Wienei' Ztscit-ksblioiliek. 13710 » x M.?k . MM« -.^M » 1 1 Ueber den neuen Altar und die Veredlung der Hofpfarrkirche bey den P. P. Baarfüsseraugustinern. Nebst einem Anhang über den Altar in der Pfarrkirche auf der Wiesen» Mit einervvrausgeschickten Betrachtung über das Anständige in Erfindung wesentlicher Stücke und zufälliger Verzierung der Kirchen. >. Gewidmet allen Bauliebhabern und Beförderern begütert Geschmacks» Herausgegeben von Baumeister. Zweytes Stück. Wien, 1785. Mit Weimarischen Schriften. Äusiito eeüiii8 jiic, nil inoiitur inerte! ^--2r iumum ex 5u!Zore, 5cä ex 5unw c!sre Logitst. Iricem. ttorst. Lite poct. M ^ch hab in meiner ersten Schrift Zähne eines Drachen ausgesäet, die sich in eben so viel bewaffnete Männer verwandelten, und nachdem sie der Erde entsprossen waren, ihre Waffen gegen sich selbst kehrten, und einander aufrieben.") Dieß beseelt meinen Eifer für die gute Sache mit neuer Thätigkeit, und macht mich in meinen Fortschritten kühn; und wenn ja in Zukunft mir jemand in den Weg treten, und den Kamps anbieten sollte, A 2 so *) Dieß gefbah in der jüngst erschienenen Bros chür; Antibaumcister. 4 so werd ich, meiner ersten Aeusserung gemäß, einen gesetzmäsigen ritterlichen Zweykampf zum Vortheil der Wahrheit mit ihm ein- gehn, widrigen Falls aber nicht Stand halten. Es laßt sich nichts so leicht bemerken, als Ungereimtheiten in Gegenständen der Kunst, denn schon durch ihre Narur verrathen sie sich der gesunden Beurtheilung. Fehler, die in der Baukunst begangeu werden, sind um so auffallender, weil sie das allgemeine Gefühl der Wahrheit, mit welchem der Mensch geboren ist, beleidigen. Daher halt es schwer, der K itik zu widersprechen, deren Pflicht es ist, diese Fehler zu nennen, und die versteckter» hervorzuziehen, sollten sie auch unter dem dichtesten Schleyer erkünkelter Schönheit verborgen seyn. Demohnerachtet giebt es welche, die darinn ein Verdienst suchen, als Widersacher auf- Z aufzutreten; sie verrathen sich aber durch ihre unzulängliche Kenntnisse in den Grundsätzen der Kunst und des ächten Geschmacks; und das, was sie sagen, dient mehr zur Ve winnng als zur Aufklärung. Sie fühlen in sich keinen Beruf, von der Baukunst zu schreiben, aber sie wollen eS doch thun, können sie gleich nicht in ihre Geheimnisse eindringen, oder wenn sie auch alle Sehkraft anstrengen, nicht einmal welche sehen. Diese gleichen Pompejus dem Grossen, den bey der Einnahme von Jerusalem die Neugier reihte, in daS Allerheiligste des Tempels einzugehen, und der darinn.... nichts fand. Nach diesen Aeusserungen will ich meinen Weg weiter verfolgen, ohne mich dabey umzuschauen. Der 6 Der Gegenstand, von dem ich zu reden denke, ist eurer der wichtigsten und erhabensten m der ganzen Baukunst. Nur wenige Baukünsiler haben ihn mit Glücke versucht. Er beruft, dem e nzigen höchsten Wesen einen Altar zu bauen, der seiner einigerma sen würdig ist. Nicht d-e Materie, woraus er besteht, sondern der ursprüngliche Gedanke seiner Form ist es, der ihn zum Altar macht. In verflogenen Zeiten baure man nach einem sehr materiellen Begriffe von Gott; man baute Altare, die von der Erde bis ans Gewölbe reichten, und glaubte, der Grösse Gottes damit Ehre und Genüge zu thun. Alle Ordnungen der Baukunst wurden aufeinander gestellt, Bildsäulen von Heiligen und Engeln dazwischen gepfropft; aber an das einzige, was ihn zum War hatte machen sollen, an edle Einfalt und reines Verhältniß der Theile untereinander, wurde nicht gedacht. Man sah nur auf seine kolos- salische 7 salisehe Höhe, und daher kam ihm der Name Hochaltar eigen zu. Ja man versündigte sich soweit, daß man die Bestimmung des Altars auch für die Verehrung Mariens und der Heiligen ausdehnte, und dem einigen Gottc, der in so vielen Schriststellen für seine Ehre eifert, seine Geschöpfe an die Seite stellte.") Die Quellen dieses Verfahrens, wobey die Reinheit der christlichen Religion nicht wenig gelitten, wissen wir zu^ genüge. Dazu kamen noch zufällige Verzierungen von Gebeinen, Blumen, und tausend andern Unanständigkeiten, die den Begriff von dem Einzigen Gotte entweder aufheben, oder ver- 2» Rom ist selten ein Hochaltar mit einem beständigen Marienbild^ geziert, msisten- thcils ist der erste und kostbarste Seiten«!- tar dazu bestimmt; aber dafür steht der Hochaltar die ganze Woche leer, und nur der Marienaltar wird ununterbrocheu für Messen gebraucht. 8 vervielfältigen wußten» Dieß war und ist zum Theil noch die herrschende Idee von dem Altare, der unwiderstreitig Gott allein heilig seyn soll. Den Heiligen Gottes gebührt in allem Betracht der zweyte Rang, daher muß man ihnen subalterne Plätze anwetzen» Nur übertriebener Eifer für ihre Verehrung kann sich den frommen Frevel erlauben, ihnen mir Gott gleiche Ehre zu erweisen, oder sie auch noch über ihn zu setzen.) So wenig ein Heiliger und irgend ein erschaffnes Wesen je im Stand seyn wird, den Allmächtigen zu ergründen, so wenig gebührt es ihm, gleichmäßigen Antheil an seiner Ehre und seinem Altare zu nehmen. Ich denke, dieser einzige Grund ist hinlänglich, uns von der Nothwendigkeit zu überzeugen, unsere Begriffe *) Die bekannte ausschweifende Verehrung des heil. Januarius in Neapel ist jedem ein hinlänglicher Beweis, daß ich hier nicht zu viel sage. 9 griffe von dem allerhöchsten Gott erst zu läutern, um dann in Stand gesetzt zu werden, ihm einen anständigen Altar zu errichten. Wo die Reinigkeit der Begriffe nicht vorausgehet, wird die Kunst m religiösen Gegenständen selten etwas Erbauliches und Grosses hervorbringen, ja vielmehr au Kleinigkeiten und kalten zwecklosen Iierrathen hangen bleiben, wie wir es in unendlichen Beyspielen noch täglich in unsern Kirchen sehen. Es ist was ganz anders, Gott einen Altar zu erbauen, als einem Hestigeu. Alle Magie der Einbildungskraft kömmt der Verherrlichung eines Heiligen zu statten, nicht aber der Anbetung Gottes» Ich darf das äußerste in der Idee eines Nebenaltars versuchen, ohne noch darin» das geringste für den Hauptaltar gefunden zu haben. In diesem Falle befand sich jener griechische Mahler, als er die Opferung Jphigeniens