WWW DK>KZ-, '^77^- tz".:- Vr-x-LKr? M T/M L-''>-'.'--§ö-^7^H^ , V. -7>-sEb OKWW?^^ jf> ^-W<'L. MX -^' WMK. R^MG^« M'KM. 'L-.-v>---' K-«'"-.« <" 4 ^-> ^ I. r- Die reisenden oinbdiaim/ oder der gescheide und damische 3 m pressari o, ery Lustspiel von einer Abhandlung, V erfasset von Philipp Hafner.^ WIE N, gedruckt und zu finden bey Joseph Kurtzbö^ tken, liniv.Buchd. in derBognergaffe im Hof» Maischen Hnnse-' Vorstellende. Der Bürgermeister der Stadt Mer Der Impressario. Sultel Stixel Fwel Melack^ Melambus) des Impressario Komödianten. Die Handlung spielt zu Merkst gleich nach Mittage.--^ SO SO 4k ÄK O dK Sß- Er- Erste Abhandlung. Erster Auftritt. Die Schaubühne stellet vor einen Wald, von ferne ist eine Stadt zu sehen. Der Irnpressario und feine Komödianten sitzen in sehr schlechter Nleidung auf der Erde beysammen, essen und trinken und singen folgenden Chor. Die Ronrödiancen. ^uhessa sa sa voll Freud und Ergehen A? Gedenken wir unsere Gurgel zu netzen. Wir leben wie Bruder Und unsere Lieder Die lauten stäts so: Vivat Herr Zmpressario. Der Imprestaris. Ich danck euch ihr Herren für euer Gemüthe, A 2 Schreit Schreit nicht wie die Thoren vnd saßt mich mtt friede. Die Rom. Erlebe! er lebe! juhe! Der Jinpre^. Die Ohren die thuen mir wirklich schon weh. Die Rom. Die Götter die geben Ihm ewiges Leben Vivat Herr Zmpresserio, Der Impress. Ach schreit mich nicht thörisch ich hör euch ja so 2. Die Rom. Iuhessa sa sa nun wollen von neuen Der Impress. Und was wohl vielleicht mir die Ohren voll schreyen. Die Rom. Wir saufen und fressen. Doch auch nicht vergessen Zu schreyen suhe Luhessa sa suhe suhe! Luhessa sa suhe suhe! Der Impress. Ach halt doch die Mäuler, und laßt mich um gschoren Ich hab das Gehör schon beynahe verlohren Die Rom. Wir sollen auch leben suhe! Die Romöd)Zuhessajuhessa suhessa suhe? DerImpress.)O Mes o Mes Mtausend auweh! Die Die Asm. Die Götter die schicken-- Der Impuess. Daß ihr möcht ersticken) Die Rom. Divat Herr Impreffario! Der Impress- Ach schreit mich nicht thörisch ich hör euch ja so. Nach gesungenem Chor stehen alle von der Erden auf, und der Impresario sr» vedec sie also an: Impress. Verdammtes Zettergfchrey! ich möcht vor Zorn fast fluchen, Entsetzlicher Tumult der mich gehörlos macht, Ltzt könnt ihr mit dem Licht mir beyde«Ohren suchen, Ich hab sie hergebracht, sie muffen unweit seyn. Mo habt ihr denn erlernt auf offentüchen Strassen In emem fremden Ort in einem neuen Land Ein stlcheö Mrdgetoß gleich anfangs hörn zu lassen, ^ Wo ist wohl eure Ehr? wo bleibt denn der Verstand. Phantasten,grobe Leuth., ihr Narren,meine Bruder, Bloß aus Ergetzlichkeit erweckt ihr solchen Schall Der Erd und Himmel regt,und eure Freudenlieder Sind tausendmal so stark als ein Lartaunen Knall. Wenn hunderttausend Mann mit Sähcln sich zer- m. seßen, Wenn em gefräßig Feur gleich Stadt in Asche legt, A z Wenn Wenn hundert Schneider auch ersterben an den Kretzen, Wenn untergrabne Luft den Erdcnkrcis bewegt, So ist bey weiten noch dergleichen Aufruhr nicht, Als wenn ihr meine Freund und centnerschwere Limmel! Hier eure Schuldigkeit durch Wunsch und Lied entricht: Wenn gleich ein Trunkenbold im Wein halb todt sich saufet, Wenn eine böse Frau dem Mann das Kleid anmißt, Ja wenn ein Fratschlerweib mit Lehenkutschern raufet, Daß doch auf dieser Welt die größte Hexe ist, So kann man doch von dem nicht eine Gleich- nuß setzen, Als wenn ihr bloß aus Scherz und angebohrner Lust Euch sucht als gute Freund beysammen zu ergehen Pfuy! schämt euch in das Herz! Fidel. Ist dir den nicht bewußt, Daß alles dieses dir allein zur Ehr geschehen? Was rieffen wir denn wohl, was machte das Eetöß, Als, daß wir schrien stets: es soll dir wohl ergehen, And seh, wie wunderlich, darüber wirst du bös. Gultel. Der Undanck ist fürwahr das allergrößte Laster, Wie lieben dich, und riß ein frühes Grab dich ein, L Wir bauten Säulen dir von jchwarzemAllabafter, Und Und hauten deinen Nam in weichen Marmorstem; Und dennoch zeigest du hierüber Widerwillen, Du schiltst da man dich tobt, da man dich freundlich grüßt, So denkst du nur mit Schimpf auf unsre Brust zu zielen, Sag nun ob dein Gemüth nicht sehr undankbar ist? Melack. Mein Herr Tollegium hat gänzlich recht gesprochen, Wir schrien ja: Vivat Herr Jmpressario! Was haben wir hierdurch denn endlich wohl verbrochen? Ein andrer dankte noch, ein andrer wäre froh, Das unverdiente Lob aus fremden Mund zuhören, Und du schimpfst uns zum Lohn für unsre Güte aus, Ja, du juchst unsre Freud durch Undank noch zu ftorren; My Spott! pfuy Schmach! pfuy Schimpf! pfuy Greul! pfuy Schand! pfuy Graus! Stixel. Ja ja! ihr habt ganz recht, dieß will sich nicht geziemen, Daß du diejcnen scholtst, die di.y so hoch geehrt, Die dir zur Ehr gesucht ein Loblied anzustimmen, Ein wildes Thier hierin dich beyre Sitten lehrt; Ein Esel, wenn mau ihm den Last hat abgenommen. Kratzt mit dem Fuß in Sand, und zeigt die Dankbarkeit Ein Lamm, das da den Wolf durch Hirtens Hand entkommen, A 4 DaukL Dankt dem Erretter auch, so oft es me! nur schreit; Ein Low und eine Laus, die Wanze und ein Tyger, Ein Auerochs ein Schneck, ein Schab ein Elephant, Ein Panterthier ein Floh, die danken ihrem Sieger, Nur du, vernünftig Thier! haft weniger Verstand, Die Thiere lehren dich, sie danken für ihr Leben, Nur dir ist für dein Lob das Danken unbewußt, Ja du erkühnest dich uns noch Verweis zu geben, Das macht, der Undanck wohnt in deiner Tpger Brust: Melambus. Was krauchts viel Wesens hier! der Streit ist gleich gehoben, Der grobe Flegel weiß von keiner Lebensart: Vielleicht hat er sichs Nicht versehn, deß wir ihn loben; Vielleicht hat er von uns nur Rippenstoß erwart. Wir lobten ihn zu viel, läßt man den Vogel Flügel, So flieht er in die Luft, wie die Erfahrung lehrt, Ist ihm das Lob nicht recht, so folgen künftig Prügel. Jinpress. Ihr Herren habt ihr nun die Mäuler aus- gelert? Der Streit erreicht das End, hab ich zu viel gesprochen, Und hab ich euer Lob mit Undank gleich belohnt; So habt ihr euch an mir doch satsam auch gerochen, Lch Ich habe eurer, und ihr meiner nicht geschont; Kurz, ihr habt gleiches mir mit gleichem schon