fir itttyL rti A N DIE GRÄFINNEN FRIES 'S V AM AßEND DES TODES IHRES EDLEN BRUDERS. »ii 3 1 VON 'Ui Johann Friedrich Schl»3t. rrj nt po «n C.1( i£ 'uls > u 90 W‘ U13 ä 9' 1 WIEN 1788. k-AkSk 2_. <£r» acht ift’s um mich, und fchaurig weht Pie Luft mich an. Durch ungemefsne Fernen Bükt, Wehmuthsvoll, mein Auge nach den Sternen, Auf deren lichtem Pfad’ izt nun der Jüngling geht, Um welchen, naffen Bliks, die Sphären wir beneiden Der, ach! zu früh für uns, an der Verwefung Hand, Gleich einer Geiftgeftalc entfchwand, Zn früh entrükt der Erde füffen Freuden, Hinüberging in’s unbekannte Land. Da liegt fie nun die bleiche, kalte Hülle, Die kürzlich noch den fchönften Geift umwand; So menfchlich, und fo gut, fo grofs und doch fo fülle? Der durch der reinften Liebe Band Pie Edelften der Menfchen an fich knüpfte, In feiner Brüder Glük fein eignes Glük empfand, Und, wenn des Kummers Zähr’ aus einem Auge fchlüpfte, Verfiegen fie, fie Lächeln werden hiefs; Dem das Gefühl: ich troknete die Zähre X* Dem Dem Leidenden, die Welt zum Paradies Umwandelte, der in die Sonnenfphäre Des belfern Seyns fchpn halb Yerzükt Sich glaubte, könnt’ er im Verborgnen fagen; Zn Freudetönen fchuf ich Klagen, Und Jammernde hab’ ich beglüHt! Da liegt fie nun die edle Hülle, Eiltgeiftet, todt! In feyerlicher Stille Klagt über ihr die Menfchheit,—- Jammerten» In dem des Schmerzes ganze Fülle Geprefst ift, tönt bang’ in die Todesftille Von ihrer Lipp’ um ihren lieböen Sohn» Und, ach! zwey himmlifche Geftalten Knien neben ihr im dumpfen Schmerze, falten Die Hand’, und ftarr’n den kalten Leichnam an. Die eine, die ihr Weh nicht länger tragen kann, Raft fleh vom Boden auf, fchreitlaut, unddrükt die Hände Wild wider ihre.Stirn’„ 0 Gott im Himmel! ende Mein Leben auch, ruft fie, und finkt Von neuem auf den Leichnam, ringt Mit ihrem Schmerz, und heifse Thränen brechen Im langen Strom’ hervor. Die andre, bleich und ftumm, Hat keine Thräne, kann nicht fprechen; Sie dreht das matte Haupt langfam im Saal herum Dann hängt, ein Marmorbild, mit aufgelöfstem Haare, §ie über des Geliebten Baare? Mit JVIit fchwerem Athemzug’ anf ihn den Blik gewandt*, Sie fafst des Todten kalte Hand, Drükt fie an ihre bleiche Wange, Berührt ihm Auge, Stirn’ und Mund, ob fie Vielleicht noch Leben hafcht? tappt lauge Nach Lebensfpur. Verlohrne Müh 1 Sie flicht umfonft. Nun lächelt fie Den Leichnam an, und fpielt mit feinen Loltken, Und grofse Thränentropfen ffokken Im ftieren Blik doch, keine rinnt herab•, So weint ein Marmorbild, fo lautlos ift das Grab. Ich kenn’Euch, Jammernde, ja diefe Todesmiene, Ich kenne fie, dein ift fie, Viktor ine, Und diefes bleich hinwelkende Gefleht, Dies Thränenlofe Aug’, ift es' Sopkieens nicht? Gerecht ift Euer Schmerz, mir ftarb in Eurem Lieben Jtein Freund, kein Bruder, dennoch trüben Per Wehmuth Thränen meinen Blik-,. Penn, ich bin Menfch, und mit ihm ftarb das Gliik ßo vieler Leidenden, mit ihm entfehwand der Erde E in ganz Gefchlecht von Edlen, die nun nie Der Allmacht fcböpferifches Werde. Zum Dafeyn ruft. Zu früh, zu früh Ging