Wiensi- 8lÄÜi-8ib>ioitiel<. II839^ Da s Abrichtungs und Cxeeziev- Regleinent für den Dedar f^ v^ der ATLAS? ar eingerichtet; nebst Dienst Borschriften für Verhaltungen bei den, von der Nationalgarde vorzugsweise zu leistenden Diensten, so wie Andeutungen über ihre Waffen, als Leitfaden bei der Instruction und zum Selbstunterrichte von einem k. k. Offizier. Zweite Auflage. ' Wien, 18L8. Verlag von Sallmayer st Comp. Kärnthnerstraße Nr. 1V44. LE ^'-V'L'Lr L Vorwort. «>§n dem Augenblicke wo die Nationalgarde sich mit ihrer taktischen Ausbildung beschäftigt, während eben die Mittel zum praktischen Unterrichte durch Lehrer aus dem Heere beschränkt sind, scheint es angemessen, ihr einen gedrängten Auszug aus den Reglements zu widmen, der in möglichster Kürze dasjenige umfaßt, was in tactischer sowohl, wie in dienstlicher Beziehung als ein erwünschter Leitfaden zur Instruktion und zum Selbstunterricht dienen kann. Eine kurze Beschreibung der Feuerwaffen als Einleitung dürfte um so mehr hier am Platze sein, als sie auch Andeutungen über die Kammerbüchse enthält, mit deren Construction daher jene Abtheilungen, welche damit bewaffnet werden dürsten, sich bekannt zu machen Gelegenheit finden. Die Intelligenz der Nationalgarde machte es thunlich, namentlich bei den einzelnen Ablichtungen vieles wegzulassen, was in dem Reglement auf die beschränktere Fassungskraft des rohen Recruten berechnet ist; dagegen war es unausweichlich, bei den Gewehrgriffen in Einzelnheitev einzugehen und man- ches aufzunehmen, was vielleicht weggeblieben wäre, wenn bereits bestimmte Vorschriften beständen. Die Fortsetzung betrifft das Glied, den Zug und die Compagnie, wobei dem Infanterie-Reglement gefolgt wurde; da die Nationalgarde in den meisten Fällen nur cvmpagnienweise in Wirksamkeit ist, so schien es genügend, die Evolutionen so wie das Feuergefecht nur in dieser Beziehung durchzuführen, hinsichtlich der Zusammenstellung in größere Körper aber nur dasjenige anzudeuten, was für einzelne Compagnien als Anhalt dienen kann, wenn eine derlei Ausrückung etwa vorkömmt. Die allgemeinen Dienstesverhältnisse in der Compagnie sowohl, wie die Verhaltungen bei den, von der Nationalgarde vorzugsweise zu leistenden Diensten, welche im Reglement, von einem ganz anderen Gesichtspuncte aus, auch anders vorgetragen sind, mußten nothwendig den Schluß machen, damit diese Blätter, ohne weitläufig zu werden, ihrer Bestimmung entsprechen. Allgemeine Begriffe von der Stellung einer Truppe. Erzielung größtmöglichster Waffenwirkung ist der bekannte Zweck der Zusammenstellung Gleichbe- waffneter in eine Truppe, und die Erreichung desselben wird eben so durch die gewandte Waffenhand- habung des Einzelnen, wie durch das übereinstimmende Zusammenwirken Aller bedingt. Daher sind ungehinderter Waffengebrauch bei möglichster Annäherung, zwanglose Freiheit der Bewegung bei allen durch die Umstände gebotene Form- undOrts- Veränderungen, und Leichtigkeit der Wiedersammlung bei nöthiggewordener Trennung die ersten Forderungen, welche an eine zweckmäßig geordnete Truppe gestellt werden müssen. Die Anreihung in geraden Linien begünstigt die Ordnung, die Aufstellung mehrerer derselben(Glieder) erhöht den Waffenerfolg, und die Sonderung des Ganzen in angemessene Theile unter eingereihte Führer verbürgt die unerläßliche Regelmäßigkeit der Bewegung nach den Anordnungen(Commando) des Befehlshabers. i Die Infanterie wird in 3 Glieder geordnet, nachdem der Einzelne den Vorunterricht in derWaf- fenführung, und den Elementen der Bewegung erhalten und im Gliede die Anwendung hievon kennen gelernt hat, und bildet so den Zug, dessen Untertheilung in Rotten durch drei hinter einan- derstehende Männer sich ergibt. Der Zug hat als ersten Befehlshaber einen Offizier, der mit 3 Unteroffizieren an den Endpunkten(Flügeln) aufgestellt, die Bewegungen leitet. Durch die Zusammenstellung von 4 Zügen bildet sich die, von dem Hauptmanne befehligte Compagnie, welche in 2 Halb- Compagnien noch eine fernere Abtheilung gestattet, deren jede von dem älteren Offizier commandirt wird, und einen Feldwebel zugetheilt hat. Commando-Wörter und Trommelzeichen sind die Mittel, wodurch der Eompagnie-Eommandant so wie die eingetheilten Unter-Commandanten,— im Allgemeinen Chargen genannt— die Truppe leiten, welche daher für alle einzelnen Fälle bestimmt sein, und zur Vermeidung von Mißverständnissen, ohne Abänderung des Ausdruckes angewendet werden müssen. Die Commandowörter sollen an allen Punkten der Truppenabtheilung, welche sie betreffen, gehört werden, doch ist es störend, wenn die Stimme sich mehr erhöht, als es eben die Ausdehnung derselben erheischt. Im Ausdrucke unterscheiden sich jene, welche 3 blos eine Ankündigung des zu vollführenden(Aviso) enthalten, und deßhalb gedehnt ausgesprochen werden, von jenen Endsylben oder Worten, denen der augenblickliche Vollzug folgen soll, und welche daher eine scharfe Betonung mit verstärkter Stimme erhalten. W äffe n. Die Infanterie führt das Fenergewehr mit dem Bajonett. Jedes Feuergewehr besteht aus Lauf, Schloß und Schaft, die durch Schrauben, Ringe und Stiften in Verbindung gesetzt sind, und dem Ladstocke. 1. Der Lauf. Seine innere Höhlung heißt die Seele, ihr Durchmesser die Bohrung, sein oberes Ende die Mündung, in deren Nähe die Mücke, Fliege, Korn, so wie am rückwärtigen, der Gruppe, das Absehen sich befinden. Er ist an dem, der Mündung entgegengesetzten Ende durch die Schwanzschraube geschlossen. Der Raum, welcher die Ladung aufnimmt, die Pulverkammer, hat stärkere Eisendicke, und dort befindet sich das Zündloch, in dessen Verlängerung der Kern eingeschraubt ist. Der Lauf ist bei gewöhnlichen Infanterie-Gewehren innen glatt gebohrt und geschliffen, und der zwischen den Wänden desselben und der Kugel be- 1* 4 findliche Spielraum wird durch die papierne Patronhülse ausgefüllt. Hat der Lauf im Innern Einschnitte, welche spiralförmig von der Mündung gegen die Pulverkammer zu laufen, und Züge, Drall heißen, so ist dieß ein gezogener Lauf. Diese Züge dienen um die Kugel länger in der Richtung der Seelachse zu erhalten, wodurch die Sicherheit des Schusses erhöht wird. Die Kugel muß zu diesem Ende so in den Lauf gepreßt werden, daß sie in die Einschnitte eindringt, fest im Laufe sitzt, und dadurch der Widerstand, den sie dem sich entzündenden Pulver leistet, befördert wird. Zu diesem Ende ist das Rohr mit der abgesondert gehämmerten Kammer geschlossen, welche statt der Schwanzschraube an dasselbe geschraubt ist, und das Zündloch mit dem Kerne enthält. Die Kammer hat einen um 2"^ 3^ kleineren Durchmesser als die Seele des Laufes, wodurch das Kugellager gebildet wird, auf welche die Kugel aufsitzt, und durch einige Stöße mit dem Ladstocke etwas abgeplattet, daher in die Züge so wie in die Kammer hineingetrieben wird, und letztere hermetisch schließt. Die Kugeln müssen angefeilet werden, indem man sie in einem ledernen Beutel mit einem Stückchen Talg aufbewahrt. 2. Das Schloß. An der Schloßplatte sind alle Bestandtheile befestigt, welche den Mechanismus zur Hervorbringung des Feuers enthalten, s und zwar außen: die Pfanne, welche in Verbindung mit dem Kerne den Zünder aufnimmt. Sie wird durch den Deckel geschlossen, in welchem sich der Zahn frei bewegt. Der Hammer, mit der Nuß in Verbindung, schlagt auf den Zahn, welcher den Zünder entzwei haut. An der innern Seite der Schloßplatte befinden sich: die Schlagfeder, als bewegende Kraft des Schlosses; sie drückt auf die, mit dem Hammer in Verbindung stehende Nuß, in deren 3 Einschnitte die Stange, welche durch die Stangen- feder getrieben wird, eingreift, um sie, und mit ihr den Hammer in 3 verschiedenen Lagen: die vordere,— Mittel- oder Ruhrast,— Hintere oder Spannrast zu erhalten. An ihren Arm drückt der Hebel des Züngels und bewirkt das Losgehen. 3. Der Schaft, an welchem alle Theile befestigt sind, mit dem Kolben zum Anschlagen. Der abgebogene dünnere Theil heißt der Kolbenhals. Die Nute ist jene Aushöhlung, welche den Ladstock enthält. Am Kolben sind der Kolbenschuh, der Gri ffbügel mit dem Züngel, Drücker zu bemerken. Der Lauf ist durch Ringe: dem obern oder Trichterring, dem mittleren und unteren Ring und die Kreuzschrauben an dem Schafte befe- 6 stigt, das Schloß durch 2 Schloß schrauben, deren Köpfe auf dem Seitenblech ruhen. 4. DerLadstock ruht in der Nute des Schaftes, wo er durch eine Feder festgehalten ist. Er hat ein hohles Schraubengewinde für den Kugelzieher. 5. DasBajonet. SeinevierschueidigeKlinge ist 18 Zoll lang und durch den abgebogenen Hals mit der Hülse oder Dülle in Verbindung, mit welcher es auf der Mündung des Laufes aufgepflanzt wird. Die bei der Nationalgarde eingeführten Gewehre sind: n) Ein leichtes Infanterie-Gewehr mit glatt gebohrtem Laufe, von 8'" Bohrungsweite und einem Kugeldurchschnitte von 7"' 3"". Seine Ladung ist 2 Quinte! Pulver. Der Riemen ist durch 2 Bügel gezogen und angespannt. d) DieKammerbüchsemit gezogenem Rohre nach oben beschriebener Art von 8"' 3"" Bohrungsweite und einem Kugeldurchschnitte von 8"' l"". Die Kammer hat l" 8'" Tiefe und 6'" Bohrung. Die Kugel wird bis auf 7"' 7"" abgeplattet, wobei sie sich 2'" 4"" in die Kammer senkt. Die Pulverladung beträgt 4 5 bis 50 Gran. Das Absehen ist beweglich. Der Ladstock hat am obern Ende einen Setzer zum Ansetzen der Kugel. Der Riemen ist zum Ueberhängen eingerichtet. Beide Gewehre haben das gleiche Bajonet. 7 Der einzelne Wtann. Die Stellung. Sie ist gerade, natürlich, ungezwungen, die Fußspitzen auswärts gebogen, die Knie angezogen, der Leib aufrecht, die Brust ohne Zwang vorgebracht; die Arme hängen natürlich abwärts, der Kopf wird frei aufwärts, das Kinn etwas angezogen gehalten. Das Infanterie-Gewehr wird in dieser Stellung so an der linken Seite getragen, daß das i. Glied des Daumens die Kolbenblaktschraube berührt, der Zeigefinger an der untern Kolbenabrundung so liege, daß er den Daumen berührt, und die andern Finger geschlossen find. Das Gewehr steht senkrecht, der Lauf vorwärts gekehrt, der Ellenbogen nicht auswärts gedreht, sondern natürlich, das Gewehr an Schenkel und Achsel anliegend. Zur Erleichterung des Gewehrtragens wird com- mandirt:*) Kolben—hoch! Das Gewehr wird gehoben und auf die Achsel in das Gleichgewicht gelegt, ohne rechts oder links gerichtet zu sein. Nicht—euch! das Gewehr wird in die frühere Stellung herabgezogen. In— Arm! die rechte Hand ergreift den Kolbenhals, die linke hebt das Gewehr und stößt es *) Die im Ausdrucke zu dehnenden Worte sind mit dünneu, die schürf zu betonenden Schlagworte mit stärkere« Lettern gedruckt. 8 etwas vor und kömmt mit dem Borarm aufdemrechten zu liegen, das Gewehr ruht mit dem Hammer auf dem linken Arm. Nicht—euch! wie bekannt. In die— Balance! die rechte Hand ergreift das Gewehr in der Höhe der linken Achsel, bringt es mit der linken vor die Mitte des Leibes, und dann mit natürlich gestrecktem Arme an die rechte Seite, indem das Gewehr abwärts gleitet, so daß der Kolben neben dem Absätze kömmt. Es wird mit Daumen, Zeig- und Mittelfinger umfaßt, und vorwärts geneigt gehalten. Schul—tert! das Gewehr wird gehoben, von der linken Hand ergriffenund an die linkeSeite gebracht. Weim— FttH! Zuerst in die Lage: in die Balance, und dann auf dem Boden gestellt; die Kolbenspitze mit der rechten Fußspitze gleich. Schul— tert! wie aus der Stellung in die Balance. Nuht! wird aus den Erhvlungsstellungen zur freien Bewegung genommen, wobei der linke Absatz immer un verrückt an der Stelle bleibt. Auf: Habt Ächt! wird die frühere Stellung wieder genommen. Dieses Kommando dient überhaupt, wenn der Commandant die Aufmerksamkeit der Truppe zu steigern beabsichtigt. Die Kammer büchse wird folgender Weise getragen: 8 Der Riemen liegt an der linken Achselwulst; der Kolben hinter der Schulter aufwärts, die Mündung längs dem linken Fuße ab- und vorwärts. Die linke Hand umfaßt das Gewehr so, daß der Daumen abwärts auf dem Riemen, die andern Finger aber geschloffen über den Lauf liegen, der Ellenbogen ist leicht an den Leib geschlossen, und das Gewehr wird an dem Schenkel abwärts gezogen. Das Bajonet ist versorgt. Aus der Stellung mit überhängtem Gewehre ohne Bajonet: Neim— Fuß! Das Gewehr wird etwas gehoben, der Kolben mit aufwärts gehobenem Vorarm von rückwärts an die linke Seite gelassen, daß es an dem linken Schenkel, Lauf aufwärts, das Schloß links stehe; das Gewehr an die rechte Seite gebracht, mit der Rechten unter der Linken umfaßt und mit der Rechten neben den Fuß gestellt. Schul—tert! das Gewehr vor die Mitte des Leibes gehoben, das Schloß auswärts, die rechte Hand dem Kinne gleich,— der Riemen mit der flachaufwärts gewendeten linken Hand ergriffen, der Daumen auf, die anderen in dem Riemen, dieser gegen die linke Seite ausgespannt— hierauf mit der linken Hand gegen das untere Ende des Riemens Herabgefahren, mit der linken Schulter eine Achtel-Linkswendung gemacht, mittelst des Riemens der Kolben in die Höhe, der Riemen selbst auf die Schulter gezogen. Die rechte ergreift ober der linken den Riemen, und richtet ihn auf der Achsel. Auf Märschen wird auf: das Gewehr wagrecht getragen, und die linke Hand umfaßt ihn vorwärts desRiem- biigels; auf: Nicht euch! die frühere Lage wieder angenommen. K opfwenduugen. Sie werden bei der Richtung in der Stellungslinie und der Bewegung nöthig, und geschehen auf: Rechts(links)— schaut! in dem Maße, daß, ohne die Schulter zu verdrehen, der Kopf nur so weit seitwärts gebracht wird, daß z. B. beim Rechtsfehen das linke Auge in gleiche Richtung mit der Mitte der Brust kömmt. Diese, so wie alle Bewegungen folgen rasch auf das Scklagwort des Commandos. Körperwendungen werden auf dem linken Absätze vollzogen. Halbe Wendungen bringen den Körper durch: Halb— rechts! H-lb-links! Seiten; ganze Wendungen durch Rechts (links)— UM! auf die entgegengesetzte. Bei letzteren wird auf die Silbe rechts,(links) die Patrontasche mit der rechten Hand an den Leib ge- II drückt. In der Regel werden ganze Wendung immer auf jene Seite gemacht, auf welche die Truppe sieht. Das angezogene Infanterie-Gewehr wird auf Rechts mäßig einwärts an den Leib gewendet, bei Kolbenhoch angezogen, bei der halben Wendung aber, bei Kolbenhoch der Kolben etwas abwärts gedrückt. Die Kammerbüchse muß gut abwärts gezogen werden, damit der Riemen auf der Achsel bleibe. Der Marsch. Er ist frei, ungezwungen, und gleichmäßig. Die Last des Körpers wird auf den vorschreitenden Fuß genommen, und die Haltung des Oberleibes darf nicht verrückt werden. Das lange Gewehr wird mit dem Laufe mäßig einwärts gewendet und an den Schenkel gedrückt. Auf: Halt I wird der begonnene Schritt vollendet. Der Marsch wird mit gleichem Austritte des linken Fußes begonnen, und mit gleichem Schritte und Tact fortgesetzt. Die Schrittlänge ist 2 S Zoll, oder 5 Schritte auf 2 Wr. Klafter. Die Geschwindigkeit ist eine 3fache: 1. Der ordinäre Schritt, 90 Schritte auf eine Minute; Kommando: Marsch! 2. DerManövrirschritt, 105 bis 108 in iMinute; Commando imManövrirschritt— Marsch! 3. Der Düberschritt, 120 Schritt in 1 Mimik; Commando: im Dubtirschritt, Marsch— Marsch! Zum Uebergange wird comman- Ä'"" Eanövrir— Schritt! oder: Marsch Wtarjch! oder: im ordinären Schritt! Bei Bewegungen wird oft nöthig den Schritt auf das Commando: Verknrjt den Schritt! dieser wird nur in halber Länge gemacht, und auf: Im vollen—Schritt!wieder vollkommen ausgetreten. Der gerade Marsch wird in einer auf die Stellungslinie senkrechten Linie angetreten. Zum Marsch unter einem Winkel von 4 5 Graden rechts oder links dient die Ziehung. Von der Stelle wird auf: Lieht euch— rechts!(links) die Viertel- Wendung gegen die genannte Seite gemacht, dahin gesehen und auf Marsch! dahin gerade marschirt. Im Marsche ist das Commando: Lieht euch— rechts!(links) Auf der Stelle wird zur Herstellung der früheren Richtung: Zront! commandirt. Im Marsche wird auf: Grad NUs! derselbe in geraderRich- tung fortgesetzt. Der Marsch rückwärts wird auf höchstens 8 Schritte ohne Wendung mit halber Schrittlänge in ordinärem Schritte vollzogen auf: Rückwärts— Marsch! Ehrenbezeigungen. Die Salutirung ohne Gewehr besteht in Erhebung der linken Hand, indem ste mit der innern Fläche ungezwungen an den Sonnenschirm der Kopfbedeckung kömmt. Der mit dem Infanterie-Gewehr bewaffnete Garde nimmt als Ehrenbezeigung beim Begegnen Richt Euch. Die Kammerbüchse wird vorschriftmä- ßig getragen. Vor der Allerhöchsten Herrschaft wird Front gemacht. Auf Schildwachen wird das Infanterie-Gewehr nach Belieben Kolben hoch oder in Arm getragen, und vor jenen Personen, welchen diese Ehrenbezeigung gebührt, präsentirt. Mit der Kammerbüchse wird die, unten bei den Handgriffen beschriebene Ehrenbezeigung gemacht. Handgriffe mit dem Infanterie- Gewehre. I. Innere Visitirung des Gewehres» (Das Gewehr ist ohne Bajonet geschultert.) Lnr Visitirung der— Ladung! 1. Das Gewehr wird senkrecht etwas vorge- geftoßen, der rechte Vorarm vorgebracht, und der Kvlbenhals mit der rechte,, Hand umfaßt. 2. Die linke Hand fährt gerade aufwärts bis knapp ober dem untern Laufring, und umfaßt dort das Gewehr; der Ellenbogen bleibt in ungezwungener Lage. 3. Das Gewehr wird mit der linken Hand au die Seite herabgezogen, und auswärts neben der linken Schuhspitze, die Kolbenfläche gleichlaufend mit dem Vorfuße, an ihn gestellt; der mittlere Laufring an der Stelle des untersten Rockknopfes, der Ladstock am Leibe. Die Hand des gestreckten linken Armes hält das herabgelassene Gewehr ober dem untern Lauf- ringe zwischen Daumen und Zeigefinger, die rechte Hand ergreift den Ladstock mit Daumen und Zeigefinger, so, daß der Daumen der Länge nach, der gekrümmte Zeigefinger am Einschnitte des Ladstockes, liege. Sadfloch in—Lauss! d. Der Ladstock wird so weit aus der Nute gezogen, bis der Arm gestreckt ist. 2. Die Hand gleitet längs dem Ladstocke schnell herab, und umfaßt ihn mit voller Faust ober der Mündung, 3. zieht ihn vollends aus der Nute, 4. bringt ihn in die Mündung, und läßt ihn 15 durch die etwas geöffnete Faust langsam in das Rohr gleiten. Die rechte Hand umfaßt die Mündung, der Daumen rechts aufgestemmt, dessen Spitze in gleicher Höhe mit der Mündung. Versorgt den— LadfLock! 1. Der Ladstock wird neuerlich ergriffen, 2. aus dem Laufe geschnellt, und mit gestrecktem Arme und voller Hand etwas unter der Mitte erfaßt, ein Blick auf den Trichterring geworfen, 3. der Ladstock in denselben gesteckt, hinabgelassen, vollends versorgt, und mit der rechten Hand die Mündung umfaßt wie bei: Ladstock in Lauf 4. Schul—tert! 1. DaS Gewehr wird mit der linken Hand so gehoben, bis diese in gleiche Höhe mit dem linken Auge kömmt, die rechte Hand umfaßt den Kolbenhals, 2. die linke Hand ergreift den Kolben nach Vorschrift 3. während die rechte an die rechte Seite zurückkehrt. II. Aeußere Visitirung des Gewehres. Uebergebt das— Gewehr! 1. Das Gewehr wird rechts gedreht, daß das Schloßblatt vorwärts, die Hammerspitze gegen den Leib gewendet sey; vor den linken Schenkel geschoben, daß die Kolbenabrundung auf dessen Mitte trifft, und mit der rechten Hand der Kolbenhals umfaßt. In dieser Stellung bleibt der Garde so lange, bis ihm durch den Visttisenden das Gewehr abgenommen wird, worauf er dasselbe schnell losläßt. Wird das Gewehr zurückgegeben, so umfaßt er es mit der rechten Hand am Kolbenhals, mit der linken am Kolben selbst, und bringt es ohne Kommando in die geschulterte Stellung. Dasselbe erfolgt gleichzeitig auf das Kommando: Schul—tert! von allen Männern, deren Gewehre bei größeren Ausrückung nicht visitirt wurden. III. Bajonetpflanzen und Versorgen. Pflanzt das—Bajonet! i. Das Gewehr wird an die linke Seite herabgelassen, daß der Kolben an der Fußspitze stehe, und mit der linken Hand am untern Ring gehalten, die Mündung vor dem Leibe. 2. Der rechte Arm gegen die Bajonethülse gebogen, das Gewehr in den Bug des rechten Armes fallen gelassen, wobei es sich so wenden wird, daß das Schloß auswärts, der Lauf rechts steht. 3. Die linke Hand zieht die Bajoneltasche etwas vor, die rechte ergreift das Bajonet an der Hülse zieht es aus der Scheide, die linke Hand ergreift das Gewehr ober dem ersten Laufringe, die rechte pflanzt das Bajonet. Während des Marsches wird das Gewehr 3 Zoll ober dem Boden erhoben getragen, daher der Kolben eiwas rückwärts gedrückt. Versorgt das Bajonet! 1. Auf der Stelle wird das Gewehr wie zum Pflanzen an den linken Fuß gebracht. 2. Die rechte Hand hebt das Bajonet vomLause. 3. Das Gewehr wird in den Bug des redten Armes fallen gelassen, die linke zieht die Bajonettasche etwas vor; das Bajonet wird versorgt. 4. Sogleich geschultert. Im Marsche. 1. Wie beim Pflanzen,m Marsche. 