimmt des Höchsten Schluß in tiefster Ehrfurcht an. Und weil kein Mensch, der einmahl sterben muß, je wieder kommen kann, ob wir ihn noch so brünstig liebten, und bey dem Tod uns sehr betrübten: so schweigt mein Geist! 7. Betrübtes Grab! du sollst ein Denkmahl seyn der 89 Begräbniß- Lieder. unverfälschten Treu. Man gräbt den Leib wohl in die Erde ein; doch will auch ich dabey dich in mein treues Herz begraben; dasselbe soll die Aufschrift haben: Der Liebe Grab! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. -05» Aast des Schmerzens Thräne rinnen; Trauer weile um uns her. Laßt einKlaglied uns beginnen; ach, ein Jüngling ist nicht mehr! In den schönstenBlüthentagen wird er schon zu Grab getragen. 8. Trauernd stehen Anverwandte um des Todten Sarg umher: Aeltern, Freunde und Bekannte klagen laut:„Er ist nicht mehr! ist so bald von uns geschieden! Was gewährt uns Trost und Frieden!" 3. Trostlos ringet sich, vergebens, dort die Braut die Hände wund um die Hoffnung ihres Lebens; fruchtlos klaget laut ihr Mund; fruchtlos fließen ihre Thränen; fruchtlos ist der Liebe Sehnen! 4. Statt an den Altar zu führen, führen wir zu Grabe ihn. Nicht der Traukranz sollt' ihn zieren, nicht die Freude vor ihm ziehn; statt dem festlichen Gepränge tönen düstre Klaggesänge. 3. Doch, o Gott! es ist dein Wille, was du thust, ist wohl gethan! Voll Ergebenheit und Stille bethen deinen Rath wir an; überzeugt, daß auch durch Leiden du uns führen kannst zu Freuden! 6. Ihr, die dieser Tod betrübet, trocknet eure Thränen ab. Was sich treu hier hat geliebet, trennt nicht ewig Tod und Grab. Dort, wo man nicht Thränen weinet, werdet wieder ihr vereinet. I. Kalchbrenner. Bey Beerdigung einer Wöchnerinn. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. /Ltott! auch ich soll 130.^2/ schon erblassen? soll in's öde, finstre Grab? soll die Meinen schon verlassen, die ich treu geliebet hab'? Konnte denn nicht auf mein Flehen dieser Kelch vorüber gehen? 2. Voll von zärtlichem Verlangen harrt' ich, daß die Stunde schlug, wo mein Arm das würd' empfangen, was ich unter'm Herzen trug; was mir für so viel Beschwerden sollt' Ersatz und Löhnung werden. Z. Ach! sie kam, die bange Stunde; Angst und Schmerz ergriffen mich. Zitternd und mit blassem Munde ruf ich: „Herr,^ erbarme dich! Laß die 90 Begräbniß- Lieder. Angst vorüber gehen, und mich deine Hülfesehen!" 4. Gott, du hörtest nicht mein Flehen; ließest unterliegen mich Da mir's also sollte gehen, warum wurde Mutter ich? warum muß ich schon erblassen, alles, was ich lieb', verlassen? 3. Still, mein Herz! gib dich zufrieden, unterwirf dich mit Vertraun. Was dir dunkel schwer; nun fühlt er von den Plagen des Lebens keine mehr. Sein Abend ist gekommen, vollendet ist sein Thun; wie wird er bey den Frommen nun sanft und selig ruhn! 3. Dein Rath hat ihn geleitet, o Herr wie wunderbar! Dein Schutz hat ihn begleitet, wo auch sein Fußtritt war. ^^ du s«I» Thun g.l-»,t, ,um Echt- schau»! wirst«rke». ,a„g« xag-w-rk- ihm Kraft nen, daß auch Leiden Führer sind zu höher« Freuden. 6- Theure, die ihr mich beweinet! fasset Muth, ehrt Gottes Rath, der auf ewig dort vereinet, was sich hiergeliebet hat. Einstens werden wir uns sehen, und des Höchsten Rath verstehen. Bey Beerdigung alter Personen. Mel. Valet will ich dir geben- <^er Herr der Ernte wirket; die reife Garbe fällt. Die Abendsonne sinket; der Wandrer sucht sein Zelt. Dein Knecht geht, reif an Jahren, o Herr, zur stillen Rast; laß ihn im Frieden fahren, wie du gesaget hast. 2. Er hat wohl viel getragen; sein Lauf war lang und und Frucht geschenkt. 4. Du hast im Erdgetümmel dich still zu ihm geneigt, und Christi Weg zum Himmel dem Gläubigen gezeigt. Nun rief er, fest im Hoffen, doch matt vom Erdenlauf:«Ichseh'den Himmel offen, Herr Jesu, nimm mich auf!" 3. Wohl dir! du wirst ihn sehen, den liebend du umfaßt. Wohl dir! dir ist geschehen, wie du geglaubet hast. Der Herr bringt dir entgegen der Treue Gnadenlohn. Uns bleibt dein Werk in Segen und dein Gebeth am Thron. 6. O Schöpfer und Erhalter! o führ' auch uns so treu, und steh' uns noch im Alter mit deiner Hülfe bey. Ja, führ'uns, bis wir sterben, auf deines Sohnes Bahn, und Begräbniß-Lieder. 91 endlich nimm als Erben uns dort mit Ehren an! Eh. F. H. Sachse. Mel. Wenn mein Stünd/cin. FHLrwäge deine Sterb- lOL. lichkeit, und eile, fromm zu leben! Wie schnell, o Christ, entrinnt die Zeit, die dir dein Gott gegeben! Und würdest du auch noch so alt; die Jahre fliehn, und einst erschallt auch dir des Todes Stimme. 2. Und wie kann jemahls sich dein Herz nach hohem Alter sehnen? Du sehnest oft dich nur nach Schmerz, nach Schwachheit, Noth und Thränen. Das Alter ist nicht stets ein Glück; o hebe himmelan den Blick; nur da ist wahres Leben! 3. Wie mancher Alte wankt gebeugt, mit kindischem Verstände und allem Frohsinn abgeneigt, an seines Grabes Rande! Den Deinigen kein Helfer mehr, selbst hülfsbe- dürftig, seufzet er nach Ruh und nach Erlösung. 4. Schau' auf das Grab, und siehe hier das Ende aller Thränen. Was hilft's, mit ängstlicher Begier nach Erdenglück sich sehnen? Wie lange währet der Genuß? Dein Sinn wird stumpf, und Ue- berdruß ergreifet deine Seele. Z. O wohl dir, wenn dich edler Muth zum höher» Ziele leitet, und auch in's Alter dich ein Gut, das ewig ist, begleitet! Dann senke sich dein mattes Haupt; dann werde jeder Kraft beraubt: du hast noch Kraft, zu hoffen! 6. Ja, Hoffnung stärkt des Frommen Sinn am Ende seiner Tage. Sie schwanden wie ein Traum dahin mit ihrer Lust und Plage; doch seine Hoffnung schwindet nie, und Gott, sein Freund, erfüllet sie, und gibt ihm neues Leben. 7. So schlummre denn in Frieden ein, wenn dich das Alter drücket! O Christ, wie wohl wird dir da seyn, wo Jesus dich erquicket! Wie freudenvoll, wie jugendlich wird deine freye Seele sich im Vaterlands fühlen! I. W. Reche. Bey Beerdigung eines Predigers. Mel. Ich hab mein Sach' Gott. iMr hat sein Tage- 133.^ werk vollbracht, sein Wirken hemmt des Todes Nacht; ihm winkt der Herr; nun legt er ab den Hirtenstab; es öffnet sich für ihn das Grab. 2. Ach, unser Lehrer ruhet dort! Der Mund, aus welchem wir das Wort des Lebens 92 Begrä'bniß- Lieder. oft vernahmen, spricht nun länger nicht zu unserm Trost und Unterricht. 3. O möcht' uns sein Gedächtniß noch gesegnet seyn; o trüge doch der Same, den er ausgestreut, hierin der Zeit viel Früchte für die Ewigkeit! 