malte. Erhalte sich im Ausdruck der verschleimen Grade 10 de des Schmerze,is nach Ersorderniß der theilnehmenden Personen so erschöpft, daß er nichts für den Vacer der Geopferten erfinden konnte. Sein Genie verfiel daher auf den berühmten Kunstgriff, den Vater mit verhülltem Gesichte vorzustellen. Dieselbe Bewandtniß hat es mit einem auch noch so erfahrnen Vaukünstler in Erfindung eines schicklichen Altars für das höchste Wesen. Entweder erliegt er unter der Ausgabe, öderer bringt, auf Kosten der Simplizitat etwas an, das einem Nebenalcar besser zukommen würde. Letzteres thut er vielleicht aus Schwachheit, vielleicht geflissentlich, oder geheißen. Es ist zwar bekannt, daß ein Künstler selten ausführen kann, was ihm seine Einbildungskraft und überhaupt sein besseres Wissen an die Hand giebt; und dann ist es meistens die Schuld jener, für welche er arbeitet. Aber es giebt auch Künstler, die ohne Widerspruch alles machen, was Geschmack Il schmack und Vernunft verwirft. Diese sind Sclaven ihres Eigennutzes, oder»»patriotische Schmeichler, und wollte der Himmel, daß dergleichen Leute nie die Kunst entweihe» dürften. Die einzige Art also, einen Hauptaltar zubauen, besteht in der Einfalt der Idee. Diese führt zur Größe; und das Verhältniß, welches nothwendiger Weise aus der Einfalt entspringt, gewährt nngesuchte Schönheit. Die Hauptaltäre in den besten Kirchen in Italien, besonders in Rom, sind von sehr einfacher und edler Art, ob von der besten, laß ich unentschieden. Vier Säulen mit ihrem Architrav und einem Giebeldachs sind das einfachste, dessen sich ein geschickter Baukänstler zur Figur eines Altars bedienen kann. Die besten Künstler haben noch keine bessere Form erfinden können, und selbst diese schreibt sich von der Bauart der 12 der Alte! her. Die Natur hat sich gegen die Baukunst ganz stiefmütterlich verhalten, entweder aus Furcht, vom menschlichen Geist übertrofsen zu werden, oder um ihr, d«, sie sich selbst überlassen ist, mittelst ihrer eignen Bildung den Rang über alle andere Künste zu ertheilen. Sie ist gegen alle diese mit ihrer mannigfaltigen Gunst gleich verschwenderisch, und stellt ihnen zum Uiberflusse Modelle auf, aber die Baukunst muß sich aus ihren eigenen Mitteln behelfen. Daher ist sie so eingeschränkt in ihren Produkten, und kann nie, ohne Gefahr zu mißfalle i, die einmal bekannten Formen und Regeln verlassen. Innerhalb diesem Saulenthrone kömmt der Altartisch und der Tabernackel zu stehen. Es ist nothwendig, daß man zu jenem auf Stufen komme, damit die Priester und die heilige Handlung vom Volke gesehen werde. Der 13 Der Tabernackel muß ein eigenes Ganzes ausmachen, und eine zu den Säulen verhältnismäßige Höhe und solch eine Form ha« ben, die mit dem Ganzen übereinkömmt. Der Altar muß von allen Seiten frey stehen. (*) Uibrigens müßen alle entbehrliche Zierathen als Bästen, Statuen oder Bilder, um die Einfalt des Ganzen nicht zu unterbrechen, wegbleiben, das einzige des Heilands ausgenommen, weil er im Fleische bey uns'gewohnt hat. Alle sinnliche Darstellung von Geistern ist, überhaupt genommen, zwar nicht -») Wir haben vor einiger Zeit das Modell eines solchen Altars öffentlich ausgesetzt gesehen, welcher ehehin im Vorschlag war, bey den E. E. P. P. Augustinern gemacht zu werden. Ich will mein Urtheil darüber verschweigen, um mich keiner neuen Apotheosis schuldig zu machen. Doch wir werden bald sehen, ob ein anderer Altar verdiente, dessen Stelle einrnnehmen. nicht unvernünftig, aber doch bey der Einfachheit eines isokirtcn Altars entbehrlich. Nur auf das nothwendigste muß man Hiebey Bedacht nehmen; alles, was nicht unmittelbar Gott selbst betrift, kann füglich wegbleiben. Man denke sich im Geiste Engeln als gegenwärtig, die das Allerheiligste anbeten, und man wird vielleicht eher zur Andacht cnt^amml werden, als wenn man sie wirklich in Marmor oder Gold in dieser Stellung erblicket. Es kömmt uns immer die Absicht des Baumeisters dabey zuvor, nämlich der Verzierung. Sie haben in der Bildnerknnst die nämliche Verrichtung, als die Figur der Personifikation in der Redekunst. Letzterer eignet man einen hohen Grad der Täuschung zu, und ist daher vorzüglicher; erstere abn wenn die Kunst nicht ihre Pflicht aufs äußerste thut, paradiren als unnütze Aerpuppen, die uns kalt lassen. Izt Izt will ich von andern Zierrathen reden, die die Kirche im Allgemeinen angehen. Diese sind die Seitenaltare, die Kanzel(von dieser hab ich schon anderstwo gesprochen) Gemälde, Statuen, Brustbilder, und heilige Leiber. Die gothische Bauart that sich besonders in der Anzahl heiliger Bildsäulen hervor. Alle Pilaster und Säulen wurden damit von aussen rmd innen gleich mit soviel Schnecken behängen, und die edelsten Theile, deren Gestalt keine Anhängsel oder Verzierung leiden konnte, wurden verjüngt und zerstückt, und das Ganze erhielt dadurch den grösten Abbruch. Wir fanden dieses schon, bis uns, aus Eifersucht über dieses kostbare Bilderspiel der herrliche Gedanke einfiel, an die Säulen auch noch Altare anzukleben, die in der possierlichsten Form ausfielen. So unsinnig es war, einem geraden Körper einen Auswuchs anzuhan- * i6 gen,*) so unverzeihlich war es, den Säulen die Füsse abzuschneiden. Man begnügte sich nicht, an den Kapellen, die zwischen den Mastern der Kirche, oder eigends zur besondern Verehrung der Heiligen angebauet worden, sondern man vervielfältigte die Altare, so wie die Zahl der Auserwählten anwuchs, und um sie näher im Gesichte zu haben, oder einen schicklichen Platz zu gewinnen Aus demselben Grunde ist der Einfall zu verwerfen, eine Kanzel an einer Säule zu befestigen. Eine Säule äussert ihre Wirkung senkrecht, und trägt gerade, wie kann sie, ohne geschwächt zu werde»; zugleich neben tragen? Sey auch keine Gefahr vorhanden, so hat es doch den Anschein der Gefahr und die Vernunft verbeut es. Uiberhaupt gehört die Kanzel vorne in die Mitte, kann sie da nicht stehen, so mache man ein Gerüste, welches leicht hinzustellen und wegzunehmen ist. r- nen, meistens aber aus einer verkehrten Absicht zur Ausnahme der Religion, gerieth man darauf, ihre Altare