Wiener 8tsllt-8ib!>oi>ie><. 9741 - O VNd LLllML, Oder UnglückliI VerliBtt^ Trauer-Spiel. * GroßgmMer vnd Hschgeetzmr Lcf-r. Ls ich von Ekmßbmg zurück in Medertand gelanget! vnd zu Ambsterdam bequemer Winde nacher Deutschland erwartet/ hat eine sehr werche Geftllschafft etlicher auch hohen Standes Freunde/ mit welchen ich theils vor wenig Jahren zu Leiden/theils auff vnmschiedenen Reisen in Kund« schafft gerathen/mich zu einem Panqu«/welches fie mir zu Ehren angestellet/gebeten. Als bey selbrem nach allerhand zugelassener Kurizrveilen i man endlich auff Erzehlung vmcrschiedener Zufälle gerathen/ vnd damit einen zimlichen Theil der Nacht verzehret/hab ich mich entschlossen Abschied zu nehmen/ vnd in mein damaliges Wirthshaus zu eilen. Wolgedacht« meine Liebestm walten/was ich auch bitten oder ein« wenden möchte nicht vnrerlassen mich biß nach Hau« sei durch die so weite Stadt zu begleiten/ vnd geriechen so bald fle auffdi« Gaffen kommen wieder auff ihr vo« riges Geschicht.Gespräch/ dabtj- mir auffjhr anhalten Vorrede Anlaß gegeben/ den Verlauft dieser zwey unglücklich Verltebeken zu rrzehlen. Die Einsamkeit der Nacht/ dir langen Wege/ der Gang über den einen Kirch.Hof und andere Ambstande machten sie so begierig auftzu- mercken Als srembde ihnen diese deß Lsr6cniv Be- grbnüß/welche man mir inIralren vor eine wahrhaft« Geschicht mitgetheilet/vorkommen/dass sie auch nach dem ich mein Reden geendet/von mir begehren wollen ihnen den ganzen Verlauft schnfftlich mitzutheilen. Ich der nach vielem abschlagen/ mich überreden lassen/ Freunden zu gefallen eine Thorheit zu thun/ hab endlich versprochen ihnen wie in andern Begnügun- gen also auch mit dieser nicht zu entfallen/ bin aber doch bald anderer Meynung worden/ und hab« siae einer begehrten Beschicht Beschreibung gegenwärtiges Trauer-Spiel auffgesch«/bey welchemichweites durch vieler Hände gehen/vnd manch scharffesLlv- cheii außftehcn wird/ eines vnd andere nothwendig erinnern muß. Zu förderst aber wisse der Leser/ daß es Freunden zu gefallen geschrieben/ welche die Geschicht sonder Poetische Erfindungen begehret. Die Personen so eingeführet sind fast zu niedrig vor ein Traur- Spiel/ doch hatte ich diesem Mangel leicht abhelften können/ wenn ich derHlstorten die ich sonderlich zu behalten gesonnen/ etwas zu nahe treten wollen/ die Art zu reden ist gleichfalls nicht viel über die gemeine/ ohn daß hin vnd wieder etliche hirgge vnd stechende Wort mit vnkcr lauften/ welche aber den Personen/ so hier entwedcrmchttklg/ oder doch verlieb«/zu gur zu halten. aribenLefir. ten. Was nun in oberzehlten Stücken abgehet/wird wie ich»erhoffe der schreckliche Traur-Gpiegel welcher bey den Verliebeten vorgestellet/ wie auch deß Csräcmo verwtrretes Leben i grnunzsam ersetzen. Mein Vorsatz ist zweyerley Liebe. Eine keusche/firsame vnd doch inbrünstige in Olympier,: Eine rasende/tol- l« vnd vcrzweifflend« in Lcl,n«icp, abzubilden. Wo ich diesen Zweck erreichet/hab ich was- nglionumO-rmLNlcarumzusammenbringen. Äuch diese welche nm höchsten Wiffenschaffren begäbet, sind zuweilen mit einem vnd anderm Geschwüre von dieser Raudigkeir angestecket: Wo jemand zwciffelt/ der be- dencke( daß ich vieler anderer nicht erwehne) was tg.eronymu-! Qsüchanux von sich selbst/ vnd?crrus 6g^lcnäu«von^^ckoni: geschrieben/welcher letzten nicht wenig auff die Reden eines seiner Vcrnunfft be- räuberen Menschen gehalten. Wie ich nungerne ge, siehe daß solche Feiler so hoher Seelen/ höchst schädlich vnd vcrwsrffiich) also wolteich wüntschen daß von allen derogleichen nichtigen vnd verdammn Wtsscn- fchaffrcn auch nicht das Gedachmüß auffErden mehr verhandelt. Indessen muß allhter bewehren/ daß der Vorschlag solchcrMittelGoktloS/derGcbrauch gefährlich/die Wmckung vnglucklich. Ob jemand s seltsam vorkommen dörffte/ daß wir nicht mit denAl- len einen Gott auß dem Gerüste/ sondern einen Geist auß dem Grabe herfur bringen/ der bedencke was hin vndwieder von den Gespenstert geschrieben. Jchwii den Leser mit den bekamen Geschichten nicht auffhal- «en/sondern nur zwey Beyspiel schier eines Schlags mtrvnserm auß dem^olclio hiehcrverseirrn/vmb ss viel mehr weil dessen Buch nicht sonders bckand/ vnd die Begebungen ni«von denen angezogen oderbernh- vn den Leser. «ri«vtlckt fich di« Etgenschafften dn. Denn du bist herein kommen w.c du gsrvStt: Du sollst aber nicht heraus! gehen wie d» wrlst. Denn dieses soll vustr ser Moth errettet werden wilst: So versprich mir, daß wo ich dich erlasse, du nicht nur von, diesen schändlichen vnd««heiligen Thaten j abzustehen, sondern auch stracks der Welt ab- j zusagen, ins Lloster dich zu begeben, vnd in! dem Dienst Christi Busse vor deine Verbre- j chen ZU thun dich entschließen wollest. Ich aber schwur vnd sprach: Bey GVtt welcher! meine Seele aussnchmen wird, ich wit nicht! ,mr thun was du gesaget, sondern wil auch von dem heurigen Tag an nicht in mein Harrst gehen/ vnd mich von hier, vnd in die Einöde begeben. Da sprach die Jungfraw: Bekleide mich, wie du mich vorhin gefunden, als ich sie j aber angezogen legere sie sich wieder nieder vnd entschlief. K an nun jemand diese»: Erschau, , gen Vorrede an den Leser«. gen Glauben zustellen: So wir» L-Un^en viid^sr- «ien-o Gesichte ihm nicht so vngereimet vorkommen. Deren Meynuitg aber/eie alle Gespenstervnd Erscheinungen als Tau» vnd Mährltn oder traurige Einbildungen verlachen.Sind wir in kurzem vernünffrig an feinem besondern Ort/zu«rwegen entschlossen/ vndgeben ihnen tndessen vnferen Lsräenio vor ein Traur. Spiel/ das ist vor ein Gerichte. A Inhalt Inhalt def Trauer-Spiels. ^^räeniv welclur in Olvmpien verlrebck/ ^entstchleust sich l^v^näern ihren EheGe- mahl/dcr durch eure vnbrllicheList/ ihre Hcurath erlanget/ zu ertnorken/ kcmonien zu verlassen/ vnd sich nach Bolero in sein Vaterland zu begeben. Lelincle von Laräenio verlassen/ vnd von seinem Abschied verwrtziget/ suchet allerhand/auch endlich zauberischeMitkcl ihn in ihrer Liebe fest zu halten. Beyde aber werden durch ein abscheuliches Gesicht von ihrem Vorsatz abgeschrecket/vnd durch Betrachtung deß Todes vonihrerLiebe entbunden. Wrenun(larKarins dcnSieg der heiligen Liebe über dem Tod vor- hm gewiesen/ so zeigm diese den Triumph/ oder das Sieges Gepränge deß Todes über die indische Liebe. Das TramEpiel beginnet wenig Stun- den vor Mends/wehret durch die Nacht/ vnd endet sich mit demAnfang deß folgenden Tages. Der Schaw-Platz ist Vononlen die Mutter der Wissenschaften vnd freyen Künste. Person DV2»> P-rstmn dessTmuev-Gp-els. (^r"»Ivmpi-W E^-Gcmahl. ^^^ Ohmx,-n8 Bnider. ^Faulem m Osräenio verliebet ^cke. Ettre Aanberm. Ltorsx. 1,, Voru5./ Lpsanders Diener. Ein Geistin Gestalt^arcellens. Em Geist in GestalrOIvmpiens. Die Rkyen sind der- 6onvnienlijchcnItr Man halte mich nicht mehr in den ver- fluchten Ende» r Da ich in schnöder Lust/in toller Eitelkeit/ Lind grimmer Angst verthan die beste Lebens.Zeik. Wol dem/der nicht wie ich den Fuß hieher geseyet,- Dllv-kM vcrfälsckter Wahn den blinden Geist verletzet» Dv» vor die Weißheit nie ein thöricht Weib beliebt.^ Der me den hohe» Sinn durch Herde Lust betrübt r Wer war ich als an mir/ sich mein Geschlecht erquickte: Als mich em Feind voll Neid nicht ohne Furcht anblickte r Als die gelehrte Stadt mich mit Entsetzung hört i lÜnd meine Feder gleich der blossen Klingen ehrt. Wer bin ich! leider nun! ein Schimpfs der alten Ahnen! Ein Spott deß nechsten Blurs: Was sind die Eieges.Fah»«» Die ich aühier erjagt: Als immer neue Schmach: Em niemal friedlich Hertz vnd täglich wachsend ach-' Cardenio vnd Celinde Viel besser wenn ich mich in glantzen Äählbeschlvflchi And vor das Vaterland das frische Blut vergossen Viel besser wenn ich mich durch Hei- Schaum gewagt/ UndauffderwustenSee«mwüster Lander,aat?"^^ Und^-k«"-?^uhm die Jaust an Pflug geschlagen r And dreses Feld gebaut das mich vmbfonst getragen^ Iavorbersrembden Thür ein schimlend Brot begehrt Als hier mit Zeit vnd Gut die einig» Ehr vereebre Ade der Stadt die ick mir»in,^ vier mir Zeit vnd Gut die einig- Ebr verrebrt Stadt die ichmirzum Verkerbgeschautt: ^ E>ey manchem Fall vertrauet/ Nihm noch mein letztes an r Die Rechnung ist gemacht i trIch scheide/aukeNackt' Nihm noch mem letztes an: N,e Rechnung ist gemacl va2i?^?A>"nsckMe/gute Nacht! Pamphil. Du sche-dest^w-r von hierdoch nicht auß meinem rauben wird/doch laß mirdeiner Schmertze» Nicht falsches Denckmalz« vnd gönne mir ru le«t/^ DieNachnch^wieduhierdieIugen^^ Lnrde». Die Nachricht wie tckk.i-r.n-Mn hier die Jugendauffgesetzt Enrden. Die Nachricht wie rchhierinWahnwitz mich Verwirret- Tugend außgeirret? ^ es zwar nicht sonder meine Pein! So müß es dennoch dir ein Warnunge-Spiegel seyn' Ach^chlte( wo mir recht) die zweymal eilfften ahren! Als mich der Eltern Rath nach cmbsigem begehren/ An diesen Ort verschickt: Durch vnerschopfften IluS kauffen Wsssenfthafft vnd nicht geschminckten Prrrß Durch außgegrundter Lehr! Ach freylich wol gembynet' Doch/wie wermvns m Nackt ein klick-« «cyr: er«) sreyuch wol gcmevnet' D-ch/wre wennvos zu Nacht ein falsches Irrlicht scheinet- Man offt den Weg verlast vnd rn die Täuffen fällt/ 7ln werben man Lveg verra,r vno m dre Täuffen fällt/ In welchen man verflnckk. So ists mit mir bestellt. Zwarerstlich! wüst ich nichts als von berühmten Sache» Die Menschen/ trotz der Grufft/ vosterbüch können mache»- Dafern Diane kam i gieng k'Kcchu! über mir/^ Sie funden bey mir nichts denn köstliche Papier! lehrt vnd ward gelehrt; vnd klüger vor den Jahren/ Manch zreiffer Bart erstarkt vb mrinen gelben Harrn/ r»s Auch muntert ich den Leib zu allen Künsten auff/ Spranq auff ein hurtigPfeld/ begab mich m den Lauff. Begrieff Las Lauten-Spiel/ gewähnt« ftuch zu fingen: Bewegte wich im Tautz/ verstand die Art zu ringen> Lind wo ich von mir selbst dre Wachest melden kan/ Der Degen stand mir gleich der leichten Feder an. pnmphtl.Ich hab es mehr denn offt gesehn vnd rühmen boren! Larven. Ach leider! diesen Ruhm den ließ ich mich becheren. Du triffst den rechten Zweck! der Dünckel nam mich ein! Ich glaubt es tönte mir kaum einer gleiche seyn/ Diß war die erste Bahn die mich von gutem führte: Das war die erste Gifft die mcme Sinnen rührte. Kam jemand mir die quer vnd gab sich etwa bloß/ So war die Faust bereit/ so greng die Klinge loß. Hiedurch ward allgemach mein irrend Ehre krancker/ Man hieß mich hier vnd dar denvnverzagren Jancker; Ich selbst n«n in der Brunst mein Laster nicht in acht Biß mich mein eigen Sinn auff neue Sprünge bracht/ Biß hieher war ich frey vnd hatte nichts geliebet: Doch daß mir diese Pein die Sinnen nie betrübet/ Kam nicht von Tugend her: Weil mich der Wahn verkehrt Ich schälst auß Mermut/nicht eine/ meiner werth Biß ich das Wunder-Bild Ol/mpien beschauet: Die mich vor dem ergeht/ ob der mir jetzund grauet: Die als ein Wirbelwind mich hin vnd her gerückt/^ Llnd meinzerscheicert Schifft» langem Sturm zustückt. Ich sah sie vnd entbrand! sie fühlte neue Flammen! Kurtz: Ihr vnd mein Gemüt die stickten wol zusammen! Mein Wahn/mein eigen Sinn/verlor sich allgemach, x, Llnd meme Wildcs-Art gab ihren Sitte» nach. x pnmphü. Die Liebe wenn sie wil verrichtet Wunder-Sachen^ Llnd kan die wilden zahm/ die feigen kühne machen/^ Sie meistert vnsern Geist/ vnd mustert den Verstand^ Sie schärfst den blöden Sinn/ vnd stärckt die schwache Hand.