'ii''«*''» ... ' B" 's».^ ''. >...X' «.''. 'S. »' - x' ' -««' 'X'' <>' n»' ».L 1 D i e Lektionen, Episteln Evangelien aus alle Sonn-und Feyertage, des ganzen Jahres mit Leygefügter Paffions- oder Leidensgeschichte unsers Heilandes, nebst einem zusammenhangenden Inhalte der Evangelien. Mit Sr. k. k. apost. Majestät allerqnädigster Druckfreyheit, wie auch mit Genehmhaltung der geistlichen Obri-keit. ,)Mlgeru: Es werden an Sonne, Mond25 Zeichen seyn; auf Erden wird Bedrängmß der Völker wegen des un- Rauschens des Meeres, und der Wasserfluthen entstehen. Und die Menschena6 A 2 4 Am zweyten Sonntage werden vor Furcht uns Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen ^werden, verschmachten; denn es werden die Kräfte der Himmel erschüttert werden, und alsdann wird man des Menschen Sohn in einer Wolke mit großer Macht und Herr- sglichkeit kommen sehen. Wenn aber dieses zu geschehen anfängt, so sehet, und hebet eure Häupter auf, weil eure Erlösung herzu synahet. Alsdann sagte er ihnen dieses Gleich- niß: Sehet den Feigenbaum und alle Bäu- 3ome an. Wenn sie schon ausschlagen, so 3,wisset ihr, daß der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr sehen werdet, daß diefts alles geschieht, so wisset, daß das Reich 32Gottes nahe ist. Wabrlich sage ich euch: Dieß Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß 33alles erfüllet ist. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen., Am zweyten Sonntage im Advente. Epistel an die Römer. i5. v. 4— i3. HA>rüder! Alles, was geschrieben ist, das ist zu unserer Lehre geschrieben, damit wir durch Ge- ftduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott der Geduld und des Trostes aber gebe euch, daß ihr einerley Meinung unter einander in Jesu Chri- 6sto seyd, damit ihr einmüthig mit Einem Munde Gott, der ein Vater unsers Herrn Jesu Christi -?ist, preiset. Darum nehmet euch unter einander auf, wie euch Christus zu der Ehre Gottes aufge. 8nommen hat; denn ich sage euch, daß Jesus im Advente. 5 Christus ein Lehrer der Beschnittenen um der Wahrheit Gottes willen, und um die Verheißungen, welche den Vatern geschehen sind, zu bestätigen, gewesen ist, und daß die Heiden Gott um seiner Barmherzigkeit Y willen preisen, wie geschrieben steht: Darum will ich dir, o Herr! unter den Heiden danken, und deinem-Nahmen Lob singen. Und abermahls spricht er: lO Freuet euch, ihrHeiden, mit seinem Volke. Und aber-, i mahls: Lobet den Herrn, alle Heiden, preiset seine Größe, alle Völker. Und abermahls sprichtJsaias;l 2 Es wird einer aus der Wurzel Jeffe hervor kom- men, über die Heiden zu herrschen, und aus ihn werden die Heiden hoffen. Gott derHoffnung aber! 3 erfülle euch mit Freude und Frieden im Glauben, auf daß ihr die Fülle in der Hoffnung, und in der Kraft des heiligen Geistes habet. Evangelium Match, ti. v. 2— i o. Johannes im Gefängnisse die Werke 2 ^ Christi vernommen hatte, sandte er zwey aus seinen Jüngern, ihm zu sagen: Bist du 3 derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Jesus antworte- 4 te, und sprach zu ihnen: Gehet hin, und erzählet dem Johannes, was ibr gesehen und gehöret habet. Die Blinden sehen, die Lah- 5 men gehen, die Aussätzigen werden gereini- get, die Tauben hören, die Todten stehen auf, den Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, der sich an mir nickt är- 6 gert. Als aber diese hinweg gegangen wa-? ren, fing Jesus an, zu dem Volke vorn Jo-' hannes zu reden: Was seyd ihr in dre Wüste hinausgegangen zusehen? Ein Rohr, das vom Winde hin und her getrieben wird? 6 Am dritten Sonntage 8Was seyd ihr hinaus gegangen zu sehen? Einen Menschen in weichlichen Kleidern? Sehet, die weichliche Kleider tragen, sind yan den Höfen der Könige. Was seyd ihr aber hinaus gegangen zu sehen? Einen Propheten? Das sage ich euch auch, und noch lomehr als einen Propheten; denn von diesem steht geschrieben: Sieh, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten wird. Am dritten Sonntage im Advente. Epistel an die Philipper. 4> v. 4— 7- .ALriider! Erfreuet euch allezeit in dem Herrn; ich sage es noch ein Mahl: Erfreuet euch. Lasset ^eure Sittsamkeil allen Menschen kund werden; "denn der Herr ist nahe. Sepd nicht ängstig, son- dern traget eure Bitten mit Bethen, Flehen und 7Danksagung Gott vor. Der Friede Gottes, der allen Verstand übertrifft, bewahre durch Christum Jesum eure Herzen und euern Verstand. Evangelium Johann, i. v. ry— 28. LHn der Zeit sandten die Juden von Je- rusalem Priester und Leviten zum Johannes, die ihn fragen sollten: Wer bist 2ohu? Und er bekannte, und läugnete es nicht; er bekannte: Ich bin nicht Chri- ,,stus. Und sie fragten ihn: Wer denn? Bist du Elias? Und er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Er im Advente. 7 antwortete: Nein. Da sprachen sie zu22 ihm: Wer bist du denn, damit wir denen, die uns gesandt haben, eine Antwort bringen? Was sagest du von dir selbst? ErirZ sprach: Ich bin eine Stimme des Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jsaias gesaget hat. Die Gesandten aber waren Pharisäer,24 und sie fragten ihn, und sprachen: War-r5 um taufest du denn, so du nickt Christus, noch Elias, noch ein Prophet bist? Johannes antwortete ihnen, und sagte: Ich taufe nur mit Wasser; es steht aberrö einer mitten unter euch, den ihr nicht kennet: der ist es, der nach mir kommen wird,27 der mich übertrifft, dessen Schuhriemen auszulösen ich nicht würdig bin. Dieses28 ist in Bethania geschehen, jenseits des Jordans, wo Johannes taufte. Am vierten Sonntage im Advente. 1. Epistel an die Lormther. 4.V. r— 5. HSrnder! Also halle uns jedermann für Diener, Christi, und Ausspcnder der Geheimnisse Gottes. Hier fordert man nun von den Ausspendern, 2 daß sie treu befunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch oder von andern^ menschlichen Urtheilen gerichtet werde. Ich richte mich auch selbst nicht; denn ob ich mir schon^ nichts bewußt bin, so bin ich darum nicht gerechtfertiget. Der Herr ist mein Richter. Deßwegen 5 richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der -an das Licht bringen wird, was in der Finsterniß verborgen ist, und die Rathschläge der Herzen 8 Am Geburtstage offenbaren wird; alsdann wird Gott einem jeden sein gebührendes Lob ertheilen. Evangelium Luc. 3. v- i— 6. i LHn dem fünfzehnten Jahre der Regierung «>) des Kaisers Tiberius, als Pontius Pi- latus Landpfleger im Judenlande, Herodes Vierfürst in Galiläa, sein Bruder Philip- pus Vierfürst in Jturäa, und in der Landschaft Trachonitidis, und Lysanias Vier- rsürst zu Abilina unter den Hohenpriestern Annas und Kaiphas waren, redete der Herr zum Johannes, dem Sohne des Zacharias 3M der Wüste. Und er kam in alle Gegenden des Jordans, und predigte die Buß- -taufe zur Vergebung der Sünden, wie in dem Buche der Weissagungen Jfaias, des Propheten, geschrieben steht: DieStim- 5me des Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, ebnet seine Fußsteige. Alle Thaler sollen ausgefüllet, und alle Berge und Hügel erniedriget werden; was krumm ist, das wird gerade, und was ungleich ist, zu einem ebenen Wege werden, Sund alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen. Am Geburtstage unsers Herrn Jesu Christi. In der ersten Messe. Epistel an den Tit. 2. v. ii— i5. 11 Allerliebster! Die Gnade Gottes, unsers Selig. machers, ist allen Menschen erschienen, und hat l2uns gelehret, daß wir der Gottlosigkeit und den welk- unser« serrn Jesu Christi. lichen Gelüsten absagen, nüchtern, gerecht und gottselig in dieser Welt leben, und auf die selige^ Hoffnung und Ankunft der Herrlichkeit deSgro- ßen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christ, warten sollen, der sich selbst für uns gegeben hat,»» damit er uns von aller Ungerechtigkeit erlistete, und sich ein angenehmes Volk reinigte, welches nach guten Werken strebete. Also rede, ermähne und bestrafe»o mit aller Macht, damit dich niemand verachten könne. Evangelium Luc. 2. V. i— 14. der Zeit ging ein Geboth vom Kaiser» Auguftus aus, den ganzen Erdenkrels zu beschreiben. Diese erste Beschreibung lst 2 durch die Veranstaltung Cyrinus, des Land- pflegers in Syrien, geschehen. Daher gin- 3 gen alle, ein jeder in seine Stadt, sich anzugeben. Und es ging auch Joseph von 4 Galiläa aus der Stadt Nazaret in das Judenland in die Stadt Davids, welche Bethlehem genannt wird, weil er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf 5 daß er mit Maria, seinem vermählten Weibe, die schwanger war, sich angäbe. Es 6 geschah aber, als sie daselbst waren, daß die Zeit, in welcher sie gebären sollte, erfüllet wurde. Und sie gebar ihren erstgebornen 7 Sohn, wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn es war sonst kein Ort mehr für sie in der Herberge. Es 8 waren aber Hirten in derselben Gegend, die wachten, und hütheten zu Nachts ihre Herden. Und sieh, der Engel des Herrn y stand bey ihnen, die Herrlichkeit Gottes ln der Zeit sprachen die Hirten unter ein- ander: Lasset uns bis nach Bethlehem unsers Zerrn Iesu Christi. 11 aehen^und dasjenige sehen, was sich zuge'- rraaen, mnd der Herr uns kund gethan hat. Und sie kamen eilend, und fanden Ma-,6 riam, Joseph und das Kind, welckes in der Krippe lag. Als sie es aber sahen, erkann-17 ten sie die Wahrheit dessen, was zu ihnen von diesem Kinde war gesaget worden. Und,8 alle, die es hörten, verwunderten sich darüber, und über alles, was ihnen die Hirten, erzählet hatten. Maria aber behielt alle,9 diese Worte, und überlegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wiedcrso zurück, priesen und lobten Gott wegen alles dessen, was sie gehöret und gesehen hatten, wie es ihnen war gesaget worden. In der dritten Messe. Epistel an die Zeb. i. V. t— 12. ^Mannigfaltig und auf vielerley Weise hat vor r Zeiten Gott mit unsern Vatern durch die Pro- pheten geredet; letztlich aber hat er in diesen Ta- 2 gen mit uns durch den Sohn geredet, welchen er zum Erben aller Dinge gesetzet, und durch wel- chen er alle Zeiten erschaffen hat. Er ist der Glanz seiner Herrlichkeit, und das Ebenbild seines Wesens, durch sein mächtiges Wort erhalt er alles; er hat uns von Sünden gereiniget, und sitzet nun zu der Rechten der Majestät in der Hohe. Er ,st» so viel vornehmer, als die Engel,;e einen höheren Nahmen er vor ihnen ererbet hat; denn zu welchem unter den Engeln hat er siwahls gesaget: Du bist mein Sohn, heute hab ich dich geboren? Und abermahls; Ich will sein Vater seyn, und er soll mein Sohn sepn? Und da o 12 Am Geburtstage unsers Zerrn Iesu rc. er abermahls den Erstgebornen in die Welt einfüh. ret, spricht er: Es sollen ihn alle Engel GotteS 7anbethen. Von den Engeln spricht er zwar: Der die seligen Geister zu seinen Engeln, und Feuer- 8flammen zu seinen Dienern machet. Von dem Soh. ne aber spricht er: Dein Thron, o Gott! währet m alle Ewigkeit; der Zepter deines Reiches ist ein yZepter der Gerechtigkeit. Du hast die Gerechtigkeit geliebet, und die Ungerechtigkeit gehastet; darum hat dich Gott, dein Gott, mit dem Dhle der Freuden "vor deinen Mitgenossen gesalbet. Du hast o Herr! >m Anfange die Erde gegründet, und die Hin,. Umel sind ein Werk deiner Hände. Sie werden ver- gehen, du aber bleibest, und sie werden alle wie »Kein Kleid veralten. Du wirst sie wie ein Kleid verwandeln, und sie werden alle verwandelt wer- den; du aber bist eben derselbige, und deine Jahre werden kein Ende haben. Evangelium Ioh. i. v. i— 14. Anfange war das Wort, das Wort war bey Gott, und Gott war das Dieses war im Anfange bey Gott. 3Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht worden, und nichts von dem, was gemacht wurde, ist ohne dasselbe gemacht worden. -In ihm war das Lebenund das Leben 2war das Licht der Menschen, und das Licht leuchtete in den Finsternissen, und 6dle Finsternisse haben es nicht begriffen. Es war em Mensch von Gott gesandt, mit rMahmen Johannes. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß von dem Lichte geben sollte, auf daß alle durch ihn glau- 8beten. Er war nicht das Licht, sondern sder Zeuge des Lichts. Dieser war das Am Feste des heil. Stephan«. i3 wahrhafte Licht, welches alle Menschen, die in die Welt kommen, erleuchtet. Er»o war in der Welt, die Welt ist durch ihn gemacht worden, und hat ihn nickt erkannt. Er kam in sein Eigenthum, aber die" Seinigen nahmen ihn nicht aus. Allen, die" ihn aufgenommen hatten, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden: das sind die, welche an seinen Nahmen glauben; wel-i3 che nicht aus dem Geblüte, nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott sind geboren worden. Und das Wort ist»4 Fleisch geworden, hat unter uns gewöhnet, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, wie dem Eingebornen des Vaters gebührte, voll der Gnade und Wahrheit. Am Feste des heil. Stephans, des ersten Marterers. Lection aus der Apostelgesch. 6. V. 8— ro. und 7. v. 54— 5y. den Tagen wirkte Stephanus, der voll Gna- 8 »O de und Kraft war, unter dem Volke große Wunder und Zeichen. Und es standen etliche aus der y Schule der Libertincr, der Cprenäer, und der Alexandriner, wie auch derer, welche aus Cilicien und Asien waren, auf, und ließen sich mit dem Ste- phanus in einen Wortstreit ein. Sie aber konnten 10 der Weisheit und dem Geiste, da er redete, nicht widerstehen. Da sie aber solches horeten, zerriß es ihnen54 daS Herz, und sie knirrscheten mit den Zähnen über r 4 Am Zeste-es heil. Stephans. 55>hn. Da er aber voll des heiligen Geistes war^ "hob er seine Augen gegen den Himmel, sah dieHerr. uchkeit Gottes, und Jesum zu der Rechten Gottes stehen, und sprach: Sehet, ich erblicke den Himmel offen, und den Sohn des Menschen zur Rechten 56Gottes stehen. Da schrien sie mit lauter Stimme. verhielten ihre Ohren, und drangen mit allem o^Ungchume einmüthig auf ihn zu. Und als sie ihn zur Stadt hinaus gestoßen hatten, steinigten sie ihn, und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen 58emes Jünglings ab, der Saul genannt wurde. Sie steinigten den Stephanus, der ausrief und sprach: ^9Herr Jesu nimm meinen Geist auf! Und da er niedergekniet war, rief er mit lauter Stimme, und Mach: Herr, rechne ihnen dieses nicht für eine Sunde! Und als er dieses gesaget hatte, ent. schlief er in dem Herrn. Evangelium Match. 23. v. 84— 3y. ttn der Zeit sprach der Herr Jesus zu den 34^) Schnftgelehrten und Pharisäern: Sehet, lch sende Propheten, Weise und Schriftgelehrte zu euch, und von denen werdet ihr ermge todten und kreuzigen, einige von ihnen werdet ihr in euern Synagogen geißeln, und sie von einer Stadt zur andern ^verfolgen, damit alles unschuldige Blut, welches aufErden ist vergossen worden, von ^^^/"^Abels, des Gerechten, an, bis auf das Blut Zachariä, des Sohnes des Ba- rachias, den ihr zwischen dem Tempel und gelobtet habet, über euch komme. 36Wahrllch ich sage euch, dieß alles wird über ^dieses Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tobtest, und die Am Feste des heil. Johanne». l5 steinigest, welche zu dir sind gesandt worden: wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre jungen Hühnlein unter ihre Flügel versammelt, und du hastnicht gewollt.' Sieh, deßhalb soll euch eureWoh-38 nung öde gelassen werden; denn ich sage3y euch, ihr werdet mich von nun an nicht mehr sehen, bis ihr sagen werdet: Gebenedeyet sey der, welcher im Nahmen des Herrn kommt. Am Feste des heiligen Johannes/ Apostels und Evangelisten. Lection aus dem Sirach. i5. v. i-- 6. Hk>er Gott fürchtet, der wird Gutes thun; und t wer sich an die Gerechtigkeit hält, der wird die Weisheit besitzen; und sie wird ihm wie eine 2 geehrte Mutter begegnen, und ihn wie eine ihm verlobte Jungfrau aufnehmen. Sie wird ihn mit dem^ Brote des Lebens und Verstandes speisen, mit dem^ Wasser der heilsamen Weisheit tränken, und ihn stärken, damit er nicht wanke. Sie wird ihn erhalten, 4 daß er nicht zu Schanden werde, und ihn bep seinen Nachbarn groß machen; mitten in der Gemeinde^ wird sie seinen Mund eröffnen, ihn mit dem Geiste der Weisheit und des Verstandes erfüllen, und mit dem Ehrenkleide bekleiden. Sie wird ihm einen o Schatz der Freude und Fröhlichkeit sammeln, und einen ewigen Nahmen zum Erbtheile geben. Evangelium Ioh. 21. v. ly—- 24. ttn der Zeit sprach derHerrJesus zum Pe-ly «x) trus: Folge mir nach. Da wandten sich Petrus um, und sah denjenigen Jünger ,6 Am Aestc der unschuldigen Rindlein. folgen, welchen Jesus liebte, der auch bey dem Abendmahle an seinem Busen geruhet, und gesaget hatte: Herr! wer ist es, der rridich verrathen wird? Da nun Petrus diesen sah, sagte er zu Jesu: Herr! was r-rsoll aber dieser? Jesus sprach zu ihm: Ich will, daß er so bleibe, bis ich komme, was s3 geht das dich an? folge du mir nach. Da verbreitete sich eine Sage unter den Brü- dern, als würde dieser Jünger nicht sterben, Jesus aber hatte nicht zu ihm gesagt: Er wird nicht sterben, sondern, ich will, daß er so bleibe, bis ich komme, was geht das dich 24 an? Dieser ist der Jünger, der Zeugniß von diesen Dingen gibt, und dieses geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugniß wahr ist. Am Feste der unschuldigen Kindlein. Lection aus-er Offenbarung-es heil. Ishannrs- 14. V- i— 5. »t^n den Tagen sah ich auf dem Berge Sion das Lamm stehen, und mit ihm hundert und vier und vierzig tausend, die seinen Nahmen und sei. nes Vaters Nahmen an ihren Stirnen geschrieben zhatten. Und ich hörte eine Stimme vom Hirn- mel, wie das Rauschen vieler Wässer, und wie das Knallen eines starken Donners; und die Stimme, die ich hörte, war gleich den Harfen- Zschlägern, die auf ihren Harfen spielen. Und sie sangen wie ein neues Lied vor dem Throne, vor den vier Thieren, und den Ältesten. Und niemand konnte dasselbige Lied singen, als die hundert vier und vierzig tausend, welche von der Erde erkau- 4fet waren. Diese sind diejenigen, die mit Weibern Am Zeste-er unschuldigen Rindleln. r? nicht sind beflecket worden; denn sie sind Jungfrauen. Dieselben folgen dem Lamme, wo es hingeht: diese sind Gott und dem Lamme aus den Menschen zu Erstlingen erkaufet, und in ihrem Munde ist keineg Lüge gefunden worden; denn sie sind unsträflich vor dem Throne Gottes. Evangelium Matth. 2. v. i3.— 18. der Zeit erschien der Engel des Aerrnr3 «O dem Joseph im Schlafe, und sprach: Steh auf, nimm das Kind sammt seiner Mutter, flieh in Aegypten, und weich nicht von bannen, bis ich es dir sage; denn Aerobes wird das Kind aussuchen lassen, um es zu todten. Da stand er auf, nahm das»4 Kind sammt seiner Mutter bey der Nacht, und entwich nach Aegypten. Allda blieb er bisi5 zu dem Tode des Aerobes, damit erfüllet.würde, was von dem Aerrn durch den Propheten ist gesaget worden, Der da spricht: Aus Aegypten habe ich meinen Sohn berufen. Als nun Aerobes fah, daßr6 ihn die Weisen hintergangen hatten, ward er sehr zornig, und ließ zu Bethlehem, und in allen herum liegenden Orten alle zweyund minderjährige Knäblein todten, nach der Zeit, die er von den Weisen erforschet hatte. Damahls wurde erfüllet, was deri? Prophet Jeremias vorgesaget hat, da er spricht: Es ist eine Stimme viel Weinens 18 und Heulens zu Rama gehöret worden; Rachel beweinte ihre Kinder, und wollte sich über ihren Verlust nicht trösten lassen. Evang. u. Epist.' B , 8 Am Sonnt, noch der Geburt der Zerrn» Am Sonntage in der Octave der Geburt des Herrn. Epistel an die Gal. 4. V. i.— 7' , Herüber! Ich sage euch r So lange der Erbe klein ist, 20 so ist unter ihm und einem Knechte kein Unter- sschied, obwohl er ein Herr aller Güter ist; sondern er ist unter den Vormündern und Verwesern bis auf die ZZeit, welche von dem Vater bestimmet ist: also auch wir, da wir klein waren, wurden wir als Knechte un- Hier der Zuchtschule der Welt gehalten. Als aber die Erfüllung der Zeit gekommen war, da hatte Gott seinen HSvhn gesandt, der von einem Weibe geboren, und dem Gesetze unterworfen war, auf daß er diejenigen, welche unter dem Gesetze waren, erlosrte, damit wir üan Kindes Statt angenommen würden» Weil ihr nun Kinder sepd, so hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, welcher ruft: Abba, Va> ?ter! Deßwegen ist nun kein Knecht mehr, sondern ein Sohn: wer aber ein Sohn ist, der ist auch ein Erbe durch Gott, Evangelium Luc. 2. v. 33. 7- 40. 335^n der Zeit verwunderten sich Joseph und Maria, die Mutter Jesu, über diese Din- 34ge, welche von ihm gesaget wurden. Und Si- meon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Sieh, dieser ist zum Falle, und zur Auferstehung vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem man widersprechen wird, gese- 35tzet worden; und das Schwert wird deine Seele durchdrungen, damit vieler Herzen(Verdanken offenbar werden. Und es war eine Prophetinn Anna, eine Tochter Phanuels, vvm Geschlechte Äsers. Diese war sehr betagt, und hatte mit ihrem Manne, den sie als Am Feste der Leschneiduny des Äerrn. 19 eine^Jungsrau geheirathet hatte, sieben Jahrelang gelebet. Und sie war eine Witwe von vier und achtzig Jahren, die niemahls aus^7 dem Tempel kam, und Gott mit Fasten und Bethen Tag und Nacht dienete. Diese kam auch eben zu derselbigen Stunde dazu, pries38 den Herrn, und redete von ihm zu allen, welche auf die Erlösung Israels warteten. Und da sie alles nach dem Gesetze des HerrnZy vollendet hatten, kehrten sie wieder nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück; das Kind aber wuchs, wurde gestärket,40 war voll Weisheit, und die Gnade Gottes war in ihm. Zn der Octave der Geburt des Herrn. Die Epistel und das Evangelium, wie in der zweyten Messe am Christtage.(Seite io.) Am Feste der Beschneidung des Herrn. Die Epistel, wie in der ersten Messe am Christ» tage.(Seite 8.) Evangelium Lue. 2. v. 21. Länder Zeit, nachdem acht Tage verflossett2i «x) waren, und das Kind beschnitten wurde, gab man ihm den Nahmen Jesus, welcher, ehe es im Mutterleibe empfangen worden, von dem Engel angegeben wurde. B s 2V Am Feste-er Erscheinung des Zerrn. Am Sonntage zwischen den Festen der Beichnkidrrng und der Erscheinung des Herrn. Die Epistel wie am Sonntage in der Oktave -er Geburt des Herrn.(S. 18.) Evangelium Match. 2. V. 19— 23. »9§^N der Zeit, nachdem Herodes gestorben war, erschien der Engel des Herrn 2vdem Joseph im Schlafe in Aegvpten, und sprach: Steh anf, nimm das Kind sammt seiner Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die dem Kinde nach dem Leiben stellten, sind gestorben. Da stand er auf, nahm das Kind sammt seiner Mut- srter, und ging in das Land Israel. Als er aber erfahren hatte, daß Archelaus in dem Iudenlande statt feines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dahin zu ziehen; und nachdem er im Schlafe war ermähnet worden, begab er sich in das Land Galiläa, sZund kam in die Stadt, Nazaret genannt, wo er seine Wohnung aufschlug, damit erfüllet würde, was durch die Propheten ist vorgesaget worden: daß er ein Nazaräer wird genannt werden. Am Feste der Erscheinung des Herrn, oder der heil. drey Könige. Lection aus-em Isai. 60 V. r— 6. k§Ktteh auf Jerusalem, und werde erleuchtet; denn ki*^ dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Ldrs Hrrrn ist über dich aufgegangen. Denn sich, Am Aeste der Erscheinung des Zerrn. 21 Finsterniß wird den Erdboden, und Dunkelheit die Völker bedecken; über dich aber wird der Herr aufgehen, und irr dir wird man seine Herrlichkeit sehen. So werden die Heiden in deinem Lichte, und Z die Könige in dem Glänze deines Aufganges wandeln.§>eb deine Augen rings umher aus, und sieh: Diese alle haben sich versammelt, und sind zu dir 4 gekommen! deine Söhne werden von fern kommen, und deine Töchter werden dir zur Seite stehen. Als- 5 dann wirst du sehen, und einen Überfluß haben, dein Herz wird sich verwundern und erfreuen, wenn sich die Menge des Meeres zu dir bekehren, und die Macht der Heiden zu dir kommen wird; die 6 Menge der Kamehle wird dich bedecken, und die Rennthiere aus Madian und Epha; sie werden alle aus Saba kommen, Goldund Weihrauch bringen, und das Lob des Herrn verkündigen. Evangelium Matth. 2. v. r—- 12. Ksls Jesus zu Bethlehem im Judenlande> ^ M Zeit des Königs Herodes geboren war, sieh, da kamen die Weisen von Sonnen-Aufgange nach Jerusalem, und spra- 2 chen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen, und sind gekommen, ihn anzubethen. Als dieses der König Herodes 3 vernahm, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. Und er versammelte alle Erzprie- 4 ster und Schriftgelehrte des Volkes, und erforschte von ihnen, wo Christus geboren werden sollte. Sie aber sprachen zu ihm: 5 Zu Bethlehem im Judenlande; denn also steht bey dem Propheten Michäas geschrieben: Und du Bethlehem in dem Lande Juda, 6 S2 Am ersten Sonntage du bist nicht die geringste unter den vorneh. men Städten von Juda; denn von dir wird der Anführer ausgehen, der mein Volk Israel Legieren soll. Da forderte Herodes die Weisen in Geheim zu sich, und erforschte genau von ihnen die Zeit, da ihnen der Stern erschienen war. Alsdann sandte er sie nach Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und fraget fleißig nach dem Kinde; und wenn ihr es gefunden habet, so berichtet es mir, damit yich auch Hinreise, und es anbethe. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin; und sieh, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Orte, wo das Kind war, still rostand. Da sie aber den Stern sahen, wur- nden sie sehr erfreuet. Und sie gingen in das Haus, fanden das Kind mit Maria, seiner Mutter, und betheten das Kind kniefällig an, nahmen ihre Schätze hervor, und beschenkten es mit Gold, Weihrauch und isMyrrhen. Und nachdem sie im Schlafe gewarnet wurden, daß sie zum Herodes nicht zurück kehren sollten, zogen sie durch einen andern Weg wieder nach ihrem Lande» Am ersten Sonntage nach der Erscheinung. Epistel an die Röm. 12. v.».— 5. lOiebe Bruder! Ich bitte euch durch die Barmherzig? ^ kett Gottes, daß ihr eure Leiber als ein lebendiges, s3 nach der Erscheinung. heiliges, und Gott wohlgefälliges Opfer ihm dargebet, damit euer Gottesdienst vernünftig sey. Richtet euch? nicht nach dieser Welt, sondern bildet euch nach der Erneuerung eures Sinnes, damit ihr an dem guten, wohlgefälligen und vollkommenen Willen Gottes ein Belieben findet. Derohalben sage ich durch die Gna-z d-, welche mir ist verliehen worden, einem jeden unter euch, daß er nicht weiser sey, als ihm ge. bubret weise zu seyn; sondern daß er mäßig weise sey; ein jeder nach dem Maße des Glaubens, wie es Gott einem jeden zugetheilet hat; denn gleich-- wie wir in einem einzigen Leibe viele Glieder haben, aber alle diese Glieder nicht einerley Verrichtungen haben; also sind wir viele Ein Leib in Christo, undsi einer des andern Glied» Evangelium Luc. 2. H.-2— 52. Ksls der Herr Jesus zwölf Jahre alt war,42 gingen seine Aeltern, wie sie es im Gebrauche hatten, nach Jerusalem. Da sie-3 aber nach vollendeten Festtagen wieder zurück kebreten, b!ieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Aeltern bemerkten es nicht. Sie vermeinten aber, er wäre untere den Gefährten, kamen eine Tagreise weit, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn aber nicht gefundene hatten, gingen sie wieder nach Jerusalem, und suchten ihn. Und es geschah, daß sie ihn-6 nach drey Tagen mitten unter den Lehrern in dem Tempel sitzend fanden, wo er sie anhörte und fragte. Und alle, die ihm-? zuhörten, erstaunten über seinen Verstand und seine Antworten. Als sie nun seincr-8 ansichtig wurden, verwunderten sie sich; r- Am zweyten Sonntage seine Mutter aber sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns dieses gethan? Sieh, dein Vater und ich haben dich mit ^Schmerzen gesuchet. Und er sprach zu ihnen: Warum habet ihr mich'gesuchet? Wisset ihr denn nicht, daß ich mich mit den Dingen, die meinen Vater betreffen, beschäfti- 5ogen muß? Sie aber verstanden diese Rede 5rnicht, welche er zu ihnen gesaget hatte. Und er ging mit ihnen, kam nach Nazaret, war ihnen unterthcrnig, und seine Mutter behielt 52alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm an Weisheit und Alter, und an Gnade vor Gott und den Menschen zu, Am zweyten Sonntage nach der Erscheinung. Epistel an die Röm. i2. v. 6— 16. ALrüder! Wir haben aber auch unterschiedliche 6-0 Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist; wem Prophezepung gegeben ist, der übe sie nach 7der Vorschrift des Glaubens; wer dient, der die» 8ne wohl; wer das Lehramt trägt, versehe es; wer ermähnt, ermähne eifrig; wer Almosen gibt, thue es in Einfalt; wer andern vorgesetzet ist, sey sorgfältig; wer Barmherzigkeit erzeiget, thue es mit ^Fröhlichkeit. Eure Liebe sey ohne Gleißnerep; has- roset das Böse, und hanget dem Guten an. Liebet einander mit brüderlicher Liebe; einer komme dem * Zandern mit Ehrerbiethung zuvor. Seyd sorgfältig ohne Trägheit; seyd inbrünstig im Geiste; dienet »2dem Herrn. Erfreuet euch in der Hoffnung; seyd geduldig im Trübsale; seyd standhaft im Gebethe nach her Erscheinung. Lb KEnHen Heiligen in ihren Nöthen zu Hülfe;" beherberget gern. Segnet eure Verfolger, segnet'4 sie, und verwünschet sie nicht. Freuet euch mit den15 Fröhlichen, und weinet mit den Traurigen. Sepdiß von einerley Gesinnungen, dünket euch mcht zu hoch, sondern lastet euch zu den Niedrigen herab; haltet euch nicht selbst für klug. Evangelium Ish. 2. v. r—- n. der Zeit ward eine Hochzeit zu Cana, inGalilaa gehalten, wobey die Mutter Ksir sich einfand. Jesus und seine Jünger z wurden mit zur Hochzeit geladen. Und da 3 es am Weine gebrach, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wem. Jesus sprach zu ihr: Weib, was habe ich- mit dir zu thun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter aber 5 sprach zu den Dienern: Alles, was er euch sagen wird, das thut. Es waren g aber nach dem Gebrauche zu der Reinigung der Juden daselbst sechs steinerne Wafferkrü- ge, davon ein jeder zwey bis drey Metre- ten(Maße) hielt. Und Jesus sprach zu 7 ihnen: Füllet die Wafferkrüge mit Wasser; und man füllete ste bis oben an. Darnach g sagte Jesus zu ihnen: Schöpfet nun davon, und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es ihm. Als aber der Speisemer- 9 ster das Wasser, welches zu Weine geworden war, kostete, und nicht wußte, woher dieser Wein kam(die Diener aber, welche das Wasser geschöpfet hatten, wußten es), da rief der Speisemeister den Bräutigam, An»-ritten Sonntage s6 iound sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn man trunken geworden ist, so setzet er den geringern auf; du aber hast den guten Wein bis jetzt aufbe- »i halten. Dieß ist das erste Zeichen, welches Jesus zu Cana in Galiläa gewirket hatte, und wodurch er seine Herrlichkeit offenbarte; und seine Jünger glaubten an ihn. Am dritten Sonntage nach der Erscheinung. Epistel an die Rom. 12. v. i6— si. i6A>rüder! Haltet euch nicht selbst für klug. 17^ Vergeltet niemanden Böses mit Bösem; beflei- ßet euch nicht allein vor Gott, sondern auch vor allen »»Menschen, Gutes zu thun. Wenn es möglich ist, so haltet, so viel an euch ist, mit allen Menschen Frie- *2den. Rächet euch nicht selbst, ihr meine Liebsten, son- dern überlastet es dem göttlichen Zorne; denn es 20steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. Sondern, wenn dein Feind Hunger hat, so speise ihn; wenn er Durst hat, so gib ihm zu trinken; denn wenn du das thust, so wirst du Llfeurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich also durch das Böse nicht überwinden, sondern übex. wi,lde das Böse durch das Gute. Evangelium Matth. 8. v.>.— ,Z. ' L>n der Zeit, als der Herr Jesus von dem Berge herab ging, folgte ihm eine große s Menge Volkes nach; und fleh, da kam ein Aussätziger, welcher ihn anbethete, und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich Z reinigen, Und Jesus streckte seine Hand aus. nach der Erscheinung. »7 berührte ihn, und^ sagte: Ich will, sey rein. Und alsbald wurde er von fernem Aussatze aereiniget. Und Jesus sprach zu chm: 4 Hab Ächt, daß du es niemanden sagest; sondern geh hin, und stelle dich vor dem Priester, bringe das Opfer, welches Moyses befohlen hat, ihnen zum Zeugmffe. Da er 5 aber in Kapharnaum eingegangen war, trat ein Hauptmann zu ihm, bath thn, und o sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause an der Gicht, und leidet große Qual. Da 7 wrack Jesus zu ihm: Ich werde kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann 8 aber antwortete und sagte: Herr, tch vm nicht würdig, daß du in mein Haus gehest, sondern sprich nur Ein Wort, so wird mem Kneckt gesund werden; denn wenn auch Y ick, der ich doch andern unterworfen bm, einem meiner untergebenen Kriegsknechte sage: Geh hin, so geht er hin; und zu einem andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knechte: Thu das, so thut er es. Da Jesus solches hörete, wunderte,o er sich, und sprach zu denen, die ihm folgeren: Wahrlich sage ich euch, einen so großen Glauben habe ich in Israel nrcht gefunden. Ick sage euch aber, daß viele,» vom Auf-und Niedergänge der Sonne kommen, und mit Abraham, Jsaac und Jacob in dem Himmelreiche ihren Sitz haben werden. Die Kinder des Reiches hingegen wer-,r den in die äußerste Finsterniß verstoßen werken; da wird Weinen und Zähnklappem 28 Am vierten Sonnt, nach-er Erschein. 28seyn. Alsdann sprach Iesus zu dem Hauptmanne: Geh hin, dir geschehe, wie du ge- glaubet hast: und der Knecht wurde in der- selbigen Stunde gesund. Am vierten Sonntage nach der Erscheinung. Epistel an die Röm. i3. v. 8— io. 8 Herüber! Bleibet keinem etwas schuldig, liebet euch unter einander; wer seinen Nächsten lie- 9 bet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn es steht geschrieben: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht todten; du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsches Zeugniß geben; du sollst nichts Unerlaubtes begehren. Diese und andere Gebothe sind in Einem enthalten: Du sollst deinen Nächsten lieben, ,owie dich selbst. Die Liebe des Nächsten wirkt nichts Böses; also ist die Liebe die Fülle des Gesetzes. Evangelium Match. 8. v.n der Zeit, als der Herr Jesus in das Schifflein trat, folgten ihm seine Jün- s-ger nach. Und sieh, es entstand ein so großes Ungewitter auf dem Meere, daß die Wellen auch über das Schifflein hin gingen; 25er aber schlief. Da traten seine Jünger zu ihm, weckten ihn auf, und sprachen: Herr, rette uns, wir gehen zu Grunde. söUnd Jesus sagte zu ihnen: Warum seyd ihr furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auff geboth den Winden und dem r-Meere; und sogleich ward alles ruhig. Die Leute aber wunderten sich, und spra- Am fünften Sonnt, nach der Erschein. 2y chen: Wer ist der, daß ihm die Winde und das Meer gehorchen? Am fünften Sonntage nach der Erscheinung. Epistel an die Eoloster 3. V. 12— 17. rüder! So ziehet nun als Auserwählte, Hei-12 äO lige und Geliebte Gottes die herzliche Erwärmung, Billigkeit, Demuth, Sanstmuth und Ge-,z duld an. Einer übertrage den andern, und vergebet einander, wenn jemand über den andern zu klagen hat; gleichwie der Herr euch vergeben hat,,L also thut auch ihr. Über dieses alles aber habt die Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist-,5 Und der Friede Christi herrsche mit Freuden in* ruern Herzen, zu welchem ihr in Einem Leibe seyd^ berufen worden, und sepd dankbar. Lasset das* Wort Christi reichlich unter euch wohnen, lehret und ermähnet euch selbst in aller Weisheit mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern, und singet Gott mit Freuden in euern Herzen.,- Alles, was ihr thut, mit Worten oder mit Werken,^ das thut alles im Nahmen des Herrn Jesu Christi, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium Matth. i3. v. 24— 3o. der Zeit trug der Herr Jesus demVolke^ dieses Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist einem Menschen gleich, der^ guten Samen auf seinen Acker säet. Indem aber die Leute schliefen, kam sein Feind, säete Unkraut unter den Weitzen, und ging^ hinweg. Als nun das Kraut aufgewachsen' war, und Frucht gebracht hatte, ließ sich Am sechsten Sonntage s"das Unkraut auch sehen. Da traten die Knechte des Hausvaters herzu, und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher «8hat er denn das Unkraut? Und er sagte zu ihnen: Das hat ein Feind gethan. Die Knechte aber sprachen ferner zu ihm: Willst du, daß wir hin gehen, und es sammeln? »Mein, sagte er, damit ihr nicht vielleicht, wenn ihr das Unkraut sammelt, mit demsel- 3oben auch den Weihen ausjätet. Lasset also beyde mit einander bis zur Ernte wachsen, und zur Zeit der Ernte will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt erstlich das Unkraut, und bindet es in Büschlein zu verbrennen; den Weihen aber sammelt in meine Scheuern» Am sechsten Sonntage nach der Erscheinung. ' Epistel an die Thessal. i. v. 2 io« rüder! Gnade und Friede sep mit euch. Wir danken Gott allezeit für euch alle, und gedenken an euch ohne Unterlaß in unserem Gebethe» Wir sind eingedenk des Werkes euers Glaubens, eurer Arbeit, Liebe und Geduld in derHoffnung auf unsern Herrn Jesum Christum, vor Gott und unserm Vater; weil wir wissen, von Gott geliebte Brü- der, wie ihr auserwählet sepd; denn unser Evan- gelium ist nicht allein im Worte, sondern auch in der Kraft, im heiligen Geiste, und in großer Fülle bey euch gewesen, und ihr wisset, wie wir unter euch um euretwillen gewesen sind. Ihr sepd unsere, und des Herrn Nachfolger geworden, und habet das Wort unter großen Trübsalen mit Freu- 3, nach der Erscheinung. den im heiligen Geiste angenommen, also, daß ihr 7 allen Gläubigen in Macedonien und Achaten zum Vorbilde geworden seyd. Denn von euch ist das.8 Wort des Herrn nicht allein in Macedonien und Achaien erschollen, sondern es ist auch euer Glaube an Gott überall bekannt geworden, also, daß wir nicht nöthig haben, etwas zu reden: denn diese selbst ver- g kündigen von uns, welchen Zutritt wir zu euch gehabt haben, und wie ihr von den Götzen zu Gott bekehret worden seyd, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen, und seinen Sohn Jesum aus demio Himmel zu erwarten, den er von den Todten auf- erwecket, und der uns von dem künftigen Zorne be. freyet hat. Evangelium Matth.»3. v. 3i— 35. der Zeit trug der Herr Jesus dem Vol-3» ke dieses Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist einem Senfkörnlein gleich, welches ein Mensch nimmt, und auf seinen Acker säet. Dieses ist zwar das kleinste unterer allen Samen; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter, und es wird ein Baum daraus, also, daß auch die Vogel der Luft kommen, und unter seinen Zweigen wohnen. Er sagte ihnen auch ein anderes33 Gleichniß: Das Himmelreich ist einem Sauerteige gleich, welchen ein Weib nimmt, und ihn unter drey Theile Mehls mischt, bis es durchaus gesäuert ist. Alles dieses redete Je-34 sus zu dem Volke durch Gleichnisse, und ohne Gleichnisse redete er nicht mir ihnen, damicZS erfüllet wurde, was durch den Propheten David ist gesaget worden, da er spricht: Ich will meinen Mund aufthun, und in Gleichnissen 32 Am Sonntage reden, und Dinge, die vom Anfange der Welt verborgen waren, eröffnen. Am Sonntage Septuagestmä. l. Epistel an die Lsr. 9. v. 24— 27. und 10. v. 1— 5. z, Ar rüder! Wisset ihr nicht, daß die, welche in dem Rennplätze laufen, zwar alle laufen, Einer aber das Kleinod erhält? Laufet also, daß ihr es zZgewinnet. Ein jeder aber, der sich in dem Kampfe bemühet, enthält sich von allen Dingen; und jene zwar, damit sie eine vergängliche Krone bekom- zßmen, wir aber eine unvergängliche. Daher laufe ich nicht ins Ungewisse, und fechte nicht wie mit 2-Luftstreichen; sondern ich kastepe meinen Leib, und ^bringe ihn in die Dienstbarkeit, damit ich nicht vielleicht, wenn ich andern geprediget habe, selbst 1 verworfen werde. Denn ich will euch nicht verhalten, liebe Brüder, daß unsere Väter alle unter der Wolke gewesen, und alle durch das Meer z gegangen sind; daß sie alle durch den Mopses in der Wolke und in dem Meere sind gctaufet Z worden; daß sie alle einerley geistliche Speise . gegessen, und alle einerley geistlichen Trank getrun- ^ ken haben(denn sie tranken von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; dieser Fels aber war 5 Christus). Gleichwohl aber hatte Gott an vielen unter ihnen kein Wohlgefallen. Evangelium Matth. 20. v. 1— 16. » j^n der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- neu Jüngern dieses Gleichniß: Das Himmelreich ist einem Hausvater gleich, wel- s cher früh Morgens ausging, Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen. Als er aber mit den Arbeitern um einen Groschen zum Septuagestmck. 33 Taglohne eins geworden war, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging um die drit- 3 le Stunde aus, und sah andere auf dem Markte müßig stehen, und sprach zu ihnen: 4 Gehet auch hin in meinen Weinberg, und ich will euch geben, was recht seyn wird. Und sie gingen hin. Abermahls ging 5 er um die sechste und neunte Stunde aus, und that desgleichen. Um die eilfte Stunde 6 aber ging er aus, fand noch andere da stehen, und sprach zu ihnen: Was steht ihr da den ganzen Tag müßig? Sie sagten zu 7 ihm: Es hat uns niemand gedinget. Und ersprach zu ihnen: Gehet auch hin in meinen Weinberg. Da es nun Abend geworden 8 war, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Beruf die Arbeiter, gib ihnen den Lohn, und fang von den Letzten an bis zu den Ersten. Als nun die kamen, y welche erst um die eilfte Stunde des Tages gekommen waren, empfing ein jeder einen Groschen. Da nun auch die Ersten ka-10 men, glaubten sie, mehr zu bekommen; allem sie empfingen auch jeder einen Groschen. Und als sie solchen empfangen»! hatten, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese Letzten ha-12 den nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns, die wir des Tages Last und Hrtze getragen haben, gleich gehalten. Er aber antwortete einem unter ihnen, und»3 sprach: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht um einen Groschen Evang. u. Epist. C Am Sonntage ,-M mir eins geworden? Nimm, was dem rst,und geh hm; rch will aber diesen Letztsten auch' wie dir geben. Oder darf rch nicht thun, was lch will? Ist dem Auge darum schalkhaft, well ich so gütig bm? »6Also werden die Letzten dre Ersten, und die Ersten die Letzten seyn; denn viele sind berufen, weniae aber auserwahlet. Am Sonntage Seragesinck. s. Epist. an die Lorinch. 11. v. 19— u. 12. v. 1— 9- , riLQrüder I Da ihr klug seyd, so übertraget chr 'M gern die Thoren. Ihr übertraget ,a,, wenn semand zu Knechten machet, wenn euch iemand auffrißt, wenn man euch das Einige nimmt, wenn sick iemand erhebet, wenn euch iemand ms Ange- 21 ficht schlägt. Das sage ich zur Schande, als waren wir in diesem Stücke schwach geworden- worrn nun iemand kühn ist sich rede,n Thorheit), dann 22b?n ich auch kühn. Lind sie Hebräer, auch, sind sie Jsraeliter, ich auch: sind st- Abrahams 2Minder, ich auch; sind sie Diener Shr'stl stth red. wie ein Thor), ich bin es mehr; denn schabe weh gearbeitet, ich bin weit öfter im Gefängnisse gn wesen, ich habe über die Maßen Schlage empian- »üqcn, und bin oft in Todesgefahren gewesen. Von ^d-n Juden habe ich suns Mahl vierzig Stre-ch-wem. 2Sger einen empfangen. Ich bm drep Mahl m.t Ru then gestrichen, ein Mahl gesteimgekworden, hab drey Mahl Schiffbruch gelitten, bin Tag und Nacht 2t»in der Liefe des Meeres gewesen, oft auf Neuen, in Waffergefahren, in Gefahren der Mörder,«n Gefahren unter meinem Geschlechte, rn Gefahren unter den Heiden, in Gefahren rn den Städten, m Gefahren in der Wüste,'« Gefahren auf dem S^Meere, in Gefahren unter falschen Brudern, Sexagesimck. 35 Arbeit und Bekümmerniß, in vielfältigem Wachen, in Hunger und Durst, in vielem Fasten, in Kälte und Bloße. Ohne die auswendigen Zufälle liegt mir?