4. Was je zur Lehr' und Besserung sein Fleiß gethan an Alt und Jung, was er gewirkt durch That und Wort an diesem Ort, das wirke noch in Segen fort. 3. O hätte keiner ihn betrübt! Wem er gedient, wen er geliebt, wen seine Hand durch Mildigkeit hier oft erfreut', der ehr'ihn noch durch Dankbarkeit! 6. Einst werden wir ihn wieder sehn, mit ihm vor Einem Richter stehn. Nimm uns, o Gott, in Gnaden an, daß jeder dann des Wiedersehns sich freuen kann! Mel. Es ist genug, so nimm rc. gesorgt! ^ Mein schweres Amt ist aus, und meine Ruhe da; der müde Geist verläßt das morsche Haus, wo er nur Thränen sah, und leget alle Sorgen wieder vor seines Jesu Throne nieder. Genug gesorgt! 2. Genug gewacht.'Die Augen sehnen sich nach Zions Augenlust; ein sanfter Schlaf zieht seinen Flor um mich, und stillet meine Brust. Im Grabe sieht man keine Mühe, und keinen Feind, vor dem man fliehe. Genug gewacht! 3. Genug gelehrt! Mein Mund schweigt in der Welt; doch in dem Himmel nicht, wo er mit Gott stets Unterredung hält, von hohenDingen spricht. Hier bin ich erst ein wahrerLeh- rer und Gottes ewiger Verehrer. Genug gelehrt! 4. Genug gelebt! Wenn man in Christo lebt und auch in Christo stirbt: das ist die Kraft, wenn uns der Tod begräbt, die nimmermehr verdirbt; der Balsam lässet nicht verwesen; so kann man ewiglich genesen. Genug gelebt! 3. Genug geweint? Ihr Augen, die ihr mich nicht mehr in Zion seht, mein Segenswunsch war immer väterlich, gedenkt an mein Gebeth! Von euch, die Jesus auserkoren, sei keiner, keiner je verloren! Genug geweint! 6. Genug geklagt! Ihr Pfänder meiner Treu, so viele euer sind, gedenkt, daß Gott so Mann als Vater sey, der immer treu gesinnt. Ihr werdet meinen Segen erben, so Begräbniß-Lieder. 93 kann ich ja bey euch nicht sterben! Genug geklagt! 7. Genug, genug! So laßt mich immer ruhn; hab' ich doch alles gnug. Gott wird euch wohl, geliebten Freunde, thun bis zur Vereinigung. Genug gesorgt, gewacht, gesaget, genug gelebt, geweint, gekla- get; genug, genug! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier rc. r^romm, wie er ge- V wandelt hat, endet sich, zum Trost der Seinen, unsers Lehrers Erdenpfad, und wir schaun ihm nach, und weinen. Ach, er hat uns treu belehret, und zum Guten hinge- kehret! 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet, und, gestärkt durch deinen Geist, vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad reiner Tugend bis an's Ende, und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seinerGruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist dem Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr die gute Saat, ausgestreut von unserm Lehrer, fruchtbar seyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, und des Himmels Erben werden. 6. Wenn wir dann einst um ihn stehn, und mit ihm zum Throne dringen, mit ihm den Erlöser sehn, dem wir Preis und Ehre bringen: ach, wer nennt die Seligkeiten, die dann ewig uns begleiten? 7. Gott, er ruhe sanft und mild, er, der uns dir näher führte! Unvergeßlich sey sein Bild jedemHerzen, das er rührte! Seine schönen Tugendlehren wollen wir durch Thaten ehren. Bey der Beerdigung eines Lehrers. Mel. Befiehl du deine Wege rc. .-i-«>or dir, o Gott, er- lOO. rO scheinen wir heute sehr betrübt; wir trauern, und wir weinen um den, der uns geliebt; den du uns, Gott, gegeben zum Lehrer und zum Freund, der endete sein Leben, noch eh' wir es gemeint. 2. Es war, so lang er lebte, sein eifrigstes Bemühn, sein 94 Wunsch, wonach er strebte, uns christlich zu erziehn; vergnügt war jede Stunde bey seinem Unterricht, es floß aus seinem Munde Ermunterung zur Pflicht. 3. Es waren seine Lehren dem guten Samen gleich, sie sollten auch vermehren durch uns der Tugend Reich; durch seine Herzensgute ward bey uns unvermerkt zum Guten das Gemüthe mit neuer Lust gestärkt. 4. So strömte großer Segen durch ihn auf uns herab; treu ging er auf den Wegen der Tugend bis an's Grab; er lebte nicht vergebens; er lebte seiner Pflicht; o schenke, Herr des Lebens! ihm jetzt auch hellres Licht. 5. Oft wollen wir bey Freuden in uns sein Bild erneun, und bey des Lebens Leiden uns seiner Lehre freun. Nach seinen guten Lehren gebrauchen unsre Zeit, heißt, noch im Tod ihn ehren, ist wahre Dankbarkeit. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Unerforschlich ist dein 44- Rath, Gott, wir bethen an, und schweigen! Ihn, der uns der Tugend Pfad pflegte liebevoll zu zeigen, unsern Lehrer nahmst du, Gott, von uns weg; ach, er ist todt! Begräbniß-Lieder. S. Jeder seiner Schüler weint; und gerecht sind unsre Thränen. Vater war er uns und Freund; aber, ach! kein banges Sehnen führet ihn zu uns zurück. Weinend folgt ihm unser Blick. 3. Er lebt in der bessern Welt, wo für seine Lehrertreue er von dir den Lohn erhält; wo er ohne bange Reue auf uns, seine Schüler, blickt, die im Leben er beglückt. 4. Sein Gedächtniß bleib' uns werth, unvergeßlich seine Liebe! Ja, was er uns hier gelehrt, wollen wir mit reinem Triebe immer üben. Gott, gib du seiner Asche sanfte Ruh! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt- --o«H>einGott! die Ar- 1^-0.^*4 beit ist zu Ende, die du mir aufgeleget hast; der Geist schwingt sich in deine Hände nach überstandner Schulenlast; der müde Leib sehnt sich nach Ruh', und eilet seinem Grabe zu. 2. Hier gab's der frohen Lebenstage für mich nur eine kleine Zahl, wohl aber viele Noth und Plage; nun bin ich, fern vom Thränenthal, mit Himmelssegen ausgeschmückt, wo mich kein Leid, kein Schmerz mehr drückt. 3. Drum nimm, mein Gott! Begräbniß-Lieder. 95 die Bücher wieder, die du auf Erden mir vertraut; ich mach' sie zu; ich leg' sie nieder, weil jetzt mein Geist was Bessers schaut; ich sehe dort mit Freuden an die Bücher, die du auf- gethan. 4. Die Schul' ist aus und aus mein Leiden; nun hab' ich einen bessern Lohn; ich lebe jetzt in Ruh und Freuden, und stimme nun in höherm Ton, als ich auf Erden einst gethan, ein dankend Hallelujah an. 5.0 steh', Allgütiger, den Meinen und auch der liebenZu- gend bey! Sorg' du für sie—es sind die Deinen!