^ B Larve». CardenroMd Celinde Curven. Wir waren gleich am Stand/wir waren eins vor, Sinnen: Paniphri. Kein ander Heurath-Gut hab ich je schätzen können. Larven. Ihr tapstrres Geschlecht gab meinem Nichts bevor/ So daß ich sie zur Braut/ nach ihrem Wunrsch/ erkor. Ich ließ/ als sie es stimmt/ den schönste!! Baker grüssen: Llnd jhn von dieser Lieb' vnd treuem Aiittblag wissen. Er/ wie nur kurtz hernach durch einen Freund entdeckt/ Ward von der Heuralh durch mein Rasen abgeschreckt. Ich sprach er/ kenn' jhn wol: Sein Stamm ist sonder Tadel. Die hohe Wissenschafft vergrößert seinen Adel. Die Lugend/ der Verstand steht seiner Jugend an! Er ist ein solcher Mensch als-emaud wür-tschen kan: Doch die zu freye Faust vertunckelt alle Sachen: Die ihn m jeder Aug vnd Ohren herrlich machen/ Verzagten bin ich femd/ vnd weiß der Ehre Ziel. Jedoch Larclenio thut leider was zu viel! Wolt'ich Olympien ihm gleich von Hertzen geben! Bald wagt er sich zu frech vnd bringt sich vmb sein Leben> Seist sie sonderLH: Vielleicht auch sonder Ehr: Rennt er den ander cod; so fchmcrtzt es noch vielmehr. Fast-hu der Richter nicht: So muß er flüchtig bleiben/ And wir die Zettln Angst vnd Bitterkeit vertreiben! Drumb besser was zu früh als gar zu spät beklagt Man meid' ihm daß ich schon Olympier, versagt. Piiniphil. O mehr den hcrbenSchluß. Larven. Schlich der mit tausend Lhrencn Schluß der mit tausend Angst vno vnerschöpfftem sehnen Lind beyderseits bctraurt: Ware ich hierdurch verführt: So ward Olympic wol lebendig gerührt! Wie( schry sie) bin ich denn/ auch eh' ichs weiß/ versprochen! Kan diß«n Vater-Hers!»st alle Trew gebrochen/ Gilt keine Liebe mehr! schlägt er sein werthes Kind/ And dessen Wolfahrr bei!» so vu bedacht in Wind? Wer ists denn der mich ki icgr: Werd ich auch lieben können: Den der vmb meine Gunst kein Wort mir röchen gönnen! Bti« Traur-Spies. s Bin ich so vnverschns vnd als im Tramn versagt r Nicht als e«i freyes Kind/M-em crkauffkc Magd? Diß sprach sie vnd noch mehr: sie bat voll heißer Schmerlen r Setzt mich Oartlenio, setzt mich mcht auß dem Hertzen: Wer weiß wo Zeit vnd Freund vnd Gort ein Mittel findt Das mich mir wieder gibt vnd gantz mit euch verbinde Wir schwuren denn auffs new' ein andre keusche Treue: In äusserster geheim! ich gieng mit etwas scheue Vor jhrem Fenster vmb/ vnd nicht als wenn die Nacht Der Himmcl-Fackrln Heer in ihre Reyen bracht> Ein vubesieckt Gespräch war diß was vnö ergetzte: Schaw a der wie auch hier mein Unglück mich verletzte r Der Iungsraw Bruder gab auff mein besuchen acht Und zog dle reine Lieb' in schändlichen Verdacht. Diane sah' herab mit gantzem Angesicht«. Als er mich überfiel die Nacht ist was zu lichte Rieff crOaräenio zu deiner Missethat. Ist mir der Weg nicht frey? Dir steht die weite Stadt Gantz offen: Meyde nur die meiner Eltern Gaffen: Llndsolt ich mw von dir die Bahn verbitten lassen? Er auff das Wort gefecht griff mich mit Essen an! Ich wich gleich einem der den Arm nicht regen kan/ Der Schwester Liebe stieß wich irden Trit zurücke: Er schrrebs der Zagheil zn/ vnd schertzre mit dem Glücke/ Woll skucht der alle trotzt! diß Work war mir zu schwer/ Ich trat ihm auff den Leib vnd stieß die leichte Wehr/ Recht vnter ftlue Brust. Er sanck/ ich must entweichen In dem sein weinend Haußshn/gleich entseelten Leichen/ Auß seinem Blutauffhub/ vnd Artzt vnd Balsam sucht I» dem ol/mpic dem rauen Unfall stuchl/(zerhaue«, pamphil. Diß Schwerdt hat wie ich meyn' der Liebe Ban- Larven. WirMenschen irren stets. Wo wir vns sicher trauen/ Sinckt vnser Schiff in Grund. Wenn manö verloren hält/ Hat das Derhängnüß offt das beste Glück bestellt. Denn als Viren ermähnt: Den Stoß an Mir zu reche» Begunt erer woll ehr selbst seiner Zeit abbrechen i B lj 7kl< Cardcnio vnd Cclinde 6 Als dem zu wider seyn/ der/ was er frech begehrt Ihm langsam/ vnd getrotzt/ hätt' ohne List gewehrt. Was sag«ch! er war kaum zu ersten Ki äfften kommen Die Femdschafft/ wie mans nennt ward freundlich vntcrnomme/ Er ändert allen Haß in unverfälschte Gunst Lind winüscht Ol/Mvien werkb meiner keuschen Brunst. pnnixchil. So bricht die Son hervor nach rauenDonnerschläge Lind dem mit Himmel-Feur vnd Schloß-vermischren Regen. Earocn. Sie brach vns freylich vor/doch wie ste schöner steht Im fall der Tag verkürtzt vnd ste zu rasten geht Lind schwartzcn Nächten rufst. So liest dre schönste Wonne In höchste Trübsal auß. S.e mein: Seelen Sonne Hatt' ander Hertzcn auch in heissen Brand gesetz t/ Die sich vnwisscnd' jhr an jhrem Glantz verletzt/ Doch keiner war so kühn sein Angst ihr zu entdecken: Lind jeder fand vor sich was mächtig jhn zu schrecken: I.^la 1,6er nam allein ein seltsam Mittel vor/ Lind kauffte durch viel Gold der Kammer-Jungfer Ohr/ Dis( O Vcrräkher Stück) jhn in das Ruhe-Zimmer Der keuschen Seele führt: And(was unendlich schlimmer) Sich gang vnwlssend hilt. Wie nun die Nacht anbrach Lind mein' ol/mpie besucht ihr Schlaf-Gemach Lind der versteckte sich sie anzusprechen wittert Lind ihr zu Fusse fallt; erstarrt sie vnd erzittert Lind als das Schrecken ihr den Athem wieder gibt/ Rennc sie hell schreyend fort; Q/Qncler laufst betrübt Ob diesem Mchfchlag durch: Wird heimlich ausgelassen Durch die mit schuldig war. Er hatte schon die Gassen/ Ale das enrweckre Haust sich ob der Thal bewegt Lind mit Gericht vnd Licht durch alle Kammern regt. OH-mpe die mchr recht bey Nacht den Feind erkennet: Hat als sie ward befragt anst Argwohn mich genennet/ Die Meynung ward vcrstärckt/ weil man mich zimlich nah Lind bey noch offner Thür die Straß a bwandetn sah. Man hilk wich eilend fest/ mir ward die That verwiese». Viren der anderseits ss trefflich mich gepriesen; 7 Tmitt-Spkl. ^oqdiesenSchimpffzuMut/vndeifertebehcrtzt Das ich sein Hauß vnd Stack vnd Schwester so geschertzt/ Ich wand mein Unschuld vor/ die man nicht hören wölke» Weil der Beweist zuviel nach»hrer Meynung gölte. Biß daß nach hartem Sturm die Sorgen-volle Nach»/ In Kummer/Unlust/Angst vnd Schwermut durchgebrachk. Und der betrübte Tag vns all' austs neue guältc/ Mich der Olympens Ehr vor gantz verloren zehlte: Die Eltern die im Zorn sich über mich erhitzt: Und den Verrather selbst den sein Gewissen ritzt Ol/mpiens Geschlecht trat bey dem Fall zusammen: Die meisten suchten michauß Eiferzuverdammen: Die minder Anzahl doch gestüyt durch mehr Verstand Schlug besser Mittel vor vnd schloß daß meine Schand Dem Ruhm ol/mpicus zu nahe lausten tönte: Nichts besser denn: Als daß man mir die Iungfraw gonte Und bämpffte den zu weit auß brechenden Verdacht. Der Meynung siel man bey: Es ward an mich gebracht pümphil. Diß gienz nach deinem Wuntsch. Larven. Es gieng hier gantz verkehret Auß Eifer hasst ich jetzt/ was Lieb vnd Trew begehret Ich sagt es klar herauß: Ich hakte sie geehrt Als jhrc Keuschheit nicht durch solchen Fall verfehlt Ich hätte sie geliebt: Als ich jhr nur behaget Jetzt nun sie frembde selbst ins Schlaf-Gemach vertaget Acht' ich mich was zu hoch vor eines andern Rest Ich stellte Zeugen auff/ die Scnnemklar bevcst; Daß ich vmb selbte Stund' als imr Viren begegnet/ Geschieden von, Panquek vnd nüchtern sie gesegnet: Daß weil bey jhnen Tag vnd Abend ich verzehrt; Nicht möglich/ daß durch List ich heimlich eingekehrt/ In ein verwahrtes Hauß das allerseits beschlossen: Wennschon bey später Nacht die Riegel vorgeschossen. Sie zeugten! ich verfuhr. Der Vater ward bestürtzt Und hätt auß Hertzeleid schier seine Zm verkürtzt; V lli^ Cardenio md Cclmde Als auch Olxmpj. rue er auffschärff-si außfragte ^ym vmb die^ufte sie! vnd naß von Threnen klagte: Sie hatt mHurcht vnd Eil sich nicht recht vmbgeschaut Und auß Vermurtung nur die That mir zuacrraut. Pampd!» O wahres Ebenbild Lurch auß vermischter Dinge! xü.e ein erhitztes Roß durch vnqcwohmc Sprünge. Den R-tter mit sich reift: Lind führt nicht wie er wil: zeucht der Himmel vns von dem auff jenes Ziel. diisenSturm das Wasser recht getrübek. Viat ,M) l.ys-nüer anstreicht auß wie er geliebet Cn> deckt mich seine Schuko vnd bittet dir zur Eh/ ^ durch sein freveln ist gestürtzt in höchstes Weh. ^"!^r vnwerth sey/ als Jungfern die die Zunge» ^-bedachten Volcks begeyvcrt vnd befchwungen:^ ^^^^ be zu: Sie die in Ha ß entbrand «awr bloß/nur mir zu Trotz/ l^knüern ihre Hand/ I-X^n^rn auff den sie außheisser Räch erzittert Und mw zu Trotz! weil sie»nein Abschlag höchst erbittert. Pckmphil. Und so verkaufst sie sich in vngrheure Noth LSrvew Uiid mch noch zehnfach mehr in den gewissen Tod. ^ tue Seel- m Reu' vnd Angstgebrennct/ A.Sichchr Unschuld vnd l-xlancier, Trug erkennet! Wie ich den Eifer-Sinn/ wie ich den Tag verflucht/ Da'ch so stech verschmäht was ich so steiffgesucht. Hch fand Gelegenheit/ doch nur zu meinen Schmertzen r Da ich Olpropien auß hochbetrübtem Hertzen Tieft vmb Verzeihung bat/vnd/ ob sie unbewegt Mir lange widcr-flunö; in neue Bande legt. Wir trugen beyderseits Mitleiden umeinander Und Meten wehr als vor. Wir schrieben dem k. vQn6ek Und dem Verhäng,,üß zu was sie vno mich getrennt: And wunrschtcn seiner lieb ein so erschrecklich End Als falsch der Anfang warschaw wie das Glücke spiele Hu dem ich in dem Wahn gantz new Erguickung fühle Und lefch'in höchster Gunst k-xkanclers Hoffnung auß« Schreibt mir mein Vater zu vnd fordert Mich nach Haust/ Theils Theils weil sein alter Leib durch Seuchen hart beschweret Theils weil sein Beystand ihn ans KomgS Hof begehret. Wie rett' ich beyde nun> Er wil getröstet seyn: Hierwüntscht Olymp- sich entbrochen ihrer Pein. Er bettet- Sie noch mehr I doch auffsein fünfstcS Schreiben. Schwer ich Olvmpierivnendsich trew zu bleiben/ iUnd eh der zweytke Mond im Himmel kan vergeh». Schwer ich vor ihrem Aug' ohn alles falsch zu stehn« ^kch schwere durch Papier sie wöchentlich zu ehren: Und sie von meiner Reiß vnd W-cdcrkunfft zu lehren. Und mache mich von hier! ach> was ein Mensa, gedacht. Steht; was er immer thut doch nicht rnscmer Macht. Ich komme glücklich fort/ deß Vater» Seuche schwindet In dem er Mich gesund in seinen Armen findet: Der Hof steht seiner Bitt auff mein ersuchen zu: Ich sey rn kurzer Zeit mein gantzes Hauß m Äuh Hier kehr ich alles vmb. Ich sch-ck vnzehl.ch Schreiben. Die leider auff der Post gehemmt vnd hegen bleiben Olvmpie die gantz nichts von mir wissen tsn/ Klagt meinen Wanckelmutvnd duppelr Umrew an. Mich/ der kein Antwort tönt' auff alle Brief empfangen/ legt Kummer/ vnd Verdacht vnd Zeber-Hitz gefangen. Do» richt ich mich zuletzt von meinem Siechbe«' auff Und mache/noch nicht recht erquickt/ mich auff den rauff. Ach leider! viel zu spät. Alsbald ich an war kommen Und nach Olympicn vnd meinem Heil vernommen: Erfahrich! daß nunmehr I_ylanäcr sie ergetzt: «Xa daß,hr Heuraths-Tag bestmik vnd angesetzt., Ich hüte vor Phantasey. Biß mir ei» Freund erzehltt- Es hab Olymp--sich lange Zeit gequälet/ Ob memeni aussen sey». Daß keinerlei) Beuch,/ ^ Kein Schreiben je ersetzt: I,ysaaöers Angegcht Wär jhr zwar wie vorhin vnangenchm gewesen/ I,vs-nc!cr hätte sckdst auß ihrer Sttrn gelesen Sein Ungunst/ihren Haß- Auch hätt er pch bmuot Daß er auß Unvernunfft so fteventlich gesiebt/ ro Cardenio vnd Celinde Lknd unbedacht gesucht was er erbittenden- Doch hab er sich selbsclbst auffs höchste zwingen wollen Zu der verlobten Dienst: D-eietzl-ch ,hn beklagt/ er sein Glück vmb ste/ vie ,hm doch feind/ gewagt Sie hatte die Geduld k.^län6erL müssen loben Lknd allgemach michgantz auß ihrem Sinn verschoben: Lylsnücr hätte diß genommen stracks in acht L^nd)hr mitleidend seyn zu höchster Liebe bracht/ Sie waren Senn nun zwey/ doch zwey mit einem Hertzen: Llnd feilte wenig Zeit zu ihren Hochzcik-Kertzcn: Dch nam die rauc Post mit solchem Schrecken an/ Als ke-n verdankter Mensch sein Lkrthcil hören kan. Nnch unterließ ich nichts( wie kurtz die Zeit!) zu wagen sucht ihr meine Trew durch Schrifften vorzutragen. Sie»am kein Schreiben mehr/ vnd schickt auff letzte mir/ Star Ankwork/ein verwahrt doch ledig Blat Papir. ;ch üeß mich/ als ein Weib/durch meine Freund anlegen: «Und trat ihr ins Gesicht auff öffentlichen Wegen/ Lind zog mein Lknschuld an/ sie wegerte Gehör And nams als stünd ich ihr nach ihrer reinen Ehr. Der Himmel/ sprach sie/ hat mir eine Seel gegeben! Ich bin i-xlsnclci'L Braut/Larclenio mag leben! Der Himmel hat von ihm mich gäntzlich abgeschreckt: Der mir sem falsches Hertz zum zweytenmal entdeckt» Mit diesem ging sie durch: Lind ließ mich sonder Sinnen: Wie wemi in Sterbens-Ängst die Geister vns zerrinnen. Mein Feber grieff mich an vnd hilt mich im Gemach Biß daß ihr Heurakh-Fesi( so trüber Tag) anbrach! Da hab ich mich erkühnt mit dreymal drey Gesellen/ Bey ihrem Lust-Panquet ein tantzen anzustellen Wir traten m den Saal in schwartzer Trauer-Pracht Verhüllt vuo gantz vermummt: Ich sprang in solcher Tracht Wie oer verliebte Printz: Der den Verstand verloren/ Als leine Lust vorihn den^leelor außerkoren. r der v»s nicht in dieser Wolck erkant/ Drückt VN6 Mtt 01/mpie entbrant' Vor Trarir-Spicl. n Bor Ungeduld vnd Scham rUndluß sich»och nicht mercken/ Umb meine Hoffnung nicht durch ihr Gesicht zu siarcken/ ce linä-hat allem ich weiß nicht was erblickt Dadurch sie mich entdeckt/ sie schaute mich entzückt Mit heiffen Seuffzen an/ die fruchtlos abgegangen/ Weil wich olympic noch garzu fest gefangen, pamphil. O! vmp.e die schon ttyianäcr. eigen war Curven. Die Liebe wachst in Noth vnd starctt sich durch Gefahr. Und wünkscht/durch was nicht ist/vnd vner horte Sachen Und nie gebahnte Weg'>hr Anschläg außzumachen. H/sanäers Hvchzeit-Feur war schon in Asch vertevrt/ Doch mcme Flamme nicht die heimlich mich verzehrt Ich dacht a»ff neue Stück: Und als er einst verreiset; Hatt ein erkauffte Magd mich in sein Hauß gewelsct/ Ich kam denn als ein Weib die Frücht vnd apffeltragt Als sich Ol/mpic zurMittagö-Ruhgelegt/ Es war gleich eins bey;hr/ erblicken vnd erkennen: Ich sah'chr Angesicht vor Zorn vnd zittern brennen. Und eh' ich reden könt' ach! sprach sie! ach zuviel Zuviel Caräenio! ein Ende mit dem Spiel! Ich bin von Edlem Stamm; bin vnbefieckt geboren: Und wie d» weist/ zur Ehe vnd keuschen Eh' erkoren. Die drey verbitten mir dich ferner anzusthn! Larcienio von hier! ist Nicht zu viel geschehn/ Daß du mein Hochzeit-Fest>mt dem verstellten rasen Ohn alle Schew eittweyht: Und Funcken auffgcdiasen/ Die/ wenn mein sitsam seyn/ mit schweigen nicht bedeckt/ Ein vnaußlcschlich Feur in Hauß vnd Hauß entsteckt. cisrä-nio von hier: Wo nicht so magst du wiffcn: Daß man dir aufs mein Wort wird beyde Lichter schlissen/ Von hier vnd glaube diß/öaß die dich ehrlich libt/ Die jetzt dich tödte» kan/ vnd dir das Leben gi bt/ Wie» Sprach ich/laß ich mir mein rasen hier verweisen Da man vmb Langmut mich/ wo noch Vcrnunfft/ soll preisen! Laß ich Ol^mpico in dieses Räubers Hand/ Der sie durch List erhalt/ der nie was Lieb' erkant. B v Hat Carbmio vnd Celinde /s!ss k! l? lx Dj! K »L Hak meine lange Trew sorauadc verdienet r Ick ratz vl/mpi--! Ich habe mich erkühnet Zu einem Trauer-Spiel> ich kom in dein Gesicht/ ( Äde Ol^mpi-)van dieser Stund' an nicht/ Als Mit ianöer; Blut vnd memem Mut gezihret; So sprach ,ch»nd liess stracks wo mich mein Grrmm hin führet/ Schloß auch denselben Tag zu enden meine Noth. Zu rämpffen meine Lieb' ins Feindes Blut vnd Tod. ^ninpyil.Doch ward der raurSchiuß nicht schleunig forgesetzek» L,reden. Wen das Verhängnüß n»ch mit neuer Glut verletzet/ Ich hatt auß jener Hof kaum h. imwarts mich gekehrt Als von Oel-N en Mir ein Schreiben ward gewehrt. Die bat/ daß ich bey ihr wolt eine bl ym5e schauen/ Die mir ein wirbt,« Glück gesonnen zu vertraue«. Ich/ als ich jdr em B«,efm etwas nachgedacht Begab mich bey jhr Hautz nickt viel vor Mitternacht/ Ich hört vmd-hre Thür Viel'vnd Lauten klingen Doch mehr zu Schrmpss' als Ehr' ich kört ein Liedlein singe» Bon ihrem Wanckelmut/ das ging mir bitter ern/ Ich fiel den Haussen an/ schlug mit dem Eisen drein. Sie setzten sich zu Wehr: Llnv musten doch erliegen: Man sah Pauoor vnd Hut/ vnd Kling' vnd Harffe fliegen B-ß ich/vnd vnvcrletzt/ die Thür allein einnam Da nur Lelin-l-- selbst erschreckt entgegen kam. Sie öanckte/daß ich sie bey dieser Zeit ersuchte: Daß ich die Schaar verjagt: Die ihrer Tugend fluchte Llnd ihren Ruhm verletzt( wo dch ein Schmach-Lied kau:) Llnd bat zur Danckbarke-t sich mir zu eigen an. Wir traten ins Gemach/ da keine sonst zu finden: ecl incl'vmbfing mich vnd vertraute Mir Lclinäen: Entdeckt ihr hcrsse Lieb' vnd wünrscht sie möchte mein: Bor viel Ol ympleü vnd strenge Buhlen seyn. Ich schied' eh°r>ran kam die Sterne» zu verschlissen: Als ich den Tag hernach sie wolt' auffs new bcgrüssen; Kam sie mir schöner vor vnd freyer denn vorhin: Und sing halb seuffzend an. earcicnw ich bin/ 3ch Traur-Spick.