2. Das Bajonet mit der rechten Hand abgehoben, versorgt und das Gewehr geschultert 4. Präsentiren und Schultern. Der erste Griff erfolgt auf die letzte Silbe des Kommandos, die beiden andern bei erlangter Fertigkeit, im Tacte des Manövrir- schrittes. Prasen— tirt! Sl 1. Wie„Uebergebt das Gewehr" i. 2. Ohne das Gewehr, aus der senkrechten Lage zu bringen, fährt die linke Hand aufwärts und umfaßt es so, daß der kleine Finger den Um- bug der Deckelfeder berühre, die aneinanderge- schlossenen Finger mit den Spitzen sich an den Rand des Schaftes anklammern, und der Daumen einwärts ain Schafte aufgestemmt sei. Der Ellenbogen ist am Leibe geschlossen, und die Schwere des Gewehres in der rechten Hand. 3. Das Gewehr wird, ohne es vom Leibe zu S. bringen, senkrecht hinabgezogen, so gewendet, daß der Riemen vorwärts steht, und die Spitze^ des Hammeraufzugs die Weiche nächst dem' Hüftenknochen berührt. Die Schwere ruht in^ der linken Hand, deren Lage wie bei 2 bleibt. Die rechte Hand umfaßt den Kolbenhals unterhalb des Griffbügels, so, daß der Daumen rückwärts, die andern Finger vorwärts mit den Z Spitzen schräg nach abwärts gewendet so liegen, daß der obere Knöchel des Zeigefingers sich knapp unterhalb der Abrundung des Bügels befindet, die Spitze des kleinen Fingers dre untere Bügelschraube berührt; der rechte Fuß wird so weit zurückgezogen, daß der Ballen an den Absatz des linken komme, auf welchem die Schwere des Körpers ruht. Schul—tert! 1. Gewehr und Hände kommen wie bei Präsen- tirt! 2.; der rechte Fuß wird wieder vorgebracht. 2. Das Gewehr wird senkrecht an die linke Seite gezogen. Die rechte Hand hält den Kolbenhals leicht umfaßt, während die linke rasch abwärts fährt, und den Kolben ergreift. 3 Der rechte Vorarm kömmt rasch an die Seite, und das Gewehr vollends in die vorgeschriebene Stellung. S. Stellung zum Gebet und Herstellung. Dieser, wie der nächste Handgriff werden auS der Stellung: Denn Fuß! vollführt. Stellt euch zum— Gebet! I. Der rechte Fuß wird wie beim Präsentiren 3. zurückgezogen, und gleichzeitig die linke Hand wie bei der Salutirung an den Schirm gebracht. Herstellt euch vom—Gebet! ,. Hand und Fuß werden gleichzeitig und ra,ch an ihre Stelle gebracht.^ 6. Niederknien zum Gebet und auf voni Gebet. Kniet nieder MN— Gebet! 1. Beide Vorfüße werden rasch zusammengebracht, bis sich die Balken berühren. 2. Wird sich auf das rechte Knie niedergelassen. Das Gewehr bleibt senkrecht, und die rechte Hand hält es am untern Laufringe ganz umfaßt. Der linke Borfuß steht gerade vorwärts, der linke Unter- und der rechte Oberschenkel senkrecht, die rechte Fußspitze gegen den Boden gestemmt. Zu Czako oder Hut— ab! I- Die Kopfbedeckung wird mit der linken Hand ergriffen, 2. abgezogen und mit derHöhlung auf das Knie gesetzt, so, daß der Schirm links bleibt. Die linke Hand beibt an der Kopfbedeckung. CMo oder Hut— auf! Die Kopfbedeckung wird aufgesetzt, und die linke Hand flach auf das linke Knie gebracht. Llufvom—Gebet! I. Mit einem Drucke des rechten Ballens wird schnell aufgestanden, und die Füße in die geheim^bracht. Das Gewehr bleibt L 2» »> 7. Stellung zum Schwören und Herstellung. Jum— Schwör n' )t, i. Das Gewehr wird aus der Stellung beim Fuß mit der rechten Hand, mit der Kolben- n. fläche vor die linke Schuhspitze gesetzt, das te Schloß vorwärts, und das Gewehr am Leibe geschlossen, der zweite Laufring in der Rich- S, tung des letzten RockknopseS. el 2. Die linke Hand umfaßt das Gewehr beim n zweiten Laufring, der Daumen ist einwärts am Laufe aufgestemmt. Lzako oder Hut— ab! ^ i. Die Kopfbedeckung mit der rechten Hand rasch abgenommen, an den linken Daumen gesteckt, , durch den Daumen an den Schaft, und in , entgegengesetzter Richtung an den Körper gedrückt. 2. Die rechte Hand wird gehoben, der Daumen, Zeige- und Mittelfinger dem Kinne gleich in die Höhe gehalten, und geöffnet aufwärts gestreckt, die beiden letzten Finger sind geschlossen. Czako oder Hut—auf! 1. Wird die Kopfbedeckung wie im vorigen Tempo ergriffen, 2. aufgesetzt, und das Gewehr mit der linken Hand wieder an den Leib gedrückt. 22 3. Die rechte Hand kömmt ober dem ersten Laufring wie bei i.zum Schworen. Schul—tert! 1. Das Gewehr wird mit der rechten Hand gehoben, rasch an die linke Seite gebracht, Hiebei gewendet, daß der Lauf vorwärts kömmt, und in die Höhe geschnellt, daß die rechte Hand in gleiche Höhe mit der linken Achsel kömmt. Die Linke ergreift den Kolben, und bringt das Gewehr in die geschulterte Stellung. 2. Die rechte Hand kömmt an die Seite. 8. Bajonetfällen zum Sturme. Füllt das—Bajonet! 1. Wie bei l. des Präsentirens. 2. Mit der rechten Hand wird das Gewehr rasch an die rechte Seite gerissen, das Schloß abwärts, der Lauf rechts; die linke Hand fängt dasselbe am untern Laufringe zwischen Daumen und Zeigefinger auf und umfaßtes mit voller Hand; der rechte Arm natürlich gestreckt, der Mittelschaft am Schenkel, die Bajonetspitze schräg aufwärts gerichtet. Der linke Vorarm liegt wagrecht am Leibe geschlossen, und die rechte Schulter wird etwas zurückgezogen. Schul—tertr 1. Das Gewehr wird mit beiden Händen an die linke Seite gebracht. 2. Die Linke ergreift den Kolben, 3. während die Rechte an die Seite zurückkehrt. DaS Bajonetfällen muß auf der Stelle und während des Marsches geübt werden. Auf Halt! oder auf das Zeichen der Vergatterung wird daö Gewehr ohne Commando geschultert. Das Bajonetfällen in der Masse kömmt im Zugunterricht vor. S. Verdeckttragen des GewehreSbei Regenwetter. Verdeckt! 1. Die rechte Hand ergreift den KolbenhalS. 2. Die Linke umfaßt daS Gewehr am untern Laufringe. 3. Die Rechte drückt den Kolbenhals aufwärts, die Linke das Gewehr so abwärts, daß daS Bajonet mit der Spitze ungefähr 4 Zoll, bei nicht gepflanztem Bajonet die Mündung einen Fuß vom Boden abstehe. Daö Schloß kommt hinter den Ellenbogen zu liegen, und das Gewehr wird an den Leib gedrückt. 4. Die rechte Hand kehrt an die Seite zurück. Schul—tert! i. Das Gewehr wird mit der linken Hand gehoben, 24 2. mit der Rechten am Kolbenhals erfaßt. 3. Die Linke ergreift den Kolben zum Schultern, und die Rechte kehrt an die Seite zurück. Ladung des Infanteriegewehres. Habt acht! La—det! Mit einer Viertelwendung rechts ergreift die rechte Hand das Gewehr am Kolbenhals, bringt es wagrecht an die rechte Seite; der linke Ellenbogen ist an die Hüfte gestemmt, und die linke Hand fängt das Gewehr auf, welches senkrecht auf die Frontlinie steht. Nun wird der Pfannendeckel auf folgende Weise aufgestoßen: Die rechte Hand wird so weit vorwärts an daS Schloß gebracht, daß der Daumen mit dem ersten Gliede vorne auf dem Hammerkopfe und daS Mittelglied des gebogenen Zeigefingers unter dem Hebelarme des Pfannendeckels ruhe, der Zeigefinger öffnet mit einem raschen Drucke aufwärts denPfannen- deckel, wobei der Daumen zum Gegenhalte dient. Der Daumen bleibt auf dem Hammer, und die andern Finger gekrümmt seitwärts desselben. Während des Oeffnens wird das Gewehr mäßig an den Leib gedrückt. Ergreift die Patron! Eins! Die rechte Hand wird ober dem Kolben zurückgebracht, der Patrontaschendeckel mit verkehrter Hand aufgestoßen und eine Patrone so angefaßt, daß die Kugel an den kleinen Finger ansteht, der LS obere Theil aber mit dem Daumen und Zeigefinger gehalten werde. Länder in die Pfann! Zwei! 1. Die rechte Hand führt die Patrone gegen die Pfanne. 2. Der Umbug der Papierhülse mit dem Daumen anfgcstoßen, mit dem Zeigefinger vollends umgebogen, ohne den Zünder mitzufassen, welcher mit Daumen und Zeigefinger am rückwärtigen Ende ergriffen wird; die Patrone bleibt in der hohlen Hand. 3. Das Gewehr wird etwas einwärts gedreht, der Zünder in Kern und Pfanne eingeführt, daß er mit dem äußern Rande der Letzteren genau abschneide. 4. DerZünderdraht mildem Daumen an der Pfanne herabgebogen und festgedrückt. 5. Die Finger geöffnet, daß die Patrone schwebend herabhängt. 6. Mit dem Mittelgliede des Zeigefingers die Patrone unter die Pfanne gedrückt, wodurch der Draht gespannt gehalten wird. 7. Der Daumen auf den Hebelarm des Pfannen- deckels gebracht, und dieser mit einem kräftigen Druck geschlossen. 8. Die Patrone mit Daumen und Zeigefinger knapp ober dem Pulver erfaßt und fest zugehalten, 9. und mittelst eines raschen Zuges nach rückwärts von dem Zünder getrennt. 10. Die rechte Hand kömmt an den KolbenhalS, wo die Patrone mit Daumen, Zeige- und Mittelfingergut geschlossen aufwärts gehalten wird, und während die zwei letzten Finger den Kolbenhals umklammern, ruht der Ballen auf demselben. Der Ellenbogen ist an der Seite geschlossen. Schwenkt zur Ladung! Drei! 1. Das Gewehr wird mit der rechten Hand, so weit der Arm reicht, abwärts gegen den linken Schenkel gedrückt, und in der linken Hand so gewendet, daß der Ladstock gegen den Leib kömmt. Der linke Ellenbogen bleibt am Leibe, und die Wendung des Gewehres geschieht in der linken Hand, welche sich sammt dem Vor- arme in dem Maße nach der Brust erhebt, als der Kolben sich der linken Seite nähert. 2. Das Gewehr wird, ohne den Ellenbogen vom Leibe zu bringen, mit der linken Hand seitwärts der linken Fußspitze so auf den Boden gebracht, wie bei der Vifitirung der Ladung 3. 3. Die rechte Hand bringt die Patrone nahe am Leibe gegen den Mund, und die Hülse wird knapp am Pulver abgerissen, indem man den Umbug zwischen den Zähnen faßt und die Patrone rasch von der rechten Seite zur linken zieht. 4. Die Patrone wird zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger zusammengedrückt, damit kein Pulver verschüttet werde, rechts seitwärts der Mündung gebracht und so gehalten, daß sie in gleicher Höhe mit selber sich befinde, und die mittleren Glieder der Finger den Lauf leicht berühren. Patron in Lauf! Vier! I. Die Patrone wird entgegengesetzt der zusammengedrückten Stelle ein wenig gedrückt, damit sie ihre Rundung wieder erhalte, in den Lauf gebracht, ausgebeutelt, das Gewehr mit der linken Hand etwas gehoben, und mit einem leichten Stoß zu Boden gesetzt, um das Pulver gehörig zu lagern, hierauf die Kugel mit dem Zeigefinger in die Mündung gedrückt, und endlich der Ladflock mit Daumen und Zeigefinger so ergriffen, daß ersterer nach seiner ganzen Länge, letzterer mit dem Mittelgliede am Lad- stock liege. Die übrigen Finger schließen sich an den Zeigefinger, und sind wie dieser gekrümmt. Ladstock in Lauf! Fünf! 1. Der Ladstock wird so weit aus der Nute gezogen, bis der Arm gestreckt ist. 2. DieHand gleitet längs dem Ladstocke herab und umfaßt ihn mit voller Faust oberhalb der Mündung. 28 3. Zieht ihn vollends aus der Nute. 4. Bringt ihn in den Lauf und drückt die Patrone so weit hinab, bis die Faust an die Mündung stößt. 5. Fährt längs dem Ladstocke auswärts, bis der Arm gestreckt ist, faßt das Ende desselben mit Daumen und Zeigefinger wie oben, 6. und stoßt die Patrone in die Pulverkammer hinab. Setzt an und versorgt den Ladstock! Sechs! 1. Der Ladstock wird verhältnißmäßig gehoben, und kräftig mit LoSlassung der Finger gegen die Patrone gestoßen, 2. mitDaumenund gekrümmten Zeigefinger neuerlich ergriffen, aus dem Laufe geschnellt, mit gestrecktem Arme und voller Hand etwas unter der Mitte gefaßt, ein Blick auf den Trichterring geworfen, 3. in denselben gesteckt, in die Nute hinabgelassen, 4. mit Daumen und Zeigefinger vollends versorgt und die Mündung so umfaßt, wie nach Versorgung des Ladstockes bei der Visitirung. Schultert! Sieben! Mit der linken Hand gehoben, mitderRech- ten am Kolbenhals erfaßt, links wie bekannt gebracht, und die K örperwendung in die Front gemacht. 2S Der Garde des zweiten Gliedes tritt auf das Commando: Sa—-ct! rasch 5 Zoll rechts seitwärts, macht dann die Wendung, und bringt sein Gewehr w a grecht. Hiedurch kommt die verlängerte Linie seiner linken Fußspitze ausdie Mitte des rechten Fußes feines Vordermannes, sein Gewehr aber rechts neben diesen. Der Garde des dritten Gliedes tritt auf das Commando:La—dct! soweit rechts, als es die Stellung des linken Fußes seines rechtsstehenden Nebenmannes gestattet, nämlich ungefähr auf Fußlänge, macht dann die Wendung, hält aber das Gewehr nicht wagrecht, sondern schräg aufwärts, sos daß seine linke Hand in gleiche Höhe mit der linken Achsel komme, das Schloßblech am Leibe. Nach vollendeter Ladung erfolgt das Commando: Nicht—euch! Worauf der Garde seine Stellung berichtigt, die des 2. und 3. Gliedes aber wieder hinter ihre Vormänner rasch links seitwärts treten. Zur Schonung der Pulverkammer wird bei der Uebung des Ladens ein mit Blei beschwerter Tuchcylinder in den Lauf gegeben. so Chargirung oder Feuergefecht. Habt Ltcht! Chargiren! Dieses Avertissement geht dem Feuer voraus, und es wird die Abtheilung beigesetzt, mit welcher das Feuer ausgeführt werden soll. Trommelzeichen des Rufs oder: Chargirt! Das i. und 2. Glied beginnt das Feuer auf das nachfolgende Commando, und das dritte Glied nimmt das Gewehr in Arm. Fertig! 1. Körperwendung wie bei: Ladet, 1. Gliede wird der rechte Fuß ohne ihn zu verdrehen, auf 10 Zoll hinter den linken zurückgesetzt, das Gewehr wird an die rechte Seite gebracht, wie beim Beginn der Ladung, nur wird es schräg aufwärts gehalten, so, daß die linke Hand in gleiche Höhe mit der linken Achsel komme. 2. Der Hammer wird gespannt, indem der Daumen der rechten Hand mit dem vordem Gliede auf den Aufzug des Hammers gebracht wird; der Zeigefinger kömmt ausgestreckt außerhalb des Griffbügels, und darf das Zün- gel in keinem Falle berühren; die anderen Finger liegen hinter dem Griffbügel und umfassen den Kolbenhals; der Ellenbogen ist etwas über den Kolben erhoben. 3. Der Hammer wird mit dem Daumen langsam zurückgezogen, bis man die Stange in die Hinterrast der Nuß eingreifen hört. 4. Der Daumen umfaßt mit den drei letzten Fingern den Kolbenhals, während der Zeigefinger außerhalb des Griffbügels ausgestreckt, und der Ellenbogen gerade über der Schneide des Kolbens erhoben bleibt. Es wird gegen den Zielpunct gesehen. Soll der Hammer in die Ruhe gesetzt werden, welches auf das Trommelzeichen.-»Ruf« geschieht, so avertirt der Abrichter:Hammer in die Ruhe! 1. Der rechte Fuß wird beigezogen, das Gewehr mit der rechten Hand abwärts gezogen, und in senkrechter Lage, der Lauf gegen den Leib, vor die linke Hüfte gebracht. Der linke Ellenbogen ist am Gewehre geschlossen, welches so weit gehoben wird, daß die Hand dem Kinne gleich hoch kömmt. 2. Die Finger der rechten Hand kommen in die Lage wie zum Spannen: 3. der Hammer wird mit dem Daumen über die Hinterrast zurückgezogen, der Zeigefinger an das Züngel gebracht, dieses so lange zu- rückgedrückt bis der Hammer, welcher vom S2 Daumen allmälig vorgelassen wird, langsam an den Zahn hinabgelangt, worauf der Zeigefinger das Züngel verläßt, und an die Wölbung des Griffbügels kömmt, der Daumen aber den Hammer in die Ruhrast stellt. 3. Mit der Wendung in die Front wird wie nach dem Präsentiren 2. und 3. geschultert. Der Mann des 2. Gliedes tritt auf fertig! seitwärts wie beim Laden, sodann aber nicht wie der des 1. Gliedes mit dem rechten Fuße zurück, sondern mit dem linken um IvZoll weit vor, wodurch er in der Folge mit der Fußspitze bis an den rechteil Fuß seines Vormannes kommen wird. Nach wiederholtem: fertig! erfolgt: Der linke Arm wird vorgestreckt, die rechte Hand erhebt den Kolben an die Schulter, und drückt dessen Spitze fest an dieselbe. Die innere Kolbenfläche kömmt an den Backen, und das Gewehr in wagrechte Lage. Die linke Hand unterstützt das Gewehr, indem der Ellenbogen etwas einwärts gedrückt wird. Die rechte Hand hat den Kolbenhals gut umfaßt und der Zeigefinger kömmt an das Züngel, dasselbe leicht berührend. Der Lauf darf nicht verdreht sein, daher das Korn senkrecht, das Absehen wagrecht. Die Schwere des Körpers ruht auf beiden Füßen. Zum Zielen wird das linke Auge geschlossen, und mit dem rechten durch den Einschnitt des Absehens und die Mitte des Korns auf den zu treffenden Gegenstand gesehen; der Kops wird mäßig vor- gebogen. Der Lauf darf nicht verdreht werden. Feuer!(mäßig gedehnt) 1. Ohne das Gewehr aus seiner Lage zu bringen, ohne mit dem Kopfe zu nicken, kurz, mit Ruhe wird mit angemessener Kraft das Zün- gel nach rückwärts gedrückt. 2. Nach erfolgtem Abdrücken werden die vor oder rückwärts gesetzten Füße angezogen, und das Gewehr in die wagrechte Lage wie bei„Ladet" gebracht. 3. Die rechte Hand nimmt dieselbe Lage wie zum Spannen bei: Fertig! an, wobei der Ellenbogen etwas über die Schneide des Kolbens gehoben wird. 4. Der Hammer kömmt in die Ruhrast, und die Pfanne wird wie bei der Ladung geöffnet. Ein Blick auf die Pfanne verschafft die Ueberzeugung, daß der Schuß abgegangen ist, welches der aus der Kernöffnung entweichende Rauch zeigt. Bei Percussionsschlössern wird der entladene Zünder weggenommen, und, wenn er 3 sich nicht entfernen ließe, das Schloß abwärts gewendet, und mit dem Ballen der rechten Hand ein Schlag auf das Seitenblech angebracht. Zündersplitter werden mit der Raumnadel fortgeschaft. Wäre der Schuß nicht abgegangen, so wird der alte Zünder durch einen Reservezünder ersetzt. Da das Nichtabgehen des Schusses häufig vom schlechten Ansetzen herrührt, so muß dieses wiederholt werden. Die beschmutzte Pfanne muß nach längerem Feuern abgewischt werden. Bei fortgesetztem Feuern wird auf folgende Weise Fertig genommen: 1. das Gewehr wird mit der linken Hand gehoben, bis dieselbe etwas höher als die linke Schulter kömmt, gleichzeitig aber so gewendet, daß das Schloßblech gegen den Leib gekehrt sei. Die rechte umfaßt den Kolbenhals, 2. das Gewehr und die linke Hand kommen vor die Brust wie bei Fertig! gesagt worden, 3. der Fuß wird zurück(im zweiten Gliede vorgesetzt)— 4. der Hammer wird gespannt, und mit fertig gemachtem Gewehre wird das Commando: An! abgewartet;— wenn aber durch Feuert! zum Einzelnfeuer angewiesen worden, so 3S wird ohne irgend ein weiteres Commando gefeuert und wieder geladen, bis durch das Trom- melzeichen: Ruf, oder das Commando: Halt! das Feuer eingestellt wird. Auf dieses Zeichen oder Commando benimmt sich der im Feuern begriffene Garde folgendermaßen: 1. Ist er im Anschlage oder hat er Fertig, so bringt er das Gewehr senkrecht, setzt den Hammer in die Ruhe, und schultert. 2. Ist er mit dem Laden beschäftiget, so vollendet er dieses, und schultert. 4. Hat er das Gewehr eben abgefeuert, so ladet er und schultert dann. Dieß gilt für die Männer des i. und 2. Gliedes; jener des dritten nimmt auf daS Zeichen zum Einstellen des Feuerns Richt euch. Nach dem Einstellen des Feuers, und nachdem jeder Mann geschultert hat, wird: Nicht-—euvh! commandirt, worauf sich so wie auf dasselbe Commando nach der Ladung benommen wird. General-Decharge und Lauffeuer. Beide sind eine Art Ehrenbezeigungen, und werden nur bei feierlichen Gelegenheiten abgegeben. 3* 36 Sie unterscheiden sich von den anderen im Gefechte vorkommenden Arten zu feuern dadurch, daß die Gewehre nicht wagrecht, sondern nach aufwärts gerichtet in Anschlag gebracht werden, was man hoch Anschlagen nennt, weßwegen auch das dritte Glied Hiebei feuern kann. Nach vorausgegangenem Laden wird comman- dirt: Habt Licht! Lur General-Decharge! Fertig! Das l. und 2. Glied nimmt die Gewehre wie bei den anderen Chargirungen fertig. Das 3. benimmt sich so wie das i., tritt aber so weit rechts seitwärts, bis jeder Einzelne mit seinem rechten Fuß an den linken seines rechtsstehenden Nebenmannes kömmt. Schlagt an hoch! Die Gewehre aller 3 Glieder werden unter einem Winkel von 4 5 Graden mit dem wagrecht angenommenen Boden in Anschlag gebracht. Nun wird: Feuer! commandirt, worauf gleichzeitig abgedrückt, sodann der zurück, oder vorgesetzte Fuß angezogen, das Gewehr in die Lage gebracht wird wie zum Laden, der Hammer in die Ruhrast gestellt, und der Kolbenhals umfaßt wird. 37 Schul—tert! welches nebst der Herstellung in die Front wie bekannt vollzogen wird. Nicht—euch! Die Männer des 2. und 3. Gliedes treten hinter ihre Vorwärmer- Nach der General-Decharge wird gewöhnlich präsentirt. Bei Wiederholung erfolgt auf La— Det! die Ladung auf gewöhnliche Weise. Das Lauffeuer erfolgt auf das Com- mando: Habt—Llcht! Jum Lauffeuer! Schlagt an — hoch! Das Commando: Leuer! unterbleibt Hiebei, sondern der Flügelmann, bei welchem das Feuer beginnen soll, wird durch einen Wink bezeichnet. Das Benehmen ist dasselbe wie bei der General-Decharge, nur wird das Feuer nicht gleichzeitig abgegeben, sondern jeder Garde nimmt es von seinem Nebenmanne ab, und feuert nach diesem. Die Garden des 2. und 3. Gliedes feuern gleichzeitig mit dem Vormanne des i. Gliedes, und alle erwarten nach dem Abfeuern die Commando: 38 Schul— tert! und Nicht— euch! wie bei der General-Decharge. Handgriffe mit derKammerbüchfe. Der mit der Kammerbüchse Bewaffnete Präsentia nicht. Auf der Schildwache trägt er das Gewehr willkürlich auf eine der zwei folgenden Arten: 1. Er legt es in den Bug des linken Armes, daß die Mündung links aufwärts stehe, das Schloß auswärts,— der Hammer berührt den Leib, die rechte Hand umfaßt den Kolbenhals, die linke liegt flach über der rechten. 