— daß ihnen nichts mehr schädlich sey. Dein Wortmach'ihnenrecht bekannt, und halt' sie, Herr, in deiner Hand. 6. Ihr aber, die ihr auf der Erden noch in die Kreuzesschule geht, denkt nach, wenn ihr wollt selig werden, wie es um eure Seele steht? Liebt Gott und glaubt an seinen Sohn! — das sey die letzte Lection. Bey der Beerdigung edler, verdienstvoller Personen. Mel. Wo ist Jesus, meine rc- 4 7^.Herr, der ewig lOr/. herrscht und lebet, öffne deines Himmels Thor, eines Frommen Seele schwebet aus der Welt zu dir empor. Dir mit Sehnsucht und Vertrauen hat er liebend sich geweiht; laß ihn nun dein Antlitz schauen in des Himmels Herrlichkeit. 2. Dir hat in der Prüfung Schwüle er gedient mittreuem Fleiß; gib ihm nun den Lohn am Ziele, und vergilt mit Heil und Preis. Selig, die sich rein bewahren vor Befleckung niedrer Lust; von dem hohen Unsichtbaren wohnt ein Bild in ihrer Brust. 3. Selig, die nach Schätzen streben in der ew'gen Geisterwelt; ihre bessern Freuden leben, wenn der Leib in Staub zerfällt. Selig, die zum Frieden kommen nach den Kämpfen dieser Zeit; endlich sind sie aufgenommen in die Ruh der Ewigkeit. 4. Nicht wen schnöde Wollust blendet, nicht wen Menschengunst erhebt, nur allein wer selig endet, hat hienieden gut gelebt. Du wirst ihm im Tod erscheinen, du, der seine Hoffnung war, wirst ihn dort mit dir vereinen und derAuser- wähltenSchaar! 3. Nimm auch uns in deine Hände, führ' uns einst zum Frieden ein, und wie dieses Frommen Ende laß auch unser 96 Begräbniß- Lieder. Ende seyn. Daß wir ewig bey dir wohnen, auf des Himmels heil'gen Höhn, und, geschmü- cket mit den Kronen der Gerechten, vor dir stehn! Mel. Jesus, meine Zuversichtrc- .,^ Frieden deiner Asche 140. H hier, S-Nst-Nl. schlafner! Gottes Frieden! Deine Freunde gönnen dir diese Ruh', die Ruh' der Müden! ob ihr Herz gleich dich vermißt, und von Schmerz zerrissen ist. 2. Wohl dir, da dupflicht- getreu durch der Prüfung Land gewandelt, da du ohne Menschenscheu immer gut und recht gehandelt, da dein Herz, indem es brach, einen Himmel dir versprach. 3. Won der Erde Thränen- saat erntest du dort Freuden- Aehren, während auf dem Dornenpfad hier sich unsre Leiden mehren, bis, wenn uns das Grab umschließt, unsre letzte Thräne stießt. 4. Wohl dir nun! Genieß' dein Glück über diesem Thal der Thränen! Keiner wird sich mehr zurück in dieß Erdenleben sehnen. Heil dir! Freudig wandelst du dort stets neuer Wonne zu. 3. Freunde, die wir trauernd hier auf des Todten Asche weinen, bald geschieht's vielleicht, daß wir uns mit seinem Staub vereinen. Unver- muthet kommt die Zeit, die uns an die Todten reiht. 6- Wohl uns, wenn Gewissensqual uns dann nicht den Tod verbittert, wenn kein Fluch— ruhn wir einmahl — unsern Staub im Grab erschüttert; wenn uns Segen in die Gruft jeder Edle niederruft. 7. Drum laßt uns den Wan- derstab mit der Tugend Blumen schmücken; dann führt uns der Tod durch's Grab zu der Ewigkeit Entzücken. Wer der Tugend lebt, stirbt nie, stürb' er früher auch, zu früh. Mel. Herzlicbster Jesu, was rc. ... Hsm Grabe stehn wir, ach! und opfern Thränen, und schaun hinab mit wehmuthsvollem Sehnen. Du hast, o Gott, den Redlichen, den Frommen von uns genommen. 2. Er liebte dich, und strebte, deinen Willen gewissenhaft, gleich Zesu, zu erfüllen. Bescheiden war und still und dir ergeben sein Erdenleben. 3. Mit ihm ist uns ein Freund in's Grab getragen. Sein edles Herz wird nicht mehr für uns schlagen, sein Umgang uns nicht Freude 9? Begräbniß- Lieder. mehr bereiten, sein Rath nicht leiten. 4. Du bist der Herr, und heilig ist dein Wille, und wer dich ehrt, ist demuthsvollund stille. Du krönest sie, die käm- pfend überwanden, in höher» Landen. Z. Nimm Preis und Dank! Du hast in diesem Leben zu unserm Glück den Edlen uns gegeben! Nimm Preis und Dank! Du hast zu deinen Frommen ihn aufgenommen! 6. Wie er den Geist befahl in deine Hände, wie er entschlief, so sey auch unser Ende! Hilf uns ihm nach, und bring' uns, wenn wir scheiden, zu seinen Freuden! 7.0 Wonne, wenn wir dort vor deinemThrone den Redlichen in seiner Siegeskrone, um uns mit ihm auf ewig zu verbinden, einst wieder finden! Bey der Beerdigung Eines, der lange krank gewesen. Mel- In allen meinen Thaten- , Mr'e wohl thust du «4V Herr Deinen, o Gott, nach langem Weinen, wenn sie der Tod befreyt; die in der Nächte Stille oft seufzen: Herr, dein Wille gescheh' an mir; ich bin bereit! 2. Nach langem Kampf hie- nieden ersehnte sich den Frieden, der hier im Sarge ruht. Gedrückt von den Geschäften bey schwachen Lebenskräften, verlosch sein sonst so heitrer Muth. 3. Kein Arzt das Uebel dämpfte, die Kunst zwar lange kämpfte mit Krankheit um den Sieg, bis endlich zum Entscheiden sich endete fein Leiden, verstummend seine Klage schwieg. 4. Er fand in Lodes-Armen mit seiner Noth Erbarmen; er heilte seinen Schmerz. Nach Seufzen:«ach, wie lange, ist meiner Seele bange!" stand still das matt bewegte Herz. 5. Sein Jammer hat ein Ende; wir heben unsre Hände zu Gott anbethend auf; er schaffte Ruh' den Müden, und lenkte hin zum Frieden des Dulders schweren Pilgerlauf. 6. Heil ihm, er hat vollendet, und seine Seele wendet zu Gott sich himmelan! Der Erdennoth entschwunden, hat er erfreut gefunden das Ziel von seiner Dornenbahn. 7 98 Begräbmß- Lieder. Bey der Beerdigung dann bringen wir in des Voll vollendeter Dulder. Mel> Nun lasset uns den Leib. 4/" Mllendeteri(Voll. 1^^). endete!) hier um dein Grab stehn wir mit stiller Wehmuth her. Wir senken deinen Leib hinab, und sehn hie- nieden dich nicht mehr. 2. Heil dir! Kein peinliches Gefühl, kein Kummer foltert mehr dein Herz. Dein Grab ist friedlich, still und kühl, und seine Ruhe stört kein Schmerz. 3. Heil dir! dein Todeskampf war heiß; doch Gott vernahm dein Angstgebeth. Verwischt ist nun der Stirne Schweiß, der Thränen letzte Saat gesät. 4. Heil dir! Dem Lhränen- thal entflohn, wo man hier deinen Staub begräbt, genießt dein Geist der Tugend Lohn vor Gott, wo dein Erlöser lebt. 3. So schlummre denn, durch nichts geschreckt, bis unsers Gottes Tag erscheint, wo Christus seine Freunde weckt, und ewig sie mit sich vereint. 6. In froherHoffnuna beß- rer Welt enteilen wir nun deiner Gruft, und wandeln, wie es Gott gefällt, bis er auch uns zum Lohne ruft. 7- Dann sehn wir dich, endersHeiligthum voll frohen Dankgefühls mit dir Anbe- thung ihm und Preis und RuhM. F. Mohr. Mel. Es ist gewißlich an rc. 4/.,. Mrzag', o Erden- pilger nicht, und halte fest am Glauben; wenn gleich des Ungemachs Gewicht dich drückt, laß nichts dir rauben dieHoffnung: jede Erdennoth werd' liebevoll von deinem Gott für dich zum Heil gelenket. 