>) Jchdm/6arc!enic>, die nur durch ihn kan leben: L^nS die sich selbst vor jhnwolt' m die Flammen geben: Doch wrl er meiner Lieb ohn Leiden theilhasft seyn: So lern' er wer ich sey/vnd geh den Rathschlag ein. Ich/ die von altem Skam^vnd edlen Blut geboren: t/ Hab Eltern m dem Glantz der ersten Zeit verloren Bm durch nicht treue Freund' vmb meiner Mutter Pracht r Ll»d vmb deß Vatern Gut durch Anverwandte bracht. ek» Krieg/ Mangel/ Haß vnd Noth hat mich so wett gerissen r / Daß.ch der Keuschheit Blum zu letzt auffsetzen musst:,/ Zwar einem/ der durch Gold vnd Ansehn mich besprang Doch durch nicht minder Lieb in dieses Hertze drang! Und euilg mich berührt: Auch war' ichjhm vermahlet Wenn er nicht ziml.ch,ung den Ritter-Grand erw-hlok Der ihm die Eh verbeut. Er hält mich noch allhi-r Mit höchsten Kosten anst/ vnd schicket für vnd für/ Was zu ersinnen ist. Sein übergroß Vermögen. Kehrt m die Zimmer ein! wo nun jhm nicht entgegen Or-l-nio baß ich dem zu Gebote steh/ Der vns so prächtig nährt/ so leb ich sonder Weh Zwar von ULrceÜus Gut/ doch lieb ich jhn alleine c-u-ä-aia mein Licht: Den ich aufs ewig meyne! Sie schloß mit einem Kuß! vnd lch gab alles nach Soschwimt dcr Almen.Baum tvcimjhn die strenge Bach Auß seinem Grunde reist. So fiel ich mit Olinäcn Durch reitzcn schnöder Lust in vor verhaste Sünden Ich der ein keusches Bild so Eifer voll geliebt Ward durch befleckte Gunst in Heister Brunst betrübt/^ pamphck.Jch zittcr!«sts ki arccll der unlängst vmb«st komen r Larven. Ja freylich: hör fetzt an wie fhm drrGeist benommen; Hör fetzt den frembden Fall/ ve« ausser mir kein Man/ Llmbst'andltch( wer er auch/) vor Augen stellen kan. Wir zwey/ Lciintt vno ich/ entbranc in gleichen Flammen: Verfugten vns zwar sfft doch sehr verdeckt zusammen And wäre» Zweiffels ohn noch lange i.ichc erwischt. Wenn Nicht mew Unverstand biarceliur Geist erfrischt/^ Cardmio MdEclinde Mich taucht es Nicht genung baß Mich erwehlct' Wenn ich nicht dieses Glück den Wäldern hätt' errehlet/ And in Gedichte bracht sie sie mir Anmut sang Wenn die geschickte Faust auff ihrer Laut' vmbsprang/ H.er rührt sein Anfall her/ denn als er einmal kommen And in Lelin-l-ns Hand ein lang Papier vernomMen/ Beschwärtzk durch meine Brunst/ erstarrt er vnd begehrt/ Zu wissen/welcher jhr so he,ffcn Brief gewehrt/ Sie gibt zwar lachend vor doch zitternd im Gewissen: Sie hätt'es 8/1 vier, nechst auß der Faust gerissen/ Er zweiffelt vnd verbarg den Eifer der ihn nagt/ And noch diesclbte Stund auß ihrer Wohnung sagt. Kaum war kl-rcellus fort als ich bey ihr erschienen: Er walte sich der Zeit zu seiner Spur bedienen Vnd wie ich noch nicht recht beschritten ihr Gemach/ K-mt er von Zorn erhitzt mir auffber Ferschen nach.-- HilssGott! wie haben wir vns alle drey befunden/ 2 Die Zungen waren vns vor Grim vnd Furcht gebunden.>! Er siel 6clin-len an/ die Alabaster bleich/( Vnd plötzlich ward gefärbt durch seinen Backenstreich.^ Eh'ihr noch warmes Blnt vom Antlitz abgeflossen:^ Kam seines durch mein Schwerst auß seiner Brust geschossen/- Ertaumelt vndvergingichrreffOIinci' auff/auss. Hier ist nicht lange Frist: Wer leben wil der lauff:^ Er/ als wir in der Eil den besten Schmuck einpackten: Vnd Gold/Gefchmcid/vnd Stein in ftione Tücher flachten: Erhub/ wie schwach er war/ sein sterbend Angesicht. Vnd ricffmir schwacher Stun: Ich bitt entweichet nicht t^arclcniü ich wil dir meinen Tod verzeihen: Wo du mir wilt dem Ohr vnd Faust vnd Beystand leihen/ Ich red ohn alle List: Kom führe mich von hier Ich schwere bey dem Thron deß Richters über mir Daß ich auffs minste nicht durch Rache eich wil kräncken. Ich suche nur mein End vnd Elend zu bedrucken/ Ich bitte: Daß ich mich versöhnen kan mit Gott Daß ich mein Hauß befrei) von dem so herben Sport: Als >2>4 d? I Traur-Spicl. 's MUci, meinen Stand^schlecht na acht genommen^ Daß>ch H» durch-u> Weib m diesem O" vmbiommen. Auch werdet chr dadurch erlöst vov furcht vnd flucht/ Wenn niemand meinen Tod von euren Handen s ä t. Gibt jemand meine Wund' im Weg'vnd Haulc biul Dem wrl ich weil ich kan einpflanzen riß vermuten schien durch frembde Feind vmdrmget bev der Nach/ Vnb durch dich aüß der Noth zu meiner Wohnung bracht. Ich bitte schlag nicht ab mcm äusserstes begehren/ Kom führe mich von hier vnd von e-ä-nä-- Zehren/^ Vnd ließ auß meinem Blut wie groß jhrVndauct s). Wie leicht ihr Wanckelmut! wie: Ader ich verzeih. «,el/ vnd lehnte sich an meine rechte Seiten.,,,, pamphil. Vnd hast du dich erkühnt nach Haust jhn zu beglette. Lar°e... Ich thatö) als der.n.r s-lLst^nd memc». Leben gram! Doch bitt er redlich Wort;als er ms Zimmer.am. Vnd durch der Diener Fleiß entkleidet vnd 3^3": Hat sein der Aryt vmbsonst/wie weiß er auch/ gchsi-zet. Ano qao vcnzweytenTag l...— Nachdem er turtz zuvor gcrühmet meiner barmen/ "Xn aller Gegenwart; vnd so das Werck beschenk/ Daß auderw-rtS mich/ jhn vr-S sein Geschieäit vcrhont. vampliil.Jst d-ß„-r^lln-Fall! O b-'sserDurst derEhrenl Den nicht d.e Rach-Lust kan vnd Nicht der Tod--erschr-n. Der vor deß Feindes Angst/deß Himmels Ruh begehrt. O Seele beßren Glücks vnd andren Abschieds werth. LEn. Man glaub'- Ich hab ihn offt geehrt mtt me-nen^r^ Mit innerlicher New' vnd Kuwmer>v°llem Sehnen.( neu Sem sterbendes Geberd' ermuntert mich die Nacht/ Vnd Nicht Lelinäen mir vnd alles auß der acht. Ach wo verfiel ich hin: Wer bin ich vor gewesen- Wer jetzt! wo werd'ich doch! wenn werd ick) doch genesen. Was stöst Otympic! was stöst du strenge mich. Was hab ich auffgefeßt? Doch hat ein ander dich. *6 Cürdeniopn-Celi'ndL Aufs! last v»rs denn von hiev; du über-trew Gemüte> Verzeche daß ich noch mißbrauche deiner Güte Verrichte was ich bat'vnd sey nach Mitternacht/ Wo meine Wohnung ist zu suchen mich bedacht. Oäräenio, Diener. Geh werther Freund/geh hin/ was ich dchnoch verborgen; Mein letztes Abscheid'-Stück entdecke dir der Morgen. Die Rc,ß ist zwar bestimmt. Doch eh' ich komm ins Feld Muß durchgerechten Zorn 1-yl-iwler auß der Welt/ Ist diß mein Diener? Recht! wie? Hast du was vernommen? Diener, lancier wird gewiß noch diese Nacht ankommen: Er ist nicht fern von hier/ ich hab ihn selbst gesehn Vnd rennt alsbald voran! Larve». So ists vmb jhn geschehn. Ich wil das falsche Blut vor morgen noch vergiffcn/ Vnd durch gewüntschke Räch ein langes Leid beschliffen Der ist Ol/mpie nicht deiner Liebe werth: Der dich dem Räuber last/ dem du durch List beschert. Reyen. Der hohe Geist der in der Sterbligkeit/ Vnsterblich herrscht: Der seines Fleisches Kleid Als eine Last/( so bald die Stunde schlagt Die scheiden heift) gantz vnversehrt ablegt; Der hohe Geist würd' alles was die Welt- Was kufft vnd See in ihren Schrancken hält/ Was künfftig noch/vnd was verlangst geschehn; Mit lachen nur vnd Mß-Prelß übersetzn/ Dem Vogel Trotz! der in die Lufft sich schwingt Ob schon der Schall der harten Donner klingt/ Vnd ob der Sonn' auffdie er einig harrt/ Mit steiffem Aug sich wundert vnd erstarrt. Der l7 Tram'--Spiel. Der hohe Geist würd über alles gehn/ Vnd bey dem Thron der höchste» Weißheit stehn; Wenn beyde Flügel ihm nicht fest gehemmt/ Vnd Füß vnd Leib autfchwercr Last beklemmt. Alsbald er«uffden Kreiß der Dinge trat Erschrack der Fürst der zu Mitten hat Der Vntern-Welt/ der wenn er vmd sich blickt/ Neid/ Haß vnd Grimm i» vnser Licht außschickk. Erschütteite dreymal sein Schlangen-Har Die Höll erbeb t; was vmb vnd vmd jhn war Versanck in Furcht/ die Glut schloß einen Ring Als er enksteckt von heiffem Zorn anfing; Auff! Götter auff! die mit mir von dem Thron Hicher gebannt: Es steht nach jener Kro» Die ich besaß/ ein hoch-glückselig Bild Das leider mehr bey seinem Schöpffer gilt! Man ging zu Rath: Es ward ein Schluß erlist Zu dampften was deß Menschen himlisch ist/ Mit Macht vnd Trug! bald drungen auß der Nacht Geitz/ Hochmut/ Angst/ Einbildung/ Wahn vnd Pracht Doch allen flog erhitzte Brunstzuvor Die voll von W den Nahmen jhr erkor Von steter Lieb' vnd unter jhrem Schein Die Hertzcn nam mit Gtfft vnd Gallen ein« Jhr bot alsbald die Rach-Lust treue Hand Die/ leider! jetzt der allgemeine Tand Auff dem Altar der tapffcrn Ehren ehrt/ Indem die Burg der Ehren wird zustört. Die Rasereyen pochen was man schätzt/ Nur heilges Recht auff festen Grund gesetzt; Sie stecken Reich vnd Land mit Flammen an Die auch kein Glitt drr Vslcker dampffen kan. 18 CardcnioviidCelittdr Sie färben See vnd Wellen Purpur-roth Sie stürtzen Stül vnd Kronen in den Koth/ Vnd treten was auff Erden sterbenö-srey Vnd ewig/ mit entweihtem Fuß entzwey. Sie reisten( ach!) deß Menschen reine See! Von ihrem Zweck in deß Verrerbens Höl Vnd zieh»/ die den Gott gab den Himmel ein Anß stiller Ruh/in immrr-strengePem. Die Aridere Abhandelung. Der Schaw-Platz bildet einen Lust- Garten ab. (üelilläe singend vnd spielend aufs der Laute. Fleuch besiürtzter Fürst der Sternen Meiner Seelen Lust vnd Ruh! Eilt von mir sich zu entfernen. Himmel steht ihr dieses zu! Vberfällt mich diese Pem! So verkehrt stch mein entseelter Leib in Stein. Falscher! hat mein feurig liebe» Wie dein frostig Eiß erweicht Hab ich diese Klipp erreicht Auff der mein Hertz gantz zutrieben Vnd durch dein verkehrt Gesicht In verzweiffelns-Sturm auff tausend Stücken bricht. Fleuch mein Geist! fleuch vnd verschwinde Eh die raue Stund ankämt Die mir Zeit vnd Leben nickt Daß ich mich nicht in mir finde! Macht daß meine Seel entreist! Was verzeuchst du mehr durch a»ß verwaister Seist. ZlO Traur-Spiel. !