« täglich ob, alle Kirchen zu besorgen. Wer wirdsy schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich jeZo rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn JesuZi Christi, der in Ewigkeit gebenedepet ist, weiß, daß ich nicht lüge. Der Landpfleger des KönigsZz Areta zu Damascus ließ die Stadt der Damastener bewahren, um mich zu ergreifen. Ich bin33 aber durch ein Fenster in einem Korbe von der Mauer hinab gelassen worden, und also seinen Händen entronnen. Wenn ich mich nun rühmen soll, wiewohl eS nicht i dienlich ist, so will ich auch auf die Erscheinungen und Offenbarungen deS Herrn komme.,. Ich kenne einen 2 Menschen in Christo, welcher vor vierzehn Jahren (entweder im Leibe, oder außer dem Leibe, das weiß ich nicht, Gott weiß es) bis in den dritten Himmel ist entzücket worden. Und ich weiß, daß derselbigc Z Mensch(ob im Leibe, oder außer dem Leibe, das weiß ich nicht, Gott weiß es) in das Paradies 4 ist entzücket worden, und verborgene Worte gehöret hat, die kein Mensch aussvrechen darf. Des- 5 selben will ich mich rühmen, für mich aber will ich mich nur meiner Schwachheiten rühmen; denn 6 wenn ich mich rühmen wollte, so würde ich darum nicht thöricht seyn, weil ich die Wahrheit sagen würde; allein ich will mich dessen enthalten, damit nicht jemand mehr von mir halte, als er an mir sieht, oder von mir höret: und damit ich mich 7 nicht wegen der hohen Offenbarungen erhebe, so ist mir der Stachel meines Fleisches gegeben worden, der Engel des Satans, auf daß er mich mit» Fäusten schlage. Darum habe ich den Herrn drep Mahl gebethen, daß er von mir weichen C 2 36 Am Sonntage mochte. Und er hat mir gesaget: Laß dir an ^meiner GnaSc genügen; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollkommen. Darum will ich mich gern meiner Schwachheit rühmen, damit dir Kraft Christi in mir wohne. Evangelium Luc. 8. V. 4»5« 4^n der Zeit, als vstl Volks zusammenkam» und aus den Städten zu Jesu eilte» 5sprach er in einem Gleichnisse: EinSäemann ging aus, seinen Samen zu säen; und indem er säete, fiel ein Theil auf den Weg, wurde zertreten, und die Vogel der öLuft fraßen ihn auf. Ein Theil fiel auf einen Felsen, und da er aufging» verdvrrete 7er, weil er keine Feuchtigkeit hatte. Ein Theil fiel unter die Dornen, und die Dornen, welche mit aufgingen, erstickten ihn. 8Ein Theil aber fiel auf eine gute Erde» ging auf, und trug hundertfältige Frucbt. Als er dieses sagte, rief er: Wer Oh- yren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger, was dieses Gleiä- »oniß bedeute. Und er sagte^u ibnen: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches -Gottes zu wissen; die andern aber hören es in Gleichnissen, damit ste, ob sie schon sehen, doch nicht sehen, und ob ste schon hö- uren, doch nicht verstehen. Das ist aber die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist isdas Wort Gottes. Die am Wege find die, welche es hören; darnach kommt der Teufel» und nimmt das Wort von ibren «LUlinqaaFestmck. 3? Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die auf dem Felsen sind die,: 3 welche, wenn sie das Wort hören, es mit Freuden annehmen; aber sie haben keine Wurzel, sie glauben eine Zeit lang, und zur Zeit der Anfecktung fallen sie ab. Wasi- unter die Dornen fiel, sind die, welche das Wort hören, aber von den Sorgen, Reichthümern und Wollüsten dieses Lebens, in welche sie sich einlassen, ersticket werden, und keine Frucht bringen. Was aber auf die,5 gute Erde fiel, sind die, welche das Wort hören, es mit willigem und besten Herzen behalten, und in der Geduld Frucht bringen. Am Sonntage QuinMgesimä. I. Epistel an die Corinth.»3. v. i— i3. ALrüder! Wenn ich die Sprachen aller Menschen i und Engel redete, die Liebe aber nicht hätte, so wäre ich wie ein tonendes Erz, oder wie eine klingende Schelle; wenn ich weissagen konnte, 2 alle Geheimnisse und alle Wissenschaft besäße, und allen Glauben hätte, also, daß ich Berge versetzte, die Liebe aber nicht hätte, so wäre ich nichts; und wenn ich alle meine Güter zur Speise der Ar- 3 men austheilet-, und meinen Leib zum Verbrennen dargäbe, die Liebe aber nicht hätte, so würde mir dieses nichts nützen: denn die Liebe ist geduldig, 4 sie ist gütig, die Liebe beneidet nickt, sie handelt nicht leichtsinnig, sie bläst sich nicht auf, sie ist 5 nicht ehrgeitzig, nicht eigennützig, nicht jähzornig, sie denket nichts Arge-, sie erfreuet sich nicht g über die Ungerechtigkeit, sondern über die Wahr- hrjt; sie leidet alles, sie glaubet alles, sie hoffet 7 38 Am Sonntage tLluinquageflmck. 8alles, sie duldet alles. Die Liebe vergeht nimmermehr: wenn gleich die Weissagungen ein Ende nehmen, oder die unterschiedlichen Sprachen aus- yhören, oder die Wissenschaften vergehen; denn unser Wissen ist unvollkommen, und unser Weissa- l Ogen ist auch unvollkommen. Wann aber das Vollkommene erscheinen wird, so wird das Unvollkom- Umene aufhören; denn als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, verstand wie ein Kind, und dach- te wie ein Kind: da ich aber ein Mann geworden >2bin, legte ich das Kindische ab. Wir sehen jetzt gleichsam durch einen Spiegel im Dunkeln; alsdann aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzt erkenne ich Gott unvollkommen, alsdann werde ich ihn erkennen, wie ich von ihm l3er?annt werde. Nun bleiben diese drey: Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe; die Liebe aber ist die größte aus ihnen. Evangelium Luc. 18. v. 3i—-3. 3i LHn der Zeit nahm der Herr Jesus die Zwölf zu sich, und sagte zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollzogen werden, was von des Menschen Sohne durch die Propheten ist geschrieben worden. Denn er wird den Heiden überantwortet, verspot- 33ter, gegeißelt und verspien werden. Und nachdem sie ihn werden gegeißelt haben, werden sie ihn todten, und er wird am drit- 3-ten Tage wieder auferstehen. Sie aber verstanden keines von diesen Dingen; denn diese Rede war ihnen verborgen, und sie begrif- 35fen es nicht, was gesagt wurde. Es begab sich aber, da er sich Jericho näherte, daß ein Blinder am Wege saß und bettelte. An der Aschermittvooche. 3y Da er das vorüber gehende Volk hörte,36 fragte er, was dieses wäre. Sie sagten^ ihm, daß Jesus von Nazaret vorüber ginge. Und er schrie, und sprach: Jesu,38 du Sohn Davids! erbarme dich meiner. Die voran gingen, fuhren ihn mit rauhen^ Worten an, daß er schweigen sollte; er überschrie noch mehr: Du Sohn Davids! erbarme dich meiner. Jesus stand stille,40 und befahl, ihn zu stch zu führen. Und als er stch ihm genähert hatte, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun solle? Er aber sagte: Herr, daß ich-r sehe. Und Jesus sagte zu ihm: Sieh auf,42 dein Glaube hat dir geholfen. Und als-43 bald sah er, folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volk, so dieses, gesehen hatte, lobte Gott. An der Aschermittwoche. Lectisn a.d. 2sel 2. V.»2— ry. arum spricht der Herr: Bekehret euch zu mir von euerm ganzen Herzen durch Fasten, Wei-12 nen und Seufzen. Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider, und bekehret euch zu dem Herrn» 8 euerm Gott: denn er ist gütig und barmherzig, langmüchig, und von großer Erbarmung, und verzeiht die Boßhe-t leicht. Wer weiß, ob er sich»» nicht vielleicht wieder zu uns wende, und den Segen hinterlasse, um dem Herrn, euerm Gott, Sperse- und Trankspfer zu bringen. Blaset mit der Posau- ne in Sion. stellet eine heilige Fasten an, berufet die Gemeinde, versammelt daS Volk, reiniget die» 4o An der Aschermittwoche. Gemeinde, bringet die Alten zusammen, versammelt die kleinen Kinder und Säuglinge; der Dräuti- gam gehe aus seiner Schlafkammer, und die Braut »7aus ihrem Hochzeitbette. Die Priester, die dem Herrn dienen, sollen zwischen dem Borhofe und dem Altare weinen, und sagenVerschone, o Herr, vertone dein Volk, und laß dein Erbtheil nicht , E Schanden werden, daß Heiden darüber herrschen. unter den Völkern gesagt werden: 9Wo ist ihr Gott? Alsdann wird der Herr über sein Land eifern, und fein Volk verschonen. Und der Herr wird antworten, und zu seinem Volke sagen: Sieh, ich will euch Korn, Wein und Hhl zuschic. ken, mrd ihr sollet Überfluß daran haben; ich will euch hinfort nicht mehr unter den Heiden zu Schanden werden lassen. Evangelium Match. 6. v. 16— 21. »6j>n der Zeit sprach der Herr Jesus zu V) seinen Jüngern: Wenn ihr aber fastet, sollet ihr euch nicht wie die Heuchler traurig stellen; denn diese verunstalten ihre An- gestchter, damit sie den Menschen zeigen, daß sie fasten. Wahrlich sage ich euch, sie »7haben ihren Lohn schon empfangen. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt, »8und wasche dein Angesicht; damit nicht die Menschen, sondern dein himmlischer Vater, der im Verborgenen ist, allein um dein Fasten wisse, und dein Vater, der alles sieht, was in Geheim geschieht, wird dir es ver- »ygelten. Ferner sollet ihr euch keine Schätze auf Erden sammeln, wo sie der Rost und die Motten verderben, und die Diebe ausgra- roben und stehlen: sondern sammelt euch Am ersten Sonntage in-er gasten. 4» Schätze im Himmel, wo weder Rost noch Motten sie verderben, noch die Diebe aus- graben und stehlen; denn wo dein Schatz« i ist, da ist auch dein Herz. Am ersten Sonntage in der Fasten. s. Epistel an die Esxinth. 6» V. r io. ALrüder! Wir ermähnen euch aber als Mithelfer,, V daß ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich ein- psanget. Denn er spricht: Ich habe dich zur Gna- r denzeil erhöret, und an dem Tage des Heils habe ich dir geholfen. Sieh, jetzt ist die Gnadenzeit, sieh, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset unS aber Z niemanden ein Ärgerniß geben, damit unser Amt nicht gelästert werde, sondern lasset uns in allem 4 uns selbst wie Diener Gottes erweisen: durch viel- faltige Geduld in Trübsalen, Nöthen und Ängsten; unter Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, o in Arbeiten, im Wachen und Fasten, durch Keusch- 0 heit, Erkenntniß, Lanzmuth, Güte, im heiligen Geiste und unverfäls;ter Liebe, durch das Wort 7 der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Lm- ken, durch Ehre und Schmach, durch bösen Ruf» und gutes Gerücht, als Verführer, da wir doch wahrhaft sind, als Unbekannte oder Bekannte; als 2 Sterbende, und sieh, wir leben; als Gezüchtigte, und doch nicht Getödtete; als Traurige, allezeit io aber Fröhliche; als Dürftige, die aber viele reich machen; als Leute, die nichts haben, und doch alles besitzen. Evangelium Natrh. 4- l). l — ii. LHn der Zeit ward der Herr Jesus vom Geiste in die Wüste geführet, damit er von dem Teufel versuchet würde. Und 42 Am ersten Ssnntage in der Lasten. als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefa- 3stek hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat hinzu, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so heiß diese Steine -Brot werden. Er aber antwortete, und sprach: es steht geschrieben: Der Mensch lebet nicht allein vom Brote, sondern von einem jeden Worte, welches aus dem SMunde Gottes geht. Da führte ihn der Teufel in die heilige Stadt, stellte ihn 6auf die Zinne des Tempels, und sagte zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: Er hat seinen Engeln deinetwegen befohlen, sie sollen dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa mit einem Fuße an einen 7Stein stoßest. Jesus sprach zu ihm: Es steht wieder geschrieben: du sollst Gott, 8deinen Herrn nicht versuchen. Der Teufel führte ihn abermahls auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Königreiche der yWelt, sammt ihrer Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du vor mir niederfällst, und lomich anböthest. Da sprach Jesus zu ihm: Geh hinweg Satan; denn es steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, "anböthen, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und sieh, die Engel traten hinzu, und dienten ihm. Am zweyten Sonntage iy der Aasten.-3 Am zweyten Sonntage in der Fasten. i. Epistel an die Thess. 4-2. i 7» ferner, liebe Bruder, bitten und ersuchen wir euch 6 im Herrn Jesu, daß gleichwie ihr von uns empfangen habet, wie ihr wandeln, und Gott wohl gefallen sollet, ihr auch also wandelt, damit ihr desto vollkommener werdet; denn ihr wisset, was ich euch für Gebothe durch den Herrn Jesum gegeben habe. Denn dieß ist der Wille Gottes, eure Heiligung, damit ihr euch von Hurerep enthaltet, und daß ein jeder unter euch seinen Leib rn Heiligung und Ehre zu erhalten wisse; nicht in unziem. lichen Gelüsten, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand seinen Bruder unterdrücke, noch im Handel hintergehe, weil der Herr dieß alles rächet, wie wir euch zuvor gesaget und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht zur Un- reinigkeit, sondern zur Heiligung berufen in Christo Jesu unserm Herrn. Evangelium Match.»7- V. i—9« LHn der Zeit nahm der Herr Jesus denPe-, trus, Jacobus und Johannes, dessen Bruder, zu sich, und führte sie besonders auf einen hohen Berg. Da wurde er vor 2 ihnen verkläret. Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber 'wurden weiß wie der Schnee. Und sieh, 3 es erschienen ihnen Mopses und Elias, welche mit ihnen redeten. Da fing Petrus an zu re- 4 den, und sprach zu Jesu: Herr, es ist gut für uns, hier zu seyn; wir wollen, wenn du willst, hier drey Hütten aufschlagen, dir eine, 5 dem Mopses eine, und dem EliaS eine. Als -4 2lm dritten Sonntage er noch redete, sieh, da überschattete sie eine lichte Wolke, und es ließ sich eine Stimme aus der Wolke hören, welche sagte: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich ein Wohlgefallen habe; den sollet ihr anhören. 6Da dieses die Junger hörten, fielen sie auf 7thr Angesicht, und fürchteten sich sehr. Und Jesus trat hinzu, berührte sie, und sprach zu ihnen: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. 8Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie yniemand, als Jesum allein. Und da sie von dem Berge herab gingen, befahl ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollet dieses Gesicht niemanden sagen, bis des Menschen Sohn von jden Todten wird auferstanden seyn. Am dritten Sonntage in der Fasten. Epistel an die Ephes 5. V. i—? 9. »HLrüder! seyd Gottes Nachfolger, wie die lieb« zO sten Kinder; wandelt in der Liebe, gleich wie Christus unS geliebet, und sich selbst für uns Gott als eine Gabe und Schlachtopfer des ^angenehmsten Geruches dargegeben hat. Hurerep aber und alle Unlauterkeit oder Geiü sollen unter euch nicht genannt werden, wir es Heiligen gezie» 4met; weder schändliche Worte, noch thörichte oder leichtfertige Reden, die sich nicht gebühren, son- Odern danket vielmehr Gott. Denn das sollet ihr wifi sen, und wohl verstehen, daß keinHurer, nochUnrei. n V aller Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium Luc. li V.»4— 28. der Zeit trieb Jesus einen Teufel»4 aus, welcher stumm war: und'als er den Teufel ausgetrieben hatte, redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Einige aber aus ihnen sagten: Er treibt»5 die Teufel durch Beelzebub, den Obersten der Teufel aus; andere versuchten ihn, undio begehrten von ihm einZeichen vomHimmel. Er aber, da er ihre Gedanken erkannte, sag-i? te zu ihnen: Ein jedes Reich, welches m sich selbst getrennet ist, wird verwüstet werden, und ein Haus wird über das andere fallen. Ist nun der Satan auch in sich»8 selbst getrennet, wie wird denn sein Reich bestehen? weil ihr saget, daß ich durch Beelzebub die Teufel aüstreibe. Wenn ich aber 19 durch Beelzebub die Teufel aüstreibe, durch wen treiben sie denn eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. Wenn ick aber durch den Finger Gottes die Teu-20 sel aüstreibe, so ist ja wahrlich das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn ein starker Gewaffneter seinen Hof bewahret, sos» bleibt alles, was er hat, in Frieden. Wenn aber eiv stärkerer über ihn kEmt, und ihnrs Am vierten Sonntage 46 überwindet, so nimmt er ihm alle seine Waffen, worauf er sich verließ, und thei- sZset seinen Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit s4mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgegangen ist, so wandelt er durch dürre Orte, und suchet Ruhe; wenn er sie aber nicht findet, so spricht er: Ich will in mein Haus, daraus ich gegangen bin, wieder kehren; s5und wenn er kommt, so findet er es aus- sögekehret und ausgezieret. Alsdann geht er hin, und nimmt sieben andere Geister zu sich, welche ärger sind als er; und wenn sie hinein kommen, so wohnen sie allda, und so wird der letzte Zustand desselben Men- S7schen ärger als der erste seyn. Da er nun dieses redete, geschah es, daß ein Weib unter dem Volke ihre Stimme erhob, und zu ihm sprach: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du ge- r8sogen hast. Er aber sprach: Ja freylich, selig sind die, welche das Wort Gottes hören, und dasselbige beobachten. Am vierten Sonntage in der Fasten. Epistel an die Dalater. 4- 22— («rüder I es steht geschrieben: Abraham hat zwey Sohne gehabt, den einen von der Magd, den -Zandern von der Freyen. Der von der Magd war» ist nach dem Fleische geboren worden: der aber von der Freyen war, ist durch die Verheißung geboren worden. »7 in der Zasten. Welche Worte einen geistlichen Verstand haben; denns§ dieß sind zwepLestamente: Eines auf dem Berge Sinai, sodi-Dienstbarkeil gebiert, welches die Agar ist; denn Sinai ist ein Berg in Arabien, der eine Ver-s5 wandtschaft mit Jerusalem hat, und der mit seinen Kindern dienstbar ist. Das himmlische JerusalemSO aber ist frey; das ist unsere Mutter; denn es stehtz^ geschrieben: Erfreue dich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst; brich hervor, und schrey, die du nicht in Kindesnothen gewesen bist; denn die Verlassene hat mehr Kinder als die Verehelichte. WirLV aber liebe Bruder, sind Kinder der Verheißung, wie Jsaac. Gleichwie aber damahls derjenige, wel-SY cher nach dem Fleische geboren war, den Verfolgers, der nach dem Geiste geboren war: also geschieht es jetzt auch. Was sagt aber die Schrift? Verstoß-al) die Magd mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll mit dem Sohne der Freyen kein Erbe seyn.» Daher, liebe Bruder, sind wir keine Kinder der^> Magd, sondern der Freyen, mit welcher Freyheit uns Christus befrepet hat. Evangelium 2oh. 6. V. i— i5. LHn der Zeit begab sich Jesus auf die an- r dere Seite des galiläischen Meeres, an welchem die Stadt Tiberias liegt; und es s folgte ihm eine große Menge Volkes nach, weil sie die Wunderzeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging 3 auf einen Berg, und setzte sich daselbst 4 mit seinen Jüngern nieder. Es war das Osterfest der Juden nahe. Da nun Jesus 5 feine Augen aufhob, und sah, daß eine sehr große Menge Volkes zu ihm kam, sagte er zum Philippus: Wovon werden wir -8 Am vierten Sonntage Brot kaufen, daß diese zu essen Habers? LDieses sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte. ?Phlllppus antwortete ihm: Um zwey hundert Pfennige Brot reicht nicht zu, daß Lein jeder nur etwas Weniges bekomme. Da sagte einer von seinen Jüngern, Andreas, der yBruder des Simon Petrus, zu ihm: Es ist ein Knabe hier, welcher fünf Gerstenbrote, und zwey Fische hat; allein was ist das für ivso viele? Jesus aber sprach: Lasset die Leute niedersetzen; denn es war viel Gras an dem Orte. Da setzten sich an der Zahl bey »ifünftausend Mann nieder. Darauf nahm Jesus die fünf Brote, und nachdem er ge- danket hatte, theilte er sie denen aus, welche sich niedergesetzet hatten; desgleichen auch i2von den Fischen, so viel sie wollten. Nachdem sie aber satt geworden waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die Stücklein, welche übergeblieben sind, damit sie nicht ,3zu Grunde gehen. Also sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Stücklein von den fünf Gerstenbroten, welche diejenigen, die »4da gegessen hatten, übrig ließen. Da nun die Menschen das Wunder, welches Jesus gethan hatte, sahen, sprachen sie: Dieser lsi wahrhaft der Prophet, welcher in die »SWelt kommen soll. Als aber Jesus bemerkte, daß sie kommen, ihn mit Gewalt hinweg führen, und zum Könige machen würden, floh er abermahls ganz allein auf den Berg. in-er Aasten. -9 Am fünften Sonntage in der Fasten. Epistel an-ie Zebräer. y. v. 11— i5. ALrüder! Christus, nachdem er als ein hoher Prie-i» -O ster der zukünftigen Güter kam, ist durch einen größeren und vollkommneren Tabernakel, der nicht von Menschenhänden gemacht ist, das ist, nicht wie die irdischen Gebäude, nicht durch der Böcke oderKäl-i r ber Blut, sondern durch sein eigenes Blut ein Mahl in das Heiligthum eingegangen, und hat uns die ewige Erlösung erworben. Denn wenn das Blutt3 der Bocke und Ochsen, und die Bestreuung mit Kälberasche die Unreinen zvr leiblichen Reinigkeit heiliget; wie vielmehr wird das Blut Christi, der sichi« selbst durch den heiligen Geist als ein unbeflecktes Opfer Gott dargegeben hat, unser Gewissen von den todten Werken reinigen, dem lebendigen Gott zu dienen. Und darum ist er ein Mittler des neuen,5 Bundes, auf daß die, welche berufen sind, vermittelst des Todes, den er zur Erlösung der Über. tretungen, welche unter dem vorigen Bunde waren, erlitten hat, die verheißene ewige Erbschaft er- langten. Evangelium Ioh. 8. v.-6— 5y. LHn der Zeit sprach der Herr Jesus zu den «v) Scharen der Juden: Wer unter euct)46 wird mich einer Sünde beschuldigen können? Wenn ich euch nun die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer aus Gott-? ist, der höret die Worte Gottes; darum höret ihr sie nicht, weil ihr aus Gott nicht seyd. Die Juden antworteten, und sagten zu ihm:-8 Sagen wir nicht recht, daß du ein Sama- ritan bist, und den Teufel bey dir hast? Je-49 sus antwortete: Ich habe keinen Teufel, Evang. u. Epist. D So Am fünften Sonntag« in-er Lasten. sondern ich ehre meinen Vater, und ihr habet 5omrch entehret. Ich aber suche nicht meine -'st eurer, der sie suchet, und richtet. Wahrlrch, wahrlich sage ich euch: Wenn jemand mein Wort behalten wird, der wird 5-rden Tod in Ewigkeit nicht sehen. Da sprachen die Juden: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast; Abraham und die Propheten sind gestorben, und du sagst: Wenn jemand mein Wort behalten wird, der wird 53den Tod in Ewigkeit nicht sehen. Bist du denn größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist, und als die Propheten, die ae- storben sind? Was machest du aus dir selbst? K-Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater tst es, der mich ehret, welchen ihr für euern SSGort ausgebet, und nicht erkannt habet; ich aber kenne ihn; und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so würde ich, gleich wrechr,em Lügner seyn. Ich aberkenne Sdlhn, und gehorche fernem Worte. Abraham euer Vater hat gefrohlocket, daß er meinen Tag sehen sollte, er hat ihn gesehen, und 5?sich erfreuet. Da sprachen die Juden zu u-'cbt fünfzig Jahre alt, und 58hast Abraham gesehen? Jesus sagte zu ih- ' Wahrlich, wahrlich sage ich euch: üyEhe Abraham war, bin ich. Da hoben sie(Kleine auf, nach ihm zu werfen; Je- pel hinau/^^ und ging zum Tem- Am palmsonnt. bey der Palmweihe. 5i Am Palmsonntage bey der Palmweihe. Lectisn aus Exod. i5. v. 27. u. l6. v. 1— 7- t^n den Tagen kamen die Kinder Israels auf27 Elim, wo zwölf Wasserbrunnen und siebenzig Palmbäume waren, und sie schlugen ihr Lager am Wasser. Als sie nun von Elim aufgebrochen sind, ist die, ganze Schar der Kinder Israels an dem fünfzehnten Tage des zweyten Monaths, nachdem sie aus Ägypten gezogen waren, in die Wüste Ein, wel- che zwischen Elim und Sinai liegt, angelanget. Zn, dieser Wüste aber murrete die ganze Gemeinde der Kinder Israels wider Mopses und Aaron. Und 3 die Kinder Israels sprachen zu ihnen: Wollte Gott, wir wären in Aaxpten, da wir bey den Fleisch, topfen saßen, und uns mit Brote sättigten, durch die Hand des Herrn gestorben! Warum habet ihr uns m die Wüste hinaus geführet, uns allesammt darin mit Hunger zu todten? Da sprach der Herr- zum Mopses: Sieh, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, das Volk soll hinaus gehen, und 0 viel sammeln, als ihm für einen Tag genug seyn wird, damit ichs prüfe, ob es in meinem Gesetze wandeln wolle oder nicht. An dem sechsten Ta- 5 ge aber sollen sie sich zum Eintragen bereiten, und soll dessen noch ein Mahl so viel seyn, als sie 6 sonst alle Tage zu sammeln pflegen. Alsdann spra- chen Mopses und Aaron zu allem Volke Israels: Aus den Abend sollet ihr wissen, daß euch der Herr 7 aus Ägypten geführet habe, und des Morgens werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn sehen. Loanselium Matth. 21. v. t— y. der Zeit, da der Herr Jesus sich der Stadt Jerusalem nahete, und gen Bethphage an denOehlberg gekommen war, sandte er zwey aus seinen Jüngern, und D s 5s Das Leiden Jesu Christi sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; da werdet ihr sogleich eine Eselinn angebunden, und ein Füllen bey ibr finden: machet sie los, und führet 3sie zu mir. Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprechet: DerHerr hat ihrer vonnöthen, und sogleich wird er sie euch -lassen. Dieß alles aber geschah, damit erfüllet wurde, was durch den Propheten ist Sgesaget worden, der da spricht: Saget der Tochter Sion: Sieh, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und sitzt auf einer Eselinn, und auf dem Füllen eines Lastthieres. 6Die Jünger gingen also hin, und thaten, 7wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und sie brachten die Eselinn mit dem Füllen, legten ibre Kleider auf sie, und setzten ihn 8darauf. Eine Menge Volks aber breitete ihre Kleider auf dem Wege aus, andere bieben Zweige von den Bäumen, und streue- 9ten sie auf den Weg. Das Volk aber, so vor-und nachging, schrie und sprach: Heil sey dem Sohne Davids! gebenedeyet sey, der in dem Nahmen des Herrn kommt! Heil jey in der Höhe. In der Messe. Epistel an die Philipp, s. V. 5— ir. bMrüder! Ihr sollet wie Christus Jesus gesinn« sepn. Weil er eine göttliche Natur hattet maßte er sich nichts Fremdes an, da er sich für Gott aus. ^gab. Er legte aber seine Herrlichkeit ab, nahm die Ge. statt eines Knechtes an, ward andern Menschen gleich, am Palmsonntage. 53 und zog ihre Gestalt an. Er demüthigte sich selbst, und gehorsamte bis in den Tod, und zwar in den 8 Tod des Kreuzes. Darum hat ihn Gott auch erhöhet, und ihm einen Nahmen, der über alle 9 Nahmen ist, gegeben, daß sich vor dem Nahmen Jesu alle Knie im Himmel, auf Erde und unter der Erde biegen, und alle Zungen bekennen sol-i» len, daß der Herr Jesus Christus in der Herrlich, keit Gottes des Vaters sep. Da» Leiden unser» Zerrn Jesu Christi am Palmsonntage Match. 26. V. 1— 76. u. 27. v. r— 66. LHn der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- 1 «O neu Jüngern: Ihr wisset, daß nach r zwey Tagen Ostern seyn, und des Menschen Sohn überantwortet werden wird, damit er gekreuziget werde. Damahls ver- 3 sammelten sich die Erzpriester, und die Aeltesten des Volkes in dem Saale des ho- henPriesters, derKaiphas hieß, und hielten 4 einen Rath, wie sie Jesum mit Lift ergreifen, und todten könnten. Sie sagten 5 aber: Am Festtage nicht, damit nicht etwa unter dem Volke ein Aufruhr entstehe. Als aber Jesus zu Bethania in dem Hause 6 Simons, des Aussätzigen, war, trat em 7 Weib zu ihm, welches eine kostbare Salbe in einer Alabasterbüchse hatte, und dieselbe über sein Haupt ausgoß, da er zu Tische saß. Als solches seine Jünger sahen, wur- 8 den sie unwillig, und sprachen: Wozu dienet dieser Verlust? Denn man hätte 9 diese Salbe theuer verkaufen, und den 54 Da« Leiden Jesu Christi Werth davon den Armen geben können. ivJesus aber, der solches wahrnahm, sagte zu ihnen: Was seyd ihr diesem Weibe über- lästig? Sie hat ein gutes Werk an mir ge- nthan; denn die Armen habt ihr allezeit bey euch, mich aber werdet ihr nicht allezeit halben. Und da sie diese Salbe auf meinen Leib ausgegasten hat, das hat sie, voraus mich zu »Zbegraben, gethan. Wahrlich sage ich euch: Wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt wird geprediget werden, da wird auch zu ihrem Andenken erzählet werden, was sie ,4gethan hat. Da ging einer von den zwölf Aposteln, der Judas Jscariot hieß, zu den »öOberpnestern, und sprach zu ihnen: Was wollet ihr mir geben, so will ich ihn euch überliefern? Sie aber bothen ihm dreyßig i SSilberlinge an. Und von dieser Zeit an suchte er Gelegenheit, ihn in ihre Hände zu »^überantworten. Am ersten Tage der ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wo willst du, daß wir dir ,8das Osterlamm zubereiten? Jesus sprach: Gehet hin in die Stadt zu jemand, und saget ihm: Der Meister spricht: Meine Zeit nahet heran, mit dir will ich mit meinen Jün- »ygern das Ostermahl halten. Die Jünger thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und ^bereiteten das Ostermahl. Als es nun Abend geworden war, setzte er sich mit seinen r« zwölf Jüngern zu Tische, und da sie aßen, sprach er: Wahrlich sage ich euch, einer un- -2ter euch wird mich verrathen. Da wurden am palmstmirage. 55 sie sehr betrübt, und ein jeder fing an zu sagen: Herr, bin ich es? Er aber antwor-zz lere, und sprach: Der mit mir in die Schüssel tunket, wird mich verrathen. Des Menschen Sohn geht zwar hin, wiezz von ihm geschrieben ist; weh aber demselben, durch welchen des Menschen Sohn wird verrathen werden! Es wäre ihm besser, daß er nicht geboren worden wäre. Judas aber, der ihn verrathen hatte, ant-25 wortete und sprach: Bin ich es, Rabbi? Jesus sprach: Du hast es gesaget. Da siez«; nun zu Nachts aßen, nahm Jesus das Brot, und als er es gesegnet hatte, brach er es, gab es seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, und esset, das ist mein Leio. Hernach nahm er den Kelch, dank-27 te, gab ihnen denselben, und sprach: Trinket alle daraus; denn dieß ist meittzF Blut des neuen Testamentes, welches für viele zur Vergebung der Sünden wird vergossen werden. Ich sage euch aber, daß ichzy von nun an von diesem Gewächse des Weinstockes nicht trinken werde bis an den Tag, da ich es neu in dem Reiche meines Vaters mit euch trinken werde. Und nach gespro-3o chenem Lobgesange gingen sie an den Oehl- berg hinaus. Da sprach Jesus zu ihnen:3» Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreuet werden. Wenn ich aber wieder auferstehen werde,Zr S6 Das Leiden Jesu Christi will ich vor euch in Galiläa hergehen. -"Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sich schon alle an dir ärgern würden, "so will doch ich mich nimmer ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich sage ich dir, du wirst mich in dieser Nacht, ehe der Hahn "krähet, drey Mahl verläugnen. Petrus aber sagte zu ihm: Wenn ich auch mit dir sterben müßte, so will ich dich doch nicht ver- läugnen. Deßgleichen sagten auch alle anködere Jünger. Alsdann kam Jesus mit ihnen m den Hof, der Gethsemane genannt wird, Da sprach er zu seinen Jüngern: Setzet euch hier nieder, ich will unterdessen hingehen, "und bethen. Und er nahm den Petrus sammt den beyden Söhnen des Zebedäus zu sich, und fing an, sich zu betrüben, und traurig zu ^werden. Da sprach er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod: bleibet hier, und "wachet mit mir. Und er ging ein wenig weiter, und fiel aufsein Angesicht nieder, bethete, und sprach: Mein Vater! ist es möglich, so laß diesen Kelch von mir gehen; doch nicht wie "ich will, sondern wie du willst. Und er kam zu semen Jüngern, und fand sie schlafend, und sagte zum Petrus: Habet ihr denn nicht 4»eine Stunde mit mir wachen können? Wachet und bethet, damit ihr nicht in Versu- ,^"ug fallet; der Geist ist zwar willig, aber "das Fleisch ist schwach. Er ging wieder hin, Mete zum zweyten Mahle, und sprach; Mein Vaterkann dieser Kelch nickt von nur gehen, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe am Palmsonntag«. 67 dein Wille. Er kam abermahls und43 fand sie schlafend; denn ihre Auge« waren schwer. Und er verließ sie, ging abermahls44 hin, und bethete zum dritten Mahle das nähmliche Gebeth. Alsdann kam er zu45 seinen Jüngern, und sprach zu ihnen: Schlafet nun, und ruhet; sehet, die Stunde ist herbey gekommen, und des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überantwortet werden. Stehet auf, und laffet46 uns gehen: sehet, mein Verräther ist schon in der Nähe. Und als er noch redete, sieh,47 da kam Judas, einer von den Zwölfen, sammt einer großen Rotte mit Schwertern und Knütteln, welche von den hohen Priestern und Aeltesten des Volkes abgeschicket war. Sein Verräther aber hattet ihnen ein Zeichen gegeben, und gesaget: Den ich küssen werde, der ist es, den greifet. Und sogleich trat er zu Jesu, und-y sprach: Sey gegrüßt, Rabbi.' und er küßte ihn. Jesus aber sagte zu ihm: Freund,5o wozu bist du gekommen? Da traten sie hinzu, legten Hand an Jesum, und ergriffen ihn. Und sieh, einer von denen,5» welche mit Jesu waren, streckte seine Hand aus, zog sein Schwert, schlug des hohen Priesters Knecht, und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm: Stec-52 ke dein Schwert an seinen Ort; denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder mei-5? nest du, ich könne meinen Vater nicht bitten, 58 Dr« Leiden Jesu Lhrksti daß er mir jetzt mehr als zwölf Legionen 54Engel zuschicke? Wie würden denn die Schriften erfüllet werden, die da sagen, 5 daß es also geschehen müsse? Alsdann sprach Jesus zu der Rotte: Ihr seyd wie zu einem Mörder mit Schwertern und Knütteln ausgegangen, mich zu greifen; bin ich doch täglich bey euch im Tempel gesessen, wo ich gelehret habe, und ihr habet 56mich nicht ergriffen. Dieß alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllet würden. Da verließen ihn alle seine ^Jünger und flohen davon. Die Rotte aber hielt Jesum fest, und führte ihn zu dem hoben Priester Kaiphas, wo sich die Schriftgelehrten und Aeltesten versammelt hatten. -»^Petrus aber folgte ihm von fern bis in des hohen Priesters Hof nach. Und als er hinein gegangen war,.setzte er sich zu den SyDienern nieder, um den Ausgang zu sehen. Die hohen Priester sammt dem ganzen Rathe suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, damit sie ihn zum Tode verurtheilen könn- 6oten. Und sie fanden keine, wiewohl viele falsche Zeugen auftraten. Endlich aber ka- 61 men zwey falsche Zeugen, und sprachen: Dieser hat gesaget: Ich kann den Tempel Gottes zerstören, und denselben in drey Tagen ürwieder aufbauen. Da stand der hohe Priester auf, und sprach zu ihm: Antwortest du nicht auf das Zeugniß, so diese wider dich ablegen? SZJesus aber schwieg. Und der hohe Priester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bey dem am paimloilmagc. 5y lebendigen Gott, daß du sagest, ob du Christus, der Sohn Gottes seyest? Jesueö- sprach zu ihm: Du hast es gesaget; lch aber sage euch, daß ihr von nun an des Menschen Sohn zur Rechten des allmächtl- aen Gottes sitzen, und in den Wolken des Himmels kommen sehen werdet. Da zerriß65 der hohe Priester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelästert: was bedürfen wir weitere Zeugen? Sehet, ihr habet die Gotteslästerung gehöret. Was dünket euch?66 Sie aber antworteten, und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Da spien sie ihm in sem67 Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten: einige aber gaben ihmLackenstreiche mtt der flachen Hand, und sprachen: Weissage uns,68 Christus, wer dich geschlagen hat. Jndeffenöy saß Petrus draußen in dem Vorhofe; da trat eine Magd zu ihm, und sprach: Du warst auch bey Jesu dem Galiläer. Er aber?» läugnete es vor allen, und sprach: Ich weiß nicht, was du sagest. Als er aber zur Thür?, hinaus ging, sah ihn eine andere Magd, und sagte zu denen, die da waren: Dieser war auch bey Jesu von Nazaret. Da?» läugnete es Petrus abermahls mit emem Eide, und sprach: Ich kenne diesen Menschen nicht. Und bald darauf tra-?3 ten die Umstehenden herzu, und jagten zum Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von diesen; denn deine Sprache verräth dich. Da fing er an, sich zu verflachen, und zu schwören, daß er diesen Menschen 6o Da« Leiben Jesu Christi nicht kenne; und sogleich krähete der Hahn. 7^Da erinnerte sich Petrus der Worte Jesu, die er zu ihm geredet hatte: Ehe der Hahn krähet, wirst du mich drey Mahl verläugnen; und er ging hinaus, und weinte bitterlich, i Als aber der Tag angebrochen war, hielten alle hohe Priester und Aelteste des Volkes einen Ratb wider Jesum, wie sie ihn «todten könnten. Und sie führten ihn gebunden, und überantworteten ihn demLandpfle- 3ger Pontius Pilatus. Da nun Judas, der ihn verrathen hatte, sah, daß er zum Tode verurtheilet wäre, reuete es ihn: er brachte die dreyßig Silberlinge den hohen Priestern -und Aeltesten zurück, und sagte: Ich habe gesündiget, daß ich das unschuldige Blut verrathen habe. Sie aber sprachen: Was Sgeht es uns an? da sieh du zu. Und als er die Silberlinge in den Tempel geworfen hatte, machte er sich davon, ging hin, und öerhenkte sich selbst. Die hohen Priester aber nahmen die Silberlinge, und sagten: Es geziemet sich nicht, daß man sie als 7ein Blutgeld in den Schatzkasten lege. Und als sie dieserwegen Rath gehalten hatten, kauften sie davon eines Töpfers Acker zum 8Begräbnisse der Fremden. Daher ist der- selbige Acker Haceldama, das ist der Blutacker, bis auf den heutigen Tag genannt yworden. Da wurde erfüllet, was durch den Propheten Jeremias ist gesaget worden, da er spricht: Und sie haben dreyßig Sil- berliuge genommen, den Werth des Ge- am palmsonntagk. 6, schätzten, der von den Kindern Israels ist aeschätzet worden, und haben sie um ei-»o nes Töpfers Acker gegeben, wie es nur der Herr verordnet hat. Jesus aber stand vor»> dem Landpfleger Pilatus, welcher ihn fragte, und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagest es. Und als er von den hohen Prie-,z stern und Aelteften angeklaget wurde, antwortete er nichts. Da sagte Pilatus zu, 3 ihm: Hörest du nicht, wie viele Zeugnisse sie wider dich anführen? Und er antwortete, 4 ihm nicht ein einziges Wort, also, daß der Landpfleger sich sehr verwunderte. Nun aber, 5 war es gebräuchlich, daß der Landpfleger auf dem hohen Festtage dem Volke einen Gefangenen, welchen sie wollten, losgab. Er hat-,6 te aber damahls einen verrufenen Missethäter im Gefängnisse, der Barabbas genannt wurde. Da sie nun beysammen waren, sagte,7 Pilatus: Welchen soll ick euch los geben? Den Barabbas oder Jesum, der genannt wird Christus? Denn er wußte wohl, daß» 8 sie ihn aus Neid überantwortet hatten. Als 19 er aber zu Gerichte saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe nichts mit diesem Gerechten zu schaffen; denn ich habe heute Nachts viel im Traume seinetwegen gelitten. Allein die hohen Priester und Aelte-20 sten überredeten das Volk, daß sie den Barabbas begehrten, und Jesum zu tödten verlangten. Als nun der Landpfleger wieder zu reden-1 anfing, und zu ihnen sagte: Welchen wollet 6r Da» Leiden Jesu Christi ldr von diesen beyden los haben? sprachest E)enBarabbas. Pilatus sagte zu ihnenr Was soll ich denn mit Jesu machen, der qe- sZnannt wird Christus? Sie sprachen alle: Er soll gekreuziget werdenDerLandpfleqersaa- ^zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Sie aber schrien noch mehr, und sprachen: s-Er soll gekreuziget werdenAls nun Pila. tus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern daß ein viel größerer Lärmen entstand, Wasser, wusch seine Hände vor dem Volke, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet sSihr zu. Da antwortete alles Volk, und sprach: Sein Blut komme über uns, und über unsere Kinder. Da gab er ihnen den söBarabbas los; Jeium aber ließ er geißeln, und überantwortete ihnen denselben, daß et -^gekreuziget würde. Alsdann nahmen die ^legsknechte des Landpflegers Jesum in das Rlchthaus, und versammelten die ganze 28Kneqsschar um ihn. Und als sie ihn ausgekleidet hatten, gaben sie ihm einen Purpur- symantel um, flochten eine Krone von Dor- "sn, setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, bogen die Knie vor ihm, verspotteten ihn, und sprachen: 3oSey gegrüßt, du König der Juden' Her- nach spien sie ihn an, nahmen das Rohr, 3,und schlugen sein Haupt damit. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, nahmen sie'tm den Purpurmantel ab, zogen ihm seine Klewer an, und führten ihn zur am Palmsonntage. 63 hett Kreuzigung. Indem sie aber zur Stadt hin-3? en: aus gingen, trafen sie einen Menschen von ge- Cyrenean, mirNahmen Simon, diesenzwan- Er gen sie, sein Kreuz zu tragen. Und sie ka-33 ag- men an den Ort, welcher Golgotha, das ist m? Schedelstätte, genannt wird. Da gaben sie3- ?n: ihm Wein, der mit Galle vermischet war, la. zu trinken; und als er denselben gekostet :rn hatte, wollte er ihn nicht trinken. Nachdem sieZS id, ihn aber gekreuziget hatten, theilten sie seine wr Kleider, und warfen das Loos darum, ul- damit erfüllet würde, was durch den Probet pheten gesaget wird, da er spricht: Sie Hand den meine Kleider unter sich getheilet, und nd über mein Gewand das Loos geworfen. Und36 en sie saßen, und hatten Acht aus ihn. Her-37 n, nach häfteten sie die Ursache seines Todes er schriftlich über sein Haupt: Dieß ist Je- vie sus, der Juden König. Zu gleicher Zeit38 in wurden zwey Mörder, einer zur Rechten, ,ze der andere zur Linken, mit ihm gekreuziget. ls- Die aber vorüber gingen, lästerten ihn,3y ,r- schüttelten ihre Köpfe, und sprachen: Ey4o >r- du, der du den Tempel Gottes zerstörest, m und ihn in drey Tagen wieder aufbauest, lie hilf dw selbst! Bist du Gottes Sohn, so n: steig vom Kreuze herab. Deßgleichen spot-4! teten auch seiner die hohen Priester sammt r, den Schriftgelehrten und Aeltesten, und id sprachen: Er hat andere errettet, und kann-» m sich selbst nicht retten; ist er der König in m Israel, so steige er jetzt vom Kreuze her- ,r uv, und alsyftnn wollen wir ihm glauben. 64 Da» Leiden Jesu Lhrrsti -ZEr vertrauet auf Gott; so erlöse er ihn, wenn er ein Wohlgefallen an ihm hat; denn er hat gesaget: Ich bin Gottes Sohn. 44Eben dasselbe warfen ihm auch die Mörder, welche mitihm gekreuziget waren, vor. 45Es wurde aber von der sechsten bis zur neunten Stunde der ganze Erdboden mit 46emer Finsterniß bedecket. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme, und sprach: Eli, Eli, Lamma Sabaktham.' das ist: Mein Gott, mein 47Gott.' warum hast du mich verlassen? Einige aber aus den Anwesenden, die das borten, sprachen: Dieser ruft den Elias. 48Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, stillte ihn mit Essig, steckte ihn an ein Rohr, und gab ihm Die andern aber sprachen: Lasset uns sehen, ob Elias komme, und Solhn errette. Jesus aber rief abermahls mit lauter Stimme, und gab den Geist auf. SiUnd steh der Vorhang des Tempels zerriß m zwey Stücke von oben bis unten; die Erde bebte, und die Felsen zersprangen, 5sdle Gräber eröffneten sich, und viele Leiber der Heiligen, die da entschlafen waren, -»3standen auf. Und da sie nach seiner Auferstehung aus den Gräbern gegangen waren, kamen sie m die heilige Stadt, und erschienen o4vrelen. Der Hauptmann aber sammt denen, die bey ihm waren, und Jesum bewachten, da sie das Erdbeben, und was sich sonst zutrug, sahen, fürchteten sich sehr, und am palmsonntage. 