2. Ist lastend auch des Tagwerks Joch, drückt dich des Tages Schwüle: getrost! es bringt der Abend doch Erleichterung und Kühle. Nach Arbeit, Kampf, Ermattung winkt, wenn Gottes schöne Sonne sinkt, Ruh', Freude und Erquickung. 3. Auch der(die) Entschlummerte hat schwer des Lebens Last getragen; oft rief er(sie) seufzend:»Gott, mein Herr! wann enden meine Plagen? Hast du denn ganz verlassen mich? soll nimmer deine Hülfe ich und deinen Trost empfinden 4.»Der trüben Tage zählt' ich ja genug, voll Schmerz und Kummer; und o wie manche Nächte sah mein Auge keinen Begräbniß-Lieder. 99 Schlummer! Erscheine, Gott der Rettung, du, und schaff' mir Armen Hüls' und Ruh'; send' der Befreyung Stunde!" 5. Die lang ersehnte Stunde kam, mit ihr Triumph und Freuden. Hinweg von dem (der) Gedrückten nahm der Tod das Joch der Leiden; er nahm ihm(ihr) jede Bürde ab, und führte ihn(sie) in's stille Grab, wo alle Trübsal endet. 6. Entfesselt schwang die Seele sich aus ihrer Erdenhülle zur Himmelsheimath wonniglich, wo Seligkeit in Fülle sie lohnt; wo jedem Dulder Gott, wenn er getreu blieb, bis in Tod, des Lebens Krone reichet. 7. Drum, Leidender, verzage nicht, wenn lang dein Elend währet. Einst wird die Nacht in Helles Licht, das Leid in Freud' verkehret. Mußt du mit Thränen säen hier: getrost! dort winket dir dafür die Ernte ew'ger Freuden! z. Kalchbr-e„„-r. Bey der Beerdigung eines plötzlich Gestorbenen oder Verunglückten. Mel. Christus, der ist mein Leben. der tiefen 1^0. oO Trauer, die unser Herz erfüllt? Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild. 2. Was ist des Menschen Leben? was ist des Menschen Kraft? O Gott, von Angst umgeben, wird er oft hingerafft! 3. Gesund und muthkg schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und, ach! er ist nicht mehr! 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. .5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. §. Doch alles, was geschiehet, erfolgt auf dein Geboth. Du willst: der Tod entfliehet! Du willst: so kommt der Tod. 7. Ach, dieß nur macht uns stille. Wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, all- weise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück, und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plötzlich niederreißt, darf unser Geist dir trauen; du liebest unsern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben; er eilet nur hervor, 7* 1W Begräbniß- Lieder. entreißt sich dem Verderben, und schwebt zu dir empor. 11. O lehr' uns wachen, bethen, und stets besonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken: Der Tod war nur Gewinn. I. W. Reche. Beyder Beerdigung eines Fremden oder Reisenden. Mel. Werde munter, mein Gem. . H/llso kann des Todes Banden nirgends sich der Mensch entzieh»? Zög' er auch nach fernen Landen, wäre Rettung nicht für ihn. Einen Fremdling zu bestatten, stehn an diesem Sarge wir. Fern von seiner Heimath Schatten, liegt im fremden Land er hier. 2. Er zog aus der Vaterhütte, hoffend, in die weite Welt; doch ihm ward in unsrer Mitte ungeahnt ein Grab bestellt. Seine Wohlfahrt wollt' er gründen, sichern sich ein beßres Glück; doch bestimmt, den Tod zu finden, kehrt er nimmermehr zurück. 3. Fruchtlos hoffen noch die Seinen, denken an sein Wohl- ergehn; doch sie werden ihn beweinen, und auf Erden nie mehr sehn. Aber wo der Christ auch sterbe, bey den Seinen oder fern, er ist Gottes Kind und Erbe, und die Erde ist des Herrn. 4. Reißt uns doch, so lang wir wallen, stets der Zug des Wechsels fort. Keiner, keiner hat von Allen einen sichern Zufluchtsort. Drüben erst im andern Leben, wo,befreytvoneit- lemTand, die entbundnen Geister schweben, drüben ist das Vaterland. Z. Drüben wird einst unsre Wohnung in des Vaters Hause seyn, drüben Ruh uns und Belohnung nach der Pilgerschaft erfreun. Selig dann,wer, heimgekommen aus dem Sturm der Zeitenfluth, mit den auser- wählten Frommen in des Vaters Hause ruht! Msl. O Gott, du frommer Gott. .,.^7 KAir Sterbliche sind 14/. hier nur Pil- grimme und Gäste; scheint unser Platz auch noch so dauerhaft, so feste: er bleibet wandelbar; das Schicksal treibt uns fort; ununterbrochne Ruh' si'nd't sich an keinem Ort. 2. Das Erdenleben ist nur eine Pilgerreise in's wahre Vaterland. Wohl jedem, der Begrä'bniß- Lieder. INI sich weise auf ihr beträgt; in Noth und Stürmen stehet fest, und sich von seinem Ziel durch nichts entfernen läßt. Z.Zwar kommt der Reisende nicht stets erwünscht zum Ziele; er trifft auf seiner Bahn der Hindernisse viele; es halten Krankheit, Schmerz und Ungemach ihn auf; der Tod ereilet ihn, und hemmet seinen Lauf. 4. Auch dir gelang es nicht, dieHeimath zu erreichen. Ereilt vom Tod, mußt du als Fremdling hier verbleichen; von treuen Freunden fern, mußt deinen Pilgerstab du nieder legen hier, und wandern in das Grab. 5. Doch es ist Gottes Will', und der ist immer weise. Zwar kannst hienieden du nicht enden deineReise; doch führet dich der Tod der ew'gen'Heimath zu, wo müden Pilgern winkt un- unterbrochne Ruh! Bey der Beerdigung eines Schwermüthigen, der sich selbst das Leben nahm. Mel. O Haupt voll Blut rc. Aspik einem Herz voll l^io. Trauer stehn tief gerührt wir da, und denken nur mit Schauer an das, was, ach! geschah. Ein Leben hat geendet, noch eh' der Herr es nahm' der Geist, vom Wahn geblendet, erlag des Herzens Gram. s. Ihn(sie), der sich selbst vernichtet, umfängt nun bald das Grab. O du, der gnädig richtet, sieh'schonend hier herab! Wir flehen, ach! wir flehen: Nimm seine(ihre) Seele an; laß Gnad' für Recht ergehen; vergib, was er(sie) gethan! 