- Flrfft jhr herben Threnen-Bäche/ Lescht der Augen Fackeln auß/ Deß gekräncklen Leibes Hauß Emckc vnd stürtzk. Ich selbst zubreche/ Weil der Donner vinb mich kracht/ Vnd mich rn dem nun/ zur Handvoll Aschen macht/ Sie reist die Seiten von der Lauten/ vnd wirfst sie von sich. Fleuch Geist/ fleuch. Kont ich mich der Vntrew je vermutte»? So hätt ich mir gewüntscht/durch schwitzen/ tod zu blutten/ Durch Flammen zu vergeh»! auffFclsen auß der Höh Zusplittern Brust vnd Bein/in nie erdachtem Weh Zu suchen meinen Tod: Es hätte mich der Degen Der dich UsrccII erstieß auch müssen niederlegen r L4srccl l ach! der du mich nur gar zu trew geliebt/ Den mehr oi inckens Angst/denn eigner Tod betrübt? Kom blasser Geist kom vor/auß deiner Ruhe-Kammer/ Vnd schaw auff deine Räch' vnd meiner Seelen Jammer. In den ohn eine Schuld mich der Verräther setzt; Der vmb Lelinäcn dich voll Essers hatverlctzt. Ha grimmer-grauser Mensch! zu meinem Ach gebore»? Durch den ich Freyheit/ tust/ Trost/ Ruh vnd mich verloren/ Vnd nur zu meiner Pein in diesem Le,be schmacht' Denn/ wenn ein Tod vor mich/ ich Augenblicks bedacht Zu reisten auß der Zeit! ich die bey frischen Jahren Vnd Blüte der Gestalt/so hart beschimpfst erfahre»; Daß Liebe Drachen-Gifft vor Honig vns gewehr' Vnd falschen Wanckelmul vor treue Gunst bescher' Die Erden stinckr mich an! wie kan ich sonder Graue» Das Auge dieser Welt/ die lichte Sonn anschauen Die vorhin merneFreud/ jetzt meine Schmach bestraft Vnd mein bestürtzt Gesicht mit scheuer Rothe mahlt. Die bleiche O/nrkia, vor Zeugin meiner Lüste: Verweist mir jene Z-tt in der man mich begrüßt G E Z? Ld EardmSovridCcsiride In der Our.lenio mir IN die Armen fiel Vnd diesen Geist erquickt durch süffe Scltenspiel/ Was Anmut gaben vor/ die Sorgen-freyen Nächte/ Was schreck' vnd grauen letzt? Bald klingt mir das gefechte. ( Indem Marcel! erblast) durch mein verletztes Ohr: Bald lockt er mir durchnetzt von Bluc vnd Threncn vor. Ruffr Hascher vnd verweist daß ich nun selbst verlassen Die icki vorhin verließ: Bald hör ich durch die Gassen Ein kläglich Abend-lied vnd wein'vmh daß man fingt: Vnd mein recht lebend Leid auff ftembdeSeiten bringt/ Biß ein Verstarrcn schleust die nasse» Augenlieder: Denn fällt muh lVlorphci-; an: Vnd reist mich hin vnd wieder Durch Hecken-volle Berg'/in ein Cypreffen Thal: Vnd vnbewohnkeS Feld/ vnd mahlt die raste Qual Verliebter Seelen ab! dlcclecn seh' ich rasen: Ich seh auff Dlelus Brust von Blut geschwellte Blasen: Die bleiche hangt von ihrem Mandelbaum/ /tlciane sucht Ruh auff toller Wellen Schaum. Doch wenn ich dich mein Hertz/ Oaräenlo, erblicket Schißich noch schlummernd auff/ bald wirst du mir entrücket Vnd gehest fern von mir durch eine raue Bahn Ich folge! doch vmbsonst r Es ist vmb Mich gethan. Du schlägst meinWmseln auß:Doch/kanst du mehr nicht lieben; Warumb denn muß dein Bild auch träumend mich betrüben! Was red' ich vnd mit wem! wie wenn die heisse Macht Der Seuchen vnö bestegt/ ein zagend Hertze schmacht. In hart entbrandter Glut; vnd die geschwächten Sinnen Empfinden nach vnd nach wie Krafft vnd Geist zerrmnen/ Indem die inn're Kam nunmehr den Sitz anfällt In welchem sich Vernunfst gleich als beschlossen hält/ Denn taumelt der Verstand/oenn irren die Gedancken/ Denn zehlk die schwartzeZung deß abgelebten Krancken Viel vngestalce Wort in stetem schwcrmen her/ Die Augen blind von Harm/von stetem wachen schwer Sehn was fie doch nicht sehn! die Ohren taub von saufen' Die hören hmLrcMsstt- hierSchwerdt vndDrvmmel brausen/ TraiivSpick. rr Ho handelt mich die Noth! was Rath! to-n Gifft vnd Stahl; Vnd tud'/(ich bm mein selbst nicht mehr) die lauge Qual. (.Lr^cuin istraub> michsollder Tod erhören Den ich in meiner Zaust————— Sie erwischt ein Messer. (^elinäs. 8^1 via. 1vc!lL_-. Lelinv.———— Wolt ihr mein Elend mehre» Mit trösten sonder Trost vnd rathes-losem Rath. Tyche. Holdseligst« den Rath bewehrt vollbrachte That. Sylv. Wer vntcrstncken wil sucht Mittel sich zu retten> Leim». Wir suchten/ wenn wir hier nur einig Mittel hätt«». Gylv. Wo noch ein Mittel ist so schlägt es l'/clic vor. Lelinv. Ihr Mittel klingt zu raw in meinem zarten Ohr. Tyche- Sie wil denn daß ich ste von Liebe soll entbinden! Leims. Nein/ in L-rll-nio soll ste die Lieb entzünden. Tyche. Sie richtet ihren Wuntsch stets nach dem alten Ziel: Lclind. Doch so daß sein Verstand den minsten Schaden suhl. Tyche. Gemütter sind so leicht nicht vnverlctzt zu zwingen! Leitn». Man soll Oarclenlo mir unverletzt zubringen. Tyche. Diß thut kein Liebes-Tranck/ er greifft die Sinnen an k Lelinv. Der liebt nicht/ der mich nur auß rasen lieben kan! Tyechc. Geiiung vor mich/ wenn ich der Liebe nur geniesse: Lelinv. Mir nicht! Saß mich der Mund vnd nicht das Hertz« grüffe. Tyche. Ein solches Lieben rührt auß höherm Vrsprung her. Lelmd.Ein solch'istsdreichvon Oarclcnio begehr. Tyche. Hat er denn ste vorhin so inniglich geliebet. Crlinv. So/ daß sein Abschied mich biß auff den Tob betrübet: Tyche. Wie wen als menschlich ist der Tod hätt' euch getrennt/ Leitn». Denn wer auff seiner Asch mein glüend Hertz verbrennt. Tyche. Sie bild ihr ein er sey auff ewig jhr gestorben! Lelinv. Wenn nicht ein ander ihn durch neue Gunst erworben! Tyche. Sie schlage diesen Wahn gantz mit ihm auß der Acht> Leitn». Mein liebend Eifer istö der ewig in mir wacht. E ij Esche. Cardmio vnd Celinde Tyche. Vmbsonst! wenn sie auffjhn kein Vortheil kan erlange. Lelinv. O warumb bin ich nicht mir erster Zeit vergangen! Tychc. Viel andre wüntschen nach dem lieblichen Gesicht Lcllnv.Dein ists Laräenio, vnd keines andern nicht. «Lychc. Die grosseSchönheit wird leicht andreFreund' erwerbe? Lclmv. csrclciiio mein Freundich wil die deine sterben! Lyche. Sein Vndanck hat ja me.o treue Gunst verdient. Lelinv. 2lde! ich habe mich zu jedem Tod' erkühnt. Sylv. O Himmel! sie vergeht! Lxchc. Ey noch nicht Mut verloren. ckeli n-Z-Sylv. Es ist vmbsonst sie hört mit tauben Ohren.- Tvche. cclinä! Lelinv. Wer halt mich hier/ey gönnt mir meine Ruh> Tyche. Nein Schönst: Es ist noch Rath. Lelinv. Kom Tod! du/ Tröster du! Tyche. Mitleiden prcst mir anst recht unverfälschte Zehren Lelinv. Ach leider! wil man mir den söffen Tod erwehren! Tyche. Nur Mutt! mir fallt gleich jetzt ein sicher Mittel ein. Lelinv. O möcht auff oieier Weit es zu erlangen seyn. Tyche. Zwar scheintS ein wenig schwer r Doch möcht es seyn;« sinden! Lelinv. Man wird auff ewig mich durch diesen Dienst verbinde. Lyche Wo jemand der sietrew vnd ohne Falsch geliebt Vor kurtzer Zm entseelt. Lelinv. Ich werd' auffs ncw betrübt, kiarcell durch deinenTod. Tveye.Bnd jrgends hie vergraben! So must ich dessen Hertz zu diesem Vorsatz haben. Daß ich zu rechter Zeit vorhin mir jhrcm Bmt/ Vmb etwas angeftisclik woitauff geweyhter Glut/ Verdrennen gantz zu Asch: Gslv- Ich zttter es zu hören l Tyche. Der Aschen Krsfft muß ick mit he,l gen Worten mehr?. 6o bald Lar^cnio darvon was beygebracht. Es sey in frischem Wein/ es sey in Taffel T rächt/ Es fev in Zuckerwerck vnd was nur zu erde.icken/ Auff Blümlein die man pfiegt zum riechen zu verschencken: Wird er durch neue Flamni' entsteckt mehr denn vorhin Die suqen die er fleucht: So wahr ich l/ebe bin. Lelinv^ Trank-Spiel. 25 Lelinv. Wenn nun derÄrtzt vmbfonst hat Fleiß vnd Zeit ver» schwendet: Vnd was nicht hclffcn kan bey Keancken auffgewendct/ Schlägt er/damit kein Schimpfs sein altes Lob verzehr: So frembde Kräuter vor/ die niemals über Meer. In diesen Port gebracht> hatt ich die Specereyen: ( So spricht er) wolt ich stracks der Schmerlen euch befreye» Ja schaffe den Siechen auch zuweilen etwas an Das keinem möglich ist vnd niemand leisten kan. So eben handelt ihr vnd rühmt von solchen Dingen Die mir vnd keinem nicht sind möglich auffzubringcn i Vnd dardurch gebt ihr mir nichts anders zu versieh» Als daß ich sonder Rath müß in der Qual vergeh». Tyche. Warumb doch: Wen klarccll so viel auff sie gehalten^ Muß nicht sein Cörper sonst in einer Grufft veralten! Wie leicht ist Sarg vnd Brust eröffnet, bey der Nacht! Wie leicht ist/was so schwer vnöbünckt/zu wegen bracht. Lelinv. Die Augen starren mir: Ich schreck'! ich beb' sich zitier!, Soll der bißher vmb mich so wol-verdiente Ritter r Vmb dich o«rclenio( wie vorhin Seel vnd Geist/) Jetzt auch sein todtes Hertz hingeben!?arc-n reist/ Reist meine Faden ab! Tyche. Wen hat sie mehr gesiedet? Lelinv. Den freylich/der mich letzt so schändlich übergidet Tyche. And wagt sich selbst vor;bn?Warumb nicht einekcich? Lelinv. Diß Stück ist unerhört/ vnd keinem Zufall gleich. Tyche. Es ist vorhin gethan vnd hochbewehrt befunden. Lelinv. Isis möglich: Daß emMcnsch so viel sich vncerwunde? Tyche. Die Eisen-Harte Noth die vnser Leben quält Zwang Seelen/ Himmel an: Wo mau die Sternen zchlt: Zwang Seelen in der Lust: In Wäldern Rath zu suchen: Der Abgrund ward durchforscht: mit Segnen vnd mit Fluche» Riß man das ehrne Thor der tieffsien Hollen auff: Durch frcmbder Worte Macht begab sich in den Laufs. Ein fest gewurtzclt Stach: Die Geister m den Lüfften Entdeckten was vne noth. Die Leiche» auß den Grösste» L ist Verkäst- 2 4 CardenlovlidCcllNdL Verkündigten den Schlugen die Verhängnüß schrieb Nichts war/ das durch die Kunst vi-üb-rwunden blieb Die manch' ein grosses stund: Kein Fleisch/kein Eingeweide Der Kälber war genung/kein Hirsch in wilder Herde Von Hunden auffgejagk> kein vnderührter Süer: Kein auffgewachse» Hengst! kein vnverminfftig Tlucr. Die Geister/die die Welt die noth Geheunnüß lehren; Muß man mit reinem Blut erkiester Menschen ehren: Die forderten von dem ein vngeboren Krnd/ Von dem die Mutter selbst. Der müst als taub vnd blind Aufs einer Wegschud ihm die keusche Tochter schlachten/ Die jenen rühr' ich nicht die jhre Feind' vmbbrachten/ Vnd brauchten von dem Blut befleckt vnd law vnd naß Denabgestrcifften Kopffzu einem Weyrauch-Faß/ Bekleidet mit der Haut/ mit einem Darm vmbwundcn. Man hat ein zartes Kmd noch lebendig geschunden. . Vud auff das weiche Feld mit Blut die Schlifft gesetzt: Dre den vnd jenen Geist bald zwinget bald ergetzt. Manhat deß Knaben Hanptvmbdrehend abgerissen Auß welchem nachmals sich die Geister hören listen: Man hieb mit Ertz von dem/ von jenem Lörper ab/ Was zu dem Opffer dient/ man stanckert in dem Grab Nach einer schwängern Faust/ man zog deu dürren Leichen Die feuchte Leinwand auß; wenn etwa zu erreichen Ein dorrendes Geripp/ ein halb-verbrandtes Aas; Ein Leib von welchen, schon die Schaar der Raben fraß« Zerrt vnser Hauste nicht: Man liß stch nicht erschrecken Deß Nachts von einem Pfal auff dem Eespiste stecken Zu rauben Daum vnd Haar/ biß Mut vnd Fleiß vollbracht Wornach der schärfte Sinn der Sterbliche» gekracht. Warumb? Amb die Natur durch neue Macht zu binden! LomEn in der Höh vnd blitzen zu entzünden r Zu stopffen frische Quäll/vnd Wellen zu erhöhn/ Wenn sckonöie Winde nicht( die an dem Joch vnö gehn.) Sich regen in der See l es muß auff vnser fragen °Ein Vieh'/ ein Baum/ ein Bild/ ein Marmor Antwort sagen> Traur-Spick. rf " Es kamt auffvnser Wort ein Fürst auß seiner Ruh Der krolerpinc-ci zog vor tausend Jahren zu. Noch jetzt: wll sie der Frucht/ Holdseligste gelüsten So muß sie/ daß der käm/ was harte/ nicht verdrifftn/ Sie wag' es: Wer verzagt> hat nichts zu wegen bracht r Sie schaff ihr stete Lust durch Arbeit einer Nackt. Leims. Wenn man in solcher That m.ch vnversehnö ergriffe? Tfche. Sie ist die erste nicht/die fuhr in solchem Schiffe. Der Hof/ die grosse Stadt/ das gantze Land ist voll Von Seelen/ denen nur bey diesen Künsten wol. Viel wären eh' ins Trab als Hochzeit-Bette kommen Wenn sie bewehrten Rath nicht bald in acht genommen: Viel wären sonder Freund/vnd( was viel werther/) Gold: Viel pflügten sonder Nutz vnd dienten sonder Sold. Viel waren diese nicht/ vor die man sie muß ehren: Halt inn! was schwcrm ich viel? Man barffnicht alles hören Was sich verrichten last. Leims. Gesetzt ich siünd es zu! Mich hindert Thorvnd Schloß/ btarcoll hat seine Ruh. In der verwahrten Kirch! Tyche. Ist die nicht zu enkschliffe»? Har der/ der sie verwahrt/ nun ein so zart Gewissen? Nein warlich! LIeon ließ mich offr vmb Mitternacht/ Offt eh die Sonne fiel/ offt eh vian erwacht Bald mit Geferten ein/ bald einig/ wem, von nökhen: Durch ein getaufftes Bild deß Feindes Kmö zu lödkcn/ Wenn wo meiner Grufft/wenn auff dem Fron-Alkar Von Wachs/ Papier vnd Schufst was zu verbergen war» Vertraut sie auff mein Work/ich weiß jhn zu bewegen? Leltnv. Ich könte l/ckens Rath vnd gründlich widerlegen! Doch leider meine Noth hat mich so weit gebracht! Daß ich/ was ich nicht wil/ doch zu versuchen tracht! Die Seele zittert mir! vnd findet sich bestricken: Von Schrecken/ Lieb/ vnd Furcht! was hab ich nicht erlidten! Ich wüntsche za den T od> kan was mehr schädlich seyn! Als von c.ircicnio auff stets geschieden seyn. So wenn der Arm entbrennt vnd die erhitzten schweren i Das lrbruü'faule Fleisch als rinnend Wachs auffzchren! Es C jv Vnd r6 Cardmio vnd Ccsinde Vnd greiffen mehr vnd mehr die nahen Mausen an/ Daß ohn die Sege nichte den Cörper retten kan/ Denn hält man bey sich Rath ob besser zu verscheiden/ Sb leichter außzustehn das vngeheure schneiden Vnd weil man m der Angst noch zweiffelt ob dem Schluß Streckt man den Arm dahin! ich leider e muß Htnfolgen wo du gehst! versuch(ich wil es reichen) Durch auffgezehltes Gold/ den cicon zu erweichen. Durchforsche fein Gemüt! T^che. Sein Hertz ist mir betank Er setzt ihr Gut vnd Gott vor baareö Gold zu Pfand. Reyen. Es ist nicht ohn/ wer auff Morast sich wagt/ (Wie schön er überdeckt mit jmmer frischem Grase Das vnter ihm doch reist gleich einem schwachen Glase) Hat( doch zu spät) dir kühne Lust beklagt Er sinckt/ wenn ihn nicht Rettung stracks erhält Bald über Knie vnd Brust/ in die verschlämmten Pfützen/ Die Stimme schleust der Koth/ der Stirnen kaltes schwitze» Verwischt der Schliff darunter er verfällt So eben geht«/ wenn man die Sünd anlacht/ Vnd wil ohn eine Schcw mit ihren Nattern spielen; So fühlt man/ eh man recht kan ihre Bisse fühle» Daß sich die Gisst schon durch die Adern macht. o-Iin-le, kaum durch geile Brunst erhitzt/ Verließ das erste Feur vnd braut in neuen Flammen Ji-Sem?ckarcc!I den Fall auch sterbend wil verdamme» Vnd durch die Brust Blut auff die Glut außsprützt. Der Mord ist nicht recht in die Grufft versteckt r Sie raset sonder Zaum vnd wil durch Frevel finden Was ihrer Schönheit macht ohnmächtig ist zu binde». Was fangt sie an? Starrt Seelen vnd erschreckt> Der Tranr-Spiel.' — Der tolle Dunst/ das schwartze Zauber-Spiel/ Soll hier geschäfftig seyn/ man wil das Grab entweyen Man fällt die Glieder an/ die Sarg vnd Grab besrcyen Was suchst du doch! hier suchst du viel zu