vergolten; Wir haben beyderseits die Schuldigkeit verricht; Ich hab euch ausgegremt, ihr habt mich ausgeschalten, Und die Berletzungswag hangt nun un Gleichgewicht. Jedoch, statt dieser Sach auf unsern Zwek zu kommen So hört mich itzy an: euch ist, wie mir bewußt, Warum wir unsern Weg nach diesem Land genommen, Und warum wir hieher nach dieser Stadt gemußt; Wir sind Komödici, die von des Menschen Leben Bald hier in dieser Stadt, bald aber wieder dort, Den Gönnern um das Geld genauen Abriß geben, Gefallen wir dann nicht, so jaget man uns fort; Wre uns erst jüngst geschah; weswegen wir auch reisen, Drum, Freunde! Bruder! auf! Lourache! Herz! Gemüth! Laßt uns in dieser Stadt den Hoch und Niedern weisen, Daß Kunst, Fleiß und Vernunft in unsern Adern blüht: Auf Brüder rächet ißt! was ihr zuvor versäumet Zeigt, daß, wenn ihr nur wollt, ihr wüßt Akteurs zu seyn, Dort habt ihr nicht agirt, dort hat euch nur ge- träumet., Hier aber, hoffe ich, schlaft ihr mir gar noch em: Scherzt in Tragoedien, und trauert mBourlesquen- A z Tanzt Tanzt m der Optra! singt irr der Pankomiurl Aacyt Trrller in Ballet! tanzt Lieder! pfeift ^ Krotesauen! -^rewerl an eurer Ehr ich doppelt Antheil nimm: Wenn wir m dieser Stadt nicht reife Proben Und euer Eifer nicht wie Helles Feuer brennt. So mühen leider wir in Kürze wieder reisen. Wohin i es ist kein Srt, wo rnan uns nicht ^. schon kennt: Hingegen, wenn euch wird durch dargelegte Pro- Llnd angewendten Fleiß die Fanra weit Md breit, ^ll Landern Städten, und in Holzgewölbern lo- Alsdeny folgt erst von mir auch die Erkänntlich- * Berspi echt ihr, meine Freund! was ich verlangt zu halten? Die Rsmödiancen alle. Ja wir versprechen es! Impress. .. entzückend schöne Lust? Er wernt und schnupft sich in die parok) Ser Himmel wird gewiß für eure Wohlfarth .. walten! preßt mir Thränen aus, kommt her an mei- . ne Brust! ^ Lr umfasset einen nach dem andern) Als Baker will ich dich, mein Sultel ißt um- ^^, fasten, >lch hefte Melack, dich! selbst meinem Herze an; Dich ist nr: err HS o- e Dich Stixl! werd ich nie von meiner Seite lassen, Du hast gleich dem Fidel, mir vieles guts gethan; Meiambüs! komm auch her! drey hatt ich bald vergehen, Seht mich, als Baker an! und sagt: ob euch was fehlt? Sulrel. Wir haben alles gnug, nur Kleider, Geld und Essen, Das ist was uns gebricht. Die Eitelkeit der Welt Entbehrt ein jeder leicht; ihr seyd genug gekleidet, Die Tuaend decket euck, die Ehr ist euer Speis; Das Geld ist ein Metal, das nur zum Geiz verleitet; Und es gebricht euch ja an nichts auf solche Weis: Nehmt mein Exempel au, wenn ich schon meinen Magen Zehnmal in einem Tag mit Speisen hätt aespickt, Würd ich mich doch gewiß mit keinem Wort beklagen, Daß mich die Hungersnoth gleich cmem Wölfen drückt. Stixl. Das glaub ich dir, mein Herrwir wirr- dens auch so machen, Doch alle Wochen nur einmal zur Mahlzeit gehn, Und da nur junge Maus in Hundsschmalz aus- gebachen, Das schmeckt dem Magen nicht, das will uns nicht anflehn. Me- Melamb. und noch dazu kein Kleid die Leiber zu be- als wie^SElat, -"e Wa,ch so schwarz, daß sich hex Teuft! dran MehlMenster in dem Ro?, T m^der ganzen Stadt. Melack. Brocken auf den Kvpf voll Dörner, wie Mit Bierzgern einen Hut,^n Papendeckeh Don gröbstem Filze Strumpf,^Wegengatter u»d immerd-r d-MftzÄd d-i» ^^ Fidel. ^a. was das M-ste ist, kein Geld wird Gn Phönix ist das Geld m uS Augenschein Wenn es nicht bester wird^ Denn geht gleich alle Jahr ein"falscher Gulden So wird ern Pfennig erst in die zwöft Theil ge- Und unser Fahr Ouartal trFm7 Heller aus. , Inrpress. ASM mch dochM euch S«, tmg, chr mich»5 Ahmlz'mch i» d,« Ltarrenhaus. Ge- Geduldet euch! bis uns der Himmel Trost wird geben, Erlange ich nur tzt durch euren Fleiß mein Heil, Denn wollen wir erst so, wie ihr verlanget leben; Nebst Hoffnung und Gedult vermag die Zeit oft viel: Nur tzo laßt euch noch als meine Freundesehen, Ziert mir die Schauspiel aus so, wie ich es begehrt, Zhr könnt erst über mich als emen Falschen schmähen, Wenn meine Hand euch dann Geld, Kleid und Kost verwehrt; Doch zweifelt noch mein Herz an denen künstgen ^,. Proben, Ich forchte immerfort!--- Melac. Wie? Gcixl. Wer? MeK.mbuß. Wo? Fred!. Was? Sulcek, Warum? Melack. Mli sollst erst unsern Fleiß in nächsten Thaten loben! Gcixl. Gtixl. Ein künftig Beyspiel macht erst deinen Zweifel stumm! Melambus. Verlasse dich auf mich? Fidel. Du kauft auf mich vertrauen r I",Press. Und wie! mein Sultel stricht auch nicht ein Wort darzu? Sultel. Du kannst auf mich so, wie auf Sand, die Hau, sec bauen! Impress Nun stelle ich mein Herz vollkommen in die Nutz; Nun, Freunde! wollen wir zum Bürgermeister Dort hoffe ich gewiß die beste Prob'davon; Wir lassen anfangs ihm, was mir vermögen sehen;(gehet ab.) Melnck. Ich gehe!(Gehetab.) Gcirl. Ich komm.(gehet ab.) Fidel. Ich renn.(geht ab.) Gultel. Ach lauf!(Gehet ab) Melambus. Ach eile schon!( Gehet sehr langsam ab) Zweyter Auftritt. Die Schaubühne stellet vor ein Zimmer sein^"^elweisters mit zween Ses- Der Bürgermeister kömmt aus der dcen, m welcher er hinein saget: Bürgermeister Ich habe die Ehre, mich ihnen gehorsamst zu empfehlen, f er geht aus dem Theater bm- undwieder) das ist doch ärgerlich, wenn ein Mensch den ganzen Tag hindurch nicht einmal eme Stunde für sich und seinen Gebrauch hat. Kaum verlasse ich bey anbrechendem Tage das Schlaffgemach, so finden sich schon Leute vor der Thüre ein, welche mich gerne sprechen wollten, und wegen verschiedenen Fällen bey mir Rath zu suchen gedenken; und kaum, daß sich diese von mir entfernen, so folgen sogleich andere nach, welches dann nicht eher sein End erreichet, bis ich mich wieder nach Mitternacht in das Bett Verfuge, und durch den Schlaf neue Kräften suche den morgen vorfallenden Grschaftm Genua< khunng zu leisten. Ja l es wird mir nicht einmal, kurz kurz zu sagen, eine Zeit gelassen, daß ich zu Mittag und Abends der unentbehrlichen Nahrung ge- messe;-- doch, es muß also seyn, warum? der Himmel hat mich zum Bürgermeister der weisen und hvchansehnlichen Stadt Merlü gemacht, und dieser Stand allein»nacht alle centenfchwere Müh den ringsten Federn