3. Der einst den Tod gelitten für unser Seelenheil, hat auch für ihn(sie) erstritten Vergebung, Gnad' und Heil. Verleih' ihm(ihr), was hie- nieden der trübe Geist nicht fand, verleih' ihm(ihr) Seelenfrieden nun in dem bessern Land! 4. O sende Trost den Seinen(Ihren), und lindre ihren Schmerzend wenn sie muthlos weinen, so stärke du ihr Herz! Uns aber laß durch's Leben mit heitrer Seele gehn, stets nach dem Himmel streben, und einst dein Antlitz sehn! I. Glay. Bey der Einweihung eines Gottesackers. Mel. O du Liebe, meiner Liebe rc. friste Gräber einzu- 4^ weihen, stehn wir, Ewiger, vor dir! Du wirst hier die Saaten streuen, uns auch 102 Begräbniß- Lieder: wirst du säen hier! Uns die Le- ziehen zu des Friedhofs Tho- benden, als Todte; uns, die ren, als ein Staub, der bald Blühenden, erblaßt; viel' im zerfällt. Frühlings-Morgenrothe, viel' 5. Manche Thräne wird erschöpft von Alters-Last. dann fließen: trockne du sie, 2. Laß in Demuth uns em- Vater, ab! Manchen wird das psinden, daß wir Staub und Grab umschließen: sey du Ajche sind, gleich des Feldes Trost an jedem Grab! Stärk' Blumen schwinden, überhaucht uns hier durch Christi Stärke! von heißem Wind. Alle wird Gib uns Kraft aus seinem Tod, man hier versenken in die Tie- Grabesruh nach gutem Werfe, still und kühl. Lehr' uns ke, Seligkeit bey dir, o Gott! hier den Tod bedenken, weih'§. Laß uns über Lodes- uns hier durch sein Gefühl, grauen an der offnen Gräber 3. Lehre du uns, Herr, wie Rand mit des Heilands Bli- nichtig alles eitle Streben sey, cken schauen nach dem ew'gen wie vergänglich und wie flüch- Vaterland! Wenn beym Ster- tig Freud' und Gut verwehn beglocken-Tone man die Lieb- wie Spreu! Richte jeden Blick sten uns begräbt, dann zeig' nach oben, jedes Streben him- uns die Siegerkrone, die auf melwärts, daß der Geist, em- uns hernieder schwebt, porgehoben, stärker werd' in 7. Laß uns All', als Lhrä- Freud' und Schmerz! nenwerthe, eingehn zu der letz- 4. Weih' auf unsern künft'- ten Ruh'! Sanfter schläft der gen Grüften uns zur Lieb'und Vielentbehrte, und sein Licht Demuth ein! In der Gräber im Grab bist du! Dann laß dunklen Klüften glänzt kein fröhlich uns erstehen, Herr, zu Gold, kein eitler Schein. Arm deiner Herrlichkeit! Ewig und nackt sind wir geboren, blüh' auf deinen Höhen, was arm verlassen wir die Welt, du hier in's Grab gestreut! 103 vill. Andenken an edle undgelrebte Vollendete. Mel. Alle Menschen müssen. ^ AAer mit Lust und 1Ü0. Eifer strebte, nützlich seiner Welt zu seyn; wer nicht bloß für sich nur lebte; Menschen suchte zu erfreun: des Gedächtniß bleib' und daure; seine Nachwelt klag' und traure; wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann! 2. Unvergeßlich sey sein Nahme! Nur die Sünder treffe Schmach! Jeder folg'ihm, jeder ahme seiner Tugend Thaten nach! Sanft und heiter strahl' er immer,wie derZlbend- röthe Schimmer sanft und lieblich Gottes Welt, eh' es Nacht wird, noch erhellt. 3. Denn so kehren seine Thaten segnend in die Welt zurück; bleiben immer reiche Saaten für der Nachwelt Heil und Glück. Gott, der Richter aller Welten, wird sie öffentlich vergelten; jede bringt er einst ans Licht; bloß der Fehler denkt er nicht. 4. Darum schaue diese keiner, um sie zu enthüllen, an; denn wo lebt auf Erden einer, der nicht irre gehen kann? Der nicht stets ganz reinen Triebe seiner Tugend schont mit Liebe, wer sich nur des Guten freut; hüllt sie in Vergessenheit. Z. Preist den Herrn und seine Liebe, daß sein Tod, der euch betrübt, Reitz zum Guten, Lust und Triebe, ähnlich ihm zu werden, gibt! Preist den Herrn, daß seine Gnade ihn der Tugend sichre Pfade wandeln ließ,und bis an'sGrab dazu Licht und Kraft ihm gab. 6. Älso ehret, edle Brüder, wenn sie nun im Frieden ruhn; denn so wird man einst euch wieder, wenn ihr ihnen folget, thun. Fortzupflanzen eure Nahmen, eure Tugend nachzuahmen, euer Beyspiel zu erneun, wird sich eure Nachwelt freun. 7. Wenn ihr sterbet, wird sie klagen: wieder starb ein edler Mann! Gott belohn' ihn! wird sie sagen, nimm auch ihn zu Ehren an! Laß ihn deinen Himmel erben! Laß uns seines Todes sterben! Preis und Unvergänglichkeit dem, der gut zu seyn sich freut! I. A. Cramer. IM Andenken an edle und geliebte Vollendete. Mcl- Hilf, Herr Jesu, laß rc. .-. Gedächtniß allöl. ler Guten, aller edlen Seelen sey theuer uns, der Nachwelt heilig. Bon d-s Irrthums Banden frey, schöpfen sie in lichter Klarheit aus der Quelle ew'ger Wahrheit; 2. Ernten nun den reichsten Segen von der Tugend Kampf und Müh', und uns dringt der Ruf zum Herzen: Wirket, kämpfet, lebt, wie sie! Nennt mit Dank der Edlen Nahmen, und strebt, ihnen nachzuahmen. 3. Wer im Stillen Gutes wirkte, wer durch Lehre, Rath und That liebreich Schmerz und Leid gemildert, Bruder- wohl befördert hat; wer als Menschenfreund gehandelt, fromm und schuldlos hat gewandelt; 4. Und wer für der Wahrheit Rechte, für der Tugend Heiligthum, für der Menschheit besten Segen, für des Geistes höchsten Ruhm willig Ruhe, Glück und Leben hat zum Opfer hingegeben: Z. Das Gedächtniß solcher Edlen soll uns Allen heilig seyn, rufen uns mit lauter Stimme: Weiht euch für den Himmel ein; strebt durch Frömmigkeit auf Erden ihnen ähnlicher zu werden! 6. Gott, zu deinem Himmel heben wir des Geistes Blick empor, wo die Guten ewig leben in der sel'gen Geister Chor! Gib uns, dorthin aufzustreben, Kraft zum tugendhaften Leben! Mel. Freu' dich sehr, o meine rc. . k-n Wichet s^ft in Got- tes Frieden, ihr, die, hier begrüßet kaum, frühe schon dahin geschieden aus des Lebens Morgentraum; und die erst nach langer Qual aus der Erde dunklem Thal mit zerrißnem Herzen schieden:— all' ihr Seelen, ruht in Frieden! 2. Die nach Irdischem nicht strebten, ew'ges Glück in Hoffnung sah'n, treu der ernsten Pflicht nur lebten, trotz der dornenvollen Bahn, und, wie groß das Opfer war, freudig ihr es brachten dar; ungern drum vom Wirken schieden:—ruhet, ruhet sanft, ihr Müden! 3. Die sich still nach Liebe sehnten, wie der Mensch dem Menschen gibt, einsam ihren Pfand bethränten, ach! verkannt und ungeliebt, und von deren treuer Hand kaum E i n Herz den Druck verstand, die doch liebend, segnend schie- Andenken an Me und geliebte Vollendete. Lü, den:— ruht, ihr Dulder, ruht in Frieden! 4. Die nicht Glück, nicht Muhe kannten auf des Kampfes offnem Feld; aber Muth und Stärke sandten in die tief entschlafne Welt; die die Geister aufgeweckt, nie durch Menschenfurcht geschreckt; die noch mahnend, warnend schieden:— ruht, ihr Edlen, ruht in Frieden! Z. Alle Geister, die, voll Klarheit, streitend für das Heiligthum, wurden Märtyrer der Wahrheit, suchend nicht des Streitens Ruhm; die auf ihrem Pfad im Licht hin sich opferten der Pflicht, und als Sieger Gottes schieden:— ruht, ihr Kämpfer, ruht in Frieden! 6. Ruht auch ihr, o theure Seelen, die ihr meiner Tage Glück, bey des Lebens Drang und Quälen, trugt in eurer Liebe Blick! Dort noch, in des Vaters Reich, mit euch selig, dank' ichs euch. Ach, daß ihr dahin geschieden!— Ruht, ihr Lieben, ruht in Frieden! I. G. Jacobl. Mel, Ach, bleib mit deiner rc. Muht unter Gott, loH.»