viel! Halt weil noch Zeit! verführter Geist halt an! Ach nein! du sündigst vmb mehr Sünde zu begehen» Soll denn der Laster Lohn in diesem Lohn bestehen; Daß keines lang unfruchtbar bleiben tan. Die Dritte Abhandeltmg. Der Schaw/Plütz stellet L-ylanäers Hauß vsr. Vireno. Du töntest mir fürwahr nicht besser Zeitung bringen Als daß t-ylanci-r nah'/lbr Himmel lasts gelingen Daß ich ihn heute noch in meinen Armen seh: Viren. Ich wünksche daß es bald vnd glücklich auch geschch. Olymp. Ich weiß kein grösser Glück in dieser Welt zu hoffen/ Als seine Gegenwart. Mein Hertzc steht jhm offen Nicht nur sein eigen Hauß. Viren. Es ist mein höchste Lust r Daß die so laue Lieb hab endlich deine Brust Mit wahrer Flam entsteckt/ was hat er nicht geübten r Als du vor jener Zeit durchauß nicht zu erbitte». Wie ging er dir so steiff/ so«»verdrossen nach/ Vnd duldet allen Hohn; das rauschen stiller Bach Vnd sein liebreiches Wort war eins m deinen Ohren/ Du hättest nur vor jhn/ holdselig seyn/ verlor««: Nun hat die Liebe Sir/ die du bißher bekriegt Doch durch L-ylanae-rs Trewzum letzten obgestegt. Olymp. Mein Bruder ich gesteh' es hat mir nie behaget/ Was er bey stiller Nacht durch meine Magd gewagek/ Daß ein beschlossen Hauß er durch sein Geld erbrach Vnd als Verräther drang in keusche Schlafgemach. Was r8 Cardenio vnd Celmde Was kam es mich zu stehn! was Eltern vndVerwandken Ich ward der Zungen Spiel: Vnd die mein Hertz erkanlen Die zogen doch mein Ehr' in Argwon vnd Verdacht! Viren. Wahr ist?er haks mit vns mehr denn zu grob gemacht-' Mlymp. Ach keiner raffe sich so weit den Wahn bechören Vnd such' ein rein Gemüt durch Tücke zu entehren! Wer List/ Betrug vnd Macht zu Heuraths-Stifftern braucht; Fängt gar zu übel an. Weil noch die Fackel raucht Die man der Braut ansteckt: Raucht schon Haß/Eifer/Rache/ Vnd ewig-hciffer Grimm/vnd macht die S-nnen wachs Durch rasend' Vngeduld. Dir steh verfangen last Vnd ruhig sich verspielt/ muß warlich nicht zu fest Zluffjhrer Ehre stehn. Erdachte mich zu fangen r Vnd hakte leider sich zum ärgsten hmtergangen. H Ich ward zuletzt auß Noth ihm anst fern Work versagt: Ich/der Lar-ärnio, nicht fern Betrug behagt. Hilft Gott! wie schlug mein Hertz r Wenn ich jhn must' an- schauen Denn wolte mir vor ihm bih austdas brechen grauen> Sem Wort war mir im Ohr ein harter Donnerscbtag Ich wüntschtemeinen Tod vorseinem Heuraths-Tag^ Er sah'( ob wol zu spät) wie hoch er'sich vergessen: V»d hub sein Vnglück an mit meinem außzumeffen/ Jedoch entschloß er sich zur Busse seine Schuld 01/ mpensVberniut zu linde rn durch Geduld. Vnd diese brach mem Hertz>- auch stel ick in Gedancken 6srcleni«> wär hin! so trat Ich in die Schrancken Zwar noch nicht grosser Gunst/ tue tägiich stärcker blüht/ Indem l-xt'sn-ier mir zu fugen sich bemüht/ Vnd wieder Liebe spürt. Wir wurden drauff verbunden Durch Pristerlichen Spruch. Ich habe diß befunden Daß Lieb vnendüch sich m keuscher Eh vermehr Vuo wenn sie richtig/ nie nach ftcmboem rüsten hör. Vrrcn. Doch alsauffs new'allhier ankommen; Vnd du sein alle Trew vnd Vnschuld recht vernommen. Warb Traur-Spiel.„ 29 Ward nicht dem Geist bestürtzt. Olymp. Bestürtzt: doch nicht bewegt« Ich habe Stand/ Geschlecht vnd Znsag überlegt: tl Ich schloß für Gottes Rath diestoltzeo Knie zu neigen: Der mir l-ylmiü-rn ließ zum Eh'-Geferten zeigen. Vnd ob Lsr-lenio sich vnaußsprechlich müht/ ';! Doch war sein Fleiß vmbscnst/ wie man vor Augen siht. Viren. So ist Oareienio denn gantz auß reinem Hertzen! e/ Olymp.Dylancler hat mein HertztDtß red lch/(vnd mck Schmertzen;) ctzrllenio hat frey was höher mich geschätzt: Ja vor mich Ehr vnd Ruhm vnd Leben auffgesetzt/ Sein Geist war meine Seel: Ich wünkscht ohn ihn zu sterben: Ich wüntscht ihn nur allein vor alles Gut zu erben! Was aber! ich verspür es sey deß Himmels Schluß Gar anders auWsetzk/ verzeih es mir/ ich muß »- Entdecken was ich glaub'vnendlich hohe Sinnen Begehren offtallhier den Vorsatz zu gewinnen Denihr Verlangen sucht. Sie wagen Schweiß vnd Fleiß/ Es fällt ihr alles zu/ doch wenn der letzte Preiß Ihn gleichsam in der Faustso muß es gleichwol müsse»/» Vnd als in grosser Hltz ein kaltes Eiß zuflissen. Warum!»? Deß Höchsten Aug' in seinem Himmel siht Wie hart ein sterblich Mensch vmb seinen Fall bemüht; Wie theuer es sein' Angst/ ja sein Berterben kaufst; Wie blind es in den PjÄ deß tieffsten Abgrunds lauste; Vnd hält Mitleidend vns in diesem Wahnwitz an/ Nickt was vnS schaden mag. Gibt was vns nützen kan. Was hier vnd dar zu sehn; blickt auch in HenrathS-Sachen.» Zwey Seelen können ja hier ein Vcrbünduüß machen, Gort bindet ober trennt! was dem zuwider geht Geht auffs verterben auß/ was durch jhn kämt/ besieht. Wenn mit earclenio mir nützlich stets zu leben; Er hättewarlich mir?l>ilancicrri nicht gegeben. Ist zener vielleicht mehr mit Gaben außgezierc; » Ich bm mit dem vergnügt was emig mir gebührt. Wehlt CardenkovndCelinde Wehlt mich Larcicnio? Gott hat vor mich gewehlet r Ich traure daß vmb mich esi-ärm-, sich quälet: Mich wundert daß nunmehr sein scharffcr Geist nicht seh" Daß auffdeß Herren Welt/ nichts ohngefehr gescheh'/ Daß der Ol/mpien zur Eh'jhm abgeschlagen,- Vielleicht was hohcrs chm entschlossen anzutragen. Ich klage daß er sich nicht besser nem' in acht: Vnd daß er seinen Ruhm auß Wehmut durchgebracht. Sein Zagen!( wie ich weiß) bringt jhnauff solche Sache» Die Edre/ Stand/ Verstand vnd Lob zu nicht« machen! Der kürtzt sein Leben ab vor dem gesetzten Ziel. Der schwartze Molchen-Gifft vor Artzney brauchen wil. Viren. Man sagt; er rüste sich auß dieser Stadt zu scheidest/ Olymp. Er wil Gelegenheit/ vielleicht/zum bösen wenden. Viren. Wer weiß wohin fein Sm n j bn etwa wieder führt Olymp. Wer weiß ob nicht den Sim, die erste Tugend rührt. Viren. L. vlsnllcr wird gewiß den gtimm'stenFemd verlieren» Olymp. Mehr ich/die dadurch frey von seinem steten spüren. Larven. Der Keuschheit wirb vmbsonst gespürct vnd gestellt. Olymp. Die leicht doch in den Mund deß blinden Pavels fällt. Viren. Deß Pövels toller Mund wird nicht was keusch entehren- Olymp. Man soll den Pövel nichts von keuschen Reden hören« Viren. Sem Hinzug führt mit jhm sein Lieb' vnd Leben hin. Olymp. Jchschätzt es/ wenn er schon verreiset/ für Gewinn. Viren. In zwey drey Tagen wirst du deß Gewins gemffen; Olymp. Man kan ein grosses offt im Augenblicke missen. Viren. Was missen? Wenn derFeind dasLager schon verlast? Olymp. Wenn der Oomer erblaßt; entsteckt er Gifftvnd Pest. Mein Bruder laß so viel dich meine Furcht bewegen Gib etwas auffitzn acht/ sein Haß kan leicht sich regen/ Indem l,y1Änllcrsich gleich jetzt anheim begiebt Vnd er von hinnen wil, Viren. Wol! wie es dir beliebt! Tranr,Spiel. Laräcniovon hier? Der mit L.xl-n6er-Bliit vor mir zu prange» braute? I^lsncler lockt zu mir? Den wider meinen Wuntsch der Himmel mir vertraute! csrcicniy zeuch hin! Vergiß oiympiens, vergiß der heiffen Rache! Nim mit dir zum Gcwin: Du habest schlimmer Glück/ doch wolgerechtcr Sache« Czrclcnio zeuch fort; Du muffest anderswo weit angenehmer leben; Nur gönne mir den Port Den nach dem räum Sturm die Liebe mir gegeben. Dein Hinzug rette mich/ Auß derso schweren Furcht in die du mich gcstccket! Dein Hinzug saubre dich Von überhauffccr Schuld damit du dich bestecket Dein köitt ich doch nicht seyn! Weil das Verhängnüß Mich I.)ckanäcrn zu erkennet; Dem laß mich nur allein: Vnd glaube daß vns Gott/doch nichtvmbfonst/getrennt! r.^l-nclcrlock. Ich lebe nur in dir! Kom vnd verlürtze mein so schmertzliches Verlangen; Q vckn-!cr lock vnd lebe stets in mir Die du von Furcht befteytrvirst recht erfren't vmbfaiigcn« (ÜLkdenlo. Der Schaw-Playrst Larcl-nü Gemach. (ÜLräenio zündet crn Feuer an/ vnd verbrennet etliche Briefe vnd Licbcö-Gcfchmcke. Ich bin nicht ferner dem! die Ketten find gebrochen! Dein Zorn/ mein Eifer hat mich von dir lstz gesprochen i ;r Cardenio vnd Cclinde Die Flamme zehr es auff»ras ich je von Sir trug/ Als ich vor dich mich selbst blind in dieSchantze schlug! Brennt hitzige Papir! voll Seelen/ Sinnen/ Hertzen/ Voll Smffzer/ Küsse/ Gunst>- jhr Zunder meiner Schmertzen! Die osst wir beyderseits mit Threnen gantz durchnctzt Als vns der blinde Wahn zu hoffen hat verletzt! Brenn' eitel Pergament mit falschem Blut beschrieben! Dre liebt weit ander jetzt dir mich wolt ewig lieben! Weg du beperltes Harr! du Strick der mich gefast Den die geflochten hat di« mit gehäuffler last/ Mein dienend Hertz geprest! wie fest jhr Haar gewunden r So fest war ich vorhin/ doch nun Nicht mehr/ gebunden! Wcg/vor mein höchster Schatz/ nun ein zurissen Band Weg/ du nicht reines Gold! du Ring von meiner Hand! Dein Bildnüß ist noch hier! ach soll es denn verbrennen! Wie anders! werd ich dich denn ewig nicht erkennen? Was hilfftö? Ach must du denn/ du gar zu wahrer Schein Von meiner Seelen Sonn' vergchn vnd Aschen seyn! Nein! daß zum minsten noch mir diß zum Denckmal bleibe! Daß höchste Grausamkeit wohn in dem schönsten Leibe! Was thu' ich? Steht sie mir nicht täglich im Gesicht Weil etwas in mir lebt? Diß Bild erstürbet nicht DaS sie mir in die Seel' anst ewig eingedrücket Als meine Freyheit ward schnell durch jhr Garn berücket. Könt jhr Gedächtnüß nur so leicht seyn außgethan Als diß Gemälde brennt: Ich schifft«n festem Kahn Weg alles was mich hilt! wie schnell ist es verschwunden! Was hatt mich Thörichte»? Was hilt mich doch gebunden? Die leichte Handvoll Asch! der Rauch! der schwarye Dunst! Vnd nur mein eigen Wahn vud jetzt verfluchte Brunst! Repkn. Traur-Spiek. g; Reyen" SicM/der Mensch/ die Vier Theil deß Jak- res/ in Gestalt der Vier Zeiten Menschlichen Alters/welchc schweigend eingeführet werden. Fett. Mensch/ diß jst deß Himmels Schluß/ Dem was sterblich folgen muß/ Daß du sonder Mitgefertin nicht dein Leben sollst vollbringe!« Viel wird man dir vorstellen: Mochte dir die Wahl gelingen. Wer sich hier nicht nickt in acht Wer sein Glück einmal versiht Jstvmbdaswas erverachk Fürvnd für vmbsonst bemüht. Der Frühling wird von der Zeit auffgeführet. Mensch. D» Wunder-schönes Bild/du Himmel-Kohe Zir> Keckst du auff Erden mich zu grüffcn? Ach! möchtich stets mich vwb dich wissen; D-e Schönheit selbst ist blöd vndvngestalt vor dir. Was sind die L-lj-n roth? Worzu der Rosen Pracht Dein Rosen-fnschcs Angesicht! Macht aller Blumen Schmuck zu nichte/ So giäntzt das Morgen-roth/ wenn es den Tag anlacht. zarten Glieder ihr/ jhr Gold-gefärbtcn Haar Seyd starck mein Herye zu bestricken. Das über euch/ als im entzücken Nicht fühlt worinn es schweb' in Lust ob in Gefahr Wie hurttg ist der Gang! wie artig steht das Klei» Doch kan der Himmel höher Gaben Den übrigen verliehen haben. Das erst- ist nicht das best/ stracks schliffen schafft öfft Leid. ^exen. Wer sich hier nicht nickt in acht/?«. Die 54 CardeniopnbCelitidc Die Acit führet den Frühling ab/ vnd den Sommer ein Mensch. Ich dacht es wol vorhin! die sich jetzt zu mir macht Gibt kaum der ersten nach. Wie schmückt der ähren Krantz der schwartzen Haare Tracht! Die Perlen tausendfach Als Sternen vnsre Nacht entzünden Wenn nun Diane soll verschwinden. Lb schon der Sonnen Glantz die lichten Wangen färbt Spielt doch der Glieder Schne Der auß der Mutter Leib /von Schmincke n-chts geerbt/ Ais wenn von laurus Höh' Die überdeckte Klippen malen Mit Wider-Glantz dcr Wolcken pralen. Die Sichel in der Faust/ der Arm schier gautz entlöst/ Gibt warlich zu versteh»/ Daß sie nicht ruhen kan vnd Faulheit von sich stöst. Zwar/last sie auch hingeht,> Schön ist sie. Doch mir was zu strenge Ich leide Mangel bey der Menge. Rexen. Wer sich hier/,c. Sie Am führet den Herbst ein. Mensch. Noch ist biß hieher nichts verloren/ Trrt nicht deß Reichthums Göttin auff? So prächtig als zu jhrem Laufs Daftrn düsruta new-gc'ooren DieStralen-volleSsnn erwacht Vnd die erquickte Welt anlacht. Hier pralt was Osten je gewehrck; WaS kern auß der Klippen Nacht Hat in de/.i lieben Tag gebracht/ Vnd A mktri,' jemals bescheret/ Deß Hauptes welcken Blätter-Krantz Ersetzt der Diamante Glantz. Traur-Spiel.;s Mein Aug erstarrt ob diesem Lichte; Wie treffen mildem Widerschein Der sthütcernden Rudmen ein Die in dem Schoß gehäuffter Früchte? , Von jhrem Haupt/bißauffdenZuß/ Ist nichts denn Pracht vnd Vberfluß. Doch find die Wangen fast erblichen r Der vorhin weifsen Glieder SchnS Wird geldlichk/ der Corallen Höh' Ist von den Lippen schier gewichen. Stetste, nicht die mein Hertz ergetzt! Das Teste komt wol auff die letzt. ! Repen. Wer sich hier/rc. Die Zeit führet den Winker ein. Mensch. Web mir! was seh ich hier! ist diß mein gantz verlang O häßlich Frauen-Bild! was ist die Fackel noth! Bist du mir in mein Grab zu leuchten vorgegangen! O lebend Sichen-Hauß/ O Muster von dem Tob. Weh mir! was find ich hier! ist diß mein langes wehten? Wie schlagt mein hoffen auß! O möcht' ich nun zurück Soll' ich mich für vnd für mit diesem Scheusal quälen O allzu späte New'/ O hochst-verscherigeö Glück. Alk. Die ists/ die du haben nuist/ Weil der andern dreyen keine Würdig deiner wilden Lust/ Zage/ schrey/ lach/ oder weine/ Da die