gleich. Wenn ich nur betrachte, in was für einen hohen Ansehen in dieser Stadt die Bürger sind, so schlagt das Herz vor Freude; in was für einen Ansehen mui> erst ich von jedermann betrachtet werden? der ich dieser gelehrten Stadt Bürgermeister, das ist: gelehrter Meister, über die gelehrten Bürger dieser gelehrten Stadr bin. Das Wohl der ganzen Stadt ruhet auf mir, ihr Untergang oder Emporkommen hängt von meinen Kräften ab; wenn ein gefährliches Kricgsheer diese Stadt mit Kriege zu überziehen gedenket, so fliehet Herr und Unterthan unter meinen gelehrten Schumnante!; wenn durch unobachtsame Hand ein Gebän in Flammen gerätst, so ruft man mich um Hüls an, dem gefräßigen Feuer eiuhalt zu thuen. Ja das Feuer löschet mehr von meinem gebietberischen Verstände/ als vor dem Wasser aus. Wenn ein vor einigen Wochen verstorbener Mensch in Lebensgefahr geräth, so ruft man mich, daß ich den Berwey- sten Hüls leiste; und wenn ein Kind von einer türkischen Ehe vor die Thür geleget wird, so bitt ich der gewisse Gevater, und zugleich der unschuldige Vater und Versorget- solcher Liebespfänder. Mit einem Wort, ich bin dieser Stadt, was dem Leib das Haupt, dem Hause dw Grundveste, , dem Mit- gge- ! der eisen und Mch ach- ieser herz erst die- ge>- eser ladt om- en; ter- enn nen ge- 'uek iail- im- ühr seyst er bin >ul- der. >em ke, dem Baum die Frucht, und das Geld dem mittellosen Menschen ist:(Es wird von neuen geklopft l doch, so sich meine gelehrten Ohren nicht betrügen, so hör ich abermals jemand klop- ftn, ja! ja! ich irre mich nicht!-- so hab ich denn auch keine Minute Ruhe, mich allein zu vergnügen? es muß vermuthlich die äussere Thüre eröfnet stehen, und meine Diener müssen nicht zugegen seyn, weil man schon Wirklich ander nächsten Thüre klopfet:(es wird»schmal ge- rlopfer) herein! so jemand klopfet. Dritter Auftritt. Der Imprcstaiio und seine Komödianten Sulrel, Srixel, Fidel, Melack, und Melambus in voriger Bleidung: Impress. zu den Bom. Gehet nur sachte nach mir herein! und laßt mich die Anrede machen.(Der)m^>refsaris> und seine Komödianten gehen einer nach dem andern in einem Kreiß zweimal bey dem Bürgermeister mir Lomplimenteir vorbey. Bürgermeister vqr sich) (Gütiger Himmel! stehe deinem gelehrten Bürgermeister bey! was für eine verdächtige Gesellschaft?) ( Die Komödianten bleiben zu Ende des Theaters stehen) Im-s B Impress. zum BurgermeLst. Gelehrter Herr! und Bürgermeister! die^ Infamia, welche in allen Ländern von dero Lob erschallet, und dero übergrosser Verstand, der^ ihnen bereits Hofnung gibt, einstens unter die^ vernünftigen Thiere gezählet zu werden, hat uns j) die Freyheit zugeeignet, Euer Gnaden unsere ge- g ihorsamste Aufwartung nebst entsetzlichen Lompli<^ »nenten zu machen.( Er springt dem Bur-^ Meister erlichmal mit den Füßen in da» Gesicht.)^ Bürgermeister. y O ho! mein Herr! durch ihre halsbrecheri- a sche Höflichkeiten setzen sie rneine Augen und Na- dl se in Leib und Lebens Gefahr. Impresi. Es ist meine Schuldigkeit, euer Gnaden mit n Tomplimentcn ein par Zähne in den Hals zu schlagen. ( Er machet noch mehr springen»§ de Lomplimenten.) Bürgerin.^ Ey! da bin ich wahrhaftig entgegen-- aber tl um Vergebung, mein Herr! wer sind denn sie d und die übrigen Herren? sie sind gewiß Zigeu- si ner oder Banditen? Impress. (Vor sich> der Anfang ist gut!( Zum Burgerm.) o! mein gnädiger Herr! sie irren sich sehr weit, sie urtheilen den Menschen nach seinem k seinem Kleid aber nicht nach seinen Verdiensten; wissen sie nicht? wasOvidius der berühmte Astro- logus von dem Ansehen des Menschen in dem zten Theil, in dem vierten Buch, indem zwölften Blak, auf der ersten Seite, in der achten Zeile, in dem dreysigsten Wort, nach dem neunzigsten Buchstabe saget: nolire tiomo lecun6um vs- liibus suäiLers, leä iscunönm pertonsn- tiam 8c virruübus chus, das heißt: lnan soll den Menschen nicht nach seinem Kleid, sondern nach feinen Verdiensten schätzen, denn das Kleid macht nicht den Mann; Äesopus Esel kleidete sich auch mit einer Löwen Haut, und sie, mein gnädiger Herr! ziehen auch recht honet auf. Bürgeren. Nu! was bedarf es solcher Weitläuffigkeiten? wer sind sie denn meine Herren? Impress. Wir sind eine Gesellschaft ansehnlicher Schauspieler, wie sie es leicht aus unserer Kleidung abnehmen können, wir durchstreichen Städte, Dörfer und Märkte, um der galanten Welt aller Orten Proben von unserer ausnehmendenFähigkeit an den Tag zu legen, und weil wir dann wissen, daß sie leider der Bürgermeister der Stadt Mehrung-- Bürgerm. Ey! was reden sie? Merlü wollen sie sagen. Impress. Der Stadt Merlü, will ich sagen, sind, so kommen wir von ihnen die gnädige Erlaubnus zn B 2 erbst- "Litten, daß rvrr unstre Schauspiel, hier auffüi> ren dürfen! wir fliehen also unter dero Schuß, gleichwie ein armer Wolf zu dem Hirten um Hülf eilet, wann ihn ein grausames Schaf zu fressen* suchet, wir hoffen auch durch dero Protektion die-> je Stadt mit unseren Komödien um ein merkli-' rhes Geld zu schweißen. 2 Bürgern,.^ Sie handeln sehr klug, daß sie dießfals ihr Vertrauen m mich setzen, ich trage auch eben kein Bedenken ihnen in ihrer Bitte zu willfahren, allein sie werden nicht arg ausdeuten, wenn ich mir, bevor die Erlaubnuß folget, eine Probe von ihrer k Kunst auskitte, denn die Leute dieser Stadt sind einiger Massen eigensinnig, und wenn die Schauspiele ihnen nicht genug artig wären, so würde s man demnach mir, als dem Bürgermeister, die s meiste Schuld beymessen, daß ich solche Leute in z der Stadt lasse, welche nur die Innwohner um e ihr Geld zu bringen gedächten, in der That aber nichts Derdienstwürdiges dafür an das Licht gebracht hätten. y Impress. r Dafür wollen sie sa keine Sorg tragen, d denn es war noch aller Orten ein allgemeines Frohlocken, wenn wir unsere Abreiß genommen haben; ja wir haben noch an keinem Ort gespie- H let, wo wir unsere Komödien nicht zwey auch dMMal nacheinander aufgeführet: .. Bürgern,. ja j sie scherzen- aber die Prob--- Impress- Sie nemmen mir das Wort aus der Gusche, eben eine Probe vorzunehmen habe ich diese meine Akteurs mit mir hieher gebracht, und so eS ihnen gefällig, so soll Mer vor ihren Augen eine Rolle spielen, da werden sie sehen, was dieses für Leuthe sind. Bürgeren, Und ist da die ganze Gesellschaft beysamen? Impress Ja)biß auf die Kleider und Frauenzimmer, die sind noch nicht ausgebackt. Bürgeren. (vor sich) das est eine entsetzliche Gesellschaft, ich kann nicht glauben, daß solche Leute sollten im Stande seyn, etwas sehenswürdiges zu wegen zu bringen(Zum Impress.) nun!ist es ihnen gefällig? so will ich einer Probe zusehen, Impress. Gleich, mein gnädiger Herr! sollen sie bedienet werden,(Zuden Rom.) ach ihr Bruderbund Freunde verlasset mich nicht, uno schützet nur diesesmal eure und meine Ehre. Burgerm. (Zum Impress.) nun also, mein Herr! sie belieben neben mir Platz zu nehmen. ( Der Bürgermeister und de^ Impress. seyen sich zusamen.