>4- ihr Frommen! Ruht unter seinem Dach. Ist euer Licht verglommen: bleibt doch der Wächter wach. 2. Der alles Leid geendet, das müde Wandrer traf, hat euch den Schlaf gesendet, und hüthet euren Schlaf. Z. Da rührt das Herz kein Jammer und keine Qual mehr an; kein Ach! tönt aus der Kammer, die Gott euch aufgethan. 4. Er führt in Himmelsräumen der Geister sel'gen Lauf; da geht in schönen Träumen die neue Welt euch auf. 3. Kein Auge sah die Palmen, die dort um Sieger wehn; kein Ohr vernahm die Psalmen, womit sie Gott erhöhn. 6. Hoch über unsernWegen, da wohnt der Frommen Glück. Ihr Grab, ihr Bild, ihr Segen bleibt tröstend uns zurück. 7. Ruht unter Gott, ihr Frommen! Ruht unter seinem Dach! Es wird ein Morgen kommen, da seyd ihr ewig wach. 8. Und wir mit euch, ihr Lie- ben? wenn Gottes Stimme rief, was wach im Herrn geblieben, und was im Herrn entschlief. 9- Sein ist des Lebens Gabe, sein ist auch unsre Gruft. 106 Andenken an edle und geliebte Vollendete. Preis ihm, der uns zum Grabe und zum Erwachen ruft! Eh. F. H. Sachse. Mel. O Haupt voll Blut und. Wir denken, Gott, der Lieben, die nun im Grabe ruhn; w i r sind zurückgebliebener e sind befriedigt nun! Wie wir in frühern Jahren, vereint durch Herz und Haus, so froh beysammen waren, das preßt uns Thränen aus. 2. Was Einer fühlt' und dachte in manchem lieben Jahr, das sprach sein Mund, das brachte sein Herz dem Ändern dar. Sie sahen unsre Wunden; sie kannten unser Leid; sie haben froher Stunden mit uns sich oft gefreut. 3. D Gott, das ist vergangen! was irdisch ist vergeht; doch inniges Verlangen nach ihrem Glück besteht. Gib ihnen Wohlergehen in deiner bessern Welt; laß uns sie wiedersehen, wenn unser Leib zerfällt! 4. Sie fehlten oft; doch dessen gedenken wir nicht mehr; vergessn sey's, vergessen; nicht fehlen, ist so schwer! Ihr Gutes aber treibe zum Guten uns, zum Dank; ihr Gutes alles bleibe uns theuer lebenslang! 5. Die Hüllen sind gefallen, die Fehler blieben nicht. Wo nun die Lieben wollen, ist Friede, Recht und Licht. Wir wollen würdig handeln; nicht lang ist unsre Bahn; zu dir, o Vater! wandeln wir ihnen gleich hinan. 6. Noch manche sind geblieben; wir wollen fromm und rein und lebenslang sie lieben, und ihrer Lieb' uns freun. Die Lebenden und Todten bewachst du, Herr der Herrn! Was dein Gesetz gebothen, vollbringe jeder gern. 7. Es ist des Geistes Hülle, was sich zum Grabe neigt, wenn zu der Wonne Fülle der Geist befriedigt steigt! Getrost, wir sehn uns wieder; wir sehn in reinem Licht all' unsre Lieben wieder, und trennen uns dann nicht. 8. Laß trocknen unsre Thränen, sich lindern unser Leid, und stille, Herr, das Sehnen nach lautrer Seligkeit. Wir wollen dir auf Erden mit fester Hoffnung traun, und reines Herzens werden, damit wir einst dich schaun! G. W- C. Starke. Anhang zu den Gesängen über Tod, Grab und Unsterblichkeit. I. Lehre und Trost. i. W° *as ist unser Leben?— Ein Hauch der nährenden Lüfte, Die mit dem Athem uns Dauer und Seele verleihn. Weigert uns die Natur nur Einen nichtigen Lufthauch, O so flieget der Geist schnell wie ein Schatten davon! Und wir Arme prangen mit uns und bilden uns hoch ein, Wir, die ein Athem der Lust nähret und wieder verweht. 2. Eine gefährliche Schifffahrt ist der Sterblichen Leben, Oft ergreifet der Sturm unser gebrechliches Schiff, Und das Glück am Ruder, es lenkt uns hierher und dorthin; Zwischen Hoffen und Furcht schweben wir wechselnd umher. Der hat glückliche Fahrt, unglückliche dieser, und alle Nimmt Ein Hafen zuletzt unter der Erde uns auf. 3. Der Geborene wird zum Tode geboren. Der Himmel Hat es geordnet so; keiner entgehet dem Schluß. Moses starb, selbst Moses, der Freund des göttlichen Ausspruchs, Und so gehen auch wir, Einer und Alle dahin. Lebe du rein, o Mensch l der Reine wandelt zum Himmel, Und dort gilt es ihm gleich, lebt' er hier kurz oder lang. Herder. 4. Still will ich harren, hoffen, lieben, Und glauben, wo es glauben gilt, Bis einst am andern Ufer drüben Sich mir die Wahrheit selbst enthüllt! Bürde. 109 Lehre und Trost. Jenseits wirst du Ruhe finden, Herz, das hier sie nirgends fand! Alle Fesseln, die dich binden, Löst ein Freund mit kalter Hand; Klippen, die dir Schiffbruch drohten, Aengsten länger nicht den Todten, Der, in festen Schlaf gewiegt, In der stillen Tiefe liegt. Was ich zu beweinen habe, Irrthum, Thorheit, Selbstbetrug, Alles scheidet sich im Grabe; Nichts erschwert des Geistes Flug; Nie ermüden ihm die Schwingen, Rastlos wird er weiter dringen, Und auf unbegrenzter Bahn Sich dem Ziel der Wahrheit nahn! 6. Pilger in den Trennungsthalen, Waller zwischen Todtenmahlen, Staubgeborne, trauert nicht! Durch des Grabes ernste Schatten Führt der Weg in Edens Matten, Durch die Nacht zum ew'gen Licht. Und in dieses Lichtes Strahlen, Und in jenen Friedesthalen Schwinden alle Lebenswehn. Thränen, die den Todten flössen, Thränen, Trennung, dir vergossen, Fließen hier dem Wiedersehn! 7. Wir werden seyn, wir werden einst des Schönen Und Guten inniger und seliger uns freun; Und himmlischer wird unser Leben tönen, Mit schönen Seelen im Verein. Bürde. Kosegarten. 11V Lehre und Trost. Dann wird dem edlen, frommen Späher Der heilige Verhüllte näher, Und lichter, stiller wird's um seine Tugend seyn. Erheben wird sie sich auf freyerm Flügel Hin durch das neue Reich der Zeit, Und Heller strahlen wird an ihrer Stirn das Siegel Der heiligen Unsterblichkeit! Unsterblichkeit! Gedanke, der du Leben Und Licht und Daseyn strahlst, und über Zweifel siegst, Wie hoch kannst du den Menschen heben, Wenn du den Menschen überstiegst! Wenn Graun der Nacht an meinem Pfade lauscht, Dann leuchte du herab aus deines Lichtes Fülle. Erhebe mich, wenn laut das Leben mich umrauscht, Zur Ruhe deiner Geistesstille! Geheim entlaubt die dunkle Hand den Wald, Und Schweigen ruht um längst versunkne Trümmer; Du trittst hervor in deinem leisen Schimmer Wie eine rettende Gestalt. Du winkst, wenn mir die letzte Thrän' entfließet, Mich zur Vergötterung hinauf; Ein Mensch, ein müder Pilger schließet, Ein Seliger beginnet seinen Lauf! Tikdge. 6. Der Schlüssel zum Grab. ,,O schönstes, liebstes Kind, fest hinunter gesperrt in's tiefe, dunkle Haus, ewig halt' ich den Schlüssel deiner Hütte, und niemahls, niemahls thut er sie auf!