2. Das Gewehr wird so unter den rechten Arm genommen, daß der Kolben unter selbem liege, der Kolben hinter der Schulter aufwärts, das Schloß seitwärts, die Mündung abwärts. Die rechte Hand hält den Riemen, und zieht ihn gegen den Leib, die linke ist an der Seite. Bei Annäherung eines Höheren bringt er das Gewehr in die Lage i. und macht folgende Ehrenbezeigung: Die linke Hand umfaßt das Gewehr mit einem kurzen Griff in der Höhe der linken Schulter unter dem Riembügel, der Daumen ist aufgestemmt, und berührt mit dem Ballen den Lauf und Schaft, die anderen Finger sind abwärts am Schaft,— die rechte Hand hat das Gewehr am Kolbenhals umfaßt, 39 der rechte Fuß wird wie beim Präsentiren zurückgezogen. Nach Passirung des Höheren wird obige Lage 1. wieder angenommen. Die Tempo's zum Gebete, zum Niederknien und Schwören erfolgen aus der Stellung beim Fuß wie mit dem Infanterie-Gewehr. Nach dem Aufsetzen des Hutes umfaßt die Rechte die Büchse unter der linken, die Linke faßt den Riemen mit der flach auswärts gewendeten Hand und spannt ihn gegen den Leib. Schul— tert! Das Gewehr wird mit der rechten Hand gerade in die Höhe gehoben, daß diese dem Kinne gleich stehe, mit der linken Schulter eine Achtelwendung gemacht, das Gewehr auf die Schulter gehängt. Pflanzt das—Bajonet! Der Riemen wird über die Achsel gelassen,— das Gewehr mit der linken Hand vor die linke Fußspitze wie zum Schwören gestellt, ohne es an den Leib zu drücken, mit der rechten das Bajonet, dicht am Leibe greifend, bei der Hülse erfaßt und aufgesteckt, die rechte Hand bleibt an der Hülse, der Daumen aufwärts, die anderen Finger über den Ladstock gelegt, die linke umfaßt die Büchse sammt Riemen unter der rechten. Gewehr in—Arm! Das Gewehr wird mit der linken Hand, den Lauf vorwärts, gerade in die 4V Höhe gehoben, mit der rechten am Kolbenhals umfaßt, an die linke Seite gebracht, der rechte Daumen am Schaft aufgestemmt, und der linke Vorarm über den rechten gelegt. Ohne Bajonet wird nicht in Arm genommen. Fällt-as— Bajonet! Die Büchse wird mit der rechten Hand au die rechte Seite gebracht, Halbrechts gemacht, und das Gewehr so in die linke Hand niedergelassen, daß das Bajonet vor und aufwärts stehe, wobei die linke dieselbe unter den Riemen an Absehen umfaßt. Beim Angriff ist die Lage wie beim Infanterie-Gewehr. Bei der Vertheidigung gegen Cavallerie liegt der rechte Vorarm auf dem Kolben, und das Bajonet mehr gesenkt. Mit der Wendung tritt der rechte Fuß einen Schritt zurück, wobei die linke Fußspitze nach dem Gewehr, die rechte gegen den Nebenmann gerichtet ist. Der Körper lastet auf dem linken Fuße. Gewehr in— Vrm: Wird die Halblinkswen- dung gemacht— der rechte Fuß angezogen, das Gewehr mit der rechten Hand am Leib an die linke Seite gedrückt,— und die linke Hand über den rechten gelegt. FlH! das Gewehr wird mit der rechten Hand rechts gebracht,— mit der linken unter den Riembügel gegriffen, der Daumen am Schaft aufwärts, die anderen Finger seitwärts angelegt,— mit der rechten unter der linken das Gewehr ergriffen— neben den rechten Fuß wie bekannt gestellt. Gewehr in— Arm! Das Gewehr wird mit der rechten Hand in die Höhe gehoben, das Schloß auswärts, die Hand dem Kinne gleich— mit der linken Hand am Absehen, mit der rechten am Kolbenhals umfaßt und wie oben an die Seite gebracht. In die— Balance! Das Gewehr wird wie bei: Beim Fuß! an die rechte Seite gebracht, dort mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger am untern Ring umfaßt, an den Schenkel gedrückt, und schief so gehalten, daß die Kolbenspitze mit der Rundung des Absatzes in gleicher Richtung stehe. Gewehr in—Arm! Wie nach: Beim Fuß! Kolben—hv beim Infanterie-Gewehre. Eben so das folgende. Der Unteroffizier. Er trägt das lange Infanterie-Gewehr im rechten Arme: der Kolbenhals wird in der Gabel zwischen Zeige-und Mittelfinger so ergriffen, daß ersterer knapp unter dem Griffbügel, der Daumen ober demselben, die andern Finger geschlossen hinter dem Hammer, welcher auf dem kleinen Finger ruht, liegen. Der Ballen bedeckt das Schloß, der Lauf steht senkrecht. Bei ganzen Wendungen drückt er mit der Linken die Kartusche an den Leib. Die Kammerbüchse wird vom Unteroffizier wie von der Mannschaft über die Schulter gehängt. Die 46 Unteroffiziere machen mit dem Gewehe keine Ehrenbezeigungen. Der Tambour. Er trägt bei jeder Ausrückung die Trommel. Zum Schlagen bereit, hängt sie im Haken deS Ban- delicrs, daß sie schief steht. Die Schlägel in den Händen, ruhen auf dem Schlagboden. Auf: Ruht! wird die Trommel auf den Boden, der Schlagboden vorwärts, gelegt. Auf Märschen, wird die Trommel auf die linke Schulter mittest des Tragriemens geschwungen. Der Zimmer mann. Die Hacke trägt er auf der linken Seite, daß die Schneide rückwärts stehe; den Stiel hält er in gleicher Höhe mit der Hüfte. Der Führer mit der Fahne. Sie wird mit beiden Händen, etwas vorgeneigt so vorder linken Hüfte getragen, daß das Ende in gleiche Höhe mit der Bauchhöhle, an diese angestemmt, komme. Die rechte Hand umfaßt die Stange eine Handbreit ober dem Ende, die linke ist dem linken Auge gleich, mit dem Daumen aufgestemmt. Bei Wind wird mit der linken Hand das Ende des Taf- fets gefaßt; oder selber halb umgewickelt. Der Führer salutirt nur auf der Stelle, u. z. vor der Allerhöchsten Herrschaft. Bei deren Annäherung auf 9 Schritte kömmt die Fahne vor die Mitte des Leibes, gleitet durch die Hände bis das Stangenende dem Knie gleich ist,— die Rechte umfaßt Lasset und Stange, bringt letztere unter die rechte Achsel, drückt sie an den Leib und senkt sie so, daß die Spitze eine Spanne von, Boden entfernt ist; worauf die rechte Hand den Tastet weiter vorwärts ergreift, und die linke an den Schirm kömmt. Nach Entfernung von s Schritten erfolgt die Herstellung. Der Oberoffizier. Er trägt den Säbel mit etwas gebogenem Handgelenk an der rechten Seite mit Daumen und Zeigefinger so umfaßt, daß sich die Spitzen berühren; die anderen Finger ruhen neben dem Zeigefinger am Griffe. Das Stichblatt berührt den Schenkel, die Klinge steht gerade aufwärts. Salutirungen. Der Offizier salutirt nur, wenn er als Commandant vor der Truppe steht, oder marschirt, nie in Reih und Glied. Vor der Allerhöchsten Herrschaft wird die Salutirung auf s Schritte Entfernung begonnen, und geendet, und zwar auf der Stelle im Tacte des ordinären Marsches, oder im Marsche mit dem Aus- schreiten des linken Fußes, nach dem Tacte des Marsches. 1. Der Säbel wird mit dem Griffe vor die linke Brust gehoben, die Klinge aufwärts, der Griffbügel links, der Daumen auf der innern Seite aufgestemmt. 2. Wird er mit gestreckten Arme so gesenkt, daß der Griffbügel an den rechten Schenkel komme, die Spitze eine Spanne vom Boden. Diese Hebung und Senkung wird 3 Mal vollzogen, und dann mit der linken Hand salntirt. Die Herstellung nach 9 Schritten: 1. Hebung wie bei 1. 2. Herstellung in die gewöhnliche Lage. Vor dem Hochwürdigen wie zum Gebete, oder Knie», nachdem die Truppe hiezu commandirt werde. Die gewöhnliche Salutirung erfolgt auf 3 Schritte Entfernung auf gleiche Weise, nur wird daS Seitengewehr wag recht gehalten. Der Salutirende begleitet den die Truppe Besichtigenden längs der Front, indem er sich, wenn dieser ein Stabsoffizier ist, nach der Salutirung herstellt, ist es aber ein Höherer, so bleibt das Seitengewehr gesenkt. Stellung zum Gebet. I. Der Säbel wird mit einwärts gewendeter Schneide gesenkt, daß die Spitze eine Spanne vom 4S Boden abstehe, und der Fuß zurückgezogen. Zur Herstellung wird die frühere Stellung angenommen. Niederknien zum Gebet. Wie bei der Mannschaft, nur wird das Seitengewehr wie beim Vorigen gesenkt. Stellung zum Schwören. 1. Der Säbel wird an die linke Seite gebracht, von der linken Hand umklammern Daumen und Zeigefinger das obere Ende des Griffbügels, der Knopf kömmt zwischen Zeig- und Mittelfinger, der Rücken an die Achsel. 2. Die Kopfbedeckung wird abgenommen, links gebracht, und an der Höhlung mit Zeigefinger und Daumen gehalten, daß der Schirm rechts stehe;— der Handschuh der rechten Hand abgezogen, und diese zum Schwur erhoben. Die Herstellung läßt sich von Obigem ableiten. Das Glied. Die größten Männer werden auf den rechten Flügel, die übrigen nach immer abnehmendem Maße gegen den linken Flügel gestellt(rangirt). Auf jedem Flügel wird ein Unteroffizier, oder ein schon geübter Garde als Stellvertreter aufgestellt. 4 so Die Männer stehen so nebeneinander, daß jeder seinen Nebenmann mit dem Ellenbogen leise fühle, ohne diesen vom Leibe wegzustrecken, oder sich anzulehnen. Man nennt dieß: die Fühlung. Brust und Schultern Aller müssen in einer geraden Linie, der Richtungs- oder Frontlinie fortlaufen. Jeder Mann nimmt im Gliede durchschnittlich einen Raum von loX Zoll ein, daher sind 3 Mann auf 2 Schritte anzunehmen. Bei der Aufstellung eines Gliedes wird in der Regel immer rechts gesehen, und jeder Mann hat, ohne sich vorzuneigen, oder den Kopf mehr zu wenden als es bei der Stellung erklärt worden, die Richtung von seinem rechten Nebenmanne abzunehmen. Soll dieß vollkommen bewirkt werden, so darf er bei rechts gewendetem Kopfe mit dem rechten Auge blos seinen Nebenmann sehen, mit dem linken hingegen soll er von dem 2. Nebenmanne und der weiteren Frontlinie nur einen Schein entdecken, bei mäßigen Vorbiegen des Körpers aber die Front übersehen. Für die Richtung links gilt das Entgegensetzte. Wendungen. Bei Wendungen mit dem Kopfe ist zu bemerken, daß die unnatürliche Verdrehung derselben, selbst bei richtiger Körperstellung die Richtung auf der Stelle wie im Marsche stören würde. 51 Halbe Wendungen erfolgen ebenfalls auf die erklärte Weise, und auf dasselbe Kommando. Bei Ausführung ganzer Wendungen geht im Gliede, so wie in jeder größeren Abtheilung dem Kommando das Avertifsement:§lie Front Vehren! oder, wenn eine verkehrte Front wieder in ihre ursprüngliche Stellung zurückgebracht werden soll: Die Front— herstellen! voraus. Die Wendung erfolgt immer auf jene Seite, wohin das Glied sieht, daher Wird ein rechts sehendes Glied früher zum Links sehen commandirt, wenn links u m gemacht werden soll. Nach jeder ganzen Wendung werden die Köpfe wieder nach jener Seite gewendet, wo sie vor der Wendung waren. Parallele Richtungen. Soll ein Glied in eine, wenige Schritte vor oder rückwärts gelegenen Linie eingerichtet werden, so nennt man diese Bewegung eine Richtung vor- oder rückwärts- Die Mannschaft rückt Hiebei successive, nämlich Mann für Mann in die neue Richtungslinie ein, und je nach dem Flügel, von welchem sie beginnt, heißt sie eine Richtung rechts oder links. Die Linie wird zuerst markirt- Auf das Kommando: Unteroffiziers und rechter(linker) Flügelmann— Mnrseh! rücken diese 4 Schritte 82 gerade vor, der Unteroffizier, auf der Richtungsseite, bildet den Stützpunkt der Richtung und ist Richtungspunkt für die Mannschaft, weil sie von ihm Richtung und Fühlung abnehmen muß; der andere dient für den Commandanten als RichtungsOb j e c t. Der letztere überzeugt sich von der genauen Stellung der Unteroffiziere, stellt sich 4 Schritte seitwärts des Richtungspunktes, Front gegen denselben, und richtet den Flügelmann zwischen selbe. Die Richtung selbst erfolgt auf das Kommando: Rechts, Nicht—euch! Der nächste Mann nach dem vorgerückten Flügelmanne rückt im Doublirschrit- te, gerade sehend, vor, theilt den letzten Schritt in 3 kleine schnell sich folgende Schritte ein, um nicht über die Richtungslinie vorzuprellen, und richtet sich indem er gegen den Richtungspunkt sieht. Wenn er einen Schritt aus der früheren Aufstellung entfernt ist, folgt der nächste, und so alle übrigen auf gleiche Weise, jeder in einem Abstände von l Schritte, so daß alle staffelweise in die neue Richtung einrücken. Zur Beurtheilung der Richtung befindet sich der Commandant auf den Richtungsflügel, und verfügt sich zu den Fehlenden, um ihre Stellung zu berichtigen. Bei zunehmender Fertigkeit geschieht diese Berichtigung durch Winken. Der Unteroffizier nimmt das Gewehr links, und winkt mit dem ausgestreckten rechten Arme vor- oder rückwärts, und zwar mit dem wagrecht gehaltenen Arme für die nächsten, mit bis SS zum Kopf gehaltener Hand für die Mitte, mit vollständig erhobenem Arme für den entgegengesetzten Flügel; der Offizier winkt auf gleiche Weise mit dem Seitengewehr. Der erste Unterricht geschieht, indem man anfangs jeden Mnnn einzeln in ordinärem Schritte in die Richtungslinie vorgehen läßt, und ihn hierüber, so wie über sein Einrücken belehrt. Die Richtung wird immer mit angezogenem Gewehre vollzogen; hat die Mannschaft Kolben hoch oder in Arm, so zieht das ganze Glied auf: Rechts(links) Nicht— euch! die Gewehre an. Bei der Richtung links, wendet auf das Kommando das ganze Glied(wenn eS rechts sieht) die Köpfe links, jeder Vortretende sieht gerade, und beim Einrücken wieder links. Ist das Glied gehörig gerichtet, so wird: Rechts— schaut! commandirt. Die Richtung rückwärts geschieht im Allgemeinen nach denselben Grundsätzen: Unteroffiziers und rechter(linker)Flngelmann! Rückwärts—Mkorsch! Diese treten auf 8 Schritte zurück. Nach der Einrichtung derselben: Rechts(links) rückwärts, Richt— euch! Jeder Mann sieht beim Zurückgehen gerade vor sich(nicht auf den Boden) und theilt den letzten Schritt nicht wie vorwärts in kleine ab. 54 Frontmarsch vor und rückwärts. Jedes, in seiner ganzen Ausdehnung sich bewegende Glied befindet sich dann im Frontmarsche, wenn während des Marsches die Richtung stets mit der verlassenen Stellung gleichlaufend bleibt. Dieß wird erzielt, wenn der Richtungspunkt immer in einer auf die Front senkrecht fallenden Direction in gerader Linie fortschreitet, während alle übrigen Männer sich nach demselben genau richten, und von ihm Fühlung abnehmen. Der Nichtungspunkt ist bei einem Gliede immer die, die Direction des Marsches leitende Charge. Diese wählt einen vor ihr senkrecht liegenden, wo möglich fernen festen Gegenstand, auf welchen sie gerade znmarschirt, der mithin alsDirectionspunkt dient; auf der zwischen diesem und ihrem eigenen Ausstellungspunkte gehenden Linie aber wählt sie noch einige, in kurzen Abständen von 30— 40 Schritten liegende Zwischenpunkte, um bei zufälliger Abweichung diese bemerken und den Marsch berichtigen zu können. Der Unteroffizier muß mit stets gleichem Schritte und Tacte sich bewegen, um jederSchwan- kung vorzubeugen. Es wird avertirt: Mit der Front—marschiren! Jeder Mann stützt die Schwere des Körpers auf den rechten Fuß.«Vtarsch! Leitet der Unteroffizier des linken Flügels die Marschdirection, so werden die Köpfe dahin gewendet, bis auf: Halt! dieselben wieder rechts kommen. Alles was hinsichtlich der freien Bewegung, der Kopfhaltung, der Fühlung und Richtung gesagt worden, findet während des Frontmarsches seine Anwendung. Die Verlorne Richtung darf nicht plötzlich, sondern durch mäßig verkürzte oder verlängerte Schritte wieder gesucht werden. Dem Drucke von der Seite des Führenden wird nachgegeben, alle Oeffnungen dahin geschlossen. Bei Trennungen oder Drückungen, welche in unrichtiger Bewegung des Führenden' ihren Grund haben, wird gehalten, und die Direction berichtiget. In Ermangelung eines Tambours wird: Eins, Zwei, öfters vorgezählt; wenn der Schritt verloren wäre, Halt! und gleich wieder: Marsck! oder wäre die Richtung fehlerhaft, nach Halt: Rechts (links) richt—euch! commandirt. Der einzelne, der seinen Schritt verloren, berichtigt solchen nach der Richtungsseite. Der Marsch in den andern Schrittarten, so wie der Uebergang aus einer in die andere, unddas Verkürzen des Schrittes erfolgt wie bekannt. Im Frontmarsche werden zeitweise die Kopfwendungen, dann die verschiedenen Arten des Gewehrtragens, Pflanzen, Versorgen und Fällen des Bajo- 56 netS geübt, und darauf gesehen, daß der Schritt Hiebei nicht verkürzt werde. Der Frontmarsch rückwärts geschieht auf das Kommando: Glied! rückwärts— Marsch! auf kurze Strecken. Auf jede größere als 8 Schritte, muß die Front verkehrt, und nach Zurückrücken im Frontmarsche, wieder hergestellt werden. Ziehung im Frontmarsche. Der Unteroffizier auf der Ziehungsseite wählt auf das Commando: Lieht euch— rechts (IllEs) einen entsprechenden Directionspunkt nebst Zwischenpunkte. Die einzelnen Männer können zufolge ihrer Wendung nicht mehr Fühlung haben, sondern trachten vielmehr, den durch die Wendung entstandenen Abstand beizubehalten, verbleiben also Schulter hinter Schulter gerichtet, wobei keiner den Nacken seines zweiten Vormannes erblicken darf. Auf Frsnt! oder Grad— aus! wird Richtung und Fühlung wieder angenommen, wie sie vor der Ziehung waren, so zwar,daß, wäre früher links gesehen worden, die Ziehung aber rechts gewesen, nach derselben wieder links gesehen wird. Schwenkungen auf der Stelle Unter Schwenkung versteht man eine Versetzung der Front in eine solche Lage, daß sie senkrecht auf die verlassene Linie steht. In der schwenkenden Front sind zu bemerken: 1. Der schwenkende Flügel. 2. DieMit- te. 3. Der stehende Flügel oder der Pivot, von welchen jeder sich auf verschiedene Weise zu benehmen hat. Die Richtung wird während der Schwenkung streng beobachtet, und immer vom schwenkenden Flügel abgenommen, der einen Kreisbogen durchschreitet, dessen Mittelpunkt der Mann am Pivor, den man Stock mann nennt— bildet. Da letzterer, als Drehepunkt der ganzen schwenkenden Front, seinen Platz nicht verlassen darf, so wird bis zur Lollcndung der Schwenkung die F ü h- lung von ihm abgenommen, während gegen den schwenkenden Flügel gesehen wird. Die Regelmäßigkeit der Bewegung erfordert, daß sie durchaus mit gleichem Austritte, und in gleichem Tacte vollzogen werde, kann aber nicht von allen Männern mit gleicher Schrittlänge erfolgen. Der schwenkende Flügel macht nämlich seine Schritte in voller Länge, und diese verkürzen sich nach Maß, als ein Mann dem Pivot nähersteht; die Mitte tritt daher im verkürzten Schritte, mit halber Länge aus, der Stockmann dreht sich aber auf dem linken Absätze, allmälig, und markirt somit nur den Tact des Schrittes. Ferners ist zu bemerken, daß der schwenkende Flü- gelnrami beim ersten Austritte gerade marschire, und je nachdem das Glied aus mehr oder weniger Männern bestehe, in die schwenkende Bewegung übergehe, um die Mitte nicht zu pressen, oder herauszudrücken; ferners muß er seinen Nebenmann leicht fühlen, und den Blick auf den zu durchschreitenden Kreisbogen richten. Der Unteroffizier hat die Kreislinie gut zu beschreiben, und zu sorgen, daß die nächsten drei Männer gut gerichtet bleiben, während der Unteroffizier am Pivot dafür sorgt, daß der Stockmann und die nächsten 2 oder 3 Männer auf den schwenkenden Flügel gerichtet seien, und dem allenfalls von dort ausgehenden Drucke widerstehen, um den Stockmann nicht zu verdrängen. Hiedurch wird die Mitte des Gliedes leicht in der wahren Richtungslim'e erhalten. Der Unteroffizier am Pivot hat ferner einen, in senkrechter Richtung vor ihm liegenden Terraingegenstand ins Auge zu fassen, um, wenn das schwenkende Glied in der Direction desselben anlangt, durch: Halt! die Schwenkung einzustellen. Nechts(links) schwenkt—euch! die Köpfe der Mannschaft werden gegen den Schwenkungsflügel gewendet. Sollten sie, wie dieß z. B. bei der Schwenkung links der Fall ist, schon dahin gewendet sein, so wird die letzte Sylbe euch! nicht rasch ausgesprochen.— Auf das nächste Comman- do: M arsch! tritt das ganze Glied auf oben erklärte Weise aus, mit Ausnahme des Unteroffiziers «IN Pivot, der unverrückt stehen bleibt. Sobald der schwenkende Flügel nur noch einen Schritt zu machen hat, um in das Allignement des vom Unteroffizier am Pivot gewählten Directionspunktes zu gelangen, commandirt dieser:! und das Glied behält die Köpfe gegen den Schwenkungsflügel gewendet. Alle Schwenkungen von der Stelle werden im Dublirschritte ausgeführt, beim Unterrichte aber anfangs im ordinären Schritte geübt. Wäre bei der Schwenkung die Richtung verloren gegangen, so wird nach derselben durch Rechts(links) richt LUch! diese gegen den Pivot berichtiget. Soll die Frontlinie des Gliedes statt auf eine Seite, durch Schwenkung dorthin gewendet werden, wohin der Rücken gekehrt ist, so geschieht dieß durch eine doppelte Schwenkung auf das Kommando: Rechts(links) umkehrt schwenkt—euch! Mtarfch! Der Unteroffizier am Pivot macht nach der halben Schwenkung halb rechts(halb links) einen Schritt seit- und rückwärts, und wählt dann den Directionspunkt. Bei der gewöhnlichen Schwenkung ist die Anzahl der Schritte, welche der schwenkende Flügel zurücklegt, gleich der Anzahl der im Gliede stehenden Männer, bei einer Umkehrt- schwenkung doppelt so viel; der Unteroffizier am Pivot kann also in Ermanglung eines sichern Directions- Punktes die Schritte zähle», und vor dem letzten: Halt! commandiern. Schwenkungen während des Marsches. Sie unterscheiden sich von den vorigen, daß sie mit beweglichem Pivot, daher bei fortgesetzter Bewegung, ferners immer in derselben Schrittart ausgeführt werden, in welcher daS Glied eben marschirt. Sie werden 2 Schritte von dem Punkte begonnen, auf welchem das Glied schwenken müßte, um dieß mit stehendem Pivot zu thun, und in gleicher Entfernung beendet. Der Stockmann bewegt sich daher in einer schrägen Linie vor- und seitwärts, welche die, bei 3 Schritte lange Diagonale eines Quadrats von 2 Schritt Seitenlange bilvet, er verkürzt seine Schritte und theilt die Diagonale in so viele kleine Schritte, als der schwenkende Flügel volle, zur Beendigung der Schwenkung auszuführen hat. Die Zahl der vom Letzteren zurückzulegenden Schritte ist um 3 größer als die Anzahl der Männer im Gliede. Hinsichtlich der Fühlung und Richtung ist dasselbe wie bei stehendem Pivot zu beobachten. Bei Annäherung an den Schwenkungspunct commandirt der Unteroffizier am Pivot: Nechts(links) schwenkt euch! oder schwenkt euch! ohne Betonung des Wortes euch, wenn dieKöpfe schon nachdem Schwenkungsflügel sehen, so daß das letzte Wort genau auf den Punct fällt, wo die Schwenkung begonnen werden 6l soll; nach Beendigung aber eben derselbe: Grad— aus! Die Anzahl der Schritte dient demselben ebenfalls zur Beurtheilung des rechten Momentes zu letzterem Kommando, und er müßte zur Anzahl der Männer 3 Schritte zuzählen wegen des beweglichen Pivots; da aber während des Aussprechens bei 3 Schritte zurückgelegt werden, so beginnt er Grad— aus! zu commandiren, wenn das Glied so viele Schritte gemacht hat, als Mäuner im Gliede sind. Umkehrtschwenkungen werden mit beweglichem Pivot nicht vollzogen. Directions-Veränderung während des Marsches. Sie kommen in jenen Fällen vor, wo die neue Marschrichtung nicht unter einem rechten Winkel, sondern einem kleineren, von der bisherigen abweicht, mithin die Schwenkung in einem Viertelbogen nicht vollendet wird. Die Ausführung beginnt auf das Kommando: Linker Flügel vor! und endet auf Grad—aus! Alles Uebrige im Vorigen gesagte findet hier ebenfalls seine Anwendung. Handgriffe. Sie werden nach den bekannten Kommando- worten geübt und es ist Hiebei, besonders bei jenen, welche als Ehrenbezeigung dienen, z. B. das Prüfen- 62 tiren, besonders auf die gleichförmige und übereinstimmende Ausführung zu sehen. Vor ihrer Uebung wird avisirt: Die Handgriffe ererciren. Die auf den Flügeln stehenden Unteroffiziere nehmen beim Fuß und vollführen blos die Tempo zum Gebet und zum Schwören. Chargirgriffe. Wie beim einzelnen Unterricht gesagt worden. Die Commandoworte sind folgende: Habt Licht! Fa—-et! u.s. w. Habt Licht! Mit dem Glied chargiren! Trommelzeichen oder: Chargirt! Glied! Fertig! Lin! Feuer! nach dem Laden wird Fertig genommen. Trommelzeichen oder: Halt! Nicht—euch»! General-Decharge und Lauffeuer. Ebenfalls wie bei der einzelnen Ablichtung, es wird hier aber das Benehmen der verschiedenen Glieder geübt. Habt Ächt! La—det! u. s. w. Nicht—euch! Habt Licht! Lur General-Decharge! Glied! Fertig! Schlagt an hoch! Feuer! Schul—tert! Nicht—euch! 63 Nach der General- Decharge wird präsentirt, geschultert, und nach Umständen alles wiederholt. Habt Ächt! Zum Lauffeuer! Glied Fertig! Schlagt an hoch! Wie beider Belehrung für den Einzelnen gesagt, wird der Flügelmann zum Beginnen bezeichnet. Schul—tert! Nicht—euch! u. s. w. wie oben. Der Zug. Stellung. Die Mannschaft wird nach ihre Größe in ein Glied rangirt, und zwar vom rechten oder linken Flügel, je nachdem der Zug einer rechts oder links rangirten Compagnie gehört, hierauf gezählt, die Anzahl durch drei getheilt, und das erste, im Maße größte Drittheil für das erste, das zweite für das dritte, das letzte, die kleinsten Männer enthaltende, für das zweite Glied bestimmt. Ist die Anzahl der Männer nicht durch drei theilbar, wie z.B. 2 6, und blieben daher 2 Mann übrig, so müßte dem ersten und letzten Drittheil ein Mann mehr zugegeben werden, daher in das erste und dritte Glied s, in das zweite 8 Mann kommen. Bliebe, wie z.B. bei 2 5, nur r Mann übrig, so kommen s Mann in das erste Glied, in jedes der beiden andern aber 8 Mann. Nach dieser Abtheilung wird commandirt: Ven «» Lug formiren! Lweites und drittes Mied halb — rechts!