frische Jugend nicht/ Nicht der vollen Jahre Blum/ Nicht ein blödes Angesicht/ Tüchtig dir zum Eigenthum So nim/ wofern du nicht wilst gantz verloren seyn^ Was noch das Alter last/ statt aller Gütter em. »» T> Rcyen» Reym. Kein höher Schatz ist in der grossen Well Ais nur die Zeit/wer die nach Würden hält Wer die recht braucht/ trotzt Tod vnd Noth/ vnd Neid Vnd baut-hm selbst den Thron der Ewigkeit. Die Vierdte Mhandelung. (^aräenio. Ein Gespenst m GestaktOl^m- piens. Der Schaw--PIay ist«Mb Inländers Haust. Die vorhin mehr denn angenehme Zeit Der stillen Nacht entsteht der hellen Lichter Reyen! And meine nimmer todte Traurigkeit Erwacht/ vnd reitzl mich an mich endlich zu befreyen. Ihr FackeM die ihr in den Wolcken brennt! Die>hr vor diesem mirzu meiner Lust geschienen! Als ich in toller Liebe mich verkennt/ Seyd nun bereit zur Rache mir zu dienen! Wo jrr ich hin! wie vorhin mich die Lust '- Durch Finsternüß hieß als zur Wache gehen/ So zwingt der Durst der heiß entbrandten Brust/ l^tanöer, mich nach deinem Blutt'zu stehen. Wo bleibt mein Feind so spät? Die Häuser sind geschloffen. Die Gaffen sonder Volck/ die Sternen fortgeschossen: Diane bringt hervor ihr abgenommen Licht Vnd schielt den Erdkreiß an mit halbem Angesicht. Man hört von weitem nur die wachen. Hunde heulen/ Vnd einsames Geschrey der vngeparten Eulen> ! i Die Fenster stehn entseelt von ihrer Kcrtzen Schein Der Schlaff spricht allen zu vnd wigt die Augen ein/ Nur meine Rache nicht! was seh' ich? Istö zu glauben! Wie? Oder mag ein Traum mich der Verrmnlst berauben? Daß Tranr-Spiek. Z7 Daß man olympenr Thür bey hoher Mitternacht/'' Eh'jemand llopfftso frey vnd sonder Sorg' auffmacht> Wie? Lm vrrschieirtes Bild vnd zwar so gany alleine Nicht Diener! Fackel! Weib: vnd gleichwol nach dem Scheine Nicht so geringer Art. Ich muß nnch vntersrchn Zu forschen wer sie sey/vnd auffsie zu zu gehn. Holdseligste/ wie i sts/ schaut man so schöne Sonne» Bey trüber Mitternacht t Diane gibts gewonnen Vnd deckt mir einer Wolck ,hr sckamroth Angesicht/ Die Sternen sind erdlast ob ihrer Augen Licht. Glymp. Mcrn Herr verzech'/,ch weiß wie wahr so thanes Scherycn/ Curven. Wie? Glaubt sie/ daß mein Wort nicht komm' auß ^ wahrem Heryen' Dlxmp. Mein Herr siht Sonnen hier vnd gleichwol seh' ich Nacht/ Curven. Die Sonne siht sich nicht die alle sehend macht. «vlxmp. Mein trübcrSchein bezeugt wie nah' ichSonne gleichet Larven. Vnd ihr Verstand thut dar daß jhr die Sonne weiche. «vlxmp. Genung mein Herr ich geh! Larve». Wohin so spät r allem? «vlxmp. Die Tugend mit sich führt wird nicht allein« sey». Larven. Welch Vnfall zwinget sie bey Nacht sich so zu wage» k «vlxmp. Kein Vnfall/ Gunst vielmehr: Soll ich die WarheiS sagen. Larven. In Warheit grosse Gunst/ wol dem/bem fir geschieht/ «vlxmp. Mirvnd Olympier,! die mit mir auffgeblüht: Larven. Mich baucht ich sahe sie auß ihrem Hause treten. «vlxmp. Sie hat den Abend mich zur Malzeit eingebcken« Larven. Vnd schlägtjhr Herberg' ab in dem so weiten Hauß? «vlxmp. Mein Herr/wenn lieber komk/denn hat wer lieb'war auß: Larven. Wen mag bey Heller Nacht Olxmpe noch erbeite»? «vlxmp. Jhr Eh-Schatz wird gewiß vor Morgen noch einreite. Larven. Wie daß sie nicht heim begleitenlicß? x«vlxmp. Me«, He« ich bin befand vnd meines Wegs gewiß. D ij Larve»/ .Ml ;8 CardcniovndCesinde Larven. Vnd gleichwol hab ich nicht die Ehre sie zu kennen! Olymp. Vielleicht doch wol gehört offt meinen Namen nennen. Larven. Sie gönne mir/daß ich sie Scn begleiten mag! Olymp. Gar wol: Doch mir ist Nacht so sicher als der Tag. Larven. Ich wolte diese Nacht dem Tage weit vorziehen Wenn sie O schönstes Licht/ nicht wolte von mir stehen! Wo lencken wir vns hin! nun sich die Gaste theilt Mein Engel! wie so still! hab etwa» ich gefeilt Daß sie den süffen Mund durchauß vor mir wil schlissen! Sie melde nur die Schuld ich wil den Frevel küssen Sie sprech' ein Vrtheil auß; was mag der Vrsprung seyn! Ist meine Gegenwart die Vrsach ihrer Pein? Sie melde was sie kränckt/ich wil/ wo es zu glauben/ Mich dieser süssen Lust nur jhr zur Lust berauben> Holdseligste! kein Wort! sie räche sich an mir Hier istder scharffe Stahl! die blosse Brust ist hier. Dafernichwaöverwircktdasjhrsosehr entgegen! Druckt sie ein ander Schmertz? Kan etwa mein Vermögen Zu jhren Diensten seyn! kein Vnheil ist zu groß: Sie gebe sich/vnd nur mit einem Seuffzer bloß! Begleit ich sie zu fern? Sie wil kein Wort verlieren! Ich kan nur mehr denn wol/Ogrause Schönste! spüren/ Daß ich/ in dem ich ihr wil dienen/ sie beschwer. Ich geh denn/ sie verzeih! mich trägt mein Weg die quer. Auch fordert mich von hier ein nöthiger Geschähe! Olymp. Brich Jammer-schwangree Hertz! brecht ihr erstarrten Kräffte. Brich meiner Lippen Schloß! wie? oder ists ein Wahn! Hab ich in solcher Angst die beste Zeit verthan? Jch/dic du falscher Mensch nicht w-lst/ nicht kaust mehr kennen! Soll ich Laräonic, dir meinen Nahmen nennen! Erzitter vnd erschrick! Olympen hast du hir! Die bey geheimer Nacht nur winselt über dir/ Weil sie den Täg nicht darff! hab ick mich raw gestellet So offt du vndedacht dich zu mir hast gesellet! Tmirr-Spicl. Hieß ich dich hitzig gehn,- diß fordert Ehr vndGlimpff Jagt dich ein ernstes Wort vnd ein falsch-zornig Schimpfs? Heist diß beständig seyn! auff ewig sich verfchweren! Bist du so meiner Gunst/ so indenck meiner Zehre»? So indenck meiner Glut s daß auch der Namen nicht Dir in die Sinnen kömt: Ob schon dir im Gesicht' oiympe lebend steht s ob dievorsüssen Worte! Schon streichen in dein Ohr! ob sie schon auß dem Orte, Hervor trit/ den du mehrmehr denn zu viel besucht! Vnd fragst du wer sie seyvnd machst dich anst die Flucht. Indem sie vmb dich zagt! fragst du wohin ich eile? Bey vngeheurer Nacht! warumb ich nicht verweile In dcmverhasten Bett'? Es ist Nicht fern von hier Ein Garten: Angenehm nicht wegen seiner Zier Vnd Blumen-rcicher Pracht vnd wolgcsetzken Heyne. Ach nein/ ich liebe mehr alldar die rauen Steine: Die man an dessen Seit auß liessen Holen bricht! Inwelchcn k-d,o sitzt vnd jeder Wort nachspricht. Daß ich vor weinen offk verschluck vnd in mich fresse/ Jch/die/Larcienio, dein ewig Nicht vergesse/ Dein! der Ol^mpe Tods mit welcher in dir starb/ Was vnverglcichlich Ehr vnd Ansetzn dir erwarb. Dem/den die tolle Brunst verknüpfst hat mit O linclen: Dem Fräulm sonder Zucht /dem Zunder ärgster Sünden! Dem Vrsprung deiner Noth! der Qualle meiner Pein/ Bild die Lsrciknio, dein Vntcrgang wird seyn! EqrVen. O Schönste s daß sie mich erstarrend vor jhr schauet/ Mich/ welchem vor sich selbst vnd seiner Vorhat grauet/ Daß ich so lang' erstumm'tentsteht auß meiner Relv Die keine Worte findt/Krasse welcher jhreTrew; Die übertrcue Trew/ von mir recht außzustreichen! ol/mpc> welche Glut wirdjhrcrFlamme gleichen! Sie führe mich von hier s die dunckcl Einsamkeit Vorhin durch ihr Gcwem/ bettzrenet vnd beschreyt/ Soll numehr Zeuge seyn(,ch haß sich flieh Lclincion s) Daß sie Olz-mpe nur/ nur mäcbu>- mich zu binde>! Ich 4»a is Tranr,Spick. 41 Lyfirnd. Ist die genaue Wach nicht hier/ nicht dar bestellt? Storax. Sie wacht dem nur zu kräg/ der auff den Sand gefallt. Lystrnv. Das Schwerst der Oberkeit kan diese Schwerdker bämpffeu. Storar. Es wär'jetzt fern von hier/dafern wir selten kampffen. Mein Herr/die grosse Stadt beherbergt manchen Geist/ Der sich außVbermuk/auß Zanck/ auß Argwon schirmst r Der den verdeckten Haß durch Meuchelmord außführet/ Denckt objhr aller Freund. Was diesen Himmel zieret/ Vnd durch das dunckel gläntztstht manche Thaten an: Die auch im Mittag nicht die Sonn' entdecken kan> Lystrnd.Genung von dem! wir sind/(derHöchste sey gepreiset.) Aufs eigner Schwell' ey klopff! klopff an! Anecht. Er ist verreiset! Storax. Wer ist verreist? Rnecht. MeinHerr. Storax. Thue auff/er ist schon hier. Rnecht. Wir gingen über Feld. Storax. Wie vorn; S Trau- met dir? Lystrnr-. Klopff an/er ist voll Schlafs. Rnecht. Wer da? Storax. Der Herr ist kommen! Dorns. O wol! mein Herr! ich hatt'es vor nicht recht vernommen! Lysänd. Nun munter! öffne bald! wie ists mit dir bewand. Dorns. Mein Herr/ die Schlüssel stnd in vnser Frauen Hand» Ich geh' vnd zeig es an! Lyjänv. O angenehm erwecken! Wird jhr ein süsser Traum mein Ankunfft auch entdecken? Mein einig Eigenthum/ dein treues Herye macht/ Daß ich der Fürsten Gunst vnd Hoseö Zier veracht. Ol^mpe durch dispensier. I^lanäer. LcorLx. Wer dar! mein Hertz! Lystrnv. Mein Licht I Olxmp- O Tau. fendmal willkommen! Mein Trsst/jetzt schließ ich auff. Lxstrnv. Ist dir die Furcht be- nommen! D jv Nun 4L Cardcm'ovnd Cclindö Nun wir versilbert sind. Storar. Wir sieh» noch vor derThür. Man fällt im Augenblick offt zwischen dar vnd hier/ Lysirno. Du Blöder! du wirst nicht so leicht dein Leben wagen. Gtorar. Leicht wagen/ aber Herr euch auch die Warheit sagen/ Vnd diß auß treuem Geist/ mir ist die Seele feil. Mein Herr vor seinen Leib vnd seines Hauses Heil. Olvmpia. I^lunäer. Glvmp. Willkommen süssesHertz! O hochgewknschkeStundc! Lysanv. O liebreich?lngesicht! O höchst gewünscht gesunden. Leid ist mir/ daß ich sie gestört in chrer Ruh. Olymp. Mir lieb! mir fegte Furcht vnd grauses Schrecken zu. In einem herben Traum I wie wol bin ich erwachet/ Sein Aniunfft hat mich Angst-vnd Sorgen.frey gemachct. Mein Hertz folg ins Gemach! Lysand. Stracks! Wo mag Oorus seyn? Laß durch den Hinkerhofdie Roff' vnd Diener ein. Du Srorax schleuß das Thor! gib acht auffalle Sachen/ Die mir von Hofe bracht. Storar. Ich werd es richtig machen. Mein Herr sey vnbesokgt. Olymp. Last vns nicht länger stehn I E s ist die kieffste Nacht. Lysanv. Wolan mein Licht/ wir gehn. OLr6enio. Das Gespenst in Gestalt Ol^mpien«. Der Schaw Play verwandelt sich in eine» Lust-Garten. Mein Trost! wir gehn so fern! vnd wechseln keine Worte! Lreugt mich das Auge nicht/ so sind wir an dem Orte Den sie bey stiller Nacht zu trauren jhr crwehlt! Mein Engel! dessen Grimm mein reuend Hertze quält; Ist jhr gerechter Zorn denn nicht zu überbitten! Ich hab/ es ist nicht ohn/wert ausser Weht geschritten! Mehr 4; Tranr-Spiel. Mehr auß verzweiffcln/ denn aus Abgunst gegen ihr! SieGöttm! sie verzeih! die Scey erstirbt in nur! Wcsern sie Schönste mehr hier wil den Haß adligen/ Den meine Schuld enkstcckt, sie lasse sich bewegen Der heissen ThrenenFluß! der sansske Westen-Wind/ Der durch die Sträucher rauscht beftuffzet vnb cmpfindt Die vnaußsprechlich' Angst die meine Seele drücket/ Diane die beflürtztvnd tunckcl viis anblicket/ Belammcrt meine Noth vnd bittet/wie es scheint/ Vor diesen/ der für ihr auff seinen Knien weint: Sie gönne mir doch nur ihr lieblich Angesichtc/ Das Mond vnd Sternen trotzt j vnd mach in mir zu nichte Durch einen süssen Kuß wo etwas allhier lebt Das nicht 01/mpcnlieb! vicNachtsovmbvnsschwebt Sey>hr statt einer Wolck der zart-gewu-ckten Seide»! Mein Engel! ja sie wird von ihrem Diener leiden! Daß er/ dafern ,hr Haß beständig zürnen wil/ Doch nur die Hüll abzieh'/ vnd recht das blitzen fühl So auß den Augen stralk———— Der Schauplatz verändert sich plötzlich itt eine abscheuliche Einävc/ Olympia selbst m ein Tov^ ten,Gerippe/ welches mit pftil vnv Logen auff ven Larclcnio zielet. Larven.——— O Himmel ich verschwinde! Olxmp. Schaw an so blitzt mein Etral/ dein Lohn/ die Frucht der Sünde. Se1ir>6e. Slecn^.. Der Schauplatz stellet einen Rirchhof mit einer Rirchcn vor. Tyche. Der Mond ist zunirch hoch/ der kalte Wandel-Stern Last sich Nord-Ostlich sehn/ das Licht ist gleich so fern Als v»6 der Abend steht: die muntern Geister lehren Ein jhn verkiiüMe Seel/iii dem sie schnarchen hören D v Die 44 Cardmio vnd Celinbe Die jüdisch sind gesinnt; biß sich der Vogel regt/- Der vnserm Thun ein Ziel durch seine Stimme legt. Nunmehr ist keine Zeit/ O Schönste zu verlieren/! Wo wir entschlossen sind das Merck recht außzuführen r' Sw suche denn das Pfand der vnerschöpfften Lust Der immcr-festen Trew in ihres Liebsten Brust/> Indem ich seine Scel in renem Thal erweiche/ i Daß sie vns willig sey zum Larlehn ihrer Leiche!> ! Sie stell' jhr Sorgen ein: Vnd zage ferner nicht. Vor alles Schrecken dien' jhr biß geweyhke Licht. Lelinv. Ach soll ich dieser That allein mich vnterfangen. 