« Da zog vor der jammernden Mutter die Tochter blühend und glänzend die Sterne hinan, und rief herunter:«Mutter, wirf den Schlüssel weg! Ich bin droben, und nicht drunten.« I. P- Richter. Lehre und Trost. 111 9- „Wer ein tugendhaft Weib gefunden, hat einen größer» Schatz, denn köstliche Perlen.«— Einen solchen Schatz hatte Rabbi Meir, der große Lehrer gefunden. Er saß am Sabbath in der Lehrfchule und unterwies das Wölk. Unterdessen starben seine beyden Söhne, beyde schön von Wuchs und erleuchtet im Gesetze. Seine Hausfrau nahm sie, trug sie auf den Söller, legte sie auf ihr Ehebette, und breitete ein weißes Gewand über ihre Leichname. Abends kam Rabbi Meir nach Hause.— Wo sind meine Söhne, fragte er, daß ich ihnen'den Segen gebe?— Sie sind in die Lehrfchule gegangen, war ihre Antwort.— Ich habe mich umgesehen, erwiederte er, und bin sie nicht gewahr worden. Sie reichte ihm einen Becher, er lobte den Herrn zum Ausgangs des Sabbaths, trank, und sagte abermahls: Wo sind meine Söhne, daß sie auch trinken vom Wein des Segens?— Sie werden nicht weit seyn, sprach sie, und setzte ihm vor zu essen. Er war guter Dinge, und als er nach der Mahlzeit gedankt hatte, sprach sie: Rabbi, erlaube mir eine Frage.— So sprich nur, meine Liebe! antwortete er.— Bor wenig Tagen, sprach sie, gab mir jemand Kleinodien in Verwahrung, und jetzt fordert er sie zurück. Soll ich sie ihm wieder geben? — Dieß sollte meine Frau nicht erst fragen, sprach Rabbi Meir. Wolltest du Anstand nehmen, einem jeden das Seine wi^er zu geben?— L nein! versetzte sie; aber auch wieder geben wollte ich ohne deinVorwissen nicht. Bald darauf führte sie ihn auf den Söller, trat hin, und nahm das Gewand von den Leichnamen.— Ach, meine Söhne! jammerte der Vater; meine Söhne— und meine Lehrer! Ich habe euch gezeugt, aber ihr habt mir die Augen erleuchtet im Gesetze.— Sie wendete sich hinab, und weinte. Endlich ergriff sie ihn bey der Hand und sprach: Rabbi, hast.du mich nicht gelehrt, man müsse sich nicht weigern, wieder zu geben, was uns zur Verwahrung vertraut ward? Siehe, der Herr hat's gegeben, der Herr 112 Lehre und Trost. hat's genommen; der Nahme des Herrn sey gelobet!— Der Nahme des Herrn sey gelobet! stimmte Rabbi Meir mit ein. Wohl heißt es:„Wer ein tugendhaft Weib gefunden, hat einen größern Schatz, denn köstliche Perlen. Sie thut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre." 10. Nein, umsonst ist nichts geboren; Unser harrt ein schönres Loos. Was hier starb, ruht unverloren In des ew'gen VaterS Schooß. Süße Hoffnung, schöner Glaube! Alles schwinget einst vom Staube, Nach vollbrachtem Pilgerlauf, Herrlicher zu Gott sich auf. 11. Kosegartcn. Die Tugend kann nicht untergehen, Die werth des Himmels ist, und keinen Himmel fand. Wiedersehn, ach Wiedersehn In des Himmels Lenzgesilde— Komm', Gedanke, himmlisch schön, Komm' in deiner Huld und Milde; Kühle freundlich unsern Schmerz, Heile sanft das wunde Herz. O Gedanke! hell wie Tag! Hoffnung, süß wie Engelflüstern! Werd' in unsrer Seele wach, Wenn uns Trauerschatten düstern! Trennungsschmerzen, Todeswehn, Schwinden dir, o Wiedersehn! Kosegarten. 8 II. Leichen-Collecten. Allgemeine. i. Jesus Christus ist die Auferstehung und das Le. den! Halleluja! Wer an ihn glaubet, wird nicht sterben ewiglich! Halleluja! oder Leben wir, so leben wir dem Herrn. Halleluja! Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Halleluja! Allmächtiger, ewiger Gott und Vater! Herr über Leben und Tod! Dieser unser Mitbruder(diese unsere Mitschwester) ist nach deinem gerechten und heiligen Willen verschieden, und in die Erde, worein wir alle verwandelt werden müssen, gesenkt worden. Darum bitten wir dich, Gott und Vater aller Menschen, verleihe ihm(ihr) eine sanfte Ruhe, bis an den Tag deines Sohnes Jesu Christi, welchen du zum Richter der Lebendigen und der Todten verordnet hast. Alsdann aber erwecke ihn(sie) zum ewigen und unsterblichen Leben, um der Auferstehung Zesu Christi, deines lieben Sohnes, unseres Herrn, willen. 114 Leichen-Collecten. s. Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben? Halleluja! Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Halleluja! Herr Gott, Mater und Herr unseres Lebens, der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommet wieder, Menschenkinder! wir wissen, daß wir nicht ewig leben können, sondern durch den Tod verwandelt werden müssen; darum bitten wir dich, lehre uns unser Leben in deiner Furcht führen und beschließen, damit wir zu deiner Ruhe eingehen, und dereinst ewig leben mögen, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn! 3. Herr! lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen. Halleluja. Wir bedenken das Ende, damit wir klug werden. Halleluja. Gnädiger Gott, barmherziger Mater, der du unserem Leben ein Ziel gesetzt hast, das wir nicht überschreiten können! wir bitten dich, lehre uns die Kürze und Flüchtigkeit unsrer Tage recht bedenken, damit wir zur Klugheit der Gerechten gelangen, und von allem Dienste der Eitelkeit und der Sünde befreyet werden, auch in der Stunde unseres Todes lebendige Hoffnung und Freudigkeit beweisen können, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Herrn, willen! 1L5 Leichen- Collecten. 4. Herr! wir wollen schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit! Halleluja! Ja! wir wollen fält werden, wenn wir erwachen . nach deinem Bilde. Halleluja. Ewiger Gott, barmherziger Vater, der du durch den Tod deines Sohnes die Macht der Sünde und des Todes zerstört, und durch seine Auferstehung ewiges Leben an's Licht gebracht hast! wir bitten dich, stärke unsern Glauben, und laß uns immer mehr in der Hoffnung befestigt werden, daß wir einst neu belebt werden und ewig fortleben sollen, damit wir von aller Furcht des Hodes befreyet bleiben, und, wenn wir sterben, durch den Tod zum Leben eingehen können, um der Auferstehung Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unseres Herrn, willen! Bey der Beerdigung betagter Personen. Herr, du hast deinen Diener(deine Dienerinn) in Frieden fahren lassen. Laß auch uns einst in Frieden aus dieser Welt gehen! Herr Gott, Vater und Herr unsers Lebens! der du deinen Diener(deine Dienerinn) lebenssatt und müde t in seine(ihre) Ruhe eingehen lassen, und alle Beschwerden seines(ihres) Lebens in Freude verwandelt hast! wir bitten dich, erquicke seinen(ihren) abgeschiedenen Geist mit himmlischer Freude, und gönne