(links) Marsch! Die für das 1. Glied bestimmten Garden rücken einen Schritt vor, die andern treten im Doublirschritt aus, die für das 3. ziehen sich während des Vorgehens um einen Schritt seitwärts, jene des zweiten aber rücken in gerader Richtung vor, und herstellen sich, so daß der Flügelmann des 2. Gliedes genau hinter dem des t., jener des 3. aber hinter dem des 2. zu stehen komme. Die Entfernung der Glieder beträgt von Absatz zu Absatz 2Fuß. Die Unteroffiziere nehmen jene Plätze ein, welche ihnen nach der Rangirung der Compagnie zukömmt, mit dem Bemerken, daß die, bei der Stellung der Compagnie hinter die Front gehörigen bei der Aus- rückung eines Zuges in das 3. Glied treten. Abgängige Unteroffiziere werden durch Stellvertreter ersetzt. Drei auf diese Weise hinter einander stehende Männer heißen eine Rotte, und wenn bei ungleicher Stärke der Glieder ein Mann im 2. Gliede fehlt, eine halb blinde, fehlt aber auch jener des 3. eine ganz blinde Rotte. Die blinden Rotten werden nie an den Flügeln des Zuges gelassen, sondern werden bei der vorletzten Rotte, durch Seitwärtstreten gegen die Flügelrotte, welche immer voll sein muß, gebildet, und zwar immer auf dem, der Rangirung entgegengesetzten Flügel. 65 lo Im Zuge steht das erste Glied gegen die Ran- 2s ginmgsseite und nimmt Fühlung und Richtung von )r, dort; die Garden der rückwärtigen Glieder aber sehen "s gerade vor sich, und stehen ohne Rücksicht auf Führn lung genau hinter jenen des i. Gliedes mit sorgfäl- t» tiger Beobachtung der Gliederdistanz von 2 Vs Fuß, >rr wodurch sie mit demselben parallel bleiben, es Nach der Rangirung erfolgt die Abtheilung in en ungerade und gerade Rotten für den Ab- b- marsch in doppelten Reihen, und zwar sowohl vom rechten gegen den linken Flügel, wie entgegengesetzt, he der Zugscommandant geht von der Flügelrotte als "t, der l. ungeraden aus, und fügt am Schlüsse des Aber theilens bei: Jum Abmarsch rechts! oder: links, s- Die Hintermänner haben auf diese Abtheilung eben- n- falls zu achten. Nach der Rangirung werden die ck. Köpfe des l. Gliedes rechts gewendet, de Oeffnen und Schließen der Glieder, de es Es dient zur Besichtigung der Glieder und bei der Uebung der Handgriffe. ln Der Zugscommandant, vor der Mitte des Zugs in angemessener Entfernung stehend, commandirt: te, Letzte zwei Glieder öffnet— euch! daS ld 2. und 3. Glied tritt rückwärts aus, und halten, er- e- steres nach 4, Letzteres nach 8 Schritten, indem sie genau hinter ihren Vormännern gedeckt bleiben. Nach «6 dem Rückmärsche richten sie sich rechts. Während der Besichtigung eines Gliedes läßt man die beiden andern Kolben hoch oder in Arm nehmen. Zur Schließung: Letzte zwei Glieder schließt— euch! Die genannten sehen vorwärts, treten im Doublir- schritt aus, und halten, das 2. nach dem 2., das 3. nach dem 4. Schritte. Wendungen mit dem Zuge. Auf-die gewöhnlichen Kommando: Rechts (links) schaut! wendet blos das i. Glied die Köpfe. Bei Besichtigung eines Höhern jedoch, oder beim Desiliren(Vorbeimarsch) werden alle 3 Glieder durch das Kommando: Lug I rechts— schaut! zur Kopfwendung angewiesen. Sobald aber der Höhere vorüber, oder der Zug vorbeimarschirt ist, wird von den rückwärtigen Gliedern wieder gerade gesehen. Die halben Wendungen erfolgen auf die bekannte Weise; jede Rotte wird aber nach der Wendung eine Reihe genannt. Daher wird coinman- dirt.- In Reihen rechts!(links). Halb—rechts!(links). ^zedeReihe bildet für sich eine kleine Front, deren Richtnngspunct der Mann des i. Gliedes ist, daher 6? sieht dieser gerade, die beiden andern aber immer gegenihn. Zur Herstellung wird: Front! commandirt. Durch die ganze Wendung wird die Front verkehrt, daher das Commando: Die Front—Verkehren! Rechts— UM! die Männer des 3., nunmehrigen 1. Gliedes sehen rechts, die andern gerade vor sich. Bei ganz blinden Rotten tritt der einzelne Mann in das jetzige I. Glied vor. Zur Herstellung: Die Front—herstellen! Rechts— um! Zur Wendung Links um gilt das beim Gliede Gesagte. Richtungen im Zuge. Sie werden nach denselben Grundsätzen wie im Gliede, nur rottenweise vollzogen. Zur Richtung rechts: Drei Rotten vom rechten Finget!— Nkarslch! Die genannten rücken nebst den beiden Unteroffizieren des i. Gliedes im Doublirschritt vor, beim 6. Schritte wird Halt! commandirt. Der als Richtungsobject vorgerückte Unteroffizier wird hier, wie in allen ähnlichen Fällen durch Vortritt des im 3. Gliede stehenden ersetzt. Nach Prüfung der richtigen Vorrückung und Aufstellung wird commandirt: Rechts richt 5* 68 euch! und die Richtung erfolgt rottenweise in der Art, daß jede nachfolgende Rotte dann austritt, wenn der Mann des zweiten Gliedes, der vor ihr abrückte, mit ihrem I. Gliede in gleiche Höhe kömmt. Die Richtung ohne Aufstellung der 3 Rotten erfolgt auf das Commando: Flügel-Chargen!— Ntaesch! Beide Unteroffiziere des 1. Gliedes rücken wie oben vor und werden nach 6 bis 8 Schritten zum Halten beordert; zugleich wird der Unteroffizier des dritten Gliedes vom Richtungsflügel in der Verlängerung desselben auf 6 bis 8 Schritte als Richtungspunct aufgestellt und alle 3 werden als markirte neue Frontlinie gehörig gerichtet. Nun wird commandirt: Rechts(links) richt— euch! und es erfolgt die Richtung wie bekannt. Bei Richtungen links wenden auf: N^arsch! die vortretenden Unteroffiziere die Köpfe links, die Mannschaft aber erst auf Snks richt— euch! Diese Richtungen heißen Chargen-Rich- tungen. Ist die Linie, in welche der Zug gerichtet werden soll, mehr als 8 Schritte entfernt, so rückt der Zug zuerst im Frontmarsch bis auf diese Entfernung vor und wird dann gerichtet. Frontmarsch vor- und rückwärts. Die Anleitung für den Frontmarsch eines Gliedes, findet ihre Anwendung bei jeder in 3 Gliedern gestellten Truppe für das erste Glied, da die beiden andern immer gerade hinter ihren Vordermännern gedeckt bleiben, und die Gliederdistanz beobachten. Nachdem dem Unteroffizier am Richtungsflügel die Marschdirection angegeben worden, wird commandier: Mit der Front marschiren! oder: Mit der Front im Mnnovrirfchritt(Donblirschritt) marschiren!— Marsch!(Marsch Marsch!) Die Kommando zum Uebergang in andere Schrittarten, zum Verkürzen, und Schrittwechseln sind be- kannt.^ Kömmt der Zug im Frontmarsch an eine Stelle welche er mit seiner ganzen Breite nicht pasfirenkann, so commandirt der Unteroffizier des 1. Gliedes auf dem im Marsche gehinderten Flügel: Drei(vier etc.) Rotten!— Hatt! und wenn das 3. Glied des fortmarschirenden Zuges über das l. der stehen gebliebenenRotten hinausgerücktist. Sicht euch—links!(rechts) Marsch! ferner wenn er in das Allignement der 1. gerade marschirenden Rotte kömmt: Grad attS! Die abgebrochenen Rotten folgen hinter dem 3. Gliede, bis der Raum es gestattet sie einzuführen, wozu derselbe Unteroffizier commandirt: Sieht euch rechts!(links) und weiter: Grad— aus! sobald er Raum findet, worauf die drei Rotten im beschleunigten Schritte einrücken, und sofort Fühlung Tact und Richtung abnehmen, zu welchem Ende er noch.-Links oder rechts— schaut! beisetzt, wenn dieß nach der Ziehung nöthig wäre. Kommt der Zug an einen Graben oder steilen Ravin, so wird commandirt: In die Dalance! das Hinderniß gliederweise passirt, auf 6 Schritte jenseits aber der Zug wieder formirt. Der Frontmarjch rückwärts erfolgt entweder aus kurze Entfernung auf das Commando: Sug rückwärts Marsch! oder nach vorangegangener Verkehrung: Die Front— Verkehren! Rechts — UM! Mit der Front— marschiren! Wrarsch! Im letzten Falle wird das 3. zum I. Gliede, daher liegt diesem die Richtung ob, und es sieht auf: Ntarsch.'auf jenen Flügel, welcher vor der Herstellung Richtungsflügel war, daher links, wenn vorwärts der rechte Flügel die Direction leitete. Ziehung im Frontmarsche. Sie wird nach den bekannten Grundsätzen und Commaudoworten von allen 3 Gliedern, parallel mit der verlassenen Grundlinie vollzogen. Diesem nach werden sich die Männer der rückwärtigen Glieder nicht, wie beim geraden Frontmarsche senkrecht, sondern staffelförmig, seit- und rückwärts ihrer Vormän- ner befinden. Die sich ergebende Distanz muß während der Bewegung beibehalten werden, damit auf: Grad — aus! die Deckung und Gliederdistanz sogleich vorhanden sei. Die Ziehung findet nur auf kurze Entfernungen Statt. Schwenkungen auf der Stelle und im Marsche. Die Lehre hierüber ist schon in dem Gliedunterrichte erschöpft, und dient für die Bewegung des ersten Gliedes. Für die rückwärtigen Glieder ist die Beibehaltung der Gliederdistanz und Deckung auf ihre Vordermänner, die erste Beobachtung. Sie müssen daher außer der Bewegung vorwärts, auch noch so viel Raum seitwärts gewinnen, als nöthig ist, um auf ihre Vorderleute gedeckt zu bleiben, und Gliederdistanz zu behalten. Bei der Schwenkung rechts z. B. werden die Hinterleute beider Glieder des Stockmannes, so wie ihre nächsten 3, 4 Nebenmänner mit dem rechten Fuße so weit rückwärts treten, daß der Ballen desselben hinter den Absatz des linken Fußes komme; mit dem linken Fuß aber so weit seitwärts schreiten, als nöthig, um gedeckt zu bleiben, wobei jedoch die Schultern parallel mit dem ersten Gliede bleiben. Bei den Schwenkungen während des Marsches ist die Deckung mit weniger Schwierigkeit verbunden, die Hinterleute nächst dem Pivot haben daher ihre Schritte beim Seitwärtstreten nur etwas zu verkürzen. Wenn unmittelbar nach einer Schwenkung aufder Stelle mit stehendem Pivot, commandirt wird: Co- lonne!— Marsch! steht das 1. Glied fortwährend nach dem herausge schwenkten Flügel, nämlich nach jeder Rechtsschwenkung links und nach jeder Linksschwenkung rechts; eine Uebung, welche als Vorbereitung zu den Colonnenbewegun- gen dient. Directions-Veränderungen im Marsche. Wie im Gliede. Fvrmirung einer Reihen-Colonne und Bewegungen mit derselben. Eine durch das Kommando: In Neihen— rechts!(links) halb—rechts!(links) ,» Reihen gebrochene Truppe heißt: Reihen-Co- lonne, und zwar eine rechts oder links for- mirte, je nachdem die Wendung stattgefunden hat. Die vorderste Reihe heißt die Tete, die letzte aber die Queue der Colonne. Zum Marsche mit der Reihen-Conne wird commandirt: Colonne!— Ntarsch! Der Austritt des ganzen Zuges erfolgt gleich- zeitig. Da jede Front um'/z weniger Schritte Ausdehnung hat, als sie Rotten zählt, ein jeder mar- schirende Mann aber wenigstens einen Schritt Entfernung vom Vordermann zum Austritte bedarf, so wird eine Reihencolonne, wenn sie schon im vollen Marsche ist, von der Tete bis zur Queue so viele Schritte lang sein, als sie Rotten, mit Inbegriff der Chargen zählt, mithin um die Hälfte länger als die stehende Front. Es hat also beim ersten Austritt nur der an der Tete marschirende Unteroffizier vollen Raum zum Ausschreiteu. Die 1. Reihe wird beim 2., die 2. beim 3. und so fort jede Reihe um einen Schritt später zum vollen AuStritt gelangen. Es muß daher beim Beginne des Reihenmarsches jeder Mann seinen Schritt verkürzen, und so lange seinen Fuß dorthin setzen, wo sein Vordermann den seinigen weghebt, bis erden nöthigen Raum von einem Schritt erhalten hat. Dieß wird z. B. bei der letzten Reihe eines Zuges von i o Rotten erst beim 1 t Schritte der Fall sein. Der ander Tete des i. Gliedes marschirende Unteroffizier leitet die Marschdirection, und benimmt sich wie bekannt. Auf diesen bleiben alle Männer des 1. Gliedes, welche gerade sehen, fortwährend gedeckt. Die 2 andern Männer jeder Reihe sehen gegen das 1. Glied, und schließen sich gleich beim ersten Austritte so gegen ihren früheren Nottenvorder- mann, daß sie als Reihe ein Glied von 3 Mann bilde». Bei einer halben blinden Rotte bleibt 74 der leere Raum im 2. Gliede unausgefüllt, und bei einer ganz blinden marschirt der Mann des l. allein. Die Deckung der Männer des l. Gliedes nennt man das Allignement der Colonne, und dieses befindet sich bei einer rechts formirten Reihen- Colonne links,bei einer links formirten rechts. Soll eine Reihen-Colonne ihre Marschdirection ändern, so geschieht dieß auf Anordnung des Zugscommandanten, indem die an der Töte befindlichen Unteroffiziere sich als Reihe mit beweglichem Pivot auf einer Diagonale von l Schritt Länge, welche in 4 kleine Schritte getheilt wird, rechts oder links schwenken. Aufdemselben Puncte vollziehen alle anderen Reihen die Schwenkung gleichmäßig, wobei die Köpfe jedoch immer gegen das I. Glied gewendet bleiben. Zur Ziehung im Reihenmarsche wird comman- dirt: Lieht euch—rechts!(links) und wenn die Colonne nicht im Marsche ist wird: Wt arsch l beigesetzt. Die Ziehung erfolgt von jedem Einzelnen wie beim Gliede. Die Männer jenes Gliedes, welches sich auf der Seite der Ziehung befindet, müssen fortwährend gedeckt bleiben und daher immer eine, mit der verlassenen Marschlinie Parallele bilden. Man nennt dieß: Die äußere Wand halten. Die Kommando zurEinstellung der Ziehung sind: Halt! oder Grad—aus! Zur Antretung des Marsches in entgegengesetzter Richtung wird die Reihen-Colonne durch ganze Wendung in eine vom andern Flügel formirte verwandelt. Nach Halt! wird commandirt: Die Colonne verkehren— Links(rechts) UM! Beim Antritt des Marsches gilt alles oben Gesagte. Die Reihen-Colonne dient als Vorbereitungsmittel zu Front-Veränderungen auf der Stelle, Bewegung der Truppe auf schmalen Communicationen, und für kleine Abtheilungen zum gewöhnlichen Marsche. Formirung der doppelten Reihen-Colonne und Bewegung mit derselben. Ihre Formirung gewährt den Vortheil, daß nach der halben Wendung die Reihen nicht, wie bei der einfachen, im vollen Austritte gehemmt sind, und daß sich die Colonne im Vergleiche mit der stehenden Front, hiedurch nicht verlängert. Die bei der Stellung des Zuges geschehene Abtheilung in ungerade und gerade bezieht sich auf diese Colonnenformirung. Soll sie rechts stattfinden, so wird commandirt: In doppelten Reihen rechts! Halb— rechts! Bei den ungeraden Rotten bleibt nach der Wendung der Mann des 1. Gliedes stehen, der des 76 2. tritt bei 8 Zoll, jener des 3. bei 16 Zoll rechts seitwärts; die Männer der geraden Rotten treten sogleich nach der Wendung so links neben ihre bisherigen Nebenmänner der ungeraden Rotte rechts, daß sie die Intervallen ausfüllen. Die Männer des l. Gliedes der geraden Rotten bilden nun die äußere Wand, und je 6 Mann eine doppelte Reihe. Die Unteroffiziere an der Töte treten 1 Schritt links seit- und vorwärts; die an der Queue bleiben bei gerader Rottenzahl, bei ungerader treten sie einen Schritt rechts seitwärts um vollen Austritt zu gewinnen. Bei der doppelten Reihen-Colonne links erfolgt Alles auf die entgegengesetzte Seite. Lo tonne!— Marsch! Marschordnung, Allignement, Richtung der Reihen, Ziehung rc. wie bei einfachen Reihen. Die Schwenkungen und Directions- Veränderung überaus einer Diagonale von 2 Schritten, welche in 8 kleine getheilt werden. Eine Verkehrung der doppelten Reihencolonne findet nicht Statt. Abfallen aus doppelten in einfache Reihen und einzeln. Soll eine im Marsche begriffene doppelte Rei- Hen-Colonne sich in einfache Reihe formiren, so wird commandirt: In einfache Reihen abfallen!—Marsch! Die ungeraden Männer marschiren gerade fort, die geraden verkürzen die Schritte und ziehen sich hinter ihre bisherigen Nebenmänner, zugleich schließt sich das 2. Glied an das 1., nnd die Unteroffiziere kommen auf ihre Plätze. Auf der Stelle: I n einfache Reihen ab— saürit! worauf die geraden Männer einen Schritt seit- und rückwärts hinter ihre Nebenmänner machen. Das Anschließen erfolgt erst beim Antritte des Marsches.... Bei Passirung schmaler Commumcationen muß weiter aus der einfachen Reihen-Colonne zu zweien oder einzeln abgefallen werden. Zu zweien abfallen—Marsch! gehen immer 2 Reihen zusammen in die Rottenstellung durch halbe Wendung über, und marschiren im Doublirschritte vor. Einzeln abfallen—Marsch-geschieht dasselbe von jeder einzelnen Rotte. Zum Aufmarsche wird auf das Coinmando: Zu dreien aufmarschiren Marsch! wieder in die Reihenstellung übergegangen, wobei die Tete den Schritt so lange verkürzt, bis Alles angeschlossen ist. 78 Aufmarsch aus einfachen in doppelte Reihen. Im Marsche: In doppelte Reihenaufmarschiren! die Männer des 2. und 3. Gliedes ziehen sich auf Mannsbreite seitwärts vom 1. Gliede weg.— ZAktNtsch die geraden des 2. und 3. Gliedes rücken in die Intervallen ein, die des I. kommen auswärts. Die Reihen-Distanzen werden hierdurch zu groß sein, daher wird von der Tete angefangen der Schritt verkürzt, bis alles angeschlossen ist, worauf commandirt wird: Im vollen— Schritt! Auf der Stelle: In doppelte Reihen auf—rnarschirt! die ungeraden des 2. und 3. Gliedes öffnen sich durch Seitwärtstreten und die geraden treten vor auf ihre Plätze. Aufmarsch aus der einfachen Reihen- Colonne in die Front. Derselbe kaun in vier verschiedene Direktionen erfolgen, und wird immer im Doublirschritt vollzogen. Zur Vermeidung von Weitläufigkeiten wird bei der Erklärung eine rechts formirte Colon- ne angenommen, weil sich hieraus die Entwickelungen einer links-formirten leicht entnehmen läßt. 1. Herstellung der Front, nämlich Aufmarsch auf die Seite des Colonnen- Allignements. Ist die Colonne nicht von der Stelle gerückt, so wird die Herstellung auf: Front! vollzogen. Die marschirende Reihen-Colonne aber muß wegen der Reihen-Distanzen, nebst der Frontwen- duug, auch anschließen. Die Front—herstellen! die Unteroffiziere an der Tete halten, und machen gleichzeitig mit der l. Reihe links Front. Der Mann des 1. Gliedes richtet sich nach dem Unteroffizier, die anderen nehmen Deckung und Glieder-Distanzz die übrigen noch im Marsche begriffenen Reihen herstellen sich als Rotte wie sie nach und nach an die schon stehenden herankommen, und nehmen von diesen Richtung und Fühlung ab. Trägt die Truppe Kolben hoch, so wird bek der Herstellung Richt euch genommen. L.Aufmarsch aus die T^te, mit der Front gegen die Marsch-Direction. Links-rploirt!— Marsch! Der Mann des 3. Gliedes der i. Reihe haltet, jener des 2. macht 2 Schritte vor und rechts-seitwärts, und stellt sich auf Glieder-Distanz vor demselben, der des i. macht gleichmäßig 3 Schritte zur Aufstellung vor 80 letzteren, wodurch die Flügelrotte gebildet ist. Der Unteroffizier des 3. Gliedes an der Tete stellt sich mittelst eines Schrittes rück- und rechts-seitwärts an das 3. Glied, um die Deckung zu besorgen, jener des 1. Gliedes, welcher 3 Schritte vor und rechts-seit- wärts macht, sorgt für die Richtung des sich formi- renden 1. Gliedes. Gleichzeitig setzt sich die ganze Reiheu-Colonne im Doublirschritte in die Ziehung links; der Mann deck 3. Gliedes der 2. Reihe schließt sich durch einen Schritt links vorwärts an seinen Nebenmann der stehenden Flügelrotte, während die beiden Männer des 2. und 3. Gliedes rechts vorwärts schreiten, um anzuschließen; die 3. und nach ihr alle folgenden Reihen lösen sich, sobald sie nach und nach in die Linie des 3. Gliedes kommen, auf, indem der Mann des 3. Gliedes stehen bleibt, während die 2 anderen rechts vortreten. Die Deploirung kann im Marsche und von der Stelle geschehen. Beim Unterrichte wird vor dem Commando: EMarsch! die Flügelrotte aufgestellt, und der Aufmarsch anfänglich Reihe für Reihe im ordinären Schritte geübt. Das Kolbenhoch getragene Gewehr wird bei diesem, so wie den nächstfolgenden Aufmärschen angezogen, so bald der Garde in die neue Frontlinie einrückt. Soll der Aufmarsch unmittelbar nach Passi- rung eines Defilees(Einengung) und bei 81 fortgesetzter Bewegung stattfinden, so wird, in dem Augenblicke, als die Töte aus dem Defilee hervo- bricht, commandirt: Im Inge ausmarschiren!