an die Säulen zu stellen, und die gänzliche Verstümmlung der Kirchen ohne Erbarmen vorzunehmen. Andacht gewann das Vorrecht vor der Vernunft, und die Kunst, die ohne diese nicht bestehen kann, schmachtete unter ihren Fesseln. Noch nicht genug. Die Heiligen, die man in Stein und Holz, in Gold und auf Leinwand auf allen Altaren hatte, sollten nun selbst erscheinen, das ist, man wollte den Theil, den sie uns oder vielmehr der Erde hinterlassen hatten, anschaulich haben. Man bedachte sich nicht lange, die Skelette der Heiligen auszusetzen. Dieses veranlasset mich, auf die zufälligen Zierrathen der Kirchen überzugehen, und zu untersuchen, in B wie 18 wie ferne sie der Baukunst angemessen oder «achtheilig sind. B eingerüste ruhen am besten in der Erde; sie gehen die lebende Welt nichts mehr an; ja die einzige Art, ihnen unsere Verehr rung zu bezeigen ist, sie eben da ruhen zu lassen, wo sie seyn sollten, und ich finde eine Art Gewaltthätigkeit und Entheiligung dar- i„n>, sie ihres Elements und der Ruhe zu berauben, und den Augen der Lebenden darzustellen. Das im Geschmack so geübte Rom das die schönsten Urbilder und feinsten Formen beständig vor Augen hat, kann Beingerüste der Menge nach zur Schau ausstellen. Sie ») In der Allerseelenoktav wird in der Kirche äell» öiorte längs den Wanden von unten bis oben Behälter aufgestellt, und mit Lodenbeinen und Lodtcnköpfen angefüllt. An Orten, ws Spitäler mit Kirchen sind, sieht 19 Sie sollten uns an die Sterblichkeit erinnern, gleich als wenn wir für die allgemeine Wahrheit des gewissen Todes blind wären oder gar keine Beyspiele von wirklichen Todesfällen vor Augen hätten. Aber die Skelette auch noch verzieren wollen, oder sie selbst als Iierrarhen zu gebrauchen, ist der B 2 grö- sicht Man in Kreuzgaugen und Kirchhöfen ganze Gerippe von Delinquenten, Ermordete» u. d. gl. aufrecht stehen; auch sieht man unzeitige Geburten im Spiritus aus- gefetzt, und begrabene Körper aus dem Zustand der Verwesung hervorgezogen, und zum grösten Eckel und zum Nachtheil der theuren Gesundheit besonders des andern Geschlechts öffentlich ausgestellt. Was kann man— im Vorbeygehen gesagt— von der Weisheit in der Verwaltung des Staates halten, wo so widernatürliche Mißbrauche im Schwange gehen? 20 größte Unsinn, der sich denken läßt.*) Ein häßlicher Gegenstand dieser Art ist keiner Verzierungen fähig, so wenig, als ein ganz schöner; keiner kann dadurch gewinnen oder verlieren. Die Zierde bleibt für sich, und das Gerippe auch; dann was für eine Verwandtschaft ist zwischen zwey entgegengesetzten Begriffen, zwischen Leben und Tod? folglich was vermag die Kunst wider das, was die Natur verabscheuet? Dieses sahen die Alten, die auch hier wieder zu unsrer größten Beschämung unsre Lehrmeister sind, sehr wohl ein, die den Tod nie änderst, als unter Die Grufr bey den Kapuzinern zu Ro>n ist mit lauter Gerippen, Kusche» und Beinen in allen mathematischen Figuren nach Art eines Zeughauses ausspallirt, und es stehen auch, wie hier, leibhaftige Kapuziner mit eckelhafrem zerrauften Barte wie Schildwachen da. Welche Feinheit des Geschmackes l welche Kapuzinade.' 21 unter einer angenehmen Gestalt vorgestellt haben, wie man es auf ihren Leichen- steinen, Urnen und Tomben zur genüge sieht. Aber es findet sich kein einziger Widerspruch in der menschlichen Seele, der nicht aus den reinsten Quellen seinen Ursprung nahm. Die unschuldige Verehrung der Heiligen erlaubte zugleich die Verehrung ihrer Gebeine, und machte sie mit ihnen gleichen Grads der Heiligkeit fähig. Diese glaubte man nicht schicksamer auszudrücken und versinnlichen zu können, als die Gerippe in reiche Stoffe zu kleiden, und im theatralischen Anzüge mit Schürze, Kasket, und Halbstiefelnals Blutzeugen oder Helden, sie mochten es nun seyn oder nicht, stolzieren zu lassen, Gold, Silber, und Edelsteine wurden nicht daran gespart; und so erschien der verehrungswürdigste Heilige auf eine äußerst unanständige oft lächerliche Art, den Spöttern zum erwünschten Gegenstand, der An- 22 Andacht zum Aergerniß, und der gesunden Vernunft zur Schande. Die Bildhauerkunst wurde in demselben Grad zurückgesetzt, als die Kirche verunstaltet, und die Baukunst gezwungen wurde, ihre wesentliche Schönheiten gegen eingedruugene und wiederspre- chende Verzierungen verloren zu geben. Jtzt heißt mich die Ordnung auf die Materie von den Statuen und Bildern kom-, men. Bilder der Heiligen können nur dann wahren Nutzen schaffen, wenn sie mit dem bestmöglichsten Grad der Kunst, in einem heroischen oder wohlthätigen Akt der Seele abgebildet, und als Personen vorgestellt werden, die Men scheu waren, aber Menschen der erhabensten Kultur. Ich verstehe hier unter Kultur nicht nur die Fertigkeit 2Z keit in sogenannten geistlichen Tugenden, sondern die möglichste Vollkommenheit des Geistes und des Herzens, mittelst welcher man sich um Gott und um die Welt verdient macht. Das ist der wahre Gesichtspunkt, aus welchem ein grosser und heiliger Mann beurtheilt werden muß. So weit drangen unsere Bildschnitzer und Mahler selten ein, und daher haben sie uns Klötze ohne Seele geliefert. Die Heiligen Gottes wurden deswegen in Abbildungen eingeführt, damit sie uns zur Nachahmung anreitzen, und unser Gemüthe zur Andacht erheben sollten. Aber die Barbarey der Zeiten hat dafür gesorgt, daß diese heilsame Absicht nicht nur vereitelt, sondern sogar eine ganz entgegengesetzte hervorgebracht wurde. Denn so wie ein hoher Grad der Kunst in heiligen Gegenständen das Gemüthe unwiederstehlich zur Anbetung des Ewigen hinreißt, so äußert auch der Mangel derselben das Gegentheil, und entfernt 24 senit das Her; in dem Grade von Gott, als es dasselbe zu untergeordneten und endlich zu körperlichen Vorwürfen hinleitet. Kleine und eingeschränkte Seelen nehmen das Bild selbst zum Gegenstand der Anbetung und Verehrung, weil sie sich mehr mittelst desselben zum höchsten Wesen Hinausschwingen können. Dieses Vehikel liegt in der feinsten Kunst, weil sie eine Tochter der höchsten Allmacht Gottes ist. Daher haben die Bilder der Heiligen von jeher mehr Unheil in dem Gehirne der