65 sprachen: Dieser ist wahrhaftig Gottes Sohn gewesen. Es standen aber daselbst viele55 Weiber, die Jesu von Galitäa aus nach- gefolget waren, und ihm gedienet hatten, von fern. Unter welchen Maria Magda-56 lena, Maria die Mutter Jacobs und Josephs, und die Mutter der Kinder des Zebedäus waren. Nachdem es nun Abendö? geworden war, kam ein reicher Mann von Arimathäa, mit Nahmen Joseph, der auch selbst ein Jünger Jesu war. Dieser ging Zum58 Pilatus, und bath ihn um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, daß man ihm den Leib geben sollte. Als nun Joseph den Leib5y Jesu empfangen hatte, wickelte er ihn in reine Leinwand, legte ihn in sein neues Grab, wel-6c, ches er in einen Felsen hatte ausbauen lassen, und ging, als er einen großen Stein vor den Eingang des Grabes gewälzet hatte, davon. Es waren aber daselbst Maria Mag-6» dalena und die andere Maria, welche dem Grabe gegen über saßen. Des andern Tagesör aber, der auf den Vorbereitungstag folgte, kamen die hohen Priester und Pharisäer sämmtlich zum Pilatus, und sprachen: Herr,63 wir haben uns erinnert, daß dieser Verführer, da er noch lebte, gesaget hat: Ich will nach drey Tagen wieder auferstehen. Darum6- befiehl, daß man das Grab bis aufden dritten Tag verwahre, damit nicht etwa seine Jüngerkommen, ihn stehlen, und hernach zu dem Volke sagen: Er ist von den Todten auferstanden; denn so würde dieser letzte Betrug Evang. u. Epist. E 66 Das Leiden Jesu Christi 65arger, als der erste seyn. Pilatus sprach zu ihnen: Da habet ihr Wächter, gehet hin, und verwahret das Grab, wie es euch gut dün- 66ket. Siegingen also hin, besetzten das Grab mit Wächtern, und versiegelten den Stein. Am Dinstage in der Lharwoche. Lection a. d. Jeremias. 11. v. 18— so. ,8landen Tagen sprach Jeremias: Herr! du hast es mir geoffenbart, und ich weiß es: du hast mir auch damahls ihre Anschläge zu erkennen ge- rygeben. Und ich war wie ein geduldiges Lamm, wel. ches zur Schlachtbank geführt wird: ich wußte nicht, daß sie Rathschläge wider mich ersonnen, und gesaget hätten: Lastet uns sein Brot mit Holz vermengen, und ihn aus dem Lande der Lebendigen vertilgen, damit seines Nahmens hinfort nicht mehr Sogedacht werde. Du aber, o Herr Sabaoth! der du nach der Billigkeit richtest, und die Herzen und Nieren prüfest, laß mich deine Rache über sie sehen; denn ich habe dir meine Sache anbefohlen. Das Leiben Jesu Christi am Dinstage in-er Charrvoche. tNarc. 14. v. 1— 72, und i5. v. 1.—46. 1 LHn der Zeit war nach zwey Tagen Ostern und die Tage der ungesäuerten Brote; und die hohen Priester und Schriftgelehrten suchten Gelegenheit, wie sie Jesum mit rr L,st ergreifen und todten könnten. Sie sagten aber: Nicht an dem Festtage, damit nicht etwa ein Aufruhr unter dem Volke 3 entstehe. Und als er Zu Bethanien in dem am Dinstage in der Lharwoche. 67 Hause Simons, des Aussätzigen, war, und zu Tischesaß, kam ein Weib, welches eine Alabafterbüchse mit köstlichen Salben von Spickanarden hatte, den Alabaster zerbrach, und die Salbe auf sein Haupt ausgoß. Es 4 waren aber einige, die es heimlich verdroß, und sprachen: Wozu dienet der Verlust dieser Salbe? Denn man hätte 5 diese Salbe um mehr als drey hundert Pfennige verkaufen, und den Armen geben können. Und sie murrten über sie. Je- 6 sus aber sprach: Lasset sie; warum belästiget ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir verrichtet. Denn die Armen habet 7 ihr allezeit bey euch, und könnet ihnen, wenn ihr wollet, Gutes lbun; mich aber werdet ihr nicht allezeit haben. Diese hat 8 gethan, was sie konnte; sie ist mit der Salbung meines Leichnames dem Begräbnisse zuvor gekommen. Wahrlich sage ich 9 euch: Wo immer dieses Evangelium m der Welt wird geprediget werden, da wird auch dieses, was sie gethan hat, zu ihrem Andenken erzählet werden. Da ging Judasir» Jscariot, einer aus den Zwölfen, zu den hohen Priestern, um ihnen Jesum zu verrathen. Und da sie dieses hörten, erfreu-1, ten sie sich, und versprachen, ihm Geld zu geben; er aber suchte Gelegenheit, wie er ihn füglich überantworten könnte. Anis dem ersten Tage der ungesäuerten Brote aber, da man das Osterlamm opferte, sprachen die Jünger zu ihm: Wohin sol- E 2 58 Das Leiden Jesu ithrlstk len wir gehen, und dir das Osterlamm zu --esien bereiten? Und er sandte zwcn lemer Jünger, und sagte zu ihnen: Ge- ber bkn m die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser tragen wird, demselben folget nach. iLUnd wo er immer hineingehen wird, da jpre- chetzu demHausherrn: Der Meister laßt ^ lagen: Wo ist mein Ort zur Mablzeit, da ,ch das Osterlamm mit meinen Jüngern röesse. Uncher wird euch einen großen zube- reiteten Spei,esaal zeigen, daselbst ricb- ,6tet siw uns zu. Seine Jünger gingen hm, kamen m die Stadt, fanden alles, E^'hnen gesaget hatte, und bereiteten das Osterlamm. Da es nun Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen ,8dahm. Und als sie zu Tische saßen, und aßen, sprach Jesus: Wahrlich sage ich euch: Einer aus euch, der mit mir ißt .Ed mich verrathen. Sie wurden aber betrübt, imd einer nach dem andern sagte 2ozu ihm: Bm ich es? Er aber sprach ru ihnen: Einer aus den Zwölfen, der mir in die Schüssel tunket. Des 8"^. 6eht Zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh aber dem Memchen, durcy welchen des Menschen Sohn wird verrathen werdenEs wäre diesem Menschen besser, daß er nicht wäre w°rdm. Und da st- aßen, nahm ^-snS das Brot, segnete cS, brach eS, und gab es ihnen, und sprach: Nehmet l ZU vcn Geruch mit acl'. >re- äßt da ern beichten es, eei- end fen md ich Zt, ber gte zu )er )es vie em >en lre ire >m S, itt am Dinstage in der Lharwoche. 6y lstwdäs ist mein Leib. Hernach nahm er auch den Kelch, dankte und gab ihnen denselben; und ste tranken alle daraus. Und er sprach 24 zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Testamentes, welches für viele wird vergossen werden. Wahrlich sage ich euch, daß tchrS künftig nicht mehr von diesem Gewächse des Weinstockes trinken werde, bis auf den Tag, da ich in dem Reiche Gottes einen neuen Trank genießen werde. Und nach26 gesprochenem Lobgesange gingen sie an den Oehlberg hinaus. Da sprach Jesus-? zu ihnen: Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreuet werden. Wenn ich aber werde auferstanden seyn,-8 so will ick vor euch in Galiläa kommen. Petrus aber sprach zu ihm: Wenn stch-9 schon alle an dir ärgern sollten, so werde doch ich mich nicht ärgern. Und Jesusäo sprach zu ihm: Wahrlich sage ich drr, heute in dieser Nacht, ehe derHahn zwey Mahl krähet, wirst du mich drey Mahl verläugnen. Petrus aber sagte noch mehr: Und wenn ichZ» schon mit dir sterben müßte, so will ich dich doch nicht verläugnen. Deßgleichen sagten auch alle andere. Und als sie in den Hof, dercl- Gethsemani genannt war, kamen, sprach er zu seinen JüngernSetzet euch hier indessen, bis ich gebethet habe. Und er nahm den Pe-8Z rrus, den Jacobus und Johannes mit sich, und fing an zu zittern, und sich zu ängstigen. 70 Das Leiden Jesu Christi Z-Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist bei trübet bis in den Tod; bleibet hier, und waschet. Und als er ein wenig weiter fort gegangen war, fiel er auf die Erde, und bethete, daß, wenn es möglich wäre, diese Stunde von 36chm wiche. Und er sagte: Abba, mein Kater l alle Dinge sind dir möglich, nimm diesen Kelch von mir hinweg; doch nicht was 37ich will, sondern was du willst. Und er kam, und fand sie schlafend, und sagte zum Petrus: Simon, schläfst du? Hast du 38nlcht eme Stunde wachen können? Wachet und bethet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Der Geist ist zwar willig, das Fleisch 3saber lstschwach. Und er ging abermahls hin, bethete, und sprach eben dieselben Worte. 4vUnd da er wieder zurück kam, fand er sie abermahls schlafend; denn ihre Augen waren voll des Schlafes, und sie wußten nicht, was 4.sie ihm antworten sollten. Und er kam zum dritten Mahle, und sagte zu ihnen: Schlafet nun und ruhet; es ist genug, die Stunde ist gekommen; sehet, des Menschen Sohn wird rn die Hände der Sünder überantwortet werden. Stehet aus. und lasset uns gehen; 43sehet, der mich verrathen wird, ist nabe. Und als er noch redete, kam Judas Jftariot, einer aus den Zwölfen, sammt einer großen Schar mit Schwertern und Stangen, die von den hohen Priestern, Schriftgelehrten 44und Aeltesten gesandt wurden. Es hatte ihnen aber sein Verräther ein Zeichen gegeben, und gesaget: Welche:! ich küssen werde, am Dinstage in der Lharwoche.^ UKGMW k,"!>"---!-----x 7'NÄ!'LS?S«« L-s-n. md hab-g-i-hr-t.°nd>hr h°b» ?niä> nicht-Miss» A»-»°«A^°Aün 5° erfüllet werden. Da verließen lhnieme^un a?r und floün davon. Es folgte ihm aber em5. Tnalinq nach, der nur mit einer Leinwand auf dem bloßen Leihe bedecket um^ ergriffen ihn. Er aber warf das leinene K'e'^r von sich und floh nackend von ihnen, dann' führten sie Jesum zu dem^hen Prw-53 ster, wo sich alle Priester sammt den Sa rM aelehrten und Aeltesten versammelt hatten. Petrus aber folgte ihm von fern bis m des5- boben Priesters Hof nach, wo er sich nebst den Dienern zum Feuer^tzte, und warmtt^ Die boben Pr ester aber sammt dem ganzen:» Rath- stchtL Z-ugmS"id°r JLm-bamt. üe ibn mm Tode verurthellen konnten, uno sie fanden keines. Viele S^en zwar falsche Zeugnisse wider ihn, ihre Zeugnisse al er ka- Ln meht überein. Endlich traten etliche auf-,7 legten ei.i falsches Zeugniß wider ihn ab, und 72 Das Leiden Iesu Christi sprachen.- Wir haben ihn sagen gehöret: null dreien Tempel, der von Menschenhänden gemacht ist, zerstören, und in drey Tagen einen andern, der nicht von Menschenhän- S w!d d^ckt leM soll, wieder aufbauen. auch nicht überein. Mitt?^he Priester auf, trat in die du und sprach: Antwortest du mehr auf dre Vorwürfe, welche dir von 6idlesen gemachtwerden? Er aber schwieg,und antwortete nichts. Da ftagte ihn der ho- dc Pmster abcrmahls, und sagte zu ibm: -Bist Cbnstus, der Sohn des-ebene Ä, versprach zZ ibm: ^ch bin es, und ihr werdet des Menschen t^Äpu" der Rechten des allmächtigen Got- und m den Wolken des Himmels Kommen sehen. Da zerriß der hohe Priester ferne Kleider, und sprach: Was brauchen "och'vettere Zeugen? Ihr habet die Gotteslästerung gehöret: was dünket euch? bS^odes Ln alle, daß er des ihn"u sey. Da fingen etliche an, ihn zu verspeyen, fern Angesicht zu bedecken, ihn mit Fäusten zu schlagen, und brachen zu ihm: Weissageund'die bo^iener gaben ihm Backenstrefche. Und als chiNi-v unten im Vorhofe war, kam eine l 7Un> aj- s/^deu des hohen Priesters dabin, d s sie den Petrus sich wärmen sah, be- trachtele sie ihn, und sprach: Du warstia auch 6d»nr^esu von Nazaret? Er aber läua- -me es, und sprach: Ich kenne ihn an» Dinstage in der Lharrvoche. 73 und weiß nicht, was du sagest; und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähete. Da ihn aber wieder eine anderes Magd sah, fing sie an, zu den Umstehenden zu sagen: Dieser ist auch einer aus ihnen. Er aber läugnele es abermahls.70 Und bald darauf sprachen die, welche da standen, zum Petrus: Du bist wahrhaftig einer aus ihnen; denn du bist auch ein Ga- liläer. Er aber fing an sich zu verfluchen^» und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von welchem ihr redet. Und sogleich/r krähete der Hahn zum zweyten Mahle; da erinnerte sich Petrus der Worte, welche Jesus zu ihm geredet hatte: Ehe der Hahn zwey Mahl krähet, wirst du mich drey Mahl verläugnen; und er fing an zu weinen. Sobald aber dcrMorgenangebrochenwar,» hielten die hohen Priester mit den Aelresten und Schriftgelehrten, und mit der ganzen Versammlung einen Rath; sie banden Jesum, führten ihn hin, und überantworteten ihn dem Pilatus. Und Pilatus fragte ihn: Bist 2 du der König der Juden? Er überantwortete und sprach zu ihm: Du sagest es. Und die 3 hohen Priester klagten ihn in vielen Stücken an. Pilatus fragte ihn abermahls und 4 sprach: Antwortest du nichts? Sieh, in wie viel Stücken sie dich anklagen. Jesus aber 5 antwortete nichts mehr, also, daß sich Pilatus wunderte. Er pflegte ihnen aber auf 6 den Festtag einen von den Gefangenen, welchen jie verlangten, los zu geben. Nun war 7 74 Das Leiden Jesu Christi einer, mit Nahmen Barabbas, der mit den Aufrührern war gefangen worden, und der in dem Aufruhre einen Mord begangen hatte. 8 Und als das Volk hinauf kam, fing es an, um eben das zu bitten, was er ihnen 9 sonst allezeit eingestanden hatte. Pilatus aber antwortete ihnen, und sagte: Wollet ihr, daß ich euch den König der Juden los rogebe? Denn er wußte wohl, daß ihn die hohen Priester aus Neid überantwortet hät- "ten. Die hohen Priester aber reihten das Volk, daß er ihnen vielmehr den Barabbas i2los gäbe. Pilatus antwortete abermahls, und sagte zu ihnen: Was wollet ihr denn, daß ich mit dem Könige der Juden mache? »3Sie hingegen riefen wieder: Kreuzige ihn? »4Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Sie aber schrien viel heftiger: Kreuzige ihn! Pilatus wollte dem Volke genug thun, und gab ihnen den Barabbas los. Jesus aber wurde auf seinen Befehl gegeißelt, und ihnen zur Kreuzigung röübergeben. Da führten ihn die Kriegsknechte in denVorhofdes Richthauses, und beriefen die ganze Kriegsschar zusammen. i?Sie legten ihm ein Purpurkleid an, flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie r8ibm auf, und fingen an, ihn zu grüßen: ^Sey gegrüßt, du König der Juden! Hernach schlugen sie sein Haupt mit einem Rohre, verspien ihn, fielen auf die Knie nieder, sound betheten ihn an. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm das Pur- 75 am Dinstage in der Lharrvoche. purklcid aus, legten ihm seine Kleider an, und führten ihn hinaus, damit sie ihn kreuzigten; und sie zwangen einen Vorüberge-2» henden, mit Nahmen Simon von Cyrene, den Vater Alexanders und des Rufus, der aus dem Meierhofe kam, daß er sein Kreuz trüge. Und sie brachten ihn an den Ort Gol-sr gotha, welcher verdollmetschet Schedelstätte heißt. Da gaben sie ihm einen mit MyrrhensZ vermischten Wein zu trinken, und er nahm nichts davon. Nachdem sie aber ihn gekreuzi-s- get hatten, theilten sie seine Kleider, und warfen das Loos darüber, was ein jeder nehmen sollte. Es war aber um die dritte Stunde,s5 da sie ihn kreuzigten. Und die Ursache seinesrö Todes war oben über ihn mit dieser Ueber- schrift gezeichnet: Der König der Juden. Unds7 sie kreuzigten ihn mit zwey Mördern, einen zu seiner Rechten, und den andern zu seiner Linken. Und die Schrift ward erfüllet, die dar8 spricht: Er ist unter die Missethäter gerechnet worden. Die Vorübergehenden aber lä-ry sterten ihn, schüttelten die Köpfe, und sprachen: Pfuj, der du den Tempel Gottes zerstörest, und ihn in drey Tagen wieder aufbauest; hilf dir selbst, und finge vorn KreuzeZo herab. Deßgleichen spotteten seiner auch die3i Hohen Priester sammt den Schriftgelehrten, und sprachen unter einander: Andere hat er errettet, und sich selbst kann er nicht retten. Christus, der König Israels, steige jetzt vom Kreuze herab, damit wir es sehend und glauben. Und die mit ihm gekreuziget 76 Das Leiden Jesu Christi waren, schmähten ihn auch. Als aber die ZZsechste Stunde gekommen war, überfiel eine Finsterniß den ganzen Erdboden bis zu der ^neunten Stunde. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme, und sprach: Eloi, Eloi, Lamma Sabactha- ni; das ist verdollmetschet: Mein Gott, mein Gott.' warum hast du mich verlassen? 35Da etliche von den Umstehenden dieses hör- 36ten, sprachen sie: Sehet, er ruft dem Etias. Einer aber lief hin, füllte einen Schwamm mit Essig, häftete ihn an ein Rohr, gab ihm zu trinken, und sprach: Halt.' lasset sehen, ob Elias komme, ihn Zierat) zu nehmen. Jesus aber schrie mir lauter Stimme, und gab den Geist auf. 38Da riß der Vorhang des Tempels in zwey ZyStücke von oben bis unten. Als aber der Hauptmann, der ihm gegen über stand, sah, daß er mit solchem Geschrey den Geist aufgegeben hatte, sprach er: Dieser Mensch ist 4owahrhaft Gottes Sohn gewesen. Es waren aber auch Weiber da, welche von fern zusahen. Unter denen war Maria Magdalena, und Maria, die Mutter Jacobs des Kleinern 4!und Josephs, und Salome, welche ihm, da er in Galiläa war, gefolget waren, und ihm sammt vielen andern, die zugleich mit ihm hinauf nach Jerusalem gekommen waren, ge- 42dienet hatten. Nachdem es nun Abend wurde, (weil es der Rusttag war, der vor dem 43Sabbathe ist) kam Joseph von Arima- lhäa, ein vornehmer Ratysherr, welcher am Linstaae kn der Lharwsche. 77 «Huf dqs Reich Gottes wartete, und ging berzhaft zum Prlatus und bath um den'Leib Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon verschieden wäre; er ließ den Hauptmann kommen, und fragte ibn, ob er schon gestorben wäre. Und nachdem er es von dem Hauptmanne-5 vernommen hatte, verwilligte er dem Jo- sepb den Leicknam. Joseph aber kaufte Lem--6 wand, nahm ihn herab, wickelte ibn m die Leinwand, legte ibn in em Grab, welches in einem Felsen ausgehalten war, und walzete einen Stein vor den Eingang des Grabes. An der Mittwoche in der Lharwoche. Lection a. d.Isaias. 62. V. 1 t.u. 63.' 7. ziehet, der Herr hat es den äußersten Gränzen'» der Welt hören lasten. Saget der Lochkcr Sien: Sieh, dein Heiland kommt; steh, er bringt seine Belohnung mit sich, und hält seine Vergcl- tung in seinen Händen. Wer ist dieser, der von Edom, und mit gesarv- i ten Kleidern von Bosra kommt? Der in seinem lan- gen Kleide schön ist, und in seiner großen Starke da. her tritt? Ich bin es, der ich die Gerechtigkeit lehre, und ich bin ein Beschützer zum Heile. Warum ist aber 2 dein Gewand roth, und deine Kleider wie derjenigen ihre, die die Kelter treten? Ich habe die Kelter allein 3 getreten, und niemand aus den Völkern war mit mir. Ich habe sie in meinem Grimme getreten, in mei. nem Zorne habe ich sie zertreten; mein Gewand ist mit ihrem Blute besprenget, und ich habe alle meine Kleider besudelt. Denn ich habe mir einen Lag der 4 Rache bestimmet; das Jahr, die Mcinigen zu erlösen, ist angekommen. Ich habe mich umgesehen, und es war 78 da« Leiben Jesu Christi kern Helfer;«ch habe gesuchet, und es war niemand 6 k/n'"'^Epstand leistete; da hat mir mein Arm geholt 0 wir bepgestanden. Dahabe «ch dre Volker«n meinem Grimme zertreten, sie jn Zorne berauschet, und ihre Macht zu Boden gesturzet. Schwill an die Erbarmung des Herrn 7 gedercken, und den Herrn über alle Dinge, d^unS !en und über die mannigfalsi! die er uns nach seiner Güte und nach seiner großen Erbarmung erwiesen hat, loben. Die zweyte Lectio». Lection a. d. Isaias 53. V. r— 12. , 58ndmLagen sprach Isaias: Wer hat unsern Wor. ten geglaubet, und wem ist der Arm des Herrn 2 geoffenbart worden? Er wird vor ihm L ein Zweig, und w«e eine Wurzel aus dem dürren Erd- reiche aufwachsen: er hat weder Schönheit n!ch Pracht; wir haben ihn gesehen, und es war kein 3 an ,hm, und wir haben uns nach ihm geseh. ü!"^ verächtlichste und g^ingste unter EUi Mann der Schmerzen, der die Schwachheit kennt: sein Angesicht war gleich, sam verborgen und verächtlich, darum-aben wir ibn ^ 5'. Hai"^rlich unsre Schwach" heilen auf sich geladen, und unsre Schmerzen selbsi getragen: wir haben ihn einem Aussigen" 2 einem, der von Gott geschlagen und gedemüthiaet ^^^ aber wegen' unsssrMss! verwundet, und um unsrer Sünde willen zerschlagen worden: die Züchtigung ist über ihn qe- kommen, damit wir Friede'hätten, und wir sind ^ sen wi/'di'eSckale" Wir allere, ren w«e die Schafe, ein-eder war seinen Gelüsien nachgegangen, und der Herr hat unsrer aller Misse. Mund nicht-ufg-ch-n:°° wi?dwi,","n Schuf","'» rud-g-ftchn w»d.„.„ wi-d wi- ,in an der Mittwoche in der Charrvoche. 79 dem, der es scheret, schweigen, und seinen Mund nicht aufthun. Er ist im Schmerzen durch ein Ge- richt hinweg genommen worden; wer wird seine" Geburt erzählen? Denn er ist von dem Lande der Lebendigen abgeschnitten worden: wegen der Sünde meines Volkes habe ich ihn geschlagen. Und der Herr wird ihm die Gottlosen für sein Begräbnis, V und die Reichen für seinen Lod geben, weil er kein Unrecht gethan hat, und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. Der Herr aber hat ihn in der Schwachheit zerknirrschen wollen; denn wenn er'" sein Leben für die Sünde geben wird, so wird er seine Nachkommenschaft lange dauern sehen, und der Wille des Herrn wird durch seine Hand ausgeführet werden. Er wird die Frucht dessen, was seine Seele ausgestanden hat, sehen, und davon ge-" sättiget werden: durch seine Lehre wird mein Diener, der gerecht ist, viele rechtfertigen, und ihre Missethaten selbst tragen. Darum will ich ihm sehr viele zur Beute geben, und er wird den Raub der" Starken austheilen, weil er sein Leben dem Tode übergeben hat, und unter die Übelthäter ist gerechnet worden; weil er die Sünden vieler getragen, und für die Übertreter gebethen hat. Das Leiden Jesu Christi an der Mitt» rvoche in-er Charwoche. Luc. 22. v.»—> 7», und 23. v. i— 53. LHn der Zeit nahete sich das Fest der Unix) gesäuerten Brote heran, welches Ostern r genannt wird. Und die hohen Priester und Sckriftgelchrten suchten Jesum zu tödten; 2 sie fürchteten sich aber vor dem Volke. Indessen war der Satan in den Judas ge- 3 fahren, der mit dem Zunahmen Jscariot genannt wurde, und einer von den Zwölfen 8o Das Leiden Jesu Christi 4 war. Dieser ging hm, und redete mit den höhen Priestern und mit der Obrigkeit, auf was Weise er ihnen Jesum überantworten wollte. 5 Und sie erfreuten sich. und wurden mit ihm 6 eins, daß sie ihm Geld geben wollten. Er versprach es, und suchte Gelegenheit, ihn ohne 7 Aufruhr zu überantworten. Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an welchem 8 man das Osterlamm schlachten mußte. Und er sandte den Petrus und Johannes, und sagte: Gehet hin, und bereitet uns das Oster- y lamm, damit wir es essen. Sie aber sprachen: Wo willst du, daß wir es bereiten? Und er , vsagte zu ihnen: Sehet, wenn ihr zu der Stadt hinein gehen werdet, so wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser träqt; demselben folget nach in das Haus, in welches i i er hinein geht, und saget zu dem Hausvater: Der Meister läßt dich fragen, wo das Gemach sey, darin er mit seinen Jüngern das isOsterlamm essen könne? Und er wird euch einen großen zubereiteten Speisesaal zeigen, ,3daselbst bereitet es. Als sie hin gingen, fanden sie es, wie er ihnen gesaget hatte, und i-bereiteten das Osterlamm zu. Und als die Stunde gekommen war, setzte er sich zu Tische, und die zwölf Apostel mit ihm. Und i5er sagte zu ihnen: Ich habe ein herzliches Verlangen gehabt, dieses Osterlamm vor meinem Leiden mit euch zu essen; denn i6ich jage euch, daß ich es von nun an nicht mehr essen werde, bis es in dem Reiche »7Gottes erfüllet wird. Alsdann nahm er an der Mittwoche in der Lharwoche. 8 t detHelch, dankte"und sprach: Nehmet hin, und theilet ihn unter euch. Denni8 ich sage euch, daß ich von dlesem Gewächse des Weinstockes nicht trmken werde, bis daß das Reich Gottes kommt. Und eritz nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen, und sprach: Das rst mem Leib, der für euch gegeben wwd; das thut zu meinem Andenken. Deßglerchen nahm-ro er auch nach dem Nachtmahle den Kelch, und sprach: Dieß ist der Kelch des neuen Bundes in meinem Blute, das für euch wird vergossen werden. Sehet aber, dies» Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Des Menschen Sohn geht zwar22 von binnen, wie es beschlossen ist; weh aber demselben Menschen, durch welchen er wird verrathen werden. Und sie fingen an,22 unter sich zu fragen, wer aus ihnen das thun würde. Es erhob sich aber unter ch-24 nen ein Zank, wer aus ihnen für den Größten gehalten würde. Er aber spracht zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über dieselben, und die, welche Gewalt über sie haben, werden Wohlthäter genannt. Ihr aber nicht so; sondern wer26 unter euch der Größte ist, der soll wie der Geringste, und wer vorgeht, der soll ww der Diener seyn. Denn welcher ist größer,27 der zu Tische sitzt, oder der dienet? Ist es nicht der, welcher zu Tische sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie einer, der dienet. Ihr aber seyd es, die ihr bey mir in meiner,^ Evang. u. Epist. F 82 Das Leiden Jesu Christi syAnfechtungen verharret seyd. Und ich be- rette euch das Reich, wie mir es mein Vagster bereitet hat, daß ihr in meinem Reiche an memem Tische esset und trinket, und auf Stühlen sitzet, die zwölf Stämme 3, Israels zu richten. Der Herr aber sagte: Simon, Simon, steh, der Satan hat euch begehret, daß er euch wie den Weitzen aus- Z2siebe.^ch aber habe für dich gebethen, daß dem Glaube nicht abnebme; und du dich einmahl wirst bekehret halben, so starke deme Brüder. Er aber saa- te zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit d,r 34in den Kerker und in den Tod zu«eben Da sprach er: Ich sage dir Petrus: Heute "och' ehe der Hahn krähet, wirst du drey haben, daß du mich ken- 35nest. Und er saate zu ihnen: Wenn ich ^"0 Säckel, ohne Tasche und ohne Schuhe gesandt habe, hat euch da etwas 36gemangelt? Sre aber sagten: Nichts Danach er zu ihnen: Nun aber, wer e>- hat, der nehme ihn sammt der ^asche; wer es aber nicht hat, der verkaufe semen Rock, und kaufe ein Schwert: Hdenn rch sage euch: Es muß noch an Mir erfüllet werden, was geschrieben steht: Er ist unter die Uebeltbäter gerechnet wor- von mir geschrieben ist, "^t em Ende. Sie aber sagten: Herr steh, hier sind zwey Schwerter. Und er Zysprach zu ihnen: Es ist genug. Alsdann glng^er, w«e er es im Gebrauche hatte, an an der Mittwoche in der Lharwsche. 83 Oehlberg hinaus; es folgten ihm aber seine Jünger dahin nach. kknd als^r ZU40 dem Orte gekommen war, sprach er zu thuen' Bethet, daß lhr nicht m Versuä)ung fallet; und er entfernte sich einen Smn-41 wurf weit von ihnen. Da kniete er weder, bethete, und sprach- Vater, wenn-r du willst, so nimm diesen Kelch von nnr; doch nicht mein, sondern dem Wille gesche- be Da erschien ihm em Engel vom Hrm-43 mel, um ihn zu stärken; und als er sich m großer Angst befand, bethete er etwas langer. Und sein Schweiß war wie Blutstropfen,44 welche auf die Erde rannen. Da er vom45 Gebethe aufgestanden war, und sich zu seinen Jüngern begeben hatte, fand er ste vor Traurigkeit schlafend, und er sprach z»46 ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf, und bethet, auf daß ihr nicht m Versuchung fallet. Als er aber noch redete, sieh, so war dw47 Schar da. Und einer von den Zwölfen, mit Nahmen Judas, ging vor ihnen Her, und nähere sich zu Jesu, um chn zu küssen. Jesus aber sagte zu ihm: Judas,48 verräthst du des Menschen Sohn mit ernem Kusse? Als aber die, welche bey ihm waren,49 gesehen hatten, was da geschehen sollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir Mit dem Schwerte darein schlagen? Und einer von5o ihnen schlug einen Knecht des hohm Prie-. sters, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Jesus aber antwortete und sprach: LaffetS» ab. Und als er dessen Ohr berühret hatte, K 2 84 Das Leiden Iesu Christi ^eure er ihn. Alsdann sagte Jesus?u den hohen Priestern und Obersten des Tempels, und zu den Aeltesten, welche zu ihm L»: Ihr seyd mit Schwer- rern und Stangen, wie zu einem Mörder, 53heraus gegangen. Als ich täglich bey euch im Tempel gewesen bin, habet ihr die Hände >?" 6-Kget; dieß ist aber eure 54Stunde und die Macht der Finsterniß. Sie 5^r ergr,ffen, und führten ihn in des ho- 55von""d Petrus folgte ihm ssvon fern. Als sie nun mitten in dem Vor- hofe em Feuer angezündet und sich ber- «rn.gesetzet hatten, war Petrus mitten un- 56ter ihnen. Da ihn aber eine Magd bey dem Feuer sttzensah, und ihn angesehen hatte, 7fprach sie: Dieser Mensch war auch bey ihm ?^^Vte ilm, und sagte: Weib, 58,ch kenne ihn Nicht. Bald hernach sah ihn em anderer, und sprach: Du bist einer ^ von diesen. Petrus aber sagte: O Mensch ^9ich bm es nicht. Und ungefähr nach n- ner Stunde bekräftigte es auch ein ande 6 l"«'' Wabrlich, dieser war auch 6obey ihm; denn er ist ein Galiläer Und Petrus sagte: Mensch, ich weiß nick, . was du sagest. Und den Augenblick, da 6.er noch redete, krähete der Hahn Und der Herr wandte sich um, und sah den Petrus aber erinnerte sich des W ortes, wie er gesaget hatte: Ehe ^m^Zahn krähen wird, wirst du mich dreu 6rMahl verläugnen. Und Petrus ging hin- an der Mittwoche in der Lharwsche. 85 aus, und weinte bitterlich. Und die Män-6Z ner, die Jesum hielten, verspotteten und schlugen ihn. Und sie verbanden ihm die6- Augen, schlugen ihn in das Angesicht, fragten ihn und sprachen: Weissage, wer ist es, der dich geschlagen hat? Und sie re-65 deten viele andere Lästerungen wider ihn. Als es nun Tag geworden war, kamen die66 Aeltesten des Volkes, und die hohen Priester sammt den Schriftgelehrten zusammen, führten ihn in ihren Rath, und sagten: Bist du Christus, so sage es uns. Er aber sprach^ zu ihnen: Wenn ich es euch sage, so werdet ihr mir nicht glauben. Wenn ich hin-68 gegen euch frage, so werdet ihr mir keine Antwort geben, noch mich loslassen. V0N69 nun an aber wird des Menschen Sohn zu der Rechten des allmächtigen Gottes sitzen. Da sagten sie alle: Bist du denn der S0HN70 Gottes? Er sprach: Ihr saget es; denn ich bin es. Sie aber sprachen: Was be-71 zehren wir denn Zeugnisse? Wir haben es ja selbst aus seinem Munde gehöret. Sogleich stand die ganze Menge auf, und, führte ihn zum Pilatus. Da fingen sie r an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen haben wir gefunden, daß er unser Volk aufwiegelt, dem Kaiser den Zins zu geben verbiethet, und sich für Christus, den König, ausgibt. Da fragte ihn Pilatus und sagte: Bist du der König der Juden? Er 3 antwortete und sprach: Du sagest es. Pilatus aber sagte zu den hohen Priestern- 86 Das Leiden Jesu Christi iind"zu dem Volke: Ich finde keine Schuld oan diesem Menschen. Sie aber hielten stark an, und sprachen: Er machet das ganze Volk durch das ganze Judenland mit seiner Lehre aufrührisch, und hat von Galiläa t>bls hierher angefangen. Als aber Pilatus Galüaa nennen hörte, ftagte er, ob 7dieser Mensch ein Galiläer wäre. Und nachdem er erfahren hatte, daß er aus des HerodesGebiethe wäre, sandte er ihn zum Herodes, der auch selbst damahls sich zu Jerusalem befand. Herodes aber, als er Jesum sah, erfreute sich sehr; denn er hätte ibn schon von langerZeither gern gesehen, weil er viel von ihm gehöret hatte, und ein Zei- ychen von ihm zu sehen verhoffte. Deßhalben stellte er ihm viele Fragen. Christus aber antwortete ihm gar nichts. Die hohen Prie- osier»ammt den Schriftgelehrten standen, und 'verklagten ihn heftig. Herodes aber sammt seinen Kriegsleuten verachtete und verspottete ihn, ließ ihm ein weißes Kleid anziehen, und schickte ihn zum Pilatus zurück. 2Und an demselben Tage wurden Pilatus und Herodes Freunde mir einander; denn zuvor 3waren sie einander Feinde. Nachdem nunPi- larus die hohen Priester und Obersten sammt 4dem Volke zusammen berufen batte, sprach er zu ihnen: Ihr habet diesenMenschen als ernen, der das Volk abwende, zu mir gebracht; und sehet, ich habe ihn vor euch gesraget, und habe an diesem Menschen nichts von dem, wes- sentwegen ihr ihn angeklaget habet, gefunden, an der Mittwoche in der rharwoche.»7 uHüä) Herodes nicht; denn ich habe euch>5 ru ihm gesandt, und sehet, man hat ihm nichts aufgebürdet, was den Tod verdienet bütte. Deßwegen will ich ihn züchtigen und> 6 los lassen. Er mußte ihnen aber einen auf. 7 den Festtag los geben. Allem das ganze Volk.8 rief zugleich überlaut, und sprach: Hinweg mir dwsem, gib uns den Barabbas los! Dieser wurde wegen eines m der Stadt er-.y regten Aufruhrs, und wegen ernes Todt. schlaqes in den Kerker geworfen. Pilatus^n aber, der Jesum los lassen wollte, redete aber. mahls mit ihnen. Allein sie überschrien ihn,2, und sprachen: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Er aber sagte zum dritten Mahle zu ihnen-22 Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ick ihn züchtigen und los lasten. Sre2i aber hielten mit großem Geschreye an, und begehrten, daß er gekreuzrget würde; und ihr Geschrey nahm überstand. Psiarus2- willigte also in ihr Begehren. Er gab rb-25 nen aber denjenigen los, den sie forderten, und der wegen eines Todtschlages und Aus» rirbrs in den Kerker geworfen ward; Jesum aber übergab er ihrem Willen. Und da sie ilm hinführten, ergriffen fier6 einen Cyrcner, mit Nahmen Simon, der von dem Meierhose kam, und legten ihm das Kreuz auf, damit er es Je,u nachtrüge. Es folgten ihm aber erne großes Menge Volkes und Weider nach, die ihn beklagten und beweinten. Jesus aber^ 88 Las Leiden Iesu Christi wandte sich zu ihnen um, und sprach: Ihr Töchter Jerusalems.' weinet nicht über mich, sondern über euch selbst, und über syeure Kinder; denn sehet, es werden die Tage kommen, in welchen man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, die Leiber, die mcht geboren, und die Brüste, die nicht 3ogejauget haben. Alsdann werden sie anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns.' und zu den Hügeln: Bedecket uns.' 3,Denn thun sie dieses an dem grünen Holze, 3-rwas wird an dem dürren geschehen? Es wurden aber zwey andere, die Uebelthäter waren, mit ihm zum Tode hinaus geführet. 33Und als sie an den Ort kamen, welcher die Schedelstätte genannt wird, kreuzigten sie ihn daselbst sammt den Uebelthätern, den einen zur Rechten, und den andern zur Linken. 34Jesus aber sprach: Vater, verzeih es ibnen; denn sie wissen nicht, was sie thun. Alsdann theilten sie seine Kleider, und warfen das 35Loos darüber. Und das Volk stand, und sah zu; die hohen Priester aber mir dem Volke verlachten ihn, und sprachen: Andern bat er ge- holfen, nun helfe er sich selbst, wenn er Chri- 3ostus, der Auserwählte Gottes ist. Es verspotteten ihn aber auch die Kriegsknechte, traten . reichten Hm Essig dar, und sagten: du der König der Juden, so hilf dir 38selbst. Es war auch eine Aufschrift oben , erin griechischer, lateinischer und bebrälsmer Sprache geschrieben: Dieser ist 3yder König der Juden. Einer aber von den an der Mittwoche in der Lharwoche. 8y Üebelrhärern, die aufgehenket waren, läster- te ihn, und sagte: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Der andere aber-o antwortete, bestrafte ihn, und sprach. Fürchtest du denn Gott nicht, der du dich m gleicher Verurteilung befindest? Uns zwar-i widerfahrt Recht, denn wir empfangen, was unsre Thaten verdienet haben; diejer aber hat nichts Böses gethan. Und er-r sprach zu Jesu: Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommen wirst. Und Je--3 sus sagte zu ihm: Wahrlich sage ich dir, heute wir r du mit mir im Paradiese seyn. Es war aber um die sechste Stunde, und es44 verbreitete sich eine Finsterniß über den ganzen Erdboden bis zur neunten Stunde. Dle45 Sonne ward verfinstert, und der Vorhang des Tempels riß mitten entzwei,. Alsdann4ieß saget der Herr: In ihrem Trübsale werden sie sich früh zu mir aufmachen, und sprechen: Kommet, lasset uns wieder zu oem Herrn zurück« Zweyte Lection am Lharfreytage. 98 kehren; denn er hat uns gefangen, so wird er unsr auch befrepen; er hat uns geschlagen, sowirderuns auch heilen. Nach zwey Tagen wird er uns lebendigZ machen, an dem dritten Tage aber wird er uns er- wecken, und wir werden vor ihm leben; wir werden es wissen, und darnach streben, daß wir den Herrn recht erkennen mögen; er wird wie die Morgenröthe aufgehen, und zu uns kommen, wie der Frühling- und Herbstregen auf die Erde kommt. Was soll ich dir thun, Ephraim? Was soll ich dir» thun, Juda? Eure Barmherzigkeit ist wie eine Wolke in der Morgenstunde, und wie der vorüber-, gehende Morgenthau. Darum bin ich mit ihnen» durch meine Propheten hart verfahren, und habe ste durch die Worte meines Mundes getödtet, und die über dich gefüllten Urtheile wirken wie ein Licht hervor kommen. Denn ich will die Barmherzigkeit,» und nicht Opfet; die Erkenntniß Gottes- und nicht Drandopfer. Die zweyte Lektion. ätu« Exodus. 12. V. i— 11. 6!>erHerr sprach abermahls zu Mopses undAaron, in Ägppten: Dieser Monath soll bep euch ein Anfang der Monathe seyn; er soll der erste unlerr den Monathen des Jahres seyn. Redet mit der ganzen Versammlung der Kinder Israels, und sa-ck get zu ihnen: An dem zehnten Tage dieses Monalhs soll ein jeder für sein Gesinde und Haus ein Lamm nehmen. Ist aber die Zahl zu gering, daß er ein- Lamm aufzuessen nicht vermag, so soll er seinen Nachbar, der zu nächst an seinem Hause wohnet, zu sich nehmen, nach Anzahl der Personen, die genug sind, ein Lamm zu verzehren. Es soll aber diesesZ Lamm ohne Mangel, ein Mannlein, und ein Jahr alt seyn. Auf diese Weise sollet ihr auch einen Zie- genbock nehmen. Und ihr sollet es bis auf den vier-6 zehnten Tag diese- Monaths behalten; alsdann soll es die ganze Gemeinde der Kinder Israels auf den 94 Das Leihen Jesu Christi 7 Abend zu», Opfer schlachten. Sie sollen von feinem Blute nehmen, und damit die bepden Pfosten, wie auch die Lberschwellen der Häuser, in welchen sie das kLamm essen werden, bestreichen. Sie sollen eben diese Nacht das am Feuer gebratene Fleisch, und das um ygesäuerte Brot mit wildem Lattich essen. Ihr sollet davonnichts Rohes, noch was im Wasser gekvchet, son- dern nur, was am Feuer gebraten ist, essen. Seinen Kopf mir den Fußen und dem Eingeweide sollet ihr »oausessen. So soll auch nichts davon bis auf Mor. gen behalten werden, wenn aber etwas übrig sepn I I wurde, das sollet ihr verbrennen. Ihr sollet es aber also essen: Eure Lenden sollet ihr umgürten, ihr sollet auch Schuhe an euern Füßen haben, und Stäbe in euern Händen halten, und eilends essen; denn es ist das Phase(das ist der Durchzug) des Herrn. Das Leiden Jesu Christi am Lharfrey- tage. Evangel Johann. i8. v. l.— 40. und iy. v. 1— 42. I LHn der Zeit ging der Herr Jesus mit sei- x) neu Jüngern hinaus über den Bach Cedron; daselbst war ein Garten, in welchen ser mit seinen Jüngern ging. Judas aber, der ihn verrieth, wußte auch densclbigen Ort; denn Jesus war oft mit seinen Jün- Zgern dahin gekommen. Als nun Judas eine Rotte und Diener von den hohen Priestern und Pharisäern zu sich genommen hatte, kam er mit Laternen, Fackeln und Waf- 4fen dahin. Jesus aber, der alles wußte, was ihm begegnen würde, ging ihnen entgegen, und sprach zu ihnen: Wen Ssuchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazaret. Und Jesus sprach zu ihnen: am Lharfreytage, 95 Ich bin es. Es stand aber auch Judas bey ihnen, der ihn verrieth. Als er nunü zu ihnen sagte: Ich bin es, wichen sie zurück, und fielen auf die Erde nieder. Da fragte er sie abermahls: Wen su-7 chet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazaret. Jesus antwortete: Ich Habe8 es euch schon gesaget, daß ich es bin; suchet ihr also mich, so lasset diese gehen, damit das Wort, welches er geredet hat-9 te, erfüllet würde: Ich habe von denen, die du mir gegeben hast, keinen verloren. Alsdann zog Simon Petrus, der einio Schwert hatte, es aus, schlug den Knecht des hoben Priesters, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Dieser Knecht aber wurde Malchus genannt. Da sprach Je-i, sus zu dem Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide. Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat? Die Rotte aber, und der Oberste 12 sammt den Dienern der Juden ergriffen Jesum, banden ihn, und führten ihn erst-iZ lich zum Annas; denn er war des Kai- phas Schwiegervater, der desselbigen Jahres hoher Priester war. Kaiphas aber war, 4 derjenige, der den Juden den Rath gegeben hatte: Es sey zuträglicher, daß ein Mensch für das Volk sterbe. Simon Petrus aberiS und ein anderer Jünger folgten Jesu nach; und weil dieser Jünger dem hohen Priester bekannt war, so ging er mit Jesu in des hohen Priesters Hof. Petrus aber, 6 yH Das Leiden Jesu Christi stand außen an der Thür. Da ging der andere Jünger, welcher dem hohen Priester bekannt war, hinaus, redete mit der Thürhütherinn, und führte den Petrus hin- i7ein. Da sprach die Magd, welche das Thor hüthete, zum Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? i8Er aber sprach: Ich bin keiner davon. Die Knechte aber und die Diener standen bey dem Kohlfeuer, und wärmeten sich; denn es war kalt. Petrus stand auch bey ih- »9nen> und wärmte sich. Der hohe Priester aber fragte Jesum wegen seiner Jünger und soseiner Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich vor der Welt geredet; ick habe allezeit in der Synagoge und in dem Tempel, wo alle Juden zusammen kommen> gelehrt, und habe nichts in geheim geredet. LiWas ftagest du mich denn? Frage die, welche gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe. Sieh, diese wissen, wasich gesaget habe. s»Da er Nun dieses gesaget hatte, gab einer von den Dienern, welche dabey standen, Jesu einen Backettstreich, und sagte: Antwortest du so dem hohen Priester? Jesus antwortete ihm: Habe ich unrecht geredet, so beweise es; habe ich aber recht geredet, s-warum schlügst du mich? Denn Annas hatte ihn schon gebunden zum Kaiphas, dem hohen »5Priester, gesandt. Simon Petrus aber stand bey dem Feuer, und wärmte sich. Da sprachen einige zu ibm: Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern? Er läugnete es am LharfteMge. 97 ^tvrack- Ich b'in'keiner davon. Da sagresö einer^von den Knechten des hohen Pnefterv, ein Verwandter desjenigen, dem Petruv das Ohr abgehauen hatte, zu ihm. Habe ich dich nicht in dem Garten bey ihm gesehen? Da läugnete Petrus abermahlv,27 Ud sogleich krähete der Hahn. Da sichre ten 6e Jesum vom Kaiphas m dav Richt- Haus. Es war aber frühe, und sie gmgen nickt in das Richthaus, damit sie mcht verunreiniget würden, sondern das Oster- lamm essen könnten. Deßhalben Wg Pr-ry latus zu ihnen hinaus, und sprach. Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen vor? Sie antworteten und sagten zu3o ihm: Wenn dieser kein Uebelthater wäre, so hätten wir ihn dir nicht überantwortet. Da3 sprach Pilatus zu ihnen: So«ehrmt ihn hin, und richtet ihn nach euerm Gesetze. Die Juden aber sagten zu lhm-Es*st uns nicht erlaubet, jemanden zu todten. Da-ä2 mit die Rede Jesu erfüllet wurde, dre er qesaqet hatte, da er andeutete, welches Todes er sterben würde. Daher ging Pilatus33 wieder in das Richthaus, ließ Jesum rufen, und sprach zu ihm: Bist du der Koma der Juden? Jesus antwortete. Sagest du dieses- von dir selbst, oder haben es dir andere von mir qesaget? Pilatus antwortete:Bmichä5 denn ein Jude? Dein Volk und die hohen Priester haben dich mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus aber antwortete: Mem^, Reich ist nicht von dieser Welt: denn wenn Evang. u. Epist. G <)8 Das Leiden Iesu Lhristi mein Reich von dieser Welt wäre, so wrir- den meine Diener gewiß für mich gestritten baden, daß ich den Juden nicht wäre überantwortet worden; nun aber ist mein Reich 3?mcht von hier. Da sprach Pilatus zu ibm: So bist du denn ein König? Jesus antwortete: Du sagest es, denn ich bin ein Königlich bin dazu geboren, und deßwegen in die Welt gekommen, daß ich derWabrheitZeug- niß gebe; wer es mit der Wahrheit hält, 38der höret meine Stimme. Pilatus sprach zu ihm: Was ist denn die Wahrheit? Und als er das gesaget hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus, und sprach zu ihnen: Ich 3yfinde kein Verbrechen an ihm. Es ist aber bey euch der Gebrauch, daß ich euch auf Ostern einen losgebe; wollet ihr nun, daß -oich euch den König der Juden losgebe? Da riefen sie wieder alle mit einander und sprachen: Nickt diesen, sondern den Barabbas. Barabbas aber war ein Mörder. » Da nahm Pilatus Jesum, und ließ -ihn geißeln. Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen, setzten sie auf sein Haupt, und legten ihm ein Pur- Zpurkterd an. Alsdann traten sie zu ihm, und sprachen: Sey gegrüßt, du König der Juden! und gaben ihm zugleich Backen- ostreiche. Nach diesem ging Pilatns wieder heraus, und sagte zu ihnen: Sehet, ich führe lbn zu euch heraus, damit ihr erkennst, daß ich kein Verbrechen an ihm finde, s^zesus gmg also heraus, trug eine dorne- am rharfreytaye. yy ^Krone und ein Purpurkleid. Pilatus svrach zu ihnen: Sehet den Menschen. Wihn Edic>hm Pri-»°r und Di-n-rS sahen, schrien sie und sprachen: Kreuzige hu kreuzige ihn! Pilatus aber sprach zu ibnen: Nehmet ihr ihn, und kreuziget ihn, denn ich finde kein Verbrechen an ihm. Tue. ^uden aber antworteten ihm: Wir haben nn^Gesetz, und nach diesem Gesetze muß er sterben, weil er sich selbst zum Sohne Gstt- tts gemacht hat. Da nun Pilatus dwftS Rede hörete, fürchtete er stch noch mehr, a na wieder in das Richthaus, und svrachd ru Jefil: Woher bist du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. Da sagte Malus zu thm. Redest du nicht mit nur? Weißt du Nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen^ und^ auch Macht habe, dich los Heben. Jesus aber antwortete: Du hättest kerne Macht über mich, wenn sie dw nicht von - oben herab wäre gegeben worden; darum hat der welcher Lch dir überantwortete, eine größere Sünde. Von der Zeit arus trachtete Pilatus, ihn los^ l^n; dre Juden aber riefen und sprachen. Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer stch zum Komge machet, der widerspricht dem Kaiser. Alv nun Pilatus diese Reden gehöret hatte, führte er Jesum heraus, und setzte sich aus den Richterstuhl an dem Orte, welcker das Steinpflaster, auf Hebräisch aber Gab- batha, genannt wird. Es war aber am Rüst-14 100 Das Leiden Jesu Christi tage der Osterwoche um die sechste Stunde »'--»sprach SMmmL Hinweg, hinweg L'?": ihn! Wams sagte A lynen. Soll ich denn euer« Koma kreuri- gen? Die hohen Priester antwort H haben keinen andern König als den Kaiser »üDanri überantwortete er ihnen denselben damit er gekreuziget wurde. Da nahmen sie .^Jesum, und führten ihn hinaus. Also ging r, indem er sein Kreuz selbst trug, zu dem Orte hinaus, den man die Schedelstatte i8auf Hebräisch aber Golgotha, nennet. Da kreuzigten ste ihn, und mit ihm zwey andere, aufjederSeite einen, und Jesum-T '^schM^und aber schrieb eine Ueber- Mist, und haftete ste oben an das Krem ^r aber geschrieben: Jesus von Naza-' der Juden. Diese Ueberschrift Ort von den Juden; denn der Ort, wo Jesus war gekreuziget worden nahe an der Stadt: ste war aber in hebräischer, griechischer und lateinischer -.Sprache geschrieben.' Da sprachen dch^o- ^nPnester der Juden zum Pilatus: Schreib nicht,.^^Nlg der Juden, sondern daß er U/Ubt^abe: Ich bin der König der Juden Pllatus antwortete: Was ich ein Mahl ae- -r^^^bn hnbe, das bleibtgeschrieben Da nun nahmen'st^?" Techm VekreuL Lten" ÄA^ ftme Kleider(machten vier theile daraus, einem reden Krieasknechte ernen Theil) und seinen Rock. Dieftr Rock am Charfrextage. 101 ^ber"war nicht genähet, sondern von oben bis unten durchaus gewirket. Daher spra-24 chen sie unter einander: Lasset uns ihn mcht zerschneiden, sondern das Loos darum werfen, wessen er seyn soll. Also ist die Schuft erfüllet worden, welche saget: Sie haben meine Kleider unter sich gethellet, und über meinen Rock das Loos geworfen. Dieses nun thaten die Kriegsknechte. Es standeN25 aber neben dem Kreuze Jesu seine Mutter, und ihre Schwester Maria, des Cleophas Gattinn, und Maria Magdalena. Da NUN26 Jesus seine Mutter und den geliebten junger stehen sah, sprach er zu seiner^"lter. Weib, siehe deinen Sohn! Hernach spracht er zu dem Jünger: Sieh deine Mutter. und von derselben Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Jesus aber, welcher wttß-28 te, daß nun alles, was zur Erfüllung der Schrift geschehen sollte, vollbracht war, sprach:'Mich dürstet. Hierzu stand rmnsy ein Gesäß voll Essig da. Sie füllten al,o einen Schwamm mit Essig, umwickelten ihn mit Jsopp, und hielten ihm denselben an den Mund. Da nun Jesus den Essig genom-3o men hatte, sprach er: Es ist vollbracht; neigte das Haupt, und gab den Geist auf. Weil es aber der Rüsttag war, bathen dieZi Juden den Pilatus, daß ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen wurden, damit nicht die Leiber am Kreuze blieben; denn es war der große Tag des Sabbaths. »02 Las Leiden Lhrrsti am Charfr. 32Da kamen die Kriegsknechte^brächenUm ersten und dem zweyten, die mit ihm qe- ^kreuziget wurden, die Beine. Als sie aber zu Jesu kamen, und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine frucht: sondern einer von den Kriegsknech- ten eröffnete mit einer Lanze seine Seite, und sogleich ging Blut und Wasser heraus. cioDer es gesehen hat, der hat Zeugniß davon gegeben, und sein Zeugniß ist wahr; er weiß die Wahrheit saget, damit ihr ^solches auch glaubet. Denn dieses ist geschehen, damit die Schrift erfüllet würde: v§ht sollet an ihm kein Bein zerbrechen. 37Und abermahls sagt eine andere Schrift: Sre werden sehen, wen sie durchstochen Miaben. Nach diesem aber bath Joseph von Arnnathäa den Pilatus um Erlaubniß, den Leichnam Jesu wegzunehmen(jedoch in geheim, aus Furcht vor den Juden, weil er auch ein Jünger Jesu war). Pila- rus ließ es zu. Daher kam er, und nahm 69den Leichnam Jesu. Es kam aber auch Ni- codemus, der zuvor bey der Nacht zu Jesu gekommen war, und krackte eine Salbe aus Myrrhen und Aloe, bey hundert Pfund. 4oSle nahmen also den Leicknam Jesu, und wickelten ihn in leinene Tücher mit Speze- reyen em, wie die Juden zu begraben pste- 4«gen. Es war aber an dem Orte, wo er qe- kreuziget worden war, ein Garren, und'in dem Garten ein neues Grab, in welches 4-Aroch niemand war geleget worden. Da leg- Evangelium am Dstersonmage. io3 ten sie Jesum ym, weil das Grab nahe war' we^gen des Rüsttages der^zuden. Am Ostersonntage. i. Epistel an die Lsrinther. 5. v. 7.— 8. m-riider' Reiniget den alten Sauerteig, auf7 ^9 daß ihr ein neuer Teig seyd, wie ihr unge- * denn un^r, ist qeopsett worden. Darum lasset unS die dsterl,ch-8 Kreisen essen, nicht in dem alten Sauerteige, noch sondern in dem ungesäuerten Teige der Lautreren und Wahrheit. Evangelium Marc. 16.V.»— 7« der Zeit kaufte Maria Magdalena,, und Maria, Jacobs Mutter, uud Sa- lome Spezereyen, damtt sie hin gmgen, Jchim zu salben. Und sie kamen am er,ten- Tage der Sabbathe ftühe bey Sonnenaufgange zum Grabe. Und sie spräche,! untere einander: Wer wird uns den Stem von des Grabes Eingang hmweg walzen. Dennch er war sehr groß. Äa sie aber hin, h°? wurden sie gewahr, daß^r Stem abgewälzet wäre. Und als sie m dav Grab hu^ ein gingen, sahen sie einen Jüngling einem langen weißen Kleide M reihten Hand sitzen, und sie entsetzten üch. Er aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch Nickt, ihr suchet Jesum von Nazaret, den G- kreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht * 04 Lection am Ostermontage. hier: sehet den Ort, wo sie ihn hm geleget 7kaben. Gehet hin, saget seinen Jüngern nnd dem Petrus, daß er in Galiläa vor euch hergehe; daselbst werdet ihr ihn sehen, wre er euch gesaget hat. Am Ostermontage. lection aus-er Apostelgesch. 10. v. 37— 43. den Tagen stand Petrus mitten unter.dem Volke, und sprach: Ihr Männer und Bruder, ihr wisset, daß das Wort Gottes nach der Lause, predigte, Galiläa angefangen. 38durch ganz Judaa erschollen sey; wie Gott Jesum von Nazaret mit dem heiligen Geiste und mit ., gesalbet hat, der umher gereiset ist, viel Gutes gethan, und alle, die unter der Gewalt des Teufels waren, gesund gemacht hat; denn 3c-Gott war mtt ihm. Und wir sind Zeugen aller Din- ge, die er in dem Judenlande und zu Jerusalem gethan hat: denselben haben sie getödtet, und an 4odas Holz gehenket. Diesen hat Gott am dritten Tage auferwecket, und ihn offenbar werden lassen, -laicht zwar allem Volke, sondern den von Gott ver- ordneten Zeugen: uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er von den Tod. 42ten auferstanden ist. Er hat uns befohlen, dem Volke zu predigen, und zu bezeugen, daß er derje« nige sey, der von Gott zum Richter der Lebendigen 4Zund der Todten verordnet ist. Ihm geben älle Propheten Zeugniß, daß alle, die an ihn glauben, durch seinen Nahmen Vergebung der Sunden empfangen werden. Evangelium am Ostermontage. Evangelium Luc. 24. v. i3 35. LHn der Zeit gingen zwey aus den Jün-»3 9?rn Zesu an demselben Tage in emen Flecken, mit Nahmen Emmaus, der bey sechzig Feldweges von Jerusalem entlegen war. Und sie redeten mit einander von allern4 Dingen, die sich zugetragen halten. Da sie»5 nun also redeten, und sich unter einander bestachen, nahete sich Jesus zu ihnen, und ging mit ihnen. Ihre Augen aber wurdernö verblendet, daß sie ihn nicht erkanntem Und er sprach zu ihnen: Was sind dasi7 für Reden, die ihr mit einander auf dem Wege führet, und warum seyd ihr traurig. Da antwortete einer mit Nahmen Cleophas,»» und sagte zu ibm: Bist du allein so stemd zu Jerusalem,' daß du nicht weißt, was daselbst in diesen Tagen sich zugetragen hat k Er sprach zu ihnen: Was denn? Und sieiy sagten: Mit Jesu von Nazaret, der em Prophet war, ein vor Gott und vor allem Volke in That und Worten mächtiger Mann. Wie ihn unsere hohen Priester und Oberstem zum Todesurtheile überantwortet, und ge- kreuziget haben. Wir aber hofften daß er2» Israel erlösen würde; und nun über dieses alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. So haben uns auch etliche Wewerr 2 von den Unsrigen erschrecket, welche vor Tagesanbruch den dem Grabe gewesen waren, und, da sie seinen Leib nicht gefunden hat-rZ io6 Evangelium am Ostermontage. ten, kamen und sagten, daß sie eine Er, scheinung der Engel gesehen hätten, welche --sagten, er lebe. Und als etliche von den Unsrigen zu dem Grabe hingegangen sind, haben sie es also gefunden, wie die Weiber gesaget hatten; ihn aber haben sie nicht gefunden. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren, wie langsam ist euer Gemüth, alles dasjenige zu glauben, was die Propheten Lögeredet haben! Mußte denn nicht Christus dieses leiden und also in seine Herrlichkeit -^eingehen? Da fing er vom Mopses und allen Propheten an, und legte ihnen dasjenige aus, was von ihm in allen Schriften -8war gesaget worden. Und sie kamen nahe zu dem Flecken, wo sie hin gingen; da stellte 29er sich, als wollte er weiter geben. Sie aber nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bey uns; denn es wird Abend, und der Tag hat sich schon geneiget. Er ging also Zomtt ihnen hinein. Da er nun mit ihnen zu Ttsche saß, nahm er das Brot, segnete 3res, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgethan, und sie erkannten ihn; er aber verschwand vor ihren ZsAugcn. Alsdann sprachen sie unter einander: War unser Herz nicht in uns entzündet, da er mit uns auf dem Wege re- 33dete, und uns die Schrift auslegte. Und sie standen sogleich auf, gingen wieder nach Jerusalem, und fanden die Eilf sammt denen versammelt, welche bey ihnen wa- 3-ren. Diese berichteten: Der Herr ist wahr- Lectisn am«psterdinstag-.'07 dafUferstanden, und dem S"non erschienen. Und jene erzählten, was sich auszs dem Wege zugetragen hatte, und wie sie ihn am Brotbrechen erkannt haben. Am OsterdinStage. Lection aus der Apostelgesch.»3. v. 26-- 33. LA" den Tagen stand PauluS auf, und winkte mit der Hand, daß man schweigen sollte, und sprach: Ihr Männer und Bruder, ihr Kinder deSrd Geschlechter Abrahams, und die unter euch Gott furchten, euch ist das Wort des Heils gesandt worden. Denn die zu Jerusalem wohnten, haben?? sammt ihren Obersten, weil sie Jesum mcht erkannten, die Worte der Propheten, welche alle Sabbathe gelesen werden, durch ihr Urtheil erfüllet. Und obwohl sie keine Ursache des Todes an?8 ihm gefunden hatten, bathen sie gleichwohl den Pilatus, ihn zu todten. Und nachdem alles war-^ vollbracht worden, was von ihm geschrieben war, hat man ihn von dem Holze abgenommen, und in ein Grab geleget. Gott aber hat ihn am drtt-cro ten Tage von den Todten auferwecket, und er ist viele Tage lang denjenigen erschienen, welche zugleich mit ihm aus Galiläa nach J-rusalem hm- auf gekommen waren, die auch bey dem Volke bis auf die jetzige Zeit seine Zeugen sind. Und wlret2 verkündigen euch die Verheißung, welche unsern Vatern gemacht wurde. Denn Gott hat dieselbeZZ uns, als ihren Kindern, erfüllet, da er Jesum wieder auferwecket hat. ro8 Evangelium am k Mch.noch Dem, wie ihr sehet, daß zelMe^^ br dieses geredet hatte, zeigte er ihnen seine Hände und Füße ^'gch glaubten/und «neu-^7?.!^wunderten, sprach er zu lynen. Habet ihr etwas zu essen bi'er? Eaten?»^?1^^ ein Stück von einem ge- ^".und Honigseime vor; und nachdem er vor ihnen davon gegessen hatte LL Uebrige, gab?/ihnm, und V H dasienige, was ich zu habe, da ich noch bey euch war- denn es mußte alles erfüllet werden, was m dem Gesetze des Mopses, und in Ä Propheten und Psalmen von mir aufae- 45zelämet ist. Alsdann eröffnete er ihren V?r- //-ir^chlt^ die Schrift verständen und m2»schrieben. also muyie Christus leiden, am dritten Tau«» 4?von den todten auferstehen, und in seinem Evangelium am weißen Sonnt. 109 Nahmen die Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern geprediget werden. Am weißen Sonntage. i. Epistel Ioh. 5-V- 4— ro. Hfllerliebste! Alles, was aus Gott geboren ist,4 ^ überwindet die Welt: und dieß ist der Sieg, der die Welt überwindet, unser Glaube. Wer ist,5 der die Welt überwindet, als der glaubet, daß Jesus der Sohn Gottes sey? Dieser ist es, derv durch Wasser und Blut gekommen ist, Jesus Christus: nicht durch Wasser allein, sondern durch Wasser und Blut: und der Geist ist es, der bezeuget, daß Christus die Wahrheit ist. Denn drep7 sind, welche in dem Himmel Zeugniß geben: der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und„ diese drey sind Eins. Und drey sind, die auf^ Erde Zeugniß geben: der Geist, das Wasser und daS Blut: und diese drey sind Eins. Wenn wird nun der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; dieß ist aber das Zeugniß Gottes, welches großer ist, daß er von Christo bezeuget hat, er sey sein Sohn. Wer an den Söhnt 0 Gottes glaubet, der hat Gottes Zeugniß in sich. Wer dem Sohne nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht an das Zeugniß, welches Gott von seinem Sohne gegeben hat. Evangelium Johann. 20. v- 19— 3 t. LHn der Zeit, da es nun an demselben Ta-,9 ge, dem ersten in der Woche, Abend geworden, und die Thür des Ortes, wo die Jünger sich aus Furcht vor den Juden versammelt hatten, verschlossen war, kam iio Evang. am meiAen Sonntage. »^Jesus, stand mitten unter ihnen, und sprach: Der Friede sey mit euch.' Und als er das gesaget hatte, zeigte er ihnen seme Hände und seine Seite. Da erfreue- ten sich die Jünger, als sie den Herrn sa- s-hen. Und er sprach abermahls zu ihnen: Der Fnede sey mit euchWie mich der Vater gesandt hat, also sende ich euch auch. --Da er dieses gesaget hatte, blies er sie an, und sprach zu ihnen: Nehmet hin den beseligen Geist. Welchen ihr die Sünden vergeben werdet, denen find sie vergeben, und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind s4sie auch behalten. Thomas aber, einer aus den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, -5war nicht bey ihnen, als Jesus kam. Daher sprachen die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sagte zu ihnen: Wenn ich nicht das Mahl der Nagel m seinen Händen sehe, und meine Finger in die Wunden der Nägel, und meine Hände m seine offene Seite lege, so glaube"ich es 2onrcht. Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermahls an dem Orte, und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus bey verschlossenen Thüren, trat mitten unter sie, und sprach: s?Der Friede sey mit euch.' Darnach sagte er zum Thomas: Reiche deine Finger her, und siehe meine Hände; reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sey r8mcht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr -sr-nd mem Gott.' Jesus sagte zu ihm: Weil Evang. am zweyten Sonnt. n. Ost. 111 di?mich"gesehen hast, Thomas, jo hast ou qeqlaubet. Selig sind, die nicht gejehen, und doch qeglaubet haben. Es hat zwar^ze-3o sus nock viele andere Zeichen vor den Augen seiner Junger gewirket, wAcke in diesem Buche nicht geschrieben lind. Diese aber MdZ» geschrieben worden, damit ihr glaubet, daß Jesus Christus der Sohn Gottes sen, und daß ihr durch den Glauben das Leben m seinem Nahmen habet. Am zweyten Sonntage nach Ostern. ». Epistel Peer. 2. v. 21— 25. Allerliebste'. Christus hat für uns gelitten und21 euch ein Beyspiel gegeben, damit ihr lnn-n «ußstapfen nachfolget. Er hatte keine Sunde be-22 gangen, und in seinem Munde ist kein B-trug gefunden worden. Da er gelästert wurde, lastert^Z er nicht wieder;7 Unliebste! vortreffliche Gnadm und alle voll. <4- kommene Gaben kommen von oben herab, von >em Vater des Lichts, hep welchem keine Vcran- >erung, noch ein Schatten der Abwechselunq qe. unden wird. Denn er hat uns frepwillig durch das Wort der Wahrheit geboren, auf daß wir gleich, lsam die Erstlinge seiner Geschöpfe seyn sollen. Die. es wisset ihr nun, meine liebsten Bruder! Ferner soll ein jeder M-nsed schnell im Anhören, langsam 20gber zum Reden, und langsam zum Zorne seyn. Denn des Menschen Zorn wirket nicht, was vor Gott gerecht 2 l jst. Darum leget alle Unlauterkeit und nberflußige Boß. heit ab, und nehmet mit Sanftmulh das einqcpflanz. te Wort an, welches euern Seelen Heil bringen kann. Evangelium Johann. 16. v. 5— 14. 5L>N der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- neu Jüngern: Ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand aus euch dfraget mich, wo ich hin gebe; sondern, weil ich solches zu euch gesaget habe, so ist ?euer Herz mit Traurigkeit erfüllet. Ich sage euch aber die Wahrlmr: Es ist euch zuträg- tch hingebe; denn werde ich nicht hm gehen, so würde der Tröster nicht ru euch kommen; gehe ich aber hin, so bwlll ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommen wird, so wird er die Welt d r <> r u d s ri 1 r < 1 1 nach Ostern. , i5 der Sünde, der Gerechtigkeit und des Gerichts überzeugen. Der Sünde zwar, weil y sie an mich nicht geglaubet haben; der Ge-io rechtigkeit, weil ich zu dem Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht mehr sehen wer-n det; und des Gerichtes, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist. Ich habe euch 12 noch viel zu sagen, allein ihr könnet es setzt nicht ertragen. Wenn aber der GeistiZ der Wahrheit kommen wird, der wird euch alle Wahrheit lehren; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, das wird er euch verkündigen. Der-14 selbe wird mich verherrlichen; denn er wird es von dem Meinigen nehmen, und es euch verkündigen. Am fünften Sonntage nach Ostern. Epistel Jacob! 1. V. 22— 27. Allerliebste! Seyd Nollzieher des Wortes, und nicht bloße Zuhörer, also, daß ihr euch selbst bekrieget." Denn wer ein Zuhörer des Wortes, und nicht ein Vollzieher ist, der ist gleich einem Manne, welcherrZ sein natürliches Angesicht in dem Spiegel beschauet; denn, nachdem er sich beschauet hat, geht er hinweg,zH, und vergißt alsobald, wie er gestaltet war. Wer^ aber das vollkommene Gesetz derFrepheit durchschauet, in demselben verharret, und kein vergeßlicher Zuhörer, sondern ein Nollzieher des Werkes ist, der wird durch seine Werke selig werden. Wenn sich2v aber jemand unter euch dünken läßt, er>ep gottes- fürchtig, und bezähmet seine Zunge nicht, sondern H r r»6 Evang. am fünften Sonnt. n. Gstern. verführet sein eigenes Herz, dessen Gottes. 27dienst ist eitel. Denn ein reiner und unbefleckter Gottesdienst bey Gott und dem Vater ist dieser: Die Waisen und Witwen in ihren Trübsalen besuchen, und sich vor dieser Welt unbefleckt bewahren^ Evangelium Ioh.»6. v. s3— 3o. s3^Ln der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- neu Jüngern: Wahrlich, wahrlich.' ich sage euch: Was ihr den Vater in meinem Nahmen bitten werdet, das wird er euch r-geben. Bisher habet ihr um nichts in meinem Nahmen gebethen; bittet, so werdet ihr empfangen, auf daß eure Freude voll- sSkommen sey. Dieses habe ich in Gleichnissen zu euch gesaget; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr in Gleichnissen mit euch reden, sondern euch offenbar von södem Vater verkündigen werde. An demselben Tage werdet ihr in meinem Nahmen bitten, und ich sage euch nicht, düß ich S7den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst liebet euch, weil ihr mich ge- liebet, und geglaubet habet, daß ich von Gott s8ausgegangen bin. Ich bin von dem Vater ausgegangen, und in die Welt gekommen, nun verlasse ich die Welt wieder, und gehe zum 29Vater. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Sieh! nun redest du offenbar, und bedienst 3odich keiner Gleichnisse. Jetzt wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und nicht bedarfst, daß dich jemand ftage; darum glau- den wir, daß du von Gott ausgegangen bist. ti7 An den Leth- Tagen. An den Beth-Tagen. Epistel Iacobi 5. V. 16—20. L^sllerliebste! Bekennet einander eure Sünden, und 16 A- bittet für einander, daß ihr selig werdet: denn das anhaltende Gebeth eines Gerechten vermag sehr viel. Elias war ein Mensch, dem Leiden gleich 17 uns unterworfen; er bethete inbrünstig, daß es aus Erden nicht regnen sollte, und es regnete drey Zahre und sechs Monathe nicht. Er bethete aber-18 mahls: da gab der Himmel Regen, und die Erde brachte ihre Früchte hervor. Meine Bruder, wenniy einer aus euch von der Wahrheit wird abgewichen seyn, und jemand ihn bekehret: der soll wissen,20 daß, wer einen Sünder von dem Irrthume semes Weges bekehret, dessen Seele vom Tode rrlchen, und die Menge der Sünden bedecken werde. Evangelium Luc. 11. V. 5 i3. LHn der^eit sprach der Herr Jesus zu sei- 5 «O neu Jüngern: Wer ist unter euch, der einen Freund hat, zu welchem er um Mit- ternacht geht, und ihm sagt: Freund, lech mir drey Brote; denn mein Freund ist von der Reise zu mir gekommen, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetze; und dieser 7 antwortete von innen, und sagete: Mache mir keine Unruhe, die Thür ist schon zugeschlossen, und meine Kinder sind bey nur m der Kammer; ich kann nicht aufstehen, und dir geben. Wenn jener in fernem Anklo- 8 pfen verharret, so sage ich euch, ob er schon nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er doch um semes r 18 Am Tage der Himmelfahrt des Lerrn. UngestümeHillen aufstehen Hd^ihH 9ben, so viel er nöthig hat. Also sage ick euch: Littet, so wird man euch geben, suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so rowird euch aufgethan werden. Denn ein ^r bittet, bekommt; wer suchet, der findet; und wer anklopfet, dem wird naufgethan werden. Wem aber unter euch, der den Vater um Brot bittet, wird er wohl einen Stein geben? oder um einen Fisch, wird er ihm wohl statt des Fisches ,seme Schlange geben? oder wenn er von ikm em Ep begehret, wird er ihm wohl einen Ecorpwn sich das Ey darreichen? Wenn üü? ihr böse seyd, euern Kindern gute Gaben geben könnet; wie viel mehr wird euer Vater einen guten Geist vom Himmel denjenigen geben, die ihn darum bitten. Am Tage der Himmelfahrt Herrn. des Lection a. der Apostelgesch. I. v. I— I,. »Ouerst habe ich zwar, o Tbeophilus, von allem ^vren^bis an^ nnfing zu thun und zu ^ er, nachdem er den Aposteln, wellhe von ihm erwählet wurden, durch den h-'!-gen Geist Gebothe gegeben hatte" aufae! Z^en ist, denen er auch nach seinem Leiden du?ch ,^a Taa^lan^^-ndig g-zeiget, sich ihnen vier! / Reich-GvÄ Seoff-nbaret, und mit ihnen von dem r^ geredet hatte. Und als er mit ihnen ^lchbe/ah-r'hnen daß sie von Jerusalem nicht die Verheißung des Vaters warten sollten, welche ihr, sprach er, aus meinem Am Tage der Himmelfahrt des Zerrn. 119 Munde geboret habet. Johannes hatte zwar mit Z Wasser gelauset, ihr aber werdet nicht lange nach diesen Lagen mit dem heiligen Gerste getauset wer- 6 den. Da fragten ihn die, welche zusammen ge- kommen waren, und sprachen: Herr, wirst du zu dieser Zeit das Reich Israel wieder aufrichten? Er 7 aber sagte zu ihnen: Es kommt euch nicht zu, die Zeit und Stunde zu wissen, welche der Vater seiner g Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes, der über euch kommen wird, empfangen, und ihr werdet zu Jerusalem, indem ganzen Juden-Lande, in Samaria, und bis^ an die Gränze der Erde meine Zeugen seyn. Und Y als er dieses gesaget hatte, ward er vor ihren Augen aufgehoben, und eine Wolke entzog ihn ihren,^ Blicken. Und als sie ihn in den Himmel fahren sahen, sieh, da standen zwep Männer in weißen Kleidern neben ihnen, welche sprachen: Ihr Man-, ner aus Galiläa, was stehet ihr, und sehet gegen den Himmel? Dieser Jesus, der von euch in den Himmel ist aufgenommen worden, wird so, wie ihr ihn jetzt in den Himmel fahren gesehen habet, wieder kommen. Evangelium Marc. l6. V. ,4 20. der Zeit erschien der Herr Jesus den, 4 Eilfen, da sie zu Tische saßen, und verwies ihnen ihren Unglauben, und ihres Herzens Artigkeit, daß sie denen, welche ihn nach 7emer Auferstehung gesehen hat- 5 ren, nicht gcglaubet hätten. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in die ganze Welt, und prediget das Evangelium allen Geschöpfen. Wer glaubet und getauset wird, der wird,6 felig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. An denen aber,,7 L20 Am sechsten Sonntage nach Ostern. weiche glauben, wird man diese Zeichen wahrnehmen: In meinem Nahmen werden Ererben, neue Sprachen re- -»den, Schlangen vertreiben, und wenn sie Tätliches trinken, wird es ihnen mcht schaden; den Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden. Und der Herr Jesus, nachdem er mit ihnen geredet hatte, wurde in den Himmel ° wo er zu der Rechten Got- ^o^ sttzet. Sie aber machten sich auf die Reise, und predigten überall; der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch die darauf folgenden Zeichen. Am sechsten Sonntage nach Ostern. .'' Epistel petr. 4. v. 7— n. Seyd nun vernünftig, und wachet in ^ dem Gebethe. Vor allen Dingen aber liebet unter einander; denn die Liebe bedecket 9d,e Menge der Sünden. Send gastfrev und be 1 oherberget einander gern. Ein jedA diene' dem andern nut der Gnade, die er empfangen hat alS , tWen^^^^^?Er mannigfaltigen Gaben Gottes ,?n"det, so rede er, als ob Gott durch 'hn redete; hat lemand ein Amt, so verwalte er es aen dur l^".?s Kr"st, aus daß Gott in allen Din. gen durch Jesum Christum gepriesen werde, welchem ,uk°L>"«w'-'-u 26 Evangelium Johann. i5. v. 26 27 und 16. v. 1— 4. der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- ^ neu Juugeru: Weuu der Tröster, deu Am pfingstsonntagr. »21 ich^eüch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater aus. gehet, kommen wird, wird er von mir Zeugniß geben; und ihr werdet auch Zeugniß geben,27 denn ihr seyd vomAnfange bey mir gewesen. Diese Dinge habe ich euch gesager, damit» ihr euch nicht ärgert. Denn sie werden euch- von den Synagogen ausschließen; ja es kommt die Zeit, daß ein jeder, der euch tobtet, Gott einen Dienst zu thun vermeinen wird. Und das werden sie euch auch thun, 3 weil sie weder meinen Vater noch mich er- kennen. Dieses aber habe ich zu euch gere- 4 det, damit, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedenket, daß ich es euch gesaget habe. Am Psmgstsdimtage. Lection a.-er Apostelgesch. 2. V.»— i». gflS die Pfingsttage erfüllet wurden, waren all«, Jünger an einem Orte beysammen. Da ent- z stand plötzlich ein Sausen, welches gleich einem gewaltigen Winde vom Himmel kam, und das gan- ze Haus, in welchem sie saßen, erfüllete. Und es 0 erschienen ihnen feurige Zungen, die sich^heilten, pnd auf einen jeden unter ihnen setzten. Sie wur- 4 den alle mit dem heiligen Geiste erfüllet, und fingen an, unterschiedliche Sprachen zu reden, wie ihnen der heilige Geist zu reden eingab. Es wohn- a ten aber damahls Juden zu Jerusalem, welche goltesfürchtige Männer waren, aus verschiedenen H Völkern, die unter dem Himmel sind. Als nun der Ruf hiervon erschallte, kam eine Menge zusam- men, und entsetzte sich, da ein jeder seine Svraä^« r 22 Evangelium um Pffngstsonntage. 7 reden hörte. Sie erstaunten alle, verwunderten f.ch, und sprachen: Sehet, sind denn dies-, die da 8"lcht alle Galiläer? Wie hören wir denn ein leder unsere Sprache, darin wir geboren sind? 9 Parther, Meder und Alamiter, und die in Me. sopotamien, im Juden-Lande, im Cappadozien. in ,0-pontus und Asien wohnten, in Phrpgien, Pam" phplien, Ägypten, an den Gränzen Libyens, so bey Lyren- liegt, und Fremdlinge von Rom- auch Juden, Neubekehrte, Creter und Arab?r l LL S..L di° Evangelium Johann. r4. v. 23— 3r. der Zeit sprach der Herr Jesus zu «x) seinen Jüngern: Wer mich liebet, der wrrd mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben; wir werden zu ihm kom- -stmen, und bey ihm wohnen. Wer mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht, und das Wort, welches ihr gehöret habet, in nickt mein, sondern des Vaters, der mich »--gesandt hat. Diejes habe ich zu euch geredet, da ich bey euch war; der Tröster aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Nahmen senden wird, derselbe wird euch alles lehren und eingeben, was ich euch ae- L?saget habe. Jetzt aber hinterlasse ich'euch den Frieden, meinen Frieden gebe ick euch: ich gebe ihn euch nicht so, wie ihn die Welt gibt: euer Herz betrübe sich nicht, und -Sfnrchte sich nicht. Ihr habet gehöret, daß ich euch gesaget habe: Ich gehe hin, und komme wreder zu euch. Wenn ihr mich lie- Lection am Pfingstmontage. 123 betet, so würdet ihr euch ja erfreuen, daß ich zu dem Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Nun habe ich es euch ge-29 saget, ehe dieses geschieht, damit ihr es glaubet, wann es geschehen seyn wird. Jch3o werde hinfort nicht mehr mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat doch nichts an mir. Damit aber die3» Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und thue, wie mir es der Vater befohlen hat. Am Pfingstmontage. Lection a. d. Apostelgesch. 10. V.-r—--8. den Tagen that Petrus seinen Mund auf, und sprach: Ihr Männer und Bruder! Der-r Herr hat uns befohlen, dem Volke zu predigen, und zu bezeugen, daß er derjenige sey, der von Gott zum Richter der Lebendigen und der Todten verordnet ist. Ihm geben alle Propheten Zeugniß, daß-3 alle, die an ihn glauben, durch seinen Nahmen Vergebung der Sünden empfangen werden. Als Pe-^L trus diese Worte noch redete, fiel der heilige^ Geist auf alle die, welche das Wort hörelen. Und-5 alle beschnittene Gläubige, welche mit dem Petrus gekommen waren, erstaunten, daß die Gnade des heiligen Geistes auch auf die Heiden ausgegasten ward; denn sie horten sie unterschiedliche Spra-4" chen reden, und Gott verherrlichen. Da sagte-? Petrus: Kann wohl jemand diesen das Master versagen, daß sie nicht getauft werden, die den heiligen Geist gleich uns empfangen haben? Und er-8 befahl, sie im Nahmen des Herrn Zrsu Christi zu taufen. i 12- Evangelium am Pfingstmontage. Evangelium Johann. 3. v. 16— 21. »6LHn der Zeit sprach der Herr Jesus zu dem Nicodemus: Gott hat die Welt so sehr geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht zu Grunde gehen, sondern das ewige ^Leben erhalten. Denn Gott hat seinen Sobn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß sie durch ihn selig werde. »8Wer also an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, weil er an den Nahmen des eingebornen Sohns Gottes nicht glaubet. »stDie Ursache dieses Gerichts aber ist, weil das wahre Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen die Finsterniß mehr als dieses wahre Licht geliebet haben, weil ihre »»Werke böse waren. Denn ein jeder, der Böses thut, hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, damit seine Werke nicht 21beschuldiget werden. Wer aber das, was die Wahrheit vorschreibt, vollzieht, der kommt an das Licht, damit seine Werke offenbar werden, weil sie in Gott geschehen sind. !»n———— Am Pßngstdilistage. Lection a. d. Apostelgefchich. 8. v. 14— 17. ,4t^n den Lagen, als die Apostel, welche zu Jeru. salem waren, hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie den Petrus ,5und Johannes zu ihnen. Als diese angekommen wa- ren, betheten sie für dieselben, damit sie den hriliaen ivGcist empfingen; denn er war noch auf keine» Evangelium am pfingstdinsrage. 125 unter ihnen gekommen, sondern sie waren nur in dem Nahmen des Herrn Jesu getauset worden. Da, 7 legten sie selbigen die Hände aus, und sie rm- pfingen den heiligen Geist. Evangelium Johann 10. v. 1 io. cxn der Zeit sagte der Herd Jesus zu den, Pharisäern: Wahrlich, wahrlick sage ich euch: Wer nicht zur Thür in den Schafstall eingeht, sondern anderswo hinein steigt, der ist ein Dieb und ein Mörder. Wer aber r zur Thür hinein geht, der ist ein Hirt der Schaft. Diesem macht der Thürhüther auf, 3 die Schaft hören seine Stimme, er ruft seinen eigenen Schafen mit Nahmen, und führet sie heraus. Und wenn er seine eige-- nen Schafe ausgelassen hat, so geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach, weil sie seine Stimme kennen. Einem 5 Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden Nicht. Diesen Spruch 6 sagte Jesus zu ihnen; sie aber verstanden nicht, was er zu ihnen redete. Daher sprach- Jesus abermahls zu ihnen: Wahrlich, wahrlich sage ich euch; ich bin die Thür zu den Schafen; alle, die bisher gekommen sind, 8 die sind Diebe und Mörder, und die Schafe haben sie nicht angehöret. Ich bin die 9 Thür. Wenn jemand durch mich hinein gehen wird, der wird selig werden: er wird sicher ein-und ausgehen> und Weide finden. Ein Dieb kommt nur darum, damit er stehet, lc, würge und zu Grunde richte; ich aber bin 126 Am 8este her heil. Dreifaltigkeit. gekommen, daß sie das Leben Habens und überflüssiger haben sollen. Am Feste der heiligsten Dreyfaltigkeit. Epistel an hie Römer. 11. V. 33.— 36. Tiefe der Reichthümer, der Weisheit und der Erkenntniß Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte, und wie unerforschlich seine Wege! 3§Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, ZZoder wer ist sein Nalhgeber gewesen? Oder wer hat ihm zuerst etwas gegeben, das ihm wieder vergol. 36ten werde? Denn aus ihm, durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewig» keit. Amen. Erangelium Matth. 28. v. 18— 20. 18LHN der Zeit sprach derHerr Jesus zu sei- neu Jüngern: Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben worden. »yDarum gehet hin, lehret alle Völker, und taufet sie im Nahmen des Vaters, und des -roSvhnes, und des heiligen Geistes. Lehret sie alles beobachten, was ick euch befohlen habe, und sehet, ich bin allezeit bey euch bis an das Ende der Welt. Am ersten Sonntage nach Pfingsten. i. Epistel Iohann. 4. V. 8— 21. LHI^Erliebste! nicht liebet, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. In dem yaber ist die Liebe Gottes gegen uns geoffenba- ret worden, weil Gott seinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Evangel. am». Sonnt, nach Pfingsten. 127 Hierin besteht die Liebe, nicht daß wir Gott gclie-ro bet haben, sondern weil er uns zuvor geliebet, und seinen Sohn gesandt hat, damit er ein Versoh- nungsopfer für unsere Sünden werde. Allerliebste! ll hat uns Gott also geliebet, so sollen wir uns auch unter einander lieben. Keiner hat jemahls Gottir gesehen. Wenn wir uns unter einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. Daran erkennen wir, daß wir in ihmi Z bleiben, und er in uns, weil er uns seines Geistes theilhafl gemacht hat. Wir haben gesehen, undl» bezeugen es, daß der Vaier seinen Sohn als den Heiland der Welt gesandt hat. Wer bekennet, daßtO Jesus der Sohn Gottes ist, in demselben bleibt Gott, und er in Gott. Und wir haben die Liebe»6 Gottes gegen uns erkannt und geglaubet. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Darin ist die Liebes Gottes vollkommen bey uns, wenn wir auch also in dieser Welt sind, wie er ist, damit wir an dem Tage des Gerichts ein Vertrauen haben. In der, 8 Liebe ist keine Furcht sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht; denn die Furcht bringt Schmer, zen. Wer sich aber fürchtet, der ist in der Liebenicht vollkommen. Lasset uns also Gott lieben, weil eriy uns zuerst geliebet har. Wenn jemand saget: Jchro habe Gott lieb, und er hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder, den er sieht, nicht liebet, wie kann er Gott, den er nicht sieht, lieben? Und wir haben von Gott das Gebothri empfangen, daß, wer Gott liebet, auch seinen Bruder lieben soll. Evangelium Luc. 6. v. 36— 42. L^n der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei-36 neu Jüngern: Seyd barmherzig, wie euer Vater auch barmherzig ist. Nichte^? nicht, so werdet ihr nicht gerichtet werden; »s8 Am Zrohnleichnamsfestrage. verdammet nicht, so werdet ihr nicht ver. dämmet werden; vergebet, so wird euch 38vergeben werden; gebet, so wird euch gegeben werden; ein gutes, eingedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euern Schooß schütten; denn mit eben dem Maße, mit welchem ihr ausmes- Zyset, wird man euch wieder einmessen. Er sagte ihnen auch ein Gleickniß: Kann wohl ein Blinder den andern führen? Fallen sie nicht beyde in die Grube? Der Lehrjünger ist nicht über den Meister; ein jeder aber -owird vollkommen seyn, wenn er wie sein Meister ich Warum siehst du aber einen -»Splitter in deines Bruders Auge, und wirst des Balkens, der in deinem Auge ist, -stricht gewahr? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder laß mich den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du selbst siehst den Balken in deinem Auge nicht? Heuchler.' zieh zuvor den Balken aus deinem Auge; und alsdann sieb, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am Frohnleichnamsfesttage. (Epistel. Sieh M Donnerstage in der Char^ woche, Seite 90). Evangelium Johann. 6. V. 56— 69. 56t^n der Zeit sprach der Herr Jesus zu den Scharen der Juden: Mein Fleisch rst wahthaft eine Speise, und mein Blut Evans, am 2. Sonntage nach Pfingsten. 129 istHrhrbaft ein Trank. Wer daher mein57 Fleisch ißt, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich in ihm. Gleichwie der V^58 ter, der mich gesandt hat, lebt, und ich durch den Vater lebe; so wird auch, der mich ißt, durch mich leben. Dieses ist das wah-äy re Brot, welches vom Himmel herab gekommen ist, nicht wie das Manna, das eureVä- ter gegessen haben, und gestorben sind; denn wer dieses Brot ißt, der wird ewig leben. Am zweyten Sonntage nach Pfingsten. i. Epistel Ish. 3. V. t3—18. Mllerliebste! Verwundert euch nicht, wenn euch»3 N die Welt hasset. Denn weil wir die Bruder lieben, so erkennen wir, daß wir vom Tode zum Leben übersetzet worden sind. Wer nicht liebet, der bleibt im Tode. Derjenige, der seinen Bruder has-to sei, ist ein Todtschläger. Nun wisset ihr, daß kein Todtschläger das ewige Leben in sich habe. Wir!» haben die Liebe Gottes in dem erkannt, daß er sein Leben für uns gegeben hat; so sollen wir auch unser Leben für die Brüder dargeben. Wer mit zeit-17 lichen Gütern versehen ist, und seinen Bruder Noth leiden sieht, verschließt aber sein Herz vor ihm; wie kann in demselben die Liebe Gottes bleiben?!8 Meine Kinder! lasset uns nicht mit Dorten, noch mit der Zunge, sondern mit dem Werke und in der Wahrheit lieben. Evangelium Luc. 14. v. 16—24. 1>n der Zeit sagte der Herr Jesus zu den, 6 Phansäern dieses Gleicbniß: Es war ein Mensch, der ein großes Abendmahl berei- Evang. u. Epist. I »3o Am zweyten Sonntage nach pflnMen. ' - tete, und viele dazu einlud. Und er um die Stunde des Abendmahles seinen Knecht aus, den Geladenen zu saaen d«6 l- komM, sollten, fckon'äK berÄ aber fingen alle zugleich an sich JchVein^M^ mwit'ÄNstkkch lL-rrZ^' ^entschuldige- zu haltet Der andere smack^ Ick habe fünf Joch Ochsen aeL-- L -ckVch KLchLL5^n z L'L dich Herrn hinterbrachte, ward der eilend'aufV^^^ leinem Knechte: Geh euend auf die Straßen und Gassen den --Md7°LVULa^i k" AnckLl^^Lw^dm find. mein Lvang. am 3. Sonntage nach Pfingsten. i3r Am dritten Sonntage nach Pfingsten. i. Epistel petr. 5. V. 6—i i. Allerliebste! Demüthiget euch unter der gewalti- 6 gen Hand Gottes, auf daß er euch zur Zeit der Heimftichung erhöhe. Alle eure Sorge leget 7 auf ihn; denn er sorget für euch. Seyd nüchtern, tz und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe herum, und suchet, wen er verschlinge. Diesem widerstehet fest in dem Glau- 9 ben, und wisset, daß euern Brudern, die in dieser Welt sind, eben diese Widerwärtigkeiten widerfahren. Aber der Gott der Gnaden, der uns zu seinertO ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu berufen hat, wird uns, die wir eine kleine Zeit gelitten haben, vollkommen machen, stärken und befestigen. Dem sey 1 l, Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium Luc. i5. v. r—10. Länder Zeit nahetenstch Zöllner und Sun- r «O der zu demHerrn Jesu, um ihn zu hören. Und die Pharisäer und Schriftgelehr- r ten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und ißt mit ihnen. Da sag- 3 te er dieses Gleichniß zu ihnen, und sprach: Welcher Mann ist unter euch, der hundert 4 Schafe hat, und der, wenn er eins davon verliert, nicht die neun und neunzig in der Wüste verläßt, um dem Verlornen nachzugehen, bis er es findet? Und wenn er es 5 aefunden hat, es nicht mit Freuden aufseine Achseln leget? Und bey seiner Zurückkunfr 6 nach Hause seine Freunde und Nachbarn zusammen rufet, und zu ihnen saget: Erfreuet euch mit mir; denn ich habe mein I r 1^2 Am vierten Sonntage Schaf, welches verloren war, gefunden? 7Icti sage euch, daß eben so in dem Himmel mehr Freude über einen Sünder, der Buße thut, als über neun und neunzig Gerechte, welche der Buße nickt bedürfen, fern wird. dOder welches Werd ist, die zehn Grosck.n hat, und die, wenn sie einen Groschen ver- liert, nicht ein Licht anzündet, das Hans auskehret, und fleißig suchet, bis sie ihn Sfindet? Und wenn sie ibn gefunden hat, ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen ruft, und spricht: Erfreuet euch mit mir; denn ich habe den Groschen, welchen io,ch verloren hatte, gefunden. Also, sage ich euch, werden sich die Engel Gottes über einen Sünder, der Buße thut, erfreuen. Am vierten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Römer 8. v. 18—s3. i8K^rüder! Ich halte dafür, daß das Leiden dieser -"" iE künftigen Herrlichkeit, welche offenbaret werden soll, kein Verhältniß ha. »vbe. Denn das Geschöpf erwartet sehnlich die Lf- Loftnbarung der Kinder Gottes. Das Geschöpf ist der Eitelkeit unterworfen, zwar nicht frepwillig, sondern um dessen willen, der sie derselben in der Hoffnung 21 unterworfen hat. Indem auch dieses Geschöpf von der D'enstbarkeit der Verwesung zur Freyheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes erlöset werden wird» S2Denn wir wissen, daß alle Geschöpfe noch bis auf diese Zeit seufzen, und einem Weibe in Kindesnv. ^ shfch gleichen. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlinge deS Geistes haben; wir nach Pfingsten. ,33 selbst seufzen bey uns, und warten auf die Auf. nähme der Kinder Gottes, auf die Erlösung un. sers Leibes in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium Luc. 5. V. i—11. L>n der Zeit, da sich das Volk zu dem» «>) Herrn Jesu drang, das Wort Gottes zu hören, stand er an dem See Genesareth, und r er sah zwey Schiffe an dem See stehen, woraus die Fischer gestiegen waren, und ihre Netze wuschen. Er übertrat in das Schiff, wel- 3 ches des Simons war, und bath ihn, daß er es ein.wenig von dem Lande führete; und da er sich nieder gesetzet hatte, lehrte er das Volk aus dem Schiffe. Als er aber zu re- 4 den aufgehöret hatte, sagte er zum Simon: Fahr in den vollen See, und werfet eure Netze zum Fischfänge aus. Simon antwortete 5 und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; auf dein Wort aber will ich das Netz auswerfen. Und da sie dieses gethan 6 hatten, fingen sie eine so große Menge Fische, daß ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren 7 Gesellen, welche in dem andern Schiffe waren, daß sie ihnen zu Hülfe kämen: und sie kamen, und füllten beyde Schiffe also, daß sie beynahe versanken. Als dieses Simon 8 Petrus sah, fiel er vor Jesu auf die Knie, und sprach: Herr? entferne dich von mir, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es hatte 9 ihn und alle, die bey ihm waren, ein Schrecken wegen des Fischzuges, den sie gethan '^4 Am fünften Sonntage überfalle. NichsUfii^UftP ten D auch darüber Jacobus und Jobannes, Sohne des Zebedäus, welche Simons Gesellen waren. Jesus aber sprach zum Si- furchte dich nicht; von nun an wirst "du Men/chen fangen. Hierauf führten sie » an das Land, verließen alles, und folgten ihm nach. Am fünften Sonntage nach Pfingsten. i. Epistel petr. 3. V. 8—15. Seyd alle gleich gesinnt, mitleidig, <«-Liebhaber der Bruder, barmherzig, freundlich, nicht Böses mit Bösem, noch Scheltwort- mit Scheltworts, sondern segnet viel. mehr; denn deßwegen seyd ihr berufen, daß ihr roden Segen zum Erbtheile besitzen sollet. Denn wer das Leben liebt, und gute Tage haben will, der bezähme seine Zunge, damit sie nichts Böses rede. 