^ Impress. M! mein gnädiger Heer! sollen sie sehen lw cherlich-und moralische Vorstellungen. Bz Buw Burgerm.§ Ich bin begierig, die Geschicklichkeit ihrer Gesellschaft zu sehen. T Impresi. fsu dem Rsmödiancen Melambus) r alle Melambus! geh, agire einige Verse aus der^ Komödie, in welcher die Verzweiflung des Doktor^ Fausts enthalten ist, und welche wir vor einigen^ Jahren zu nova Lembla aufgeführet haben; scheuet euch aber keiner, schicket euch an, als ob ihr hier auf dem Theater wäret, und so oft einer seine Rolle geendet hat, so geht er indessen in das Vorzimmer hinaus. Melamb. zum Imprest. Gleich! mein Herr Impressario sollen sie mit Genehm daltung des gnädigen Herrn zufrieden ge- siellet werden. Impress. zu Melamb. So fange denn an Melambus ziehet seine Rleidee aus, und fangt in der größten Verzweiflung folgende Reime an: Ach unglüks voller Faust! so bist du denn verrohren! Und zwar in Ewigkeit? o donnervolles Wort; Ach'warüm bist du doch von einem Weib geboh- ren? Warum von keiner Katz? so mistest du nicht§ dort In Plutons Schwefelreich wie eine Spansau blattn-- Doch ^» M oh- Doch schrökt die Hüll mich nicht, ft grausam sie auch ist, Mich schrökt die Wunde nur, die für^die Laster- Mir der Gewissensschab in meinen Hcrzpelz jrist;-- Stuf! Erde! spalte dich! verschlmg mich UM- ' Heuer! Trift mich kein Donnerschlag? will niemand ' Henker seyn? Der Ofnerwein ist mir ein wenig allzu theuer, Sonst sof ich meinen Tod durch seine^aukeem. Doch ach!»ergebner Tod ich sterbe nach demSter- Mein Lebensende macht den Anfang meiner Qual Verderb ich zeitlich, muß ich ewig erst verderben-- Ich muß mit gsundem Leib ins höllische Spital-- So freßt ihr Teufeln dann das Mark aus Sun denknvchen Reißt die verdammte Seel von dem verfluchten Leib-- Was wird man auf die Nacht mir in der Höll heut kochen? Der nagend böse Wurm kocht mir zum Zeitvertreib Ein Sünden Ayerschmaltz mit dem Gewissens- Zwibel-- Die Hölle öfnet sich-- wie wird es mirergehn-- Ihr Freunde! gute Nacht!- ich fürcht- es ward mir übel-- Lebt wobl!- ich hoff die Ehr ruch bald bey mir zu sehn. ( Gehet ab.)- Impeess zum Bürgerin. Nun,' wie gefällt ihnen dieses? Bürgerm. Sehr wohl, sehr lächerlich. I'npress. Nu! allo Fidelgeh, mache du den kläglichen Austritt, wie den Schäfer Melidor seine Liebste vor Freuden, weil er ihr das Heurathen versprochen, in Fuß gebissen^ daß er daran hat sterben müssen. Fidel. Alsogleich mein Herr Jmpressario.(Er fängt an hinkend und sehr betrübt zu agiren-) So muß ich Götter denn noch durch die Liebe sterben? So bringt ein Handkuß mich in das so frühe Grab; So todt mich Sylvie? so sucht die mein Berderben, Bey der ich lebenslang doch nichts verbrochen hab? Fch suchte deine Hand in Ehrfurcht nur zu küssen, Der Himmel straffe mich, wenn es nicht also ist, Und dafür hast du mich voll Grimm in Fuß gebissen? Sag, schönste Sylvie! ob du nicht grausam bist? Doch da du mich durch dich stehst in die Grube gehen, So sprichst du mir zum Trost und Lindrung meiner Pein: Es seye dieser Biß aus Lieb zu mir geschehen, -O altzutheure Lieb! ich muß des Todes seyn-- Der D. vv be Der Schmerz ist allzugroß-- die Lebensgeister weichen-- sterbe-- Svlvie!--- beiß keinen andern ^^ mehr-- Wird der gebißne Rumpf die Ruhestadt erreichen, So schreibe auf mein Grab für jedermann die Lehr: ckerr Steh! Wandrer stehe still mit unbewegten Füssen, vor Hier ruhet Melidor, ein junger Schaffers Sohn, , m Es hat rhn Sylvie aus Lieb zu todt gebissen, Dieß war für seine Lieb und Treu der letzte Lohn. Du' Leser hüte dich, vor dieser Schämn Liebe ^ Bespiegle dich vielmehr an Melidorens Grab, Er Denn nimmst du sie zur Frau, und fühlt sie Eh- ZU stands Triebe So beißt sie dir den Kopf und alle Glieder ab. rie-(Geher hinkend ab.) Impress. zum Büvgerm. ^ Was halten sie von diesem Austritt. ^ Bürgerin. Er übertrift nach meiner Meinung noch den b? vorigen. m, Impress. st, Allo Sultel und Stixel! gehet? machet den ;e- Auftritt, wie die zwey rachgierigen Nebenbuhler einer den andern zum Streit herausfordern. Sultel. Gleich mein Herr Impressario werden sie ^ bedienet werden. ^ Gtixek. Es ist wahr, dieser Auftritt hak noch alle- - zeit Beyfall gefunden. B§ Im- A Impress So schreitet dann zum Werk! Gultel sehr verwegen. Ich suche meinen Feind bereits an alle« ' Orten, -Äis wie ein Tyger auf! doch tref ich ihn nicht llnd sollt ich diesen Hund denn heut noch nicht ermorderr? Wird meinem Elfer nicht anheut genug gethan? Wie rang soll wohl mein Feind, mein Nebenbuh- . lec leben? Wie lang soll dleß Gewehr noch in der Scheide ^. seyn? Er hat mw zwar das Wort auf seine Ehr gegeben -^aß er hier fechten will und doch trift er nicht ein. Mdult m deinem Schuß will ich indessen stehen, Oenn kommt der Bösewicht gleich heute nicht ^ hieher, So soll er meiner Räch doch nimmermehr entaehen. Und wenrr er rn dem Reich des Teufels selbsten Es wird mem Eifersstrom sich über ihn ergießen, en in. u, cht n, en n, er n -l Denn sollen auf sein Grab die Hunde WeyrauH^ streuen^^ Denn wird von meiner Wuth nicht weitre Nach^ begehrt. Gultel, O Hölle! irr ich mich? mein Feind bereits zrr, . gegen? Grrxel. Was seh ich? ist der Hund wahrhaftig selksten hier!