seinem(ihrem) Leibe eine sanfte Ruhe im Schooße der Erde, bis du ihn(sie) 8* 116 Leichen- Collecten. am Ende der Tage wieder auferweckst; dann laß ihn(sie) und uns alle mit ihm(ihr) in deinem Reiche ewig leben, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unseres Herrn, willen! Bey der Beerdigung junger Personen. Alles Fleisch ist wie Gras, und alle Herrlichkeit der Menschen ist wie des Grases Blume! Das Gras ist verdorret, und die Blume ist abgefallen! Herr, ewiger Gott und Vater, nach dessen Willen die Menschen wie die Blumen des Grases vergehen, und in Staub und Asche verwandelt werden! laß uns die Nichtigkeit unsers irdischen Lebens recht erkennen, und recht oft an unser Ende denken, damit wir vor Leichtsinn und Sicherheit bewahret werden, und allem Dienste der Eitelkeit und der Sünde entsagen lernen; so wird unser Leben dir gefallen, und unser frühes Abscheiden für uns nicht schrecklich seyn. Erhöre unser Gebeth, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unseres Herrn, willen! Bey der Beerdigung kleiner Kinder. Jesus lässet die Kinder zu sich kommen. Lobet den Herrn! Unsre Kinder nehmen Theil an dem Reiche Gottes. Gelobet sey Gott! oder Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's wieder genommen. Halleluja! Der Nahme des Herrn sey gelobet. Halleluja! Leichen- CollecLen. 117 Herr, aller Menschen Gott und Vater! der du, nach deinem weisen Rathe, auch Unmündige sterben lässest, und solche in dein Reich aufzunehmen verheißen hast! wir bitten dich, laß dieses verstorbene Kind in deinem Reiche ewig leben. Tröste aber auch die trauernden Aeltern desselben, und lehre sie deinen heiligen Willen erkennen, damit sie durch die Betrachtung seines bessern Lebens beruhiget werden, und deinen Nahmen auch bey diesem ihren schmerzlichen Verluste preisen mögen, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unseres Herrn, willen! » Register (Die Zahlen bezeichnen die Numern der Lieder.) A. Abgestreift, wie dürres Laub 45 Ach, fern bist du 64 Ach, muß so frühe sterben n5 Ach, was muß ich leiden! 76 Ach, wie nichtig, ach wie 4 Alle Menschen müssen sterb. 6 Also kann des Todes Banden 146 Am Grabe stehn wir asti Anvertraut der Erde Schooß, 102 Auch du sollst schon erblassen 127 Auch Rosen welken 124 Aufersteh», ja aufersteh» Z7 Aus Erde ward mein Leib 44 B. Bald müssen wir oft 62 Bald oder spät des Todes 17 Barmherziger, erhöre, 66 Barmherziger! wie gern 65 Begrabt den Leib in 92 C. Christen, Christen, seyd nicht 25 Christus, der ist mein 27 D. Da stehen wir, die Deinen, 96 Dank dem Herrn! es ist io3 Das Gedächtniß aller Guten, r5r Das Grab ist tief und stille 36 Dein sind wir, Gott, von 26 Der Erde Pilger wallen 43 Der ernste Todesengel io5 Der Herr der Ernte»5» Der letzte meiner Tage i3 Der Strom des Lebens»2 Des Lebens Tag ist schwer 22 Des Todes Graun 46 Die auf der Erde wallen 9 Die du in jenen Höhen no Die Herrlichkeit der Erden 6 Die ich so heiß geliebet 76 Du gabst zum Denken 46 Du hast mir viel entrissen 60 Du siehst die Thränen 119 E. Ein kleiner Todtenhügel 54 Einst sinkt der Leib 67 Er hat sein Tagewerk i33 Erdentöchter, Erdensöhne, i25 Erwäge deine Sterblichkeit i32 Es ist noch eine Ruh' 56 Es ist so schwer zu 70 Es ist zu früh, daß das, 128 Es klagt der Schmerz 109 119 Register. F. Fließt hin, ihr Thränen 91 Freude! Freude! Alle wir 63 Freue dich, 0 meine Seele, 19 Frieden deiner Asche 140 Fromm, wie er gewandelt»35 G. Gedanke voller Seligkeit! 5o Genug gesorgt!»34 Gerührt und still ist meine 7 Geweihter Ort, wo Saat 68 Gott! auch ich soll schon i3o Gott hab' ich alles heim. 26 Gott, meinen Vater nimmst 72 Gott! welch' ein Schmerz 7» H. Herr, der ewig herrscht»89 Herr, du bist meine Zuvers.»6 Hier ist nur mein Prüfungsst. 47 I. Ja, Christus ist mein 27 Ja, Seele, ja, es wird 33 Ich bin zur Ewigkeit geb. 49 Ich sterbe schon! O Glück»i3 Jesus, meine Zuversicht, 89 Jetzt leb' ich; ob ich morgen 11 Ihr Aeltern, gute Nacht! n8 Im Frühling meiner 78 Im Leichentuchs schlaft sich's 35 Immer naher kommt das 16 L. Laß die dunkle Todesnacht, 4» Laßt dem Tode seinen 96 Laßt des Schmerzens Thräne 129 Leb' wohl, 0 Vaterherz!»»6 M. Mein banges Herz, sey 69 Mein Gott, die.Arbeit»58 Meine Lebenszeit verstreicht 20 Mensch, geschaffen aus 5 Mit einem Herz voll»46 Muthig, muthig, bald 34 N. Nach einer Prüfung kurzer 56 Nun bringen wir den Leib 97 Nunruhe sanft, des Freundes ,23 Nun senkt den Leib in'S 99 Nur kurz ist hier mein 2 O. O Traurigkeit! 0 Herzeleid! r»2 O wie unaussprechlich 61 R. Ruhe dir und süßer»06 Ruhet sanft in Gottes»52 Ruht unterGott, ihr Frommen»53 S. Säe deine Thränensaat, 69 Sanft und labend sey dein»«» Schmerzlich, Gott, ist 77 Schon ruht, von Nacht und 122 Schwer liegt der Trennung 55 Senkt den Todten, senkt 98 Sey gesegnet! Amen! 87 Sie ist nicht mehr 74 Sie starb, ach, starb 76 Siegreich stand mein Heiland 53 12V Register. So gib denn, fromme Christen. 98 So ruhe denn in Frieden 107 So sinke denn in's 117 So trifft mich denn der 79 Staub bey Staube wirst 104 Stiller Kirchhof, Ziel 69 T. Trocknet eures Jammers 68 u. Unerforschlich ist dein Rath 187 Unsre Gräber einzuweihen 149 Unsterblichkeit, Gedanke 52 W. Vater, dunkel ist dein 108 Vernimm, 0 Gott, das heiße 64 Verzag', 0 Erdenpilger, nicht 144 Verzeih' der tiefen Trauer 145 Vollendet ist dein Pilgerlauf a2i Vollendeter! hier um dein 148 Vor dir, 0 Gott, erscheinen»36 W. Wachet auf! so ruft 42 Walle stets, 0 Christ 6a Warum erbebst du meine 23 Was geboren ist auf 4» Was in Keines Herz gek. 62 Was steh' ich hier und weine 63 Weggehn ist des Pilgers i4 Weiche, Todesschrecken 29 Weint, Aeltern, Thränen»20 Welt, gute Nacht roo Wem hallt das Klagget. 126 Wen der Stifter der Geschlech. 67 Wenn einst mein sterbend Auge 3i Wenn nieim.' Zeit gekommen a5 Wenn oft in feyerlicher 5r Wer mit Lust und Eifer i5o Wer weiß, wie nahe 24 Wie Augenblicke fliehen m Wie flüchtig ist der Mensch 3 Wie sanft sehn wirken Frommen 32 Wie sicher lebt der Mensch 2» Wie wird mir dann, ach 33 Wie wohl thust du den 142 Wir bringen weinend 94 Wir denken Gott der Lieben»54 Wirgehn an'sGrab und hoffen 66 Wir schauen vorwärts 3a Wir sind nur Pilger in i Wir Sterbliche sind hier 147 Wohlan, die Erde wartet 9a Wohlauf, wohlauf zum letzten 85 Zieh' hin, mein Kind! 6r Zu Gott schwingt unser 10 Zur frühen Gruft wirst rr4 Ä« > 1> ' - ^ H