dienen 8iacji-6ib!lotke!< i' r ! Herrscher- Einzug L e o p o l d II. i» Wien. Von Franz Thomas von Schönfeld. Wien, gedruckc im königlichen Tauksiummeninsiituke. i 7 y y. Pforten die Häupter empor! Erhebt euch alternde Thore! Der König, der Herrliche kömmt. Mit lautem Triumph Ihm, ihr Völker entgegen! Sein Kommen/ Sein Nahn Rauscht von goldner Zukunft Segen. A 2 Macht 4 Macht Bahn, dem Völkerbeglücker Bahn! Schlagt Seinem Nahme die Saiten an! Jauchzt, jauchzt um Seinen königlichen Thron, Ihr Seine Völker alle! Mit allen seinen Stufen tönt er schon, Ein Vorklang künst'ger Siegesschalle! O Leopold! Ob auch des ganzen Orients Barbaren Mit seinen räuberischen Horden, Mit allen ihren Kriegsgefahren West, und Süd, und Norden Deinem Throne drüu'n; Da stehn sie Deine Völker alle, Harrend voll Thatengietde Dein! Ha, wie sich schon dem Falle Deiner Feinde, die Starken entgegen freu» Alls 5 Alle sie, die Hand am Schwerdt, Alle tapfer und kriegsgelehrt! Das Heldenvolk der edeln Pannonen, Deren siegbestralteS Haupt, Sieges-Kronen— Kein gemeiner Ruhm belaubt! Die Rossebezähmer, die kühne» Zazigen, Die schneller, geflügelter Eile Wie todtende Pfeile, In die Schaaren der Feinde fliegen. Liburnias Fußknecht, Zu Lan; und Bogen Von Mutterleib an erzogen. Und des rossenährendcn Transilvanias Reist. s Reisigen, die tapfern Petschenegen, Voll schlauer Kriegeslist, Und wo der Feinde Schwärm am dicksten ist, Kühn und verwegen. Die kriegerischen Söhne der Lechen, Eichen, die dem Sturme stehen! An dem Mahle der Schlachten zechen, Und noch Feindesschmach im Enkel röchen. Ihrer eisbedeckten karpathischen Höhen Abgerissnes Kettenband, Knüpfte siegend zusammen, o Leopold! Deiner hohen Mutter Hand. Und der rauhe Romun, der Dir nun Gaben zM, Und der Mach' am fernen Sirethaflusse, Neu- 7 Neulinge Deines Throns, Erfreut von Deines Schuzes sanfterem Genujft- Sie— die Lorbeer Josias und Gideons Jener aus Witterinds altem Helden- stamme, Vor Austrasiens siegenden Fahnen Eine verzehrende Wekterflamme!— Und Der! Der Destebrecher der Oschmanen, Und der Brennen geschlossener Heldenrrihn, Er Eines ganzen Volkes Wehr'! Ein ganzes Heldenvolk allein! Der 8 Der Boier, welchem Kunst' und Weisheit gelten, Und seltne Kraft ausharrender Kriegestugend: Einst Gefährte des sieggewohnten Celten, Als im herzinischen Walde, nach Einem Ziele Sie zusammen ihre Heldenjugend Verspielten im blutigen Lanzenspiels. Und die Tapfern an des Marus Strgnde, Und an des beschneiten Niphäus Fusse, Deren segenvolls Lande Saaten vergeuden im Uiberflusse, Trauben, Mirrh' und Weihrauch schenken, Und tausend goldne Frucht' an ihren Muttcrbru« sten tränken. Der 9 Der Longobarde, Dessen Heimath ein einziger grosser Garten ist, Und von Milch und Honig überfließt. Und des Norikuins rvakerer Innsaß, Der biedere Karintey, Und alle, deren heimische Flur Die Sava, der Jnn» und die Drava bespült, Und die brausende Muhr— Sie alle, denen Eid noch, und«och Treue gilt. Und des heerdenreichen Nhäziums Berge« bewohncr, Ein fürsientreues Volk, Obgleich ihre väterliche Flur Gesichert, wie mit einem Wall umhügelt, Vor 10 Vor Ulbermacht des Fremden, die Natur Mit Alpen verriegelt. Jeder hinaus ins Schlachtgefilde, Eine Faust des Sieges zeucht; Dem lautertönenden Schilde Des Fernetreffenden der Feind entfleucht—- Wie, wenn