^ Gultel. S Fort Lump! fort! hast hu Herz? so ziehe deinen' Degen, Du weißt die Feindschaft schon, die zwischen dir«- und mir, Und sollst du gleich aus Forcht hievon nichts wol-.. ^, lm wissen,^ So mußt du doch heraus, und wenn ich dich be- . siegt, x. So werft du meine Kling voll Schmerz und Ehr-^ , fürcht küssen,«. Wenn dern zerbohrter Leib in Todes Dualen ligt.- Grixl.< Du unterfangest dich vor Helden so zu prallen? Kennst du nicht meine Macht? verdammtes Wirr- ^ merhaus; Z Du sollst mir diese That mit eignem Balg bezahl ^. len,^ Fort! ziehe dein Gewehr(Erzieht den Degen) Gultel.; (Er ziehet gleich(als) Hier steh ich, nur beraus! Gri- Hier ist der blanke Stahl! ist wird in ihrem Rachen Die Hölle dich bald sehn! Sulcel. Laß doch das Prahlen seyn Und flösse zu, du Hund! Girel. Du mußt den Anfang machend Sulcel. Stoß zu! du machst mich böß! Gcixel.., Ich steck wahrhaftes ern, Sulcel. Nicht wahr, mein grosser Held! nun wünschtest du bey Seite Und nicht im Streit zu seyn? Srrxel. Die Wahrheit zu gestehn, Ich rauffe hier nicht gern, mich kennen gar viel Leute In dieser Nachbarschaft,wir wollen weiter gehn.- Sulcel. Ja! hältst du etwa Lust, der Rache zu entlausten? Gcixl. Nein, weiche nur mit mir zwölf Schritt von dieser Erd Dort wollen wir aus Nach im Wein uns Räusche sausten, Denn unsre Liebste ist noch Blut noch Leben werth. (Beede umarmen sich und gehen ab.) Im- Impress. Wie ist ihnen dieses vorgekommen? Bürgern,. Ich kann sagen, daß mich noch alles vollkommen ergötzet hat. Impress. Nunmehr» ist das Lustige voröey, itzt sollen sie auch sehen, daß wir männliche und moralische Vorstellungen haben, welche uns, wenn wir sie recht zu Gemüthe fuhren, so gut weinen, als dre Lustigen lachen machen können; Bürgerm. das wwd mir lieb seyn, denn so gern *^ langen bepwobne,so sehr freuen mich auch lehr- und geistreiche Vorstellungen.^ ^ I'nprest. kannu auch du zeigest, was du kannst, so sollst du einen moralischen Auftritt vor- Aml, uud zwar den sechsten aus der Komödie, die Lehrschule des Plato, genannt; wie Plato seinen Schülern die Eitelkeit der Welt mit lebhaften Horden abmalet. Melack. H ch werde ihnen nach Möglichkeit meiner Kräften genug zu thun suchen.' ^ I'i'press. schon, was du kannst, wenn du nur willst(zum Bürgern;.) me werden ihr Gna- Srucken^^"" Akteur in seriösen rra ha L! I Vür- -L» Bürgerm. Das wird mich erfreuen, da muß ich denn genau acht haben. Impress. Ich versichere sie, es ist schad um das Wort,, das man hört. Meines sehr geistreich. Ihr Schulter.'höret nun ,was Plato zu euch spricht: Ihr lebt in Finsterniß, euch mangelt noch das Licht, Don der Erfahrenheit, denn euer junge» Leben, N Hat ein geborgter Schein von Eitelkeit umgeben, ch Ar sehet glänzend Bley für theures Silber an, Lhr lebet nur im Schlaf, und ein bethörter Wahn, Der euch die arge Welt voll Lüsten abgemalen, Der heißt euch in den Pful der schwarzen Laster fallen, Wie thöricht lebt ihr doch, ihr opfert euch der -^ Welt, Die in ihr altes Nichts aus dem sie kam, zerfall; Ihr suchet Reichthum, Pracht und hohe Ehrene _. stellen, Die Dunste eitler Macht, worauf Gelehrte '^„ schmähten Dem Glucke strebt ihr nach, das jenen Aepfeln gleicht: . Die Tantalus stets sieht, doch aber nie erreicht Ja eure Thorheit kann euch gar so weit verblenden, Daß euch die Hoffart lei^c? wir die aus Adams Lenden; Der Der aus dem Staub entstaub, besser schte Erde sind Dem schwachen Rohre gleich, das auch ein Ze- pgyrs Würd Durch seinen sanften Hauch reißt aus den hohlen Gründen, Was kann, uns ärmste, doch zur Hoffart wohl verbinden? Was hat ein Sterblicher für Recht an dieser Welt? Daß er ihr Glück und Gut für seinen Abgott hält. Was ist der arme Mensch? von einem Weib ge- bohren, Die ihm des Himmels Hand zur Mutter auserkoren. Kömmt nakend.' auf die Welt, und halb bedeckt ins Grab, Und legt mit seinem Leib der Seele Kleidung ab. Heut sitzt er in dem Glück wie Könige erhoben. Heut weist ihm Unterthan und Freund getreue Proben; Heüt glänzt er wie das Gold, heut blüht er wie die Blum, Und morgen hauet ihn des Todes Sense um. Und da er spricht: ich leb, so fällt er Tod znr Erden, Und muß dem,was er war,letzt einverleibet werden; So wird der theure Mann, den alle Welt geehrt Samt Witz, Gestalt und Pracht in einen Staub verkehrt, Da kann sein bester Freund sein künftig Schicksal lesen, Und sieht den Rest von dem, was einst sein Freund gewesen, Es graut ihm vor dem Mund,den er so oft geküßt/ Und der nunmehr ein Mund voll kalter Äsche ist Da trauert er um ihn, doch will es vielmehr scheinen, Als wollt er seinen Tod in diesem Lud beweinen. Da fällt dem Sterblichen sein künftig Sterbbett ein, Da denkt er, wenn wird wohl an dir die Reihe seyn; Das ist des Menschen Ziel, er lebt nur, um zrr sterben. Und sich ein künftig Glück durch Tugend zu erwerben; Reist er nur durch die Welt und kömmt erst an das Gstatt, Wenn er den Elendcstrom hier übel schisset hat; Er lebt nach seinem Tod und sieht das erste Nebelt Als einen Traum nur an, den ihm die Welt gegeben; Da in dem Wiederspiel das Laster zweymal stirbt, Hier unsre Knochen frißt, und dorr die Seel verdirbt. Drum, Freunde! höret auf euch um die Welt zu ' sdrgm, Sie steht zwar heute noch, wer weiß es? steht sie morgen. Es könnte leicht nichts mehr so sehr gebrechlich seyn, Ein untergrabner Wind wirft ganze Länder ein. Die Welt ist uns zur Last, die Weit ist uns zur Geisel Drum, Freund! erweget dieß, lebt wohl! ich geh * aufs H-- (gehr ab.) Im- L Impress. zum Bürgerm. Nu! war das Moral nicht zum krank weinen? Bürgermeister Ey! das heist doch ein ganzes Moral zu gründ' gericht, sie haben mich durch die Beschreibung der sterblichen Menschens in so tieft Gedanken gebracht, und da ich am besten die Sache mir zu Herzen führe, so verkehrt sich der gelehrte Plaw meinen unanständigen Saumagen, Impress. Ia.'Plato hat eben dadurch seinen Schülern zeigen wollen,wie sehr ihm seine Anred zu Herzen ge. gangen, und was ein wahres Moral für Wür- kung machen kann. Bürgerm. Ja! ja! es scheinet fast also. Impressums. Ich bitte nun, mein gnädiger Herr wolle mit dieser wenigen Prob vorlieb nehmen, wenn wir werden eine vollständige Komödie aufführen, wird es schon besser gehen. Bürgerm. Ich bin bereits vollkommen zu frieden, und gebe ihnen hiemit die Erlaubniß ihre Schauspiele, so lang sie wollen, in dieser Stadt aufzuführen. Impress. voll Freud. Was? wir haben bereits die Erlaubniß-- ach? mein gnädiger Herr Bürgermeister(Er erwischt den Bürgermeister bevm Fuß, schmeist ihn von dem Sessel auf die Erd und küßt ihm kniend die Füß. Bürgerm. au? der Erd ligend, und sehr schreiend: Gü- E flöt kr ( m ge wi ics dc de m sä be di Gütiger Himmel.'steh mir bey! Impress.,. Erlauben sie mir! gnädiger Herr! dero Füß m Ehrfurcht zu küssen. Bürgeren. Aber zum Henker/ mein Herr, was ist das für eine Lebensart? daß sie mir fast den Hals brechen. Impress. Ich wollte ja nur dero Füß in Ehrforcht küssen. Bürgerm., Der Henker hole sie mit ihrer Höflichkeit (stehen beede von der Erde auf- ich möchte wissen, was sie aus Grobheit noch anfangen würden.