Wienen 8igck-8it>Iioiti6><. 11781^ An zwölf Betrachtungen vorgestellt vo» Vlasius Backfisch. - Unzählige Menschen giebt eS, d-e ihre guten Eigenschaften durch«in gezwungenes und assek- ^rtts Wesen, das sie annehmen, ganz verhaßt. und sie zu fadalen Menschen machen. Ich bitte " ch meine lieben Leute, besonders euch>h- Schbnen l alles gezwungene uud affekttrte We- sen zu fliehen, und Tdchrer der ungeschminkten und Neben Natur zu bleiben. An seinem Nebenmenschen pflegt man im. mer weit genauer zu untersuchen, wett ängstlicher zu prüfen, woraus seine Fehler bestehen, als. welche gute Eigenschaften er besitzt. Von seinen Tugenden will man nichts wissen, und für uns Menschen i Mancher Mensch spricht sehr gut, nicht» desto weniger fällt es jedem lästig, der ihm zu« hörr, warum?— weil er zu viel redet. Dieses ist deß Plauderers gewöhnliches Schicksal. Merkt es euch meine Herrn Srutzer! die ihr Menschen quälet, stall selbe mil euer Geschwätzig« kett zu uyterhalten. 4- Wenn Jemand eihmal im Rufe steht, ein witziger Kopf, und guter Gesellschafter zu seyn, so wird in der Gesellschaft alles, was er vorbringt, wenn es auch die größte Einfältigkeit ist, mir einem blinden Beyfalls beehrt. Wenn er nur den Mund eröffnet, so lacht schon alles. Allein das mqchr nichts zur Sache, denn wenn ein Schauspieler, oder eine Tänzerin zum ersten Mahl die Bühne betritt, und zur Szene nur herausguckt, so folgt schon ein allgemeiner Beyfall, ein aufferordentliche» Händeklatschen, Bravorufen, und warum?— Ja, das weiß man, lieber Gott! selbst nicht» s s. Manche Aelter» sind nur besorgt, ihren sun- Zen Affen Geld zusammenzuscharren, ohne sich um ihre Erziehung zu bekümmern. Mancher Herr Papa beschäftigt sich einzig milder Füllmig des Geldsackes, sieht über alle Fehler des Söhn- leins sorglos hinweg, und bringt ihn durch lauter papaische Zärrlichkssls ins Zuchthaus, oder an den Galgen, 6. Herr von Pavian, ein Herr rpit einem ungeheuern Backenbart, borstigten Tituskopf, und scharfen Fernglase, womit er alle Weiber und Mädchen beguckt, trägt allen Menschen seine Dienste an, thut es aber mit so einer abscheulichen Heftigkeit, und so einer diensteifrigen Wuth, daß gar Niemand seine Dienste verlangt, sondern froh ist, mit diesem Herrn nichts zu thun haben. 7. Herr von Stiglitz erzeugt seinen Freunde» verschiedene wesentliche Dienste. Allein überall, wohn, er kömmt, prahlet er damit, und ver- liehet dadnrch seinen ganzen Rahm, allen r n- spruä) auf Dankbarkeit. Hüllet euch Freunde vor solchen Prahlereien! Jetzt sind nicht mehr die Zeiten, wo man die Gelehrsamkeit des Mannes nach einer großen Dreyknotenperücke, und einem schwarzen Alt- varerrocke, nach dem Zuschnitte des Poeten En- mus beurtheilt. Man sieht, um Kleidung unbekümmert, auf wahre Gelehrsamkeit, acht-Derd-en- ste, und keinen solchen Flitter. Der E,el u, der Löwenhaut hat keinen Anwerch mehr. 9» Man soll sich heut Zl, Tage vor Henratbe« wohl Hütten, denn wir Männer finden selten Hausmütter mehr, sondern lauter Damen aus Pallästen, die keine Wirthschaft verstehen, und nichts, als Schminke, Putz und Spiegel en- „en. Fraulein Mmi weiß nicht einmahl, wieviel das Rindfleisch kosrrr, der Fräule Therme N^L-r-r-L-; eines CtülMts verkündigt. Lrn einer W>,chs»°s-°b»°--st<>» 't-i HM-icki» bch«»p<«-a.»« in entferntesten Auslande geschah, und tm Li« ist°» brücke steht»' rr. Man wird wenige Menschen finden, de, wenn sie eine schöne, eine edle Handlung begehen, nicht zngle.ch den Wunsch hegen, daß sehe aller Weltbekannt, oder gar durch die Z- lungsblätter bekannt gemacht werde. üblich !st es schöner, das Gute iü vsr St.üe zu thun, allein dem Allgemeinen liegt nur daran, aß »s geschieht, der Ausübende mag dabey wasun- vier für eine Avgsyl yaoen, Und endlich muß matt ja auch den Herrn Zeitungsschreibern, deren Waare oft genug waget ist- einen Stoff von Neuigkeiten liefern^ Diele beklagen sich, daß man ihrer ganz und gar vergesse; allein sie haben ganz Unrecht, denn iiüan gedenkt mehr als zuviel an sie, und eben deßwegen werden sie nicht hervorgezogen, son-i dern bleiben immer auf dem alten Platze sitzen/ «nd können bis an ihren Tod ausruhen. Hiermit habe» meine Zwölf Betrachtungen ein Ende. » « O >. »- tz - Ä