— Marsch! Ohne den Tact deSSchrittes zu verändern, zieht sich der Unteroffizier des 1. Gliedes an der Tete rechts, und bleibt in der Ziehung, während jener des 3. Gliedes hinter ihm in der nöthigen Distanz folgt. Der Mann des 1. Gliedes der 1. Reihe schließt sich an den Unteroffizier an, und folgt der Ziehung, die beiden andern verkürzen die Schritte um in die Rottenstellung zu gelangen. Alle übrigen Reihen gehen auf gleiche Weise bei fortgesetzter Ziehung in die Rottenstellung über, bis der zuletzt aufmarschirte Unteroffizier des 1. Gliedes an der Queue: Grad— aus! commandirt, worauf der gerade Schritt angetreten, und vom l. Gliede gegen die Allignement Seite, hier also links gesehen wird. Bei größeren Reihen-Colonnen als einem Zuge, müssen an der Töte die Schritte verkürzt werden. Diese Aufmärsche können z. B. bei einem Rückzüge auch auf das 3. Glied vollzogen werden: Aus das dritte Glied rechts deploirt!— oder: Auf das dritte Glied im Auge aufmar- schiren! Mars I Hier hat der Unteroffizier des 3. Gliedes, so wie das 3. Glied überhaupt das zu thun, was hier für das 1. vorgeschrieben worden. 6 82 3. Aufmarsch aufdie Tete, mitderFront gegen die Queue. Nechts deploiren und die Front herstellen!> -—! der Mann des 1. Gliedes der I., Reihe macht,— bei einer rechtsformirten Colonne links um, jener der 2. macht 2, der des 3. drei Schritte links vorwärts, beide linksum, und decken sich, der Unteroffizier des i. Gliedes macht die Wendung mit dem Flügelmanne, und stellt sich dann auf dessen rechte Seite, jener des 3. Gliedes aber wendet sich mit seinem Flügelmanne, beide benehmen sich dann wie beim vorigen Aufmarsche. Die Reihen- Colonne setzt sich im Doublirschritt in die Ziehung gegen das 3. Glied, hier also rechts. Der Mann des 1. Gliedes der 3. Reihe stellt sich auf halbe Mannsbreite neben den Flügelmann, richtet sich, macht linksum und berichtigt Richtung und, Fühlung rechts, die beiden andern benehmen sich wie bei der i. Reihe; alle folgenden lösen sich auf gleiche Weise in Rotten auf. Die Deploirung links erfolgt nach gleichen Grundsätzen, mit entgegengesetzten Wendungen, wobei jedoch die 2. Rotte nicht auf halbe Mannsbreite Raum lassen darf. 83 4. Aufmarsch auf die entgegengesetzte Seite des Kolonnen-All ignements. Hinter der ersten Reihe rechts aufmar- schiren!—Mtarsch! Die Kolonne setzt sich in Doublirschritt; das 3. Glied sieht gerade aus, die beiden andern gegen dasselbe. Die i. Reihe mit den Unteroffizieren der Tete schwenkt— bei einer rechts formirten Kolonne— mit beweglichem Pivot rechts und rückt 6 Schritte vor, wo sie Haltehund sich als Rotte formirt, indem der Garde des 3. Gliedes stehen bleibt, seine Vormänner sich vor ihm formiren, und die Unteroffiziere auf ihre Plätze treten. Die 2. Reihe schwenkt einen Schritt später als die 1., und so alle folgenden, die während die Kolonne den Marsch fortsetzt, stufenweise abfallen, und sich wie die i. Reihe benehmen. In manchen Fällen muß dieser Aufmarsch auf der andern Seite ausgeführt werden. Hierzu wird commandirt: Hinter der ersten Reihe links aufmarschiren und die Front herstellen!— ZRnrsch Hier bleibt das erste Glied allignirt, die I- Reihe mit den Unteroffizieren schwenkt links und sogleich nach der Schwenkung bleibt der Mann des l. Gliedes stehen, und macht linksum, worauf sich diese Reihe wie oben in die Rottenstellung formirt; die 2. Reihe schwenkt sich um einen Schritt später und formirt sich mit Beobachtung der hak- 84 ben Mannsbreite Entfernung; alle übrigen benehmen sich auf gleiche Weise, nur schließen sie vor der Wendung an. Es muß, wie oben darauf gesehen werden daß die Wendung immer gegen die schon formirten Rotten vollzogen werde. Aufmärsche aus der doppelten Reihe u- Colonne in die Front. Zur Herstellung der Front, wird: Halt! und Front! commandirt. Jeder Mann macht die halbe Wendung u. z. halblinks bei einer rechts,— halbrechts bei einer links formirten Colonne,— die geraden bleiben stehen, die ungeraden Männer treten neben ihre geraden Nebenmänner, daher bei einer rechts formirten Colonne rechts, bei einer links formirten lin kö vorwärts, und die des 2. und 3. Gliedes rücken vor, um ihre Glieder-- distanz zu gewinnen. Die Chargen verfügen sich auf ihre Plätze. Der Aufmarsch auf die Täte findet wie ibe einfachen Reihen Statt, wobei sich zwei neben- einanderstehe Männer desselben Gliedes vereint so benehmen, wie dort für den einzelnen vorgeschrieben wurde. Hinsichtlich des Gewehranziehens, wenn dasselbe Kolben hoch getragen worden, gilt dasselbe, wie bei einfachen Reihen. 85 Handgriffe. Sollen sie im Zuge geübt werden, so werden der bessern Uebersicht wegen die Glieder geöffnet. Bei größerer Fertigkeit jedoch unterbleibt dieß. Chargirgriffe. Bei vorauszusetzendem gehörigen Unterrichte im Einzelnen, so wie im Gliede werden anfangs nur die oben dem Commando nachgesetzten Worte: Eins, zwei u. s. w. vorgezählt; in der Folge bei zunehmender Gewandtheit aber weggelassen, und jeder Garde ladet, und nimmt das Gewehr fertig, oder schultert, sobald die Ladung geendet ist. Chargirung mit dem Zuge. Habt Licht! La—det! u. s.w. wie bekannt. Habt Licht! Mit dem Zug chargiern! Trommelzeichen oder: Chargirt! Auf: chargirt! oder aus den letzten Trommelstreich nimmt das 3. Glied in Arm. Die Chargen deS t. Gliedes machen Rechts—um, treten in das 3., herstellen sich mit RechtS — um, jene des 3. machen 2 Schritte rückwärts und alle Unteroffiziere nehmen inArm. Der Commandant stellt sich seitwärts des t. Gliedes mit der halben Wendung gegen dasselbe. 86 Zug! Fertig! An!—Feuer! Wie im Gliede. Zwischen An! und Feuer! muß ein wenig ausgehalten werden um Zeit zum Zielen zu geben. Nach dem Feuern wird zum Laden geschritten und als siebentes Tempo wieder Fertig genommen, worauf das Feuern mit An! Feuer! nach Gutbefinden fortgesetzt wird. Hatt! oder Trommelzeichen. Beim letzten Trommelstreich, oder unmittelbar auf Halt, nehmen die Männer des 3. Gliedes, so wie die auf ihre Plätze vortretenden Chargen Richt euch. Das 1. und 2. Glied benimmt sich, so wie auf: Nicht— euch! wie im Gliede. Chargirung mitGliedern aus dem Zug und Einzelnfeuer. Habt Acht! Mit Gliedern aus dem Zug chargiern! Trommelzeichen oder: chargirt! Zug! Fertig! Alles wie oben. Zweites Glied! An! Feuer! Erstes Glied! An! Feuer! Das i. Glied wird zum Anschlagen beordert, wenn das 2. die Patrone in den Lauf beutelt. Zum Uebergang in das Einzelnfeuer ruft der Commandant: Feuert! Jeder Mann des l. und 2. Gliedes feuert, ohne ferneres Kommando, so oft er geladen hat, schnell ohne Uebereilung. Trommelzeichen oder Halt! wie oben. Nicht—Euch! wie oben. Chargiren beim Avanciren und Reti- riren- Soll im Vorrücken gefeuert werden, so wird zuerst commandirt:^ Mit der Front marfchiren! Marsch dann während des Vorrückens: Im Avanciren chargiren! Marsch! dNarsch und nach einer angemessenen Entfernung: Halt!(Trommelzeichen oder: Lhargirt!) wie oben. Lug! Fertig! An! Feuer! nach einmaligem Feuern, daher wenn zum Laden geschwenkt wurde: Halt! oder Trommelzeichen und: Nicht— euch! dann sogleich: Marsch— Marsch! und Fortsetzung auf dieselbe Weise. Zum Chargiren im Rückzug: Im Netiriren chargiren!(Trommelzeichen oder chargirt!) L„g! Fertig! An! Feuer! wie oben; nach der Ladung: Nicht— euch! u. s. w. wie oben. Rechts— UM! wird die Front verkehrt. Marsch— ARarfch! nach ungefähr 50 Schritten. Hatt! Rechts—um! Herstellung der Front. Trommelzeichen oder chargirt! wird die Chargimng mit abwechselndem Rückzüge fortgesetzt u.s. w. Chargirung rückwärts auf das dritte Glied. Wenn im Bedarfsfälle mit verkehrter Front chargirt werden soll, so wird commandirt: Mit dem Ing rückwärts chargiren.' Rechts — um! Jug— fertig u. s. w. wie vorwärts mit Rücksicht auf die veränderte Stellung der Glieder. Nach beendigtem Feuer: Die Front herstellen! Rechts um! wie bekannt. Das Benehmen mit der Kamm erbüchfe läßt sich aus dem hier und beim einzelnen Unterricht Gesagten ableiten. Vertheidigung gegen Reiterei. Den Klumpen—formtet! Drittes Glied! Rechts—UM! die Mitte des 1. und 3. Gliedes tritt etwas vor, die Flügelrotten etwas zurück, daß sich ein Kreis bildet. Im 2. Gliede machen die geraden rechts um, 89 und bilden mit den Chargen einen innern Kreis, in dessen Mitte der Commandant steht. Zug! Fertig! Erstes Glied! Fällt das— Bajonet! wird von diesem das Gewehr wag recht gehalten, durch die Anstemmung des Kolbens in den Bug des rechten Armes gestützt, und der linke Ellenbogen an die Seite gedrückt. Zweites Glied! Zln— Feuer! wie beimEin- zelnfeuer, und wenn die Kavallerie an die Ba- jonetspitzen gelangt ist: Erstes Glied!— Feuer! wird aus derwagrechten Lage abgedrückt. Nach der Entfernung der Kavallerie: La—Zet und Erstes Glied!:c. wie oben, oder Halt! und nach der Ladung: Den Zug formirt! worauf die frühere Ordnung hergestellt wird. Angriff mit demBajonet. Vor dem Vorrücken wird vsn den Tambours der Stur«streich geschlagen, dann der Frontmarsch commandkrt, und zwar im ordinären oder Manövrir- schritt. und erst l SS Schritte von dem Feinde erfolgt: Warfest—Marsch.'dann auf höchstens 60 Schritte wird: Fällt das— Bajvnet! commandirt, und dieTambours schlagen zum 2.Male Sturmstreich. Die Gewehre werden wie bekannt an so die Seite gerissen, es wird auf den Feind gestürzt, und derselbe mit dem Bajonete angegriffen. Auf das Trommelzeichen-Vergatterung, oder das Kommando.-«Halt! wird die Vorrückung eingestellt und der Zug ordnet sich mit geschulterten Gewehren. Wird man selbst angegriffen, so wird die letzte Decharge auf so Schritte Annäherung des Feindes mit tiefem Anschlage gegeben, und unmittelbar darauf commandirt: Marsch— Marsch! Fällt das Bajoriet! der Sturmstreich geschlagen und auf den Feind gestürzt. R a l l r r u n g. Man versteht hierunter die Wiedrrsammlung und Ordnung in größter Schnelligkeit einer zerstreuten Truppe. Die gute Ausführung beruht darauf, daß jeder Mann seinen Platz in der Truppe genau kenne. Zur Uebung commandirt der Abrichter: Auseinander' und wenn sich die Mannschaft zerstreut hat: Den Lug formtreu! oder er läßt den Tambour Vergatterung schlagen. Im schnellen Laufe mit dem Gewehre in der Balance eilt jeder Mann dorthin wo der Commandant aufgestellt ist, um sich dort mit geschultertem Gewehre im Zuge aufzustellen. In größern Körpern zeigt die Neigung der Fahne die Seite an, gegen welche der rechte Flügel der neu zu formirenden Frontlinie kommt. St Formirnng der Gewehr-Pyramiden. In der Stellung beim Fuß wird commandirt: In Pyramiden setzt—an! Der Mann des l. Gliedes bringt sein Gewehr vor die Mitte des LeibrS, übernimmt es dort mit der linken Hand ober dem mittleren Laufring und stellt es schräg vor sich hin, so, daß der Kolben neben den rechten Fuß seines linksstehenden Nebenmannes komme, und der Lauf vorwärts gewendet sei. Gleichzeitig reicht der Mann des 2. Gliedes sein Gewehr dem Vordermanne, welcher es 2 Zoll ober dem mittleren Laufriiige mit der rechten Hand faßt, und so vor seine rechte Schulter hinschnellt, daß der Kolben auf 2 V- Fuß vor ihm auf den Boden kommen, und die Mündung gegen ihn geneigt sei, worauf er die Bajonethälse, sich kreuzend, zusammenfügt. Der Mann des 8. Gliedes reicht sein Gewehr dem Manne des 2. Gliedes, weicheres mit der rechten Hand ober dem untern Laufring erfaßt, vorwärts neigt, mit Hilfe der linken Hand unterhalb der Kreuzung der beiden Bajonethälse steckt, worauf der Mann des 1. Gliedes dieses letztere Gewehr unter dem mittleren Laufring faßt, vor sich bringt, und indem er die Mündung der beiden andern mit der linken Hand etwas hebt, solches dergestalt seitwärts schiebt, daß der Kolben zwischen die Füße des rechtsstehenden Nebenmannes komme. Die Mannschaft bleibt in ihrer Eintheiluiig bis: commündlrt niikd, tvomu^^!e abtritt, die Unteroffiziere so wie die blinden Rotten aber ihre Gewehre an die nächste Pyramide lehnen. Auf Vergatterung formirt sich der Zug hinter den Pyramiden, und auf: Ergreift—s Ge-! iVL^r! werden die Gewehre ergriffen, indem der Mann des l. Gliedes mit der linken Hand sein eigenes, mit der rechten das des Mannes im 2. Gliede ober dem mittleren Laufringe faßt. Der Mann des' 2. Gliedes tritt mit dem rechten Fuße, sich vorneigend, vor, ergreift das Gewehr des Mannes vom 3. Gliede, hebt mit ersterem die Pyramide und trennt sie, giebt das erfaßte Gewehr in das 3. Glied und nimmt sein eigenes. Alles nimmt beim Fuß. Auf das Zeichen Allarm nimmt jedoch jeder Mann ohne Commando sein Gewehr und schultert. General-Decharge und Lauffeuer. Nach der einzelnen und Gliederabrichtung. Habt Ächt! Wie bekannt. L«r General-Decharge!(oder zum Lauffeuer! Pltg! Lcrtkg! Die Chargen bleiben in ihrer Eintheiluiig, die des 3. Gliedes treten jedoch mit der Mannschaft seitwärts. Schlagt an hoch!-Feuer!(oder Wink) Gleichzeitig von Allen zu vollführen, oder beim Lauffeuer stufenweise. 93 Schul—tert! Richt—euch! Seitwärtstreten der rückwärtigen Glieder. Die Compagnie. Die Compagnie wird rechts oder links rangirt, je nachdem sie in der Stellung neben der mit ihr in eine Division vereinigte Compagnie, rechts oder links steht. Sie wird in 4 Züge getheilt, die vom Rangi- rungsflügel an gezählt werden; 2 Züge bilden eine Halbcompagnie. Der Feldwebel besorgt die Rangirung und Abtheilung und auf seinen Ruf: Rangirt! ordnet sich die Mannschaft mit Gewehr im Arm nach ihrer Größe, in drei Glieder. Die Tambours kommen 3 Schritte hinter den Rangirnngsflügel, die Zimmerleute einwärts neben ihnen. Die Unteroffiziere stehen der Compagnie gegenüber, auf 6 Schritte, Front gegen dieselbe, mit Gewehr in Arm(die Büchse übergehängt), in einem Gliede, so daß der zweite Feldwebel dem Rangirnngsflügel gegenüber, die andern nach ihrer Eintheilung zugsweise nebeneinander stehe; abgängige sind durch Stellvertreter ersetzt. Der 1. Feldwebel fängt vom Rangirnngsflügel an, die Deckung der Rotten zu ordnen, wobei ihm der 2. hinter dem 3. Gliede hilft, die Ausgleichung geschieht zwischen dem l.und 3., dann zwischen dem 3. und 2. Gliederndem das Zuviel des i. in das 3. 94 und aus diesem in das 2. kömmt, und auf diese Weise entgegengesetzt das Zuwenig«: ergänzt wird. Er theilt die vorhandene Rottenzahl in 4 gleiche Theile; ist die Zahl nicht durch 4 Heilbar, so wird bei einer Rotte zuviel, diese in dem l. Zug, bei Zweien in den i. und 4., bei Dreien in den i. 2 und 4. eingetheilt. Die Abtheilung erfolgt, indem der Feldwebel der Front entlang die Rotten abzählt, wobei er das Gewehr mit der linkenHand senkrecht am untern Lausringe hält, er bezeichnet die Spaltung mit der rechte Hand, und ruft: Lug!— Halbcompagnie.'—Lug! Hierauf commandirt er, bei einer rechts rangir- ten Compagnie: Abtheilungen links öffnet— euch! die Mannschaft nimmt Richt euch und rückt so so weit links seitwärts, daß zwischen den Zügen der Raum für 2 Chargen sich ergiebt, wobei der l. Zug immer stehen bleibt. Auf dasselbe Kommando nehmen die Unteroffiziere das Gewehr in den rechten Arm, und treten auf ihre mit Nummern bezeichneten Plätze. Die Entfernung der Chargen hinter der Front ist 3 Schritte eben so der Tambours und Zimmerleute, welche in einem Gliede hinter dem i. Zug stehen. Bei jeder Compagnie kann nur eine blinde Rotte ausfallen. Sie sei ganz oder halb blind, so wird sie durch Umtreten immer aus den innern Flügel des 3. Zuges übertragen. Die Zugsunter- SS offiziere besorgen die Abtheilung in ungerade und gerade bei ihren Zügen. Nach beendeter Abtheilung läßt der Feldwebel die Compagnie gegen den Rangirungsflügel richten, meldet die Rottenzahl dem jüngsten Offizier und begibt sich auf seinen Platz. Dieser zieht das Seitengewehr, meldet salutirend dasselbe dem im Rang nächsten, und so fort jeder bis zum Hauptmann, indem sich jeder in seine Eintheilung verfügt. Sind die Züge als für sich abgesonderte Theile rangirt, so rücken sie unter Führung des Zugscommandanten auf den Sammelplatz und stoßen zusammen. Der Offizier meldet die Rottenzahl dem Hauptmann, und der i. Feldwebel macht demselben aus den Meldungen der Zugsunteroffiziere den Rapport über den ausrückenden Stand der ganzen Compagnie. Zu große Unterschiede in der Rottenzahl müssen in den Zügen ausgeglichen werden. Die Stellung des Hauptmanns als Compagnie- Commandant ist in angemessener Entfernung vor der Mitte, in der Zusammenstellung mehrerer Compagnien aber hinter der Front. Abgängige Chargen werden durch Stellvertreter ersetzt. Fehlen Offiziere, so müssen nach Möglichkeit die Compagnieflügel doch durch die gegenwärtigen besetzt werden; der Hauptmann und die Feldwebel bleiben aber immer auf ihren Plätzen. Bei einer einzeln ausrückenden Halbcompag- 96 rqks^«>- nie oder einem Zuge bleibt die Chargeneintheilung dieselbe, nur steht bei letzteren kein Unteroffizier hinter der Front. Stellung einer rechts rangirten Compagnie mit 4 Offizieren bei der Stellung in größeren Körpern. ii 4,2- 12- 7.6- 11.9 4.1> 5 3 Einer links rangirten einzeln ausrückenden Compagnie mit 4 Offizieren. 2.4- 8.10 6 6 7 -12 3.5 o n 9.11 Hauptmann. Oberlieutenant > Lieutenant. 0 sLs r°'dw-b->> 8 Stellvertreter. 1 Tambour. 2 Zimmermann. 97 7 Das hier Angeführte ist dem Ererzier-Reglement entnommen, und beruht auf der Einteilung von 1 Hauptmanne mit 3 Offizieren bei der Infanterie der Armee und der Stellung einer Compagnie im Bataillon. Bei der Nationalgarde jedoch, wo die Dienstleistung in den meisten Fällen in keinen größeren Körpern als Compagnien vorkömmt, scheint um so mehr eine andere Eintheilung anwendbarer, als auch die Nothwendigkeit der Aufstellung von Chargen hinter der Front bei geringerem Bedürfniß der Ueberwa- chung auf wenige beschränkt werden könnte, und hauptsächlich weil, da jeder Zng seinen Offizier hat, die Stellung der letzteren im I. Gliede ihnen die Führung erleichtern muß. Es ergäbe sich daher die Aenderung, daß die beiden jüngern Lieutenants die Stelle der Feldwebel in der Mitte der Compagnie einnehmen, während letztere hinter die Front bei denselben Zügen kämen, die Unteroffiziere Nr. 3,5,9 und 11 aber bei ihren Zügen im 3. Gliede stünden. Der Hauptmann, der als Compagnie-Commandant vor der Front steht, begibt sich bei den seltenen Zusammenrückungen in größeren Körpern auf die Stelle des 1. Feldwebels, dieser auf Nr. 7, und letzterer in das 2. Glied am andern Zugflügel. 98 Vorschlag zurStellung einer National- gard e-Compag ni e, rechts rangirt, mit s Offizieren. 6—?-- 10.8 m o.k H 4?* n 12-119 m 7 6 5 3— 1 k'.k Die Division Eine rechts und eine links rangirte Compagnie bilden eine Division, wobei die Rangirungsflügel nach außen kommen. Der im Range ältere Hauptmann commandirt dieselbe, und stellt sich wie bei der Compagnie. Die Tambours und links neben ihnen die Zimmerleute stehen in einem Gliede 12 Schritte hinter der Mitte. Befindet sich eine Fahne bei der Division, so steht sie in der Mitte zwischen den beiden Unter- lieutenants. Das Bataillon. Durch die Zusammenstellung von 2 oder 3 Divisionen wird ein Bataillon gebildet. Die Fahne steht jederzeit in der Mitte desselben. Die Tambours und Zimmerleute in 2 Gliedern auf 12 Schritte hinter der Mitte, die Tambours im i., die Zimmerleute im 2- SS Gliede, der Bataillonstambour 3 Schritt vor ihrer Mitte. Die Compagnie-Commandanten melden beim Zusammenrücken dem längs der Front reitenden Bataillonscommandanten die Rottenzahl ihrer Compagnien; der Bataillons-Adjutant macht aus den ihm von den l. Feldwebeln zu erstattenden Rapporten dem Bataillons-Commandanten die Meldung über die ge- sammte Rottenzahl des Bataillons. Nach der Zusammenrückung im Bataillon werden die Compagnien nicht mehr als solche benannt sondern heißen: 1., 2., 3., 4., 5., 6. Halbdivi- sion, vom rechten Flügel gezählt, eben so werden die Divistonen rechte oder linke Flügeldivision und Mitteldivision genannt. Die 3 von der Fahne rechts und links stehenden Rotten heißen Fahnenrotten, die beiden Hälften rechter und linker Flügel des Bataillons. Steht das Bataillon in Linie, so befindet sich der Commandant in angemessener Entfernung vor der Mitte, der Adjutant links rückwärts desselben. Bei der Ausrückung eines halben Bataillons von 3 Compagnien, kömmt die Fahne in die Mitte der mittleren Compagnie, und es treten die 2 hinter der Front stehenden Offiziere ins l. Glied, die Feldwebel hinter die Front. Tambours und Zimmerleute wie beim Bataillon. Es wird vom Bataillons-Commandanten commandirt. 