4Lyche. Vmb jmmcr.feste Lust vnd Ruhe zu erlangen>.' Lellnc>.AÜein/in dicsemOrt:Tyche.StehtOIeon nicht bey jhrs> Lleon. Steht jhr ein Vnglück vor so widerfahr es mir! i m Sichbetl' offt erquickt? i Enkgliedern nicht die Aertzt' ohn Einred vnd Bedencken Viel Eöcper die manwoltin ihre Ruh'einsencken/ Vmb andern dar zu thun woher die Seuch entsteh'? k Wo grciffk die Kunst nicht bin! hat man der Menschen Weh/a daß ich mit Gliedern noch vmbgeben! Istö möglich: Daß ,ch kan nach solchem Anblick leben! Doch ia! du grosser Gott du trägst mit mir Geduld Dnö gönnst nur etwas Frist/d,e Übermasse Schuld In Lieich mich verteufft dir weinend abzubitten: Ach HEn/ bm von der Bahn der Tugend abgeglitten r Ich b-ns der in dem Koth der Laster steh gewühlt Mehr viehisch als ein Vieh/der nimmermehr gefühlt ( Wie hart du angeklopfft) dein innerlich anschreyen/ Der mehr denn lebend tod/( ob schon du wilst bcstcnen) Doch an der Sünden Joch/die schwere Ketten zeucht- Der vor dir( Heil der Welt) in sein Verterben fleucht/ Mein Vater! ich lehr- vmb! ich knie vor diese Thüren Vor dein geweyhkes Hauß. Was aber mag sich rühren? Was poltern hör ich an> mir stehn die Haar empor' Verfolgt mich d,ß Gespenst biß an die Heilgen Thor! Hat sich der gantze Lr^x die Nacht auff mich verbunden! Hat sich cocykus Heer in diese Stadt gesunden. Mein Gott! ich muß von hier! halt innwas gibst du an? Halt in» Qarclem'o> ob auch ein Räuber lan Sich an den sichern Ort bey stillem Dunckel wagen Vnd an geweyhtes Gold die frechen Hände schlagen> Was weiß ich; ob nicht Gott mich an den Tempel führ ! Zu retten seine Kirch! wie fein: Daß ich verlier/ Gelegenheit das Schwerst einmal vor Gott zu zucken: > Vnd Mördern auß der Faust den schweren Raub zu rucken/ Ist biß mein grosser Muts ach nein. Die Kling ist frey Der steh'/auff den ichs wag/ dem guten Vorsatz bey. Die Thüre wie ich fühl gibt nach vnd ist entschlossen! Diß zeigt nichts redlichs an! die Riegel weggeschossen> Gewiß sind Räuber hier! wie komm' ich auff die Spur; !D DorthängtvonobenabanGvlSgewürckterSchnur Em köstlich Hell-Cristall in d>m die Flamme lebet Die durch ein Tacht ernährt auff rcincm Oele schwebet/ In reiches Silberwerck/ vor Anstoß/ eingesenckt. Wie daß die Räuber nicht den schönen Schmuck gekraucht/ Der ! ur 47 Tranr-Spiel. Der sich doch selbst entdeckt? Was kau ich hierauß schliffen! Es geh nun/wie es geh/ so muß ichs dennoch wissen> Warumb entzünd ich nicht die Kertzc vom Altar Bey dieser Ampel Glantz! vnd suche wo die Schar Sich zu verbergen sucht! hier ist noch nichts entwendet; Doch haben sie vielleicht das Stück nicht recht vollendet. Was aber find ich hier! wie? Ein entseelte Leich Gelehnt an diese Maur! von Fäule blaw vnd bleich! Verstelltes Todten-Bild! wen cingekrämpffte Lippen! Was sind wirarmcdochlsybaldman an den Klippen Deß Todes scheitern muß/ verschwindet die Gestalt Die vorhin frische Haut wird vor dem Alter alt/ Vnd Stanck/vnd Staub/vnd nichts! was aber hier zu sagen! Ob nicht der Cörper wol auß seiner Grufft getragen. Indem man Sarg erbricht! vnd mit erhitztem Mut Durchstanckert Asch vnd Bein' vmb das verfluchte Gut Wer rennt der Thüren zu/so lang/so schwartz bekleidet? Halt an! er ist dahin! der frembde Fall beneidet Die nie erschreckte Faust! doch einer wird allein Zu diesem Kuchen-Raub nicht außgerüstct seyn. Vnd recht! dort stralt ein Licht auß dem entdeckten Grabe! Wol daß ich in dem Nest das Wild ergriffen habe! Was habt jhrMördcr vor.Lelinv.Weh' weh! mir! ich bis tod. Larven. O Gott was find ich! Leiinv. Ach! ich sterb m höchster Noth. Larven. Ist diß 6-linäc; wil mich ein Gespenst erschrecken! Lclinv. Wil mich Larclcnici auß dieser Grufft erwecken! Larven, celinlle schaw ich sie! Eelinv. Schickt ihn der Himmel mir! Larven. Zu jhr in diese Grufft! Lclinv. Mein Herr ich sterS allhier! Larven.Jsts inoglich daßich sie Oeline!' allhier soll schauen> Lelinv. Er schau't mich hier vertrust? in vnerhörtes Grauen. Larven. Wer führt sie in e,n Grab. Lelinv. VerzweiffclnHeri/ vnd er!( schwer. Larven. O grauses Wunderwerck! Lelinv. Mir leider viel zn Woferir 48 CardcnioMdCelindc Wofern sein Haß auffmich noch wie vorhin erbittert; So schaw er auff ein Hertz/das in der Angst erzittert In die es sich gestürmt/ mein Herr/ r mb; hn allein! Vnd sioffe seinen Stahl zu enden diese Pein Durch die entblöstc Brust: Daftrn er nut mir armen Mitleiden tragen mag/ so woll' er sich erbarmen/ Vnd führe mich von hier! Larven. Isis' oder ists ein Schrill?! Soll sie Lclincic denn in lauter Warycit scim! Nein; das Gespenst/daS durch Ol) n-pen mich gefallet» Hatin Lelinclen sich denAugenblick verstellet/ Vnd läst wofern ich sie mit einer Hand berühr! Ein schändlich Todten-Biid/ gleich als vorhin/ für mir Lelinv. Er rette wo er kan! er rette mich Betrübte! Er rette dieses Hertz/das jhn so hmzlich liebte. Larven. Sie steige zu nur auff. Lelinv- Es halt mich etwas an! Doch schaw ich nichts als ihn. Er reiche( wovr kan.) Mir den behertzten Arm! O Gott! last vns von hinnen! Larven. Lelinci« möcht ein Mensch so frembden Fall ersinnen! Wie komt sie an den Ort bey ungeheurer Nacht? Lelinv. Mein Her:/ er forsche nicht! wenn ich von hier gebracht> Wil ich mein Elend ihm ohn Vmbschweiff glatt außlegen Mein Herr von hier! Larven. Schaw ich den Todten sich bewe« Er eilt dem Grabe zu; die Glieder zittern mir!( gen? I Die Schenckel sind erstarrt: Lcrrno. Mein Herr! mein Hertz^ von hier. Das Gespenst deß Ritters. Deß Höchsten vnerforschliches Ger chte Schreckt eure Schuld durch dieses Traur-Gesicht« Die ihr mehr tod denn ich! O selig ist der Geist D«m eintsTvdten Grufft den Weg zum Leben weist. Repkn. 49 Traur-Spiel. Reyen. Dennoch kan die letzte Macht Die vns sterben heistet/ Vnd ins Grabes lange Nacht/ Don der Erden reistet. Dennoch kan sie über dich Mensch nicht gantz gebrtken/ Weil der Geist von ihrem Stich Wird vmbsonst bestricken. Zwar der Leichnam gehet ein Hertz vnd Augen brechen Wenn sich in der letzten Pein Arm' vnd Glieder schwächen/ Das geliebte Fleisch verfällt Wre bey Heister Sonnen Sich ei» Bild von Wachs verstellt/ Biß es gantz zerronnen. Bringt Aspaltens Hartz hervor Balsam/ Nard' vnd Myrrhen. Was Socvtor' je erkor/ Was die/so stetsjrrrn Vmb Larunbnn lasen aufs/ Bringet Specereyen/ Die käoincc je gab zu kauff/ Hier w»rd nichts gedeyen. Was du an dir trägst ist Staub/ Cs kam von der Erden. Vnd muß durch der Jahre Raub Staub vnd Erden werden. Was verwahrt die raue Grufft Vnter ihrem Steine/ Der auch stum/von sterben rufst/ Als verdorrt Gebeine? Aber jo Cardmio vnd Cclinde Aber unser bestes Theil Weiß mchrs von verwesen/ Es bleibt in den Schmerlen Heil/ Sterben heist s genesen/ Es ergetzk sich ob dem Licht/ Das es vor nicht kante Als eö in deß Leibes Pflicht Zeit vnd Welt verbaute. Doch/ daftrn es nicht beschwert Mit deß Fleisches Wercken Die deß höchsten Richters Schwerst Heist zur Straff auffmercken. O wie selig ist die Seel Die von Leib vnd Sünden Löß/ nach ihres KerckerS Höl Kan die Freyheit finden. Sie weiß nichts von Ach vnd Leid Das die Menschen quälet/ Weil sie in der Ewigkeit Ihre Ruh' erwehlct/ Doch wird keine für vnd für Dieser Lust geniffen/ Die nicht einig lernt in dir HEn den Laust beschlissen. Die Fünffte Abhandelmig. Viren. I^vsunäer. OIvmpic. So lsts! er ließ Mich hoch vnd überboth belangen/ Ich wolte dieser Müh bey euch mich unterfangen Ja meiden/ als es mich daucht unbequem vnd schwer Daß sem vnd euer Heil hieran gelegen war. evlymp. Mein Heriz/es steht bey jhm! sem bitten abzuschlagen Eö steht ihm gleichöfaklö frey vb er den Gang w,i wagen/ Doch/ Traur-Spies. fr Doch/ bitt ich/ nicht allein! mich lass er vnbcschickt Die nichte mit jhm zu thu». Die keusche Tugend blickt Nie in ein srembdes Hauß! vnd/ mag ict>s dürr außsagen: Was hat Lsräenio nach mir vnd ihm zu fragen> Man weiß es leider wol/ worein er mich geführt/ hat von-hin nie leine Gunst verspürt. Warumb begehrt er denn von vne ersucht zu werden? Jsts solche Wichtigkeit! wir stehn auff einer Erden/ Der Weg in vnserm Hof ist jedem vnverschrenckt/ Er kom vnd find vns selbst/ist etwas das vne kränckt Darvor er Mittel weiß/ so wil es vnö obliegen/ Zu forschen wo erfey/ vnd stch vor ihm zu schmiegen/ Hier blickt dasGegentheil. Drumb wüntschtich(möcht cS seyn!) Man stellt' auff meinen Rath/mir diß besuchen ein. Lpstrnv. Wahr iste/ Larllcnio ist nie mein Freund gewesen! Weil ich durch seine Pein in meiner Angst genesen. Diß aber reiht mich/daß ich jhm entgegen geh/ Vnd jetzt zu Willen sey! denn( wo ich recht versteh) Muß freylich dieses Werck was wichtige auff sich haben/ Daß er/ der nie gewohnt/was sänfftcr her zu trabe» So embfig nach vns hofft. Er spricht vnS selber zu/ Diß wcnd sie ein/ mein Hertz/ wer weiß warumb ers thu. Daß er vns mehr bey sich/als sich bey vns wil wissen? Vielleicht sucht er das Werck geheimer einzuschlissen/ Als vnscr Hofvertragt/indem so mancher acht Anffdiß was seltsam gibt/ein munter Auge wacht Vmb alle Heimligkeit auffs beste zu verdecken! Olymp. Wer etwas gute beginnt/ sucht nicht sich zu verstecken. Ich keunesein Gemüt/das Haß vnd Eifer treibt/ Wer diese Räth' anhört/ vergift sein selbst vnd schreibt/ Mitlauter Menschcn-Blut sein jmmer-ncw Verbrechen? Wer weiß an wem er stch gesonnen sey zu rechen! Indem er gleich von hier; wie du mir Zeitung bracht Mein Bruder/ reisen wil/ vnd»och vor dieser Nacht. . E Viren. sr Cardenko vnd Celinde Viren. Niemand wird wer cr^ftyHirSchwcster/besser sagen/ Als der/der seine Wund/auff dieser Brust getragen/ Als er mich bey der Nacht genöthigt überfiel/ D>ß glaube/ baß ich ,bn nicht viel außstreichcn wil/ Noch weniger bedacht sein nicht gelobtes Leben/ Durch vngegrümbren Ruhm vor beyden zu erheben! Er sey nun wer er sey; ich traw ihm gar nicht zu Daß er was arges spinn; was weiß ich oder du/ Ob dieser Gang nicht kan zu aller Nutz gedeycn; Olymp. Ob nrcht zu aller Angst> es«olle der verlevcn/ Der in die Seelen stht/daß mein Wabn eitel sei'. Lystrnr'. Mein Hertz/ste sürchte nicht/ihr Bruder steht mir bey j Vrren.Traw Schwester/ es ist hier was sonders angelegen/ Drumb halt vns nicht mehr auff/ vnd laß dich selbst bewegen Zu gehn wohin man dich so embsig hat ersucht! Olymp. Ach Bruder bin bereit; wiewol es sonder Frucht' Kein Vorwitz führt mich mit! wo hier Gefahr verborgen) Entbrenne sie auff michwo wir vergebens sorgen- So zeige meine Pflicht/ daß die sich recht bedacht Dw weniger sich selbst/ den Mann vnd Bruder acht. !^Ms>kustU8. Virenus. OellncÄL. Oärcjenio» Laräenio. Mein Freund Viren' ich bleib' auff ewig dir verbunden/ Daß du auff diesen Zag Gelegenheit gefunden/ Mir diß geliebte Paar zu stellen vor Gesicht ^/lanll-r glaub es fest/daß er auff Erden nicht Hont jemand werther Gunst als mir Hie Stund erzeigen! Sie/ Himmel-werthe Fraw/ die Tugend gantz zu eraen, Vnd Zucht zu Willen hat/ die ich zum ersten mal Mit reinem Aug' anschaw/ nachdem die tolle Qual Die mich so lange Zeit vnstnnig hak gerissen/ Wir j leider l vnd wohin> dir Nacht sich enden müssen, S» Traur-Spiel. Sie decke nicht vor mir jhr herrlichs Angesicht! Dlß ist mein letzter Wuntsch. stylancirr elfte nicht. Ich bin Larclcnio! nicht der ich bm gewesen Mehr toll als tolle sind! nein! nein! ich bin genesen! Von Hoffen/Wahn vnd Pem/onv was man Liebe nennt Der Höllen-Heisse-Glut die in dem Hertzen brennt/ Bn0 vns ans Rasen bringt. Was hab ich nicht begangen? Ais diese Seelen-Gifft den blinden Geist gefangen! Welch' Anthat hab ich nicht biß auff d ie letzte Nacht So manches schönes Jahr(ich Thörichter!)verbracht« Ich war l ich wil numehr nur meine Schuld bekennen j lllyssnäer mit dem Stahl sein Hertze zu durchrennen. Gewaffnet vnd bereit! die Faust schwur( höchster Gott Verzeih dem frechen Trotz>) l.ytsnller seinen Tod. 01/mpc dieses Licht ziehst auff l-ytan-str? Leichen! Vnd siht mich selbst vor ihr voll Heister Rew' erbleichen! Was schafft ich nickt vorhin Ol/mpeo Angst vnd Müh' Jetzt fall' ich vor sie beyd auff mein gebeugtes Knie/ I.yü>nllk!r zage Nicht i hier liegt mein mordlich Eisen! Er stoß es durch mich selbst/ich wil jhm Gänge weisen Durch mein betrübtes Hertz' r Ist mein Gewehr zu schlecht; Er zucke feinen Stahl vnd schaff jhm selber Recht. Ich wil den Tod von jhm/ mein ein vnd hoch Verlangen/ Vor meine Missethat als ein Gefchenck empfangen. Olymp« O Himmel! was ist diß! was Schwermut greifst jhnan! ßlysirnv. 6arcienio mem Herr! wofern ich bitten kalt Er knie nicht vor vns/ ich werd' vnd kan nicht rächen Was niemal mich verletzt I Larven, st/lanll-r wein Verbrechen Heischt biß befieckteBlut. Lysirnd. MelnHerr/auffvondrr Erb Wofern man rechnen soll so bin ich straffens werth Der rhm vor diesem wol niehr als den Geist verletzet. Zog er die Kling auff mich j so hab ich sie geweyet! Etj 2ch 54 Cardenio vnd Cclinde - Ich bitt jhm meine F.mst vnd liefet jhm mein Hertz.' Mlymp. Q'srüenio wofern diß ein benebelt Schertz/ Go spielt er nur zu viel mit Leuten von Gewissen> Isis denn ein rechter Ernst: warumb vor vnsern Füssen/ So Wahumuts voll gekniet! ich bitte kan es seyn/ Er stelle gegen vns sein langes schwermen em. Vnd poche nicht vmbsonsk auff sei» verwahntes Eisen! l Wird seine Seel' ihm nicht manch schrecklich Beyspiel weisen/ Daß Vbermut gesturtzt: So dcnck' er/ daß er früh/ Vnd man Nicht wissen mag wie auch die Nacht auffzieh. Larven. Ach über-reine Seel! ach sind denn meine Zehren/ Nicht Zeugen ernster New vnd muß ich sie beschweren/ , Indem mein zagend Geist von ihr Vergebung sucht. Lclinckc neben nur Entbrant in keuscher Glut voll heiliger Begier/ Denckt auff ein höhcrWerck! Lyjanv.Wie/isc er mit Lclinclen Durch festen Schluß der Eh' gesonnen sich zu binden? Larven. Ach nein! der Wahn ist falsch! Oclincle Lied' ist tod. celincle liebt mit mir Nichts als den höchsten Gott. Glynip.Ich hör auß selnemMund jetzt lauterWunder-Wercke; Ich birc'/er zeig' vns doch welch eine frem bde Stärcke/ So mächtig über jhm? Larven. Wolan/ich bin bereit/ Ob zwar der frem bde Fall/ nicht sonder Bitterkeit/ Nicht sonder Grauen kan von der gehöret werden/ Der ich/ so lang ich leb' auff diesem Kreiß der Erden Hierdurch verpflichtet bin! die dunckel-braune Nacht Hatt'in den Mittel-Punct deß Himmels sich gemacht/ i^ Dirne 5r Traur-Spiel. visne stieg hervor mit halb-verwandtenWangen/ Als ich entbrand von Haß/ gantz einsam/ außgegangen I^ylänü-r, seinen Tod zu fördern durch diß Schwerdk/ Ich wüst' es wo er schon vor Abends eingekehrt/ Ich wüst' es daß er noch würd'( ob wol spat) ankommen« Indem ich mir den Schluß zu fördern fürgenommen/ Vnd halt vmbseinen Hof; seh' ich sie Thür auffgehn! Ich schaw ein Frauen-Bild vmbfchleirct vor mir stehn! Olymp. Larstenio so ists/ schwermütige Gedancken/ Benebeln die Vcrnunfft/die ausser alle» Schrancken Auff solche Träume fallt! Larven. Man höre mich recht an! Ich ward Qlympie, mehr als sie glauben kan/ Verwirret vnd bestürmt; als der sie gantz nicht kennte Biß auff mein Wort sie sich mit eignem Nahmen nennte. Zwar wand sie erstlich«n; daß sie die halbe Nacht Bey jhr Ol/mpi-am Tische zugebracht! Olymp. Bey mirdie gestern/ Herr! kein frembdeö Weib ge- schauet! Larven. Geduldich der hierauff ohn Argwohn fest gcbauet; Bor mem Geleit ihr an! daß/ nun ichs recht betracht; Nicht hoch!