Menschen angerichtet, als sie wahren Nutzen gestiftet haben. Es war immer wenig Ueberle- gung dabey, bildliche Vorstellungen Gottes und der Heiligen ohne Einschränkung zu erlauben, weil man nach den Phänomenen des menschlichen Herzens eine entgegengesetzte Wirkung befürchten müßte. Der Satz war gau; richtig, man müßte, dem gemeinen Volke zu gefallen, obstrakte Gegenstände 25 stände sinnlich vorstellen; man hat aber nicht bedacht, daß ein himmelweiter Unterschied zwischen grober und feiner Sinnlichkeit ist, so wie zwischen dem Pöbel und dem aufgeklärten Menschen seyn muß; daher hat das Mittel der sinnlichen Vorstellung seines Endzwecks völlig verfehlt. Das Konzilium zu Trient hätte bey der erneuerten Erlaubniß, Bilder Gottes und der Heiligen zu machen und zu verehren, weislich erwägen sollen, daß alle Pfuscher diese Erlaubniß zum Nachtheil des wahren Gottesdienstes mißbrauchen könnten, wie es auch wirklich geschehen ist. Die christliche Welt ward in kurzer Zeit mit allerley monströsen mzd lächerlichen, zum Theil auch ärgerlichen Produkten der Mahlerey und Bildnerkunst überschwemm!.. Der gröste und aufgeklärteste Mann seiner Zeit, Alexander der Grosse, der gegen eine Ver- Versammlung von etlichen hundert erlauchten Köpfen doch nur ein Individuum war, verbot aus weisen Gründen, daß niemand als nur ein geschickter Künstler sein Bild- niß machen dürfe. Um wievielmehr hatte sich dieses Verbot nicht auf die Verfertigung heiliger Bilder erstrecken sollen, wo es nicht um die profane Person eines Lebenden, sondern die eines Heiligen und selbst Gottes zu thun war? Die wahre Kunst siel durch diese Erlauüuiß in jenen traurigen Zustand zurücke, in dem wir sie «och zum Theil, besonders in nördlichen Gegenden erblicken, wo man immer langsamer zum Ziel kömmt. Die Religion selbst hat dabey verloren, aber es ist Männern, die bloF zur trocknen Entscheidung streitiger Religionspunkte zusammen kamen, nicht zuzumuthen, daß sie auch Kenntniß nnd Geschmack an bildenden Künsten mitbringen sollten, wenn diese gleich 27 gleich einen merkwürdigen Einfluß aus viele ihrer den äußerlichen Gottesdienst betreffenden Anordnungen gehabt haben dürsten» Bey der itzigen Verfassung, wo der Gottesdienst immer reiner und vereinfachet wird, fällt die Nothwendigkeit weg, viele Altare und Bilder zu haben; hiemit bleibt der grdste Theil der Kirche leer, wenn man ihn nicht mit Beichtstühlen ausfüllen will. Aber diese sind kein eigentlicher Gegenstand der Zierde, und gehören unter andere zufällige Geräthschaften. Ich will also ein Mittel berühren, wodurch meines Erachtens eine Kirche nicht wenig gewinnen würde» Fast jede Kirche, vorzüglich aber ein langer gothischer Tempel hat alle Eigenschaften einer Galerie. Könnte er nicht chen sowohl mit Bildnissen und Ehrenmälern M 28 lern grosser Männer der Nazion, als unbekannter Heiligen prangen? Das ist nicht etwa Chimäre eines Projektmachers, sondern es wäre blosse Nachahmung des hohen Geistes der weisesten Volker des Erdbodens Aegypten, Altgriechenland, Alt-und Neu- rom haben dieß schon längst mit dem glücklichsten Erfolge gethan. Die Alten richteten ihre Monumente zwar nicht so häufig in Tempeln als an freyen Orten auf, weil sie einen mildern Himmelsstrich bewohnten, der den Kunstwerken nicht so schädlich war. Wir hingegen empfinden den Wechsel der Witterung zu sehr, und dieses verbindet uns zu andern Maaßregeln Daher stellt England, das von eben dem ungünstigen Klima abhängt, die Monumente seiner grossen Geister in der berühmten Westmünsterabtey auf. Ich höre sagen, dieß wäre nichts neues, denn alle unsere Kirchen strotzen von Ehrenmälern und Inschriften. Und ich muß 29 muß zur Ehre des guten Geschmacks bekennen, daß man sie alle daraus wegschaffen sollte. Fürs erste sind diese Denkmäler und Lei- chensteine nichr alle von verdienten Männern, und dann sind stein einem kleinlichen und schlechten Styl gemacht. Welche vor- theilhafte Wirkung können sie gewähren? empfinden wir nicht vielmehr gerechten Unwillen dabey, daß Tomben, Pyramiden, Todcnköpfe, und Engelchcn, alles wie vom Storchschnabel ins Kleine gebracht, an Säulen und Mastern aufgehängt sind? Es ist nicht genug, einen Gedanken von den Alten entlehnen, sondern man muß ihn ihrer würdig ausführen. Ein Monument von verjüngter Masse macht ausser dem Wiederspruch mit der natürlichen Grösse des Verstorbenen, den Geist klein und reizet zu keiner Bewunderung; da es hingegen, wenn es in kolossalischer Grösse, und nur für merkwürdige Personen von ausgereist)- Zö zeichneten Verdienste« ausgeführt wird, di'S Seele erweitert, und mit erhabenen Ideen füllet. Dies ist eigentlich der Nutzen, der aus der Einführung gedachter Monumente entspring-, den ich hier in einer kleine« Skizze noch anschaulicher machen will. Man setze das Bild eines Heiliges nach dem gewöhnlichen Schlendrian gearbeitet, und ein anderes eines profanen aber grossen, und für das Vaterland, für d-e Künste oder Gelehrsamkeit, oder für ganze Nazionen verdienten Mannes, beyde i« Lebensgröße, nebeneinander. Mitten in- ne stelle man das Ekelet eines Heiligen, reich gefaßt, und im vollen Prunke. Der denkende Jüngling betrachtet alle drey Gegenstände. Er wird, sofern er durch die Erziehung nichts an dem Begriffe eines nützlichen Staatsbürgers verloren hat, seine Aufmerksamkeit ganz gewiß auf die Statue jenes 3r jenes erhabenen Mannes lichten, weil es die Sphäre, in welcher sich sein Geist bewegt, näher angeht, ein grosser, als ein heiliger Mann zu weiden, ohnerachtet aus der menschlichen Natur kann bewiesen werden, daß lezteres leichter als das erste ist. Im lezteren findet er etwas, das ihn aus den Gränzen der Menschlichkeit wegschafft, folglich abgesondert, und für seine Bestimmung, unter seines gleichen zu leben und zu weben, todt macht. Zum ersten findet er alles das, wozu er sich eigentlich geschaffen glaubt. Es regt sich etwas in ihm das ihm sagt, auch du kannst das werden. Was kann man sich nicht von einem solchen Jüngling versprechen? Es ist bekannt, und der Philosoph wünscht es, noch bekannter zu seyn, daß Beyspiele und Vorbilder Nacheifernng