7* Bewegungen mit der Compagnie. Die Stellung der Truppe ist in der Regel mit Kolben hoch. Nur zum Behuf der Richtung wird das Gewehr angezogen, und eben so bei Empfang eines Höhern oder dem Defiliren vor demselben. In Arm soll nur auf der Stelle genommen werden. Gewöhnliche Bewegungen von einem Ort zum andern werden stets im Manövrirschritte vollzogen, der ordinäre Schritt dient beim Defiliren. Alle Richtungen, Abschwenkungen, Massenformirungen, alle Aufmärsche, dann das Oeffnen und Schließen der Colonnen erfolgen im Doublirschritte. Richtungen. Zur gewöhnlichen Ausgleichung auf das Rechts (links) Nicht—euch! wie beim Gliede. Zur Annahme einer bestimmten Richtungslinie: Chargen-Nichtnng— rechts! Die Flügeloffiziere und von je 2 im l. Gliede stehenden Chargen die rechts stehende treten im Doublirschritte gerade in die gegebene Linie vor(bei der Uebung 6 Schritte) halten und werden gerichtet. Hierauf: Recht richt— euch! Es erfolgt die Richtung rottenweise von jedem Zuge wie bekannt. Bei der Richtung links geschieht alles entgegengesetzt. Um diese Bemerkung nicht Wiederholen zu dürfen, wird hier ein- für allemal gesagt, daß alle folgenden Commando immer, als für den rechten Flügel geltend, erklärt werden, woraus sich das Nöthige für den entgegengesetzten Fall leicht ableiten läßt. Nm die Compagnie in Erwartung einer hohen Person ruhen zu lassen, und dennoch die Richtung festzuhalten: Chargen-Richtung auf der Stelle— rechts!. Halb- Division rückwärts— Marsch! Die ganze Compagnie mit Ausnahme der obgenann- ten Chargen tritt rückwärts aus, und wird nach sechs Schritten zum Halten und Ruhen commandirt, die Chargen aber werden gerichtet.— Die Einrichtung der Mannschaft erfolgt wie oben, wenn der Moment der Besichtigung naht. Glieder Oeffnen und Schließen. Nach dem Zugsunterrichte. Verkehren der Front und Herstellen. Ebenso, nur treten die hinter der Front stehenden Chargen in das 3. Glied. Frontmarsch. Wie im Zugsunterrichte. Der Richtungsflügel ist aus jener Seite, welche bei der Zusammenstellung im Bataillon gegen dessen Mitte zu steht. Auf Halt! werden die Köpfe wieder rechts gewendet. 102 Ziehung im Frontmarsch. Wie bekannt. Kolonnen und Massen. In den Fällen, wo sich die Truppe nicht in ganzer Front bewegen kann, wird sie in Abtheilungen gebrochen, welche in jener Ordnung hinter einander folgen, in welcher sie in der entwickelten Linie neben einander stehen. Je nachdem ei» oder der andere Flügel sich an der Tste befindet, ist die Kolonne oder Masse eine rechts oder links formirte. Es giebt einfache und doppelte Neihen- colonnen, welche ausReihen bestehen und AbtHeilung scolonnen, bei welchen die Front in Züge, Halbcompagnien, und bei größeren Körpern in Halbdivisionen gebrochen ist. Abtheilungscolonnen sind entweder auf ganze Distanz geöffnet, wenn die Entfernung Wischenden 1. Gliedern der hinter einander stehenden Abtheilungen AbtheilungSbreite beträgt; oder auf halbe Distanz geöffnet, wenn sie nur halb so groß ist; oder, jedoch nur bei Divisionen und Bataillons, gcschlossene Kolonnen, wenn diese Entfernung nur 5 Schritte groß ist. Die Masse entsteht durch die Aufstellung der Abtheilungen auf gewöhnliche Gliederdistanz hintereinander, daher ist sie ebenfalls rechts oder links formtet. Ivs R e i h e n- C o l o n n e II. Die einfache wird nur dort gebraucht, wo der Terrain keine andere Marschweise gestattet, da sie sich zu sehr verlängert, und ihre Wiederherstellung deßhalb verzögert wird. Die doppelte Reihencolonne jedoch wird bei der Möglichkeit deS gleichen Austrittes und der augenblicklichen Herstellung überall mit Nutzen angewendet. Bei dem Aviso zur Formirung dieser, wie aller Abtheilungs-Colonnen, treten die Chargen hinter der Front immer in das 3. Glied, die im 3. Gliede stehenden Unteroffiziere in das 2.; es wird daher, um jede Weitläufigkeit zu vermeiden, hier ein- für allemal bemerkt, daß in der Folge dieses mit dem Ausdrucke: Eintreten der Chargen angedeutet wird. Die Kommando zu den Reihenmärschen sind dieselben wie beim Zuge. Beim doppelten Reihenmarsche bilden die in der Mitte der Compagnie nebeneinanderstehenden 6 Chargen eine doppelte Reihe für sich, die Mannschaft benimmt sich wie im Zugsunterricht gesagt wurde. Geöffnete Abtheilungs-Colonnen. Die Abtheilungen werden nach ihrer Stellung von der Tete an, die 1., 2. u. s. w. letzte Abtheilung genannt und die Benennung: Zug, Halbcom- pagnie u. s. w. hören auf. Befindet sich das 1. Glied 104 vorne, so ist die Colonne eine vorwärts so r m ir- t e; wäre aber das 3. Glied vorne, so heißt sie eine rückwärts formirte. Die beiden Seiten heißen: rechte oder linke Colonnen-Flanke. Bei Colonnen aus größeren Körpern versteht man unter der Mitte die l. Abtheilung der 2. Hälfte. Allignement oder Deckung der Colonne ist auf jener Flanke, auf welcher die Herstellung der Front mittelst der Aufschwenkung erfolgen soll; daher bei allen rechts formieren links, bei allen links formirten rechts;beiden rückwärts formirten aber entgegengesetzt. Die Abtheilungsbreite wird nach der Breite des Weges gewählt. Die größte Breite ist mit Halbdi- vistonen, jedoch nur in größeren Körpern. Bei einzelnen Compagnien ist Zugsbreite die zweckmäßigste. In dem Kommando wird die Breite der Abtheilung genannt, in welche die Front gebrochen werden soll; hier wird in der Folge der Kürze wegen nur immer Zugsbreite, und wie oben gesagt, rechts formirte Colonnen angenommen. Formirung der Colonne vorwärts. Die Direction, in welcher der Marsch angetreten werden soll, bestimmt nicht nur, welcher Flügel an die Tete kommt, sondern die Art der Formirung des Abmarsches. Ivs I. Zum Abmarsch in der Verlängerung der Front: Mit Lügen(Halbcoinpagnien, Halbdivistonen) rechts— schwenken! Eintreten der Chargen. Mit Lügen(u. s. w.) rechts schwenkt— euch! Wendung der Köpfe(stehe Zugsunter- richt). Ntarsch! Jede Abtheilung schwenkt imDoub- lirschritt aus die bekannte Weise mit stehendem Pivot, wobei die Charge das halt! wie im Gliedunterricht gesagt, commandirt. Die Köpfe bleiben links. Die Tambours und Zimmerleute machen halbrechts und folgen neben der Colonne. II. Zum Abmärsche vor dem rechten Flügel senkrecht auf die Front: Mit Lügen vor dem rechten Flügel in Colonne! Eintreten der Chargen. Rechter Flügelzug grad aus, die andern rechts schwenkt— euch! Kopfwendung links, mit Ausnahme der 1. Abtheilung. Marsch! Die erste Abtheilung wendet die Köpfe links und tritt im ordinären Schritte aus, während die andern im Doublirschritte schwenken. Kömmt die 1. Abtheilung in gleiche Höhe mit dem hcrausgeschwenkten Fügel der 2., 106 so commandirt bei ersterer die Charge des linken Flügels: Halt! Zum Antritte des Marsches wird cvmman- dirt: Colonne— Marsch! Beim Austritt schwenkt die 2. Abtheilung auf Commando der betreffenden Charge mit bewe-glichem Pivot links, um in das Mignement der 1. zu kommen, und alle folgenden ebenfalls aus derselben Stei l e. HI. Zum Abmärsche von einem Flügel in der Verlängerung des andern: Mit Ingen von, rechten Flügel—alnnar- schrren! Eintreten der Chargen. Rechter Flügelzng Marsch! Die Köpfe werden bei diesem aus die' Allignementseite, hier links gewendet, und gerade fortmarschirt, nach 3 Schritten an der Allignementsseite: Links schwenkt— euch!(mit beweglichem Pivot)— Grad— aus! commandirt, und mit dem auf s Schritt vergrößerten Abstand parallel mit der Front fortgerückt. Wenn das I. Glied dieser Abtheilung in gleiche Höhe mit der 4. Rotte des linken Flügels der 2.Abtheilung kömmt, wird diese durch das Commando am linken Flügel: Jug W^arschl wie die j. vorgeführt, auf gleiche Weise zum Schwenken commandirt, und folgt der ersten in gehö- riger Entfernung; eben so verfahren alle übrigen Abtheilungen. Formirung der Colonne rückwärts. Sie dient nur alS Hilfsbe;vegung, immer mit der Absicht der Herstellung auf das I. Glied. Nach dem Aviso wird immer die Front verkehrt. Die Chargen im 3. Gliede haben daher die Obliegenheiten wie in gewöhnlichen Fallen jene deS l. In obigen 3 Fällen: I. Mit Ingen rückwärts links, schwenken! Eintreten der Chargen. "Rechts— NM! nach der Wendung. mit Ingen links schwenkt— euch! Marsch! II. Mit Ingen rückwärts des rechten Flügels in ColvNNe! Eintreten der Chargen. Rechts— UM!— Rechter Flügelzug grad aus, die andern links schwenkt euch — Marsch! III. Mit Iügen rückwärts vorn rechten Flügel abmarschire«!— Rechts um: Rechter Flügelzug Marsch! In größeren Körpern, wenn mit der Fahne ausgerückt wird, bleibt diese rinnier an den Herausschwenkenden Flügel, oder an die zuerst abrückende Abtheilung angeschlossen, kömmt daher immer neben die Allignemeiitcharge. 108 Marsch vorwärts. Der geregelte Kolonnenmarsch bedingt Folgendes: 1. Die Beibehaltung der zum Ausschwenken nöthigen Abtheilungödistanzen. 2- Das genaue Allignement der auf dem betreffenden Flügel(siehe oben) eingetheilten Chargen. 3. Die gerade Bewegung der Allignementcharge bei der t. Abtheilung gegen einen senkrecht auf die Abtheilungsfront fallenden Directionspunct. Bei gleicher AbtheilungSbreite ergiebt sich das Allignement von selbst, bei ungleicher wird es beim Antritt des Marsches genommen, wozu auch die Allignementcharge der 2. Abtheilung mit dem Directionspunct bekannt gemacht werden muß. Zum Antritte des Marsches wird commandirt: Cotonne— Marsch Da sich im Kolonnenmarsche jede Abtheilung für sich wie im Frontmarsche bewegt, so gilt hier alles bei der Zugsabrichtung gesagte; der Richtungspunct ist immer am Allignementslügel. Würde nöthig das Allignement auf die andere Seite übergehen zu lassen, so wird während des Marsches commandirt: Cotonne! recht—alltg- Nirt! worauf die Kopfwendung dahin erfolgt. Dasselbe kann auch geschehen, wenn die Kolonne auf: Halt! zum Stehen gebracht worden, in welchem Falle die betreffenden Chargen Allignement, Ivs die Abtheilungen Richtungen nehmen. Soll das neue Allignement erst nach Antritt des Marsches genommen werden, so wird commandirt: Rechts—schallt! Marsch seitwärts. Zum Seitwärtsrücken: In doppelten Reihen links! halb—links! Colonne—Marsch! Der Marsch erfolgt abtheilungsweise, wobei sich die Chargen an den Täten gegen die 1- Abtheilung richten, und ihre Distanzen beobachten. Halt! Front! und zur allenfalls nöthigen Berichtigung des Allignements: Links—«rllig nirt! Ziehung! Auf das Kommando: Colonne! zieht euch—rechts!(links!) benimmt sich jede Abtheilung wie im Zugsunterricht gesagt. Die Charge am Ziehungsflügel der 1. Abtheilung besorgt die Direction, die andern richten sich nach derselben. Steht die Colonne, so wird obigem Commando: Nkarsch! beigesetzt. ZurEinstellung der Ziehung:>Anlt! Front! oder Grad—NNs! worauf das frühere Verhältniß wieder angenommen wird. Schwenkungen im Marsche. Auf den Zuruf des Commandanten: Rechts(links) schwenken! veranlaßt die betreffende Charge an der Tste die Schwenkung mit beweglichem Pivot, und alle andern Abtheilungen vollziehen dasselbe, sobald sie auf der nämlichen Stelle anlangen. Hinsichtlich der Kopfwendungen wird auf den Glieder- und Zugsunterricht gewiesen. Directions-Veränderungen. Werden auf die bekannte Weise, nachdem der Commandant durch den Zuruf: Rechter(linker) Ginget vor! das Aviso gegeben, ebenfalls abtheiln ngsw eise vollzogen. U m k e h r t sch w e n k u» g e n. Sie dienen, um die Colonne so umzukehren, daß sie, mit dem l. Gliede vorne, gegen die Queue gewendet sei. Sie setzen das Halten der Colonne voraus. Mit Ingen rechts(links) umkehrt schwenkt— Euch! Marsch! Jede Abtheilung vollzieht die Schwenkung mit stehendem Pivot. Durch diese Umkehrtschwenkung wird eine rechts formirte Colonne in eine links formirte, und umgekehrt verwandelt; ist daher die Schwenkung nicht auf die Seite des Colonnen-AllignementS erfolgt, so muß auf: Colonne—ZA?arsch! das neue, durch Kopfwendung angenommen werden. Im andern Falle bleiben sie, wie sie durch die Schwenkung kommen. Verkehren der Colonne. Jede Colonne wird hiedurch in eine vom entgegengesetzten Flügel rückwärts sormirte verwandelt. Die Colonne verkehren! Links(rechts) UM! je nachdem das Allignement links oder rechts ist. Die Köpfe sind zufolge des bei den Wendungen Gesagten auf derAllignementseite. Zur Herstellung: Die Colonne herstellen! Links(rechts) um! wie bekannt. Schließen der Abtheilungen auf halbe D i st a n z. Er kann nur erfolgen, wo die Nothwendigkeit des Aufschwenkens nicht eintreten kann: Llirf halbe Distanz schließt euch! Marsch! Alle Abtheilungen, mit Ausnahme der i., treten im Doublirschritte aus, und rücken so weit vor, bis sie auf halbe Abtheilungsbreite von der vor ihnen stehenden entfernt sind, 112 worauf die Allignemcnlchargc:»Hakt! commandirt. Oder auf die Queue: Die letzte Abtheilung bleibt stehen, die andern links(rechts)—um— Rechts (link) schaut!— Auf halbe Distanz schließt—euch! Marsch! Hier bleibt die letzte Abtheilung stehen, die andern rücken gegen dieselbe, und werden von den Chargen des 3. Gliedes auf den Richtungsflügeln der Abtheilungen zum Halten und Wenden commandirt. Hierauf commandirt der Commandant Links (rechts) schaut! Oeffnenderauf halbe Distanz geschlossenen Kolonnen. Auf ganze Distanz öffnet— euch! Erste Abtheilung—Marsch! Diese tritt im Doublirschritt aus, und wenn siedle ganze Distanz erreicht hat, wird bei der 2. am Alligne- mentflügel commandirt: Mtarsch! und diese auf gleiche Weise nachgeführt; dasselbe erfolgt bei allen andern Abtheilungen. Wenn alle Abtheilungen geöffnet sind, stellt der Commandant den Doublirschritt auf die bekannte Art ein. Zur Oeffnung nach rückwärts: Die erste Abtheilung bleibt stehen, die andern, links(rechts)— um!— Rechts 113 (links) schaut! Äuf ganze Distanz öffnet—cuch! aus den vorigen Fällen abzuleiten. Die Oeffnung während des Marsches erfolgt auf das Commando: Fuf ganze Distanz öffnet—euch! Die erste Abtheilung marschirt unaufgehalten fort, die andern verkürzen den Schritt, und sobald jede die nöthige Distanz hat, commandirt die Al- lignementcharge: Im vollen— Schritt' Geschlossene Colonne. Diese kömmt bei einer einzelnen Compagnie nicht vor; befindet sich diese aber in der Diviston oder dem Bataillon, so benimmt sie sich bei Formi- rung der geschlossenen Colonne folgenderweise: Bei Divisionscvlonnen bricht sie sich halbcom- pagnieweise, bei Bataillonscolonnen aber halbdivi- sionsweise in Reihen, und rückt auf die durch das Commando bestimmte Seite, vor- oder rückwärts der nebenstehenden mit der oben erwähnten Entfernung von s Schritten vom i. Gliede, wo sie sich herstellt. Aus der geöffneten Colonne wird sie durch Anschließen auf diese Distanz gebracht. Die Masse. Sie entsteht durch das Anschließen der Abtheilungen auf Gliederdistanz, und dient als Mittel, eine 8 H4 Truppe auf einem verhältnißmäßig kleinen Raum^ aufzustellen, als Vorbereitungsform zum Aufmarsch, zum Manövriren und zur Vertheidigung gegen Reiterei.< Die Masse rechts(links)! sormiren! Eintreten der Chargen. Halb VechtS(links)! Der zur Töte bestimmte Zug bleibt stehen, die andern machen die halbe Wendung und brechen sich auf Ntarsch!^ in Züge. Die Teten dieser Zugscolonnen ziehen sich hinter der Front heraus, rücken< dann gerade fort, und kommen so durch die Herstellung hinter die i. Abtheilung, worauf sie durch: links(rechts) schaut! oder links (rechts) aütgnikt! zur Deckung der Allignementflügel angewiesen werden. Bewegung mit der Masse. Rücksichtlich der Marschdirection, des Alligne- ments u. s. w. gelten mit Rücksicht auf die Distanz von 1 Schritt dieselben Vorschriften wie bei den§ Colonnen.^ Das Verkehren erfolgt auf: Die Masse verkehren! Links(rechts)—§ U1U! und hiebet ist dasselbe wie bei einer h verkehrten Colonne zu beobachten.§ Zur Herstellung: 115 Die Masse herstellen! links(rechts)—um! eben so. Zum Seitenmarsch: In Reihen rechts(links)! Halb—rechts (links)! und Die Masse—herstellen! eben wie dort, nur daß sie mit einfachen Reihen sich bewegt. Zum geraden Marsche: Masse! Marsch! Zur Schwenkung: Masse rechts(links) schwenkt— euch! die 1. Abtheilung benimmt sich nach den Regeln der Schwenkung mit beweglichem Pivot, nur muß der schwenkende Flügel seine Schritte mäßigen, und der Stockmann durchschreitet einen Viertelkreis von 6 Schritten. Alle andern Abtheilungen halten sich gegen den schwenkenden Flügel, alles sieht gerade, bleibt auf die Vorderleute gedeckt, und behält Gliederdistanz. Soll die Masse von der Stelle schwenken, so geschieht dieß ebenfalls mit beweglichem Pivot, und dem obigen Commando wird: EMarsch! beigesetzt. Zur Einstellung der Schwenkung: Halt! oder Grad—aus! Directionsveränderungen nach denselben Grundsätzen auf: Linker(rechter) Flügel vor!— Grad— aus! 8* Oeffnen und schließen. In die geöffnete Colonne öffnet— ench! oder auf halbe Distanz öffnet— euch! Erste Abtheilung—Marsch! u. s. w. wie oben bei der halb geöffneten Colonne. In Masse schließt— ench! Marsch! Wie beim Schließen auf halbe Distanz; jedoch hier auf Gliederdistanz. Entwickelung in die Front. Die Art derselben, oder der Aufmarsch hängt von der Formation, und der einzunehmenden Frontlinie ab; immer aber müssen die Abtheilungen in die ihnen in der Frontstellung zukommende Ordnung gelangen. Reihen-Colonnen. Sie marschiren auf die beim Zugsunterrichte erklärten Arten auf. Die Chargen treten auf ihre Plätze hinter die Front, sobald sie sich herstellt haben, indem sie rechts— um, dann 3 Schritte, und neuerdings rechts—um machen, oder bei Aufmärschen auf das 3. Glied indem sie 3 Schritte vor, und dann rechtsum machen. 117 Geöffnete Abtheilnngseolonnen. I,. Aufmarsch auf die Seite des Alligne- me nt s. Mit ganzen Distanzen; nach vorausgegangenem: Halt! Links(rechts) ausschwenken! Die Tete wird vom Flügeloffizier gerichtet. Links(rechts) schwenkt— euch! Kopfwendung, arsch! es wird mit stehendem Pivot im Doublirschritt geschwenkt, und kein Halt! commandirt, sondern die Schwenkung hört auf, sobald die Schwenkungsflügel in das Allig- nemeut der Pivot's kommen, und die Chargen daselbst herstellen sich; die hinter die Front gehörigen treten hier, wie bei allen folgenden Aufmärschen, mit Rechtsum zurück. War die Distanz bei einer Abtheilung zu groß, so treten die nächsten Männer des 2. Gliedes in den leeren Raum, ist sie zu klein, so werden die betreffenden Rotten hinter der Front aufgestellt, und nehmen beim Fuß. In beiden Fällen wird die Ordnung bei der nächsten Bewegung wieder hergestellt. Die Richtung wird gegen die Seite der Pivots geordnet, Rückwärts formirte Colonnen schwenken nach denselben Grundsätzen aus. II. Aufmarsch auf die entgegengesetzte Seite des Colonnen-Allignements. Bei einer rechts formirten wird avisirt: Hinter der ersten Abtheilung rechts anfmarschkren! und 2 Schritte von dem Stützpunkte der neuen Aufstellung commandirt auf den Wink des Hauptmanns der Offizier an dem rechten Flügel der I. Abtheilung: Rechts schwenkt euch! Grad— aus! und nach 6 Schritten:-Halt' Rechts richt euch.' Die andern Abtheilungen setzen ihren Marsch fort und wenn die 2. in die verlängerte Linie der 2. Rotte des linken Flügels der i. kömmt, wird die obige Schwenkung commandirt, und sie rückt in die Front neben der i. ein. Richt—euch! erfolgt dann, wenn die Mannschaft Kolbenhoch trägt. Alle folgenden Abtheilungen vollziehen dasselbe. Hl. Deploirung auf der Töte. Die Deploirung erfolgt immer auf die Seite des Allignements. Auf das Aviso: Einsts deplsirt! bei einer rechts formirten Co- lonne richtet der Offizier die Töte mit: Rechts richt — euch D^arschJede Abtheilung mit Ausnahme der 1. tritt im Doublirschritt aus, die Chargen und Rotten an den Allignement-Flügeln verkürzen den Schritt, bis die Abtheilungen mit V« Schwenkung in die Lage einer Directionsveränderung kommen, treten dann in vollem Schritte aus und halten sich links. Die Allignementcharge der 2. Abtheilung nimmt H9 ihre Direktion so, daß der rechte Flügel dieser Abtheilung 2 Schritte hinter dem linken der i. komme, wo die Charge daselbst commandirt: Linker-Finget vor! und wenn die Abtheilung parallel müder neuen Front ist: Grad— aus! Die Köpfe werden rechts gewendet, beim 2. Glied der l. angekommen«Hatt! commandirt, und sich rechts gerichtet; bei Kolbenhoch folgt: Nicht—euch! Die folgenden Abtheilungen haben ihr Alligue- ment während der Deploirung beibehalten und benehmen sich wie die 2. IV. Deploirung auf dieQueue, mit der Front gegen dieTete. Auf das Aviso: Lins die letzte-Abtheilung aufmarschiren! wird die letzte Abtheilung von dem dortstehenden Flügeloffizier gerichtet. Sodann bei einer rechtsformirten Colonne: Links— UM! welches alle Abtheilungen, außer der letzten vollziehen. Marsch! Die Deploirung erfolgt nach obiger Vorschrift, nur mit verkehrten Abtheilungen; die Flügelvornahme, Grad aus! und Halt! commandiren hier gleichfalls die Chargen deS 1. Gliedes, ebenso auch Rechts—UM! woraufdieRichtung links erfolgt. Die hinter die Front gehörigen Chargen treten beim Ein- 120 treffen in die Front 3 Schritte vor, und machen dann die Wendung. V. Aufmarsch d er au f halbe Di sta nz gev ff- j neten Abtheilungs-Colonnen. Um sie in die Flanke zu entwickeln, müssen sie früher auf ganze Distanz geöffnet, zum Aufmarsche" auf die Tete aber vorerst in Massen geschlossen werden. VI. Aufmarsch der rückwärts formirten, geöffneten Colonnen. Sie werden in der Regel auf daS i. Glied hergestellt, und marschiren dann auf. Zur Entwicklung auf die Tete mit der Front gegen die Queue, daher mit Herstellung auf das 1. Glied, wird jedoch avisirt, bei einer links rückwärts formirten: Links deploiren und die Front herstellen! Der Flügel-Offizier an der Tete commandirt: Links UM! Links richt— euch! und auf: l Äl^ursch! erfolgt die Deploirung wie bei dem Aufmarsche einer rechts vorwärts formirten auf die letzte Abtheilung. Aufmarsch aus der Masse. Bei einer rechts formirten wird avisirt: Lins der Mäste aufmarfchiren! Die Tete wird gerichtet und bleibt bei dem darauf folgenden: Halb— links! stehen, während die 121 andern Abtheilungen die Wendung machen und auf: Au^marschrrt! in Reihen gerade vorrücken. Die 2. herstellt sich, wenn sie um ihre eigene Breite vormarschirt ist, wofür die an der Tete der