er die Gemse vom Berge scheucht. Und die Stralende des Ostens da! Vor allen ihren Schwestern schön! Der Lande Herrin Austria, Zum Siz des Königs ausersehn. Sie, die Erwählte, die Eine, Vor allen andern traut und hold! Die hohe Fürstenmutter, und Triumphauch Deine Erhabner Leopold! Zeuch n Zeuch ein, Du Herrlicher! zeuch ein Zu ihre hohe Königsstadt! Sie harrt mit tausend künftigen Triumphen Dein! Der Feinde Schrecken, soll ihr Deine Kriegesthat, Des Friedens Heil, ihr Deine Weisheit sein! Zwar schallen laut noch ihre Trauerlieder, Cs traufen heiß noch ihre Mutterzöhren, Von ihren Klagen tönen alle Gauen wieder. Wer wollte den gerechten Schmerz ihr wehren? 11m Joseph, Den ihr Mutterschooß gebahr, Der ihr Stolz, der Stolz der ganzen Menschheit war! Jahrhunderte lang Muste sie mit Sklavenzwang, Durch ir Durch manchen Schlamm verjährter Bräuche waten; Da gab ihr Joseph Freiheit, gab ihr Sonnenschein, Der Wollust aller ihrer Würden sich ju freun. Ha! wer hüllt in Nachtgewölke Seine Thaten, Wer windelt sie in Dunkel ein? Mit Staunen sahn Ihn Mond und Sonne! Sie giengsn auf, sie giengen nieder, Der Mond gieng seiner Morgenruh,, Die Sonne ihrem Nachröelt zu— Ihn fanden beide rastlos beim Erwachen wieder! Ihn, Dem die kurze Herrscherzeit Zu Jahrhunderten gediehn, Als hätte dazu die Ewigkeit, Ihr lZ Ihr Mark verlieh«.— Obgleich nur Augenblicke Raum— Die Muse sah's mit tiefempsundnem Leid- Ach! ihr nur, ihr nur schenkt Er Augenblicke kaum: Ach!— eine nur zu kurze Hcrrscherzeit! O Leopold! Zeuch ein, Du Herrlicher! zeuch ein! Der Weisheit, und der Künste Chor Harrt schon voll froher Zukunft Dein, Hebt stolzer schon sein Haupt empor, Und ruft, daß des Olimpos Höhen rriederschallen, Dir innigen, heißen, geflügelten Dank schon zuvor— Ein entzückendes Wohlgefallen, Einem horchenden Kerrfchcrohr!— Denn aus der Medizcer Hallen Wallt des Weisen Tritt hervor. O Los- t4 O Leopold! Die Mus' und die Kamöne lieben Dich! Und schmiegen kindlich hold An Deinen Vaterbusen sich! Lösch aus, die Kriegssflaminr, Die wild der Oschman aufgestört! Wehe! wehe der Barbaren Stamme! Gezückt ist Deiner Helden Schwerdt, Dein Schlachtheer furchtbar hingereihc, Mit Kraft bewafnet, und bewehrt, Für Völkertroz, und Fürstenneid. Gieb DeinemErbenun den goldnen Frieden wieder/ Den uns die Blutigen hinweggeraubt! Soseze segenspendendDich aufDeiuemThrrnenieder, Mit Mit Stralen eines Ruhms belaubt, Der Menschheit mehr als alle Lorbeer werth, Um aller Gengis- Chane Haupt. So beschäme der Erobrer Heldenruhm! Wandle stolzer Du Dein Schwerdt In des Friedens Sichel um! Ha, welch ein schöner Lorbeer harret Dein Wie sich so sehnend Dir entgegen Schon alle Deine Lande freun! Daß Recht, und daß Gerechtigkeit ged-ihn! Auf alle« Bergen Heil, und Wonne sprießen! Und tausendfache Segen, Und Weisheit, und des FriedenS Künste müßen Begegnen sich auf allen Wegen, Und brüderlich einander küßen! i6 Des windet, nimmervmvelkende Kranze, Jene seltnere Fürstenzier, In des Liedes ewigem Lenze, Einst die lohnende Muse Dir- Das weist Du Seltner, Hoher! Der Sein ganzes Leben Seinem Volke beut, Der Lande Wohl Sich, und der Weisheit weiht: Wem ew'ge Lieder nicht des Ruhmes Dauer geben, Der lebt in seiner noch so heiß errungenen Unsterblichkeit (Der Sionite zeugt es) ein nur sieches Leben. § » L G