erwecken. Die Monumente des Ruhms i» der Westmünfterabtey zu London haben schon viele vsrtrefliche Männer 32 ner gebildet. Aus diesen Grabmälern ist schon manch grosser Geist hervorgestiegen. Sollte man noch zaudern, eine ähnliche Anstalt bey uns einzuführen? Man könnte einwenden, daß es der edlen Einfalt eines Tempels für den einzigen Gott zuwider wäre, so viele profane Denkmäler, Bildsäulen u. d. g. aufzustellen, »md daß es zugleich das Herz von ihm abwendig machte, und es auf geringere'Gegenstände zöge. Dieser Entwurf hat einigen Schein, aber ich heb thn gerade durch das Gegentheil. Der Mensch bequemt sich in seinen Begriffen gerne nach Progressionen, die in einer Grundwahrheit ihr Ende haben. Wenn jemand in dieß Pantheon grosser Geister tritt, und sie mir tiefer Verwunderung und Ehrfurcht betrachtet, wird er nicht auf die ungezwungenste Art zum Urheber dieser Wundergeister, zum ein- 33 einzigen allmächtigen Wesen, dessen Altar von allem abgesondert im eignen ihm geweihten Chöre stehet, hingezogen, und wird er nicht in die tiefste Anbetung, Unterwerfung, Hoffnung und Liebe ausbrechen, nachdem seine Seele stufenweise dazu vorbereitet worden ist? Lassen wir immer gedachte Monumente und Bildsäulen aufgestellt werden, ja das erste, daS'auffallendste im Tempel Gottes seyn, denn sie haben nicht das gefährliche") an sich, als heilig betra ret und verehrt zu werden, sondern sie erzeuget die beste, die heilsamste Wirkung für unö, nämlichzur geraden Erlänntniß des ersten unerforschlichen Urquells aller Wesen zu gelangen. Welch 2ch sage deswegen gefährlich, weil viele Menschen über die Verehrung der Heiligen Gott vergessen. L 34 Welch ein weites Feld wäre hier für die vaterländische Kunst! So wie die Bildhauerkunst sich in lebendiger Darstellung von Statuen und Büsten und in Erfindung überraschender Denkmäler zeigen könnte; so könnte die Malerkunst die erheblichsten und interessantesten Handlungen der verdientesten Personen der Monarchie beyderley Geschlechts zusammenfassen, und der Sterblichkeit entreißen. Dieß wäre ein eigener Schauplatz der Wunder Gottes, eine zweckmässige Belohnung grosser Thaten, und eine Pflanzschule für Patrioten. Die erhabenste Tugend, und die feinste Kultur, zwey für die menschliche Glükseligkeit so unentbehrliche Güter, würden dadurch erzielet werden. Ueber 35 lieber den Altar und die Veredlung der Hofpfarrkirche bey den P. P. Augustinern. Wenn der Ruhm eines Kunstwerk» in Zeitungen und öffentlichen Blättern hänfnen getragen wird, so ist es für den Kenner schon ein höchst zweydeutigeS Zeichen. Da» Werk muß seinem Ruhme, und nicht dieser jenem vorausgehn. Ein Künstler darf sich immer des öffentlichen Beyfalls versichert halten, wenn er, mit wahren Talenten ausgerüstet, in seinen Produkten sich gleich bleibt; wo hingegen ein»»erfahrner, und in seiner Wissenschaft unsicherer Mann alle Kunstgriffe aufbietet, sich Beyfall zu erzwingen; und wo lezteres geschieht, muß die Kritik, als die unpartheyifthste Schredmich- terin zwischen dem Wahren und Falschen, desto strenger und unerbittlicher zu Werke gehen. C 3 Dieß 36 Dieß istbeygegenwärtigerKircheder Fall, wo die Trompete des Sieges vor und währender Schlacht weit umher ertönte. Dieses Verfahren gleicht den politischen Tagebüchern in manchem Staate, wo unangenehme Vorfälle entweder gänzlich verschwiegen, oder im vorthcilhaftesten und der Wahrheit ganz widersprechendsten Tone erzählt werden. Am Ende erfährt die getauschte Welt dennoch die Wahrheit, und die Folge davon ist, daß sie nichts mehr glaubt. Ich schreite demnach zur Untersuchung des Mars. Die Idee des Ganzen ist völlig mißlungen. Vpr allen ist sie den wahren und reinen Begriffen des alleinigen Gottes Zuwider, und ist ein zweydeutiges Mittelding zwischen Wahrheit und Irrthum. Der Höchsie theilt seine Herrlichkeit mit einem andern Wesen. Wer ist hier Gott? Die 37 Die Masse ist für das Auge so beleidigend, als die Idee für die Religion» Sie ist im schlechten arabischen Geschmacke, das ist in pyramidalischer Figur, und überdieß obne Verbindung der wesentlichsten Theile aufgeführt. Sie hat keine verhältnismäßige Höhe zur Kirche, und verliert sich dadurch und durch den geringen Abstand von der Mauer in Dunkelheit. Ein Hauptaltar soll von allen Seiten frey stehen, das entspricht der Idee von Gott als einem selbststandigen Wesen; dadurch wird er das gehörige Licht erhalten, ja selbst die Handlung des Priesters, wenn man sie von allen Seiten und im Lichte sieht, wird ein Uebergewicht von der Wahrheit derselben in den Herzen der Gläubigen unwiderstehlich wirken. Alles, w halb im Dunkeln geschieht, läßt uns ungewiß, und jener Grad von Ehrfurcht, den wir daraus gewinnen, artet leicht in wirkliche Furcht gegen den Mgütigsien aus» Sehen Z8 Sehen wir dann das Bild eines untergeordneten Wesens auf seinem Altar, so räumen wir ihm so viel Gewalt über Gott ein, daß er sich für uns disponiern muß. Und wie steht es dann bei so gestalten Begriffen mit der Anbetung deS Allerheiligsten, des Allmächtigsten? Ich will die Theile des Altars nach und nach durchgeht,. Sieben Stufen sind beynahe zu viel und beschwerlich für die celebnrenden Priester und Diakons; die Nothwendigkeit ihrer Zahl erklärt sich aus der Verlegenheit des Künstlers, dem Altar seine gehörige Höhe zu geben, die er darum doch nicht erreicht hat. Der Altartisch, als der wichtigste Theil des Ganzen, hat eine erträgliche Form; aber 39 aber man sieht nicht, wo er aufliegt; denn die angebrachten Tragsteine verstecken seine beyden Enden, und tragen nur die Tischplatte. Der unter ihm befindliche Raum oder Winkel thut dem Auge weh; auch verhält sich der Tisch viel zu klein gegen das auf ihm befindliche Saulengestelle, Die Base des Tabernakels, die Voluten aus beyden Seiten mitgerechnet, ist ungeheuer. Welche Masse könnte nicht darauf aufgeführt werden! und doch sehen wir nur ein schmales Säulenwerk mit seinem über alles erhöhten Fußgestelle, welches der eigentliche Tabernakel ist. Die Säulen selbst sind in einer so unglücklichen Proporzion gerathen, daß sie gegen alles übrige zu klein sind. Man weiß