'und feine Lippen, daß sie nicht betr.egen. Er soll sich vorn Bösen wenden und Gutes thun, den Frie- *^chen, und ihm nachtrachten. Denn die Augen des Herrn sind auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebeth gerichtet; das Angesicht des Herrn r3aber sieht auf die, welche Böses thun. Und wer ,/ann euch schaden, wenn ihr Eiferer des Guten seyn »-werdet? Wenn ihr aber um der Gerechtigkeit willen s" leyd ihr selig. Furchtet euch nicht , Drohungen, und lasset euch nicht schrecken, stndern verherrlichet Christum, den Herrn, in euern Herzen. Evangelium Match. 5. v. 20—24. 20§>n der Zeit sprach der Herr Jesus zu fei- neu Düngern: Wenn ihr nicht gerechter »35 nach Pfingsten. öts die Schriftgelehrten und Pharisäer seyn werdet; so werdet ihr in das Himmelreich nickt eingehen. Ihr habet gehöret, daß zur» den Alten ist gesaget worden: Du sollst nicht todten; wer aber einen Todtschlag begangen hat, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch: daß ein jeder,22 der sich wider seinen Bruder erzürnet, des Gerichts schuldig seyn solle. Wer zu seinem Bruder Raka sagt, der soll von dem Rathe gestrafet werden. Wer aber sagt: Du Narr, der soll des höllischen Feuers schuldig seyn. Wenn du nun, da du dein Opfer aufdensZ Altar legest, dich erinnern wirft, daß dein Bruder etwas wider dich hat, so laß deins- Opfer da vor dem Altare, und geh zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder, alsdann komm und opfere deine Gabe. Am sechsten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Römer. 6. V. 3—11. A>rüder! wisset ihr nicht, daß wir alle, die wir Z in Christo Jesu getauset wurden, in seinen, Lobe getauset worden sind? Denn wir sind mit ihm 4 durch die Laufe zu dem Tode begraben, auf daß, gleichwie Christus von den Todten durch die Herr lichkeit des Vaters auferstanden ist, wir ebenfalls in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir 5 ihm durch die Gleichheit des Todes eingepflanzet sind, so sollen wir auch durch die Gleichheit der Auferstehung mit eingepflanzet werden. Wir, die 6 wir wissen, daß unser alter Mensch zugleich mit ihm gekreuziget worden ist, damit der Leib der Sünde i36 Am sechsten Sonntage nach Pfingsten. ^zerstöret werde, und wir der Sünde nicht mehr diH ^-7ecEser^iae?' ist' der ist von der Sünde gcrecytferngcl. Sind wir aber mit Christo gestor- glauben wir, daß wir auch zugleich mit werden. Da wir wissen, daß Christus nachdem er von den Todten auferstanden ist, nicht mehr stirbt; der Tod wird über ihn hinfort nicht toniehr herrschen. Denn daß er für die Sünde starb m/ern'" daß er aber lebet, lebet er Gott' i,Mso sollet auch ihr dafür halten, daß ihr zwa7d r Sunde gestorben seyd, euerm Gott aber durch Chri. stum Zesum, unfern Herrn, lebet.^" Evangelium Marc. 8. v. i—y. ' Zeit, da viel Volk bey dem Herrn -O Jesu war, und nichts zu essen hatte rief er seine jünger zusammen, und sprach szu ihnen: Mich erbarmet dieses Volks; denn sehet, sie sind nun drey Tage bey mir 3verharret, und haben nichts zu essen. Und wenn lch sie ungespeiset von mir nach Hause werden sie auf dem Wege erlie- gen, denn emlge aus ihnen waren von fern Und ftine Jünger nntEtt" wird man sie hier in der Müsse ^"l'gen können? Und er fragte viel Erote habet ihr? Siespra- ^ befahl dem Volke, nabm o?>,'o^b Niederzusetzen; alsdann ^^eben Brote, dankte, und nachdem er sie gebrochen hatte, gab er sie ^nen>zungern zum Vorlegen; und sie lea- 7tcn selbige oem Volke vor. Sie hatten auch ttl.ch- Fischl-m; dirs- segne» er. und K 8fabl, sie ebenfalls vorzulegen. Und sie aßen, Am siebenten Sonntage nach Pfingsten. 13 7 wurden satt, und die Jünger hoben sieben Körbe voll von den Stückwin auf, welche übrig geblieben waren. Es waren aber de- y rer, dre gegessen hatten, bey vier tausend; und er entließ sie. Am siebenten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Römer. 6 v. ry—23. A»rüder! Ich rede menschlich davon wegen der,« -O Schwachheit eures Fleisches. Denn gleichwie ihr eure Glieder zum Dienste der ttnlauterkeit und der Ungerechtigkeit zur Ungerechtigkeit übergeben ha. bet; also übergebet nun auch eure Glieder zum Dien- ste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn20 als ihr Knechte der Sünde wäret, so habet ihr euch der Gerechtigkeit entzogen. WaS habet ihr aber da-2» mahls für einen Nutzen von jenem Wandel gehabt, dessen ihr euch jetzt schämet? Denn ihr Ende ist der Tod. Nun aber, da ihr von der Sünde befrepet,sr und Knechte GotteS geworden sepd, habet ihr die Heiligung zum Nutzen, und zum Ende daS ewige Le. den. Denn der Sold der Sünde ist der Tod. Aber die2 Z Gnade GotteS ist da» ewige Leben in Christo Jesu unserm Herrn. Evangelium Matth. 7. v. i5—ri. LHn der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- neu Jüngern: Hüthet euch vor den>5 falschen Propheten, die in Schafsfellen zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. Ihr werdet sie an ihren Früchten er->6 kennen. Denn sammelt man auch Trauben von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also bringt ein guter Baum gute 17 Früchte; ein schlechter Baum aber bringt ,38 Am achten Sonntage ^schlechte Früchte. Kein guter Baum kann schlechte Früchte bringen, und kein schlechter Baum kann gute Früchte bringen. Ein jeder Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird ausgehauen, und in das Feuer gewor- Lofen werden. Daher werdet ihr sie an ihren s, Früchten erkennen. Denn nicht ein jeder, der zu mir saget: Herr, Herr! wird m das Himmelreich eingehen; sondern nur der, welcher den Willen meines himmlischen Vaters vollzieht. Am achten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Römer. v. 8. 12—17. ,»A^rüder! wir sind Schuldner, nicht zwar dem Fleische, daß wir nach dem Fleische leben. "Denn wenn ihr nach dem Fleische leben werdet, so werdet ihr sterben; wenn ihr aber die Werke des Fleisches durch den Geist abtodten werdet, so wer- *4det ihr leben. Alle, die von dem Geiste Gottes an» lägetrieben werden, sind Kinder Gottes. Denn ihr habet nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, der euch abermahls in Furcht setzet; sondern ihr habet den Geist empfangen, der zu Kindern an» nimmt, durch welchen wir alle rufen: Abba(lieber > Opaker). Denn der Geist Gottes selbst gibt unserm »^Geiste Zeugniß, daß wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, und zwar Erben Gottes, Milerben aber Christi. Evangelium Luc. ,6. V. ,—y. r L>n der Zeit sprach der Herr Jesu zu sei- neu Jüngern dieses Gleichniß: Es war nach Pfingsten. »3y ein reicher Mann, der hatte einen Haushälter, und dieser ist bey ihm angeklaget worden, als wenn er seine Güter verschwendet hätte. Er forderte ihn vor, und sagte zu s ibm: Was höre ich von dir? Lege Rechnung von deiner Haushaltung; denndu wirft hinfort diesem Amte nicht mehr vorstehen können. Der Haushälter aber sprach bey sich 3 selbst: Was soll ich thun, da mein Herr die Haushaltung von mir nimmt? Graben kann ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich thun will, damit, wenn 4 ich meines Amtes entsetzet werde, sie mich in ihre Häuser aufnehmen. Daher rief er 5 alle Schuldner seines Herrn zusammen, und sagte zu dem ersten. Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sagte: Hundert 6 Tonnen Oehls; und er sprach zu ihm: Nimm deine Handschrift, setze dich geschwind, und schreib fünfzig. Darnach sagte er zu dem 7 andern: Wie viel bist du schuldig? Dieser sagte: Hundert Malter Weihen. Er sprach zu ihm: Nimm deine Handschrift, und schreib 8 achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushälter, daß er klug gehandelt hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind in ihrem Geschlechte klüger, als die Kinder des y Lichtes. Und ich sage euch: Machet euch Freunde von den ungerechten Reichthümern, damit ihr, wenn ihr von hinnen scheidet, in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet. ,-o Am neunten Sonntage nach Pfingsten. Am neunten Sonntage nach Pfingsten. i. Epistel an die Lorinther. i o. v. 6—13. 6AL rüder! Lasset uns nicht, wie jene den bösen Be- gierden nachhängen. Werdet nicht, wie etliche von ihnen, Götzendiener; wie geschrieben sieht: ^Das Volk setzte sich nieder zu essen, und zu trinken, und "stand auf zu spielen. Lasset uns auch nicht Hurerep treiben, wie sie etliche aus ihnen trieben, und daher l an einem Tage drey und zwanzig tausend fielen. 9öasset uns auch Christum nicht versuchen, wie ihn etliche unter ihnen versuchet haben, und von den "Schlangen sind umgebracht worden. Murret nicht,- wie etliche unter ihnen murreten, und von dem Ver- 11 derber umgebracht wurden. Alle diese Dinge aber widerfuhren ihnen in einem Vorbilde; sie sind aber uns, die wir am Ende der Zeiten sind, zur Lehre i geschrieben worden. Deßwegen, wer meint, ersiehe, L 3der sehe zu, daß er nicht falle. Keine Übermensch!:.§ che Versuchung soll euch überfallen; denn Gott ist- getreu, er wird euch über euer Vermögen nicht ver< r suchen lassen, sondern damit ihr es aushalten kön- e net, wird er bep der Versuchung einen glücklichen( Ausgang geben.: Evangelium Luc. 19. V. 41—47. 4i LHn der Zeit, als der Herr Jesus sich Jeru«" «O salem näherte, sah er die Stadt an, 4rweinte über sie, und sprach: Wenn du es z doch auch erkennetest, und zwar an diesem<- deinem Tage, welcher dir zum Frieden ist! d nun aber ist es vor deinen Augen verborgen.^ -3Denn es werden die Tage über dich kommen,^ daß dich deine Feinde mit einem Walle um-^ geben, rings herum einschließen, und auf^ 44allen Seiten beängstigen werden. Sie wer- E Am zehnten Sonntage nach Pfingsten, i-r den dich sammt deinen Kindern, die in dir sind, zur Erde werfen, und in dir keinen Stein auf dem andern lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. Und erging in den Tempel, fing an, die-5 Käufer und Verkäufer auszutreiben, und§6 sagte zu ihnen: Es steht geschrieben, mein Haus ist ein Bethhaus, ihr aber habet es zur Mördergrube gemachet. Und er lehrtet täglich in dem Tempel. Am zehnten Sonntage nach Pfingsten. r. Epistel an die Eorinther. 12. V. 2—n; ALrüder! Ihr wisset, daß ihr, da ihr noch Hei- 2 den gewesen seyd, zu den stummen Götzen, wie man euch hinführte, gegangen seyd. Deßwegen Z erkläre ich euch, daß keiner, der durch den Geist Gottes redet, Jesum verfluchen werde; und nie. mand kann sagen: Herr Jesu, als durch denheiligen Geist. Es sind zwar mancherley Gaben, aber nur< Ein Geist. Es sind auch mancherley Ämter, aber^ nur Ein Herr. Es sind auch mancherley Wirkungen,^ aber nur Ein Gott, der alles in allem wirket. Ei-" nem jeden aber wird die Offenbarung des Geistes 7 zum Nutzen mitgetheilet. Einem wird durch den 8 Geist die Weisheit im Reden gegeben; einem an- dern aber die Erkenntniß der Rede nach demselben Geiste; einem andern der Glaube durch denselben g Geist; einem andern die Gabe zu heilen durch den- selben Geist; einem andern, Wunder zu wirken, einem andern die Weissagung, einem andern, die Geister zu unterscheiden, einem andern mancherlep Sprachen, einem andern die AuSlegung der Spra» *42 Am eklften Sonntage l,chen. Dieses alles aber wirket derselbe einige Geist, der es einem jeden austheilet, wie er will. Evangelium Luc. 18. v. y—14. yLHn der Zeit sagte der Herr Jesus zu etli- chen, welche auf sich selbst vertrauten, als wenn sie gerecht wären, und andere ivverachteten, dieses Gleichniß. Zwey Menschen gingen in den Tempel hinauf zu bethen; der eine war ein Pharisäer, der an- ndere em Zöllner. Der Pharisäer stand, und bethete bey sich selbst also: O Gott.' Ich danke dir, daß ich nicht, wie andere Leute, Räuber, Ungerechte und Ehebrecher, oder 12auch wie dieser Zöllner bin. Ich faste zwey^ Mahl in der Woche, und gebe den Zehen-> ,3ten von allem dem, was ich besitze. Der i Zöllner aber stand von fern, und getraute sich mcht, seine Augen gegen den Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott sey mir Sünder gnädig, i-Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertiget^ m sem Haus hinab, jener nicht; denn ein x jeder, der sich selbst erböhet, wird erniedri- x get, und wer sich selbst erniedriget, wird erhöhet werden.^ —— l Am eilften Sonntage nach Pfingsten. b i. Epistel an die Lorinther. i5. V. i—io.^ 1 Arruder! ich erinnere euch an das Evangelium, r, welches ich euch geprediget habe und ihr an- x, ^genommen habet, in welchem ihr verharret, und wodurch ihr auch selig werdet, ,wenn ihr es auf^ nach Pfingsten. 7—»43 ^^ Euch geprediget habeVbe. ^^ vergebens geglaubet habet. Denn- »uerst die Lehre gegeben, wie ich sie Mst empfangen habe: daß Christus für unsere Sunden nach der Schrift gestorben, daß» be-/ Ä n'^ am dritten Tage nach der Schrift wieder auferstanden, und daß er von Cephas/ und her"- nach von den E-lf-n gesehen worden ist.' Darnach" künf hundert Brudern zugleich 6 --Ä. dcnAposteln, und verdiene nicht, ein Apostel genannt^ bab^"^" a,^^il ich Kirche Gottes verfolget habe. Durch die Gnade Gottes aber bin ick waslo -L---chk^-° nich!*'„x Evangelium Marc. 7. v. 31—37. ^ aus^ Jesus abermablsZ- er^?bgettd von Tyrus ging, kam mitten?n an galiiaische Meer mrren m die Gegend der zehn Städte Und sie führten einen Taubstummen ru ibint- L- U^''"H""»-»Ä bÄtS>l'" von dem Volk« Obren'!»« t-»!- N"g-r i„ dj- benetzte ihm Mlt seinem Svei- ) die^unge, sah gegen denHimmek, seuff3L Ene kphplE, r n eröffne/^ soateich wurden seine OH-35 reu eröffnet, das Band semer Zunge ge- »44 Am zwölften Sonntage 36löset, und er redete recht. Und er verboth ihnen, sie sollten es niemanden sagen. Je mehr er es ihnen aber verboth, desto mebr ^breiteten sie es aus, und um desto mebr verwunderten ste sich darüber, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht: den Tauben hat er das Gehör, und den Stummen die Stimme gegeben. Am zwölften Sonntage nach Pfingsten. 2. Epistel an die Lorinther. 3.V. 4—y. ^HLrüder! Wir haben aber ein solches Vertrauen durch Christum zu Gott: nicht, daß wir etwas Zvon uns, als von uns selbst, zu gedenken vermögen, ^sondern unser Vermögen ist von Gott, der uns auch zu tüchtigen Dienern des neuen Bundes gemacht hat, nicht nach dem Buchstaben, sondern nach dem Gei- ste: denn der Buchstab tödtet, der Geist aber belebet. 7Wenn nun der Dienst des Gesetzes, das mit Buch. siaben in die Steine gehauen war, und den Tod brachte, solchen Glanz hatte, daß die Kinder Israels das Angesicht des Mopses wegen seines Glan- zes, der doch vergänglich war, nicht haben an- ^schauen können; wie vielmehr sollte denn nicht der yDienst des Geiste- einen Glanz haben? Denn wenn der Dienst des Gesetzes, welches verdammte, einen Glanz hat, um wie vielmehr muß nicht der Dienst der Gerechtigkeit vom Glänze überströmen. Evangelium Luc. ro. v. 23—37. »31>n der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- neu Jüngern: Selig sind die Augen, 2-die da sehen, was ihr sehet. Denn ich sage euch, daß viele Propheten und Könige haben sehen wollen, was ihr sehet, und nach Pfingsten. i-5 haben es nicht gesehen, und hören, was ihr höret, und haben es nicht gehöret. Undr5 sieh, es stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, das ewige Leben zu besitzen? Ersö aber sagte zu ihm: Was steht in dem Gesetze geschrieben? Wie liesest du? Er ant-27 wertete und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, von deinem ganzen Herzen, von deiner ganzen Seele, von allen deinen Kräften, und von deinem ganzen Gemüthe lieben, und deinen Nächsten wie dich selbst. Und er sprach zu ihm: Du hast recht geant-28 wortet. Thu das, so wirst du leben. Cray wollte sich aber selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Jesus antwortete und sagte: Es3o war ein Mensch, der ging von Jerusalem nach Jericho hinab, und fiel unter die Mörder; sie zogen ihn aus, und nachdem sie ihn geschlagen hatten, ließen sie ihn halb todt liegen, und gingen davon. Es trug3i sich aber zu, daß ein Priester dieselbe Straße hinab zog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Deßgleichen that auch ein Levit; da3a er an den Ort kam, und ihn sah, ging er vorüber. Ein Samaritan aber reisete, untM kam nahe zu ihm; und da er ihn sah, ward er aus Barmherzigkeit beweget, ging34 hinzu, goß Oehl uud Wein in seine Wunden, verband sie, setzte ihn auf sein Lastthier, führte ihn in die Herberge, und pflegte seiner. Des andern Tages zog er-^5 Evang. u. Epist. K r-6 Am dreyzehnten Sonntage zwey Groschen heraus, gab sie dem Wirthe, und sagte: Pflege seiner, und was du darüber aufwenden wirst, will ich dir, wenn 36ich zurück komme, wieder erstatten. Welcher unter diesen dreyen dünkt dich, dem, der unter die Mörder gerathen war, der 3 7 Nächste gewesen zu seyn? Er sprach: Der ihm Barmherzigkeit erwiesen hat; und Jesus sagte hierauf zu ihm: Geh hin, und thu deßgleichen. Am dreyzehnten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Gal. 3. V.»6—ss. ißALrüder! Nun sind die Verheißungen dem A» braham, und seinem Samen geschehen. Die Schrift sagt nicht: und den Samen, als von vielen, sondern nur von Einem, und seinem Samen, wel. »^cher Christus ist. Das sage ich aber: Der von Gott bestätigte Bund kann von dem Gesetze, welches erst vier hundert und dreyßig Jahre hernach ist gegeben worden, nicht aufgehoben, noch die Verheißung ver- zgnichtet werden. Denn wenn die Erbschaft aus dem Gesetze käme, so käme sie ja nicht aus der Verheißung: nun aber ha! Gott dieselbe dem Abraham durch die roVerheißung geschenket. Wozu denn das Gesetz? ES ^ist um der Übertretungen willen gegeben worden, bis der Sohn käme, dem die Verheißung gemacht wurde, und es wurde durch die Engel in der Hand 20hes Mittlers verordnet. Ein Mittler ist nun nicht Si eines einzigen Mittler; Gott aber ist einzig. Ist denn das Gesetz wider die Verheißungen Gottes? Das sey fern. Denn wenn ein Gesetz wäre gegeben worden, welches lebendig machen konnte, so käme K 2 nach Pfingsten. 147 die Gerechtigkeit wahrhaft aus dem Gesetze. DieSL Schrift aber hat alles unter die Sünde geschlos. sen, damit die Verheißung den Gläubigen aus dem Glauben Zesu Christi gegeben würde. Evangelium Luc. 17. v. 11—»9. j>n der Zeit, da der Herr Jesus nach»» ex) Jerusalem reisete, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in ei-ir nen Flecken hinein ging, begegneten ihm zehn ausjätzige Männer, welche von fern standen, mit lauter Stimme schrien und sprachen: Jesu, du Lehrmeister, erbar-»3 me dich unser. Und als er sie sah, sagte er: Gehet hin, zeiget euch den Priestern.»4 Und indem sie hingingen, wurden ste - rein. Einer aber aus ihnen, da er sah,»5 e daß er gereiniget war, kehrte wieder um, ^ lobte Gott mit lauter Stimme, fiel auf»6 ! das Angesicht zu seinen Füßen, und dank- r te ihm; und dieser war ein Samari- ' tan. Jesus aber redete ihn an, und 17 ' sagte: Sind nicht ihrer zehn aereiniget ' worden? wo sind denn die neun? Keiner»8 r ist gefunden worden, der wieder zurück r kehrete, und Gott die Ehre gäbe, als , dieser Fremdling. Und er sprach zu ihm:»g t Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir ° geholfen. l ? r-8 Am vierzehnten Sonntage Am vierzehnten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Gal. 5. V. i6—24. 16HL rüder! Wandelt im Geiste, so werdet ihr dieLn- ,^-0 sten des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch hat Begierden wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch; sie sind einander entgegen; da- ,ßher kommt es, daß ihr nicht alles thut, was ihr wollet. Werdet ihr nun durch den Geist gesnhret, istso seyd ihr nicht unter dem Gesetze. Die Werke des Fleisches aber sind offenbar, nähmlich: Hurerep, LOUnreinigkeit, Unzucht, Geilheit; Abgötterey, Zau- berep, Feindschaft, Zank, Neid, Zorn, Hader, Un. Sieinigkeit, Ketzerey; Mißgunst, Lodtschlag,^Lrun- kenheit, Schwelgerep und dergleichen; von wel- chen ich euch vorsage, wie ich euch schon zuvor ge- saget habe, daß jene, die solche Dinge thun, das S2Reich Gottes nicht erlangen werden? Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Ge- 2eiduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Langmuth, Sanft- muth, Glaube, Mäßigkeit, Keuschheit, Reinig. 24keit. Wider solche ist kein Gesetz. Welcke aber Christi sind, die haben ihr Fleisch' sammt den Lastern und bösen Lüsten gekreuziget. Evangelium Matth. 6. v. 24—33. 24j^n der Zeit sprach der Herr Jesus zu ser- «v) neu Jüngern: Niemand kann zweyen Herren dienen: denn er wird entweder den einm hassen, und den andern lieben, oder dem einen anhängen, und den andern verachten. Ihr könnet nickt Gott und den Reichthümern dienen. Darum sage icb euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen werdet, noch für euern Leib, womit ihr euch bekleiden sollet. Ist das Leben nicht mehr nach Pfingsten. i4y als die Speise, und der Leib nicht mehr, als die Kleidung? Sehet die Vogel unter dem2ü -Himmel an; sie säen nicht, sie ernten nicht, sammeln auch nicht in die Scheuern; und euer himmlischer Vater ernähret sie. Seyd ihr denn nicht weit mehr werth, als sie? Wer unter euch kann mit seinem Nachsin-27 nen seiner Länge eine Elle zusetzen? Und28 warum sorget ihr für die Kleidung? Betrachtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, und spinnen auch nicht. Doch sage ich euch, daß auch29 Salomon in aller seiner Herrlichkeit nicht wie eine von ihnen bekleidet war. WentM nun Gott das Gras auf dem Felde, welches heute steht, und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet; wie viel mehr wird er füreuch sorgen, ihr Kleingläubigen? Darunter sollet ihr nicht sorgfältig seyn, und sagen: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns bekleiden? Denn nach diesem allen trachten die^r Heiden. Euer Vater aber weiß, daß ihr alles dessen bedürfet. Deßwegen suchet zuerst^ das Reich Gottes, und seine Gerechtigkeit, so wird euch dieses alles auch gegeben werden. Am fünfzehnten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die<8alat.5. V. 25—26. u. 6. V. i—10. ALrnder! Wenn wir nun im Geiste leben, so lasset^ «v unS auch nach dem Geiste wandeln. Lasset unsirö »So Am fünfzehnten Sonntage der eiteln Ehre nicht nachstreben, noch einander reißen, und einander beneiden. *^- bste Bruder, wenn jemand unversehens in eine ^rathen ist, so unterrichtet ihr, die ihr Aeistlich scpd, einen solchen mit Sanftmuth; ein jeder sehe auf sich, daß er nicht auch versuchet -werde. Einer trage des andern Wurde, so wer. Zdet>hr das Gesetz Christi erfüllen. Denn wenn einer sich dünken läßt, etwas zu seyn, da er -doch nichts ,st, der verführet sich selbst. Ein je. der aber prüfe seinen Wandel, und also wird er seinen Ruhm m sich selbst, und nicht in einem an» Odern haben. Denn ein jeder wird seine eigene Last fragen. Wer aber mit dem Worte unterrichtet wird, der theile von allen seinen Gütern demjenigen mit, 7d-r,hn unterrichtet. Irret nicht: Gott läßt sich vn'cht verspotten. Denn was der Mensch säen wird, das wird er auch ernten: wer in s«nem Fleische säet, der wrrd von dem Fleische das Verderben ernten; wer aber ,n dem Geiste säet, der wird auch von dem VGeiste das ewige Leben ernten. Lasset uns also Gu- tes thun, und nicht aufhören; denn zu seiner Zeit »owerden wir ohne Aufhören ernten. Weil wir nun Zeit haben, so lasset uns jedermann Gutes thun, besonders aber den Glaubensgenossen. Evangelium Luc. 7. v. 11—»6. »' 5>n der Zeit ging der Herr Jesus in eine Stadt, welche Naim genannt wird, und scme Junger und viel Volks gingen mit ihm, »- Als er aber nahe an das Stadtthor kam, sieb, da trug man einen Todten heraus, der sei- uer Mutter einziger Sohn war. Sie war eme Witwe, und viel Volks aus der Stadt »oglng mit ihr. Da nun der Herr sie sah, ward er aus Mitleiden gegen sie beweget, >4und sagte zu ihr: Weine nicht. Und er I 9t nach Pfingsten trat hinzu, rührte den Sarg an(die Träger aber standen stllle), und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! Und deri5 Todte richtete stch auf, und fing an zu re- den; hierauf gab er ihn seiner Mutter. Es»6 ergriff ste aber alle eine Furcht, und sie priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesuchet. Am sechzehnten Sonntage nach Pfingsten. Epistel andre Epheser. 3. v. i3—-2l. «»rüder! Ich bitt« euch, ihr wollet wegen meiner^ z V Trübsale, die ich euretwegen leide, und die eure Ehre sind, den Muth nicht sinken lassen. Deßwegen biege ich meine Knie vor dem Aater un-,§ sers Herrn Jesu Christi, von welchem alle Geschlech-^ ter im Himmel und auf Erden herkommen, daß er euch nach den Reichthümern seiner Herrlichkeit ver-^H leihe durch seinen Geist an dem innerlichen Menschen mit Kraft gestärkt zu werden, damit Christus durchs den Glauben in euern Herzen wohne, und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet, mit allen Heiltgen z g die Breite, die Länge, die Höhe, und die Tiefe begreifen möget, und die Liebe Christi, die doch aue^ Erkenntniß übertrifft, verstehen könnet, auf daß,hr mit aller Fülle Gottes erfüllet werdet. Demselben aber, welcher nach seiner Macht, die in uns wir-zg ker, alles überschwänklicher thun kann, als wir begehren oder verstehen, demselben sep Ehre in derzz Kirche, und in Jesu Christo zu allen Zeiten von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. r5r Am sechzehnten Ssnnrag- nach Pfingsten. Evangelium Luc. 14. v. i—11. da der Herr Jesus an einem -A^odathe rn das Haus eines Obersten der Pharrjaer ging, um bey ihm zu speisen, ^gaben sie Acht auf thu; und steh, es war 3em wassersüchtiger Mensch vor ihm. Da M an zu reden, sagte zu den Schristgelehrten und Pharisäern: Ist es erlaubt, an dem Sabbathe gesund zu ma- 4chen. Sie schwiegen. Er aber nahm ihn, Smachte ihn gesund, und entließ ihn. Alsdann redete er, und sagte zu ihnen: Wer ist unter euch, dem sein Esel oder Ochs in einen Brunnen fällt, der ihn nicht sogleich c-E« Sabbathe heraus ziehen wird? Und ste konnten ihm darauf nicht antwor- ^ ss^r merkte, daß die geladenen Gäste dw ersten Sitze wähleten, trug er lbuen dieses Gleichniß vor, und sprach zu du zur Hochzeit geladen "Ä"^ letze dich nicht oben an/ damit mcht, wenn etwa ein Ansehnlicherer, als Fladen ist, derjenige, welcher dich ü."?^uZbladen hat, käme, und zu dir sprä- Ä-/^?blche diesem, und du alsdann mit Schande unten an sitzen müßtest; »sondern wenn du geladen wirst, so geh hm, und setze dich an den letzten Platz, oamlt, wenn der kommt, der dich geladen hat, zu dir spreche: Freund, rücke hinauf; ,^5"» wird es dir vor denen, welche mit izu'Mische sitzen, eine Ehre seyn. Denn, wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget Am stebenzchnten Sonntage nach Pfingsten.»53 und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am siebenzehnten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Epheser. 4. V. l—6. LVrrüder! Ich bitte euch nun, ich um des Herrni willen Gebundener, daß ihr nach euerm Berufe, welchen ihr empfangen habet, würdig wandelt in aller Demuth, Sanstmuth und Geduld,2 daß einer den andern liebreich überkrage, und sepdZ sorgfältig, die Eintracht der Gemüther durch das Band des Friedens zu erhalten. Seyd Ein Leib4 und Ein Geist, wie ihr auch zu Einer Hoffnung^ euers Berufes berufen seyd. Es ist nur Ein Herr,o Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater aller,6 der über alles, durch alles und in uns allen ist, der gebenedeyet ist in alle Ewigkeit. Amen. Evangelium Match. 22. v. 34—46. LHn der Zeit, da die Pharisäer hörten,34 daß Jesus den Sadducäern den Mund gestopfet hatte, kamen sie bey ihm zusammen, und einer aus ihnen, der ein Ge-35 setzverständiger war, fragte, um ihn zu versuchen, und sprach: Meister, welches36 ist das größte Geboth in dem Gesetze? Je-37 sus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Gemüthe lieben. Dieß ist das größte38 und vornehmste Geboth. Das andere aber3y ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten wie dich selbst lieben. In diesen zweyen4o Gebothen besteht das ganze Gesetz und die >54 Am achtzehnten Sonntage 4»Propheten. Da nun die Pharisäer versam- 42melt waren, fragte sie Jesus, und sprach. Was dünket euch von Christo, wessen Sohn ist er? Sie antworteten ihm: Davids. 4^Da sagte er zu ihnen: Wie nennet ihn denn David durch Eingebung des Geistes einen 44Herrn? da er spricht: Der Herr hat zu meinem Herrn gesaget: Setze dich zu meiner , Rechten, bis ich deine Feinde zu deinem »5Fußschämel mache. Wenn nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein 4vSohn? Und niemand konnte ihm eine Antwort geben, auch getraute sich von diesem Tage an niemand mehr, ihn zu fragen. Am achtzehnten Sonntage nach Pfingsten. r. Epistel an die Eorinther. i. V. 4—3. «»rüder! Ich danke meinem Gott allezeit für euch wegen der Gnade Gottes, die euch JesuS Ehrt. stuS erworben hat, daß ihr durch ihn in allen Din. 5gen, in allen Worten, und in aller Erkenntniß reich geworden sepd, wie Christi Zeugniß in euch ist ^bestätiget worden; dergestalt, daß es euch, die ihr 7auf die Offenbarung Jesu Christi wartet, an keiner Gnade mangelt, der euch auch bis zum Ende stär. 8ken wird, damit ihr an dem Lage der Ankunft u». fers Herrn Jesu Christi unsträflich sepd. Evangelium Matth. y. v.»—8. I L>n der Zeit trat der Herr Jesus in das Schlfflein, fuhr wieder zurück, und Lkam in seine Stadt; und steh, da brachten ,55 nach Pfingsten. sieünen Gichtbrüchigen zu ihm, der auf ei- nem Bette lag. Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zum Gichtbrüchigen: Sey getrost, mein Sohn, dir werdendeine Sun- den vergeben. Und sieh, einige von den» Schristgelehrten sprachen bey sich selbst: Dieser lästert Gott. Weil nun Jesus erkann-- te, was sie dachten, sprach er: Warum gedenket ihr Arges in euern Herzen? Was 2 ist leichter zu sagen: Dir werden deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh aufund geh? Damit ihr aber wisset, daß des Men- 0 schen Sohn auf Erden Macht bat, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Steh auf, nimm dein Bett und geh in dein Haus; und er stand alsogleich auf, und 7 ging in sein Haus. Da aber das Volk dieses» sah, fürchtete es sich und pries Gott, der den Menschen solche Macht gegeben hat. Am neunzehnte» Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Epheser. 4- v.»3—28. Ar rüder! Erneuert euch im Geiste eure- Gemü»- -O thes, und ziehet rrnen neuen Menschen an,2^ welcher nach Gottes Ebenbilde in der Gerechtigkeit»- und wahren Heiligkeit erschaffen ist. Darum leget, die Lügen ab, und rede ein jeder die Wahrheit mit»^ seinem Nächsten; denn wir sind Glieder unter ein», ander. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne»" über euerm Zorne nicht untergehen. Gebet dem Satan keinen Raum. Wer gestohlen hat, der stehle*« nicht wieder; sondern arbeite vielmehr, und wirk«»» »5 6 Am neunzehnten Sonntage nach Pfingsten. mit leinen Händen etwas Gutes, auf daß er habe, wovon er demjenigen, der Mangel leidet, etwas mittheilen könne. Evangelium Match. 22. v. i—14. i LHn der Zeit redete der Herr Jesus zu den hohen Priestern und Pharisäern in -Gleichnissen, und sprach: Das Himmelreich ist einem Könige gleich geworden, der seigrem Sohne Hochzeit hielt. Dieser sandte seine Knechte aus, die zur Hochzeit geladenen Gaste zu berufen, und sie wollten 4nicht kommen. Abermahls sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den geladenen Gästen: Sehet, ich habe mein Mittagmahl bereitet, meine Ochsen sammt dem Mastviehe sind geschlachtet, und alles ist bereitet, kommet zur Hochzeit. Sie aber achteten es nicht, sondern gingen hin, einer auf seinen Meierhof, der andere zu seinem Ge- 6werbe. Die Uebrigen aber ergriffen seine Knechte, beschimpften und tödteten sie. Ms aber der König dieses hörte, ward er zornig, sandte sein Kriegsherr aus, brachte die Mörder um, und zündete ihre Städ- 8te an. Darnach sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Geladenen waren derselben nicht würdig. Deßwegen gebet auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. loUnd seine Knechte gingen auf die Straßen hinaus, versammelten alle, die sie fanden, Böse und Gute; und der Hochzeit- «isaal wurde mit Gasten angefüllet. Der Kö- Am zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten. 167 nig aber ging hinein, die Gäste zu sehen, und er sah daselbst einen Menschen, der kein hochzeitliches Kleid angezogen hatte; und er sprach zu ihm: Freund, wie bist dürr ohne hochzeitliche Kleidung herein gekommen? Er aber verstummte. Da sprach der" König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß, wo Heulen und Zäbnklap- pern seyn wird; denn viele sind berufen,'4 wenige aber auserwählct. Am zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Epheser. 5. V. r5—2l. Oiebe Bruder! Sehet zu, daß ihr behuthsam wan-,5 delt, nicht wie die Thoren, sondern wie dieWei-,H sen; erkaufet die Zeit, denn die Tage sind böse. Darum werdet nicht unverständig, sondern erkennet, 7 den Willen Gottes; trinket euch nicht voll mitWei-,^j ne, in welchem Unkeuschheit ist, sondern werdet voll des heiligen Geistes. Redet unter euch von Psal-,y men, Lobgesangen und geistlichen Lieder»;, singet unv psalliret dem Herrn aus euern Herzen. SagetSV Gott und dem Vater allezeit Dank für alles im Nahmen unsers Herrn Jesu Christi, und seyd ein Li ander unterthänig in der Furcht des Herrn. Evangelium Ishannis. 4. V. 46—53. L^n der Zeit war ein Königlcin, dessen/^ vO Sohn zu Kapharnaum kränk lag. Da4? dieser hörete, daß Jesus aus dem Juden- »58 Am ein und zwanzigsten Sonntage lande in Galiläa gekommen war, ging er zu ihm und bath ihn, daß er hinab kommen und seinen Sohn gesund machen 48möchte; denn er war in Todesnöthen. Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. -9Das Königlein aber sprach zu ihm: Herr! Sokomm herab, ehe mein Sohn stirbt. Jesus sagte zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Worte, welches Jesus zu ibm geredet hatte, und ging hin. 5»Als er aber hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, und verkündigten ihm, daß sein 5»Sohn lebe. Da erforschte er von ihnen die Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden wäre, und sie sprachen zu ibm: Gestern um die siebente Stunde verließ SZihn das Fieber. Da erkannte der Vater, daß es eben dieselbe Stunde war, in welcher Jesus zu ihm gesaget hatte: Dein Sohn lebet; und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Am ein und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Epheser. 6. V.»o—17. toJ^rudrr! Stärket euch in den Herrn, und in sek. ,,<0 ner starken Macht. Ziehet alle Waffen GotteS an, auf daß ihr wider dir heimlichen Nachstellungen .gdes Teufels bestehen könnet. Denn wir haben nicht wider Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern wider Fürsten und Mächte, wider die Regenten der Welt, welche in dieser Finsterniß herrschen, wider die nach Pfingsten. i5y dosen Geister in der Luft: darum ergreifet allen Z Waffen Gottes, auf daß ihr an dem bösen Lage Widerstand thun, und in allem als Vollkommene bestehen könnet. So stehet nun, umgürtet eurer- Lenden mit der Wahrheit, und ziehet den Panzer der Gerechtigkeit an; verwahret eure Fuße mit»5 Schuhen, damit ihr bereit seyd, das Evangelium des Friedens auszubreiten. Vor allem aber ergrei-»6 fet den Schild des Glauben-, womit ihr alle feurige Pfeile deS schalkhaften Geiste- auslöschen könnet. Nehmet den Helm des Heil- und das Schwert des 17 Geistes, welche-das Wort GotteS ist. Evangelium Matth.»8. V. 2Z—35. 5>n der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- e>) neu Jüngern dieses Gleichniß: DassZ Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten Rechnung halten wollte. Und als er anfing zurechnen, wurde:hm2- einer vorgestellet, der ihm zehn tausend Pfund schuldig war. Als er aber nicht hatte, wo-sS von er solche bezahlen könnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib, seine Kinder und alles, was er harte, zu verkaufen, um bezahlt zu werden. Der Knecht aber fiel nie-26 der, bath ihn und sprach: Habe Geduld mir mir, ich will dir alles bezahlen. Da er-27 barmte sich der Herr über diesen Knecht, ließ ihn von sich, und ließ ihm auch die Schuld nach. Als aber dieser Knecht hinaus ging,28 fand er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Pfennige schuldig war; den packte er an, würgte ihn und sagte: Bezahle 160 Am zwey und zwanzigsten Sonntage' »Mir, was du schuldig bist. Da fiel dieser sein Mitknecht nieder, bath ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles Zohezahlen. Er aber wollte nicht,.sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, 3ibis er die Schuld bezahlete. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, und erzählten ihrem Herrn alles, was sich zugetragen Zshatte. Da forderte ihn sein Herr, und sagte zu ihm: Du schalkhafter Knecht.' ick habe dir die ganze Schuld nachgelassen, weil 33du mich darum gebethen hast; solltest du dich denn nicht auch über deinen Mitknecht erbarmet haben, wie ich mich über dich er- 3-barmet habe? Sein Herr erzürnte sich, und übergab ibn den Peinigern, bis er die ganze 35Schuld würde bezahlet haben. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, wenn nicht ein jeder aus euch seinem Bruder vom Grunde seines Herzens vergeben wird. Am zwey und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Philipper. i. v. 6—n. tzA^rüder! Ich habe das Vertrauen, daß, der in euch das gute Werk angefangen hat, solches auch bis auf den Tag Jesu Christi vollführen werde. Es ist billig, dieses alles von euch zu denken, in- ^dcm ich euch in meinem Herzen habe: und da ihr alle an meinen Banden, und in Vertheidigung und Bestätigung des Evangeliums Theil nähmet, so «ach Pfingsten. »6, sollet ihr auch an meiner Freude Theil nehmen. Denn8 Gott ist mein Zeuge, welch großes Verlangen ich in herzlicher Liebe Jesu Christi nach euch allen trage. Um dieses bethe ich, daß eure Liebe stet- mehr undy mehr in der Erkenntniß und in allem Verstände wachse, damit ihr prüfet, was das Beste sep, damit ihr aufrichtig, und ohne Aergerniß bis an den Lag Christi wandelt, und auf daß ihr mit der«, Frucht der Gerechtigkeit durch Jesum Christum zum Preise und Lobe Gottes erfüllet werdet. Evangelium Natth. rr. V.»5— 2t. LHn der Zeit gingen die Pharisäer hin, und, 5 «O hielten Rath, wie sie Jesum im Reden fingen. Daher sandten sie ihre Jiinger»6 sammt den Herodianern zu ihm, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaft bist, und den Weg Gottes in der Wahrheit lehrest: du fragest nach niemand; denn du siehst nicht auf die Person des Menschen. Sage uns also: Was meinst»? du, ist es erlaubt, dem Kaiser Zins zu geben, oder nicht? Da aber Jesus ihre»8 Schalkheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Zeiget mir 19 die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen. Da sprach Jesus zu ihnen:ro Wessen ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da2» sagte er zu ihnen: So gebet also dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Kenn in einem Zayre drey und zwanzig Sonntage nach Pfingsten find. so wird am drey und zwanzigsten Sonntage, al« an dem letzten nach Pfingsten folgende Epistel Evang. u. Epist. L i6r Am drey und zwanzigsten Sonntage Am drey und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten. Epistel an die Philipp. 3. v. 17 21 und 4. v. 1— 3. i Molg-t mir nach, liebe Bruder, und merket auf O die, welche also wandeln, wie ihr uns zum ,8Vorbilde habet. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesaget habe(jetzt aber sage ich es auch ,0^ senden Augen), daß sie Feinde des Kreuzes Christi sind, deren Ende die Verdammniß, deren Gott <.er Bauch ist, die sich in ihrer eigenen Schande ruh. AE".nach dem Irdischen trachten. Unser Wandel aber ist im Himmel, von bannen wir auch den L>etland, unsern Herrn Jesum Christum, erwarten: s r welcher unsern geringen Leib durch die Wirkung, wo. mit er auch alle Dinge sich unterwerfen kann, er- neuern'!'"d denselben der Klarheit seines Leibes gleichförmig machen wird. *-»^dw-gen, meine vielgeliebten und gewünschten Bruder, meine Freude und meine Krone, verharret Kalso m dem Herrn, ihr Allerliebsten. Die Evodias ersuche ich, und die Spntpche bitte ich, eines Sin- ^nes m den, Herrn zu sepn. Ich bitte auch dich, mein aufrichtige.-M.tgesell, leistet diesen Hülfe, welche mit mir in dem Cvangelio sammt dem Clemens und an» ^rn meinen Mitarbeitern, deren Nahmen in dem Buche des Lebens sind, gearbeitet haben. Evangelium Match. 9. v. 18— 26. Zeit, da der Herr Jesus zu den Sclmren des Volkes redete, sieh- da zu ihm, bethete ihn an, und sprach: Herr, meine Tochter ist eben - lle'l un? Spesen, sondern es wird die Er' >rel und da« Evangelium von dem vier und m-anriallen Sknnegge nach Pfingsten genommen.' ,8 nach Pfingsten. i63 jetzt gestorben; überkomm, und lege deine Hand auf ste, so wird sie leben. Und Je-»9 sus stand auf und ging nebst seinen Jüngern mrt ihm. Und steh, ein Weib, wel-»o ches zwölf Jahre den Blutgang hatte, trat rückwärts zu ihm, und berührte den Saum Anes Kleides. Denn ste sagte bey stch»» selbst: Wenn ich nur sein Kleid werde berühret haben, so werde ich gesund seyn. Jesus aber wendete stch um, und als erster» sah, sagte er: Sey getrost, meine Tochter, dem Glaube hat dir geholfen; und das Weib ward von derselben Stunde an gesund. Und^ als^esus in des Obersten Haus kam, die Flötenspieler und das lärmende Volk sah, er zu ihnen: Weichet zurück, denn^ ^„l^ädchen ist nicht todt, sondern es schläft nur; und ste verlachten ihn. Nach-»5 dem aber das Volk hinaus geschasset ward, ging er m die Kammer hinein, nahm es bey der Hand, und das Mädchen stand auf. Und dieses wurde sogleich in dem ganzen^ Lande kündbar. Wenn in einem Jahre mehr als-4 Sonntage nach Pfina. sten sind, so werden die Episteln und Evangelien der nach heil. drey Könige übrig gebliebenen Sonntage in folgender Ordnung nachgehoblet, nähmlich: Sind 25 Sonntage nach Pstngsten, so wird am 24. Sonn- tage die Epistel und da« Evangelium aus dem 6 Sonn- tage nach heil. drey Könige gelesen(S. 20). Sind 26 Sonntage nach Pfingsten, so wird am 24. Sonn» tage die Epistel und das Evangelium aus dem 5. Sonn» tage nach heil. drey Könige(S. 2s.) und am 25. Sonn. tage die Epistel»nd das Evangelium aus dem ü. Sonn. tage nach heil. drey Könige gelesen.(S. zo.) L 2 ,6- Am vier und zwanzigsten Ssnntage Am Vier und zwanzigsten und letzten Sonntage nach Pfingsten. °B' Epistel an die Loloff. i. v. 9-- 14. prüder! Wir hören nicht auf, für euch zu bethen, ) und zu bitten, daß ihr mit der Erkenntniß sei. nes Willens, mit aller Weisheit und geistlichen Ver- stände erfüllet werdet, auf daß ihr würdig man- delt, Gott in allen Dingen wohl gefallet, in allen ,, guten Werken fruchtbar seyd, und in der Erkennt- niß Gottes wachset; wie auch damit ihr durch die , yMachl seiner Herrlichkeit in aller Geduld und Lang. muth mit Freude gestärket werdet, und ihr Gott, dem Vater, Dank saget, der uns durch das Licht zu ,Zdem Erbtheile der Heiligen, tauglich gemachet hat, welcher uns von der Macht der Finsternisse errettet; .und in das Reich seines vielgeliebten Sohnes ver. ^setzet hat, in welchem wir durch sein Blut die Erlö- sung und Vergebung der Sünden haben. Evangelium Matt-. 24. v. i5— 35. der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- ungern s Wenn ihr nun sehen i5 nen ^n werdet, daß der Gräuel der Verwüstung, Sind 27 Sonntage nach Pfingsten, so wird am 24 Sonntage die Epistel und das Evangelium au« dem 4 Sonntage nach heil. drey Könige(S.2F.), am fünfund Nvanzlgsten die Epistel und das Evangelium aus dem« nach heil. drey Könige(S. 29.), am 26. die Epistel und das Evangelium gelesen.(S. zo) Sind 28 Sonntage nach Pfingsten, so wird am 24. Sonntage die Epistel und das Evangelium au« dem 2. Sonntage nach h. drey Könige gelesen.