(Sie seyen sich wieder) Impress. Mein gnädiger'Herr ich bin ganz beschämt, wie werd ich dero Gnaden ersetzen können» ich glaub, ich muß ihnen nochmal die Füße küssen, Bürgerm. No'no no! verschonen sie mich mit ihren Thorheiten. Impress.^^ Ich bin völlig vor Freud ausser mich gesetzt, dermalen aber so unvermögend, daß ich ihre Gnaden nicht nach Wunsch ersetzen kann; es wird aber mit mir schon besser werden, und mit der ersten schönen Tanßerin, die ich zu meiner Compagnie bekomme, werde ich ihnen aufwarten. Bürgerm. Ich sage dank, das'begehre ich nicht, dann ich diene dem Nedenmenschen nicht aus Eigennutz, sondern aus Wicht.^ Ly' Im- Impress. Sie machen mich völlig schamgrien, dannch tin nur dero Sklav. Bürgerm. Schweigen sie hievon, und erlauben sie vielmehr, daß ich, bevor sie von mir gehen, noch einige Fragen an sie stelle. Impress. Mein gnädiger Herr bestehe nur zu sprechen. Bürgern!. Sagen sie mir zu gefallen, sie sind gewiß der Herr von dieser Gesellschaft? Impress. Ach! ich bin leider der Jmpressario davon. Bürgeren. Warum setzen sie dann das Wort leider dazu? Impress. Ach 1 wenn ich diesen unglücksvollen Namen nenne, so stehen mir alle Haar gegen Berg. Bürgerin. Wie so? Impress. Weil'ich in so mühseligen Umständen den Namen eines Impressario gar nicht verdiene. Bürgern!. Und warum? Impress. Der ist kein Impressario zu nennen, welcher nur mit schlechten armen Komödianten von einem Dorf in das andere ziehet, seine Schaubühne samt Kleidungen und Maschinen in einer Pa- rouquenschachtel mit sich führet, und an keinem gewissen Ort seinen Aufenthalt hat. Dieser kann nur nur ein Impressario genmnet werden, welcher in einer ansehnlichen Stadt den Kern gamnter Komödianten oder Operisten beysammen hält, und seine Schauspiele vor Kaiser und Könige mit un- gememem Beyfall aufführt; einstens war ich auch ein solcher/ allein die Zeiten haben sich geändert- und ich l i.. ül er zwanzigmm fallit geworden: denn ich war schon Jmpressarw über Komödien, Opern, Pantomimen, Gaukelspiel, Kreutzerspiel, Krü- gkispiel und dergleichen öffentliche Schauspiele, allein was hat mich in das Verderben gebracht? nichts anders, als die verdammten Opern, die haben mir den letzten Stoß geaeben. Ich hatte sonst nur allezeit eine Gesellschaft deutscher Komödianten gehabt, doch solche Leute, die in der ganzen Welt nicht besser zu finden waren, ich habe auch meine Schaubühne in einer deutschen Stadt, die ich aus Schmerz nicht nennen kann, aufgeschlagen, und habe durch zehn Jahre mich dabey so gut befunden, daß ich einen merklichen Reichthum hiedurch überkommen, gleichwie aber ein reicher Mann unersättlich ist, also gieng es auch mir, denn ich liesse mich von einem wälschen Täntzer, der mein besonderer guter Freund war, zu einer Thorheit verleiten, welche, wenn ich sie ihnen erzählen werde, uns in Gefahr, vor Thränen zu ersäuffen, setzen mrd. Er machte mir den Vortrag, weil schon so viele Jahre hier keine Opern wärm gesehen worden, so sollte ich einige ausführen lassen, welche,weil sie hier etwas seltsames waren, mir ein merkliches Geld eintragen würden. Ich liesse mir diesen Antrag gefallen, mit einem Wott,üccum üccum, gesagt gethan; ich liesse L z alle alle Anstalt zu den vornehmsten Opern machen, ich legte auch all mein Capital vorhinaus: da ließ ich kommen einen Kastraten, einen Wallachen, einen Hmnophroditen, zwey Kapaunerund einen Lldwr, wiederum zwey Kastratinnen, eine Baßi- slin, mehr dann, einen Henoristen und einen Fi- stulanün, der den Baß gesungen hat; in der Musik die vornehmsten Leute,Limballisten, Violinisten, Fagotisten, Hautboisten, Harpftnisten, Violoni- stei», Bratschisten, Waldhornisten, Trompetisten, Paukisten, Lalvinisten, Juden und Christen, und kurz, alles majestätisch, alles operalisch: da ließ ich denn Opern aufführen, wo eine einzige auf sieben Liebzehner, und öfters gar auf zwey Gulden gekommen ist. Bürgeren. Ja!da ist es denn kein Wunder, wenn sie sind zu gründ gegangen! Impress. Hören sie zur Gnade nur weiter, es war anfangs alles gut gegangen, und ein solcher Zulauf, daß keine Oper gespielet worden, in welcher nicht wenigstens drey bis vier tausend Menschen erdrücket worden sind, das hat nun meinem Beutel Wohlgefallen, da liesse ich denn die deutsche Komödianten in Abschlag kommen, da lief ich die Woche hindurch nur einmal Komödie spielen, endlich hab ich allen deutschen Komödianten den Abschied gegeben, und da geng auch mein Elend an. Die Komödianten waren kaum fort, sover- lohren die Zuschauer allgemach den operalischcn Geschmack, ich dachte immer, es würde besser werden, ich liesse fast alle Wochen neue Opern mit unbeschreiblichen Kosten aufführen/ allein die Leute vertohrm sich von Lag zu Lag, und es wurde endlich so schlecht, daß an manchem Lage sechs, vier, drey, zwey Personen, zu weilen Niemand, und etüchmal noch weniger als Niemand in der Oper gewesen; da gieng mir erst das Glicht auf, da schrieb ich um die abgedanckte deutsche Gesellschaft wieder, allein sie waren hin und wieder engagiret und kein Mensch wollte mehr in meine Dienste kommen. Da sieng mein Elend an, die Dperisten blieben mir auch nicht, die Musik desgleichen, ich wollte mir immer aufhelffen und kämm immer besser hinein; endlich siena ich an, die Kleider und AuSzierungen zu verkauffen, und ach! ich wollte nur wünschen daß sie die letzte Oper gesehen hätten. Bürgerm. Ja! wäre