nicht, ob sie den Altar oder den Tabernakel vorstellen. Die zwey äußersten dieser Säulen tragen Valen, die gewöhnliche Komparsen in den Pausen der Erfin- 40 Eisimungz die zwey vordersten. Welche den 3'»>rum für dav Krustsir bilden, verstecken n ch ,wey andere, die hinter ihnen stehn, und von weitem gar nicht gesehen werden. Auf dem Gebälke ruht ein doppelter Halb- Zirkel, um das Ganze zu vollenden. Zwischen diesem und dem Architrav erblickt man in ciiminutivc, die Lade des alten Bundes, welche man wegen ihrer kleinlichen Gestalt und der blendenden Wirkung des Goldes nicht erlernten kann. Ein langes Kreuz mit der ehernen Schlange Mosis und der Weltkugel auf einem viereckigten Postament endigt die mühsame Geburt des Architekten, der, um uns über diese Bemerkung n-cht in Zweifel zu lassen, sich in Anbringung des Kreuzes nicht weniger als viermal wiederholt hat. Da gedachter Halbzirkel oder Bogen eure AnVerdachung ist, so ist unbegreiflich. warum 41 warum er nicht zugleich die zwo äussersten Säulen, worauf die flammenden Vasen stehen, berührt. Auch ist es unschicklich, daß dieser Bogen von einem andern seine Widerlage nur einseitig erhält, und vorne mit beyden Enden auf dem Gesimse zweyer Säulen ausruht. Noch mehr. Ein Postament aus einem Theile anzubringen, der die absolute Vollendung anzeigt, ist uner- achtet so vieler und ansehnlicher Beyspiele, geschmackwidrig; wie leicht könnte man damit ins Unendliche fortfahren, ohne noch ein Ganzes zu haben. Als Zugabe erblickt man auf den beyden Voluten, die in der Baukunst dur chaus von übler Wirkung, und daher zu verwerfen sind. Zween schöne Engel von der Meisterhand des Herrn Zauner. Man bedauert nur, daß seine Kunst mit dem Unvermögen des Architekten in Kollision kömmt, wodurch letzt- 42 letzterer das Lob, welches gerade wegen diesen Engeln dem Altar zukommen dürfte, für sich behalt. Dieß ist der erste Theile des Altars; itzt geh ich zum zweyten über. Dieser ist vorn Hauptaltar völlig abgesondert, und steht da, wie Oeus cx ML- cNiirs. Ein Wellenberg erhebt sich von der Erde in die Hohe—— mirsbiie cüüu! und speyt gleich einem Vulkan zwar nicht Feuer, aber Strahlen aus, in deren Mitte ein Bild Mariens zu sehen ist. Auf diesem Berge wimmelt es von Engeln und Engels- köpfeu, die alle zur Verherrlichung eines— gemalten Gegenstandes beytragen müssen. Dieß ist der poetischte Gedanke, den man haben kann, und nur ein Architekt, der entweder Maler oder Dichter ist, kann darauf verfallen. Aber nicht alle poetische Gedanken 43 ken sind gut. Dieser schadet auf zweyfache Art, einmal in Betracht der Kunst, und dann in Betracht mit der Einheit des Hauptgegenstandes. Der Berg selbst hat, um das übrige zu heben, einen traurigen Anstrich von der Farbe der Lava, und empfiehlt also durch Farbe und Gestalt sich und seinen Erfinder auf die traurigste Art, Dieses Marienbild würde sich wegen feiner ungeschickten Stellung für einen Sei- tenaltar besser geschickt haben; aber dann hatte der Architekt die gewünschte und ihm zu spat aufgedrungene Vergrößerung der Masse nicht bewirken können. Und doch hat er sie nach aller angewandter Mähe nicht bewirket, weil seine Einbildungskraft von keinen Grundsätzen befruchtet ist, folglich sich in einzelne Theile und deren Verzierung verliert, nie aber ein harmonisches Ganzes und 44 «nd ein wahres Grosses hervorzubringen vermag. Auf beiden Seiten stehen sehr grosse Figuren von Bischössen, die— das weis der Architekt, was sie da thun. Ein Wort noch über die Wolken. Ein schwebender, folglich beweglicher Körper kann mit andern festen und ruhenden keine" Verwandtschaft haben; folglich müssen Wolken von der Baukunst ausgeschlossen bleiben. In der Mahlerey geht ihr Gebrauch allenfalls hin, weil man sie geschickter ausdrucken kann; aber in der Baukunst thun sie die Wirkung eines Klotzes, welches unschicklich lästt. Sie Engelsköpse, die daraus hervorgucken, bewegen zum Lachen, und andere von ganzer Gestalt können nicht gefallen, weil sie nur daran hängen. Lauter ter Auswüchse des gesunden Verstandes, und Schändung des guten Geschmacks. Warum eben dieser Altar in einer andern Bauart ausgeführt seyn mußte, nachdem die Kirche ganz gothisch ist? Durfte der Künstler die Kanzel in diesem Style machen, warum nicht auch den Altar? Er hätte sich weit bequemer aus der Verlegenheit, einen bessern zu machen, reisten können, weil die angestammten Fehler dieses Styls alle übrigen verschlungen, wenigstens entschuldigt hatte. Aber so bleibt ihm gar keine Ausflucht übrig. Was die Seitenaltare betrifft, sind sie zwar ganz einfach angelegt. Jedoch die Altarrstche sind zu schmal gegen die Altar- gemalde, und verlieren also an der Proporzion. Die Tabernakel haben eine gute Form, eben weil sie simpel sind. Ober den Gemälden 46 mälden sind wieder Wolken mit Engeln angeklebt, die, wie ich erst erwähnt habe, ihren Endzweck verfehlen, und hier mit dem übrigen des Altars außer aller Verbindung stehn. Ueber den Johannesaltar hab ich nur soviel zu sagen, daß er den Vorzug hat, als Gegenstück der Thüre betrachtet, sogleich in die Augen zu fallen. Er dürste wohl mit der Zeit seiner beneidcnswürdigen Lage wegen den Hochaltar verdrängen. Käme einem nicht die Gewohnheit zu Hülse, letzter» im Chöre zu suchen, so dürste man sich leicht vergessen. Die Kanzel ist im vorerwähnten gothischen Geschmacke erfunden, doch so, daß ausser diesem noch manches zu sagen übrig bleibt. Ihre Form sieht so ziemlich einer Glockenblume mit ihrem Stengel ähnlich. Sie 47 Sie trägt nicht frey genug heraus; auch ist sie durchaus zu klein, und der Deckel springt nicht genug hervor, welches ein Hauptfehler wider die Akustik, oder die Wissenschaft der besten Verbreitung des Schalles ist. Die auf der Spitze befindliche kleine Statue ist unkenntlich, und verräth nebst dem gothischen auch den abde- ritischen Geschmack. Die Säule hat mehr das Ansehen einer Stelze, als eines festen tragenden Körpers, weil die Masse, die auf ihr ruht, viel zu groß ist, und sich aus beyden Seiten zuviel verdickt. Der gauze Theil von der Thüre zur Kanzel hat keine Stütze, welches den Grundsätzen der