Reihen- colonne eingetheilte Charge durch Schrittzähler! zu sorgen hat. Nach der Herstellung wird sie am andern, hier rechten Flügel mit: Wkarsch! Halt! in die Richtung der i. eingeführt, wohin auch gesehen wird. Die 3. Abtheilung rückt um ihre Breite über die 2. u. s. w., und jede wird wie diese eingeführt. Verkleinern und Vergrößern der Abtheilungen. Stößt eine Colonne auf eine Stelle, die sie nicht mit ganzer Breite passiren kann, so bricht sie entweder, wie beim Zugsunterrichle gesagt, die nöthige Rotten- zahl ab, oder, wenn dieß nicht genügt, fällt sie aus größeren in kleinere Abtheilungen, aus diesen aber in Reihen ab. Abfallen aus größeren in kleinere Abtheilungen. Bei Compagnien wird keine größere Breite als Halb-Compagnie vorkommen. Bei einer derlei rechts formirten wird commandirt, wenn sie im Marsche ist: In Inge abfallen! Die links stehenden Züge wenden die Köpfe rechts. Mtarsch! Die rechtsstehenden Züge marschi- ren gerade fort und die linksstehenden ziehen sich hin- ter dieselben, indem an ihren rechten Flügeln, sobald die andern mit ihrem 3. Gliede über ihr i. hinaus- gerückt sind, commandirt wird: Sieht euch— rechts! Wenn die linksstehenden Chargen in das Allignement gekommen sind, commandirensie: G'rad — aus! und die Köpfe werden links gewendet. Auf der Stelle wird commandirt: In Lüge abfallen! Kopfwendung wie oben. Halb—rechts! Marsch! Die linksstehenden Züge marschiren im Doublirschritte und im Reihenmarsche auf ihre Distanz hinter den stehen bleibenden rechtsstehenden, und wenden beim Antritte des Kolonnenmarsches die Köpfe links. Nach denselben Grundsätzen wird aus Compagnien in Halb-Compagnien und in Züge abgefallen. Abfallen in doppelte Reihen. Die Colonne haltet, hierauf, wenn sie rechts formirt ist: In doppelte Reihen rechts abfallen Halb rechts— Marsch.' Die Töten aller gleichzeitig austretenden Abtheilungen schwenken sich vorwärts(hier links) und schließen sich aneinander. Ist die Colonne auf halbe Distanz, so tritt nach der Wendung aus: Erste Abtheilung! N^arfch l nur diese auf obige Art aus, die andern schließen erst nach und nach an. Abfallen in einfache Reihen. Bei einer rechts formirten Colonne, im Marsche: In Neihen rechts abfallen! Halb—rechts! und wenn sie haltet, wird Altarsch! beigesetzt. Die Töten schwenken und schließen sich an wie oben. Halbgeöffnete fallen nur auf der Stelle und zwar wie oben bei doppelten Reihen ab. Aufmarsch aus einfachen Reihen in Abtheilungen. Zum allmäligen Aufmarsche, wenn nämlich jede Abtheilung, sobald sie das Defile pasfirt hat, sich formiren soll, wird bei einer rechts formirten Colonne commandirt: In Lüge ansmarfchiren! Marsch! Die l. Abtheilung benimmt sich auf die beim Zugsunterrichte erklärte Weise, setzt aber nach: G'rad— aus! den Marsch in verk ü rzrem Schritte fort. Alle andern benehmen sich eben so, sobald ihre ersten Rotten Raum bekommen, und nehmen Distanz und Allignement ab. Ist die ganze Colonne formirt, so erfolgt: Im vollen— Schritt Zum Aufmarsche auf der Stelle. Links in Lüge-eploirt! Marsch! Jede Abtheilung deploirt, wie beim Zugsunterrichte gesagt wurde. Sodann wird commandirt: Auf ganze Distanz schließt euch! Marsch! Die i. Abtheilung bleibt stehen, die andern nehmen im Doublir- schritt Distanz und Allignement. Der Aufmarsch kann auch auf alle diese Arten in größeren Abtheilungen als Züge geschehen. Aufmarsch aus doppelten Reihen in Abtheilungen. Erfolgt auf dieselbe Weise und auf dasselbe Kommando, wie aus einfachen, nur wird das Verkürzen der Schritte nicht nöthig. Aufmarsch aus kleineren in größere Abtheil u n g e n. Zum suecchiven Aufmarsche wird bei einer rechts ^rmirten Colonne mit Zügen commandirt: In Halb-Compagnien aufmarschireni und wenn die ersten 2 Züge Raum haben: Marsch! Während der 1. Zug gerade vorrückt und seinen Schritt mäßigt, commandirt die Charge am linken Flügel des 2. Zuges: Sieht euch— links.' und wenn er um seine Breite seitwärts gerückt ist, jene des rechten Flügels: G'rad uns' wodurch der Zug in die Richtung des ersten geführt wird und anschließt. Die 2 nächsten Züge benehmen sich auf gleiche Weise. Auf der Stelle, wenn nämlich die ganze Colonne das Defile bereits passirt hat: Links in Halb- Compagniendeplo-rt! Marsch! Die ungeraden Abtheilungen bleiben stehen und die geraden benehmen sich nach den Vorschriften der Deploirung, und 125 wenden die Köpfe beim Antritte des Marsches wieder gegen die Allignementseite. Chargiru ngen. Sie werden nach den im Zugsunterrichte gegebenen Vorschriften vollzogen, und erfolgen in der Regel mit ganzen Fronten. Bei einer einzelnen Compagnie avisirt der Hauptmann: Mit der Halb-Diviflon chargiern! gibt iodann durch einen Wink mit dem Seitengewehre den Tambours das Zeichen zum Schlagen des Rufes und verfügt sich hinter die Front. Halb-Diviflon! Fertig! u. s. w. Die Chargirung wird wie beim Zuge vollzogen und eingestellt. Ausnahmsweise findet das Chargiren während des Aufmarsches auf folgende Weise Statt: Links deploiren nnd mit Zügen chargiren I Marsch! Die stehende Tete wird sogleich mit: Zug! fertig! an! Feuer! angerufen, ohne ein Trommelzeichen abzuwarten; die andern werden gleich nach ihrem Eintreffen in der Front von der Charge auf dem Richtungsflügel auf gleiche Weise commandirt, indem sie sich gegen den Zug wendet. Das Umtreten der Chargen und in Arm des 3. Gliedes auf das Anrufen: Zug! Steht die Compagnie in der Division oder dem 126 Bataillon, fv feuert sie auf das Cviiimaiidv des Divisionö- oder Bataillons-Commandanten; wird das Feuern aber zur Deckung des Aufmarsches in Halb-Divisionen angeordnet, so commandirt es, sobald eine jede in der Front formirt ist, derHanptmann. General-Decharge und Lauffeuer. Lie werden ganz nach der beim Glieder- und Zugsunterrichte gegebenen Anleitung vollzogen Im Kommando kömmt statt Zug: Halb-Diniston' fertig! u. s. w. Vertheidigung gegen Reiterei. M geschieht in der Massenftellunq. Mit der Masse chargiren Hierauf der Offizier an der Queue: Links (rechts) um. Die der 2. und 3. Abtheilung: Halb-rechts, halb-links! Die Hälften dieser 2 Züge wenden sich nach auswärts; alle blinden Rotten, 10 wie die leeren Chargenplätze werden durch Vortreten aus dem Innern so ausgefüllt, daß der Umfang möglichst 4 Glieder zählt. Der Hauptmann begibt sich in die Mitte, läßt das Trommelzeichen geben und commandirt: Masse! Fertig! Erstes Glied! fallt das -^Krönst! wie beim Klumpen eines Zuges. Die Ecken werden abgerundet. Zweites Glied!— Ztn! — Feuer! Nach dem Feuern wechselt dieses Glied sein Gewehr mit dem 3. und letzteres mit dem 4^ 127 Zweites Glied!— Än!—- Feuer! und nach abermaligem Gewehrwechseln wird dasselbe Commando wiederholt. Nachdem letzten Feuer behält auch daö 2. Glied das Bajonet gefällt, nur mit gehobener Spitze. Erstes Glied!— Feuer! wie beim Klumpen eines Zuges. Hierauf: Fa—^et! u. s. w., Trommelzeichen und Herstellung der Masse durch die Wendungen, oder Wiederholung der Chargirung. Wäre nur eine oder zwei Seiten der Masse bedroht, so wird nach Masse!— Fertig! comman- dirt: Von der«ordern Seite! oder: Von der oordern und rechten Seite! u. s. w. Zweites Glied! Än! Feuer! in der Fortsetzung: Zweites Glied! Än! Feuer! Angriff mit dem Bajonett. Im Allgemeinen nach der beim Zuge gegebenen Vorschrift. Soll nach dem Angriffe vorgerückt werden, so folgt dem Trommelzeichen Vergatterung der ordinäre Marsch. Bei mißlungenem Angriff rallirt sich die Truppe in einer angemessenen Entfernung rückwärts. Geschieht der Angriff in Colonnen, so fällen alle Abtheilungen das Bajonett. Wird die Compagnie als Reserve einer angreifenden Truppe verwendet, so folgt sie derselben auf 128 150 bis 200 Schritte, wartet den Erfolg des Angriffes ab, nimmt, wenn er mißlingt, die Weichenden auf, und hindert den Feind am weiteren Vordringen. Die Rallirung läßt sich aus dem beim Zuge Gesagten ableiten. Verhalten bei feierlichen Gelegenheiten. Der Compagnie-Commandant steht 4 Schritte vor der Spaltung der i. und 2. Rotte des rechten, oder, wenn ei» Höherer erwartet wird, desjenigen Flügels, von welchem dieser kömmt. Bei Annäherung auf 30 Schritte macht er die halbe Wendung gegen die Front, läßt Präsentiren, durch: Halbdiviffon rechts(linsis) die ganze Compagnie die Kopfwendung machen, macht Front, geht dem Höheren entgegen und überreicht den Rottenzettel oder meldet mündlich die Rottenzahl. Er begleitet sodann den Höheren längs der Front, auf der von der Truppe abgewendeten Seite rückwärts, mit der für den Offizier vorgeschriebenen Salutirung. Sollen die rückwärtigen Glieder besichtigt werden, so stellt sich der Hauptmann 4 Schritt vor den nächsten Flügel und commandirt die Oeffnung der Glieder, die etwa nöthige Kopfwendung und Richtung, und begleitet den Höheren wieder- Nach der Besichtigung erbittet er sich die weiteren Befehle, läßt die Glieder schließen und die Kopfwendung rechts machen. Vor der allerhöchsten Herrschaft schlagen die 129 Tambours den Marsch unmittelbar nach dem Präsentiren, so wie während der Besichtigung der Front sowohl, als der Glieder, unterbrechen aber dasselbe während des Commandos zum Oeffnen. Bei einer zur Wache oder bei feierlichen Gelegenheiten mit der Fahne ausrückenden Compagnie steht erstere 3 Schritte vor der Spaltung der 1. und 2. Rotte des rechten Flügels, der Hauptmann l Schritt vor der Fahne. Der Commandant einer kleineren Truppe, als eine Compagnie, benimmt sich in ähnlicher Gelegenheit wie der Hauptmann, wobei im Allgemeinen bemerkt wird, daß vom Hauptmanne abwärts vor Niemanden präsentirt, sondern jeder Vorgesetzte mit angezogenem Gewehre empfangen wird. Ist der Commandant ein Unteroffizier, so steht er mit dem Gewehr im rechten Arme, mit der Kam- merbüchse wie bekannt, macht für seine Person keine Salutirung, benimmt sich aber sonst wie der Offizier. Naht sich das Hochwürdige, so wird präsentirt und nach dem Schultern zum Gebete niedergekniet. Defiliren(Vorbeimarsch) vor einem Höheren. Das Defiliren erfolgt in der Colonne, nachdem der Commandant sich früher den Befehl über die Abtheilungsbreite und die Schrittart erbeten hat. Nach angeordnetem Abmärsche werden die Köpfe ISO durch: Halb-ivision links(rechts)— schaut! gegen die Seite gewendet, wo der Höhere steht, und^ der Commandant begibt sich 4 Schritte vor die^ Mitte der i. Abtheilung. Das Allignement muß streng, beobachtet werden, und die Chargen daselbst wenden 3 SchrittevordemHöheren,denKopfgegen denselben,>, und nach gleicher Entfernung wieder gerade. Der Commandant salutirt in der vorgeschriebenen Weise, und Entfernung. Die Tambours marschiren bei einer einzelnen, mit der Fahne ausgerückten Compagnie hinter der I. Abtheilung und schlagen den Marsch, bis die, etwa vorhandene Musik einfällt. Die Fahne befindet sich 3 Schritt vor der Mitte der 1. Abtheilung. Als Theil eines ausgerückten größeren Körpers benimmt sich die Compagnie auf gleiche Weise, nur befindet sich dann derHauptmann in seinerEintheilung. Bei allen Defilirungen muß auf gleichen Schritt, f genaue Einhaltung der Distanzen und des Alligne- ments gesehen werden. Tirailliren. Man versteht hierunler das Gefecht in einer aufgelösten Ordnung, wobei die einzelnen Männer^ mit größerer oder kleinerer Entfernung nebeneinander in einer Kette aufgestellt und ohne besonderes Kommando, sondern wenn das Zeichen zum Beginne 131 gegeben ist, einzeln feuern, sobald sie geladen haben. Die Nationalgarde wird hier zugleich die Anleitung zum Benehmen bei solchen Gelegenheiten finden, wo sie zu einer ähnlichen Auflösung in die Kette veranlaßt ist. Jede Rotte bildet ein Kettenglied, in welchem der Garde des i. Gliedes in der Mitte, der des 2. Gliedes rechts, der des 3. Gliedes links von ersterem stehen, welcher als Kettenglied-Führer für die Verbindung mit dem nächsten Ketten-- gliede, so wie die durch die Umstände gebotene Entfernung sorgt. Im Gefechte ist die gewöhnliche Entfernung 3 Schritte zwischen den Männern eines Kettengliedes und 18 Schritte zwischen je 2 Kettengliedführern. Es versteht sich, daß diese Entfernung sich nach den obwaltenden Umständen bis auf gänzliche Annäherung verringern kann. Die zu einem Kettengliede Gehörigen unterstützen sich und richten sich nach einander, ohne die in der geschlossenen Ordnung nothwendige gerade Linie zu behaupten. Eine halb blinde Rotte bildet ebenfalls ein Kettenglied; der Mann einer ganz blinden schließt sich an das nebenstehende Kettenglied. Die Kette kann auf der Stellungslinie des Zuges oder nach vorwärts formirt werden, und zwar rechts, links oder aus der Mitte. Der Offizier commandirt, und zwar auf der Stelle: Die Kette rechts— formirt! Alles nimmt in die Balance. HatbreÄßlH! Earsch 9* 132 Wkarsch! Die linke Flügelrotte bleibt stehe» und löst sich, wie oben gesagt, auf, alle andern rücken im Doublirschritt vor, und sobald eine Rotte nach der andern ihre Entfernung erreicht, gibt der Garde des I. Gliedes dem vor ihm marschirenden einen leichten Schlag auf die Patrontasche, worauf dieser die Schritte zu zählen anfängt u. s. w. Sogleich nach dem Halten bildet sich jedes Kettenglied. Die Charge am rechten Flügel sorgt, daß sich die Kette auf der bezeichneten Linie formire. Die Unteroffiziere ziehen sich aus der Eintheilung, daß sie hinter die Kette kommen, vertheilen sich auf Flügel und Mitte, um die Kette zu übersehen; der Offizier leitet sie und nimmt nach eigenem Ermessenen seinen Standpunkt. Zur Formirung links geschieht Alles gegenseitig. Die Kette rechts und links— sormirt! und nachdem eine der mittleren Rotten zum Stehenbleiben bestimmt worden: Halb rechts, halb— links.' Marsch— Marsch! Die Auflösung gegen beide Seiten ist aus dem Vorigen abzuleiten. In den Fällen, wo die oben erwähnten Distanzen vergrößert oder verringert werden müssen, wird dem Aviso vor dem Commando: Marsch!—! A^arsch noch eingeschaltet: Kettenglieder aus 6 Schritte, Männer anss Schritte öffnet euch! Zur Bewegung mit der Kette wird ein mittleres 133 als Directionskettenglied bestimmt, nach welchen sich die andern zu richten haben. Zur Formirung vorwärts: Die Kette rechts(links, oder rechts und tinks) vorwärts— formirt! Marsch—Marsch! Die bei der Formirung auf der Stelle stehen bleibende Rotte rückt hier gerade vor, alle andern ziehen sich so auseinander, daß sie auf der einzunehmenden Linie die angeordnete Distanz erhalten, worauf Halt! commandirt oder Rast geschlagen wird und die Kettenglieder sich formiren. Alles Uebrige ist bekannt. In der Kette wird das Gewehr in der Regel stets schußfertig getragen, und zwar schräg vor der Mitte des Leibes auf dem linken Vorderarm liegend, der Lauf am Leibe, die Mündung links aufwärts, der Kolben rechts abwärts. Die linke Hand hat es mit abwärts gewendeten Fingern am untern Ende des Riemens umfaßt. Der rechte Daumen liegt zum Spannen bereit auf dem Hammer, der Zeigefinger auf dem Griffbügel. ZumVorrücken mitderKettewird: Mrarlml commandirt oder der ordinäre Marsch geschlagen, wobei sich, wie gesagt, Alles nach dem DirectionS- kettengliede richtet. Aus Halt! oder das Trommelzeichen Rast bleibt Alles stehen. Das Zeichen zum Beginne des Feuerns ist ein 134 doppelter Streich, zum Einstellen zwei R u ck e r. Beim Feuern sucht jeder Mann sich durch Terraingegenstände zu decken, feuert daher in jeder Lage und Stellung. Die 3 Mann eines Kettengliedes unterstützen und decken sich gegenseitig beim Feuern. Wird vorgerückt, so eilt der des l. Gliedes vor, schießt und ladet möglichst gedeckt, die andern folgen bis in die Linie des i. und benehmen sich jeder eben so. Zum Rückzüge wird Aechtsum! commandirt oder Zapfenstreich geschlagen. Im Feuern wird sich auf ähnliche Weise wie vorwärts benommen. Auf Halt! oder Rast rücken die rückwärts befindlichen in die Linie des vorwärts stehenden. Zur Bewegung rechts ist das ZeichenTagwache; links: Schanz st reich, das Commando hall,— rechts! oder halb— links.' Die Direktion wird von einem Flügelkettengliede abgenommen, die Feuernden treten aus der Kette abwechselnd vor und setzen dann ladend ihre Bewegung fort. Soll die Kette eine Brücke, einen Damm oder ein anderes Desile im Borrücken passiren, so rückt das Direktionskettenglied über dasselbe, dann gerade fort, und die übrigen folgen von beiden Seiten, indem sie sich jenseits sogleich wieder ausbreiten. Im I3S Rückzüge passiren die Flügel zuerst, das Directions- kettenglied zuletzt. Um den Gegner aus einer gedeckten Stellung zu vertreiben, wird er mit dem Bajonett angegriffen. Arf das Zeichen: Sturmstreich sammeln sich die Tirailleurs in einen unregelmäßigen Haufen, rücken, ohne zu feuern, im Doublirschritte gegen den Angriffspunkt, indem sie sich um den Commandanten sammeln, und dringen auf das 2. Trommelzeichen zum Smrm, oder auf: Marsch Ntarsch! mit gefälltem Bajonete in den Feind. Ist der Angriff gelungen, so formirt sich die Kette; ist er mißlungen, so ordnet sich die Truppe außer dem Gewehrertrag. Wird die Kette angegriffen, so sammelt sie sich an den Angriffspunkten und leistet den kräftigsten Widerstand. Zur Vertheidigung gegen Reiterei wird der Klumpen als unregelmäßiger kreisförmiger Haufen formirt, wozu sich die Tirailleurs im vollen Laufe sammeln, auf das bekannte Kommando oder das Zeichen: Ruf. Das Bajonet wird gepflanzt.— Der Klumpen bewegt sich auf: Klumpen Marsch! oder Rechts(links) Marsch! oder: Rechts um! Marsch! in geschlossener Ordnung, und wird auf: Halt! Front! hergestellt. Kann nicht aus dem ganzen Zuge ein Klumpen formirt werden, so vereinigen sich je 2, 3 oder 4 Kettenglieder um die Unteroffiziere als kleinere Klumpen, die sich zu vereinigen trachten. 136 Zur Auflösung: ordinärer Marsch oder das Commando: Die Kette— formirt! Die Rallirung erfolgt auf das Trommelzeichen: Vergatterung. Mit dem Gewehr in Balance laust jeder aus den Vereinigungspunkt. Auf das Zeichen: Doublirmarsch wird die Front der rückwärts stehenden Truppe geräumt, d. h. die Tirailleurs eilen laufend gegen die Flügel, wo sie sich sammeln. Die Ablösung wird bei dem hiezu bestimmten Zuge commandirt: Zur Äblösnng! Die Kette rechts und links vorwärts— formirt! welcher sich wie bekannt auflöset und kettenglieder- weise die in der abzulösenden Kette befindlichen Zwi- schenräume ausfüllt, worauf die alte Kette zurückeilt, um sich zu sammeln. Auf ähnliche Weise erfolgt die Verstärkung. Zur Verstärkung! die Kette rr. wie oben, oder Trommelzeichen: EinRufund 3 doppelte Streiche. Zur Einberufung: Ein Ruf und 2 doppelte Streiche, worauf die frühere Kette zurückeilt, daher ebenfalls abgelöst ist. Soll im Rückzüge längerer Widerstand geleistet werden, so läßt man den Unterstützungszug die Kette auf der Stelle formiren auf das Zeichen: Ein Rucker und 4 einfache Streiche. Auf das nun erfolgende Zeichen zum Rückzüge zieht sich die vordere Kette feuernd wie bekannt zurück, eilt durch 137 die 2. stehende durch, und stellt sich auf 100 Schritte hinter dieser wieder auf, welche zu feuern beginnt, wenn die i. sich durchgezogen hat, auf das Trommelzeichen sich auf gleiche Weise benimmt und wieder rückwärts aufstellt. Indem auf diese Weise sich abwechselnd beide Ketten im Feuern ablösen und dek- ken, wirdderRückzug fortgesetzt, bis durch: Rast das Zeichen gegeben wird, daß beide halten, die rückwärts befindliche aber sich als Unterstützungszug sammelt. Aufstellung einer Compagnie zum Ti- railliren. Keine Kette darf ohne rückwärts aufgestellte geschlossene Truppe zumGefechte formirt werden. Bei einer Compagnie wird 1 Zug zur Kette, der 2. zur Unterstützung, die übrigen als Reserve verwendet. Der Hauptmann bestimmt denjenigen Zug, welcher sich auflösen soll, durch das Commando, z. B.: Erster Lug zur Kette! hieraus folgt, daß der zu derselben Halbcompagnie gehörige 2. Zug zur Unterstützung nachrücken, die beiden andern aber als Reserve bleiben. Die betreffenden Offiziere führen ihre Züge auf ihre Bestimmung; von den Tambours kommt einer zur Kette, der andere bleibt beim Hauptmanne. Die Unterstützung steht 150 bis 2 00 Schritte hinter der Kette, die Reserve beiläufig 100 Schritte hinter der Unterstützung. Der Hauptmann hat keinen 138 bestimmten Standort und leitet die Bewegungen aller Abtheilungen durch Trommelzeichen, welche der Tambour bei der Kette wiederholt. Die Unterstützung muß möglichst gedeckt vor dem Feuer gestellt werden, kann sich daher auch niederlegen. Stehend werden die Reihen auf Mannsbreite geöffnet, um sich ungehindert nach allen Seiten bewegen zu können. Sie steht möglichst hinter der Mitte der Kette und bewegt sich nach derselben, um in diesem Verhältnisse zu bleiben. Eben so die Reserve. Beim Rückzüge machen alle Abtheilungen auf das Zeichen Rast Front und benützen die Terraiiigegenstände zur Deckung. Wird die Kette abgelöst, so rückt ein Zug der Reserve zur Unterstützung, welche sich auflöst; die abgelöste Kette sammelt sich links der neuen Unterstützung und wird zur Reserve geführt. Wird die Kette verstärkt, so rückt die Reserve auf die Stelle des Unterstützungszuges. Bei Passirung eines Defiles folgt die Unter stützung wie gewöhnlich; die Reserve zieht sich schon bei Annäherung im beschleunigten Schritte heran und bleibt am Eingänge, bis die Kette wieder Vorsprung gewonnen hat. Im Rückzüge eilt die Reserve zur Besetzung des Desilös voraus. Bei einer Brücke kann 1 Zug davon am Uferrande als Tirailleur aufgelöst werden, unter deren Schutz die andern sich zurückziehen und sich als Reserve sammeln, während die 139 bisherige Reserve als Kette und Unterstützung verwendet wird. Bei Reiterangriffen rucken nach Umständen die Unterstützung und Reserve zur Aufnahme der Klumpen vor, besonders in ganz offenem Terrain. Das Benehmen der Klumpen ist bekannt. Allgemeine Dienstordnung Die tactische Gliederung einer Truppe weiset auf die Ordnung, in welcher die verschiedenen Rangstufen im Dienste die wesentlich erforderliche Verbindlichkeit übernehmen, zur Erreichung des gemeinschaftlichen Zweckes sich der Leitung der Vorgesetzten zu überlassen, die aus der Wahl der Compagnie hervorgegangen sind. Diese Abstufung bezieht sich nicht nur auf die Verschiedenheit der Chargen, sondern muß selbst unter den Individuen jeder Charge unter sich so festgestellt sein, daß in jedem dienstlichen Verhältnisse nur Einer, sei er von höherer, oder ein durch die Wahl hiezu bestimmter derselben Charge, das Kommando führt. Hiedurch ergibt sich zugleich die Ordnung, in welcher, der Reihenfolge nach, die Einzelnen zur Dienstleistung berufen(commandirt) werden, und in welcher von Oben herab, bei Abgang deS ordnungsmäßigen Befehlshabers der nächste im Range als Stellvertreter das Kommando führt. In der Compagnie sind die Offiziere die Com- 140 Mandanten der Züge, bei welchen sie eingetheilt sind, und die ihnen beigegebenen Unteroffiziere ersetzen sie nach ihrem Dienstrange, wenn erstere abwesend sind. Die Untertheilung des Zuges in 3 Kameradschaften, jede unter der Leitung eines Unteroffiziers, erleichtert wesentlich den Dienstbetrieb. Die Betreffenden führen ihre Zugs- und Kameradschaftslisten, und der Feldwebel die Rangirungs- und Commandirungs- liste der ganzen Compagnie. In letzterer merkt er die einen Jeden treffenden und von ihm geleisteten Dienste vor. Die Unteroffiziere werden nach ihrem Dienstrange, die Garden nach der Ordnung com- mandirt, in welcher sie in der Commandirliste eingetragen sind. Wenn ganzen Zügen besondere Dienste zugewiesen werden, so geschieht dieß nach dem Range der sie commandirenden Offiziere; im Zuge selbst aber in derselben Ordnung, wie in der Compagnie. Jede Veränderung wird in den Listen bemerkt, wodurch jeder Abtheilungscommandant in der Kenntniß des effectiven Standes seiner Abtheiluna bleibt.