sie so sehens werth! Impreff. D hören sie: dergleichen Elend ist bey manns- gedenken nicht gesehen worden; erstens die Mustek belangend, da war nun statt der Trompeten und Paucken eine Maultromel, statt dem Ltavier eine Leyer, und statt der Waldhorn ein baar Bierzim- menter zu hören; von einer Beleuchtung wäre nichts zu gedenken, ein emziger Vage, der der Prima Donna den Schlepp nachgetragen, der hat in einer Hand ein Etückel brennenden Kien gehalten, und hat ihr überall nachgesucht, daß man nur gleichwohl die Triller gesehen hat; dr haben wir schon die Lortinen zerschnitten und haben den Frauenzimmern Kleioer davon gemacht; da ist oft ein Kleid vorn Wald, hinten Saal ge-- L 4 wesen, ivesett, statt des Schmucks, daß nur etwas glänzen Mc,da haben wir zerbrochene Flaschen, Ki- fttslem, Ofenkachel und allen Plunder augeheuckr; da war schon das Partere für einen Kreußerund die Lavallerie für sechs Pfenning; da haben wir statt desGefrornm und Zukerbachts, Knofti, Ret- tig, Ä.tch und Visolensalüt heruingetragen, noch mehr zugeschweigen, das ich aus Scham nicht erzählen kann; so war mein Elend in höchsten Grad gestiegen, und so gieng ich aus eigener Schuld zu Grund. Büryerm. Und was haben sie hernach angefangen? Impress Gleich hierauf konnte ich nicht viel anfangen, denn ich harte wegen Schulden noch einige Verrichtungen im Arrest. Bürcferm. Ja? so? und wie sind sie denn endlich wieder loß gekommen? . Impress. Man. hat mich darum gerne los gelassen,weil ich meine Creditores in, dem Arrest arm gefressen hätte; da ich denn los kämm, ließ ich das Komönen- haus verkaufen, und zahlte so viel Schulden davon, als das Geld zugelassen hatte, ich sammle- ke auch die Uchtbmzer, Si schier und Maschinen- zieher zusamm und sagte: wenn sie wollten, könnten ste meine Akteurs seyn, wir wollten überall herumreilen, und indessen nur in den Dörfern dem Bauersmann um das Geld einen schlechten Spaß vormachen, biß wir nach und nach zur besseren Garderobe kommen.wurden, und einstens . uns uns in Städte wagen bärsten; sie waren dessen zufrieden, und es rst schon drey Jahre, daß wir hm und wieder herumziehen, doch uns noch nicht vollkommen erholten können; ja, wie sie diese meine Akteurs gesehen haben, so waren sie, so gut selbe auch agilen, dennoch nur Lichtbuser bey meiner vorigen Lrouppe gewesen, sie können nun hieraus Messen, was dieses für eine Gesellschaft muß gewesen seyn. Bürgern». Fürwahr sie sind zu bedauren, doch die Zeit hat sie zu gründ gerichtet, die Zeit mrd sie auch empor bringen; aber ich härte noch eine Frage an sie zu stellen. Impress. Sie haben zu befehlen. Bnrgerm. Agiren sie nicht selbst bey den Schauspielen? I-npress. O ja! ihr Gnaden zu dienen, so ist fast keine Komödie, wo ich nicht mit mache, meistens zwar lustige, doch, so es die Noth erfordert auch ernsthafte Lharacteure; ich mache alles mit, ich verfasse auch die meisten Lomödien selbst, und alle Auftritt, die sie vorhero gehöret haben, sind meine Arbeit. Bürgerm. Ja! so sind sie ein Musenssohn? Imprest. Nein! mein Aater war kein Muselmann, sondern ein Quartiermeister. Bürgerin. Ey! sie sterstehen mich nicht, ich sage ein Musenssohn, das ist ein Poet, öderem Reimen, schmidr. L z Ims Impress. Nil ja, warum nicht gar ein Schlosser!-< es ist wahr, ich dichte zuweilen, doch ich sehe da- dep mehr auf das Lustige, als auf die Kunst. Bürgern,. Und wer, sagen sie, war ihr Herr Vater? Impress. Er war Ouartiermeister. Bürgerm-- Und wo war er wohl Quartiermeister? Impress. Zu Prag, ihr Gnaden!-- ach! hören sie, sie hatten diesen galanten Mann kennen sollen, er rrar das Mitleid selbst, o!>M viele tausend Bettelleute hat er, bloß aus Liebe des Nächstens! auf der kalten Gasse unter den Arm genommen, und har ihnen Quartier gegeben, woraus sie aber nicht mehr zum Vorschein gekommen. Bürgerin. Aha! das will so viel sagen, als ein Häscher; der Himmel bewahre jeden vor diesem Lua- tieiMeister, und wie sind dann sie endlich ein Komödiant geworden? Iinpress. Ich schiene dazu gebohren zu seyn, denn ich bin von dem Himmel mit besonderen Gaben und Einfällen begnadet worden, ja ich habe eine Bouries- que zu Haus, die ich noch im Mutterleib gemacht habe. Burgerm:( vor sich.) Uhu! cht kommts zu weit. Impress. Mein Vater wollte mich zwar stets seine Kunst ler- lernen lassen, allein ich hatte keine Freud dazu, sondern alles mein Geld, was ich hin und wieder im Gedräng aus fremder Leut Säcken zu schenken bekommen, das wendete ich auf die Komodie, und gieng fast täglich in selbe. Ich wurde bald darauf mit Leuten von dem Theater bekannt, liesst mich als einen Statisten gebrauchen, nach und nach kämm ich auch durch, meine Geschickuchkeit selbst zur Action, bis ich endlich von bort weggereist und ein Impreffario geworden. Bürgern!. So sind sie recht staffelweiß hinaufgestiegen. Impress. Ja hinauf bin ich von einem Staffel aufden andern gestiegen, aber herab bin ich gleich über die ganze Stiegen gefallen, so, daß ich mich von diesem Fall nimmermehr werde erholen können. Bürgern!. Nu! trösten sie sich indessen, ich hoffe, sie werden sich in dieser Stadt zimlicher Massen Geld verdienen, dann ich sthe, daß sie ein verständiger Mann und mit vielen guten Eigenschaften versehen sind. Impress. Ja, wenigstens stll ein rechtschaffner Komödiant solche Eigenschaften besitzen; blinde und im Irrtum der theatralischen Kunst lebende Leute verachten die Komödianten, ja schätzen sie für Leute, welche das Volk mns Geld bringen, und doch dabey, wie sie sagen, unnothig sind; solche Menschen' aber hat der Himmel mit so wenigemDerstand nicht einmal begnadet, doß sie einsehen könnten, was zu einem IW. rechtschaffenen Komödianten gehöret; ich lasse ihre eigene Bernunft hierüber ur- thei- theile», sie werden selbst wissen, was zu Verfertigung einer auch nur gemeinen Komödie gehöret, was hiezu für eine Redensart und gute Einfälle Nöthig sind! ja, man muß solche Sachen ersinden, die gememe Leute noch Mühe haben zu verstehen, wenn sie selbe hören, zu geschweige», daß sie selbst etwas dergleichen verfertigen sollten; zudeme gehören ja die Komödianten unter die freyen Künstler, achtet