(S. 26.) Am letzten Sonntage nach Pfingsten wird alle Mahl die und das Evangelium gelesen, welche« hier auf den 24. Sonntag gesetzet ist. nach Pfingsten. ,65 wovon der Prophet Daniel geweissaget hat, in dem heiligen Orte sey(Wer dieses liefet, der verstehe es wohl); alsdann sollen 16 die, welche in dem Juden-Lande sind, auf die Berge fliehen; und wer auf dem Dache ist, 17 der steige nicht herab, etwas aus seinem Hause zu hohlen; und wer auf dem Feldeill ist, der kehre nicht zurück, seinen Rock zu hohlen. Wehe aber den Schwängern undi9 Säugenden zu derselben Zeit! Bittet aber,20 daß eure Flucht nicht im Winter, oder am Sabbathe geschehe; denn es wird alsdann? i eine große Trübsal seyn, dergleichen vom Anfange der Welt bis auf diese Zeit nicht gewesen ist, und hinfort auch nicht seyn wird. Und wenn dieselben Tage nickt wä-?? ren abgekürzet worden, so würde kein Mensch selig werden; allein um der Auserwählten willen werden dieselben Tage abgekürzet werden. Wenn alsdann jemand zu euch sa-?3 gen wird: Sehet, hier ist Christus, oder dort ist er, so glaubet es nickt; denn es?4 werden falsche Christus, und falsche Propheten auferstehen, die große Zeichen und Wunder thun, also, daß auch die Auserwählten, wenn es möglich wäre, in Irrthum geführet würden. Sehet, ich habees?5 euch vorgesaget; darum wenn sie zu euch»6 sagen werden: Sehet er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; sehet, er ist in dem Innersten des Hauses, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz vom Aufgange?? ausführt, und bis zum Niedergänge keuchtet: ,66 Am Listen Sonntage nach pfingst. also wird auch die Ankunft des Menschen rSSohnes seyn. Wo der todte Körper seyn wird, da werden sich auch die Adler versammeln. Bald aber nach der Trübsal derselben Tage wird die Sonne verfinstert werden, der Mond wird nicht mehr scheinen, die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden Zoerschüttert werden, und alsdann wird das Zechen des Menschen Sohnes am Himmel erscheinen: alsdann werden alle Geschlechter auf Erden heulen, und des Menschen Sohn m den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit kommen se- 3,hen. Und er wird seine Engel mit der Posaune und mit großem Schalle senden; diese werden seine Auserwählten von den vier Weltgegenden, und von einem Ende des Himmels bis zu dem andern versammeln, lernet aber an dem Feigenbäume einGleich- sein Zweig schon zart wird, und die Blätter hervor gewachsen find, da 33wlsset ihr, daß der Sommer nahe ist. Also auch, wenn ihr dieses alles sehen wer- jd wisset, daß es nahe vor der Thür 3-lst. Wahrlich sage ich euch, dieß Geschleckt wird"A vergehen, bis dieses alles ae- Zchchieht. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen. 167 An den Festtagen besonderer Heiligen. Am Festtage des heiligen Apostels Andreas. Epistel, an die Röm. 10. v. 10— 18. HL rüder! Durch den Glauben des Herzens gelang o get man zur Gerechtigkeit; das Bekenntniß mit dem Munde aber gereichet zur Seligkeit, indem die Schrift saget: Wer an ihn glaubet, der wird nicht** zu Schanden werden; denn es ist zwischen Juden und Griechen kein Unterschied, weitste alle nur Ei-" neu Herrn haben, der allen, die ihn anrufen, reichlich gibt. Ein jeder, der den Nahmen des HerrniZ anrufen wird, der wird selig werden. Wie sollen sie,< aber denjenigen anrufen, an den sie nicht glauben? oder wie sollen sie an denjenigen glauben, von welchem sie nichts gehöret haben? wie sollen sie aber von ihm etwas hören ohne Prediger? Wie solleniä sie ihnen aber predigen, wenn sie nicht gesandt wer- den? Wie geschrieben steht: Wie schön sind die Füße derjenigen, die den Frieden verkündigen, und derer, welche Gutes ankündigen? Allein es sind nicht aller6 dem Evangelio gehorsam; denn Jsaias sagt: Herr! wer hat unsern Worten geglaubet? Also ist der 17 Glaube^aus dem Gehör«, das Gehör aber durch das Wort Christi. Ich frage aber: Haben sie es»8 nicht gehöret? Es ist ja ihre Stimme in allen Ländern, und ihr Wort bis an daS Ende der Welt erschollen. Evangelium Matth. 4. v. 18—- 22. L>n der Heit, als der Herr Jesus an dem»8 er Herr hat mich im Anfange feiner Wege b«. , ehe er von Anbeginn etwas machte. 2-r^ch bin von Ewigkeit eingesetzt worden, vom An. 2-fange, ehe die Erde gemacht wurde. Die Abgründe ' da ich schon empfangen war, die waren noch nicht hervor gebrochen: ^d,e schwere Last der Berge war noch nicht eingefen. Hügeln ward ich geboren. Er hatte und die Strome noch nicht gemacher. 28dre Erde noch nicht gegründet. Ich war dabey, da ," H'mmel bereitete, und den Abgründen ihr« LyGranzen und ihren Umkreis bestimmte; da er die Luft rn der H^he befestigte, und die Wafferbrunnen -^oabwog; da er das Meer mit feinen Schranken um. gab, und den Wassern Gränzen setzte, die fle nicht überschreiten sollten; da er den Erdboden gründet Am Aesttage der unbefl. Empfckns. Mar. ,6y da war ich bep ihm. und richtete alles ordentlich «in; rch ergeht-mich täglich, und spielte stets vvrZ, chm. Ich sptrlte auf dem Erdboden, und meine^ Freude war, bey den Menschenkindern zu seyn. Dar.^2 um höret mich letzt an, meine Kinder: Selig sind,33 die meine Wege bewahren. Höret den UnterrichtZL und verwerfet ihn nicht. Selig M^^ch' der mich anhöret, täglich vor mei- ner Thür wachet, und bep den Pfosten meiner Thür auf nnch wartet. Wer mich findet, der wird das35 «eben finden, und von dem Herrn Heil erlangen. Evangelium Match. i. V. i— i6. «x>as Stammbuch Jesu Christi, des» ^ Sohns Davids, des Sohns Abrahams. Abraham zeugte den Jsaac, Jsaac zeugte» den Jacob, Jacob zeugte den Judas und feine Bruder. Judas zeugte den Phares3 und Zara mtt der Thamar, Phares zeugte den Esron, Esron zeugte den Aram, Aram zeugte den Aminadab, Aminadab4 zeugte den Naaffon, Naaffon zeugte den Salmon. Salmon zeugte den Booz mitL der Rahab, Booz zeugte den Obed mit der Ruth, und Obed zeugte den Jesse, Jesse aber zeugte David, denKönig. David,6 der König, zeugte Salomon mit der Witwe ^s Urras. Salomon zeugte denRoboam, 7 Roboam zeugte den Abias, Abias zeugte den Asa. Asa zeugte den Josaphat, Jo«8 laphat zeugte den Joram, Joram zeugte den Ozras, Ozias zeugte den Joatham.Ä Joatham zeugte den Achaz, Achaz zeugte 170 Am Tage der h. Apostels Thomas« .odenEzechias. Ezechias zeugte denManasse,' Manaffe zeugte den Amon, Amon zeug- ,ite den Jostas. Jostas zeugte den Jecho- mas und seine Bruder um die^eit des ,-Auszuges nach Babylon. Und nach dem Auszuge nach Babylon zeugte Jechonias den Salathiel, Salathiel aber zeugte den '^Zorobabel. Zorobabel zeugte den Ablud, Abmd zeugte den Eliacim, Eliacim zeugte ,4den Azor. Azor zeugte den Sadoc, Sa- doc zeugte den Achim, Achim zeugte den lSElmd. Eliud zeugte den Eleazar, Elea- zar zeugte den Mathan, Mathan zeug- ,6te den Jacob. Jacob aber zeugte Joseph, den Mann der Maria, von welcher Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird. Am Tage des heiligen Apostels Thomas. Epistel an die Ephes. 2. v. 19— 22. I9?ttrüder! Ihr seyd nun nicht mehr Gäste und ^ Fremdlinge, sondern ihr seyd Mitbürger der zypeiUgen, und Hausgenossen Gottes. Ihr seyd auf der Grundfeste der Apostel und Propheten erbauet, wovon Christus Jesus selbst der vornehmste Eckstein ist, auf welchem das ganze Gebäude aufgeführet zu einem heiligen Tempel in dem Herrn wachst; auf ihm werdet auch ihr zu einer Woh. ilung Gottes durch den heiligen Geist gebauet. n N st h § F l'i! ft T ft! st. T dt re C gl zu sa T di Am Tage der h. Hab.«. Sebast. 17, Evangelium Ioh. 20. v. 24— 29. Länder Zeit war Thomas, einer von den24 «v) Zwölfen, der Zwilling genannt wird, nicht bey ihnen, als Jesus kam. Daher25 Machen die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sagte zu ihnen: Wenn ich nicht die Mahle der Nagel m seinen Handen sehe, und meine Fmger in die Wunden der Nagel, und meine Hand in seine offene Seite lege, so glaube ich es nicht. Und nach acht Taaen wareN2ö seine Jünger abermahls an dem L)rte, und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus bey verschlossenen Thüren, trat mitten unter sie, und sprach: Der Friede sey mit euch Darnach sagte er zu dem Thomas: Reiche^ deine Finger her, und siehe meine Hände, reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sey nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete, und spracht zu ihm: Mein Herr und mein Gott.' Jesus-ry jagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so hast du geglaubet: selig sind, die nicht gesehen, und doch geglaubet haben. Am Tage der heiligen Fabianus und Sebaffianus. Epistel an die Zebr. 11. v. 33— Ay. prüder! Die Heiligen eroberten durch den Gkau-z, ^ den Königreiche, übten Gerechtigkeit, erlang- ren dle Verheißungen, verstopften die Rachen der 172 Am Tage-er h. 5ak>. und Sebast. Z^Löwen, löschten des Feuers Kraft aus, entgin- gen der Schärfe des Schwertes, genasen von der Schwachheit, wurden stark in dem Streite, und trie- ZZben die Heerlager der Fremden in die Flucht. Die Weiber bekamen ihre Todten durch die Auferstehung wieder; andere aber wurden gequälet, und nahmen die Erlösung nicht an, damit sie eine bessere Aufer- ^vstehung fänden. Andere hielten Spott und Strei- Z^che, Bande und Gefängnisse aus; sie wurden gesteiniget, zerhauen, versuchet, und mit dem Schwerte getödtet; sie gingen in Schafshäuten und Ziegenfellen dürftig, beängstiget und geplagt her- Zzan. Andere, deren die Welt nicht würdig war, hielten sich hin und wieder in Wüsten, auf den Ber- Zygen, in den Höhlen und Klüften der Erde auf. Diese alle sind durch das Zeugniß des Glaubens bewähret worden in Christo Zesu, unserm Herrn. Evangelium Luc. 6. v. 17--- 23. »7t>n der Zeit ging der Herr Jesus vom Berge herab, und stand in dem flachen Felde, die Schar seiner Jünger mit ihm« und eine große Menge des gemeinen Volkes aus dem ganzen Juden-Lande, von Jerusalem, aus der Gegend am Meere, von Ty- ,8rus und Sydon, welche gekommen waren, damit sie ihn höreten, und von ihren Krankheiten gesund würden; und denen, die von den unreinen Geistern geplaget wurden, ward geholfen. Und alles Volk suchte ihn anzurühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, und machte sie alle rogesund. Und er hob die Augen über seine Jünger auf, und sprach: Selig seyd ihr Am Paul! Verehrungstage.»7Z Armen; denn euer ist das Reich Gottes. Selig seyd ihr, die ihr jetzt Hunger leidet;»» denn ihr werdet gesattiget werden. Selig seyd ihr, die ihr jetzt weinet; denn ihr werdet lachen. Selig seyd ihr, wenn euch»» die Menschen hassen, von sich absondern, schmähen, und euern Nahmen wegen des Menschen Sohnes wie ein Uebel verwerfen. Freuet euch an demselben Tage, und»3 frohlocket: sehet, euer Lohn ist groß in dem Himmel. An dem Bekehrungstage des heiligen Apostels Paulus. LectLon a. d. Ap»stelgesch. 9. v. r— sr. den Tagen ging Saulus, der noch immer den» Jüngern des Herrn drohete, und nach ihrem Blute lechzete, zu dem hohen Priester, und bath» ihn um Briefe nach Damascus an die Synagogen, damit, wenn er etliche so wohl Männer als Wei. der fände, die dieser Lehre zugethan wären, er dieselben gefangen nach Jerusalem führcte. Als er3 nun auf der Reise begriffen war, begab es sich, daß er nahe an Damascus kam. Da umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Er fiel auf- die Erde, und hörte eine Stimme, welche zu ihm sprach: Saulus! Saulus! warum verfolgest du mich? Er sprach: Herr, wer bist du? Und dex Herrä sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgest; es ist dir schwer, wider den Stachel auszuschlagen. Da6 sprach er mit Zittern und Schrecken: Herr, waS willst du, daß ich thun soll? Der Herr sagte z»7 ihm: Steh auf, und geh in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer *74 Am paulr Bekehrungstase. aber, welche mir ihm reiferen, standen in heftiger Erstaunung da; sie hörten zwar die Stimme, sahen 8aber niemand. Saulus stand von der Erde auf. "?d aufthat, sah er nichts. Sie aber nahmen ihn bey der Hand, und führten ihn ygegen DamascuS. Daselbst war er drep Lage lang, *0°^^ sehen, zu essen und zu trinken. Es war nias.E'"^'"6er zu DamascuS mit Nahmen Ana. nias, zu demselben sprach der Herr in einer Er. scheinung: Ananias! Er antwortete: Herr! sieh, 'au/ a!b i?'di^ der Herr sagte zu ihm: Steh auf, geh ,n die so genannte gerade Gasse, und fraae .olü/v^n^/7's"^"^Einem mit Nahmen Sau. "ü/ee- in?" bethet.(Saulus m/n An««; s" Erscheinung einen Mann mit Nah. men Ananias zu ihm hinein kommen, und die Hau. de auf ihn legen gesehen, damit er sein Gesicht ich^"anias"b-r antwortete: V wie^- von d-es-m Manne vernommen^ «Laetban b^ s:"deinen Heiligen zu Jerusalem I-gethan hat. So hat er auch die Macht von den ru Asseln, welche deinen Nah. iSmen anrufen. Der Herr aber sprach zu ihm- Geb hm. d.nn di-k ist Lr.in d.« ich ""MM Nahmen unter den Heiden, ^?"d Konigen, und den Kindern von Israel ausru. ^br-tten; den„ ich will ihm zeigen, w/e vi l er L ^meines Nahmens willen leiden müsse. Da ging Ananias hin, kam in das Haus, leote ihn? die Hände auf, und sprach: Saulus, lieber Bruder, der Herr Jesus, der dir auf dem Wege, auf wel- chem du kämest, erschienen ist, hat mich zu dir qe- va" ,du sahest, und mit dem Heiligen Gn- Erdest. Sogleich fielen wie Schuppen von seinen Augen, und er bekam sein Gesicht wie- al-'dann stand er auf, ward getaufet, und »nüeder^^ ssch genommen hatte, kam wieder zu Kräften, und hielt sich etliche Lage Am Paul: Bekehrungstaye., 70 bey den Jüngern auf, welche zu Damascus waren. Er predigte immerdar Jesum in den Synagogen.20 daß dieser der Sohn Gottes wäre. Es erstaunten^ aber b>e^ Ho"en und sprachen: Ist dieser^* nicht eben derjenige, welcher zu Jerusalem die verfol. gete. welche diesen Nahmen anriefen, der auch deß- wegen hierher, gekommen ist, damit er sie gebunden zu den hohen Priestern führet-? Saulus aber nahm»» immer mehr an Kräften zu, und machte die Juden. welche zu Damascus wohnten, zu Schanden. in! dem er bewies, daß dieser Christus wäre. Evangelium Match. 19. v. 27— 29. LHrr der Zeit sprach Petrus zu dem Herrn27 -v) Jesu: Sieh, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolgt, wie wird es uns denn vewolren werden? Jesus aber sagte zu28 ihnen: Wahrlich sage ich euch, daß ihr, die ,hr mir nachgefolgt seyd, in der Wiedergeburt, wenn des Menschen Sohn auf dem Stuhle seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch a"f Zwölf Stühlen sitzen, und die zwölf Geschlechter Israels richten werdet. Und em jeder, der sein Haus, seinen Bru-Zy der oder Schwester, Vater oder Mm- tkr, Weib, Kinder oder Aecker um meines Nahmens willen verläßt, der wird es hundertfältig wieder bekommen, und das ewige Leben besitzen. 176 Am Zesttage. Am Festtage der Reinigung der sei. Jungfrau Maria. Lection a. d. Malach. 3. v. 1— 4. ,F>ieß sagte Gott der Herr: Sich, ich sende mei. ^ nen Engel, der wird den Weg vor mir be. retten; der Herrscher, den ihr suchet, und der En. gel des Bundes, den ihr begehret, wird alsbald zu seinem Tempel kommen. Sieh, er kommt, zspricht der Herr der Heerscharen. Wer wird aber den Tag seiner Ankunft mit Gedanken erreichen, und wer wird ihn anschauen können? Denn er wird wie ein schmelzendes Feuer, und wie daS -^Krallt der Walker sepn. Er wird sich setzen zu schmelzen, und das Silber zu reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen, und sie wie Gold und Silber läutern, und sie werden dem Herrn ein 4Apser in Gerechtigkeit opfern. Und das Opfer von Zuda und Jerusalem wird dem Herrn wie in den vorigen Zeiten, und in den vergangenen Jahren Wohlgefallen. Evangelium Luc. 2. v. 22— 82. der Zeit, als die Tage der Reinigung «O Mariä nach dem Gesetze des Moyses erfüllet waren, brachten sie Jesum nach Jerusalem, damit sie ihn dem Herrn darstelle- »3ten: wie in dem Gesetze des Herrn geschrieben steht, daß ein jedes Knäblein, welches zuerst geboren wird, dem Herrn heilig ge- »-nannt werden soll; und damit sie das Opfer gäben, wie in dem Gesetze des Herrn befoh- r5fen wird, nähmlich ein Paar Turteltauben oder zwey junge Tauben. Und sieh, es war Marick Reinigung. ——-» 177 ein Mensch zu Jerusalem, mit Nahmen Si- ^>klbe Mensch war gerecht undgot- tesfurchtlg, wartete auf den Trost Israels und der heilige Geist war in ihm. Und esz6 war ihm von dem heiligen Geiste geosfenbaret worden, daß er nicht sterben werde, er habe denn zuvor den Gesalbten des Herrn aese- hen: und er kam aus Antriebe des Gei-27 Ib^npel. Als nun die Ältern^ um Z'su m den Tempel brachten, um alles nach Anordnung des Gesetzes für E^ da nahm er es auf seines ^ Gott und sprach: Herr, nunsa lassest du deinen Diener, wie du gesaget hast,^ ^Fneden fahren; denn meine Augen ha-3o v^s^n Heiland gesehen, welchen du allenz, klugen gestellet hast, als einz- Licht zur Erleuchtung der Heiden, und als eine Zierde deines Volkes Israel. Am Tage des heiligen Apostels Mathias. Lectisn aus der Apostelgeschichte, i.v. ,5—26. Tagen stand Petrus mitten unter, 5 den Lrudern aus, und sprach fes waren unae. ssyr hundert und zwanzig Menschen versammelt).- Ihr Männer und Bruder, es muß die Schrift er-,6 füllet werden, welche der heilige Geist durch den von Judas vorgesaget hat, der ein war, welche Jesum gefangen hatten, der auch aus unserer Anzahl war -men Theil dieses Amtes erhalten hatte. Dieser!« hat zwar durch unrechtmäßigen Lohn ein Stuck Evang. U. Eplst. M z 7 8 Am Tage des h. Apostels Mathias» Feld erlanget, er hat sich aber erhenket, ist mit» ten entzwey geborsten, und sein ganzes Eingewei- lyde hat sich ausgeschüttet. Und dieß ist allen, die zu Jerusalem wohnen, kund geworden, also, daß derselbe Acker in ihrer Sprache Haceldama, das 20jst der Blutacker, genannt wird. Denn es steht in dem Buche der Psalmen geschrieben: Ihre Wohn- statte soll wüste werden, und niemand soll darin wohnen; sein Bisthum soll ein anderer empfan- Ligen. Deßwegen muß einer von diesen Männern, welche die ganze Zeit, in welcher der Herr Jesus unter uns wandelte, mit uns versammelt gewesen 22waren, von der Lause des Johannes an bis auf den Tag, an welchem er von uns ist ausgenommen worden, von diesen Männern, sage ich, muß einer s3mit uns Zeuge seiner Auserstehung werden. Und sie sielleten zwey vor, den Joseph, der Darsabas genannt wurde, mit dem Zunahmen, der Gerechte, 24und den Mathias. Sie betheten, und sprachen: Herr, der du aller Menschen Herzen erkennest, zeige uns, welchen du aus diesen zweyen erwählet hast, südaß einer in die Stelle dieses Dienstes und Apostel- amtes trete, davon Judas abgefallen ist, damit er 20gn seinen Drt hinginge. Und sie warfen das Loos über beyde, und es fiel aus den Mathias; er wurde also den eilf Aposteln zugezählet. Evangelium Matth. r i. V. r5-—3o. der Zeit antwortete Jesus, und sprach: Ich preise dich, Vater, du Herr Himmels und der Erde, daß du diese Geheimnisse den Weisen und Klugen verborgen, und sie den söKleinen geoffenbart hast. Ja, Vater.' »7also hat es dir gefallen. Alle Dinge sind mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand kennet den Sohn, als der Vater; niemand kennet auch den Vater, des hell. Joseph, i als der Sohn, und wem es der Sohn of-28 fenbaren will. Kommet alle zu mir, die ihr arbeitet und beladen seyd, und ich willso euch erquicken. Nehmet mein Joch auf euch, und lernet von mir, daß ich sanft- miithlg, und vorn Herzen demüthig sey, und also werdet ihr Ruhe für eure Seelen3o finden; denn mein Joch ist süß, und meine Lurde ist leicht. Am Tag- d-S heil. Josephs, Nährva- Lers Jesu Lhriftj. Lectkon aus dem Sirach. 45. v. 1—6. rst Gott und den Menschen lieb qewesen.r und sein Andenken ist im Segen. Ex hat ihn2 gleich den Herligen geehret und groß gemachet, also, daß ihn die Feinde gefürchtet haben, er hat auch auf sein Gebeth die ungeheuern Plagen gestillet. Vor demZ Angesichte der Könige hat er ihn verherrlichet, er hat ihm Befehle für sein Volk gegeben, und ihm seine Herrlichkeit gezeiget. Wegen seiner Treue undä Sanftmutb hat er ihn geheiliget, und ihn aus allem Fleische erwählet. Denn er hat ihn und seine5 Stimme erhöret, und in die Wolken gefnhret. Da6 hat er ihm gegenwärtig die Gebothe, das Gesetz des Lebens und die Wissenschaft gegeben. Evangelium Matth. i. v. r8—21. «Nachdem Maria, die Mutter Jesu, dem,8 Joseph vermählet ward, wurde sie, ehe ste zusammen kamen, durch die Wirkung des heiligen Geistes schwanger befunden. Josephi» über, ihr Mann, wollte ste, weiter gerecht M 2 180 Am Festtage Mariä Verkündigung. war, nicht verschreyen, sondern in geheim »oentlaffen. Als er nun solches dachte, steh, da erschien ihm der Engel des Herrn im Schlafe, und sprach: Joseph, du Sohn Davids, trage kein Bedenken, Mariam, dein Eheweib, zu dir zu nehmen; denn was in ihr erzeuget ist, das kommt von dem heiligen »»Geiste her. Sie wird einen Sohn gebären, den sollst du Jesus nennen; denn er wird sein Volk von ihren Sünden befreyen. Am Festtage der Verkündigung der sel. Jungfrau Maria. Lectisn aus dem Isaias. 7. V. 10—»5. r ol^n den Lagen redete der Herr zum Achaz, und »»«>) sprach: Begehre dir ein Zeichen von dem Herrn, deinem Gott; es sey unten in dem Abgrunde der »»Hölle, oder oben in der Höhe. Und Achaz sprach: ^Jch will es nicht begehren und den Herrn nicht »^versuchen. Da sagte Isaias: Mohtan, so höret, rhr vom Hause Davids: Ist es euch nicht genug, den Menschen nberlästig zu seyn, daß ihr auch mei. »4nem Gort überlästig seyd? Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Sehet, eine Jungfrau ^wird empfangen und einen Sohn gebären'; er »Swird Emmanuel genannt werden. Er wird Butter und Honig essen, damit er das Böse zu verwerfen, und das Gute zu erwählen wisse. Evangelium Luc. 1. v. 26—38. 265^1, der Zeit sandte Gott den Engel Ga- briel m die Stadt Nazaret in Gal- Am Zesttage Mari«! Verkün-lAuNA,-, 8l laa zu eine^Jüngsrau, die einem Mannes7 Nahmens Joseph, aus dem Hause Davids vermahlet war, und die Jungfrau hieß Ma- .^^r^^bl ging zu ihr hinein, und28 sprach: Sey gegrüßt du Gnadenvolle, der Herr ist mit dir; du bist die Gebenedeyte ^n^Weibern. Da sie dieses hörte.29 er,chrack ste über seine Rede, und dachte, was dieß für ein Gruß wäre. Alsdannt Arack der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht Maria; denn du hast bey Gott Gnade gesunden. Sieb, du wirst in deinem Leibet empfangen, und einen Sohn gebaren; du sollst ihm den Nahmen Jesus geben. Die-3s ser wird groß seyn, und ein Sohn des Allerhöchsten genannt werden; Gott, der Herr wrrd ihm den Thron seines Vaters Davids geben, er wird über das Haus Jacobs ewig herrschen, und seines Reiches wird keint Eude seyn. Maria aber sprach zu dem En-34 gel: Lle soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortetet und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Gottes Sohn genannt werden. Und steh, Elisabeth, deine Ver-36 wandte, bat selbst einen Sohn in ihrem Alter empfangen, ste, welche die Unfruchtbare genannt wird, ist im sechsten Monathe schwanger; denn Gott ist nichts unmögK? 182 Am Tage des heiligen Marcus, 38lich. Maria aber sprach: Sieh, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte. Am Festtage des heiligen Georgius. Die Epistel wie am Tage eines Märterers. 2te Leclion. Das Evangelium auch wie am Tage eines Marie» rers. Johann. V. 1—7. Sieh Seite szo. Am Tage des heiligen Marcus, des Evangelisten. Lection aus dem Ezechiel. s.v. ro—i-. ioA>ie Gestalt des Angesichts der vier Thiere war eines Menschen Gesicht, und alle vier hatten zur rechten Seiten eines Löwen Angesicht, alle vier zur linken Seite eines Ochsen Angesicht, und alle 11 vier obenher eines Adlers Angesicht. Ihre Gesichter und Flügel aber waren oben über sie ausge» strecket, daß sich eines jeden zwey Flügel zusammen 1 sfügeten, und zwey Flügel ihre Leiber bedeckten. Und ein jedes Thier ging stracks vor sich hin, wo es die Gewalt des Geistes hin trieb, und sie kehrten ,Znicht zurück, wenn sie fort gingen. Und die Gestalt der Thiere war wie glühende Kohlen im Feuer an» zusehen, und gleich als wenn man brennende Fackeln ansähe. Mitten unter diesen Thieren sah man Feuerflammen herum fliegen, und Blitze heraus bre- i/jchen. Und die Thiere gingen, und wandten sich wie ein leuchtender Blitz. Evangelium Luc. 10. V. i—9. iL^n der Zeit verordnete der Herr noch ^ zwey und siebzig andere, und sandte des Evangelisten. i83 sie zwey und zwey vor sich her in alle Städte und Örter, wo er selbst hin kommen wollte. Und er sprach zu ihnen: Die Ern-r te ist zwar groß, der Arbeiter aber sind wenige; darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter zu seiner Ernte ausschicke. Gehet hin, sehet, ich sende euch, wie Läm-3 mer unter die Wölfe. Ihr sottet weder- Beutel, noch Tasche, noch Schuhe tragen, und niemanden auf dem Wege grüßen. Inü was immer für ein Haus ihr gehet, saget zuerst: Friede sey diesem Hause. UndS wenn daselbst ein Kind des Friedens seyn wird, so wird euer Friede auf demselben ruhen; wo aber nicht, so wird euer Friede wieder zu euch kehren. Bleibet aber in? demselben Hause, esset und trinket, was sie haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes werth. Gehet nicht aus einem Hause in das andere. Und in welche Stadt ihr8 gehen werdet, und man euch aufnimmt, da esset, was euch vorgesetzet wird. Ma-y chet die Kranken, welche darin sind, gesund, und saget zu ihnen: Das Reich Gottes ist euch nahe gekommen. —>"«»>>» Am Tage der heiligen Apostel Phi- lippi und Jacobi. Lectionaus dem Buche der Weisheit. 5.V. i—5. <2^ie Gerechten werden mit großer Herzhafligkcir« sich wider diejenigen hervor thun, von denen *,84 Am Tage der heil. Apostel ^^^^gstigetund ihrer ArbH^Hblü^s. sLUKL"'u» daß bL u»d",LLL"!-- ZSeligkeit zu Lherl geworden ist. Da wird es sie reuen «n den L^^^bkhres Gemüthes mit Senf.' zen bey sich selbst sagen: Diese sind es, die wir vor Zeiten verlachet, und mit schimpflichen Reden ver. -spottet haben. Wir Unbesonnene hielten ihr Leben 5fur Unsinn, und ihr Ende ohne Ehre. Sehet wtt sie nunmehr unter die Kinder Gottes sind aereckn t worden, und ihren Antheil mit den Heiligen An Evangelium Johann. 14. v., ,Z. Kit sprach der Herr Jesus zu sei- As."bn^ungern: Euer Herz soll nicht be- 2/,^,^/^brden. Glaubet ihr an Gott, so ZL.^"2- 2» ni-m-s Vateis vK Wohnungen: wenn es aber i Ee, so hatte ich es euch gesaget; 3be?^» Hb^n, für euch einen Ort zu aen wenn ich werde hin gegan- ^^Y"'Und Ort für euch bereitet ru ich Wieder kommen, und euch , damit ihr seyd, wo ich bin. 5Mea w.Ä das wisset ihr, und den - Da sprach Thomas ^rr, wir wissen nicht, wohin du wie können wir denn den Weg wissen? zu ihm: Ich bin der Weg, die das Leben; niemand kommt -zu dem Vater, als durch mich. Hättet so würdet ihr auch meinen Vater erkannt haben; von nun an Philippi und Iacobi ,85 werdet ihr ihn kennen, und ihr habet ihn schon gesehen. Da sprach Philippus zu ihm:8 Herr, zeige uns den Vater: so ist es uns genug. Jesus sagte zu ihm: Ich bin so« lange Zeit bey euch, und ihr habet mich nicht gekannt? Philippus, wer mich steht der steht auch den Vater; wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubet ihrnr nicht, daß lch m dem Vater bin, und der Vater m mir ist? Die Worte, welche ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, son- derrrder Vater, der in mir wohnet, thut die Werke. Glaubet ihr nicht, daß ich in.» dem Vater bm, und der Vater in mir ist; ^glaubet mir doch um der Werke willen.12 Wahrlich, wahrlich sage ich euch: Wer an mrch glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und er wird noch größere als diese thun: denn ich gehe zum Vater. Alles 1Z was ihr den Vater in meinem Nahmen bitten werdet, das will ich euch thun, damit der Vater rn dem Sohne geehret werde. Am Tage der Erfindung des heiligen (Dir Epistel wie am Palmsonntage in der Messe S.§g.) Evangelium Johann. 3. v. i—15. §e"Wer aber m mir nicht bleiben wird, der wird wie die unnützen Rebzweige hinaus geworfen werden; er wird verdorren, man wird ihn auflesen, in das Feuer werfen, 7und verbrennen. Wenn ihr in mir bleibet, uns,meine Worte m euch bleiben werden, so könnet ihr bitten, um was ihr wollet, vund es wird euch alles gegeben werden. Dadurch wird auch mein Vater verherrlichet, wenn ihr recht viel Frucht bringet, und .Wr^mrch meine wahren Jünger werdet. 9G elchwie mich der Vater geliebet hat, also habe ich euch geliebet; bleibet also in meißner Liebe. Wenn ihr meine Gebothe halten werdet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich meines Vaters Gebothe ..Malten habe und in seiner Liebe bleibe. Dieses habe ich zu euch geredet, auf daß Mbme Freude m euch sey, und eure Freude vollkommen werde. Am Tage des heiligen Johann von Ne- pomuk, Märterers. Lectisn au» dem Sirach. 21. V. 26—31. 26^i,l Narr sieht durch das Fenster in das Haus, ein «7^" weiser Mann aber wird draußen stehe». Es Am Tage des heil. Johann v. Nep. 189 ist ein Unverstand des Menschen, wenn er an der Thür horchet; ein Vernünftiger wird es für eine schwere Beleidigung halten. Die Lippen der Unbesonnen 8 nen werden Thorheiten erzählen, die Worte der Weisen aber werden auf der Wage gewogen. Derzo Thoren Herz ist in ihrem Munde, und der Weisen^ Mund ist in ihrem Herzen. Wenn der Gottlose dengg Teufel verfluchet, so verfluchet er feine eigene Seele. Ein Ohrenbläser wird feiüe Seele verunreinigen,31 man wird ihn an allen Orten hassen, und wer bey ihm wohnt, der wird auch verhaßt seyn; einen verschwiegenen und vernünftigen Mann aber wird man in Ehren halten. (Das Evangelium wie am zweyten Sonntage im Advente S.§.) Am Geburtstage des heil. Johannis, des Täufers. Lectron au« dem Isaias. 49. V. 1—7. ^oret zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merket auf. Der Herr hat mich von Mutter- leibe an berufen; er hat an meinen Nahmen gedacht, da ich noch im Multerleibe war; und er Hais meinen Mund wie ein scharfes Schwert zugerichteter hat mich mit den Schatten seiner Hände beschir' met, mich zu einem auserwählten Pfeile gemacht, m seinem Köcher verborgen und zu mir gesagt Du bist mein Diener Israel; denn in dir werde ich gepriesen werden.--- Nun spricht der Herr, der^ mich aus Mutterleibe zu seinem Diener gemacht^ hat.--- Sieh, ich habe dich zum Lichte der Hei-6 den gegeben, daß du mein Heil bis zum Ende der Erde fepst.--. Die Könige werden es sehen die? Fürsten werden auferstehen, und um des Herrn wil. len anbethen, weil er treu ist, und wegen deS Heiligen Israels, der dich auserwählet hat. >90 Am Geburstagedesh.^ohannd. Täufer«. Evangelium Luc. i. v- 5?—68. 57/^lisabeth aber gebar nach erfüllter Zeit 58^< ihrer Schwangerschaft einen Sohn. Und alv ihre Nachbarn und Verwandten gehöret hatten, daß der Herr ihr große Barmher- zigkeit erwiesen hätte, haben sie sich mit ihr öyerfreuet. Und es trug sich zu, daß sie an dem achten Tage kamen, das Kind zu beschneiden, und hießen es, nach seines Vaters Nah- 6omen, Zacharias. Seine Mutter aber fing an zu reden, und sprach: Mit nichte«, son- 6idern ersoll Johannes heißen. Und sie sagten zu ihr: Heißt doch niemand aus deiner Ver- dswandtschaft so. Daher begebrten sie durch Zeichen von dem Vater, wie er ihn wollte 63herßen lassen. Dieser forderte ein Schreib- täfelchen, schrieb, und sprach: Johannes ist sein Nahme; und sie verwunderten sich alle. 64Dlesen Augenblick ward sein Mund geöffnet, wnd seme Zunge gelöset, er redete, und pries 02Gott. Und es kam eine Furchr über alle ihre Nachbarn, und alle diese Dinge wurden auf dem ganzen jüdischen Gebirge kündbar 66gemacht. Und alle, die es gehöret hatten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was wwd wohl aus diesem Kinde melden? denn v?die Hand des Herrn war mit ihm. UndZa- chanas, sein Vater, ist mit dem heiligen Gei- ste erfüllet worden, weissagte und sprach: 68Gebenedeyet sey der Herr, der Gott Israels; denn er hat sein Volk heimgesuchet und Am 8estta§e der h. petrr und pauli. 191 Am Festtage der heiligen Apostel Petri und Pauli. Lection aus der Apsstelgeschiche. 12. v. i—11. den Lagen legte der König Herodes Hand, an einige von der Kirche, um sie zu plagen. Und er ließJacobum, den Bruder des Johannes, mit» dem Schwerte todten. Als er nun sah, daß es den Juden wohl gefiel, ließ er über das auch denZ Petrus ergreifen. Es waren aber die Lage der ungesäuerten Brote. Nachdem er ihn ergriffen Hat-L te, warf er ihn in den Kerker, und übergab ihn sechzehn in vier Rotten abgetheilten Soldaten zu verwahren; denn er war Willens, ihn nach dem Dsterfeste dem Volke vorzustellen. So wurde dcnnH Petrus im Kerker verwahret; die Kirche aber ver- richtete ohne Unterlaß das Gebeth für ihn zu Gott. In derselbigen Nacht nun, da Herodes den Petrus,6 welcher zwischen zwey Kriegsknechten mit zweyen Ketten gebunden schlief, heraus führen wollte, und die Hülher vor der Thür den Kerker verwahrten sieh, da stand der Engel des Herrn bey ihm, und? das Gemach wurde mit einem Glänze erleuchtet; er stieß den Petrus an die Seite, weckte ihn auf. und sprach.- Steh geschwind auf: da fielen die Ket. ten von seinen Händen. Der Engel aber sagte zus ,hm: Umgürte dich, und zieh deine Schuhe an; und er that also. Der Engel sprach ferner zu ihm: Wirf deinen Lberrock um dich, und folge mir nach. Da ging Petrus hinaus, und folgte ihm nach. Er» wußte nicht, daß jenes, was durch den Engel ae.^ schätze, wahrhaft wäre, sondern hielt es für eine Erscheinung. Nachdem Fe aber bey der ersten und,» zweyten Wache vorbey waren, kamen sie zu dem eisernen Thore, so zu der Stadt führet, welches sich ihnen selbst öffnete, und als sie hinaus gekom, men waren, gingen sie eine Gasse lang fort; da schied der Engel von ihm. Als nun Petrus wiederr i IY2 Am Sesttage der h. petri und paulr. zu sich selbst' kam, sprach er: NunHiß ich wahr. hastig, daß der Herr seinen Engel gesandt, und mich aus der Hand des Herodes, und von aller Erwar. tung des jüdisches Volkes errettet hat. Evangelium Match. 16. v. i3—l y. der Zeit kam der Herr Jesus in die e^) Gegend der Stadt Cäsarea Philipps, fragte seine Jünger und sprach: Was sagen die Leute von des Menschen Sohne, ,-wer er sey? Sie sprachen: Einige sagen, er sey Johannes, der Täufer; andere, er sey Elias; andere, er sey Jeremias, oder eigner aus den Propheten. Ihr aber, sagte Jesus zu ihnen, ftir wen haltet ihr micb? i6Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen 17 Gottes. Jesus aber antwortete, und sagte zu ihm: Selig bist du Simon, Sohn des Johannes, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater, i8der im Himmel ist. Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der i9Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreichs geben. Was du aufErden binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden seyn, und was du auf Erden lösen wirst, das soll auch im Himmel gelöset seyn. Am Festtage-er Heimsuchung Maria. iy3 Am Festtage der Heimsuchung der sei. Jungfrau Maria. Lection aus dem hohen Liede. 2.V. 8—,4. lD^ieh, er kommt, und springt auf den Bergen,8 und überspringt die Hügel. Mein Geliebtero gleicht einem Rehe und einem jungen Hirschlein. Sieh, er steht hinter unsrer Mauer, sieht durch die Fenster, und schauet durch die Gitter. Sieh,r o mein Geliebter redet mir zu: Steh auf, und eile, meine Freundinn, meine Taube, meine Schöne, und komm; den» der Winter ist schon vorüber,r 1 der Regen hat nachgelassen, und ist vergangen. Die Blumen lassen sich in unserm Lande sehen;i2 die Schnittzeit ist herbey gekommen; man hat die Stimme der Turteltaube in unserm Lande gehöret. Der Feigenbaum hat seine ersten Frucht 3 te hervor gebracht; die blühenden Weinstöcke ge. den ihren Geruch. Steh auf, meine Freundinn, meine Schöne, und komm. Meine Taube, diei4 du dich in den Felsenlöchern und Steinritzen verbirgst, zeige mir dein Angesicht, laß deine Stim- me in meinen Ohren klingen; denn deine Stimme ist süß, und dein Angesicht ist schön. Evangelium Luc. l. v. 39—47. der Zeit machte sich Maria auf, und3y -x) ging eilend über das Gebirge in die Madt Jnda, trat in das Haus des Zacha-40 rias, und grüßte Elisabeth. Und es be-41 gab sich, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, daß das Kind vor Freuden in ihrem Leibe aufsprang, und Elisabeth mit dem heiligen Geiste erfüllet wurde. Sie rief mit4r lauter Stimme, und sprach: Gebenedeyet bistdu unter den Weibern, und gebenedeyet ist die Frucht deines Leibes; woher kommt43 Evang. u. Epist. N «94 Am Festtage mir das, daß mich die Mutter meines Herrn --besuchet? Denn steh, sobald die Stimme deines Grußes in meinen Ohren erscholl, sprang das Kind in meinem Leibe vor Freu- -5den auf. Selig bist du, die du geglaubet hast; denn es wird vollbracht werden, was dir von dem Herrn ist gesaget worden. -6Und Maria sprach: Meine Seele verherrlichet den Herrn, und mein Geist hat stch in Gott, meinem Heilande, erfreuet. Am Festtage der heiligen Maria Magdalena. Lecti»n a. t>. hohen Liede. 3.Vi—5.u. 8.V.6—7. »t^ch will aufstehen, und in der Stadt herum gehen; auf den Gaffen und Straßen will ich ihn suchen, den meine Seele liebt. Ich habe ihn gesuchet, 3und nicht gefunden. Da fanden mich die Wächter, -welche die Stadt bewachten: Habet ihr den nicht gesehen, den meine Seele liebt? Als ich ein wenig bey ihnen vorüber gegangen war, fand ich ihn, den meine Seele liebt; ich halle ihn, und will ihn nicht auslasten, bis ich ihn in meiner Mutter ÜHaus, und in die Kammer meiner Mutter geführel habe. Ich beschwöre euch, ihr Tochter Jerusalems, bep den Rehen und Hirschen auf dem Felde, daß ihr meine Geliebte nicht aufwecket, noch ihre Ruhe störet, bis fle selbst will. 6 Setze mich wie ein Siegel auf deinHerz, und wie ein Siegel auf deinen Arm; denn die Liebe ist stark wie der Tod, und die Eifersucht ist unbiegsam wie die Hölle; ^ihre Lampen sind Lampen voll Feuer und Flammen. Diele Wasser haben die Liebe nicht auslöschen können, und sogar Ströme werden sie nicht überwältigen: wenn der Mensch alles, was er in seinem Hause hat, für die Liebe wird gegeben haben, so wird er es doch für nichts achten. der heiligen MaLia Magdalena. i y5 Evangelium Luc. 7. v. 36'—So. LHn der Zeit bath einer von den Pharisä-36 «O em den Herrn Jesum, daß er mit ihm essen sollte; und da er m des Pharisäers Haus eingegangen war, setzte er sich zu Tische. UndZ7 sehet, als em Weib, die eine Sünderinn in der Stadt war, vernahm, daß er sich in des Pharisäers Hause zu Tische gesetzet hatte, brachte sie eme Alabafterbüchse mit Salben. Und sie stand zurück bey seinen Füßen,38 fing an, ferne Füße mit Thränen zu netzen, trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küßte seine Füße, und bestrich sie mit Salben. Da aber dieses der Pharisäer, derihn3o eingeladen hatte, sah, sprach er bey sich selbst: Wenn dieser em Prophet wäre, so wüßte er freylich wohl, welche und was für ein Weib diese ist, die ihn anrühret: denn sie ist eine Sünderinn. Und Jesus antwortete, und4o sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu. sagen. Er aber sprach: Meister, sage es. Emer, der sein Geld auf Wucher lehnte,4. hatte zwey Schuldner: der eine war ihm Wl wundert Groschen, und der andere fünf- zlg schuldig. Als sie aber nicht hatten, wo-42 mit sie bezahlen konnten, schenkte er es ih- nen beyden. Welcher wird ihn nun am meisten lieben? Simon antwortete und sagte.v.3 ^zch denke, der, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Du Hast recht ae- urtheilet. Und er wandte sich zu dem Wei-44 be, und sagte zu Simon: Siehst du dieses N s 196 Am Zesttage-es heil. Apostels Iacsbus, Weib? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast meinen Füßen kein Wasser gegeben; diese aber hat meine Füße mit Thränen benetzet, und mit ihren Haaren -^getrocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber hat, seit dem sie herein gekommen war, nicht aufgehöret, meine Füße -6zu küßen. Du hast mein Haupt nicht mit Ohle gesalbct; diese aber hat meine Füße -7mit Salben bcstrichen. Darum sage ich dir: Ihr werden viele Sünden vergeben, weil sie viel geliebet hat; wem aber weniger ver- -8geben wird, der liebet auch weniger. Er aber sprach zu ihr: Dir werden deine Sün- -9den vergeben. Da fingen die, welche mit zu Tische saßen, bey sich selbst zu sagen an: Wer oojst dieser, der auch die Sünden vergibt? Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden. Am Festtage des heiligen Apostels Jacobus. i. Epistel an die Lorinther. 4. V. 9—15. ygLriider! Ich halte dafür, daß Gott uns Apostel 7^ für die Allergeringsten, als für den LodBe. stimmte, dargegeben habe, indem wir der Welt, den Engeln und den Menschen zu einem Schau- »ospiele geworden sind. Wir sind Thoren um Chri- sti willen, ihr aber seyd klug in Christo; wir sind schwach, ihr aber seyd stark; ihr seyd edel, wir 11 aber unedel. Bis auf diese Stunde leiden wir Hunger und Durst, sind nackend, werden mit Fausten geschlagen, und haben keinen beständigen Äm Sesteay»-er heiligen Anna. 197 Llufenthalt, wir arbeiten mit unsern eigenen Hän-12 ' E". verfluchet uns. und wir segnen; wir leiden Verfolgung.und dulden es; wir werden^ gelästert, und wir bitten; wir sind wie der lln- flach dieser Welt, und bis auf diese Stunde von ^«mann verachtet. Dieses schreib- ich nicht, euch'4 zu beschämen, sondern ich ermähne euch, als meine allerliebsten Kinder. Denn wenn ih? gleich zchn» 5 '?usend Lehrmeister in Christo hättet, so habelihr doch nicht viele Vater: denn ich habe euch durch das Evangelium in Christo Jesu geboren.^^ Evangelium Match. 20. v. 20—2Z. L^nderZeittratdie Mutter derKinderdes2o 1^) Jebedäus mit ihren Söhnen zu dem ^errn^esu, bethete ihn an, und begehrte M ihr: Waswillst2. du? Sie sprach zuihm: Befehle, daß diese meine zwey Söhne, der eine zu deiner Rech- und andere zur Linken in deinem Deiche sitzen. Jesus aber antwortete, undür ^rach: Ihr wlsser nicht, um was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Jesus sprach zu ihnen: Meinen Kelch wer-2Z det ihr zwar tunken; daß ihr aber zu meiner Rechten oder Linken sitzen sollet, kann ich euch nicht gewähren, sondern denen, welchen es von meinem Vater bereitet ist. Am Festtage der heiligen Anna, Mutter der sel. Jungfrau Maria. Lection aus den Sprichwörtern. 3i. v.io—Zr A)-r wird ein tapferes Weib finden? Sie ist edle'ri o ^ als die kostbaresten Perlen. Das Herz ihres, 1, r y8 Am Zesttage der heiligen Anna- Mannes vertrauet auf sie, und er wird keines isRaubes bedürfen. Sie wird ihm ihre ganze Le. izbenszeit Gutes und nichts Böses thun. Sie hat Wolle und Flachs gesuchet, und geschickt mit ihren l^Händen gearbeitet. Sie ist wie das Schiff eines Kaufmannes geworden, welches sein Brot von fern ,5her bringet. Sie steht zur Nacht auf, und theilet ihrem Hausgesinde den Raub, und ihren Mägden isidie Speisen aus. Sie hat den Acker betrachtet, und ihn gekaufet; sie hat einen Weinberg von der i^Frucht ihrer Handarbeit gepflanzet. Sie hat ihre ^Lenden mit Stärke umgürtet, und ihren Arm ge- ,8 stärket. Sie hat erfahren und gemerket, daß ihre Hantirung gut ist; und ihre Leuchte wird zur lyNachtzeit nicht erlöschen. Sie hat ihre Hand zu starken Dingen ausgestrecket, und ihre Finger ha- 2oben die Spindel ergriffen. Sie hat ihre Hand den Dürftigen geöffnet, und ihre offenen Hände zu 21 dem Armen ausgestrecket. Ihr Haus wird von der Schneekälte nichts zu fürchten haben; denn alle ihre Hausgenossen sind mit doppelten Kleidern 22vcrsehen. Sie hat sich ein kostbares Kleid aema- chet, ihre Kleidung ist von feinster Leinwand und 23Purpur. Ihr Mann wird in den Versammlungen der Richter berühmt seyn, wenn er bep den Alte. 24sten des Landes sitzen wird. Sie hat schöne Leinwand gemachet und verkaufet, und hat dem Cha- rönaniter einen Gürtel gegeben. Stärke und Zierde sind ihr Kleid, sie wird an dem letzten Tage la- röchen. Sie hat ihren Mund der Weisheit geöffnet, und aus ihrer Zunge ist ein Gesetz der Gutthätig- 2?keit. Sie hat auf die Wege ihres Hauses gemer- 28ket, und ihr Brot nicht müßig gegessen. Ihre Kinder sind ausgestanden, und haben sie höchst selig gepriesen; auch ihr Mann hat sie gelobet. ryViele Töchter haben Reichthümer gesammelt, du . aber bist ihnen allen vorgegangen. Die Holdseligkeit ^o,st betrüglich, und die Schönheit ist eitel; das Weib aber, so den Herrn fürchtet, soll gelobet werden. Am Festtage-er heiligen Anna. ryy Gebet ihr von der Frucht ihrer HLnde, und ihrrz Werke sollen sie in der Versammlung der Richter loben.