^ Bei allen AuSrückungen meldet der Zugscommandant dem Hauptmanne die Anzahl der Rotten, wenn er seine Abrheilung aus den Compagniesammel- Platz geführt hat. Der Feldwebel sammelt die Rapporte der Zugsunteroffiziere, woraus sich, nach Ab- 141 schlag der im Dienste oder sonst Abwesenden, der ausrückende Stand der Compagnie ergibt. Wenn die Compagnie oder eine kleinere Abtheilung versammelt ist, so muß der Commandant in Kenntniß gesetzt werden, sobald sich Jemand im Dienste oder aus andern Gründen entfernt. Es melden sich daher die Offiziere und Feldwebel bei dem Hauptmanne, die Unteroffiziere bei ihrem Offiziere und dem Feldwebel, alle Garden bei ihren Unteroffizieren, welche den Zugscommandanten und Feldwebel die weitere Meldung erstatten. Dasselbe gilt bei der Rückkehr. Bei besonderen Diensten, wo eine Ablösung stattfindet, wie z. B. bei Tags-Jnspection, Ordonnanzen u. s. w., melden sich der den Dienst Antretende und der Uebergebende gleichzeitig, wobei nach der gewöhnlichen Förmlichkeit der rechtsstehende Abgelöste zuerst die Uebergabe, dann der andere die Uebernahme meldet. Bei Entsendungen(Detachirung) von Abtheilungen wird es zur Vermeidung jedes Mißverständnisses nöthig, daß der Commandant sogleich nach dem Eintreffen denjenigen, dem die Erhaltung der öffentlichen Ordnung obliegt, von seiner Ankunft und seinem Austrage in Kenntniß setze. Der Feldwebel sammelt die der Compagnie zukommenden Befehle, sorgt für die Mittheilung an die Compagnie, und setzt den Commandanten von dem 142 Veranlaßten in Kenntniß. Er verfaßt die vorgeschriebenen gewöhnlichen Rapporte und Eingaben, so wie die außerordentlichen bei besonderen Vorfällen. Wachdienst Abtheilung und Aufziehen der Wachen. Die Wachen ziehen zu der hiezu bestimmten Stunde aus. Die einzelnen Abtheilungen rücken von ihrem Compagniesammelplatze auf den zur Abtheilung der Wachen bestimmten Ort, und stoßen mit Gewehr in Arm zusammen, wobei die Tambours auf den rechten Flügel kommen. Der die Abtheilung der Wachen besorgende Offizier commandirt: Habt Ächt' NnteroMere und Gefreite— Marsch! Die Unteroffiziere und die zu Commandanten kleinerer Wachposten, Aufführer und Anmelder bestimmten Garden treten aus der Front, und erstere stellen sich auf 9, letztere auf 6 Schritte vor die Mitte gegen die Front gewendet. Der abtheilende Offizier ruft nun jedem Wachposten, z. B. Hauptwache— halb— rechts! zu. Die auf denselben bestimmte Mannschaft nimmt Richt euchund verfügt sich hinter der Front auf den Punkt, wo die Posten rangirt werden; die dazu gehörigen Unteroffiziere und Gefreiten theilen sich ein, und der älteste derselben commandirt: InIlrm! Auf diese Weise wird jeder Wachposten angeru- 143 fen und alle nebeneinander in eine Linie rangirt, wobei zu bemerken ist, daß der größte Posten auf den rechten, der nächstgroße auf den linken Flügel, die übrigen zwischen beide in die Mitte kommen. Die Unteroffiziere und Gefreiten, welche Wachcomman- danten sind, kommen an den rechten Flügel ihrer Wachposten, die übrigen werden in das 1. und 3. Glied eingetheilt. Zieht ein Posten mit der Fahne auf, so steht er auf dem rechten Flügel, und die Fahne so, wie bei der Compagnie gesagt wurde. Der abtheilende Offizier meldet dem die Parade Cvmmandirenden bei größeren Wachparaden, dieser sodann dem anwesenden Höheren die vollendete Abtheilung. Die auf die Wache ziehenden Offiziere melden sich bei eben demselben, mit Benennung der von ihnen zu beziehenden Posten, worauf jeder das Seitengewehr zieht und sich auf seinen Platz am rechten Flügel seines Postens in die Front verfügt. Der die Parade Commandirende stellt sich vor die Mitte, läßt beim Fuß nehmen und durch die vor die Mitte tretenden Tambours Vergatterung und Rast schlagen, worauf sich die auf die Wache kommenden Tambours zu ihren Posten verfügen, die übrigen aber zurückgeführt werden. Ein Tambour des auf dem rechten Flügel stehenden Postens schlägt nun Betstunde, der Commandant läßt zum Gebete stellen, sodann prasen- 144 tiren, und commandirt auf Anordnung des Höheren den Abmarsch. Bei dem rechten Flügelposten zuerst, und dann bei allen übrigen, wie die Reihe an sie kömmt, stellt sich der Commandant vor denselben, commandirt den Abmarsch und begibt sich selbst einen Schritt vor die Mitte. Posten von nur 2 Rotten oder weniger werden zuerst zum HalbrechtSwenden und dann zum Schwenken links commandirt, und marschiren sofort ab. Größere Wachposten brechen sich auf gewöhnliche Weise in Züge, wobei die Tambours hinter die erste Abtheilung kommen. Alle Wachposten marschiren vor dem abzulösenden so auf, daß die rechten Flügel gegenüber der linken zu stehen kommen; wäre kein Raum vorhanden, links neben dem alten. Die Wachcommandanten 4 Schritte vor der Spaltung der 1. und 2. Rotte rechts, lassen, und zwar der des alten Postens zuerst, präsentsten, salutiren, wenn sie Offiziere sind, und lassen nach dem Schultern beim Fuß nehmen. Der älteste Unteroffizier, oder wenn ein Unteroffizier oder ein Garde als Gefreiter Wachcomman- dant ist, dieser, der neuen Wache ruft nun: Erstes Nummero und Ilufführer! schnl— tert! Wkarsch! Diejenigen Männer, welche zuerst auf die Schildwache kommen, treten vor die Fronte der alten Wache in 1 Glied, ihnen gegenüber die Aufführer beider Wachen mit dem Gewehr im rechten 145 Arm, in der Art, daß die alten immer links von den neuen, beide zusammen vor jenen Männern kommen, welche sie aufzuführen bestimmt sind.. Der für den Schnarrpoften(vor dem Gewehrschranken befindliche Schildwache) bestimmte Mann kommt auf den rechten Flügel, die andern nach der Entfernung ihrer Posten gegen den linken. Nun commandirt der Unteroffizier: Äussührer: rechts— um! auf eure Posten— Wtarsch! worauf der alte Aufführer jeden neuen mit den hiezu bestimmten Männern aufdie ihm zugewiesenen Schildwachen führt. Während dem übergeben und übernehmen die Wachcomman- danten die Wachstube und alles auf den Posten Bezug habende; die neue Wache wird wegen Abgang der Schildwachen neuerdings in 2 oder 1 Glied geordnet, und die alte rangirt sich wieder in der Weise, wie sie vor dem Aufziehen war, sobald die abgelösten zurückkommen. Jeder Aufführer meldet sich beim Unteroffizier, wenn er seine Schildwachen abgelöst habe, und dieser erstattet die Meldung, wenn alle Gefreite wieder zurückgekehrt sind, dem Offizier, wenn ein solcher Wachcommandant wäre. Ist ein Höherer bei der Ablösung zugegen, so wird diesem von den Wachcommandanten die Meldung gemacht. Die Wachcommandanten begeben sich wieder aus ihre Plätze, der abziehende marschirt mit Reihen rechts ab, und läßt, wenn er Offizier ist, das Spiel schlagen. Der Unteroffizier läßt den etwa beihabenden Tambour 10 L46 beim Auf- und Abziehen die Trommel über-- schwenken. Die neue Wache präsentirt, schultert und mar- schirt mit Reihen rechts ab und hinter den Schranken, wo nach der Herstellung wieder präsentirt, getrommelt und nach dem Schultern beim Fuß genommen und angesetzt wird. Der Unteroffizier als Commandant setzt sein Gewehr an der äußeren Seite deS Gewehrschrankens an. Wachverhaltrrngen. Die Schildwache. Keine Schildwache darf sich eigenmächtig von ihrem Posten entfernen, noch sich von jemand Andern als ihrem Aufführer ablösen lassen. Sie ruft, wenn ihr unwohl wird oder wenn man auf ihre Ablösung vergessen hätte, auf den Schnarrposten oder die nächste Schildwache, oder ersucht einen Vorübergehenden, die Wache zu verständigen. Bei entstehendem Feuer gibt sie, wenn ihr Rufen nicht gehört worden, blinde Signalschüsse. So wie es sich von selbst versteht, daß Schlaf und Trunkenheit strenge vermieden werden müssen, eben so wenig läßt es sich mit der Bestimmung der Schildwache vereinen, daß sie esse, trinke oder Tabak rauche. Sie verweiset Alle, die mit ihr sprechen wollen, auf den Hauptposten, und gibt Höheren die nv- 147 10* thige Auskunft. Wenn sich die Ablösung nähert, stellt sich die Schildwache auf den Platz, wo sie aufgeführt wurde, und nimmt Richt euch. Beim Ablösen wird der neuen Schildwache in Gegenwart des Auffuhrers alles das übergeben, was auf den Posten Bezug hat, und sie darf eine Abänderung davon, so wie der später erhaltenen Befehle von Niemanden als ihrem Wachcommandanten annehmen. Die Uebergabe muß deutlich und nur so laut geschehen, daß sie der Ablösende und der Aufführer höre. Die neue Schildwache geht erst dann im Bereiche ihres Postens auf und ab, wenn die Ablösung 10 Schritte entfernt ist. Schnarrposten dürfen sich nicht vom Gewehrschranken entfernen. In der Kirche bleibt die Schildwache stehen, hat beim Fuß und macht die religiösen Tempos. Bei Nacht ruft die Schildwache Jeden, der Verdacht erregt, mit: Halt! wer da! an, nimmt das Gewehr, ohne zu spannen, fertig, und benimmt sich mit nöthiger Vorsicht. Nach erhaltener Auskunft ruft sie: Passirt! Meldet sich auf den Anruf ein visitirender Offizier, die Ronde oder Patrouille, so benimmt sie sich mit der gewöhnlichen Vorsicht, und ruft, nachdem sie sicher gestellt ist: Nonde(oder Patrouille) vorbei! Dem Offizier aber: Passirt! Wo 2 Schildwachen sind, richten sie sich iw 148 ihrem Auf- und Abgehen eine nach der andern, damit ihrer Aufsicht nichts entgehe. Die Ehrenbezeigungen machen sie gleichzeitig. Der Schnarrposten hat die besondere Pflicht der Bewachung der Gewehre, er darf daher Niemanden an die Schranken oder an die Fahne treten lassen, und schafft Alle ab, die nicht befugt sind, die Wachstube zu betreten. Er ruft zu Ehrenbezeigungen mit: Gewehr 'raus! die Wache ins Gewehr, eben so bei Annäherung der Ablösung, dann zur Tagwache, Betstunde und Zapfenstreich, und präsentirt, wenn die Wachmannschaft sich zum Gebete stellt. Er ruft ferner, wenn die Sicherheit des Postens gefährdet werden könnte, z. B. bei einem Auflaufe, und wenn eine Truppe oder eine kirchliche Prozession vorüberzieht. Wenn sich Nachts auf den Ruf: Halt! werd«! ein visitirender Offizier oder die Ronde meldet, so ruft er ebenfalls ins Gewehr; meldet sich aber eine Patrouille, so ruft der vor einem Offiziersposten stehende Schnarrposten: Unteroffizier heraus! Sonst aber: Gefreiter heraus! Während sich die Angerufenen in der Nähe befinden, hat er fertig, ohne den Hammer aufzuziehen. Zur Ablösungszeit der Schildwachen gibt er daS Zeichen oder ruft: Abgelöst! Die von Schildwachen zu leistenden Ehrenbezeigungen sind die bekannten, nur wird vor dem Hoch- 14S würdigsten nicht niedergekniet, sondern ebenfalls prä- sentirt. Sie unterbleiben, wenn der Höhere winkt, und eben so werden von der Retraite bis zur Tagwache keine Ehrenbezeigungen gemacht. Der Schnarrposten präsentirt bei der Ablösung I. wenn die gegenseitigen Ehrenbezeigungen gemacht werden, und 2. wenn die alte Wache abmarschirt, so lange, bis die neue hinter den Schranken geschultert hat. Der Aufführer. Wie oben beim Aufziehen der Wachen gesagt wurde, kommt der Aufführer der neuen Wache bei der Ablösung so zu stehen, daß er nach der Wendung beim Abmärsche links sich befindet. Er wird von jenem der alten Wache von einer Schildwache zur andern geführt, wo die Wachmannschaft jederzeit links neben der abzulösenden in einem Gliede so aufmarschirt, daß der ablösende links neben ihr kömmt. Nach der gehörigen Uebergabe commandirt der Aufführer der alten Wache: Habt Ächt! Präsentirt! Schottert! ÄlterPojten! Rechts UM! Der genannte geht rückwärts herum, stellt sich auf den linken Flügel, und die neue Schildwache tritt mit einem Schritt seitwärts aus den verlassenen Platz. Der alte Aufführrr commandirt nun, nachdem sich beide gewendet: Marsch! Bei den nächsten Ablösungen geht der neue Aufführer allein. Der Aufführer trägt daS Gewehr im rechten Arm. 150 Der Anmelder. Er hat die Bestimmung, die gewöhnlichen, so wie die bei besondern Vorfällen von dem Posten- Commandanten zu erstattenden Rapporte mündlich oder schriftlich an die Hauptwache oder dorthin zu überbringen, wohin der Wachposten angewiesen ist. Hiebei präsentirt er nach erstattetem mündlichen oder übergebenen schriftlichen Rapport, wenn der Höhere Offizier ist und im Freien sich befindet; in das Zimmer tritt er mit Gewehr in der Balance, und setzt es dann bei Fuß. Der Unteroffizier als Anmelder benimmt sich eben so, nur präsentirt er nicht. DerWachcommandant. Die Uebernahme des Wachpostens erstreckt sich über daS Wachlocal, alles hiezu Gehörige, die vorhandenen schriftlichen Verhaltungen und besonderen Befehle, wofür der neue Wachcommandant verantwortlich bleibt. Vorgefundene Unreinlichkeit soll von der alten Wache noch nachträglich beseitigt werden. Abgang oder Beschädigungen der vorhandenen und in einem Inventarium verzeichneten Geräthschaften sind anzuzeigen. Sobald der Posten bezogen ist, schickt jeder Offizier einen Unteroffizier, jeder Unteroffizier einen Gefreiten mit dem Rapport auf die Hauptwache oder an jenen Posten, an dem er an- 151 gewiesen, die Hauptwache selbst aber an das Oberkommando. Eben so folgt Abends der schriftliche, und wenn immer sich etwas Besonderes ereignet, der ungesäumte Rapport. Auf der Hauptwache wird ein Protokoll über alle Ereignisse geführt. Kein Posten- Commandant darf sich ohne Befehl, außer er müßte eine Ronde machen, auS seinem Bezirke entfernen. Würde er plötzlich krank, so bittet er in einer dießfälligen Meldung um seine Ablösung. Alle Gastereien, Trinkgelage, unpassende Besuche und Bequemlichkeiten vertragen sich mit dem Wachdienste nicht, den der Offizier wie die Mannschaft stets ohne sich auszukleiden verrichtet. An Thoren hat der Wachcommandant dafür zu sorgen, daß die Communication nicht gesperrt werde. Den bei Arrestanten aufgestellten Schildwachen ist alle Vorsicht anzuempfehlen. Ihre Aufstellung, so wie ihre Zahl hängt von den Umständen, der Anzahl und der Gefährlichkeit der Verhafteten ab. Der Wachposten bei Gefängnissen darf ohne Befehl Niemanden zu den Arrestanten gehen lassen. Die Schildwachen werden so aufgeführt, daß sie Front gegen das Gebäude machen. Bei jedesmaliger Herausrufung der Ablösung ist der Wachcommandant zugegen und überwacht die dabei stattfindende Ordnung. Die Ablösung der Schildwachen erfolgt in der Regel alle 2 Stunden, bei strenger Kälte oder sonst 152 drückender Witterung alle Stunden, nach Umständen auch alle halbe Stunden. So lange eine Schildwache auf ihrem Posten steht, ist sie mit keinem Verweise zu belegen, indessen kann man das den Posten Betreffende abstellen und die nöthigen Erinnerungen machen. Um sie aber zur Verantwortung zu ziehen, muß sie abgelöst werden. Außer diesen allgemeinen Vorschriften bestehen in jeder Garnison noch besondere, nur auf diese Bezug habende, die sich auf jedem Wachposten schriftlich vorfinden. In dem schriftlichen Frührapporte wird nebst den sonstigen Vorfallenheiten gemeldet, wieviel Patrouillen während der Nacht gegangen sind. Ehrenbezeigungen. DaS Benehmen der Schildwachen ist schon bekannt, nur wird noch bemerkt, daß derlei bei Arrestanten aufgestellte keine Ehrenbezeigungen zu leisten haben. Sie ziehen das Gewehr an, präsentiren aber nicht. Die Wachen treten vor jedem Stabsoffizier und General, dann der allerhöchsten Herrschaft ins Gewehr und machen die vorgeschriebene Ehrenbezeigung, vor dem Hochwürdigen wird nach dem Präsentiren niedergekniet und präsentirt, und eine Begleitung von 1 Gefreiten und 3 Mann gegeben. In Wien bestehen hinsichtlich der Ehrenbezeigungen eigene Vorschriften. 153 Ronden und Patrouillen. Erstere gehen bei Nacht mit der Bestimmung von der Hauptwache aus, die Wachposten zu visiti- ren und jede allenfalls vorgefundene Unordnung abzustellen. Sie werden von Offizieren geführt und bestehen aus einem Unteroffizier oder Gefreiten, 4 Mann und einem Laternträger. Letztere werden von den Wachen zur Visttirung der Schildwachen, oder um die öffentliche Ruhe aufrecht zu erhalten, entsendet. Ihre Stärke hängt von den Umständen und dem Zwecke ab; gewöhnliche Vifitirpatrouillen bestehen aus I Gefreiten und 2 Mann. Als gegenseitiges Erkennungszeichen für Ronden und Patrouillen dienen die Parole und die Losung. Erstere ist der Namen eines Heiligen, letztere der Namen einer Stadt. Nur die Offiziere erhalten die Parole, Unteroffiziere und Gefreite aber die Losung. Beide werden in der Regel bei der Hauptwache von einem Offizier des Platzcommandos den von den Wachposten dahin mit den Abendrappvrten gesandten Unteroffizieren und Gefreiten im Kreise versiegelt ausgegeben; ausnahmsweise bei der gewöhnlichen Abfertigung. In der Regel gehen 4 Ronden: 1. die Visttir- ronde nach der Retraite. 2. Die Hauptronde um 154 10 Uhr. 3- Die Nachtronde um i Uhr. 4. Die Tagronde eine Stunde vor Tagesanbruch. Es ist oben gesagt, wie sich einzelne Schildwachen, so wie der Schnarrposten bei Passirung der Ronden und Patrouillen benehmen. Wenn ein Wachposten bei Annäherung einer Ronde ins Gewehr gerufen wird, so schickt der Offizier einen Unteroffizier,— der Unteroffizier als Wach- commandant aber einen Gefreiten mit 2 Mann entgegen, welcher mit dem Anruf: Losung her! vorrückt und sie von dem auch von der Ronde vorgesand- ten Unteroffizier mit 2 Mann in der Stille empfängt. Wird die dem Wachcommandanten überbrachte Losung richtig befunden, so ruft er: Ävancirt! und geht mit 2 Mann der Ronde entgegen, um die Parole zu geben oder zu empfangen, wobei sich die Offiziere die Seitengewehre an die Brust setzen, so wie bei Uebergabe der Losung die Unteroffiziere die Spitzen der Bajonette. Ist der Rondeführer im Range höher, als der Wachcommandant, so empfängt er die Parole und den Rapport vom Wachposten; ist er jünger, so gibt er die Parole, und der Wachcommandant läßt durch den Unteroffizier den Rapport geben. Den visttirenden Stabsoffizieren gibt der Offizier Parole und Rapport. Würde eine falsche Losung abgegeben, so fordert sie der Unteroffizier noch einmal ab, wäre sie aber- 15S mals falsch, so behält er das Bajonett gefällt, Wt die 2 Mann fertig nehmen und ruft: zurück! dem Wachcommandanten aber: unrichtig! zu, worauf dieser die Wachmannschaft fertig! nehmen läßt. Der Unteroffizier der Ronde holt die Losung neuerdings von seinem Commandanten ab und übergibt sie; wäre sie ebenfalls unrichtig, so wird die Ronde arretirt und die Meldung gemacht. Auf eine zurückweichende, mithin Verdacht erregende Ronde läßt der Commandant Feuer geben. Die Abfertigung der Patrouillen geschieht auf gleiche Weise bei den Wachposten, nur daß diese nicht ins Gewehr treten, sondern der herausgerufene Unteroffizier die Losung abnimmt. Wenn sich 2 Patrouillen begegnen, so gibt die angerufene die Losung. Einer Ronde gibt jede Patrouille die Losung. Wenn ein Offizier als Wach- commandant selbst eine Patrouille macht, so bleibt während seiner Abwesenheit die Mannschaft unter dem Gewehre, und er wird bei der Rückkehr wie jede andere Patrouille gestellt und abgefertigt. Schluß. Obgleich die Nationalgarde, vor der Hand wenigstens, nicht mit dem Feinde zusammenzutreffen bestimmt ist, so war es dennoch rathsam, für denkbare Fälle die Anleitung zu geben. LS6 Diese Ueberzeugung ist Ursache, daß gegenwärtiger AuSzug einen größeren Umfang gewann, als Anfangs beabsichtigt war, denn es schien nicht dienlich, wenn überhaupt die Nationalgarde für vorkommende Fälle Rath finden soll, auf die Gefahr lückenhaft zu bleiben, fich der Kürze zu befleißen. -p' t r-,: "-- '»- «» lN- -')' t. § »' »- -l' L' k-n ,"