Baukunst ganz widerspricht. Es konnten wohl, ohne vom Gothischen abzuweichen, drey oder vier dergleichen Säulen gleichweit von einander entfernt, und nach Art in einander laufender Stäbe verbunden werden; so hatte 43 re das Ganze ein soliders Ansehen, und würde dem Auge weniger anstößig seyn. Was uns beym Eingänge in die Kirche am meisten in die Augen fällt, ist die O-gel, deren Reichthum an Schnitzwerk, samt ihrer kolossalischen Grösse, und den unter ihr befindlichen reichen Spitzbogen aussagend ist. Kein Theil der Kirche kann sich so vieler Ornamente rühmen, als dieses Möbel. Wenn man dagegen den Hochaltar betrachtet, so muß er völlig ,zurücksieht:, und keiner Anficht gewürdigt werden. Man führe einen wilden Indianer vvnohnr gefahr in die Kirche, und bedeute ihm ihre Bestimmung, und wenn er, in gleichzeitiger Anficht des Altars und der Orgel, vor der letztern nicht zuerst niederfallen und da den Gott unsrer Religion suche» wird, so will ich nie wieder dem menschlichen Herzen trauen. Der Hauplaltar wird ihm völlig unbe- 49 unbedeutend scheinen, weil er, une,-achter seiner kostbaren Materie, keinen Eindruck weder auf einen rohen, noch auf einen kultivieren Menschen machen kann. Sogar der Chor, der doch immer wegen der Nahe des Allerheiligsten reicher seyn dürfte, ist völlig nackend, und die Bögen und Blindbögen der Oratorien haben kein einzig verziertes Glied. Die Säulen, welche das Gewölbe der Kirche stützen, haben, zwar Nk«ch mancher Abänderung, Stäbe mit verzierten Ku mftn erhalten; und die Oratorien sü'.o ohne alle gleichförmige Verzierung geblieben. Warum war denn der Künstler gegen die Orgel so Verschwender,sitz, und gegen den Chor so karg? Las heißt, mit Gewalt zufällige Dinge wesentlichen vorziehen. Bey Ansicht der Oratorien fallt hier, nebst dem bereits gesagten, vorzüglich das D zu 50 zu starke Licht auf, welches die gegenüber befindlichen Fenster hineinlassen. Hier ertappen wir den Künstler wieder auf einer Ungereimtheit, und auf mangelhaften Einsichten in die Physik. Wenn das Licht von oben hineinfällt, welches bey hohen gothischen Fenstern geschieht, warum muß man diese von unten verlängern? es kömmt darum nicht mehr Licht herein, als vorhin; ja es wird noch dazu ein Fehler mehr, und zwar einer der grösten begangen, daß die Andächtigen im Oratorium von allen, welche auf der Strasse vvrübergehn, zerstreuet, auch oft geärgert werden. Aber der Architekt wird sich damit entschuldigen, daß ee um die Symmetrie auf beyden Seiten zr» gewinnen, die Fensteröffnungen verlängern mußte. Dieß ist nicht die wahre Art, sie auf Kosten des Anständigen, Nöthige», und Bequemen zu suchen; ja wo diese Fälle eintreten, muß man ihnen die Symmetrie. nach- 51 kachsetzcu. Dieses wußte dcr-euige ganz wohl, der vorhin die langen Fenster mittelst einer von außen aufgeführten Mauer abge^ schnitten hat. Er gewann dabey noch den Vortheil, daß er die Pfeiler der Kirche beynahe bis zur Hälfte versteckt, und ihk so durch eine erträgliche Masse nachgeholfen hat, deren sie hingegen itzt durch eben diesen Verlust der Mauer beraubt worden, und dafür zwischen den Pfeilern so viele Winkel und Ställe erhalten hat. Wenn j«l Symmetrie seyn mußtS, so konnte sie nur «uf nachstehende Art erhalten werden. Der äußere Platz vom Thurme bis zum vierten Pfeiler der Kirche ist, wie jeder sieht, ohnehin verloren, und dabey so geräumig, daß eine Mauer zu Erlangung eines zweyten Oratoriums füglich hätte aufgeführt werden können. Die Thüren fanden sich vom Kloster aus; und so hätte man auf beyden Seiten das gleiche Ebenmaaß erhalten, und D» hie. 52 hienebst einen Fehler von außen und innen vermieden. Der Eingang, der auf dem Josephsplatze durch das Bibliothekgebäude angebracht ist, hat zwar seine Bequemlichkeit, wenn auch ein ansehnliches Stück Raum für die an einem so gangbaren Orte wichtige Bewohnung verkehren geht. Aber seitwärts auf die Straffe heraus noch eine zweyte Thüre anzubringen, die nicht einmal eröffnet ist, und selbst dadurch dem Hauptgebäude von dieser Seite Schaden thut, ist Nicht zu verzeihen. Als zufällige Zierrachen der Kirche betracht ich auch noch die Seirengemalde, und die heiligen Leiber. Ein gewisses Blatt s) wel- Ueber Gottesdienst und Religionslehrc in den österreichischen Staaten. IX. Stück. D'M isren Jcnner 1785. 53 welches sich um die Aufklärung und den reinen Gottesdienst so verdient macht, hat bereits seine Gedanken darüber geäußert; ich will hier die meinigen in Absicht der Kunst noch hinzusetzen. Die letztem Bilder gegen die Orgel zu sind so schlecht gezeichnet, und so ganz unter der Kunst gerathen, daß sie verdienten, alle Tage weggenommen zu werden. Doch muß ich dem Mahler dabey die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er sich eher auf das Gothische verstanden hat, als der Architekt, denn er malte seine Hauptpersonen mit Sprüchen aus dem Munde. Diese Bilder sind-zwar zum blossen Ausfüllen der Wände ganz gut, nur nicht heiliger Wände, sonst bleibt das Volk, wenn einmal von Veredlung der Kirche die Rede ist, in seinem gewohnten Zustande Zwischen Licht und Finsterniß. Die 54 Die heiligen Leiber strotzen von Goltz pnd steinen, und machen eben dadurch keinen Eindruck. Sie sind also mehr zur Schau, alS zur Verehrung hingestellt. Sie werden begafft, und dienen zugleich dem Pöbel alö ein vortreffliches Verwahrrmgs- wittel gegen den gewagten Einfall, das Herz höher zu erheben. Als Zierde der Kirche können sie gar nicht dastchn, weil ein todter Körper, als ein von der Natur zerstörter Gegenstand, weiter kein Recht auf sie hat. folglich als ein lebloses Chaos keine Schönheit gewahren, noch als Zierde dienen kann. Dieß ist also das so gepriesene Werk« welches allen Kirchen künftig zum Muster dienen soll. Ick) habe mich mit Fleiß auch bis auf ihre zufällige Verzierungen eingelassen, weil auch diese zum Muster dienet» Ueber Einige Worte über den Hochs altar in der Pfarrkirche auf der Wiesen. -A-ntibaumeister, um den Ruhm seines Architekten zu retten, beruft sich auf dessen meiste Werke, worunter sich auch ein Altar befindet, der auf der Wiesen in der dasigen Pkarrkirche zu den vierzehn Noth- helfern schon vor mehrern Jahren gemacht worden ist. ES sezt wirklich Mangel an Kenntniß oder Unverschämtheit voraus, wenn man das Publikum auf Werke verweiset, die beym ersten Anblick das unglücklichst« Gepräge von der Welt haben. Die Form des Ganzen ist nach der altfranzösifchc» Bauart entworfen, folglich weiß man, was davon zu halten ist. « Der Welche nach und nach geprüft werde» sollen. 