^ « Evangelium Natth.,3. v. 44—52« der Zeit sprach der Herr Jesus zu seinen «>) Jüngern dieses Gleichniß: Das Him-44 melreich ist einem in einem Acker verborgenen Schatze gleich, welchen ein Mensch, der ihn findet, verbirgt, und vor Freuden darüber hingeht, alles verkaufet, was er hat, und denselben Acker kaufet. Abermahls ist45 das Himmelreich einem Kaufmanne gleich, der gute Perlen suchet; und da er ein kost-46 bares Perlein gefunden hat, hingeht, alles verkaufet, was er hat, und dasselbe kaufet. Das Himmelreich ist ferner einem in das47 Meer geworfenen Netze gleich, welches allerley Gattungen von Fischen sammelt; wenn es voll ist, ziehen es die Fifcher her-48 aus, setzen ficb an das Ufer, und lesen die guten Fische in Gefäße zusammen, die böfen aber werfen sie hinweg. Also wird es am49 Ende der Welt zugehen; die Engel werden ausgehen, die Bösen von den Gerechten absondern, und diefelben in den Feuerofen^o werfen; da wird Heulen und Zähnklappern seyn. Habet ihr dieses alles verstanden? Sie5i sprachen zu ihm: Ja. Und er sagte zu ih-5r nen: Darum ist ein jeder Schriftgelehrter, der von dem Himmelreiche unterrichtet ist, einem Hausvater gleich, der Neues und Altes aus seinem Schatze hervor bringt. soo Am Festtage hex Verklärung Lhristi. Am Festtage der Verklärung unsers Herrn Jesu Lhristi. 2. Epistel petri. i. v. 16—19. l öMllerliebste! Da wir euch die Kraft and Gegen- wart unsers Herrn Jesu Christi kund gethan haben, so haben wir uns nicht der sinnreichen Fabeln bedienet, sondern wir haben mit eigenen Au- i /gen seine Herrlichkeit gesehen. Da er von Gott, dem Vater, Ehre und Glanz empfing, als eine Stimme von der herrlichen Majestät von ihm herab gekommen war: Ließ ist mein geliebter Sohn, an dem habe ich ein Wohlgefallen, den sollet ihr hören, i»Und diese Stimme, die vom Himmel herab gekommen ist, haben wir gehöret, da wir mrt ihm auf dem ,oheil«gen Berge waren. So haben wir auch das un- betrügliche Wort der Propheten; und ihr thut wohl, daß ihr darauf Acht habet, als auf ein Licht, welches ,n einem dunkeln Orte leuchtet, bis der Lag anbricht, und der Morgenstern in euern Herzen aufgeht. (Das Evangelium wie am zwepten Sonntage m der Fasten. S. 4Z.)" Am Festtage des heiligen Märterers LaurentmS. 2. Epistel an die Lorinther. y. V. 6—io. SATrnder I wer sparsam säet, der wird auch spar- sam ernten; und wer reichlich säet, der wird /auch reichlich ernten. Ein jeder gebe also, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen, nicht mit Traurigkeit, oder aus Noth; denn Gott liebet einen »fröhlichen Geber. Gott aber ist mächtig, daß er euch alle eure Gaben überflüssig erstatten kann, auf daß ihr in allen Dingen und zu allen Zeiten alles genug habet, und an allen guten Werken reich seyd, wie ^geschrieben steht: Er hat ausgestreuet, und den Armen gegeben; daher bleibt seine Gerechtigkeit immer und Am Festtage des heilig«» Lauremius. so i ewig. Der aber demjenigen, welcher säet, den Samen r o schafft, der wird ihm auch Brot zu essen geben; und er wird euern Samen vermehren, und machen, daß dir Fruchte eurer Gerechtigkeit reichlich zunehmen. Evangelium Johannes 12. v. 24—26. LHn der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei-24 neu Jüngern: Wahrlich, wahrlich saqe rch euch: Wenn das Weitzenkorn in die Erde fällt, und nicht stirbt, so bleibt es, wie es-5 rst; wenn es aber stirbt, so bringt es viele Frucht. Also wer seine Seele liebt, der wrrd sie verlieren; wer seine Seele in dieser Welt haW, der bewahret sie zu dem ewigen Leben. Wenn mir jemand dienen will, der^ü folge mw nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener seyn; wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Am Festtage der Himmelfahrt der sei. Jungfrau Maria. Lectlon aus dem Sirach. 24. v. n—20. LFch habe in allem Ruhe gesuchet, und ich will»» «O mich in dem Erbtheile des Herrn aufhalten. Da geboth mir der Schöpfer aller Dinge, und der»2 mich erzeugte, ruhete in meiner Wohnung, und»3 sprach zu mw: Du sollst inZacob wohnen, in Israel dem Crbtheil haben, und unter meinen Auserwähl- ten Wurzel schlagen. Ich bin vom Anfange und vori4 der Zeit gezeuget worden, und werde bis in die künf. t'ge Zeit nicht aufhören zu seyn; ich habe auch in der heiligen Wohnung vor ihm gedienet. Also bin ich iuiä Sion befestiget worden, habe zugleich in der heiligen Stadt und zu Jerusalem war mein- Macht. Ich habe bep einem geehrten Volke, daS meines Got-»6 sor Am Festtage her Himmelfahrt Marick. tes Erbtheil ist, Wurzel geschlagen, und in der Ge. 17meinde der Heiligen ist mein Aufenthalt. Ich bin wie ein Leder auf dem Berge Libanon, und wie eine t8Cppreffe auf dem Berge Sion hoch gewachsen. Ich bin wie ein Palmbaum zu Lades, und wie ein Rosen, »ystrauch zu Jericho erhöhet worden. Wie ein schöner Hhlbaum in dem Felde, und wie ein Ahorn neben dem Wasser, an den Straßen bin ich hoch gewachsen. LvJch habe einen Geruch wie Zimmtrinde und wohl. riechender Balsam von mir gegeben: einen süßen Ge- ruch habe ich gegeben, wie auserwahlte Myrrhen, Evangelium Luc. io. V. 38—42. der Zeit ging der Herr Jesus in einen cx) Flecken, und ein Weib, mit Nahmen ZyMartha, nahm ihn in ihr Haus auf. Und sie- hatte eine Schwester mit Nahmen Maria, die setzte sich zu den Füßen des Herrn, und 4ohörte seine Worte. Martha aber befliß sich, ihn wohl zu bedienen; und sie stand, und sagte: Herr, ist es dir gleichgültig, daß meme Schwester mich allein dienen läßt? 4tdarum sage ihr, daß sie mir helfe. Der Herr aber antwortete, und sprach zu ihr: Martha, Martha, du bist sorgfältig, und hrbekümmerst dich um viele Dinge. Nur eines ist nöthig: Maria hat den besten Theil erwählet, der von ihr nicht wird genommen werden. Am Festtage des heiligen Apostels Bartho- lomaus. t. Epistel an die Eorinther, 12. V. 27—3 l. ^Herüber! Ihr seyd der Leib Christi, und Glieder 28^0 unter einander; und zwar also: Erstlich hat Am Sesttage-es h. Apostel Vartholsmckus. ro3 Gott einige in der Kirche alS Apostel, andere als Propheten, und andere als Lehrer gesetzet. Dar. nach gab er die Macht, Wunder zu wirken, Kranke zu heilen, Hülse zu leisten, andern vorzustehen, fremde Sprachen zu reden, und sie auszulegen. Sind sie2y aber alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind st« alle Lehrer? Thun sie alle Wunder? Haben sie alle3o die Gnade zu heilen? Reden sie alle unterschied«, che Sprachen? Legen sie alle die Sprache aus?3l Eifert aber nach den besten Gaben. Evangelium Luc. 6. v. 12—i y. L>n der Zeit ging der Herr Jesus aufeinen'r Berg hinaus zu bethen, und brachte die ganze Nacht im Gebethe zu Gott zu; da»3 es nun Tag geworden war, berief er seine Jünger, und erwählte zwölf aus ihnen, die er Apostel nannte: Simon, den er mit dem 14 Zunahmen Petrus belegte, Andreas seinen Bruder, Jacobus und Johannes, Philip- pus und Bartholomäus, Matthäus undi5 Thomas, Jacobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelotes genannt wird, und 16 Judas, Jacobs Bruder, und Judas Jsca- rioth, welcher der Verräther gewesen war. Und er ging mit ihnen hinab, stand in denn? flachen Felde, die Schar seiner Jünger mit ihm, und eine große Menge des gemeinen Volkes aus dem ganzen Judenlande, von Jerusalem, aus der Gegend am Meere, von Tyrus und Sidon, welche gekommen waren,»8 ihn zu hören, und von ihren Krankheiten geheilet zu werden; und die von den unreinen Geistern geplaget wurden, denen ward geholfen. Und alles Volk suchte ihn an-ry 204 Am HesttagL des heiligen Augustinur. zurühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, und machte ste alle gesund. Am Festtage des heiligen AugusttnuS, Bischofs und Kirchenlehrers. ». Epistel an den Timstheus. 4. V. i—8. »Allerliebster! Ich bezeuge vor Gott, und vor Jesu ^4- Christo, der bey seiner Ankunft und in seinem »Reiche die Lebendigen und Todten richten wird: Pre- dige das Wort, dring darauf zur Zeit und Unzeit; strafe, bitte, und drohe in aller Geduld und Lehre. 3Denn es wird eine Zeit kommen, daß sie die heil. same Lehre nicht dulden, sondern sich mit Lehrern überhäufen werden, welche ihnen nach ihren Lüsten -die Ohren kitzeln; sie werden der Wahrheit kein Gehör geben, sondern sich zu den Fabeln wenden. oDu aber wache und bemühe dich in allen Dingen, vollzieh das Werk eines Evangelisten, und verrichte Ödemen Dienst, sey nüchtern; denn ich werde jetzt schon geopfert, und die Zeit meiner Auflösung ist 7oorhanden. Ich habe einen guten Kampf gekäm. pfet, ich habe meinen Lauf vollendet, ich habe den 8Glauben bewahret. Im übrigen ist mir die Krone der Gerechtigkeit vorbehalten, die mir der Herr, der gerechte Richter an jenem Lage geben wird; nicht allein aber mir, sondern auch denen, die seine Zukunft lieben. Evangelium Matth. 5. v.»3—ry. LHn der Zeit sprach der Herr Jesus m sei- e>) neu Jüngern: Ihr seyd das Salz der »ZErde. Wenn aber das Salz seine Kraft verliert, womit soll man es würzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als hinaus geschüt- Am Tage Iohanms LnchauptMy. so5 tet, und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seyd das Licht der Welt. Eine Stadt,i4 welche auf dem Berge liegt, kann nicht verborgen seyn. So zündet man auch eine, 5 Lampe nicht an, um sie unter einen Scheffel zu stellen, sondern man stellt sie auf einen Leuchter, damit es allen, die in dem Hause sind, leuchte. Also lasset euer Licht, 6 vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen, und euern Vater, der im Himmel ist, preisen. Glaubet nicht,,» daß rch gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzuheben; ich bin nicht gekommen aufzuheben, sondern zu erfüllen. Denn, 8 ich sage euch: Eher werden Himmel und Erde vergehen, als daß der kieinste Buchstab oder ein Pünctlein des Gesetzes Erfüllet bleibe. Wer also eines von diesen,y geringsten Gebothen überschreitet, und die Menschen das lehret, der wird der Geringste in dem Himmelreiche genannt werden; wer es aber thut und lehret, der wird groß im Himmelreiche genannt werden. Am Tage der Enthauptung des heil. Johannes, des Täufers. Lectrsn aus dem Ieremias. ,. v. 17—j y. ^"und"s^" des Herrn Work zu mir, a^s^S'--rre deine Lenden, mache dich!! le was ich dir befehd< maeiwn vor ihnen nicht; denn ich will machen, daß du dich vor ihnen nicht furchten so6 Am Lage Iohannis Enthauptung. ,g sollst. Denn ich habe dich heute über das ganze Land, wider die Könige von Juda, rvider seine Fürsten und Priester, und wider das Volk im Lande zu einer festen Stadt, zu einer eisernen Säule ,ound zu einer ehernen Mauer gemacht. Sie werden zwar wider dich streiten, aber dich nicht über- wältigen.- denn ich bin bep dir, spricht der Herr, dich zu erretten. Evangelium Marc. 6. V. 17—29. der Zeit hatte Herodes ausgefandt, den Johannes zu ergreifen, und ihn wegen der Herodias, seines Bruders Phi- lippi Ehefrau, die er zum Weibe genommen hatte, ins Gefängniß werfen lassen: i8Denn Johannes sagte zum Herodes: Es ist dir nicht erlaubt, deines Bruders Weib »9zu haben. Herodias aber stellte ihm nach, und wollte ihn todten; allein sie konnte nicht. soDenn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wußte, daß er ein gerechter und heiliger Mann war, und verwahrte ihn, folgte auch oft dessen Rath, und hörte ihn gern. siAls nun eine gelegene Zeit gekommen war, da nähmlich Herodes feinen Fürsten und Hauptleuren und den Vornehmsten in Ga- liläa an seinem Geburtstage ein Gastmahl »2gab, trat der Herodias Tochter herein, und nachdem sie getanzet hatte, gefiel sie dem Könige Herodes sowohl, als denjenigen, bte mit zu Tische saßen; da sagte er zu dem Mädchen: Begehre von mir, was du willst, LZund ich will es dir geben. Er schwur ihr auch einen Eid: Was du immer begehren Taye Johannra Enthauptung. 20^ wlll rch dir geben, wenn es auch Hülste meines Königreichs wäre. Das- ging iw hinaus, und sprach zu ihrer Mutter. Was soll ich begehren? Die aber saa- te: das Haupt Johannis, des Läufers. Und sie ging alsbald zum Könige hinein,25 begehrte, und sprach: Ich will, daß du mir zur Stunde das Haupt Johannis, des Täufers, m einer Schüssel gebest. Und der Könia-rü ward traung; icdoch wegen des Eides, und derjenigen, die mit zu Tische saßen, wollte er sie nicht betrüben, sondern schickte^ einen Trabanten hin, und befahl, dessen^ Haupt m einer Schüssel herzubringen. Die- str enthauptete ibn im Kerker, brachte seinL8 Haupt in einer Schüssel, und gab es dem Mädchen; das Mädchen aber gab es ihrer Mutter. Als dieses seine Jünger hörten,20 kamen sie, nahmen seinen Leichnam hinweg, und legten ihn in ein Grab. Am Feste der heiligen Schutzengel. Lectr'on aus Exot». s3. v. 20—2Z. Frieses spricht Gott, der Herr: Sieh, ich willro meinen Engel senden, welcher dir vorgehen, dich auf dem Wege bewahren, und dich in den ^>rt, welchen ich dir bereitet habe, führen soll. i^hre ihn, und gehorche seiner Stimme; und gib2« Ächt, daß du ihn nicht verachtest; denn, wenn du sündigen wirst, wird er dir solches nicht nachlas.»» len, weil mein Nahme in ihm ist. Wirst du seine so8 Am Zeste der heiligen Schutzengel. Stimme hören, und alles thun, was ich sage, so will ich deiner Feinde Feind seyn, und dieje- Z^nigen plagen, welche dich beleidigen, und mein Engel wird vor die hergehen. Evangelium Matth.»8. v. i—10. ,z>n der Zeit traten die Jünger zu Jesu, und sprachen. Wen hältst du für den »Größten in dem Himmelreiche? Da rief Jesus ein Kind zu sich, stellte es mitten 3unter sie, und sprach: Wahrlich sage ich euch, wofern ihr euch nicht bekehret, und wie die Kinder werdet, so werdet ihr in das -Himmelreich nicht eingehen. Wer sich also, wiediesesKind, demüthiget, deristderGröß- 5te im Himmelreiche; und wer ein solches Kind in meinen Nahmen aufnimmt, der 6nimmt mich auf. Wer aber einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, ärgert, dem wäre nützlicher, daß man ihm einen Mühlstein an seinen Hals hinge, und ihn 7in die Tiefe des Meeres versenkete. Wehe der Welt der Ärgernisse wegen. Es müssen zwar Ärgernisse kommen; wehe aber dem Menschen, durch welchen Ärgerniß kommt! 8Wenn dich aber deine Hand, oder dein Fuß ärgert, so hau ibn ab, und wirf ihn von dir; es ist dir besser, daß du nur mit einer Hand, oder einem Fuße zum Leben eingehest, als daß du zwey Hände, oder zwey Füße habest, und in das ewige Feuer geworfen ^werdest. Und wenn dich dein Auge ärgert, Äm Geburt-, und Nahmenefeste Marick. sny so reiß es aus, und wirf es von dir^esssst dir besser, nurmrt einem Auge in das Leben einzugehen, ais daß du zwey Auqen badest »»°».das HSLische F-«? gLoMeL Huthet euch, daß ihr keinen von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Jhre'° ^ Himmel sehen allezeit das Anae- sicht meines Vaters, der im Himmel ist.^ Am Festtage der Geburt der seligsten JmW frau Maria. (Evangelium und Epistel wie oben an denkest, tage der unbefleckten Empfängniß der seligsten Zungfrau Maria. S. i68 und 169' Am Nahmrusfrste der seligst«, Jungfrau Maria. Lectkon aus dem Mrach. 24. v. 22 3,. habe wie ein Weinstvck süße und woblrie-23 tbe i^Än?^"^^HErvor gebracht und meine Blüthe ist ein herrliches und reiches GewLchs bm-in- Mnii.r des-einen r„b-' d„ zL, 'x"7. heiligen Hoffnung. Bey mlrsff st alle Gnade des Weges zum Heile, und der Wabr- A^ Hoffnung des Lebens und der Lugend. Kommet her zu mir alle, die ihr ein Der-,6 L"Lin'L^'re-^L.ourL!- L°°°.7- L- L?7L"dLff7.'L Z» Wer mich HS„-. s,-„I-d n chi^^g^ 2ro Am Tage-er Rreuzerhöhung. 3»nicht sündigen. Die mich erklären, werden das ewige Leben haben. (Das Evangelium wie oben S. Z8o.) Am Kreuzerhöhungstage. (Epistel wie oben am Palmsonntage. S.§2.) Evangelium Ishann.»2. v. 3i—36. der Zeit sprach der Herr Jesus zu den 3iie Offenbarung Jesu Christi, die er von Gott, empfangen hat, seinen Dienern kund zu tbun, kin-n g-schehen soll, und die er durch seinen Engel, den er zum Johannes, seinem Die. ^ hat, zu nassen machte, welcher von dem- und von allem, was er von Jesu Chrcho gesehen hatte, Zeugniß gab. Selig ist/oerZ --- Worte dieser Weissagung liest, und HZet, und dk^ dann geschrieben ist; denn in"ahe. Johannes den sieben Kirchen- de/?ep'i.^^ und Friede sey mit euch, durch n, der ist, der war, und der kommen wird; durch O 2 2,2 Am Tage-er heil. Apostel Simon und Iudä die sieben Geister, welche vor seinem Throne sind, Sund durch Jesum Christum, welcher der getreue Zeuge, der Erstgeborne von den Todten, und ein Mrst der Könige aus Erden ist, der uns geliebet, und von unsern Sünden mit seinem Blute gerei. niget hat. (Das Evangelium wie oben S. so8) Am Tage der heiligen Apostel Simon und Judas. Epistel an die Epheser. 4. v. 7—13. rüder! Einem jeden unter uns ist die Gnade nach dem Matze der Gaben Christi gegeben worden. 8Darum spricht die Schrift: Er ist in die Höhe hinauf gefahren, hat die Gefangenen mit sich ge. yfangen hinweg gcführet, und den Menschen Ge. ' schenke gegeben. Er ist aber deßwegen aufgefahren, weil er zuvor in die Tiefe der Erde hinab gefah. ivren ist. Derjenige nun, der hinab gefahren ist, ist eben derselbe, der auch über alle im Himmel hinaus t, gefahren ist, damit er alles erfüllete. Und er hat etliche zu Aposteln, etliche zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern verord. i rnet, damit sie an der Vollkommenheit der Heiligen, an der Verrichtung dieses Amtes, und an der Er- iZbaunng des Leibes Christi arbeiten, bis wir alle einander in Einigkeit des Glaubens und der Er. kenntniß des Sohnes Gottes begegnen, und in dem ganzen Matze des Alters Christi zu vollkom- menen Menschen werden. Evangelium Johann. i5. v. 17—25. der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- i7uen, der hatte das Zeichen des lebendigen Gottes, ri4 Am Zesttaye und er rief mit starker Stimme zu den vier Engeln, -welchen die Macht gegeben war, der Erde und dem 'Meere zu schaden, und sprach zu ihnen: Ihr sollet weder der Erde, noch dem Meere, noch den Bau- men Schaden zufügen, bis wir die Knechte unsers ^Gottes an ihren Stirnen zeichnen; und ich hörte die Zahl der Gezeichneten: Hundert und vier und vierzig tausend waren aus allen Stämmen der äKinder Israels gezeichnet. Aus dem Stamme des Juda zwölf tausend Bezeichnete; aus dem Stam- me Rubens zwölf tausend Bezeichnete; aus dem öStamme Gads zwölf tausend Bezeichnete; aus dem Stamme Äsers zwölf tausend Bezeichnete; aus dem Stamme des Nephtali zwölf tausend Be. zeichnete; aus dem Stamme des Manasse zwölf ^tausend Bezeichnete; auS dem Stamme SimeonS zwölf tausend Bezeichnete; aus dem Stamme des Levi zwölf tausend Bezeichnete; aus dem Stamme 8Jsiachars zwölf tausend Bezeichnete; aus dem Stamme Zabulons zwölf tausend Bezeichnete; aus dem Stamme Josephs zwölf tausend Bezeichnete; aus dem Stamme Benjamins zwölf tausend Be- ^z.-chnetc. Darnach sah ich eine große Schar aus allen Heiden, Geschlechtern, Völkern und Sprachen, welche niemand zählen konnte: diese standen vor dem Throne und vor dem Angesichte des Lammes; sie waren mit weißen Kleidern bekleidet, und i vtrugen Palmen in ihren Händen; sie riefen mit lauter Stimme, und sprachen: Heil sey unserm Gott, , r der auf dem Throne sitzet, und dem Lamme. Alle Engel standen rings um den Thron, um die Äl- testen, und um die vier Thiere; und als sie vor dem Throne auf ihre Angesichter niedergefallen waren, betheten sie Gott an, und sprachen: Amen. i2Zob und Klarheit, Weisheit und Danksagung, Ehre, Macht und Stärke scp unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. aller Heiligen. Si5 Evangelium Match. 5. v. i—12. Länder Zeit, da der Herr Jesus die Menget e^i des Volkes sah, ging er auf einen Berg; und nachdem er sich niedergesetzet hatte, traten seine Jünger zu ihm. Und er offnerer seinen Mund, lehrte sie, und sprach: Selige sind die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind die Sanftmüthi-4 gen; denn sie werden die Erde besitzen. Se-5 lig sind die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig sind, die nach der6 Gerechtigkeit hungert und dürstet; denn sie werden gesättiget werden. Selig sind die? Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die ein reines« Herz haben; denn sie werden Gott anschauen. Selig sind die Friedsamen; denny sie werden Kmder Gottes genannt werden. Selig sind, die um der Gerechtigkeit 10 willen Verfolgung leiden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seyd ihr, wenn euchi» die Menschen um meinetwillen schmähen, verfolgen, alles Böse wider euch reden und lügen. Freuet euch, und frohlocket, weilt2 euch eine große Belohnung im Himmel vorbehalten ist. Am Gedachtnißtage aller verstorbenen Lhristglaubigen. 1 Epistel an die Lsrinther. i5. tz. 5r—5?. Herüber! Sehet, ich sage euch ein Geheimnis:5, Wir werden zwar alle wieder auferstehen, 2,6 Am Taye aller Seelen, werden nicht alle verwandelt werden, 32,ind dieses wird plötzlich in einem Augenblicke auf den Schall der letzten Posaune geschehen; denn --e Po,aune wird erschallen, die Todten werde» unverwesen auferstehen: und wir werden verwan. öckoelt werden. Denn das Verwesliche muß die Unver. ^ Sterbliche muß die Unsterb- -^chltchkeit anziehen. Wann aber das Sterbliche die Nnsterolichkeit angezogen hat, alsdann wird das Wort vollzogen werden, welches geschrieben steht; 55?^/^ i,r durch den Sieg verschlungen worden ^! wo ,st dein Sieg? o Tod! wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes ist die Sünde, ^ hgz Gesetz. A^in ^ vns den Sieg durch unsern Herrn Jesum Christum gegeben hat, Evangelium Johann. 5, V. 25—29. der Zeit sprach der Herr Jesus zu den Schare« der Juden: Wahrlich, wahr-- «cn sage ich euch, es kommt die Stunde, und rst schon da, daß die Todten die Stim- des Sohnes Gottes hören werden; und -Sdie sie hören, werden leben. Denn gleichwie der Vater das Leben in sich selbst bat, also bat er auch dem Sohne gegeben, das Leben 27m sich selbst zu haben; und er hat ihm Macht ^theilet, Gericht zu halten, weil er des ^Menschen Sohn ist. Wundert euch hierüber nicht; denn es kommt die Stunde, da alle, die in den Gräbern sind, die Stim- 2yme des Sohnes Gottes hören werden, und es werden alsdann, die Gutes gethan habe«, znr Auferstehung des ewigen Lebens, Am Tage des heiligen Martini. 217 die aber Böses gethan haben, zur Auferstehung des Gerichtes hervor gehen. Am Tage des heil. Martini, Bischofs und Beichtigers. Lection aus dem Äivach. 44. v. 16—27. u. 43. v. 3—20. ein großer Priester, der in seinen Tagen Gott»6 Wohlgefallen hat, der gerecht befunden, und 17 durch den zur Zeit des Zornes die Versöhnung gesche- hen ist. Es ist keiner ihm gleich gefunden worden,^0 der das Gesetz des Allerhöchstengehalten hat. Dar.2S um hat ihn der Herr bey seinem Eide unter seinem Volke yerherrlichr, in ihm alle Völker gesegnet, und 26 d-n Bund auf sein Haupt bestätiget. Er hat ih„2Ü an seinem Segen erkannt; er hat ihm seine Barm- Herzigkeit erhalten; und ex hat Gnade vor den Au.27 gen des Herrn gesunden. Er hat ihn vor dem Angestchte der Könige groß3 gemacht, und ihm die Ehrenkrone gegeben. "- Einen ewigen Bund hat er mit ihm aufgerichtet, 8 und ihm das große Priesterthum gegeben, und er hat ihn selig gemachet in der Ehre... Er soll das i o Priesterthum verwalten, und Lob in seinem Nah. men haben.»> Und ihm ein würdiges Rauchwerk20 zum lieblichen Gerüche aufopfern. Evangelium Luc. n.V. 33—36. der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- neu Jüngern: Niemand zündet ein Lichter an, und setzet es an einen verborgenen Ort, noch unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, damit die, welche hinein gehen, das Licht sehen. Dein Auge ist das34 Llcht deines Lebens; wenn nun dein Auge s 18 Am Feste des heiligen Leopold, rein ist, so wird dein ganzer Leib licht seyn; wenn es aber schalkhaft ist, so wird auch 35dein Leib finster seyn. Sieh deßhalben zu, daß das Licht, welches in dir ist, nicht ZOFinsterniß sey. Wenn nun dein Leib ganz erleuchtet ist, und nichts Musters an sich hat, so wird alles hell seyn, und er wird dich wie ein glänzendes Licht beleuchten. Am Feste des heiligen Leopold, Beichtigers, Markgrafen in Oesterreich. Lektion aus dem Sirach. i3, v. 8— 11. 8/ZStelig ist der Mann, der unbefleckt befunden V«/ wurde, dem Golde nicht nachging, noch Vseine Hoffnung auf Geld und Schätze setzte. Wer ist dieser? Wir wollen ihn loben; denn er hat in *OsH,icm Leben Wunderdinge gethan. Er ist hierin bewähret, und vollkommen befunden worden, dar, um soll er ewig gerühmet werden; er hat snndi- gen können, und hat doch nicht gesündiget; er hat Böses thun können, und hat es nicht gethan; darum sind feine Güter in dem Herrn befestiget worden, und die ganze Gemeinde der Heiligen wird seine Almosen verkündigen. Evangelium Luc. ry. V. 12—26. L>n der Zeit sagte der Herr Jesus zu sei- r nen Jüngern dieses Gleichniß: Ein Edelmann reisete in ein weit entlegenes Land, ein Reich zu erobern, und dann wieder zurück »3zu kehren. Als er nun zehn seiner Knechte zu sich gefordert hatte, gab er ihnen zehn Pfunde, und sprach zu ihnen: Handelt, bis Markgrafen in Oesterreich. ich wieder komme. Seine Bürger aberi4 haßten ihn, schickten ihm Gesandte, und ließen ihm sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche. Und es begab sich,i5 daß er nach erobertem Reiche wieder zurück kam; und er ließ die Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen, um zu erfahren, wie viel ein jeder in der Handlung gewonnen habe. Da kam der erste, undlö sprach: Herr, dein Pfuyd hat zehn Pfunde gewonnen; und er sagte zu ihm: Seyi7 gutes Muths, du frommer Knecht, weil du in dem Wenigen treu gewesen bist, so sollst du über zehn Städte Gewalt haben. Und es kam der zweyte, und sprach: Herri8 mit deinem Pfunde habe ich fünf Pfunde erworben. Da sagte er zu diesem: Undiy du sollst über fünf Städte gesetzet seyn. Daro kam der dritte, und sprach: Herr, sieh dein Pfund, welches ich in ein Schweißtuch geleget und aufbehalten habe; dennr» ich habe mich vor dir gefürchtet, weil du ein strenger Mann bist: du nimmst, was du nicht ausgeleget, und erntest, was du nicht gesäet hast. Er aber sagte zu ihm:2s Aus deinem Munde richte ich dich, du schalkhafter Knecht; wußtest du, daß ich ein strenger Mann bin, und nehme, was ich nicht ausgeleget, auch ernte, was ich nicht gesäet habe: warum hast du meinsL Geld nicht auf die Wechselbank gegeben, damit ich, wenn ich käme, solches sammt dem Gewinne gefordert hätte? Und«W24 S2o Am Tage der Opferung Marick. sprach zu den Gegenwärtigen: Nehmet das Pfund von ihm, und gebet es dem, der zehn soPfunde hat. Sie aber sagten zu ihm: Herr, 26er hat schon zehn Pfunde. Ich sage euch aber, daß einem jeden, der da hat, noch mehr wird gegeben werden, und er wird einm Überfluß haben, wer aber nicht hat, von dem wird man auch nehmen, was er hat. Am Tage der Opferung der sel. Jungfrau Maria. Lectisn aus dem Slrach. 24. y. 14—^16. I4^ch bin vom Anfange und vor der Zeit gezeuget «>) worden, und werde bis in die künftige Zeit nicht aufhören zu fepn; ich habe auch in der heili. tUgcn Wohnung vor ihm gedienet. Also bin ich in Gion befestiget worden, habe zugleich in der hei- ligen Stadt geruhet, und zu Jerusalem war mei- -One Macht. Ich habe bey einem geehrten Volke, das meines Gottes Erbtheil ist, Wurzel geschla- gen, und in der Gemeinde der Heiligen ist mein Aufenthalt. Evangelium Luc. li. V. 27—28. der Zeit, da der Herr Jesus zu dem Volke redete, geschah es, daß ein Weib unter dem Volke ihre Stimme erhob, und zu ihm sprach: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gefolgert hast. Er aber sprach: Ja freylich, selig sind die, welche das Wort Gottes hören, und dasselbe beobachten. Am Tage der heiligen Racharinü. 22» Am Tage der. heil. Katharina, Jungfrau und Wärterinn. Lectisn aus dem Sirach. 5». v.»—12. f8ch will dir Dank sagen, 0 Herr und König, ich» will dich, meinen Gott und Heiland, loben; dei-z nem Nahmen will ich Dank sagen, weil du mein Helfer und Beschützer geworden bist, und meinen3 Leib von dem Verderben, von der Nachstellung boß- haster Zungen und Lügenmäuler erlöset hast, und mir wider meine Widersacher zu- Hülfe gekommen bist. Du hast mich nach der vielfältigen Erbarmung- deines Nahmens von den grimmigen Löwen errettet, die bereit waren, mich aufzufressen, von5 den Händen derer, die meinem Leben nachstellten, und von den Trübsalen, die mich umringten; vonö der Gewalt der Flamme, welche mich umgab, und daß ich mitten im Feuer nicht bin verbrannt wor- den, aus dem tiefen Rachen der Holle, von der? unreinen Zunge, von lügenhafter Rede, von dem boßhaften Könige, und von der ungerechten Zunge. Darum soll meine Seele den Herrn bis8 in den Tod loben;--. denn, 0 Herr! du,z errettest, die auf dich hoffen, und erlösest sie aus den Händen der Heiden. Evangelium Match. 26. v. 1—»3. der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- «X? neu Jüngern dieses Gleichniß: Das« Himmelreich wird zehn Jungfrauen gleich seyn, die ihre Lampen nahmen, und dem Bräutigam und der Braut entgegen gingen. Fünf aus ihnen waren thöricht, fünfr aber weise. Die fünf thörichten nahmenb 222 Am Tage-er heiligen Ratharina. zwar ihre Lampen, brachten aber kein Dehl -mit sich. Die weisen hingegen hatten nebst den Lampen auch Oehl in ihren Gefäßen Smitgetragen. Da nun der Bräutigam etwas verzog, schlummerten sie alle, und entschlie- 6fen. Um Mitternacht aber erhob sich ein Geschrey: Sehet, der Bräutigam kommt, 7gehet ihm entgegen. Da standen alle diese Jungfrauen auf, und nisteten ihre Lam- 8pen zu. Die thörichten aber sprachen zu den weisen: Gebet uns von eucrm Oehle; denn yunsere Lampen verlöschen. Da antworteten die weisen, und sprachen: Damit es nicht vielleicht uns und euch gebreche, so gehet vielmehr hin zu denen, die es verkau- lofen, und kaufet es euch. Indem sie aber hin gingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm zur Hochzeit hinein, und die Thür wurde ge- i»schloffen. Endlich aber kamen auch die andern Jungfrauen, und sagten: Herr, Herr! ismach uns auf. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich sage ich euch, ich kenne »Zeuch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde. ssZ An den Festtagen der Heiligen insgemein. Am Feste eines Märterers und Bischofs. Epistel Iacsbi. 2. V. 12—18. Allerliebste! Selig ist der Mann, der die Dersu-»» chung mit Geduld überträgt; denn, nachdem er wird gcprüfet seyn, wird er die Krone des Lebens, welche Gott denen, die ihn lieben, verheißen hat, erlangen. Niemand sage, wenn erl3 versuchet wird, daß er von Gott versuchet werde; denn Gott reihet nicht zum Bösen, versuchet nie- wanden, sondern ein jeder wird versuchet, w-nni- er von seiner Begierde angereihet und gelocket wird. Wenn hernach die Begierde empfangen bat,r5 gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollbracht ist, gebiert den Tod. Irret also nicht,16 meine liebsten Vrüder: denn alle vortreffliche Gna-i» den, und alle vollkommene Gaben kommen von^ oben herab, von dem Vater des Lichts, bey welchem keine Veränderung, noch ein Schatten der Abwechselung gefunden wird. Denn er hat unS fr?pwil-i8 lig durch das Wort der Wahrheit geboren, aus daß wir gleichsam die Erstlinge seiner Geschöpfe seyn sollen. Evangelium Luc. 14. v. 26—33. LHn der Zeit sprach der Herr Jesus zusö dem Volke: Wenn jemand zu mir kommt, und seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Bruder und Schwestern, ja sogar An den Festtagen 22- sein Leben nicht hasset, der kann mein Jütt* 27ger nicht seyn; und wer sein Kreuz nicht trägt, und mir nicht folget, der kann mein »krIünger nicht seyn. Denn wer ist unter euch, der, wenn er einen Thurm bauen will, sich nicht zuvor niedersetzet, und die Kosten, welche dazu nöthig sind, berech- synet, ob er auslangen könne? damit nicht etwa, nachdem er den Grund geleget hat, und den Bau nicht ausführen kann, alle, die 3oes sehen, ihn zu verspotten anfangen, und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen, und hat es nicht ausführen kön- Zinen. Oder welcher König wird, wenn er ausziehen, und wider einen andern König Krieg führen wil», nicht zuvor sitzen, und bedenken, ob er mit zehn tausend demjenigen begegnen könne, der mit zwanzig Zrtausend wider ihn anzieht? Sonst schicket er Gesandte, da jener noch weit entfernet 33ist, und bittet um Frieden. Also kann auch keiner unter euch, der nicht allem, was er hat, entsaget, mein Jünger seyn. Die zweyte Lection. 2. Epistel an die Lsrinther. i. v. 3-—7. ZATrüder! Gebenedept sey Gott und der Vater un- fers Herrn Jesu Christi, der Vater der Barm- /^Herzigkeit, und Gott alles Trostes, der uns in allen Widerwärtigkeiten tröstet, auf daß wir selbst dieje» nigen, welche in allerley Bedrängnissen sind, durch die Ermahnung, durch welche auch wir von Gott er- Hmahnet werden, trösten können. Denn gleichwie das Leiden Christi in uns im Überflüsse sich vermehret, der heiligen insgemein. 225 also, und um so viel vermehret sied unser Trost durch Christum. Leiden wir nun Trübsale, so ge- 6 schieht es euch zur Ermahnung und zum Heile; werden wir aber getröstet, so geschieht es euch zum Troste; oder so wir ermähnet werden, so ge- geschieht es euch zur Ermahnung und zum Heile, welche Ermahnung in euch wirket', daß ihr mit Geduld das Nähmliche leidet, was wir auch ausstehen, damit unsre Hoffnung für euch gegründet sey; weil wir wissen, daß, gleichwie ihr Mitgenossen 7 des Leidens seyd, ihr es auch des Trostes werden sollet in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium Match. l6. V. 24— 27. j>n der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei-z. 7" d*" Sünden errettet, sie ist auch mit ihm -4ln das Gefängniß gegangen, und hat ihn in den Van. den nicht verlassen, bis sie ihm den Reichszepter, und die Gewalt wider diejenigen gab, welche ihn unter- drucket hatten; sie gab auch zu erkennen, daß diese, welche ihn entehret hatten, Lügner waren, und der Herr, unser Gott, gab ihm ewige Herrlichkeit. Evangelium Matth. io. V. 34— 42. Ltzn der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- 34«v) neu Jüngern: Glaubet nicht, ich sen gekommen, Friede auf Erden zu bringen- nicht den Frieden, sondern das Schwert 35bm ich zu bringen gekommen. Denn ich bm gekommen, den Menschen von seinem Vater, die Tochter von ihrer Mutter, und die Schnur von ihrer Schwieger zu tren- 36nen. Und des Menschen Feinde werden kleine eigene Hausgenossen seyn. Wer Va- der heiligen insgemein. 227 ter und Mutter mehr als mich liebet, der ist meiner nicht werth; und wer seinen Sohn oder seine Tochter mehr als mich liebet, der ist meiner nicht werth. Und wer seinzg Kreuz nicht auf sich nimmt, und mir nachfolget, der ist meiner nicht werth. Werzy sein Leben erhält, der wird es verlieren; und wer sein Leben um meinetwillen verlieren wird, der wird es finden. Wer euch^o aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten^, als einen Propheten aufnimmt, der wird den Lohn eines Propheten empfangen; und wer einen Gerechten als einen Gerechten aufnimmt, der wird den Lohn eines Gerechten empfangen. Wer aber einem von-r diesen Geringsten einen Becher kalten Wassers deßwegen reichen wird, weil er mein Jünger ist, wahrlich sage ich euch, dem wird es nicht unbelohnt bleiben. Die zweyte Lection. 2. Epistel an den Timorheus. 2. v. 8.— io. und 3. v. ro— 12. Nfllerliebste! Seyd eingedenk, daß der Herr Je- 8 sus Christus, der ein Sohn Davids ist, wieder von den Todten auferstanden ist, wie mein Evangelium lehret, um welches willen ich als ein Übel- thäter sogar die Bande leide; das Wort Gottes 9 aber ist nicht gebunden. Darum leide ich alles um,o der Auserwählten willen, auf daß sie auch die Seligkeit erlangen, die mit der himmlischen Herr. lichkeit in Christo Jesu ist. P 2 228 An den Zesttagen 10 Du aber kennst meine Lehre, meine» Unterricht, Vorsatz, Glauben, meine Langmuth, Liebe, Gc. nduld, Verfolgung und Leiden, die mir zu Antio-- chien, Ironien und Lpstris widerfahren sind; was ich daselbst für Verfolgung ausgestanden habe, und wie mich der Herr aus allen diesen errettet hat. ksAlle, die da fromm in Christo Jesu leben wollen, werden Verfolgungen auszustehen haben. (Das Evangelium wie oben S. ss6.) Die dritte Lection. Epistel Iacobi. i. v. 2— ,3. 2 Allerliebste! Achtet es für die größte Freude, ryenn ihr in mancherley Versuchungen fallet, und o wisset, daß die Bewahrung eurrs Glaubens Geduld 4 wirke; die Geduld aber ist in ihren Werken vollkon» men, auf daß ihr vollkommen und ganz seyd, und Z keinen Mangel habet. Ist aber jemand unter euch, der Weisheit vonnothen hat, der bitte Gort dar» um, der einem jeden reichlich und ohne Dorwurf ß gibt, so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber mit Glauben, und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der ist den Wellen des Meeres gleich, welche von dem Winde beweget, und hin und her 7 getrieben werden. Darum gedenke ein solcher Mensch mir nicht, daß er etwas von dem Herr» 8 erlangen werde. Ein Mann eines zwexfachen Herzens ist in allen feinen Wegen unbeständig. y Ein niedriger Bruder aber rühme sich in seiner Er» lohöhung,«nb ein Reicher in seiner Erniedrigung; nbenn er wird wie eine Grasblume vergehen.. Denn gleichwie, da die brennende Sonne aufgeht, das Gras verwelket, seine Blumen abfallen, und die Schönheit seiner Gestalt vergeht; also wird auch i gder Reiche auf seinen Wegen verdorren. Selig ist der Mann, der die Versuchung mit Geduld über» trägt; denn, nachdem er wird geprüfet seyn, wird er — der heiligen insgemein. z die Krone des Lebens, welche Gott denen. diHn l-eden, verheißen hat, erlangen.' (Das Evangelium wie oben S. ss6.) Die vierte Lection. 1. Epistel petri. 4. v. ,3— 19. Ksllerliebste! Erfreuet euch vielmehr, daß ihr also, Z des Leidens Jesu Christi theilhast geworden N' auf daß ihr euch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit auch erfreuen und frohlocken mö get. Selig seyd ihr, wenn ihr wegen des Nah-'4 mens Christi gesihmähet werdet; denn die Ehre, die Herrlichkeit, die Stärke Gottes und fein Geist ^hen auf euch. Niemand unter euch leide alsl5 Mörder, oder Dieb, oder Lästerer, oder als des Gutes begierig. Leidet er aber als eiii,6 l.yrist, so sihame er sich nicht, sondern preise Gott .Denn es ist Zeit, daß das, 7 Gericht Gottes an feinem Hause anfange; wenn es aber zuerst an uns anfängt, was wird es für -Annehmen, welche dem Evange- lio Gottes nicht glauben? Und wenn der Ge-.« rechte kaum selig wird, wo will der Gottlose und der Sünder erscheinen? Darum sollen auch die„„ welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre See- pfehlen" freuen Schöpfer durch gute Werke ein. (Das Evangelium wie oben G. 301.) Am Festtage eines Märterecs zur österlichen Zeit. lD" Epistel w'e oben am Festtag- der heiligen Apostel Philipp, und Jacobi. S.>8g und K84) 2Z0 An den Zesttagen Evangelium Ish. i5. v. t— 7' j^>n der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- l neu Jüngern. Ich bin der wahre Wem- stock, und mein Vater ist der Weingärtner. r Einen jeden Rebzweig, der in mir ist, und nicht Frucht bringet, wird er hinweg nehmen, und einen jeden, der Frucht bringt, wird er reinigen, damit er mehr Frucht ; bringe. Ihr seyd jetzt rein wegen der Worte, ; die ich zu euch gesaget habe. Bleibet also in mir, und ich in euch. Gleichwie em Rebzweig von sich selbst nicht Frucht bringen kann, er bleibe denn an dem Wemstocke, also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir 5 bleibet. Ich bin der Wemstock, ihr seyd die Rebzweige: wer in mir bleibt, und ich in ihm, der bringt viele Frucht: denn ohne 6 mich könnet ihr nichts thun. Wer aber m mir nicht bleiben wird, der wird wie die unnützen Rebzweige hinaus geworfen werden; er wird verdorren, man wird ihn auflesen, in das Feuer werfen, und verbren- 7 nen. Wenn ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben werden, so könnet ihr bitten, um was ihr wollet, und es wird euch alles gegeben werden. Am Festtage vieler Matterer zur österlichen Zeit. /Die Epistel und das Evangelium wie oben am Festtage des heiligen Marterers Florian. G. i87 und 188.) der Zeitigen insgemein. si j Die zweyte Lection. Lection a.-. Vffenb. ,9. v. i—9. l^n den Tagen darnach horte ich wie eine Stim., ^ Scharen im Himmel, welche sag. M,: Allein,a, Heil, Ehre und Macht sey unserm Gott; denn seine Gerichte sind wahrhaft und ge- z recht, da er die große Hure verurtheilet, welche durch ihre Unzucht die Erde verderbet, und das Llnt se,ner Knechte an ihren Handen gerächet hak. Und sie sprachen abcrmahls: Alleluja. Denn ihr Z Kauch steigt in alle Ewigkeit auf. Alsdann fielen die vier und zwanzig Ältesten sammt den vier Thie.^ ren nieder, betheten Gott an, der auf dem Throne saß, und sprachen: Amen, Alleluja. Und es ging e,ne Stimme von dem Throne heraus, welche sag- te: Lobet unsern Gort alle seine Diener, und die ihr ihn furchtet, kleine und große. Und ich hörte ei wie eme Stimme einer großen Schar, und wie eine Stimme vieler Wasser, und wie eine Stimme starker Donner, welche sprachen: Alleluja! denn der H-rr, unser Gott, der Allmächtige, herrscht. Las- 7 set uns fröhlich seyn und frohlocken, und lasset^ uns ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist heran gekommen, und seine Braut hat sich bereitet, und ihr ist erlaubt worden, sich mit 8 kostbarer, glänzender und weißer Leinwand zu be. kleiden; die kostbare Leinwand aber sind die ge. rechten Werke der Heiligen. Und er sprach zu mir:„ Ochreib, selig sind diejenigen, welche zu dem^ Abendmahle der Hochzeit des Lammes berufen sind. Evangelium Johann. ,6. v. so— 22. der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- neu Zungeru: Wahrlich, wahrlich20 sage lch euch: Ihr werdet weinen und seufzen, die Welt aber wird sich erfreuen; ihr r3r An den Zesttagen werdet traurig seyn, aber eure Traurigkeit siwird in Freude verwandelt werden. Ein Weib, wenn es gebiert, ist traurig, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, so gedenket sie nicht mehr an die Angst wegen der Freude, daß 22ein Mensch zur Welt geboren wurde. Und ihr seyd jetzt auch traurig; ich aber werde euch wieder sehen, euer Herz wird sich erfreuen, und eure Freude wird euch von niemanden entzogen werden. Am Festtage vieler Matterer außer der österlichen Zeit. Aection a. d. Buche der Weisheit. 3. v.»— 8. 1<5>ie Seelen der Gerechten sind in der Hand Gor- tes, und die Pein des Todes wird sie nicht 2 berühren. Sie schienen zwar in den Augen des Thoren zu sterben, ihr Hintritt wurde für eine Strafe Z und ihre Entfernung von uns für eine Vertilgung . gehalten; sie aber sind im Frieden. Denn obschon ^ sie vor den Menschen Pein gelitten Haben, so ist « doch ihre Hoffnung voll der Unsterblichkeit. Sie sind ein wenig geplaget worden, aber viel Gutes wird ihnen widerfahren; denn Gott hat sie ver- 6 suchet, und sie seiner würdig befunden. Er hat sie wie das Gold im Feuerofcn geprüfet, und als ein Brandopfer angenommen; zu seiner Zeit aber wird 7 er auf sie sehen. Die Gerechten werden leuchten, und wie die Funken im Rohre hin und her lau- 8 fen. Sie werden die Heiden richten, und über dir Völker herrschen, und der Herr wird ewig über sie regieren. der Zerlegen insgemein. 233 Evangelium Luc. 21. v. 9—»9. LHn der Zeit sprach der Herr Jesus zu seinen 9 -v) Jüngern: Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen hören werdet, so entsetzet euch nicht; denn dieß muß zuvor geschehen, das Ende aber wird nicht gleich folgen. Alsdann sprach er zu ihnen: Es wird sich eirno Volk wider das andere, und ein Königreich wider das andere erheben; und es werdern» hin und wieder große Erdbeben, Pest, Hunger, Schrecken, und große Zeichen am Himmel seyn. Vor diesem allen aber werden^ sie ihre Hände an euch legen, euch verfolgen, in die Synagogen und Kerker überantworten, und euch vor Könige und Landpfleger um meines Nahmens willen ziehen; dast Z wird euch aber zum Zeugnisse widerfahren. So nehmet nun zu Herzen, daß ihr euch 14 nicht zuvor bedenken sollet, wie ihr antworten wollet; denn ich will euch Mund 15 und Weisheit geben, welchen alle eure Widersacher nicht werden widerstehen, noch widersprechen können. Ihr werdet aber»6 von den Aeltern und Brüdern, Verwandten und Fremden überantwortet werden, und sie werden etliche von euch todten, und je-'7 dermann wird euch um meines Nahmens willen hassen; es wird aller kein Haar vorn 8 euerm Hanpt verloren gehen. Durch eure Geduld werdet ihr eure Seelen erhalten.»9 234 An den Festtagen Die zweyte Lection. Lection a. d. Buche der weish. 