er dahin. Sein Tod, wir fühlen’s alle, X 3 Ift Iß für die Menfchheit ein Verluß! Gerecht iß Euer Schmerz, weint, fchlagt an Eure Bruft, Und füllt mit Jammerton des Todes dunkle Halle! Vergönnt mir nur,dafs meine Mufe, die Verborgene Bewund’rin Eurer reinen Und fchönen Seelen, darf in Eure Schmerzen weinen; Dafs fie den lichten Troß, den fie Aus jenen Welten bringt, wo nun mit Sonnenglanze Bekleidet, der Verklärte geht, Mit lindem Hauch’ in Eure Seelen weht; Dafs fie vom goldnem Sternenkranze, Der feine Schläfe fchmijkt, nur einen holden Strahl Euch zeig’, und fo den Weg, den durch des Lebens Thal ihr noch zu gehen habt, Euch nach und nach erheitert! Den Ihr beweint, er fchwand nicht ganz dahin, Sein Wirkungskreis iß nur erweitert; Sein Lehen hier war nur Beginn Des fchönen Lebens edler Thaten, In belfern Welten fezt er’s fort; Hier waren feine Thaten Saaten» Doch reiche Erndte find fie dort. Den Ihr beweint, er hat nicht ausgelebet, Und fchwand er Euern Bliken gleich, Er fchied nicht von Euch, fondem fchwebet, Alt Ais Schuzgeiil:’, fegnend über Euch. Ich feh’ ihn fanft herniedergleiten, Seht Ihr den Schimmer um fein Grab? Sein Auge fchwimmt in Seeligkeiten, Euch lächelnd, flattert er herab. Wenn Blumen lieblich um Euch duften, Er ift’s, der Euch auf lauen Lüften Den Balfamduft entgegen führt; Er iß’s, der in des Weftes Wehen Leif’ Eure Engelftirn’ berührt; Der, Hand in Hand, Euch, ungefehen, Der Erdewallfahrt Pfade führt. Er ift um Euch in allen Szenen Der großen, heiligen Natur, ümfäufelt Euch mit Engeltönen Der Liebe Geift in Hayn und Flur, Haucht er um Euch im Blühtenregen: Sein Geift haucht, fäufelt Euch entgegen, Er ift’s, der rofenfarb und leicht Des Dafeyus fchönen Traum Euch webet, Um Euer Lager freundlich fchwebet, Und jeden Gram, der Euch befchleicht, Wie leicht Gewölk am Frühlingsmorgen, Von Eures Lebens Himmel fcheuchti Für jede That, die Ihr, gleich ihm, verborgen Der Welt, zum Heil der Menfchheit übt, tucti eine frohe Stunde giebt; Der in den Kranz von Euren Tagen Der reiniten Freuden Blumen fchlingt; Schmerz felbft zu Woiine macht, mit Philomelens Klagea In’s Herz Euch fülTen Frieden fingt; Der, was das Leben fo verbittert, Mutvoll Euch tragen lehrt: Undank, Fühllofigkeit! Ein überirdifch Licht um Eure Schläfe ftreut, Und fanft vor Euch vorüberzittert, Tönt’s um Euch her, wie Sphärenhlang; Der, wenn im wonnevollen Drang Eu’r Auge fchmilzt zu Freudenthränen, Und ein unnennbar feelig Sehnen Nach neuer Engelthat allmächtig Euch durchbebt t Des Himmels Vorgefühl um Eure Seelen webt; Mit Ahnungen vom Fortfeyn über’m Staube, Hoch Euren fchönen Bufen hebt, Dals Euch Gewisheit wird, nicht mehr blos Glaube, Die Ilofnung, dafs Ihr ewig lebt. O möchte der Gedank’ Euch fiärken, Euch erheben, Würd’ Euer trüber Blik doch durch den Troft erhellt: Sein Geilt fchWebt über uns, führt uns durch diefes Leben, Und gleitet uns einft in die beße Welt. aM '•Beta tbtjf ml ,utff ca' & ai*i rhü| io\ •itf, ie. t be§:ä toi | , bei üt ni.il 4 f )ih J 's r ii)| 5 21 m i, best ;tü_. au t i u■ b tt.1 @1 l Ö(