56 Der erste Fehler ist hier übermal der gewöhnliche wieder die Verbindung. Um die Masse ansehnlich zu machen, sind alle Theile ausgedehnt worden, wodurch der zweyte und unvermeidlichste Fehler ensiund, nämlich das beleidigte Verhältniß. Der Altartisch, wenn er gleich frey steht, verliert sich zwischen den hohen Postamenten der Säulen. Diese Fufigesrelle sind nur der Grund. worauf sich die Säulen fufsen, und wofür den Grund so übermäßig zu erhöhen? auch ist es unschicklich ihn zu verzieren wie hier geschieht. Die Säulen stehen zu weit auseinander, und lassen mager, und durch die Ka- nelüren werden sie es noch mehr. Ihre Knäufe, welche die ionische Ordnung verrathen, sind durch französische Verzierung vernnedelt worden. Die Säule» tragen nichts 57 nichts, und wenn man sie von dieser Pflicht los,ahlen will, so sollen sie durch ein Ar- chicrav verbunden seyn. Aber hier ist weder eins noch das andere beobachtet, und man sieht nur das Fries von beyden Enden des Gebälkes, ohne dieses selbst wahrzunehmen. Der Giebel des Altars ist vollends elend, und streitet wider die Anfangsgründe der Mathematik. Schon die Vertiefung, die er macht, entdeckt dem beleidigten Auge klar seine Gebrechen. Er gleicht völlig einer Kaminkappe, die beym ersten Windstoß in Gefahr ist, übereinander zu stürzen. Wie können zwo aufwärts steigende Linien, die mittelst ihrer Diagonellen Stellung einen Winkel machen, sich erhalten, wo die dritte, als ihre Base, in der Mitte entzwey geschnitten ist? Sie gleiten an beiden Enden, woraus sie im schiefen Drucke wirken, aus, weil Z8 weil der Widerstand der Base durch ihre Schwächung oder gewaltsame Unterbrechung aufhört. Dieses sollte der Architekt aus der Lehre von der Schwere gewußt haben, ohne nur schlechterdings die Sünden andrer Meister nachzuahmen. Zwar hat er, nm seine» Fehltritt zu beschönigen, über dem Gesimse der Säulen ein anderes mit Sparrenköpsen angeflickt, welches in der Vertiefung mit dem Giebel gleich lauft, und diesem eine Wider- lage gewähren soll; aber eben diese Vorsicht macht den Fehler noch sichtbarer, und es fragt sich dabey, wie der vordere Theil des Giebels seine Ruhe erhält? Denn daß die ganze Schwere eines Körpers aus den äußersten Enden des Kranzes oder Hauptgesimscs, welches noch dazu wegen seiner Bestimmung keinen andern Körper über sich leiden kann, ausruhe, ist eben so widersprechend, als Sparrenköpfe in den Winkel zweyer zusammenstoßender Linien hinein zu zwingen, weil Z9 weil sie dadurch verstümmelt, folglich zum fragen untauglich gemacht werden. Auf der Spitze gedachten Giebels balan- zirt ein schweres Postament mit einem Kreuze und zwey andere mit dickleibigen Vasen gleiten an der schiefen Linie herab. Wenn man auch diese lezten Postamente als einen im Ganzen fortlaufenden Zokkel betrachten wollte, so wird dieser vom Frontispitz dergestalt eingeschmtten, daß er in zween Theile zerfällt, hiemit bleibt keine Grundlage für daS Kreuz übrig. Kiefer Verstoß, auf die Spitze einen schweren Körper zu pflanzen, kömmt auch häufig bei den Alten vor. Ein geschulter Baukünstler sollte dergleichen sorgfältig vermeiden, weil das die erste Strasse ist, pie ihn vorn wahren Geschmacke abwärts führt. 6o Der unter dem Frontispitz, und der krummen Linie des Altarblatts zwischen inne befindliche Raum umschreibt, im mathematischen Verstand, die unregelmäßigste, folglich die eckelste Figur, und sie kann durch keine Jnschriftcafel, sie mag immer vvm Gesimse auslaufen, verbessert, und dem Auge erträglich gemacht werden. Statt zu lesen, wendet man sich davon weg. Hienebst sind ich auch den häufig vorkommenden Fehler, daß der Tabernakel einen guten Theil des Altarsblatt verstellt. Es ist ausser Zweifel, daß der Tabernackel die wichtigsten Vorzüge vor einem Gemälde habe; aber wo man einmal lezteres entweder geflissentlich oder als Zierde anbringe» will, muß selbes durch keinen andern Gegenstand Abbruch leiden. Doch dieses rührt vielmehr von der Eitelkeit der Baukunst her, die sehr oft mit der Mahlerkunstim Streite liegt, die sie 6r sie so wie alle übrige Künste unter sich betrachtet, hiemic sich oft bei dergleichen Gelegenheiten rächet. Die Statuen der Heiligen, die abseits stehen, haben hier wie beym ersten Altar, und fast bey allen Altären nichts zu thun. Der Künstler hat dabei die Unvorsichtigkeit begangen, sie ganz im Golde schimmern zu lassen, damit das Auge, wie ich schon anderswo erinnert habe, vvmwesemlichstenab- abgezogcn, und auf Nebenfach rn gerichtet werde. Wenigstens thun sie diese Wirkung, wenn es auch nicht seine Absicht war. Was die Verzierungen anbelangt, so sind sie in einem eben so verkehrten Geschmacke, als das Ganze zusammengenommen. Vasen, Blmnengehang und dergleichen gehören aus keinen Altar z in Werken, die zur Erlustignng dienen, lassen sie sich schikanier au- 62 anbringen. UebrigenS hat sich der Künstler auch hier wiederholt, denn es sind abermäl vier Kreuze ansichtig, die in senkrechter Linie in gewissen Zwischenräumen übereinander stehen. Wentt ich gleich noch mehreres in Betracht mancher Theile sagen könnte, so wiü ich es dennoch übergehen, um nicht durch Weitschweifigkeit zn ermüden. Denkfehler. Seite iz Zeile 6 I,'errathen als lies Zierrathen, als —— 24 höchsten Allmacht lies Allmacht Ebend.—— iy müßte lies mußte Ebend.—— 21 obstrakte lies abstrakte —-— 28 Z Erdbodens lies Erdbodens. Ebend.--— 15 Maaßregeln lies Maßregeln —— z6—— 8 wiedersprechendsten lies widersprechenden. —— Z7—— i7 lies was. — 57— 16 Diagoneüen lies dia- gonellen. —' 12 Altarblatt verstellt lies Altarblatts verstekt. —— 61—— io ab- bleibt weg. Ebend. 17 Blumengehang lies Vlumengehang. -« - d M I -ch G *»» .? T L 2^/612777009