5. v. 16.— 20. Gerechten aber werden in Ewigkeit leben, und ihre Belohnung ist bep dem Herrn: der Allerhöchste wird auch Sorge für sie tragen. »^Daher werden sie ein herrliches Reich und eine zierliche Krone von der Hand des Herrn empfangen; denn er wird sie mit feiner rechten Hand bedecken, und mit seinem heiligen Arme beschirmen, l oSein Eifer wird die Waffen ergreifen, um die Ge- schöpfe zu bewaffnen, um sich an seinen Feinden zu lyrischen. Er wird die Gerechtigkeit wie einen Har- nisch anlegen, und ein unverfälschtes Urtheil wie zoeinen Helm aufsetzen. Den unüberwindlichen Schild, feine Gerechtigkeit, wird er ergreifen. Evangelium Luc. 6. v. 17— 23. 17LHN der Zeit ging der Herr Jesus vom «>) Berge herab, stand in dem flachen Felde, die Schar seiner Jünger mit ihm, und eine große Menge des gemeinen Volkes aus dem ganzen Judenlande, von Jerusalem, aus der Gegend am Meere, von Tyrus und i8Sidon, welche gekommen waren, ihn zu hören, und von ihren Krankheiten geheilet zu werden; und die von den unreinen Geistern geplaget wurden, denen ward geholfen. »yUnd alles Volk suchte ihn anzurühren: denn es ging eine Kraft von ihm aus, und romachte ste alle gesund. Und er hob die Augen über seine Jünger auf, und sprach: Seflig seyd ihr Armen; denn euer ist das 2 l Reich Gottes. Selig seyd ihr, die ihr jetzt der heiligen insgemein. -35 Hunger leidet; denn ihr werdet gesättiget werden. Selig seyd ihr, die ihr jetzt weinet; denn ihr werdet lachen. Selig seyd ihr,rr wenn euch die Menschen hassen, von sich absondern, schmähen, und euern Nahmen wegen des Menschen Sohnes wie ein Uebel verwerfen. Freuet euch an demselben Tage,r3 und frohlocket; denn sehet, euer Lohn ist groß in dem Himmel. Die dritte Lection. Epistel an die Hebräer. 10. V. 32— 38. A>rüder! Gedenket an die vorige Zeit, in wel.32 cherihr, nachdem ihr seyd erleuchtet worden, in vielen Leiden gekampfet habet, und zum Theile33 durch Schmach und Trübsale zum Schauspiele geworden seyd, zum Theile Gesellen derer wäret, die eben einen solchen Wandel geführet haben; denn43 ihr habet Mitleiden mit den Gefangenen gehabt, und den Raub eurer Güter mit Freuden ertragen, weil ihr erkennet, daß ihr ein besseres und blei- bendes Gut habet. Verlieret also eure Hoffnung35 nicht, die eine große Belohnung zu erwarten hat; denn die Geduld ist euch nöthig, auf daß ihr durch36 Vollziehung des Willens Gottes die Verheißung erlanget. Nur noch eine kurze Zeit, so wird kom-g? men, der kommen soll, und er wird nicht säumen. Aber ein Gerechter lebet aus dem Glauben. Z8 Evangelium Matth. 24. V. 3— i3. LHn der Zeit, da der Herr Jesus auf dem 3 «X) Oehlberge saß, träte« seine Jünger in Geheim zu ihm, und sprachen: Sage uns, wann wird dieses geschehen, und welches rZ6 An den Festtagen , Zeichen deiner Ankunft, und des - Endes der Welt seyn? Jesus antwortete und sagte zu ihnen: Sehet zu, daß euch s niemand verführe; denn es werden viele um Nahmen kommen, und sagen: 3ch chil Ehristus; und ste werden viele ver- 6 fuhren. Ihr werdet auch von Schlachten und Krregsgerüchten hören. Habet Acht, daß ihr euch nicht schrecken lasset; denn es muß also geschehen, aber dieß ist noch nicht 7 das Ende. Denn es wird ein Volk wider das andere, und ein Königreich wider das andere aufstehen, und es werden Pest, Hun- ger und Erdbeben an verschiedenen Orten 8 seyn. Dieß alles aber ist nur ein Anfang 9 der Schmerzen. Alsdann werden ste euch df" Abutt" überliefern, euch tödten, und alle Volker werden euch um meines Nab- lomens willen hassen. Es werden sich alsdann viele ärgern; einer wird den andern vermuthen, und ste werden einander hassen. Es werden auch viele falsche Propheten aufstechen, und viele Leute verführen; und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, so "wird die Liebe bey vielen erkalten. Wer aber bis zumEnde verharret, der wird selig werden. Die vierte Lection. Lection a. d. Luche-er weish. i o. v. ,7.— so. hat den Gerechten die Belohnung ihrer Ar. ^ Veit gegeben, und sie auf einer wunderbaren ^ öer heiligen insgemein. 287 den^"d-^l-uchL; ^LLWSS:: E»'d"'LP1'?'LÄ'LL (Das Evangelium wie oben S.siz.) Die frinfte Lection. Epistel an die Römer« 5. v. I—§ E^öerecktslÄa^" x aus dem Glaube'» sind, X, öerecytserttgel worden, so lasset uns mit tNn..l u»„» H,„n z,sum«hnst»„zr?.dm»ob,» nun wirket Prüfung, die Prüft,na wirk/^??^ Lk.KM.§7,rrÄi.?8'b- "''"V./Ls^L-8^' Die sechste Lection. ' P5n-ft-n L'A)"""""»».ch Lvan-elium Luc. ,1. v. 47— 5,. 5^n der Zeit sprach der Herr«^estis... Lf den Schnstaclehrt-n UZ Phartsäern" A^ehe euch! d>e ,1-r die Gräber der Provbe-a» >°n bauet, tue eure Väter g-tSdte- 238 An den Zesttagen -8Wahrlich, ihr bezeuget damit, daß ihr m die Werke eurer Vüter williget; denn jene haben sie zwar gelobtet, ihr aber bauet ihre LoGräber. Darum hat auch die Weisheit Gottes gesaget: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und von denselben öowerden sie einige tödten und verfolgen, damit von diesem Geschlechte das Blut aller Propheten gefordert werde, welches vom 5,Anfange derWelt ist vergossen worden; von dem Blute Abels an bis auf das Blut des Zacharias, der zwischen dem Altare und dem Tempel umgekommen ist. Also sage ich euch, daß es von diesem Geschlechte wird gefordert werden. Die siebente Lection. (Sich die Lection am i. Fastensonntage S. 4l) Evangelium Luc. io. v. i6— 20. §Vn der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- »6-^H ncn Jüngern: Wer euch höret, der höret mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer mich aber verachtet, der 1^erachtet den, der mich gesandt hat. kamen aber die zwey und siebenzig wieder mit Freuden zurück, und sagten: Herr, m deinem Nahmen sind uns auch die Teufel i8unterwsrfen. Und er sprach zu ihnen: sah den Satan wie einen Blitz vom Himnm »yfallen. Sehet, ich habe euch Gewalt gegeben, auf Schlangen und Scorp.onen u geben, und die Kraft des Feindes Mit Fuße» öer heiligen insgemein. zZy ZU treten, und es wird euch nichts schaden. Erfttttet euch aber nicht darum, daß euch- die Geister unterworfen sind, sondern erstellet euch dessen, daß eure Nahmen in dem Himmel aufgezeichnet sind. achte Lection. (Die Epistel wie am Festtage der heil. Martere? Fabiani und Sebastian! S. 171.) Evangelium Luc. is. v. 1— 8 'e"^A-it sprach d-rHerr Jrsus^z» s-i., nen Jüngern: Hüthet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer, welcher Heuche-s ley ist. Denn es ist Nichts so verborgen, daß es nicht offenbar werden, noch so heimlich,3 daß es nicht erfahren sollte. Denn bevm^ geredet habet, das wird beym Lichte gesaget werden; und was ihr ",Kammern ins Ohr geredet habet, das den Dächern verkündigen.4 Deßhalben sage ich euch, meine Freunde: Lasset euch nicht von denen, welche den Leib toeten, und darnach weiter nichts mehr tbun5 onnen, schrecken. Ich will euch aber 7- gen, wen chr furchten sollet: Fürchtet den- Achgen, welcher, nachdem er getödtet, auch Macht hat, m die Hölle zu werfen. Ja, ichs ni^t T fürchtet. Verkaufet man fünf Sperlinge um zwey Pfenmae? und nicht einer von ihnen ist vor Gort ver-7 seifen. Ja, es sind auch die Haare auf euerm Haupte alle mit einander gezählet. Darum8 furchten; ihr seyd ja mehr werth, als viele Sperlinge. Ich aber 24g An den Festtagen sage euch: Einen jeden, der mich vor den Menschen bekennen wird, wird des Menschen Sohn auch vor den Engeln Gottes bekennen. Die neunte Lection. Lection a. Offenbar. Ioh. 7 v.»3— 17. l3L>n den Tagen fing einer von den Ältesten an zu reden, und sprach zu mir: Wer find diese, wel- che mit den langen weißen Kleidern bekleidet find? l Lund woher sind sie gekommen? und ich sagte zu ihm: Das weißt du, mein Herr. Da sagte er zu nur: Dieß sind diejenigen, welche aus großen Trübsalen gekommen sind; sie haben ihre Kleider gewaschen, . liund in dem Blute des Lammes g-reiniget. Darum sind sie vor dem Throne Gottes, und dienen ,hm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf ,gdem Throne sitzet, wird unter ihnen wohnen. Sie werden hinfort weder Hunger noch Durst mehr lei. den, es wird sie weder die Sonne, noch einige .„Hitze plagen. Denn das Lamm, welches mitten 7 auf dem Throne ist, wird sie regieren; es wird sie zu dem lebendigen Wasserbrunnen fuhren, und Gott wird alle Thränen von ihren Augen trock- nen. Am Festtage eines Bischofes und Beichtigers. (Die Epistel wie oben S. r»/.) Evangelium Matth. 25. V. 14- 23. lüL^n derZeit sprach der Herr Jesus zu seinen evZ Jüngern dieses Gleichniß: Der Herr ist wie ein über Land reisender Mensch, der heiligen insgemein. 341 der seine Knechte zu sich berief, und ihnen seine Güter übergab. Einem gab er fünfi5 Talente, dem andern zwey, und dem dritten eines, einem jeden nach seiner Fähigkeit, und zog alsogleich hinweg. Da ging 16 der, welcher fünf Talente empfangen hatte, hin, handelte damit, und gewann andere fünf Talente. Deßgleichen gewann auch,17 der zwey Talente empfangen hatte, zwey andere damit. Der aöer nur eines empfan-18 gen hatte, ging hin, machte eine Grube m die Erde, und verbarg das Geld seines Herrn darein. Nach einer langen Zeit aberiy kam der Herr dieser Knechte, und hielt Rechnung mit ihnen. Da trat, der dieso fünf Talente empfangen hatte, herzu, legte fünf andere Talente dar, und sprach: Herr, du hast mir fünf Talente übergeben, steh, ich habe fünf andere darüber gewonnen. Und sein Herr sagte zu ihm: Wohl-2» an, du guter und getreuer Knecht, weil du m Wenigem getreu gewesen bist, so will ich dich über Viel setzen, genieß der Freude deines Herrn. Es trat auch herzu, der dies 2 zwey Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwey Talente übergeben, steh, ich habe damit zwey andere gewonnen. Und sein Herr sagte zu ihm: Wohlan dmZ guter und getreuer Knecht, weil du in Wenigem getreu gewesen bist, so will ich dich über Viel setzen, genieß der Freude deines Herrn. Evang. u. Epist. O L-2 An den Festtagen Die zweyte Lection. Epistel an die Zebrcker. 7. v. 23— 27. 2ZALrüder! Es wurden viele Priester, weil ihnen der Tod es zu bleiben verwehrte; Jesus aber, weil ^er ewig bleibt, hat auch ein ewiges Priesterthum. 25Daher kann er allezeit diejenigen, die durch ihn zu Gott treten, selig machen, weil er immer lebt, Lüfur uns zu bitten. Denn es geziemte sich, daß wir einen solchen hohen Priester hätten, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgeson» 27derl, und hoher als die Himmel wäre, der nicht täglich, wie jene Priester, erstlich für seine eigene Sünden, hernach für die Sünden des Volkes Opfer schlachten muß; denn dieß hat er ein Mahl gethan, da er sich selbst aufgeopfert hat, Jesu- Ehristus, unser Herr. Evangelium Match. 24. V. 42— 47. 42LHN der Zeit sprach der Herr Jesus zu sei- neu Jüngern: Wachet; denn chr wisset nicht, zu welcher Stunde euerHerr kommen 43wird. Das sollet ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüßte, an welcher Stunde der Dieb kommen würde, würde er freylich wachen, und in sein Haus nicht einbrechen Massen. Darum seyd auch ihr bereit; denn des Menschen Sohn wird zu einer euch unbekannten Stunde kommen. Wen haltet ihr aber für einen treuen und klugen Knecht, den sein Herr über sein Hausgesind bestellet hat, daß er ihnen Speise zu rechter Zeit 46reicbe? Selig ist derselbe Knecht, den sein Herr bey seiner Ankunft in solcher Verfassung findet. Wahrlich, sage icb euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. der heiligen insgemein. 243 Die dritte Lection. Epistel an die Hebräer. 4. V. 1— 4. A)rüder! Ein jeder hoher Priester wird auS den» ^ Menschen genommen, und für die Menschen in den Dingen, die Gott angehen, bestellet, damit er Gaben und Opfer für die Sünde opfere; der Mit-2 leiden mit denen haben könne, die unwissend sind, und irren, weil er selbst mit Schwachheit umgeben ist; darum muß er für sich selbst, wie für das Volk,3 das Opfer für die Sünden entrichten. Niemand^ aber eignet sich selbst diese Ehre zu, sondern wer von Gott wie Aaron berufen wird. Die vierteLection. Epistel an die Üebrä'er. i3. v. 7— 17. K^rüderl Gedenket an eure Vorsteher, die euch7 das Wort Gottes geprediget haben; sehet den Ausgang ihres Wandels an, und folget ihrem8 Glauben. Denn Jesus Christus war gestern, und ist heute, und wird in Ewigkeit sepn. Lasset eucho durch mancherley und fremde Lehren nicht verführen; denn es ist sehr gut, mit der Gnade, und nicht mit Speisen das Herz starken, von welchen diejenigen keinen Nutzen ziehen, die darin gewandelt sind. Wir haben einen Altar, von welchem die 10 Diener des Tabernakels zu essen keine Macht haben. Denn die Leiber derjenigen Thiere, deren Blut fürn die Sünde durch den hohen Priester zum Heilig, thume getragen wird, werden außer dem Lager verbrannt. Darum hat auch Jesus außer dem Thoreis gelitten, damit er das Volk durch sein Blut heiligte. So lasset uns zu ihm vor das Lager Hin-i3 aus gehen, und seine Schmach aus uns nehmen. Denn wir haben hier keine bleibende Statte, son->4 dern wir suchen die zukünftige. Deßwegen lasset unsi4 Gott durch ihn allezeit ein Lobopser bringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Nahmen preisen. Vergesset aber der Gutthätigkeit und Mit-»6 O 2 244 An den 8esttagen theilung nicht; denn mit solchen Opfern wird >7Gott versöhnet. Gehorchet euern Vorstehern und sepd ihnen unterthänig; denn sie wachen als Leute, die für eure Seelen Rechenschaft ge- den sollen. (Das Evangelium wie oben S. 217-) Am Festtage eines Lehrers. (Die Epistel und daS Evangelium wie oben S. 204.) Die zweyte Lection. Lektion au» dem Siirach. 3y. V. 6— l4- 6rüder! Was mir ein Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden gehalten. 8Ja, ich achte auch alles für Schaden gegen die vortreffliche Erkenntniß Jesu Christi, meines Herrn, um dessen Willen ich in allen Dingen Schaden ge- litten habe, und achte es wie Koth, damit ich Chri- ystum gewinne, und in ihm gefunden werde, nicht mit meiner gesetzlichen Gerechtigkeit, sondern mit der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben Jesu Chri- I -er heiligen insgemein. 247 st, kommt, und welche aus Gott durch den Glau. den entspringt, auf daß ich ihn, die Kraft seinerro Auferstehung, und die Gemeinschaft seines Leidens erkenne, und seinem Tode gleichförmig werde, damit ich auch zu der Auferstehung der Todten" einiger Maßen gelange; nicht als ob ich es schon'2 erreichet hatte, oder schon vollkommen wäre, son- dern ich bestrebe mich, wie ich dessen immer hab. haft werden möge, seit dem Christus Jesus sich meiner bemächtiget hat. (Das Evangelium wie oben. S. ai8) Am Festtage eines Abtes. Die Epistel wie am Festtage des heiligen Joseph. Lection a. d. Sirach. S. 179. Das Evangelium wie oben S. 17Z. Am Festtage einer Jungfrau und Wärterinn. (Die Epistel und daS Evangelium wie oben S. aai.) Die zweyte Lection. Lectrsn aus dem Sirach. 5l. V. i3—»7. ^err, mein Gott! du hast meine Wohnung auf der r Z Erde erhöhet, und ich habe um Errettung von dem eindringenden Tode gebethen. Ich Haber4 den Herrn, den Vater meines Herrn, angerufen, daß er mich zur Zeit meiner Trübsale nicht verlasse, noch seine Hülfe zur Zeit, wenn die Hoch- müthigen herrschen, entziehe. Deinen Napmen«^ 2-8 An den Kesttagen will ich unaufhörlich loben, und ihn mit Danksa. gung preisen; denn mein Gebeth ist erhöret wor- »öden. Du hast mich aus dem Verderben gerettet, ,7und mir in böser Zeit ausgeholfen. Darum will ^jch dir Dank und Lob fingen, und deinen Nahmen preisen, Herr, unser Gott! (Das Evangelium wie oben S. 199.) Am Festtage einer heiligen Jungfrau, die keine Wärterinn ist. 1. Epistel an die Lorinth- 20. v. 17— 18. und 11. V.»— 2. »75V>rüder! Wer stch rühmet, der rühme stch in dem Herrn. Denn wer stch selbst lobet, ist deßwegen nicht bewähret, sondern den Gott lobet. » Wollte Gott, ihr hieltet mir meine Thorheit ein zwenig zu gute! Habet Geduld mit mir: denn ich eifere um euch mit dem Eifer Gottes, weil ich euch mit einem Manne, und der ist Christus, vermahlet habe, den ich euch als eine keusche Jungfrau einhändige. (Das Evangelium wir oben S. ssi.) Die zweyte Lektion. Epistel an die Lorinther. 7. V. 25— 84. zZttrrüder! von den Jungfrauen habe ich kein Ge- both des Herrn: ich gebe aber einen Rath, als einer, der Barmherzigkeit von dem H^rn.ei^ Lvlanget hat, getreu zu seyn. Deßwegen halte ich dafür, daß solches wegen der vorstehenden Noth gut sey; denn es ist dem Menschen gut, also zu 27scpn. Bist du nun an ein Weib gebunden, so suche ihrer nicht los zu werden, bist du aber frep der heiligen insgemein. L-y yom Weibe, so suche kein Weib. Wenn du aber28 ein Weib nimmst, so sündigest du nicht; wennauch eine Jungfrau einen Mann nimmt, so sündiget sie nicht: allein solche werden Trübsale deS Fleisches zu leiden haben; ich aber verschone euch. Deß-sy wegen sage ich dieses, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz; so ist nun übrig, daß diejenigen, die Weiber haben, so seyn, als wenn sie keine hätten: die3o weinen, als weineten sie nicht; die sich erfreuen, als ersreueten sie sich nicht; die kaufen, als besäßen sie es nicht; und die sich dieser Welt ge-3» brauchen, als gebraucheten sie sich derselben nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. Ich will32 aber, daß ihr ohne Sorge seyd. Wer ohne Weib ist, der sorgt für das, was des Herrn ist, wie er Gott gefalle. Wer aber ein Weib hat, der sorgt33 für das, was der Welt ist, wie er seinem Weibe gefalle, und ist zertheilet. Ein Weib, das keinen34 Mann hat, und eine Jungfrau sorgen für das, was deS Herrn ist, daß sie am Leibe und am Geiste in Jesu, unserm Herrn, heilig seyn. (Das Evangelium wie oben S. 199.) Am Festtage einer heiligen Wärterinn, die keine Jungfrau ist. (Die Epistel wie oben S. ssi, das Evangelium S. i9S> Am Festtage einer Witwe. (Die Epistel wie oben S. 197, das Evangelium aber S. 199.) s5o An den Festtagen Die zweyte Lection. ».Epistel an den Timoth. 5.V. 3— 10. „Allerliebster! Ehre die Witwen, welch- wahre 3A, Witwen sind. Wenn aber eine Witwe Kinder -oder Kindeskinder hat, so soll sie, zuvor ihr eigenes Haus regieren lernen, und den Altern Gleiches mit Gleichem vergelten; denn das ist vor Gott ange- 5nehm. Welche aber eine wahre Witwe und verlchsen ist, die soll ihr Vertrauen auf Gort seyen, und Lag Sund Nacht mit Flehen und Bethen anhalten. Denn welche in Wollüsten lebt, die ist lebendig todt. 7Und dieß sollst du gebiethen, auf daß sie unsträflich 8sevn- Denn wenn jemand für die Seinigen, und m- sonderheit für seine Hausgenossen nicht Sorge tragt, der hat den Glauben verleugnet, und»st arger a»s ,^rin Ungläubiger. Es soll keine Witwe unter sechzig ^Jahren dazu erwählet werden, und die nur eines »oMannes Weib gewesen ist; sie soll mit dem Zeug. niste guter Werke versehen seyn, daß sie ihre Km. der wohl erzogen habe, daß sie gastfrey gewesen sey, die Füße der Heiligen gewaschen habe, den Nothleidenden, an die Hand gegangen sey, und sich allerley guter Werke angenommen habe. (Das Evangelium ist das vorhergehende). Am Feste der Kirchenweihe. Lection a.-. Offenbarung 21. v. 2— 5. 2t>n den Lagen sah ich, Johannes, die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren; sie war wie eine Braut sezieret; die Zfür ihren Bräutigam geschmücket ist. Und ich horte eine starke Stimme von dem Throne herab, die sprach: Sieh da den Tabernakel Gottes bey den Menschen, und er wird bey ihnen wohnen; sie -werden sein Volk seyn. Gott selbst wird bey u-nen und ihr Gott seyn. Gott wird alle Thränen von der heiligen insgemein. s5i ihren Augen wischen, und der Tod wird nicht mehr seyn: so wird auch weder Trauern noch Geschrey, noch Schmerzen hinfort seyn; denn was zuvor war, ist vergangen. Und der auf dem Throne saß,5 sprach: Sieh, ich mache alles neu. Evangelium Luc. 19. V.»— io. LHn der Zeit als der Herr Jesus zu Jeri-r «o cho ankam, und durch die Stadt ging, sieh, da war ein Mann mit Nahmen Za-r chäus: derselbe war der Vornehmste unter den Zöllnern und reich, und begehrte Je-3 sum zu sehen, und ihn kennen zu lernen, konnte aber vor dem Volke nicht, weil er klein von Person war; daher lief er voraus- und stieg auf einen wilden Feigenbaum, damit er ihn sehen möchte, weil er daselbst vorüber gehen mußte. Und als Jesus zu dem-5 selben Orte kam, schaute er über sich, sah ihn, und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herab; denn heute muß ich in deinem Hause einkehren. Dieser stieg eilend herab, undö empfing ihn mit Freuden. Alle, die das sa-7 hen, murreten und redeten dawider, daß er bey einem Sünder eingekehret sey. Za-8 chäus aber stand, und sagte zu dem Herrn: Sieh, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe: so erstatte ich es vierfach. Uudy Jesus sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, weil dieser auch ein Sohn Abrahams ist; denn des Menschenio Sohn ist gekommen, das Verlorne zu suchen, und selig zu machen. c°) 252 Ein andächtiges Gebeth zu Gott, dem Vater, für das allgemeine Anliegen der ganzen Christenheit nach der Predigt zu sprechen. Hsllmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmli- scherVater, stehe an mit denAugendeiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jammers Elend und Noth. Erbarme dich über alle Christgläubige, für welche dein einge- borner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, in die Hände der Sünder frey- willig gekommen ist, und auch sein kostbares Blur am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Vater! die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefährlichkeiten, schädliche Empörungen, Kriegsrüstung, Theurung, Krankheiten und betrübte armselige Zeiten; erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obersten und Regenten, damit sie alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserm Heile, und zum gemeinen Frieden und Wohlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleih uns, o Gott des Friedens! rechte Vereinigung un Glauben ohne alle Spaltung und Zerrren- nung. Bekehre unsre Herzen zu wahrer Buye und Besserung unsers Lebens. Zünde in uns an dasFeuer deiner Lrebe. Gib uns einen Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben dir angenehm und wohlgefällig seyn. Wir 253 —(o)— bitten auch, wie du willst, o Gott.' daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und elende Christen, für Lebendige und Abgestorbene. Dir sey einmahl empfohlen, o Herr.' all unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur deine Gnade hier genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit dich loben und ehren mögen. Das verleihe uns, Herr, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mir dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Allgemeine Schuld und Bekenntniß der Sünden. LHch, armer Sünder, widersage dem bösen Feinde, allem seinen Eingeben, Rathund That. Ich glaube an Gott den Vater, an Gott den Sohn, und an Gott den heiligen Geist. Ich glaube auch gänzlich, was die allgemeine christliche Kirche zu glauben befiehlt. Mit diesem heiligen katholischen Glauben beichte und bekenne ich Gott, dem Allmächtigen, Mariä, seiner hochwürdigen Mutier, allen lieben Heiligen, und gebe mich schuldig, daß ich von meinen kindlichen Tagen an bis auf diese Stunde oft und viel mit Gedanken, Worten, Werken, und Un- 25- —( o)— terlaffung vieler guter Werke gesündiget habe. Wie dann solches alles geschehen ist, heimlich oder öffentlich, wissentlich oder unwissentlich, wider die zehn Gebothe, in den sieben Todsünden, an den fünf Sinnen meines Leibes, wider Gott, wider meinen Nächsten, und wider das Heil meiner Seele. Solche und alle meine Sünden sind mir leid von Herzen; ich bitte dich darum demüthigst, ewiger barmherziger Gott, du wollest mir deine göttliche Gnade verleihen, mein Leben so lange fristen, bis daß ich hier meine Sünden beichten und büßen, deine göttliche Huld erwerben, und nach diesem elenden Leben die ewige Freude und Seligkeit erlangen möge. Deßhalben klopfe ich an mein sündiges Herz, und spreche mitdem offenen Sünder: O Herr Gott! sey gnädig mir armen Sünder! Amen. Gebeth für dir Landesherrschast. Allmächtiger, ewiger Gott, Herr himmli- scher Vater, in dessen Händen alle Königreiche und Herrschaften sind, denen wir, aus Liebe und Gehorsam gegen dich, treu, untertbänig und gehorsam seyn müssen; laß deineGnade und Barmherzigkeit groß werden über deinen Diener unsern theuersten Kaiser und über das k. k. Erzhaus Österreich, ihre Königreiche und Länder, und alle, die demselben verwandt und zugethan sind; über- 255 —(o)— gieß sie mit deinem göttlichen Segen an ih. rer Seele, Leib, Gm und Habschaften; wende von ihnen alle Versuchungen und Nachstellungen des bösen Feindes ab; bewahre sie sammt ihren Königreichen und Ländern vor allem Unheile, vor Pest, Krieg und Hungersnoth; führe sie aufdem Wege deiner Gesetze und deiner Liebe, damit wir alle nach geen- digtem Laufe dieses vergänglichen Lebens in das deinen Auserwählten gewidmete Reich eintreten, dich allda in der ewigen Glückseligkeit unaufhörlich loben und lieben mögen. Amen. Uebung der göttlichen Tugenden. Uebung des Glaubens. Ich glaube an dich, wahrer, drepeiniger Gott, Va. ter, Sohn, und heiliger Geist, der du alle- erschaffen hast, der du alles erhältst und regierest, der du das Gute belohnest, und das Böse bestrafest. Ich glaube, daß der Sohn Gottes Mensch geworden ist, um unS durch seinen Tod am Kreuze zu erlösen, und daß der heilige Geist durch seine Gnade uns heiliget. Ich glaube und bekenne alles, was Jesus Christus gelehret hat, was die Apostel geprediget haben, und was die heilige römische katholischeKirche uns zu glauben vorstellet. Dieses alles glaube ich, weil du es, o Gott, ge- offenbaret hast, der du die ewige Wahrheit, und unendliche Weisheit bist, welcher weder betriegen, noch betrogen werden kann. O Gott, vermehre meinen Glauben. Hebung der Hoffnung. Ich hoffe und vertraue auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit» o Gott, daß du mir durch dir 256 -(o)- unendlichen Verdienste deines eingebornen SohnesJe- su Christi in diesem Leben die Erkenntniß wahre Reu« und Verzeihung meiner Sünden ertheilen, nach dem Tode aber die ewige Seligkeit geben, und verleihen wirst, dich von Angesicht zu Angesicht zusehen und zu lieben, und ohne Ende zu genießen. Ich hoffe auch von dir dir nöthigen Mittel, alles dieses zu erlangen. Ich hoffe eS von dir, weil du es versprochen hast, der du allmächtig, getreu, unendlich gütig und barmherzig bist. D Gott, starke meine Hoffnung. Uebung der Liebe. O mein Gott! ich liebe dich aus meinem ganzen Herzen über alles, weil du das höchste Gut, weil du unendlich vollkommen, undallerLiebewürdigbist; auch darum liebe ich dich, weil du gegen mich und alle Geschöpfe höchst gütig bist. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß ich dich eben so lieben möchte, wie dich deine treuesten Diener lieben und geliebet haben; mit deren Liebe vereinige ich meine unvollkommene Liebe, vermehre sie in mir, o gütigster Herr, immer mehr und mehr. Weil ich dich nun aufrichtig und innigst zu lieben wünsche, und es zu thun mich ernstlich bestrebe, so ist es mir von Herzen leid, daß ich dich mein höchstes Gut, welches ich über alles liebe, meinen Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher erzürnet habe; es schmerzet brich, daß ich gesündiget, daß ich dich, meinen besten Vater, meinen allmächtigen Herrn, und gerechten Richter beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, alle Sünden sammt allen bösen Gelegenheiten zu meiden, die begangenen Missethaten mehr und mehr zu bereuen, die LZohhrit der Sünde öfters zu betrachten, und niemahls wider deinen heiligsten Willen zu handeln; nimm mich wieder zu deinem Kinde auf, und gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorsatzes. Darum bitte ich dich durch die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlösers Jesu Christi. Amen. X Inhalt und Zusammenhang der Evangelien. Seite S. r. L^esus wird als Gott und Lehrer der Men- schen erkläret. Evangelium am Geburtstage Jesu in der g. Messe, n 2. Die Verkündigung der Geburt Jesu Evangelium am Festrage der Verkündigung der sel Jungfrau Maria.g Z. Maria besucht ihre Vase Elisabeth. Evangelium am Festtage der Heimsuchung der sel. Jungfrau Maria.---.....' 4> Die Geburi Johannis des Läufers.^ Evangelium am Geburtstage Johann,s. des Täufers, i-o Dem Joseph wird von einem Engel angedeutet, daß er Mariam zur Frau nehmen soll. Evang. am Festtage des h. Joseph. Nährvaters Jesu. 17s 6. Jesus wtrd zu Bethlehem geboren, und den Hirten verkündiget. am Geburtstage Jesu in der n. Messe.- 7. Die Abstammung Jesu aus dem Hause Davids. Evangelium am Festtage der Geburt der sel. Jung- srau Maria, wie am Festtage der unbefleckten Em- pfangniß Maria 8. Die Hirten bep der Krippe. Evangelium am Geburtstage Jesu bey der 2. Messe. 9. Die Äeschneidung Jesu. Evangel. am Festtage der Beschneidung des Herrn. ro. Jesus wird am 40. Tage nach seiner Geburt in den Tempel gebracht, und Gott dargestellet. Evangelium am Festtage der Reinigung der sel. Jung- frau Maria Der Besuch der Weisen. Evangelium am Feste der Erscheinung des Herrn> Die Flucht Jesu nach Ägppten, und der Kindermord. Evangelium am Feste der unschuldigen Kinder Jesus wird nach Nazareth zurück gebracht, und allda erzogen. Evangelium am Sonntage zwischen den Festen der Be- schneidung und Erscheinung des Herrn-.. Jesus als zwölfjähriger Knabe geht mit seinen Altern zum Osterfeste nach Jerusalem. Evangelium am r. Sonntage nach der Erscheinung n. 12 rZ 14 16- lo '70 Sr 2? 2? iH. Johannes prediget in der Wüste, und taufet. S. Evangelium am 4 Sonntage im Advente--. g 16. Johannes wird gesraget, wer er sey, und warum er taufe; er gibt Zeugniß von Jesu. Evangelium am z. Sonntage im Advente.. 6 »7. Jesus hält sich durch4oTagein derWüsteauf, und wird alsdann versuchet. Evangelium am i. Sonntage in der Fasten.. 41 »8- Jesus wohnet mit seinen Jüngern einer Hochzeit bey, und wirket das erste Wunder. Evangelium am 2. Sonntage nach der Erscheinung.25 ,9. Das Gespräch Jesu mit Nicodemus. Evangelium am Festtage der Erfindung Le« h. Kreuzes, ist; 2v. Fortsetzung des Gespräches mit Nicodemus vom Glauben. Evangelium am Pfingstmontage ,24 gi. Johannes, der Läufer, wird von Herodes gelangen geletzt. Evangelium am Tage der Enthauptung de« heil. Zvh- dannes, des Täufer«--------- 206 2ü. Jesus macht den Sohn des Königleins(königl. Beamten) gesund. Evangelium am 20. Sonntage nach Pfingsten- 157 «Z. Jesus wählte Petrum, Andream, Jacobum und Johannem zu seinen Jüngern. Evangelium am Feste des heil. Apostel« Andrea«. 167 124. Jesus macht, daß seine Jünger eine sehr große Menge Fische fangen. Evangelium am 4. Sonntage nach Pfingsten-- izz KZ. Jesus stillt einen Sturm auf dem See. Evangelium am 4. Sonntage nach der Erscheinung- 23 s6. Jesus heilt einen Gichtbrüchigen. Evangelium am r8- Sonntage nach Pfingsten-- 154 27. Jesus wählt den Matthäus zu seinem Jünger, und ißt mit Sündern. Evangelium am Feste de« heil. Apostels Matthäus- 2H v8- Jelus erwecket dicTochter des Dbersten(Jairus) zum Leben, und heilt ein Weib vom Bluifluste. Evangelium am 2z. Sonntage nach Pfingsten-- 162 »9- Jesus lehrt die Auferstehung der Leiber. Evangelium am Gedachtnißtage aller verstorbenen Cbristgläubigen----------- 2rs Z0. Jesus erwählet aus seinen Jüngern zwölfApostel. Evangef. am Feste de« heil. Apostel« Bartholoma'u«- 20z 32 33 34 Ai. Jesus heilet viele Kranke, und preiset seine S Jünger glücklich. Evang. am Festtage der beil. Fabian, und Sebastian,'.»72 Die Lehre Jesu von den 8 Seligkeiten Evangelium am Feste aller Heiligen--... 415 Jesus halt an seine Apostel, eine Rede von der Beobachtung der Gebothe Gottes. Evangelium am Feste des heil. Augustinu«.. zoa ^esus ermähnet seine Apostel, daß sie nicht, wie dlePharisäer,nur demScheine nach gerecht seyn, und unterrichtet sie über das fünfte Geboth. Evangelium am z. Sonntage nach Pfingsten.- 124 SZ.Jesus ermuntert seineApostel zurBarmherzigkeit, und belehrt sie über dasVerhalten grgenFehlende. Evangelium am r. Sonntage nach Pfingsten-- 147 36. Jesus belehrt seine Apostel über das Fasten. Evangelium an der Aschermittwoche-.--. 4a 37. Jesus lehret die göttliche Vorsehung. Evangelium am 14. Sonntage nach Pfingsten.. 14g 38.^esus warnet seine Jünger vor den falschen Propheten(den Pharisäern). Evangelium am 7. Sonntage nach Pfingsten-. 127 39> Jesus heilt einen Aussätzigen, und macht den Knecht desHauptmannes zuKapharnaum gesund. Evangelium am z. Sonntage nach der Erscheinung. 46 40. Jesus erwecket einen todten Jüngling zu Naim. Evangelium am rz. Sonntage nach Pfingsten-- rz<, 41. Jesus beweiset den Jüngern des Johannes, daß er der verheißene Messias ist. Evangelium am 4. Sonntage im Advente-. z 42.^e,us bezeiget sich gegen eine reumüthige Sün- dennn barmherzig. Evangelium am Feste der heil. Magdalena.-. 195 43- Jesus vertheidiget sich gegen die Beschuldigung, daß er d,e Teufel durch Belzebub austreibe. Evangelium am z. Sonntage in der Fasten-. 4« 44- Jesus lehrt über die Annahme seiner Lehren. Evangelium am Feste des heil. MartinuS.-. 217 4I- Jesus preiset diejenigen selig, welche seine Lehren beobachten. am Feste der Opferung der sel. Jung. Maria 220 4ch. Jesus redet von den verschiedenen Wirkungen feiner Lehren in dem Gleichnisse vom Samen und dem Säemanne. Evangelium am Sonntage Deragefimä.... zs 47« Jesus lehret in dem Gleichnisse vom guten Sa- S. men, den ein Mensch aus seinen Acker säete, daß gute und böse Menschen bis an das Ende der Welt beysammen bleiben werden. Evangelium am;. Sonntage nach der Erscheinung-«9 48. Jesus redet in den Gleichnissen von einem Senf- körnlein und dem Sauerteige von der Verbreitung und den Wirkungen seiner Lehren. Evangelium am s. Sonntage nach der Erscheinung» zi 49. Jesus redet von der VortrefflichkeitseinerLehren, und ihren verschiedenenAnhängern in denGleich- nissen vom verborgenenSchatze, von einerkostba- rensperle,und einem ins Meer geworfenenNdtze. Evangelium am Feste der heiligen Anna--- 199 50. Johannes, der Läufer, wird auf Befehl Hero. dis enthauptet. Cvang. am Tageder EnthauptungZvhannis.d.Täufers 20S- ZI. Die Anrede Jesu an seine Jünger, als er sie zu predigen aussandte. Evang. am Feste eines MärtererS, der kein Bischof ist. 326 Zu. Die Fortsetzung der Anrede Jesu. Evangelium am Feste vieler Märterer außer der österlichen Zeit nach der 8. Leckivn------ zM ZZ. Jesus speiset mit Z Broten und 2 Fischen bey fünf tausend Mann. Evangelium am 4. Sonntage in der Fasten-. 47 Z4. Jesus heilt einen Taubstummen. Evangelium am n. Sonntage nach Pfingsten-- ,4z Az. Jesus speiset mit 7 Broten, und einigen Fischen bey vier tausend Mann. Evangelium am 6. Sonntage nach Pfingsten-- rz6 Ztz. Petrus bekennet Jesum als den Sohn Gottes. Evangel. am Feste der heil. Apostel Petrus u. Paulus 192 57. Jesus wird vor seinen Jüngern verkläret. Evangelium am 2- Sonntage in der Fasten-- 4z g8. Jesus^lehret seine Jünger, daß sie wie Kinderbe. schaffen seyn, und sich selbst verläugnen sollen. Evangelium am Feste der heil Schutzengel-- 20S 59. Jesus lehrt in dem Gleichnisse vom Könige, der mit seinen Knechten Rechnung machte, das Verhalten gegen die Beleidiger. Evangelium am 2r. Sonntage nach Pfingsten-- 159 . 6o.Jesus heilt zehn Aussätzige. Evangelium am iZ. Sonntage nach Pfingsten-- 147 4S irr m 61. Jesus vertheidiget sich gegen feine Feinde, und S. lehret, daß er Gottes Sohn ist. Evangelium am 5. Sonntage in der Fasten.. vH.Jesus erkläret sich in demGleichnisse vomHirten u. Schafstalle als einen vonGott gesandten Lehrer Evangelium am Pfingstdinstage....... 6z. Jesus erkläret sich in dem Gleichnisse von einem guten Hirten als einen guten Lehrer. Evangelium am 2. Sonntage nach Ostern..- 64. Jesus sendet 72 Jünger zu lehren aus, und hält rhnen eine Anrede. Evangel. am Festtage des heil- Evangelisten MarcuS igs 6Z.^esus freuet sich über die Verbreitung seiner Lehren, und preiset sie an. ,. Fv?"Sfl,um an, Fest« des heil. Apostels Mathias. 178 66. Jesus.ehret:n der Erzählung vom barmherzigen Samaritan, wer unser Nächster ist. Evangelium am i». Sonntage nach Pfingsten.-. 144 67- Jesus lehret in demHause derMaria und Martha. .0 Soang. am Feste der Himmels, der sel. Jungfrau Maria 202 63. Jesus lehret, daß man auf Gott vertrauen soll. Evangelium an den Bethtagen........ 69. Jesus verweiset den Pharisäern ihr Betragen. Evangelium am Feste vieler Marterer außer der österlichen Zeit„ach der ü. Lection...- 70. Jesus sagt den Juden ihre Zerstreuung vor. Evang. am Feste des h. Stephans, des Erzmarterer« Jesus ermuntert seine Jünger, sich nicht zu furchten, und ihm ergeben zu scpn. Evangelium nach der 2. Lection...... 24s Jesus muntert seine Jünger aus, stets wachsam zu seyn. Evang. am Feste eines Beichtigers, der kein Bischof ist. 24S 7Z. Jesus heilet einen Wassersüchtigen, und lehrt über die Bescheidenheit. Evangelium am 16. Sonntage nach Pfingsten... iz, 74. Jesus lehret in dem Gleichnisse von einer Mahl. zeit, daß seine Lehren den Heiden werden ver- kündiget werden. Evangelium am 2. Sonntage nach Pfingsten...»r» 7Z. Jesus redet von den Eigenschaften, die seine Junger haben müßten. ,^v"ngelium am Feste eines Märterer« und Bischöfe«, rrz 76,Jesus lehrt in denGleichnissenvon dem Verlornen 72 er? 237 l4 «Schafe, und dem Verlornen Groschen, warum er S. auf die Erde gekommen ist. Evangelium am 2- Sonntage nach Pfingsten>. izi 7?. Jesus lehrt in dem Gleichnisse vom ungerechten Haushalter, welchen Gebrauch man von zeitlichen Gütern machen soll. Evangelium am st. Sonntage nach Pfingsten.. rzz 78. Jesus lehret in der Erzählung von dem Pharisäer und Zöllner in dem Tempel, daß man demüthig und reumüthig bethen soll. Evangelium am lo. Sonntage nach Pfingsten-- 14z 79> Jesus sagt seinen Jüngern, welche Belohnung sie dafür haben werden,daß sie ihm nachgefolget sind. Evangel. am Bekehrungstage des h. ApostelsPaulus 175 80. Jesus sagt in dem Gleichnisse von den Arbeitern im Weinberge, daß die erstenVerkündiger seiner Lehren mit ihrenNachfolgern gleicheBelohnung haben werden. Evangelium am Sonntage Septuagefimä.--- 3» 8l- Jesus sagt seinen Jüngern sein Leiden voraus, und macht einen Blinden sehend. Evangelium am Sonntage Quinquageffmä--- 37 82. Jesus sagt, daß die Söhne des Zebedäus keinen Vorrang vor den andernAposteln haben könnten. Evangelium am Feste des heil. Apostels Jacobus- 1-7 83« Jesus kehret beym Zachäus ein, und ist Ursache an seiner Bekehrung. Evangelium am Feste der Kirchweihe----- szi 84. Jesus lehret in dem Gleichnisse von den Talenten, daß man die von Gott erhaltenen Gaben und Fähigkeiten gehörig anwenden soll. Evangelium am Feste des heil. Leopoldus--- 218 8§. Jesus hält seinen seyerlichen Einzug in Jerusalem. Evangelium am Palmsonntage------- 51 86. Jesus weint über Jerusalem, und treibt die Käufer und Verkäufer aus dem Tempel. Evangelium am 9. Sonntage nach Pfingsten-- 140 87. Jesus redet in dem Gleichnisse von einem Weit- zen?orne,daß er erst durch seinenTod groß werden würde. Evangelium am Feste des heil. Laurentiu«--- roi 88- Jesus lehret in dem Gleichnisse von einer Hochzeit,daß seine Lehren auch denHeiden werden bekannt gemacht werden. Evangelium am»>-. Sonntage»ach Pfingsten-- K9> Jesus redet mit dem Volke von sich selbst, und S. ermuntert es, seine Lehren anzuhören. Evangelium am Kreuzerhöbungstage.--... Lio 90. Jesus lehrt, daß man demKaiserAbgaben geben soll Evangelium am 22. Sonntage nach Pfingsten-- 161 91. Jesus lehret, welche die vornehmsten Gebothe sind, und beweist seine Göttlichkeit. Evangelium am 17. Sonntage nach Pfingsten.- 75, 9s. Jesus sagt, was vor der Zerstörung Jerusalems geschehen wird. Evangelium am Festtage vieler Märterer außer der österlichen Zeit nach der z. und r. Lection S- 235 23Z 93- Jesus fahrt fort zu weissagen, was vor der Zerstörung Jerusalems, und was nach der Zer. sireuung der Juden geschehen wird. Evangelium am 24. Sonntage nach Pfingsten.. i«i 94. Jesus vollendet seine Rede von der Zerstörung Jerusalems, und der Zerstreuung der Juderss Evangelium am r. Sonntage im Advente...., 9Z. Jesus lehret in dem Gleichnisse von den zehn Jungfrauen, daß man aus seine zweyte Ankunft immer bereit seyn soll. 2^>v Evangelium am Festtage der heil. Katharina.. 02, 96. Jesus fahrt fort zu lehren, daß man auf seine Ankunft bereit seyn soll, in den Gleichnissen von einem Menschen, der in die Fremde zog, von einem Hausvater, und von klugen Knechten. Evangelium am Festtage eine« Bischöfe« und Beick tiger« nach der i. und 2. Lection..... 97. Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße, lind be. lehret sie über das Verhalten gegen einantcr. Evangelium am Donnerstage in der Cbarnwche Y8. Jesus hält eine Abschiedsrede an seine Jünger. Evang. am Feste der h. Apostel Philippu-u.Zacobu«. 134 99. Jesus verspricht seinen Jüngern, den heil. Geist zu senden, und tröstet sie. Evangelium am Pfingstsonntage....... ,22 roo. Jesus ermuntert seine Jünger, seinen Lehren treu zu bleiben. Evangelium am Feste eine« Märterer« zur österl. Zeit. 230 loi. Jesus fährt fort, die Jünger aufzumuntern, daß sie seinen Lehren treu bleiben. Evangelium am Feste de« heil. Florian»«... 787 10s. Jesus ermähnet seine Jünger, einander zu lieben, und sagt, warum sie von den Zuden wurden S. verfolget werden. Evangelium am Feste der heil. Apostel Simon u.Judas siz log. Jesus verspricht seinen Jüngern den heil.Geist, und sagt, daß sie seinetwegen viel würden auszustehen haben. Evangelium am 6. Sonntage nach Ostern-.. ira 104. Jesus tröstet seine Jünger, und versichert sie, daß er ihnen den heil. Geist senden wird. Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern--.114 »o§. Jesus sagt seinen Jüngern, daß er nur noch eine kurze Zeit bey ihnen seyn wird, und fährt fort, sie zu trösten. Evangelium am z. Sonntage nach Ostern... uz 106. Jesus ermuntert seine Jünger zum Gebethe, und versichert sie noch einMahl,daß erGoktesSohn ist. Evangelium am 5. Sonntage nach Ostern--- nS 107. Jesus bethet imGarten,wird gefanaen,zumTode verurtheilet, gegeißelt, getödtet und begraben. Da« Leiden unsers Herrn Jesu am Palmsonntage- 54 am Dinstage in der Charwoche».- Lü an der Mittwoche in der Charwoche.- 7« am Charfreytage 108. Ein Engel verkündiget den Frauen, welche zum Grabe kamen, daß Jesus auferstanden ist. Evangelium am Ostersonntage. 10z ,09. Jesus erscheint zweyen nach Emmaus reisenden Jüngern, und gibt sich ihnen zu erkennen. Evangelium am Ostermontage. IOZ mo. Jesus erscheint seinen Aposteln zu Jerusalem, und gibt sich deutlich zu erkennen. Evangelium am Osterdinslage.° 108 »n. Jesus erscheint wieder seinen Aposteln, ertheilt ihnen dieMacht,Sünden nachzulassen,und über- zeugt den Thomas, daß er wirklich vomLodc auferstanden ist. Evangelium am weißen Sonntage 109 ns.Jesus erscheint seinenJüngern, befiehlt ihnen zu lehren und zu taufen. Evangelium am Feste der heil. Dreyfaltigkeit.- irs HZ. Jesus befiehlt seinen Jüngern zu lehren und zu taufen; verspricht seinen Anhängern Wunder- kraft, und fährt m ihrerGegcnwart imHimmel. Evangelium am Feste der Himmelfahrt des Herrn. HA Gedruckt bep Georg Ueberreuter. ' i'--'> 7'/^^ . '/.?'>77 ''' v/' c"^-'^.''' -/'-7-^ ' ^'7 '^^ 7^7^7'7. Ä--^^7 '-x^S -> <>>F^ "^7 ,-,- V..-,' ^-^^.M 7-M^ 7--,"' 7'-<>- -. >'7^, L>>-.>' 5 '-7^. 7^-'-7'.'<- ,,'.-X ^^-1.-^ ' - ' '-^-7 7 7^7 7.>. 7'7-. » 1 . ii E 7-'-.- . /-' /.-7'''....'"'-^^^'77.'' 7r-''.------ 7-.' 7 7'-. ^ 77 7,'> x...'^'.., .-,.... "L. ' 7' ^'..' 7'>7.-' 7'7'7 -.--'>.."-.-77- i'. 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