( doch nur zum Schein) noch noth vonjhrgeacht! Drauff küst-eh jhre Faust/ vnd ging an ihre Seiten; Sie/ ob/ sie zwar sich ließ die gantze Gaß ableiten; Gab auff mein Reden doch kcm einig' Antwort mehr/ Wie heffkig ich auch bat: Biß Eifer/ Räch/vnd Ehr/ Vor ihr/ zu Herizen ging/ was? Soli ich diese führen Die mir den Mund nicht gönn'k/ vnd dort die Zeit verlieren/ Die nicht mehr wieder kämt: Die Stunde rennt zu sehr/ Die Nacht so jetzt vergeht/gewinn'ich nimmermehr. So schloß ich; vnd entschloß sie plötzlich zu gesegnen Die aber/ mehr bereit als vor mir zu begegnen Fuhr reckt entrüstet auß; klagt über meine Trew; Schalt meinen Wanckelmuk; vnd sprach ohn eine Schew/ Daß sie Olympe selbst/ die mich so hertzlich liebte/ Die nun von mir veracht/ auß Eifer sich betrübte. Warff 56 CardenisvndCckknd« Qc lincien vvr/ bestund auff diesem Work/ Daß sie bey stiller Nachtin etnem wüstenOrt Gewöhnet über mir viel Threnen zuvergiffen/ Diymp. Gott/ aller Götter Gott! wofern mein rein Gewissen Mich nicht vnschuldig macht/ so sey meingantzcsHauß ^>>r Zeuge! was noch mehr: balancier sag es auß/ Wenn/ wo vnd wie er mich noch Liese Nacht gefunden! Larven. Ol^mpe sievcrzeih/wo sie/wie meine Wunden ^>on Grund auß sind verheilt/ vmbständlich wissen wil ^>o muß stein was Roth mein sicher Geist verfiel Erkennen von mir selbst! ich über mein verhyffen/ «tarn eine lange Zeit/ von diesem Blitz getroffen/ Biß ich mich vnterwand zu lindern chrenGrim Doch/ wie es schien/ vmbsonst. Sie schloß die süsse Stich/ And eilte neben mir durch nicht betanke Stege In ein sehr fest vm bzäunt vnd lustiges Gehege/ Voll Blumen/voll Eypreß/vnd was das Aug ergetzt/ Da hat die Schönste sich auff einen Fels gesetzt/ Vnd ich mich neben sie/ doch schwieg sie was ich klagte/ Gleich einem Marmel-Bild/ mem brennend Hertz verzagte Weil sie die tippen schloß. Lieb/Einsamkeit vnd Nacht ! Gestritten mich so fern/ biß ich schier sonder Macht Vnd zitternd mich erkühnt ihr Antlitz zu entdecken/ Da sah' ich! vnd erstarrt in ungeheurem Schrecken/ Da sah' ich? vnd erblast! da sah' ich keine Zier! Da sah' ich! vnd verging/ Ol^mpen nicht vor mir! Ich sah' ein Lodlen-Bild! ohn Aug/ohn Lippvnd Wangen/ Ohn Adern/ Haut vnd Fleisch/ gehört mit grünen Schlangen/ Daß/eh-ich mich versan die Kleidung von sich riß Vnd Sehn vnd Pfeil ergrieff/ als mrch der Geist verließ/ Vnd grimmig auff mich zielt/ als ich in Schwindel stürtzte Vnd Ohnmacht mir zugleich so Furcht als Athem kürtzte/ So fallt ein Rltteremann/ der vor dem Feinde steht/ Wenn ihm das heiffe Bley Lurch Brust vnd Rücken geht/ Lystnv. l Trarrr-Spiel. 57 Lvsand. Ich wartet als entzuckt/wie sich das Spiel wett enden/ Nun spür' ich daß Gott selbst den Vnfall wollen wenden/ Der wich doch oder ihn durch/ wo iticht beyder Tod/ Doch eines Vntergang/ hätt' in gewisse Noth/ Geführt eh' ichs gefurcht. Glpmp. Was soll mcm Hertz verminten? Ziehst diß auff meine Schmach/ geschieht es mir zum glitten. Soll ich zu eigner Schand'vnd eines andern Pein/ Hör an gerechter Gott! der Geister mahne sein. Larven. Nachdem sich mein Geblüt anfangen zu bewegen; Vnd ich gleich als erweckt die Glieder tonte regen/ Befand ich mich allein auff einem rauen Feld/ Das durch gehäufften Grauß vnd Hecken gantz verstellt. Ich eilte zitternd weg/ als emcr/ der der Drachen Vergastet Nest entdeckt/vnd der dem hassen Rachen Der Löwen kaum entkörnt/ doch find ich für vnd für/ Vnd spür/ed ichs nicht seh' das Traur-Gespenst vor mir/ Diß zwingt mich; komk nur em wie rasend es sich wittert/ Wie es den Bogen spannt/wie es den Pfeil ersilsttterl/ Zu dencken wer ich ser>! auff welcher Bahn ich steh/ Wie alle Pracht der Welt in Eitelkeit vergeh Wie schnell ich dieses Fleisch der Erden soll vertrauen/ Vnd den gerechten Thron deß höchsten Richters schauen/ Verschon mein Ledens-Buch durchsiht vnd überschlagt/ Vnd das geringste Wort auff schnelle Wage legt. Wie werd ich vor ihm stehn/ ich der voll toller Lüste/ Nach keuscher Ehre sieb'/ der mich erhitzt entrüste/ Auff ein nickt schuldig Blut/ Mit so viel Blut vefleckt Mit Lastern Scheitel ab/ biß auff dmFuß bedeckt. Viren. Ach>a! der Donner schreckt vnd weckt ein kranck Gewissen. Larven. Noch hab ich auff den Schlag was mehr empfinde» müssen; Ich jrr't« sonder Rath/ mir war kein Weg bekand/ Biß ich mich unverhofft vor einer Kirchen fand/ E,v Cardmio vnd Ccssnde > 8 i's >§ s Da sanck ich auff die K-ne/ vnd schwur Sem wüsten. Leben Auff ewig gure Nacht/von diesem nun/zu geben/ Es floßauffjeder Wort der Threnen milde Bach Biß ein Gepolkcr mir die Red' vnd Andacht brach. Ersch- eckte fürchten leicht. Was kont ich anders drucken Als daß ein new Gespenst erschienen mich zu krancken/ Vnd gab mich auff dw Flucht/ deck fiel mir endlich ein/ Es tönten Räuber wol daselbst in Arbeit seyn. Ich glaubte was ich wähnr/ vno schloß»,,t st-iffer Klingen Den Frev'lern auff dcrThar/ die Beuten abzuoringen! Was mich noch mebr verstärckt/war das deß Tempels Thür Gang Schloß-vnd Riegel frey/die redliche Begier Zwang mich ins Heiligthum/ in welchem keine Zeichen Von einem Kirchen-Raub. Doch fand ich eine Lerchen/ Am Pfeiler angelehnt halb von der Grufft verzehrt/ Mit diesem läufst ein Mensch den ich mit Kertz vnd Schwerdt W:ewol vmbsonst verfolgt /auß den geweyhtcn Gchrancken! Diß eben brachte mich auff vorige Gedanckeu/ Daß eine freche Gchaar sich dar vmb Raub versteckt/ Biß mir ein stralend Licht ein offen Grab entdeckt Als ich nach diesem gieng/ m Memung/ sie zu finden! Traffich in dieser HÄ(Sfrembder Fall!)celin6en^. Die mich(den neue Furcht vnd grosser Angst betrat) Mit schier erstarrter 8tim vmb Lebens Rettung bat. Ich starrt vnd zweiffelc/ ob der Himmel mein Verbrechen Durch solche Traur-Gespenst entschlossen sey zu rächen/ Ja glaubte wenn ich sie mit einer Hand berührt/ 'DaSglcichOlympcneBtld/dasmich zuvor verführt; Sie in ein schrecklich Aaß sich würde stracks verkehren Doch must ich endlich jhr/was sie begehrt gewehren. Ich halff ihr miß der Grufft/ in die der Leichnam erlt Der an dem Pfeiler sich/ wie schon erwehnt/ verweilt« Wir rennten auß der Kirch vnd wie durch gleiche Wunden Vor beyder Hertz verletzt/ so sind wlr gleich verbunden> Sie Traur-Spiel.^ Sieleschtmit Threiien auß der tollen Liebe Glut Ich steh was flüchtig ist/ vn» flick ein hoher Gut. Wohin blsrcellus selbst? Was last vns doch die Baar Als ein verstelltes Aaß/ das blauer Schimmel decket Das eine braune Faul ansteckt vnd gantz beflecket/ Dnd obich zwar bcstürtzt. erkühnt ich doch die Händ/ Zu offnen seine Brust/als ich die Leinwand trennt/ Z" d-e sein Leib verhüllt( O grause grimme Sachen! Bcgont er auß dem Schlafdeß Todes zu erwachen/ Er zuckt vnd richte sich von feinem Lager anst/ And sprach:(weil e.leon mir entsprang in vollem Laust) Ha! grausamste/was führt dichherzumir? Isis nicht gcnung daß vmb dich vnd vor dir/ Ich diese Stich in meine Brust empfangen/ Durch die mir Blut vnd Scel ist sußgegangen? Erbrichst du noch die stille Todten-Klufft Vnd wilst biß Hcry? Kan denn die heilge Grustt Nicht sicher seyn/ vnd ich in der nicht rasten Must du mich hier/auch nun rch hin/ antasten. So sprach er: Vnd erhub sich auß dem Staub der Erden; Ich sanck anst seinen Sarg. Was noch erzehlk kan werbe« Hat schon Os räcnio vor mir euch dar gethan. Der seiner Faust entging durch vnbekante Bahn/ Ist<7Ieon Zwetffels ohn/ vnd die erblaste Leichen/ Die an dem Pfeiler stund war meines Lasters Zeichen/ Es war deß Ritters Leib/ an den ich mich gewagt/ Den nieine freche That auß seiner Grustt verjagt. Hab ich nun/ was vorhin ich suchte/ nicht gefunden So b,n ich doch der Angst vnd aller Band' entbunden. Veracht TrattEpicl. 6l Veracht Oarstenio mein vor geliebt Erficht: Ich/ oiedas Grab erkühlt/fühl auchftin Feuer n>i't/ Kont ich ihn nicht vorhin zu meiner Liebe zwingen/ Ietzt kan die Liebe nicht Olincien mehr besprmgen. Zeigt ihre Fackel mir hoch angenehmen Schein; Todes Dackel rciat das Ende meiner Pein. Nsrccll dein blasser Mund/ dein rauh' vnd he-schcr Stimme tast nun vnd ewig nicht/ daß hier ein Funck entglimme. Aon dem verfluchten Brand/ den du m mir ersteen Als dein entseelter Mund mich Thörichte geschreckt/ Ade verfälschte Lust! Ade nicht rcme Flammen- Ihr Vorbild höllscher Glut i ccHnck- wil verdammen/ Was ihr Verdammen würckt! Leiin-le wil allem Von dieser Stund an Gott ein reines Opffer seyn! Weg Perlen! wcg Rubin/vnd Jndiansche Steine. Die Threnen darmtt ich mein Vbellhak beweine; Siht der vor Perlen an/ dem ich befleckte Fraw Zu einer Magd mich selbst aufs ewig anvertraw. Ade earöemo, den ich von Gott gezogen. Carcienio, den ich vmb Ehr vnd Ruhm betrogen. e-rräenio. den ich vmb alles/was gsacht/ Vmb Redligkeit vnd Trew vnd rein Gewissen bracht/ Ade Caräenio! durch den ich bin entgangen Als meiner Straffen Heer mich diese Nacht vmbfangen. Ade L-räenio! mein Herye bricht entzwey/ Dafern ste meinen Gang als auff der Jagt verspüret. Riech mir doch mein Verstand den Netzen^ entg h/ In die ich willig liess; gläntzt jhr Gesichte- Das mich bezaubert hat; so hieß doch mein Gemsse» Vor diesen Sonnen mich die blöden Augen schlissen/ Strit lieblichste 8/r-n ,hr a:tiger Gesang Mit ihrem Harffen-Spiet/ mit ihrer Lauten Rlang, Mir Cardcn o vnd Cclinde Gel-rbt,hr an mein Hertz so lieblich anzuklopsten? Ich ließ jrc selber et»> der Mensch fällt mir durch sich. ^>ucht ,ie Verzeihung hier! ich selbst verklage mich. E>/dci in tust enkbrand ihr' Üppigkeit gepriesen ^Zch/ der sie mehr vnd mehr zu Lastern angewiesen; Ich/ der jhr selbst vertrat der keuschen Lugend Bahn> Äch was ich nicht gewehrt/ das hab ich selbst gethan> Hat nur 0l> mpje, die ichvmbsonstbekrieoet/ Ra», stai ckcr Gegen-wehr so herrlich obgesteget; KontichLelinclendenn nicht vnter Äugen gehn Vnd unverletzt dem Pseil der Liebe widersteh,,? O Wunder dieser Zeit/die ich allein erhebe Vnd vorhin stets verfolgt/OI/mpe sie vergebe/ Dem der vor ausser sich/ sie/ vnd sich selbst erkennt Lcrals ein toller Löw/jhr keusches Lamb/nachrennt. Ich war ihr grünster Feind; als mich bedaucht ich liebte/ Sie Schönste liebte mich/mich dunckte sie betrübte: I-tzt lob kch jhre Zucht vnd vnvcrgleichlich Ehr! Vor diesem war ich blind vnd raast ie mehr vnd mehr Nach eignem Vnkergang. Ich bin durch sie gestiegen/ Vnd schaw Onpicio dichvor meinen Füssen liegen/ Ler Kocher-st entleert/ der Bogen Sehnen-frey/ Deß Todes Faust bricht seine Pseil entzwey/ -OieFackeln leschen auß von meinen steten Zehren/ Den Traur-Spicl. D?n Wir die Zcn abniiiik/ nun hat die wahre Nacht N.ein.Anrii«: recht eurdeell- Hcn! dieser L-ljen Pracht/ Deß Halses Elffcnbmi sind nur geborgte Sachen Wenn dasgesteckte Ziel mit mir wird ende machen; Vnd mcm beklagter Leib/ den er so werth geschah Nun zu der langen Ruh' m seine Grufft versetzt/ Vnd Q'/nliiie dreymal mit vollem Angeflehte Vubwieder noch dreymal mit new entstecktcm Lichte t Nicht langer Bitt ich Frist/) der Hörner Flam erhöht; ( Wie nichts ist! wak an vnS so kurtze Zeit besteht) Denn such' er meinen Rest! was-hm der Sarg wird zeigen In den mau mich verschloß/ das schätz er vor mein eigen/ Das ander war entlehnt! Lelinv. H wol vnd mehr denn wol. Dem/ der so fern sich kennt: weil er noch leben soll/ Nicht/ wenn der Tod schon rufst. Pamphil. Wol dem der stets gcflissen Aufsein nicht flüchtig Gut/vnd vnvcrlctzt Gewissen! LLanv. Wol dem/dcr seincrZcit/(mmtWcil nvchZcit) in acht! Viren. Wol diesem/ der die Welt mtt-hrer Pracht verlacht, pnmphil. Wol dem/ dem SOttcö Hand wil selbst das Hertz« rühren! Glymp. Wol dem/dcr sich dieHand deß Höchsten lasset fuhren) Lelinv. Wol dem/ der-eben Tag zu seiner Grufft bereit> Pamphil. Wol dem/den ewig krönt die ewig' Ewigkeit. Larven. Wer hier recht leben wil vnd jene Krön ererben/ Die vns das Leben gibt; bene? jede StUktb tttIA Sterben. ENDE.