man einen Mahler, einen Bildhauer, einen Poeten und dergleichen, warum denn nicht einen Komödianten; man wird imrzwar hierauf antworten, daß ein Mahler und die anderen dem genuinen Wesen durch ihre Kunst Rußen schaffen, hingegen aber ein Komödiant nur dem jungen Lola durch freche Wort und Gebärden Gelegenheit zu Lastern gcbe;al!cin ist es denn eine allgemeine Richtigkeit, daß em Komödiant ausschweifende Handlungen auf der Bühne vornehme? und können nicht andre Künstler gleiche Unanständigkeiten begeben? ja! so vier Aergerniß als ein Komödiant in der Komödie dem gemeinen Wesen machen kann, sö viel chnd nochmal so viel Aergernuß kann ein Mahler durch unzüchtige Gemählde geben, weil die angehörte unartige Wort eines Komödianten dem Mensthen viel ehe aus der Gedächtniß kommen, als ein von dem vornehmsten Mahler verfertigtes Schandgemählde, welches in einig hundert Jahren noch Gelegenheit zur Aergerniß gibt, und wer Leute ärgern will, darf nur ein Mensch, nicht aber eben ein Mahler, Komödiant oder dergleichen seyn. Was ist wohl endlich die Komödie anders, als ein Lebhaftes Gemählde, wo die gute Sotten ernes Menschen mrt Belohnung, das Laster aber aber mit gehöriger Strafe beleget, gemahlen wird? imd wenn Nero auf dem Theater persönlich seine Mutter entleibet, so wird es bey dem Menschen mehr Abscheu erwecken, als wenn selben ein noch so tyranijcher Mahler mit den grausamsten Farben auf eine rachgierige Leinwat, durch feinen entsetz» liehen Pinsel malet, doch, wie kann einem Blin» den ein gemahltes oder geschnitztes Bild, und wie dein Unverständigen eine Komödie gefallen. Bürg arm. Ich will ihnen aber dienen, die Urfach, daß einigen Leuten ein Komödiant ein etwas freyer Mensch zu seyn scheinet, ist, weil vor Zeiten die Komödianten ihreSchauspielemitallzugroffer Freyheit und unanständigen Zoten und Possen aufgeführet haben. Impress Sie haben hierinnen vollkommen recht, aber die Leute nicht, welche hievon also urtheilen; denn gesetzt mein Aeltervater wär ein Bürger und ein Mörder gewesen, und ich wär gleichfalls ein Bürger, sollte man mich deßwegen wie ihn für einen Mörder halten, wo doch die jetzigen Komödianten mit den vorigen in keiner Blutsfreundschsft stehen; ich weiß leider gar wohl, daß man sich vor Zeiten der Ausgelassenheit auf der Schaubühne bedienet hat, doch weiß ich auch, daß heut zu Tage die Schauspiele mehr Gelegenheit zu guten als verkehrten Sitten geben, und die Zeiten muß ein vernünf- rger Mensch wohl zu unterscheiden wissen; doch tMug hievon. Dürgerm. Mein Herr l sie sind ein zweyter Cicero pro elomv öomu üis; jedoch sagen sie mir, ist ein guter Komödienverfertiger, auch ein guter Tragödien« schreiber. Impresi. Nicht allezeit, ja gar selten, denn die Komö- die ist von der Tragödie just so weit unterschieden, als das Lerchmfeld von Constantinopei; Eulen- spiegel der vornehmste Tragödienschreiber unserer Zeiten sagt von der Tragödie folgendes: ckia regbcxclioi-um ckLcIinarni- l'iLur rempora rempororum, daß will soviel sagen: ein guter Lragödienschreiber ist meistentheils ein guter Komödien schreiber, ein guter Komödienschreiber aber ist selten ein guter Tragödienschreiber, ein Schreiber aber ist jeder, denn die Tragödie ist die Seel, die Komöedie aber der Leib des Theaters, auch ist die Action von beyden weit unterschieden, denn ein Tragödiant muß gelehrt und ernsthaft, ein Komödiant und Bourlesquant hingegen lebhaft, lustig und Budlnärrisch seyn, auch muß sich ein lustiger Akteur zuweilen traurig anschicken, und kurz in alle Fälle sich zu finden wissen; ich glaubt, sie haben nunmehro in Kürze einen Inbegriff verschiedener Theatersachen gehöret. Bürgern!. Ja ja l ich habe in Kürze eine ganze Komödie gesehen.(sie stehen beyde auf) Impress. Nun habe ich die Ehre mich euer Gnaden zu empfehlen, ich will nun meiner Gesellschaft die erfreuliche Nachricht von dero gnädigen Erlaubniß bringen. Aurgerm. Ich hätte noch eine Bitt an sie. I'n. Impress. Sie befehlen, was soll es wohl seyn? Bürgerin. Weil sie ohne dieß heute noch nicht für das Volk spielen, so ersuchte ich sie, ob sie nicht mir zugefallen eine kleine Komödie, zu welcher ich meme gute Freunde einzuladen willens wäre, aufführen möchten? Impress. Auf alle Weise, allein es ist nicht möglich in so kurzer Zeit ein Theater aufzurichten. Bürgerin. Ich habe selbst hier im Hause zu unserer Lust schon vor einigen Jahren ein kleines Theater bauen lassen, sie müßten sich also schon mit diesem vor heute zu frieden stellen. Impress. Wenn es so ist, so sollen euer Gnaden vergnüget werden, sie belieben nur zu befehlen, ob sie eine Tragödie oder Komödie verlangen. Bürgern». Eine Bourlesque von ihrer Arbeit wäre mir am liebsten, ich werde schon ihre Mühe bezahlen. Impress. Wir sind Nicht eigennützig, es ist unsere Schuldigkeit, ich werde ihnen genug thuen. Bürgern». Ich verlasse mich ai'o gewiß daranf, und sähe gerne, wenn sie um 6. Uhr Abends anfangen könnten. Impress. Sehr wohl! ich gehe nun also alle mögliche Anstalt in Eil zu machen, ich habe indessen die Ehre mich zu Gnaden zu empfehlen. Dür^ Bürgern:. Leben sie wohl Mein Herr! ich verlasse mich gewiß auf sie. Impress. Sie haben sich zu verlassen,( vor sich) mein langes Reden hat mir ordentlich warm gemacht; (er reißt seine B eider auf, aus welchen ihm ein Polster am die Erd Mir)(zuu Bürgern,.) ich empfehle mich gehorsamst,(will abgeben, der Bin Perm. ruft ihn zurück.) B ürgerm. Mein Herr! sie hab.n ihren Bauch verlohren, nehmen sie ihn mit. Impress. Ein Fmpressari» brauchet keinen Bauch, wenn er nur den Kopf und das Gehirn bey sich hat, ich empfehle mich zu Gnaden.(Er läßt den Polster liegen und gehet mit Complimenten ab.) Bürgcrm. allein. In der That ein lächerlicher Mensch, ich hätte dem Ansehen nach nicht gedacht, daß diese Ete so vieles im Stande mären, und ich schmeichle mir h-ut durch ihre Komödie Ehre bey meinen guten Freunden einzulegen, ich will nun geschwind die übriae Geschäfte zu Stand bringen, und denn meine gute Freunde zu der Abend Komodie einladen.(Gehet ab.) Ende des Vorspiels. > K . r^ .7L*«k ^5<^^.v', ^7-^H-- L-. M l-7 ,..^^.,...-Ä V^-xKM /,- 's > -d A4 "k^»>